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HARVARD UNIVERSITY
LIBRARY OF THE
Classıcal Department
HARVARD HALL
PLATONS
AUSGEWÄHLTE SCHRIFTEN.
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH
ERKLÄRT VON
CHRISTIAN CRON uno JULIUS DEUSCHLE.
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VIERTER TEIL.
PROTAGORAS. ERKLÄRT von Dr. JULIUS DEUSCHLE.
VIERTE AUFLAGE.
BEARBEITET von Dr. CHRISTIAN CRON.
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LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNER.
1884.
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PLATONS
PROTAGORANS.
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH
ERKLÄRT VON
D». JULIUS DEUSCHLE,
WEIL. PROFRSBSOR AM FRIEDRICH-WILHELNSB-GYMNASIUM IN BBRLIM.
VIERTE AUFLAGE.
BEARBEITET VON
De. CHRISTIAN WILHELM JOSEPH CRON,
RECTOR UND PROFESSOR DES ST. ANNA-GYMNASIUME IN AUGSBURG,
ἕξ
N LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON B. G TEUBNER.
1884.
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ζ BE,
HARVARD UNIVERSITY,
Classical Desuinca,
BOUND OCT 1 6 1909
Vorwort.
Auch diese Auflage wurde vor dem Druck durchgängig
einer sorgfältigen Durchsicht unterzogen, die zu manchen
Änderungen Anlaß gab. Insbesondere galt es, die neue Ge-
staltung des Textes, welche auch dieser Dialog durch das Er-
scheinen des siebenten Bandes der kritischen Ausgabe von
Schanz gewonnen hat, nicht unbeachtet und unbenutzt zu
lassen. Sie bildet auch die Grundlage der zwei Jalıre später
veröffentlichten neuen Auflage von Kroschels Neubearbeitung
der Stallbaumschen Ausgabe. Doch behauptet Kroschel der
Schanzschen Ausgabe gegenüber durchgängig eine solche Selb-
ständigkeit des Urteils, daß auch ihr eine eingehende Beachtung
gewidmet werden mußte. Die näheren Nachweise darüber
wurden in dem Anhang gegeben, der hie ynd da auch zur
Rechtfertigung der gewählten Lesart und gegebenen Erklärung
benutzt wurde. Ein * verweist auf diesen.
Möge denn auch die neue Auflage sich einer wohlwollen-
den Aufnahme in dem Kreise, für den sie bestimmt ist, zu
erfreuen haben.
Augsburg, im März 1884.
Der Herausgeber.
EINLEITUNG.
I. Wesen der Sophistik.
Jener großartige Aufschwung des Geistes, welchen die hel- 1
lenische Nation infolge der ruhmreichen Perserkriege nahm, hat
in dem Perikleischen Zeitalter in der Blüte der Künste seinen
schönsten und edelsten Ausdruck gewonnen. Auch für die Wissen-
schaft wurde er die Quelle einer kräftigen und vielseitigen Thätig-
keit. Aber neben vielen Gestaltungen von bleibendem Werte kam
auf wissenschaftlichem Gebiete auch eine Erscheinung zu Tage,
deren Entstehung zwar sehr natürlich war, deren Wirkungen aber
höchst gefährlich zu werden drohten. Man nennt sie die Sophi-
stik. Dieses Wort σοφιστική darf man nicht im Sinne einer
Gemeinsamkeit von Lehren, Grundsätzen oder einer bestimmten
Methode verstehen, sondern man hat dabei nur an eine gewisse
ereinstimmung der Bestrebungen und Zielpunkte zu denken,
welche durch das Wort Sophistentum!) bezeichnet werden könnte.
In den einzelnen Gliedern der geistig erregten Nation erwachte
das Streben, alle Verhältnisse und Formen des Lebens, in denen
man sich bis dahin als dem trefflichen Erbe der Väter voll frommer
Scheu behaglich zu bewegen gewohnt war, mit der Kraft des
eigenen Geistes zu beherrschen und zu durchdringen, kurz das
Streben nach geistiger Freiheit, nach Aufklärung, nach allgemeiner
Bildung. Mit dem Streben der einzelnen wuchsen die Anforde-
rungen der Zeit. Bald genügte nicht mehr die im praktischen
Leben erworbene Erfahrung, am wenigsten für diejenigen, welche
im Staate und im öffentlichen Leben sich auszeichnen wollten.
. Unter den vielen Strebenden mußte der eine dem anderen gegen-.
über geistige Überlegenheit bekunden. Ein gewisser Grad wissen-
schaftlicher Bildung, Übung der geistigen Kraft war daher die
erste Stufe zu einer angesehenen Stellung im Leben. Die Be-
1) Vgl. über diese Bezeichnung die Bemerkung zu I. Einl. $ 11.
N. 1. Daß σοφιστής (= ἀνὴρ σεσοφισμένος oder σοφός) ursprünglich
ohne schlimme Nebenbedeutung gebraucht wurde, ersieht man noch aus
mehreren Stellen bei Herodot.
Platons ausgew. Dialoge. IV. 1
2 EINLEITUNG.
gierde zu lernen war da, am meisten in der vornehmen Jugend
mit ihrem ungemessenen Durste nach Ruhm und Macht; diese
Begierde zu befriedigen versprachen die Sophisten mit ihrer Kunst.
Sophisten in diesem Sinne sind Leute, welche aus der Weisheit
so zu sagen ein Geschäft machen, welche gegen bare Bezahlung
Unterricht in der höheren allgemeinen Bildung — der παιδεία —
anbieten und dadurch ihren Zöglingen, die für das öffentliche und
häusliche Leben erforderliche Tüchtigkeit, die sog. bürgerliche
Tugend, πολιτικὴ ἀρετή), beizubringen verheißen. Ihre Be-
strebungen berührten somit wohl die Aufgabe, welche auch die
Philosophie zu lösen versuchte.
Der sophistische Unterricht ging nicht auf Erkenntnis der
Wahrheit aus, welche das Ziel echter Philosophie ist; und so
diente auch alles sophistische Wissen und Können nicht der Sache,
sondern der Befriedigung persönlicher Zwecke und persönlicher
Interessen, insbesondere der Eitelkeit und der Geldsucht. Die
Sophisten suchen ihre geistigen Vorzüge möglichst zu verwerten
und daher namentlich durch prunkende Vorträge (ἐπιδείξεις) die
Bewunderung zahlungsfähiger Zuhörer zu erregen. Unter diesen
Umständen versteht es sich von selbst, daß auch die bedeutend-
sten unter ihnen nicht mit dem Adel großer, in sich geschlossener
Charaktere auftreten, vielmehr die Kleinlichkeit und Haltlosigkeit
ihrer Gesinnung an den Tag legen.
2 In den ersten Vertretern der Sophistik wirkte noch die Macht
: der aus der Vergangenheit ererbten, durch Leben und Gewohnheit
geheiligten althellenischen Anschauungen mit. In unbewußter
Scheu vor dem Bestehenden zogen sie noch nicht selbst die Kon-
sequenzen ihres Princips.. Daher regten sie, wo sie hinkamen,
wirklich vielfach an und förderten die geistige Entwicklung ins-
besondere durch Verbreitung von Kenntnissen; das jüngere Ge-
schlecht aber ging weit über sie hinaus. Ungescheut machte es
die gefährlichsten Grundsätze zur Richtschnur des eignen Handelns.
Die Lehre der Sophisten mußte den Schein wissenschaftlicher Be-
rechtigung leihen für die elendeste Selbstsucht, Niedrigkeit der
Gesinnung und ausschweifende Willkür des einzelnen. Das Sinken
der sittlichen Zustände im peloponnesischen Kriege, der Verfall
des Staatswesens, die Zersetzung der Grundlage des gesellschaft-
lichen Lebens in Hellas ist zwar nicht allein die Schuld der So-
phistik; aber die Entwicklung zum Bösen im inneren und äußeren
Leben geht doch Hand in Hand mit ihrer Verbreitung.
3 Aus dem oben dargelegten Wesen der Sophistik erklärt sich
1) Über die Bedeutung dieses Wortes 8. I. B. Einl. 8 17 8. 11 A. 8.
Vgl. Halbfaß, „Die Berichte des Platon und Aristoteles über Frota-
goras“ Fleckeisens Jahrb. Suppl. XIII 1 8. 154.
EINLEITUNG. | 3
schon, daß nicht bloß ein Meister als Haupt und Vertreter einer
sophistischen Schule kann bezeichnet werden. Die Sophistik war
ja ein Sammelplatz verschiedenartiger Lehren und Richtungen,
denen nur das negierende Grundprincip und das gleiche Streben
gemeinsam war. Platon unterscheidet zwei Gruppen der So-
phisten, die eigentlichen Sophisten mit dem ausgesprochenen Zwecke
Tugend lehren zu wollen, und die sogenannten Rhetoren, welche
in der Kunst der Rhetorik alles zum Leben Nötige mitzugeben
vermeinten. An der Spitze der letzteren steht Gorgias; ihr ist
der gleichnamige Dialog gewidmet. Der uns vorliegende Dialog
beschäftigt sich mit der ersten Gruppe: die drei ihr vorzugsweise
zugehörigen Richtungen werden durch Protagoras, Hippias, Pro-
dikos vertreten.
II. Leben und Wirken der drei Hauptsophisten.!)
a) Protagoras war geboren zu Abdera, einer von Klazo-
menae aus gegründeten Kolonie an der Südküste Thrakiens nahe
der Mündung des Nestos. In dieser Stadt hatten sich auch Teier
(Teos in Lydien am Gebirge Mimas nördlich von Lebedos) nieder-
gelassen, um der persischen Knechtschaft zu entgehen. Aus einer
teischen Familie stammt Protagoras; der Name des Vaters ist un-
gewiß; Artemon wird er von einigen, von anderen Maiandros ge-
nannt; auch das Geburtsjahr des Protagoras ist nicht sicher fest-
zustellen; nach einer Berechnung würde es etwa in die Jahre 480
bis 485 v. Chr., vielleicht aber auch noch etwas früher (317 C)
fallen.?) Über seine Jugend und Bildungsgeschichte ist nichts be-
kannt. Von seinem dreißigsten Lebensjahre an bis zu seinem Tode,
vierzig Jahre: lang, durchzog er als Lehrer der Weisheit die hel-
lenischen Städte im eigentlichen Griechenland, in Sicilien und Groß-
griechenland. Obwohl er für seinen Unterricht ein bedeutendes
Honorar nahm (310 E, 311 ἢ, 328 Β) — nach Laertios Diogenes
hundert Minen für den Kursus — strömte ihm doch überall die
vornehme Jugend in großer Masse zu. So erwarb er neben großem
Ruhm und allgemeiner- Bewunderung (335 A) außerordentliche
Reichtümer, nach Menon 91D mehr als Pheidias und zehn andere
Bildhauer. Auch in Athen fand er enthusiastische Aufnahme;?)
Kallias, der reichste Bürger Athens, rechnete es sich zur Ehre,
1) Vgl. Frei, Quaestiones Protagoreae, Bonn 1845. Weber, Über
Protagoras aus Abdera, Marburg 1849 und Quaestiones Protagoreae,
ibid. 1850. Müller-Strübing, Protagorea. Fleckeisens Jahrbücher 121, 2.
2) Vgl. I Einl. $ 12.
3) Wie weit die Begeisterung ging, läßt sich aus den Äußerungen,
die Platon im Eingange dem Hippokrates in den Mund legt, besonders
811 E, wo der Eifer des jungen Mannes keine Grenzen kennt, ersehen.
15
4 . EINLEITUNG.
ihn samt seinem Gefolge von Anhängern und Lernbegierigen aus
anderen Städten in seinem Hause zu beherbergen; Jünglinge und
Männer von edler Geburt und hoher Stellung drängten sich um
ihn; Euripides und Perikles suchten seine Freundschaft. Dieser
betraute ibn sogar mit der Aufgabe, für die unter Teilnahme athe-
nischer Ansiedler im Jahre 443 neubegründete Niederlassung in
Thurioi Gesetze auszuarbeiten. Um diese Zeit war also Protagoras
zum ersten Male in Athen: eine Annahme, der Protag. 310E nicht
widerstreitet. Wir finden ihn wieder daselbst im Anfange des pelo-
ponnesischen Krieges (Plut. Pericl. 34). Damals scheint er sich
sogar mehrere Jahre dort aufgehalten und viel im Hause des Pe-
rikles verkehrt zu haben. Wiederum war Protagoras nach einer
Andeutung in den Κόλακες des Komödiendichters Eupolis im
Jahre 422 in Athen und endlich auch in seinem letzten Lebens-
jahre. Wegen seiner Schrift über die Götter klagte ihn nämlich
ein gewisser Pythodoros, welcher 411 zur Oligarchie der Vier-
hundert gehörte, des Atheismus an. Wahrscheinlich wartete Prota-
goras den Ausgang des Prozesses nicht ab, sondern entzog sich
durch die Flucht der ihm drohenden Verurteilung. Seine Schrift
wurde in Athen auf richterlichen Befehl verbrannt; er selbst fand
auf der Überfahrt nach Sieilien den Tod in den Wellen, 70 Jahre
alt nach Menon 91E: οἶμαι γὰρ αὐτὸν ἀποθανεῖν ἐγγὺς καὶ
ἑβδομήκοντα ἔτη γεγονότα, τετταράκοντα δὲ ἐν τῇ τέχνῃ ὄντα.
Wir hätten in dieser Nachricht einen festen Anhalt für die Be-
stimmung seines Geburtsjahres, wäre es wirklich zweifellos, daß
der Prozeß 411 und nicht schon früher stattgefunden hat.‘)
Protagoras ist der bedeutendste Vertreter der Sophistik, wie
er sich denn auch zuerst δοφιστής nannte und damit den Begriff
eines Weisheits- und Tugendlehrers verband. Von dieser Seite sei-
nes praktischen Wirkens, worauf er selbst das Hauptgewicht
legt, wird er uns in dem Platonischen Dialoge dargestellt. Sein
Unterricht hatte die sogenannte allgemeine Bildung im Auge, im
Gegensatz zu wissenschaftlichen Disciplinen; einen festbegrenzten
Inhalt hatte er nicht; einen Hauptbestandteil aber bildeten die
rhetorischen Übungen, die Fertigkeit über jedes Ding — für und
wider — in langer und kurzer Rede (334E) sich wirksam zu
äußern. Die eigene Redeweise des Protagoras erregte leicht das
Wohlgefallen des Hörenden. Sie bewegte sich in einfach klaren,
ungezwungenen, behaglich hinfließenden Satzformen. Der Ausdruck
strebte nach Würde und Wohlklang und in einer nicht unan-
genehmen Breite nach dichterischer Färbung. Diese Vorzüge sind
1) Schanz, Beiträge zur vorsokr. Ph. S. 88 setzt das Todesjahr
zwischen 420 und 417 v. Chr. Andere nehmen 415 an. Dieses Jahr
vertritt neuerdings mit großer Entschiedenheit Müller-Strübing a. a. O.
S. 84 Ε΄, wogegen Halbfaß S. 153 f. an 480—410 festhält.
EINLEITUNG. 5
in der von Platon unserem Dialoge eingefügten Rede des Prota-
goras wohl zu erkennen; aber durch sie blicken auch die Schwächen
seiner Kunst hindurch. Sie reicht nicht aus logisch genaue Be-
stimmungen zu geben und begriffliche Entwicklungen durchzu-
führen; ihr Gebiet ist die Darstellung des empirisch Gegebenen,
das Gebiet der Schilderung und Erzählung; auf dem Gebiete des
Ideellen vermag er nur zu räsonnieren, ohne innere Tiefe und
wahren Fortschritt des Gedankens.
Das Streben die Rede kunstmäßig zu beherrschen hatte den
Protagoras wie alle Sophisten früh zur Betrachtung der Sprache
angeregt. Er hat den ersten Grund zur Grammatik gelegt, da-
durch daß er zuerst Unterschiede der Rede und Wortformen er-
kannte. So unterschied er vier πυϑμένες λόγων fundamenta
dictionis: εὐχωλή (Wunsch), ἐρώτησις (Frage), ἀπόκρισις (Ant-
wort), &vroAn (Befehl). Ferner unterschied er schon die Tempora
des Verbums, und, was noch wichtiger war, die Genera des No-
mens. Aber Protagoras lernte in dieser Beziehung nicht nur von
der Sprache, sondern übte an ihr eine meisternde Kritik. So
tadelt er den Homer, daß er 1]. 1 2 οὐλομένην sage und nicht
οὐλόμενον, denn μῆνις müsse männlich gebraucht werden, weil
der Groll nicht dem weiblichen, sondern dem männlichen Ge-
schlechte angehöre. So wollte er vielfach willkürlich das Geschlecht
der Worte oder auch Formen nach willkürlich gedachten Analogien
ändern. Er schrieb eine Schrift: ὀρϑοέπεια, in welcher er
seine Grundsätze aufstellte und diese Art von Kritik zur Anwen-
dung brachte. Natürlich zog er dadurch auch den Spott seiner
Zeitgenossen, insbesondere der Komiker (Aristoph. Wolken 638 u
658 ff.) auf sich.
Diese sprachlichen Studien verfolgten, wie man sieht, einen
rhetorischen Zweck. Demselben diente weiter die Kritik, welche
Protagoras auch an den Dichtern übte.!) Weil nun diese Methode
für die Art der Tugendiehre des Protagoras bedeutsam war, hat
sie Platon in unserem Dialoge zur Darstellung gebracht, dagegen
die anderen grammatisch-rhetorischen Studien des Sophisten als
minder wichtig beiseite gelassen.
. Ebenso hat Platon auch die Meinung, welche Protagoras über
die Natur der Dinge und die menschliche Erkenntnis aufstellte,
hier nicht ausdrücklich berührt, sondern die wissenschaftliche Er-
örterung einem anderen Werke, dem Theaitetos, vorbehalten. Dort
wird der berühmte Satz des ‚Protagoras, “πάντων χρημάτων μέ-
τρον ἄνϑρωπος, τῶν μὲν ὄντων ὡς ᾿ἔστι, τῶν δ᾽ οὐκ ὄντων
1) Lächerlich war es, wenn er 2. B. den Homer tadelt, daß er singe
Dur ἄειδε Bea; denn Homer könne der Muse, einer Göttin, nichts
ehlen.
«ἢ
οῦ
6 EINLEITUNG.
ὡς οὐκ ἔστι᾽ als übereinstimmend mit den Lehren des Heraklei-
tos und Empedokles bezeichnet. Ob die von Platon angenommene
Übereinstimmung auf einem geschichtlichen Zusammenhange be-
ruht und welchen Sinn Protagoras selbst mit seinem Satze ver-
band, ob er sich den Menschen als Gattung oder als Einzelwesen
dachte, erscheint bei dem Mangel hinreichender Entscheidungs-
gründe zweifelhaft; ebenso, welche Geltung dieser Satz in seiner
Tugendiehre gewann. Aus Platons Theätet 161 C läßt sich schlie-
Ben, daß der Sophist in seinem Selbstgefühl seine Lehre geradezu
als ἀλήϑεια bezeichnete, worin der Scholiast in einer Bemerkung
zu der Stelle sogar den Namen der Schrift sieht.!). In der- oben?)
erwähnten Schrift über die Götter erklärte er, über die Götter
wisse er nicht, ob sie sind oder ob sie nicht sind. Die von
Aristoteles in der Rhetorik ‚u 25) dem Protagoras zugeschriebene
Ankündigung zu lehren τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιεῖν, war
nach Cicero (Brutus 8, 30) das gemeinsame Programm aller Lehrer
der Redekunst.
b) Prodikos?) stammte aus Iulis auf der Insel Keos, welche
durch die Sittenstrenge und Reinheit ihrer Bewohner in gutem
Rufe stand und auch durch die beiden Dichter Simonides und
Bakchylides, deren Heimat ebenfalls Iulis war, eine gewisse Be-
deutung in der Litteratur erlangt hatte. Nach Platons Andeutungen
war er ziemlich gleichaltrig mit Sokrates, also um 470 geboren.
Bei seinen Mitbürgern erwarb er sich frühzeitig Ansehen; sie
sandten ihn in politischen Angelegenheiten nach dem benachbarten
Athen, dem Keos unterworfen war. Hier erregte er zunächst durch
seine Rede in der βουλή Aufsehen; bald aber trat er als Lehrer
der Tugend oder der Tüchtigkeit die Angelegenheiten des Hauses
und Staates wohl zu verwalten auf. Den Unterricht, den er in
zusammenhängenden Vorträgen (ἐπιδείξεις) erteilte, ließ er sich
bezahlen (Apol. 19E); je nach dem Inhalte seiner Vorträge setzte
er verschiedene Preise an. Nach Krat. 384B nahm er für einige
fünfzig, für andere aber nur eine Drachme; jene gingen tiefer in
die Wissenschaft des Prodikos ein; diese waren für ein größeres
Publikum bestimmt. Unter seinen Zeitgenossen stand Prodikos in
hohem Ansehen; man achtete seinen Charakter und seine sittliche
1) Er schloß es vielleicht nur aus den Worten Platons, während
aus einer Stelle in der Schrift des Sextus Empiricus adversus mathe-
maticos entnommen wird, daß de Aufschrift Καταβάλλοντες lautete. S.
Wohlrabs Prolegg. ad Theät. p.
2) 8 4 g. Vgl. Plat. heit, 162D. Die Worte lauteten nach
Laört. Diog. IX 51: περὶ μὲν ϑεῶν οὐκ ἔχω εἰδέναι εἴθ᾽ ὡς εἰσὶν εἴϑ᾽
ὡς οὐκ εἰσίν᾽ πολλὰ γὰρ τὰ κωλύοντα εἰδέναι, ἥ τε ἀδηλότης καὶ βραχὺς
ὧν ὃ βίος τοῦ ἀνθρωπου.
3) Ihn würdigte zuerst Welcker in seiner beschtenswerten Abhand-
lung im Rheinischen Museum 1. Jahrg. 1882 (Heft 1 und 4).
EINLEITUNG. 7
Gesinnung und schätzte sein Streben und Wissen. Berühmte Män-
ner, Euripides, Theramenes, Damon (der Musiker), Isokrates, Anti-
sthenes sollen mit ihm in Verkehr gestanden sein, und Sokrates
selbst erzählt, wenn auch nicht ohne ironische Beimischung, daß
er ihn gehört habe, und nennt sich im Scherz einen Schüler
des Prodikos.'!) Er wies ihm aber sogar (Theät. 115 B) selbst
Jünglinge als Schüler zu, welche, der Sokratischen Dialektik nicht
zugänglich, praktische Lebensweisheit erlernen wollten. Sokrates
hiefl ihn daher jedenfalls nicht für gefährlich. Von dem Leben
des Prodikos wissen wir nichts näheres. Aus 315C u. 317 D
schließt man, daß er kränklich und wohl auch weichlich ge-
wesen sei. |
Seine Vorträge waren meist ethischen Inhaltes, aber ohne
philosophische Bedeutung; denn Prodikos ermangelte durchaus des
dialektischen Vermögens, um in der Gedankenentwicklung selb-
ständig sein zu können. Er besprach in anziehender Weise prak-
tische Lebensfragen, indem er seine Regeln an Beispielen und dem
Leben entlehnten Fällen veranschaulichte. Bekannt ist in dieser
Beziehung die einem größeren Werke Ὧραι angehörige Schrift über
Herakles, deren Inhalt Xenophon (Arouv. II 1, 21) wiedergiebt.
Wichtiger war sein Fünfzigdrachmen-Vortrag περὶ ὀνομάτων ὀρϑό-
τητος. Sein Absehen war darauf gerichtet, die richtige Bedeu-
tung der Wörter festzustellen und namentlich sinnverwandte Wörter
zu unterscheiden. Er gilt darum als der Begründer der Synonymik.
Sein Verfahren hielt sich allerdings nicht frei von Willkür und
Sprachmeisterei, wodurch er wohl auch die ganze Sache in den
Augen einsichtsvoller Männer lächerlich machte.
c) Hippias°?) aus Elis, Sohn des Diopeithes, war vielleicht
ziemlich gleichaltrig mit Prodikos. In seiner Vaterstadt besaß er
politischen Einfluß; als Gesandter des Staates tritt er öfter auf,
namentlich in Sparta. Aber auch lediglich in eigenem Interesse
durchzog er die hellenischen Städte, hielt epideiktische Vorträge
und erteilte gegen gute Bezahlung Unterricht. In Olympia trat
er mehrmals auf; in Athen war er einigemal; in Sicilien rühmte
er sich trotz des gleichzeitigen Auftretens des Protagoras hundert
und fünfzig Minen verdient zu haben. Allgemeine Bildung wollte
auch er darstellen und verbreiten, aber durch Mitteilung einer
Masse von besonderen Kenntnissen und Fertigkeiten. Er selbst
war Sophist, Rhetor und Dichter zugleich; durch Vorträge der
1) Prot. 841 A. Charm. 168 Ὁ. Krat. 384B. Menon. 96D. Theät.
151B. Symp. 177B. Xen. Mem. II, 1, 21.
2) 8. Plat. Kratyl. 384 B. Dort wird der πεντηκοντάδραγμος ἐπί-
δειξις die δραχμιαέα, welche 8. gehört zu haben erklärt, vielleicht die
über den Herakles, entgegengestellt.
. 8) Vgl. über ihn J. Maehly Rhein. Museum XV, 4 (1860) 514—5385.
und ΧΥ͂Ι, 1 (1861) 38—50.
D
μὰ
0
8 EINLEITUNG.
verschiedensten Art, insbesondere aber durch Entfaltung einer stau-
nenswerten Gelehrsamkeit suchte er zu prunken. Er sprach und
lehrte über alles; auf alle Fragen aus jedem Wissensgebiete er-
klärte er antworten zu können. Insbesondere aber trieb und lehrte
er Mathematik, Naturwissenschaften, Astronomie, Archäologie, Musik,
Rhythmik und Elementargrammatik. Das Wesen und die Bedeu-
tung der einzelnen Sprachlaute scheint er zuerst erforscht zu
haben. Er verachtete aber auch das Geringste nicht; mit allen
Handwerken war er bekannt; ja er verstand sich auf die Üflung
der meisten. Je mehr Kenntnisse und Fertigkeiten, meinte er, um
so gebildeter der Mensch! Daher hat es auch nichts unwahrschein-
liches, wenn berichtet wird, er sei in einem möglichst prächtigen,
von dem Siegelring bis zu den Schuhen von ihm selbst verfertig-
ten Anzuge zu Olympia aufgetreten. Auf Schönheit der äußeren
Erscheinung hielt er sehr viel; er war der eitelste und anmaßendste
unter den Sophisten, was freilich viel sagen will. Selbstlob war
ihm sehr geläufig. Mit seinen Kenntnissen und seiner Belesenheit
zu. prunken fiel ihm insbesondere darum leicht, weil er ein außer-
ordentlich gutes Gedächtnis besaß. Fünfzig Namen, die er nur
einmal gehört habe, rühmt er sich genau wieder hersagen zu kön-
nen. So ist er der erste Vertreter jener Polyhistorie, die besonders
in Übergangszeiten, im Anfang und im Verfall echter Wissenschaft-
lichkeit, vorzukommen pflegt. Der Stil seiner Vorträge war durch
Figuren, bildliche Redensarten und Häufung von Synonymen sehr
. überladen und schwälstig.
11
12
Gemeinsam ist hiernach diesen drei Haupivertretern der
Sophistik das angebliche Ziel, Tugend in dem Sinne von prak-
tischer Tüchtigkeit lehren zu wollen, verschieden die Art, in wel-
cher sie ihm zustreben. Das größte Ansehen erwarb sich Prota-
goras, dem in dem vorliegenden Gespräche die Hauptrolle zufällt.
III. Zweck und Grundgedanke des Dialoges.!)
Die Sophistik ist nicht in Athen entstanden; aber aus allen
Teilen Griechenlands, in denen gleichzeitig unter verschiedenen
Formen dieselbe geistige Richtung und Stimmung obsiegte, strömten
die Sophisten nach Athen, das sie als Fremde (ξένον) gastlich
empfängt. In Athen hofften sie die gebildetsten Männer in großer
Zahl, den regsten Sinn für Bildung in der Jugend und somit den
ergiebigsten Boden für ihre Kunst und die reichste Ernte an Geld
1) Vgl. Meinardus: „Wie ist Platos Protagoras aufzufassen ?“ Olden-
burg 1865. Bonitz: „Zur Erklärung des Dialogs Protagoras. Platonische
Studien, 2. Aufl. Berlin 1875. B. v. Kleist: Die methodologische Be-
deutung des platonischen Dialogs Protagoras. Philologus 39, 1.
EINLEITUNG. 9°
und Ruhm zu finden. Darin täuschten sie sich nicht; aber in
Athen fanden sie in Wahrheit auch den mächtigsten, oder vielmehr
hier allein fanden sie Widerstand von innerer Bedeutung. Denn
in Athen war noch die meiste geistige Kraft und das meiste sitt-
liche Bewußtsein vorhanden. Hier war in Sokrates ein Mann
herangewachsen, welcher mit klarem Blicke die Schwächen, Mängel
und Gefahren der sophistischen Lehren erkannte und mit der
Kraft seiner Persönlichkeit den Kampf gegen sie aufzunehmen sich
berufen fühlte. Durch selbständiges Forschen hatte er gefunden,
daß es wirklich etwas festes, sich gleichbleibendes, gebe, das
jenseits der Erscheinungen und über dem Gebiete der Vorstellung
liege: das Wesen der Sache und der Begriff. Jenes in diesem
zu fassen war das Ziel seines Denkens, und es in gemeinsamer
Prüfung mit anderen zu bestimmen die Aufgabe seiner dialektischen
Methode. Für besonders wichtig aber hielt er die klare Erkennt-
nis ethischer Begriffe, weil darauf das Handeln, das Wohl und
Wehe des einzelnen wie des Staates beruhe. Die Tugendlehre
der Sophisten, die mit so vieler Anmaßung auftrat, unterwarf er
daher natürlich auch einer gründlichen Prüfung und Beurteilung.
So ward Sokrates im Leben durch mündlichen Verkehr der Haupt-
gegner der Sophisten; auf litterarischem Gebiete, in Schriftwerken
wurde es noch eindringlicher und vielseitiger sein großer Schüler
Platon. Die Schriftwerke Platons sind aber ihrem Wesen nach
philosophische Kunstwerke, die in der dramatischen Form zugleich
das innere Gesetz der Darstellung enthalten. Der Inhalt entwickelt
sich also in Gesprächen, deren Träger Personen sind. Diese in
lebendiger Anschaulichkeit darzustellen ist die nächste Aufgabe des
philosophischen Künstlers. Er will uns Personen. mit Fleisch und
Blut, mit Charakter und Empfindung (ἦϑος καὶ πάϑος) vor Augen
führen, die ihre Gedanken (διάνοια) zum Ausdruck bringen und
dadurch eine dialektische Handlung (πρᾶξις) mit Verwicklung und
Lösung (πλοκὴ καὶ λύσις) herbeiführen.
Ein solches Kunstwerk ist nun im vollsten Maße der Dialog
Protagoras. Mit der größten Anschaulichkeit, die sich bis auf
die Schilderung der äußeren Erscheinung erstreckt, stellen sich
Haupt- und Nebenpersonen dar. Zwei Personen sind die eigent-
lichen Träger der Handlung, zugleich Vertreter zweier Bestrebungen
oder Richtungen, der sophistischen und philosophischen, von denen
die eine damals das ganze geistige Leben der Hellenen beherrschte,
indem ihre Vertreter sich als Meister und Lehrer jeglicher Bildung
ausgaben, die andere sich nur im Kampfe mit dieser geltend
machen konnte. Zu einem solchen dialektischen Kampf gestaltet
sich also auch das Gespräch des Sokrates mit Protagoras. Der
Inhalt des Gespräches ergiebt sich aus dem Wesen der Personen.
Protagoras tritt als Lehrer der Tugend auf, behauptet also die
er
3
14
15 -
10 EINLEITUNG.
Lehrbarkeit der Tugend, nicht aber, weil er ihr Wesen als solches
erkannt hat, sondern nur, weil es seinem äußeren Zwecke dient.
Darum sind auch die Beweise, die er beibringt, nur äußerlich.
Sokrates bekämpft die Behauptung des Protagoras, nicht, weil seine
Ansicht von dem Wesen der Tugend ihr widerspricht, sondern
vielmehr, um den Widerspruch, der zwischen der Ansicht oder
Einsicht und der Absicht oder Behauptung des Sophisten besteht,
zur klaren Anschauung zu bringen. Dies ist der Grundgedanke,
der den ganzen Dialog beherrscht und erst am Schlusse zum ent-
schiedenen Ausdruck kommt. Selbstverständlich dabei ist, daß mit
dem Inhalt der beiderseitigen Behauptungen auch die Methode der
Beweisführung zur Darstellung kommt. Der Sophist — und Pro-
tagoras als der bedeutendste vertritt das ganze Sophistentum —
erhebt sich nicht über die rhetorische Behandlung, zur dialektischen
Erörterung ist er unfähig; die Leitung dieser fällt also dem Philo-
sophen Sokrates zu. Die dialektische Erörterung gelangt aber in
dem vielverschlungenen Gange des Gespräches, das bei allen Unter-
brechungen und scheinbaren Abschweifungen den Hauptfaden nicht
verliert, zu dem Ergebnis, daß alle Tugenden, so verschieden sie
auch in ihrer Erscheinung sein mögen, ihre Einheit darin besitzen,
daß sie auf Verstand (ἐπιστήμη) beruhen, und daß in dieser ge-
meinsamen Eigenschaft aller Tugenden auch ihre Lehrbarkeit be-
steht.
IV. Kunstform, Scenerie und Gliederung des Dialoges.
Der Dialog ist seiner Kunstform nach diegematisch,!) d. ἢ. das
dargestellte Gespräch wird erzählt. Diese Form, obwohl sie einige
Unbequemlichkeit der Darstellung mit sich bringt, worüber der
Schriftsteller sich selbst im Theätet?) ausspricht, bietet andererseits
auch große Vorteile für die mimisch-dramatische Behandlung und
tritt auch als schriftstellerisches Erzeugnis in der anspruchlosesten
Weise vor den Leser.
Der Erzählung ‚voran geht ein Vorgespräch, das, da ihm
kein Nachgespräch entspricht, nicht einer Einrahmung zu verglei-
chen ist, sondern etwa der Vorhalle eines Gebäudes, dem 314C
erwähnten πρόϑυρον, das uns die dort befindlichen Personen noch
außerhalb des Hauses erscheinen läßt, aber den Eingang in das
Innere künstlerisch vermittelt. So gewinnt auch hier die Erzählung
der folgenden Gespräche einen äußeren Haltpunkt.
1) 8. I. Einl. 8. 52.
2) 1480: ἔνα οὖν ἐν τῇ γραφῇ μὴ παρέχοιεν πράγματα αἴ μεταξὺ
τῶν λόγων διηγήσεις περὶ αὐτοῦ ὁπότε λέγοι ὁ Σωκράτης, οἷον καὶ ἐγὼ
ἔφην ἣ καὶ ἐγὼ εἶπον, ἢ αὖ περὶ τοῦ ἀποκρινομένου ὅτι συνέφη ἢ οὐχ
ὡμολόγει, τούτων ἕνεκα ὡς αὐτὸν αὐτοῖς διαλεγόμενον ἔγραψα ἐξελὼν
τὰ τοιαῦτα.
EINLEITUNG. 11
Die Personen des Vorgesprächs sind Sokrates und ein
ungenannter Freund nebst einigen anderen ungenannten Personen.
Der Ort der zufälligen Begegnung ist ein öffentlicher, sonst nicht
näher bezeichneter. Die Zeit fällt unmittelbar nach dem Schlusse
des erzählten Gespräches, von dem Sokrates eben herkommt.
Die Erzählung besteht aus einer Einleitung und dem Haupt-
gespräch. Die Einleitung versetzt uns zunächst in das Haus des
Sokrates, wohin am frühesten Morgen der junge wißbegierige
_ Hippokrates kommt, über dessen persönliche Verhältnisse 310AB
Auskunft gegeben wird; führt uns dann mit diesen beiden zu der
Herberge der Sophisten, wo nach vorläufiger Begrüßung des Pro-
tagoras dieser sich als Meister und Lehrer der Weisheit ausdrück-
lich bekennt. Das Hauptgespräch zeigt eine reiche Scenerie,
welche nach drei Gesichtspunkten, Personen, Ort und Zeit der dar-
gestellten Handlung zu betrachten ist.
a) Personen.
Die Hauptpersonen sind Protagoras und Sokrates. Um
ersteren, der schon ein zahlreiches Gefolge (315A) mitgebracht
hat, und um die beiden anderen ebenfalls anwesenden Sophisten,
Hippias und Prodikos, sammelt sich eine auserlesene Gesellschaft
' aus der vornehmen, gebildeten Welt Athens. Der Wirt selbst,
Kallias, gehört einem alten priesterlichen Geschlechte der Κή-
ρυχες an, das seinen Ursprung bis in die mythische Zeit, bis
auf Triptolemos, zurückführt. -Der Name dieses Geschlechtes deutet
auf das Amt des Heroldes bei dem eleusinischen Mysteriendienst,
_ welches in ihm erblich war. In der Familie insbesondere, welcher
Kallias angehörte, war noch außerdem das Amt des Fackelträgers
bei der eleusinischen Festfeier erblich.) Natürlich gab diese re-
Äigiöse Weihe der Familie schon früh ein nicht unbedeutendes
Ansehen im Staate und verschaffte ihr den Zutritt zu den höchsten
Amtern. Dazu kam die Würde der Proxenie, die ihr von Lake-
daimon zuteil wurde,?) eine Würde, die, unseren Konsulaten ver-
gleichbar, die ehrende Verpflichtung einschloß, Bürgern des frem-
den Staates in dem eigenen vor Gericht Beistand zu leisten.
_ ngeheurer (aber freilich von den Vorfahren nicht auf ganz ehren-
hafte Weise erworbener) Reichtum vermehrte noch den Glanz des
Hauses. Glieder der Familie übernahmen oft Gesandtschaften ins.
Ausland; denn die Athener wählten zu diesem Zwecke gern schöne
und reiche Leute. Der Vater unseres Kallias aber, Hipponikos II,
beschäftigte allein 600 Sklaven in Bergwerken. Im Jahre 426
1) Xenoph. Hellen. VI 8, 3: Καλλέας o dadovgos.
2) ebendas. 4 rühmt Kallias selbst vor den Lakedaimoniern: τὴν μὲν
προξενίαν ὑμῶν οὐκ ἐγὼ μόνος;, ἀλλὰ καὶ πατρὸς πατὴρ πατρῴαν ἔχων
παρεδίδου τῷ γένει.
16
12 EINLEITUNG.
war er Feldherr (mit Nikias und Eurymedon zugleich) und siegte
in dem Gefechte bei Tanagra in Böotien (Thuc. II, 91). Zwei
Jahre später, 424, fiel er!) in der Athen ungünstigen Schlacht bei
Delion (Andoc. contr. Alcib. $ 13). Er wird als ein Mann von
altathenischer Gesinnung und sparsamer Haushalter geschildert.
Geizig war er nicht; baute er doch das für athenische Verhältnisse
prächtige Haus, in welchem unser Gespräch stattfindet; aber er
hielt gute Ordnung im Hause und verschwendete nichts. Seine
Vorratskammer war wohlgefüllt. Mit seinem Tode änderte sich
alles. Schon 421 wurde die durch Kallias eingeführte Umwandlung
für den Komiker Eupolis ein Gegenstand des Spottes in dessen
Κόλακες. Kallias war nämlich ein Freund der Sophisten. Vgl.
Apol. 20A: ἔτυχον γὰρ προσελθὼν ἀνδρὶ ὃς τετέλεκε χρήματα
σοφισταῖς πλείω ἢ ξύμπαντες ol ἄλλοι, Καλλίᾳ τῷ Ἱππονίκου.
Vgl. Krat. 8916, Xen. Symp. 1,ὅ. Nicht bloß die Häupter der
Sophistik nahm er in sein Haus auf, sondern ganze Scharen frem-
der Eindringlinge, die in ihrem Gefolge kamen. Alle bewirtete
er aufs freigebigste. Natürlich fehlte es auch an einheimischen
Schmarotzern nicht (Xen. Symp. I, 11ff.). Das Motiv für diese
Freigebigkeit war aber bei Kallias keineswegs das echte Streben,
mit seinen Mitteln geistigen Zwecken zu dienen, sondern persön-
liche Eitelkeit. Unselbständig und ohne geistige Bedeutung, glaubte
er sich und seinem Hause einen neuen Glanz zu erwerben, wenn
er diejenigen ehrte, welche die öffentliche Meinung als die „Weisen“
bezeichnete.?) Trotz dieser Sucht nach Großthun und Verschwen-
dung dauerte es eine geraume Zeit, bis das große Vermögen gänz-
lich vergeudet war. Wenigstens erwarb ihm das Ansehen des
Hauses noch 393 eine Feldherrnstelle (Xen. Hell. IV, 5, 13) neben
Iphikrates?) und noch 371 finden wir ihn als Gesandten in Sparta.
1) Diese Angabe, welche zwar auch Grote (Kap. 55. B. 4. S. 26 der
ἃ, Ü.) ohne Mißßtrauen aufnimmt, erweckt doch gerechtes Bedenken,
sowohl wegen der angezweifelten Echtheit der Rede, als auch an sich,
weil das dem Namen Ἱππονίκου beigefügte στρατηγοῦντος der Erzählung
des Thukydides (ΕΥ̓ 89—101) widerspricht. Ob nun der fragliche Beisatz
von späterer Hand stammt, etwa durch eine täuschende Erinnerung an
Thuk. ΠῚ 91 an die Hand gegeben, oder ob der Verfasser der Rede selbst
sich der Verwechslung schuldig gemacht hat, ist wohl schwer zu ent-
scheiden. Übrigens kann Hipponikos immerhin in der Schlacht gefallen
sein oder er ist um diese Zeit gestorben, wie aus der Angabe des Athe-
näus über die Aufführung der Κόλακες des Eupolis entnommen wird.
2) Xenoph. Hell. VI, 8, 3: ἦν δὲ οὗτος οἷος μηδὲν ἧττον ἤδεσθαι
ὑφ᾽ αὑτοῦ ἢ ὑπ᾽ ἄλλου ἐπαινούμενος. Xenoph. Symp. I, 6: νῦν δέ, ἐὰν
παρ᾽ ἐμοὶ ἦτε, ἐπιδείξω ὑμῖν ἐμαυτὸν πάνυ πολλῆς σπουδῆς ἄξιον ὄντα.
Die erwähnte Schrift von Xenophon, dessen Συμπόσιον, schildert ein
Gastmahl, welches Kallias in seinem Hause im Peiraieus zu Ehren eines
Lieblings anstellte, der im Pankration gesiegt hatte.
3) Dieser gab ihm statt seines Ehrennamens δαδοῦχος den Spott-
namen μητραγύρτης, Bettelpriester. Arist. Rhet. III 2. (111, 20. Sp.)
EINLEITUNG. 13
Er starb aber — wann ist ungewiß — in großer Dürftigkeit.
Mit dem Hause des Perikles war Kallias nah verwandt. Seine
Mutter hatte sich von Hipponikos getrennt und mit Perikles ver-
mählt; die Schwester des Kallias, Hipparete, heiratete Alkibiades.
Platon hatte hiernach einen in der Wirklichkeit gegebenen Anlaß, das
Haus des Kallias als Sophistenherberge darzustellen. Ob freilich einmal
die drei Häupter der Sophistik zu gleicher Zeit dort versammelt waren,
bleibt dahin gestellt. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen; das
Treiben im Hause, das einem alten Diener, wie es scheint, keinen
guten Ausgang ahnen läßt (314C), ist gewiß treu geschildert.
Neben Kallias erscheinen in Gesellschaft des Protagoras seine
beiden Halbbrüder, die Söhne des Perikles, Xanthippos und
Paralos. Beide waren ohne besondere Begabung, Xanthippos
sogar mißraten. Mit seinem Vater lebte derselbe in Zwiespalt, weil
ihm dieser das Geld für seine Verschwendung nicht geben wollte.?)
Beide starben an der Pest 429. Xanthippos stand im zweiund-
zwanzigsten Lebensjahre. Ferner war zugegen Gharmides, der
Oheim Plätons (Bruder von Platons Mutter Periktione) und Vetter
des Kritias. Die Väter beider, Glaukon und Kallaischros, waren
Brüder. Charmides war noch jung, ein Mündel des Kritias, der
auch ‘auf seine politische Gesinnung großen Einfluß ausübte. Er
wird als ein sehr bescheidener Jüngling gerühmt; nach ihm hat
daher auch Platon seinen Dialog über die σωφροσύνη benannt.
Von politischer Thätigkeit hielt er sich fern, weil es ihm an Ehr-
geiz fehlte, bis ihn Kritias während der Herrschaft der Dreißig zu
einem der zehn Vorsteher im Peiraieus machte. Zugleich mit
Kritias fiel er in der Schlacht gegen das Heer Thrasybuls.. Einem
altberühmten Geschlechte gehört auch Philippides an, der Sohn
des Philomelos aus dem Demos Paiania. Alle diese Genannten
scharen sich um Protagoras; sie alle erstreben vorzugsweise Aus-
bildung für staatsmännische Wirksamkeit. Von den Fremden in
seiner Begleitung wird nur Antimoiros aus Mende genannt.
Hippias dagegen zog diejenigen an, welche nach Aufklärung
über einzelne wissenschaftliche Fragen begierig waren. Voran
steht Eryximachos, der Sohn des Akumenos, wie sein Vater ein
angesehener Arzt, außerdem ein Mann von vielseitiger Bildung und
regem Interesse. Im Symposion gehört er ebenfalls zu den Teil-
nehmern und hält eine geistreiche Lobrede auf den Eros. An ihn
schließt sich Phaidros, der Sohn des Pythokles, aus dem myr-
rhinusischen Demos. Er stand in sehr freundschaftlichem Ver-
hältnis zu Eryximachos. Er war genußsüchtig, wie überhaupt, so
auch in geistigen Dingen; ferner wißbegierig, angenehmer ÜUnter-
haltung Freund, besonders begeistert für schönklingende, poetisch
1) Plut. Pericl. 86.
26
21
22
14 EINLEITUNG.
gefärbte Reden — aber ohne tieferes Urteil. So hat ihn Platon in
dem nach ihm benannten Dialoge und in dem Symposion, wo er
ebenfalls eine Rede hält, gezeichnet. Andron, des Androtion Sohn,
ist nur noch aus Gorg. 487C bekannt; er beschäftigte sich mit
Philosophie, aber nur soweit es zur allgemeinen Bildung förderlich
sei, nicht bis ins kleine und einzelne. |
Zu den Zuhörern des Prodikos gehörte Pausanias aus dem
Demos Κεραμεῖς (Töpfer), ein feingebildeter Mann, der auch im
Symposion 176A ff. mit einer Rede auftritt. Sein Liebling war
Agathon; daher finden wir ihn auch hier mit diesem vereinigt.
Agathon war der Sohn des Tisamenos, eines reichen Atheners,
geb. um 448,2) noch ein angehender Jüngling, dessen Schönheit
und liebenswürdiges Wesen gerühmt wird. Er bildete sich zum
tragischen Dichter aus und siegte zuerst 417 v. Chr. Den Sieg
feierte er durch ein Gastmahl, welches für Platon Anlaß zu dem
mehrerwähnten Dialoge „Symposion“ wurde. Er brachte mit Er-
folg ganz erdichtete Stoffe auf die Bühne.?) Von dem Könige Ar-
chelaos an dessen Hof berufen, ging er nach Makedonien; hier
starb er 401 v. Chr. Von Prodikos hofft, so scheint es, Agathon
im Interesse seines dichterischen Berufes Belehrung über den Ge-
brauch der Worte. Unter den beiden Adeimantos ist der Sohn
des Kepis unbekannt: der Sohn des Leukolophides ist derselbe,
welcher in dem Ruf stand, als Feldherr bei Agospotamoi an der
athenischen Flotte zum Verräter geworden zu sein. Xen. Hell. I, 4,
21; I, 1, 32. Lysias XIV 8 38.
In diese glänzende und zahlreiche Versammlung tritt Sokrates
mit Hippokrates. Nach Sokrates treten noch die beiden politischen
Antipoden Alkibiades und Kritias ein. Alkibiades war etwa
451 v. Chr. geboren. Sein Vater war Kleinias, welcher 447 in
der Schlacht bei Koronea fiel. Nach dessen Tode übernahm Peri-
kles die Vormundschaft über seine beiden Söhne, den älteren Alki-
biades und den jüngeren Kleinias. Auf ihre Denk- und Lebens-
art gewann er jedoch keinen Einfluß. Mündig wurde Alkibiades
433 v. Chr. Nach Beendigung des zweijährigen Kriegsdienstes als
περίπολος machte er seinen ersten Feldzug vor Potidaia an der
Seite des Sokrates mit (432—430). Mit diesem war er bereits
vorher näher befreundet und persönlich für ihn begeistert; Symp.
219E: ταῦτά τε γάρ μοι ἅπαντα προὐγεγόνει, καὶ μετὰ ταῦτα
στρατεία ἡμῖν εἰς Ποτίδαιαν ἐγένετο κοινὴ καὶ συνεσιτοῦμεν
ἐκεῖ. Seine Gesinnung für diesen spricht sich überall unumwunden
aus. Gegenüber Kallias, der sich allzusehr dem Protagoras unter-
1) Ritschl de Agathonis bragiei aetate p. 17 (Opuse. I. p. 428 sq.)
2) Aristot. Poet. Kap. 9. ἐν ἐν
ίαις (τραγῳδίαις οὐδ᾽ ἕν (τῶν γνωρίμων
ἐστὶν ὀνομάτων) οἷον ἐν τῷ ᾿άγάϑωνος ἄνθει" ὁμοίως γὰρ ἐν τούτῳ τά τε
πράγματα καὶ τὰ ὀνόματα πεποίηται, καὶ οὐδὲν NTrov εὐφραίνει.
EINLEITUNG. 15
ordnet, tritt er, der nächste Verwandte des Kallias, um so ent-
schiedener für Sokrates ein. Vgl. 309B, 336B, 347B, 348C.
Kritias, einige Jahre älter als Alkibiades, hatte zwar auch mit
Sokrates verkehrt, aber ohne ihm innerlich nahe zu stehen. Sein
Wesen war egoistisch, vornehm zurückhaltend. Er trat selbst als
_ Philosoph, Redner, Dichter ‘und endlich alg Staatsmann, als Haupt
. der Dreißig auf.
b) Ort.
Zur Bezeichnung des Ortes, an welchem wir uns das Gespräch
gehalten zu denken haben, steht in einiger Beziehung, was oben
von der Person des Kallias bemerkt worden ist. Denn dessen
Haus ist die Herberge der genannten Sophisten, die zuerst in ver-
schiedenen näher bezeichneten Räumlichkeiten ihrer Lehrthätigkeit
‚ obliegen, dann auf Antrieb des Sokrates zu einer gemeinsamen
Sitzung, einem ovveögıom in einer der Säulenhallen des
inneren Hofes sich versammeln. Hier entwickelt sich die Haupt-
handlung des erzählten philosophischen Gespräches.
6) Zeit.!)
Weniger leicht und sicher, als der Ort, ist die Zeit zu er-
kennen, in welche uns der Schriftsteller durch die dargestellte
Handlung versetzen will. Denn den Andeutungen, welche für 432
sprechen, stehen andere gegenüber, die auf eine spätere Zeit hin-
weisen. Unter den ersteren macht sich vor allen der Umstand
geltend, daß die beiden ebenbürtigen Söhne des Perikles als an-
wesende Personen aufgeführt und Perikles selbst 391E f. als
lebend dargestellt wird; alle drei starben im Jahre 429. Da nun
die geschilderte Situation der Art ist, daß sie sich nicht wohl mit
den Drangsalen der ersten Kriegsjahre verträgt, so müßte man also
jedenfalls noch auf die Zeit vor dem Ausbruch des Krieges zurück-
gehen. Mit dieser Annahme stimmen auch andere Andeutungen
wohl überein, z. B. daß Sokrates an mehreren Stellen als jüngerer
Mann dargestellt wir. Nimmt man auch das früheste .Geburts-
jahr?) für ihn an, so war er um 432 doch höchstens vierzig Jahr
alt und kann also immerhin sowohl an sich als auch insbesondere
dem Protagoras gegenüber, als junger Mann bezeichnet werden.
Dieser war etwa fünfzehn Jahre älter als Sokrates, damals also
jedenfalls in den fünfzig, und hat daher wohl das "Recht, wenn
man namentlich die besondere Absicht der Äußerung 81ἴ6 ins
Auge faßt, sich als älteren Mann zu geben und den Anwesenden
) Vgl darüber insbesondere Kroschel De temporibus rerum, quae
in Platontn Protagora habentur, constituendis commentatio. Erfurt 1859.
Prolegomena ad Protagoram S. 26 ff.
2) Vgl. oben $4 und I. B. Einl. $ 17 (8. 11 A. 1...
23
Qu
16 EINLEITUNG.
gegenüber mit einem gewissen väterlichen Ansehen zu umkleiden.
Ebenso angemessen kann Alkibiades, wenn er, wie wahrschein-
lich, 451 geboren ist, 432 mit Anspielung auf den Homerischen
Hermes als πρῶτον ὑπηνήτης bezeichnet werden, wie dies im
Eingang geschieht, und nicht minder passend Agathon 315D ein
νέον τι ἔτι μειράκιον genannt werden; wenn er, wie angenommen
wird,!) 448 geboren ist. Auf andere Bestimmungen, die sich eben-
falls mit dieser Annahme gut vertragen, dagegen mit einer späteren
Zeit nicht wohl in Übereinstimmung zu bringen sind, wie die Er-
wähnung des Pheidias und Polykleitos als lebender, von denen er-
sterer Ol. 87, 1?) = 432/1 im Gefängnis starb, ferner des Krison,
der 335E als berühmter Schnellläufer angeführt wird und schon
448 das erste Mal zu Olympia siegte, ist weniger Gewicht zu legen,
da sie für die Scenerie von geringerer Bedeutung sind. Gleich-
wohl aber können sie als Gegengewicht gegen andere Momente von
gleichartiger Bedeutung in Anschlag gebracht werden. Unter diesen
spielt die Erwähnung der γριοι des Pherekrates (327D) als
eines im vorhergehenden Jahre aufgeführten Stückes, das nach
glaubwürdiger Überlieferung 420 zur Aufführung kam, die wich-
tigste Rolle. Bedenkt man aber, daß die Abfassung des Dialoges,
selbst wenn sie noch in die Lebenszeit des Sokrates fiel, doch
etwa zwanzig Jahre später gesetzt werden kann, so verliert die
einem bestimmten Zweck dienende Erwähnung ganz den Charakter
eines störenden Anachronismus. Etwas mehr Gewicht, weil un-
mittelbar zur Situation gehörig, hat der Umstand, daß Kallias als
selbständiger Herr des Hauses erscheint, was freilich den Tod des
Vaters, der 424 erfolgte?) nicht unbedingt voraussetzt. Doch selbst
wenn dieser angenommen werden müßte, würde der Anachronismus
dem späteren Leser nicht fühlbar werden. Noch weniger Beweis-
kraft haben einige andere Gründe, die ebenfalls angeführt werden,
wie die Erwähnung des Zeuxippos und der Lakonentümelei (s. d.
Bem. zu 318C und 342B), und können in keinem Fall das Ge
wicht der beiden anderen Gründe verstärken, die gegen 432
‘sprechen. Dieses Jahr oder 433 (Zeller) wird daher ziemlich all-
gemein als dasjenige angesehen, auf welches die dargestellte Si-
tuation am besten paßt.
Das Gespräch selbst gliedert sich in drei Hauptteile.
Der erste beginnt mit der vor der Versammlung aller im
Hause des Kallias anwesenden an Protagoras gerichteten Frage nach
der Wirkung seines Unterrichtes, welche dieser mit schrittweise zu-
nehmender Genauigkeit in die Bildung zur bürgerlichen Tugend
(πολιτικὴ τέχνη oder ἀρετή) setzt. Die gegen die Lehrbarkeit
1) Vgl. 8.14 N. 1.
2) Vgl. Sintenis zu Plut. Per. 1.
3) Vgl. 8. 12 mit N. 1.
EINLEITUNG. 17
dieser von Sokrates erhobenen Zweifel sucht Protagoras durch eine
erdichtete Erzählung und daran geknüpfte Erörterung (μῦϑος καὶ
λόγος) zu widerlegen, deren Eindruck. Sokrates mit ironischer
Übertreibung bezaubernd!) nennt. Doch bleibt ihm noch ein Be-
denken, nämlich, wie sich die im Verlauf der Rede genannten
Tugenden zu der Tugend selbst verhalten, ob sie verschiedene
Teile der einen Tugend sind oder nur verschiedene Namen für
dieselbe Sache. |
Mit der Erörterung dieser Frage beginnt der zweite Haupt-
teil, in dem sich der eigentliche dialektische Knoten schürzt.
Protagoras erkennt fünf einzelne Tugenden an und will dieselben
als Teile der einen Tugend, die sich wie die Teile des Gesichtes
unter einander und von dem Ganzen unterscheiden, betrachtet
wissen, wird aber durch die Fragen des Sokrates so in die Enge
getrieben, daß er sich der Austragung des Gespräches durch eine
weitläufige Erörterung über die Relativität des Guten zu entziehen
sucht. Da nun Sokrates so weitläufigen Reden nicht folgen zu
können erklärt und Protagoras nicht geneigt ist, sich zu kurzen
Antworten zu verstehen, so bedarf es der Vermittlung des Kallias
und anderer, beide zur Fortführung des Gespräches zu vermögen,
wobei Protogoras die Rolle des Fragenden übernimmt und ein Ge-
dicht des Simonides der weiteren Erörterung zu Grunde legt. Die
Widersprüche, welche Protagoras in dem Gedichte findet, weiß
Sokrates teils durch einige scherzhafte Vorbemerkungen, bei denen
er die Kunst des Prodikos mit hereinzieht, teils durch eine aus-
führliche Erklärung des Gedichtes nach Absicht und Inhalt zu ent-
kräften, welche letztere zugleich einige zur Sache gehörige Wahr-
heiten zu Tage fördert, daß gut zu werden schwer, aber möglich
ist, gut zu sein dagegen nur Gott zukommt; daß das größte Un-
glück, welches dem Menschen begegnen kann, unverständig. zu
werden (den Verstand zu verlieren: ἐπιστήμης στερηϑῆναι 345B)
ist; endlich, daß niemand freiwillig Schlechtes thut. Diese Stelle
zeigt besonders deutlich die ironische Absicht, durch welche So-
krates zu erkennen giebt, daß auf diesem Wege der Gedichterklärung,
die an ein artiges Gedicht Goethes erinnert, alles aus allem gemacht
werden kann.”) Belobt über seine Leistung schlägt Sokrates je-
1) Besonders anziehend ist die Darlegung über die damalige Er-
ziehung 3250—326E, die ihren bleibenden Wert für unsere geschicht-
liche Kenntnis in diesem Bereiche hat. Vgl. Schömann I S. 504. Her-
mann, Privataltert. $ 34 d. 2. Aufl. Ob und inwieweit freilich die Aus-
führung dem Protagoras in Wirklichkeit angehört, oder vielmehr von
dem Schriftsteller ihm. nur nach künstlerischen Motiven in den Mund
gelegt wird, bleibt dahingestellt. — Über die Rede des Protagoras
handelt das Programm des k. k. Staatsgymnasiums in Teschen f. 1872/78
von Franz Schmied. |
2) Vgl. die Bemerkung zu 345D und Bonitz S. 245.
Platons ausgew. Dialoge, IV. . 2
27
28
18 EINLEITUNG.
doch vor, von den Dichtern abzusehen und zur Hinausführung der
abgebrochenen Untersuchung zurückzukehren, gleich bereit die Rolle
des Fragenden oder des Antwortenden zu übernehmen. Nach
einigem Zögern überträgt Protagoras dem Sokrates die Rolle des
Fragenden, das heißt die Leitung des Gespräches,.
Damit beginnt nun der dritte Hauptteil, dem die Lösung
des Knotens zufälll. Sokrates geht auf die früher gestellte Frage
nach dem Verbältnisse der einzelnen Tugenden unter einander und
zur Tugend überhaupt zurück. Protagoras erklärt sich nun dahin,
daß die fünf Tugenden Teile der Tugend seien, von denen vier
einander ziemlich nahe kämen, eine aber, die Tapferkeit, sich von
den anderen zusammen stark unterscheide. Sokrates sucht nun von
Protagoras diejenigen Zugeständnisse zu erlangen, die ihm als Prä-
missen dienen könnten zu dem Schlusse, daß die Weisheit not-
wendig zur Tapferkeit gehört.) Da nun die Richtigkeit dieses
Schlusses, die wenigstens nicht klar gestellt ist, von Protagoras an-
gefochten und die Unrichtigkeit durch einen von ihm nachgebildeten
Paralogismus,?) bei welchem aber — absichtlich oder unabsichtlich
— ein Moment in der Beweisführung des Sokrates übersehen wird,
dargethan werden soll, so übernimmt es Sokrates, ohne sein Ver-
fahren zu rechtfertigen, den Beweis gründlicher und zwingender
zu führen, indem er von dem Begriffe gut, in welchem natürlich
auch der der Tugend wurzelt, ausgeht und auf einem Wege,?) der,
wie ein Engpaß, jedes Ausweichen nach rechts oder links unmög-
lich macht, zu einem Ergebnis gelangt, das nicht nur den oben
gewonnenen Satz wiederherstellt, sondern noch genauer dahin be-
stimmt:-n7 σοφία τῶν δεινῶν καὶ ur δεινῶν ἀνδρεία ἐστίν,
welcher im schneidendsten Widerspruch steht mit der von Prota-
goras über das Wesen der Tapferkeit aufgestellten Behauptung.
Nun zieht Sokrates das Ergebnis, das darin besteht, daß sie
beide*) sich lächerlich gemacht haben, indem Protagoras zwar die
Lehrbarkeit der Tugend behauptete, ihr aber den Charakter eines
Wissens absprach, Sokrates dagegen, der die Lehrbarkeit bezweifelte,
doch allen einzelnen Tugenden eben diesen Charakter beilegte. Es
bleibt nun noch die Tugend selbst in ihrem Wesen und in dieser
Hinsicht zu betrachten. Protagoras spricht sich mit Anerkennung
über den Eifer und die Geschicklichkeit des Sokrates aus, will aber
1) S. d. Bem. zu 350C.
2) S. ἃ. Bem. zu 8600.
3) Bemerkenswert ist die Bescheidenheit und Vorsicht, mit der Pr.
hier auftritt, z. B. 351 D.E., die sehr absticht von der leichtfertigen
: Selbstgefälligkeit, mit der er in das erste Gespräch (829D) eintrat.
4) Es ist selbstverständlich, daß dies nur eine höfliche Form des
Tadels ist, da S. seinen Zweifel an der Lehrbarkeit der Tugend nur als
schicklichen Anknüpfungspunkt bei dem Gespräch mit Pr. betrachtete.
S. die Bem. zu 361 A.
EINLEITUNG. 19
die weitere Untersuchung auf ein andermal verschoben wissen.
Sokrates scheidet mit einer höflichen Wendung gegen den Wirt
des Hauses. Dieser Schluß des Gespräches, der ἔξοδος im poetischen
Drama oder: dem ἐπίλογος einer Rede vergleichbar, bildet recht
eigentlich das Gegenstück zu dem so wohl angelegten Selbstlob des
Sophisten und seiner Kunst, mit welcher Protagoras die erste An-
rede des Sokrates erwidert, worin der eigentliche πρόλογος zu dem ἢ
folgenden Gespräch zu erkennen ist, das mit Einschluß dieser bei-
den Teile somit aus fünf Teilen besteht.
V. Des Simonideische Gedicht.
Zu den Mitteln, durch welche die Sophisten ihre Vorträge an-
ziehend zu machen suchten, gehört auch die Erklärung und Be-
urteilung berühmter Dichterwerke, insbesondere solcher, in welchen
sittiche Grundsätze und Lehren ausgesprochen werden. So hofft
auch Protagoras besonderen Ruhm zu ernten durch Anknüpfung
des Gespräches an ein Gedicht des gefeierten Simonides; über
diesen und Sokrates zugleich gedenkt er mit seiner Weisheit ob-
‚siegen zu können. In dem Dialoge kommt dieses Gedicht nur in
abgerissenen Stücken zur Besprechung; ob uns in denselben das
ganze Gedicht erhalten ist und wie sich die Teile in richtiger
Aufeinanderfolge zu einem Ganzen zusammenschließen, darüber be-
stehen verschiedene Ansichten. Zunächst ist ein Wort über den
Dichter und die Veranlassung der Dichtung zu sagen.
Simonides war der Sohn des Leoprepes, geboren zu Iulis auf 30
der Insel Keos 559 v. Chr. Sein dichterisches Talent verschaffte
ihm früh Ansehen und Ruhm. Der kunstliebende Peisistratide
Hipparchos zog ihn an seinen Hof nach Athen; nach dessen Tode
beriefen ihn die Thessalischen Tyrannen aus den Familien der
Aleuaden und Skopaden, um durch ihn im Liede sich verherrlichen
zu lassen. Nach der Schlacht bei Marathon finden wir Simonides
wieder in Athen in Verbindung mit Themistokles. Die Großthaten
der Hellenen in den Perserkriegen begeisterten ihn zu manchem
edlen Liede; das Treffen bei Artemision, die Aufopferung der Spar-
taner bei Thermopylä, die Schlacht bei Salamis hat seine Kunst
gefeiert. Am Ende seines Lebens, bereits achtzig Jahre alt, begab
er sich zu Hieron, dem durch seine Freigebigkeit berühmten Ty-
rannen von Syrakus. Bei diesem erwarb er sich großen Einfluß
und starb an seinem Hofe im neunzigsten Lebensjahre 469 v. Chr.
im Besitze großer Reichtümer und geehrt und bewundert von
. allen Hellenen als der größte Iyrische Dichter. Mit gleich gutem
Erfolge hat er sich in fast allen Arten der lyrischen Dichtung ver-
sucht: in Hymnen, Enkomien, Dithyramben, Hyporchematen, Epi-
nikien; ferner dichtete er Elegien und Epigramme. In der letzt-
genannten Dichtart kann er unbestritten als der erste, bis jetzt
92*
30
20 EINLEITUNG.
nicht erreichte Meister angesehen werden. Wir besitzen noch an
hundert seiner Epigramme, darunter das in seiner Einfachheit so
gewaltige Distichon auf die bei Thermopylä Gefallenen:
N ξεῖν᾽ ἀγγέλλειν “ακεδαιμονίοις, ὅτι τῇδε
Κείμεϑα τοῖς κείνων ῥήμασι πειϑόμενοι.
Simonides war nebst Pindar der Hauptvertreter der sogenannten
dorischen Lyrik. Hervorgerufen und getragen von dem geistigen
Aufschwung des Hellenentums durch die Perserkriege, suchte diese
. das ganze Leben und Wesen desselben (nicht die Stimmungen ein-
zelner Stammgenossenschaften) allseitig zum Ausdruck zu bringen.
Reflexion über sittliche und religiöse Verhältnisse verbindet sich
mit dem Preise der Thaten sowohl der Vergangenheit als der
Gegenwart. Die größte Popularität erlangte Simonides; Pindars
Gedichte waren der Masse zu hoch und unverständlich, Simonides
dagegen bewegte sich mit Geschick auf dem Gebiete der Lebens-
praxis, und daher waren seine Gedanken sittlicher und politischer
Natur allgemein faßlich und anziehend.!) So erlangte er unter den
Dichtern dieser Zeit eine nicht geringe pädagogische Bedeutung
und übte einen großen Einfluß auf die Lebensanschauung und die
Bildung der Nachwelt. Aus diesem Grunde liebten es die Sophisten
auf ihn zurückzugehen und ihn als eine Autorität aufzustellen.
Protagoras nennt ihn (316D) neben Homer und Hesiod unter den
Vorläufern der Sophistik. Auch äußerlich hatte er nicht zu ver-
kennende Ähnlichkeit mit den späteren Sophisten. Auch er führte
ein stetes Wanderleben von Hof zu Hof, von Stadt zu Stadt. Jedem
bot er seine Dienste an, der sein dichterisches Talent zu würdigen
verstand und zu bezahlen bereit war. So war er seiner Zeit der
gepriesene Weise und der Freund hochgestellter Männer, wie es
später Protagoras war. Für Platon mochten die genannten Ver-
hältnisse die nächste Veranlassung sein, ein Gedicht des Simonides
der Erklärung zu Grunde zu legen. Das gewählte empfahl sich
insbesondere durch seinen Inhalt und die Beziehung, die es zu
einem Spruche des Pittakos hatte Ob auf dieses Gedicht, wie
vielfach angenommen wird, auch die merkwürdige Überlieferung
sich bezieht, die uns vorzugsweise durch die Erzählung des Cicero?)
bekannt ist, erscheint mehr als zweifelhaf. Wie unsicher die
Überlieferung ist, erhellt schon aus der angeführten Stelle bei
Quintilian.
1) Lessing nennt ihn im Laokoon bekanntlich den griechischen
Voltaire. — Über den sittlichen Wert der Dichtungen des Simonides
handelt ein Aufsatz von Joseph Reber „Platons Kritik eines Liedes des
Simonides‘“ in der Zeitschr. f. ἃ. Gymnasialw. XX 6.
2) De orat. Π 86. Vgl. Quint. XI 2, 12—16. Phaedr. fab. IV 24,
EINLEITUNG. 21
Die Verse lauten!) nach der Anordnung im Delectus poesis 31
Graecorum von Schneidewin (Gottingae 1838):
Στροφὴ α΄.
Avdo’ ἀγαθὸν μὲν ἀλαϑέως γενέσθαι χαλεπόν
χερσίν τε καὶ ποσὶ καὶ νόῳ τετράγωνον, ἄνευ ψόγου τετυγμένον.
Verse fehlen.)
᾿Δντιστροφὴ α΄.
Οὐδέ μοι ἐμμελέως τὸ Πιττάκειον νέμεται
καίτοι σοφοῦ παρὰ φωτὸς εἰρημένον᾽ χαλεπὸν par’ ἐσλὸν ἔμμεναι.,
ὅ θεὸς ἂν μόνος τοῦτ᾽ ἔχοι γέρας" ἄνδρα δ᾽ οὐκ ἔστε μὴ οὐ κακὸν
| ἔμμεναι.
ὃν ἂν ἀμάχανος συμφορὰ καϑέλῃ.
᾿ ἢΠράξαις γὰρ εὖ πᾶς ἀνὴρ ἀγαϑός,
᾿ς κακὸς δ᾽ εἰ κακῶς. καὶ
᾿ τοὐπιπλεῖστον ἄριστοι, τούς κε ϑεοὶ φιλῶσιν.
| ᾿Επῳδὸς α΄.
" Ἔμοιγ᾽ ἐξαρκεῖ 5
᾿ς ὡς ἂν μὴ κακὸς ἢ
Ä μηδ᾽ ἄγαν ἀπάλαμνος εἰδώς τ᾽ ὀνασίπολιν δίκαν, ὑγιὴς ἀνήρ.
Ä Οὐ μὲν ἐγὼ μωμάσομαι"
᾿, οὗ γὰρ ἐγὼ φιλόμωμος
1 τῶν γὰρ ἀλυιϑίων ἀπείρων γενέϑλα.
Πάντα τοι καλά, τοῖσί τ᾽ αἰσχρὰ μὴ μέμικται.
|
Στροφὴ β΄.
Τοὔύνεκεν οὔ ποτ᾽ ἐγὼ τὸ μὴ γενέσϑαι δυνατόν
διζήμενος πενεὰν ἐς ἄπρακτον ἐλπίδα μοῖραν αἰῶνος βαλέω:
πανάμωμον ἄνθρωπον, εὐρυέδους ὅσοι καρπὸν αἰνύμεϑα χϑονός"
ἔπειτ᾽ ὕμμιν εὑρὼν ἀπαγγελέω.
‚, Πάντας δ᾽ ἐπαίνημι καὶ φιλέω,
| ἑκὼν ὅστις ἕρδῃ
|
|
[322
=>
μηδὲν αἰσχρόν" ἀνάγκα δ᾽ οὐδὲ ϑεοὶ μάχονται.
1 Um die Ausscheidung der Worte des Dichters aus dem Texte
Platons hat sich vor allen Schleiermacher verdient gemacht; die rhyth-
. mische Anordnung wurde dann nach Heyne von G. Hermann, Böckh,
; Bergk versucht. Neuerdings hat Blass in dem Rheinischen Museum
' 1872 (27, 2) das Gedicht einer eingehenden Besprechung unterzogen. Er
stimmt mit Bergk darin überein, daß er es als ein monostrophisches
(8. Christ, Metrik der Griechen und Römer. Leipzig 1874. $ 629)
behandelt, gewinnt aber vier Strophen dadurch, daß er, wie andere,
annimmt, in der ersten Strophe seien 5 Verse ausgefallen, : die außer
der vermißten Anrede wohl nur eine Fortführung der Schilderung des
ug ἀγαϑὸς ἀλαϑέως enthalten hätten, und in der zweiten Strophe
‚ fehlten zwei Verse am Anfang, deren Inhalt von Platon kurz durch die‘
Ä Worte ἔμοιγ᾽ ἐξαρκεῖ ersetzt worden sei. Außerdem teilt er die Worte
22 EINLEITUNG.
Bergk (Poötae Iyrici Graeci 4. Aufl. Leipzig bei Teubner 1878
—82. 3. Band. Anthologia Iyrica ed. II.) nimmt keine Epode an und
ordnet die Überreste in folgender Weise:
Στροφὴ α΄.
᾿Ανδρ᾽ ἀγαϑὸν μὲν ἀλαϑέως γενέσϑαι
χαλεπὸν χερσίν τε καὶ ποσὶ καὶ νόῳ τετράγωνον, ἄνευ ψόγου τε-
τυγμένον.
ὃς ἂν ἢ κακὸς μηδ᾽ ἄγαν ἀπάλαμνος, εἰδώς γ᾽ ὀνασίπολιν δίκαν
ὑγιὴς ἀνήρ᾽ οὐδὲ μή μὲν ἐγώ
ὅ .μωμάσομαι᾽ τῶν γὰρ ἀλιϑίων
10
1ὅ
ἀπείρων γενέϑλα. |
πάντα τοι καλά, τοῖσί τ᾽ αἰσχρὰ μὴ μέμικται.
Στροφὴ P.
Οὐδέ μοι ἐμμελέως τὸ Πιττάκειον |
νέμεται, καίτοι σοφοῦ παρὰ φωτὸς εἰρημένον᾽ χαλεπὸν par ἐσϑλὺν
ἔμμεναι.
ϑεὸς ἂν μόνος τοῦτ᾽ ἔχοι γέρας᾽ ἄνδρα δ᾽ οὐκ ἔστι μὴ οὐ κακὸν
ἔμμεναι.
ὃν ἀμάχανος συμφορὰ καϑέλῃ.
πράξαις γὰρ εὖ πᾶς ἀνὴρ ἀγαϑύός,
κακὸς δ᾽ εἰ κακῶς (τι)
καὶ τὸ πλεῖστον ἄριστοι. τοὺς ϑεοὶ φιλέωντι.
Στροφὴ γ΄.
Τοὔνεκεν οὔποτ᾽ ἐγὼ τὸ μὴ γενέσϑαι
δυνατὸν διξήμενος, κενεὰν ἐς ἄπρακτον ἐλπίδα μοῖραν αἰῶνος βαλέω;
πανάμωμον ἄνθρωπον, εὐρυεδοῦς ὅσοι καρπὸν αἰνύμεϑα χϑονός.
χαλεπόν, νέμεται, δυνατὸν dem ersten Verse der ersten, dritten und
vierten Strophe. zu, schreibt in der dritten Strophe, die mit οὐδέ μοι
beginnt, κακῶς (αὖ) und τούς κε ϑεοὶ φιλέωσιν. Er betont, daß das
Gedicht, von den angenommenen Lücken abgesehen, vollständig erhalten,
und nicht als Fragment eines größeren Ganzen zu betrachten sei. Es
zerfalle nicht bloß der Form, sondern auch dem Inhalt nach in Strophen,
welche jede für sich eine gewisse Einheit darstellen und sämtlich mit
einer Gnome abgerundet schließen. Der Gedankengang sei im Großen
folgender: „Es ist schwer, vollkommen zu sein (1). Ich begnüge mich
vielmehr mit mäßigen Leistungen (2). Insbesondere hat Pittakos Un-
recht, wenn er ein beständiges tugendhaftes Handeln für schwer,
also doch für möglich erklärt (3). Darum werde ich nimmer einen voll-
kommen Tugendhaften zu finden erwarten (4). Es entsprechen sich
hiernach wie die 1. und 8., so die 2. und 4. Strophe, jedoch so, daß
in der 3. und 4. der Gedanke gesteigert wiederkehrt, die 4. Strophe
aber, mit dem folgernden roövexev eingeleitet, als Resultat aller De-
duktionen dem Ganzen einen vortrefflichen Abschluß giebt.‘ Bilass be-
hauptet übrigens, das Gedicht sei nicht als ein Epinikion oder Enkomion,
sondern als ein Skolion zu betrachten.
1) „V. 3. emendavi ὃς ὧν ἢ κακὸς deleta negatione μή, quae fa-
cile ex sequentibus repeti potest.“
EINLEITUNG. 23
ἐπί τ᾿ ὕμμιν εὑρὼν ἀπαγγελέω,
πάντας δ᾽ ἐπαίνημι καὶ φιλέω.
20 ἑκὼν ὅστις ἕρδῃ
μηδὲν αἰσχρόν, ἀνάγκᾳ δ᾽ οὐδὲ ϑεοὶ μάχονται.
VI. Zeit der Abfassung des Dialoges.
Keiner der $ 24 angeführten Anachronismen ist der Art, daß 32
er einen sicheren Anhaltspunkt zur Bestimmung der Abfassungszeit
an die Hand gäbe. Auch die Bemerkung über den Peltastenkampf
350A kann nicht dazu benützt werden, die Abfassung des Dialogs
nach 392 zu setzen, da eine bestimmte Beziehung auf die Reformen
des Iphikrates nicht notwendig in der Stelle gefunden werden muß.!)
Andererseits besteht die Annahme, daß der Protagoras trotz der
vollendeten Kunst der Darstellung besonders auch der mimisch-
dramatischen Behandlung doch zu den früheren Erzeugnissen des
Schriftstellers gehöre, ja sogar noch Spuren der Jugendlichkeit, die
jedoch der Vortrefllichkeit keinen Eintrag thun, zeige. Dafür kann
der Umstand zu sprechen scheinen, daß der Inhalt des Dialoges
sich wesentlich innerhalb der Grenzen des Sokratischen Philoso-
phierens, man möchte sagen der Sokratischen Seelsorge, wozu auch
die Polemik gegen die Sophisten gehört, hält und namentlich nicht
auf die specifisch Platonische Ideenlehre eingeht oder begründet
ist. Fraglich bleibt indessen immer, ob Platon noch zu Lebzeiten
des Sokrates seine schriftstellerische Thätigkeit begonnen hat und
namentlich der Protagoras in diese Periode derselben fällt. So viel
kann wohl mit allgemeiner Zustimmung behauptet werden, daß die
Abfassung des Protagoras in eine frühere Zeit fällt als die des
Gorgias, in welchem Dialoge wichtige Teile der specifisch Plato-
nischen Lehre zur Erörterung kommen.
1) Vgl. die Erörterung dieser Frage in der Zeitschrift f. d. Gymna-
sialwesen. Neue Folge I 5, 3. 402f. Auch Kroschel hält in der neuen
Auflage seiner Ausgabe des Dialogs die früher aufgestellte Ansicht, daß
der Dialog erst nach 390 geschrieben sei, nicht mehr fest, sondern setzt
die Abfassung (Prolegg. p. 26) zwischen 399 und 396 v. Chr
p.
309
TIPQTATOPAZ.
TA TOT AIAAOTOT ΠΡΟΣΩΠᾺ
ETAIPOZ, ΣΩΚΡΑΤΉΣ, ἹΠΠΟΚΡΑΤΗΣ, ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ,
ΑΛΚΕΙΒΙΑΔΗΣ, KAAAIAZ, ΚΡΙΤΙΑΣ, ΠΡΟΔΙΚΟΣ, ἹΠΠΊΑΣ.
I. ET. Πόϑεν, ὦ Σώκρατες, φαίνει; ἢ δῆλα δὴ ὅτι ἀπὸ
κυνηγεσίου τοῦ περὶ τὴν ᾿Αλκιβιάδου ὥραν; καὶ μήν μοι καὶ
πρῴην ἰδόντι καλὸς μὲν ἐφαίνετο ἀνὴρ ἔτι, ἀνὴρ μέντοι, ὦ
Σώκρατες, ὥς γ᾽ ἐν αὐτοῖς ἡμῖν εἰρῆσϑαι, καὶ πώγωνος ἤδη
ὑποπιμπλάμενος.
22. Εἶτα τί τοῦτο; οὐ σὺ μέντοι Ὁμήρου ἐπαινέτης εἶ,
Über die Aufschrift s. Anh., über
das Vorgespräch Einl. $ 15. 16.
1. Die Stelle übersetzt Cicero
nach Priscian VI, 63: Quid tu?
unde tandem appares, Socrates? an
᾿ φᾷ quidem dubium non est, quin ab
Alcibiade? — ἢ δῆλα (ἐστέ: Kr. 62,
1.3.) δὴ ὅτι wie ἢ δῆλον ὅτι leitet
die Antwort ein, die der Redende
sich selbst auf eine Frage giebt,
die eigentlich unnötig war. Hier
scherzhaft.
2. »nvvnyeolov. Das Verhältnis,
in welchem Sokrates zu begabten
Jünglingen stand, nannte man scher-
zend ein Liebesverhältnis, Sokrates
den Liebhaber und die Jünglinge
seine Geliebten. Ganz besonders
innig war dieses Verhältnis mit
Alkibiades, der jenen leidenschaft-
lich liebte. Die von der Liebe ge-
bräuchlichen Metaphern, wie hier
von der Jagd hergenommen (80 sa-
gen wir auch, Jagd auf jemand
machen), fand&n denn auch auf jenes
Verhältnis Anwendung.
ὥρα in diesem Zusammenhang ist
die Jugendblüte, jugendliche Schön-
eit.
3. ἀνήρ. Diese Bezeichnung er-
hielt derjenige, welcher nach er-
folgter δοκιμασία im 18. Lebens-
jahre in die Bürgerliste eingezeich-
et wurde (εἰς ἄνδρας Eyyopapscda,)
ber Alk. Alter s. Einl. 8 22.
4. ὥς γ᾽ ἐν αὐτοῖς ἡμῖν εἰρῆσϑαι
fügt deg Freund scherzend hinzu,
als ob er den Liebhaber beleidigen
würde, wenn er in Gegenwart an-
derer von dem wahren Alter des
Geliebten redete, der eigentlich
über die „erste Blüte“ schon hinaus
ist. αὐτός betonend und entgegen-
setzend schließt auch andere aus,
daher in dieser Redensart gleich
allein. vgl, ἢ. 8.99: Τυδείδης δ᾽
αὐτός περ ἐὼν προμάχοισιν ἐμέχϑη.
v 729. und αὐτοί γάρ ἐσμὲν Ar.
Ach. 504 (wir sind unter uns). Vgl.
320 D. Der Infinitiv mit (auch
ohne) ὡς oder ag γε wird häufig
in beschränkenden Zusätzen (Kr.
55, 1, 2. 3) gebraucht.
6. Εἶτα τί τοῦτο näml. ἐστί; vgl.
»
ὄ
5 20.
20
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (309.) 25
ὃς ἔφη χαριεστάτην ἥβην εἶναι τοῦ ὑπηνήτου, ἣν νῦν ᾿άλκι- B
βιάδης ἔχει;
ET. Τί οὖν τὰ νῦν; n παρ᾽ ἐκείνου φαίνει; καὶ πῶς πρὸς
e
6: ὁ νεανίας διάκειται;
ΣΩ. Ed, ἔμοιγε ἔδοξεν, οὐχ ἥκιστα δὲ καὶ τῇ νῦν ἡμέρᾳ"
χαὶ γὰρ πολλὰ ὑπὲρ ἐμοῦ εἶπε, βοηϑῶν ἐμοί, καὶ οὖν καὶ ἄρτι
ἀπ᾿ ἐκείνου ἔρχομαι. ἄτοπον μέντοι τί σοι ἐθέλω εἰπεῖν" παρ-
ὄντος γὰρ ἐκείνου οὔτε προσεῖχον τὸν νοῦν ἐπελανθανόμην TE
>) “
αὐτοῦ ϑαμα. ,
πρᾶγμα;
τῇ πόλει.
. Καὶ πολί γε.
ένῳ.
Ποδαπῷ:
. ᾿4βδηρίτῃ.
ΕΤ.
Τί φῇς; ἀστῷ ἢ ξένῳ;
ET. Καὶ τί ἂν γεγονὸς εἴη περὶ σὲ κἀκεῖνον τοσοῦτον C
oT γὰρ δήπου τινὶ καλλίονι ἐνέτυχες ἄλλῳ Ev γε τῇδε
Καὶ οὕτω καλός τις ὁ ξένος ἔδοξέ σοι εἶναι, ὥστε τοῦ
Κλεινέου υἱέος καλλίων 001 φανῆναι;
φαίνεσθαι:
ZR. Πῶς δ᾽ ol μέλλει, ὦ μακάριξ, τὸ σοφώτατον κάλλιον
ET. ᾽4λλ:- ἦ σοφῷ τινι ἡμῖν, ὦ Σώκρατες, ἐντυχὼν πάρει;
zu Gorg. 448 Β τί δὲ τοῦτο: und
497} ἀλλὰ τί τοῦτο; doch könnte
man auch λέγεις denken; was meinst
du damit? Ähnlich dem Sinn nach
8810: ἀλλὰ τί τοῦτο διαφέρει;
εἶτα, wie häufig, in Fragen der
Verwunderung, die einen Einwand
ausdrücken. Vgl. zu Apol. 28B.
Den Einwand enthält der folgende
Satz mit μέντοι (ja doch), ver-
stärkt durch die Form der be-
Jahenden Frage mit οὔ. Vgl. Theätet
‚163E: τέ δέ; μνήμην οὐ λέγεις
μέντοι τι;
-Ὁμήρου. Der angezogene Vers
steht Od. κ 279 und Il. ὦ 348 und
lautet an ersterer Stelle: νεηνέῃ
ἀνδρὶ ἐοικώς, πρῶτον ὑπηνήτῃ, τοῦ
περ χαριεστάτη ἤβη. Er bezieht
sich dort auf Hermes. Ihm ver-
glich man Alkibiades; Künstler
bildeten nach ihm ihre Hermen-
statuen. Der Ausdruck ist der
Stelle angepaßt; dem gewöhnlichen
Sprachgebrauche würde noch mehr
entsprechen τὴν τοῦ ὑπηνήτου.
8. Τί οὖν kommt auf die erste
Frage zurück und präcisiert sie.
6. ὑπὲρ ἐμοῦ eine. Alkibiades
trat zur Verteidigung des Sokrates
auf, wie dieser 336 B 348 B er-
zählt.
8. προσεῖχον τ. v. Die Auslassung
des Pronomens ist nach παρόντος
ἐκείνου natürlich.
11. τῇδε τ. π. 8. Kr. 51, 7, 2.
13. Kal πολύ γε, nämlich καῖλί-
ovı ἐνέτυχον.
20. Πῶς δ᾽ οὐ läßt die Folgerung,
(μέλλει: vgl. Il. 8 116) als eine not-
wendige,unzweifelhafte erscheinen.*
22. σοφῷ τινι ἡμῖν. Der Freund
spricht zugleich für andere An-
wesende, stumme Zuhörer. Vgl.
810
26
HAATS2NOZ
ΣΙ. Σοφωτάτῳ μὲν οὖν δήπου τῶν γε νῦν, εἴ σοι δοκεῖ
σοφώτατος εἶναι Πρωταγόρας.
ET. Ὦ τί λέγεις; Πρωταγόρας ἐπιδεδήμηκεν;
ZR. Τρίτην γε ἤδη ἡμέραν.
ET. Kal ἄρτι ἄρα ἐκείνῳ συγγεγονὼς ἥκεις;
ΣΩ. Πάνυ γε πολλὰ καὶ εἰπὼν καὶ ἀκούσας.
ΕΤ. Τί οὖν οὐ διηγήσω ἡμῖν τὴν ξυνουσίαν, εἰ μή σέ τι
κωλύει, καϑιζόμενος ἐνταυϑί, ἐξαναστήσας τὸν παῖδα τουτονί;
ΣΩ. Πάνυ μὲν οὖν᾽ καὶ χάριν γε εἴρομαι, ἐὰν ἀκούητε.
ET. Καὶ μὴν καὶ ἡμεῖς σοί, ἐὰν λέγῃς.
ZR. Διπλῆ ἂν εἴη ἡ χάρις. ἀλλ᾿ οὖν ἀκούετε.
IH. Τῆς παρελθούσης νυκτὸς ταυτησί, ἔτι βαϑέος ὄρϑρου,
Ἱπποκράτης ὃ ᾿ἀπολλοδώρου υἱός, Φάσωνος δὲ ἀδελφός, τὴν
Β ϑύραν τῇ βακτηρίᾳ πάνυ σφόδρα ἔχρουε, καὶ ἐπειδὴ αὐτῷ
ἀνέφξέ τις, εὐθὺς εἴσω ἤειν ἐπειγόμενος, καὶ τῇ φωνῇ μέγα λέ- 15
yov, Ὦ Σώκρατες, ἔφη. ἐγρήγορας ἢ καϑεύδεις; καὶ ἐγὼ τὴν
φωνὴν γνοὺς αὐτοῦ, Ἱπποκράτης, ἔφην, οὗτος᾽ μή τι νεώτερον
310 A: διηγήσω ἡμῖν... ἐὰν ἀκού-
nre οἷο. ΄
2. Πρωταγόρας: der Name, nach-
dem die Erwartung aufs höchste
gespannt ist. Die Ironie, die noch
darin liegt, wird durch die be-
dingungsweise Einführung εἴ σοι
δοκεῖ σοφώτατος kenntlich gemacht.
Das ὦ τί A. drückt freudige Über-
raschung aus.
6. εἰπὼν καὶ ἀκούσας drückt die
Wechselbeziehung und Gegenseitig-
keit aus. Vgl. 347 B 362 A und
zu Gorg. 457C.
7. Τί οὖν οὐ διηγήσω; in der
Form der Frage (gewöhnl. im Aor.,
doch auch im Präsens z. B. 310 E)
eine (mit Ungeduld) dringende Auf-
forderung, wie τί οὖν οὐκ ἐκαλέσα-
μεν; 811 D. Dieser Bedeutung ent-
sprechend ist die Antwort.
8. ἐξαναστήσας τὸν παῖδα. Die
Bemerkung zeigt, daß wir uns den
Sprechenden sitzend zu denken ha-
ben, mit einem Sklaven zur Seite,
der zur Begleitung gehörte. παῖς
wird von Sklaven ohne Unterschied
des Alters gebraucht.
12. βαϑέος ὄρϑρου. ὄρϑρος hier
deutlich zur Nacht gerechnet, also
die Zeit vor Tagesanbruch. Vgl.
311 A und zu Krit. 43A.
13. Ἱπποκράτης. 8. Einl. $ 17.
Φάσωνος δὲ ἀδελφός: beachtens-
wert ist die Einführung einer zwei-
ten Bestimmung durch das adver-
sative δέ ohne vorhergehendes μέν.
Vgl. Xen. Anab. I, 7, 9: Νὴ A,
ἔφη ὁ Κῦρος, εἴπερ γε Ζαρείου καὶ
Παρυσάτιδός ἐστι παῖς, ἐμὸς δὲ
ἀδελφός. 1, 7, 5 Γαυλίτης, φυγὰς
Σάμιος, πιστὸς δὲ Κύρῳ.
16. ἀνέφξέ τις. Sokrates hat na-
türlich keinen ϑυρωρός, wie reichere
Athener. Vgl. 314C.
ἐπειγόμενος drückt das Hastige
aus, das im folgenden in einzelnen
Zügen veranschaulicht wird. H.
läßt sich nicht erst anmelden.
Vgl. 314 E. Über ἤειν 8. Kr.38, 3, 2.*
μέγα λέγων, denn H. ruft schon
von ferne.
17. Ἱπποκράτης odrog: noch nicht
eigentliche Anrede, aber doch auch
nicht von S. rein für sich gespro-
chen: Ah, das ist H.
un τι νεώτερον ayyei. Der Kom-
parativ im Vergleich mit etwas
10
!
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (309. 310.) 27
ἀγγέλλεις; Οὐδέν γ᾽, ἡ δ᾽ ὅς, εἰ un ἀγαϑά γε. Εὖ ἂν λέγοις,
ἦν δ᾽ ἐγώ" ἔστι δὲ τί, καὶ τοῦ ἕνεκα τηνικάδε ἀφίκου; Πρω-
ταγόρας, ἔφη, ἥκει, στὰς παρ᾽ ἐμοί. Πρῴην, ἔφην ἐγώ" σὺ δὲ
ἄρτι πέπυσαι; Νὴ τοὺς ϑεούς, ἔφη. ἑσπέρας γε. καὶ ἅμα ἐπι- C
5 ψηλαφήσας τοῦ σκίμποδος ἐκαϑέξετο παρὰ τοὺς πόδας μου, καὶ
εἶπεν Ἑσπέρας δῆτα, μάλα γε ὀψὲ ἀφικόμενος ἐξ Οἰνόης. 6
γάρ τοι παῖς με, 6 Σάτυρος, ἀπέδρα καὶ δῆτα μέλλων δοι φρά-
ξειν, ὅτι διωξοίμην αὐτόν, ὑπό τινος ἄλλου ἐπελαθόμην᾽ ἐπειδὴ
δὲ ἦλϑον καὶ δεδειπνηκότες ἦμεν καὶ ἐμέλλομεν ἀναπαύεσϑαι,
10 τότε μοι ἀδελφὸς λέγει, ὅτι ἥκει Πρωταγόρας. καὶ ἔτι μὲν
. ἐνεχείρησα εὐθὺς παρὰ σὲ ἰέναι; ἔπειτά μοι λίαν πόρρω ἔδοξε
τῶν νυκτῶν εἶναι" ἐπειδὴ δὲ τάχιστά us ἐκ τοῦ κόπου ὁ ὕπνος D
ἀνῆκεν, εὐθὺς ἀναστὰς οὕτω δεῦρο ἐπορευόμην.
vorhergehendem. Soph. Phil. 560:
τί μοι νεώτερον βούλευμ᾽ ... ἔχεις;
häufigeuphemistisch mit demNeben-
begriff des Schlimmen; so auch hier,
wie schon die Frage mit un zeigt.
Daher die Antwort Οὐδὲν εἰ un
»te. Nein, nur etc. Doch auch der
Positiv, z. B. Soph. Antig. 242: δη-
λοῖς ὥς τι σημαένων veov. Eur.Med.
31: δέδοικε δ᾽ αὐτὴν μή τι Bov-
,, λεύσῃ »ἐον.
1. Εὖ ἂν λέγοις. Wir sagen: (das
ist) schön (wenn du nämlich etwas
Gutes mitzuteilen hast). ἔστι κτέ.
bezieht sich auf den Gegenstand
der Mitteilung.
2. τηνικάδε. Vgl. oben zu 310 A
(26, 12).
Πρωταγόρας. Hipp. antwortet auf
den ersten Teil der Frage.
3. Πρώην nicht, wie oben 309 A,
in weiterem Sinne zu verstehen, son-
dern nach 309D zu erklären. Sokr.
spricht mit kalter Ruhe.
4. Νὴ τοὺς ϑεούς: als bedürfte
es einer Entschuldigung, daß er
nicht schon längst gekommen.
ἐκιψηλαφήσας erklärt sich aus
der Zeitbestimmung ἔτε βαθέος
ὄρϑρου.
6. ἀφικόμενος. Das Participium
schließt sich noch an das oben zu
ἐσχέρας γε zu ergänzende πέπυ-
σμαι an.
καὶ ἐγὼ
Οἰνόης : wohl der Demos bei Eleu-
therae am Kithaeron, auf dem Weg
nach Böotien; es gab auch noch
einen andern Demos desselben Na-
mens bei Marathon.
7. μέλλων σοι φράξειν: läßt auf
genaue Bekanntschaft schließen.
8. ὑπό τινος ἄλλου ἐπελ., vgl.
Apol. 17 A: ἐγὼ δ᾽ οὖν καὶ αὐτὸς
ὑπ᾽ αὐτῶν ὀλίγου ἐμαυτοῦ ἐπελα-
Fon μην.
9. ἦλϑον statt ἐπανήῆλϑον. Auch
ἥκειν wird vom Zurückkommen
nach Hause gebraucht.
10. ἀδελφός. Vgl. Lach. 179 A:
πάππου ὄνομα ἔχων den Namen
seines Großvaters. Kr. 50, 8, 8.*
10f. ἔτι μὲν... ἔπειτα. Vgl. 'Anab.
VI, 2, 15: ἔτι μὲν ἐπεγείρησεν ..
ἐκπλεῦσαι" ϑυομένῳ δὲ αὐτῷ ...
ἐσήμηνεν ὃ ϑεὸς.... συστρατεύεσθαι.
Hier ἔπειτα statt δέ, und zwar
ohne δέ, wie öfter nach πρῶτον
μέν. Vgl. 322A 339E 342E. Dem.
01. II, 1.
12. τῶν ν. 8. Kr. 47, 10, 4 und
44, 8, 6.
ἐκ τοῦ κόπου nicht eng mit
ἀνῆκεν 28 verbinden, sondern so
zu verstehen, wie Il. ν 493: μῆλα
πίομεν᾽ ἐκ βοτάνης = μετὰ τὴν βό-
σκησιν. Vgl. Xenoph. Anab. IV 6,21:
ἐκ τοῦ ἀρίστου προήγαγεν ὁ Χει-
ρίσοφος τὸ στράτευμα. ber das
ἦϑος vgl. zu C (27, 4).
28
IIAAT2NOZ
γιγνώσκων αὐτοῦ τὴν ἀνδρείαν καὶ τὴν πτοίησιν, Τί οὖν σοι,
ἦν δ᾽ ἐγώ, τοῦτο; μῶν τί 08 ἀδικεῖ Πρωταγόρας: καὶ ὃς
γελάσας, Νὴ τοὺς Beovg, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὅτι γε μόνος ἐστὶ
σοφός, ἐμὲ δὲ οὐ ποιεῖ. ᾿4λλὰ ναὶ μὰ Ζία, ἔφην ἐγώ, ἂν αὐτῷ
διδῷς ἀργύριον καὶ πείϑῃς ἐκεῖνον, ποιήσει καὶ σὲ σοφόν. Eis
E γάρ, ἡ δ᾽ ὅς, ὦ Ζεῦ καὶ ϑεοί, ἐν τούτῳ εἴη" ὡς οὔτ᾽ ἂν τῶν
ἐμῶν ἐπιλίπομι οὐδὲν οὔτε τῶν φίλων" ἀλλ᾽ αὐτὰ ταῦτα καὶ
νῦν ἤκω παρὰ σέ, ἵνα ὑπὲρ ἐμοῦ διαλεχϑῇς αὐτῷ. ἐγὼ γὰρ
ἅμα μὲν καὶ νεώτερός εἰμι, ἅμα δὲ οὐδὲ ἑώρακα Πρωταγόραν
‚ μ
πώποτε οὐδ᾽ ἀκήκοα οὐδέν᾽ ἔτι γὰρ παῖς ἡ, ὅτε τὸ πρότερον ID
ἐπεδήμησεν. ἀλλὰ γάρ, ὦ Σώκρατες, πάντες τὸν ἄνδρα ἐπαι-
νοῦσι καί φασι σοφώτατον εἶναι λέγειν. ἀλλὰ τί οὐ βαδίξομεν
Β11παρ᾿ αὐτόν, ἵνα ἔνδον καταλάβωμεν; καταλύει δ᾽,
ὡς ἐγὼ
ἤκουσα, παρὰ Καλλίᾳ τῷ [Ἱππονίκου ἀλλ ἴωμεν" καὶ ἐγὼ e-
πον᾿ Μήπω, ἀγαϑέ, Exsios ἴωμεν, nom γάρ ἐστιν, ἀλλὰ δεῦρο 1]
ἐξαναστῶμεν εἰς τὴν αὐλήν, καὶ περιιόντες αὐτοῦ διατρίψωμεν,
ἕως ἂν φῶς γένηται" εἶτα ἴωμεν. καὶ γὰρ τὰ πολλὰ ‚Aoore-
γόρας ἔνδον διατρίβει, ὥστε, ϑάρρει, καταληψόμεϑα αὐτόν, ὡς
τὸ εἰκός, ἔνδον.
%. τ. πτ. mit
wegen seines
1. τὴν ἀνδρείαν
schalkhafter Ironie
gewaltigen Eifers.*
2. ἀδικεῖ: Kr. 53, 1, 3.
4. ἂν αὐτῷ διδῷς mit dem zu-
versichtlichen Nachsatz ποιήσει καὶ
σὲ σοφόν ironisch, als ob Geld-
zahlen die einzige Bedingung dazu
wäre.
6. ὦ Ζεῦ καὶ Heol: dieser Aus-
ruf charakterisiert die Erregung
des H. Vgl. Xen. Cyr. ll, 2, 10:
Ὁ, δὲ Κῦρος «εἶπεν, Ὦ Ζεῦ καὶ
πάντες ϑεοί, οἵους ἄρα ἡμεῖς ἔχομεν
ἄνδρας ἑταίρους κτέ. εἰ... ἐν τούτῳ
εἴη, wenn es nur daran (am Geld-
zahlen) läge, (davon abhinge).
7. ἐπιλίποιμι, hier persönlich
(dahinten lassen), gewöhnlich sach-
lich ἐπιλείπει τινά (τὸ στράτευμα)
τι (ὃ σῖτορ) es geht aus, wie 884 Ε΄.
— τῶν φίλων (= τῶν τῶν φιλ.)
vgl. 811D 313B und Kr. 50, 8, 11
nach dem Grundsatze κοινὰ τὰ τῶν
φίλων Lysis 207C. Phaedr. 279C.
2.8. s. Einl. 8. 3 Anm. 3. ber
αὐτὰ τ. (eben darum) Kr. 46, 3, 4.
10. οὐδέν: diese nicht ungewöhn-
liche Verstärkung der Negation
ist hier eigentümlich angewendet.
Im Ὁ. etwa durch “irgend? auszu-
drücken.
n: Kr. 38, 2, 1. τὸ πρότερον 8.
Einl. S. 4. Charakteristisch ist die
übergroße Scheu, die H. vor Pro-
tagoras hat.
12. σοφώτατον εἶναι λέγειν gleich
δεινότατον λέγειν, — τέ οὐ β. vgl.
zu 8104 (26, 7).
15. ἀγαϑέ ohne ὦ in abmahnen-
der Rede. Vgl. Kr. 45, 3, 1.
15 f. δεῦρο kavaoraner eis. Das
Verbum ist prägnant gebraucht,
schließt den Begriff eines Verbums
der Bewegung nach einem Orte hin
in sich. Vgl. unten B (29, 1) und
Phaed. 116 A: avigraro εἰς οἴκη-
& Ti.
18. ἔνδον: nicht wie Sokrates.
S. I. Einl. 8 25. ϑάρρει: im Ὁ.
gern negativ. Vgl. 314 Ὁ. Xen,
Cyrop. V,4, 36: ϑάρρει, ὦ Κῦρε,
οὐδέν σε δεήσει τῷ ἀγαθῷ ἀνδοὶ
μάχεσϑαι.
-
ἰ
[
ἱ
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|
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (310. 311.) 29
III. Μετὰ. ταῦτα ἀναστάντες εἰς τὴν αὐλὴν περιῇμεν᾽ καὶ
ἐγὼ ἀποπειρώμενος τοῦ Ἱπποχράτους τῆς ῥώμης διεσκόπουν
αὐτὸν καὶ ἠρώτων, Εἰπέ μοι, ἔφην ἐγώ, ὦ Ἱππόκρατες, παρὰ
Πρωταγόραν νῦν ἐπιχειρεῖς ἰέναι, ἀργύριον τελῶν ἐκείνῳ w-
δ σϑὸν ὑπὲρ σεαυτοῦ, ὡς παρὰ τίνα ἀφιξόμενος καὶ τίς γενησό-
μενος; ὥσπερ ἂν εἰ ἐπενόεις παρὰ τὸν σαυτοῦ ὁμώνυμον ἐλ-
ϑὼν Ἱπποχράτη τὸν Κῷον, τὸν τῶν ᾿Δσκληπιαδῶν, ἀργύριον
τελεῖν ὑπὲρ σαυτοῖ μισϑὸν ἐκείνῳ, εἴ τίς 085 ἤρετο, Εἰπέ μοι,
, 4 ς fü e ’ 4 ς »»
μέλλεις τελεῖν, ὦ Ἱππόκρατες, Innoxpareı μισϑὸν ὡς τίνι Ovrı;
10 τί ἄν ἀπεκρίνω; Εἶπον ἄν, ἔφη, ὅτι ὡς ἰατρῷ. Ὥς τίς γενη-
Β
C
σύμενος; ὃς ἐατρός, ἔφη. Ei δὲ παρὰ Πολύκλειτον τὸν Ap- ὁ
γεῖον ἢ Φειδίαν τὸν ᾿4ϑηναῖον ἐπενόεις ἀφικόμενος μισϑὸν
1, εἰς τὴν αὐλήν: s. oben zu A
(28, 15).
2. τῆς δώμης. Vgl. oben 310 D
(28, 1) und Politic. 259 Ο τὴν τῆς
ψυχῆς σύνεσιν καὶ daunv. Hier
von der Stärke des Willens, Ent-
schlusses, Doch will S. sehen, ob
H. weiß, was er will. Beachte die
Stellung des von τῆς 6. abhängigen
Genetivs, die dem partitiven Ge-
brauch entspricht. . 47, 9, 10.
διεσκόπουν x. ἠρώτων: eins mit
und in dem andern. Vgl. Apol.21C:
διασκοπῶν οὖν τοῦτον ... καὶ δια-
λεγόμενος αὐτῷ ἔδοξέ μοι κ. τ. λ.
Ebenso 18 Β: ὑμῶν τοὺς πολλοὺς
ἔπειϑον καὶ κατηγόρουν ἐμοῦ.
5. ὡς παρὰ τένα ἀφιξ. Als Aus-
gangspunkt der Untersuchung muß
zuerst durch Angabe eines Wortes
oder NamenseinGattungsbegriff
gewonnen werden. Vgl. Gorg.447D.
6. ὥσπερ ἂν ei. Das Beispiel,
in welchem die an einem Unbekann-
ten zu übende logische Tbätigkeit
sich an einem Bekannten vollzieht
und darstellt, ist ein wesentlicher
Bestandteil der Sokratischen Lehr-
methode. Vgl. Gorg. 447 Ὁ u. dazu
den Anhang. Sehr gewöhnlich ist
dabei die Form ὥσπερ ἂν εἰ c.ind.
temp. hist. oder opt. wie 318B.
Das Beispiel besteht hier in einem
ähnlichen fingierten Falle. Die
Wiederholung des ἂν in der Apo-
dosis, die hier die Form der Frage
annimmt, ist gewöhnlich. Der daran
sich unmittelbar anlehnende Be-
dingungssatz ist εἴ τίς σε ἤρετο.
Dieser Hypothesis ist die voran-
stehende εἰ ἐπενόεις grammatisch
untergeordnet.
7. Hippokrates v. Kos, Zeit-
und vielleicht Altersgenosse des So-
krates, war einer der berühmtesten
rzte des Altertums, der eich so-
wohl in der Praxis, als durch wis-
senschaftliche (zum Teil noch er-
haltene) Werke auszeichnete. Er
gehörte zum Geschlechte der Askle-
piaden, in welchem die Arzneikunde
sich vererbte. In Athen hat er län-
gere Zeit (vielleicht auch noch zur
Zeit der Pest) gewirkt. Er starb
zu Larissa in Thessalien. Von den
unter seinem Namen überlieferten
Schriften stehen besonders die
Agogıowo? in Ansehen.
11. Polykleitos (450 — 410)
eigentlich aus Sikyon stammend,
aber der argivischen Bildhaner-
schule angehörig, bildete sich unter
Ageladas in Argos und war auch
vorzugsweise in Argos thätig. Aus-
gezeichnet war er in ebenmäßiger
Durcharbeitung schöner mensch-
licher Gestalten. Die Lehre von
den Proportionen begründete er wis-
senschaftlich durch seinen Kanon.
Sein berühmtestes Werk war die
Statue der Hera im Tempel zu
Argos (423 gearbeitet). Ihm gegen-
über steht alsVertreter der attischen
Schule der berühmte Pheidias
30
JIAAT2NOZ
ὑπὲρ σαυτοῦ τελεῖν ἐκείνοις, εἴ τίς σε ἤρετο" τελεῖν τοῦτο τὸ
ἀργύριον ὡς τίνι ὄντι ἐν νῷ ἔχεις Πολυκλείτῳ τὸ καὶ Φειδίᾳ;
τί ἂν ἀπεκρίνω; Εἶπον ἂν ὡς ἀγαλματοποιοῖς. Ὡς τίς δὲ ye-
νησόμενος αὐτός; AnAov ὅτι ἀγαλματοποιός. Εἶεν, ἦν δ᾽ ἐγώ.
παρὰ δὲ δὴ Πρωταγόραν νῦν ἀφικόμενοι ἐγώ τε καὶ σὺ ἀργύ- 5
ρίον ἐκείνῳ μισϑὸν ἕτοιμοι ἐσόμεϑα τελεῖν ὑπὲρ σοῦ, ἂν μὲν
ἐξικνήῆται τὰ ἡμέτερα χρήματα καὶ τούτοις πεέϑωμεν αὐτόν, εἰ
δὲ μή, καὶ τὰ τῶν φίλων προσαναλίσκοντες. sl οὖν τις ἡμᾶς
περὶ ταῦτα οὕτω σφόδρα σπουδάξοντας ἔροιτο᾽ εἰπέ μοι, ὦ
Σώκρατές τε καὶ Ἱππόκρατες, ὡς τίνι ὄντι τῷ Πρωταγόρᾳ ἐν 1)
νῷ ἔχετε χρήματα τελεῖν; τέ ἂν αὐτῷ ἀποκριναίμεϑα; τί ὄνομα
ἄλλο yes λεγόμενον περὶ Πρωταγόρου ἀκούομεν, ὥσπερ περὶ
Φειδίου ἀγαλματοποιὸν καὶ περὶ Ὁμήρου ποιητήν; τί τοιοῦτον
περὶ Πρωταγέρου ἀκούομεν; Σοφιστὴν δή τοι ὀνομάξουσί γε,
ὦ Σώκρατες, τὸν ἄνδρα εἶναι, ἔφη. Ὥς σοφιστῇ ἄρα ἐρχόμεϑα 1
τελοῦντες τὰ χρήματα; Μάλιστα. Εἰ οὖν καὶ τοῦτό τίρ σε προς-
διϑέροιτο᾽ αὐτὸς δὲ δὴ ὡς τίς γενησόμενος ἔρχει παρὰ τὸν Πρω-
ταγόραν; καὶ ὃς εἶπεν ἐρυϑριάσας --- ἤδη γὰρ ὑπέφαινέ τι
ἡμέρας, ὥστε καταφανῆ αὐτὸν γενέσϑαι --- Εἰ μέν τι τοῖς ἔμ-
(gest. 482, der Gotteslästerung an-
eklagt, im Gefängnis), welcher
ie großartigen und vollendeten
Götterideale, besonders des Zeus
zu Olympia, und der Athene schuf.
4. Εἶεν schließt ab — hier die
Beispiele — um überzuleiten auf
die ursprüngliche Frage.*
6. av μέν... εἰ δὲ μή... S.Kr.
65, 5, 12. Doch auch wie 828 Β.
Bei dem ersten Glied fehlt gewöhn-
lich der Nachsatz. S. Kr. 54, 12,
12. Hier durch ein Particip, das
aus dem gemeinsamen Hauptsatz zu
entnehmen ist (τὰ ἡμέτερα τελοῦν-
τες οα. ἀναλίσκοντες) zu ergänzen.
Vgl. Xen. Mem. II, 9, 11: ἐπεδεί-
AYVE ... πάντας ... ἂν μὲν αὐτοὶ
ἡγῶνται ἐπίστασϑαι ἐπιμελεῖσθαι,
el δὲ μή, τοῖς ἐπισταμένοις πειϑο-
μένους. Zu ergänzen: αὐτοὺς ἐπι-
μελουμένους nach ἐπιμελεῖσϑαι.
7. τὰ ἡμέτερα: nicht als wollte
S. sein ohnedies nicht in Betracht
kommendes Vermögen beisteuern,
sondern nur der angenommenen
Gemeinsamkeit wegen.
8. καὶ τὰ τῶν φίλων weist mit
Ironie zurück auf 810.
9. εἰπέ μοι wie Euthfll. 288 Β:
εἰπέ μοι, ἔφη, ὦ Σώκρατές τε καὶ
ὑμεῖς ol ἄλλοι. Dagegen Lach.
186 E: σὺ δ᾽, ὦ Λάχης καὶ Νικίας,
εἴπετον. Kr. 68, 4, 1.
12. ἄλλο: der verschieden von
dem Eigennamen ist, also der Gat-
tungsname.
13. ἀγαλματοποιόν. Kr. 48, 8, 6.
14. ὀνομάζουσι... εἶναι. Ebenso
Lach. 192 A: τί λέγεις τοῦτο, ὃ ἐν
πᾶσιν ὀνομάξεις ταχυτῆτα εἶναι.
Vgl. auch Apol. 23 A. Kr. 55, 4. ὅ.
15. ἐρχόμεθα τελοῦντες : anschau-
licher als μέλλομεν τελεῖν. Bezüglich
des Artikels bei χρήματα vgl.obenD.
16. Ei ... Πρωταγόραν ; der
Nachsatz, ebenfalls als e zu
denken, ist als selbstverständlich
weggelassen. Vgl. Phaedr. 268 B:
Ei οὖν εἴποι ὅτι ... ἀξιῶ τῶν ταῦτα
παρ᾽ ἐμοῦ μαϑόντα αὐτὸν οἷόν τ
εἶναι ποιεῖν ἃ ἐρωτᾷς; DAI. εἴποιεν
ἄν κτέ.
19. Εἰ μὲν τι τοῖς ἔμπροσθεν
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IIP2TATOPAZ (311. 312.)
31
προῦσϑεν ἔοικε, δῆλον ὅτι σοφιστὴς γενησόμενος. Σὺ δέ, ἦν δ᾽
ἐγώ, πρὸς ϑεῶν, οὐκ ἂν αἰσχύνοιο εἰς τοὺς Ἕλληνας αὑτὸν
σοφιστὴν παρέχων; Νὴ τὸν Ζία, ὦ Σώκρατες, εἴπερ γε ἃ δια-
᾿ ψροῦμαι χρὴ λέγειν. ’AAR ὥρα, ὦ Ἱππόκρατες, μὴ οὐ τοιαύτην
δ ὑπολαμβάνεις σον τὴν παρὰ Πρωταγόρου μάϑησιν ἔσεσϑαι,
ἀλλ᾽ οἴαπερ ἡ παρὰ τοῦ γραμματιστοῦ ἐγένετο καὶ κιϑαριστοῦ
καὶ παιδοτρίβου; τούτων γὰρ σὺ ἑχάστην οὐκ ἐπὶ τέχνῃ ἔμα--
des, ὡς δημιουργὸς ἐσόμενος, ἀλλ᾽ ἐπὶ παιδείᾳ, ὡς τὸν ἰδιώτην
᾿ καὶ τὸν ἐλεύθερον πρέπει. Πάνυ μὲν οὖν μοι δοκεῖ, ἔφη, τοι-
10 αὕτη μᾶλλον εἶναι ἡ παρὰ Πρωταγόρου μάϑησιρ.
IV. Οἶσϑα οὖν ὃ μέλλεις νῦν πράττειν, 7 σε λανθάνει; ἦν
δ᾽ ἐγώ. Τοῦ πέρι; Ὅτι μέλλεις τὴν ψυχὴν τὴν σαυτοῦ παρα-
σχεῖν ϑεραπεῦσαι ἀνδρέ, ὡς φῇς. σοφιστῇ ὅτι δέ ποτε ὁ σο-
φιστής ἐστί, ϑαυμαάξοιμ᾽ ἂν εἰ οἶσθα. καίτοι εἰ τοῦτ᾽ ἀγνοεῖς,
16 οὐδὲ ὅτῳ παραδίδως τὴν ψυχὴν οἶσθα, οὔτ᾽ εἰ ἀγαθῷ οὔτ᾽ εἰ
χαχῷ πράγματι. Οἷμαί y, ἔφη, εἰδέναι. “ἐγε δή, τί ἡγεῖ εἶναι
\ ld 3 % g „0 ΑΥ̓͂ » -
τὸν σοφιστήν; Ἐγὼ μέν, ἡ δ᾽ 05, ὥσπερ τοὔνομα λέγει, τοῦτον
εἶναι τὸν τῶν σοφῶν ἐπιστήμονα. Οὐκοῦν, ἦν δ᾽ ἐγώ, τοῦτο
ἔοικε: natürliche Bezeichnung für
einen Schluß nach Analogie.
τὶ: etwas, d. 1. einigermaßen, ir-
gend.
2. εἰς τοὺς Ἕλληνας. Vgl. Thu-
kyd. VI, 81: καὶ ἐς τοὺς ἄλλους
Ἕλληνας ἐπίδειξιν ... VI, 66: κα-
λὸν σφίσιν ἐς τοὺς ἄλλους "Elln-
γὰρ τὸ ἀγώνισμα φανεῖσϑαι. Prot.
349 A. Gorg. ὅ26 Β: ἐλλόγιμος γέ-
yove καὶ εἰς τοὺς ἄλλους Ἕλληνας.
r αὑτόν 8. ἃ. Anh.
4. AM” ἄρα bezeichnet, daß,
weil die eine Möglichkeit abgelehnt
ist, ein Schluß auf die andere na-
tärlich berechtigt sei. Vgl. Apol.
25A: 410 ἄρα, ὦ Μέλητε, un οἵ
ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ διαφϑεέρουσι τοὺς
ψεωτέρους ; Im nachfolgenden wer-
den daher die zwei Möglichkeiten
οὐ τοιαύτην — auf das Vorher-
gehende bezüglich — und ἀλλ᾽
οἴχπερ einander gegenübergestellt.
Der Indioativ, weil diese Ansicht
als schon vorhanden vorausgesetzt
wird. Vgl. zu Gorg. 512 D (178, 13
der 3. Aufl.) und die Beispiele bei
Kr. 54, 8, 12.
6. Über die hier bezeichneten
Lehrer vgl. das Genauere zu 325D
826 B.
7. ἐπὶ τέχνῃ erklärt sich durch
den Zusatz δημιουργὸς ἐσ., um aus
der kunstmäßigen Ausübung ein
Geschäft zu machen. Gegensatz:
ἐπὶ παιδείᾳ, zum Zweck der Bil-
dung; dies war ein Schlagwort der
Zeit. Vgl. zu Gorg. 485 A. Natür-
lich steht ἰδιώτης hier ohne schlim-
me Nebenbedeutung.
12. ὅτι... ἐστί: welche Wichtig-
keit 3. der Beantwortung dieser
Frage beilegte, darüber s. I. Einl.
8 18.
16. πράγματι, verallgemeinernd,
wie Gorg. 520 B von der Bürger-
schaft: τοῖς δημηγόροις τε καὶ 00-
φισταῖς οὐκ ἐγχωρεῖν μέμφεσϑαι
τούτῳ τῷ πράγματι ὃ αὐτοὶ παι-
δεύουσιν, ὡς πονηρόν ἐστιν εἰς σφᾶς.
Vgl. auch zu 8380 Β.
18. τὸν τῶν σοφῶν ἐπιστήμονα
(etymolog. Worterklärung). Die
Etymologie von σοφός und dem
Stamme ıor- (in ἐπέστασϑαι) ist
nach Platons Weise scherzhaft auf-
B
313
32 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
μὲν ἔξεστι λέγειν καὶ περὶ ξωγράφων καὶ περὶ τεκτόνων, ὅτι
Ὁ οὗτοί εἰσιν οἵ τῶν σοφῶν ἐπιστήμονες; ἀλλ᾽ εἴ τις ἔροιτο ἡμᾶς,
τῶν τί σοφῶν εἰσιν ol ξωγράφοι ἐπιστήμονες, δἴποιμεν ἄν που
αὐτῷ, ὅτι τῶν πρὸς τὴν ἀπεργασίαν τὴν τῶν εἰκόνων, καὶ
τἄλλα οὕτως: εἰ δέ τις ἐκεῖνο ἔροιτο, ὁ δὲ σοφιστὴς τῶν τί
σοφῶν ἐστί; τί ἂν ἀποκρινοίμεϑα αὐτῷ; ποίας ἐργασίας ἐπι-
στάτης; Τί ἂν εἴποιμεν αὐτὸν εἶναι, ὦ Σώκρατες, ἢ ἐπιστάτην
τοῦ ποιῆσαι, δεινὸν λέγειν; Ἴσως ἄν, ἦν. δ᾽ ἐγώ, ἀληϑῆ λέγοι-
μεν, οὐ μέντοι ἱκανῶς γε᾽ ἐρωτήσεως γὰρ ἔτι ἡ ἀπόκρισις ἡμῖν
E δεῖται, περὶ ὕτου ὁ σοφιστὴς δεινὸν ποιεῖ λέγειν ὥσπερ ὃ 1
κιϑαριστὴς δεινὸν δήπου ποιεῖ λέγειν περὶ οὗπερ καὶ ἐπιστή-
μονα, περὶ κιϑαρίσεως᾽ ἦ γάρ; Ναί. Εἶεν" ὁ δὲ δὴ σοφιστὴς
περὶ τίνος δεινὸν ποιεῖ λέγειν; ἢ δῆλον ὅτι περὶ οὕπερ καὶ
ἐπίσταται; Εἰκός γε. Τί δή ἐστι τοῦτο, περὶ οὗ αὐτός γε ἐπι-
στήμων ἐστὶν 6 σοφιστὴς καὶ τὸν μαϑητὴν ποιεῖ; Μὰ A, ἔφη, 1
οὐχέτι ἔχω σοι λέγειν.
Υ. Kal ἐγὼ εἶπον μετὰ τοῦτο. Τί οὖν: οἶσϑα eig οἷόν
τινα κίνδυνον ἔρχει ὑποϑήσων τὴν ψυχήν; ἢ εἰ μὲν τὸ σῶμα
ἐπιτρέπειν σε ἔδει τῷ, διακινδυνεύοντα ἢ χρηστὸν αὐτὸ γενέ-
gestellt, um die Vorstellung, welche
man von den Sophisten hatte, wie-
derzugeben. Diese Bestimmung
führt abermals zu einem Gattungs-
begriff, welcher viele Arten unter
sich befaßt; das unterscheidende
Merkmal soll in dem Gegenstande
des Wissens — τῶν τί σοφῶν (Kr.
46,4, 4. 51, 17,4) — gesucht
werden.
ὅ. τἄλλα οὕτως, zu ergänzen ein
von εἴποιμεν ἄν abhängiger Begriff.
Vgl. 319B u. Kr. 62, 3, 4.
6. ἐπιστάτης tritt der Verwandt-
schaft des Wortes zufolge für &xı-
στήμων ein. Vgl. Krit. 47B: ἡ ἂν
τῷ ἑνὶ δοκῇ, τῷ ἐπιστάτῃ καὶ
ἐπαΐοντι κτέ. Vgl. einer Sache
vorstehen und etwas verstehen.
7. Τί... ἢ κτέ. = τί ἄλλο... ἢ.
So kann H. sprechen nach der
Äußerung, die er oben (310E) that.*
10. περὶ ὅτου. Die Definition ist
noch zu weit. Indem 8. die Rede-
kunst abhängig macht von der
Herrschaft über den Inhalt, will
er zeigen, daß der Sophistik ein
bestimmter Wissensinhalt abgeht,
daß sie nur der Beherrschung der
Form an sich zustrebt. Eine ähn-
liche Untersuchung Gorg, 450 E fl.
13. περὶ οὕπερ: Vgl. 339 B: ἐπί:
στασαι τὸ ᾷσμα. Kr. 68, 31, 2.
18. ἔρχει ὑποθήσων: vgl. oben
zu Φ11Ὲ u. Theät. 198 E: ὅταν
ἀρυιϑμήσων ἴῃ ὃ ἀριϑμητικός.
19. διακινδυνεύοντα. Da die Ärzte
keiner vom Staate angeordneten
Prüfung sich zu unterziehen hat-
ten, so mußte der einzelne selber
prüfen, ob ein angeblicher Arzt
ertrauen verdiene und daher nach
den von ihm gemachten Kuren
sich erkundigen. Vgl. zu Gorg.
514D. Doch nahmen bisweilen
Staaten angesehene Ärzte in Dienst
und Sold, die sich auch über ihre
Ausbildung in der ärztlichen Kunst
auszuweisen hatten. S. zu Gorg.
455 B und Herm. Privataltert. $ 38.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (312. 313) 33
σϑαι ἢ πονηρόν, πολλὰ ἂν περιεσκέψω, εἴτ᾽ ἐπιτρεπτέον εἴτε
οὗ, καὶ εἰς συμβουλὴν τούς τε φίλους ἂν παρεκάλεις καὶ τοὺς
olnslovg, σκοφκούμενος ἡμέρας συχνάς" ὃ δὲ περὶ πλείονος τοῦ
σώματος ἡγεῖ, τὴν ψυχήν, καὶ ἐν ᾧ πάντ᾽ ἐστὶ τὰ σὰ ἢ εὖ ἢ
5 κακῶς πράττειν, χρηστοῦ ἢ πονηφοῦ αὐτοῦ γενομένου, περὶ δὲ
τούτον οὔτε τῷ πατρὶ οὔτε τῷ ἀδελφῷ ἐπεκοινώσω οὔτε ἡμῶν Β
τῶν ἑταίρων οὐδενί, εἴτ᾽ ἐπιτρεπτέον εἴτε καὶ οὐ τῷ ἀφικο-
μένῳ τούτῳ ξένῳ τὴν σὴν ψυχήν, ἀλλ᾽ ἑσπέρας ἀκούσας, ὡς
φῇς, ὄρϑριος ἥκων περὶ μὲν τούτου οὐδένα λόγον οὐδὲ συμβου-
10 λὴν ποιεῖ, δἴτε χρὴ ἐπιτρέπειν σαυτὸν αὐτῷ εἴτε μή, ἕτοιμος δ᾽
εἶ ἀναλίσκειν τά TE σαυτοῦ καὶ τὰ τῶν φίλων χρήματα, ὡς ἤδη
διεγνωκώς, ὅτι πάντως συνεστέον Πρωταγόρᾳ, ὃν οὔτε γιγνώ-
ὄχεις, ὡς φῇς; οὔτε διείλεξαι οὐδεπώποτε, σοφιστὴν δ᾽ ὀνομά-
bug, τὸν δὲ σοφιστήν, ὅτι ποτέ ἐστι, φαίνει ἀγνοῶν, ᾧ μέλλεις C
10 σαυτὸν ἐπιτρέπειν; καὶ ὃς ἀκούσας, Ἔοικεν, ἔφη, ὦ Σώκρατες,
ἐξ ὧν σὺ λέγεις. Ag οὖν, © ᾿Ιππόκρατες, ὁ σοφιστὴς Tuyyavsı
ὧν ἔμπορός τις ἣ κάπηλος τῶν ἀγωγίμων, ἀφ᾽ ὧν ψυχὴ τρέφε-
1. ὧν περιεσκέψω: von den ein-
zelnen Bemühungen in dieser Hin-
sicht, die natürlich nicht bloß der
Entscheidung, sondern auch der
Berufung der Freunde vorangingen,
leich mit Beziehung auf die
Zukunft, auf die εἰ... ἔδεε hin-
weist. Bei παρακαλεῖν steht das
Imperf. wohl wie bei κελεύξεν mit
mehr Nachdruck. Vgl. Lys. 223 A
προσεϊδόντες οἵ παιδαγωγοὶ ...
παρεκαῖρυν καὶ ἐκέλευον αὐτοὺς
οἴκαδε ἀπιέναι.
4. ἐν ᾧ ... ἐστί. Vgl. zu 8310 D
(28,6 ἃ. E.).
5. περὶ δέ τούτου. Beachte die
Wiederholung des δέ im Nachsatze.
Vgl. 828 Β C Lach. 194 Ὁ u. zu
Apol. 28DE, wo auch μέν im
Vordersatz wiederholt ist.Kr.69,16,2.
11. εἴτ᾽ ἐπιτρεπτέον... ψυχήν.
Nachdrucksvolle Stellung der ein-
zelnen Worte.
τῷ ἀφικομένῳ ξένῳ: vom Stand-
p des athenischen Bürgerstolzes
gesprochen. Vgl. Apol. 19 E: τοὺς
ψέους, οἷς ἔξεστι τῶν ἑαυτῶν πολι-
τῶν προῖκα ξυνεῖναι, ᾧ ἂν βού-
λωνται, τούτους πείθουσι... σφί-
σι ξυνεῖναι. Über den Artikel u.
Platons ausgew. Dialoge. IV.
die Wortstellung s. Kr. 50, 11, 20.
12, 2. Im folgenden wird die Wir-
kung durch die Gegenüberstellung
von ἑσπέρας u. ὄρϑριος gesteigert.
9. ὄρϑριος wie Hom. Il. α 424:
χθιζὸς ἔβη u. ἃ. Kr. 57, 6, 4.
12. συνδστέον, wie συγγίγνεσθαι,
συνουσία u. ä. von dem Verhältnis
des Schülers zum Lehrer.
γιψνώσκειρ: hier in einer Bedeu-
tung, in der man das Perf. erwar-
ten sollte; also wohl mit dem ähn-
lichen Gebrauch von ἀκούειν u. a.
V. (Kr. 53, 1, 2) zu vergleichen.
Ebenso Phaed. 60 A u. 1160, wo
nach σὲ ἔγνωκα (ich habe dich
kennen gelernt) γιγνώσκεις (du
kennst) τοὺς αἰτίους folgt. Die Er-
gänzung bei dıslekaı ist selbstver-
ständlich; die Auslassung ist sprach-
gemäß. Vgl. 309B.
14. ᾧ μέλλεις σ. &. Der verfäng-
liche Punkt wird eindringlich wie-
derholt.
16. Ἔοικεν: abschwächende Wie-
derholung von φαίνει. Es könnte
auch ἔοικα stehen wie Gorg.519D.
Die Ergänzung verlangt eine Ver-
änderung der Fügung.
17. ἔμπορος ἢ κάπηλος. Groß-
8
E
34
Ban
TIAATRNOZ
ται; φαίνεται γὰρ ἔμοιγε τοιοῦτός τις. Τρέφεται δέ, ὦ Σώ-
κρατες, ψυχὴ τίνι; Μαϑήμασι δήπου, nv δ᾽ ἐγώ. καὶ ὅπως γε
μή, ὦ ἑταῖρε, ὁ σοφιστὴς ἐπαινῶν ἃ πωλεῖ ἐξαπατήσῃ ἡμᾶς,
ὥσπερ οἱ περὶ τὴν τοῦ σώματος τροφήν, ὁ ἔμπορός Te καὶ
κάπηλος. καὶ γὰρ οὗτοί που ὧν ἄγουσιν ἀγωγίμων οὔτε αὐτοὶ
ἴσασιν ὅτι χρηστὸν ἢ πονηρὸν περὶ τὸ σῶμα, ἐπαινοῦσι δὲ
πάντα πωλοῦντες, οὔτε οἱ ὠνούμενοι παρ᾽ αὐτῶν, ἐὰν μή τις
τύχῃ γυμναστικὸς ἢ ἰατρὸς ὦν. οὕτω δὲ καὶ ol τὰ μαϑήματα
περιάγοντες κατὰ τὰς πόλεις καὶ πωλοῦντες καὶ καπηλεύοντες
τῷ ἀεὶ ἐπυϑυμοῦντι ἐπαινοῦσι μὲν πάντα ἃ πωλοῦσι, τάχα δ᾽
ἄν τινες, ὦ ἄριστε, καὶ τούτων ἀγνοοῖεν ὧν πωλοῦσιν ὅτι χρη-
στὸν ἢ πονηρὸν πρὸς τὴν ψυχήν. ὡς δ᾽ αὕτως καὶ οἵ ὠνούμε-
νοι παρ᾽ αὐτῶν, ἐὰν μή τις τύχῃ περὶ τὴν ψυχὴν αὖ ἰατρικὸς
ὦν. εἰ μὲν οὖν σὺ τυγχάνεις ἐπιστήμων τούτων τί χρηστὸν καὶ
πονηρόν, ἀσφαλές σοι ὠνεῖσϑαι μαϑήματα καὶ παρὰ Πρωταγό-
ρου καὶ παρ᾽ ἄλλου ὁτουοῦν" εἰ δὲ μή, ὅρα, ὦ μακάριε, μὴ
ren, und Kleinhändler oder Krämer.
Soph. 223 Ὁ: τῆς μεταβλητικῆς οὐχ
ἡ μὲν κατὰ πόλιν ἀλλαγὴ --- καπη-
λικὴ προσαγορεύεται; Ναί. Τὸ δέ
γε ἐξ ἄλλης εἰς ἄλλην πόλιν διαλ-
λαττόμενον ὠνῇ καὶ πράσει ἐμπορι-
xn; ein bei Platon häufiger Vergleich
für die Sophisten. Vgl. Soph. 231D:
δοκῶ μὲν γὰρ τὸ πρῶτον εὑρέθη
νέων καὶ πλουσίων ἔμμισθος θηρευ-
τής --- τὸ δέ γε δεύτερον ἔμπορός
τις περὶ τὰ τῆς ψυχῆς μαϑή-
ματα — τρίτον δὲ ρα οὐ περὶ
ταὐτὰ ταῦτα κάπηλος ἀνεφάνη;
Vorbereitet ist der Vergleich hier
durch die Absicht des Hipp., sich
die Weisheit des Protag. für Geld
- zu verschaffen. Über τὶς Kr.51,16, 2.
1. φαένεται γὰρ are. Von S. zur
Begründung seiner zur Bejahung
(vgl. Gorg. 450A) hinneigenden
Frage beigefügt.”
8. ἐξαπατήσῃ: a. L. ἐξαπατήσει."
ὅ. καὶ γὰρ οὗτοι. Ausführlicher
Gorg. 517D ft.
ὧν ... dyoy. abhängig von ὅτι
χρηστὸν ἢ π. Über die Stellung 8.
Kr. 51,12. — Der γυμναστικός be-
stimmt die für die Ausbildung des
814 περὶ τοῖς φιλτάτοις κυβεύῃς ve nal κινδυνεύῃς. καὶ γὰρ δὴ καὶ
händler, welche Waren importie-
esunden, der ἑατρικός die für die
eilung des kranken Leibes dien-
liche Diät.
8. γυμναστικὸς „te. Derselbe
Wechsel Gorg.464 A: ἑατρός re καὶ
τῶν γυμναστικῶν τις. Häufiger als
der γυμναστής kommt der zaıudo-
zeißns in Verbindung mit dem ἰα-
τρὸς vor, 5. B. Krit. 47 B, wozu
die Bem.
12. ὡς δ᾽ αὕτως seltener als
ὡσαύτως δέ nach dem Vorgange
Homers, z. B. Il. n 430. Über den
Accent Kr. 69, 63, 1 ἢ.
οἵ ὠνούμενοι. Ergänze das Prä-
dikat aus dem Vorhergehenden.
17. περὶ τοῖς φιλτάτοις. Der Da-
tiv wie bei φοβεῖσθαι, ϑαρρεῖν
(Phaed.114D: ϑαρρεὺν περὶ τῇ ξαυ-
τοῦ ψυχῇ), doch im ganzen selten.
— Das Liebste ist hier die Seele
mit ihrer Tugend, wie Gorg. 513:
σὺν τοῖς φιλτάτοις ἡ αἵρεσις ἡμῖν
ἔσται ταύτης τῆς δυνάμεως τῆς ἐν
τῇ πόλει.
κυβεύῃς, würfeln um etwas, eine
Metapher für leichtsinniges Wagen
(aufs Spiel setzen) einer wertvollen
Sache. κινδυνεύῃς wird erkiärend
hinzugefügt. Vgl. 884 Ὁ. Ein äbn-
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (313. 314) 35
πολὺ μείξων κίνδυνος ἐν τῇ τῶν μαϑημάτων ὠνῇ ἢ ἐν τῇ τῶν
σιτίων. σιτία μὲν γὰρ καὶ ποτὰ πριάμενον παρὰ τοῦ καπήλου
καὶ ἐμπόρου ἔξεστιν ἐν ἄλλοις ἀγγείοις ἀποφέρειν, καὶ πρὶν δέ-
ξασϑαι αὐτὰ εἰς τὸ σῶμα πιόντα ἢ φαγόντα, καταϑέμενον ol-
ὅ χαδε ἔξεστι συμβουλεύσασϑαι, παρακαλέσαντα τὸν ἐπαΐοντα,
ὅτι τε ἐδεστέον ἢ ποτέον καὶ ὅτι μή, καὶ ὁπόσον καὶ ὁπότε"
ὥστε ἐν τῇ ὠνῇ οὐ μέγας ὁ κίνδυνος. μαϑήματα δὲ οὐκ ἔστιν
ἐν ἄλλῳ ἀγγείῳ ἀπενεγκεῖν, ἀλλ᾽ ἀνάγκη, καταϑέντα τὴν τι-
μήν, τὸ μάϑημα ἐν αὐτῇ τῇ ψυχῇ λαβόντα καὶ μαϑόντα ἀπιέ-
10 var ἢ βεβλαμμένον ἢ ὠφελημένον. ταῦτα οὖν σκοπκώμεϑα καὶ
μετὰ τῶν πρεσβυτέρων ἡμῶν" ἡμεῖς γὰρ ἔτι νέοι ὥστε τοσοῦτο
πρᾶγμα διελέσϑαι. νῦν μέντοι, ὥσπερ ὡρμήσαμεν, ἴωμεν καὶ
ἀκούσωμεν τοῦ ἀνδρός, ἔπειτα ἀκούσαντες καὶ ἄλλοις ἀνακοι-
νωσώμεϑα᾽ καὶ γὰρ οὐ μόνος Πρωταγόρας αὐτόϑι ἐστίν, ἀλλὰ
καὶ Ἱππίας ὁ Ἠλεῖος --- οἶμαι δὲ καὶ Πρόδικον τὸν Κεῖον --- καὶ
ἄλλοι πολλοὶ καὶ σοφοί. ᾿
| VI. 4Ζόξαν ἡμῖν ταῦτα ἑἐπορευόμεϑα᾽ ἐπειδὴ δὲ ἐν τῷ
προϑύρῳ ἐγενόμεϑα, ἐπιστάντες περί τινος λόγου διελεγέμεϑα,
Da
1
licher Gedanke findet sich auch
Laches 187 B: el γὰρ νῦν πρῶτον
ἄρξεσϑε παιδεύειν, σκοπεῖν γρὴ μὴ
οὐκ ἐν τῷ Καρὶ ὑμῖν ὁ κίνδυνος
κινδυνεύηται, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς υἱέσι τε
καὶ ἐν τοῖς τῶν φίλων παισί.
ἢ. παρὰ τοῦ κι κι ἐξ 9}.8180. Die ver-
änderte Stellung ließe sich sachlich
begründen. Doch bestehen Bedenken
gegen die Echtheit der Worte.*
3. ἐν ἄλλοις ἀγγείοις, als der
Leib, für den man kauft.
8. καταϑέντα τὴν τιμήν, das Ho-
norar, wie 8280: ἀργύριον... κατέ-
Ina. 2 καταϑέμενον (2.4) vgl.47,13.
9. καὶ μαθόντα, beigefügt wie
oben (84, 17) κενδυνεύῃς, drückt
noch deutlicher aus, daß die μαϑή-
ματὰ in die Seele übergehen, in
die sie durch das Erlernen einge-
prägt werden.*
11, νέοι: der Positiv, weil die
Eigenschaft der Jugendlichkeit an
sich schuld ist, daß sie der Auf-
gabe nicht gewachsen sind. Kr.
4, 1. 8, stellt sich mit Urbanität
dem H. gleich. Vgl. oben 311 D.
Anders Protagoras 317 C.
15. οἶμαι κτέ. Wie hier auch Apol.
25E. Lach. 1804. 8. Kr. 55, 4, 11.
17. δόξαν ταῦτα. So auch ander-
wärts, 2. B. Xen. Anab. IV 1, 18
neben δόξαντα ταῦτα (Xen. Hell.
II 2, 19) und δοξάντων τούτων
(I 7, 80. V 2, 24) Kr. 56, 9, ὅ. 6.
ἐν τῷ προϑύρῳ. Der Platz (bis-
weilen eine Halle) vor der Thüre
des Hauses oder Hofes. Vgl. Od.
α 103. 119. o 10.
18. ἐγενόμεθα. γ. in der Bedeutung
kommen nicht selten, wie εἶναι,
sich befinden, mit den gleichen
Präpositionen und Adverbien. Vgl.
327D. 335 A. Lach. 191 Ο ἐπειδὴ
πρὸς τοῖς γερροφόροις ἐγένοντο.
Doch Xen. Anab. 1 7, 17 ἐγένοντο
εἴσω τῆς τάφρου.
ἐπιστάντες. Die Hindeutung auf
die bekannte Eigentümlichkeit
(Gastm. 175 AB) des Sokrates, eine
Untersuchung über einen Gegen-
stand, der ihm unterwegs eingefal-
len, zum Abschluß zu bringen, ehe
er weiter ging, wird zweckmäßig
benutzt, um die folgende Bemerkung
zu motivieren. λόγος, wie öfter,
8 Ἐ
36 HAATRNOZ
ὃς ἡμῖν κατὰ τὴν ὁδὸν ἐνέπεσεν᾽ iv’ οὖν μὴ ἀτελὴς γένοιτο
ἀλλὰ διαπερανάμενοι οὕτως ἐσίοιμεν, στάντες ἐν τῷ προϑύρῳ
διελεγόμεϑα, ἕως συνωμολογήσαμεν ἀλλήλοις. δοκεῖ οὖν μοι,
ὁ ϑυρωρός, εὐνοῦχός τις, κατήκουεν ἡμῶν, κινδυνεύει δὲ διὰ
τὸ πλῆϑος τῶν σοφιστῷν ἄχϑεσϑαι τοῖς φοιτῶσιν εἰς τὴν οἱ- ὃ
κίαν᾽ ἐπειδὴ γοῦν ἐκρούσαμεν τὴν ϑύρφαν, ἀνοίξας καὶ ἰδὼν
ἡμᾶς, Ἔα, ἔφη, σοφισταί τινες᾽ οἱ σχολὴ αὐτῷ" καὶ ἅμα ἀμ-
φοῖν τοῖν χεροῖν τὴν ϑύραν πάνυ προϑύμως ὡς οἷός T ἦν ἐπή-
ραξε. καὶ ἡμεῖς πάλιν ἐχρούομεν, καὶ ὃς ἐγκεκλῃμένης τῆς
ϑύρας ἀποκρινόμενος εἶπεν, Q ἄνϑρωποι, ἔφη, οὐκ ἀκηκόατε, 1 |
ὅτι οὐ σχολὴ αὐτῷ; ᾿Α4λλ᾽ ὠγαϑέ, ἔφην ἐγώ, οὔτε παρὰ Kal-
λίαν ἥκομεν οὔτε σοφισταί ἐσμεν᾽ ἀλλὰ ϑάρρει᾽ Πρωταγόραν
γάρ τοι δεόμενοι ἰδεῖν ἤλϑομεν᾽ εἰσάγγειλον οὖν. μόγις οὖν
note ἡμῖν ἄνϑρωπος ἀνέῳξε τὴν ϑύραν᾽ ἐπειδὴ δὲ εἰσήλϑο- |
usv, κατελάβομεν Πρωταγόραν ἐν τῷ προστῴῳ περιπατοῦντα, ἴ
Eins δ᾽ αὐτῷ συμπεριεπάτουν ἐκ μὲν τοῦ ἐπὶ ϑάτερα Καλλίας
der Gegenstand der Rede, der Ge-
danke, Soph. Oed. C. 1150.
8, δοκεῖ... μοι wird bisweilen,
wie oft οἶμαι, ohne Einfluß auf die
Konstruktion vorgesetzt oder ein-
geschoben. Vgl. die zu 313 C (88,
17). angeführte Stelle Soph. 231D.
Kr. 55, 4, 8.
4. ὃ ϑυρωρός: ein Sklave, der
in dem schmalen, von der Thüre
nach dem Hofe führenden Gange
eine Zelle (ϑυρωρεῖον) hatte. Er
hatte insbesondere die Thüre zu
öffnen und die Fremden anzumel-
den. Eunuchen hielt man für be-
sonders treu.
5. ἄχϑεσϑαι: hier = ὅτι ἤχϑετο.
Weil die Sophisten bei seinem Herrn
schmarotzen und dessen Freigebig-
keit mißbrauchen, sind sie ihm ver-
haßt. Er fühlt wie ein treuer
Diener, der das Vermögen erhalten
sehen möchte.
φοιτᾶν von solchen, die häufig
ins Haus kommen, Vgl. Lach. 181C:
χρῆν καὶ πρότερον φοιτᾶν αὐτὸν
παρ᾿ ἡμᾶς καὶ οἰκείους ἡγεῖσϑαι.
6. γοῦν deutet eine jedenfalls
feststehende Thatsache an, die ge-
eignet ist die vorhergehende Ver-
mutung zu bestätigen.
7. σοφισταί τινες absolut bei dem
Ausruf des Unwillens. αὐτός be-
zeichnet die Hauptperson, für die
Dienerschaft den Herrn.
8. πάνυ προϑύμως: von ganzem
‚Herzen, ἃ. h. mit aller Macht, wie
πρόφρων Homer Il. # 23: ἀλλ᾽ ὅτε
δὴ καὶ ἐγὼ πρόφρων ἐϑέλοιμι ἐρύσ-
σαι κτέ.
9. ἐκρούομεν nach ἐκρούσαμεν.
Über ἐγκεκλῃμένης s. d. Anh.
18. μόγις, wie Apol. 21B: μόγις
πάνυ ἐπὶ ζήτησιν αὐτοῦ ... ἐτρα-
πόμην, nur mit Widerstreben. ποτέ,
. wie aliquando = tandem. aliquando.
14 ἐπειδὴ εἰσήλθομεν: 8. zu 316 A
(39,4). Zu beachten ταῦτα διαϑεασά-
μενοι.
15. προστῴῳ. Eine der vier Säu-
lenhallen, welche den inneren Hof-
raum (αὐλή) im Anschluß an die
Gebäude umgaben, hier wohl die
zunächst dem Eingange gelegene.
περιπατοῦντα: wohl charakteri-
stisch. Als Hauptperson wird P.
durch die Begleitung des Hausherrn
eehrt. Vgl. über die Anwesenden
inl. 8 ı8£.
16. ἐκ τοῦ ἐπὶ θάτερα. Ebenso
Xen. An. V 4, 10. ἃ. Über solche
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (814. 315)
ὁ Ἱππονίκου καὶ ὃ ἀδελφὸς αὐτοῦ ὁ ὁμομήτριος, Πάραλος 0315
81
Περικλέους, καὶ Χαρμίδης ὁ Γλαύκωνος, ἐκ δὲ τοῦ ἐπὶ ϑάτερα ὁ
ἕτερος τῶν Περικλέους Ξάνθιππος καὶ Φιλιππίδης ὁ Φιλομήλου
καὶ ᾿Αντίμοιρος 6 Μενδαῖος, ὅσπερ εὐδοκιμεῖ μάλιστα τῶν Πρω-
ὃ ταγύρου μαϑητῶν καὶ ἐπὶ τέχνῃ μανϑάνει ὡς σοφιστὴς ἐσόμε-
vos. τούτων δὲ οὗ ὕπισϑεν ἠκολούϑουν ἐπακούοντες τῶν
λεγομένων τὸ μὲν πολὺ ξένοι ἐφαίνοντο, οὺς ἄγει ἐξ ἑκάστων
τῶν πόλεων 6 Πρωταγόρας, δι᾽ ὧν διεξέρχεται, κηλῶν τῇ φωνῇ
ὥσπερ Ὀρφεύς, ol δὲ κατὰ τὴν φωνὴν ἕπονται κεκηλημένοι"
10 ἦσαν δέ τινες καὶ τῶν ἐπιχωρίων ἐν τῷ χορῷ. τοῦτον τὸν χο-
ρὸν μάλιστα ἔγωγε ἰδὼν ἤσϑην, ὡς καλῶς εὐλαβοῦντο μηδέ-
ποτε ἐμποδὼν ἐν τῷ πρόσϑεν εἶναι Πρωταγόρου, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ
αὐτὸς ἀναστρέφοι καὶ ol μετ᾽ ἐκείνου, εὖ πως καὶ ἐν κόσμῳ
περιεσχίξοντο οὗτοι ol ἐπήκοοι ἔνϑεν καὶ ἔνϑεν, καὶ ἐν κύκλῳ
15 περιιόντες ἀεὶ εἰς τὸ ὄπισϑεν καϑέσταντο κάλλιστα.
VIL Τὸν δὲ μετ᾽ εἰσενόησα, ἔφη Ὅμηρος, Ἱππίαν τὸν
Β
Ἠλεῖον, καϑήμενον ἐν τῷ κατ᾽ ἀντικρὺ προστῴῳ ἐν ϑρόνφ᾽ C
περὶ αὐτὸν δ᾽ ἐκάϑηντο ἐπὶ βάϑρων Ἐρυξίμαχός τε ὁ ᾿άκουμε-
vor. καὶ Φαῖδρος ὁ Μυρρινούσιος καὶ “Ἄνδρων ὃ Avdgoriwvog
Substantivierungen 8. Kr. 50, 5, 12
und über ἐκ 68, 17, 8.
1. ὁμομήτριος, vgl. Einl. 8. 13
818g. E.
ὅ, ἐπὶ τέχνῃ: zu 812 Β.
6. τούτων: Kr. 47, 29, 2.*
7. οὖς ἄγει. Vgl. 316C Apol.
19 E über Gorgias, Prodikos, Hip-
pias: τούτων ἕκαστος — ἰὼν εἰς
ἑκάστην τῶν πόλεων τοὺς νέους --
πείθουσι --- σφίδι ξυνεῖναι. Von
diesen mochte wohl ein und der
andere begeisterte Schüler dem P.
noch weiter folgen.
ἑκάστων τῶν π. Vgl. Apol. 39 A
ἐν ἑκάστοις τοῖς κινδύνοις. Kr. 50,
11,23. Anders Apol.19E εἰς ἕκά-
στην τῶν πόλεων.
8. τῇ φωνῇ: wegen der Verglei-
chung mit Orpheus; es ist natür-
lich der Zauber seiner Rede ge-
meint,
9. οὗ de: in losem Anschluß an
οὃς ἄγει (während diese). Vgl. Kr.
69, 2,6. Dieser Übergang in die
Form des Hauptsatzes ist schon bei
ters.
Homer häufig, z. B. Il. α 78 f. ὃς
μέγα πάντων ᾿Αργείων κρατέει καί
οὗ πείθονται ᾿4χαιοί.
10. χορῷ. 83. vergleicht das Ge-
folge des Pr. mit dem tragischen
Chore wegen der genauen Ordnung,
welche man ehrfurchtsvoll einhält.
P. hat, wie der Chorführer, seinen
Platz in der Mitte der ersten Reihe.
14. ἐπήκοοι: vgl. oben A.
16. Τὸν δὲ μετ᾽ erinnert auch
an den bei Homer (Od. A 601) vor-
her genannten Sisyphos. Hier wirkt
die Parodie wegen des bei H. fol-
genden βέην Ἡρακληξίην besonders
drastisch. Die Rhapsodie führt den
Namen Νέκνια. So scheint es, als
sähe sich S. in das Reich der
Schatten u. des Scheines versetzt.*
17. ἐν θρόνῳ: als Lehrmeister,
zu dessen Füßen auf Schulbänken
(ἐπὶ βάθρων) die Schüler sitzen.
Man beachte die Wiederholung ἐν
ϑρύόνῳ καϑήμενος. Daneben weist
διέκρινε auf den Ton eines Rich-
Vgl. Lach. 184C u. 186E.
E
38
HAAT2NOZ
καὶ τῶν ξένων πολῖταί τε αὐτοῦ καὶ ἄλλοι τινές. ἐφαίνοντο δὲ
περὶ φύσεώς τε καὶ τῶν μετεώρων ἀστρονομικὰ ἄττα διερωτᾶν
τὸν Ἱππίαν, ὁ δ᾽ ἐν ϑρόνῳ καϑήμενος ἑκάστοις αὐτῶν διέκρινε
καὶ διεξήει τὰ ἐρωτώμενα. καὶ μὲν δὴ καὶ Τανταλόν γε εἰσεῖ-
D δον. ἐπεδήμει γὰρ ἄρα Πρόδικος ὁ Κεῖος, ἦν δὲ ἐν οἰκήματί 5
τίνι, ᾧ προ τοῦ μὲν ὡς ταμιείῳ ἐχρῆτο Ἱππόνικος, νῦν δὲ ὑπὸ
tot. πλήϑους τῶν καταλυόντων ὁ Καλλίας καὶ τοῦτο ἐκκενώ-
δας ξένοις κατάλυσιν πεποίηκεν.
ς
ὁ μὲν οὖν Πρόδικος ἔτι κατέ-
κδιτο, ἐγκεκαλυμμένος ἐν κῳδίοις τισὶ καὶ στρώμασι καὶ μάλα
πολλοῖς, ὡς ἐφαίνετο᾽ παρεκάϑηντο δὲ αὐτῷ ἐπὶ ταῖς πλησίον 10
xAlvaıs Παυσανίας τε ὁ ἐκ Κεραμέων καὶ μετὰ Παυσανίου νέον
τι ἔτι μειράκιον, ὡς μὲν ἐγώμαι, καλόν τε κἀγαϑὸν τὴν φύσιν,
\ 9 3 ’ ’ 3 - » » we 25
τὴν δ᾽ οὖν ἰδέαν πάνυ καλός. ἔδοξα ἀκοῦδαι ὄνομα αὐτῷ εἶναι
᾿4γάϑωνα, καὶ οὐκ ἂν ϑαυμάζοιμι, εἰ παιδικὰ Παυσανίου τυγ-
"“ὦὔ« 4 ΄
χάνει ὦν. τοῦτ᾽ ἣν τὸ μειράκιον, καὶ τὼ ᾿'4δειμάντω ἀμφοτέρω, 1 |
0 τε Κήπιδος καὶ ὁ Δευκολοφίδου, καὶ ἄλλοι τινὲς ἐφαένοντο᾽
περὶ δὲ ὧν διελέγοντο οὐκ ἐδυνάμην ἔγωγε μαϑεῖν ἔξωϑεν,
καίπερ λιπαρῶς ἔχων ἀκούειν. τοῦ Προδίκου" πάσσοφος γάρ
316u0: δοκεῖ ἁνὴρ εἶναι καὶ ϑεῖος᾽ ἀλλὰ διὰ τὴν βαρύτητα τῆς
φωνῆς Boußos τις ἐν τῷ οἰκήματι γιγνόμενος ἀσαφῆ ἐποίει τὰ 9
λεγόμενα.
1. ἐφαένοντο ... διερωτᾶν: 8. Kr.
56, 4, 5. Vgl. Apol. 23E φαένεται
τοῦτο λέγειν, man kann offenbar
annehmen, daß er dieses sagen will.
2. ἀστρονομικά: vgl. Hipp. mai.
285B: ἃ σὺ κάλλιστα ἐπίστασαι, τὰ
περὶ τὰ ἄστρα καὶ τὰ οὐράνια πάϑη.
Diese Gegenstände können als ein
Teil der gesamten Naturforschun
gelten, während μετέωρα mit οὐρά-
γιὰ ziemlich gleichbedeutend ist.
S. Apol. 18B. 19B.*
4. καὶ μὲν are. Nach Od. 1, 582:
καὶ μὴν Τάνταλον εἰσεῖδον γαλέπ᾽
ἄλγε᾽ ἔχοντα. Die letzten Worte
mochte sich der Leser dazudenken.
Vgl. Einl, $ 8 ἃ. E.
5.&oa:bestätigend.S.314C (35,15).
οἴκημα: jede Art von Gemach.
Mit der folgenden Bemerkung, in
der besonders ἐκκενώσας zu beach-
ten ist, vgl. zu 314D. Die unfrucht-
baren Bestrebungen des Prod. ver-
statten einen Vergleich mit V. 591f.
Vgl. Einl. 8 9.
11. Παυσανίας: s. Einl. 8 21.
13. καλός, nach καλόν τε κἀγαθόν.
Vgl. Laches 180E: τὰ μειράκια
τάδε πρὸς ἀλλήλους... διαλεγό-
μενοι ϑαμὰ ἐπιμέμνηνται Σα-
κράτους. Kr.58,1,2. Über δ᾽ οὖν
(certe) zu Apol. 174.
14. παιδικά: der Liebling, häufig
von dem jüngeren Freunde eines
gereifteren Mannes.
15. ἦν: mit Bezug auf die Zeit,
-da ihn S. sah. Das einfache Wort
anaphorisch nach dem zusammen-
gesetzten παρεκάϑηντο. Vgl.Phaed.
59B: Anorodmpos ... παρῆν καὶ
... Κρίτων, καὶ ἔτι... Avrıode-
uns’ ἦν δὲ καὶ Κτήσιππος ... καὶ
ἄλλοι τινές. Ἐ
τὼ ᾿Δδειμάντω: 8. Einl. 98. 21.
18. πάσσοφος : mitironischer Über-
treibung.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (315. 316) 39
VII. Kal ἡμεῖς μὲν ἄρτι εἰσεληλύϑειμεν, κατόπιν δὲ
ἡμῶν ἐπεισῆλθον ᾿Αλκιβιάδης τε ὁ καλός, ὡς φῇς σὺ καὶ ἐγὼ
πείϑομαι, καὶ Κριτίας ὁ Καλλαίσχρου. ἡμεῖς οὖν ὡς εἰσήλθομεν,
ἔτι σμίκρ᾽ ἄττα διατρέψαντες καὶ ταῦτα διαϑεασάμενοι προσῇ- B
5 μεν πρὸς τὸν Πρωταγόραν, καὶ ἐγὼ εἶπον᾽ Ὦ Πρωταγόρα,
πρὸς σέ τοι ἤλθομεν ἐγώ τε καὶ Ἱπποχράτης οὗτος. Πότερον,
ἔφη, μόνῳ βουλόμενοι διαλεχϑῆναι ἢ καὶ μετὰ τῶν ἄλλων;
Ἡμῖν μέν, ἦν δ᾽ ἐγώ, οὐδὲν διαφέρει᾽ ἀκούσας δέ, οὗ ἕνεκα
ἤλθομεν, αὐτὸς σκέψαι. Τί οὖν δή ἐστιν, ἔφη, οὗ ἕνεκα ἥκετε;
10 Ἱπποχράτης ὅδε ἐστὶ μὲν τῶν ἐπιχωρίων, ᾿Δἀπολλοδώρου υἱός,
οἰκίας μεγάλης τε καὶ εὐδαίμονος, αὐτὸς δὲ τὴν φύσιν δοκεῖ
ἐνάμιλλος εἶναι τοῖς ἡλικιώταις. ἐπιϑυμεῖν δέ μοι δοκεῖ ἐλλό- C
γιμος γενέσϑαι ἐν τῇ πόλει, τοῦτο δὲ οἴεταί ol μάλιστ᾽ ἂν γενέ-
σϑαι, εἰ σοὶ συγγένοιτο" ταῦτ᾽ οὖν ἤδη σὺ σκόπει, πότερον
15 περὶ αὐτῶν μόνος οἴει δεῖν διαλέγεσθαι πρὸς μόνους, ἢ μετ᾽
ἄλλων. Ὀρϑῶς, ἔφη, προμηϑεῖ, ὦ Σώκρατες, ὑπὲρ ἐμοῦ. ξέ-
νον γὰρ ἄνδρα καὶ ἰόντα εἰς πόλεις μεγάλας καὶ ἐν ταύταις
πείϑοντα τῶν νέων τοὺς βελτέστους ἀπολείποντας τὰς τῶν ἄλ-
λῶν συνουσίας, καὶ οἰκείων καὶ ὀϑνείων, καὶ πρεσβυτέρων καὶ
80 νεωτέρων, ἑαυτῷ συνεῖναι ὡς βελτίους ἐσομένους διὰ τὴν ἕαυ-
τοῦ συνουσίαν, χρὴ εὐλαβεῖσϑαι τὸν ταῦτα πράττοντα᾽ οὐ γὰρ Ὁ
σμικροὶ περὶ αὐτὰ φϑόνοι τε γίγνονται καὶ ἄλλαι δυσμένειαί
τε καὶ ἐπιβουλαί. ἐγὼ δὲ τὴν σοφιστικὴν τέχνην φημὶ μὲν εἷ-
ναι παλαιάν, τοὺς δὲ μεταχειριξομένους αὐτὴν τῶν παλαιῶν
1, κατόπιν für κατόπισθεν, bei das καί vor μετὰ τ. ἄ. αὐτὸς δέ
Platon nur noch Gorg. 447 A in der
Redensart κατόπιν ἑορτῆς. — Statt
der parataktischen Verbindung (μέν
—de) wählen wir die hypotaktische,
die | hier durch das Plusq. ersetzt
2. ὡς φὴς σύ: vgl. 309A.
4. σμέκρ᾽ ἅττα: wohl als Acc.
des Inhaltes zu betrachten. Im D.
ein Substantiv! Dieses Verweilen
findet also wohl noch am Ausgang
der Hausflur vor dem Eintritt in
die nächste Säulenhalle statt.
, 6. Πότερον κτέ. Charakteristisch
ist die erste Frage des Protagoras
(8. unten C) und die feine Ironie,
mit der Sokrates das Anliegen des
H. vorträgt. Bemerkenswert ist
wegen des vorhergehenden οἰκέας. ἢ
15. μόνος trotz des δεῖν. S. Kr.
δῦ, 2, 2.
16. ξένον κτέ. Vgl. zu 315 A (37, 7)
‚die Stelle aus der Apologie.
19. καὶ... νεωτέρων: rhetorischer
Schmuck, wie ihn auch Isokrates
liebt (διαέρεσις mit ὁμοιοτέλευτον).
21. τὸν ταῦτα wo. um die lange
Ausführung, die vorhergeht, zusam-
menzufassen. Ein bloßes Pronomen
wäre am Schlusse zu mager. Zu-
gleich wird durch ταῦτα das fol-
gende αὐτά vermittelt. Über φϑό-
vor 8. Kr. 44, 3, 4.
24. παλαιάν. Protagoras geht dar-
auf aus, einerseits, wie andere be-
rühmte Männer durch ihre Ge-
40 - HAAT2NOZ
ἀνδρῶν, φοβουμένους τὸ ἐπαχϑὲς αὐτῆς, πρόσχημα “ποιεῖσθαι
καὶ προκαλύπτεσϑαι. τοὺς μὲν ποίησιν, οἷον "Oungov τε καὶ
Ἡσίοδον καὶ Σιμωνίδην, τοὺς δὲ αὖ τελετάς τε καὶ χρησμῳδίας,
τοὺς ἀμφί τε Ὀρφέα καὶ Μουδαῖον᾽ ἐνίους δέ τινας σϑημαι
καὶ γυμναστικήν, οἷον Ἴκκος τε ὁ Ταραντῖνος καὶ ὁ νῦν ἔτι an
οὐδενὸς ἥττων σοφιστὴς Ἡρόδικος ὃ Σηλυμβριανός, τὸ δὲ ἀρ-
χαῖον Μεγαρεύς μουσικὴν δὲ ᾿4γαθοκλῆς τε ὁ ὑμέτερος πρό-
schlechtsahnen, so selbst durch
eine lange Reihe von Kunstahnen
zu glänzen, wobei er sich nicht
scheut, tief in die Sagenzeit zurück-
zugehen, andrerseits (817B) doch
wieder als einzig in seiner Art und
als der erste zu erscheinen. Der
Gedanke hat trotz seiner inneren
Unwahrheit Nachahmung gefunden
und ist noch in. „Martini Opitii
Buch von der deutschen Poeterey“
im I. Kapitel zu beachtenswertem
Ausdruck gekommen.
1. φοβουμένους. Dieser. Grund
ist in sophistischer Weise jenen Vor-
läufern untergeschoben. Auf wel-
chen Erfahrungen er beruht, kann
u. 8. die Apologie des Sokr. zeigen
19B 20D 22E, vgl. auch Lach.
184B: ἐπίφϑονος γὰρ ἡ προσποίησις
τῆς τοιαύτης ἐπιστήμης. en Aus-
druck σοφισταί gebraucht übrigens
Pindar Isthm. V (IV) 28 (86) von
den Dichtern.
ποιεῖσθαι 1%. προκαλύπτεσθϑαι.
Vgl. Gorg. ὅ110: ἐγώ σοι ὁμολογῶ
δεινοτέρους εἶνα ἐκείνους (die frü-
heren Staatsmänner) τούτων (als die
jetzt lebenden) ἐκπορέξειν. Kr. 58,
2, 9.
2. οἷον Ὅμηρον κτέ. 8. ‚Er. 62,
4,3. Doch unten "Innos He. V gl.
Gastm. 177 B: εἰ δὲ βούλει αὖ σκέψα.
σϑαι τοὺς χρηστοὺς σοφιστάς, Ἣρα-
κλέους. . ἐπαέίνουρ.... ξυγγράφειν,
ὥσπερ © ᾿βέλτιστος Πρόδικος.
8. Hesiodos lebte im achten
Jahrhundert v. Chr. in Böotien und
wär insbesondere als didaktischer
Dichter berühmt. Neben seiner
Θεογονία war gein bedeutendstes
Werk Ἔργα καὶ ἡμέραι. Über Si-
monides 8. Einl. .8. 39.
4. τοὺς ἀμφέ κτέ. Ο. u. Μ. und
ihresgleichen; also nicht sehr ver-
schieden von οἷον Ὁ. xr£. Vgl. 1.
y. 146f. u. Kr. 50, 5, 6.
Orpheus und Musäos gehören
der Sage an, jener der Thraker ın
Pierien, dieser Attikas. Beider Na-
men stehen mit Mysterienkulten iu
Verbindung. Man schrieb ihnen
darauf bezügliche Dichtungen, ins-
besondere Hymnen zu, die daher
nach ihrer Bestimmung als τελεταί,
Weihen, bezeichnet werden, und
allerlei Sehersprüche. Unter Peisi-
stratos sammelte und verfälschte
Onomakritos die unter ihren Namen
laufenden Dichtungen.
5. Ikkos aus Tarent, siegte um
470v.Chr. zuOlympia πὸ πένταθλον,
widmete sich dann ganz der Gym-
nastik und suchte sie durch Fest
stellung der besten (mäßigen) Le-
bensart theoretisch auszubilden.
6. οὐδενὸς εἶττων: keinem nach-
stehend, d. h. nicht geringer als
irgend einer. Vgl. 824 D 335A
Dem. Ol. I, 9: “καιρὸς ὃς οὐδενός
ἐστιν ἐλάττων τῶν πρότερον. Thuk.l.
91: οὐδενὸς ὕστεφοι γνώμῃ φανῆναι.
Herodikos aus Megara siedelte
sich in Selymbria an der Propontis
als Lehrer der Gymnastik u. Diö-
tetik an. Diese bildete er zunächst
im eigenen Interesse aus, da er
sehr kränklich war, wurde aber da-
mit eigentlicher Begründer der Heil-
gym .
7. Agathokles, ein älterer at-
tischer Musiker, nach Lach. 180D
Lehrer des berühmten Damon, der,
wahrscheinlich der Richtung seines
Lehrers folgend, die sittlich bildende
Bedeutung der Musik theoretisch
festzustellen suchte (Staat III 400
B IV 424 C). Von diesem ließ
t
!
ἰδ
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (816. 317)
41
σχημα ἐποιήσατο, μέγας ὧν σοφιστής, καὶ Πυϑοκλείδης 6 Κεῖος
καὶ ἄλλοι πολλοί. οὗτοι πάντες, ὥσαερ λέγω, φοβηϑέντες τὸν
φϑόνον ταῖς τέχναις ταύταις παραπετάσμασιν ἐχρήσαντο" ἐγὼ 811
δὲ τούτοις ἅπασι κατὰ τοῦτο εἶναι οὐ ξυμφέρομαι᾽ ἡγοῦμαι
ὅ γὰρ αὐτοὺς οὔτε διαπράξασθαι ὃ ἐβουλήϑησαν᾽ οὐ γὰρ λαϑεῖν
τῶν ἀνθρώπων τοὺς δυναμένους ἐν ταῖς πόλεσι πράττειν, ὧν-
περ ἕνεκα ταῦτ᾽ ἐστὶ τὰ προσχήματα᾽ ἐπεὶ οἵ γε πολλοὶ ὡς ἔπος
εἰκεῖν οὐδὲν αἰσθάνονται, ἀλλ᾽ ἄττ᾽ ἂν οὗτοι διαγγέλλωσι,
᾿ ταῦτα ὑμνοῦσι. τὸ οὖν ἀποδιδράσκοντα μὴ δύνασϑαι ἀποδρᾶ-
10 ναι, ἀλλὰ καταφανῆ εἶναι, πολλὴ μωρία καὶ τοῦ ἐπιχειρήματος,
al ἀολὺ δυσμενεστέρους παρέχεσθαι ἀνάγκη τοὺς ἀνθρώπους"
ἡγοῦνται γὰρ τὸν τοιοῦτον πρὸς τοῖς ἄλλοις καὶ πανοῦργον εἷ-
ναι. ἐγὼ οὖν τούτων τὴν ἐναντίαν ἅπασαν ὁδὸν ἐλήλυϑα, καὶ
ὑμολογῶ TE σοφιστὴς εἶναι καὶ παιδεύειν ἀνθρώπους. καὶ εὑ-
λάβειαν ταύτην οἶμαι βελτίω ἐκείνης εἶναι, τὸ ὁμολογεῖν μᾶλ-
λὸν ἢ ἔξαρνον εἶναι" καὶ ἄλλας πρὸς ταύτῃ ἔσκεμμαι, ὥστε,
σὺν ϑεῷ εἰπεῖν, μηδὲν δεινὸν πάσχειν διὰ τὸ ὁμολογεῖν σοφυ-
sich Perikles unterweisen; ebenso
von Pythokleides, der hiernach
zu schließen, entsprechend der in
Keos überhaupt herrschenden Rich-
tung, wohl in ähnlichem Sinne
wirkte.
4. κατὰ τοῦτο εἶναι: in dieser,
wie in ähnlichen Redensarten ἑκὼν
εἶναι (336 B), τὸ νῦν (τήμερον) el-
ναι, τὸ ἐπὶ σφᾶς εἶναι, τὸ σύμπαν
εἶναι, εἰς und κατὰ δύναμιν εἶναι,
steht der Infin. εἶναε wie ein Accus.
der Beziehung. Vgl. zu Gorg.517B
und Kr. δῦ, 1, 1, Curtius ὃ 564.
ὅ. λαϑεῖν: 8. Kr. 69, 14, 5.
ὃ. τοὺς δοναμένους ... πράττειν:
nämlich τὰ τῆς πόλεως πράγματα,
also die Machthaber im Staate.
Hier verachtet Protagoras die Masse
des Volkes, welche er in anderen
Fällen hochschätzt.
8. ὡς ἔπος εἰπεῖν: um ein ge-
wichtiges Wort zu sagen; also: ge-
rade heraus gesagt. Vgl. zu Apol.
17A u. Er. δῦ, 1, 2. '
διαγγέλλειν: nach allen Seiten hin
ankündigen, wird von dem ge-
braucht, der ein Lied anstimmen
läßt, insbesondere von dem Chor-
er; daher zu vergleichen mit
unserem: den Ton angeben; dage-
gen ὑμνεῖν : nachsingen, nachleiern.
Vgl. Hor. Epstl. 11, 54f. haec Ja-
nus summus ab imo prodocet, häec
recinunt iuvenes dictata senesque.
9. ἀποδιδράσκειν, (vgl. 8100)
von dem Entlaufen der Sklaven
rit. 560A) gebraucht, hier, wie
πιχειρήματος, von dem Flucht-
versuch. Kr. 53, 1, 6. 7. Protag.
verurteilt nicht die Täuschung an
sich, sondern nur diejenige, welche.
ihr Ziel verfehlt.
12. πρὸς τοῖς ἄλλοις: nach der
816 Ὁ ausgesprochenen Ansicht.
13. ἅπασαν: der Weg ist der ent-
Begengenetizte von Anfang bis Ende.
.50, 11,10.
τούτων: statt eines Satzes mit 7.
Vgl. Xen. Kyr. Ill 8, 41: χώραν
ἔχετε οὐδὲν ἧττον ἔντιμον τῶν
πρωτοστατῶν = ἢ ol πρωτοστά-
ται ἔχουσιν.
16. ἄλλας: u. εὐλαβείας, Vor-
sichtsmaßregeln. Er meint wohl
seine persönlichen Beziehungen u.
überhaupt sein klüges Verhalten.
17. σὺν θεῷ eintiv. Die Redensart
bezeichnet nach Herod. 1,86. III, 153
ursprünglich, daßeinAusspruch nach
B
42
IIAAT2NOZ
στὴς εἶναι. καίτοι πολλά γε ἔτη ἤδη εἰμὶ ἐν τῇ τέχνῃ καὶ γὰρ
καὶ τὰ ξύμπαντα πολλά μοί ἐστυν᾽ οὐδενὸς ὅτου οὐ πάντων ἂν
ὑμῶν καϑ᾽ ἡλικίαν πατὴρ εἴην᾽ ὥστε πολύ μοι ἥδιστόν ἐστιν,
δῖ τι βούλεσϑε, περὶ τούτων ἁπάντων ἐναντίον τῶν ἔνδον ὄν-
τῶν τὸν λόγον ποιεῖσϑαι. καὶ ἐγώ --- ὑπώπτευσα γὰρ βουλε- "
σϑαι αὐτὸν τῷ τε Προδίκχῳ καὶ τῷ [Ἱππίᾳ ἐνδείξασθαι καὶ
καλλωπίσασϑαι, ὅτι ἐρασταὶ αὐτοῦ ἀφιγμένοι einusv — Τί οὗν,
D ἔφην ἐγώ, οὐ καὶ Πρόδικον καὶ Ἱππίαν ἐκαλέσαμεν καὶ τοὺς
μετ᾽ αὐτῶν, ἵνα ἐπακούσωσιν ἡμῶν; Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη ὁ
Πρωταγόρας. Βούλεσϑε οὖν, ὁ Καλλίας ἔφη, συνέδριον κατα- 10
σκευάσωμεν, ἵνα καϑιξόμενοι διαλέγησϑε; ’Edoxsı χρῆναι"
ἄσμενοι δὲ πάντες ἡμεῖς ὡς ἀκουσόμενοι ἀνδρῶν σοφῶν καὶ
αὐτοὶ ἀντιλαβόμενοι τῶν βάϑρων καὶ τῶν κλινῶν κατεσκευάζο-
E μὲν παρὰ τῷ ᾿Ἱππίᾳ᾽ ἐκεῖ γὰρ προὐπῆρχε τὰ βάϑρα᾽ ἐν δὲ τούτῳ
Καλλίας τὲ καὶ ᾿Δλκιβιάδης ἠκέτην ἄγοντε τὸν IIgodızov, ἀνα-
στήσαντες ἐκ τῆς κλίνης, καὶ τοὺς μετὰ τοῦ Προδίκου.
IX. ᾿Ἐπεὶ δὲ πάντες συνεκαϑεζόμεϑα, ὁ Πρωταγόρας, Nüv
göttlicher Eingebung geschehen sei;
wird sie als Ausdruck der
Scheu gebraucht, den Gott durch
ein Wort zu verletzen: unserem
“unberufen’ oder ‘Gott sei Dank’
und mit Bezug auf Zukünftiges un-
serem ‘so Gott will’ zu vergleichen.
Der Ausgang seines Lebens erinnert
freilich an den Ausspruch des
Solon.
‚1. εἰμὶ ἐν τῇ τέχνῃ: In der Aus-
übung der Kunst begriffen sein.
Auch der Name einer besonderen
Kunst kann eintreten. Phaed. 59 A:
ὡς ἐν φιλοσοφίᾳ ἡμῶν ὄντων α. ἃ.
Von dem Gegenstand der Kunst
8190 (46, 10).
καὶ γάρ = etenim.
2. τὰ ξύμπαντα: die Jahre sei-
nes Lebens überhaupt. Protago-
ra3 übertreibt, um selbst ehrwürdi-
ger zu erscheinen. Im Gegensatz
dazu zeigte sich Sokrates (314B)
höchst bescheiden. Vgl. Nestors
Äußerung Il. ı 57. — Über οὐδενὸς
«οὐ 8. Kr. 51, 10, 11.
4. τι... τούτων: Kr. 58, 4, 5.
Das folgende ἁπάντων ist durch die
Stellung vor ἐναντίον besonders be-
tont.
6. ἐνδείξασθαι καὶ καλλ.: zur
Schau stellen und sich damit brüsten.
Vgl. 311 B (29, 2) zu διεσκόπουν
καὶ ἠρώτων.
Τί οὖν κτέ. S. τὰ 310A (96, 7).
10.. συνέδριον erinnert an eine
feierliche Sitzung zur Beratung wich-
tiger Angelegenheiten. So heißt
der Amphiktyonenrat τὸ τῶν ᾿Ελλή-
vo» συνέδριον u. der panhellenische
Kongreß zur Zeit der Perserkriege
τὸ κοινὸν τ. 'E σ. Zu βούλεσϑε
κατασκ. 8. Kr. 54, 2, 3.
12. καὶ αὐτοί. Die Hörbegierde der
Anwesenden war so groß, daß sie
das Zurechtstellen der Bänke und
Sofas durch Sklaven nicht ab-
warten, sondern selbst zugreifen.
Hippias bleibt wohl auf seinem Arm-
stuhl sitzen. κατασκευάξειν: ent
weder absolute: “herrichten’ oder
das Obj. aus dem unmittelbar Vor-
hergehenden zu entnehmen: stellten
zurecht.
15. ἄγοντε: über den Zustand
oder das Verhalten des Prodikos
8. Einl. 8 8.
|
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (817. 318)
δὴ ἄν, ἔφη, λέγοις, ὦ Σώκρατες, ἐπειδὴ καὶ οἵδε πάρεισι, περὶ
ὧν ὀλίγον πρότερον μνείαν ἐποιοῦ πρὸς ἐμὲ ὑπὲρ τοῦ νεανί-
σχου. καὶ ἐγὼ εἶπον ὅτι Ἢ αὐτή μοι ἀρχή ἐστιν, ὦ Πρωταγόρα, 818
ἥπερ ἄρτι, περὶ ὧν ἀφικόμην. Ἱπποκχράτης γὰρ ὅδε τυγχάνει
5 ἐν ἐκιϑυμίᾳ ὧν τῆς σῆς συνουσίας" ὅτι οὖν αὐτῷ ἀποβήσεται,
ἐάν σοι συνῇ, ἡδέως ἄν φησι πυϑέσϑαι. τοσοῦτος ὅ γε ἡμέτερος
λόγος. . Ὑπολαβὼν οὖν ὁ Πρωταγόρας εἶπεν᾽ ὯΔ νεανίσκε,
ἔσται τοίνυν 601, ἐὰν ἐμοὶ συνῇς, ἡ ἂν ἡμέρα ἐμοὶ συγγένῃ,
ἀπιέναι οἴκαδε βελτέονι γεγονότι, καὶ ἐν τῇ ὑστεραίᾳ ταὐτὰ
0 ταῦτα, καὶ ἑκάστης ἡμέρας ἀεὶ ἐπὶ τὲ βέλτιον ἐπιδιδόναι. καὶ
ἐγὼ ἀκούσας εἶπον Ὦ, Πρωταγόρα, τοῦτο μὲν οὐδὲν ϑαυμα-
στὸν λέγεις, ἀλλὰ εἰκός, ἐπεὶ κἂν σύ, καίπερ τηλικοῦτος ὧν καὶ
οὕτω σοφός. εἰ τίς σε διδάξειεν ὃ μὴ τυγχάνεις ἐπιστάμενος,
βελτίων ἂν γένοιο᾽ ἀλλὰ μὴ οὕτως, ἀλλ᾽ ὥσπερ ἂν εἰ αὐτίκα
b μεταβαλὼν τὴν ἐπιϑυμέαν ᾿Ἱπποχράτης ὅδε ἐπιϑυμήσειε τῆς
συνουσίας τούτου τοῦ νεανίσκου τοῦ νῦν νεωστὶ ἐπιδημοῦντος,
1. ἄν... λέγοις. Der modus
potentialis ist hier zum Ausdruck
einer höflichen Aufforderung ange-
wandt. Vgl. γωροῖς ἂν εἴσω, Soph.
Phil. 674 Electr. 637 Ant. 444
Trach. 624 Kr. 54, 3, 8.
8. ἡ αὐτὴ are: nicht gerade
wörtlich, denn S. wiederholt von
der ersten Außerung (816B) nur
das, was zur Begründung seiner
Frage dient, und verflüchtigt das
übrige, was für Protagoras beson-
ders schmeichelhbaft war, in den
möglichst unbestimmt gehaltenen
Ausdruck τυγχάνει... ὦν.
ὅ. ἀποβήσεται von dem zu er-
wartenden Erfolg.
6. τοσοῦτος: mit Rücksicht auf
die Kürze, die sich aber doch nicht
inden Grenzen einer bloßen Wieder-
holung hält.
1. Ὦ νεανίσκε. Mit Emphase
wird ein scheinbar großes Verspre-
chen eingeleitet. Anpreisen der
Ware nach 318CD.
9. βελτίονε γεγονότι enthält den
Hauptbegriff der Aussage, wie Il.
B 118: Ζεὺς κατένευσεν — Ἴλιον
ἐχπέρσαντ᾽ εὐτείχεον ἀπονέεσθαι.
Vgl. unten ἐπὶ τ. β. ἐπιδιδόναι.
ταὐτὰ ταῦτα kann durch ἔσται
ergänzt oder adverbial (absolute
Kr. 46, 3, 3) gefaßt werden.
11. S. tadelt die Unbestimmtheit
in dem Versprechen des Protagoras
mit ironischer Anspielung (rnAıxov-
vos) auf dessen BRuhmredigkeit
(817C). Sokr. muß dem Protag.
seine Forderung durch dieselbe Me-
thode klar machen, wie oben 311B
dem jungen Hippokrates.
12. xav. καί wie ὥσπερ vor εἶ
zieht das ὧν des Nachsatzes gern
an sich; dieses pflegt aber dann
wiederholt zu werden.
14. un οὕτως : elliptischer Aus-
druck zur Abwehr einer Behaup-
tung oder eines Thuns. Vgl. Menon
74D: ἀλλὰ μή μοι οὕτως, ἀλλ᾽
ἐπειδὴ κ. τ. 1. Xhnlich 8810: μή
won, nv δ᾽ ἐγώ, οὐδὲν γὰρ δέομαι.
em. Phil. I, 19: μή μοι μυρίους.
αὐτίκα (ἐπεὶ αὐτίκα) leitet oft,
wie unser gleich, ein nahe liegen-
des Beispiel ein, auf das man sich
nicht zu besinnen braucht. Vgl.
859E. Lach. 195B: οὐδὲν γὰρ λέ-
γεις᾽ ἐπεὶ αὐτίκα 89 ταῖς νόσοις
οὐχ οἵ ἰατροὶ τὰ δεινὰ ἐπέστανται;
Gorg. 472D: αὐτέκα πρῶτον, περὶ
οὗ νῦν ὁ λόγος ἐστί.
48
Β
D
44
IIAAT2NOZ
Zevkinzov τοῦ Ἡρακλεώτου, καὶ ἀφικόμενος παρ᾽ αὐτόν, W6-
Ep παρὰ σὲ νῦν, ἀκούδειεν αὐτοῖ ταὐτὰ ταῦτα, ἅπερ σοῦ, ὅτι
ἑχάστης ἡμέρας ξυνὼν αὐτῷ βελτίων ἔσται καὶ ἐπιδώσει" εἰ av-
τὸν ἐπκανέροιτο᾽ τί δὴ φὴς βελτίω ἔσεσθαι καὶ εἰς τί ἐπιδώ-
σειν; εἴποι ἂν αὐτῷ ὁ Ζεύξιππος, ὅτι πρὸς γραφικήν᾽ κἂν εἰ}
Ὀρφθαγόρᾳ τῷ Θηβαίῳ συγγενόμενος, ἀκούσας ἐκείνου ταὐτὰ
ταῦτα, ἅπερ σοῦ, ἐπανέροιτο αὐτὸν εἰς ὅτι βελτίων καϑ' ἡμέ:
ραν ἔσται συγγιγνόμενοςρ ἐκείνῳ, εἴποι ὥν, ὅτι εἰς αὔλησιν᾽
οὕτω δὴ καὶ σὺ εἰπὲ τῷ νεανίσκῳ καὶ ἐμοὶ ὑπὲρ τούτου ἐρω-
τῶντι, Ἱπποκράτης ὅδε Πρωταγόρᾳ συγγενόμενος, ἡ ἂν αὐτῷ "ὶ
ἡμέρα συγγένηται, βελτίων ἄπεισι γενόμενος καὶ τῶν ἄλλων
ἡμερῶν ἑκάστης οὕτως ἐπιδώσει εἰς tl, ὦ Πρωταγόρα, καὶ περὶ
τοῦ; καὶ ὁ Πρωταγόρας ἐμοῦ ταῦτα ἀκούσας, Σύ τε καλῶς
ἐρωτᾷς, ἔφη, ὦ Σώκρατες, καὶ ἐγὼ τοῖς καλῶς ἐρωτῶσι χαίρω
ἀποκρινόμενος. ᾿Ἱπποχράτης γὰρ παρ᾽ ἐμὲ ἀφικόμενος οὐ πεί- Mi
σεται, ἅπερ ἂν ἔπαϑεν ἄλλῳ ἑῷ συγγενόμενος τῶν σοφιστῶν'
ol μὲν γὰρ ἄλλοι λωβῶνται τοὺς νέους᾽ τὰς γὰρ τέχνας αὐτοὺς
πεφευγότας ἄκοντας πάλιν αὖ ἄγοντες ἐμβάλλουσιν εἰς τέχνας,
λογισμούς τε καὶ ἀστρονομίαν καὶ γεωμετρίαν καὶ μουσικὴν
1. Ζευξέππου: wahrscheinlich die
vollere Form Zeuxie (vgl.
z. B. Friedrich und Fritz). Offen-
bar erwähnt S. einen allen bekann-
ten tüchtigen Maler. Der berühmte
Zeuxis (8. Gorg. 458C) aus Hera-
klea in Italien, der Schüler des
Apollodoros des Skiagraphen, Ne-
benbuhler des Parrhasios, lebte bis
380 v. Chr. u. trat in Athen wahr-
scheinlich gegen 4820 auf. 8. Einl.
8 24 a. E.
6. Ὀρϑαγόρᾳ: so wird ein Leh-
rer des Epaminondas im Flötenspiel
genannt neben Olympiodoros. Tüch-
tige Flötenspieler kamen meist aus
Theben.
12. περὶ τοῦ: bezeichnet den
Gegenstand. Man könnte περὶ τί
erwarten. S. Kr. 68, 38, 4. Doch
vgl. zu Gorg. 451D.
18. Σύ re... καὶ ἐγώ: paratak-
tisch, um die Persönlichkeit hervor-
zuheben.
15. γάρ setzt einen nicht ausge-
sprochenen Gedanken voraus, etwa:
dies aber ist meine Antwort: H.
nämlich u. 8. w. Vgl. zu 8900
(48, 14).
οὐ πείσεται: eine nach Form, In-
halt und Absicht verwerfliche Ant-
wort.
16. ἔπαϑεν: es könnte auch ἔπα-
oyev heißen, dem zelseraı ent-
sprechend. Der Aorist drückt
stärker den unausweichlichen Nach-
teil aus, dem er verfallen wäre,
wenn er sich an einen anderen 9.
gewendet hätte,
17. τὰς τέχνας: die zum eigent-
lichen Schulunterricht (vgl. 312B
825 Ὁ ff.) gehören. Daran reihen sich
die höheren Wissenschaften, welche
einzelne Sophisten damals ausbilde-
ten. Ein ähnliches Versprechen giebt
Gorg. 4690: πολλὴ δᾳστώνη γέγνε-
ται, μὴ μαϑόντα τὰς ἄλλας τέχνας,
ἀλλὰ μίαν ταύτην, μηδὲν ἐλαυτοῦ-
σϑαι τῶν δημιουργῶν.
18. ἄκοντας... ἄγοντερ: feines
antithetisches Wortepiel.
19. λογισμούς: Rechnungen: d.h.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (318. 819) 45
διδάσκοντες — καὶ ἅμα εἰς τὸν Ἱππίαν ἀπέβλεψε — παρὰ δ᾽
dub ἀφικόμενης μαϑήσεται οὐ περὶ ἄλλου τον ἢ περὶ οὗ ἥκει.
τὸ δὲ μάϑημά ἐστιν εὐβουλέα περί τε τῶν οἰκείων, ὅπως ἂν
ἄριστα τὴν αὑτοῦ οἰκίαν διρικοῖ, καὶ περὶ τῶν τῆς πόλεως,
bomas τὰ τῆς πόλεως δυνατώτατος ἂν εἴη καὶ πράττειν καὶ λέ-819
rw. Ag’, ἔφην ἐγώ, ἔπομαί σου τῷ λόγῳ; δοκεῖς γάρ μοι
᾿ἀέγειν τὴν πολιτικὴν τέχνην καὶ ὑπισχνεῖσϑαι ποιεῖν ἄνδρας
ἀγαϑοὺς πολέτας. Αὐτὸ μὲν οὖν τοῦτό ἐστιν, ἔφη, ὦ Σώκρατες,
τὸ ἐπάγγελμα, ὃ ἐπαγγέλλομαι,
: X. H καλόν, ἦν δ᾽ ἐγώ, τέχνημα ἄρα κέκτησαι, εἴπερ
᾿ἀἐχτησαι" οὐ γάρ τι ἄλλο πρός γε σὲ εἰρήσεται ἢ ἅπερ νοῶ. ἐγὼ
γὰρ τοῦτο, ὦ Πρωταγόρα, οὐκ ᾧμην διδακτὸν εἶναι, σοὶ δὲ λέ-
per οὐκ ἔχω ὕπωρ ἀπιστῶ. ὅϑεν δὲ αὐτὸ ἡγοῦμαι οὐ διδα- Β
iv εἶναι μηδ᾽ ὑπ᾽ ἀνθρώπων παρασκευαστὸν ἀνθρώποις,
ῥα δίχαιές εἰμι εἰπεῖν. ἐγὼ γὰρ Admvalovs, ὥσπερ καὶ οἱ ἄλλοι
Ἕλληνες, φημὶ σοφοὺς εἶναι. ὁρῶ οὖν, ὅταν συλλεγῶμεν εἰς
die Rechenkunst. ἀριϑμητική ent-
' spricht mehr unserer Zahlenlehre.
‚8 zu Gorg. 460 Ὁ 8.
1. ἀπέβλεψε: ein vielsagender
‚ Seitenblick.
᾿ς ἃ. διοικοῖ: das Subj. aus μαϑή-
᾿ res zu entnehmen. Zu dvsaro-
; ἴατος are. vgl. 317A. Doch deutet
er hier auf das wichtige Mittel der
' stastsmännischen Thätigkeit hin,
das hauptsächlich Gegenstand des
‚ Unterrichtes sein wird. Vgl. 310E
und 312E. |
40’ ἔπομαί σου τῷ A.: fast
6b
gleichbedeutend mit der Formel:
Le μανϑάγω .. . ὃ λέγεις; Sie
‚ enthält den leichten Tadel, daß
. das Gesagte zu keiner begrifflichen
Klarheit führe. Die Einheit des
Begriffs stellt S. her.
‚U ποιεῖν absolute. Das Obj.
ist selbstverständlich, wozu die fol-
| genden Worte, deren Stellung auf-
end ist, das Prädikat bilden.
9. ἐπάγγελμα: der hergebrachte
Ausdruck für die Ankündigung (das
Programm) der Sophisten (profiteri).
Vgl. Lach. 186 C: oinse ψόφοι ἐπηγ-
Ἠξλλοντό μὲ οἷοί τ᾽ εἶναι ποιῆσαι
καλὸν ze κἀγαθόν. Isocr. I, 19.
11, οὐ γὰρ... ἀπιστῶ. Das erste
γαρ begründet nur die Bei
des einen Zweifel ausdrückenden
Zusatzes, das zweite γάρ͵ dagegen
die ganze vorhergehende Außerung
mit Einschluß des Zusatzes. Der
mit ἐγὼ γάρ beginnende Satz könnte
zu dem mit δὲ angeknüpften auch
in ein untergeordnetes Verhältnis
treten: obwohl ich bisher glaubte
u. 8. w. Doch beachte ἡγοῦμαι!
18. οὐ... und’. Bemerkenswerter
Wechsel der Negation bei den von
ἡγοῦμαι abhängigen Infinitiven.
Durch οὐ διδακτὸν εἶναι wird der
Satz (das. schon vollzogene Urteil)
οὐ διδακτόν ἔστιν als Gegenstand
einer Annahme bezeichnet, woraus
sich die weitere Annahme μὴ παρα-
σκευαστὸν εἶναι ergiebt. Vgl. Soph.
Philokt. 1058: οἶμαι σοῦ κάκιον
οὐδὲν ἂν τούτων κρατύνειν μηδ᾽
ἐπιϑύνειν χερί. Beispiele über den
Gebrauch beider Negationen nach
Begriffen der Vorstellung und Auße-
rung bei Kr. 67, 7, 4.
15. δίκαιός εἰμε: über den persön-
lichen Gebrauch s. Kr. 55, 3, 10.
Die Bedeutung neigt sich teils zu
berechtigt, teils zu verpflichtet.
Wie hier z. Β. Apol. 18A vgl. mit
E. Die Beweise des 9, sind in-
46 JIIAATSNOZ
τὴν ἐκκλησίαν, ἐπειδὰν μὲν περὶ οἰκοδομίας τι δέῃ πρᾶξαι τὴν
πόλιν, τοὺς οἰχοδόμους μεταπεμπομένους συμβούλους περὶ
τῶν οἰκοδομημάτων, ὅταν δὲ περὶ ναυπηγίας, τοὺς ναυπηγοῦς,
καὶ τἄλλα πάντα οὕτως, ὅσα ἡγοῦνται μαϑητά τε καὶ διδαχτὰ |
εἷναι ἐὰν δέ τις ἄλλος ἐπιχειρῇ αὐτοῖς συμβουλεύειν, ὃν ἐκεῖ- ὃ |
vos μὴ οἴονται δημιουργὸν εἶναι, κἂν πάνυ καλὸς ἡ καὶ πλού-
σιος καὶ τῶν γενναίων, οὐδέν τι μᾶλλον ἀποδέχονται, ἀλλὰ
καταγελῶσι καὶ ϑορυβοῦσιν, ἕως ἂν ἢ αὐτὸς ἀποστῇ ὁ ἐπιχει-
ρῶν λέγειν καταϑορυβηϑείς, ἢ ol τοξόται αὐτὸν ἀφελκύσωσιν
ἢ ἐξαίρωνται κελευόντων τῶν πρυτάνεων. περὶ μὲν οὖν ὧν "]
οἴονται ἐν τέχνῃ εἶναι. οὕτω διαπράττονται" ἐπειδὰν δὲ τι
περὶ τῶν τῆς πόλεως διοικήσεως δέῃ βουλεύσασϑαι, συμβουλεύει
αὐτοῖς ἀνιστάμενος περὶ τούτων ὁμοίως μὲν τέκτων, ὁμοίως δὲ
χαλκεὺς σκυτοτόμος, ἔμπορος ναύχληρος, πλούσιος “πένης,
γενναῖος ἀγεννής, καὶ τούτοις οὐδεὶς τοῦτο ἐπιπλήττει ὥσπερ ii
direkt (apagogisch) aus der Erfah-
rung des Staats- und Privatlebens.
Mit dem Lobe der Athener ahmte
er die Art der Sophisten nach (vgl.
8810 zu πρυτανεῖον τῆς σοφίας).
So stellt 5. ein Problem auf,
welches Protagoras zu lösen hat,
da sein Versprechen, die πολιτικὴ
ἀρετή lehren zu wollen, mit der
Ansicht der Athener, die er belehren
will, im Widerspruch steht.
1. περὶ οἰκοδομίας: Gegenstand
der Verhandlung. Vgl. zu 318D
(44, 12).
2. μεταπεμπομένους: Kr.52,12,6.
Das Subjekt ist aus dem vor-
hergehenden Satz (ἐγὼ ... εἶναι)
zu entnehmen, wie das folgende
ἡγοῦνται zeigt.
περὶ τῶν οἰκοδομημάτων. Man
könnte περὶ οἰκοδομήσεως erwarten.
Vgl. die ähnliche Stelle Gorg. 455B.
Doch handelt es sich um das Tech-
nische der Bauten, die ausgeführt
werden. *
9. ol τοξόται. Die Polizeisoldaten
der Athener waren Staatssklaven,
meist aus Skythien und mit Bogen
bewaffnet, daber bald Σκύϑαι,
bald τοξόται genannt. (Schömann
1 5. 868 1) Sie mußten den Pry-
tanen, welche die Volksversamm-
lung leiteten (das Präsidium führte
der ἐπιστάτης), die Ordnung auf-
recht erhalten helfen. Instürmischen
Versammlungen wurde einem Red-
ner gar manchmal das Wort ent-
zogen; verließ er die Tribüne
dennoch nicht, so zogen ihn die
Polizeisoldaten herab und brachten
ihn weg. Es werden auch die ein-
fachen V. EAnsıv und αἷρε:» ge-
braucht.*
10. περὶ ὧν. Kr. 51, 10, 1.
Sonst wird διαπράττεσθαι auch mit
dem Acc. konstruiert. Vgl. Kr. 68,
31, 2. Der Ausdruck ἐν τέχνῃ el
voı, welcher oben 8170 (42, 1) in
anderer Bedeutung mitpersönlichem
Subjekt erscheint, bezeichnet hier
das, worauf es ankommt, nämlich
daß es in den Bereich einer Kunst
fällt, die erlernt werden kann.
12. τῶν τῆς πόλεως: abhängig von
διοικήσεως, das ohne Artikel steht,
wie es auch im D. möglich ist.*
13. ἀνιστάμενος: als Redner. Zur
Sache vgl. das Urteil des Sokrates
Apol. 22D: διὰ τὸ τὴν τέχνην κα-
λῶς ἐξεργάξεσθαι ἕκαστος ἠξίου
καὶ τἄλλα τὰ μέγιστα σοφώτατος
εἶναι. --- Über ὁμοίως μὲν. .. 6.
δέ 8. Kr. 59, 1, 4. Zu beachten
ist im zweiten Gliede die paarweise
Zusammenstellung der angeführten
Beispiele nach Beruf und Art.
|
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (819. 320) 47
τοῖς πρότερον, ὅτι οὐδαμόϑεν μαϑών, οὐδὲ ὄντος διδασκάλου
οὐδενὸς αὐτῷ ἔπειτα συμβουλεύειν ἐπιχειρεῖ" δῆλον γάρ, ὅτι
οὐχ ἡγοῦνται διδακτὸν εἶναι. μὴ τοίνυν ὅτι τὸ κοινὸν τῆς πό-
λεως οὕτως ἔχει, ἀλλὰ ἰδία ἡμῖν οἵ σοφώτατοι καὶ ἄριστοι τῶν E
ὃ πολιτῶν ταύτην τὴν ἀρετὴν ἣν ἔχουσιν οὐχ οἷοί τὸ ἄλλοις
παραδιδόναι᾽ ἐπεὶ Περικλῆς. ὁ τουτωνὶ τῶν νεανίσκων πατήρ,
τούτους ἃ μὲν διδασκάλων εἴχετο καλῶς καὶ εὖ ἐπαίδευσεν, ἃ
δὲ αὐτὸς σοφός ἐστιν οὔτε αὐτὸς παιδεύει οὔτε τῳ ἄλλῳ παρα-850
δίδωσιν, ἀλλ᾽ αὐτοὶ περιιόντες νέμονται ὥσπερ ἄφετοι, ἐάν που
Ὁ αὐτόματοι περιτύχωσι τῇ ἀρετῇ. εἰ δὲ βούλει, Κλεινίαν, τὸν
j
᾿ς Aluıßıadov Tovrovi νεώτερον ἀδελφόν, ἐπιτροπεύων ὁ αὐτὸς
οὗτος ἀνὴρ Περικλῆς, δεδιὼς περὶ αὐτοῦ μὴ διαφϑαρῇ δὴ ὑπὸ
᾿Αλκιβιάδου, ἀποσπάσας ἀπὸ τούτου, καταϑέμενος ἐν ᾿Δρίφρο-
νος ἐπαίδευε᾽ καὶ πρὶν FE μῆνας γεγονέναι ἀπέδωκε τούτῳ
1. μαϑών. Das Subjekt ist aus Tieren, welche einer Gottheit heilig
dem vorhergehenden τούτοις zu
entnehmen. Vgl. 824A.334C. Gorg.
605D. Anschaulich schildernd faßt
Sokr. nur einen Fall ins Auge,
denkt nur an den ersten besten,
der auftreten mag. Im D. statt
οὐδαμόϑεν ein anderer Terminus.
3. μὴ (οὐχ)τι... ἀλλὰ : nichtdavon
zu reden, daß(nicht nur)..., sondern
(auch). Vgl. Apol.40D. Von diesem
unterscheidet sich der vorliegende
Fall dadurch, daß das erste Glied
sein eigenes Prädikat hat.
r die Söhne des Perikles s. d.
ἘΠ], 8 19. Dieselbe Erfahrung
wird Menon 93 ff. in Bezug auf die
Söhne des Themistokles, Aristides
und Thukydidesausgesprochen. Vgl.
Lach. 176C.
ὃ. zapeadıdovaı: wie tradere
von Lehre und Unterricht. Vgl.
Theät.198B :: καλοῦμεν παραδιδόντα
μὲν διδάσκειν, παραλαμβάνοντα δὲ
μανϑάνειν.
ἐπεέ leitet ein bestätigendes (die
Behauptung begründendes) Beispiel
ein.
1. διδασκάλων εἴχετο. ἔχεσθαί
τινος: sich an etwas anschließen,
daher abhängen von, d.h. hier
also: wofür es Lehrer gab.
9. αὐτοί: ohne Leiter. — νέμον»-
ται ἄφετοι: ein Bild, entlehnt von
waren und ohne Aufsicht frei um-
herlaufen und innerhalb des hei-
ligen Bezirks überall weiden durften.
Ahnlich wird Lach. 179 A ἀνεῖναι
gebraucht.
10. εἰ δὲ βούλει: eine Formel,
durch welche ein dem Angeredeten
nahe liegendes, für ihn deutliches
Beispiel eingeleitet wird. Über das
Verhältnis des Kleinias und Alki-
biades zu Perikles S. Einl. 8 22.
12. μὴ διαφϑαρῇ: Sokrates ur-
teilt auch dem anwesenden Liebling
gegenüber offen u. wahrheitsgetreu.
13. καταϑέμενος. Vgl. 314 A. Hier
ungefähr so viel, wie "aufbewahren,
in Sicherheit bringen’.
ἀποσπάσας... καταϑέμενος. Peri-
kles nahm ihn aus dem väterlichen
Hause, in welchem Alkibiades mit
seiner Mutter Deinomache wohnte,
und brachte ihn in das Haus seines
Bruders Ariphron, wo er besser
untergebracht schien, als bei P.
selbst, um dort für seine Erziehung
zu sorgen.
14. ἀπέδωκε τούτῳ : Gegensatz zu
ἀποσπάσας ἀπὸ τούτου. P. giebt
dadurch zu erkennen, daß sein Er-
ziehungsversuch gescheitert ist,
also der Einfluß des Alk. nicht
mehr schaden kann. Den Kleinias
nennt Alkibiades selbst in dem
48 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
Β οὐχ ἔχων ὅτι χρήσαιτο αὐτῷ. καὶ ἄλλους σοι παμπόλλους ἔχω
λέγειν, οὗ αὐτοὶ ἀγαϑοὶ Ovrss οὐδένα πώποτε βελεέῳω ἐποίησαν
οὔτε τῶν οἰκείων οὔτε τῶν ἀλλοτρίων. ἐγὼ οὖν, ὦ Πρωταγόρα,
εἰς ταῦτα ἀποβλέπων οὐχ ἡγοῦμαι διδακτὸν εἶναι ἀρετήν
ἐπειδὴ δέ δου ἀκούω ταῦτα λέγοντος, κάμπτομαι καὶ οἶμαί τί ὃ
σε λέγειν διὰ τὸ ἡγεῖσθαί δὲ πολλῶν μὲν ἔμπειρον γεγονέναι,
πολλὰ δὲ μεμαϑηκέναι, τὰ δὲ αὐτὸν ἐξευρηκέναι. εἰ οὖν ἔχδις
Ο ἐναργέστερον ἡμῖν ἐπιδεῖξαι, ὡς διδακτόν ἐστιν ἡ ἀρετή, μὴ
φϑονήσῃς, ἀλλ᾽ ἐπίδειξον. ᾿4λλ᾽, ὦ Σώκρατες, ἔφη, οὐ φϑο-
νήσω᾽ ἀλλὰ πότερον ὑμῖν, ὡς πρεσβύτερος νεωτέροις, μῦϑον Ὁ
λέγων ἐπιδείξω ἢ λόγῳ διεξελθών; πολλοὶ οὖν αὐτῷ ὑπέλαβον
τῶν παραχαϑημένων, ὁποτέρῳς βούλοιτο, οὕτρῳ διεξιέναι. Ao-
κεῖ τοίνυν μοι, ἔφη. χαριέστεροψν εἶναι μῦϑον ὑμῖν λέγειν.
ΧΙ. Ἦν γάρ ποτε χρόνος, ὅτε ϑεοὶ μὲν ἧσαν, ϑνητὰ δὲ γένη
οὐκ ἦν. ἐπειδὴ δὲ καὶ τούτοις χρόνος ἦλθεν εἰμαρμένος γενέ-
gleichnamigen Dialog 118 Ε einen
μαινόμενον ἄνθρωπον, d. h. einen
solchen, mit dem ganz und gar
nichts anzufangen ist. — γεγονέναι
von der sich ergebenden Zahl, wie
öfter bei Zeitangaben. Vgl. Xen.
Hell. II 4, 25: πρὶν δὲ ἡμέρας δέκα
γενέσθαι.
1. καὶ
schließt ab.
3. τῶν οἰκείων ar&. Der gleiche
Gegensatz mit anderem Ausdruck
oben 8160. ἐγὼ οὖν leitet zum
Schlusse über.
7. μεμαϑηκέναι und ἐξευρηκέναι
geläufige Gegensätze, Lach. 186C:
εἰ δὲ Νικίας ἢ Λάχης εὔρηκεν ἢ
μεμάϑηκεν, οὐκ ἂν θαυμάσαιμι. E:
οὔτε γὰρ εὑρετὴς οὔτε μαϑητής...
γεγονέναι. Beide zusammen bilden
einen Gegensatz zu der auf Er-
fahrung beruhenden Einsicht.
8. un φϑονήσῃς sowie un φϑό-
νει (Gorg. 489 A) Formel der Höf-
lichkeit, womit man jemand drin-
gend um etwas bittet (sei so gut).
10. ὡς πρεσβύτερος. Wiederum
thut sich Prot. auf sein Alter et-
was zu gute (vgl. übrigens Gorg.
527A: τάχα δ᾽ οὖν ταῦτα μῦϑός
ἄλλουρ: dieser Satz
σοι δοκεὶ λέγεσθαι ὥσπερ γραός).
υὖϑος, im Gegensatz gegen λόγος
(Erörterung) eine Erzählung, mei-
stens eine erdichtete, die bisweilen
dazu dient, eine Wahrheit anschau-
lich zu machen. Vgl. zu Gorg.
523A. In diesem Sion verbindet
sie Protagoras mit dem λόγος (324D),
um dessen Beweiskraft durch die
Anmut (χαριέστερον) jener zu unter-
stützen. Ob Platon eine von Prof.
selbst stammende Darstellung, die
sich mit der berühmten Erzählung
des Prodikos bei Xenophon (Azoyr.
U 1) vergleichen ließe, etwa aus
der von Laert. Diog. IX 55 erwähn-
ten Schrift sol τῆς ἐν ἀρχῇ κατα-
στάσεως, benützen konnte und wollte,
bleibt zweifelhaft. Der Ton des
Märchens ist kunstreich nachgeahmt
sowohl durch den Eingang als durch
die Art des Fortschreitens der Er-
zählung (eine gewisge behagliche
Breite, Wiederholung derselben
Worte) als durch den Gebrauch
poetischer altertümlicher Ausdrücke
und Redensarten.*
14. Ἦν γάρ ποτε are. γάρ führt
die angekündigte Erzählung ein.
Kr. 69, 14, 1. Ähnlich nach Aus-
drücken wie σημεῖον, τεκμήριον δέ
τ. ἃ. S.Kr. 57, 10, 14. Vgl. zu
8180 u. 8288,
40
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (320. 321)
49
6805, τυποῦσιν αὐτὰ ϑεοὶ γῆς ἔνδον ἐκ γῆς καὶ πυρὸς μίξαντες
καὶ τῶν ὅσα πυρὶ καὶ γῇ κεράννυται. ἐπειδὴ δ᾽ ἄγειν αὐτὰ
πρὸς φῶς ἔμελλον, προσέταξαν Προμηϑεῖ καὶ ’Enıumdet κοσμῆ-
σαί τε καὶ νεῖμαι δυνάμεις ἑχάστοις ὡς πρέπει. Προμηϑέα δὲ
5 παραιτεῖται ᾿Ἐπιμηϑεὺς αὐτὸς νεῖμαι, νείμαντος δέ μου, ἔφη,
ἐπίσκεψαι" καὶ οὕτωρ πείσας νέμει. νέμων δὲ τοῖς μὲν ἰσχὺν E
ἄνευ τάχους προσῆπτε, τὰ δ᾽ ἀσϑενέστερα τάχει ἐκόσμει"
τὰ δὲ ὥπλιξε, τοῖς δ᾽ ἄοπλον διδοὺς φύσιν ἄλλην τιν᾽ αὐτοῖς
ἐμηχανᾶτο δύναμιν εἰς σωτηρίαν. ἃ μὲν γὰρ αὐτῶν σμικρότητι
ἤμπισχε, πτηνὸν φυγὴν ἢ κατάγειον οἴκησιν ἔνεμεν᾽ ἃ δὲ ηὐξε
μεγέθει, τῷδε αὐτῷ αὐτὰ ἔσφῳξε' καὶ τἄλλα οὕτως ἐπανισῶν 831
1. τυποῦσιν: nur die äußere
Gestalt wird zunächst aus der Ma-
terie geformt. Daß dieses die
Götter thun, während die Ver-
teilung der Eigenschaften Tita-
nen überlassen bleibt, ist auf-
fallend. .
γῆς ἔνδον: Kr. 11. 47, 29, 8. Vgl.
Phädr. 347 A ἐντὸς οὐρανοῦ.
denke an eine Werkstatt, wie sie
dem Hephästos zugeschrieben ward.
Feuer und Erde sah man, da sie
den äußersten Gegensatz von festem
und flüchtigem Wesen darstellen,
818 die Grundelemente an; zwischen
sie schob Empedokles Luft und
Wasser ein.
2. τῶν ὅσα. So Öfter bei Platon.
Theät. 204 Ὁ: ταὐτὸν ἄρα ἔν γε
τοῖς ὅσα ἐξ ἀριϑμοῦ ἐστι. Soph.
541 E. Staat VI 510A. Vor dem
einfachen Relat. τοῦ 0 ἔστιν ἴσον
Phaed. 75B. Lach.. 185D.
3. πρὸς φῶς ohne Artikel wie
311A, Vgl. Soph. Phil. 625: πρὸς
φῶς ἀνελϑεῖν ua
Prometheus, ursprünglich mit
Hephästos eng verbunden, dann als
Sohn des Japetos angesehen, wird
in der Sage Vertreter des mensch-
lichen Bildungstriebes, der sich auch
Besen den Willen der Götter des
ittels für eine höhere Kulturent-
wicklung, des Feuers, bemächtigt.
Dem vorsichtigen Prometheus tritt
der nachbedächtige Epimetheus zur
Seite. Amgroßartigsten faßte Äschy-
Platons ausgew. Dialoge. IV.
los die jenem Mythos zu Grunde
liegende Idee auf und stellte sie in
einer Trilogie dar. Prot. macht
einen sehr freien Gebrauch von der
Überlieferung.
5. παραιτεῖσθαι: sich erbitten
oder verbitten, je nach dem Inhalt
der Bitte. 358 A: τὴν δὲ Προδίέκου
τοῦδε διαίρεσιν τῶν ὀνομάτων παρ-
αἰτοῦμαι. Vgl. Apol. 2714: ὅπερ
κατ᾿ ἀρχὰς ὑμᾶς παρῃτησάμην,
nämlich μὴ ϑορυβεῖν. Hier ver-
bindet sich mit dem negativen Be-
griff, daß Pr. es nicht thue, der
positive, daß E. es thun dürfe;
also = sich ausbitten. Der Infinitiv
νεῖμαι vertritt das sachliche Ob-
jekt; αὐτός ausschließend. 8. 309 A
8320 A.
veiuavrog δέμου: weil der Gegen-
satz hier in den Handlungen, nicht
in den Personen liegt.*
8. αὐτοῖς ἐμηχανᾶτο: anapho-
risch nach τοῖς δ᾽, bildet den Ton
der mündlichen Erzählung nach.*
10. ἤμπισχε wie ἀμφιεννύς, ὑπο-
δῶν unten konstruiert. Über die
ewöhnliche Konstruktion dieser
erba 8. Kr. 46, 15. Der Ausdruck
trägt dichterisches Gepräge, wie
‚auch πτηνὸν φυγήν, ἀιστωϑ εέη u.a.
Das Demonstrativpronomen zu ἔνε-
ev ergänzt sich leicht nach der
Bedeutung des Verbums. Vgl.obenD,.
11. τῷδε, auf μεγέϑει weisend,
sinnlich lebhafter als τούτῳ. Auch
αὐτά statt ταῦτα ist zu beachten.
4
50 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἔνεμε. ταῦτα δὲ ἐμηχανᾶτο εὐλάβειαν ἔχων μή τι γένος ἀιστω-
Helm‘ ἐπειδὴ δὲ αὐτοῖς ἀλληλοφθοριῶν διαφυγὰς ἐπήρκεσε,
πρὸς τὰς ἐκ Διὸς ὥρας εὐμάρειαν ἐμηχανᾶτο ἀμφιεννὺς αὐτὰ
πυκναῖς τε ϑριξὶ καὶ στερεοῖς δέρμασιν, ἱκανοῖς μὲν ἀμῦναι
χειμῶνα, δυνατοῖς δὲ καὶ καύματα, καὶ εἰς εὐνὰς ἰοῦσιν ὕπως ὑ
ὑπάρχοι τὰ αὐτὰ ταῦτα στρωμνὴ οἰχεία τε καὶ αὐτοφυὴς Exd-
στῷ, καὶ ὑποδῶν τὰ μὲν ὁπλαῖς, τὰ δὲ ὄνυξι καὶ δέρμασι στε-
ρεοῖς καὶ ἀναίμοις. τοὐντεῦϑεν τροφὰς ἄλλοις ἄλλας ἐξεπόριξε,
τοῖς μὲν ἐκ γῆς βοτάνην, ἄλλοις δὲ δένδρων καρπούς, τοῖς δὲ |
ῥίξας᾽ ἔστι δ᾽ οἷς ἔδωκεν εἶναι τροφὴν ξῴων ἄλλων βοράν᾽ καὶ 10 |
τοῖς μὲν ὀλιγογονίαν προσῆψε, τοῖς δ᾽ ἀναλισχομένοις ὑπὲ τού-
τῶν πολυγονίαν, σωτηρίαν τῷ γένει πορίξων. ἅτε δὴ οὖν οὐ
πάνυ τι σοφὸς ὧν ὁ Ἐπιμηϑεὺς ἔλαϑεν αὑτὸν καταναλώσας
τὰς δυνάμεις" λοιπὸν δὴ ἀκόσμητον ἔτι αὐτῷ ἦν τὸ ἀνθρώπων
γένος, καὶ ἠπόρει ὅτι χρήσαιτο. ἀποροῦντι δὲ αὐτῷ ἔρχεται 1
Προμηϑεὺς ἐπισκεψόμενος τὴν νομήν, καὶ ὁρᾷ τὰ μὲν ἄλλα ξῷα
ἐμμελῶς πάντων ἔχοντα, τὸν δὲ ἄνϑρωπον γυμνόν τε καὶ ἀνυ-
πόδητον καὶ ἄστρωτον καὶ ἄοπλον᾽ ἤδη δὲ καὶ ἡ εἰμαρμένη
ἡμέρα παρῆν, ἐν ἢ ἔδει καὶ ἄνϑρωπον ἐξιέναι ἐκ γῆς εἰς φώς.
Ὁ ἀπορίᾳ οὖν σχόμενος ὁ Προμηϑεύς, ἥντινα σωτηρίαν τῷ ἀν- Ὁ]
ϑρώπῳ εὕροι, κλέπτει Ἡφαίστου καὶ ᾿ἀϑηνᾶς τὴν ἔντεχνον
7. ὄνυξι: hier nicht als Waffe,
sondern mit den dazu gehörigen
δέρματα or. x. ἀν., wie die ὁπλαί,
als Fußbekleidung verstanden.*
10. ἔστι δ᾽ οἷς. Vgl. Kr. 61, 5,
8. Seltener mit dem Nominativ.
Doch 8. Xen. Anab. VI 2, 6.
12. τῷ γένει: der Gattung im
Gegensatze zu den Einzelwesen.
οὐ πάνυ τι, mehr als gewöhnlich
gemilderter Ausdruck.
13. καταναλώσας: ein Grund, der
in der Sache läge, ist nicht ersicht-
lich, da die Eigenschaften nach
ihrer Zahl gar nicht bestimmt
waren. Die Motivierung ist eben so
äußerlich, wie sie in einem Mär-
chen oder einer Sage wohl sein
kann.*
15. ἀποροῦντι.... ἔρχεται. Nicht
seltene Konstruktion. Vgl. Krit.
50 A: εἰ μέλλουσιν ἡμῖν ἐνθένδε
ἀποδιδράσκειν ... ἐλθόντος ol νόμοι
... ἔροιντο.
11. ἐμμελῶς ἔχοντα mit dem 66-
netiv nach Analogie von πῶς, κα-
λῶς ἔχειν. Phileb. 62 A: de” οὖν
οὗτος ἱκανῶς ἐπιστήμης ἕξει; (Er.
47, 10, δ.)
20. oyöusvog: ergriffen. Kr. $ 40.
21. Hephästos und Athene, als die
Götter der Kunstarbeiten, waren
auch im athenischen Lokalmythos
mit einander verbunden. Gemein-
schaftlich waren ihnen die Feste
Χαλκεῖα und das große Familien-
fest der Araroveıa, wobei die Feier
in dem Feuerherde des Hauses ih-
ren Mittelpunkt fand.
τὴν ἔντεχνον σοφίαν: dieses fügt
Protagoras, der Intention seiner
Darstellung entsprechend, aus eige-
nen Mitteln hinzu, benachteiligt
aber dadurch die schlichte Natür-
15
|
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (321. 322)
51
σοφίαν σὺν πυρί — ἀμήχανον γὰρ ἦν ἄνευ πυρὸς αὐτὴν κτητήν
τῷ ἢ χρησίμην γενέσϑαι --- καὶ οὕτω δὴ δωρεῖται ἀνθρώπῳ.
τὴν μὲν οὖν περὶ τὸν βίον σοφίαν ἄνϑρωπος ταύτῃ ἔσχε, τὴν
δὲ πολιτικὴν οὐκ εἶχεν᾽ ἦν γὰρ παρὰ τῷ Διί, τῷ δὲ Προμη-
5 ϑεῖ εἰς μὲν τὴν ἀκρόπολιν τὴν τοῦ Διὸς οἴκησιν οὐκέτι ἐνεχώ-
ρει εἰσελϑεῖν᾽ πρὸς δὲ καὶ al Διὸς φυλακαὶ φοβεραὶ ἧσαν᾽ εἰς
δὲ τὸ τῆς ᾿4ϑηνᾶς καὶ Ἡφαίστου οἴκημα τὸ κοινόν, ἐν ᾧ ἐφιλο- E
τεχνείτην, λαϑὼν εἰσέρχεται, καὶ κλέψας τήν τε ἔμπυρον τέχνην
τὴν τοῦ Ἡφαίστου καὶ τὴν ἄλλην τὴν τῆς ᾿Αϑηνᾶς δίδωσιν ἀν-
10 ϑρώπῳ, καὶ ἐκ τούτου εὐπορία μὲν ἀνθρώπῳ τοῦ βίου γίγνεται,
Προμηϑέα δὲ di Ἐπιμηϑέα ὕστερον, ἧπερ λέγεται, κλοπῆς Blum 322
wernAdev.
XI. Ἐπειδὴ δὲ ὁ ἄνϑρωπος Belag μετέσχε μοίρας, πρῶτον
μὲν διὰ τὴν τοῦ ϑεοῦ συγγένειαν ξῴων μόνον ϑεοὺς ἐνόμισε,
καὶ ἐπεχείρει βωμούς τε ἰδρύεσϑαι καὶ ἀγάλματα ϑεῶν᾽ ἔπειτα
φωνὴν καὶ ὀνόματα ταχὺ διηρϑρώσατο τῇ τέχνῃ, καὶ οἰκήσεις
lichkeit desMythos. Dieser berichtet
nur von dem Diebstahl des Feuers
und macht dieses mit Voraussetzung
der natürlichen Begabung des Men-
schen zur Quelle seiner Kulturent-
wicklung.
8. τὴν μὲν οὖν are. Übergang
zu dem, was dem Prot. die Haupt-
sache ist. Auch hier gestaltet er
den Mythos frei nach seiner Ab-
sicht um. Den Olympos denkt er
sich im Anschluß &n Homer als
eine πόλις ϑεῶν: die Burg des Herr-
schers auf dem höchsten Punkte,
die Wobnungen der anderen Götter
tiefer gelegen. Daher das οὐκέτι,
da Prometheus von unten herauf-
kommt. Bei af... φυλακαί denkt
Prot. wohl an Kedros und Βέα,
welche nach Hes. Theog. 388 immer
bei Zeus sitzen und auch im Προ-
μηϑεὺς δεσμώτης des Aschylos als
seine Diener erscheinen.
ἔσχε... εἶχεν: bekam... hatte.
Zu Kr. 53, 5, 1. Vgl. zu Apol. 19A.
11. δι’ ᾿Επιμηϑέα: Der Zusatz
bringt mit überflässiger Weitschwei-
figkeit, die hier überhaupt hervor-
tritt, noch einmal in Erinnerung,
daß die Unvorsichtigkeit des E.
an allem schuld ist.
ἧπερ λέγεται: Berufung auf die
Volkssage mit Anwendung der dem
attischen Prozeß entnommenen Be-
zeichnung κλοπῆς δίκη, die durch
μετῆλθεν sinnlich belebt wird.
14. διὰ τὴν τοῦ Head συγγένειαν:
dieser Zusatz beeinträchtigt die
Bedeutung des Ausdrucks ϑείας
μετέσχε μοίρας und ist in der vor-
hergehenden Darstellung nicht be-
gründet; er scheint daher von spä-
terer Hand zu stammen.*
μόνον: durch die Stellung be-
einflußt.
15. ἔπειτα gewöhnlich ohne δέ
nach πρῶτον μέν. Kr. 69, 24,1. Vgl.
zu 310C (27, 10).
16. διηρϑρώσατο: technisch für
das Artikulieren der Sprache. Vgl.
Xen. Mem. 1, 4, 12: καὶ τὴν γλῶτ-
τάν γε πάντων τῶν ξῴων ἐχόντων,
μόνην τὴν τῶν ἀνθρώπων ἐποίη-
σαν... ἀρϑροῦν τὴν φωνήν. Ne-
ben φωνήν, das in seiner eigent-
lichen Bedeutung zu fassen ist,
steht ὀνόματα, das hier nicht im
engeren Sinne im Gegensatz von
ῥήματα zu verstehen ist, in etwas
anderem Sinn als Objekt, indem
es das durch Gliederung hervor-
4*
52
IIAATSNOZ
καὶ ἐσθῆτας καὶ ὑποδέσεις καὶ στρωμνὰς καὶ τὰς ἐκ γῆς τρο-
φὰς εὕρετο. οὕτω δὴ παρεσκευασμένοι κατ᾿ ἀρχὰς ἄνϑρωποι
B ὥκουν σποράδην, πόλεις δὲ οὐκ ἦσαν᾽ ἀπώλλυντο οὖν ὑπὸ τῶν
ϑηρίων διὰ τὸ πανταχῇ αὐτῶν ἀσϑενέστεροι εἶναι, καὶ ἡ δημι-
ουργικὴ τέχνη αὐτοῖς πρὸς μὲν τροφὴν ἱκανὴ βοηϑὸς ἦν, πρὸς 5
ὃὲ τὸν τῶν ϑηρίων πόλεμον ἐνδεής" πολιτικὴν γὰρ τέχνην
οὕπω εἶχον, ἧς μέρος πολεμική. ἐξήτουν δὴ ἁϑροίξεσϑαι καὶ
σῴξεσϑαι κτίξζοντες πόλεις" ὅτ᾽ οὖν ἁϑροισϑεῖεν, ἠδίκουν ἀλ-
λήλους ἅτε οὐκ ἔχοντες τὴν πολιτικὴν τέχνην, ὥστε πάλιν δκε-
Ο δαννύμενοι διεῳϑείροντο. Ζεὺς οὖν δείσας περὶ τῷ γένει 10
ἡμῶν, μὴ ἀπόλοιτο πᾶν, Ἑρμῆν πέμπει ἄγοντα εἰς ἀνθρώπους
αἰδῶ τε καὶ δίκην, ἵν᾽ εἶεν πόλεων κόσμοι τε καὶ δεσμοί, φιλίας
συναγωγοί. ἐρωτᾷ οὖν Ἑρμῆς Ale, τένα οὖν τρόπον δοίη δίκην
καὶ αἰδῶ ἀνθρώποις" πότερον ὡς al τέχναι νενέμηνται, οὕτω
καὶ ταύτας νείμω; νενέμηνται δὲ WdE εἷς ἔχων ἰατρικὴν πολ-
λοῖς ἱκανὸς ἰδιώταις, καὶ οἵ ἄλλοι δημιουργοί" καὶ δίκην δὴ
Ὁ καὶ αἰδῶ οὕτω Ho ἐν τοῖς ἀνθρώποις, ἢ ἐπὶ πάντας νείμω; ἐπὶ
πάντας, ἔφη ὁ Ζεύς, καὶ πάντες μετεχόντων" οὐ γὰρ ἂν γέ-
voıvro πόλεις, εἰ ὀλίγοι αὐτῶν μετέχοιεν ὥσπερ ἄλλων τεχνῶν᾽
gebrachte bezeichnet. Vgl. Cur-
tius 8 400.
1. τὰς ἐκ γῆς τροφάς: natürlich
nicht dasselbe wie ἐκ γῆς βοτάνην
321B, sondern die dem Boden
durch Anbau des Landes abgewon-
nene Nahrung. Vgl.Soph. Phil. 706.*
4. ἀσϑενέστεροι: Kr. δῦ, 2,1.
Die Ausschließung der πολεμική
von der δημιουργική ist nach dem
Obigen ebenfalls willkürlich.
10. δείσας κτέ. ὃ. Kr. 68, 32.
Vgl. 313E (34, 17).
12. αἰδώς, Scheu vor göttlichem
und menschlichem Gesetz, und d4«n,
Recht und Rechtsbewußtsein, er-
scheinen seit Homer bei älteren
Dichtern als Inbegriff der für das
bürgerliche Leben nötigen Gesin-
nung. So sagt Hesiod (’E. x.‘H.182)
von dem γένος σιδήρδον des fünften
Zeitalters “δίκη δ᾽ ἐν χερσὶ καὶ
αἰδὼς οὐκ ἔσται᾽ und Theognis
291 f. “αἰδὼς μὲν γὰρ ὄλωλεν, ἄναι-
δείη δὲ καὶ ὕβρις νικήσασα δέκην
γῆν κατὰ πᾶσαν ἔχει.
κόσμοι... δεσμοί: eine Art As-
sonanz mit der Wirkung einer
Paronomasie, wie Demosth. 19, 122
σύλλογοι καὶ λόγοι παντοδαποὶ κατὰ
τὴν ἀγορὰν ἐγίγνοντο. Dichterisches
Gepräge trägt auch das Attribut
φιλίας συναγωγοί.
18. τένα οὖν: wie ἴῃ der direkten
Frage. Vgl. Sympos. 219 Ὁ: ὥστε
006° ὅπως οὖν ὀργιξοίμην εἶχον.
Vgl. auch 818 A (43, 5). Der Op-
tativ, aus dem Konjusktiv (vgl.
gleich darauf νεέμω und D 90 ...
velum. Kr. 54, 7, 1) hervorgehend,
nach dem hist. Präsens. Schneller
Übergang in die Form der direkten
Frage.
14. νενέμηνται κτὲ. Das Bedürfnis
dieser nachträglichen Angabe macht
sich erst jetzt wegen der folgenden
Motivierung geltend.
16. καὶ ol ἄλλοι δημ.: erg. ἔχον-
τες ἕκαστος τὴν ἑαυτοῦ τέχνην ἱκα-
vog πολλοῖς ἰδιώταις.
“
σι
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (822. 323)
53
καὶ νόμον γε ϑὲς παρ᾽ ἐμοῦ, τὸν un δυνάμενον αἰδοῦς καὶ δί-
χης μετέχειν κτείνειν ὡς νόσον πόλεως.
Οὕτω δή, ὦ Σώκρατες, καὶ διὰ ταῦτα οἵ τε ἄλλοι καὶ ᾿4ϑη-
ναῖοι, ὅταν μὲν περὶ ἀρετῆς τεκτονικῆς ἦ λόγος ἢ ἄλλης τινὸς
5 δημιουργικῆς, ὀλίγοις οἴονται μετεῖναι συμβουλῆς. καὶ ἐάν τις
ἐκτὸς ὧν τῶν ὀλίγων συμβουλεύῃ, οὐκ ἀνέχονται, ὡς σὺ φής Εὶ
εἰκότως, ὡς ἐγώ φημι᾿ ὅταν δὲ εἰς συμβουλὴν πολιτικῆς ἀρε-
τῆς ἴωσιν, ἣν δεῖ διὰ δικαιοσύνης πᾶσαν ἱέναι καὶ σωφροσύ- 828
vnS, δἰκότως ἅπαντος ἀνδρὸς ἀνέχονται, ὡς παντὶ προσῆκον
10 ταύτης ys μετέχειν τῆς ἀρετῆς, ἢ μὴ εἶναι πόλεις. αὕτη, ὦ
Σώκρατες, τούτου αἰτία.
“Ἵνα δὲ μὴ οἴῃ ἀπατᾶσθαι, ὡς τῷ ὄντι ἡγοῦνται πάντες ἄνϑρω-
ποι πάντα ἄνδρα μετέχειν δικαιοσύνης τε καὶ τῆς ἄλλης πολιτικῆς
ἀρετῆς, τόδε αὖ λαβὲ τεχμήριον. ἐν γὰρ ταῖς ἄλλαις ἀρεταῖς,
ὥσπερ σὺ λέγεις, ἐάν τις φῇ ἀγαϑὸς αὐλητὴς εἶναι, ἢ ἄλλην ἡντιν-
οὖν τέχνην, ἣν μή ἐστιν, ἢ καταγελῶσιν ἢ χαλεπαίνουσι, καὶ B
ol οἰκεῖοι" προσιόντες νουϑετοῦσιν ὡς μαινόμενον ἐν δὲ δικαιο-
σύνῃ καὶ ἐν τῇ ἄλλῃ πολιτικῇ ἀρετῇ, ἐάν τινα καὶ εἰδῶσιν ὅτι
1 νόμον γε ϑές. Ῥτοῦ. drückt in die-
ser Form aus, was er aus der Er-
entnimmt.
2. νόσος von Personen gebraucht,
wie Äschyl. Prom. 1068 ff. τοὺς
προδότας γὰρ μισεῖν ἔμαϑον, κοὐκ
ἔστι νόσος τῆσδ᾽ ἥντιν᾽ amerttvon
μᾶλλον. Viel häufiger im Lat.
pestis.
οὕτω δή leitet die abschließende
Folgerung ein.
8. ᾿Αθηναῖοι.
50, 2,
ΩΣ "hier auffallend; doch vgl.
oben den Wechsel von πολιτικὴ
ἀρετή u. π. τέχνη u. 323 A (unten
2. 14 u. 16).
1. ὡς ἐγώ φημι: grundloser-
weise setzt Prot. seine Meinung
in diesem Falle der Sokratischen
entgegen, welche darin gar nicht
von der seinigen abweicht.
8. διὰ δικαιοσύνης ἰέναι meta-
phorisch: den Weg der G. gehen,
d. h. sich auf dem Gebiet der Ge-
rechtigkeit bewegen. Vgl. Kr. 68,
22
ὁ. Nach ἤ n ist aus dem Voraus-
Vgl. 324 C u. Kr.
gehenden — hier προσῆκον — der
en Infinitiv regierende (verwandte)
Begriff der Notwendigkeit zu er-
gänzen. Vgl. zu Gorg. 520A. 7
(alioquin) steht daher in der Be-
deutung dem εἰ δὲ un fast gleich.
Hier: sonst könnten keine u.s.w.
10. εἶναι: bestehen, wie Kriton
50 B: N δοκεῖ σοι οἷόν τε ἔτι ἐκεί-
νὴν τὴν πόλιν εἶναι καὶ μὴ ἄνα-
τετράφϑαι. Vgl. 327 A.
12. ἀπατᾶσθαι. Der Gedanke da-
ran lag dem Sophisten immer nahe,
vgl. 8180. 317 A. Das Folgende
zeigt, wie wenig die Erzählung
auch nur der Absicht des Prot. ge-
nügt, daher eine Ergänzung durch
Erörterung notwendig. scheint.
ὡς ... ἀρετῆς: der abhängige
Satz dem regierenden vorangehend,
wie 3240. Der Begriff von τόδε
1. τεκμήριον ist mit dem von ἀπο-
δείκνυσθαι verwandt.
16. τέχνην: Kr. 46, 4, 6.
καταγελῶσιν. ... μαινόμενον: Kr.
60, 7, 1 α. ὅ,
18. εἰδῶσιν. Brot, denkt wohl vor-
züglich an die οἰκεῖοι u. überhaupt
54
HAAT2NOZ
ἄδικός ἐστιν, ἐὰν οὗτος αὐτὲς καϑ᾽ αὑτοῦ τἀληϑῆ λέγῃ ἐναντίον
πολλῶν, ὃ ἐκεῖ σωφροσύνην ἡγοῦντο εἶναι, τἀληϑῆ λέγειν, ἐν-
ταῦϑα μανίαν, καί φασι πάντας δεῖν φάναι εἶναι δικαίους, ἐάν
ts ὦσιν ἐάν τε μή, ἢ μαίνεσθαι τὸν μὴ προσποιούμενον δικαιο-
σύνην᾽ ὡς ἀναγκαῖον οὐδένα Ovrıv οὐχὶ ἁμῶς γέ πως μετέχειν 5
αὐτῆς, ἡ μὴ εἶναι ἐν ἀνθρώποις.
XI. Ὅτι μὲν οὖν πάντ᾽ ἄνδρα εἰκότως ἀποδέχονται περὶ
ταύτης τῆς ἀρετῆς σύμβουλον διὰ τὸ ἡγεῖσϑαι παντὶ μετεῖναι
αὐτῆς, ταῦτα λέγω" ὅτι δὲ αὐτὴν οὐ φύσει ἡγοῦνται εἶναι οὐδ᾽
ἀπὸ τοῦ αὐτομάτου, ἀλλὰ διδακτόν τε καὶ ἐξ ἐπιμελείας παρα- 10 |
en a} \ - [A
yiyvsodaı ᾧ ἂν παραγίγνηται, τοῦτο σοι μετὰ TOVTO πειρᾶσο-
D μαι ἀποδεῖξαι.
ὅσα γὰρ ἡγοῦνται ἀλλήλους κακὰ ἔχειν ἄνϑρω-
ποι φύσει ἢ τύχῃ, οὐδεὶς ϑυμοῦται οὐδὲ νουϑετεῖ οὐδὲ διδά-
Gnsı οὐδὲ κολάξει τοὺς ταῦτα ἔχοντας, ἵνα μὴ τοιοῦτοι ὦσιν,
ἀλλ᾽ ἐλεοῦσιν᾽ οἷον τοὺς αἰσχροὺς ἢ σμικροὺς ἢ ἀσϑενεῖς τίς 1]
οὕτως ἀνόητος ὥστε τι τούτων ἐπιχειρεῖν ποιεῖν; ταῦτα μὲν
γάρ, οἶμαι, ἴσασιν ὅτι φύσει TE καὶ τύχῃ τοῖς ἀνθρώποις γίγνε-
ται, τὰ καλὰ καὶ τἀναντία τούτοις᾽ ὅσα δὲ ἐξ ἐπιμελείας καὶ
ἀσκύσεως καὶ διδαχῆς οἴονται γίγνεσϑαι ἀγαϑὰ ἀνθρώποις, ἐάν
τις ταῦτα μὴ ἔχῃ, ἀλλὰ τἀναντία τούτων κακά, ἐπὶ τούτοις που
an solche, die oben als Subj. von
καταγελῶσιν ἢ x. gedacht werden.
Mit der Bemerkung oben 322 D
(53, 1) tritt er nicht in Wider-
spruch. — Der erste Satz mit ἐάν
ist dem zweiten dem Sinne nach
untergeordnet.
2. ἡγοῦντο: Kr. 58, 2, 5. Dem
Gegensatz von ἐκεῖ und" ἐνταῦϑα,
der in der Bedeutung mit dem von
τότε und νῦν übereinstimmt, ent-
sprechend ist bei letzterem das
rbum zu ergänzen.
a Υ μαένεσθαι ἃ. 18. ἢ μὴ el-
: ähnlich wie oben A (53, 9).
-- Dem Sophisten kommt es nur
auf den Schein, nicht auf das
Sein an.
5. ὡς ἀναγκαῖον: ohne ὄν abso-
lut wie Gorg. 495 C: ἄλλο τι οὖν
ὡς ἕτερον τὴν ἀνδρείαν τῆς ἐπιστή-
uns δύο ταῦτα ἔλεγες. — Vgl. 324
(66, 18)
N ...
οὐχί: Vgl. zu 317C
(42, 2).
7. Ὅτι μὲν οὖν κι τ... Übergang
von einem Abschnitte zum andern
durch Angabe des behandelten
(λέγω: Kr. 53, 1, 2) und noch zu
behandelnden Gegenstandes, Ob
der zweite Abschnitt mit dem ersten
innerlich übereinstimmt, darum
kümmert sich der Sophist wenig.
Vgl. οὐ φύσει... ᾧ ἂν παρα-
γίγνηται mit 822 Ὁ.
10. διδακτόν τε καὶ ἐξ ἐπιμεῖεί-
ας: Gegensatz nach der Thätigkeit
des Lehrenden und Lernenden (eig-
nes Streben).
12. ἀλλήλους gleich οἵ ἕτεροι
(ἡγοῦνται) τοὺς ἑτέρους (ἔχειν).
18. θυμοῦται ... κολάξει vgl. zu
Β (53, 16).
15. τους αἰσχροὺς κτέ. mit τι
τούτων ποιεῖν, das sich auf ϑ0υ-
μοῦται ... κολάξει bezieht, zu ver-
binden. Kr. 46, 12. τὰ καλὰ κ.
τάν. τ. bedeutet die Vorzüge und die
diesen entgegengesetzten Mängel.
Da dieser Ausdruck als Erklärung
xD
=
or
-
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (323. 34) 55
οἵ τε ϑυμοὶ γίγνονται καὶ al κολάσεις καὶ al νουϑετήσεις. ὧν
ἐστιν ἕν καὶ ἡ ἀδικέα καὶ ἡ ἀσέβεια καὶ συλλήβδην πᾶν τὸ ἐναν- 834
τίον τῆς πολιτικῆς ἀρετῆς᾽ ἔνϑα δὴ πᾶς παντὶ ϑυμοῦται καὶ
νουϑετεῖ, δῆλον ὅτι ὡς ἐξ ἐπιμελείας καὶ μαϑήσεως κτητῆς οὖ-
ons. εἰ γὰρ ἐθέλεις ἐννοῆσαι τὸ κολάξειν, ὦ Σώκρατες, τοὺς
ἀδικοῦντας τί ποτε δύναται, αὐτό σε διδάξει, ὅτι οἵ γε ἄνϑρω-
ποι ἡγοῦνται παρασκευαστὸν εἶναι ἀρετήν. οὐδεὶς γὰρ κολάζξει
τοὺς ἀδικοῦντας πρὸς τούτῳ τὸν νοῦν ἔχων καὶ τούτου ἕνεκα,
ὕτι ἠδίκησεν, ὅστις μὴ ὥσπερ θηρίον ἀλογίστως τιμωρεῖται" ὁ
δὲ μετὰ λόγου ἐπιχειρῶν κολάξειν οὐ τοῦ παρεληλυϑότος ἕνδκα
ἀδικήματος τιμωρεῖται --- οὐ γὰρ ἂν τό γε πραχϑὲν ἀγένητον
deln --- ἀλλὰ τοῦ μέλλοντος χάριν, ἵνα μὴ αὖϑις ἀδικήσῃ μήτε
des voranstehenden ταῦτα zu be-
trachten ist und dieses auf τοὺς
αἰσχροὺς... ἀσϑενεῖς zurückweist,
so entspricht die Voranstellung der
Vorzüge weniger dem Zusammen-
hang als der inneren Natur des
Verhältnisses.*
3. ἔνϑα δή hebt den Haupt-
punkt hervor. δή schließt sich in
diesem Sinne häufig an demonstra-
tive Pronomina und Adverbia an.
8. Bäuml. Part. S. 101.
5. εἰ ἐθέλεις ἐνν. ... διδάξει:
vgl. unten 8342 Ὦ.
6. τέ ποτε δύναται: Umschrei-
bung für das Substantivum δύνα-
us(Wirksamkeit, Bedeutung, Wert),
wie 2. B. τές ποτε ἡ δύναμίς ἐστι
τῆς ἑηπορικῆς: Gorg. 447 Ο. Prot.
αὐτό σε διδάξει. αὐτό wie in den
Formeln αὐτὸ δείξει, δηλώσει, δηλοῖ,
ἐδήλωσε gleich αὐτὸ τὸ ἔργον oder
πρᾶγμα (bei Demosthenes häufig)
— die Sache selbst wird dich
belehren. Vgl. unten 329B und
zu Gorg. 483 Ὁ: δηλοῖ δὲ ταῦτα
πολλαχοῦ ὅτι οὕτως ἔχει, wo auch
noch αὐτό fehlt. Kr. 61, ὅ, 7.
οἵ γε ἄνθρωποι. Der Gegensatz
folgt B: ὅστις μὴ ὥσπερ θηρίον.
8. πρὸς τούτῳ τὸν νοῦν ἔχων:
für das gewöhnliche τούτῳ τὸν
γοῦν προσέχων.
9. ἠδίκησεν: Das Subj. ist aus
τοὺς ἀδικοῦντας zu entnehmen. Vgl.
zu 819 D (47, 1).
τιμωρεῖται. Arist. Rhet. I, 10, 17:
διαφέρει δὲ τιμωρία καὶ κόλασις-
ἡ μὲν γὰρ κόλασις τοῦ πάσχοντος
ἕνεκα ἐστιν, ἡ δὲ τιμωρία τοῦ ποι-
οὔντος, ἵνα ἀποπληρωϑῇ. Vgl. zu
Gorg. 472 Ὁ. Nach diesem Unter-
schied wird daher oben rıumpei-
σϑαι, nicht aber κολάξειν, vom
Tiere gebraucht.
11. οὐ γὰρ ἄν. Il. ı 249: οὐδέ
τι μῆχος δεχϑέντος κακοῦ ἔστ᾽ ἄκος
εὑρεῖν. Simon. fr. 69: τὸ γὰρ γε-
γενημένον οὐκέτ᾽ ἄρεκτον ἔσται.
Dem. Ol. III, 6: τὰ μὲν δὴ τότε
πραχϑέντα οὐκ ἂν ἄλλως ἔχοι.
12. τοῦ μέλλοντος : nicht aus dem
Vorhergehenden zu ergänzen, son-
dern = τὶ u. ἔσεσθαι, wie Charm.
173 C die μαντική als ἐπιστήμη τοῦ
ἕλλοντος ἔσεσθαι bezeichnet wird. -
en Zweck der Strafe sahen die
Hellenen in alter Zeit nur in der
(oft äußerlich) gefaßten Vergel-
tung für die böse That. Diesen
Begriff (δράσαντα παϑεῖν) bewahren
und vertiefen insbesondere die Tra-
giker. Aber Äschylos, Sophokles
und der tiefsinnige Lyriker Pindaros
machen daneben bereits geltend,
daß die Strafe auch zur Besse-
rung und Warnung für die Men-
schen bestimmt sei. Daraus entstand,
von Protagoras vielleicht zuerst in
aller Schärfe ausgesprochen, die 80-
genannte Abschreckungstheo-
rie (ἀποτροπῆς ἕνεκα), welcher
auch Platon, aber mit sittlich ver-
Φ
56 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
αὐτὸς οὗτος μήτε ἄλλος ὁ τοῦτον ἰδὼν κολασϑέντα᾽ καὶ τοιαύ-
τὴν διάνοιαν ἔχων διανοεῖται παιδευτὴν εἶναι a ἀρετήν" ἀποτρο-
πῆς γοῦν ἕνεκα κολάζει. ταύτην οὖν τὴν δόξαν πάντες ἔχουσιν,
Ο ὅσοιπερ τιμωροῦνται καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσία᾽ τιμωροῦνται δὲ καὶ
κολάξονταί οἵ τε ἄλλοι ἄνϑρωποι οὖς ἂν οἴωνται ἀδικεῖν, καὶ ὕ
οὐχ ἥκιστα ’Admvaloı, οἵ σοὶ πολῖται ὥστε κατὰ τοῦτον τὸν
λόγον καὶ ᾿4ϑηναῖοί εἰσι τῶν ἡγουμένων παρασκευαστὸν εἶναι
καὶ διδακτὸν ἀρετήν. ὡς μὲν οὖν εἰκότως ἀποδέχονται οἵ σοὶ.
πολῖται καὶ χαλκέως καὶ σκυτοτόμου συμβουλεύοντος τὰ πολιτικά,
καὶ ὅτι διδακτὸν καὶ παρασκευαστὸν ἡγοῦνται ἀρετήν, ἀποδέ- WI
Ὁ δεικταί σοι, ὦ Σώκρατες, ἱκανῶς, ὥς γέ μοι φαίνεται.
XIV. Ἔτι δὴ λοιπὴ ἀπορία ἐστίν, ἣν ἀπορεῖς περὶ τῶν ἀν-
δρῶν τῶν ἀγαϑῶν, τί δήποτε ol ἄνδρες ol ἀγαϑοὶ τὰ μὲν ἄλλα
τοὺς αὑτῶν υἱεῖς διδάσκουσιν, ἃ διδασκάλων ἔχεται, καὶ σο-
φοὺς ποιοῦσιν, ἣν δὲ αὐτοὶ ἀρετὴν ἀγαϑοί, οὐδενὸς βελτίους 151
τούτου δὴ πέρι, ὦ Σώκρατες, οὐκέτι μῦϑόν δοι ἐρῶ,
ποιοῦσι.
ἀλλὰ λόγον. ὧδε γὰρ ἐννόησον πότερον ἔστι τι ἕν, ἢ οὐκ
CE} Pr ‘ \
E ἔστιν, οὐ ἀναγκαῖον πάντας τοὺς πολίτας μετέχειν, εἴπερ μέλ-
λει πόλις δἶναι; ἐν τούτῳ γὰρ αὕτη λύεται ἡ ἀπορία, ἣν σὺ
ἀπορεῖς, ἢ ἄλλοϑι οὐδαμοῦ.
edelter Auffassung (Gorg.525B) zu-
stimmt. — Über γοῦν 8. zu 314D.
1.0... ἐδών: Kr. 50, 2, ὅ.
ὅ. κολάξονται. Das Medium findet
sich auch bei Aristoph. Wesp. 406.
καὶ οὐχ ἥκιστα ᾿4ϑηναῖοι:
Stait die Lehrbarkeit der Tugend
aus ihrem Wesen zu beweisen, be-
gnügt sich P. die Ansicht der Athe-
ner über diesen Punkt darzulegen,
und zwar auf dem Wege eines apa-
gogischen Beweises, den er auf die
Ansicht der Menschen über die Be-
deutung der Strafe und die Tbat-
sache der Bestrafung des Unrecht-
thuns „begründet.
8. ὡς μὲν οὖν κτέ. schließt mit
Selbstbewußtsein den ersten Teil
ab. In ὥς γέ μοι 9. liegt der Ton
auf φαένεται. Pr. denkt sich nicht
im Gegensatz gegen andere, son-
dern ist überzeugt, daß ihm nie-
mand widersprechen wird, wenn
er den geführten Beweis für aus-
reichend erklärt. Vgl. 343 C.*
.«
εἰ μὲν γὰρ ἔστι καὶ τοῦτό ἐστι τὸ
ἀποδέχονται.
Kr. 47, 10, 10. 12.
12. Ἔτι δὴ λοιπή: Übergang zum
letzten Hauptteile.. .
ἀπορέα objektiv: eine Schwierig-
keit, subjektiv: ein Bedenken.*
14. ἔχεται: zu 819 E (47, 7).
18. ἦν δέ gleich ταύτην τὴν ἄρε-
τήν, ἣν αὐτοὶ ἀγαϑοί͵ οὐδενὸς βεῖλ-
τίους (vgl. 810 E. 40, 6) ποιοῦσι.
16. μῦϑον.. . λόγον. Die vorher-
gehende Erörterung betrachtet Pro-
tagoras nur als eine Erklärung des
μῦϑος, die ı er zu diesem rechnet.
Vgl. 820 Ο.
18. ἀναγκαῖον:
Vgl. 809Α.
19. ἐν τούτῳ γὰρ κτέ.: mit großer
Zuversicht und dem Gefühl von
berlegenheit,
εἰ μὲν γὰρ x. τ. A. Unge-
zwangen spiegelt sich in der äußer-
lich etwas nachlässigen Periode
der Gedanke des Protagoras nach
seiner allmählichen Entwicklung
. συμβουλεύοντος:
zu Kr. 62, 1, 8.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (824. 325) 57
ὃν οὐ τεκτονικὴ οὐδὲ χαλκεία οὐδὲ κεραμεία, ἀλλὰ δικαιοσύνη
χαὶ σωφροσύνη καὶ τὸ ὅσιον εἶναι, καὶ συλλήβδην ἕν αὐτὸ 000-325
ἀγορεύω εἶναι ἀνδρὸς ἀρετήν᾽ εἰ τοῦτ᾽ ἐστίν, οὗ δεῖ πάντας
μετέχειν καὶ μετὰ τούτου πάντ᾽ ἄνδρα, ἐάν τι καὶ ἄλλο βούληται
ὃ μανϑάνειν ἢ πράττειν, οὕτω πράττειν, ἄνευ δὲ τούτου μή, ἢ τὸν
μὴ μετέχοντα καὶ διδάσκειν καὶ κολάξειν, καὶ παῖδα καὶ ἄνδρα
καὶ γυναῖκα, ξωσπερ ἂν κολαξόμενος βελτίων γένηται, ὃς δ᾽ ἂν
μὴ ὑπακούῃ κολαζόμενος καὶ διδασχόμενος, ὡς ἀνίατον ὄντα
τοῦτον ἐχβάλλειν ἐκ τῶν πόλεων ἢ ἀποκτείνειν" εἰ οὕτω μὲν Β
1 ἔχει, οὕτω δ᾽ αὐτοῦ πεφυκότος ol ἀγαϑοὶ ἄνδρες εἰ τὰ μὲν
ἄλλα διδάδκονται τοὺς υἱεῖς, τοῦτο δὲ μή, σκέψαι ὡς ϑαυμά-
σιοι γίγνονται ol ἀγαθοί. ὅτι μὲν γὰρ διδακτὸν αὐτὸ ἡγοῦν-
ται καὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ, ἀπεδείξαμεν" διδακτοῦ δὲ ὄντος καὶ
ϑεραπευτοῦ τὰ μὲν ἄλλα ἄρα τοὺς υἱεῖς διδάσκονται, ἐφ᾽ οἷς
15 οὐκ ἔστι ϑάνατος ἡ ζημία, ἐὰν μὴ ἐπίστωνται, ἐφ᾽ ὧν δὲ ἥ τε
vollständig ab. Zuerst wird das ἕν
im allgemeinen erst negativ, dann
positiv bestimmt (σχῆμα κατ᾽ ἀπό-
φασιν καὶ κατάφασι»); dann wird
durch das epanaleptische εἰ τοῦτ᾽
ἐστὶν are. mit Zurückweisung auf
πότερον... εἶναι die Notwendig-
keit dieser Grundlage erst positiv,
dann negativ dargestellt und end-
lich von ei οὕτω an der Schluß
aus beiden gezogen.
2. τὸ ... εἶναι: statt des auch
gebräuchlichen Substantivs. Über
die Ergänzung s. Kr. 55, 2, 6. Das
folgende καὶ... ἀρετήν nimmt
den Charakter einer Parenthese an.
r den Inf. nach den V. des
Nennens 8. zu 311 E (80, 14).
4, μετὰ τούτου: Kr. 60, 6. Das
folgende οὕτω betont noch einmal
den Begriff, auf den es zurück-
weist. ΝΣ
ὅ. ἢ κεέ. Vgl zu 323 A (63, 9).
Die Ergänzung ergiebt sich hier von
selbst aus dem relativen Satz, der
in die demonstrative Form über-
geht. — Die Worte καὶ παῖδα ...
γυναῖκα scheinen zwar dem obigen
καὶ συλλήβδην... ἀνδρὸς ἀρετήν
zu widersprechen, können aber als
eine durch das vorhergehende δὲ-
δάσκειν καὶ κολάξειν veranlaßte
Erweiterung betrachtet werden. Da-
durch erscheint auch die Stellung
der drei Worte motiviert.
10. οὕτω δ᾽ αὐτοῦ πεφυκότος
nimmt die vorhergehende Protasis
wieder auf, um eine andere mit
dieser in innerem Widerspruch
stehende daran zu reihen und dann
die Folgerung σκέψαι xrE. zu
ziehen.
11. ὡς ϑαυμάσιοι γίγνονται οἵ
ἀγαϑοί. Über die Bedeutung von
ϑαυμάσιοι vgl. Gorg. 496 A: ϑαυ-
μάσιον οἶμαι καὶ ἄλογον ylyvs-
rau.”
18. διδακτοῦ övrog besagt mehr
als διδακτὸν ἡγοῦνται verstattet.
Doch genügt auch dieses für den
folgenden Schluß.
14. τὰ μὲν ἄλλα ἄρα... . ταῦτα
ἄρα. Die conclusio ἃ minore ad
maius wird häufig durch ein dop-
peltes ἄρα mit ironischer Färbung
gestützt. Vgl. Krit. 46 Ὁ u. zu 50E:
πρὸς μὲν ἄρα σοι τὸν πατέρα οὐκ
ἐξ ἴσου ἦν τὸ δίκαιον ... πρὸς δὲ
τὴν πατρίδα ἄρα ἐξέσται;
15. ἐφ᾽ ὧν: auffallender Wechsel
des Kasus, wodurch das Verhältnis
allgemeiner und unbestimmter be-
zeichnet wird. S. Kr. 68, 41, 1.
Doch ist auch der Plural auffal-
58 IIAAT2NOE
C ξημία ϑάνατος αὐτῶν τοῖς παισὶ καὶ φυγαὶ μὴ μαϑοῦσι μηδὲ
ϑεραπευϑεῖσιν εἰς ἀρετήν, καὶ πρὸς τῷ ϑανάτῳ χρημάτων τε
δημεύσεις καὶ ὡς ἔπος εἰπεῖν ξυλλήβδην τῶν οἴκων ἀνατροκαί,
ταῦτα δ᾽ ἄρα οὐ διδάσκονται οὐδ᾽ ἐπιμελοῦνται πᾶσαν ἐκιμέ-
λειαν; οἴεσϑαί γε χρή, ὦ Σώκρατες.
XV. Ἐκ παίδων σμικρῶν ἀρξάμενοι, μέχρι οὗπερ ἂν ξῶσι,
καὶ διδάσκουσι καὶ νουϑετοῦσιν. ἐπειδὰν ϑᾶττον συνιῇ τις τὰ
λεγόμενα, καὶ τροφὸς καὶ μήτηρ καὶ παιδαγωγὸς καὶ αὐτὸς 0
lend, da es sich doch eigentlich
um das mehrgenannte ἕν (324 DE
825 A) handelt. Vgl. oben 57, 11
τοῦτο δὲ un nach τὰ μὲν ἄλλα und
das folgende von ὅτι μὲν γὰρ δι-
δακτὸν bis ϑεραπευτοῦ."
n τὲ ζημία are. Die Stellung
des re, als folgte ein der ξημία
gleichgeordneter Begriff, während
ρημάτων ... avarpornal durch den
bergang καὶ πρὸς τ. ὃ. den Be-
griffen ϑάνατος und φυγαί gleich-
geordnet erscheint. Solche Ver-
schiebungen des τέ finden sich Öf-
ter. 8. z. Krit. 43B, Lach. 195 C.
Hier macht sich vielleicht die Un-
terscheidung der gesetzlichen Strafe,
welche die Person trifft, und der
sich daran anknüpfenden Folgen
für das ganze Haus des Betroffenen
geltend. Die χρημάτων δήμευσις
tritt nie allein als Strafe auf.
er ϑάνατος... τῷ 9. s. Kr. 50,
2, 6 u. über ϑάνατος ohne Art. in
der Bedeutung Todesstrafe 5. zu
Apol. 38B. _
1. μὴ μαϑοῦσι.... εἰς ἀρετήν drückt
den in dem Relativ enthaltenen
Begriff mit Verlassung der Kon-
struktion aus,
3. ξυλλήβδην ist auch nach ὡς
ἔπος εἰπεῖν nicht entbehrlich, denn
letzteres mildert bloß die Über-
treibung (Hyperbel), die sich Prot.
erlaubt; ξυλλήβδην aber faßt alle
Nebenfolgen in einen Ausdruck zu-
sammen.
4. ταῦτα δ᾽ ἄρα. Vgl. zu 8318 A
(33, 5). Über ἄρα s. zu B (87, 14).
5. οἴεσθαί γε yon. Auf eine rhe-
torische Frage erfolgt die Antwort
öfter in dieser Formel, meist durch
den Fragenden selbst. Vgl. Krit.
53C. Phaed. 68B. Gorg. 522A. Der
Beweis ist ganz rhetorisch und
enthält nur eine Ableugnung der:
von Sokrates gegen die Lehrbarkeit
der Tugend vorgebrachten That-
sache. Daß die Tugend lehrbar
ist, wird dabei vorausgesetzt. Die
folgende Erörterung ist in histo-
rischer Beziehung nicht ohne Wert.
6. Ἐκ παίδων ... ἀρξάμενοι: Kr.
66, 8, 6. Doch ist die Beziehung
hier anders als gewöhnlich, z. B.
Staat III 408 Ὁ ἑατροὶ δεινότατοι
ἂν γένοιντο, εἶ ἐκ παίδων ἀρξάμε-
vor πλείστοις τε καὶ πονηροτάτοις
σώμασιν ὁμιλήσειαν oder Lach. 186C
ἐπιθυμῶ Tod πράγματος ἐπ νέου
ἀρξάμενος. Hier bezieht sich ἐκ
παίδων ebenso wie μέχρε.... ζῶσι
auf das Obj., um die ganze Dauer die-
ser erziehenden Einwirkung auf die
Menschen zu bezeichnen. Das Subj.
u. Obj. ist aus B oben zu entneh-
men, erweitert sich aber in dem
Sinn des Redenden schon im Vor-
blick auf 326CD. Also man fängt
mit dem Werk der Erziehung gleich
bei den kleinen Kindern an und
setzt es bei den Erwachsenen fort,
so lange sie leben.
7. ἐπειδὰν ϑᾶττον neben &xeı-
δὰν τάχιστα. Vgl. Xenoph. Anab.
VI 5, 20 u. Kr. 66, 7, 4.
8. τροφὸς καὶ μήτηρ. In den er-
sten Lebensjahren blieb das Kind
in den Frauengemächern. Reichere
Leute hielten fast stets Ammen
(lakedämonische galten für die
besten) unter deren fortwährender
Aufsicht und Pflege das Kind stand.
Xenoph. R. Lac. II, 1: Ἑλλήνων
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (325. 326.) 59
πατὴρ περὶ τούτου διαμάχονται, ὕπως ὡς βέλτιστος ἔσται ὁ παῖς, Ὁ
παρ᾿ ἕκαστον καὶ ἔργον καὶ λόγον διδάσκοντες καὶ ἐνδεικνύ-
μενοι. ὅτι τὸ μὲν δίκαιον, τὸ δὲ ἄδικον, καὶ τόδε μὲν καλόν,
τόδε δὲ αἰσχρόν, καὶ τόδε μὲν ὅσιον, τόδε δὲ ἀνόσιον, καὶ τὰ
5 μὲν ποίει, τὰ δὲ μὴ ποίδι᾽ καὶ ἐὰν μὲν ἑκὼν πείϑηται, εἰ δὲ μή,
ὥσπερ ξύλον διαστρεφόμενον καὶ καμπτόμενον εὐϑύνουσιν
ἀπειλαῖς καὶ πληγαῖς. μετὰ δὲ ταῦτα εἰς διδασκάλων πέμπον-
τες πολὺ μᾶλλον ἐντέλλονται ἐπιμελεῖσθαι εὐκοσμίας τῶν παί-
δων ἢ γραμμάτων τε καὶ κιϑαρέσεως᾽ ol δὲ διδάσκαλοι τούτων.
τὲ ἐπιμελοῦνται, καὶ ἐπειδὰν αὖ γράμματα μάϑωσι καὶ μέλλωσι
συνήσειν τὰ γεγραμμένα, ὥσπερ τότε τὴν φωνήν, παρατιϑέασιν
αὐτοῖς ἐπὶ τῶν βάϑρων ἀναγιγνώσκειν ποιητῶν ἀγαϑῶν ποιή-
ματα καὶ ἐκμανθάνειν ἀναγκάζουσιν, ἐν οἷς πολλαὶ μὲν νουϑε-
τήσεις ἔνεισι, πολλαὶ δὲ διέξοδοι καὶ ἔπαινοι καὶ ἐγκώμια 170-326
οἵ φάσκοντες κάλλιστα τοὺς υἱεῖς
παιδεύειν, ἐπειδὰν τάχιστα αὐτοῖς
οἱ παῖδες τὰ λεγόμενα συνιῶσιν, εὐ-
ϑὺς μὲν ἐπ᾽ αὐτοῖς παιδαγωγοὺς
ϑεράποντας ἐφιστᾶσιν. Diese Päda-
gogen waren Sklaven, welche den
aben fortwährend zu beaufsich-
tigen und durch Ermahnung und
Strafe an Beobachtung von Sitte
und Anstand zu gewöhnen hatten.
Lehrer waren sie nicht.
1. ὅπως ὡς βέλτιστος: 8. ἃ, Anh.
ὅ. ἐὰν μὲν... el δὲ μή: vgl. zu
311D (80, 6). Über die Ergänzung
des Nachsatzes zum ersten Gliede
8. Kr. 54, 12, 12. Vgl. Il. α 18
—1317.
6. εὐθύνουσιν ist einerseits in
der sinnlichen Bedeutung “gerade
richten’ u. andererseits in der über-
tragenen “zurechtweisen, bessern’
genommen,
7. εἰς διδασκάλων. Diese Schu-
len waren Privatanstalten, daher
auch ἐντέλλονται paßt; die γράμ-
ματα umfaßten Lesen, Schreiben
u.Rechnen. Den Stoff für das Lesen
und Schreiben nahm man aus den
ischen und didaktischen Dichtern
omer, Hesiod, Solon, Theognis.
Die κιϑάρισις umfaßte den Unter-
richt im Gesang und im Saitenspiel,
wobei die Knaben mit lyrischen
Dichtungen bekannt gemacht wur-
en.
9. τούτων dem Sinn nach auf
εὐκοσμίας τ. π. zu beziehen, indem
der Auftrag (ἃ ἐντέλλονται) der
Eltern vorschwebt. Vgl. übrigens
Kr. 44, 4, 3.
10. ἐπειδὰν αὖ: Wiederholung
mit stufenweisem Fortschritt. Auf
die frühere Stufe weist τότε zurück
mit Bezug auf ἐπειδὰν θᾶττον are.
oben C D u. 326 A u. C. Daher =
früher. Vgl. Gorg. 388 C und 1]. ı
19: σχέτλιος ὃς τότε μέν μοι ὑπέ-
ὄχετο, mit der ganz entsprechenden
Stelle $ 112, worin πρέν gebraucht
ist. Zu τὴν φωνήν vgl. oben C τὰ
λεγόμενα u. 322 A; also: die münd-
liche Rede.
18. ἐκμανϑ-. ἄναγκ. Nikeratos, der
Sohn des Nikias, sagt bei Xenoph.
Gastm. II 5: Ὁ πατὴρ, ἐπιμελού-
μενος ὅπως ἀνὴρ ἀγαϑὸς γενοίμην,
ἠνάγκασέ μὲ πάντα τὰ Ὁμήρου
ἔπη μαϑεῖν' καὶ νῦν δυναίμην ἂν
Ἰλιάδα ὅλην καὶ Ὀδύσσειαν ἀπὸ
στόματος εἰπεῖν. --- νουϑετήσεις
sind die guten Lehren, Sittensprüche
und Vorschriften, kurze Sentenzen
im Gegensatz zu διέξοδοι, den aus-
führlichen Darstellungen in Bei-
spielen (Erzählungen und Beschrei-
bungen).InallgemeineremSinne wird
das Wort unten 361D gebraucht.
60
IIAATS2NOZ
λαιῶν ἀνδρῶν ἀγαϑῶν, ἵνα ὁ παῖς ζηλῶν munter καὶ ὀρέγηται
τοιοῦτος γενέσϑαι. οἵ τ᾽ αὖ κιϑαρισταὶ ἕτερα τοιαῦτα σωφρο-
σύνης τε ἐπιμελοῦνται καὶ ὅπως ἂν ol νέοι μηδὲν κακουργώσι'
πρὸς δὲ τούτοις, ἐπειδὰν κιϑαρέξειν μάϑωσιν, ἄλλων αὖ ποιητῶν
Β ἀγαϑῶν ποιήματα διδάσκουσι μελοποιῶν, εἰς τὰ κιϑαρίσματα 5 |
ἐντείνοντες, καὶ τοὺς ῥυϑμούς τε καὶ τὰς ἁρμονίας ἀναγκάζουσιν
οἰχειοῦσϑαι ταῖς ψυχαῖς τῶν παίδων, ἵνα ἡμερώτεροί τε ὦσι,
καὶ εὐρυϑμότεροι καὶ εὐαρμοστότεροι γιγνόμενοι χρήσιμοι ὦσιν
εἰς τὸ λέγειν τε καὶ πράττειν' πᾶς γὰρ ὁ βίος τοῦ ἀνθρώπου
εὐρυϑμίας τε καὶ εὐαρμοστίας δεῖται. ἔτι τοίνυν πρὸς τούτοις 19
εἰς παιδοτρίβου πέμπουσιν, ἵνα τὰ σώματα βελτίω ἔχοντες ὑπη-
Ο ρετῶσι τῇ διανοίᾳ χρηστῇ οὔσῃ. καὶ μὴ ἀναγκάζωνται ἀποδει-
λιᾶν διὰ τὴν πονηρίαν τῶν σωμάτων καὶ ἐν τοῖς πολέμοις καὶ
ἐν ταῖς ἄλλαις πράξεσι" καὶ ταῦτα ποιοῦσιν ol μάλιστα δυνά-
μενοι μάλιστα᾽ μάλιστα δὲ δύνανται ol πλουσιώτατοι" καὶ οἱ 1]
τούτων υἱεῖς πρωιαίτατα εἰς διδασκάλων τῆς ἡλικίας ἀρξάμενοι
φοιτᾶν ὀψιαίτατα ἀπαλλάττονται. ἐπειδὰν δὲ ἐκ διδασκάλων
ἀπαλλαγῶσιν, ἡ πόλις αὖ τούς τε νόμους ἀναγκάξει μανθάνειν
2. ἕτερα τ. Vgl. zu 318 A ταὐτὰ
ταῦτα.
8. ὅπως ἂν... κακουργῶσι: faßt
die sittlichen Eigenschaften zusam-
men, in deren Besitz die Jünglinge
nicht freveln werden. Aus der ur-
sprünglichen Bedeutung des rela-
tiven Adverbiums entwickelt sich
der Begriff der Absicht. Vgl. zu
Gorg. 481 A und Kr. 54, 8, 4.
4. ἄλλων ... μελοποιῶν: 8. Zu
Apol. 86B u. Gorg. 473C u. Kr.
60, 4, 11.
6. ἐντείνοντες: “in Musik setzen’
oder “der Weise (Melodie) unter-
legen’; auch “in Verse bringen’.
Vgl. Phaed. 60D: ἐντείνας τοὺς
τοῦ Αἰσώπου λόγους.
ἀναγκάζουσιν : darauf dringen;
hier in sehr eigentümlicher Ver-
bindung.
7. ἡμερώτεροι: Anspielung auf
die Sagen, welche der Musik eine
zähmende, die Sitten besänftigende
Kraft zuschrieben, eine Ansicht, die,
von Philosophen (Pythagoras, Pla-
ton, Aristoteles) vertreten, auch im
Staat zur Geltung kam.
"anstalten.
8. εὐρυϑμότεροι x. εὐαρμοστότε-
oo: von Takt und Harmonie
dAurchdrungen: diese Begriffe
stehen hier in sittlicher Bedeutung,
die besonders schön im Lach. 188
CD dargestellt wird.
11. παιδοτρέβης ist der Turnleh-
rer oder Lehrer der Gymnastik für
Knaben in der παλαίστρα. Auch
die Palästren waren — im Unter-
schiede von den für Erwachsene
bestimmten Gymnasien — Privat
5. Schömann I]. 8.
506 fl.
15. μάλιστα δὲ δύνανται ol πλου- ᾿"
σιώτατοι: man merkt die Ab-
sicht.
16. πρωιαέίτατα : nach Axioch. 366
D scheint mit dem 7. Lebensjahr
der Anfang gemacht worden zu
sein. Befremdlich ist die Wort
stellung.
τῆς ἡλικίας könnte auch verstan-
den werden wie Il. π 808.
17. ἐκ διδασκάλων: Gegensatz
zu εἰς διδασκάλων. Doch selten
bei ἔκ.
IIPRTATOPAZ (326. 327) 61
χαὶ κατὰ τούτους ξὴν κατὰ παράδειγμα, ἵνα un αὐτοὶ ἐφ᾽ αὖ- ἢ
τῶν εἰκῇ πράττωσιν, ἀλλ᾿ ἀτεχνῶς ὥσπερ ol γραμματισταὶ τοῖς
μήπω δεινοῖς γράφειν τῶν παίδων ὑπογράψαντες γραμμὰς τῇ
γραφίδι οὕτω τὸ γραμματεῖον διδόασι καὶ ἀναγκάζουσι γράφειν
δ κατὰ τὴν ὑφήγησιν τῶν γραμμῶν, ὡς δὲ καὶ ἡ πόλις νόμους
ὑπογράψασα, ἀγαθῶν καὶ παλαιῶν νομοθετῶν δὑρήματα, κατὰ
τούτους ἀναγκάξει καὶ ἄρχειν καὶ ἄρχεσϑαι᾽ ὃς δ᾽ ἂν ἐκχτὸς
βαίνῃ τούτων, κολάξει᾽ καὶ ὄνομα τῇ κολάσει ταύτῃ καὶ παρ᾽
ὑμῖν καὶ ἄλλοϑι πολλαχοῦ, ὡς εὐθυνούσης τῆς δίκης, εὐθῦναι.
ἰ0 τοσαύτης οὖν τῆς ἐπιμελείας οὔσης περὶ ἀρετῆς ἰδίᾳ καὶ δημο-
σίᾳ ϑαυμάξεις, ὦ Σώκρατες, καὶ ἀπορεῖς, εἰ διδακτόν ἐστιν
ἀρετή; ἀλλ᾽ οὐ χρὴ ϑαυμάξειν, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον, εἰ μὴ δι-
δακτόν.
XVI. Διὰ τί οὖν τῶν ἀγαθῶν πατέρων πολλοὶ υἱεῖς φαῦ-
[6 λοι γέγνονται; τοῦτο αὖ μάϑε᾽ οὐδὲν γὰρ ϑαυμαστόν, εἴπερ
ἀληϑῆ ἐγὼ ἐν τοῖς ἔμπροσθεν ἔλεγον, ὅτι τούτου τοῦ πράγμα-
τος, τῆς ἀρετῆς, εἰ μέλλει πόλις εἶναι, οὐδένα δεῖ ἰδιωτεύειν.891
1. κατὰ παράδειγμα: die Bei-
fügung ohne vorgesetztes ὡς oder
ὥσπερ ist auffallend. Auch ent-
spricht die hier anzunehmende Be-
deutung von παράδειγμα nicht dem
gewöhnlichen Sprachgebrauch : Vor-
ild, Beispiel zur Belehrung oder
Warnung *
ὃ. ὑπογράψαντες γραμμάς. Sie
ziehen ihnen Linien vor, innerhalb
deren die Buchstaben zu schreiben
ind. In gleicher Weise bestim-
men die Gesetze die Richtung des
Handelns. Vgl. ὃς δ᾽ ὧν ἐκτὸς βαίνῃ.
5. ὡς δὲ καί. ὥς für οὕτω in
Prosa nach ὡς, ὥσπερ nur noch
Staat VII 580D. Vgl. zu 338 A.
r den Accent Kr. 9, 2,2 u. Butt-
mann Ausf. Sprchl. $ 116A. 14 (I
8.355). Bemerkenswert ist die Bei-
gung des δέ im Hauptsatz (ἀπο-
δοτικόν), die bei den Dichtern nicht
selten ist. Vgl. δή im Nachsatze.
9. εὐθϑῶναιε: eigentlich die Rechen-
schaft, welche ein Beamter nach Ab-
uf seiner Amtszeit abzulegen hat
(Dem. Ol. I, 28), hier in erweiter-
tem Sinne mit Bezug auf 325 Ὁ.
10. τοσαύτης κτέ. Die rhetorische
Frage und die Antwort darauf als
Abschluß dieses Abschnitts drückt
wieder die Siegesgewißheit des Pro-
tagoras aus. Mit Unrecht behaup-
tet er auch in dem letzten Teile,
die Lehrbarkeit der Tugend bewie-
sen zu haben, die er vielmehr vor-
aussetzte. Ein klarer Begriff vom
Wesen der Tugend wird nirgends
sichtbar. Sie besteht dem Prot.
nur in äußerlich gesetzlichem
Thun. ᾿
12. ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον: ergänze
ἐχρῆν (χρῆ») ϑαυμάξειν, und zu
εἰ μὴ διδακτὸν: ἦν. Über die selt-
nere Auslassung des letzteren 8.
Kr. 62, 1, 6.
14. Protagoras geht nun zur Er-
örterung des Punktes über, auf
welchen der Zweifel des S. gegen
die Lehrbarkeit der end be-
gründet war. Die Beweisführung
ist rein rhetorisch und zeigt bei
eringer innerer Kraft desto grö-
ere Stärke des Selbstgefühls; zu-
gleich giebt sie dem Sophisten Ge-
legenheit sich den Leuten zu em-
pfehlen.
17. ἰἐδιωτεύειν. Vgl. C: ὡς πρὸς
62 TIAAT2NOZ
εἰ γὰρ δὴ ὃ λέγω οὕτως ἔχει — ἔχει δὲ μάλιστα πάντων οὕτως
— ἐνθυμήϑητι ἄλλο τῶν ἐπιτηδευμάτων ὁτιοῦν καὶ μαϑημά-
τῶν προελόμενος, δἰ μὴ οἷόν τ᾽ ἦν πόλιν εἶναι, εἰ μὴ πάντες
αὐληταὶ ἦμεν, ὁποῖός τις ἐδύνατο ἕκαστος, καὶ τοῦτο καὶ ἰδίᾳ
καὶ δημοσία πᾶς πάντα καὶ ἐδίδασκε καὶ ἐπέπληττε τὸν μὴ κα-
λῶς αὐλοῦντα, καὶ μὴ ἐφϑόνει τούτου, ὥσπερ νῦν τῶν δικαίων
καὶ τῶν νομίμων οὐδεὶς φϑονεῖ οὐδ᾽ ἀποκρύπτεται ὥσπερ τῶν
Β ἄλλων τεχνημάτων᾽ λυσιτελεῖ γάρ, οἶμαι, ἡμῖν ἡ ἀλλήλων δϑι-
καιοσύνη καὶ ἀρετή" διὰ ταῦτα πᾶς παντὶ προϑύμως λέγει καὶ
διδάσκει καὶ τὰ δίκαια καὶ τὰ νόμιμα᾽ εἰ οὖν οὕτω καὶ ἐν]
αὐλήδει πᾶσαν προϑυμέαν καὶ ἀφϑονίαν εἴχομεν ἀλλήλους δι-
δάσκειν, οἴει ἄν τι, ἔφη, μᾶλλον, ὦ Σώκρατες, τῶν ἀγαϑῶν
αὐλητῶν ἀγαϑοὺς αὐλητὰς τοὺς υἱεῖς γίγνεσϑαι ἢ τῶν φαύλων;
C οἶμαι μὲν οὔ, ἀλλὰ ὅτου ἔτυχεν ὁ υἱὸς εὐφυέστατος γενόμενος
sis αὔλησιν, οὗτος ἂν ἐλλόγιμος ηὐξήϑη, ὅτου δὲ ἀφυής,
ἀκλεής᾽ καὶ πολλάκις μὲν ἀγαϑοῦ αὐλητοῦ φαῦλος ἂν ἀπέβη;
πολλάκις δ᾽ ἂν φαύλου ἀγαϑός᾽ ἀλλ᾽ οὖν αὐληταί γ᾽ ἂν πάν-
τοὺς ἰδιώτας καὶ μηδὲν... ἐπαΐ- κρύπτεται ὥσπερ τῶν ἄλλων τεγνη-
ovrag, und den Gegensatz: ϑίκαι-
ον αὐτὸν εἶναι καὶ δημιουργὸν
τούτου τοῦ πράγματος.
8. προελόμενος: Das Beispiel
kann nach Belieben gewählt wer-
den. Zu εἶναι vgl. oben 823 A
(53, 10).
4. ὁποῖός τις: näml. εἶναι. Der
modale Ausdruck (ἐδύνατο) ent-
spricht dem hypotbet. Verhältnis.
Vgl. zu Apol. 18A 20A Gorg.506B.
Kr. 54, 10, 6.
ὅδ. καὶ τοῦτο κτέ. schließt sich
an den Vordersatz an; der Nach-
satz folgt erst mit οἷδε ἄν τι (2.
12) nach dem epanalept. εἰ οὖν.
τὸν un καλῶς αὐλοῦνται schließt
sich an πάντα an. Durch ἐδέδασκε
wird die Konstruktion bestimmt u.
nicht durch das näher stehende
ἐπέπληττε, weil jenes den für die
Beweisführung wichtigeren (den
allgemeineren) Begriff enthält. Vgl.
zu Gorg. 460 Ὁ: dei un τῷ διδά-
ξαντι ἐρχαλεῖν μηδὲ & ελαύνειν ἐκ
τῆς πόλεως, ἀλλὰ τῷ ἀδικοῦντι.
Ebenso Β: οὐδεὶς φϑονεῖ οὐδ᾽ ἀπο-
Br
n ἐφθόνει τούτου. Vgl. 320
C und A ol. 33 A: εἰ δέ τίς μου
λέγοντος πιϑυμεὶ ἀκούειν... οὐ-
δενὶ πώποτε ἐφθόνησα. Laches
200 B: διδάξω σε καὶ οὐ φϑονήσα.
Mit Bezug darauf ist in B ἀφϑο-
νίαν in aktivem Sinne "gebraucht
(eig. Neidlosigkeit).
12. ἔφη erinnert wieder daran,
daß Sokrates das Ganze erzählt
— passend, da sich Protagoras
direkt an ihn wendet und Sokrates
auch diese Wendung getreu refe-
riert. Zu beachten ‘ist die Wort-
stellung von τῶν ἀγαθῶν bis τῶν
φαύλων.
14. ὅτου ἔτυχεν: 8. oben A zu
ὁποῖός τις.
16. ἐλλόγιμος ηὐξήϑη. Häufige
Prolepsis des Adjektivums, Vgl.
Dem. Ol. II, 5: μέγας ηὐξήθη. 1,
28: ἕνα φύλακες τῆς οἰκείας (χώ-
ρας) ἀκεραίου γένωνται.
17. ἀλλ᾽ οὖν: Übergang zu dem,
was jedenfalls, mag der eine
oder ‘andere der beiden angenom-
menen Fälle eintreten, gilt. Der
l
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ, (827) 63
τες ἦσαν ἱκανοὶ ὡς πρὸς τοὺς ἰδιώτας καὶ μηδὲν αὐλήσεως ἐπα-
ἵἴοντας. οὕτως οἵου καὶ νῦν, ὅστις σοι ἀδικώτατος φαίνεται
ἄνϑρωπος τῶν ἐν νόμοις καὶ ἀνθρώποις τεϑραμμένων, δίκαιον
αὐτὸν εἶναι καὶ δημιουργὸν τούτου τοῦ πράγματος, εἰ δέοι Ὁ
ὃ αὐτὸν κρένεσϑαι πρὸς ἀνθρώπους, οἷς μήτε παιδεία ἐστὶ μήτε
δικαστήρια μήτε νόμοι μηδὲ ἀνάγκη μηδεμέα διὰ παντὸς ἀναγ-
χκάζουσα ἀρετῆς ἐπιμελεῖσθαι, ἀλλ᾽ εἶεν ἄγριοί τινες, οἱοίπερ
οὗς πέρυσι Φερεκράτης ὁ ποιητὴς ἐδίδαξεν ἐπὶ Anvalo. ἦ
σφόδρα ἐν τοῖς τοιούτοις ἀνθρώποις γενόμενος, ὥσπερ ol ἐν
9 ἐχείνῳ τῷ χορῷ μισάνϑρωποι, ἀγαπήσαις ἄν, εἰ ἐντύχοις Εὐ-
Hauptbegriff wird durch das bei-
geführte γέ betont. Vgl. Apol. 34E:
εἴτ᾽ οὖν ἀληϑὲς εἴτ᾽ οὖν ψεῦδορ:
ἀλλ: οὖν δεδογμένον γέ ἔστι τὸ
᾿ Σωκράτη διαφέρειν τινὶ τῶν ποῖ-
᾿ λῶν ἀνθρώπων. Gorgias 496 D.
δ06 ΒΚ Kr. 69, 4, ὅ.
1. ὡς πρὸς κτέ. Kr. 69, 63, 6 u.
68, 39, 5 (gilt nur im Vergleich).
2. καὶ νῦν bezeichnet die Wirk-
lichkeit im Gegensatz gegen die
fingierte Annahme 327 A. οἴου mit
lebhafter Versicherung: “sei über-
zeugt’.
3. νόμοις καὶ ἀνθρώποις werden
als untrennbar gedacht; die einen
können nicht ohne die andern be-
stehen. Es ist also die gesetzlich
geordnete menschliche Gesellschaft
zu verstehen.*
4, αὐτόν: epanaleptisch. S. KR.
1, ὅ, 1.
ὅ. οἷς... ἐστὶ... ἀλλ᾽ εἶεν : mit
leichtem Wechsel des Subjekts und
des Modus.
6. διὰ παντός: durchaus, unter
allen Umständen.
7. αλλ elev: das Subjekt ist ans
dem vorhergehenden Relativsatz
zu entnehmen, was nach dem pos-
sessiven Dativ leicht geschehen
kann. Der Modus ist beeinflußt
durch den übergeordneten Bedin-
gungssatz.
8. Pherekrates gehört zu den
berühmten Dichtern der altenKo-
mödie (metrum Pherecrateum). Die
Komödie “4ygıor ließ er an den
Lenäen 420 v. Chr. aufführen. (Über
den Anachronismus 8. Einl. 8. 16.)
Jenes Stück behandelte, wie es
scheint, ein sittliches Problem, in-
dem es civilisationssatte Athener
(μεσάνϑρωποι) einem Chore ganz
uncivilisierter Menschen entgegen-
stellte.
ἐδίδαξεν ist technischer Ausdruck
für das Einüben der Schauspieler
und des Chores durch den Dichter,
dann für die Aufführung eines
Stückes überhaupt.
“Μηναίῳ, ein dem Dionysos ge-
heiligter Bezirk im Stadtquartier
Limnae südlich von der Akropolis,
benannt von Anvog, Kelter. Dort
befand sich außer zwei Tempeln
ein altes Theater, welches bier ge-
meint ist. Darin feierte man ins-
besondere die Lenäen (Kelterfest)
im Monate Gamelion (Januar) durch
eine große Prozession und theatra-
lische Aufführungen.
9. ἐν... γενόμενος: 8. Kr. 66,
1, 6. Zu οἵ ἐν ἐκείνῳ τῷ χορῷ ist
auch γενόμενοι zu ergänzen. Die
μισάνϑο. bildeten nicht den Chor,
sondern kamen zu ihm und be-
fanden sich dann bei ihm.
10. Eurybatos und Phrynon-
das waren wegen ihrer Schlechtig-
keit sprichwörtlich. E. soll ein
Ephesier gewesen sein, den Kroe-
808 mit vielem Gelde absandte, um.
Söldner im Peloponnes anzuwerben,
der aber zu Kyros überging und
die Pläne des Kroesos verriet. —
τ: Pbr. aus Athen ist nichts
Näheres bekannt. Asch. g. Ktes.
64
HAAT2NOZ
ρυβάτῳ καὶ Φρυνώνδᾳ, καὶ ἀνολοφύραι᾽ ἂν ποθῶν τὴν τῶν
E ἐνθάδε ἀνθρώπων πονηρίαν νῦν δὲ τρυφᾷς, ὦ Σώκρατες,
διότι πάντες διδάσκαλοί εἰσιν ἀρετῆς, καϑ᾽ ὅσον δύνανται ἔκχα-
ὅτος, καὶ οὐδείς σοι φαίνεται εἶναι᾽ ὥσπερ ἂν εἰ ξητοῖς τίς
828 διδάσκαλος τοῦ ἑλληνίζειν, οὐδ᾽ ἂν εἷς φανείη, οὐδέ γ᾽ ἄν, ὁ
οἶμαι, εἰ ξητοῖς τίς ἂν ἡμῖν διδάξειε τοὺς τῶν χειροτεχνῶν υἱεῖς
αὐτὴν ταύτην τὴν τέχνην, ἣν δὴ παρὰ τοῖ πατρὸς μεμαϑήχκασι͵
καϑ᾿ ὅσον οἷός T’ ἦν ὁ πατὴρ καὶ ol τοῦ πατρὸς φίλοι ὄντες
ὁμότεχνοι᾽ τούτους ἔτι τίς ἂν διδάξειδν; οὐ ῥάδιον οἶμαι εἶναι,
ὦ Σώκρατες, τούτων διδάσκαλον φανῆναι, τῶν δὲ ἀπείρων it
παντάπασι ῥάδιον᾽ οὕτω δὲ ἀρετῆς καὶ τῶν ἄλλων πάντων'
Β ἀλλὰ κἂν εἰ ὀλίγον ἔστι τις ὅστις διαφέρει ἡμῶν προβιβάσαι εἰς
ἀρετήν, ἀγαπητόν. ὧν δὴ ἐγὼ οἶμαι εἷς εἶναι, καὶ διαφερόντως
ἂν τῶν ἄλλων ἀνθρώπων ὀνῆσαί τινα πρὸς τὸ καλὸν καὶ ἀγα-
ϑὲν γενέσθαι, καὶ ἀξίως τοῦ μισϑοῖ ὃν πράττομαι, καὶ ἔτι 1
137: ἀλλ᾽ οἶμαι οὔτε Φρυνώνδας
οὔτ᾽ Εὐρύβατος οὔτ᾽ ἄλλος τις τῶν
πάλαι πονηρῶν τοιοῦτος μάγος καὶ
γόης ἐγένετο.
4, ὥσπερ xt}. Asyndeton, wie
oft bei Erläuterungen. Kr. 59, 1,5.
δ. οὐδ᾽ ... εἷς: mit stärkerer Be-
tonung als οὐδείς. Wie ἄν treten
auch häufig die Präpositionen da-
zwischen. Vgl. 335D u. zu Gorg.
512E.
οὐδέ γ᾽ ἄν: aus dem vorher-
gehenden οὐδ᾽ ἂν εἷς φανείη zu
ergänzen.
6. ἡμῖν: Kr. 48, 6, 1.
8. καϑ᾽ ὅσον κτέ. Der zu er-
gänzende Infinitiv ist aus μεμαϑή-
κασι zu entnehmen mit der Um-
bildung des Begriffe, welche das
Subjekt fordert, und die Umgebung
an die Hand giebt.
9. τούτους are. Damit wird die
obige indirekte Frage (el £nrois
τίς κτέ in direkter Form wieder
aufgenommen und durch das fol-
gende οὐ a ες ῥάδιον be-
stimmter und vollständiger beant-
wortet, als es oben durch γ᾽ ἄν,
οἶμαι geschehen ist. Die Dar-
stellung gewinnt dadurch an Leben-
digkeit. Zugleich wird durch Ein-
führung des Begriffes ῥάδιον, durch
welche die frühere Behauptung er-
mäßigt wird, und durch das bei-
gebrachte Beispiel unvermerkt der
Übergang zu der Behauptung ge-
macht, daß es dennoch besondere
Lehrer in der Tugend gebe.
11. οὕτω δὲ «td. Damit wird
nach dem erläuternden Vergleich
auf den eigentlichen Gegenstand
zurückgegangen. Die Ergänz
ist aus dem mit οὐ ῥάδιον begin-
nenden Satz zu entnehmen.
412. κἂν el... ἀγαπητόν: ohne
einen dem ἄν entsprechenden Op-
tativ. Vgl. Gastmahl 185 A: καν
εἴ τις. . διὰ τὴν φιλίαν τοῦ ἐρα-
στοῦ ἐξαπατηϑείη, .. ὅμως καλὴ ἡ
ἀπάτη.
προβιβάσαι: Der Infinitiv folgt
nach διαφέρεε in dem Sinne von
διαφερόντως ἱκανός ἐστιν. Vgl.
Gorgias 517B. μεταβιβάξειν τὰς
ἐπιϑυμέας. .. οὐδὲν τούτων διέ-
φερον ἐκεῖνοι: die Begierden zu
regeln waren jene nicht mehr im
Stande als diese.
13. ὧν δὴ ἐγώ. Prot. kommt zum
Schlusse wieder auf sich zu reden,
als habe die Unterredung nur das
Ziel, seine persönliche Bedeu-
tung darzuthun.*
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (328)
πλείονος, ὥστε καὶ αὐτῷ δοκεῖν τῷ μαϑόντι.
65
διὰ ταῦτα καὶ
τὸν τρόπον τῆς πράξεως τοῦ μισϑοῦ τοιοῦτον πεποίημαι" ἐπει-
δὰν γάρ τις παῤ᾽ ἐμοῦ μάθῃ, ἐὰν 'μὲν βούληται, ἀποδέδωκεν ὃ
ἐγὼ πράττομαι ἀργύριον᾽ ἐὰν δὲ μή, ἐλϑὼν εἰς ἱερόν, ὀμόσας,
5 ὅσου ὧν φῇ ἄξια εἷναι τὰ μαϑήματα, σοσοῦτον κατέθηκεν.
Τοιοῦτόν “σοι, ἔφη; ὦ Σώκρατες, ἐγὼ καὶ ὖϑον καὶ λόγον
εἴρηκα, ὡς διδακτὸν ἀρετὴ καὶ ᾿4ϑηναῖοι οὕτως ἡγοῦνταὶ, καὶ ὅτι
οὐδὲν ϑαυμαστὸν τῶν ἀγαθῶν πατέρων φαύλους υἱεῖς γίγνεσθαι
καὶ τῶν φαύλων ἀγαϑούς᾽ ἐπεὶ καὶ οἵ Πολυκλείτου υἱεῖς, Πα-
10 ράλου καὶ Ξανθίππου τοῦδε ἡλικιῶται, οὐδὲν πρὸς τὸν πατέρα
εἰσί, καὶ ἄλλοι ἄλλων δημιουργῶν. τῶνδε δὲ οὔπω ἄξιον τοῦτο
κατηγορεῦν' ἔτι γὰρ ἐν αὐνοῖς εἰαιν. ἐλπίδες: Ψέοι γάρ. |
XVJl. Πρωταγόρας μὲν τοσαῦτα καὶ τοιαῦτα ἐπιδειξάμε-
νος ἀπεπαύσατο τοῦ “λόγου.. καὶ ἐγὼ ἐπὶ μὲν πολὺν χρόνον
15 15 κεκηλημένὺς᾽ "ri πρὸς αὐτὸν ἔβλεπον ὡς ἐροῦντά τι, ἐπιϑυμῶν
ἀκούειν" ἐπεὶ δὲ δὴ ἠσθδόμην ὅτι τῷ ὄντι πεπαυμένος ein, μό-
γις πῶς ἐμαυτὸν ὠσπερεὶ συναγείρας εἶπον, βλέψας πρὸς τὸν
2. ἐπειδὰν γῶρ τις κτέ.: erklä-
rende Ausführung von τὸν τρόπον
«τοιοῦτον... Vgl, Lysias Epi-
tapı. 8 16. τοσοῦτον ,εὐτυχέστεροι
᾿ἐγένοντο τοῦ πατρός" ἡ μὲν γὰρ
. Εὐρυσθέα... οὐ οὐχ οἱός τὲ ἦν
τιμωρήσασθαι are. hukyd. I, ὃ
1: δηλοῖ δέ μοι καὶ τόδε τῶν πα-
λαιῶν ἀσθένειαν .. πρὸ γὰρ τῶν
Τρωικῶν᾽ οὐδὲν φαένεται κοινῇ ἐῤ-
γασαμένη ἡ Ἕλλάς.᾿ Vgl. zu 3200
(8, 14). :
3. ἀποδέδωκεν: rhetorisch. ver-
stärkter ‚Ausdruck statt ᾿ἀποδίέ-
δωσιν = ‘er bezahlt oline weiteres’
oder “er bezahlt und damit, au
(d. h. so ist's geschehen).
68. 8, 4.
4. ἐὰν δὲ μή: s. ἃ. Bem.' 811
(80, 6):
6. κατέθηκεν: er erlegt. Über
den Aorist vl zu 1 Gorg. 611D u.
. 68, 10,
Nach Prot. igener ‚Angabe
verfällt die ganze Rede nur in zwei
Hanptteile; jeder aber gliedert sich
wieder zwiefach.
9. ἐπεί führt eim Beispiel als
Beleg an. Vgl. Apol. 20A. Die
Söhne des Polykleitos sind nicht
Platons ausgew. Dialoge. IV.
315 A.*
‚ter, reden können (334E;
᾿ὥστε τὸν λόγον μηδέποτε ἐπιλιπεῖν).
bekannt, waren aber keinenfalls
tüehtige Bildhauer, Dieses nach-
trägliche Beispiel (8. oben 326E ff.)
wird offenbar nur der folgenden
wohlberechneten Bemerkung halber
angeführt. . ,
1δ. „rennimuevog: erinnert an
ὡς ἐροῦντά τι. Pr. hätte mit
demselben Rechte, auf welches sich
‚sein prunkender "Vortrag (ἐπιδει-
stützte, noch endlos wei-
οὕτως
ξάμενο
Daher bezeichnet auch schon awe-
παύσατο τοῦ λόγου das ‚rillkär-
‚liche Anfhören. ὁ. |
ἐπιϑυμῶν ἀκούειν. Vgl. Apol.
83A: εὖ „se ,τές. μου λέγοντος ἐπι-
ϑυμεῖ ἀκούειν. Vgl. 8864. ‚Die
Ironie ist unverkennbar. -
17. συναγείρας: mit Bezug auf
κεκηλημένος. Dieser ist gleichsam
ein 2 αὑτοῦ γεγενημένος. Die
Metapher in anderer Beziehung hat
schon Homer. Vgl. Il. 5 152:
᾿ἄψορρόν οἵ 1%. bier στήθεσσιν
“ἀγέρθη. x 475
er ὡσπερεί 8.
Kr. 69, 64, 3.
δ᾽
C
66 ΠΑΑΤΩ͂ΝΟΣ
Ἱπποχράτη᾽ 'Q παῖ ᾿Απολλοδώρου, ὡς χάριν σοι ἔχω ὅτι προῦ-
E τρεψάς μὲ ὧδε ἀφικέσθαι" πολλοῦ γὰρ ποιοῦμαι ἀκηκοέναι ἃ
ἀκήκοα Πρωταγόρου. ἐγὼ γὰρ ἐν μὲν τῷ ἔμπροσθεν χρόνῳ
ἡγούμην. οὐχ εἶναι ἀνθρωπένην ἐπιμέλειαν, ἡ ἀγαϑοὶ ol ἀγα-
ϑοὶ γίγνονται᾽ νῦν δὲ πέπεισμαι. πλὴν σμεκρόν τί wos ἐμπο- " |
δών, ὃ δῆλον ὅτι Πρωταγόρας ῥάδίως ἐπεχδιδάξει., ἐπειδὴ καὶ |
τὰ πολλὰ ταῦτα ἐξεδίδαξε. καὶ γὰρ εἰ μέν τις περὶ αὐτῶν τού-
ϑέϑτων συγγένοιτο ὁτῳοῦν τῶν δημηγόρων, τάχ᾽ ἂν καὶ τοιούτους
λόγους ἀκούσειεν ἢ Περικλέους ἢ ἄλλου τινὸς τῶν ἱκανῶν
εἰπεῖν᾽ εἰ δὲ ἐπανέροιτό τινά τι, ὥσπερ βιβλία οὐδὲν ἔχου- 18}
σιν οὔτε ἀποκχρίνασϑαι οὔτε αὐτοὶ ἐρέσθαι, ἀλλ᾽ ἐάν τις καὶ
σμικρὸν ἐπερωτήσῃ τι τῶν ῥηϑέντων, ὥπερ τὰ χαλκεῖα πλη-
1, Ὦ παὶ °A.: mit Nachdruck.
Dazu paßt der folgende Ausruf
(ὡς κτὲ.).
2. ode —= ἐνθάδε, δεῦρο, eine
Bedeutung, die, bei Dichtern nicht
selten, bei Platon nur hier vor-
kommt. — Über das seltene πολλοῦ
x. 8. Kr. 47, 17, 2.
3. ἐγὼ γὰρ re. Ob dies wirk-
lich die Meinung des 8. war, er-
heilt aus dem weiteren Verlauf der
Erörterung.
5. πέπεισμαι. πλὴν σμικρόν τι:
höfliche und zugleich ironische
Übergangsform, um yon neuem
die Unterredung anzuknüpfen. Je-
nes σμικρόν im Gegensatz zu τὰ
πολλὰ ταῦτα ist aber gerade das
Wesentliche. Vgl. unten 829 Β.
Im folgenden erhält es zugleich
eine Beziehung auf die Methode,
indem 8. der langen Rede kurze
begriffliche Bestimmungen gegen-
überstellt.,
7. καὶ γὰρ κτέ. Begründung der
Annahme 6 .. ἐπεκδιδάξει. Die
Begründung entwickelt sich in zwei
ihrem Inhalt nach entgegengesetz-
ten, aber zu einer Einheit des Gedan-
kens verbundenen hypothetischen
Sätzen, deren zweiter in seinem
Nachsatz durch die eingeflochtene
Vergleichung (ὥσπερ f.) und den
Gegensatz des negativen (οὐδὲν ἔ.
οὔτε. . οὔτε) und positiven (ἀλλά)
Ausdrucks, welcher letztere selbst
wieder hypothetisch ἐών τις...
ῥηθέντων... καὶ ol ῥήτορες...
λόγου gegliedert ist und dem Nach-
satz abermals eine Vergleichung
(ὥσπερ τὰ x.) mit Nebensatz (ἐὰν
un «re.) beifügt, vielverschlungen
erscheint. καί an der Spitze
der Periode hat seine Beziehung
hauptsächlich in dem hypothetisch
gestalteten εἰ μέν τις... συγγένοιτο
ὁτῳοῦν τ. ὃ. Das καί vor τοιούτους
λ. deutet an: “wie die eben gehörte”.
Doch verlangte καί ein Wort, an
das es sich anlehnen könnte, wie
ein auf ὁτῳοῦν zurückweisendes
τούτου. Ἐ
8. δημηγόρων. Der Gegensatz
zwischen Volksrede und dialek-
tischer Erörterung wird vielfach
dargel Vgl. 336B: χωρὶς γὰρ
yoy’ ᾧμην εἶναι τὸ συνεῖναί τε
ἀλλήλοις διαλεγομένους καὶ τὸ δημη-
γορεῖν. Gorgias 519D. Vgl. zu
Gorg. 482C.
10. ὥσπερ βιβλέα. Den Nachteil
schriftlicher Darstellung gegenüber
der mündlichen Unterredung be-
gründet Platon im Phaedr. 270D:
δεινὸν γάρ nov.... τοῦτ᾽ ἔχει γρα-
φὴ καὶ ὡς ἀληϑῶς ὅμοιον ξωγρα-
φίᾳ. καὶ γὰρ τὰ ἐκείνης ἔκγονα
ἕστηκε μὲν ὡς ξῶντα, ἐὰν δ᾽ ἀνέρῃ
τι, σεμνῶς πάνυ σιγᾷ. ταὐτὸν ὃ
καὶ οἱ λόγοι" δόξαις μὲν ἂν ὥς τι
φρονοῦντας αὐτοὺς λέγειμ,͵ ἐὰν δέ
τι Eon τῶν λεγομένων βουλόμενος
μαϑεῖν, ἕν τι σημαένει ταὐτὸν
μόνον ἀεί.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (328. 329)
67
γέντα μακρὸν ἠχεῖ καὶ ἀποτείνει, ἐὰν un ἐπιλάβηταί τις, καὶ ol
ῥήτορες οὕτω σμικρὰ ἐρωτηϑέντες δολιχὸν κατατείνουσι τοῦ
λόγου. Πρωταγόρας δὲ ὅδε ἱκανὸς μὲν μακροὺς λόγους καὶ κα-
λοὺς εἰπεῖν, ὡς αὐτὸ δηλοῖ, ἱχανὸς δὲ καὶ ἐρωτηϑεὶς ἀποκρίένα-
ὅ σϑαι κατὰ βραχὺ καὶ ἐρόμενος περιμεῖναί τε καὶ ἀποδέξασϑαι
τὴν ἀπόκρισιν, ἃ ὀλίγοις ἐστὶ παρεσκευασμένα. νῦν οὖν, ὦ
Πρωταγόρα, σμιπροῦ τινος ἐνδεής εἰμι πάντ᾽ ἔχειν, εἴ μοι ἀπο-
χρίναιο τόδε. τὴν ἀρετὴν φῇς διδακτὸν εἶναι, καὶ ἐγώ, εἴπερ
ἄλλῳ τῷ ἀνθρώπων, πειϑοίμην ἂν καὶ σοί" ὃ δ᾽ ἐθαύμασά σου
λέγοντος, τοῦτό μοι ἐν τῇ ψυχῇ ἀποπλήρωσον. ἔλεγες γὰρ ὅτι
ὁ Ζεὺς τὴν δικαιοσύνην καὶ τὴν αἰδῶ πέμψειε τοῖς ἀνθρώποις,
1. μακρόν kann zu beiden Ver-
ben gezogen werden. Der Ausdruck
ist aus der etymologica
κρὰν ἠχὴν nzei) herzuleiten.
. Kr. 56, 5, 6. Zu ἀποτεένει vgl.
8350: ἀποτεέίνοντι μακροὺς λόγους
und Gorg. 458B: νῦν ἴσως πόρρω
ἀποτενοῦμεν 80. τὸν λόγον.
καὶ ol ῥήτορες οὕτω emphatisch
für οὕτω καὶ οἵ ῥήτορες.
2. δολιχὸν.. τοῦ λόγου könnte ge-
sagt sein wie ἀμήχανον εὐδαιμονίας
Apol. 410. Vgl. Theät. 175 A ἄτοπα
τῆς σμιπρολογίας statt ἄτοπος σμι-
κρολογίας Doch verdient die Ver-
mutung von H. Stephanus, daß
δόλιχον (Dauerlauf) zu lesen sei, alle
Beachtung. Der δόλιχος war eine Art
des Wettlaufs in Olympia, wobei
das Stadium zwölfmal hin und zu-
rück durchlaufen wurde. Dasselbe
Bild gebraucht Sokr. 885E.
8. Πρωταγόρας. Den Tadel und
die damit verknüpfte Forderung
für das folgende Gespräch kleidet
Sokrates geschickt in ein verbind-
liches Lob ein.
4. ὡς αὐτὸ δηλοῖ: 5. 324 A.*
b. περιμεῖναί ve καὶ ἀποδέξασθαι.
Der Dialektiker, welcher die Rolle
des Fragenden hat, muß ohne vor-
zugreifen ruhig die Antwort des
anderen abwarten und dann auf
sie eingehen und sie der Erör-
te zu Grunde legen.
6.& bezieht sich wohl nur auf den
zweiten Teil.
7. σμικροῦ ἐνδεής εἰμι: Der In-
finitiv folgt in derselben Weise wie
nach πολλοῦ (τοσούτου) δέω. Kr.
δδ, 3, 4.
εἴ μοι ἀποκρέναιο: Die entspre-
chende ἀπόδοσις liegt dem Sinn
nach in dem Vorhergehenden.
8. εἴπερ .. καὶ σοί: höfliche Ab-
lehnung einer Annahme auf bloße
Autorität.
9. ἐθαύμασα: hypokoristischer
Ausdruck = “was ıch nicht be-
eifen konnte.” Dem entsprechend
ἀποπλήρωσον: "mache mir klar,
so daß ich befriedigt bin.” Über
die Konstr. von ϑαυμ. s. Kr. 48, 10,
9. Vgl. Apol. 114.
10. ἔλεγες γάρ. 8. knüpft seine
Frage daran, daß Pr. mehrmals
einzelne Tugenden genannt und
dann wieder alle ausdräcklich in
den einen Begriff Tugend zusam-
mengefalt hat. Vgl. 823 A.E. 8265 A.
826. Über γάρ vgl. zu 328B
(65, 2).
11. τὴν δικαιοσύνην: die Anfüh-
rung ist nicht wortgetreu.
πέμψειε mit der Bedeutung der
Vergangenheit in Bezug auf das
Hauptverbum (praeteritum in prae-
terito). Deutlicher und mehr dem
Sprachgebrauch entsprechend wäre
ἔπεμψε. ders bei Xenoph.
Kyrop. II 4, 7: οἵ δὲ Ἰνδοὶ eloel-
ϑόντες ἔλεξαν, ὅτι πέμψειε σφᾶς
ὃ Ἰνδῶν βασιλεύς, da hier zu
Grunde liegt πέμπει ἡμᾶς κτέ.,
während oben 322C, worauf die
Stelle hinweist, πέμπει historisches
5*
B
68
HAATS2NOZ
καὶ αὖ πολλαχοῦ ἐν τοῖς λόγοις ἐλέγετο ὑπὸ σοῦ ἡ δικαιοσύνη
καὶ σωφροσύνη καὶ ὁσιότης καὶ πάντα ταῦτα ὡς Ev τι εἴη συϊ-
λήβδην, ἀφετή᾽ ταῦτ᾽ οὖν αὐτὰ δίελϑέ μοι ἀκριβῶς τῷ λόγῳ,
πότερον ἕν μέν τί ἐστιν ἡ ἀρετή, μόρια δὲ αὐτῆς ἐστιν ἡ δικαιο-
σύνη καὶ σωφροσύνη καὶ ὁσιότης, ἢ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἃ νῦν δὴ ἐγὼ
ἔλεγον πάντα ὀνόματα τοῦ αὐτοῦ Evög ὄντος. τοῦτ᾽ ἐστὶν ὃ ἔτι
ἐπιποϑῶ.
XVII. ᾿Δλλὰ ῥάδιον τοῦτό γ᾽, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ἀποκρί-
νασϑαι, ὅτι ἑνὸς ὄντος τῆς ἀρετῆς μόριά ἐστιν ἃ ἐρωτᾷς. Πό-
τερον, ἔφην, ὥσπερ προσώπου τὰ μόρια μόριά ἐστι, στόμα τὲ ἡ
καὶ ῥὶς καὶ ὀφθαλμοὶ καὶ ὦτα, ἢ ὥσπερ τὰ τοῦ χρυσοῦ μόρια
οὐδὲν διαφέρει τὰ ἕτερα τῶν ἑτέρων καὶ τοῦ ὅλου, ἀλλ᾽ ἢ
μεγέϑει καὶ σμικρότητι; Ἐκείνως μοι φαίνεται, ὦ Σώκρατες,
ὥσπερ τὰ τοῦ. προσώπου μόρια Eysı πρὸς τὸ ὅλον πρόσωπον.
Πότερον οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ μεταλαμβάνουσιν ol ἄνϑρωποι τὸ
τούτων τῶν τῆς ἀρετῆς μορίων ol μὲν ἄλλο, οὗ δὲ ἄλλο, ἢ
ἀνάγκη, ἐάνπερ τις ἕν λάβῃ, ἅπαντ᾽ ἔχειν; Οὐδαμῶς, ἔφη,
ἐπεὶ πολλοὶ ἀνδρεῖοί εἶσιν, ἄδικοι δέ, καὶ δίκαιοι αὖ, σοφοὶ δὲ
Präsens ist. Hier ist der Ausdruck
des Zeitverhältnisses dem der Ab-
hängigkeit geopfert. *
6. πάντα ὀνόματα: so daß also
aur ein Begriff der Tugend be-
steht und dafür nur verschiedene
gleichbedeutende Namen gebraucht
werden. — Es handelt sich um die
Feststellung des Tugendbegriffes
als der notwendigen Voraus-
setzung für die Entscheidu
über die Lehrbarkeit der Tugend.
8. ἀλλὰ ῥάδιον. Die zuversicht-
liche Antwort des Prot. verrät,
daß er die Bedeutung der Frage
nicht erkennt.
9. πότερον: beide Fälle gehören
der partitio, nicht der divisio an;
es werden Teile, nicht Arten (εἴδη)
unterschieden.
11. ἢ ὥσπερ κτέ. Hier wird mit
verkürztem Ausdruck eine Bestim-
mung beigefügt, aus welcher durch
Gegensatz die entsprechende Be-
stimmung zu dem ersten Gliede
ewonnen werden kann. Der Aus-
ck dafür läßt sich aus der wei-
teren Erörterung entnehmen.
„12. ἀλλ᾽ 7, abgeschwächt au
ἄλλο 7, leitet einen positiven und
einschränkenden Gegensatz ein nach
οὐδέν, οὐδὲν ἄλλο oder einem ein-
fachen ἄλλο. Phaed. 97D: οὐδὲν
ἄλλο σκοπεῖν προσήκειν ἀνθρώπῳ
εὦν ἀλλ᾽ ἢ τὸ ἄριστον. Vgl. 8664.
Kr. 69, 4, 6."
18. ἐκείνως u. φ. aus der Frage
zu ergänzen. Im folgenden trıtt
ein Wechsel des Ausdrucks ein,
um das Verhältnis der Teile zum
Ganzen deutlicher zu bezeichnen.
15. καὶ μ. ἃ. h. wie sie an sich
verschieden sind, also: sind sie
nicht bloß an sich verschieden,
sondern kann man sie such einzeln
besitzen?
16. ἄλλο. Über den“ Accus. vgl.
zu Apol. 36B: κἂν ὦφλε χιλίας
δραχμὰς οὐ μεταλαβὼν τὸ πέμ-
πτον
Anab. IV 5, 5: οὐ προσίεσαν πρὸς
τὸ πῦρ τοὺς ὀψέξοντας, el μὴ μετα-
δοῖεν αὑτοῖς πυροὺς... ἔνϑα δὴ
μετεδίδοσαν ἀλλήλοις ὧν εἶχον ἔχα-
στοι. Anders unten 356C.. Kr. 47,
‚1.
μέρος τῶν ψήφων. Xen.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (329. 380) 69
οὔ. Ἔστι γὰρ οὖν καὶ ταῦτα μόρια τῆς ἀρετῆς, ἔφην ἐγώ,
σοφία re καὶ ἀνδρεία; Πάντων μάλιστα δήπου, ἔφη᾽ καὶ μέγι-880
στόν γε ἡ σοφία τῶν μορίων. Ἕκαστον δὲ αὐτῶν ἐστιν, ἦν δ᾽
ἐγώ, ἄλλο, τὸ δὲ ἄλλο; Ναί. Ἦ καὶ δύναμιν αὐτῶν ἕκαστον
ὅ ἰδίαν ἔχει, ὥσπερ. τὰ τοῦ προσώπου; οὐκ ἔστιν ὀφθαλμὸς οἷον
τὰ ὦτα, οὐδ᾽ ἡ δύναμις αὐτοῦ ἡ au" οὐδὲ τῶν ἄλλων οὐδέν
ἐστιν οἷον τὸ ἕτερον οὔτε κατὰ τὴν δύναμιν οὔτε κατὰ τὰ ἄλλα᾽
ἄρ᾽ οὖν οὕτω καὶ τὰ τῆς ἀρετῆς μόρια οὐκ ἔστι τὸ ἕτερον οἷον
τὸ ἕτερον, οὔτε αὐτὸ οὔτε ἡ δύναμις αὐτοῦ; ἢ δῆλα δὴ ὅτι οὕτως Β
ἔχει, εἴπερ τῷ παραδείγματί γε ἔοικεν; ᾽41λλ᾽ οὕτως, ἔφη, ἔχει,
ὦ Σώκρατες. Καὶ ἐγὼ εἶπον Οὐδὲν ἄρα ἐστὶ τῶν τῆς ἀρετῆς
μορίων ἄλλο. οἷον ἐπιστήμη, οὐδ᾽ οἷον δικαιοσύνη, οὐδ᾽ οἷον
ἀνδρεία, οὐδ᾽ οἷον σωφροσύνη, οὐδ᾽ οἷον ὁσιότης. Οὐκ ἔφη.
Φέρε δή, ἔφην ἐγώ, κοινῇ σκεψώμεθα ποῖόν τι αὐτῶν ἐστιν
15 ἕκαστον. πρῶτον μὲν τὸ τοιόνδε" ἡ δικαιοσύνη πρᾶγμά τί ἐστιν C
ἢ οὐδὲν πρᾶγμα; ἐμοὶ μὲν γὰρ δοκεῖ" τί δὲ σοί; Καὶ ἐμοί, ἔφη.
Τί οὖν; εἴ τις ἔροιτο ἐμέ τε καὶ σέ ὦ Πρωταγόρα τε καὶ Σώ-
χρατες, εἴπετον δή μοι, τοῦτο τὸ πρᾶγμα, ὃ ὠνομάσατε ἄρτι, ἡ
δικαιοσύνη, αὐτὸ τοῦτῳ δίκαιόν ἐστιν ἢ ἄδικον; ἐγὼ μὲν ἂν
80 αὐτῷ ἀποκριναίμην ὅτι δίκομον᾽ σὺ δὲ τίν᾽ ἂν ψῆφον ϑεῖο; τὴν
».΄
ς
1. ἔστι γὰρ κτέ. Die Zahl der
fünf (Kardinel-)Tugenden, die auch
schou Äschylus in der Schilderung
des Amphiaraos (Ἑπτὰ ἐπὶ Θ. 610 ἢ)
hervorhebt, wird vervollständigt.
Vgl. unten 349B u. zu 331B.
2. πάντων... σοφία: mit Nach-
druck und Selbstgefühl gesprochen.
Die σοφέα hebt Prot. hervor, weil
er σοφιστής, Lehrer der Weisheit,
ist. Auch Sokrates und Platon
räumen ihr eine besondere Beden-
tung ein.
4. ἄλλο, τὸ δὲ ἄλλο. Vor ὁ, ἡ,
τὸ δέ in seinen verschiedenen Ca-
sus feblt sehr häufig das entspre-
chende ὁ, 7, τὸ er Vgl. 343E.
365D. Gorg. 455E. Kr. 50, 1, 12.
δύναμις bezeichnet die einem
Gegenstande wesentliche Wir-
kungskraft, dann sein Wesen,
sine Eigentümlichkeit. An
diesen Begriff lehnt sich daher der
des olo» und die Frage nach der
Qualität (ποῖόν τι αὐτῶν ἐστιν
ἕκαστον) an.
7. οὔτε κατὰ τὰ ἄλλα: wie in
anderen äußerenBeziehungen, Farbe,
Größe, Gestalt u. dgl.
10. οὕτως... ἔχει: mit dem Ton
überlegenen Wissens, *
12. ἐπιστήμη tritt häufig für σο-
φέα ein — hier nicht ohne Absicht.
13. Οὐκ ἔφη: Kr. 67, 1, 2.
16. πρᾶγμα (wie τὶ, etwas) faßt
den Begriff in der abstrakten all-
gemeinen Form des Substantivs,
damit auch die Qualität, das Attri-
but δώιαιόν ἔστιν in allgemeiner,
abstrakter Form (αὐτὸ τοῦτο) hin-
estellt werden könne. Vgl. zu 312
ὃ (31, 16). So beginnt öfter Sokr.
S. 332A (Cap. 20) 358D.
19. αὐτὸ τοῦτο: im Gegensatz
gegen die Dinge, die nur an dem
egriffe teilhaben. Ebenso oft
αὐτὴ. ἡ δικαιοσύνη u. ἃ. ἃ. A. Vgl.
unten E.
20. τέν᾽ ἂν ψῆφον θεῖο mit feier-
70 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
αὐτὴν ἐμοὶ ἢ ἄλλην; Τὴν αὐτήν, ἔφη. Ἔστιν ἄρα τοιοῦτον ἡ
D δικαιοσύνη οἷον δίκαιον εἶναι, φαίην ἂν ἔγωγε ἀποκρινόμενος
τῷ ἐρωτῶντι' οὐκοῦν καὶ σύ; Ναί, ἔφη. Εἰ οὖν μετὰ τοῦτο
ἡμᾶς ἔροιτο" οὐκοῦν καὶ ὁσιότητά τινά φατε εἶναι; φαῖμεν ἄν,
ὡς ἐγὦμαι. Ναί, ἦ δ᾽ ὅς. Οὐκοῦν φατε καὶ τοῦτο πρᾶγμά τι ὅ
εἶναι; φαῖμεν ἄν ἢ οὔ; Καὶ τοῦτο συνέφη. Πότερον δὲ τοῦτο
αὐτὸ τὸ πρᾶγμά φατε τοιοῦτον πεφυκέναι οἷον ἀνόσιον εἶναι ἢ
οἷον ὅσιον; ἀγανακτήσαιμ᾽ ἂν ἔγωγ᾽, ἔφην, τῷ ἐρωτήματι, καὶ
E εἴποιμ᾽ ἄν᾽ εὐφήμει, ὦ ἄνθϑρωπε᾽ σχολῇ μεντῶν τι ἄλλο ὅσιον
ein, εἰ μὴ αὐτή γε ἡ ὁσιότης ὅσιον ἔσται. τί δὲ σύ; οὐχ οὕτως !
ἂν ἀποκρίναιο; Πάνυ μὲν οὖν, ἔφη.
XIX. Εἰ οὖν μετὰ τοῦτο εἴποι ἐρωτῶν ἡμᾶς" πῶς οὖν
ὀλίγον πρότερον ἐλέγετε, ap” οὐκ ὀρθῶς ὑμῶν κατήκουσα;
ἐδόξατέ μοι φάναι τὰ τῆς ἀρετῆς μόρια εἶναι οὕτως ἔχοντα πρὸς
ἄλληλα, ὡς οὐκ εἶναι τὸ ἕτερον αὐτῶν οἷον τὸ ἕτερον᾽ εἴποιμ᾽ ἂν 15
ἔγωγε ὅτι τὰ μὲν ἄλλα ὀρθῶς ἤκουσας, ὅτι δὲ καὶ ἐμὲ οἴει εἰπεῖν
8διτοῦτο, παρήκουσας᾽ Πρωταγόρας γὰρ ὅδε ταῦτα ἀπεκρίνατο,
ἐγὼ δὲ ἠρώτων. εἰ οὖν εἴποι᾽ ἀληϑῆ ὅδε λέγει, ὦ Πρωταγόρα;
σὺ φὴς οὐκ εἶναι τὸ ἕτερον μόριον οἷον τὸ ἕτερον τῶν τῆς ἀρε-
τῆς; σὸς οὗτος ὁ λόγος ἐστί; τί ἂν αὐτῷ ἀποκρίναιο; ᾿άἀνάγκη, 3
ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὁμολογεῖν. Τί οὖν, ὦ Πρωταγόρα, ἀποκρι-
νούμεϑα αὐτῷ, ταῦτα ὁμολογήσαντες, ἐὰν ἡμᾶς ἐπανέρηται᾽
οὐκ ἄρα ἐστὶν ὁσιότης οἷον δίκαιον εἶναι πρᾶγμα, οὐδὲ δικαιο-
σύνη οἷον ὕσιον, ἀλλ᾽ οἷον μὴ σσιον᾽ ἡ δ᾽ ὑσιότης οἷον μὴ δί-
B καιον, ἀλλ᾽ ἄδικον ἄρα, τὸ δὲ ἀνόσιον; τί αὐτῷ ἀποκρινού- ®
lichem Anstrich wie Gorg. 500A:
ϑοωπε, un δρὰ τοὺς τεθνηκότας
σύμψηφος ἡμῖν εἶ καὶ σὺ; Lach. ῦ
184 Ὁ.
κακῶς.
. 18. ἄρ᾽ οὐκ hier nicht zusammen-
4. τινά: wohl attributiv, nicht "uchman Im Binne von monne. ὁ
® . . Φ Φ 4 4
prädikativ zu ‚Tassen. „ So öfter bei Xenophon. Vgl. unten
8. ἀγανακτήσαιμ ἂν: Nachsatz 7, 98 οἷον ὃ, εἶναι. Über οὔ 8. Kr.
zu einem selbstverständlichen Vor- g7, 6, 2. Vgl. au Apol. 26D:
dersatz, welcher durch τῷ ἐρωτή-
ματι vertreten wird.
9. εὐφήμει (fave lingua) wendet
Platon öfter an, wenn durch die
Worte des Gegners gleichsam ein
Eingriff in ein heiliges Gebiet
emacht wird. 83. zu Gorg. 469 A.
amit stimmt auch die Anrede
überein. Vgl. Soph. Ai. 1154: ὦν-
οὕτω olsı αὐτοὺς ἀπείρους γραμμά-
τῶν εἶναι, ὥστε οὐκ εἰδέναι κτὲ.
23. οὐκ ἄρα... ἀνόσιον. Der
Fortschritt wird durch gleichgel-
tende (äquipollente nicht iden-
tische) Prädikate erzielt.
25. τὸ δέ weist auf δικαιοσύνη
als πρᾶγμα zurück, um das Attri-
but μὴ ὅσιον in ἀνόσιον umzusetzen.
. ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (880. 3881)
1
μεϑα; ἐγὼ. μὲν γὰρ αὐτὸς ὑπέρ γε ἐμαυτοῦ φαίην ἂν καὶ τὴν
δικαιοσύνην ὅσιον εἶναι καὶ τὴν ὁσιότητα δίκαιον" καὶ ὑπὲρ
σοῦ δέ, εἴ με ἐῴης, ταὐτὰ ἂν ταῦτα ἀποκρινοίμην, ὅτι ἤτοι ταὐὖ-
τὸν γ᾽ ἐστι δικαιότης ὁσιότητι ἢ ὅτι ὁμοιότατον, καὶ μάλιστα πάν-
ὅ τῶν 7 τε δικαιοσύνη οἷον ὁσιότης καὶ ἡ ὁσιότης οἷον δικαιοσύνη.
ἀλλ᾽ ὅρα, εἰ διακωλύεις ἀποκρίνεσθαι, ἢ καὶ σοὶ συνδοκεῖ
οὕτως. Οὐ πάνυ μοι δοκεῖ, ἔφη, ὦ Σώκρατες, οὕτως ἁπλοῦν
εἶναι, ὥστε συγχωρῆσαι τήν τε δικαιοσύνην ὅσιον εἶναι καὶ τὴν
ὁσιότητα δίκαιον, ἀλλά τί μοι δοκεῖ ἐν αὐτῷ διάφορον εἶναι.
10 ἀλλὰ τέ τοῦτο διαφέρει; ἔφη" εἰ γὰρ βούλει, ἔστω ἡμῖν καὶ
δικαιοσύνη ὅσιον καὶ ὁσιότης δίκαιον. Μή μοι, ἦν δ᾽ ἐγώ"
οὐδὲν γὰρ δέομαι τὸ εἰ βούλει τοῦτο καὶ εἴ σοι δοκεῖ ἐλέγχε-
σϑαι, ἀλλ᾽ ἐμέ τε καὶ σέ᾽ τὸ δ᾽ ἐμέ τε καὶ σὲ τοῦτο λέγω. olo-
μενος οὕτω τὸν λόγον βέλτιστ᾽ ἂν ἐλέγχεσθαι, εἴ τις τὸ εἴ ἀφέ-
15 λοι αὐτοῦ. Aid μέντοι, ἡ δ᾽ ὅς, προσέοικέ τι δικαιοσύνη
1, ὑπέρ γε ἐμαυτοῦ. Vgl. Apol.
22E: ὥστ᾽ ἐμὲ ἐμαυτὸν ἀνερωτᾶν
ὑπὸρ τοῦ γρησμοῦ (im Namen des
Orakels).
2. καὶ... δέ (und auch): Kr.
69, 32, 10.
8. ταὐτόν γ᾽ ἐστι: Sokr. will dar-
auf hinführen, daß allen Tugenden
als solchen ein gemeinsames Wesen
eigen ist; er wählt aber zunächst
zwei Arten, die nach ihrer äuße-
ren Erscheinung am wenigsten
von einander verschieden sind, und
die von Platon bald auch als eine
anerkannt werden. Vgl. 861B u.
Gorgias 507B: καὶ βὴν περὶ μὲν
ἀνϑρώπους τὰ προσήκοντα πράττων
δίκαι: ὧν πράττοι, περὶ δὲ θεοὺς
ὅσια. — Der Beweis gegen den Satz
des Prot., daß die Tugenden nicht
dieselben Wesenseigenschaften ha-
ben, ist indirekt, indem die — un-
haltbare — Folge für zwei Teile
der Tugend aufgezeigt wird, von
Aristoteles ἡ eis τὸ ἀδύνατον ἄγουσα
ἀπόδειξεις (deductio ad absurdum)
genannt.
4. δικαιότης: wie Gorg. 508A.
Auch Xenophon braucht das Wort
Anab. II 6, 26. Kyrop. VIII 8, 18.
7. ἁπλοῦν von dem, was aus-
nahmslos, nicht bedingungsweise,
gilt. Ähnlich das Adverb ἁπλῶς
8610. Vgl’ zu Gorg. 4680. Lach.
188C.
8. συγχωρῆσαι: das Subj. aus dem
Vorhergehenden zu entnehmen,
wie im deutschen “um einzuräumen’
== daß ich einräumen könnte; näm-
lich unbedingt.
10. ἀλλὰ κτέ. abbrechend τί... ὃ.
== οὐδὲν ὃ. (316B). Vgl. σὰ 8094
(24, 6). Pr. will seine Behauptung
nicht vertreten, sondern räumt et-
was ein auch ohne Überzeugung.
Daher: a? βούλει, das die objektive
Wahrheit dem subjektiven Belieben
unterordnet.
11. Mn μοι: vgl. zu 8188 (48, 14)
u. Kr. 48, 6, 2.
12. τὸ εἰ ß. τ. Kr. 50, 6, 10.
18. τοῦτο nach τὸ... σέ wie oben
nach τὸ εἰ βούλει. 8. meint, die
Person muß einen Satz um seiner
selbst willen (aus Überzeugung)
vertreten.
15. ᾿4λλὰ μέντοι are. Pr. nimmt
sich die empfangene Zurechtweisung
zu Herzen und sucht im Gegen-
satz gegen die eben angegebene
schwankende Außerung nun seine
wirklicheMeinung auszusprechen.
Diese gebt nun dahin, daß man
die beiden genannten Tugenden
nicht geradezu gleichstellen kann,
daß sie aber doch auch etwas ähn-
D
72 ΠΛΆΤΩΝΟΣ .
ὁσιότητι᾽ καὶ γὰρ ὁτιοῦν ὁτῳοῦν ἁμῇ γέ πῃ προσέοικε. τὸ γὰρ
λευκὸν τῷ μέλανι Egrıv ὅπῃ προσέοικε, καὶ τὸ σκληρὸν τῷ μα-
λακῷ, καὶ τἄλλα ἃ δοκεῖ ἐναντιώτατα εἷναι ἀλλήλοις" καὶ ἃ
τότε ἔφαμεν ἄλλην δύναμιν ἔχειν καὶ οὐκ εἶναι τὸ ἕτερον οἷον
τὸ ἕτερον, τὰ τοῦ προσώπου μόρια, ἁμῇ γέ πῃ προσέοικε καὶ ὑ
E ἔστι τὸ ἕτερον οἷον τὸ ἕτερον᾽ ὥστε τούτῳ γε τῷ τρέπῳ κἂν
ταῦτα ἐλέγχοις, εἰ βούλοιο, ὡς ἅπαντά ἐστιν ὅμοια ἀλλήλοις.
ἀλλ᾽ οὐχὶ τὰ ὅμοιόν τι. ἔχοντα ὅμοια δίκαιον καλεῖν, οὐδὲ τὰ
ἀνόμοιόν τὶ ἔχοντα ἀνάμοια,. κἂν πάνυ σμικρὸν ἔχῃ τὸ ὅμοιον.
καὶ ἐγὼ ϑαυμάσας εἶπον πρὸς αὐτόν, Ἦ γὰρ οὕτω σοι τὸ δί-
καιον καὶ τὰ 0010v πρὸς ἄλληλα ἔχει, ὥστε ὅμοιόν τι σμικρὸν
889 ἔχειν ἀλλήλοις; Οὐ πάνυ, ἔφη, οὕτως, οὐ μέντοι οὐδὲ αὖ ὡς
σύ μοι δοκεῖς οἴεσθαι. ᾿4λλὰ μήν, ἔφην ἐγώ, ἐπειδὴ δυσχερῶς
᾿ δοκεῖς μοι ἔχειν πρὸς τοῦτο, τοῦτο μὲν ἐάσωμεν, τόδε δὲ ἄλλο
ὧν ἔλεγες ἐπισκεψώμεϑα.
XX. ᾿ἀφροσύνην τι καλεῖς: Ἔφη. Τούτῳ τῷ πράγματι οὐ
liches haben, wie am Ende auch
‚die entgegengesetzten — Dinge
oder Begriffe?. — etwas ährliches
baben.. Die folgenden Beispiele
zeigen, daß hier in unwissenschaft-
licher Weise: die. Wahrnehmung
ausgedrückt wird, daß die einander
‚gleichgeordneten Artbegriffe zwar
ın dem Gattungsbegriff etwas ge-
meinsames haben, deswegen aber
doch nicht aufhören von einander
unterschieden zu sein. Ä
2. ἔστιν ὅπῃ ziemlich gleichbe-
deutend mit au γέ πῃ gewisser-
maßen. 8. Kr. 61, 5, ὅ.
7. ταῦτα näml. τὰ τοῦ προσώπου
μόρια. Proleptisch mit κἂν ἐλέγχοις
(beweisen) verbunden, statt mit ὡς
ἅπαντα ante. Das καὶ sogar’ drückt
aus, daß diese Annahme ganz un-
zulässig wäre.
.8. ἀλλ᾽ ouyl. Der Satz des Prot.
ist im allgemeinen nicht falsch,
aber unbestimmt und hier ıman-
wendbar. Die folgenden Worte be-
dürfen einer Ergänzung. *
12. Οὐ πάνυ, ἔφη: ein Bild von
Rechthaberei und Unsicherheit des
Urteils. Pr. steht für seine eigenen
Worte nicht ein. Der Untersuchung
wird so der Boden entzogen.
οὐ u. οὐδέ: Wiederholung (ἐπανά-
ληψις oder ἐπέξζενξις oder ἐπανα-
δίπλῳσις von den Griechen genannt)
der Negation. Die erste gehört zu Ὁ
dem aus. dem Vorhörgekhenden zu
‚entnehmenden Verbum, die zweite
(“auch nicht’) zu dem vor dem re-
lativen ὡς zu ergänzenden Demon-
strativum. Vgl.Il.ö 5812.: Xenoph.
Kyrop. ‚VII 2, 22: ιοὐκ αἰτιῶμαι δὲ
οὐδὲ τάδε τὸν θεόν. Αποὶ οὐδὲ...
οὐδέ kommt vor,. nicht bloß, wie
οὐ... οὐ (Il. y 27) bei Homer und
Herodot, somdern auch bei Attikern,
5. B. Thukyd. 1 182, 5 und Plat.
Phädr. 278E. Alkib. 107 A.
18. δυσχερῶς ἔχειν: widerwillig
sein, Widerwillen empfinden, inso-
fern ihm die Sache zuwider, d. h.
unbequem ist. Vgl. zu. 833D.
14. τόδε ἄλλο: ein zweiter Punkt,
der in der folgenden Erörterung
in Betracht gezogen wird, Dieser
wird. aus der früheren . Außerung
des Protagoras 380 AB entnommen.
16. ἔφη: Kr. 64, 5,4. Vgl. oben
8800) συνέφη. — πὰν τοὐναντίον,
ganz das Gegenteil, ist geeignet
en konträren Gegensatz auszu-
drücken. Der Ausdruck wird auch
adverbial gebraucht, z. B. Gorg.
IIPQTATOPAZ (331. 332)
13
πᾶν τοὐναντίον ἐστὶν ἡ σοφία; Ἔμοιγε δοκεῖ, ἔφη. Πότερον δὲ
ὅταν πράττωσιν ἄνθρωποι, ὀρθῶς TE καὶ ὠφελίμως, τότε σω-
φρονεῖν σοι δοκοῦσιν οὕτω πράττοντες, ἢ τοὐναντίον; Σωφρο-
νεῖν, ἔφη.
Οὐχοῦν σωφροσύνῃ σωφρονοῦσιν;
b Οὐχοῦν ol μὴ ὀρθῶς πράττοντες ἀφρόνως πράττουσι καὶ οὐ
σωφρονοῦσιν οὕτω πράττοντες; Συηδοκεῖ μοι, ἔφη. Τοὐναντίον
ἄρα ἐστὶ τὸ ἀφρόνως πράττειν τῷ σωφρόνως; Ἔφη. Οὐκοῦν
τὰ μὲν ἀφρόνως. πραττόμενα ἀφροσύνῃ πράττεται, τὰ δὲ σω-
φρύνως σωφροσύνῃ; Ὡμολόγει. Οὐκοῦν εἴ τι ἰσχύϊ πράττεται,
I ἰσχυρῶς πράττεται, καὶ εἴ τι ἀσϑενείᾳ, ἀσθενῶς; ᾿Εδόχει. Kal
εἶ τι μετὰ τάχους, ταχέως, καὶ εἴ τι μετὰ βραδυτῆτος, βραδέως;
Ἔφη. Καὶ εἴ τι δὴ ὡσαύτως πράττεται, ὑπὸ τοῦ αὐτοῦ πράτ-
zero, καὶ εἴ τι ἐναντέως., ὑπὸ τοῦ ἐναντίου; Συνέφη. Φέρε
᾿ δή, ἦν δ᾽ ἐγώ, ἔστι τι καλόν; Συνεχώρει. Τούτῳ ἔστι τι ἐναν-
16 τίον πλὴν τὰ αἰσχρόν; Οὐκ ἔστιν.
Τί δέ, ἔστι τὸ ἀγαϑόν;
Ἔστιν. Τούτῳ ἔστι τι ἐναντίον πλὴν τὸ κακόν; Οὐκ ἔστιν. Τί
δέ; ἔστι τε ὀξὺ ἐν φωνῇ; Ἔφη. Τούτῳ μὴ ἔστι τι ἐναντίον ἄλλο
515E. Auch Aristoteles nennt τὰ
πλεῖστον ἀλλήλων διεστηκότα τῶν
ἐν τῷ αὐτῷ γένει ἐναντέα.
8. οὕτω πράττοντες ist wohl nicht
als eine reine Wiederholung des
auf das iterative ὅταν πράττωσιν
zurückweisenden τότε anzusehen,
sondern läßt sich. in dem. Sinn
eines Satzes mit “indem, insofern’,
der häufig eine kausale Bedeutun
annimmt, fassen. Vgl. unten B
333B ὅτι ἀδικεῖ. Ἐ
ὅ, Οὐκοῦν κτέ. Die Art des
Thuns setzt eine entsprechende
wirksame Eigenschaft voraus. Diese
wird abwechselnd durch den Dativ
als Mittel oder μετά o. gen. als be-
gleitender und vermittelnder Um-
stand oder durch ὕπό c. gen. als
wirkende Ursache ausgedrückt.
Der Ausdruck: mit μετά nähert sich
am meisten dem Adverb, mit dem
gr oft abwechselt, x. B. Gorg. 526C:
ἐνίοτε δ᾽ ἄλλην (ψυχὴν) εἰσιδὼν
ὑσίως βεβιωκυῖαν καὶ μετ᾽ ἀληϑείας
κτὲ, Begründung aus Induktion.
Dasselbe Gesetz findet sich Gorg.
416B ff, in der Fassung: von jedem
Ausdruck des Leidens kann man
die qualitative Bestimmung prädi-
zieren, die auch dem entsprechen-
den Thun zukommt.
12. ὡσαύτως das Adverb von ὁ
αὐτός. Dieser mehr formale und
verallgemeinernde Qualitätsbegriff
bereitet den beabsichtigten Schluß
vor. Der Gegensate (ἐναντέον), wel-
chen Sokrates im Auge hat, ist
nicht der kontradiktorische,
welcher einem Begriff nur seine
Negation gegenüberstellt (dem
Guten das Nichtgute), die selbst
eine mannigfache Bestimmung An-
nehmen kann, sondern der kon-
träre, welcher innerhalb einer
Reihe die äußersten positiven Ge-
genzätze sich gegenüberstellt. Jeder
egriff hat nur einen konträren
Gegensatz.
18. Φέρε δή: dafnit beginnt eine
neue Induktion, die das zweite Ele-
ment des Schlusses darbietet.
17. ὀξύ bezieht sich auf die Höhe
des Tones, wie der Gegensatz (74, 1)
zeigt. Vgl. den Ausdruck ὀξύτονον.
un ἔστι κτέ. nur abwechseln-
der Ausdruck, wodurch der fra-
gende zu erkennen giebt, daß er
ἀνάγκη. B
C
74 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
πλὴν τὸ βαρύ; Οὐκ ἔφη. Οὐκοῦν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ἑνὶ ἑκάστῳ τῶν
D ἐναντίων ἕν μόνον ἐστὶν ἐναντίον καὶ οὐ πολλά; Συνωμολόγει.
Ἴθι δή, ἦν δ᾽ ἐγώ, ἀναλογισώμεϑα τὰ ὡμολογημένα ἡμῖν. ὧμο-
λογήκαμεν ἕν ἑνὶ μόνον ἐναντίον εἶναι, πλείω δὲ μή; ᾿Ὡιμολογή-
καμεν. Τὸ δὲ ἐναντίως πραττόμενον ὑπὸ ἐναντίων πράττεσϑαι; ὕ
Ἔφη. ὩὩμολογήκαμεν δὲ ἐναντίως πράττεσϑαι ὃ ἂν ἀφρόνως
πράττηται τῷ σωφρόνως πραττομένῳ; Ἔφη. Τὸ δὲ σωφρόνως
πραττόμενον ὑπὸ σωφροσύνης πράττεσθαι, τὸ δὲ ἀφρόνως ὑπὸ
E ἀφροσύνης; Συνεχώρει. Οὐκοῦν εἴπερ ἐναντίως πράττεται, ὑπὸ
eN
ἐναντίου πράττοιτ᾽ ἄν; Ναί. Πράττεται δὲ τὸ μὲν ὑπὸ σωφρο- 1
σύνης, τὸ δὲ ὑπὸ ἀφροσύνης; Ναί. Ἐναντίως: Πάνυ γε. Οὐκ-
α«- 6 \ ’ Bid 3 ᾿’ Ἃ 2 ᾽ [4
οὖν ὑπὸ ἐναντίων Ovrwv; Ναί. Ἐναντίον ἄρ᾽ ἐστὶν ἀφροσύνη
σωφροσύνῃ; Φαίνεται. Μέμνησαι οὖν ὅτι ἐν τοῖς ἔμπροσθεν
ὡμολόγηται ἡμῖν ἀφροσύνη σοφίᾳ ἐναντίον εἶναι; Συνωμολόγει.
"Ev δὲ ἑνὶ μόνον ἐναντίον εἶναι; Φημί. Πότερον οὖν, ὦ Πρωτα- 1
3339000, λύσωμεν τῶν λόγων; τὸ ὃν ἑνὶ μόνον ἐναντίον εἶναι, ἢ
ἐκεῖνον ἐν © ἐλέγετο ἕτερον εἶναι σωφροσύνης σοφία, μόριον
δὲ ἑκάτερον ἀρετῆς, καὶ πρὸς τῷ ἕτερον εἶναι καὶ ἀνόμοια καὶ
αὐτὰ καὶ al δυνάμεις αὐτῶν, ὥσπερ τὰ τοῦ προσώπου μόρια;
’ Sg \ , T \ ’ 3 , I an
“πότερον οὖν δὴ λύσωμεμ; οὔτοι γὰρ ol λόγοι ἀμφότεροι οὐ 3
eine verneinende Antwort erwartet.
Ebenso Apol. 25A. Über οὐκ ἔφη
‘8. 5. 330B (69, 13).
3. Ἴϑι δὴ κτέ. ἀναλογίξεσϑαι
wie ἀνομολογεῖσθαι (Gastm. 200E:
Y δὴ .. ἀνομολογησώμεϑα τὰ
εἰρημένα) und ἀναλαμβάνειν ἐξ
ἀρχῆς τὸν λόγον (Gorg. 806 0) zur
Rekapitulation der Prämissen
des Beweises für den Satz (E):
ἐναντίον ἄρ᾽ ἐστὶν ἀφροσύνη σω-
φροσύνῃ. Dieser Satz, sowie 2)
das die ganze Beweisführung er-
öffnende Zugeständnis, daß der
ἀφροσύνη die σοφία entgegengesetzt
sei, und 3) das allgemein logische
Gesetz, welches an der Spitze die-
ser Rekapitulation steht, daß jeder
Begriff nur einen (konträren) Ge-
gensatz habe — tragen den Beweis
des Sokr., welcher zu einer Alter-
native des Widerspruchs führt
(πότερον xı£.) Letztes Ziel des
Beweises ist der Satz (333B) von
der Identität der σοφέα und σωφρο-
σύνη. (Vgl. Xen. Mem. III 9, 4.)
Daß übrigens diese nicht im streng-
sten Sinne zu verstehen ist, zeigen
andere Ausdrücke (ὅμοιον, ὄτι
ὁμοιότατον, σχεδόν τι ταὐτόν). Die
Absicht der Beweisführung geht
eben nicht auf die Hervorhebung
des Unterschiedes zwischen den
einzelnen Tugenden. ᾿
16. τὸ ἕν... εἶναι. Der Artikel
im Neutrum faßt den ganzen Satz
zusammen, sowie 3810: τὸ ei βούλει.
Phaed. 94B: εἰ ὀρϑὴ ἡ ὑπόϑεσις
19 τὸ ψυχὴν ἁρμονίαν εἶναι. Be-
merkenswert ist der Wechsel des
Ausdrucks im zweiten Glied, der
nur stilistisch ist,
18. πρὸς τῷ. . εἶναι —= dazu
d. bh. außerdem, daß etc. Vgl
Phädr. 270 A: ὃ (τὸ ὑψηλόνουν re.)
καὶ Περικλῆς πρὸς τῷ εὐφυὴς εἶναι
ἐκτήσατο. Zu Kr. ὅ0, 6, 2.
[--
μαι
=
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (332. 333)
15
πάνυ μουσικῶς λέγονται" οὐ γὰρ συνάδουσιν οὐδὲ συναρμότ-
τουσιν ἀλλήλοις. πῶς γὰρ ἂν συνάδοιεν, εἴπερ γε ἀνάγκη ἑνὶ
μὲν Ev μόνον ἐναντίον εἶναι, πλείω δὲ un, τῇ δὲ ἀφροσύνῃ B
ἑνὶ ὄντι σοφία ἐναντία καὶ σωφροσύνη αὖ φαίνεται" ἦ γάρ, ὦ
Πρωταγόρα, ἔφην ἐγώ, ἢ ἄλλως πως; ᾿Ὡμολόγησε καὶ μάλ᾽
ἀκόντως. Οὐκοῦν ἕν ἂν εἴη ἡ σωφροσύνη καὶ ἡ σοφία; τὸ δὲ
πρότερον αὖ ἐφάνη ἡμῖν ἡ δικαιοσύνη καὶ ἡ ὁσιότης σχεδόν τι
ταὐτὸν ὄν. ἴϑι δύ, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Πρωταγόρα, μὴ ἀποκάμωμεν,
ἀλλὰ καὶ τὰ λοιπὰ διασκεψώμεθα. ἄρά τίς σοι δοκεῖ ἀδικῶν
ἄνϑρωπος σωφρονεῖν, ὅτι ἀδικεῖ; Αἰσχυνοίβην ἂν ἔγωγ᾽, ἔφη,
ὦ Σώκρατες, τοῦτο ὁμολογεῖν, ἐπεὶ πολλοί γέ φασι τῶν ἀνθρώ-
πων. Πότερον οὖν πρὸς ἐκείνους τὸν λόγον ποιήσομαι, ἔφην,
1. μουσικῶς λέγονται: Metaphern
von der Musik auf Reden über-
tragen, um ihre Übereinstimmung,
ihren Einklang oder das Gegenteil
zu bezeichnen, sind bei Platon
häufig: συνάδειν und συνῳδός Gorg.
461A. Phaed. 920. συμφωνεῖν u.
διαφωνεῖν Gorg. 480B, Phaed.
1010. σύμφωνος Gorg. 481 Εἰ. ovu-
φωνία und ἁρμονέα, συναρμόττειν
und ἀναρμοστεῖν. Besonders schöne
Ausführung Lach. 188D.
3. πλείω δὲ μή: vgl. oben 3820
(14,2).
4. ἢ γάρ: aus dem folgenden
Gegensatz mit dem entsprechenden
V. zu ergänzen. Kr. 69, 14, 8.
6. τὸ δὲ πρότερον are. Diese
Worte zeigen, daß 8. die Bemer-
kungen des Protagoras 831 0—E
als bedeutungslos außer Acht läßt
und nur seine von Pr. nicht wider-
legte Behauptung im Auge hat.
8 ἴθι δή. Sokr. gebt zu einem
dritten Punkte, dem Beweise,
Gerechtigkeit und Besonnen-
heit identisch seien, über. Würde
dieser Beweis erbracht, so ließe
sich räckwärts schließen, daß auch
die Gerechtigkeit auf die Weisheit
zurückzuführen sei, weil die Beson-
nenheit mit jener identisch erschien.
Die Wesenseinheit der Tugend wäre
aleo bewiesen, sobald auch die
Einheit der Tapferkeit mit der
Weisheit sich ergäbe.
10. ὅτι ἀδικεῖ: darin daß oder
‘insofern’. ὅτι zeigt hier deutlich
seine Natur als Neutrum von ὅστες.
Der Ausdruck ἀδικῶν wird wohl
absichtlich vermieden. Vgl. zu οὕτω
πράττοντες 332 A (73, 3).
Aloyvvolunv κτέ. Pr. ist in Ver-
legenheit, wie er antworten soll.
Der Anstand oder sein Gefühl er-
laubt ihm nicht die Frage zu be-
jahen, was ihm jedoch in Rück-
sicht auf das Ergebnis zu statten
käme; darum verneint er die Frage
für sich, beruft sich für die Un-
tersuchung auf die entgegengesetzte
Ansicht anderer, etwa solcher Leute,
wie Polos und Kallikles im Gorgias
geschildert werden. Gleiche Will-
kür wie 331C trotz der empfan-
genen Zurechtweisung, die hier
nicht wiederholt wird, da um der
Sache willen die Erörterung jener
Ansicht aufgenommen wird. — Über
die Konstr. v. αἶσχ. Kr. 56, 6, 4. ὅ.
12. τὸν λόγον: meine Rede, unten
(67, 3). Die Sache, um die es sich
in der Rede (Untersuchung) handelt,
der Gegenstand. Beide Bedeutungen
gehen in .der griechischen Sprache
leicht in einander über. — Man
könnte ποιήσωμαι erwarten. Die
nahe Verwandtschaft der Bedeutung
des Futurs und Konjunktivs des
Aorists, die aus Homer erhellt, ist
anch in der attischen Prosa nicht
ganz erloschen. 8. Kr. 53, 7. 2*
16 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἢ πρὸς σέ; Εἰ βούλει, ἔφη, πρὸς τοῦτον πρῶτον τὸν λόγον δια-
λέχϑητι τὸν τῶν πολλῶν. ᾿᾽4λλ᾽ οὐδέν μοι διαφέρει, ἐὰν μόνον
σύ γε ἀποκρίνῃ, εἴτ᾽ οὖν δοκεῖ σοι ταῦτα, εἴτε μή. τὸν γὰρ Ao-
γον ἔγωγε μάλιστα ἐξετάξω, συμβαίνει μέντοι ἴσως καὶ ἐμὲ τὸν
ἐρωτῶντα καὶ τὸν ἀποχρινόμενον ἐξετάξεσθαι.
XXI. Τὸ μὲν οὖν πρῶτον ἐκαλλωπίξετο ἡμῖν. ὁ Πρωταγό-
ρας" τὸν γὰρ λόγον ἡτιᾶτο δυσχερῆ εἶναι" ἔπειτα μέντοι συν-
ἐχώρησεν ἀποκρίνεσθαι. "Id: δή, ἔφην ἐγώ, ἐξ ἀρχῆς μοι ἀπό-
κριναι. δοκοῦσί τινές σοι σωφρονεῖν ἀδικοῦντες; Ἔστω, ἔφη.
Τὸ δὲ σωφρονεῖμᾳ λέγεις εὖ φρονεῖν; Ἔφη. Τὸ δ᾽ εὖ φρονεῖν 10
εὖ βουλεύεσθαι, ὅτι ἀδικοῦσιν; Ἔστω, ἔφη. Πότερον, ἦν δ᾽
ἐγώ, εἰ εὖ πράττουσιν ἀδικοῦντες ἢ εἰ κακῶς, El εὖ. Δέγεις
οὖν ἀγαϑὰ ἄττα εἶναι; Δέγω. ’Ap’ οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ταῦτ᾽ ἐστὶν
E ἀγαϑά, & ἐστιν ὠφέλιμα τοῖς ἀνθρώποις; Καὶ ναὶ μὰ AU, ἔφη,
κἂν μὴ τοῖς ἀνθρώποις ὠφέλιμα 1, ἔγωγε καλῶ ἀγαϑά. καί 15
μοι ἐδόκει ὁ Πρωταγόρας ἤδη τετραχύνϑαι τε καὶ ἀγωνιᾶν καὶ
ὅ. καὶ τὸν ἀποκρινόμενον ohne
ausdrücklichen Gegensatz zu ἐμέ,
mit absichtlicherVerallgemeinerung
dessen, der eben gerade die Rolle
des Antwortenden hat. Zu 8. vgl.
Lach. 187 Ε ἢ
6. ἐκαλλωπίέξετο: nicht wie 317
C, sondern: er zierte sich, that
spröde, weil er der Untersuchung
sich gern entziehen möchte Er
hätte es ablehnen können, die An-
sicht zu vertreten, wenn er sie als
falsch erklärt hätte, das will er
aber auch nicht; darum läßt er
sich doch darauf ein. δυσχερής von
der Sache ‘schwierig = heikel’, un-
angenehm. Vgl. zu 332 A δυσχερῶς
ἔχειν von der Person, u. 334 0.
8. "Idı δή: vgl. zu 8820, 8888,
ἐξ ἀρχῆς, weil die ablenkenden
Außerungen und das spröde Ver-
halten des Pr. den Gang der Er-
örterung unterbrochen hatten.
9. Ἔστω: Einräumung statt Be-
jahung, wie 8381 C, hier eher be-
rechtigt, weil er ja nur im Namen
anderer spricht. Wir sagen in der
Volkssprache “meinetwegen’.
11. ὅτι ἀδικοῦσιν: vgl. zu 333 B.*
14. τοῖς ἀνθρώποις: dies fügt 8.
hinzu, weil es sich um Beziehungen
der Menschen unter einander han-
delt. Protagoras setzt dies aus
dem Auge und schweift ab zu einer
weitläufigen Erörterung über die
Relativität des Guten, die nicht
in Widerspruch steht mit der Grund-
ansicht des Sokrates, wie dieselbe
kurz aus Xenophons Aufzeichnungen
IV 6, 8 entnommen werden kann.
Dort sagt er in einem Gespräch
mit Eutbydemos:. Ἄλλο δ᾽ ἂν u
φαίης ἀγαθὸν εἶναι ἢ τὸ ὠφέλι-
μον; Οὐκ ἔγωγ᾽, ἔφη. To ἄρα
ὠφέλιμον ἀγαθόν ἐστιν ὅτῳ ἂν
ὠφέλιμον 7; Δοκεὶ μοι, ἔφη.
16. τετραχύνϑαι ... παρατε-
τάχϑαι. Die drei Ausdrücke en
halten eine Steigerung. rergayvr-
ϑαι, ein von der erregten Oberfläche
des Wassers entlehntes Bild, be-
zeichnet die innere Verstimmung,
die sich in der Art der Äußerung
zu erkennen giebt. ἀγρνιᾶν kann
zu den verb. desiderativis (Kr. 41,
4,12. Curtius $ 353 A. 2) gerechnet
werden, wie ϑανατῶσι (haben Lust
abzuscheiden) Phaed. 64B. στρατη-
γιῶν (begierig nach einem Feld-
errnamt) Xen. Anab. VII, 1, 33,
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (383. 834.)
77
παρατετάχϑαι πρὸς τὸ ἀποκρίνεσθαι᾽ ἐπειδὴ οὖν ἑώρων αὐτὸν
οὕτως ἔχοντα, εὐλαβούμενος ἠρέμα ἠρόμην. Πότερον, ἦν δ᾽
ἐγώ, λέγεις, ὦ Πρωταγόρα, ἃ μηδενὶ ἀνθρώπων ὠφέλιμά ἐστιν,884
ἢ ἃ μηδὲ τὸ παράπαν ὠφέλιμα; καὶ τὰ τοιαῦτα σὺ ἀγαϑὰ κα-
5 λεῖς; Οὐδαμῶς, ἔφη ἀλλ᾽ ἔγωγε πολλὰ οἷδ᾽ ἃ ἀνθρώποις μὲν
ἀνωφελῆ ἐστι, καὶ σιτέα καὶ ποτὰ καὶ φάρμακα καὶ ἄλλα μυρία,
τὰ δέ γε ὠφέλιμα τὰ δὲ ἀνθρώποις μὲν οὐδέτερα, ἵπποις δέ"
τὰ δὲ βουσὶ μόνον, τὰ δὲ κυσί᾽ τὰ δέ γε τούτων μὲν οὐδενί,
δένδροις δέ" τὰ δὲ τοῦ δέμδρου ταῖς μὲν ῥίζαις ἀγαϑά, ταῖς δὲ
10 βλάσταις πονηρά, οἷον καὶ ἡ κόπρος πάντων τῶν φυτῶν ταῖς Β
μὲν ῥίζαις ἀγαϑὸν παραβαλλομένη, εἰ δ᾽ ἐδέλοις ἐπὶ τοὺς πεόρ-
ϑους καὶ τοὺς νέους κλῶνας ἐπιβάλλειν, πάντα ἀπόλλυσιν ἐπεὶ
καὶ τὸ ἔλαιον τοῖς μὲν φυτοῖς ἅπασίν ἐστι πάγκακον καὶ ταῖς
ϑριξὶ πολεμιώτατον ταῖς τῶν ἄλλων ξῴων πλὴν ταῖς τοῦ ἀν-
15 ϑρώπου, ταῖς. δὲ τοῦ ἀνθρώπου ἀρωγὸν καὶ τῷ ἄλλῳ σώματι.
᾿ οὕτω δὲ ποικίλον τί ἐστι τὸ ἀγαϑὸν καὶ παντοδαπόν, ὥστε καὶ
ἐνταῦϑα τοῖς μὲν ἔξωϑεν τοῖ σώματος ἀγαϑόν ἐστι τῷ ἀν-
bezeichnet. aber. oft eine heftige
innere Erregung, die sich Luft
machen will: er ist somit gereizt.
Vgl. Lysis 110E: κατιδὼν αὐτὸν
ἀγωνιῶντα καὶ τεθορυβημένον ὑπὸ
τῶν λεγομένων. Oharm.162C: Κρέ-
τίας δῆλος μὲν ἦν καὶ πάλαι ἀγω-
ψιῶν καὶ φιλοτίμως πρὸς τοὺς
παρόντας ἔχων. Beides, das τεϑορυ-
βῆσϑαι ὕπο τ. A. und das φιλοτί-
μως ἔχειν π. τ. π., kann auch hier
im Spiel sein. παρατετάχϑαι, von
einem in Schlachtordnung aufge-
stellten, kampfbereiten .Heere oder
Krieger entlehntes Bild, bezeichnet
die äußere Haltung des Protago-
ras, welche schon in der eben ver-
nommenen Äußerung (333) einen
etwas feindlichen Charakter ange-
nommenhat.DieSituationerinnertan
332 A. 9. befürchtet, es würde mehr
ein persönlicher Streit als eine ge-
meinsame Untersuchung werden.*
7. τὰ δὲ ὠφέλιμα are. Das vot-
hergehende' . ἀνθρώποις μὲν ließ
einen anderen Gegensatz erwarten,
der gleich darauf nach Wiederho-
lung von ἄνϑρ. μέν mit ἵπποις δέ
κτέ. per partes weniger scharf auf-
geführt wird. Es schiebt sich näm-
lich die Unterscheidung der Dinge
in drei Arten als ὠφέλιμα, dvo-
φελῆ (gleich βλαβερά) und οὐδέτερα
zwischen hinein u. verbindet sich
'mit dem zuerst angedeuteten Ge-
gensatz.
ἵπποις δέ: erg. ὠφέλιμα.
10. οἷον καί: ein Beispiel, wie es
auch noch andere giebt. Eibensp
unten nach ἐπεί. Vgl. Od. y 197.
11. εἰ ἐθέλοις ... ἀπόλλυαιν. Der
Nachsatz mit großer Entschieden-
heit der Behauptung. Kr. 54, 12,7.
12. ἐπεὶ... ἔλαιον: eine feine, für
die Zuhörer interessante Bemerkung
(apergu). -Über ἐπεί vgl. zu 8919 E
(47, 6). Ä |
15. ἀρωγόν : poetischer Ausdruck.
17. ἐνταῦϑα: in dem besproche-
nen Falle, d. i. bei dem Leib des
Menschen. ΝΕ
τοῖς ἔξωϑεν.... τῷ ἀνθρώπῳ:
eine durch die Stellung der beiden
gleichgeordneten Begriffe unge-
wöhnliche Form des σχῆμα καϑ'
ὅλον καὶ μέρος, über welches vgl.
zu Lach. 190B (80, 6): τοῖς υἱέσιν
C
18 IIAAT2NOZ
ϑρώπῳ, τοῖς δ᾽ ἐντὸς ταὐτὸ τοῦτο κάκιστον᾽ καὶ διὰ τοῦτο ol
ἰατροὶ πάντες ἀπαγορείουσι τοῖς ἀσθενοῦσι μὴ χρῆσϑαι ἐλαίῳ
ἀλλ᾽ ἢ ὅτι σμικροτάτῳ ἐν τούτοις οἷς μέλλει ἔδεσϑαι, ὅσον μύ-
νον τὴν δυσχέρειαν κατασβέσαι τὴν ἐπὶ ταῖς αἰσϑήσεσι ταῖς
διὰ τῶν ῥινῶν γιγνομένην ἐν τοῖς σιτίοις τε καὶ ὄψοις.
XXI. Εἰπόντος οὖν ταῦτα αὐτοῦ ol παρόντες ἀπεϑορύ-
βησαν ὡς εὖ λέγοι᾽ καὶ ἐγὼ εἶπον" Ὦ Πρωταγόρα, ἐγὼ τυγχάνω
Ὁ ἐπιλήσμων τις ὧν ἄνϑρωπος, καὶ ἐάν τίς μοι μαχρὰ λέγῃ, ἐπι-
λανϑάνομαι περὶ οὗ ἂν n 6 λόγος. ὥσπερ οὖν, εἰ ἐτύγχανον |
ὑπόκωφος ὦν, ᾧου ἂν χρῆναι, εἴπερ ἔμελλές μοι διαλέξεσϑαι, 10
usitov φϑέγγεσϑαι ἢ πρὸς τοὺς ἄλλους, οὕτω καὶ νῦν, ἐπειδὴ |
αὐτῶν ἀρετὴ παραγενομένη ταῖς
ψυχαῖς κτέ.
1. καὶ διὰ τοῦτο. Der Schluß
dieser Rede enthält eine Nebenbe-
merkung zu einem der gewählten
Beispiele, wodurch von der Sache
abgelenkt wird.
2. un χρῆσϑαι: Kr. 67, 12, 3.
3. ἀλλ: %: Kr. 69, 4, 6.
μέλλει: bemerkenswerter Über-
gang des Subj. nach ἀσϑενοῦσι.
Vgl. zu 319D (47, 1) und 324 A
(85, 9). ’ oe
0009 = τοσούτῳ μόνον ὥστε.
Kr. δῦ, 3, 5. Daß die folgenden
Worte sich auf den Genuß der
Speisen beziehen, zeigt der Zu-
sammenhang. Dabei wird zunächst
der&Geschmacksinn berührt. Dem
scheint der Ausdruck ἐπὶ ταῖς αἷ-
σϑήσεσι ταῖς διὰ τῶν ῥινῶν zu
widersprechen, der auf den Ge-
ruch deutet, es müßte denn, wie
dies in unserer Volkssprache (vgl.
Schmecke, Schmeckbüschel == Blu-
menstrauß) geschieht, der an sich
eng verbundene Geschmack und
Geruch identifiziert werden. Be-
merkenswert ist jedenfalls, daß der
Geschmackssinn so wenig wie der
Tastsinn durch einen den übrigen
Sinnen entsprechenden Ausdruck
(Theät. 156 B) bezeichnet wird und
nur einmal (Theät. 159 D) die Zunge
als Organ des Geschmacks genannt
wird. δυσχέρεια kann sowohl die
Widerlichkeit des Gegenstandes
als auch den Widerwillen der
Person bedeuten; zu beiden Be-
griffen paßt sowohl γιγνομένην,
da auch der widerliche Geschmack
der Speisen erst bei dem Genuß
derselben entsteht (Theät. 156 Ὁ ff.)
als auch κατασβέσαι in dem Sinn
von ‘vertreiben, mildern’ oder ‘be
schwichtigen’. oır. τ. x. ὄψοις be-
zeichnet alle Arten der Speisen,
die zur Ernährung und zum Ge-
nuß (Wohlgeschmack) dienen.
6. ἀνεϑορύβησαν: 319 C war
ϑορυβεῖν Zeichen des Mißfallens.
Vgl. zu Apol. 17D und Gorg. 458C.
1. ὡς (εὖ λέγοι): gleich ὅτι οὔ-
τως, wie Krit. 43B: σοῦ πάλαι
ϑαυμάξω ὡς ἡδέως καϑεύδεις.
8. ἐπιλήσμων τις. Kr. 51, 16, 3.
Vgl. 8180 (83,17). Hier: “etwas’.
Dieser Auffassung entspricht das
folgende ὑπόκωφος. ich wird
im L. quidam Adjektiven beige-
fügt, meist im Sinn einer Verstär-
kung “recht, außerordentlich’.
ἐπιλανϑάνομαι: Sokrates sagt
von sich aus, was in Wahrheit von
den Zuhörern gilt. 8. 886 Ὁ.
9. ὥσπερ οὖν, el: ein Gleich-
nis mit der Kraft eines Beweises
aus Analogie, ähnlich wie Apol,
17 D: ὥσπερ οὖν ἂν εἰ τῷ ὄντι ξέ-
γος ἐτύγχανον ὧν ξυνεγιγνώσκετε
δήπου ἄν μοι, εἰ ἐν ἐκείνῃ τῇ
φωνῇ τὸ καὶ τῷ τρόπῳ ἔλεγον ἐν
οἷσπερ ἐτεϑράμμην, καὶ δὴ καὶ
νῦν κτέ.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (334. 3385.) 19
ἐπιλήσμονι ἐνέτυχες, σύντεμνέ μοι τὰς ἀποχρίσεις καὶ βραχυ-
τέρας ποίει, εἰ μέλλω σοι ἔπεσϑαι. Πῶς οὖν κελεύεις με βραχέα
ἀποχρένεσϑαι; ἢ βραχύτερά σοι, ἔφη, ἀποχρίνωμαι ἢ δεῖ; Μη-
δαμῶς, ἦν δ᾽ ἐγώ. AAN ὅσα δεῖ; ἔφη. Ναί, ἦν δ᾽ ἐγώ. Πό- Ε
δτερα οὖν ὅσα ἐμοὶ δοκεῖ δεῖν ἀποκρίνεσθαι, τοσαῦτά σοι ἀπο-
χρίνωμαι, ἢ ὅσα σοί; ᾿Δἀκήκοα γᾳφῦν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὅτι σὺ οἷός T
εἶ χαὶ αὐτὸς καὶ ἄλλον διδάξαι περὶ τῶν αὐτῶν καὶ μακρὰ λέ-
. γειν, ἐὰν βούλῃ, οὕτως, ὥστε τὸν λόγον μηδέποτε ἐπιλιπεῖν,
καὶ αὖ βραχέα οὕτως, ὥστε μηδένα σοῦ ἐν βραχυτέροις εἰπεῖν 886
0 εἰ οὖν μέλλεις ἐμοὶ διαλέξεσθαι, τῷ ἑτέρῳ χρῶ τρόπῳ πρός με,
τῇ βραχυλογίᾳ. Ὦ Σώκρατες, ἔφη. ἐγὼ πολλοῖς ἤδη εἰς ἀγῶνα
λόγων ἀφικόμην ἀνθρώποις, καὶ εἰ τοῦτο ἐποίουν ὃ σὺ κελεύ-
εἰς, ὡς ὁ ἀντιλέγων ἐκέλευέ us διαλέγεσθαι, οὕτω διελεγόμην,
οὐδενὸς ἂν βελτίων ἐφαινόμην οὐδ᾽ ἂν ἐγένετο Πρωταγόρου
ὕνομα ἐν τοῖς Ἕλλησιν. καὶ ἐγώ --- ἔγνων γὰρ ὅτι οὐκ ἤρεσεν
αὐτὸς αὑτῷ ταῖς ἀποκρίσεσι ταῖς ἔμπροσθεν, καὶ ὅτι οὐκ ἐϑε-
λήσοι ἑκὼν εἶναι ἀποκρινόμενος διαλέγεσθαι --- ἡγησάμενος B
οὐχέτι ἐμὸν ἔργον εἶναι παρεῖναι ἐν ταῖς συνουσίαις, ᾿4λλά τοι,
ἔφην, ὦ Πρωταγόρα, οὐδ᾽ ἐγὼ λιπαρῶς ἔχω παρὰ τὰ σοὶ δο-
1, σύντεμνε: bildlich, Gegensatz
zu ἀποτείνειν τοὺς λόγους (335 C).
Der eigentliche Ausdruck wird bei-
gefügt. Vgl. zu 313E.
5. ὅσα ἐμοὶ δοκεῖ. Prot. kennt
nur ein subjektives Maß, S. Einl.
$7. Er denkt nur an eine äußer-
lich abgemessene Länge. μακρολογία
und βραχυλογία: technische Aus-
drücke für die beiden Hauptstücke
sophistischer Kunstfertigkeit. Vgl.
Gorg. 449 Ὁ.
7. καὶ μακρὰ λέγειν ... καὶ αὖ
βραχέα hängt sowohl von οἷός τε ᾿
εἶ als von διδάξαι ab.
8. ἐπιλιπεῖν: 8. zu 810 Εἰ (28, 7).
11. εἰς ἀγῶνα: auch Gorgias faßt
die Redekunst als eine Art der
Agonistik auf (Gorg.456Df.). Das
Ziel ist nicht Erkenntnis der Sache,
sondern des Redenden eigene
Ehre (φιλονεκέα).
12. ἐποίουν :jedesmal gethan hätte
und fortführe zu thun.
13. ὡς... οὕτω διελεγόμην: Ep-
exegese zu τοῦτο ἐποίουν. Über
das Asyndeton Kr. 59, 1, 6.
14. οὐδ᾽ ἂν ἐγένετο... ἐν κτέ.
Vgl zu 8140 (85, 18). Ausdruck
des Selbstgefühls.*
15. ἤρεσεν αὐτὸς αὑτῷ: nicht
ἤρεσαν αὐτῷ αἵ ἀποκρίσεις, um
das verletzte Selbstgefühl auszu-
drücken. Zu ἤρεσεν... . ἐθελήσοε
vgl. Xenoph. Anab. I 10, 5 ὅτι...
νικῷεν... καὶ οἴχονται und zu
Apol. 20C. (Kr. 54, 6, 2). Da der
Indikativ den Ausdruck der Abhän-
gigkeit von einem histor. Tempus
nicht hat, so tritt die Handlung
mehr unmittelbar hervor, also hier
die eingetretene Verstimmung.
17. ἑκὼν εἶναι: vgl. zu 317 A
(41, 4).
18. ἐν ταῖς συνουσίαις: der Plural
hier (anders unten 80, 4) auffal-
lend. Vgl.80,1 τὴ» συνουσίαν.
Alla τοι: im Gegensatz gegen
die obige Außerung des Protago-
ras. Kr. 69, 4, 4. Daher οὐδ᾽ ἐγώ
(auch ich nicht).
80 ΠΛΑΤΏΝΟΣ
κοῦντα τὴν συνουσίαν ἡμῖν γίγνεσθαι, ἀλλ᾽ ἐπειδὰν σὺ βούλῃ
διαλέγεσθαι ὡς ἐγὼ δύναμαι ἕπεσϑαι, τότε σοι διαλέξομαι. σὺ
μὲν γάρ, ὡς λέγεται περὶ σοῦ, φὴς δὲ καὶ αὐτές, καὶ ἐν μακρο-
λογίᾳ καὶ ἐν βραχυλογίᾳ οἷός T εἶ συνουσίας ποιεῖσθαι" σοφὺς
C γὰρ εἶ" ἐγὼ δὲ τὰ μακρὰ ταῦτα ἀδύνατος, ἐπεὶ ἐβουλόμην ἂν 5
οἷός τ᾽ εἷναι. ἀλλὰ σὲ ἐχρῆν ἡμῖν συγχωρεῖν τὸν ἀμφύτερα ὃν-
νάμενον, ἵνα συνουσία ἐγίψγνετο᾽ νῦν δὲ ἐπειδὴ οὐχ ἐθέλεις
καὶ ἐμοί τις ἀσχολία ἐστὶ καὶ οὐκ ἂν οἷος T εἴην σοι παραμεῖναι
ἀποτείνοντι μακροὺς λόγους --- ἐλθεῖν γάρ ποί με δεῖ --- εἶμι
ἐπεὶ καὶ ταῦτ᾽ ἂν ἴσως οὐκ ἀηδῶς σου ἤκουον. καὶ ἅμα ταῦ
εἰπὼν ἀνιστάμην ὡς ἀπιών" καί μου ἀνισταμένου ἐπιλαμβά-
D νεται ὁ Καλλίας τῆς χειρὸς τῇ δεξιᾷ, τῇ δ᾽ ἀριστερᾷ ἀντελάβετο
τοῦ τρίβωνος tovrovt, καὶ εἶπεν" Οὐχ ἀφήσομέν σε. ὦ Σώκρα-
eg’ ἐὰν γὰρ σὺ ἐξέλθῃς, οὐχ ὁμοίως ἡμῖν ἔσονται ol διάλογοι.
δέομαι οὖν σου παραμεῖναι ἡμῖν᾽ ὡς ἐγὼ οὐδ᾽ ἂν Evög ἥδιον
ἀκούσαιμι ἢ σοῦ τε καὶ Πρωταγόρου διαλεγομένωμ' ἀλλὰ χά-
ρέσαι ἡμῖν πᾶσιν. καὶ ἐγὼ εἶπον --- ἤδη δὲ ἀνειστήκη ὡς eco
— Ὦ παῖ Ἱππονίκου, ἀεὶ μὲν ἔγωγέ σου τὴν φιλοσοφίαν ἄγα-
E μαι, ἀτὰρ καὶ νῦν ἐπαινῶ καὶ φιλῶ, ὥστε βουλοίμην ἂν χαρί-
ξεσϑαί σοι, εἴ μου δυνατὰ δέοιο᾽ νῦν δ᾽ ἐστὶν ὥσπερ ἂν εἰ
δέοιό μου Κρίσωνι τῷ ἹἹμεραίῳ δρομεῖ ἀκμάξοντι ἔπεσϑαι, 7
14. ὁμοίως ἔσονται:
ol
νεῖ, τὸ 8268
(67, 11 Anh.). Die Außerung ist
2. σὺ μὲν γὰρ κτέ. Ähnlich Gor-
gins 449BC. Zur Forderung des
vgl. Gorg. 461 E.
5. ἀδύνατος: aktivisch und per-
sönlich wie οὐ δύναμαι (vgl. τὸν
ἀμφότερα ᾿δυνάμενον), daher mit
dem Accusativ verbunden. Ähnlich
ἔξαρνος, ἐπιστήμων: Kr. 46, 4, 4.
7. ἵνα ἐγίγν. Kr. δά, 8, 8. ᾿
8. ἀσχολία ist ernstlich gemeint,
weil das ἔργον (B) des Sokr. ein
müßiges Hin- und Herreden nicht
duldet. Zugleich wahrt Sokr. die
Pflicht der Höflichkeit! ἐπεὶ καὶ
ταῦτα wre. : Zu ἀποτείν. u. A. vgl.
zu 329 A (67, 1).
10. ταῦτα: S.denkt wohl an die
Gegenstände, den Inhalt der langen
13. τρίβωνος: ein kurzer, grober
Mantel, wie ihn ärmere Bürger u.
allgemein auch die Spartaner zu
tragen pflegten.
Vgl. Gotg.
merkwürdig im Munde des für Pr.
eingenommenen Kallias. ᾿
16. ὡς in kausaler Bedeutung.
509 Ε΄ und 'Kr. ᾿δὅ, 8.
οὐδ᾽ ἂν ἑνός: Εἰ. zu 328 A
(64, 5).
18. φιλοσοφία: ‚nicht ohne Ironie;
8. Einl. S. 12 £. er μὲν... ἀτάρ
Kr. 69, 86, 8. .: „
20. ὥσπερ ἄπ: über das Gleich-
nig 8. zu 334 Ὁ (78, 9). Hier ver-
‚bindet 'es sich in Rückbeziehung
auf 829 A mit einem’ Beispiele.
‘Über „Stellung und Wiederholung
des ἄν 5. Kr. 69, 7, 3. δ. Vgl.
Apol. 17D.
21. Krison aus Himera war sei-
‘ner 'Zeit ein berühmter Läufer; er
hatte dreimal im Stadion in Olym-
pia gesiegt (448, 444, 440).
ΠΡΩΤΑΓῸΡΑΣ (335. 336.) 81
τῶν δολιχοδρόμων τῷ ἢ τῶν ἡμεροδρόμων διαϑεῖν τε καὶ ἔπε-
da, εἴποιμι ἄν σοι ὅτι πολὺ σοῦ μᾶλλον ἐγὼ ἐμαυτοῦ δέομαι 336
ϑέουσι τούτοις ἀκολουϑεῖν᾽ ἀλλ᾽ οὐ γὰρ δύναμαι, ἀλλ᾽ εἴ τι
δέει ϑεάσασϑαι ἐν τῷ αὐτῷ ἐμέ τε καὶ Κρίσωνα ϑέοντας, τού-
ὅ τον δέου συγκαϑεῖναι᾽ ἐγὼ μὲν γὰρ οὐ δύναμαι ταχὺ ϑεῖν, οὗ-
τορ δὲ δύνατρι βραδέως. εἰ οὖν ἐκιϑυμεῖς ἐμοῦ καὶ Πρωταγό-
ρον ἀκούειν, τούτου δέου, ὥσπερ τὸ πρῶτόν μοι ἀπεκρένατο
διὰ βραχέων τε καὶ αὐτὰ τὰ ἐρωτώμενα, οὕτω καὶ νῦν ἀποχρί-
νεόϑαι᾿ εἰ δὲ μή, τίς ὁ τρόπος ἔσται τῶν διαλόγων; χωρὶς γὰρ Β
10 ἔγωγ᾽ ᾧμην εἶναι τὸ συνεῖναί τε ἀλλήλοις διαλεγομένους καὶ
τὸ δημηγορεῖν. AAN ὁρᾷς, ἔφη, ὦ Σώκρατες" δίκαια δοκεῖ
λέγειν Πρωταγόρας ἀξιῶν αὑτῷ τὸ ἐξεῖναι διαλέγεσθαι ὅπως
βούλεεαι καὶ σοὶ ὅπως ἂν αὖ σὺ βούλῃ.
XXI. Ὑπολαβὼν οὖν ὁ ᾿Αλκιβιάδης, Οὐ καλῶς λέγεις,
‚15 ἔφη, ὦ Καλλία᾽ Σωκράτης μὲν γὰρ ὅδε ὁμολογεῖ μὴ μετεῖναί ol
μακρολογέας καὶ παραχωρεῖ Πρωταγόρᾳ, τοῦ δὲ διαλέγεσθαι C
οἷός € εἶναι καὶ ἐπέστασϑαι λόγον τε δοῦναι καὶ δέξασϑαι ϑαυ-
' 1. δολεχοδρόμων: 8. zu 329 B
67, 2).
ἡμεροδρόμος ist ein Schnellläufer,
der in einem Tage eine möglichst
oße Strecke zurücklegt. Solche
&ufer wurden als Eilboten ver-
wendet, wie der bei Herod. VI 105
und Corn. Nep. Milt. 4 erwähnte
Pheidippides. Aueh Livius erwähnt
31, 24, 4 noch in d. 2. 200 v.Chr.
Späher, die zugleich Läufer waren,
indem er sagt: hemerodromos vocant
Graeei, ingens die uno cursu eme-
tientis spatium.
2. σοῦ μᾶλλον ἐγώ: mein Wunsch,
diese Kunst zu besitzen, ist noch
stärker, als du es für mich wün-
schen könntest — mit Bezug auf
δέομαί σου παραμεῖναι. Vgl. 334
Ἑ: ἐπεὶ ἐβουλόμην οἷός τ᾽ “εἶναι.
8. ἀλλ οὐ yae: Widersprueh u.
dung ist zu einer Einheit
vereinigt, deren Bedeutung ist:
aber das bilft nichte, denn u. s. w.
4 ἐν τῷ αὐτῷ: gleich (in glei-
eher Linie) wie oben ἀκολουθοῦν,
das von dem gesagt wird, der,
wenn auch hinten gehend, doch
gleichen Schritt hält (vgl. 315 A),
Platons ausgew. Dialoge. IV.
-mit “lange
also sich nach dem andern richtet
und nachkommt. Zu Kr. 43, 4, 5.
5. συγκαϑεῖναι: wie ἀνεῖναι, ἐφεῖ-
ψαι und andere Komposita von [ver
&bsolut und dann intransitiv.
8. αὐτὰ (nur) τὰ ἐρωτώμενα hebt
neben διὰ βραχέων die Hauptsache
hervor.
9. χωρὶς εἶναι: ebenso Laches
196 A: χαρὶς δήπου σοφία ἐστὶν
ἀνδρείας. Über andere Adverb. mit
prädikativer Anwendung 8. Kr. 62,
2,4. Vgl. Apol. 96 Ο τοὺς ἐγγυτά-
τῶ ἕαυτῶν ὄντας. Gorg. 520 A
σαὐτόν ἐστι σοφιστὴς καὶ ῥήτωρ
ἢ ἐγγύς τι καὶ παραπλήσιον. "
11. δημηγορεῖν: gleichbedeutend
halten’, vgl. zu
329 A. (66, 8)
ὁρᾷς: wie Öfter δοκεῖν, οἴεσθαι,
φάναι, einem selbständigen Satz
beigefügt, doch auch mit ὅτε oder
ὡς. Der Redende beruft sich auf
das Bewußtsein des Angeredeten.
Vgl. zu Gorg. 461 Α, 481 B, 510 Β.
Apol. 24 Ὁ: ὁρᾷς ὅτι σιγᾷς; 81 Β.
14. ᾿Δλκιβιάδης: Einl. $ 22.
16. τοῦ δὲ ... οἷός τ᾽ εἶναι:
Vgl. Kr. 47, 13, 5 und 55, 2, 1 υ. 4.
6
82 TIAAT2NOE
μάξοιμ᾽ ἂν εἴ τῷ ἀνθρώπων παραχωρεῖ. εἰ μὲν οὖν καὶ Πρω-
ταγόρας ὁμολογεῖ φαυλότερος εἶναι Σωκράτους διαλεχϑῆναι,
ἐξαρκεῖ Σωκράτει" εἰ δὲ ἀντιποιεῖται, διαλεγέσθω ἐρωτῶν τε
καὶ ἀποκρινόμενος, μὴ ἐφ᾽ ἑκάστῃ ἐρωτήσει μακρὸν λόγον ἀπο-
τείνων, ἐκκρούων τοὺς λόγους καὶ οὐχ ἐθέλων διδόναι λόγον, 5
D ἀλλ᾿ ἀπομηχύνων ἕως ἂν ἐπιλάϑωνται περὶ ὅτου τὸ ἐρώτημα
ἦν ol πολλοὶ τῶν ἀκουόντων" ἐπεὶ Σωκράτη ys ἐγὼ ἐγγυώμαι
μὴ ἐπιλήσεσϑαι, οὐχ ὅτι παίξει καί φησιν ἐπιλήσμων εἶναι" ἐμοὶ
μὲν οὖν δοκεῖ ἐπιεικέστερα Σωκράτης λέγειν᾽ χρὴ γὰρ ἕκαστον
τὴν ἑαυτοῦ γνώμην ἀποφαίνεσθαι. μετὰ δὃὲ τὸν ᾿Αλκιβιάδην, τ
ὡς ἐγῴμαι, Κριτίας ἦν ὁ εἰπών" Ὦ Πρόδικε καὶ Ἱππία, Kal
λίας μὲν δοκεῖ μοὶ μάλα πρὸς Πρωταγόρου εἶναι, ᾿4λκιβιάδης
E δὲ ἀεὶ φιλόνικός ἐστι πρὸς ὃ ἂν ὁρμήσῃ ἡμᾶς δὲ οὐδὲν dei
δσυμφιλονικεῖν οὔτε Σωκράτει οὔτε Πρωταγόρα, ἀλλὰ κοινῇ
ἀμφοτέρων δεῖσϑαι ur; μεταξὺ διαλῦσαι τὴν ξυνουσίαν. εἰπόν- 1
88:τος δὲ αὐτοῦ ταῦτα ὁ Πρόδικος, Καλῶς μοι, ἔφη, δοκεῖς λέγειν,
ὦ Κριτία" χρὴ γὰρ τοὺς ἐν τοιοῖσδε λόγοις παραγιγνομένους
κοινοὺς μὲν εἶναι ἀμφοῖν τοῖν διαλεγομένοιν ἀκχροατάς, ἴδους
δὲ μή. ἔστι γὰρ οὐ ταὐτόν᾽ κοινῇ μὲν γὰρ ἀκοῦσαι δεῖ ἀμφο-
τέρων, μὴ ἴσον δὲ νεῖμαι ἑκατέρῳ, ἀλλὰ τῷ μὲν σοφωτέρῳ #
πλέον, τῷ δὲ ἀμαϑεστέρῳ ἔλαττον. ἐγὼ μὲν καὶ αὐτές, ὦ IIow-
ταγόρα τὲ καὶ Σώκρατες, ἀξιῶ ὑμᾶς συγχωρεῖν καὶ ἀλλήλοις
8. ἐξαρκεὶ 2.: als ob auch die-
ser, wie Pr., das Gespräch als ἀγών
betrachtete. Vgl. oben 385 A.
4. μὴ ... ἀποτείνων schließt
sich epexegetisch an διαῖ..... ἀπο-
κρινόμενος an; ἐκκρούων (in der
eigentlichen Bedeutung: etwas aus
seinem Platze herausdrängen,
dann hintertreiben; das einfache
κρούειν τοὺς λόγους τοῖς λόγοις:
Theät. 154E.) οὐκ ἐθέλων u. ἀπο-
μηκύνων (näml. die Sache, d. h.
die Rede) schließen sich an ἄἀπο-
teivov, um &uszudrücken, wodurch
er dies bewirkt.
8. οὐχ ὅτι elliptisch für οὐ λέγω
ὅτι: davon rede ich nicht daß —
wenn es dem Hauptsatz folgt: un-
geachtet (dessen daß) oder ob-
gleich. Vgl. Gorg. 460 Ε. Aken
8 461. und oben zu 319D.
11. Koırlag: Einl. $ 22. Bemer-
kenswert ist, daß Kr, gleich die
beiden Sophisten zu Hilfe ruft.
ἦν ὁ εἰπών: Kr. 56, 3, 4.
12. πρὸς Πρ. Kr. 68, 87, 1.
18, φιλόνικος : ehrgeizig, hier:
leidenschaftlich, parteiisch.*
16. Πρόδικος: Einl. 8 8.9, Er
ergreift die Gelegenheit, um eine
Probe seiner Synonymik zu geben.
18. κοινούς: mit Bezug auf des
Krit. κοινῇ δεῖσθαι; diesem Aus-
druck galt daher auch das Lob κα-
λῶς δοκεῖς λέγειν. Gerade aber in
Verbindung mit ἀκροατὴς (δικαστής,
κριτής) bewährt sich die Unterschei-
dung der beiden Worte in Bezug
auf ihre Bedeutung nicht durch den
Sprachgebrauch.
IIPRTATOPAZ (336. 837.) 83
περὶ τῶν λόγων ἀμφισβητεῖν μέν, ἐρίξειν δὲ un’ ἀμφισβητοῦσι B
μὲν γὰρ καὶ δι᾽ εὔνοιαν ol φίλοι τοῖς φίλοις, ἐρίξουσι δὲ οἵ
διάφοροί τε καὶ ἐχϑροὶ ἀλλήλοις. καὶ οὕτως ἂν καλλίστη ἡμῖν
ἢ συνουσία γίγνοιτο" ὑμεῖς τε γὰρ οἱ λέγοντες μάλιστ᾽ ἂν οὔ-
ὅτως ἐν ἡμῖν τοῖς ἀκούουσιν εὐδοκιμοῖτε καὶ οὐχ ἐπαινοῖσϑε᾽
εὐδοκιμεῖν μὲν γὰρ ἔστι παρὰ ταῖς ψυχαῖς τῶν ἀκουόντων ἄνευ
ἀπάτης, ἐπαινεῖσθαι δὲ ἐν λόγῳ πολλάκις παρὰ δόξαν ψευδομέ-
νῶν" ἡμεῖς τ᾽ αὖ οἱ ἀκούοντες μάλιστ᾽ ἂν οὕτως εὐφραινοί- C
μεϑα, οὐχ ἡδοίμεϑα᾽ εὐφραίνεσϑαι μὲν γὰρ ἔστε μανϑάνοντά
10 τι καὶ φρονήσεως μεταλαμβάνοντα αὐτῇ τῇ διανοίᾳ, ἤδεσϑαι
δὲ ἐσθίοντά τι ἢ ἄλλο ἡδὺ πάσχοντα αὐτῷ τῷ σώματι.
XXIV. Ταῦτα οὖν εἰπόντος τοῦ Προδίκου πολλοὶ πάνυ
τῶν παρόντων ἀπεδέξαντο μετὰ δὲ τὸν Πρόδικον Ἱππίας ὁ
σοφὸς εἶπεν, Ὦ ἄνδρες, ἔφη, ol παρόντες, ἡγοῦμαι ἐγὼ ἡμᾶς
18 συγγενεῖς τε καὶ οἰκείους καὶ πολίτας ἅπαντας εἶναι φύσει, οὐ
νόμῳ᾽ τὸ γὰρ ὅμοιον τῷ ὁμοέῳ φύσει συγγενές ἐστιν, ὃ δὲ νό-
μος. τύραννος ὧν τῶν ἀνθρώπων, πολλὰ παρὰ τὴν φύσιν βιά-
. 1. ἀμφισβητεῖν beruht auf der
Verschiedenheit der Meinungen,
ἐρίξειν auf dem Bestreben Recht
zu behalten. Cicero in seiner Über-
setzung des Pr. drückt jenes durch
coniroversars, dieses durch concer-
tare aus. διάφοροι sind eigentlich
Gegner im Prozeß (Widersacher).
Derselbe Gegensatz des Inneren
und Außeren zieht sich durch alle
hier vorgetragenen Unterscheidun-
gen von Synonymen hindurch, wo-
bei freilich der Sprachgebrauch
weniger berücksichtigt wird. S. die
bekannte Erzählung des Prod, bei
Xenoph. Mem. II 1, besonders 8 24.
5. ἐν ἡμῖν: vor uns als Richtern.
Vgl. 365 D. Gorg. 464 Ὁ: εἰ δέοι
ἐν παισὶ διαγωνέξεσθαι.
10. Zu αὐτῇ τῇ διανοίᾳ und αὖ-
τῷ τῷ σώματι vgl. 309 A (24, 4).
11. ἄλλο ἡδὺ πάσχοντα: verallge-,
meinernd jede andere angenehme
Empfindung des Leibes. Über dem
Wortkram kommt Prodikos übrigens
gar nicht zur Sache,
13. Ἱππίας : Einl. $ 10. Der Bei-
satz mit unverkennbarer Ironie.
Durch die Rede blickt die Eitelkeit
und sittliche Hohlheit des Redners
durch. Welchen Anklang übrigens
der aufgestellte Satz über Recht
und Gesetz (rel. Xenoph. Mem. IV
4, 5 fl. besonders 14) fand, läßt
sich aus den Äußerungen entneh-
men, die Platon dem Kallikles im
Gorg. 4382 E ff. in den Mund legt.
Vergleiche auch das Gespräch des
Alkıbiades mit Perikles bei Xen.
Mem. I 2, 40 ff.
14. ἡμᾶς fordert der Sinn statt
des überlieferten ὑμᾶς. 8. ἃ. Anh.
16. τὸ ὅμοιον τῷ ὁμοέῳ: einem
alten Sprichwort entlehnt. Als
Prädikat ist eigentlich zu ergänzen
πελάξει wie Symp. 195B, oder
φίλον ἐστί wie Lys. 214B. Vgl.
Gorg. 510 B (172, 15) und Hom. Od.
oe 218. Hippias giebt ihm, wie vor
ihm Empedokles, einen physika-
lischen Sinn, den es ursprünglich
nicht hatte.
17. τύραννος ὧν τ. &. wohl mit
Anspielung auf ein Pindarisches
Lied, wo es nach Gorgias 484 B
heißt: νόμος 6 πάντων βασιλεὺς
ϑνατῶν τε καὶ ἀϑανάτων -- ἄγει
δικαιῶν τὸ βιαιότατον ὑπερτάταᾳ
6*
84 TIAAT2NOZ
ξεται. ἡμᾶς οὖν αἰσχρὸν τὴν μὲν φύσιν τῶν πραγμάτων εἰδέ-
ναι, σοφωτάτους δὲ ὄντας τῶν Ἑλλήνων, καὶ κατ᾽ αὐτὸ τοῦτο
νῦν συνεληλυϑύτας τῆς τε ᾿Ελλάδος εἰς αὐτὸ τὸ πρυτανεῖον τῆς
σοφίας καὶ αὐτῆς τῆς πόλεως εἰς τὸν μέγιστον καὶ ὀλβιώτατον
οἶκον τόνδε, μηδὲν τούτου τοῦ ἀξιώματος ἄξιον ἀποφήνασθαι, ὕ
E ἀλλ᾽ ὥσπερ τοὺς φαυλοτάτους τῶν ἀνθρώπων διαφέρεσθαι
ἀλλήλοις. ἐγὼ μὲν οὖν καὶ δέομαι καὶ συμβουλεύω, ὦ Πρωτα-
γόρα τε καὶ Σώκχρατες, συμβῆναι ὑμᾶς ὥσπερ ὑπὸ διαιτητῶν
δϑϑήμῶν συμβιβαξόντων εἰς τὸ μέσον, καὶ μήτε σὲ τὸ ἀκριβὲς |
τοῦτο εἶδος τῶν διαλόγων ξητεῖν τὸ κατὰ βραχὺ λίαν, εἰ μὴ Ὁ |
ἡδὺ Πρωταγόρᾳ, ἀλλ᾽ ἐφεῖναι καὶ χαλάσαι τὰς ἡνίας τοῖς λό- |
yoıs, ἵνα μεγαλοπρεπέστεροι καὶ εὐσχημονέστεροι ὑμῖν φαί-
νῶνται, μήτ᾽ αὖ Πρωταγόραν πάντα κάλων ἐκτείναντα, οὐρίᾳ
χειρί. Dieser Ausspruch wird miß-
verständlich im Gorg. (s. das.) auf
das Naturgesetz, hier auf das po-
sitive Gesetz bezogen, während
P. wohl an die Allgewalt des
Schicksals dachte.
2. σοφωτάτους. Hippiss stellt
sich dem Protag., der ihn 318DE
geringschätzig behandelte, minde-
stens gleich. — κατ᾽ αὖτὸ τοῦτο:
eben dem gemäß, — d. h. als die
weisesten Hellenen.
3. πρφυτανεῖον: der Ort, wo sich
der heilige Herd der ‘'Eerix, der
Mittelpunkt des Staates, daher
auch der Sitz der Regierungsgewalt
(des Prytanis oder der Prytanen)
befand: daher übertragen: Herd
oder Mittelpunkt. Schon Herodot
(I 60) sagt von den Athenern τοῖσι
πρώτοιαι λεγομένοισι εἶναι ᾿Ελλή-
γῶν σοφίην, und Thukydides (II
41) läßt Perikles von Athen sagen:
ξυνελών τε λέγω τὴν TE πᾶσαν πό-
λὲν τῆς Ἑλλάδος παίδευσιν (die
Schule von Hellas) εἶναι κτέ. Vgl.
oben 319 B.
5. ἀξιώματος ἄξιον: Paronoma-
' sie (annominatio).
8. συμβῆναι passiv zu συμβιβά-
£eıv, daher mit ὑπό konstruiert.
ὥσπερ ὑπὸ διαιτητῶν ἡμῶν für
ὑφ᾽ ἡμῶν ὥσπερ ὑπὸ ὃ. 8. Kr.
68, 8. Diäteten hießen die Schieds-
richter in Privatstreitigkeiten, so-
wohl die, welche von Staatswegen
in jeder Phyle als Friedensrichter
tangierten, als auch die von den
Parteien im einzelnen Falle frei ge-
wählten. An letztere ist hier allein
zu denken. Ihre Aufgabe war zu
vermitteln; von ihrem Ausspruche
fand keine Appellation statt.
9. τὸ ἀκριβές: mit tadelndem
Sinne, wie unser knapp (pedan-
tisch). Die Ausdrücke διαλόψων und
λόγοις treten hier in keinen Ge-
gensatz.
12. φαένωνται: indie Erscheinung
treten, d.i. h mmen, ans
Licht kommen; vgis: weil zunächst
die beiden sprechenden selbst an
dem Erfolg beteiligt sind; dieser
vor allem von der Nach-
giebigkeit des S. ab, da, wenn
dessen Forderung (335 A) Genüge
geschieht, Pr. sich der βραχυλογία
bedienen muß, bei welcher Pracht
und Schönheit der Rede nicht be-
stehen kann; giebt aber S. nach,
80 muß auch er der βραχυλ. ent-
sagen und mehr nach Weise der
Redner sprechen. Bemerkenswert
ist, daß S. später wirklich zu einer
längeren Erörterung sich ent
schließt.*
13. πάντα κάλων ἐκτείναντα. Das
Bild ist von der Schiffahrt herge-
nommen, eigentlich: jedes Tau aus-
spannen, ἃ. 1, alle Segel aufziehen.
IIP2TATOPAZ (337. 838.) 85
ἐφέντα, φεύγειν εἰς τὸ πέλαγος τῶν λόγων, ἀποκρύψαντα
γῆν, ἀλλὰ μέσον τι ἀμφοτέρους τεμεῖν.
a φ fd
ὡς οὔν ποιήδετε
καὶ πείϑεσθέ μοι ῥαβδοῦχον καὶ ἐπιστάτην καὶ πρύτανιν
ἐλέσϑαι, ὃς ὑμῖν φυλάξει τὸ μέτριον μῆχος τῶν λόγων ἕχα- Β
5 τέρου.
ΧΧΥ. Ταῦτα ἤφεσε τοῖς παροῦσι, καὶ πάντες ἐπήνεσαν,
καὶ ἐμέ τε ὁ Καλλίας οὐκ ἔφη ἀφήσειν καὶ ἐλόσθαι ἐδέοντο ἐπι-
στάτην. εἶπον οὖν ἐγὼ ὅτι αἰσχρὸν εἴη βραβουτὴν ἐλέσϑαι τῶν
λόγων. εἴτε γὰρ χείρων ἔσται ἡμῶν ὁ algadels, οὐκ ὀρθῶς ἂν
10 ἔχοι τὸν χείρω τῶν βελτιόνων ἐπιστατεῖν, εἴτε ὅμοιος, οὐδ᾽ οὔ-
τῶς ὀρθῶς" ὃ γὰρ ὅμοιος ἡμῖν ὅμοια καὶ ποιήσει, ὥστε ἐκ πε-
ριττοῦ ἡρήσεται. ἀλλὰ. δὴ βελτίονα ἡμῶν αἱρήσεσθε. τῇ μὲν C
Die Ausmal des nautischen Bil-
des im einzelnen, während eine
Andeutung genügte, führt zu bom-
bastischem Wortschwall.
οὐρία (näml. πνοή) == οὖρος.
1. ἐφέντα: intramsitiv, wie im D.
"nachgeben? d. 1. “sich hingeben’.
πέλαγος: das offene Meer, die
hohe See. Wer sich auf sie begiebt,
entzieht sich selbst den Anblick
des Landes. Vgl. Schmidt, Syno-
ıymik 40.
ἀποκρύψαντα γῆν: ἃ. 1. verliert
den Gegenstand aus den Augen.
lich Verg. Aen. III 291: Pro-
tinus aörias Phaeacum abscondimus
arces.
2. τεμεῖν: eigentl. vom Durch-
schneiden der Wogen, wie Od. y
174: καὶ ἠνώγει πέλαγος μέσον εἰς
Ἐδβοιαν τέμνειν (secare , πιᾶ-
re), daher hier einen Mittelweg ein-
lagen. -
ὃς οὖν ποιήσετε: Über ag ==
οὕτως 8. za 326 Ὁ. Wie hier ohne
Korrelation Thuk. III 87, 5: ὡς
οὖν χρὴ καὶ ἡμᾶς ποιοῦντας...
παραινεῖν. Das Futurum als ge-
milderter Imperativ (Kr. 53, 7, 4)
zugleich dringender. Daher schließt
sich passend der Imperativ καὶ
πείθεσθε an. nlich das negativ
fragende Futurum Sophokl. Antig.
885: οὐκ ἄξετ᾽ ὡς τάχιστα καὶ ...
ἄφετε μόνην."
8. Bemerkenswerter Reichtum an
Ausdrücken für dieselbe Sache.
ῥαβδοῦχοι, nach dem Zeichen
ihrer Würde benannte Kampfrichter
bei gymnischen Wettkämpfen; ἐπι-
στάτης, ein allgemeinerer Ausdruck,
wird auch für den Ordner bei ge-
selligen Unterhaltungen gebraucht;
πρύτανις: eigentlich für den Vor-
steher des Staates (den Ersten),
dann unserem “Präsident” oder
‘Präses’ vergleichbar. Hippias macht
diesen Vorschlag in der Erwartung,
gewählt zu werden. Wahrscheinlich
saß er auch noch auf dem ϑρόνος.
Vgl. 315B u. 317D.
4. μέτριον. Hippias hat den klu-
gen Satz aufgestellt: δεῖν οὔτε μα-
κρῶν οὔτε βραχέων ἀλλὰ μετρίων
λόγων. |
7. ἐμέ ze: πὰ 825 Β (67, 16).
8. βραβευτής, für das ältere βρα-
βεύς, bezeichnet ebenfalls einen
ampfrichter (Obmann). Der Grund,
welchen 8. zuerst gegen den Vor-
schlag des H. vorbringt, ist in der
Art sophistischor Gründe eingeklei-
det. 8. bezeichnet so jenen Vor-
schlag, obne zu verletzen, als un-
ausführbar. Denn ein &äußeres
Maß der Reden läßt sich nicht
feststellen.
12. ἀλλὰ δὴ κεξ. im Ton einer
Einwendung, die sich aus dem vor-.
hergehenden. notwendig ergiebt:
daher δή: ‘eben’. Vgl. Apol. 37C:
ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσωμαι; Krit.
ὅ4 Α: ἀλλὰ δὲ τῶν παίδων ἕνεκα
βούλει ζῆν;
86 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἀληϑείᾳ, ὡς ἐγώμαι, ἀδύνατον ὑμῖν ὥστε Πρωταγόρου τοῦδε
σοφώτερόν τινα ἐλέσθαι᾽ εἰ δὲ αἱρήσεσθε μὲν μηδὲν βελτίω,
φήσετε δέ, αἰσχρὸν καὶ τοῦτο τῷδε γίγνεται ὥσπερ φαύλῳ ἂν-
ϑρώπῳ ἐπιστάτην αἱρεῖσθαι, ἐπεὶ τό γ᾽ ἐμὸν οὐδέν μοι διαφέ-
ρει, ἀλλ᾿ οὑτωσὶ ἐθέλω ποιῆσαι, ἵν᾽ ὃ προϑυμεῖσϑε συνουσία 5
τε καὶ διάλογοι ἡμῖν γίγνωνται" εἰ μὴ βούλεται Πρωταγόρας
ἀποχρίνεσθαι, οὗτος μὲν ἐρωτάτω, ἐγὼ δὲ ἀποκρινοῦμαι, καὶ
ἅμα πειράσομαι αὐτῷ δεῖξαι, ὡς ἐγώ φημι χρῆναι τὸν ἀποκρι-
νόμενον ἀποκρίνεσθαι ἐπειδὰν δὲ ἐγὼ ἀποκρίνωμαι ὁπόσ᾽ ἂν
οὗτος βούληται ἐρωτᾶν, πάλιν οὗτος ἐμοὶ λόγον ὑποσχέτω 10
ὁμοίως. ἐὰν οὖν μὴ δοκῇ πρόϑυμος εἶναι πρὸς αὐτὸ τὸ ἐρωτώ-
μενον ἀποκρένεσϑαι, καὶ ἐγὼ καὶ ὑμεῖς κοινῇ δεησόμεϑα αὐτοῦ
ἅπερ ὑμεῖς ἐμοῦ, μὴ διαφϑείρειν τὴν συνουσίαν" καὶ οὐδὲν
E δεῖ τούτου ἕνεκα ἕνα ἐπιστάτην γενέσϑαι, ἀλλὰ πάντες κοινῇ
ἐπιστατήσετε. ἐδόκει πᾶσιν οὕτω ποιητέον εἶναι καὶ ὁ Πρω- 1
ταγύρας ndvv μὲν οὐκ ἤϑελεν, ὅμως δὲ ἠναγκάσϑη ὁμολογῆσαι
ἐρωτήσειν, καὶ ἐπειδὰν ἱκανῶς ἐρωτήσῃ, πάλιν δώσειν λόγον
κατὰ σμικρὸν ἀποκχρινόμενος. '
XXVI Ἤρξατο οὖν ἐρωτᾶν οὑτωσί πως Ἡγοῦμαι, ἔφη,
ὦ Σώκρατες. ἐγὼ ἀνδρὶ παιδείας μέγιστον μέρος εἶναι περὶ 30
339 ἐπῶν δεινὸν εἶναι" ἔστι δὲ τοῦτο τὰ ὑπὸ τῶν ποιητῶν λεγόμενα
οἷόν τ᾽ εἶναι συνιέναι & te ὀρθῶς πεποίηται καὶ ἃ μή, καὶ
ἐπίστασθαι διελεῖν τε καὶ ἐρωτώμενον λόγον δοῦναι. καὶ δὴ
καὶ νῦν ἔσται τὸ ἐρώτημα περὶ τοῦ αὐτοῦ μέν, περὶ οὗπερ ἐγώ
I
1. ὥστε dem Inf. beigefügt nach
auf Erklärung und Kritik von Ge-
cdvv. wie auch nach δυνατός, ἵκα-
dichten verstehen. Beides war ein
vog, selbst nach δύνασϑαι. 5
4. τὸ γ᾽ ἐμὸν: vgl. Laches 1880:
τὸ μὲν ἐμὸν οὐδὲν κωλύει. (org.
458 D: τό γ᾽ ἐμὸν οὐδὲν κωλύει.
Hier kann τὸ ἐμὸν als Acc. des
Bezugs gefalltt werden: was mich
betrifft, meinesteils.
15, ἐδόκει πᾶσιν, Die Masse der
Hörenden erscheint urteälslos. Sie
stimmten eben erst dem Vorschlage
des Hippias zu (338 B).
16. πᾶνν μὲν οὐκ 78. Gewöhnlich
οὐ πάνυ. Vgl. im D.: “er war zwar
nicht recht geneigt’ und “recht
zwar war er nicht geneigt’.
20, παιδείας: vgl. zu 312 B (31,
7) — περὶ ἐπῶν δεινὸν εἶναι: sich
wesentlicher Bestandteil sophisti-
scher Lehrmethode. In die Aus-
sprüche der Dichter legten die So-
Shit ihre eigenen Ansichten will-
kürlich hinein. Die Konstruktion
von δεινός mit περί findet sich eben-
so Lach. 186 E: τένε δὴ Öswordın
συγγεγόνατον περὶ τῆς τῶν νέων
τροφῆς; ᾿
23. διελεῖν: das Ganze in seine
Teile zerlegen, daher im Einzel-
nen erklären. Anders 340 B und
8416: ὀνόματα ὀρϑῶς διαιρεῖν. Das
Medium in ähnlicher Bedeutung.
Vgl. 8148.
καὶ δὴ καί: Übergang vom All-
gemeinen zum besondern Falle.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (838. 339.)
87
τε καὶ σὺ νῦν δη διελεγόμεϑα, περὶ ἀρετῆς, μετενηνεγμένον δὲ
εἰς ποίησιν᾽ τοσοῦτον μόνον διοίσει. λέγει γάρ που Σιμωνίδης
πρὸς Σκόπαν τὸν Κρέοντος υἱὸν τοῦ Θετταλοῦ ὅτι
ἄνδρ᾽ ἀγαϑὸν μὲν ἀλαϑέως γενέσϑαι χαλεπόν
χερσίν τε καὶ
τοῦτο ἐπίσταδαι τὸ
ποσὶ καὶ νόῳ τετράγωνον, ἄνευ ψόγου τετυγ-
γον.
ἄσμα, ἢ πᾶν σοι διεξέλϑω; καὶ ἐγὼ εἶπον
ὅτι Οὐδὲν dei ἐπίσταμαί τε γάρ, καὶ πάνυ μοι τυγχάνει μεμε-
ληκὸς τοῦ ᾷἄσματος. Εὖ, ἔφη, λέγεις. πότερον οὖν καλῶς σοι
δοκεῖ πεποιῆσϑαι καὶ ὀρθῶς, ἢ οὔ; Πάνυ, ἔφην ἐγώ, καλῶς
1 re καὶ ὀρθῶς. Ζοκεῖ δέ σοι καλῶς πεποιῆσϑαι, el ἐναντία λέγει
N »ν ἐς ’ὔ 3 no μ 3 » ὦ ,
αὐτὸς αὐτῷ 0 ποιητής; Οὐ καλῶς, nv δ᾽ ἐγώ. Ὅρα δή, ἔφη,
βέλτιον. AAN ὠγαϑέ, ἔσκεμμαι ἱκανῶς. Οἶσϑα οὖν, ἔφη, ὅτι Ο
προϊόντος τοῦ ἄσματος λέγει που"
οὐδέ μοι ἐμμελέως τὸ Πιττάκειον νέμεται |
καίτοι σοφοῦ παρὰ φωτὸς εἰρημένον χαλεπὸν par’ ἐσϑλὸν
ἔμμεναι.
ἐννοεῖς ὅτι ὁ αὐτὸς οὗτος καὶ τάδε λέγει κἀκεῖνα τὰ ἔμπροσθεν;
1. νῦν δὴ διελεγόμεθα: von der
oben abgebrochenen Erörterung.
Vgl. 8290 ἃ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον. Ἐ
2. Σιμωνίδης: Über diesen und
das Simonideische Gedicht 8, Einl,
829 ff.
ὃ. Skopas: s. Einl. 8. 80.
5. τετράγωνον: der natürlichen
Anschauung einer quadratischen
Figur entnommen, worin alle Sei-
ten und Winkel gleich sind; da-
her: allseitig fest und durchgebildet
oder tüchtig. Die Pytbagoreer
sahen in dem Quadrate ein Symbol
des Vollkommenen, des göttlichen
Wesens.
11. Ὅρα 67, ... βέλτιον: überlege
dir also (was du zuerst gesagt hast)
besser.. Protag. glaubt des Sieges
über Sokr. vollständig sicher zu
sein, und will daher seine Über-
legenheit über ihn recht fühlbar
machen.
14. ἐμμελέως nämlich εἰρημένον,
das aus dem folgenden auch hier.
zu verstehen ist.
τὸ Πιττάκειον: Pittakos von
Mitylene, einer der sieben Weisen,
soll den Ausspruch zaAsmov ἐσϑλὸν
ἔμμεναι gethan haben, als er erfuhr,
daß Periandros von Korinth, der
früher wegen seiner Weisheit und
Milde berühmt war, in seinem
Alter grausam geworden sei. Von
ihm selbst sagt Diodor IX 16 (I
. ὅ81 Bekk.) νομοϑέτης τε ἀγαϑὸς
ὑπῆρχε καὶ ... πρὸς τοὺς πολίτας
κοινὸς καὶ φιλάνϑρωπος καὶ τὴν
πατρίδα τριῶν τῶν μεγίστων συμ-
φορῶν ἀπέλυσε, τυραννίδος στά-
σεως πολέμους Das Einflechten
von Sprüchen anderer Dichter oder
weiser Männer, oft um sie zu
widerlegen, gehört zu den Eigen-
heiten des gedankenreichen Simo-
nides.
μοι.. νέμεται: über den Dativ 8.
Kr. 48, 15, 8. νέμειν, das Stamm-
verbum von νόμος, νομέξειν “aner-
kennen’ (als zu Recht bestehend)
‘gelten lassen’, in dieser Bedeutung
dichterisch. Vgl. Soph. Ai. 1331:
φίλον σ᾽ ἐγὼ μέγιστον ᾿Αργείων
νέμω.
Β
88 IIAAT2NOZ
Οἶδα, nv δ᾽ ἐγώ. Δοκεῖ οὖν σοι, ἔφη, ταῦτα ἐκείνοις ὁμολογεῖ-
σϑαι; Φαίνεται ἔμοιγε. καὶ ἅμα μέντοι ἐφοβούμην μή τι λέ-
yoı. ᾿Ἅτάρ, ἔφην ἐγώ, σοὶ οὐ φαίνεται; Πῶς γὰρ ἂν φαένοιτο
ὁμολογεῖν αὐτὸς ἑαυτῷ ὁ ταῦτα ἀμφότερα λέγων; ὅς γε τὸ μὲν
πρῶτον αὐτὸς ὑπέϑετο χαλεπὸν εἶναι ἄνδρα ἀγαϑὸν γενέσϑαι ὑ
ἀληϑείᾳ, ὀλίγον δὲ τοῦ ποιήματος εἰς τὸ πρόσϑεν προελϑῶν.
ἐπελάϑετο, καὶ Πιττακὸν τὸν ταὐτὰ λέγοντα ἑαυτῷ, ὅτι χαλε-
πὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι, τοῦτον μέμφεταί τε καὶ οὔ φησιν ἀποϑδέ-
χεσϑαι αὐτοῦ τὰ αὐτὰ ἑαυτῷ λέγοντος. καίτοι ὁπότε τὸν ταὐτὰ
λέγοντα αὑτῷ μέμφεται, δῆλον ὅτι καὶ ἑαυτὸν μέμφεται, ὥστε 10
ἤτοι τὸ πρότερον ἢ ὕστερον οὐκ ὀρϑῶς λέγει. εἰπὼν οὖν ταῦτα
πολλοῖς ϑόρυβον παρέσχε καὶ ἔπαινον τῶν ἀκουόντων᾽ καὶ ἐγὼ
τὸ μὲν. πρῶτον ὡσπερεὶ ὑπὸ ἀγαϑοῦ πύκτου πληγεὶς ἐσκοτώ-
Inv τε καὶ ἐλιγγίασα εἰπόντος αὐτοῦ ταῦτα καὶ τῶν ἄλλων ἐκι-
ϑορυβησάντων᾽ ἔπειτα, ὥς γὲ πρὸς σὲ εἰρῆσϑαι τἀληϑῆ, ἵνα ιὖ
μοι χρόνος ἐγγένηται τῇ σκέψει τί λέγοι ὁ ποιητής, τρέπομαι
πρὸς τὸν Πρόδικον, καὶ καλέσας αὐτόν, Ὦ Πρόδικε. ἔφην ἐγώ,
σὸς μέντοι Σιμωνίδης πολίτης᾽ δίκαιος εἶ βοηϑεῖν. τῷ ἀνδρί.
1. ὁμολογεῖσθαι: Medium. Vgl.
Gorg. 480 E: ἄτοπα μέν, τοῖς μὲν-
τοι ἔμπροσϑεν ὁμολογεῖται. So vor-
zugsweise bei sächlichen Begriffen.
2. palveraı: sehr zuversichtliche
Bejahung, die sich zu δοκεῖ ver-
hält, wie etwa “unzweifelhaft” im
D. zu einfachem. ‘ja’.
4. ὅς γε: mit begründender Kraft. ἡ
Vgl. 848E.
5b. ὑπέθετο: zu Grunde legen,
d.i. von einer Annahme ausgehen.
6. τοῦ ποιήματος hängt ab von
eis τὸ πρόσϑεν. |
12. πολλοῖς θόρυβον παρέσχε:
‘rief bei vielen einen Beifallssturm
hervor’, wie man sagt λύπην, γέ-
‚ıora παρέχειν τινί, Vgl. zu 8840
(78, 6).
zcıv09 π. sonst ungebräuchlich.
13. πληγείς: das gleiche Bild mit
ähnlicher Ironie Euthyd. 830 A: ἐγὼ
μὲν οὖν, ὥσπερ πληγεὶς ὑπὸ τοῦ
λόγου, ἐκείμην ἄφωνος.
σκοτώϑην καὶ ἰλιγγίασα: Zei-
34000x0 οὖν μοι ἐγὼ παρακαλεῖν σέ, ὥσπερ ἔφη Ὅμηρος τὸν Σχά-
chen für den Verlust des Bewußt-
seine. Beide werden zusammenge-
faßt in dem Ausdruck σκοτοδινιῶ
Theät. 155 C, oxorodısl« Soph.
2640. Zu ἱλιγγιᾶν vgl. Gorg. 486B
und Lysis 2160: alla τῷ ὄντι
αὐτὸς lAuyyın ὑπὸ τῆς τῶν λόγων
ἀπορίας."
14. ἐπιϑθορυβησάντων: vgl. Xen.
Hell. II 8, 50: καὶ ἡ βουλὴ δήλη
ἐγένετο εὐμενῶς ἐπι ορυβήσαςα.
ἐπί wie in “zujauchzen’. Vgl. Il.
a 22. Od. α 351.
15.0g ...eienodaı:s.obenzu 309 Α.
16. 1έγοι: Kr. 54, 6, 2.
18. σὸς πολίτης: Einl. $8 u. 8 29.
δίκαιος el: 8. zu 819 B (45, 15).
19. δοκῶ μοι: Kr. 51, 2, 1. Wie
bei andern V. des Vorhabens (Kr.
58, 7,11) folgt auch Inf. des Futurs.
Ὅμηρος. 1]. φ 807: Ziuoesre δὲ
κέκλετ᾽ ἀῦσας" φίλε κασίγνητε, σϑέ-
νος ἀνέρος ἀμφότεροί περ σχῶμεν,
ἐπεὶ τάχα ἄστυ μέγα Πριάμοιο
ἄνακτος ἐκπέρσει κτέ. .
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (339. 340.) 89
μανδρον πολιορχούμενον ὑπὸ τοῦ ᾿Αχιλλέως τὸν Σιμόεντα
παρακαλεῖν, εἰπόντα"
φίλε κασίγνητε. σϑένος ἀνέρος ἀμφότεροί περ
σχῶμεν.
ὅ ἀτὰρ καὶ ἐγὼ σὲ παρακαλῶ, μὴ ἡμῖν ὁ Πρωταγόρας τὸν Σιμω-
νίδην ἐκπέρσῃ. καὶ γὰρ οὖν καὶ δεῖται τὸ ὑπὲρ Σιμωνίδου
ἐπανόρϑωμα τῆς σῆς μουσικῆς, ἡ τό τε βούλεσθαι καὶ ἐπιϑυ- B
ueiv διαιρεῖς ὡς οὐ ταὐτὸν ὄν, καὶ ἃ νῦν δὴ εἶπες πολλά τὸ
καὶ καλά. καὶ νῦν σκόπει, εἴ σοι συνδοκεῖ ὅπερ ἐμοί. οὐ γὰρ
9 φαένεται ἐναντία λέγειν αὐτὸς αὑτῷ Σιμωνίδης. σὺ γάρ, ὦ
Πρόδικε, προαπύόφηναι τὴν σὴν γνώμην᾽ ταὐτόν σοι δοκεῖ εἶναι
τὸ γενέσϑαι καὶ τὸ εἶναι, ἢ ἄλλο; "Aldo νὴ Al, ἔφη ὁ Πρό-
δικος. Οὐκοῦν, ἔφην ἐγώ, ἐν μὲν τοῖς πρώτοις αὐτὸς ὁ Σιμωνίδης
τὴν ἑαυτοῦ γνώμην ἀπεφήνατο, ὅτι ἄνδρα ἀγαϑὸν ἀληϑείᾳ"γε-
δ νέσϑαι χαλεπὸν εἴη; ᾿4ληϑῆ λέγεις, ἔφη ὁ Πρόδικος. Τὸν δέ
γε Πιττακόν, ἦν δ᾽ ἐγώ, μέμφεται, οὐχ ὡς οἴεται Πρωταγόρας
ταὐτὸν ἑαυτῷ λέγοντα, ἀλλ᾽ ἄλλο. οὐ γὰρ τοῦτο ὁ Πιττακὸς
ἔλεγε τὸ χαλεπόν, γενέσϑαι ἐσθλόν, ὥσπερ ὁ Σιμωνίδης, ἀλλὰ
τὸ ἔμμεναι" ἔστι δὲ οὐ ταὐτόν, ὦ Πρωταγόρα, ὥς φησι Πρόδι-
) χος ὅδε, τὸ εἶναι καὶ τὸ γενέσϑαι᾽ εἰ δὲ μὴ τὸ αὐτό ἐστι τὸ
6. ἐκπέρσῃ: aus der Homerischen
Stelle entlehnt. Hier ist das V.,
wie vorher πολιορκεῖν und algeiv,
auch πέρϑειν sehr gewöhnlich bei
Dichtern, mit persönl. Objekt ge-
braucht. Umgekehrt 343 ὃ,
7. μουσικῆς: die Synonymik des
Prodikos. Der Ausdruck hat allge-
mein die Bedeutung einer edlen
Kunst oder Wissenschaft. Staat II
376E: ἡ μὲν ἐπὶ σώμασι παιδεία
γυμνασεική, ἡ δὲ ἐπὶ ψυχῇ μουσι-
κή. Phaedr. 259 D: τῇ δὲ πρεσβυ-
τατῃ Καλλιόπῃ καὶ τῇ μετ᾽ αὐτὴν
Οὐρανέᾳ τοὺς ἐν φιλοσοφίᾳ διά-
γοντάς τε καὶ τιμῶντας τὴν ἐκεί-
νῶν μουσικὴν ἀγγέλλουσιν. Das
Beispiel von βούλεσθαι und ἐπιϑῸ-
μεῖν ist gewählt, weil Sokr. diese
Begriffe auch unterscheidet. Vgl].
zu 341 B. Bemerkenswert ist die
Gemeinsamkeit des Artikels. Vgl.
Gorg. 479 A φοβούμενος ... τὸ
κάεσϑαι καὶ τὸ τέμνεσθαι.
(4
9. οὐ γὰρ are. Sokr. macht zu-
nächst auf einen formellen äußeren
Unterschied in den Aussprüchen
des Simonides und Pittakos auf-
merksam. Für Protagoras, den Ρ].
anderwärts als Anhänger der Lehre
des Heraklit darstellt, existierte
zwischen Werden und Sein kein
Unterschied. Er kannte nur ein
Werden. Theät. 162 Ὁ: ἔκ re φορᾶς
καὶ κινήσεως καὶ κράσεως πρὸς
ἄλληλα γέγνεται πάντα ἃ δή φα-
μὲν εἷναι οὐκ ὀρθῶς προσαγορεύ-
οντες, und ἔστι μὲν γὰρ οὐδέποτ᾽
οὐδέν, ἀεὶ δὲ γίγνεται. Vgl.
Einl. 7 und 1 8. ὅ α. 12.
17. τοῦτο ankündigend den nach-
folgenden Infinitiven γενέσθαι und
τὸ ἔμμεναι vorausgeschickt. Über
den teils gesetzten, teils fehlenden
Art. s. Kr. 57, 10, 6. Bei γαλεπόν
steht er, weil um dieses mehr-
erwähnte Wort sich die Erörterung
dreht. Vgl. unten 341 A.
90 j ΠΛΑΤΩΝΟΣ
εἶναι τῷ γενέσϑαι, οὐκ ἐναντία λέγει ὁ Σιμωνίδης αὐτὸς αὑτῷ.
Ὁ καὶ ἴσως ἂν φαίη Πρόδικος ὅδε καὶ ἄλλοι πολλοὶ καϑ᾽ Ἡσίοδον
γενέσϑαι μὲν ἀγαϑὸν χαλεπὸν εἶναι᾽ τῆς γὰρ ἀρετῆς ἔμπρο-
σϑεν τοὺς ϑεοὺς ἰδρῶτα ϑεῖναι" ὅταν δέ τις αὐτῆς εἰς ἄκρον
ἴκηται, ῥηϊδίην δἥπειτα πέλειν, χαλεπήν περ ἐοῦσαν, ἐκτῆσθαι. ὃ
ΧΧΥ͂Ι. Ὁ μὲν οὖν Πρόδικος ἀκούσας ταῦτα ἐπήνεσέ us
ὁ δὲ Πρωταγόρας, Τὸ ἐπανόρϑωμά σοι, ἔφη, ὦ Σώκρατες, μεῖ-
ξον ἁμάρτημα ἔχει ἢ ὃ ἐπανορϑοῖς. καὶ ἐγὼ εἶπον, Κακὸν ἄρα
E μοι εἴργασται, ὡς ἔοικεν, ὦ Πρωταγόρα, καὶ εἰμί τις γελοῖος
ἰατρός" ἰώμενος μεῖξον τὸ νόσημα ποιῶ. ᾿41λλ: οὕτως ἔχει, ἔφη. 1
Πῶς δή; ἦν δ᾽ ἐγώ. Πολλὴ ἄν, ἔφη, ἀμαϑία εἴη τοῦ ποιητοῦ,
εἰ οὕτω φαῦλόν τί φησιν εἶναι τὴν ἀρετὴν ἐκτῆσϑαι, 0 ἔστι
πάντων χαλεπώτατον, ὡς ἅπασι δοκεῖ ἀνθρώποις. καὶ ἐγὼ
εἶπον, Νὴ τὸν Δία, εἰς καιρόν γε παρατετύχηκεν ἡμῖν ἐν τοῖς
341
2. καὶ ἴσως „te. SBokr. verleitet
den Prodikos, eine falsche Ansicht
aufzustellen, um zu zeigen, daß
die Sophisten sich über das Wesen
der Tugend unter einander wider-
sprechen. Zugleich beruft er sich
auf Hesiodos, um anZudeuten, wie
erfolglos die Methode der Dichter-
erklärung sei. Die Dichter wider-
sprechen nicht nur sich unter ein-
ander, sondern die Sophisten, wie
hier Protagoras, sind auch unter
Umständen genötigt, ihre eigenen
Autoritäten zu verwerfen. Die Stelle
des Hesiodos findet sich Ἔργα καὶ
ἡμέραι 285 fi. und lautet: τὴν μέν
τοι κακότητα καὶ ἰλαδὸν ἔστιν
ἐλέσϑαι ῥηϊδίως" λείη μὲν ὁδός,
μάλα δ᾽ ἐγγύϑι ναίει. τῆς δ᾽ ἀρετῆς
ἴδρῶτα θεοὶ προπάροιϑεν ἔϑηκαν
ἀϑάνατοι' μακρὸς δὲ καὶ ὄρϑιος
οἶμος ἐς αὐτὴν καὶ τρηχὺς τὸ
πρῶτον. ἐπὴν δ᾽ εἰς ἄκρον ἵκηται,
ηἰδίη δἤπειτα πέλει, χαλεπή περ
οὔσα.
5. ἐκτῆσθαι schließt sich be-
stimmend an ῥηϊδίην an; die Form
ἐκτῆσθαι ist bei Platon wenigstens
nach Konsonanten die gewöhnliche.
Vgl. Theät. 198D: ἡ πρὶν ἐκτῆσϑαι
τοῦ κεκτῆσϑαι ἕνεκα (ϑήρα). 199 A:
λόγοις Πρόδικος ὅδε. κινδυνεύδι γάρ τοι, ὦ Πρωταγόρα, ἡ Προ- τᾷ
δίκου σοφέα ϑεία τις εἶναι πάλαι, ἤτοι ἀπὸ Σιμωνέδου ἀρξα-
[ad -
ὃ μέν τις ἔκτηται μὴ κεκτῆσθαι
ἀδύνατον. Ἐ
9. μοι: Kr. 52, ὅ.
10. ἑώμενος are. Anspiel auf
ein Sprichwort. Vgl. Her TIL. 53 :
n τῷ κακῷ τὸ κακὸν la‘ Asch.
r. 339: μὴ κακοῖς ἰῶ κακά. Soph.
Fr. 75 (Stob. IV, 87): ἐνταῦϑα
μέντοι πάντα τἀνϑρώπων νοσεῖ,
κακοῖς ὅταν ϑέλωσιν ἰᾶσϑαι κακά.
Frei umgebildet Soph. Ai. 362: μὴ
κακὸν κακῷ διδοὺς ἄκος πλέον τὸ
σῆμα τῆς ἄτης τίϑει.
11, ἀμαϑία τοῦ ποιητοῦ: 80
wie Hesiodos konnte natürlich auch
Simonides irren! Der Beweis ist
daher schwach.
16. πάλαι: spottende Anspielung
auf 316 D. Auffallend ist hier die
Verbindung mit #el«.*
ntoı ... ἢ: diese Form der Dis-
junktion öfter bei Platon u.a, nie
umgekehrt. Vgl. Apol.27 CD: τοὺς
δαίμονας ἤτοι ϑεούς γε ἡγούμεϑα
ἢ ϑεῶν παῖδας.
Durch die Art der nun folgen-
den Unterscheidung vernichtet Pro-
dikos seine eigene Wissenschaft,
wenigstens ihre Bedeutung für phi-
losophische Untersuchungen.
IIPQTATOPAZ (340. 341.)
91
μένη, ἢ καὶ ἔτι παλαιοτέρα. σὺ δὲ ἄλλων πολλῶν ἔμπειρος ὧν
ταύτης ἄπειρος εἶναι φαίνει, οὐχ ὥσπερ ἐγὼ ἔμπειρος διὰ τὸ
μαϑητὴς εἶναι Προδίκου τουτουΐ᾿ καὶ νῦν μοι δοκεῖς οὐ μαν-
ϑάνειν, ὅτι καὶ τὸ χαλεπὸν τοῦτο ἴσως οὐχ οὕτω Σιμωνίδης
ὃ ὑπελάμβανεν, ὥσπερ σὺ ὑπολαμβάνεις, ἀλλ ὥσπερ περὶ τοῦ
δεινοῦ Πρόδικός μὲ οὑτοσὶ νουϑετεῖ ἑκάστοτε, ὅταν ἐπαινῶν
ἐγὼ ἢ σὲ ἢ ἄλλον τινὰ λέγω ὅτι Πρωταγόρας σοφὸς καὶ δεινός
ἐστιν ἀνήρ, ἐρωτᾷ εἰ οὐκ αἰσχύνομαι τἀγαϑὰ δεινὰ καλῶν. τὲ
γὰρ δεινόν, φησί, κακόν ἐστιν᾽ οὐδεὶς γοῦν λέγει ἑκάστοτε δει-
ῦ νοῦ πλούτου οὐδὲ δεινῆς εἰρήνης οὐδὲ δεινῆς ὑγιείας, ἀλλὰ δει-
νῆς νόσου καὶ δεινοῦ πολέμου καὶ δεινῆς πενίας, ὡς τοῦ δεινοῦ
χακοῦ ὄντος. ἴσως οὖν καὶ τὸ χαλεπὸν αὖ ol Κεῖοι καὶ ὁ Σιμω-
νίδης ἢ κακὸν ὑπολαμβάνουσιν ἢ ἄλλο τι ὃ σὺ οὐ μανϑάνεις"
ἐρώμεϑα οὖν Πρόδικον᾽ δίκαιον γὰρ τὴν Σιμωνίδου φωνὴν
ὃ τοῦτον ἐρωτᾶν. τί ἔλεγεν, ὦ Πρόδικε, τὸ χαλεπὸν Σιμωνίδης; C
Κακόν, ἔφη. Διὰ ταῦτ᾽ ὥρα καὶ μέμφεται, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Πρό-
δικε, τὸν Πιττακὸν λέγοντα χαλεπὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι, ὥσπερ
ἂν εἰ ἤκουεν αὐτοῦ λέγοντος ὅτι ἐστὶ κακὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι.
Alla τέ οἴει, ἔφη, λέγειν, ὦ Σώκρατες, Σιμωνίδην ἄλλο ἢ
) τοῦτο, καὶ ὀνειδίζειν τῷ Πιττακῷ, ὅτι τὰ ὀνόματα οὐκ ἠπίστατο
2. ἔμπειρος erg. εἰμί. Vgl. zu
Gorg. 521 E: πολλὰ ὑμᾶς καὶ κακὰ
08: εἴργασται... πεινῆν καὶ διψῆν
ἀναγκάξων, οὐχ ὥσπερ ἐγὼ ...
εὐώχουν ὑμᾶς. Die Ergänzung zu
der Negation ergiebt sich von
selbst.
3. μαϑητής: 8. Einl. $ 8.
4.10 x. τ. 8. Kr. 59, 6, 11. Vgl.
zu 8400 (89, 17).
ἴσως, wie nachher Β ἴσως οὖν,
läßt von vornherein durchblicken,
daß Sokr. nicht im Ernste redet.
Von ἀλλ ὥσπερ an wird die Rede
anakoluthisch; das Korrelat liegt
dem Sinne nach in dem epanalepti-
schen ἴσως οὖν κεξ. ὅταν... ἐρωτᾷ
asyndetisch zur Erklärung von vov-
ϑετεῖ beigefügt.
9. δεινόν heißt nach seiner
Abstammung von der Wurzel δὲ
farchtbar; der Sprachgebrauch hat
daraus das Merkmal des Großen,
Kräftigen entnommen. Die Synony-
mik des Prodikos wird durch ihre
Angriffe auf das Recht des Sprach-
gebrauchs lächerlich; die Katego-
rie des Guten und Schlechten wird
hier willkürlich auf neutrale Merk-
malsbegriffe übertragen.
οὐδεὶς γοῦν λέγει. Lächerlicher-
weise beruft sich Prodikos selbst
auf den Sprachgebrauch, den
er doch bekämpfen will! Die fol-
genden Genetive im Ton eines Aus-
rufs. Kr. 47, 8, 1.
13. ἢ ἄλλο are. läßt den Scherz
durchblicken.
14. φωνήν: Mundart, wie Apol.
18 A: εἰ ἐν ἐκείνῃ τῇ φωνῇ τε καὶ
τῷ τρόπῳ ἔλεγον, ἐν οἷς περ ἐτε-
ϑράμμην, Phaed. 62 Α: Kal ὁ Ke-
Bns ... Ἴττω Ζεύς, ἔφη, τῇ αὑτοῦ
φωνῇ (in böotischer Mundart) εἰπών.
16. Διὰ ταῦτ᾽ ἄρα: ironische Fol-
gerung aus dem Sinne des Prodi-
B
kos, in fragendem Tone an diesen
gerichtet.
20. ὀνειδίζειν τῷ II. Dem Simo-
nides wird auf diese Weise ein sehr
92
TIIAAT2NOZ
ὀρϑῶς διαιρεῖν ἅτε Adopıog ὧν καὶ ἐν φωνῇ βαρβάρῳ τεϑραμ-
μένος; ᾿Δκούεις δή, ἔφην ἐγώ, ὦ Πρωταγόρα, Προδίκου τοῦδε.
D ἔχεις τι πρὸς ταῦτα λέγειν; καὶ ὁ Πρωταγόρας, Πολλοῦ γε δεῖ,
ἔφη, οὕτως ἔχειν, ὦ Πρόδικε" ἀλλ᾽ ἐγὼ εὖ οἶδ᾽ ὅτι καὶ Σιμω-
νίδης τὸ χαλεπὸν ἔλεγεν ὅπερ ἡμεῖς ol ἄλλοι, οὐ τὸ κακόν, ἀλλ 5
ὃ ἂν μὴ ῥάδιον 7, ἀλλὰ διὰ πολλῶν πραγμάτων γίγνηται.
᾿4λλὰ καὶ ἐγὼ οἶμαι, ἔφην, ὦ Πρωταγόρα, τοῦτο λέγειν Σιμῶ-
νίδην, καὶ Πρόδικόν γε τόνδε εἰδέναι, ἀλλὰ παίζειν καὶ σοῦ
δοκεῖν ἀποπειρᾶσϑαι, εἰ οἷός τ᾽ ἔσει τῷ σαυτοῦ λόγῳ Bondelv'
ἐπεὶ ὅτι γε Σιμωνίδης οὐ λέγει τὸ χαλεπὸν κακόν, μέγα τεκμή- 10
οιόν ἐστιν εὐθὺς τὸ μετὰ τοῦτο ῥῆμα᾽ λέγει γὰρ ὅτι
ϑεὸς ἂν μόνος τοῦτ᾽ ἔχοι γέρας.
οὐ δήπου τοῦτό γε λέγων, κακὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι, εἶτα τὸν ϑεόν
φησι μόνον τοῦτο ἂν ἔχειν καὶ τῷ ϑεῷ τοῦτο γέρας ἀπένειμε
kleinliches Motiv untergeschoben.
ὀνειδίζειν kennzeichnend für die
Gesinnung des Sophisten.
1. ἐν φωνῇ βαρβάρῳ: ein Be-
weis, wie engherzig Prodikos seine
eigene (attische) Mundart zum
Maße für die anderen gleichbe-
rechtigten hellenischen Mundarten
machte. Die äolische Mundart, die
auf Lesbos geepröchen und von
vorzüglichen lyrischen Dichtern ge-
braucht wurde, galt wenigstens
stets für echt hellenisch. Über-
dies erklärt Prodikos somit die
allgemein gültige Auffassung von
χαλεπός für ungriechisch. Anders
gefaßt wird die Bedeutung von Κα-
ρῶν βαρβαροφώνων (rauhsprechend)
ἢ. β 867.
4. ἀλλ᾽ ἐγὼ εὖ old’. Protagoras
weiß der Behauptung des Prodikos
nur eine Gegenbehauptung ohne
Grund gegenüber zu stellen.
8 παίξειν. Prodikos hatte im
Ernst gesprochen; Sokr. deckt ge-
schickt seine Niederlage zugleich
auf und zu.
9. δοκεῖν pleonastisch nach ol-
μαι. Der offenbaren Thorheit des
Prodikos wird so eine feine Ab-
sicht untergelegt; dadurch tritt die
Schwäche des Prot., welcher in
der Gedichtserklärung seinen Ruhm
sucht, aber sich selbst in kleinen
Dingen nicht zu helfen weiß, eben-
falls um so stärker hervor. — Der
kleines Beweis des Sokrates ist in-
direkt; aber die Bedeutung des
Wortes χαλεπόν wird darin aus Ge-
danken des Simonides erwiesen;
denn ῥῆμα bezeichnet nicht bloß
ein einzelnes Wort, sondern einen
Ausspruch. Bemerkenswert ist, daß
ἐσθλὸς von W. ἐσ (do-zl), also =
wesentlich (vgl. Angelus Silesius:
„Mensch, werde wesentlich !“) trotz
der Weisheit des Prodikos von
ἀγαϑός nicht unterschieden wird.
Die Forderung sittlicher Voll-
kommenheit macht zuerst Xeno-
phanes (I. Einl. $. 4) geltend.
12. γέραρ: ohne Artikel als Prä-
dikat zu τοῦτο. Vgl. Apol. 18 A:
δικαστοῦ γὰρ αὕτη ἀρετή.
18. οὐ δήπου gehört zu dem gan-
zen folgenden Satz, der einen durch
εἶτα hervorgehobenen Widerspruch
enthält. Das Asyndeton, wie häufig,
in erklärenden Sätzen. Kr. 59, 1,5.
In dieser Weise wird εἶτα öfter
nach Participien angewendet. Vgl.
Symp. 200 A: πότερον ἔχων αὐτὸ
οὐ ἐπιθυμεῖ ze καὶ ἐρᾷ, εἶτα ἐπι-
ϑυμεῖ τε καὶ ἐρᾷ, ἢ οὐκ ἔχων; Kr.
56, 10, 8."
|
IIPRTATOPAZ (841. 342.) 93
μόνῳ᾽ ἀκόλαστον γὰρ ἂν τινα λέγοι Σιμωνίδην Πρόδικος καὶ
οὐδαμῶς Κεῖον. ἀλλ᾽ & μοι δοκεῖ διανοεῖσθαι Σιμωνίδης ἐν
τούτῳ τῷ ἄσματι, ἐθέλω σοι εἰπεῖν. εἰ βούλει λαβεῖν μου πεῖ-842
ραν ὅπως ἔχω, ὃ σὺ λέγεις τοῦτο, περὶ ἐπῶν ἐὰν δὲ βούλῃ,
5 σοῦ ἀκούσομαι. ὁ μὲν οὖν Πρωταγόρας ἀκούσας μου ταῦτα λέ-
γοντος, Εἰ σὺ βούλει, ἔφη, ὦ Σώκρατες" ὁ δὲ Πρόδικός τὸ καὶ
ὁ Ἱππίας ἐκελευέτην πάνυ, καὶ ol ἄλλοι.
ΧΧΥΠΙ. Ἐγὼ τοίνυν, ἦν δ᾽ ἐγώ, & γέ μοι δοκεῖ περὶ τοῦ
ἄσματος τούτου. πειράσομαι ὑμῖν διεξελθεῖν. φιλοσοφία γάρ
ἡ ἐστι παλαιοτάτη τε καὶ πλείστη τῶν Ἑλλήνων ἐν Κρήτῃ re καὶ
ἐν Δακεδαέμονι, καὶ σοφισταὶ πλεῖστοι γῆς ἐκεῖ εἰσιν" ἀλλ᾽ ἐξ- Β
αρνοῦνται καὶ σχηματίζονται ἀμαϑεῖς εἶναι, ἵνα μὴ κατάδηλοι
ὦσιν ὅτι σοφίᾳ τῶν Ἑλλήνων περίεισιν, ὥσπερ οὺς Πρωταγόρας
τ ᾧ, Keiov: vgl. Einl. ὃ 8. Sehr
ergetzlich ist es, daß Sokr. den
Beweis liefert, Prodikos könne
nicht gemeint haben, was er wirk-
lich gemeint hat.
4. ὅπως ἔχω: statt eines säch-
lichen Genetivs, wie Gorg. 448 A:
πάρεστι τούτου πεῖραν λαμβάνειν
und neben einem Gen. der Person
Laches 189 B: ἔδωκας σαυτοῦ πεῖ-
ραν ἀρετῆς.
ὃ... τοῦτο. Vgl. 338 Ε. Das De-
monstr. ist in den Relativsatz ge-
zogen und dem Relativ assimiliert;
sonst könnte es im Genet. stehen
nach ὅπως ἔχω, an das sich hier
der Bedeutung gemäß περὶ ἐπῶν
anschließt.
6. Ei σὺ βούλει, nämlich εἰπεῖν
& σαι δοκεῖ... eine. Prodikos und
Hippias fordern den Sokr. dringend
weil sie hoffen, er werde ihren
Nebenbuhler widerlegen und demü-
tigen.
8. & γέ μοι ὃ. = was ich denke,
mit unbebontem “ich’.*
Ὁ. φελοαοφέᾳ κτέ. 8. beginnt mit
einer fein angelegten Parodie auf
des Protagoras Darstellung über
das Alter der Sophistik (316 D).
Daran schließt sich eine indirekte
Kritik kurzer Sentenzen philoso-
phischen Inhalts (s. u.). Hierdurch
wird die eigentümliche Art der
nachfolgenden Gedichtgerklärung
passend eingeleitet und vorbereitet;
zugleich aber die anerkannt be-
währte ἀρετή (ἀνδρεία) der Lake-
dämonier vorweg auf ein Wissen
zurückgeführt. φιλοσοφέα steht hier
nicht im Gegensatze zur Sophi-
stik, hat vielmehr, diese ein-
schließend, eine allgemeinere Be-
deutung.
10. πλείστη xtE. Über die Gen.
τῶν 'E. u. γῆς 8. Kr. 47, 28, 7. γῆς
könnte grammatisch auch mit ἐκεῖ
(vgl. γῆς οὐδαμοῦ, nusquam ter-
rarum) verbunden werden, hier
spricht aber die stilistische Natur
des Ausdrucks dagegen. — Kreta
und Sparta galten beide als Sitze
dorischer Zucht und Staatsverfas-
sung; als Bildungsstätten werden
sie hier nur in scherzhafter Ironie
bezeichnet. Vgl. 316 D ff.
12. σχηματίξονται: eine Gestalt
annehmen, d.i. sich stellen als ob
— mit Anspielung auf 316D: πρό-
σχημα ποιεῖσθαι καὶ προκαλύπτε-
σθαι. Das gewöhnliche Wort ist
προσποιεῖσθαι, welches auch mit
dem Inf. verbunden wird. Kr. δῦ,
8, 16.
13. oög Πρ. ZAeye τοὺς σοφιστάς
für ὥσπερ ol σοφισταὶ οὖς Πρ.
ἔλεγε. Das Subjekt aus dem über-
geordneten Satz ist durch den Re-
lativsatz attrahiert (attractio wn-
versa). Vgl. 359 Ὁ: ἐν οἷς σὺ ἔλε-
94 ΠΛΑΤΩΝῸΣ
ἔλεγε τοὺς σοφιστάς, ἀλλὰ δοκῶσι τῷ μάχεσθαι καὶ ἀνδρείᾳ
περιεῖναι, ἡγούμενοι, εἰ γνωσθεῖεν ᾧ περίεισι, πάντας τοῦτο
ἀσκήσειν, τὴν σοφίαν. νῦν δὲ ἀποχρυψάμενοι ἐκεῖνο ἐξηπατή-
κασι τοὺς ἐν ταῖς πόλεσι λακωνίζοντας, καὶ ol μὲν ὦτά τε
κατάγνυνται μιμούμενοι αὐτούς, καὶ ἱμάντας περιειλίττονται καὶ ὁ
φιλογυμναστοῦσι καὶ βραχείας ἀναβολὰς φοροῦσιν, ὡς δὴ τού-
τοις κρατοῦντας τῶν Ἑλλήνων τοὺς “ακεδαιμονίους" οἵ δὲ
“ακεδαιμόνιοι ἐπειδὰν βούλωνται ἀνέδην τοῖς παρ᾽ αὐτοῖς συγ-
γενέσϑαι σοφισταῖς καὶ ἤδη ἄχϑωνται λάϑρᾳ ξυγγιγνόμενοι,
ξενηλασίας ποιούμενοι τῶν τε λακωνιξόντων τούτων καὶ ἐάν τις
ἄλλος ξένος ὧν ἐπιδημήσῃ, συγγίγνονται τοῖς σοφισταῖς λανϑά-
γοντες τοὺς ξένους, καὶ αὐτοὶ οὐδένα ἐῶσι τῶν νέων εἰς τὰς
ἄλλας πόλεις ἐξιέναι, ὥςπερ οὐδὲ Κρῆτες, ἵνα μὴ ἀπομανϑα-
νῶσιν & αὐτοὶ διδάσκουσιν. εἰσὶ δὲ ἐν ταύταις ταῖς πόλεσιν οὐ
μόνον ἄνδρες ἐπὶ παιδεύσει μέγα φρονοῦντες, ἀλλὰ καὶ γυναῖ-
yeg τοῖς λόγοις. Kriton 486: ἃς δὲ
σὺ λέγεις τὰς σκέψεις. vgl oben
A zu 93, 4. Der Artikel fällt ge-
wöhnlich weg. Kr. 51, 12.
2. γνωσθεῖεν: persönlich durch
Prolepsis des Subjekte. Kr. 61, 6,
8. Das Rel. wie öfter in indir.
Fragesätzen. *
8. ἐξηπατήκασι: schalkbafte An-
spielung auf 316 DE, 817 A.
4. λακωνίξοντας. Besonders in
Athen, aber auch in andern helle-
nischen Städten, gab es seit der
zweiten Hälfte des peloponnes.
Krieges zahlreiche Lakonentümler,
welche dem Verfall der Sitten ge-
genüber Rettung der Gesellschaft
von der Annahme spartanischer
Lebensweise erwarteten. Fälschlich
zählte man oft auch den Sokr.
(Aristoph. Vögel 1281 f.: ἐλακομά-
vovv ἅπαντες ἄνθρωποι τότε, ἐκό-
μων, ἐπείνων, ἐρρύπων, ἐσωκρά-
των, ἐσκυταλιοφόρουν) zu ihnen;
hier trifft sie ein Spott, weil sie
nur in ÄAußerlichkeiten die Spar-
taner nachäfften. Als Kennzeichen
werden vorangestellt die zerschla-
enen Ohren. Dies deutet auf den
austkampf, bei dem die Hände
mit einem Kampfriemen (ἱμάντες,
caestus) umwunden waren. Grade
in diesem Stücke gehen sie aber
über die Lakedämonier hinaus;
denn bei diesen war der Faustkampf
gesetzlich verboten. Die
Klasse der Lakonisten ward hier-
nach spottweise bezeichnet of τὰ
ὦτα κατεαγότες: Gorgias 515E.
6. ἀναβολάς: ein kurzer Über-
wurf gewöhnlich τρέβων genannt.
Vgl. zu 385 D (80, 18) und Schö-
mann Altert.-I S. 274.
ὡς ... κρατοῦντας: Kr. 56, 9, 10.
10. ξενηλασίας : Fremdenauswei-
sung zum Schutze einheimischer
Sitte. Über ihre Anwendung 8.
Schömann I 3. 277. Bei den übri-
gen (riechen war sie verrufen.
Thuk. II, 39 sagt Perikles rühmend
von Athen: οὐκ ἔστιν ὅτε ξενηλα-
σίαις ἀπείργομέν τινα ἢ μαϑθήμα-
τος ἢ θεάματος. Am empfindlich-
sten traf diese Einrichtung gerade
die Sophisten (Hipp.284C); um 80
wirksamer ist Ironie hier. Glei-
chem Zwecke dient das Verbot der
Reisen ins Ausland, von dem nur
eine besondere Erlaubnis der Epho-
ren oder ein Auftrag im Dienste
des Staates entband. Schöm. I.
8. 250.
15. γυναῖκες. Die Frauen hatten
in Sparta eine freiere Stellung als
IIPQTATOPAZ (342. 343.) 95
χες. γνοίητε δ᾽ ἄν, ὅτι ἐγὼ ταῦτα aAndn λέγω καὶ Aaxsdaıuo-
νιοι πρὸς φιλοσοφίαν καὶ λόγους ἄριστα πεπαίδευνται, ὧδε. εἰ
γὰρ ἐθέλει τις “ακεδαιμονίων τῷ φαυλοτάτῳ συγγενέσϑαι. τὰ
μὲν πολλὰ ἐν τοῖς λόγοις εὑρήσει αὐτὸν φαῦλόν τινα φαινόμε- E
ὅ νον, ἔπειτα, ὅπου ἂν τύχῃ τῶν λεγομένων, ἐνέβαλε ῥῆμα ἄξιον
λόγου βραχὺ καὶ συνεστραμμένον ὥσπερ δεινὸς ἀκοντιστής,
ὥστε φαίνεσϑαι τὸν προσδιαλεγόμενον παιδὸς μηδὲν βελτίω.
τοῦτο οὖν αὐτὸ καὶ τῶν νῦν εἰσὶν οὗ κατανενοήκασι καὶ τῶν
πάλαι, ὅτι τὸ λακωνίζειν πολὺ μᾶλλόν ἐστι φιλοσοφεῖν ἢ φιλο-
Ι) γυμναστεῖν, εἰδότες ὅτι τοιαῦτα οἷόν τ᾽ εἶναι ῥήματα φϑέγγε-
σϑαι τελέως πεπαιδευμένου ἐστὶν ἀνθρώπου. τούτων ἦν καὶ 848
Θαλῆς ὁ Μιλήσιος καὶ Πιττακὸς ὁ Μυτιληναῖος καὶ Βίας ὁ
in Athen und nahmen an der Bil-
dung der Männer Teil; Aussprüche
spartanischer Frauen haben großen
Ruhm erlangt. Wir besitzen eine
Schrift Plutarchs unter dem Titel:
Λακαινῶν ἀποφθέγματα. Ein Bei-
spiel von eindringlicher Kürze ist
das Wort, mit dem eine Mutter
ihrem Sohne den Schild reicht:
τέκνον, ἢ τὰν ἢ ἐπὶ τᾶς.
1, γνοίητε δ᾽ ἄν. Der Beweis aus
der Erfahrung wird ganz in so-
phistischer Weise eingeleitet.
2. πεπαίδευνται. Plut. Lye. XIX:
ἐδίδασκον δὲ τοὺς παῖδας καὶ λόγῳ
χρῆσϑαι πικρίαν ἔχοντι μεμιγμένην
χάριτι καὶ πολλὴν ἀπὸ βραχείας λέ-
ξεως ἀναθεώρησιν (Tiefsinn). Zu
εἰ ἐθέλει... συγγ. ... εὑρήσει vgl.
oben 324 A (55, δ).
3. “ακεδαιμονέων: durch die
Stellung gehoben.
B. ἔπειτα markiert das über-
raschende Eintreten, das auch durch
den Aorist ἐνέβαλε bezeichnet wird:
‘wirft er auf einmal’ τι. 8. w. Über
den Gebrauch des Aorists in ver-
allgemeinernden Behauptungen, die
aus der Erfahrung geschöpft sind,
8. Kr. 53, 10, 2. Seit Homers ἔπεα
πτερόεντα ist die Vergleichung der
Worte mit Geschossen nicht selten.
In dieselbe Sphäre des bildlichen
Ausdrucks schlägt auch συνεστραμ-
μένος (contortus), häufig in der rhe-
torischen Sprache.
10. ὅτι... τοιαῦτα are. Dieser
Übergangssatz ist in sich vollkom-
men richtig und im Ernste aus-
gesprochen. Sokr. erkennt den
Wert kurzer, inhaltreicher Sen-
tenzen an und weiß, daß sie Aus-
druck einer inneren, konzentrierten
Bildung sind. Sie genügen aber
der höchsten philosophischen Er-
kenntnis nicht, denn sie bedürfen
der Erklärung und sind einseitig
und mehrdeutig.
11. τούτων ἦν κτέ. Sokr. nennt
als Hauptvertreter dieser Spruch-
weisheit die sog. sieben Weisen,
bei denen die Hauptstämme der
Hellenen vertreten waren. Sie lebten
im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr.
Thales, Zeitgenosse von Krösos,
genoß in seiner Heimat großes
Ansehen (Her. I, 170). Er war der
erste der sogen. Naturphilosophen
und erkannte im Wasser das Ur-
element der Dinge. Im Jahre 610
sagte er die Sonnenfinsternis vor-
aus, infolge deren die Schlacht
zwischen Alyattes von Lydien und
Kyaxares von Medien abgebrochen
wurde. Pittakos s. o. 8. 87, 14.
Bias, bekannt durch ein politisches
Lehrgedicht, suchte nach Herodot
(I 170) seine Stammesgenossen, die
lonier in Kleinasien, zur Auswan-
derung nach Sardinien zu bewegen.
Kleobulos von Lindos auf Rhodos
war Verfasser von Rätseln und klei-
Q
96 IIAAT2NOR
Πριηνεὺς καὶ Σόλων ὁ ἡμέτερος καὶ Κλεόβουλος ὁ Λίνδιος καὶ
Μύσων ὁ Χηνεύς, καὶ ἕβδομος ἐν τούτοις ἐλέγετο Δακεδαιμύ-
νιος Χίλων. οὗτοι πάντες ξηλωταὶ καὶ ἐρασταὶ καὶ μαϑηταὶ
ἥσαν τῆς Δακεδαιμονέων παιδείας καὶ καταμάϑοι ἄν τις av-
τῶν τὴν σοφίαν τοιαύτην οὖσαν, ῥήματα βραχέα ἀξιομνημύ- 5
vevra ἑκάστῳ εἰρημένα. οὗτοι καὶ κοινῇ ξυνελθόντες ἀπαρ-
χὴν τῆς σοφίας ἀνέϑεσαν τῷ ᾿Απόλλωνι εἰς τὸν νεὼν τὸν ἐν
Δελφοῖς, γράψαντες ταῦτα, ἃ δὴ πάντες ὑμνοῦσι, γνῶϑι
σαυτὸν καὶ μηδὲν ἄγαν. τοῦ δὴ ἕνεκα ταῦτα λέγω; ὅτι οὗτος
ὁ τρόπος ἦν τῶν παλαιῶν τῆς φιλοσοφίας, βραχυλογία τες As-
κωνική᾽ καὶ δὴ καὶ τοῦ Πιττακοῦ ἰδέᾳ περιδφέρετο τοῦτο τὸ ῥῆμα
ἐγκωμιαξόμενον ὑπὸ τῶν σοφῶν, τὸ χαλεπὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι.
ὁ οὖν Σιμωνίδης, ἅτε φιλότιμος ὧν ἐπὶ σοφίᾳ, ἔγνω ὅτε, εἰ
nen Lehrgedichten. Myson aus
Chenä am ÖOeta wird von Platon
an die Stelle des Periandros von
Korinth gesetzt. Chilon soll die
Macht der Ephoren gegenüber den
Königen erhöht haben. Auch er ver-
faßte Lehr- und Spruchgedichte.
5. τοιαύτην weist auf das Vor-
hergehende zurück und findet in
dem folgenden ῥήματα ... εἶρη-
μένα seine bestimmtere Erklä-
rung. r ἑκάστῳ 8. zu 340 D
(90, 9).
6. οὗτοι κτέ. tritt als erklären-
der Beisatz mit beweisender Kraft
hinzu ohne beigefügtes γάρ, wel-
ches auch nach Ausdrücken, wie
σημεῖον, τεκμήριον δέ oft fehlt.*
ἀπαρχὴν... ἀνέϑεσαν: That-
sache war, daß diese wie mehrere
andere Sprüche auf Säulen in der
Vorhalle des Apollotempels zu Del-
phi eingegraben waren. Vgl. Charm.
164D. Die Sage leitete sie von
jenen Sieben ab; die hier stehende
eutung ist Platons Erfindung. An
ein Zusammenwirken aller ist gar
nicht zu denken. Platon bezeich-
net aber mit Recht die beiden
Sprüche als die eigentliche Blüte
(anaeynv) dieser Lebensweisheit.
Sie sprechen die Hauptforderungen
der Tugendlehre aus: Selbster-
kenntnis und Selbstbeherr-
schung. Nicht als historisch be-
glaubigt kann die Überlieferung
tens welche sich bei dem Gk-
schichtschreiber Diodoros aus Sic.
(IX, 14. 1 p.580 Bekk.) findet: Xi-
λων ἀφικόμϑδνος εἰς Δελφούς, καὶ
καθάπερ ἀπαρχὰς ποιούμενος τῷ
θεῷ τῆς ἰδίας συνέσεως, ἐπέγραψεν
ἐπί τινὰ κίονα τρία ταῦτα " γνῶθι
σεαυτόν᾽ καὶ “μηδὲν ἄγαν’ καὶ
τρίτον "dyyva, πάρα δ᾽ ἅτα᾽.
9. τοῦ δὴ ἕνεκα und ähnliche
Fragen sind bei Platon häufig im
Übergang; vgl. Gorg. 457E: τοῦ
δὴ ἕνεκα λέγω ταῦτα; Apol. MB:
τί οὖν αἴτιον εἶναι ὑπολαμβάνω;
Krit. 460: πῶς οὖν ἂν μετριώτατα
σκοποέίμεϑα αὐτά; ähnlich bei Red-
nern, insbesondere Demosthenes.
Unverkennbar ist auch hier die feine
Ironie, von der die ganze Darstel-
lung durchdrungen ist. — ὅτι nieht
‘weil’, sondern ‘daß’, d.h. um zu
zeigen, daß,
10. ὁ τρόπος ... τῆς φ. gekört
trotz der Stellung eng zusammen
und regiert als Gesamtbegriff den
anderen Gen. (Kr. 47, 9, 7). Der
Sinn ist: die Art, in welcher die
Alten Philosophie trieben. Gegen-
satz zu 316D. Über die Assimil.
des Subj. und den Artikel im Prä-
dikat s. Kr. 61, 7 wnd A. 2.
13. ἅτε φιλότιμος ὦν. Die Gesin-
nung des Protagoras (835 A) wird
mit Ironie dem Simonides zuge-
5
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (343.)
97
καϑέλοι τοῦτο τὸ ῥῆμα ὥσπερ εὐδοκιμοῦντα ἀϑλητὴν καὶ περιγέ-
voLTo αὐτοῦ, αὐτὸς εὐδοκιμήσει ἐν τοῖς τότε ἀνθρώποις. εἰς
τοῦτο οὖν τὸ ῥῆμα καὶ τούτου ἕνεκα τούτῳ ἐπιβουλεύων κολοῦ-
σαι αὐτὸ ἅπαν τὸ ἄσμα πεποίηκεν, ὥς μοι φαίνεται.
ΧΧΙΧ. Ἐπισκεψώμεθα δὴ αὐτὸ κοινῇ ἅπαντες, εἰ ἄρα ἐγὼ
ἀληϑὴ λέγω. εὐθὺς γὰρ τὸ πρῶτον τοῦ ἄσματος μανικὸν ἂν
φανείη, εἰ βουλόμενος λέγειν, ὅτε ἄνδρα ἀγαϑὸν γενέσϑαι χα- Ὁ
λεπόν, ἔπειτα ἐνέβαλε τὸ μέν. τοῦτο γὰρ οὐδὲ πρὸς ἕνα λόγον
φαίνεται ἐμβεβλῆσϑαι, ἐὰν μή τις ὑπολάβῃ πρὸς τὸ Πιττακοῦ
10 ῥῆμα ὥσπερ Epikovra λέγειν τὸν Σιμωνίδην" λέγοντος τοῦ
Πιττακοῦ ὅτι χαλεπὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι, ἀμφισβητοῦντα εἰπεῖν
ὅτι οὔκ, ἀλλὰ γενέσϑαι μὲν χαλεπὸν ἄνδρα ἀγαϑόν ἐστιν, ὦ
Πιττακέ, ὡς ἀληϑῶς — οὐκ ἀληϑείᾳ ἀγαϑόν, οὐκ ἐπὶ τούτῳ
λέγει τὴν ἀλήϑειαν, ὡς ἄρα ὄντων τινῶν τῶν μὲν ὡς ἀληϑῶς E
ἀγαϑῶν, τῶν δὲ ἀγαϑῶν μέν, οὐ μέντοι ἀληθῶς" εὔηϑες γὰρ
schrieben. Streben nach eigenem
Rubm, nicht die Wahrheit der
Sache.
καϑέλοι: vgl. 340 A ἐκπέρσῃ.
1. ἀϑλητήν: Anspielung auf die
Agonistik der Sophisten. Vgl. zu
835 A (79, 11).
2. εἰς τοῦτο... αὐτό: Bemer-
kenswerte Häufung der Pronomina,
durch welche die beiden Hauptbe-
griffe, der Ausspruch des P. u. der
angegebene Zweck, recht hervor-
gehoben werden sollen. Darum ist
auch τούτῳ auf τὸ ῥῆμα zu be-
ziehen, wie auch αὐτό bei κολοῦσαι,
indem dieser Inf. mit seinem Ob).
als Epexegese zu τούτῳ ἐπιβου-
λεύων (Kr. 48, 11, 5) hinzutritt.
Doch wırd ἐπιβουλεύειν auch sonst
mit dem Inf. verbunden, 2. Β. Gastm.
208B. Xen. Anab. V 6, 29: ἐπε-
βούλευε διαβάλλειν μὲ πρὸς ὑμᾶς
(er hatte den hinterlistigen Plan,
mich bei euch zu verleumden). Vgl.
Kr. δῦ, 3, 16. .
b. κοινῇ ἅπαντες. Sokr. beteiligt
alle, wie 338 E (86, 15), weil er
den Begriff der Tugend im Ge-
gensatz zu aller Sophistik ent-
wickelt.
71. el... ἐνέβαλε nach ἂν φανείη:
Platons ausgew. Dialoge. IV.
zu Kr. 54, 12, 7 u. 65, 5, 6. βου-
Aousvog Afysıy: wenn er nur den
Satz aussprechen wollte ohne Be-
ziehung auf einen Gegensatz, wel-
chen μέν andeuten soll. ἔπειτα hebt
den Widerspruch hervor, der in
dem Sinn und Ausdruck läge.
8. οὐδὲ πρὸς ἕνα λόγον: d.i.
ohne allen Zweck. Vgl. 8444, 8618.
Gorg. 459 0.
11. ἀμφισβητοῦντα εἰπεῖν nimmt
das ἐρίζοντα λέγειν wieder auf.
Das Asyndeton ist so gewöhnlich.
Vgl. zu 353 A (79, 13). Beachte die
Beziehung auf 337 Ὁ.
12. γενέσθαι μέν: der zu erwar-
tende Gegensatz folgt erst unten
8344 A in veränderter Form.
13. οὐκ ἀληθείᾳ enthält eine Kri-
tik des Simonides, der es weniger
streng mit dem Ausdruck nahm.
Wie Prot. konstruiert, ist aus 339 D
nicht deutlich zu ersehen.
14. τὴν ἀλήϑειαν: ἃ. i. den Be-
griff der Wahrheit oder den Aus-
druck ἀλαϑέως bezieht er nicht
auf gut.
15. εὔηϑες enthält dieselbe Art
der Begründung, welche oben 340
E (90, 11) Prot. anwandte. Damit
wird Simonides irfdirekt verurteilt.
7
B
98
TIAAT2NOZ
τοῦτό γε φανείη ἂν καὶ οὐ Zuuwvidov‘ ἀλλ᾿ ὑπερβατον δεῖ
ϑεῖναι ἐν τῷ ἄσματι τὸ ἀλαϑέως, οὑτωσί πως ὑπειπόντα τὸ
τοῦ Πιττακοῦ, ὥσπερ ἂν εἰ ϑείημοεν αὐτὸν λέγοντα τὸν Πιττα-
κὸν καὶ Σιμωνίδην ἀποκρινόμενον, εἰπόντα ὦ ἄνϑρωποι, χαλε-
84 πὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι, τὸν δὲ ἀποχρινόμενον ὅτι ὦ Πιττακέ, οὐχ 5
ἀληϑῆ λέγεις" οὐ γὰρ εἶναι ἀλλὰ γενέσϑαι μέν ἐστιν ἄνδρα
ἀγαϑὸν χερσί τὸ καὶ ποσὶ καὶ νέῳ τετράγωνον, ἄνευ ψόγου τε-
τυγμένον, χαλεπὸν ἀλαϑέως.
μι \ [d δ᾽
οὐτῶ φαίνεται πρὸς λογον τὸ
μέν ἐμβεβλημένον καὶ τὸ ἀλαϑέως ὀρϑῶς ἐπ᾽ ἐσχάτῳ κείμενον᾽
καὶ τὰ ἐπιόντα πάντα τούτῳ μαρτυρεῖ, ὅτι οὕτως εἴρηται. 10
πολλὰ μὲν γὰρ ἔστι καὶ περὶ ἑκάστου τῶν ἐν τῷ ὥσματι εἰρημέ-
νων ἀποδεῖξαι ὡς εὖ πεποίηται πάνυ γὰρ χαριέντως καὶ μεμε-
λημένως ἔχει᾽ ἀλλὰ μακρὸν ἂν εἴη αὐτὸ οὕτω διελθεῖν" ἀλλὰ
τὸν τύπον αὐτοῦ τὸν ὅλον διεξέλϑωμεν καὶ τὴν βούλησιν, ὅτι
παντὸς μᾶλλον ἔλεγχός ἐστι τοῦ Πιττακείου ῥήματος διὰ παν- αι]
τὸς τοῦ ἄσματος.
XXX. Adysı γὰρ μετὰ τοῦτο ὀλίγα διελθών, ὡς ἂν εἰ λέγοι
1. ὑπερβατὸν ϑεῖναι: “als H.
setzen’. Das Wort wird später in
der Grammatik technischer Aus-
druck für “Wortversetzung’, trans-
gressio.
2. ὑπειπόντα: “indem man zur
Voraussetzung nimmt’. Vgl. Thuk.
I 86, 5: πολλὰ δέ͵ ὥσπερ ἐν ἀρχῇ
ὑπείπομεν, τὰ ξυμφέροντα ἀποδεί-
κνυμεν,
4. εἰπόντα auf αὐτὸν A. τ. II. zu-
rückweisend. er die Auslassung
von τὸν μέν vor τὸν δέ vgl. zu
330 A (69, 4).
6. ἀλλὰ ... μέν: durch die Stel-
lung im zweiten Glied wird die
ursprüngliche Bedeutung des μέν
(a nv) fühlbar. Vgl. zu Krit. 43 D:
ἀλλὰ δοκεῖ μέν μοι ἥξειν τήμερον.
9. ὀρϑῶς ... κείμενον bezieht
sich, wie πρὸς λόγον .. βεβ λη-
μένον notwendig auf. das ap dicht,
nicht auf die Erklärung, auf welche
vielmehr οὕτω hinweist. Da aber
ἀλαϑέως dort nicht am Ende steht,
so scheint ἐπ᾿ ἐσχάτῳ ein Beisatz
späterer Hand zu sein.
11. περὶ ἑκάστου: das Einzelne
wird dem Grundgedanken des Gan-
zen (τύπος: Umriß) gegenüberge-
stellt. Sokr. macht auf die Schön-
heiten des Gedichts aufmerksam,
weil Hauptaufgabe der Erklärung
sein sollte, diese darzulegen, nicht
aber an scheinbare Widersprüche
sich anzuklammern. “Willst du dich
im Ganzen erquicken — mußt du
das Ganze im Kleinsten erblicken’.
(Goethe.)
15. ἔλεγχος Prädikat; Subjekt ist
ἡ βούλησις.
11. Λέγει führt gleich über zu
dem Inhalt der zweiten Strophe,
welche mit den Worten οὐδέ μοι
ἐμμελέως den Satz des Pittakos
einleitet.
ὀλίγα δ. Vgl. 889 Ὁ: ὀλίγον δὲ
τοῦ ποιήματος εἰς τὸ πρόσϑεν προ-
ελϑών.
ὡς ἂν εἰ λέγοι λόγον: wie wenn
er in prosaischer Rede (zu Pitta-
kos) sagte. λόγος ist hier Gegen-
satz zu doua. Die Ergänzung des
Verbums, zu welchem ἄν gehört,
bei ὡς ergiebt sich aus son Hau
satz und aus dem
nebensatz. Vgl. Kenoph, Ron, Kyvop, I
3,2: Κῦρος ἠσπάζετο αὐτὸν ὥσπερ
IIPRTATOPAZ (343. 344) 99
λόγον, ὅτι γενέσϑαι μὲν ἄνδρα ἀγαϑὸν χαλεπὸν ἀλαϑέως, οἷόν
τε μέντοι ἐπί γε χρόνον τινά" γενόμενον δὲ διαμένειν ἐν ταύτῃ
τῇ ἕξει καὶ εἶναι ἄνδρα ἀγαϑόν, ὡς σὺ λέγεις, Πιττακέ, ἀδύ-
νατον καὶ οὐκ ἀνθρώπειον, ἀλλὰ ϑεὸς ἂν μόνος τοῦτο ἔχοι
ὃ τὸ γέρας, .
ἄνδρα δ᾽ οὐκ ἔστι μὴ οὐ κακὸν ἔμμεναι,
ὃν ἂν ἀμήχανος συμφορὰ καϑέλῃ.
τίνα οὖν ἀμήχανος συμφορὰ καϑαιρεῖ ἐν πλοίου ἀρχῇ; δῆλον
ὅτι οὐ τὸν ἰδιώτην᾽ ὁ μὲν γὰρ ἰδιώτης ἀεὶ καϑήρηται᾽ ὥσπερ
0 οὖν οὐ τὸν κείμενόν τις ἂν καταβάλοι, ἀλλὰ τὸν μὲν ἑστῶτά
ποτε καταβάλοι ἄν τις, ὥστε κείμενον ποιῆσαι, τὸν δὲ κείμενον
οὔ, οὕτω καὶ τὸν εὐμήχανον ὄντα ποτὲ ἀμήχανος ἂν συμφορὰ
καϑέλοι, τὸν δὲ ἀεὶ ἀμήχανον ὄντα οὔ᾽ καὶ τὸν κυβερνήτην μέ-
γας χειμὼν ἐπιπεσὼν ἀμήχανον ἂν ποιήσειε, καὶ γεωργὸν χα-
5 λετὴ ὥρα ἐπελθοῦσα ἀμήχανον ἂν Bein, καὶ ἰατρὸν ταὐτὰ
ταῦτα. τῷ μὲν γὰρ ἐσϑλῷ ἐγχωρεῖ κακῷ γενέσϑαι, ὥσπερ καὶ
παρ᾽ ἄλλου ποιητοῦ μαρτυρεῖται τοῦ εἰπόντὸς
αὐτὰρ ἀνὴρ ἀγαθὸς τοτὲ μὲν κακός, ἄλλοτε δ᾽ ἐσϑλός"
ἂν (μᾶτη]. ἀσπάξοιτο) ei τις πάλαι
συντεθραμμένος καὶ πάλαι φιλῶν
ἀσπάζοιτο. S.Kr.69, 7, 2 und 64, 8.
8. ἕξις ist eine dauernd gewor-
dene Haltung, die erworbene Be-
schaffenheit insbesondere der Seele
im Gegensatz zur vorübergehenden
διάϑεσις, Stimmung. Die Thatsache,
daß die menschliche Natur sünd-
haft sei, wird von den Alten an-
erkannt. Eur. fr. 287: ὡς ἔμφυτος
μὲν πᾶσιν ἀνθρώποις κάκη. Nägels-
bach, Nachhom. Theologie VI, 8.
Die Tugend im vollen Sinne hat
nur Gott; der Mensch erwirbt sie
oder wird tugendhaft, Gottähnlich-
keit ist sein Ziel. Von der Weisheit
sagt dasselbe Sokrates.
6. μὴ οὐ κ. ἔμμεναι. 8. Kr. 55,
8, 1 und 67, 13, 6.
1. καϑέλῃ: vgl. zu 8480. Ein
erschütterndes Beispiel für diese
Behauptung des Dichters bietet die
griechische Tragödie.
9. ἰδιώτην: 8. 0. 827 A (61, 17).
Der Übergang in einen Zustand
setzt immer den entgegengesetzten
voraus. Vgl. Phaed. 70E: ὅσοις
ἔστι τι ἐναντίον, μηδαμόϑεν ἄλλο-
θὲν αὐτὸ γίγνεσθαι ἢ ἐκ τοῦ αὐτῷ
ἐναντίου. Diesen Satz erläutert hier
Sokr. nur an Beispielen.
11. τὸν δὲ κείμενον οὔ: noch-
malige Wiederholung des negativen
Ausdrucks. σχῆμα κατὰ κατάφασιν
καὶ ἀπόφασιν. Vgl. τὰ Gorg. 452E
4640.
13. ἀμήχανον nimmt Sokr. in
dem Sinne von ratlos mit Anwen-
dung auf das Subjekt, das keinen
Rat weiß, und den Gegenstand,
gegen welchen es keinen weiß.
Daß Simonides κακὸν ἔμμεναι und
nicht γενέσθαι sagt, hat Sokr. zu-
nächst unbeachtet gelassen. In
Wahrheit kommt auch hier nichts
auf diesen Unterschied an’ Simo-
nides will andeuten, daß ein
Schlechtsein in gewissem Falle
notwendig werde, wie Sokr. nach-
träglich erklärt (E).
15. ταὐτὰ ταῦτα oder ταὐτὸ τοῦτο
(Kr. 46, 8, 3) fast dem Adverbium
ὡσαύτως (statt ὡς αὐτῶς) gleich-
bedeutend.
17. πάρ᾽ ἄλλου ποιητοῦ. Von wem
7*®
100 DAATRNOZ
E τῷ δὲ κακῷ οὐκ ἐγχωρεῖ γενέσϑαι, ἀλλ᾽ ἀεὶ εἶναι ἀνάγκη" ὥστε
τὸν μὲν εὐμήχανον καὶ σοφὸν καὶ ἀγαϑὸν ἐπειδὰν ἀμήχανος
συμφορὰ καϑέλῃ» οὐκ ἔστι μὴ οὐ κακὸν ἔμμεναι᾽' σὺ δὲ φῇς, ὦ
Πιττακέ. χαλεπὸν ἐσθλὸν ἔμμεναι" τὸ δ᾽ ἐστὶ γενέσθαι μὲν
χαλεπόν, δυνατὸν δέ, ἔμμεναι δὲ ἀδύνατον᾽ ;
πράξας μὲν γὰρ εὖ πᾶς ἀνὴρ ἀγαϑός,
κακὸς δ᾽ εἰ κακῶς.
βάδτίς οὖν εἰς γράμματα ἀγαϑὴ πρᾶξίς ἐστι, καὶ τίς ἄνδρα ἀγαϑὸὺν
ποιεῖ εἰς γράμματα; δῆλον ὅτι ἡ τούτων μάϑησις. τίς δὲ εὑ-
πραγία ἀγαϑὸν ἰατρὸν ποιεῖ; δῆλον ὅτι 1, τῶν καμνόντων τῆς Ὁ
ϑεραπείας μάϑησις. κακὸς δὲ κακῶς" τίς οὖν ἂν κακὸς ἰατρὸς
er Vers, den auch Xenoph. Mem.
2, 20 anführt, stammt, ist unbe-
kannt. Auch Eurip. Hek. 591 fi.
hat ihn im Auge, indem er ihn,
wie es scheint, nit Beziehung auf
den Simonideischen Ausspruch be-
kämpft: ἀνθρώποις δ᾽ ἀεὶ. ὁ
μὲν πονηρὸς οὐδὲν ἄλλο πλὴν κακός,
ὁ δ᾽ ἐσθλὸς ἐσθλός, οὐδὲ συμφορᾶς
ὕπο φύσιν διέφϑειρ᾽, ἀλλὰ χρηστός
ἐστ᾽ ἀεί, Zu dem folgenden τὸν
μὲν εὐμήχανον treten noch σοφόν,
das charakteristische Merkmal der
wahren Tugend, und ἀγαϑόν, um
den Kontrast mit dem Prädikat zu
verschärfen.
4. τὸ δέ bezeichnet nur den Ge-
gensatz gegenüber der früheren
Behauptung: im Gegenteil oder
subordinierend: während. Vgl.
Apol. 23 A: οἴονται γάρ μὲ ἑκάστοτε
ol παρόντες ταῦτα αὐτὸν εἶναι
σαφόν, ἃ ἂν ἄλλον ἐξελέγξω" τὸ
δὲ κινδυνεύει τῷ ὄντι ὁ ϑεὸς σοφὸς
εἶναι. Ἐ
6. πράξας μὲν κτέ. Das μέν,
welches in das metrische Schema
nicht paßt, kann, wie die attische
* Schreibweise mancher Formen, auf
Rechnung der sprechenden Person,
d.h. des Schriftstellers gesetzt wer-
den. Die Stellung der Glieder ist
chiastisch. Da diese Verse die in
dem Vorhergehenden enthaltene
Behauptung begründen sollen, 90
muß κακῶρ πράττειν in einem dem
Ausdruck ὃν ἂν ἀμήχανος συμφορὰ
καϑέλῃ entsprechenden Sinn gefaßt
werden, also, wie wir sagen, seine
Sache schlecht machen, was von
dem gänzlichen Fehlschlagen eines
Unternehmens — sei es durch
eigene Schuld oder aus Mißgeschick
— gesagt werden kann; das Gegen-
teil ist also εὖ πράττειν. Der Dich-
ter hatte wohl solche Fälle im Auge,
welche auf das Schicksal der Völ-
ker und der Mächtigen auf der
Erde Einfiuß haben, und mag da-
bei wohl auch eine solche Einwir-
kung der Gottheit im Sinne gehabt
haben, wie in dem ergreifenden
Chorgesang der Antigone des Sopho-
kles: Εὐδαίμονες οἷσι κακῶν ἄγευ-
στος αἰὼν κτὲ., besonders Υ͂. 622:
τὸ κακὸν δοκεῖν ποτ᾽ ἐσθλὸν τῷδ᾽
ἔμμεν, ὅτῳ φρένας ϑεὸς ἄγει πρὸς
ἄταν. Vgl. Näge elsbach Nachhom.
Th. I $ 88. laton legt seine
ethische Ansicht zu Grunde, wonach
das εὖ πράττειν seinen Grund im
Verstand und zur Folge die wahre
Glückseligkeit hat. An eine strenge
Unterscheidung transitiver und m-
transitiver (Kr. 46, 5, 11) Bedeutung
ist nicht zu denken. Vgl. zu Gorg.
507C. Die Beweisführung geschieht
durch Induktion.
10. 2... μάϑησις, bemerkens-
werte Wortstellung, da dem Sprach-
gebrauche noch mehr antepräche ἡ 7
τῆς τῶν κτέ.
11. κακὸς δὲ κακῶς: die Worte
des Dichters, die Sokr. nun auch
erklären will. Auffallend ist jedoch
der Mangel an genauer Überein-
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (344. 345) Σ
γένοιτο: δῆλον ὅτι
4
101
τ nd “«
ᾧ πρῶτον μὲν ὑπάρχει ἰατρῷ εἶναι, ἔπειτα
ἀγαϑῷ ἱατρῷ᾽ οὗτος γὰρ ἂν καὶ κακὸς γένοιτο᾽ ἡμεῖς δὲ ol ἰα-
τρικῆς ἰδιῶται οὐκ ἄν ποτε γενοίμεϑα κακῶς πράξαντες οὔτε
ἰατροὶ οὔτε τέκτονες οὔτε ἄλλο οὐδὲν τῶν τοιούτων᾽ ὅστις δὲ
5 μὴ ἰατρὸς ἂν γένοιτο κακῶς πράξας, δῆλον ὅτι οὐδὲ κακὸς ἰατρός.
οὕτω καὶ ὁ μὲν ἀγαϑὸς ἀνὴρ γένοιτ᾽ ἄν ποτε καὶ κακὸρ ἢ ὑπὸ
χρόνου ἢ ὑπὸ πόνου ἢ ὑπὸ νόσου ἢ ὑπὸ ἄλλου τινὸς περιπτώ-
ματος" αὕτη γὰρ μόνη ἐστὶ κακὴ πρᾶξις, ἐπιστήμης στερηϑῆναι"
ὁ δὲ κακος ἀνὴρ οὐκ ἂν ποτε γένοιτο κακός" ἔστι γὰρ ἀεί" ἀλλ᾽
10 εἰ μέλλει κακὲς γενέσθαι, δεῖ αὐτὸν πρότερον ἀγαϑὸν γενέσϑαι.
ὥστε καὶ τοῦτο τοῦ ἄσματος πρὸς τοῦτο τείνει, ὅτι εἶναι μὲν ἄνδρα
ἀγαϑὸν οὐχ οἷόν τε διατελοῦντα ἀγαϑόν, γενέσϑαι δὲ ἀγαϑὸν
οἷόν τε, καὶ κακόν γε τὸν αὐτὸν τοῦὔτον᾽ ἐπὶ πλεῖστον δὲ καὶ
ἄριστοί εἰσιν οὺς ἂν ol ϑεοὶ φιλῶσιν.
ΧΧΧΊ. Ταῦτά τε οὖν πάντα πρὸς τὸν Πιττακὸν εἴρηται,
καὶ τὰ ἐπιόντα γε τοῦ ἄσματος ἔτι μᾶλλον δηλοῖ. φησὶ γάρ"
τοὔνεκεν οὔ ποτ᾽ ἐγὼ τὸ μὴ γενέσϑαι δυνατόν
διξήμενος κενεὰν ἐς ἄπρακτον ἐλπίδα μοῖραν αἰῶνος βαλέω,
stimmung mit dem Wortlaut (844 E),
wenn dieser richtig überliefert ist.
8. κακῶς πράξαντες attributiv zu
ἰατροί: Ärzte,dieihre Sache schlecht
emt&cht haben’ oder “übel beratene
rzte’ nicht: „durch schlecht han-
deln“ oder „durch Mißlingen“; denn
dadurch wird keiner ein Arzt,
auch der nicht, welcher wirklich
einer ist. Das eine Beispiel wird
durch die Beifügung eines zweiten
veraligemoinert,
4. ὅστις... ἂν γένοιτο: Kr. δά,
18. Α. 3.
8. ἐπιστήμης στερηϑῆναι: Diese
Ansicht darf nicht beurteilt werden
nach Maßgabe sonstiger Äußerungen
bei Platon, 2. B. Menon 95E: „nal
yap al δόξαι αἴ ἀληϑεῖς, ὅσον
μὲν ὧν χρόνον παραμένωσι, καλὸν
τὸ χρῆμα καὶ πάντα τἀγαϑὰ ἐργά-
ξονται᾿ πολὺν δὲ χρόνον οὐκ ἐθέ-
λουσι παραμένειν, ἀλλὰ δραπετεύ-
vom ἐκ τῆρ ψυχῆς τοῦ ἀνθρώπου
.... ἕως ἄν τις αὐτὰς δήσῃ αἰτέας
λογισμῷ. ἐπειδὰν δὲ δεϑῶσι, πρῶ-
τον μὲν ἐπιστῆμαι γέγμονται,
ἔπειτα μόνιμοι.
-
11. τοῦτο κτέξ. Das erste τοῦτο be-
zieht sich auf die eben erläuterte
Stelle, das zweite auf den folgenden
Satz mit ὅτι. Zu τείνει vgl. Krit.
410: Ti δ᾽ ἔστι τὸ κακὸν τοῦτο;
nal ποῖ τείνει καὶ εἰς τί τῶν τοῦ
ἀπειϑοῦντος.
18. ἐπὶ πλεῖστον. φιλῶσιν:
Diese Art der Hinzufügung zeigt,
daß hier — in nicht ganz wort-
getreuer Anführung — der Dichter
spricht. ἐπὶ πλεῖστον -mit Bezu 08
auf das obige διατελοῦντα (844
διαμένειν). καί verbindet, wie öfter
(Kr. 59, 2, 3) verschiedenartige
Ausdrücke. Ζ. 8. ‚vgl. Simon. 21
Schn. 61 Bergk: οὔτις ἄνευ ϑεῶν
ἀρετὰν λάβεν, οὐ πόλις, οὐ βροτός.
Äsch. Agam. 927: τὸ μὴ κακῶς
φρονεῖν ϑεοῦ μέγιστον δῶρον. Soph.
Ant. 683: Deo) φύουσιν ἀνϑράποις
φρένας.
16. τὰ ἐπιόντα... δηλοῖ: aus
dem vorhergehenden δἴρηται zu er-
gänzen nach dem bei Kr. 56, 7, 5
erläuterten Sprach ebrauch,
18. κενεάν, auf ἐλπίδα bezogen,
würde mit ἄπρακτον fast gleich-
B
C
D
>
102
IIAAT2NOZ
πανάμωμον ἄνθρωπον, εὐρυεδοῦς ὅσοι καρπὸν αἰνύμεϑα χϑονός"
ἔπειϑ᾽ ὑμῖν εὑρὼν ἀπαγγελέω,
φησίν οὕτω σφόδρα καὶ δι’ ὅλου τοῦ ζσματος ἐπεξέρχεται τῷ
τοῦ Πιττακοῦ ῥήματι"
πάντας δ᾽ ἐπαίνημι καὶ φιλέω
ἑκὼν ὅστις ἔρδῃ
μηδὲν αἰσχρόν᾽ ἀνάγκῃ δ᾽ οὐδὲ ϑεοὶ μάχονται.
καὶ τοῦτ᾽ ἐστὶ πρὸς τὸ αὐτὸ τοῦτο εἰρημένον. οὐ γὰρ οὕτως |
ἀπαίδευτος ἦν Σιμωνίδης, ὥστε τούτους φάναι ἐπαινεῖν, ὃς ἂν
ἑκὼν μηδὲν κακὸν ποιῇ, ὡς ὄντων τινῶν οἵ ἑκόντες κακὰ ποι- 1
ovow. ἐγὼ γὰρ σχεδόν τι οἶμαι τοῦτο, ὅτι οὐδεὶς τῶν σοφῶν
3 - e 9 3 [4 δ ἢ» [4 3
ἀνδρῶν ἡγεῖται οὐδένα ἀνθρώπων Exovra ἐξαμαρτάνειν οὐδὲ
αἰσχρά τε καὶ κακὰ ἑκόντα ἐργάξεσϑαι, ἀλλ᾽ εὖ ἴσασιν ὅτι πάν-
bedeutend erscheinen, es ist also
im Sinne eines proleptisch beige-
gefügten Prädikats (Kr. 57, 4, 2)
auf μοῖραν αἰῶνος (Lebensteil =
Leben, oder ein Stück Leben) zu
beziehen und läßt im D. sich am
besten durch ein Adverbausdrücken.
wen: mit dem Nebenbegriff des
egwerfens, vergeblich hingeben.
1. καρπὸν αἰνύμεθα nach Hom.
I. ξ 142: βροτῶν ol ἀρούρης καρ-
nö» ἔδουσιν. Vgl. I. ν 892: ὃς
ϑνητός τ᾽ εἴη καὶ ἔδοι Δημήτερος
ἀκτήν. Vor ὅσοι kann πάντες in
einer partitiven Verbindung mit
ἄνθρωπον gedacht werden.
2. ἔπειϑ᾽ ... εὑρών: scherzhaf-
tes, im Widerspruch mit dem Vor-
hergehenden stehendes Versprechen,
mit dem sich der Dichter an die
Hörer oder Leser wendet. Die Stel-
lung von εἶτα, ἔπειτα vor dem Par-
ticip ist selten. Vgl. Aristoph. Ly-
sistr. 668: τὸν ἔρανον... εἶτ᾽ ava-
λώσαντες οὐκ ἀνεισφέρετε τὰς εἰσ-
φοράς. Wolken 860: εἶτα τῷ πατρὶ
πιϑόμενος ἐξάμαρτε. 1249: ἔπειτ᾽
ἀπαιτεῖς τἀργύριον τοιοῦτος ὧν;
letzteres mit dem Ausdruck des Un-
willens. Zur Ergänzung von Kr. 56,
10, 8.*
3. ἐπεξέρχεται: stürmisch an-
greifen, um zu vernichten. Vgl.
Gorg. 492D: οὐκ ἀγεννῶς γε ἐπεξ-
ἐρχει τῷ λόγῳ.
5. ἐπαίνημι: Bolische Form für
ἐπαινῶ. Vgl. 346D (104, 17). Über
die Bezieh des ὅστις und den
Modus des V. 8. Kr. 58, 4, 5 und
54, 15, 3 (TI 54, 15, 2. 4).
7. ἀνάγκῃ: was bei Homer μοῖρα,
später εἱμαρμένη, πεπρωμένη heißt.
Der Gedanke — τὴν siunpuirm
οὐδ᾽ ὧν εἷς ἐκφύγοι — war
mein verbreitet. Vgl. zu Georg.
8512E. Den Ausspruch des Simo-
nides — falls dieser ihn nicht
selbst den Sprichwörtern des Vol-
kes entlehnt hat — führt auch Plat.
Legg. VIII, 8188 an.
8. οὕτως ἀπαέδευτος: wieder die
oben 343 E (97, 15) bezeichnete Art
der Argumentation — offenbar iro-
nisch; denn diejenige Ansicht, wel-
che Sokr. hier verwirft, wollte ge-
rade Simonides, wie der Gegensatz
ἀνάγκῃ beweist, aussprechen. So-
krates trägt dagegen mit Bewußt-
sein die eigene Lehre, daß niemand
freiwillig fehle, welche voraussetzt,
daß die Tugend im Wissen bestehe,
in das Simon. Gedicht hinein. Diese
Lehre wird u. a. Apol. 25Cf., vgl.
Gorg. 509E, entwickelt. r ὃς
ὧν nach τούτους vgl. oben (Z. δ)
zu ὅστις und unten E (108, 2) ὃς
αν .„. . τούτο».
11. ovdelg .. ny. οὐδένα... ἐξα.
Zu dieser Art von Erneuerung der
Negation vgl. Apol. 84E: οὔ μοι
δοκεῖ καλὸν εἶναι ἐμὲ τούτων οὐδὲν
ποιεῖν. Zu Kr. 67, 12.
1
\ 1
5 φίλον τινὶ γίγνεσϑαι καὶ ἐπαινέτην, οἷον ἀνδρὶ πολλάκις συμ-846
Φ-
a
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (345. 346)
\ N Α % nd „ «
τες οὗ τὰ αἰσχρὰ καὶ τὰ κακὰ ποιοῦντες ἄκοντες ποιοῦσι᾽ καὶ
δὴ χαὶ ὁ Σιμωνίδης οὐχ ὃς ἂν μὴ κακὰ ποιῇ ἑκών, τούτων φη-
σὶν ἐπαινέτης εἶναι, ἀλλὰ περὶ ἑαυτοῦ λέγει τοῦτο τὸ ἔκών.
ἡγεῖτο γὰρ ἄνδρα καλὸν κἀγαϑὸν πολλάκις αὑτὸν ἐπαναγκάξειν
βῆναι μητέρα ἢ πατέρα ἀλλόκοτον ἢ πατρίδα ἢ ἄλλο τι τῶν τοι-
οὕτων. τοὺς μὲν οὖν πονηρούς, ὅταν τοιοῦτόν τι αὐτοῖς συμβῇ,
ὥσπερ ἀσμένους ὁρᾶν καὶ ψέγοντας ἐπιδεικνύναι καὶ κατηγο-
ρεῖν τὴν πονηρίαν τῶν γονέων ἢ πατρίδος, ἵνα αὐτοῖς ἀμελοῦ-
σιν αὐτῶν μὴ ἐγκαλῶσιν οἵ ἄνθρωποι μηδ᾽ ὀνειδίξωσιν ὅτι
ἀμελοῦσιν, ὥστε ἔτι μᾶλλον ψέγειν τε αὐτοὺς καὶ ἔχϑρας Exov-
σίους πρὸς ταῖς ἀναγκαίαις προστίϑεσθαι᾽ τοὺς δ᾽ ἀγαϑοὺς
ἐπικρύπτεσϑαί Te καὶ ἐπαινεῖν ἀναγκάξεσϑαι, καὶ ἄν τι ὀργι-
σϑῶσι τοῖς γονεῦσιν ἢ πατρίδι ἀδικηϑέντες, αὐτοὺς ἑαυτοὺς
παραμυϑεῖσϑαι καὶ διαλλάττεσθαι προσαναγκάξοντας ἑαυτοὺς
φιλεῖν τοὺς ἑαυτῶν καὶ ἐπαινεῖν. πολλάκις δέ, οἶμαι, καὶ Zi-
μωνίδης ἡγήσατο καὶ αὐτὸς ἢ τύραννον ἢ ἄλλον τινὰ τῶν τοι-
1. τὰ... κακὰ: oben D (102, 10)
obne Artikel. Hier mit Beziehung
auf das Subjekt: das was diese
eben jedesmal thun. Über die
Wiederholung des Artikels s. Kr.
ὅδ, 2, 1.*
καὶ δὴ καί: hebt das Besondere
hervor. Vgl. 848E. Apol. 18A,
26D.
4. ἐπαναγκάζειν: das Gezwungene
der Deutung verrät sich hier selbst.
Denn eine Andentung, daß ein
wackerer Mann diese Art von
Selbstbeherrschung um der
sittlichen Pflicht willen ὅϑ en Seine
Neigung .übe, ist im Gedicht nir-
gends gegeben. Die Forderung ist
aber, wie der ganze Kriton (s.
insbesondere 50E ff.) lehrt, echt
Bokratisch. So tritt dem theo-
retischen Princip der Sokratischen
Tugendlehre zugleich die edelste
praktische Konsequenz (‘man darf
nicht Unrecht mit Unrecht ver-
gelten’) zur Seite.
ὅ. οἷον: ‘wie z.B.’ Über Inf. Kr.
δδ, 4, 9.
6. μητέρα κτέ. Dieselbe Ordnun
— aus Gründen der Natur (mei
τερον πρὸς ἡμᾶς) — auch Krit-
51A. Vgl. Odyss. ı 867.
ἀλλόκοτος wie ἄλλος: fremd, son-
derbar, wunderlich, unnatürlich,
vermeidet den stärkeren Ausdruck
zovneög, welcher auch Staat VI
481 D als Steigerung nach ἀλλό-
xorog eintritt.
7. τοὺς μὲν are. abhängig noch
von ἡγεῖτο.
11. ἔτι μᾶλλον, nämlich: als in
den Umständen begründet ist.
13. Zu ἐπικρύπτεσθαι (Gegen-
satz von ἐπιδεικνύναι) ergänze
τὴν πονηρίαν τῶν γονέων ἢ πα-
τρίδος, zu ἐπαινεῖν: τοὺς γονέας ἢ
τὴν πατρίδα. ἀναγκάξεσϑαι
(passiv: fühlten sich gedrungen)
nimmt αὑτὸν ἐπαναγκάξειν wieder
auf.
ὀργισθῶσι: in Zorn geraten.
15. παραμυϑεῖσθαι und διαλλάτ-
τεσϑαι hängen nicht von ἀναγκάξ,,
sondern von ἡγεῖτο (345E; Z. 4)
ab; daher schließt sich προσαναγ-
κάξοντας (steigernd) leicht an.
17. ἡγήσατο... ἐπαινέσαι: er
glaubte, als er das ἑκὼν ἐπαίνημι
schrieb, das oft gethan zu haben
103
B
104
UAATSNOZ
C οὕτων ἐπαινέσαι καὶ ἐγκωμιάσαι οὐχ ἑκών, ἀλλ᾽ ἀναγκαξόμε-
νος. ταῦτα δὴ καὶ τῷ Πιττακῷ λέγει ὅτι ἐγώ, ὦ Πιττακέ, οὐ
διὰ ταῦτά σε ψέγω. ὅτι εἰμὶ φιλόψογος᾽ ἐπεὶ
ἔμοιγ᾽ ἐξαρκεῖ ὃς ἂν μὴ κακὸς ἡ
μηδ᾽ ἄγαν ἀπάλαμνος. εἰδώς γ᾽ ὀνησίπολεν δίκαν. ὑγιὴς ἀνήρ᾽
γ μ γ ὑγιὴ
οὔ μὲν ἐγὼ μωμήσομαι᾽"
οὐ γάρ εἰμι φιλόμωμος"
τῶν γὰρ ἠλυιϑίων ἀπείρων γενέϑλα,
ὥστ᾽ εἴ τις χαίρει ψέγων, ἐμπλησϑείη ἂν ἐκείνους μεμφόμενος.
πάντα τοι καλά, τοῖσί τ᾽ αἰσχρὰ μὴ μέμικται.
οὐ τοῦτο λέγει, ὥσπερ ἂν εἰ ἔλεγε πάντα τοι λευκά, οἷς μελανὰ
μὴ μέμικται" γελοῖον γὰρ ἂν εἴη πολλαχῇ ἀλλ᾽ ὅτι αὐτὸς καὶ
τὰ μέσα ἀποδέχεται ὥστε μὴ ψέγειν" καὶ οὐ ξητῶ, ἔφη, πανά-
umvov ἄνθρωπον, εὐρυεδοῦς ὅσοι καρπὸν αἰνύμεϑα
χϑονός, ἔπειϑ᾽ ὑμῖν εἱρὼν ἀπαγγελέω᾽ ὥστε τούτου γ'
ἕνεκα οὐδένα ἐπαινέσομαι, ἀλλά μοι ἐξαρκεῖ, ἂν ἡ μέσος καὶ μηδὲν
κακὸν ποιῇ, ὡς ἐγὼ πάντας φιλέω καὶ ἐπαίνημι --- καὶ τῇ
(Kr. 53, 6,9. Madv. $ 172) --- sar-
kastische Anwendung des Ent-
wickelten auf Simonides, dessen
Lob für Geld feil war; darin be-
steht bei ihm die ἀνάγκη.
2. ταῦτα: 8.zu310E (28,7 a.E.).
8. φιλόψογος: vgl. dagegen 343 C
(96, 13.)
5. ἀπάλαμνος: (I. ε 597), auch
ἀπάλαμος (Hesiod. W. und T. 20:
ἥτε (Ἔρις) καὶ ἀπάλαμόν περ ὅμως
πὶ ἔργον ἐγείρει) von παλάμη
(palma; vgl. νώνυμος von ὄνομα)
also == iners; ungeschickt, unbehol-
fen, nichtsnützig.
εἰδώς γ᾽ : so Bergk mit den Hand-
schriften, andere mit G. Hermann,
der ὀνησίπολιν aus ὀνήσει πόλιν
herstellt, εἰδώς τ΄. Das folgende
οὔ μιν, wofür die Handschr. οὐ
μήν bieten, stammt von Schleier-
macher.*
ὑγιὴς ἀνήρ: kurz zusammenfas-
send, wohl mit Beziehung auf Vers
2 des Liedes, das bescheidene Maß
der Forderung bezeichnend.
8. ἀπείρων ist als poetische Ne-
benform (I. ὦ 776 δῆμος ἀπείρων)
von ἄπειρος zu fassen, gleich dem
Homer. ἀπερείσιος.
γενέϑλα für γενέϑλη. Soph. El.
129.
10. καλά und αἰσχρά sind wie
λευκά und μέλανα konträre Gegen-
sätze, bei denen nicht, wie bei kon-
tradiktorischen Gegensätzen, ein
mittleres ausgeschlossen ist. Daher
ist weder nicht-schwarz gleich weiß,
noch: nicht-häßlich gleich schön,
weil es μέσα zwischen ihnen giebt.
Simonides läßt also nur aus sitt-
licher Nachsicht das nicht-Häßliche
als schön gelten. Über das dem
Relativpr. beigefügte der Dichter-
sprache angehörige τέ 8. Kr. 25, 5,
5 u. 51, 8, 1.
13. πανάμ. are. S. wiederholt die
Worte, wahrscheinlich um ihreStelle
im Gedicht anzudenuten.
15. τούτου γ᾽ ἕνεκα: "deswegen
auf das unmittelbar Vorhergebende
zurückweisend, d. i. wenn ich erst
einen ganz untadligen Mann finden
8011. Kr. 68, 19, 2.
17. τῇ φωνῇ weist scherzhaft auf
die verkehrte Meinung des Prodi-
kos 8410 zurück. Simonides be-
diente sich, wie jeder Lyriker, auch
&olischer Formen. An ihnen schon
konnte Prodikos einen Gegenbeweis
5
10
»
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (846, 347.)
105
φωνῇ ἐνταῦϑα κέχρηται τῇ τῶν Μυτιληναίων ὡς πρὸς Πιττακὸν
λέγων τὸ πάντας δὲ ἐπαένημι καὶ φιλέω ἑκών (ἐνταῦθα δεῖ E
ἐν τῷ ἑχὼν διαλαβεῖν λέγοντα) ὅστις ἕρδῃ μηδὲν αἰσχρόν,
ἄχων δ᾽ ἔστιν οὗς ἐγὼ ἐπαινῶ καὶ φιλῶ. σὲ οὖν, καὶ εἰ μέσως
ὅ ἔλεγες ἐπιεικῇ καὶ ἀληϑῆ, ὦ Πιττακέ, οὐκ ἄν ποτε ἔψεγον. νῦνϑ41
δέ --- σφόδρα γὰρ καὶ περὶ τῶν μεγίστων ψευδόμενος δοκεῖς
ἀληϑῆ λέγειν" διὰ ταῦτά σε ἐγὼ ψέγω.
XXXI. Ταῦτά μοι δοκεῖ, ὦ Πρόδικε καὶ Πρωταγόρα, ἦν
δ᾽ ἐγώ, Σιμωνίδης διανοούμενος πεποιηκέναι τοῦτο τὸ done.
9 καὶ ὁ Ἱππίας, Εὖ μέν μοι δοκεῖς, ἔφη, ὦ Σώκρατες, καὶ σὺ περὶ
τοῦ ἄσματος διεληλυϑέναι᾽ ἔστι μέντοι, ἔφη. καὶ ἐμοὶ λόγος
περὶ αὐτοῦ εὖ ἔχων, ὃν ὑμῖν ἐπιδείξω, ἂν βούλησθε. καὶ ὁ
᾿Δλκιβιάδης, Ναί, ἔφη, ὦ Ἱππία, εἰσαῦϑίς yes’ νῦν δὲ δίκαιόν
ἐστιν, ἃ ὡμολογησάτην πρὸς ἀλλήλω Πρωταγόρας καὶ Σωκρά-
διτης, Πρωταγόρας μὲν εἰ ἔτι βούλεται ἐρωτᾶν, ἀποκρίνεσθαι
Σωκράτη, εἰ δὲ δὴ βούλεται Σωκράτει ἀποκρίνεσϑαι, ἐρωτᾶν
τὸν ἕτερον. καὶ ἐγὼ εἶπον ᾿ἘἘπιτρέπω μὲν ἔγωγε Πρωταγόρᾳ
ὁπότερον αὐτῷ ἤδιον᾽ εἰ δὲ βούλεται, περὶ μὲν ἀσμάτων τε καὶ
ἐπῶν ἐάσωμεν, περὶ δὲ ὧν τὸ πρῶτον ἐγώ σε ἠρώτησα, ὦ Πρω-
Ὁ ταγόρα, ἡδέως ἂν ἐπὶ τέλος ἔλθοιμι μετὰ σοῦ σκοπούμενος.
καὶ γὰρ δοκεῖ μοι τὸ περὶ ποιήσεως διαλέγεσϑαι ὁμοιότατον εἷ-
ναι τοῖς συμποσίοις τοῖς τῶν φαύλων καὶ ἀγοραίων ἀνθρώπων"
gegen seinen Erklärungsversuch
finden.
3. διαλαβεῖν λέγοντα: im Reden
eine Trennung, Pause, eintreten
lassen; in der Schrift: interpun-
gieren.
ὅ, νῦν δέ. Vgl. Apol. 38B: εἰ
μὲν γὰρ ἦν μοι χρήματα, ἐτιμησά-
μὴν ἂν χρημάτων. νῦν δὲ ... οὐ
γὰρ ἔστιν — eine ähnliche Ellipse
wie in ἀλλὰ γάρ. νῦν δέ drückt
noch bestimmter den Gegensatz
des Wirklichen gegen die vor-
hergehende Annahme aus. Nach
dieser Auslegung würde Pittakos
dem Simon. als ganz schlecht
erscheinen. Sein angeblicher Irrtum
wird einer schimpflichen Handlung
gleichgestellt.
10. καὶ σὺ : auf das folgende hin-
weisend.
11. ἔστι μέντοι. Hippias hat einen
Vortrag (ἐπέδειξις) über das Ge-
dicht in Bereitschaft. Da er die
Deutung des Sokr. selbst für gut
erklärt, so kann es ihm nur auf
die Form, nicht auf den Inhalt an-
kommen, er will also nur seine
Kunst zeigen.
13. Ναί «re. Mit ironischer Höf-
lichkeit. Vgl. Gorg. 447C: τὴν δὲ
ἄλλην ἐπίδειξιν εἰσαῦϑις ποιησάσϑοω.
18. περὶ μὲν ἀσμάτων: der zu er-
güänzende Infinitiv ist aus dem Fol-
genden in freier Weise zu ent-
nehmen. Kr. 55, 4, 11. — Das
Gleichnis ist darauf berechnet, das
Ehrgefähl des Protagoras für die
Untersuchung zu erregen.
22. ἀγοραίων: eigentlich Men-
schen, die auf dem Markte Zeitver-
treib suchen, Menschen ohne tiefere
Bildung.
B
106
HAAT2NOZ
καὶ γὰρ οὗτοι, διὰ τὸ- μὴ δύνασθαι ἀλλήλοις δι’ ἑαυτῶν συνεῖ-
ναι ἐν τῷ πότῳ μηδὲ διὰ τῆς ἑαυτῶν φωνῆς καὶ τῶν λόγων τῶν
ἑαυτῶν ὑπὸ ἀπαιδευσίας, τιμίας ποιοῦσι τὰς αὐλητρίδας, ποῖ-
D λοῦ μισϑούμενοι ἀλλοτρίαν φωνήν, τὴν τῶν αὐλῶν, καὶ διὰ τῆς
ἐχείνων φωνῆς ἀλλήλοις σύνεισιν᾽ ὅπου δὲ καλοὶ κἀγαϑοὶ συμ-
πόται καὶ πεπαιδευμένοι εἰσίν. οὐκ ἂν ἴδοις οὔτ᾽ αὐλητρίδας
οὔτε ὀρχηστρίδας οὔτε ψαλτρίας, ἀλλ᾽ αὐτοὺς αὑτοῖς ἱκανοὺς
ὄντας συνεῖναι ἄνευ τῶν λήρων τε καὶ παιδιῶν τούτων διὰ τῆς
αὑτῶν φωνῆς, λέγοντάς τε καὶ ἀκούοντας ἐν μέρει ἑαυτῶν κο-
σμίως, κἂν πάνυ πολὺν οἶνον πίωσιν. οὕτω δὲ καὶ al τοιαίδε
συνουσίαι, ἐὰν μὲν λάβωνται ἀνδρῶν, οἱοίπερ ἡμῶν ol πολλοί
φασιν εἶναι, οὐδὲν δέονται ἀλλοτρίας φωνῆς οὐδὲ ποιητῶν, οὗς
οὔτε ἀνερέσϑαι οἷόν τ᾽ ἐστὶ περὶ ὧν λέγουσιν, ἐπαγόμενοί τε
αὐτοὺς οἱ πολλοὶ ἐν τοῖς λόγοις ol μὲν ταῦτά φασι τὸν ποιητὴν
νοεῖν, οἱ δ᾽ ἕτερα, περὶ πράγματος διαλεγόμενοι ὃ ἀδυνατοῦσιν
1. καὶ γὰρ οὗτοι are. Das
καί bringt in Erinnerung, daß es
sich hier um eine Vergleichung
handelt mit dem vorliegenden Fall,
auf den die Rede unten (Z. 10) mit
einem ebenfalls beigefügten καί
zurückkommt.
ἀλλήλοις δι᾽ ἑαυτῶν συνεῖναι: sich
unter einander vermöge eigenen
Thuns unterhalten. Das nach-
folgende μηδὲ κ. τ. A. erklärt den
Ausdruck διε ἑαυτῶν näher.
8. τιμίας ποιοῦσι. Scherzend:
machen sie teuer; 8. zu τιμή 314
B (35, 8). Euthyd. 804B: τὸ δὲ
σπάνιον τίμιον. Flötenspielerinnen
traten damals bereits bei Gastmäh-
lern sehr häufig auf. Diese Sitte
zeigt sich in Xenophons Gastmahl,
wo nach einem Spaßmacher ein
Syrakusaner mit einer Flötenspie-
lerin (Klarinettistin) und einer Tän-
zerin auftritt. Platon kämpft gegen
dieselbe auch Gastm. 176E an:
τοῦτο μὲν δέδοκται, πένειν ὅσον
ἂν ἕκαστος βούληται, ἐπάναγκες
δὲ μηδὲν εἶναι, τὸ δὲ μετὰ τοῦτο
εἰσηγοῦμαι τὴν μὲν ἄρτι εἰσελθοῦσαν
αὐλητρίδα χαίρειν ἐᾶν... ἡμᾶς
δὲ διὰ λόγων ἀλλήλοις συνεῖναι τὸ
τήμερον.
7.9. αὑτοῖς .. ἑαυτῶν: statt des
pron. reciprocum Kr. 51, 2, 16.
10. κῶν πάνυ πολὺν οἶνον πίωσιν:
wie Sokr. selbst that, ohne je die
Herrschaft über sich zu verlieren
Gastm. 214 A. 220A.
τοιαίδε: wie die vorliegende. Der
Artikel, um die ganze tung zu
bezeichnen.
11. λάβωνται ἀνδρῶν. Ironisch
personifiziert Sokrates die Unter-
haltungen, als ob sie an sich ein
Dasein hätten und zufällig mit
solchen Menschen zusammenträfen,
während diese jene Art der Unter-
haltung bewirken. Die in οζοέπερ
ες εἶναι liegende Beziehung auf
die eitlen Worte des Hippias 337 D
(84, 2) erleidet eine fühlbare Be-
schränkung. Das vorgesetzte μέν
macht den zu denkenden Gegensatz
auch ohne ein folgendes δέ erkenn-
bar. Vgl. übrigens die Bemerkung
zu 344 A (98, 6).
18. Zu ἀνερέσθαι vgl.329 A (66,10).
ἐπαγόμενοι: als Autoritäten an-
führen. Hipp. maj. 289 B: ἢ οὐ
καὶ Ἡράκλειτος ταὐτὸν τοῦτο λέγει,
ὃν σὺ ἐπάγει. Jeder legt dabei
dem Dichter einen anderen Sinn
unter. Über αὐτούς (Z. 14) 8. z.
325 (87, 4).
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (847. 348.)
107
ἐξελέγξαι" ἀλλὰ τὰς μὲν τοιαύτας συνουσίας ἐῶσι χαίρειν, αὖ-
τοὶ δ᾽ ἑαυτοῖς σύνεισι δι’ ἑαυτῶν, ἐν τοῖς ἑαυτῶν λόγοις πεῖρανϑ48
ἀλλήλων λαμβάνοντες καὶ διδόντες. τοὺς τοιούτους μοι δοκεῖ
χρῆναι μᾶλλον μιμεῖσϑαι ἐμέ τὸ καὶ σέ, καταϑεμένους τοὺς
5 ποιητὰς αὐτοὺς δι᾿ ἡμῶν αὐτῶν πρὸς ἀλλήλους τοὺς λόγους
ποιεῖσϑαι, τῆς ἀληϑείας καὶ ἡμῶν αὐτῶν πεῖραν λαμβάνοντας"
κἂν μὲν βούλῃ ἔτι ἐρωτᾶν, ἕτοιμός εἰμί σοι παρέχειν ἀποκρινό-
μενος ἐὰν δὲ βούλῃ, σὺ ἐμοὶ παράσχες, περὶ ὧν μεταξὺ ἐπαυ-
σάμεϑα διεξιόντες, τούτοις τέλος ἐπιθεῖναι. λέγοντος οὖν ἐμοῦ
Ὁ ταῦτα καὶ τοιαῦτα ἄλλα οὐδὲν ἀπεσάφει ὁ Πρωταγόρας ὁπότερα
ποιήσοι. εἶπεν οὖν ὁ ᾿Αλκιβιάδης πρὸς τὸν Καλλίαν βλέψας, 2
Καλλέα, δοκεῖ δοι, ἔφη, καὶ νῦν καλῶς Πρωταγόρας ποιεῖν, οὐκ
ἐθέλων εἴτε δώσει λόγον εἴτε μὴ διασαφεῖν; ἐμοὶ γὰρ οὐ δοκεῖ"
ἀλλ᾽ ἥτοι διαλεγέσϑω ἢ εἰπέτω ὅτι οὐκ ἐθέλει διαλέγεσθαι, ἵνα
δ τούτῳ μὲν ταῦτα συνειδῶμεν, Σωκράτης δὲ ἄλλῳ τῳ διαλέγη-
ται ἢ ἄλλος ὅστις ἂν βούληται ἄλλῳ. καὶ 6 Πρωταγόρας al-
σχυνθείς, ὥς γέ μοι ἔδοξε, τοῦ τε ᾿4λκιβιάδου ταῦτα λέγοντος
καὶ τοῦ Καλλέου δεομένου καὶ τῶν ἄλλων σχεδόν τι τῶν παρόν-
τῶν, μόγις προὐτράπετο εἰς τὸ διαλέγεσθαι καὶ ἐκέλευεν ἐφω-
0 τῶν αὑτὸν ὡς ἀποκρινούμενορ.
ΧΧΧΙΠΙ, Εἶπον δὴ ἐγώ, 2 Πρωταγόρα, μὴ οἴου διαλέγε-
4. καταϑεμένους: wie man Waf-
fen und sonstiges Rüstzeug ablegt,
4. Β. Il. y 114. — Das Asyndeton,
wie oft, in erläuternden Ausfüh-
rungen. Vgl. 343D (97, 11).
6. τῆς ἀληϑείας : densachlichen
Zweck stellt Sokrates voran; durch
Prüfung der Personen wird jener
erreicht. hne beigefügte
7. παρέχειν: ohne beige 8
Reflex. wie Gorg. 456B: οὐχὶ
ἐθέλοντα .. παρασχεῖν τῷ ἰατρῷ.
457D: τῷ λόγῳ ὥσπερ ἰατρῷ παρέ-
τῶν ἀποκρίνου. Im D. *herhalten’.
Dagegen mit Acc. 312B (1, 12)
und Apol. 33B: παρέχω ἐμαυτὸν
ἐρωτᾶν.
8. ἐὰν δὲ βούλῃ. Der Infinitiv ist
aus παράσχες Zu ergänzen, dem
Sinne nach gleich ἀποκχρένεσθαι als
Gegensatz zu ἐρωτᾶν.
11. πρὸς τὸν Καλλίαν: mit Bezug
auf 336B (81, 11). Die Rede des
Alkibiades ist schroff und leiden-
schaftlich gehalten.
15. ξυνειδέναι wird außer mit
dem Particip auch mit einem Ac-
cusativ der Sache konstruiert.
Phaedr. 2850: συνειδὼς ἐμαυτῷ
ἀμαϑίαν.
18. σχεδόν τι: τὶ (etwa) einem
Adverb (vgl. ἐγγύς, πάνυ) beige-
fügt, wie τὶς Adjektiven (σολύς,
ὀλίγος). Kr. 51, 16, 5. Der ganze
Ausdruck bei τῶν ἄλλων τῶν παρ-
ὄντων ähnlich wie bei πᾶς und
Superlativen, dem 1. fere entspre-
chend.
19. προὐτράπετο: vgl. zu Apol.
21B μόγις πάνυ ἐπὶ ξήτησιν.. ἐτρα-
πόμην.
21. Sokrates bezeichnet nochmals
das Wesen und den Zweck sei-
ner Methode. Besonders schön dar-
gelegt Gorg. 457 Ef.
C
108 TIIAAT2NOE
σϑαί μέ σοι ἄλλο τι βουλόμενον ἢ ἃ αὐτὸς ἀπορῶ ἑκάστοτε,
ταῦτα διασκέψασθαι. ἡγοῦμαι γὰρ πάνυ λέγειν τι τὸν Ὅμη-
ρον τὸ
D σύν τε δύ᾽ ἐρχομένω καί τε πρὸ ὃ τοῦ ἐνόησεν.
εὐπορώτεροι γάρ πως ἅπαντές ἐσμεν οἵ ἄνϑρωποι πρὸς ἅπαν ὃ
ἔργον καὶ λόγον καὶ διανόημα μοῦνος δ᾽ εἴπερ TE νοήσῃ,
αὐτίκα περιιὼν ξητεῖ ὅτῳ ἐπιδείξηται καὶ μεθ᾽ ὅτου βεβαιώσηται,
ἕως ἂν ἐντύχῃ. ὥσπερ καὶ ἐγὼ ἕνεκα τούτου σοὶ ἡδέως διαλέ-
youcı μᾶλλον ἢ ἄλλῳ τινί, ἡγούμενός 08 βέλτιστ᾽ ἂν ἐπισκέψα-
E σϑαι καὶ περὶ τῶν ἄλλων περὶ ὧν εἰκὸς σκοπεῖσϑαι τὸν ἐπιεικῆ,
καὶ δὴ καὶ περὶ ἀρετῆς. τίνα γὰρ ἄλλον ἢ σέ; ὅς γε οὐ μόνον
αὐτὸς οἴει καλὸς κἀγαϑὸς εἶναι, ὥσπερ τινὲς ἄλλοι αὐτοὶ μὲν
ἐπιεικεῖς εἰσιν, ἄλλους δὲ οὐ δύνανται ποιεῖν᾽ σὺ δὲ καὶ αὐτὺς
ἀγαϑὸς εἶ καὶ ἄλλους οἷός τ᾽ εἶ ποιεῖν ἀγαϑούς, καὶ οὕτω πεπί-
2. λέγειν τι: Gegenteil von οὐδέν
λέγειν. Das folgende τὸ mit dem
V. giebt an, womit er recht hat,
gleichsam λέγων» τὸ ff.
4, σύν τε κτέ. Der auch Gastm.
174D angeführte Vers ist aus der
Δολώνεια (Il. κ 224 8), wo Diome-
des, sich zu einem Kundschafter-
dienst erbietend, einen Gefährten
verlangt. Die weiter beigefügten
Worte lauten: ὅππως κέρδος Ey‘
μοῦνος δ᾽ εἴπερ τε νοήσῃ, ἀλλά τέ
οὗ βράσσων τέ νόος λεπτὴ δέ τε
μῆτις. καί (auch) τε, wie im fol-
genden V. ἀλλά re. Der Nomi-
nativ des Particips ἐρχομένω neben
ὃ (πρὸ) τοῦ (gleich ὁ ἕτερος τοῦ
ἑτέρου) läßt sich als σχῆμα καθ᾽
ῦλον καὶ μέρος erklären. Das
Partic. entsprechend dem Satz mit
εἴπερ im f. Vers.
7. αὐτίκα περιιὼν κτέ. Diese
Anwendung weicht absichtlich von
dem Sinne der Homerischen Worte
ab. Durch den Hinweis auf eine
Erfahrung des gewöhnlichen Lebens,
daß der Mensch zur Mitteilung
dessen, was er allein gedacht hat
(μοῦνος εἴπερ τε νοήση), sich ge-
drungen fühlt, charakterisiert Sokra-
tes seine Methode als die durch-
aus naturgemäße (Gegemsatz:
künstliche).
ἐπιδεέξηται . . βεβαιώσηται: das
eine dem sophistischen, das andere
dem Sokratischen Gebrauch ent
sprechend. Der Konj. wie in der
unabhängigen Frage, sehr entspre-
chend der Lage eines solchen, der
hberumgeht und nicht weiß, an
wen er sich wenden soll; fast ganz
gleichbedeutend wird das Futur ge
braucht *
11. καὶ δὴ καί: vgl. zu 3458
(108, 1).
tive... σέ: schließt sich in der
Konstr. eng an ἡγούμενος... ἂν
ἐπισκέψασθαι. Das dem Prot. ge
spendete Lob ist natürlich ironisch;
aber für diesen ist es wirklich ein
Motiv, sich inniger an dem Ge-
spräche zu beteiligen. Daher be-
ruft sich Sokr. insbesondere auf
seine eigenen Worte: 816D. 8118.
819 A. 3388.
ὅς γε κτξ. Der rhet. Frage mit
begründender Kraft beigefügt. Vgl.
zu 839 D (88, 4).
13. σὺ δὲ καὶ αὐτός: freie Wie-
deraufnahme von οὐ μόνον αὐτός,
wozu das Gegenglied fehlt. Ironisch
setzt Sokrates nach der Weise des
Prot. dem οἴει... εἶναι das εἶναι
gleich.
14. πεπέστευκας: gleichsam em
verstärktes πιστεύεις. Vgl. τεθαύ-
μακα, διανενόημαι u. a. dgl. Das
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (348. 849.)
109
στευκας σαυτῷ, ὥστε καὶ ἄλλων ταύτην τὴν τέχνην ἀποχρυ-
πτομένων σύ γ᾽ ἀναφανδὸν σεαυτὸν ὑποχηρυξάμενος εἰς πάν-8349
τας τοὺς Ἕλληνας, σοφιστὴν ἐπονομάσας σεαυτόν, ἀπέφηνας
παιδεύσεως καὶ ἀρετῆς διδάσκαλον, πρῶτος τούτου μισϑὸν ἀξι-
b ὥσας ἄρνυσϑαι. πῶς οὖν οὔ σε χρὴν παρακαλεῖν ἐπὶ τὴν τού-
τῶν σχέψιν καὶ ἐρωτᾶν καὶ ἀνακοινοῦσϑαι; οὐχ ἔσϑ᾽ ὅπως οὔ.
χαὶ νῦν δὴ ἐγὼ ἐκεῖνα, ἅπερ τὸ πρῶτον ἠρώτων περὶ τούτων,
πάλιν ἐπιϑυμῶ ἐξ ἀρχῆς τὰ μὲν ἀναμνῃσϑῆναι παρὰ σοῦ, τὰ δὲ
συνδιασχέψασϑαι. ἦν δέ, ὡς ἐγῴμαι, τὸ ἐρώτημα τόδε᾽ σοφία Β
N zul σωφροσύνη καὶ ἀνδρεία καὶ δικαιοσύνη καὶ ὁσιότης, πότε-
ρον ταῦτα, πέντε ὄντα ὀνόματα, ἐπὶ ἑνὶ πράγματί ἐστιν, ἢ ἔχά-
στῳ τῶν ὀνομάτων τούτων ὑπόκειταί τις ἴδιος οὐσία καὶ πρᾶγ-
μα ἔχον ἑαυτοῦ δύναμιν ἕκαστον, οὐκ ὃν οἷον τὸ ἕτερον αὐτῶν
τὸ ἕτερον; ἔφησϑα οὖν σὺ οὐκ ὀνόματα ἐπὶ ἑνὶ εἶναι, ἀλλὰ
15 ἕκαστον ἰδίῳ πράγματι τῶν ὀνομάτων τούτων ἐπικεῖσθαι, C
πάντα δὲ ταῦτα μόρια εἶναι ἀρετῆς, οὐχ ὡς τὰ τοῦ χρυσοῦ μό-
ρια ὕμοιά ἐστιν ἀλλήλοις καὶ τῷ ὅλῳ οὗ μόριά ἐστιν, ἀλλ᾽ ὡς
τὰ τοῦ προσώπου μόρια καὶ τῷ ὅλῳ οὗ μόριά ἐστιν καὶ ἀλλήλοις
ἀνόμοια, ἰδίαν ἕκαστα δύναμιν ἔχοντα. ταῦτα εἰ μέν σοι δοκεῖ
0 ἔτι ὥσπερ τότε, φάϑι᾽ εἰ δὲ ἄλλως πως, τοῦτο διόρισαι, ὡς
ἔγωγε αὐδέμ σοι ὑπόλογον τύϑεμαι, ἐάν πῃ ἄλλῃ νῦν φήσῃς.
folgende καί wie καίπερ beim
Part.
2. εἰς πάντας: vgl. zu 812A
(81, ι, 3).
πονομάσας: mit Selbstgefühl.
Vel 8118. Das erste σεαυτόν ist
dem’ ὑποκῆρ. und ἀπέφηνας ge-
meinsam; auch bei ärosop. könnte
es fehlen. *
δ. ἄρνυσϑαι: poetischer Aus-
druck, um das verächtliche μεσϑαρ-
ψεῖν zu vermeiden.
ce nicht σέ, wie oben, (108, 11)
weil der Nachdruck auf das πῶς
οὖν» οὔ mit der entsprechenden Ant-
wort fällt.
8, ἀναμνῃσθῆναι: Die Kekapi-
tulation des früheren erklärt Sokr.
in höflicher Weise für nöti
seinetwillen, nicht für roter
12. ὑπόκειται bildet anschaulich
einen Gegensatz zu ἐπὶ πραγματί
ἐστι und ἐπικεῖσθαι. Der Name ist
das äußerlich Hinzu- (Darauf-)
kommende; die Sache aber oder
das Wesen die Grundlage für den
Namen.
18. ἕκαστον distributiv zu πρᾶγμα,
indem, τὶς bei οὐσέα seine Beziehung
in ἑκάστῳ hat.
15. ἰδίῳ πράγματι:
werte Stellung.
20. εἰ δὲ ἄλλως πως. Sokrates
öffnet den besiegten Gegnern gern
einen Ausweg, damit eine neue
Grundlage der Untersuchung mög-
lich werde.
21. ὑπόλογον τέθεμαι: vgl. ὑπό-
λογον ποιούμενος Lach. 189B und
ὑπολογίζεσθαι Apol. 288. Ὁ. Kril.
D (in Rechnung bringen),
allen diesen Stellen mit einer Ne-
gation. S. verlangt keine Entschul-
digung (Verantwortung) dafür, wenn
Protagoras jetzt eine andere An-
bemerkens-
110
οὐ γὰρ ἂν ϑαυμαζοιμι, εἰ τότε ἀποπειρώμενός μου ταῦτα
Ὁ ἔλεγες.
XXXIV. ᾿4λλ᾽ ἐγώ σοι, ἔφη, λέγω, ὦ Σώκρατες, ὅτι ταῦτ
πάντα μόρια μέν ἐστιν ἀρετῆς, καὶ τὰ μὲν τέτταρα αὐτῶν ἐκι-
TIAAT2NOZ
εἰκῶς παραπλήσια ἀλλήλοις ἐστίν, ἡ δὲ ἀνδρεία πάνυ πολὺ du- 5
φέρον πάντων τούτων. ὧδε δὲ γνώσει ὅτι ἐγὼ ἀληϑῆ λέγα'
εὑρήσεις γὰρ πολλοὺς τῶν ἀνθρώπων ἀδικωτάτους μὲν ὄντας
καὶ ἀνοσιωτάτους καὶ ἀκολαστοτάτους καὶ ἀμαϑεστάτους, ἀν-
δρειοτάτους δὲ διαφερόντως. Ἔχε δή, ἔφην ἐγώ; ἄξιον γάρ τοι
E ἐπισκέψασθαι ὁ λέγεις. πότερον τοὺς ἀνδρείους ϑαρραλέους 1
λέγεις ἢ ἄλλο τι; Καὶ ἵτας γε, ἔφη) ἐφ᾽ ἃ ol πολλοὶ φοβοῦνται
ἰέναι. Φέρε δύ, τὴν ἀρετὴν καλόν τι φὴς εἶναι, καὶ ὡς καλοῦ
ὄντος αὐτοῦ σὺ διδάσκαλον σαυτὸν παρέχεις; Κάλλιστον μὲν
οὖν, ἔφη, εἰ μὴ μαίνομαί γε. Πότερον οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, τὸ μέν τι
αὐτοῦ αἰσχρόν, τὸ δέ τι καλόν, Υὶ ὅλον καλόν; Ὅλον mov καλὸν 1
δδρώς οἷόν τε μάλιστα. Οἶσθα οὖν τίνες εἰς τὰ φρέατα κολυμβῶσι
sicht aufstelle; ihm genügt schon
die Annahme, daß Prot. ihn früher
absichtlich versucht habe, wie So-
krates es 841 D (92, 8) von Pro-
dikos dem Prot. gegenüber be-
hauptete.
1. ed... ἔλεγες: hier nicht,
wie in hypothetischen Sätzen, mit
dem Begriff der Unwirklichkeit, .
sondern, wie oft bei ϑανυμάξειν. Kr.
65, 5, 7.
4. μόρια μέν: als Gegensatz
schwebt vor, daß sie aber unter
einander ein ungleichartiges Ver-
hältnis haben, wofür dann gleich
mit τὰ μὲν... ἡ δὲ... das Genauere
folgt. Vgl. zu 347E.
ὅ. ἡ δὲ ἀνδρεία: diese ist Ge-
genstand der Untersuchung im La-
ches.
διαφέρον: Kr. 56, 3, 1 und 48,
4, 11.
9. διαφερόντως: in auszeichnen-
der Weise, entschieden; es tritt
noch zu dem Superlativ erläuternd
und verstärkend.*
Ἔχε δή fordert auf einzuhalten,
weil das Gesagte Grundlage der
weiteren Untersuchung sein soll.
Über die intransitive Bedeutung
des V. in diesem Ausdruck 8. Kr.
52, 2,2.
11. ἕτας (keck, dreist, entschlos-
sen) enthält eine Steigerung zu ϑαρ-
ραλέους (mutig, kühn); abzuleiten
ist es nach den Worten des Pro-
tagoras von ἐέναι. Vgl. „Marschall
Vorwärts“. Vgl. 859D.
φοβοῦνται mit dem Infinitiv in
der Bedeutung “sich scheuen’. Kr.
65, 3, 18.
14. εἰ un μαίνομαί γε: ich müßte
ja sonst rasend sein. Vgl. Gorg.
511B: olda, εἰ un κωφός γ᾽ εἰμί.
Charm. 1664: εἰ μὴ ἀδικῶ γε. So
niss forte im L.
τὸ μέν τι: das beigefügte αὐτοῦ
zeigt, daß der Ausdruck als Nomi-
nativ zu fassen ist, nicht nach Kr.
50, 1, 15. Ebenso ὅλον, appositiv
zu αὐτό. Das beigefügte τὶ macht
die Unbestimmtheit bemerklich.
16. κολυμβῶσι. Vgl. Laches 1980:
καὶ ὅσοι ἂν ἐθέλωσιν εἰς φρέαρ
καταβαίνοντες καὶ κολυμβῶντες καρ-
τερεῖν ἐν τούτῳ τῷ ἔργῳ. Voraus
geht dort das von der Reitkunst
hergenommene Beispiel, das hier
nachfolgt.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (349. 350.)
111
ϑαρραλέως; Ἔγωγε, ὅτι ol κολυμβηταί. Πότερον διότι ἐπί-
στανται ἢ δι᾽ ἄλλο τι; Ὅτι ἐπίστανται. Τίνες δὲ ἀπὸ τῶν ἴπ-
πῶν πολεμεῖν θαρραλέοι εἰσί; πότερον ol ἱππικοὶ ἢ ol ἄφιπ-
ποι; Οἱ ἱππικοί. Τίνες δὲ πελτὰς ἔχοντες; ol πελταστικοὶ ἢ
sol ur; Ol πελταστικοί. καὶ τὰ ἄλλα γε πάντα, εἰ τοῦτο ξητεῖς,
ἔφη, οἵ ἐπιστήμονες τῶν μὴ ἐπισταμένων θαρραλεώτεροί εἰσι,
καὶ αὐτοὶ ἑαυτῶν, ἐπειδὰν μάϑωσιν, ἢ πρὶν μαϑεῖν. Ἤδη δέ Β
τινας ἑώρακας, ἔφην, πάντων τούτων ἀνεπιστήμονας ὄντας,
ϑαρροῦντας δὲ πρὸς ἕκαστα τούτων; Ἔγωγε, ἡ δ᾽ 05, καὶ λίαν
)͵ yes ϑαρροῦντας. Οὐκοῦν ol ϑαρραλέοι οὗτοι καὶ ἀνδρεῖοί εἰσιν;
Αἰσχρὸν μεντᾶν, ἔφη, εἴη ἡ ἀνδρεία᾽ ἐπεὶ οὗτοί γε μαινόμε-
vol εἰσιν. Πῶς οὖν, ἔφην ἐγώ, λέγεις τοὺς ἀνδρείους; οὐχὶ
τοὺς ϑαρραλέους εἶναι; Καὶ νῦν γ᾽, ἔφη. Οὐκοῦν οὗτοι, ἦν
δ᾽ ἐγώ, οἵ οὕτω ϑαρραλέοι ὄντες οὐκ ἀνδρεῖοι ἀλλὰ μαινόμενοι
᾿ φαίνονται; καὶ ἐκεῖ αὖ ol σοφώτατοι οὗτοὶ καὶ ϑαρραλεώτατοί
εἰσι, ϑαρραλεώτατοι δὲ ὄντες ἀνδρειότατοι; καὶ κατὰ τοῦτον
τὸν λόγον ἡ σοφία ἂν ἀνδρεία εἴη; Οὐ καλῶς. ἔφη, μνημονεύ-
8. ἄφιπποι: hier Gegenteil von
ἱππικοί, wie Staat. 1835C. Anders
Xenoph. Hell. II[ 4, 12: ἡ Καρία
ἄφιππος (fast gleichbedeutend mit
δυσιππος, ungeeignet für Reiterei)
v
4. Die πέλτη war ein kleiner,
halbmondförmiger Schild für Leicht-
bewaffnete. Der Gebrauch desselben
setzte eine besondere Einübung vor-
aus. Im griechischen Heere kam die
Gattung der Peltasten duxch Iphi-
krates in Aufnahme.
7. αὐτοὶ ἑαυτῶν. Vgl. Lach. 182
C: πάντα ἄνδρα ἐν πολέμῳ καὶ
ϑαρραλεώτερον καὶ ἀνδρειότερον
ἂν ποιήσειεν αὐτὸν αὑτοῦ οὐκ ὀλέ-
yo αὕτη ἡ ἐπιστήμη.
11. μαινόμενοί εἶσιν: Die Um-
schreibung verlangt der Gegensatz.
12. τοὺς ἀνδρείους: der Accusa-
tiv ist durch Prolepsis zu erklären.
Statt eines Satzes mit ὡς oder ὅτι
(οἱ ϑαρραλέοι εἰσίν), wie das ge-
wöhnlich ist (unten 112 2.4. Kr.
61, 6, 2), folgt ein selbständig ge-
bildeter Satz mit einem von dem
noch einmal zu denkenden λέγεις
abhängigen Infinitiv, zu dem τοὺς
ἀνδρείους als Subjekt aus dem vor-
hergehenden Satz zu entnehmen
und τοὺς ϑαρραλέους als Prädikat
zu fassen ist. Dieses Verhältnis
wird verdunkelt durch die Beifügung
des Artikels, der zwar auch im Prä-
dikat (Kr. 50, 4, 14) zulässig ist,
doch aber auch der Auffassung
Raum giebt, daß τοὺς θαρραλέους
Subjekt und das Prädikat aus τοὺς
ἀνδρείους zu entnehmen sei. Diese
Auffassung weist Pr. entschieden
zurück. — Wie λέγεις zu verstehen
- ist, zeigt νῦν in der Antwort des
Pr. Vgl. Gorg. 4890: οὐ πάλαι σοι
λέγω, ὅτι ταὐτόν φημι εἶναι τὸ
βέλτιον καὶ τὸ κρεῖττον; Kr. ὅ8,
1, 2.*
‚2.
15. ἐκεῖ bezieht sich auf den zu-
erst (A) gesetzten Fall. *
17. Οὐ καλῶς μνημονεύεις. Pro-
tagoras beruft sich darauf, daß ein
allgemein bejahendes kategorisches
Urteil nicht rein umkehrbar ist,
wenn nicht Subjekt und Prädikat
sich decken, was in dem vorliegen-
den Falle (C) nicht gilt. Um aber
den von ὃ. aufgestellten Schluß-
satz zu gewinnen, mußte der Ober-
satz ol ἀνδρεῖοι θαρραλέοι umge-
kehrt werden, was nicht zulässig
C
112
IIAAT2NOZ
eis, ὦ Σώκρατες, & ἔλεγόν τε καὶ ἀπεκρινόμην σοι. ἔγωγε ἐρω-
τηϑεὶς ὑπὸ σοῦ, εἰ οἵ ἀνδρεῖοι ϑαρραλέοι εἰσίν, ὡμολόγησα᾽ εἰ
ὃὲ καὶ ol ϑαρραλέοι ἀνδρεῖοι, οὐκ ἠρωτήϑην᾽ εἰ γάρ με τοῦτο
ἤρου, εἶπον ἂν ὅτι οὐ πάντες" τοὺς δὲ ἀνδρείους ὡς οὐ ϑαρρι-
λέοι εἰσίν, τὸ ἐμὸν ὁμολόγημα, οὐδαμοῦ ἐπέδειξας ὡς οὐκ ὀρϑῶς 5
ὡμολόγησα. ἔπειτα τοὺς ἐπισταμένους αὐτοὺς ἑαυτῶν ϑαρρα-
λεωτέρους ὄντας ἀποφαίνεις καὶ μὴ ἐπισταμένων ἄλλων, καὶ ἐν
τούτῳ οἴει τὴν ἀνδρείαν καὶ τὴν σοφίαν ταὐτὸν εἶναι" τούτῳ
δὲ τῷ τρόπῳ μετιὼν καὶ τὴν ἰσχὺν οἰηϑείης ἂν εἶναι σοφίαν.
ist. Protagoras könnte also mit
Recht seine Behauptung aufrecht
erhalten und die Richtigkeit des
von S. darauf begründeten Schlusses
bestreiten, wenn dabei nicht über-
sehen wäre, daß auch folgender
Satz zugegeben ist: οἵ ἄνευ ἐπι-
στήμης ϑαρραλέοι οὐκ ἀνδρεῖοί εἰσιν.
Dieser Satz setzt ein disjunktives
Urteil voraus, etwa in der Form:
οἵ ϑαρραλέοει ἢ ἐπιστήμονες ἢ
ἀνεπιστήμονες. Darauf kann dann,
wenn jener von Pr. zugegebene
Satz gilt, durch den modus tollendo
ponens der Schluß begründet wer-
den: also sind οἵ μετ᾽ ἐπιστήμης
ϑαρραλέοι ἀνδρεῖοι, oder die &mı-
‚ornun gehört als notwendiges Merk-
mal zu dem Begriff der ἀνδρεία.
Mehr wollte S. auch nicht sagen
mit seinem Schluß ἡ σοφέα av ἄν-
δρεέα ein.
4. ὡς οὐ θαρραλέοι: negativ,
weil nach der Meinung des Prota-
goras Sokrates Aufgabe war zu
zeigen, daß die Tapferen nicht
kühn seien. Es läßt sich gramma-
tisch mit οὐδαμοῦ ἐπέδειξας ver-
binden, vor welches sich aber nach
der Lebhaftigkeit der griech. Rede
τὸ ἐμὸν ὁμολόγημα (wohl als Ap-
position, nicht als absoluter Accu-
sativ nach Analogie von τὸ Asyo-
μενον u.a. anzusehen) hineinschiebt,
obwohl die Behauptung des Prot.
nach dem Vorhergehenden positiv
(ὡς ϑαρραλέοι εἰσίν) zu fassen ist,
weswegen noch ὡς... ὡμολόγησα,
auch von&red.abhängig beigefügtist.
6. ἔπειτα: mit Übergehung jener
Frage und dieses Beweises, also
in der Voraussetzung, ich hätte
beide Begriffe identifiziert.
7. ἀποφαίνεις, obwohl Pr. selbst
diese Folgerung aussprach, weil er
es ja doch nur im Sinne des ὃ.
(εἰ τοῦτο £nreig) that.
9. μετιών: zu diesem Verbum
gehört das Subst. μέϑοδος, daher
ετιέναι: methodisch verfahren.
ieser Teil der Entgegnung des
Pr. läßt sich mit der oben 334 A
C ihm in den Mund gelegten ver-
gleichen, zeichnet sich aber vor
derselben durch einen Anflug von
dialektischer Methode aus. Pr. will
die Unrichtigkeit des von δ. gebil-
deten Schlusses durch einen diesem
nachgebildeten Paralogismus dar-
thun, der indessen diesem Zweck
nicht genügt, weil in demselben
dem von Protagoras gemachten
Zugeständnis (s. oben zu C 111, 17)
nichts entspricht, indem nicht eben
so gesagt werden kann οἱ ἄνευ
ἐπιστήμης δυνατοὶ οὐκ ἰσχυροί εἶσιν.
Daher kann hier nicht geschlossen
werden, daß nur Kraft und Ver
stand gepaart Stärke sei, oder
Stärke nicht ohne Verstand gedacht
werden könne, während dort der
Schluß allerdings zulässig ist, daß
nur mit Verstand gepaart Dreistig-
keit Tapferkeit sei oder Tapferkeit
ohne Verstand nicht denkbar sel.
Dieses richtige Ergebnis wird zwar
hier nicht weiter entwickelt, viel-
mehr ein neuer Weg eingeschlagen,
ist aber doch nicht verworfen, in-
dem es unten (860D), nur besser
begründet und genauer bestimnt,
wiederkehrt.
er 2
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (850. 351)
πρῶτον μὲν γὰρ εἰ οὕτω ᾿μετιὼν ἔροιό με εἰ ol ἰσχυροὶ δυνατοί
118
εἰσι, φαίην av’ ἔπειτα, εἰ οἵ ἐπιστάμενοι παλαίειν δυνατώτε-
ροί εἰσιν τῶν μὴ ἐπισταμένων παλαίειν καὶ αὐτοὶ αὑτῶν, ἐπει-
δὰν μάϑωσιν, ἢ πρὶν μαϑεῖν, φαίην ἄν" ταῦτα δὲ ἐμοῦ ὁμολο-
ὅ γήσαντος ἐξεέη ἄν σοι χρωμένῳ τοῖς αὐτοῖς τεκμηρίοις τούτοις
λέγειν ὡς κατὰ τὴν ἐμὴν ὁμολογίαν ἡ σοφία ἐστὶν ἰσχύς. ἐγὼ
δὲ οὐδαμοῦ οὐδ᾽ ἐνταῦϑα ὁμολογῶ τοὺς δυνατοὺς ἰσχυροὺς εἷ-
ναι, τοὺς μέντοι ἰσχυροὺς δυνατούς" οὐ γὰρ ταὐτὸν εἶναι ÖV-351
γαμέν τε καὶ ἰσχύν, ἀλλὰ τὸ μὲν καὶ ἀπὸ ἐπιστήμης γίγνεσθαι,
Ι) τὴν δύναμιν, καὶ ἀπὸ μανίας τὸ καὶ ἀπὸ ϑυμοῦ, ἰσχὺν δὲ ἀπὸ
φύσεως καὶ εὐτροφίας τῶν σωμάτων. οὕτω δὲ κἀκεῖ οὐ ταὐτὸν
εἶναι ϑάρσος τε καὶ ἀνδρείαν᾽ ὥστε συμβαίνει τοὺς μὲν ἀν-
δρείους ϑαρραλέους εἶναι, μὴ μέντοι τούς γε ϑαρραλέους ἀν-
δρείους πάνταρ᾽ ϑάρσος μὲν γὰρ καὶ ἀπὲ τέχνης γέγνεται ἀν-
15 ϑρώποις καὶ ἀπὸ ϑυμοῦ τε καὶ ἀπὸ μανίας, ὥσπερ ἡ δύναμις,
ἀνδρεία δὲ ἀπὸ φύσεως καὶ εὐτροφίας τῶν ψυχῶν γίγνεται.
5. τούτοις nicht von τοῖς αὐτοῖς
(Kr. 48, 18, 8) regiert, sondern mit
demselben zueiner Einheit(Kr.50,11,
19) = τούτοις τοῖς αὐτοῖς verbunden.
7. οὐδ᾽ ἐνταῦϑα: d.h. so wenig
als oben, daß u. s. w.
8. τὴν δύναμιν: Epexegese zu
τὸ μέν. Vgl. Gorg. 501A: ἡ μὲν
καὶ λόγον ἔχει δοῦναι, ἡ ἰατρική, ἡ
δὲ ἑτέρα κτέ. Hier tritt an die
Stelle des letzteren das Nomen.
16. ἀνδρεία: diese wird von Pr.
analog der ἐσχύς bestimmt und da-
mit auf ein Leib und Seele umfas-
sendes System hingewiesen, das
einigermaßen an das von Sokrates
im Gorgias (464B) aufgestellte er-
innert, aber nur durch eine voll-
ständige Klassifikation zur wissen-
schaftlichen Klarheit gebracht wer-
den könnte. Da nun die εὐτροφέα
ψυχῆς nur in der Versorgung mit
der der Seele zukommenden Nah-
rung und diese hinwiederum nur in
Kenntnissen (μαϑήματα 313C) be-
stehen kann, so nimmt Pr. neben
der Naturanlage (φύσις) ein der
πιστήμη verwandtes Element an,
welches durch Erziehung und Un-
terricht (παιδεία) gewonnen wird,
eine Ansicht, die zwar der von Pla-
Platons ausgew. Dialoge. IV.
ton im dritten Buch des Staates
aufgestellten nicht widerstreitet, da-
gegen mit der von Prot. selbst
849 Ὁ geäußerten wenig im Ein-
klang steht, er müßte denn hier
ἀπὸ φύσεως καὶ εὐτροφίας in dem
Sinne von ἢ ἀπὸ φ. ἢ. ἀπ᾽ euro.
verstehen, was nicht wahrschein-
lich ist. Unklar ist auch, wie sich
Pr. das Verhältnis von ϑυμός und
τέχνη (ἐπιστήμη) τὰ φύσις und εὖ-
τροφία
so daß ἡ ἀπὸ ϑυμοῦ καὶ ἀπ᾽ ἐπι-
στήμης γιγνομένη δύναμις Auch als
σχύς, hier τὸ ἀπὸ ϑυμοῦ καὶ
τέχνης γιγνόμενον θάρσος auch ala
ἀνδρεία gefaßt werden könnte und
von jener nur ἡ ἀπὸ μανίας γ.
δύναμις, und von dieser nur τὸ
ἀπὸ μανίας γ.ϑάρσος ausgeschlossen
wäre, oder ob er ϑυμός etwa in
dem Sinne von Zorn, Leidenschaft
faßt, wofür die engere Verbindung
mit μανέα durch τὲ καί spricht,
und also auch wohl τέχνη (ἐπιστήμη)
nicht als Wirkung der εὐτροφέα
denkt, indem die εὐτροφέα σώματος
‚wohl nur auf die Versorgung mit
leiblicher Nahrung, nicht auf die
γυμναστική, etwa in dem Sinne,
wie im Kriton 47B und Gorg. 452B
8
-
gedacht hat, ob identisch,
E
114
a
THAAT2NOZE
XXXV. Adysız δέ τινας, ἔφην, ὦ Πρωταγόρα, τῶν ἀνϑρώ-
πῶν εὖ ξῆν, τοὺς δὲ κακῶς; Ἔφη. Ag οὖν δοκεῖ σοι ἄνϑρωπος
ἂν εὖ ξῆν, εἰ ἀνιώμενός τὸ καὶ ὀδυνώμενος fan; Οὐκ ἔφη.
Τί δ᾽ εἰ ἡδέως βιοὺς τὸν βίον τελευτήσειεν, οὐκ εὖ ἄν σοι δο-
κοῖ οὕτως βεβιωκέναι; Ἔμοιγ᾽, ἔφη. Τὸ μὲν ἄρα ἡδέως ζῆν ὕ
ἀγαϑόν, τὸ δ᾽ ἀηδῶς κακόν; Εἴπερ τοῖς καλοῖς γ᾽, ἔφη, tan
ἡδόμενος. Τί δή, ὦ Πρωταγόρα; μὴ καὶ σύ, ὥσπερ ol πολλοί,
ἡδέα ἅττα καλεῖς κακὰ καὶ ἀνιαρὰ ἀγαϑά; ἐγὼ γὰρ λέγω, nad’
ὃ ἡδέα ἐστίν, apa κατὰ τοῦτο οὐκ ἀγαϑά, μὴ εἴ τι ἀπ’ αὐτῶν
ἀποβήσεται ἄλλο; καὶ αὖϑις αὖ τὰ ἀνιαρὰ ὡσαύτως οὕτως οὐ 1
καθ᾽ ὅσον ἀνιαρά, κακά; Οὐκ οἶδα, ὦ Σώκρατες, ἔφη, ἁπλῶς
οὕτω, ὡς σὺ ἐρωτᾶς, εἰ ἐμοὶ ἀποκριτέον ἐστίν, ὡς τὰ ἡδέα τε
ἀγαϑά ἐστιν ἅπαντα καὶ τὰ ἀνιαρὰ κακά᾿ ἀλλά μοι δοκεῖ οὐ
μόνον πρὸς τὴν νῦν ἀπόκρισιν ἐμοὶ ἀσφαλέστερον εἶναι ἀπο-
κρίνασϑαι, ἀλλὰ καὶ πρὸς πάντα τὸν ἄλλον βέον τὸν ἐμόν, ὅτι 1b
von der Thätigkeit des παιδοτρίβης
gesprochen wird, hinweist.
1. Adysıg κτέ. 8. läßt den ver-
suchten indirekten Beweis, der we-
nigstens nicht zu valler Klarheit
des Ergebnisses gebracht worden
ist, fallen, ohne die Irrtümer der
versuchten Widerlegung saufzu-
decken, und schlägt einen neuen
Weg der Beweisführung ein. Er
geht dabei voh dem Begriffe ev
£nv aus, den er aber nicht, wie im
Kriton 48 B als καλῶς καὶ δικαίως,
sondern, entsprechend der gewöhn-
lichen Ansicht (s. d. Bem. z. d. St.),
als ἡδέως ξῆν faßt.
5. Τὸ μὲν ἄρα κτέ. Auch diese
Folgerung ist im Ton der Frage
gesprochen zu denken, indem die
Zustimmung des Pr. erwartet wird.
6. Εἴπερ τοῖς καλοῖς. Diese Re-
striktion aus dem Munde des Prot.
hat keinen tieferen Grund; sie soll
ihn nur eventuell decken. Sokrat.
beschränkt deshalb die Begriffe
angenehm und gut auf sich, indem
er die Rücksicht auf die Folgen
bestimmter Dinge und Hand-
lungen, auf die der Begriff an-
genehm übertragen wird, abschnei-
et.
7. un ... ἀγάϑά: läßt die Ant-
wort Nein erwarten. Vgl. Apol.
28 A: μὴ ᾿Αχιλλέα οἴει φροντίσαι
ϑανάτου καὶ κινδύνου:
9. μὴ εἴ τι are. un ist hier anf-
fallend gebraucht, da eigentlich
λέγω im Gedanken zu wiederholen
ist. Das vorhergehende un καὶ σὺ
»te. scheint einen Einfluß geübt zu
haben. un εἴ τι κτέ. erweckt den
Begriff des Gegenteils ἀλλ᾽ εἰ un τι
ἄλλο. Vgl. zu Krit. 47D πειϑύ-
μενοι un τῇ τῶν ἐπαϊόντων δόξῃ.
11. Οὐκ οἶδα. Prot. versteht wirk-
lich nicht, den Begriff an sich ohne
die daran sich knüpfenden Erschei-
nungen zu fassen. Angstlich wie
er nach den gemachten Erfahrun-
gen ist, wagt er daher nur eine
solche Antwort zu geben, die ohne
nachteilige Konsequenzen sein muß
(εὐλάβεια). Platon deutet aber auch
durch diesen Ausspruch an, daß
das Verhältnis zwischen dem An-
genehmen und Guten noch einer
Benauoren Untersuchung bedürfe.
er Satz von ihrer Identität hat
also für die Beweisführung hier nur
hypothetische Bedeutung —
ἁπλῶς οὕτω gehört dem Sinn nach
zu droxgıreov. Vgl. zu Gorgias
502 A.*
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (351. 352)
115
ἔστι μὲν ἃ τῶν ἡδέων οὐχ ἔστιν ἀγαϑά, ἔστι δ᾽ αὖ καὶ ἃ τῶν
ἀνιαρῶν οὐκ ἔστι κακά, ἔστι δ᾽ ἃ ἔστιν, καὶ τρίτον ἃ οὐδέτερα,
οὔτε κακὰ οὔτ᾽ ἀγαϑά. Ἡδέα δὲ καλεῖς, ἦν δ᾽ ἐγώ, οὐ τὰ ἠδο-
γῆς μετέχοντα ἢ ποιοῦντα ἡδονήν; Πάνυ γ᾽ ἔφη. Τοῦτο τοίνυν E
ὃ λέγω, nad” ὅσον ἡδέα ἐστίν, εἰ οὐκ ἀγαϑά, τὴν ἡδονὴν αὐτὴν
ἐρωτῶν δἰ οὐκ ἀγαθόν ἐστιν. “Ὥσπερ σὺ λέγεις, ἔφη, ἑκάστοτε,
ὦ Σώκρατες, σκοπώμεϑα αὐτό, καὶ ἐὰν μὲν πρὸς λόγον δοκῇ
εἶναι τὸ σκέμμα καὶ τὸ αὐτὸ φαένηται ἡδύ τὸ καὶ ἀγωϑόν, συγ-
χωρησόμεϑα᾽ εἰ δὲ μή, τότε ἤδη ἀμφισβητήσομεν. Πότερον
Ν οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, σὺ βούλει ἡγεμονεύειν τῆς σκέψεως; ἢ ἐγὼ
ἡγῶμαι; Δέκαιος, ἔφη, σὺ ἡγεῖσθαι" σὺ γὰρ καὶ κατάρχεις τοῦ
λόγου. Ag’ οὖν, ἦν δ᾽ ἐγώ, τῇδέ πῃ καταφανὲς ἂν ἡμῖν γέ-852
ψοίτο;: ὥσπερ εἴ τις ἄνϑρωπον σχοπῶν ἐκ τοῦ εἴδους ἢ πρὸς
ὑγίειαν ἢ πρὸς ἄλλο τι τῶν τοῦ σώματος ἔργων, ἐδὼν τὸ πρόσ-
ἰδ πον καὶ τὰς χεῖρας ἄκρας εἴποι ἴϑι δή μοι ἀποκαλύψας καὶ
τὰ στήϑη καὶ τὸ μετάφρενον ἐπίδειξον, ἵνα ἐπισκέψωμαι σαφέ-
στερον᾽ καὶ ἐγὼ τοιοῦτόν τι ποϑῶ πρὸς τὴν σκέψιν ϑεασάμε-
νος ὅτε οὕτως ἔχεις πρὸς τὲ ἀγαϑὸν καὶ τὸ ἡδύ, ὡς φῇς, δέομαι
τοιοῦτόν τι εἰπεῖν᾽ ἴϑι δή μοι, ὦ Πρωταγόρα, καὶ τόδε τῆς
1. ἔστι κτξ. Ob diese Dreiteilung
von Pr. selbst stammt, ist zweifel-
haft, da sie sonst nirgends hezeugt
ist. Vgl. zu 334 A.
2.& (nämlich τῶν ἡδέων καὶ τῶν
ἀνιαρῶν) ἔστιν (Gegensatz von οὐκ
ἔστι) näml. ἀγαϑὰ καὶ κακά.
8. οὐ kann, wie jedes andere
Fragewort, in den Satz hineingesetzt
werden, wodurch der Hauptbegriff
nach dem Fragewort stärker betont
wird. Vgl. die Beisp. bei Kr. 64, 5
und A. 4.
4, μετέχοντα. . ποιοῦντα: der Ge-
genstand kann sich zur ἡδονή
passiv oder aktiv verhalten.
6. ἑκάστοτε: z. B. 848C 349E
Ὁ. 8. a. St.
7. πρὸς λόγον δοκῇ εἶναι: vgl.
848 Ὁ (97, 8) Gorg. 469 Ο: αὐτέκα
ἐπισκεψόμεϑα, ἐάν τι ἡμῖν πρὸς
ύγον ἧ. Hier scheint der Sinn:
wenn das Ergebnis (σκόμμα) der
Untersuchung (σκέψις) entsprechend
ist, d.h. so, wie der folgende Satz
mit καί näher angiebt.
9. ἀμφισβητήσομεν kann hier
nur im Gegensatz von συγχ. also
im Sinn von “bestreiten? d.i. ver-
neinen’ gefaßt werden.
11. Δίκαιος σὺ ἡ. Kr. δῦ, 3. 10.
r die seltene Auslassung von
εἶ 8. zu Gorg. 487 D: ὅτι γε οἷος
παρρησιάξεσϑαι, αὐτὸς φῇς.
κατάρχεις: du bist der Anfänger,
Urheber. Zu Kr. 53, 1, 8.
18. εἴ τις ἄνϑρωπον κτέ. 8. denkt
wohl an eine Untersuchung von
Seiten eines γυμναστικός.
15. τὰς χεῖρας ἄκρας. ‘Gemeint
sind die ganzen Hände (nicht die
Fingerspitzen), die man bloß trug,
im Gegensatz zu den Armen,
welch’ letztere Bedeutung χεῖρες
bei Homer oft hat. Über die Stel-
lung des Artikels s. Kr. 50, 11 u.
. ὅ.
17. καὶ ἐγώ enthält das Korrelat
zu ὥσπερ τις oben (Z. 13). Der
Nachsatz zu εἰ... einoı bleibt un-
ausgesprochen. Vgl. zu 829 B (67,
8*
116 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
B διανοίας ἀποχάλυψον᾽ πῶς ἔχεις πρὸς ἐπιστήμην; πότερον καὶ
τοῦτό σοι δοκεῖ ὥσπερ τοῖς πολλοῖς ἀνθρώποις, ἢ ἄλλως; do-
κεῖ δὲ τοῖς πολλοῖς περὶ ἐπιστήμης τοιοῦτόν τι, οὐκ ἰσχυρὸν
οὐδ᾽ ἡγεμονικὸν οὐδ᾽ ἀρχικὸν εἶναι" οὐδὲ ὡς περὶ τοιούτου av-
τοῦ ὄντος διανοοῦνται, ἀλλ᾽ ἐνούσης πολλάκις ἀνθρώπῳ ἐπιστή-
ung οὐ τὴν ἐπιστήμην αὐτοῦ ἄρχειν, ἀλλ᾽ ἄλλο τι, τοτὲ μὲν ϑυμόν,
τοτὲ δὲ ἡδονήν, τοτὲ δὲ λύπην, ἐνίοτε δὲ ἔρωτα, πολλάκις δὲ φύ-
c βον, ἀτεχνῶς διανοούμενοι περὶ τῆς ἐπιστήμης, ὥσπερ περὶ ἀν-
δραπόδου; περιελκομένης ὑπὸ τῶν ἄλλων ἁπάντων. ἀρ᾽ οὖν καὶ
σοὶ τοιοῦτόν τι περὶ αὐτῆς δοκεῖ, ἢ καλὸν τε εἶναι ἡ ἐπιστήμη
καὶ οἷον ἄρχειν τοῦ ἀνθρώπου, καὶ ἐάνπερ γιγνώσκῃ τις τά-
γαϑὰ καὶ τὰ κακά, μὴ ἂν κρατηϑῆναι ὑπὸ μηδενός, ὥστε ἄλλ᾽
ἅττα πράττειν ἢ ἂν ἡ ἐπιστήμη κελεύῃ, ἀλλ᾽ ἱκανὴν εἶναι τὴν
φρόνησιν βοηϑεῖν τῷ ἀνθρώπῳ; Καὶ δοκεῖ, ἔφη, ὥσπερ σὺ λέ-
Ὁ γεις, ὦ Σώκρατες, καὶ ἅμα, εἴπερ τῷ ἄλλῳ, αἰσχρόν ἐστι καὶ
ἐμοὶ σοφίαν καὶ ἐπιστήμην μὴ οὐχὶ πάντων κράτιστον φάναι
εἶναι τῶν ἀνθρωπείων πραγμάτων. Καλῶς γε, ἔφην ἐγώ, σύ
λέγων καὶ ἀληϑῆ. οἶσϑα οὖν ὅτι ol πολλοὶ τῶν ἀνθρώπων ἐμοί
τε καὶ σοὶ οὐ πείϑονται, ἀλλὰ πολλούς φρόι γιγνώσκοντας τὰ
7) und 3868) (80, 20) und 8448
(98, 17).
1. καὶ τοῦτο: mit Rücksicht auf
σεται noch mehr dem Sprachge-
brauch entspräche.
13. ἂν ἡ ἐπιστήμη. Der Sokrat.
die 851 C angegebene und von Pr.
geteilte Ansicht.
2. τοῖς π. ἀνθρώποις, wie 868 A.
Gorg. 475 Ὁ. Gewöhnlich fehlt
&r de. bei οἵ πολλοί. Vgl. Kr. 50,
4, 12. Ebenso unten οὗ ἄνθρωποι
allein. |
8. τοιοῦτόν τι, das folgende
οὐκ... εἶναι ankündigend. Die
drei Ausdrücke enthalten eine
κλίμαξ zur Bezeichnung deseinen Be-
griffs der herrschenden Stellung
der ἐπιστήμη. — Der Herrschaft der
Erkenntnis wird die der Leiden-
schaften gegenübergestellt mit Be-
zug auf 360 E—351B. Die ἡδονή
tritt hiernach auch in einen Gegen-
satz zur ἐπιστήμη; φόβον nennt
Sokr. als Gegensatz zu ϑάρσος und
ἀνδρεία. ᾿
12. ἂν κρατηϑῆναι aus κρατηϑείη
ἄν hervorgegangen, obwohl nach
ἐὰν yıyv. die Apodosis οὐ κρατηϑη-
Satz, daß niemand freiwillig
Böses thue, wird hier genauer ent-
wickelt. Vgl. zu 345 A.B. C.*
14. Bon®eiv setzt hier den Tropus
von κρατηϑῆναι fort.
15. αἰσχρόν ἐστι καὶ ἐμοί: per-
sönlicher Gesichtspunkt. Vgl. zu
830 A (69, 2), Gorg. 458D. Die
Bedeutung für die Untersuchung
hat er dabei nicht im Auge. Das
καί vor ἐμοί nach εἴπερ τῳ ἄλλῳ,
dem selbst ebenso wie Vergleichun-
gen καί vor ἄλλῳ beigefügt sein
könnte, während die beiden vorher-
gehenden καί in gegenseitiger Be-
ziehung zu einander stehen. Die
Verneinung ist durch μὴ οὐχὲ aus-
gedrückt nach αἰσχρόν, dessen Be-
iff etwas Verneinendes enthält.
. Kr. 67, 12, 6.
18. λέγων: schließt sich an das
aus der vorhergehenden Äußerung
|
IIPQTATOPAZ (352. 853)
117
βέλτιστα οὐκ ἐθέλειν πράττειν, ἐξὸν αὐτοῖς, ἀλλὰ ἄλλα πράτ-
τειν καὶ ὅσους δὴ ἐγὼ ἠρόμην ὅτι ποτὲ αἴτιόν ἐστι τούτου,
ὑχὸ ἡδονῆς φασιν ἡττωμένους ἢ λύπης ἢ ὧν νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον E
ὑπό τινος τούτων χρατουμένους ταῦτα ποιεῖν τοὺς ποιοῦντας.
6 Πολλὰ γὰρ οἶμαι, ἔφη, ὦ Σώκρατες, καὶ ἄλλα οὐκ ὀρϑῶς λέ-
γουσιν οὗ ἄνθρωποι. Ἴ1ϑι δὴ μετ᾽ ἐμοῦ ἐπιχείρησον πείθειν
τοὺς ἀνθρώπους καὶ διδάσκειν 6 ἐστιν τοῦτο τὸ πάϑος, ὅ φασινβ8ὅ8
ὑπὸ τῶν ἡδονῶν ἡττᾶσθαι καὶ οὐ πράττειν διὰ ταῦτα τὰ βέλ-
τιστα, ἐπεὶ γιγνώσκειν γε αὐτά. ἴσως γὰρ ἂν λεγόντων ἡμῶν
ι0 ὅτι οὐκ ὀρθῶς λέγετε, ὦ ἄνϑρωποι, ἀλλὰ ψεύδεσϑε,. ἔροιντ᾽ ἂν
ἡμᾶς" ὦ Πρωταγόρα τε καὶ Σώκρατες, εἰ μὴ ἔστιν τοῦτο τὸ πά-
ϑημα ἡδονῆς ἡττᾶσϑαι, ἀλλὰ τί ποτ᾽ ἐστίν, καὶ τί ὑμεῖς αὐτό
φατε εἶναι; εἴπατον ἡμῖν. Τί δέ, ὦ Σώκρατες, δεῖ ἡμᾶς σκο-
πεῖσϑαι τὴν τῶν πολλῶν δόξαν ἀνθρώπων, ol ὅτι ἂν τύχωσι
ἐδ τοῦτο λέγουσιν; Οἶμαι, ἦν δ᾽ ἐγώ, εἶναί τι ἡμῖν τοῦτο πρὸς τὸ Β
ἐξευρεῖν περὶ ἀνδρείας, πρὸς τἄλλα μόρια τὰ τῆς ἀρετῆς πῶς
ποτ᾽ ἔχει. εἰ οὖν σοι δοκεῖ ἐμμένειν οἷς ἄρτι ἔδοξεν ἡμῖν, ἐμὲ
ἡγήσασϑαι, N οἶμαι ἂν ἔγωγε κάλλιστα φανερὸν γενέσϑαι, ἕπου"
εἰ δὲ μὴ βούλει, εἴ σοι φίλον, ἐῶ χαίρειν. ᾽4λλ᾽ ἔφη, ὀρϑῶς
40 λέγεις" καὶ πέραινε ὥσπερ ἤρξω.
ΧΧΧΥ͂Ι. Πάλιν τοίνυν, ἔφην ἐγώ, εἰ ἔροιντο ἡμᾶς" τί οὖν C
φατε τοῦτο εἶναι, ὃ ἡμεῖς ἥττω εἶναι τῶν ἡδονῶν ἐλέγομεν; εἴ-
9 Ἃ \ 9 x
ποιν ἂν ἔγωγε πρὸς αὕτους
des Pr. zu entnehmende φής an.
Vgl. zu 310 C (27, 6).
6. Πολλὰ κτὲ. Damit möchte Pr.
die Sache abgemacht haben. Vgl.
unten Z. 18 ff.
7. ὅ φασιν: was sie bezeichnen
mit dem Ausdruck ὑπὸ τῶν ἡἦδο-
νῶν ἡττᾶσϑαι. Dieser verhält sich
grammat. als Präd. zu 0. Die Er-
g hat aus der Natur der
Sache den Irrtum nachzuweisen,
der in dem Ausdrucke liegt.
8. οὐ beim Inf., wie gewöhnlich
nach φάναι.
διὰ ταῦτα: auf ὑπὸ τ. ἡ. ἧ. zu
beziehen wie nach einem Particip
(ἡττωμένους οὐ ze. διὰ τὺ Der
Plural von Demonstr. und Relativen
öfter auf Inf. oder Partic. bezogen.
9. γιγνώσκειν. Kr. 55, 4, 9.
ὡδί. ἀκούετε δή᾽ πειρασόμεϑα
14. τ. π. ἄνθο. 5. zu 882 Β. ὅτι
ἂν τύχωσι wie ὁ τυχὼν... τὰ τυ-
χόντα: das erste beste. Auch So-
krates drückt sich ähnlich über die
Menge aus Krit. 44 D: ποιοῦσι τοῦ-
To ὅτι ἂν τύχωσιν. er die Er-
nzung s. Kr. 56, 4, 2. — Über
ie Absicht des Pr. s. oben zu
852 E 2.5.
16. περὶ ἀνδρείας: proleptisches
Objekt; könnte auch ἀνδρείαν
heißen. Kr. 68, 31,2. Das eigent-
liche Obj. ist der folgende Frage-
satz,
19. εἰ δὲ un βούλει: erg. ἔπε-
σϑαι. εἴ σοι φίλον: erg. χαίρειν ἐᾶν.
Der zweite Satz mit εἴ gehört zur
Apodosis: a: (b: A).
22. ἐλέγομεν: hier deutliche Be-
ziehung auf die frühere Aussage;
sonst könnte auch λέγομεν stehen.
118
IIAATR2NOZ
γὰρ ὑμῖν ἐγώ τὸ καὶ Πρωταγόρας φράσαι. ἄλλο τι γάρ, ὦ ἄν-
ϑρωποι, φατὲ ὑμῖν τοῦτο γίγνεσθαι ἐν τοῖσδε, οἷον πολλάκις
ὑπὸ σίτων καὶ ποτῶν καὶ ἀφροδισίων χρατούμενοι ἡδέων ὄν-
τῶν. γιγνώσκοντες ὅτι πονηρά ἐστυν, ὅμως αὐτὰ πράττειν;
Doisv ἄν. Οὐκοῦν ἐροίμεϑ᾽ ἂν αὐτοὺς ἐγώ τε καὶ σὺ πάλιν 5
D πονηρὰ δὲ αὐτὰ πῇ φατε εἶναι; πότερον ὅτι τὴν ἡδονὴν ταύ-
την ἐν τῷ παραχρῆμα παρέχει καὶ ἡδύ ἐστιν ἕκαστον αὐτῶν, ἢ
ὅτι εἰς τὸν ὕστερον χρόνον νόσους τὸ ποιεῖ καὶ πενίας καὶ ἄλλα
τοιαῦτα πολλὰ παρασκευάξει; ἢ κἂν εἴ τι τούτων εἰς τὸ ὕστε-
ρον μηδὲν. παρασκευάξει, χαίρειν δὲ μόνον ποιεῖ, ὅμως δ᾽ ἂν ni
κακὰ ἦν, ὅτι μαϑόντα χαίρειν ποιεῖ καὶ ὁπῃοῦν; ap’ οἰόμεϑ᾽ 1
ἂν αὐτούς, ὦ Πρωταγόρα, ἄλλο τι ἀποκρένασϑαι, ἢ ὅτι οὐ κατὰ
τὴν αὐτῆς τῆς ἡδονῆς τῆς παραχρῆμα ἐργασίαν κακά ἐστιν,
E ἀλλὰ διὰ τὰ ὕστερον γιγνόμενα, νόσους τε καὶ τἄλλα; Ἐγὼ μὲν
οἶμαι, ἔφη ὁ Πρωταγόρας, τοὺς πολλοὺς ἂν ταῦτα ἀποκρίνα-
σϑαι. Οὐκοῦν νόσους ποιοῦντα ἀνίας ποιεῖ, καὶ πενίας ποι-
οὔντα ἀνίας ποιεῖ; ὁμολογοῖεν ἄν, ὡς ἐγώμαι. Συνέφη ὁ Πρω-
tayogas. Οὐκοῦν φαίνεται, ὦ ἄνϑρωποι, ὑμῖν, ὥς φαμεν ἐγώ
τε καὶ Πρωταγόρας, δι᾿ οὐδὲν ἄλλο ταῦτα κακὰ ὄντα, ἢ διότι
εἰς ἀνίας τε ἀποτελευτᾷ καὶ ἄλλων ἡδονῶν ἀποστερεῖ; ὁμολο-
1. ἄλλο τι, ποῖ ἄλλο τι ἤ (Apol.
240) = nicht wahr? Kr. 62, 8, 8.
2. olov ... πράττειν: abhängig
von φατέ, epexegetisch zu τοῖσδε.
κρατούμενοι zu dem Subjekt von
φατέ konstruiert. Zu bemerken ist,
daß Sokrates den Begriff der ἧδο-
vn auf sinnliche Genüsse be-
schränkt.*
6. πῇ: umgestellt, um den Be-
griff πονηρά hervortreten zu lassen.
Vgl. oben B (117, 16), und 851 ἢ
(115, 8).
9. ἢ κἂν κτξ. spitzt: die vorher-
gehende disj. Frage bestimmter zu;
für πονηρά der Hauptfrage tritt
jedoch κακά ein. ἂν ἦν, weil in
dem angenommenen Falle diese
Folgerung nicht zulässig wäre. Vgl.
zu Apol. 88CD u. Kr. 54, 12, 7,
besonders das Beispiel aus Xen.
Hier. 19. Gewöhnlicher wie 354D.
E. oder Apol. 80 Β. εἰ ταῦτα λέγων
διαφϑείρω τοὺς νέους, ταῦτα ἂν
εἴη βλαβερά. Das τὶ nach εἴ wird
durch das folgende μηδέν wieder
aufgenommen. Über de nach ὕμως
8. zu 326 D (61, 5).*
11. ὅτι μαϑόντα: eine Formel
(direkt τέ μαϑών), welche nach
dem inneren Grunde einer Hand-
lung fragt — meist mit Verwun-
derung oder Mißbilligung. Vgl.
Apol. 86B: τέ ἄξιός εἶμι παϑεῖν
ἢ ἀποτῖσαι, ὅτι μαϑὼν ἐν τῷ βίῳ
οὐχ ἡσυχίαν ἦγον, eigentlich: “was
fällt mir ein, daß ich,’ das ist 80-
viel als ‘weil’ (direkt warum). Vgl.
das veraltete ‘wasmaßen’ im D.
Ähnlich τί (ὅτ) παϑών; Die Frage
ist: sind die sinnlichen Genüsse
böse, aus welchem Grunde und wie
immer sie Freude erregen d. i. sind
sie a unbedingt und unterschieds-
08
12. κατὰ (τὴν... ἐργασίαν)
drückt den Gesichtspunkt aus, wel-
cher für das Urteil maßgebend ist.
Vgl. u. 8640) (119, 21): κατ᾽ ἄλλο
τι αὐτὸ τὸ χαίρειν κακὸν καλεῖτε.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (858. 364)
γοῖεν ἄν; Zivvedoxsı ἡμῖν ἀμφοῖν. Οὐκοῦν πάλιν ἂν αὐτούῦςϑ8δ4
119
τὸ ἐναντίον εἰ ἐροίμεϑα᾽ ὦ ἄνθρωποι οἵ λέγοντες αὖ ἀγαϑὰ
ἀνιαρὰ εἶναι, ἄρα οὐ τὰ τοιάδε λέγετε, οἷον τά τε γυμνάσια καὶ
τὰς στρατείας καὶ τὰς ὑπὸ τῶν ἰατρῶν ϑεραπείας τὰς διὰ καύ-
ὅ σεών τε καὶ τομῶν καὶ φαρμακειῶν καὶ λιμοκτονιῶν γιγνομέ-
νας, ὅτι ταῦτα ἀγαϑὰ μέν ἐστιν, ἀνιαρὰ δέ; φαῖεν ἄν; Zuv-
ἐδόκει. Πότερον οὖν κατὰ τόδε ἀγαϑὰ αὐτὰ καλεῖτε, ὅτι ἐν τῷ Β
παραχρῆμα ὀδύνας τὰς ἐσχάτας παρέχει καὶ ἀλγηδόνας, ἢ ὅτι
εἰς τὸν ὕστερον χρόνον ὑγίειαί τὲ ἀπ᾽’ αὐτῶν γίγνονται καὶ 8V-
10 ἐξίαι τῶν σωμάτων καὶ τῶν πόλεων σωτηρίαι καὶ ἄλλων ἀρχαὶ
καὶ πλοῦτοι; φαῖεν ἄν, ὡς ἐγώμαι. Συνεδόκει. Ταῦτα δὲ
ἀγαϑά ἐστι δι᾽ ἄλλο τι, ἢ ὅτι εἰς ἡδονὰς ἀποτελευτᾷ καὶ λυπῶν
ἀπαλλαγάς τε καὶ ἀποτροπάς; ἢ ἔχετέ τι ἄλλο τέλος λέγειν, εἰς
ὃ ἀποβλέψαντες αὐτὰ ἀγαϑὰ καλεῖτε, ἀλλ᾽ ἢ ἡδονάς τε καὶ λύπας;
35 οὐχ ἂν φαῖεν, ὡς ἐγῴμαι. Οὐδ᾽ ἐμοὶ δοκεῖ, ἔφη 6 Πρωταγόρας.
Οὐχοῦν τὴν μὲν ἡδονὴν διώκετε ὡς ἀγαθὸν ὄν, τὴν δὲ λύπην
φεύγετε ὡς κακόν; Συνεδόκει. Τοῦτ᾽ ἄρα ἡγεῖσθ᾽ εἶνας κα-
κόν, τὴν λύπην, καὶ ἀγαϑὸν τὴν ἡδονήν, ἐπεὶ καὶ αὐτὸ τὸ χαί-
ρειν τότε λέγετε κακὸν εἶναι, ὅταν μειξόνων ἡδονῶν ἀποστερῇ
ἢ ὅσας αὐτὸ ἔχει, ἢ λύπας μείξους παρασκευάζῃ τῶν ἐν αὐτῷ
ἡδονῶν᾽ ἐπεὶ εἰ κατ᾽ ἄλλο τι αὐτὸ τὸ χαίρειν κακὸν καλεῖτε καὶ
εἰς ἄλλο τι τέλος ἀποβλέψαντες, ἔχοιτε ἂν καὶ ἡμῖν εἰπεῖν" ἀλλ᾽
οὐχ ἕξετε. Οὐδ᾽ ἐμοὶ δοκοῦσιν, ἔφη ὁ Πρωταγόρας. "AAlo τι
οὖν πάλιν καὶ περὶ αὐτοῦ τοῦ λυπεῖσθαι 6 αὐτὸς τρόπος; τότε
1. πάλιν ἂν art. Das voran-
geschickte ἄν deutet auf den Nach-
satz, in dem es wiederholt wird.*
2. αὖ ἀγαθὰ re. Vgl. 853 C
(118, 6) πονηρὰ κτέ.
3. τὰ τοιάδε, durch οἷον .. yıyvo-
μέναρ. ausgeführt, und S. 119, 6
in ταῦτα nach ὅτι wieder aufge-
nommen. Ebenso ἄν oben Z.1, in
. 6,
γυμνάσια: insofern sie als An-
strengungen (πόνοι) auch Ermüdung
oder Erschöpfung verursachen.
4. καύσεών τε καὶ τομῶν stehen
unter sich in engerer Beziehung,
indem sie (wie häufig die Verba
εἰν und τέμνειν, vgl. Gorg. 456
B) die beiden Hauptarten chirurgi-
scher Operation darstellen.
5. λιμοκτονιῶν: in medizin. Sinne
seit Hippokrates Hungerkur.
10. ἄλλων ἀρχαί: objektiver Genet.
Vgl. Gorg. 514 A: ἀρχήν τινων. Man
rechnete dies gemeinhin zu den
höchsten Gütern.
11. φαῖεν ἄν bejaht das zweite
Glied mit 7, durch welches 8. die
Antwort an die Hand giebt.
Ταῦτα faßt neutral die vorher-
genannten Zustände, ὑγίεια bis
«Λλοῦτοι, zusammen.
14. ἀλλ᾽ ἢ ἡδονάς: vgl. 356 A
und 329 D.*
21. εἰ... καλεῖτε: zu 853 D (118,
9)
22. ἄλλο τι: zu 868 Ὁ (118, 1).
94, ὁ αὐτὸς τρόπος wie ὃ αὐτὸς
120
JIIAAT2NOZ
καλεῖτε αὐτὸ τὸ λυπεῖσθαι ἀγαθόν, ὅταν ἢ μείξους λύπας τῶν
ἐν αὐτῷ οὐσῶν ἀπαλλάττῃ ἢ μείξους ἡδονὰς τῶν λυπῶν παρα-
σκευάξῃ; ἐπεὶ εἰ πρὸς ἄλλο τι τέλος ἀποβλέπετε, ὅταν καλῆτε
E αὐτὸ τὸ λυπεῖσϑαι ἀγαϑόν, ἢ πρὸς ὃ ἐγὼ λέγω, ἔχετε ἡμῖν
εἰπεῖν. ἀλλ᾽ οὐχ ξξετε. ᾿4ληϑῆ, ἔφη. λέγεις, ὁ Πρωταγύρας. 5
Πάλιν τοίνυν, ἔφην ἐγώ, εἴ us ἀνέροισϑε, ὦ ἄνϑρωποι, τίνος
οὖν δήποτε ἕνεκα πολλὰ περὶ τούτου λέγεις καὶ πολλαχῇ; συγ.
γιγνώσκετέ μοι, φαίην ἂν ἔγωγε. πρῶτον μὲν γὰρ οὐ ῥάδιον
ἀποδεῖξαι, τί ἐστίν ποτε τοῦτο, C ὑμεῖς καλεῖτε τῶν ἡδονῶν
ἥττω εἶναι᾽ ἔπειτα ἐν τούτῳ εἰσὶν πᾶσαι al ἀποδείξεις. ἀλλ᾽ ἔτι 10
ϑοδκαὶ νῦν ἀναϑέσϑαι ἔξεστιν, εἴ πῃ ἔχετε ἄλλο τι φάναι εἶναι τὸ
ἀγαϑὺν ἢ τὴν ἡδονήν, ἢ τὸ κακὸν ἄλλο τι ἢ τὴν ἀνίαν" ἢ ἀρκεῖ
ὑμῖν τὸ ἡδέως καταβιῶναι τὸν βίον ἄνευ λυπῶν; εἰ δὲ ἀρκεῖ
καὶ μὴ ἔχετε μηδὲν ἄλλο φάναι εἶναι ἀγαϑὸν ἢ κακόν, ὃ μὴ εἰς
ταῦτα τελευτᾷ, τὸ μετὰ τοῦτο ἀκούετε. φημὶ γὰρ ὑμῖν τούτου 16
οὕτως ἔχοντος γελοῖον τὸν λόγον γέγνεσϑαι, ὅταν λέγητε, ὅτι
πολλάκις γιγνώσκων τὰ κακὰ ἄνϑρωπος ὅτι κακά ἐστιν, ὕμως
πράττει αὐτά, ἐξὸν μὴ πράττειν, ὑπὸ τῶν ἡδονῶν ἀγόμενος καὶ
Β ἐκπληττόμενος" καὶ αὖϑις αὖ λέγητε, ὅτι γιγνώσκων ὁ ἄνϑρο-
πος τἀγαθὰ πράττειν οὐκ ἐθέλει διὰ τὰς παραχρῆμα ἡδονάς, 30
ὑπὸ τούτων ἡττώμενος.
λόγος: derselbe Gesichtspunkt ist
maßgebend, gilt.
ὃ εἰ... ἀποβλέπετε: zu C (119,
21).
5. ᾿Δληϑῆ. Protag. ist allmählich
genötigt worden, selbst für den
Satz der Identität des Guten und
Angenehmen einzutreten. Er selbst
erklärt hier, u. 855 A (Z. 13) durch
sein Schweigen, eine andere An-
nahme für unmöglich.
6. ἀνέροισϑε. In der Lekhaftig-
keit der Entwickelung wendet sich
Sokr. direkt an die fingierten Gegner,
die er vorher nur in dritter Person
einführte, und läßt sie auch selbst
direkt zu ihm reden. Hier fingiert
er aber weiter, sie seien durch die
lange Entwickelung ungeduldig, um
ihnen die Wichtigkeit des gewon-
nenen Resultats eindringlich zu Ge-
müte zu führen.
10. ἔπειτα: vgl. zu310 C (27, 10).
Der genannte Satz ist einmal um
seiner selbst willen, dann aber da-
rum so ausführlich besprochen wor-
den, weil der Beweis über das We-
sen der Tugend sich auf ihn stützen
soll.
11. ἀναϑέσϑαι: Metapher von
dem Zurücknehmen der Steine
(Züge) im Brettspiel. Vgl. Gorg.
416 D: καὶ ἐγὼ ἐθέλω τῶν ὡμολο-
γημένων εἴ τί σοι δοκεῖ un Kalos
ὡμολογῆσϑαι, ἀναϑέσϑαι ὅτι ἂν σὺ
βούλῃ.
12. ἢ ἀρκεῖ ὑμῖν κτέ. Grundsatz
der εὐδαιμονία, den auch Sokrates
seiner Tugendlehre zu Grunde legte.
16. γελοῖον : weil mit einem innern
Widerspruch behaftet, wie nachher
gezeigt wird.
17. ἄνθρωπος: gleich darauf ὁ
ἄνθρωπος. In dieser Allgemeinheit
der Bedeutung ist der Sprachge-
brauch schwankend. 8. Kr. 50, 3, 6.
ΠΡΩΤΑΤΌΡΑΣ (854. 356) 121
XXXVI Ὡς δὲ ταῦτα γελοῖα ἐστι. κατάδηλον ἔσται, ἐὰν
μὴ πολλοῖς ὀνόμασι χρώμεθα ἄρα, ἡδεῖ Te καὶ ἀνιαρῷ καὶ
ἀγαϑῷ καὶ κακῷ, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ δύο ἐφάνη ταῦτα, δυοῖν καὶ ὀνό-
μασιν προσαγορεύωμεν αὐτά, πρῶτον μὲν ἀγαϑῷ καὶ κακῷ,
b ἔπειτα αὖϑις ἡδεῖ τε καὶ ἀνιαρῷ. ϑέμενοι δὴ οὕτω λέγωμεν,
ῦτι γυγνώσκων ὁ ἄνϑρωπος τὰ κακὰ ὅτι κακά ἐστιν, ὅμως αὐτὰ Ο
ποιεῖ. ἐὰν οὖν τις ἡμᾶς ἔρηται, διὰ τί, ἡττώμενος, φήσομεν"
ὑπὸ τοῦ; ἐκεῖνος ἐρήσεται ἡμᾶς" ἡμῖν δὲ ὑπὸ μὲν ἡδονῆς οὐκ-
ἕτι ἔξεστιν εἰπεῖν᾽ ἄλλο γὰρ ὄνομα μετείληφεν ἀντὶ τῆς ἡδονῆς
Ὁ τὸ ἀγαϑόν᾽ ἐκείνῳ δὴ ἀποχρινώμεθα καὶ λέγωμεν. ὅτι ἡττώμε-
νος --- ὑπὲ τίνος; φήσει" vor ἀγαϑοῦ, φήσομεν νὴ Δία. ἂν
οὖν τύχῃ ὁ ἐρόμενος ἡμᾶς ὑβριστὴς ὦν, γελάσεται καὶ ἐρεῖ" 7
γελοῖον λέγετε πρᾶγμα. εἰ πράττει τις κακά, γιγνώσκων ὅτι D
καχά ἐστιν, οὐ δέον αὐτὸν πράττειν, ἡττώμενος ὑπὸ τῶν ἀγα-
δϑών. ἄρα, φήσει, οὐκ ἀξίων ὄντων νικᾶν ἐν ὑμῖν τῶν ἀγα-
ϑῶν τὰ κακά, ἢ ἀξίων; φήσομεν δῆλον ὅτι ἀποκρινόμενοι, ὅτι
οὐχ ἀξίων ὄντων᾽ οὐ γὰρ ἂν ἐξημάρτανεν ὃν φαμεν ἥττω εἶναι
τῶν ἡδονῶν. κατὰ τί δέ, φήσει ἴσως, ἀνάξιά ἐστι τἀγαϑὰ τῶν
χακῶν ἢ τὰ κακὰ τῶν ἀγαϑῶν; ἢ κατ᾽ ἄλλο τι ἢ ὅταν τὰ μὲν
Ὁ μείζω, τὰ .δὲ σμικρότερα ἧ; ἢ πλείω, τὰ δὲ ἐλάττω ἧ; οὐχ ξξο- E
μὲν εἰπεῖν ἄλλο ἢ τοῦτο. δῆλον ἄρα. φήσει, ὅτι τὸ ἡττᾶσθαι
2. ἄρα: Die Zurückführung der
vier Ausdrücke auf zwei kann füg-
lich eintreten, weil sie nur eine
Folgerung aus dem Vorhergehen-
den ist, worin je zwei Begriffe als
Keichgeltende anerkannt wurden.
ch die Stellung am Ende des
Satzes wird schärfer betont, daß
dies eine berechtigte Folgerung ist.
8. zu Gorg. 519 B.*
4. ἀγαθῷ . . ἀνιαρῷ: mit dem
Namen gut, u. 8. w. wie oben ἡδεῖ
ες κακῷ und unten Z. 10 τὸ ἀγα-
ϑόν. Denn αὐτά bezeichnet die
Begriffe selbst, nicht andere Gegen-
stände, die diese Eigenschaften
haben; in diesem Falle würde es
ἀγαϑά u. 5. w. heißen.
9. ὄνομα μετείληφεν: vgl. 329 E
(68, 16). μεταλαμβ. hat hier nicht
die gewöhnliche Bedeutung, wie
dort, sondern : zum Tausche nehmen.
Kr. 68, 46, 3.
‚ar τῆς Mi statt des Namens
ἡδονή. . 2. 4.
10. ἡττώμενος. Sokr. hält ein,
um durch die eingeschaltete Frage
den Widerspruch recht fühlbar zu
machen, wozu auch das beigefügte
vn Ale dient.
12. ὑβριστής: etwa "Spötter”.
15. ἐν ὑμῖν: vgl. zu 837 Β (83,
5): ἐν ἡμῖν ἂν εὐδοκιμοῖτε.
16. δῆλον ὅτι: zu 309 A (24, 1).
17. οὐ γὰρ ἂν ἐξημάρτανεν: ein
zusammengezogener Schluß (syllo-
gismus contractus). Der Lust un-
terliegen schließt einen Fehler in
sich; daraus folgt also, daß das
Gute, welches mit dieser Lust iden-
tisch ist, als Grund des Fehlers
weniger wert sein muß, als das
Böse. Diese Folgerung bedarf einer
weiteren Erörterung.
20. ἢ πλείω: vgl. zu 330 A (69,
4).
122
τοῦτο λέγετε, ἀντὶ ἐλαττόνων ἀγαθῶν μείζω κακὰ λαμβάνειν.
- φ ad [4 \ \ 3 ’ LU x
ταῦτα μὲν οὖν οὕτω. μεταλάβωμεν δὴ τὰ ὀνόματα πάλιν τὸ
ἡδύ τε καὶ ἀνιαρὸν ἐπὶ τοῖς αὐτοῖς τούτοις, καὶ λέγωμεν ὅτι
ἄνϑρωπος πράττει --- τότε μὲν ἐλέγομεν τὰ κακά, νῦν δὲ λέγω-
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
μὲν τὰ ἀνιαρά, γιγνώσχων ὅτι ἀνιαρά ἐστιν, ἡττώμενος ὑπὸ ὃ
δδθτῶν ἡδέων, δῆλον ὅτι ἀναξίων ὄντων νικᾶν. καὶ τές ἄλλη ἀναξία
ἡδονῇ πρὸς λύπην ἐστίν, ἀλλ᾽’ ἢ ὑπερβολὴ ἀλλήλων καὶ ἔλλει-
ψις; ταῦτα δ᾽ ἐστὶ μείξω Ts καὶ σμικρότερα γιγνόμενα ἀλλήλων
καὶ πλείω καὶ ἐλάττω καὶ μᾶλλον καὶ ἧττον. εἰ γάρ τις λέγοι
ὅτι ἀλλὰ πολὺ διαφέρει, ὦ Σώκρατες, τὸ παραχρῆμα ἡδὺ τοῦ
εἰς τὸν ὕστερον χρόνον καὶ ἡδέος καὶ λυπηροῦ, μῶν ἄλλῳ τῷ,
Β φαίην ἂν ἔγωγε, ἢ ἡδονῇ καὶ λύπῃ; οὐ γὰρ ἔσϑ᾽ ὅτῳ Alle.
ἀλλ᾽ ὥσπερ ἀγαϑὸς ἱστάναι ἄνθρωπος, συνϑεὶς τὰ ἡδέα zul
συνϑεὶς τὰ λυπηρά, καὶ τὸ ἐγγὺς καὶ τὸ πόρρω στήσας ἐν τῷ
ξυγῷ, εἰπὲ πότερα πλείω ἐστίν. ἐὰν μὲν γὰρ ἡδέα πρὸς ἡδέα 1
lsıns, τὰ μείξω ἀεὶ καὶ πλείω ληπτέα᾽ ἐὰν δὲ λυπηρὰ πρὸς
λυπηρά, τὰ ἐλάττω καὶ σμικρότερα" ἐὰν δὲ ἡδέα πρὸς λυπηρά,
2. μὲν οὖν: zusammenfassender
und abschließender Übergang.
τὸ ἡδὺ, wie oben Ο τὸ ἀγαϑόν.
Vgl. zuB (121, 4).
8. ἐπὶ τοῖς αὐτοῖς : abhängig von
μεταλάβωμεν δὴ τὰ ὀνόματα, wie
man sagt λέγειν, καλεῖν, ὀνομάζειν
ἐπί τινι einen Namen, ein Prädikat
beilegen, ἐπονομάξειν. Vgl. 349 B
109, 12): ὀνόματα ἐπὶ ἑνὶ εἶναι...
πικεῖσϑαι. Kr. 68, 41, 5.
6. ἀναξέα: Unwert ἃ. h. Unver-
hältnismäßigkeit des Wertes. Das
Wort scheint für den vorliegenden
Zweck nach Analogie des gebräuch-
lichen o&/« gebildet.*
8. ταῦτα κτξ. bezieht sich nicht
auf die unmittelbar vorhergehenden
Ausdrücke ὑπερβολή und ἔλλειψις,
welche zu erklären waren, sondern
greift über diese Bezeichnungen
von Größenverhältnissen zurück auf
die Gegenstände (Begriffe), an denen
sie zum Vorschein kommen (γιγνό-
μενα). Daraus ist auch das Ein-
treten des Partic. statt des Infini-
tivs (“das heißt, daß es sich dar-
stellt’) zu erklären.
9. εἰ... λέγοι. Der Einwand be-
ruht auf der Erfahrung, daß das
zeitlich Nähere stärker wirkt, als
das Entferntere. Er wird beseitigt,
indem gezeigt wird, daß das Ver-
hältnis der Zeit keinen Einfluß
auf das begriffliche Verhältnis
habe
10, τὸ π. ἡδύ, nicht auch λυπη-
ὄν, weil oben von ἡδέων ἀναξίων
ὄντων κτὲ. ausgegangen wird.
18. ἱστάναι: hier technischer Aus-
druck für wägen.
17. ἐὰν δέ ἡδέα. Hypothetische
Sätze aus drei verschiedenen Ord-
nungen treffen hier zusammen. Das
erste ἐὰν δέ enthält den allgemei-
nen Fall, im Gegensatz zu den
vorher genannten Fällen; er zer-
fallt in zwei Möglichkeiten: ἐὰν
μέν und ἐὰν δέ (C). Innerhalb der
ersten werden die untergeordneten
Fälle ἐάν rs... ἐών τε als gleich-
gültig für die Forderung bezeich-
net. Daß der Bedingungssatz erster
Ordnung keinen Nachsatz hat, hat
darin seinen Grund, daß er eben
nur lauten würde: “so ergeben sich
zwei Möglichkeiten’, was ohnedies
kommt.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (355. 856) 123
ἐὰν μὲν τὰ ἀνιαρὰ ὑπερβάλληται ὑπὸ τῶν ἡδέων, ἐάν τὸ τὰ
ἐγγὺς ὑπὸ τῶν πόρρω ἐάν τε τὰ πόρρω ὑπὸ τῶν ἐγγύς, ταύτην
τὴν πρᾶξιν πρακτέον ἐν ἡ ἂν ταῦτ᾽ ἐνῇ" ἐὰν δὲ τὰ ἡδέα ὑπὸ
τῶν ἀνιαρῶν, οὐ πραχτέα᾽ μή πῃ ἄλλῃ ἔχει, φαίην ἄν, ταῦτα,
5 ὦ ἄνϑρωποι; οἶδ᾽ ὅτι οὐκ ἂν ἔχοιεν ἄλλως λέγειν. Συνεδόκει
καὶ ἐνείνῳ. Ὅτε δὴ τοῦτο οὕτως ἔχει, τόδε μοι ἀποκρέίνασϑε,
φήσω. φαίνεται ὑμῖν τῇ ὄψει τὰ αὐτὰ μεγέθη ἐγγύϑεν μὲν
μδίξω, πόρρωθεν δὲ ἐλάττω ἢ οὔ; Φήσουσιν. Καὶ τὰ παχέα
καὶ τὰ πολλὰ ὡσαύτως; καὶ αἴ φωναὶ al ἴσαι ἐγγύθεν μὲν μεί-
ἔους, πόρρωϑεν δὲ σμικρύτεραι; Dalsv ἄν. Εἰ οὖν ἐν τούτῳ
ἡμῖν ἦν τὸ εὖ πράττειν, ἐν τῷ τὰ μὲν μεγάλα μήκη καὶ πράτ-
τειν καὶ λαμβάνειν, τὰ δὲ σμικρὰ καὶ φεύγειν καὶ μὴ πράττειν,
τίς ἂν ἡμῖν σωτηρία ἐφάνη τοῦ βίου; ἄρα ἡ μετρητικὴ τέχνη ἢ
N τοῦ φαινομένου δύναμις; ἢ αὕτη μὲν ἡμᾶς ἐπλάνα καὶ ἐποίει
ἄνω τὸ καὶ κάτω πολλάκις μεταλαμβάνειν ταὐτὰ καὶ μεταμέ-
Asıv καὶ ἐν ταῖς πράξεσιν καὶ ἐν ταῖς αἱρέσεσιν τῶν μεγάλων τε
zu) σμικρῶν, ἡ δὲ μετρητικὴ ἄκυρον μὲν ἂν ἐποίησε τοῦτο τὸ
φάντασμα, δηλώσασα δὲ τὸ ἀληϑὲς ἡσυχίαν ἂν ἐποίησεν ἔχειν
.4. πρακτέα, näml. ἡ πρᾶξις ἐν
ἢ ἂν ταῦτ᾽ ἐνῇ. Der Wechsel der
persönlichen und unpersönlichen
Konstruktion ist bemerkenswert.
μὴ... ἔχει: zu 3820 (73, 17).
6. Ὅτε: kausal, wie quando im
Lat. Kr. 54, 16, 8.
7. gern. Das Abstraktum steht
für Konkretum große Dinge,
vgl. Thuk. VII δῦ, 2: πόλεσιν ἐπ-
ελϑόντες... καὶ ναῦς καὶ ἵππους
χαὶ μεγέϑη ἐχούσαις. Dem. ΟἹ. III,
25: οἰκοδομήματα καὶ κάλλη, Pracht-
bauten. Vgl. D (11) μήκη große
Ausdehnungen sei es in abstrakter
oder konkreter Bedeutung.
9. af ἴσαι. Über Anwendung und
Stellung des Artikels s. Kr. 50', 8
u.A.1 u 2*
10. ἐν τούτῳ: zu 810D (28, 6).
14, ἡ τοῦ φαινομένου δύναμις:
der (subjektive) Eindruck des Sicht-
n oder nur Scheinenden im Ge-
gensatz zu der objektiven Wahr-
heit. Hiermit wendet sich Sokr.
vor gegen die Erkenntnistheo-
rie des Protagoras (vgl. Einl. $ 7),
die erst im Theätetos zur genau-
eren Besprechung kommt.
ἐπλάνα: ohne ὧν, weil das, was
die Täuschung wirklich herbei-
führte, ausgedrückt werden soll.
2. 5. vgl. Alk. I, 117 Β: ἐπειδάν
τίς τι un εἰδῇ, ἀναγκαῖον περὶ τού-
του πλανᾶσθαι τὴν ψυχήν. Die
Sinneswahrnehmung ist nicht an
sich irrig, sondern sie führt zum
Irrtum, wenn der Verstand falsche
Schlüsse darauf baut und das Ur-
teil sich vergreift.
15. ἄνω τε καὶ κάτω (auch ἄνω
καὶ x. oder ἄνω κάτω) mit μετα-
βάλλειν, μεταπίπτειν, στρέφειν.
(Gorg. 481 Ε. 4984. 511 A.) zum
Ausdruck des Schwankenden, Un-
stäten, Unordentlichen, hier mit
μεταλαμβάνειν “anders nehmen’,
(za 355 C): zu oberst und unterst
kehren. Das gedachte Subj. ergiebt
sich aus dem Vorhergehenden.
17. ἄκυρον: vgl. Krit. 50B: ἐν
2 (πόλει) al γενόμεναι δέκαι μηδὲν
ἰσχύουσιν, ἀλλ᾽ ἄκυροι γέγνονται.
Zu φάντασμα vgl. oben ἡ τ. paıvo-
μένου δύναμις.
D
E
124
τὴν ψυχὴν μένουσαν ἐπὶ τῷ ἀληϑεῖ καὶ ἔσωσεν ἂν τὸν βίον;
ἄρ᾽ ἄν ὁμολογοῖεν ol ἄνθρωποι πρὸς ταῦτα ἡμᾶς τὴν μετρητι-
κὴν σῴξειν ἂν τέχνην, ἢ ἄλλην; Τὴν μετρητικήν, ὡμολίγει.
Τί δ᾽ εἰ ἐν τῇ τοῦ περιττοῦ καὶ ἀρτίου αἱρέσει ἡμῖν ἦν ἡ σωτη-
ola τοῦ βίου, ὁπότε τὸ πλέον ὀρθῶς ἔδει ἐλέσϑαι καὶ ὁπότε τὶ ὁ
ἔλαττον, ἢ αὐτὸ πρὸς ἑαυτὸ ἢ τὸ ἕτερον πρὸς τὸ ἕτερον, εἶτ᾽
ϑδηέγγὺς εἴτε πόρρω εἴη, τί ἂν ἔσῳξεν ἡμῖν τὸν βίον; ap’ ἂν οὐκ
ἐπιστήμη: καὶ ἄρ᾽ ἂν οὐ μετρητική τις, ἐπειδήπερ ὑπερβολῆς
te καὶ ἐνδείας ἐστὶν ἡ τέχνη; ἐπειδὴ δὲ περιττοῦ τε καὶ ἀρ-
τίου, ἄρα ἄλλη τις ἢ ἀριϑμητική; ὁμολογοῖεν ἂν ἡμῖν ol ἄν-
ϑρωποι, ἢ οὔ; Ἐδόκουν ἂν καὶ τῷ Πρωταγέρᾳ ὁμολογεῖν. Εἶεν,
ὦ ἄνϑρωποι᾽ ἐπειδὴ δὲ ἡδονῆς τε καὶ λύπης ἐν ὀρϑῇ τῇ alge-
δει ἐφάνη ἡμῖν ἡ σωτηρία τοῦ βίου οὖσα, τοῦ τε πλέονος καὶ
B ἐλάττονος καὶ μείξονος καὶ σμικροτέρου καὶ πορρωτέρω καὶ
ἐγγυτέρω, ρα πρῶτον μὲν οὐ μετρητικὴ φαίνεται, ὑπερβολῆς τε
καὶ ἐνδείας οὖσα καὶ ἰσότητος πρὸς ἀλλήλας σκέψις; ᾿41λλ
ἀνάγκη. Ἐπεὶ δὲ μετρητική, ἀνάγκῃ δήπου τέχνη καὶ ἐπιστήμη.
Συμφήσουσιν. Ἥτις μὲν τοίνυν τέχνη καὶ ἐπιστήμη ἐστὶν αὕτη,
εἰσαῦϑις σκεψόμεϑα᾽ ὅτι δὲ ἐπιστήμη ἐστί, τοσοῦτον ἐξαρχεῖ
πρὸς τὴν ἀπόδειξιν, ἣν ἐμὲ δεῖ καὶ Πρωταγόραν ἀποδεῖξαι περὶ
Ο ὧν ἤρεσϑ᾽ ἡμᾶς. ἤρεσϑε δέ, εἰ μέμνησϑε, ἡνίκα ἡμεῖς ἀλλήλοις
ὡμολογοῦμεν ἐπιστήμης μηδὲν εἶναι κρεῖττον, ἀλλὰ τοῦτο ἀεὶ
1. μένουσαν:
ἑπλάνα.
2. ταῦτα: die oben (123, 10) ange:
gebene Bedingung. her ἄν bei
σῴξειν. Über πρός Kr. 68, 39, 6.
8. Τὴν μετρητικήν: Bejahung der
vorhergehenden Frage, aus der der
Ausdruck zu ergänzen ist. Kr. 64,
ὅ, 4.
4. Τί δὲ: zu einer
zweiten Analogie, welche sich auf
diskrete oder Zahlengrößen be-
sieht, entsprechend den oben οἶδ᾽
brauchten Ausdrücken mehr oder
weniger.
6. αὐτὸ πρὸς ἑαυτό: nämlich τὸ
περιττὸν πρὸς τὸ περιττόν oder τὸ
Gegensatz zu
ἄρτιον πρὸς τὸ ἄρτιον.
εἴτε. εἴτε: ναὶ. zu Β (122, 17
a. Ε)
HAATRNOZ
7. de” οὔ: nonne.
11. ἄν... ὁμολογεῖν entsprichtdem
ὁμολογοῖεν ἄν ἴῃ der vorhergehenden
Frage. — Εἶεν schließt die Erör-
terung, welche fingiertermaßen mit
der großen Masse unternommen
wurde, ab.
16. AR” &.: das ist gar keine
Frage, sondern notwendig ist es so.
17. Ἐπεὶ δέ. Der Artbegriff με-
τρητική schließt den Gattungsbe-
griff τέχνη oder ἐπιστήμη in sich.
19. εἰσαῦϑις σκεφόμεθα: Über-
gangsformel, wodurch bezeichnet
wird, daß der in Rede stehende
Begriff oder Satz selbst noch einer
genaueren, an einem andern Orte
zu gebenden Bestimmung bedürfe.
Gemeint ist hier die Dialektik und
Ethik, die in dem Dialog Gorgiss
sur Erörterung kommt.
>
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (357. 358.) 125
χρατεῖν, ὕπου ἂν ἐνῇ, καὶ ἡδονῆς. καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων"
ὑμεῖς δὲ δὴ ἔφατε τὴν ἡδονὴν πολλάκις κρατεῖν καὶ τοῦ εἰδότος
ἀνϑρώπου, ἐπειδὴ δὲ ὑμῖν οὐχ ὡμολογοῦμεν, μετὰ τοῦτο ἤρε-
od: ἡμᾶς᾽ ὦ Πρωταγόρα τε καὶ Σώκρατες, εἰ μὴ ἔστι τοῦτο τὸ
ὁ πάϑημα ἡδονῆς ἡττᾶσϑαι, ἀλλὰ τί ποτ᾽ ἐστὶ καὶ τί ὑμεῖς αὐτό D
φατε εἶναι; eimers ἡμῖν. εἰ μὲν οὖν τότε εὐθὺς ὑμῖν εἴπομεν
ὅτι ἀμαϑία, κατεγελᾶτε ἂν ἡμῶν᾽ νῦν δὲ ἂν ἡμῶν καταγελᾶτε,
καὶ ὑμῶν αὐτῶν καταγελάσεσϑε. καὶ γὰρ ὑμεῖς ὡμολογήκατε
ἐπιστήμης ἐνδείᾳ ἐξαμαρτάνειν περὶ τὴν τῶν ἡδονῶν αἵρεσιν
ἢ καὶ λυπῶν τοὺς ἐξαμαρτάνοντας" ταῦτα δέ ἐστιν ἀγαθά τε καὶ
κακά" καὶ οὐ μόνον ἐπιστήμης, ἀλλὰ καὶ εἰς τὸ πρόσϑεν ἔτι
ὡμολογήκατε ὅτι μετρητικῆς᾽ ἡ δὲ ἐξαμαρτανομένη πρᾶξις ἄνευ E
ἐκιστήμης ἴστε που καὶ αὐτοὶ ὅτι ἀμαϑίᾳ πράττεται. ὥστε τοῦτ᾽
ἐστί, τὸ ἡδονῆς ἥττω εἶναι, ἀμαϑέα ἡ μεγίστη" ἧς Πρωταγόρας
5 ὅδε φησὶν ἑατρὸς εἶναι καὶ Πρόδικος καὶ Ἱππίας" ὑμεῖς δὲ διὰ
τὸ οἴεσθαι ἄλλο τι ἢ aumdlav εἶναι οὔτε αὐτοὶ ἴτε οὔτε τοὺς
ὑμετέρους παῖδας παρὰ τοὺς τούτων διδασκάλους τούσδε τοὺς
σοφιστὰς πέμπετε, ὡς οὐ διδακτοῦ ὄντος, ἀλλὰ κηδόμενοι τοῦ
ἀργυρίου καὶ οὐ διδόντες τούτοις κακῶς πράττετε καὶ ἐδίᾳ καὶ
w δημοσίᾳ.
ΧΧΧΥΠΙ. Ταῦτα μὲν τοῖς πολλοῖς ἀποκεκριμένοι ἂν ἦμεν.808
ὑμᾶς δὲ δὴ μετὰ Πρωταγόρου ἐρωτῶ, ὦ Ἱππία τε καὶ Πρόδικε
2. ὑμεῖς δὲ δὴ ἔφατε κτέ. dient
lich beim Superlativv. Zum Schluß
zur weiteren Ausführung der Um- 1
kommt Sokr. ironisch auf die Ver-
stände, ohne jedoch grammatisch
an ἡνίκα sich anzuschließen. Mit
ἐπειδὴ δὲ κτέ. wird auf ἤρεσϑε δέ
oben zurückgegangen.
ὅ; ἀλλά nach einem hypotheti-
schen Satz: zu 327 C. (62,17). Hier
liegt der Gedanke darin: jeden-
falls doch muß es etwas sein. *
10. ταῦτα... κακά: parenthetische
Erläuterung zu τῶν ἡδονῶν m.
λυκῶν.
11. εἰς τὸ πρόσϑεν ἔτι: noch ein
Stäck weiter, ἃ. h. nicht bloß den
Gattungsbegriff, sondern auch die
Art desselben habt ihr zugestanden.
1 τοῦτο: bezeichnet das, was
oben (Z. 2) erwähnt wurde; erklärt
durch τὸ ἡδονῆς ἥττω εἶναι. Der
Ατί, im Präd. (&. ἡ. μ.) wie gewöhn-
sprechungen der Sophisten zurück
mit einem Seitenhieb auf die Geld-
sucht derselben. Indirekt zeigt
Sokr., worin die eigentliche Auf-
gabe des wahren endlehrers
bestehe. Der Ausdruck ἑατρός läßt
die ἀμαϑέα als Krankheit der Seele
erscheinen. Vgl. Gorg. 477 Bff. Die
Rückbeziehung auf 818 A—C ist
. nicht zu verkennen.
16. αὐτοὶ: vermißt wird dazu
ein Verbum, das aus dem folgen-
den πέμπετε zu entnehmen doch
ein ungewöhnlich hartes Zeugma
wäre.*
17. τούτων: dem Sinn nach auf
ἐπιστήμης (Ὁ Z. 9) bezogen, d. h.
auf den Inhalt derselben. Vgl. Kr.
44, 4, 2.
126
— κοινὸς γὰρ δὴ ἔστω ὑμῖν ὁ λόγος — πότερον δοκῶ ὑμῖν
ἀληϑῆ λέγειν ἢ ψεύδεσθαι. Ὑπερφυῶς ἐδόκει ἅπασιν ἀληϑὴ
εἶναι τὰ εἰρημένα. Ὁμολογεῦτε ἄρα, ἦν δ᾽ ἐγώ, τὸ μὲν ἡδὺ ἀγα-
ϑὸν εἶναι, τὸ δὲ ἀνιαρὸν κακόν. τὴν δὲ Προδίκου τοῦδε διαί.
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ρεσιν τῶν ὀνομάτων παραιτοῦμαι" εἴτε γὰρ ἡδὺ δἴτε τερπνὸν 5
λέγεις εἴτε χαρτόν, εἴτε ὁπόϑεν καὶ ὕπως χαίρεις τὰ τοιαῦτα
ὀνομάζων, ὦ βέλτιστε Πρόδικε, τοῦτό μοι πρὸς ὃ βούλομαι
ἀπόχριναι. Γελάσας οὖν ὁ Πρόδικος συνωμολόγησε, καὶ οἱ
ἄλλοι. Τί δὲ δή, ὦ ἄνδρες, ἔφην ἐγώ, τὸ τοιόνδε; al ἐπὶ τούτου
πράξεις ἅπασαι, ἐπὶ τοῦ. ἀλύπως ξῆν καὶ ἡδέως. ἄρ᾽ οὐ καλαί;
καὶ τὸ καλὸν ἔργον ἀγαθόν τε καὶ ὠφέλιμον; Συνεδόκει.
Εἰ ἄρα, ἔφην ἐγώ, τὸ ἡδὺ ayadov ἐστιν, οὐδεὶς οὔτε εἰδὼς
Ο οὔτε οἰόμενος ἄλλα βελτίω εἶναι, ἢ ἃ ποιεῖ, καὶ δυνατά, ἔκειτα
1. ὑμῖν: ihr sollt auch teil-
nehmen an. den dealer hat eilt
. h. was Sokr. dargele ilt
für alle Sophisten, ick bloß a
Protagoras. Hippias und Prodikos
waren übrigens schon von 338 E
an ἀλλὰ πάντες κοινῇ ἐπιστατή-
oere (vgl. 848 6) ἐπισκεψώμεθα
δὴ αὐτὸ κοινῇ ἅπαντες) für die
Resultate der Untersuchung mit-
verpflichtet. Darauf macht Sokr.
zum Schluß nochmals aufmerksam,
2. Ὑπερφυῶς are. Der Grund
dieser stark ausgedrückten Beistim-
mung liegt wohl in dem Schluß-
ergebnis der letzten Erörterung.
6. ὁπόϑεν καὶ ὅπως χαίρεις...
ὀνομάξων : scherzhaft feierlich vom
Gebrauch bei Gebeten hergenom-
men. Krat. 400E: ὥσπερ ἐν ταῖς
εὐχαῖς νόμος ἐστὶν ἡμῖν εὔχεσθαι,
οἵτινές τε καὶ ὁπόϑεν γαΐέρουσιν
ὀνομαζόμενοι. Vgl. Asch. Ag. 160:
Ζεύς, ὅστις ποτ᾽ ἐστίν, εἰ τόδ᾽ αὖ-
τῷ φίλον κεκλημένῳ, τοῦτό νιν προσ-
evveno, Vgl. Serv. zu Aen. IV 877:
Juppiter omnipotens vel quo alio
nomine appellart voluerss.
7. τοῦτο: dies Wort nimm in
deiner Antwort — mir ist es gleich-
gültig, wenn es nur dem gedachten
Begriffe entspricht.
8. καὶ: und auch: Kr. 69, 32, 9.
9. ἐπὶ τούτου: die auf diesem
Grundsatz — daß man schmerzlos
und angenehm lebe (355 A 120,12) —
beruhenden (d. i.daraushervorgeher-
den, dadurch bestimmten) Handlun-
en.
10. καλαί. Notwendig war der
Hinweis auf diesen Gesichtepunkt
nicht. Es liegt aber dem Griechen
nahe, das καλόν — subjektive
Wertschätzung — mit dem ayador
zu verbinden. Im folgenden Ka-
pitel gründet sich auf diesen Mittel-
begriff ein Beweis. Ihm wird hier
vorgearbeitet. *
12. εἰδὼς... οἰόμενος. κλίμαξ a
majore ad minus, weil schon das
bloße Meinen die entsprechende
Handlungsweise bedingt. Vgl. Xen.
Mem. IV δ 6: Εἰδότας δὲ ἃ dei
ποιεῖν οἴει τινὰς οἴεσθαι δεῖν μὴ
ποιεῖν ταῦτα; Οὐκ οἴομαι, ἔφη.
Οἶδας δέ τινας ἄλλα ποιοῦντας ἢ
ἃ οἵονται δεῖν; Οὐκ ἔγωγε.
13. καὶ δυνατά gesellt sich zu
δλτίω, weil natürlich nur jeder das
ıhm mögliche Gute thun will,
wenn er auch die Erkenntnis von
einem noch Besseren, aber ihm Un-
erreichbaren haben sollte.*
ἔπειτα nach dem Particip be-
zeichnet mit starker Hervorhebung
den innern Widerspruch der zwei
Prädikate. Vgl. Apol. 20C: οὐ δή-
που σοῦ οὐδὲν περιττότερον Φραγ-
ματευομένου ἔπειτα τοσαύτη φήμη
γέγονεν. Das οὔτε... οὔτε er
neuert nur die Negation in οὐδεές.
HPS2TATOPAZ (858. 369) 127
ποιεῖ ταῦτα, ἐξὸν τὰ βελτίω" οὐδὲ τὸ ἥττω εἶναι αὑτοῦ ἄλλο
τι τοῦτ᾽ ἐστὶν 7 ἀμαϑία, οὐδὲ κρείττω ἑαυτοῦ ἄλλο τι ἢ
σοφία. Συνεδόκει πᾶσιν. Τί δὲ δή; ἀμαϑίαν ἄρα τὸ τοιόνδε
λέγετε, τὸ ψευδῆ ἔχειν δόξαν καὶ ἐψεῦσθαι περὶ τῶν πραγμά-
ἐτῶν τῶν πολλοῦ ἀξίων; Καὶ τοῦτο πᾶσι συνεδόκει. "AAlo τι
οὖν, ἔφην ἐγώ, ἐπέ γε τὰ κακὰ οὐδεὶς ἑκὼν ἔρχεται οὐδὲ ἐπὶ ἃ
οἴεται κακὰ εἶναι, οὐδ᾽ ἔστι τοῦτο, ὡς ἔοικεν, ἐν ἀνθρώπου φύ-
σει, ἐπὶ ἃ οἴεται κακὰ εἶναι ἐθέλειν ἰέναι ἀντὶ τῶν ἀγαθῶν Ὁ
ὅταν TE ἀναγκασθῇ δυοῖν καχοῖν τὸ ἕτερον αἱρεῖσθαι, οὐδεὶς τὸ
) μεῖξον αἱρήσεται ἐξὸν τὸ ἔλαττον. “ἅπαντα ταῦτα συνεδόκει
ἅπασιν ἡμῖν. Τί οὖν; ἔφην ἐγώ, καλεῖτέ τι δέος καὶ φόβον;
καὶ ἄρα ὅπερ ἐγώ; πρὸς σὲ λέγω, ὦ Πρόδικε. προσδοκίαν τινὰ
λέγω κακοῖ τοῦτο, εἴτε φόβον εἴτε δέος καλεῖτε. ᾿Εδόκει Πρω-
ταγόρᾳ μὲν καὶ Ἱππίᾳ δέος τε καὶ φόβος εἶναι τοῦτο, Προδίκῳ
5 δὲ δέος, φόβος δ᾽ οὔ. AAN οὐδέν, ἔφην ἐγώ, ὦ Πρόδικε, δια- E
φέρει" ἀλλὰ τόδε. εἰ ἀληϑῆ τὰ ἔμπροσθέν ἐστιν, ἀρά τις ἀν-
ϑρώπων ἐθελήσει ἐπὶ ταῦτα ἱέναι ἃ δέδοικεν, ἐξὸν ἐπὶ ἃ μή;
ἢ ἀδύνατον ἐκ τῶν ὡμολογημένων; ἃ γὰρ δέδοικεν, ὡμολόγη-
ται ἡγεῖσϑαι κακὰ εἶναι ἃ δὲ ἡγεῖται κακά, οὐδένα οὔτε ἰέναι
ῦ ἐπὶ ταῦτα οὔτε λαμβάνειν ἑκόντα. ᾿Εδόκει καὶ ταῦτα πᾶσιν. 889
ΧΧΧΙ͂Χ. Οὕτω δὴ τούτων ὑποκειμένων, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Πρό-
δικέ τε καὶ Ἱππία, ἀπολογείσϑω ὑμῖν Πρωταγόρας ὅδε, ἃ τὸ
1, ἥττω αὑτοῦ: allgemeiner und
unbestimmter als der früher ge-
brauchte Ausdruck: ἡδονῆς ἥττω
εἶναι.
6. ἐπέ bei ἔρχεται und ἐέναι zu-
nächst nur in der allgemeinen Be-
deutung zum Ziele seines Strebens
machen; der Ausdruck istaber vor-
weg mit Rücksicht auf den zu er-
örternden Begriff der Tapferkeit
gewählt.
8. ἀντὶ τῶν ἀγαθῶν : Brachylogie
(der sog. comparatio compendiaria
entsprechend) für ἀντὶ τοῦ ἰέναι
ἐπὶ ἃ οἴεται εἶναι ἀγαϑά.
9. ὅταν τε: Kr. 69, 59, 1.
12. πρὸς σὲ λέγω. Sokrates will
durch Zusammenstellung der beiden
Worte und Definierung des Begriffs
der Synonymik des Prodikos vor-
beugen — aber vergebens. In der
That zeigt δέος (metus) mehr einen
intellektuellen Zustand, φόβος
(timor) eine augenblickliche Er-
regung der Empfindung an; aber
der Sprachgebrauch beobachtet die-
sen Unterschied nicht immer streng.
16. ἀλλὰ τόδε. Zu ergänzen ist
nicht διαφέρει τε, sondern ein all-
gemeinerer Ausdruck wie "kommt
in Betracht’. Vgl. Xen. Hell. VII
1, 4 bei Kr. 62, 3, 10.
18. ὡμόλογηται kann dem Zu-
sammenhang nach nur als Passiv
aufgefaßt werden. Das Subj. zu
ἡγεῖσθαι ist daher aus dem Vor-
hergehenden zu entnehmen. |
21. ὑποκειμένων: Perf. Pass. zu
ὑποτίθεσθαι, 3. zu 839 Ὁ (88, 5).
Auf Grund der gewonnenen Vor-
dersätze kann Sokr. zur Entschei-
dung der Frage über das Verhält-
nis der Tapferkeit zu den anderen
Tugenden übergehen.
128 TIAAT2NOE
πρῶτον ἀπεκρίνατο, πῶς ὀρϑῶς ἔχει, μὴ ἃ τὸ πρῶτον παντί-
πασι' τότε μὲν γὰρ δὴ πέντε ὄντων μορίων τῆς ἀρετῆς οὐδὲν
ἔφη. εἶναι τὸ ἕτερον οἷον τὸ ἕτερον, ἰδίαν δὲ αὑτοῦ ἕκαστον
ἔχειν δύναμιν" ἀλλ᾽ οὐ ταῦτα λέγω, ἀλλ᾽ ἃ τὸ ὕστερον eine ἢ
τὸ γὰρ ὕστερον ἔφη τὰ μὲν τέτταρα ἐπιεικῶς παραπλήσια ἀλλή. ἢ
Β λοις εἶναι, τὸ δὲ ἕν πάνυ πολὺ διαφέρειν τῶν ἄλλων, τὴν ἀν-
δρείαν, γνώσεσθαι δὲ μ᾽ ἔφη τεκμηρίῳ τῷδε" εὑρήσεις γάρ, ὦ
Σώκρατες, ἀνθρώπους ἀνοσιωτάτους μὲν ὄντας καὶ ἀδικωτά-
τους καὶ ἀκολαστοτάτους καὶ ἀμαϑεστάτους, ἀνδρειοτάτους δέ
ᾧ γνώσει ὅτι πολὺ διαφέρει ἡ ἀνδρεία τῶν ἄλλων μορίων τῆς
ἀρετῆς. καὶ ἐγὼ εὐθὺς τότε πάνυ ἐθαύμασα τὴν ἀπόκρισιν, καὶ
ἔτι μᾶλλον ἐπειδὴ ταῦτα μεϑ᾽ ὑμῶν διεξῆλθον. ἠρόμην δ᾽ οὖν
τοῦτον. εἰ τοὺς ἀνδρείους λέγοι θαρραλέους" ὁ δέ, καὶ ἵἴτας γ᾽,
Ο ἔφη. μέμνησαι, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Πρωταγόρα, ταῦτα ἀποκρινόμε-
νος; Ὡμολόγει. Ἴϑι δή, ἔφην ἐγώ, εἰπὲ ἡμῖν. ἐπὶ τί λέγεις
ἴτας εἶναι τοὺς ἀνδρείους;. ἦ ἐφ᾽ ἅπερ ol δειλοί; Οὐκ ἔφη.
Οὐκοῦν ἐφ᾽ ἕτερα. Ναί, ἡ δ᾽ ὅς. Πότερον ol μὲν δειλοὶ ἐπὶ τὰ
ϑαρραλέα ἔρχονται, οἵ δ᾽ ἀνδρεῖοι ἐπὶ τὰ δεινά; Δέγεται δή;
ὦ Σώκρατες, οὕτως ὑπὸ τῶν ἀνθρώπων. ᾿᾽᾿4ληϑῆ, ἔφην ἐγώ,
D λέγεις ἀλλ᾽ οὐ τοῦτο. ἐρωτῶ, ἀλλὰ σὺ ἐπὶ τί φὴς ἴτας εἶναι τοὺς
ἀνδρείους; ἀρ’ ἐπὶ τὰ δεινά, ἡγουμένους δεινὰ εἶναι, ἢ ἐπὶ τὰ
μή; ᾿4λλὰ τοῦτό γ᾽, ἔφη, ἐν οἷς σὺ ἔλεγες τοῖς λόγοις ἀπεδείχϑη
ἄρτι ὅτι ἀδύνατον. Καὶ τοῦτο, ἔφην ἐγώ, ἀληϑὲς λέγεις" ὥστ᾽
εἰ τοῦτο ὀρθῶς ἀπεδείχϑη, ἐπὶ μὲν ἃ δεινὰ ἡγεῖται εἶναι οὐδεὶς
ἔρχεται, ἐπειδὴ τὸ ἥττω εἶναι ἑαυτοῦ εὑρέϑη ἀμαϑία οὖσα.
1. ἃ... παντάπασι: als die dia-
lektische Untersuchung anhob;
829 ἢ Ε΄
4. ὕστερον: 8. 849.
12. μάλλον: ergänze ϑαυμάξω.
ταῦτα bezieht sich hier auf das
Folgende, doch nur indem mit ἠρό-
unv in der Rekapitulation der frü-
herenUnterredung fortgefahren wird.
Kr. 51, 7, 8. Über δ᾽ οὖν Kr. 69,
52, 8.
15. τί; die weitere Ausführung
der Frage ließe τένα (andere Lesart)
erwarten; doch steht ebenso unten
Z. 20 ἐπὶ τί unbestritten. Vgl.
Phaed. 58C: τί ἦν τὰ Asydevra.*
18. ϑαρραλέα: hier passiv von
den Objekten, bei welchen man
ϑαρραλέος ist, daher ungefährlich.
Lach. 196D: τὴν ἀνδρείαν ἐπιστή-
μην φὴς (194) δεινῶν καὶ dar
ραλέων. 198 Β: ἡγούμεϑα δεινὰ μὲν
εἶναι ἃ δέος παρέχει, θαρραλέα δὲ
ἃ μὴ δέος παρέχει.
20. οὐ τοῦτο: nicht das, was die
Menschen sagen, sondern deine
Meinung.
22. ἐν οἷς σὺ £.: insofern 8. die
Untersuchung (das Gespräch) führte.
S. oben 351E.
24. ἐπὶ μὲν κτέ. Vgl. 358E.
25. ἐπειδὴ τὸ ἥττω κτέ. Vgl.
3580.*
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (369. 360)
129
Ὡμολόγει. ᾿4λλὰ μὲν ἐπὶ & γε θαρροῦσιν πάντες αὖ ἔρχονται,
καὶ δειλοὶ καὶ ἀνδρεῖοι, καὶ ταύτῃ γε ἐπὶ τὰ αὐτὰ ἔρχονται οἵ.
δειλοί τε καὶ ol ἀνδρεῖοι. ᾿4λλὰ μέντοι, ἔφη, ὦ Σώκρατερ,. πᾶν E
ys τοὐναντίον ἐστὶν ἐπὶ ἃ οἵ τε δειλοὶ ἔρχονται καὶ ol ἀνδρεῖοι.
5 αὐτίχα εἰς τὸν πόλεμον οἵ μὲν ἐθέλουσιν ἰέναι, οἵ δὲ οὐκ ἐϑέ-
λουσιν. Πότερον, ἔφην ἐγώ, καλὸν ὃν ἱέναι ἢ αἰσχρόν; Καλόν,
ἔφη. Οὐχοῦν εἴπερ καλόν, καὶ ἀγαϑὸν ὡμολογήσαμεν ἐν τοῖς
ἔμπροσϑεν᾽ τὰς γὰρ καλὰς πράξεις ἁπάσας ἀγαθὰς ὡμολογή-
σαμεν. ᾿4ληϑῆ λέγεις, καὶ ἀεὶ ἔμοιγε δοκεῖ οὕτως. Ὀρϑὼς γε,
Ὁ ἔφην ἐγώ. ἀλλὰ ποτέρους φὴς eis τὸν πόλεμον οὐκ ἐθέλεινϑ860
ἰέναι, καλὸν ὃν καὶ ayadov; Τοὺς δειλούς, ἡ δ᾽ ὅς. Οὐκοῦν,
ἦν δ᾽ ἐγώ, εἴπερ καλὸν καὶ ἀγαθόν, καὶ ἡδύ; ᾿Ὡμολόγηται
γοῦν, ἔφη. Ag’ οὖν γιγνώσκοντες ol δειλοὶ οὐκ ἐθέλουσιν
ἰέναι ἐπὶ τὸ κάλλιόν τε καὶ ἄμεινον καὶ ἥδιον; ᾿Αλλὰ καὶ
δ τοῦτο ἐὰν ὁμολογῶμεν, ἔφη, διαφϑεροῦμεν τὰς ἔμπροσϑεν ὁμο-
λογίας. Τί δ᾽ ὁ ἀνδρεῖος; οὐκ ἐπὶ τὸ κάλλιόν τε καὶ ἄμεινον;
χαὶ ἥδιον ἔρχεται; ᾿ἀνάγχη, ἔφη, ὁμολογεῖν. Οὐχοῦν ὅλως οἵ Β
ἀνδρεῖοι οὐκ αἰσχρους φόβους φοβοῦνται, ὅταν φοβῶνται, οὐδὲ
αἰσχρὰ ϑάρρη ϑαρροῦσιν; ᾿4ληϑῆ, ἔφη. Εἰ δὲ μὴ αἰσχρά, ἄρ᾽
Nov χαλά; (Ὡμολόγει. Εἰ δὲ καλά, καὶ ἀγαθά: Ναί. Οὐχοῦν καὶ
οἷ δειλοὶ καὶ οἵ ϑρασεῖς καὶ οἵ μαινόμενοι τοὐναντίον αἰσχρούς
1. ἐπὶ &: die Präposition ist
nicht durch ϑαρροῦσιν gefordert.
2. ταύτῃ: insofern, ἃ. h. daß
jeder, der Feige wie der Tapfere,
nur gegen das geht, was er nicht
fürchtet.
8, All μέντοι. Einwurf des Pro-
tagoras, welcher nur auf die Gegen-
4. τοὐναντίον:
Das Subj. liegt in dem Nebensatz.
δ. αὐτίκα: 8. zu 318B (43, 14).
6. ὄν: im engsten Anschluß an
die vorhergehende Antwort: “in-
dem’ oder ‘weil es ist’. Im D.
ee wir lieber einen selbstän;
1. ἐν τοῖς ἔμπροσθεν: 8368 Β.
13. καὶ ἡδύ, wie εἴπερ... ἀγαθόν
ist aus dem Hanupteatze zu ergänzen.
18. γιγνώσκοντες : nämlich καλλιον
... ἤδιον ὄν.
Platons ausgew. Dialoge. IV.
14. καὶ... ὁμολογίας: auch mit
dieser Behauptung würden wir die
früheren umstoßen.
18. αἰσχροὺς φόβους: die Tapfe-
ren können sich auch fürchten, z.
B. vor dem Unrecht, aber nicht
vor Dingen, welche zu fürchten ᾿
schimpflich ist (vgl. Apol.28C.29B);
umgekehrt wagen sie nie etwas,
das zu wagen schimpflich ist. Der
Gesichtspunkt des Urteils darüber
wird überall das Gute oder die For-
derung der Tugend und der Pflicht
sein.
21. ob δειλοὶ κ. ol ϑρασεῖς : diese
Ausdrücke bezeichnen die nach
zwei Richtungen fehlerhaften Aus-
schreitungen, eine Auffassung, die
besonders bei Aristoteles hervortritt.
θρασύς und ϑρασύτης bezeichnet
aber auch nach dem gewöhnlichen
Sprachgebrauch die Art von Mut,
welche oben 350BC von dem Be-
griffe der Tapferkeit ausgeschlossen
9
130 ΠΛΑΤΟΩ͂ΝΟΣ
τε φόβους φοβοῦνται καὶ αἰσχρὰ ϑάρρη ϑαρροῦσιν; ᾿Θμολόγει.
Θαρροῦσιν δὲ τὰ αἰσχρὰ καὶ κακὰ δι’ ἄλλο τι ἢ δι᾿ ἄγνοιαν καὶ |
Ο ἀμαϑίαν; Οὕτως ἔχει, ἔφη. Τί οὖν; τοῦτο δι᾽ ὃ δειλοί εἰσιν
οἱ δειλοί, δειλίαν ἢ ἀνδρείαν καλεῖς; Asıllav ἔγωγ᾽, ἔφη. Δει-
λοὶ δὲ οὐ διὰ τὴν τῶν δεινῶν ἀμαϑίαν ἐφάνησαν ὄντες; Πάνυ
γ᾽, ἔφη. Διὰ ταύτην ἄρα τὴν ἀμαϑίαν δειλοί εἰσιν; ᾿Ὡμολό- ᾿
γει. Δι’ ὃ δὲ δειλοί εἰσιν, δειλία ὁμολογεῖται παρὰ σοῦ; Zur- |
&pn. Οὐκοῦν ἡ τῶν δεινῶν καὶ μὴ δεινῶν ἀμαϑέα δειλία ἂν
D εἴη; Ἐπένευσεν. ᾿Αλλὰ μήν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ἐναντίον ἀνδρεία δει-
λίᾳ. Ἔφη. Οὐκοῦν ἡ τῶν δεινῶν καὶ μὴ δεινῶν σοφία ἐναν- 16
tie τῇ τούτων ἀμαϑίᾳ ἐστίν, Καὶ ἐνταῦϑα ἔτι ἐπένευσεν. Ἡ
δὲ τούτων ἀμαϑέα δειλία; Πάνυ μόγις ἐνταῦϑα ἐπένευσεν. H
σοφέα ἄρα τῶν δεινῶν καὶ μὴ δεινῶν ἀνδρεία ἐστίν, ἐναντία οὖσα
τῇ τούτων ἀμαϑίᾳ; οὐκέτι ἐνταῦϑα οὔτ᾽ ἐπινεῦσαι ἠϑέλησεν
ἐσίγα τε. καὶ ἐγὼ εἶπον" Τί δή, ὦ Πρωταγόρα. οὔτε σὺ φὴς ἃ 1
E ἐρωτῶ οὔτε ἀπόφῃς: Αὐτός, ἔφη, πέρανον. "Ev y’, ἔφην ἐγώ,
μόνον ἐρόμενος ἔτι σέ, εἴ σοι ὥσπερ τὸ πρῶτον ἔτι δοκοῦσιν
εἶναί τινες ἄνϑρωποι ἀμαϑέστατοι μέν, ἀνδρειότατοι δέ. Φιλο-
νικδῖν μοι, ἔφη, δοκεῖς, ὦ Σώκρατες, τὸ ἐμὲ εἶναι τὸν ἀπο-
κρινόμενον χαριοῦμαι οὖν σοι, καὶ λέγω ὅτι ἐκ τῶν ὡμολογη-
μένων ἀδύνατόν μοι δοκεῖ εἶναι.
wird. So βαρὺ Nikias im Dialog IV 6, 11 auf: οἵ μὲν ἄρα ἐπιστά-
Laches 197B: ἐγὼ ἀνδρείας μὲν καὶ μενοι τοῖς δεινοῖς τε καὶ ἐπικινδύ-
προμηϑίας πάνυ τισὶν ὀλίγοις οἶμαι νοις καλῶς γρῆσϑαι ἀνδρεῖοί εἶσιν,
μετεῖναι, ϑρασύτητος δὲ καὶ τόλμης ol δὲ διαμαρτάνοντες τούτου δειλοί.
καὶ τοῦ ἀφόβου μετὰ ἀπρομηϑίας Vgl. Lach. 194E (oben zu 8590
πάνυ πολλοῖς. ταῦτ᾽ οὖν ἃ σὺ κα΄ (138, 18).
λεῖς ἀνδρεῖα, ἐγὼ ϑρασέὰ καλῶ, 16. Αὐτός. .. πέρανον: ebenso
ἀνδρεῖα δὲ τὰ φρόνιμα περὶ ὧ Kallikles im Gorgias (506C): λέγε
λέγω. καὶ ol μαινόμενοι kann noch αὐτὸς καὶ πέραινε.
beigefügt werden eben in Rücksicht 18. ἀμαϑέστατοι. Die anderen
auf jene Stelle.* Begriffe, welche 359B (128, 9)
8. Οὕτως ἔχει: weil δι’ ἄλλο τι noch genannt waren, übergeht 80-
in der Frage = δι᾽ οὐδὲν ἄλλος krates, weil vermittelst des Begrifs
τοῦτο: die Eigenschaft wird in der der Weisheit auch die innere Ver-
Form eines Substantivs begrifflich bindung der Tapferkeit mit den
fixiert. anderen Tugenden sich von selbe
9---14. Ἐπένευσεν... ἔτι ἐπένευσεν ergiebt.
. μόγις ἐπένευσεν... οὐκέτι ἐπι- Φιλονικεῖν: prägnant rechthabe-
νεῦσαι ἠθέλησεν: die Stelle zeigt risch (sein und) darauf bestehen,
ausnehmend schön den Wert der daß. Vgl. zu Gorg. 515B (186, 15).
diegematischen Kunstform für die _ Die gewöhnliche Konstruktion ist:
mimische Darstellung. φιλ. πρός τι. |
10. Dieselbe Definition der Ta- 21. Der ganze Beweis 359 A—360
pferkeit stellt Sokrates Xen. Mem. E bietet eine regressive — von
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (360. 861)
181
XL. Οὔτοι, nv δ᾽ ἐγώ, ἄλλου ἕνεκα ἐρωτῶ πάντα ταῦτα, ἢ
σχέψασϑαι βουλόμενος, πῶς ποτ᾽ ἔχει τὰ περὶ τῆς ἀρετῆς καὶ τί
4 N e 9 ’ - x [χὰ ’ “-
nor ἐστὶν αὐτὸ ἡ ἀρετή. οἷδα γὰρ οτι τούτου φανεροῦ γενο-
μένου μάλιστα ἂν κατάδηλον γένοιτο ἐκεῖνο, περὶ οὗ ἐγώ τε καὶβ861
5 σὺ μακρὸν λόγον ἕκάτερος ἀπετείναμεν, ἐγὼ μὲν λέγων ὡς οὐ
διδαχτὸν ἀρετή, σὺ δ᾽ ὡς διδακτόν. καί μοι δοκεῖ ἡμῶν ἡ ἄρτι
ἔξοδος τῶν λόγων ὥσπερ ἄνθρωπος κατηγορεῖν τε καὶ κατα-
γελᾶν, καὶ εἰ φωνὴν λάβοι, εἰπεῖν ἂν ὅτι ἄτοποί γ᾽ ἐστέ, ὦ Σώ-
χρατές τὲ καὶ Πρωταγόρα" σὲ μὲν λέγων ὅτι οὐ διδακτόν ἐστιν
1 ἀρετὴ ἐν τοῖς ἔμπροσθεν, νῦν σεαυτῷ τἀναντία σπεύδεις, ἐπι-
χειρῶν ἀποδεῖξαι ὡς πάντα χρήματά ἐστιν ἐπιστήμη, καὶ ἡ δι- Β
καιοσύνη καὶ ἡ σωφροσύνη καὶ ἡ ἀνδρεία, ᾧ τρόπῳ μάλιστ᾽ ἂν δι-
δαχτὸν φανείη ἡ ἀρετή᾽ εἰ μὲν γὰρ ἄλλο τι ἦν ἢ ἐπιστήμη ἡ ἀρετή,
ὥσπερ Πρωταγόρας ἐπεχείρει λέγειν, σαφῶς οὐκ ἂν ἦν διδακτόν᾽
I νῦν δὲ εἰ φανήσεται ἐπιστήμη ὅλον, ὡς σὺ σπεύδεις, ὦ Σώκρατες,
ϑαυμάσιον ἔσται μὴ διδακτὸν ὄν. Πρωταγόρας δ᾽ αὖ διδακτὸν
τότε ὑποϑέμενος νῦν τοὐναντίον ἔοικε σπεύδοντι, ὀλίγου πάντα
μᾶλλον φανῆναι αὐτὸ ἢ ἐπιστήμην᾽ καὶ οὕτως ἂν ἥκιστα εἴη
διδακτόν. ἐγὼ οὖν, ὦ Πρωταγόρα, πάντα ταῦτα καϑορῶν ἄνω
der äußern Erscheinung zu dem
innern Wesen oder von der Folge
zu dem Grunde zurückleitende —
Schlußkette dar. .
1. Οὔτοι... ἄλλου: gegen den
Vorwurf der φιλονικέχ (Suchen
nach eigener Ehre) gerichtet. .
3. αὐτό: das Neutrum, weil es
sich um den abstrakten Begriff (oben
8800: τοῦτο τὸ πρᾶγμα . . δικαιο-
σύνη, αὐτὸ τοῦτο) der Tugend han-
delt. Vgl. Theät. 14656: ἀλλὰ
yvavaı ἐπιστήμην αὐτὸ ὅτι ποτ᾽
ἐστίν. Kratyl. 411D: αὐτὸ ἡ νόησις
τοῦ νέου ἐστὶν ἔσις.
4, Im Schluß des Gespräches
lenkt Sokrates auf den ersten Aus-
gangspunkt desselben zurück und
giebt ihm — auch durch viele ein-
zelne Rückbeziehungen — eine volle
Abrundung nach allen Seiten.
"περὶ 00: der Gegenstand aller
Reden wird als ein und derselbe
bezeichnet.
5. ἀπετείψαμεν: vgl. 329A und
3350. ἑχάτερος: 319 A—320C, 320
D-328D, besonders 828 Ὁ--- 824}.
7. ὥσπερ ἄνθρωπος: Figur der
Prosopop dia oder personificatio.
Vgl. Krit. 50A. Dem. Ol. I, 2: ὁ
μὲν οὖν παρὼν καιρὸς μόνον οὐχὶ
λέγει φωνὴν ἀφιείς.
10. σεαυτῷ τἀναντία. Der Wider-
spruch, in welchen scheinbar Sokr.
mit sich selbst gerät, löst sich da-
durch, daß S. nur den Sophisten
die ἐπιστήμη absprechen wollte.
11. πάντα χρήματα. Übertreibend:
alles Mögliche.
15. ὅλον: appositiv zu dem zu
denkenden Gegenstand (ἡ ἀρετή).
Vgl. zu 349E (110,14). Wir adver-
bial: im ganzen. Menon 81D: τὸ
γὰρ ζητεῖν ἄρα καὶ τὸ μανϑάνειν
ἀνάμνησις ὅλον ἐστίν.
17. ἔοικε σπεύδοντι. Vgl. Apol.
26E: ἔοικε ὥσπερ αἴνιγμα συντι-
ϑέντι. Dagegen 21 ἔοικα σοφω-
τερος εἶναι. Kr. 56, 8, 16.
18. φανῆναι. Kr. δῦ, 4, 9.
19. ἄνω κάτω ταραττόμενα: weil
jeder das seiner Meinung entspre-
chende Sachverhältnis umgedreht
hatte. Vgl. zu 8660) (123, 16).
9*
C
132
IIAAT2NOZ
κάτω ταραττόμενα δεινῶς, πᾶσαν προθυμίαν ἔχω καταφανῆ
αὐτὰ γενέσϑαι., καὶ βουλοίμην ἄν ταῦτα διεξελθόντας ἡμᾶς ἐξ-
ελϑεῖν καὶ ἐπὶ τὴν ἀρετὴν ὅτι ἐστίν, καὶ πάλιν ἐπισχέψασθαι
περὶ αὐτοῦ, εἴτε διδακτὸν εἴτε μὴ διδακτόν, μὴ πολλάκις ἡμᾶς
ὁ Ἐπιμηϑεὶς ἐχεῖνος καὶ ἐν τῇ σκέψει σφήλῃ ἐξαπατήσας, ὥσκερ 5
καὶ ἐν τῇ διανομῇ ἠμέλησεν ἡμῶν, ὡς φῇς σύ. ἤρεσεν οὖν
μοι καὶ ἐν τῷ μύϑῳ ὃ Προμηϑεὺς μᾶλλον τοῦ ᾿Επιμηϑέως᾽ ©
χρώμενος ἐγὼ καὶ προμηϑούμενος ὑπὲρ τοῦ βίου τοῦ ἐμαυτοῦ
παντὸς πάντα ταῦτα πραγματεύομαι, καὶ εἰ σὺ ἐθέλοις, ὕπερ.
καὶ κατ᾽ ἀρχὰς ἔλεγον, μετὰ σοῦ ἂν ἥδιστα ταῦτα συνδιασχο- |
ποίην. καὶ 6 Πρωταγόρας, Ἐγὼ μέν, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ἐπαινῶ
σου τὴν προϑυμίαν καὶ τὴν διέξοδον τῶν λόγων. καὶ γὰρ οὔτε
τάλλα οἶμαι κακὸς εἶναι ἄνθρωπος, φϑονερός τε ἥκιστ᾽ ἀνϑρώ-
πῶν,. ἐπεὶ καὶ περὶ σοῦ πρὸς πολλοὺς δὴ εἴρηκα, ὅτι ὧν ἐντυγ-
χάνω πολὺ μάλιστα ἄγαμαι σέ, τῶν μὲν τηλικούτων καὶ πάνυ"
καὶ λέγω γε ὅτι οὐκ ἂν ϑαυμάζοιμι, εἰ τῶν ἐλλογίμων γένοιο
1. πᾶσαν προθυμίαν ἔχω: ge-
wöhnlich mit einem aktiven Infini-
tive in der Bedeutung “den guten
Willen haben’ (327B, 62, 11); mit
einem passiven oder intransitiven
‘den sehnlichen Wunsch hegen’,
wie eben σπεύδειν. Sokr. bezeich-
net hiermit keineswegs die Resul-
tate der Untersuchung als zweifel-
haft, sondern daß sie einer tiefe-
ren Begründung durch eingehendere
Untersuchung fähig und bedürftig
seien. |
2. ἐξελθεῖν: darüber hinauszu-
kommen zu der Frage, was die T.
ist.*
4. un πολλάκις : damit nicht etwa
(vielleicht). Diese Bedeutung hat
πολλάκις nach εἰ, ἐάν, un und ἕνα
un oft. Vgl. Laches 176B: εἰ δ᾽
ἄρα πολλάκις μὴ προσεσχήκατε τὸν
νοῦν τούτῳ.
5. Die Anspielung auf den nach-
bedenkenden Epimetheus im Gegen-
satz zu dem vorbedachten Prome-
theus gilt zunächst dem Gange der
Untersuchung. Die Frage nach der
Lehrbarkeit der Tugend ist erst zu
beantworten nach der Erkenntnis
ihres Wesens; sodann aber gilt das-
selbe Verhältnis für die Praxis des
Lebens zur Theorie. Dem Handeln
muß die Erkenntnis der Grund-
sätze vorausgehen, nach denen zu
handeln ist.
9. πάντα ταῦτα sind die Unter-
suchungen über sittliche Begriffe
und Grundsätze, wie sie Sokr. sich
zur Lebensaufgabe machte.
11. Die Bescheidenheit des Sokr.
benutzt Protag. geschickt, seine
Würde als Meister der Weisheit
wieder herzustellen. Indem er den
Schein der Neidlosigkeit annimnt,
kann er den jüngeren Sokrates
(τῶν μὲν τηλικούτων) beloben und
den Schein der Überlegenheit über
ihn sich retten. Indem er vora®-
sagt, Sokr. werde ein berühmter
Weiser werden, erhebt er sich über
Sokr., da er ja selbst der berühmte
Weise ist.
14. ὧν ἐντυγχάνω: ebenso Gorg.
509 A: ὧν ἐγὼ ἐντετύχηκα... οὐδεὶς
οἷός τ᾽ ἐστιν κτξ. Über diese aek-
nere Art der Attraktion (Assimr-
lation) Kr. 51, 10, 8.
16. τῶν 814. ἐπὶ σοφέᾳ: wie Pr.
und die anderen anwesenden 80-
phisten.
ΠΡΩΤΑΓΌΡΑΣ (361. 362) 133
ἀνδρῶν ἐπὶ σοφέᾳ. καὶ περὶ τούτων δὲ εἰσαῦϑις, ὅταν βούλῃ,
διέξιμεν" νῦν δ᾽ ὥρα ἤδη καὶ ἐπ᾽ ἄλλο τι τρέπεσϑαι. ᾿4λλ᾽, ἦνϑ8θ:
δ᾽ ἐγώ, οὕτω χρὴ ποιεῖν, εἴ σοι δοκεῖ" καὶ γὰρ ἐμοὶ οἶπερ ἔφην
ἰέναι πάλαι ὥρα, ἀλλὰ Καλλίᾳ τῷ καλῷ χαριξόμενος παρέμεινα.
5 Ταῦτ᾽ εἰπόντες καὶ ἀκούσαντες ἀπῇμεν.
1. εἰσαῦϑις : als fürchtete er ein Καλλίᾳ. Übrigens wird das Epi-
neues Gespräch mit Rücksicht auf theton als Höflichkeitsformel häufig
die obige Bemerkung (2.10) des So-_ angewandt — hier besonders pas-
krates. send; denn dem Schönen kann man
3. ἔφην: 8. 8860 (80, 9). eine Bitte nicht abschlagen.
4. τῷ καλῷ: Paronomasie zu
Anhang.
Die erste Lesart ist die aufgenommene. 8 bezeichnet: Platonis opera
ed. M. Schanz. Vol. VII. Lipsiae 1880. K: Platonis Protagoras. iterum
ed. Dr. J. S. Kroschel. Lipsiae 1882. B: codex Bodleianus Clarkianus.
T: cod. Venetus (bei Bekker t). Auf diese beiden Handschriften ist die
neue Textgestaltung von Schanz begründet, der auch Kroschel folgt.
Andere Handschriften (apographa, hier der Kürze wegen cod oder codd
bezeichnet) werden nur aushilfsweise beigezogen. Der Ausdruck ‘streicht’
steht der Kürze wegen auch für “klammert ein’.
Dem Namen Πρωταγόρας fügt B bei: ἢ σοφισταί" ἐνδεικτικός. Diese
Beifügungen werden in der Regel als Beisätze von späterer Hand aus-
geschieden; Schanz klammert nur ἐνδεικτικὸς ein, das in T fehlt.
25,19 υἱέος ---- ὑέος 8 und dem entsprechend überall. S. dessen Εἰ-
örterung Vol. XII praef. $ 5.
25, 20 σοφώτατον BT — σοφώτερον S mit andern auf Grund der
Übersetzung des Ficinus. Nach wiederholter Überlegung finde ich keinen
Grund von der Überlieferung abzugehen. Der Gedankengang ist gans
angemessen: S. erklärt einen weit schöneren Mann getroffen zu haben,
als Alkibiades sei, einen Ausländer aus Abdera und fügt zur Begründung
bei, die höchste Weisheit sei doch wohl schöner, natürlich als die bloß
leibliche Schönheit. Daraus schließt der Freund, es müsse also wohl
ein Weiser gewesen sein, und erhält zur Antwort: der weiseste, wenn er
den Protagoras für den weisesten ansehe.
26, 15 ἤειν — ἤει BT. Doch 8. Schanz XII praef. $ 13.
27, 10 ἀδελφὸς BT — ἀδελφὸς 8 mit andern.
28, 1 πτοίησιν BT — πτόησιν 8 mit Bekker.
28, 15 Mnno, ἀγαϑέ, ἐκεῖσε ἴωμεν BT — Μήπω, ὠγαϑέ, [ἐκεῖσε ἴωμεν]
8 mit Cobet, Μήμω, ὠγαϑέ, ἐκεῖσε K. ͵
80, 4 εἶεν: über Ursprung und Bedeutung dieses Ausdrucks a. ἃ.
Bem. zu Apol. 18E mit dem Nachweis im Anhang.
30, 6 ἕτοιμοι ---- ἑτοῖμοι 8, wie auf Grund einer Bemerkung Here
dians schon im Thesaurus vol. III p. 2160 (von L. D.?) und im Lexicon
Sophocleum p. 195 von W. Dindorf gefordert wird. Doch behält dieser
nicht bloß in der Oxforder Ausgabe v. 1859—60, sondern auch in der
5. Aufl. der Leipziger Textausgabe überall die Schreibung ἔτοιμος bei.
31, 2 αὑτὸν BT — σαυτὸν SK. Die Zulässigkeit des stellvertreten-
den Gebrauchs des Refl. ἃ. 3. P. im Sing. wird für Platon bestritten u.
neuerdings von Schanz (vol. VII pr. $ 12) auch Phaed. 101C u. D auf
Grund des cod. T die vol. I beibehaltene Lesart geändert. Doch komut
hier und mehr noch Lach. 200B in Betracht, daß das Refl. sich nicht
an das Verbum, welches den Ausdruck des Subjekts enthält (αἰσχύνοιο,
δοκεῖς), sondern an das untergeordnete (παρέχων, βλέπειν) anschließt, 80
Anhang. 135
daß auf diese Stelle doch nicht ganz paßt, was Apollonios Dyscolos sagt:
οὐ γάρ φαμεν ξαυτὸν ὕβρισα“ ἢ ,,ξαυτὸν ὕβρισας“, ἑαυτοὺς δὲ ὑβρίσαμεν.
32, 6 ἀποκρινοίμεθα BT — ἀποκριναίμεθα K, der die Übereinstim-
mung mit 311D gewahrt wissen will.
32, 7 τί ἂν εἴποιμεν αὐτὸν εἶναι BT — τί ἄν, εἰ εἴποιμεν are. 8
τί ἂν εἴποιμεν; Αὐτὸν εἶναι K.
ἢ ἐπιστάτην Stallbaum — ἐπιστάτην ΒΤ 5Κ.
33, 14 ὅτι ποτέ ἐστι --- ὅ τί ποτ᾽ ἔστιν 8, ὅ τί ποτ᾽ ἐστί K. Über
die Schreibung ὅτε (0, τι — ὅ τι) 8. zu Apol. 17A (Bem. S. 77) u. über
ἐστί od. ἔστι Kr. 38, 2, 4. ποτέ scheint die Lesart von B zu sein.
34, 1 φαένεται γὰρ ἔμοιγε τοιοῦτός τις teilt Schleiermacher dem So-
krates noch zu, 8 und K bezeichnen sie als Antwort des Hippokrates, in
dessen Mund aber eine so entschiedene, ja entgegenkommende Zustim-
mung nicht paßt, wenn H. nichts weiß von dem, womit die Seele genährt
wird. Darum vertauscht K die Worte ὦ Σώκρατες und ἦν δ᾽ ἐγώ, 80
daß die Frage τρέφεται... risı dem Sokr. und die Antwort μαϑήμασι
δήπου dem Hipp. zufällt. Aber auch so drückt sich zuviel selbständige
Entschiedenheit aus.
34, 3 ἐξαπατήσῃ BT — ἐξαπατήσει SK mit Bekker. Doch 8. Kr.
54, 8, 5 und Kühner $ 552, 2A. 6 und unten 108, 7.
35, 2 παρὰ τοῦ καπήλου καὶ ἐμπόρου streicht 8 mit Hirschig.
35, 9 καὶ μαϑόντα streicht 8 mit Deuschle.
37, 6 οἱ ὄπισϑεν — Onıohev BT ὄπισϑεν οἱ K mit Baiter.
37, 11 εὐλαβοῦντο BT — ηὐλαβοῦντο 8.
37, 12 πρόσϑεν B — ἔμπροσθεν TK.
37, 16 ἔφη Ὅμηρος streicht 8 mit Schleiermacher.
38, 2 ἀστρονομικὰ streicht 8.
38, 5 ἄρα T— ρὰ καὶ Β ἄρα καὶ 5Κ, das in dem Text herzustellen ist.
38, 15 τοῦτ᾽ ἦν τὸ μειράκιον streicht K.
39, 7 μόνῳ BT — μόνοι μόνῳ 8 mit Cobet.
39, 13 μάλιστ᾽ ἂν Hirschig nach Stephanus — μάλιστα BT.
39, 18 ἀπολείποντας BT — ἀπολιπόντας Themistius K.
42, 7 εἴημεν BT — εἶμεν ΒΚ. Vgl. 98, 3. 8. Kr. 38, 2, 1.
42, 11 καϑιζόμενοι B — καϑεξόμενοι TK.
42, 12 ἄσμενοι BT — &ouesor SK. S. Kroschels krit. Bem.
42, 13 αὐτοὶ — αὐτοί re BT.
43, 9 ἐν streicht 8 mit Hirschig.
45, 11 κέκτησαι BT — ἔκτησαι 8. S. vol. XII praef. $ 16.
45, 18 ὅπως ἀπιστῶ — ὅπως ἂν ἀπιστῶ BT.
46, 2 περὲὸ τῶν οἰκοδομημάτων streicht Deuschle mit Hirschig.
46, 11 ἐξαίρωνται T — ἐξάρωνται 8 mit Bekker.
46, 12 περὶ τῶν τῆς πόλεως διοικήσεως BT — διοικήσεως streicht 8
τῶν setzt vor περὶ K.
48, 11 διεξελθών — διεξέλθω 8. mit Cobet. Das logische Verhältnis
würde mit dieser Anderung allerdings besser gewahrt.
49, 5 δέ μον BT — δ᾽ ἐμοῦ ΒΚ nach Bekker. Doch 8. zu Apol.
18A u. Kroschel zu 8342 A. ἐμοῦ wäre erforderlich, wenn σὺ ἐπίσκεψαι folgte.
49, 7 τὰ δ᾽ ἀσθενέστερα ... τὰ δέ cod. — τοὺς δ᾽ ἀσθενεστέρους...
τοὺς δὲ BT.
50, 8 εὐμάρειαν --- εὐμαρίαν BTS. Vgl. Soph. Philoct. 703 u.
Schanz II 2 Proleg. 8 8, 8. X.
50, 7 ὄνυξι καὶ Baiter — θριξὶ καὶ BT. Beide Worte streichen SK.
Kroschel hält auch δέρμασι στερεοῖς für eine Erklärung von späterer
Hand etwa von τύλοις σκληροῖς. Doch s. ἃ, Anm. u. ἃ. T. u. vgl. Ari-
stoteles περὲ ζῴων μορ. δ΄ 10 (690 a 8) ἀντὶ πλειόνων ὀνύχων εἷς ὄνυξ
ἡ ὁπλή ἔστιν. ὁ
136 Anhang.
50, 20 σχόμενος B — ἐχόμενος T. Erstere Lesart wird durch das
beigefügte Randzeichen unsicher gemacht.
51, 11 δι᾽ ᾿Επιμηϑέα streicht 8 mit Sauppe.
51, 14 διὰ τὴν τοῦ θεοῦ συγγένειαν streicht 8 mit Deuschle, διὰ
τὴν τῶν θεῶν συγγένειαν K.
52, 2 εὕρετο BT — nveero 8. Vgl. zu 815B 37, 11.
53, 9 ἅπαντος BT — παντὸς 8.
54, 18 τὰ καλὰ streicht 8, τὰ κακὰ K mit Ficinus. Die Streichung
wäre der Änderung vorzuziehen, erscheint aber ebenfalls unnötig, wen
man der Läßlichkeit der mündlichen Rede so viel Raum giebt, als ihr
gebührt. Von dieser macht Pr. schon bei τὸ τούτων ποιεῖν, damn bei
ταῦτα, das sich über τούτων auf ταῦτα vor ἔχοντας zurückbezieht. Die
Wendung, welche in dem folgenden ὅσα δὲ... κακὰ deutlich hervortritt,
vollzieht sich eben schon hier in Gedanken und Ausdruck.
ὅθ, 11 γέ μοι Β — γ᾽ ἐμοὶ TSK. Vgl. zu 820D 49, 5.
56, 12 ἀπορία BT — ἡ ἀπορέα K mit Heindorf.
57, 11 ϑαυμάσιοι ΒΚ — θαυμασίως BT. .
57, 15 ἐφ’ ὧν BT — ἐφ᾽ ᾧ Heindorf. Die Änderung ist wegen
der Schreibung ὧν möglichst gering.
59, 1 ὡς βέλτιστος T von zweiter Hand, βέλτιστος BT. Das bei
gefügte ὡς drückt den erreichbar höchsten Grad aus, was dem Zusammer-
hang allein entspricht,
59, 8 τὸ μὲν... τὸ δὲ BT — τόδε μὲν .. τόδε δὲ K.
ὅ9, A τὰ μὲν... τὰ δὲ Β --- τάδε μὲν... τάδε δὲ TK. ;
60, 14 ol μάλιστα δυνάμενοι μάλιστα -Heindorf — οἵ μάλιστα δυνα-
μενοι ΒΤ.
61, 1 κατὰ παράδειγμα streichen SK.
61, 4 διδόασι --- διδόασιν 8.
62, 10 διδάσκει καὶ BT --- διδάσκει K.
62, 17 γ᾽ ἂν Nattmann — γοῦν BT.
63, 8 ἐν νόμοις καὶ ἀνθρώποις BT — ἐν ἐννόμοις ἀνθρώποις 8 nach
Ficinus.
68, 7 οἷοί περ οὺς BT — οἵους περ 8 mit Hirschig.
64, 4 εἶναι' ὥσπερ Heindorf statt des überlieferten εἶθ᾽ oder εὖθ
ὥσπερ — ἔσθ᾽ ὥσπερ K mit Beistimmung des Reo. in Ph. A. 18, 2.
64, 14 ὀνῆσαι Dobree — νοῆσαι BT.
. .65, 3 ἀποδέδωκεν streicht 8 mit Sauppe — ἀπέδωκεν K. Dies
Änderung wäre der Streichung wegen des beigefügten ὃ ἐγὼ πράττομαι
ἀργύριον jedenfalls vorzuziehen. -
65, 14 ἐπὶ μὲν... ἔτι κτξ. Schanz will ἐπὶ gestrichen und das
folgende #rı an dessen Stelle gesetzt.
66, 8 καὶ τοιούτους BT — καὶ τούτου τοιούτους 8 mit Sauppe.
66, 12 γαλκεῖα BT — γαλκία K.
67, 2 δολιχὸν BT — δόλιχον Stephanus ΒΚ.
67, 4 αὐτὸ cod — αὐτὰ BT.
67, 8 εἴπερ ἄλλῳ τῳ ἀνθρώπων, πειϑοίμην ἂν καὶ σοέ Heindorf —
εἴπερ ἄλλῳ τῳ ἀνθρώπων πειϑοίμην ἂν καὶ σοὶ πείθομαι BT πειϑοίμη
ἂν streicht K.
67, 11 δικαιοσύνην... πέμψειε. Da die Überlieferung in B geträbt
ist, dürfte vielleicht dia» und ἔπεμψε herzustellen sein.
68, 5 νῦν δὴ — νυνδὴ 8. un
68, 12 τὰ ἕτερα τῶν ἑτέρων Sauppe — τὰ ἕτερα τῶν ἑτέρων ἀλη:
λων BT τὰ ἕτερα τῶν ἑτέρων streicht 8.
69, 10 ἔφη ἔχει ὦ Σώκρατες Τ' --- ἔφη ΒΒ.
69, 12 ἄλλο T --- ἀλλ᾽ Β ἀλλ᾽ 5Κ.
69, 16 καὶ ἐμοί Τ' — καί μοι Β κάμοί Hirschig 8. ο
Anhang. 137
11, 14 τὸ εἴ — τὸ el Κ.
72, 9 τὸ ὅμοιον streicht 8 mit Hirschig, Schleiermacher übersetst:
„auch wenn sie gar wenig Ähnliches und Unähnliches haben“, doch mit
einer auf eine feine Beobachtung sich stützenden Anmerkung, in der er
vielmehr die Richtigkeit der überlieferten Lesart anerkennt.
73, 3 ἢ τοὐναντίον Stallbaum — ἢ el τοὐναντίον ἔπραττον BT.
73, 14 τούτῳ ἔστι — τούτῳ ἔστιν 8.
73, 15 οὐκ ἔστιν --- οὐκ ἔστι K. |
75, 8 πλείω Heindorf — πλείοσιν B πλείοσι T
75, 12 ποιήσομαι BT — ποιήσωμαι Heindorf K.
76, 11 ὅτι ἀδικοῦσιν streicht 8. Hier, wo doch nur die Gleich-
stellung von εὖ φρονεῖν und εὖ βουλεύεσθαι beabsichtigt ist, erscheint
die Beifügung allerdings auffallend und störend.
εἶ ‚1 παρατετάχϑαι BT --- παρατετάσθαι 8 mit Kock. Vgl. Apol.
23 ἱ.
77, 8 οὐδενί BT — οὐδέσε 8 mit Naber, vielleicht. richtig, obwohl
die Auffassung nach dem Sinne (keinem von diesen Tieren) auch wohl zu-
lässig erscheint.
79, 10 χοῷ τρόπῳ Β --- τρύπῳ χρῶ ΤΚ.
19, 14 ἐγένετο BT --- ἐλέγετο K.
80, 21 δρομεῖ ἀκμάξοντι streicht 8 mit Groen van Prinsterer.
81, 15 μετεῖναί οὗ BT — μετεῖναι ol 8.
82, 13. 14 φιλόνικος.. . συμφιλονικεῖν 8 (vol. VI1 proleg.) — φιλό-
veıXog ... συμφιλονεικεῖν ΒΤ Κ.
88, 14 ἡμᾶς Heindorf — ὑμᾶς BT.
84, 12 ὑμῖν BT — ἡμὲν codd u. ältere Ausg. ΒΚ.
85, 2 ὡς B— ὡς ΤΆ.
85, 2. 8 ποιήσετε... πείθεσθε BT — ποιήσατε... πίθεσϑε 8.
87, 1 νῦν δὴ (νυνδὴ 8) διελεγόμεθα Stallbaum --- νῦν διἀάλεγόμεθα BT.
88, 14 ἐλιγγίέασα --- εἰλιγγίασα ΒΤ Βὶ (s. dessen praef. zu vol. VII$ 1.)
89, 17 ταὐτὸν Bekker --- τὸ αὐτὸν ΒΤ αὶ τὸ αὐτὸ codd. und ältere
Ausg.
89, 18 τὸ zalenov, γενέσϑαι BT — χαλεπόν, τὸ γενέσθαι Ast,
welcher indessen Annot. p. 154 seine Anderung zurücknimmt, ΒΚ.
90, 5 δῆπειτα — δήπειτα B δ᾽ ἤπειτα T δὴ ἔπειτα K.
ἐκτῆσϑαι — κτῆσϑαι BT. Über ἐκτῆσθαι u. κεκτῆσϑαι 8. Schanz
vol. XII praef. 8 16 und Schneider zu Civ. vol. II p. 69. ᾿
90, 16 πάλαι BT — καὶ παλαιά K, eine sich empfehlende Änderung.
92, 12 ἢ, γέρας. οὐ — γέρας οὐ 8 γέρας, οὐ K εἶτα BT — εἴπερ K.
Diese Änderung empfiehlt sich nur dann, wenn man 09... λέγων an das
vorbergehende λέγει anschließt.
93, 3 γέ μοι BT — γ᾽ ἐμοὶ Bekker 8.
94, 8 τὴν σοφίαν fügt B bei. ΒΚ lassen es als überflüssig weg.
Doch kann die wiederholte Hervorhebung dieses Begriffe im Gegensatz
gegen das vorhergehende τῷ μάχεσθαι καὶ ἀνδρείᾳ beabsichtigt sein;
such widerstrebt nicht das folgende ἐκεῖνο.
95, 1 γνοέητε BT — γνοῖτε ΒΚ.
96, 6 εἰρημένα. οὗτοι BT — εἰρημέν᾽ ἃ οὗτοι Β εἰρημένα, ὅτι K,
εἰρημένα, ὅτι οὗτοι Deuschle.
98, 8 Heinuev BT — ϑεῖμεν ΒΚ. Vgl. 42,7. Die längeren Formen
warden bisber in der 1. u. 2. P. als die gebräuchlicheren anerkannt.
8. Kr, 26, 8, 2 Kühner 1 αὶ 214. |
100, ὅ δυνατὸν δέ Schneidewin — δυνατὸν δὲ ἐσθλὸν BT.
102, 2 ἔπειϑ᾽ ὑμῖν BT --- ἐπεὶ οὔτιν᾽ K.
102, 6 ξρδῃ --- ἐρδῃ BT ἔρδῃ 8.
108, 1 τὰ κακὰ BT --- κακὰ Bekker K.
Platons ausgew. Dialoge. IV. 9*+*
138 Anhang.
104, 5 γ᾽ ὀνησίπολιν — τ᾿ ὀνησίπολιν G. Hermann 8 ya ὀνήσει
πόλιν BT. j
104, 10 πάντα. .. μέμικται. Genau genommen ist der Ausdruck
an sich nicht anfechtbar, da das καλόν ohne alle Beimischung von αἰσγρόν
ja wirklich rein καλόν ist und die μέσα also wirklich etwas von beiden
Gegensätzen in sich haben. Daß aber Bimonides doch den Satz im Sinne
einer nachsichtigen Beurteilung solcher Handlungen, die in sittlicher
Hinsicht nicht frei von einer tadelnswerten Beigabe sind, meint, zeigt
das Vorhergehende. Vgl. Hor. Sat. I 4, 129 ff. 6, 82 fi.
106, 6 καὶ vor πεπαιδευμένοι, das T von zweiter Hand u. Athenaeus
bieten, fehlt in BT, πεπαιδευμένοι streicht 8.
107, 17 ὥς γέ μοι — ὥς γ᾽ ἐμοὶ 8.
108, 1 ἐπιδείξηται... βεβαιώσηται BT ἐπιδείξεται . . βεβαιώσεται
cod. 5Κ. Der Übergang in den Öptativ in solchen Sätzen wie 821 (.
Gorg. 486 B οἶσϑ᾽ ὅτι οὐκ ἂν ἔχοις ὅτε χρήσαιο σαυτῷ. Crit. 45 B οὐκ
ἂν ἔχοις ἐξελϑὼν ὅτι γρῶο σαυτῷ zeigen deutlich, daß auch die griechische
Sprache solche Fragen wie: was werde (kann) ich thun? und was soll
ich thun? nicht streng unterscheidet. Die Berufung auf den Sprach-
gebrauch aber verliert bedeutend an Gewicht, wenn man die dem Kanon
widerstrebenden Fälle einfach nach diesem ändert. Dieses Verfahren er-
innert an die gute Bemerkung des Aristoteles (Bhet. I 1) ὅμοιον γὰρ
καν εἴ τις ᾧ μέλλει γρῆσϑαι κανόνι, τοῦτον ποιήσειε στρεβλόν.
109, 2 ἀναφανδὸν... ἀπέφηνας --- Βὶ setzt ein Komma nach ἐπορο-
μάσας, K vor ὑποκηρυξάμενος und nach ἐπονομάσαρ. Doch ist wohl am
ewöhnlichsten das Obj. einem Partic. u. seinem verb. finit. gemeinsam.
πονομάσας schließt sich aber zunächst an ὑποκηρυξάμενος an.
110, 9 διαφερόντως streicht 8. Cobet verlangt ἀνδρείους statt
ἀνδρειοτάτους.
111, 18 τοὺς θαρραλέους BT --- τοὺς streicht 8 mit Sauppe.
111, 15 οἵ σοφώτατοι — R. Schoend (8, ἃ. Bem. bei Schanz) will
οἱ o., wodurch der hier etwas auffallende Gebrauch des epanaleptischen
οὗτοι beseitigt würde.
112, 3 τοῦτο cod. — τότε BT τοῦτ᾽ 8,
114, 12 οὕτω BT — οὕτως ΒΚ. Doch 5. Kroschels krit. Bem, zu
350 C 4 u. Schneider zu Civ. ΠῚ 406 E a. E. u. Schanz N. C. $ 2, be-
sonders p. 8 die Schlußbemerkung. Auch spricht die Verbindung mit
ἁπλῶς nicht entschieden für οὕτως. 8. Staat I 331 C III 386 B.
115, 2 ἃ ἔστιν — & ἐστι K (ἐστιν B).
116, 18 ἂν Sauppe -— ἃ Β ἂν T.
ἡ ἐπιστήμη B — ἐπιστήμη 18.
117, 11 μὴ ἔστιν Β --- μή σι, Κ.
117, 12 ἐστίν — ἐστιν B ἐστί K.
118, 2 τοῖσδε. BT — τοιοῖσδὲ K.
118, 11 nr BT — sin cod. corr. ΒΚ. Doch ist nicht abzusehen,
warum diese Kombination, die, wenn auch seltener vorkommend, doch
innerlich wohl begründet ist, nicht zulässig sein sollte. In Xen. Hier. 19
el γὰρ οὕτω ταῦτ᾽ ἔχει, πῶς ἂν πολλοὶ μὲν ἐπεθύμουν τυραννεῖν; war
es zwar leicht &ys in ziye zu verwandeln; schwieriger möchte es sein
Dem. g. Aphob. I 63 zurechtzurichten, wo man genötigt wäre, an drei
Verben die Form zu ändern. Und auch solche Stellen, wie Apol. 83 (
el... διαφθείρω... χρῆν . . αὐτοὺς... ἐμοῦ κατηγορεῖν sprechen für
die Zulässigkeit dieser Ausdrucksweise, die hier dem Gedanken trefflich
entspricht: hätten diese Genüsse keine schlimmen Folgen, an welche
diejenigen, die sich ihnen hingeben, ja in der Regel nicht denken, würden
sie an sich nicht schlimm sein.
ὅτι μαϑόντα BT — ὅτι παϑόντα Stallbaum SK. Doch hätte Kroschel
Anhang. 189
am liebsten das ganze Glied gestrichen, da es ihm ohne Belang für den
Sinn zu sein scheint. Indessen fügt es doch wirklich noch eine Be-
'stimmung hinzu, die in dem Ausdruck γχαέρειν δὲ μόνον ποιδῖ nicht Bo
ideutlich ausgesprochen ist, nämlich daß gerade diese Wirkung als der .
a
‚Grund des Unwertes angesehen wurde. Jedenfalls will er den Ausdruck
τί und ὅτι μαϑών nur in der Anwendung auf Menschen gelten lassen.
Indessen bei solchen formelhaften Ausdrücken verdunkelt sich leicht die
Grundbedeutung der Worte. Könnten wir im Ὁ. nicht sagen: “um des
willen, daß diese Genüsse Ergötzung verursachen’, ohne daß wir da-
durch den Genüssen im Ernst einen Willen zuschrieben. Die weiteren
Fragen über die Bedeutung von ὅτε und die Beziehung von μαϑόντα
(πταϑόντα), das Kr. als Accus. Sing. mit verstandenem τερά faßt, müssen
hier unerörtert bleiben.
119, 1 πάλιν ἂν BT — πάλιν αὖ ΒΚ. Kroschel würde ἂν lieber
streichen, wohl mit Recht wegen des folgenden αὐτούς. Doch warum
soll ἄν trotz der Wiederholung nicht stehen bleiben, um dem ganzen
Satz gleich sein Gepräge zu geben?
119, 14 ἀλλ᾽ ἢ Stephanus — ἀλλ᾽ BT.
120, 17 ἄνθρωπος BT — ἄνϑρωπος Sauppe 8. Ebenso 355 E 122, 4.
120, 20 λέγητε Heindorf — λέγετε BT, von Hirschig u. 8 gestrichen.
121, ὃ ἄρα BT — ἅμα cod. corr. K. Heindorf zu Gorg. 519 B recht-
fertigt die Stellung durch Beispiele, Kroschel zeigt, daß ἅμα dem Sinne
wohl entspräche, was nicht zu bestreiten ist.
122, 6 ἀναξία BT — ἀξέα Schleiermacher, δὴ ἀξία 8. das sonst un-
gebräuchliche Wort wird durch Ciceros Übersetzung „quae potest esse
indignitas voluptatis ad molestiam?“ bestätigt, um so mehr, als auch
das lateinische Wort in diesem Sinne sonst nicht gebräuchlich war.
„usführlich verteidigt es Kroschel durch Vergleichung ähnlicher Neu-
. buldungen.
! 123, 9 αἴ ἴσαι Heindorf — ἴσαι BT.
125, 6 sinere BT — εἴπατε Stobaeus 8Κ.
125, 16 αὐτοὶ ἵτε Madvig (Adv. Ip. 409) — αὐτοί BTSK. Kroschel
zöge vor οὔτ᾽ ἐφοιτᾶτε αὐτοῦ,
125, 22 ὦ Ἱππία Rückert — Ἱππία BT.
126, 10 καλαές Schleiermacher — καλαὶ καὶ ὠφέλιμοι BT.
126, 13 ποιεῖ, καὶ δυνατά Schleiermacher — ἐποίει καὶ δύναται BT.
ἐποίει ließe sich halten in dem Sinne: “keiner, wenn er weiß oder glaubt,
daß anderes besser sei, als was er bisher that, und möglich, fährt dann
doch fort dies zu thun etc. Kroschel würde am liebsten καὶ δύναται als
aus einem Glossem zu ἐξὸν τὰ βελτέω entstanden mit Ast streichen. Der
ungenannte Beurteiler von Kroschels Ausgabe im Philol. Anz. 13, 2 will
ἐπόϑει statt ἐποίει.
127, 10 συνεδόκει cod. --- συνδοκεῖ BT.
127, 11 καλεῖτέ τι Heindorf --- καλεῖτε BT.
127, 21 ὦ Πρόδικε Bekker — Πρόδικε BT.
128, 15 τί BT — tive corr. B. u. viele Ausgaben.
128, 25 ἐπειδὴ... .. οὖσα streicht Ast, weil damit der weiteren
Erörterung vorgegriffen wird, indem dieser Gesichtspunkt erst unten
(360 B ff.) zur Geltung kommt.
129, 21 καὶ οἵ ϑρασεῖς streicht 8 mit Dobree. Eher könnte οἵ
μαινόμενοι mit Rücksicht auf 350 BC als ein Beisatz von späterer Hand
erscheinen, da dieser Ausdruck doch nicht die eigentliche Bezeichnung
für die fehlerhafte Bethätigung des Muts ist und daher nicht geradezu
als Ersatz für οἵ ϑρασεῖς gelten kann.
131, 10 ἀρετὴ B — ἡ ἀρετὴ TK.
181, 11 χρήματά ἐστιν — χρήματα ἐστὶν 8.
140 Anhang.
131, 11 ἐστίν BT — ἔστιν 8 ἐστί K.
Schwierigkeiten boten auch hier die beweglichen Endkonsonante
Schanz hat die volleren Formen überall, wo B sie bot, auch vor Ko
sonanten gesetzt. Es wäre vielleicht das Beste gewesen, der Konseque
halber ihm unbedingt gern oder ungern zu folgen. Das ist von An
nicht geschehen. Besonders wünschte ich die volleren Formen hergestel
31, 14. 33, 14. 49, 11. 60, 7. 70, 20. 80, 8. 91, 18. 96, 8. 111, 8. 1
125, 5. 14. Auch die Schreibung ἑτοῖμος und ὁμοῖος, ferner &auevo
welch' letztere auch Kroschel annimmt, dürfte sich, obwobl im Wider-
spruch mit der Überlieferung der Handschriften, aus anderen Gründen
empfehlen.
PLATONS
AUSGEWÄHLTE SCHRIFTEN.
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH
ERELÄRT VON
CHRISTIAN CRON vuso JULIUS DEUSCHLE.
FÜNFTER TEIL.
SYMPOSION.
ERKLÄRT von ARNOLD HUG.
ZWEITE AUFLAGE,
ΞΕ
LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON B. 6. TEUBNER.
1884,
PLATONS
SYMPOSION
ERKLÄRT
ΥΟΝ
ARNOLD HUG.
ZWEITE AUFLAGE.
ze
LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON Β. 6. TEUBNER.
1884.
DEN
LIEBEN FREUNDEN UND COLLEGEN
AN DER ZÜRICHER UNIVERSITÄT
HEINRICH SCHWEIZER-SIDLER
UND
CARL DILTHEY
GEWIDMET.
Vorwort zur ersten Auflage.
In dieser Ausgabe habe ich mich bemüht, neben der gründ-
lichen — sprachlichen wie sachlichen — Erklärung des Einzelnen
besonders auch auf den logischen Zusammenhang, die Disposition,
die rhetorisch-stilistische Beschaffenheit der Reden aufmerksam zu
machen; ich bin mir bewulfst in dieser Beziehung teils allerlei Neues
beigebracht, teils an den einzelnen Stellen manches zum ersten
Male eingefügt zu haben, was anderwärts zerstreut in Einleitungen,
Abhandlungen oder grölseren Werken vorlag. Diesem Zwecke der
sofortigen Orientierung des Lesers sollen auch die jeweilen beim
Beginne der Reden gegebenen Übersichten dienen, ebenso der ge-
sperrte Druck der Hauptsätze und markierenden Übergänge oder
Schlagwörter in denselben. Hoffentlich wird der Kundige in der
Erklärung und Kritik, sowie in der Behandlung einzelner allge-
meiner Fragen, wie sie etwa in der Einleitung beantwortet sind,
gelegentlich wissenschaftliche Förderung und neue Anregung finden;
einzelnes mag auch wohl auf Widerspruch stofsen. Erörterungen
über Fragen der Texteskritik, der ich ein sorgfältiges Augenmerk
zuwandte, und über dabei beobachtete Grundsätze sind, so weit es
irgendwie der Erklärung wegen anging, in den Anhang verwiesen,
worin ich über meine Textesgestaltung Rechenschaft gebe; im Com-
mentar hätten sie denjenigen Leser gestört, der mehr auf den In-
halt gerichtet das Ganze durchwandern will. Und dafs ich mir
namentlich auch solche Leser wünsche, die, wenn sie den ersten
Blick in- die Herrlichkeit dieses Werkes gethan haben, ergriffen von
derselben sich gedrungen fühlen das Ganze nacheinander durchzu-
lesen, will ich nicht verhehlen. Denn wie weit auch die Kluft
sein mag, welche die Anschauungen unserer Zeit von denjenigen
Platons trennt, wie wenig Einflufs wir auch poetischer Schwärmerei
auf die Bildung unserer philosophischen Überzeugungen einzuräumen
geneigt sein mögen, hier ist neutraler Boden: auch in unseren
Tagen kann ein καλὸς χάγαϑός das Platonische Symposion nicht
lesen, ohne etwas von dem Hauche des Platonischen Eros, der jeg-
liche Begeisterung für das Ideale in sich fafst, zu verspüren. Wer
aber noch weiter eindringen will, wer sich die Mühe giebt, bei
einer wiederholten Lesung schärfer auf die einzelnen Züge zu achten,
dem wird deren Schönheit und Weisheit, dem wird die Tiefe der
ΨΙΠ VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE.
Gedanken und das Künstlergenie Platons in immer hellern Farben
erstrahlen. Solchen empfänglichen Lesern durch die Einrichtung
der vorliegenden Ausgabe einen Dienst zu erweisen ist, wenn auch
nicht der einzige, so doch der Hauptzweck derselben. Und es
durfte hierzu um so eher der Plan gefalst werden, als seit Fr. Aug.
Wolfs frischer Jugendarbeit vom Jahre 1782, also seit beinahe
einem Jahrhundert unseres Wissens keine Ausgabe mit deutschen
Anmerkungen mehr erschienen ist, so vortreffliches Material auch
einzelne Übersetzungen und Einleitungen bieten.
Der Zufall hat es nun gewollt, dafs gerade in der Zeit, wo
ich mit der Ausführung dieses schon seit lange gehegten Planes
beschäftigt war, mehrere Arbeiten über das Symposion erschienen:
während meine Ausgabe druckfertig gemacht wurde, kam in Halle
(1875) die Textausgabe von Rettig heraus (in usum studiosae
iuuentutis et scholarum cum commentario critico), bald darauf, als
ungefähr die Hälfte meines Kommentars gedruckt war, auch noch
die zweite Ausgabe des Jahnschen Textes (in usum scholarum) von
Usener besorgt (Bonn 1875); beide versehen mit ausführlichen
kritischen Apparat, den ich zur Controlle und Ergänzung der von
mir gesammelten Notizen verwenden konnte; über den Bodleianus
hatte Schanz schon 1871 in seinen nouae commentationes Pla-
tonicae einen Bericht gegeben, der an Genauigkeit nicht-übertroffen
werden konnte. Wenn ich nun durch die Usenersche Arbeit mehr
gefördert wurde als durch die kurz vorhergegangene Rettigs, 80
erklärt sich dies besonders durch den Umstand, dafs dieser letztere
mit viel gröfserm Conservatismus an der gegebenen Überlieferung
festhält. In wie weit ich von den neuen Vorschlägen Useners, die
ich teilweise noch in der Correktur, teilweise während des Druckes
selbst benutzen konnte, Gebrauch gemacht habe und wie ich mich
zu denselben stelle, darüber giebt der kritische Anhang Aufschluß.
Vor wenigen Tagen nun, am 29. Juni dieses Jahres, bekam
ich vom Buchhändler auch noch eine weitere Arbeit Rettigs, die
weit mehr mit. der meinigen concurriert: den ebenfalls deutsch
geschriebenen, aber nicht mit dem Text versehenen Commentar
(Halle 1876: als zweiter Teil zu der Textausgabe bezeichnet). 80
weit ich bis jetzt Zeit fand von diesem umfangreichen, von jahre
langer eingehender Beschäftigung mit dem Symposion zeugenden
Werke Einsicht zu nehmen, constatiere ich mit Vergnügen, dafs wir
in Einzelnheiten, auch in neuen Beobachtungen häufiger zusammen-
getroffen sind, als ich nach den kritischen Divergenzen erwartet
hätte. Es ist dieses Zusammentreffen um so erfreulicher, als es
ein rein zufälliges ist, indem, was ich hiemit zur Verhütung jeg-
lichen Mifsverständnisses constatiere, in dem Momente, in welchem
mir das Rettigsche Werk zukam, mein Commentar nebst Anhang
gedruckt vor mir lagen. Daneben sind — abgesehen von der voll-
ständigen Verschiedenheit der ganzen Anlage der Arbeiten — aller-
%
VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE. IX
dings noch grofse Differenzen zu konstatieren, von denen ich einige,
ohne mich in irgend welche Polemik einzulassen, zum Schlusse hier
noch anführen will. Auch bei Rettig tritt wie in meinem Commentar
das Bestreben hervor, auf stilistisch-rhythmisches aufmerksam zu
machen, bei beiden geschieht dies in ähnlicher Weise z. B. in dem
Abschnitt der Rede der Diotima, der (208C) mit den Worten ὥσπερ
οἷ τέλεοε σοφισταί beginnt. Dabei sind wir freilich im einzelnen
zum Teil zu verschiedenen Resultaten gekommen (vgl. Rettig S. 292
bis 296 mit meiner Bem. zu 208C 1). Während ich nun ferner
in der Rede des Pausanias (S. 50, 63, 65) insbesondere auf die
Eurhythmie und Isokolie im Periodenbau aufmerksam mache, —
im wesentlichen in Übereinstimmung mit R., der ebenfalls auf die
durchgängige Concinnität hinweist — hat Rettig der Anwendung
des rhythmischen Elementes anderwärts eine Ausdehnung gegeben,
die man als eine ungeheuerliche bezeichnen muls. Man vergleiche
ı.B. bei ihm S. 184 die „rhythmische“ Erklärung von ἄλλῃ γέ an
u.s.f, wie denn die Rhythmisierung der Rede des Aristophanes
$.185, im Grunde auch von J. H. Heinr. Schmidt daselbst als ein
sehr schwieriges, d. h. undurchführbares Unternehmen bezeichnet
wird. Ähnliche Sonderbarkeiten s. z. B. S. 251. In der Auffassung
des Ganzen tritt uns folgende eigentümliche Anschauung entgegen:
R. sieht die Rede des Aristophanes als den Abschlufs des ersten
Hanptteils an, welcher die abnormen unsittlichen Zeitrichtungen,
zumal in der Knabenliebe darstellen und durch Aristophanes die-
selben vernichten, beziehungsweise positiv auf die Geschlechtsliebe
und die dauernde Verbindung in der Ehe (?) hinweisen soll; der
zweite Hauptteil beginnt nach ihm mit der Rede des Agathon und
hat zum Zwecke, das wahre Wesen des Eros zu ergründen (5. 38
u.39) — eine Ansicht, die der Leser der von uns in der Ein-
leitung, übrigens in Übereinstimmung mit den meisten Vorgängern
vorgetragenen Auffassung prüfend gegenüberstellen mag.
Schliefslich statte ich denjenigen Gelehrten, die mir durch
literarische Sendungen, durch briefliche oder mündliche Nachwei-
sungen und Mitteilungen freundliche Unterstützung und Teilnahme
gewährten, den Herren Baiter, Benndorf, Dilthey, Hertz,
Hiller, Schanz, Teuffel, Vögelin meinen herzlichsten Dank ab.
Zürich, den 17. Juli 1876.
Arnold Hug.
Vorwort zur zweiten Auflage.
Obschon meine Ausgabe des Platonischen Symposion, wie ich
durch den allgemeinen Titel „erklärt von A. Hug“ (mit Weglassung
des Zusatzes „für die Schule“) sowie durch die Vorrede deutlich
gesagt zu haben glaubte, keine specielle Schulausgabe sein sollte —
was ein Teil der Recensenten übersah — ist doch in verhältnis-
mäfsig kurzer Zeit eine zweite Auflage nötig geworden. Die gün-
stige Aufnahme, welche die erste gefunden hat, ermutigte mich,
Plan und Anlage, sowie auch den wesentlichen Inhalt beizubehalten.
Es versteht sich aber von selbst, dafs ich in Zusätzen, Kürzungen
und Berichtigungen nicht blofs die Wünsche der Recensenten, so-
weit es meine eigne wiederholte Prüfung gestattete, berücksichtigie,
sondern auch von allem Notiz nahm, was inzwischen für das Sym-
posion geschehen war. Insbesondere waren für mich wertvoll die
ausführliche und fein eindringende Anzeige der ersten Auflage,
welche Vahlen in der Jenaer Litteraturzeitung 1877 Art. 568 er-
scheinen liefs, und die kritische Ausgabe des Symposion, Leipzig
Bernhard Tauchnitz 1881, von Schanz, durch dessen Verdienst die
handschriftliche Kritik Platons so sehr vereinfacht worden ist; statt
der Angaben über andere Handschriften konnte ich nun im kriti-
schen Anhang (1. Teil desselben) dem Zeugnis des Bodleianus in
der Regel das Zeugnis des cod. T (Venet. append. class. 4. cod. 1)
gegenüberstellen, welchen Schanz in einer besondern 1877 erschie-
nenen Monographie als den Archetypus der zweiten Handschriften-
familie erwiesen hat. Auch von den Lectiones Rhenotraiectinae
Herwerdens (Lugd. Batav. 1882) habe ich Gebrauch gemacht, aber
mit Auswahl, da ich mich nicht entschliefsen konnte, sämtliche
Einfälle einer solchen Athetesenkritik, so scharfsinnig sie auch ist,
in dieser Ausgabe zu verzeichnen. Siehe Einl. zum 2. Teil des
krit. Anhanges. Beachtenswerter sind eine Reihe anderer Vorschläge
Herwerdens. Dem Wunsche meines geschätzten Mitarbeiters Cron (in
„Marginalien zu A. Hugs Ausgabe“ Jahrb. f. Philol. 1879, S. 598)
habe ich — zu seiner Beruhigung — entsprochen. Endlich sei noch
erwähnt, dafs die hier und da vorkommende Bezeichnung: „Vögelin
handschr.“ dazu bestimmt ist, solche Bemerkungen dieses feinsinnigen
leider inzwischen verstorbenen Züricher Gelehrten, die er mir nach
Erscheinen der ersten Auflage in grofser Zahl mitzuteilen die Freund-
lichkeit hatte, von den früher von ihm publizierten zu unterscheiden.
Zürich, 25. März 1884.
Arnold Hug.
Einleitung.
81. Titel des Dialoges.
Sowohl in den Handschriften als in den ziemlich zahlreichen
Citaten aus dem spätern Altertum wird unsere Schrift Πλάτωνος
συμπόσιον genannt: Diog. La. III 34, Athen. V 178 A. u. oft,
Plut. Quaest. Symp. VI prooem. p. 68® nennt τὰ Σωκρατικὰ συμ-
πύσια und versteht darunter die beiden Symposien des Xenophon
und Platon. Auch die lateinischen Autoren brauchen die Bezeich-
nung symposion (nicht conuiuium), so Nepos Alc. 2, 2: de quo
mentionem fecit Plato in symposio, Quint. VIII 4, 23, Gell. 19, 8,
Macrob. 11, 3 — ein deutlicher Beweis, dafs dieser Name auf fester
Überlieferung beruht. Er bezeichnet zunächst den zweiten Akt
eines gröfsern Gastmahls, den πότος, welcher auf das δεῖπνον
folgte. Obwohl das Ganze gelegentlich auch naeh dem ersten Akt
benannt werden konnte (so σύνδειπνον in unserer Schrift selbst
112 B: τῶν τότε ἐν τῷ συνδείπνῳ παραγενομένων, Cicero ad
fan. IX 24, 3: sapientius nostri quam Graeci: illi συμπόσια aut
σύνδειπνα, id est, „compotationes“ aut „concenationes“, nos „Ccon-
uiuia“, quod tum maxime simul uiuitur) so ist es doch begreiflich,
dals der Name συμπόσιον vorgezogen wurde, weil nur der zweite
Akt, als derjenige, der der geistigen Unterhaltung gewidmet war,
für Platon in Betracht kam, während das δεῖπνον blofs einleitungs-
weise erwähnt wird (bis 176 A: τρέπεσϑαι πρὸς πότον).
In dem ältesten Citate jedoch erscheint unsere Schrift unter
einem andern Namen: ἐρωτικοὶ λόγοι). eine Bezeichnung, welche
1) Susemihl Aristoteles Politik gr. u. deutsch Note 148 glaubt, ee wäre
diese Folgerung auf einen zweiten Titel nur dann zuzugeben, wenn statt
„Aristophanes in den Liebesreden‘“ stehen würde „Platon in den Liebes-
reden“; bei jenem Ausdruck hindere nichts hinzuzudenken, „welche sich
im Gastmahl desselben Schriftstellers finden“. Jedenfalls kann sich ἐν
τοῖς ἐρωτικοῖς λόγοις nicht auf die eine Rede des Aristophanes beziehen,
sondern geht auf den ganzen Complex der Reden über den Eros. Da
diese aber (abgesehen vom dramatischen Beiwerk) das Symposion aus-
machen, so folgt daraus, dals Aristoteles und wohl überhaupt die Plato-
niker den Ausdruck ἐρωτικοὶ λόγοι (des Platon) synonym mit Symposion
des Pl. brauchten, womit nicht gesagt werden soll, dafs Platon. selbst
XII EINLEITUNG,
sich auf den Hauptinhalt bezieht, Aristot. Pol. I, 1262 b 11:
καϑάπερ ἐν τοῖς ἐρωτικοῖς λόγοις ἴσμεν λέγοντα τὸν
᾿Δριστοφάνην ὡς τῶν ἐρώντων διὰ τὸ σφόδρα φιλεῖν ἐπιϑυ-
μούντων συμφυῆναι καὶ γενέσϑαι ἐκ δύο ὄντων ἕνα (vgl. zu
192 E). Diese Bezeichnung ist nicht blofs sachlich vollkommen
gerechtfertigt, sondern kann auch noch gestützt werden durch den
Anfang unserer Schrift selbst, 172 B: περὶ τῶν ἐρωτικῶν λόγων
τίνες ἦσαν. Doppeltitel sind überhaupt, selbst bei Dramen, auch
in früherer Zeit nicht selten!) und so finden wir bei demselben
Aristoteles den Platonischen Menexenos als ἐπιτάφιος citiert und
bei Cic. Tuscul. I 11, 24 den Phaidon als liber qui est de animo
(Φαίδων ἢ περὶ ψυχῆς nach Thrasyllos). Gleichbedeutend mit
dieser Aristotelischen Benennung ist die in den Handschriften vor-
kommende περὶ ἔρωτος, nur mit dem Unterschiede, dafs auf die
Form, in der die Belehrungen über den Eros auftreten (mehrere
Reden), keine Rücksicht gengmmen ist.
Unbestimmter jedoch und weniger passend ist die in andern
Handschriften (im Bodleianus am Rande) beigefügte Bezeichnung
περὶ ἀγαϑοῦ, die höchstens auf die Rede des Sokrates passen
würde, obschon auch so noch eher περὶ καλοῦ (210 E ff.) zu
erwarten wäre. Den Urheber dieser Bezeichnung kennen wir
aus Diog. La. ΠῚ 56. Es ist Thrasyllos, der Grammatiker und
Mathematiker aus der Zeit des Tiberius, welcher die Platonischen
Schriften in 9 Tetralogien gruppierte und auf dessen Einteilung
die Reihenfolge derselben in unsern Handschriften durchweg zurück-
zuführen ist?). Thrasyllos nämlich, wohl in dem löblichen Streben,
dem bisherigen Schwanken in der Benennung der Dialoge ein Ende
zu machen, erhob das bisher vereinzelte Vorkommen von Dopgpel-
titeln zum System?), und war durch diese consequente Durchfüh-
rung zuweilen genötigt, um Collisionen der sachlichen Titel von
Dialogen ähnlichen Inhaltes zu vermeiden, von der bisher üblichen
Bezeichnung Umgang zu nehmen, und eine andere, oft minder
treffende zu wählen. Den Namen περὶ ἔρωτος, der früher für
das Symposion üblich gewesen sein mochte, reservierte er für den
Phädros, dem Lysis gab er die Bezeichnung περὶ φιλίας, dem
Symposion: περὶ ἀγαϑοῦ.
Alt und beglaubigt und in älterer Zeit promiscue neben einander
diese Überschrift gesetzt habe. Aristoteles hat hier diesen Zusatz ge-
macht, um anzudeuten, dafs diese Äufserung des Aristopbanes sich in
einer andern Schrift des Platon befinde als in der 1261° 7 genannten
Politeia, welche von da bis zu 1264 24 einer fortgesetzten Krıtik unter-
worfen wird, während er nachher zur Kritik der Nomoi Platons übergeht.
1) Bergk gr. Litteraturg. I 223.
2) Schanz Studien zur Geschichte des Platonischen Textes p. 18.
N 8) C. Fr. Hermann Gesch. und System des Plat. Philos. I p. 561,
οἷο 20.
EINLEITUNG. ΧΙ
gebraucht, sind demnach blofs die Titel Πλάτωνος συμπόσιον
oder ἐρωτικοὶ λόγοι, obschon bei dieser letztern Aristotelischen
Bezeichnung eine Collision mit dem Phädros nicht ganz ausge-
schlossen war.
Das ferner von Thrasyllos und nach seinem Vorgang in den
Handschriften beigefügte Epitheton ἠϑικός hat nur den Sinn einer
(übrigens wissenschaftlich wertlosen) Einreihung in die ganze Gruppe
der ethischen Dialoge, die dieser Grammatiker von den physischen,
mäeutischen u. s. f. unterschieden wissen wollte.
8 2. Die Symposien bei den Griechen.
Schon im heroischen Zeitalter, hatten die Mahlzeiten mit ihren
Trinkgelagen eine nicht unbedeutende Rolle im Leben der Griechen
gespielt. In der geschichtlichen Zeit ergaben sich allmählich feste
Normen und Gebräuche, die freilich nach den verschiedenen Gegen-
den oder Festveranlassungen variierten und immerhin noch breiten
Raum für individuelle Abwechslung gewährten. Zu den festen
Normen, die besondere Geltung sich verschafften, ist vor allem zu
rechnen die Trennung des Mahles in die zwei Akte des Essens
und des Trinkgelages (δεῖπνον und πότος = συμπόσιον —=
χῶμος: so Xen. Symp. 2, 1). Der Übergang und die Füllung des
Mischgefälses wurde durch bestimmte geligiöse Ceremonien be-
zeichnet!). Schon frühe wurden auch gewisse Trinkregeln fest-
gesetzt, über den τρόπος τῆς πόσεως verhandelt, wobei es auch
zu principiellen Erörterungen kommen mochte über die Frage,
wie, weit der Zwang der Gesamtheit oder der Spruch des Sym-
posiarchen die Freiheit des einzelnen beschränken dürfe. Auf
Controversen dieser Art beziehen sich die Räte, die ein Dichter
sympotischer Elegien in der Theognideischen Sammlung V. 467 ff.
zu Gunsten der individuellen Freiheit erteilt?).
μηδένα τῶνδ᾽ ἀέκοντα μένειν κατέρυκε παρ᾽ ἡμῖν
μηδὲ ϑύραξε κέλευ᾽ οὐκ ἐϑέλοντ᾽ ἰέναι
μηδ᾽ εὕδοντ᾽ ἐπέγειρε, Σιμωνέδη, ὄντιν᾽ ἂν ἡμὼν
ϑωρηχϑέντ᾽ οἴνῳ μαλθακὸς ὕπνος ἕλῃ ....
τῷ πίνειν δ᾽ ἐθέλοντι παρασταδὸν οἰνοχοείτω"
οὐ πάσας νύκτας γίνεται ἁβρὰ παϑεῖν.
Vgl. hierzu Platon Symp. 176 E: πίνειν ὅσον ἂν ἕκαστος
βούληται, ἐπάναγκες δὲ μηδὲν εἶναι, 220 A: πίνειν — οὐκ
mv — ὁπότε ἀναγκασϑείη, 223 Β: ἀναγκάξεσϑαι πίνειν
πάμπολυν οἶνον, und die ungehinderte Ausübung der Freiheit
wegzugehen — oder zu schlafen 223 C.
1) Siehe zu 176 A.
2) Nach Bergks Vermutung Poet. lyr. gr. 516° sind es Verse des
ältern Euenos, Zeitgenossen des Simonides von Amorgos.
ΧΙν EINLEITUNG.
Von jeher sahen die Griechen in der mit der Mahlzeit ver-
bundenen geselligen Unterhaltung die Würze des Mables; die
tadelnd erwähnten Ausnahmen (bei den als πολυφάγοι bezeich-
neten Böotiern u. 8. f.!) bestätigen als solche nur die Regel. Im
heroischen Zeitalter knüpfte sich an die Gastmähler der Vortrag
der χλέα ἀνδρῶν, und die Homerische Poesie ist gerade an diesen
grofsgezogen worden. So sagt Odysseus Od. IX, 5:
οὐ γὰρ ἔγωγέ τί φημι τέλος χαριέστερον εἶναι
ἢ ὅτ᾽ εὐφροσύνη μὲν ἔχῃ κατὰ δῆμον ἅπαντα
δαιτυμόνες δ᾽ ἀνὰ δώματ᾽ ἀκουάζξωνται ἀοιδοῦ
ἥμενοι ἑξείης, παρὰ δὲ πλήϑωσι τράπεζαι.
Freilich der Inhalt eines Teils der Gesänge ist im 6. Jahrh.
v. Chr. dem Eleaten Xenophanes (fr. 1 B) als Unterhaltung beim
Gelage anstößig, er will diese πλάσματα τῶν προτέρων von den
Schlachten der Titanen und Giganten ersetzt wissen durch die
Erzählung edler Thaten aus historischer Zeil?). Dem epischen Vor-
trage traten schon frühe anderweitige dichterische und musikalische
Genüsse (sympotische Elegie, Skolien u. s. f.) an die Seite, und
mit den Tönen der Kithara wechselte die rauschende Musik der
Flöte. Über die nunmehr stehenden Figuren der Flötenspielerinnen
vgl. zu 176 E; neben ihnen werden häufig Tänzerinnen genannt‘),
indem zu den musikalischen Genüssen, den ἀκροάματα sich nun-
mehr auch ϑεάματα, Aufführungen wandernder Künstler und Gaukler
gesellten, worüber besonders das Xenophontische Syınposion an-
mutigen Bericht erstattet.
Mehr als die übrigen Spiele und Genüsse mannigfacher Art,
die sich hieran allmählich reihten, interessiert uns, was über die
mündliche Unterhaltung in ungebundener Rede gelegentlich
angedeutet wird. Das διὰ λόγων συνεῖναι (Symp. 176E) in den
Pausen der musikalischen Genüsse fehlte natürlich von Anfang nicht.
Diese Unterhaltung konnte in ungezwungenster Weise über irgend
welche Vorkommnisse oder Fragen, die die Gemüter beschäftigten,
sich verbreiten; in der Regel lehnte sie sich einfach an das soeben
gesehene oder gehörte an, worüber man seine Beobachtungen aus-
tauschte (vgl. Xen. Symp.). Aber schon früh verlangte die Rück-
sicht auf den Charakter der Gemeinsamkeit des Mahles in viel
1) Stellen bei Becker Charikles I? p. 180.
2) Wie er denn überhaupt der Unterhaltung bei dem Symposion
einen edeln Gehalt geben möchte, hierin eine Art Vorgänger Platon».
Vgl. Franz Kern Xenophanes von Kolophon (Stettin 1874) p. 11.
8) Zu den bei 176 E 2 angeführten Stellen, in denen diese Mäd-
chen oder geradezu Hetären mitten unter andern Requisiten des Ge-
lages aufgeführt werden, ist noch Platon Rep. 1 373 A und Arist.
Acharn. 1090 hinzuzufügen, vgl. Vahlen Berliner Winterprogramm 1875/6
und Hermes X 258.
EINLEITUNG. xv
strengerer Weise, als es in modernen Zeiten der Fall zu sein pflegt,
dals diese Unterhaltung sich nicht in viele einzelne Privatgespräche
auflöse.. ἐς τὸ μέσον φωνεῖν wird erwähnt bei Theognis 491,
wo von dem Reden bei Gastmählern gesprochen wird:
ἀνίκητος δέ τοι οὗτος
ὃς πολλὰς πίνων μή τι μάταιον ἐρεῖ,
ὑμεῖς δ᾽ εὖ μυϑεῖσϑε παρὰ κρητῆρι μένοντες,
ἀλλήλων ἔριδος δῆριν ἐρυκόμενοι,
ἐς τὸ μέσον φωνεῦντες ὁμῶς ἑνὶ καὶ συνάπασιν"
χοὔτως συμπόσιον γίνεται οὐκ ἄχαρι.
Der Dichter Ion El. fr. 1 preist den Dionysos als die πρό-
φασις παντοδαπῶν λογίων; Xen. Symp. 3, 3 verlangt ebenfalls
das εἰς τὸ μέσον φέρειν in gleichem Sinne.
Geregelt wurde das Reden in gleicher Weise wie das Zu-
trinken und der Rundgesang durch Ablösung nach rechts hin (ἐπὶ
δεξιὰ Symp. 214 C, 223 C, Rep. IV 420 E), ein Redeturnus heifst
bei Xen. Symp. 4, 64 περίοδος τῶν λόγων. Das Thema wurde
vorher beraten und ausgemacht. Die ältere Zeit liebte besonders
Rätselspiele, γρῖφοι (Arist. Vesp. 20); vgl. die Komödie des Anti-
phanes προβλήματα Mein. I 278, II 109; beliebt scheinen ferner
gewesen zu sein witzige, boshafte oder paradoxe Vergleichungen
der anwesenden Gäste mit irgend welchem abenteuerlichen Wesen
oder Ungetüm. Neckereien dieser Art werden mit dem Verbum
εἰχκάξειν (und. dem Substantiv εἰκόνες) bezeichnet, Aristoph. Vesp.
1308: εἶτ᾽ αὐτὸν ὡς εἶδ᾽ ἤκασεν Avolorgaros' ξοικας ὦ πρεσ-
βῦτα νεοπλούτῳ τρυγί, als Antwort erfolgte ein ἀντεικάξειν᾽
ib. 1311, Platon Meno 80 A,B, das gegenseitige Necken dieser Art
heifst εἰκάξεσθϑαι Aristoph, Aues 807. Vgl. Hesych. εἰκάξειν —
σχώπτειν ---- τὸ λέγειν" ὅμοιος εἶ τῷδε. Hor. Sat. I 5, 56 Prior
Sarmentus: equi te esse feri similem dico. Insbesondere verlangte
man die Fähigkeit hierzu von dem obligaten Witzmacher, dem
Schmarotzer, so in Xen. Symp. 6, 8 von Philippos: σὺ γὰρ μέντοι
δεινὸς εἶ, ὦ Φίλιππε, εἰκάξειν. Ebenso erzählt Lucian Symp. 18:
καὶ τέλος ἐπέσκωπτεν εἰς τοὺς παρόντας καὶ εἰς τὸν ᾿4λκιδά-
μαντα ὁμοῖόν τι ἀπέρριψε. Vgl. unten zu Symp. 215 A.
In der Zeit des Peloponnesischen Krieges, als in Athen die
theoretische und praktische Betreibung der Rhetorik Mode wurde,
wurden natürlich die Aufgaben dieser Art bei der περίοδος λόγων
der Gastmähler allmählich schwieriger; man fing an förmliche Im-
provisation von Vorträgen zu verlangen, insbesondere Lob (oder
Tadel) über irgend einen Gegenstand oder eine Person oder einen
Gott. Im Xen. Symp. mufs jeder Gast sagen, worauf er stolz sei
und nachher die Begründung hinzufügen; im Platonischen sollen
alle denselben Gott durch eine Rede preisen. In den Sophisten- -
und Philosophenkreisen ging man allmählich zur Stellung von gelehrt-
xviI EINLEITUNG.
witzigen Fragen ξητήματα, ἀπορίαι u. 8. f. über!). Man fing an
auch hierüber wie über die übrigen Erfordernisse eines regel-
rechten Gelages Regeln aufzustellen (schon Platon Leg. 1639 D ff.
bemüht sich die richtige Form der Trinkgelage zu finden, sodann
die νόμοι συμποτικοί eines Aristoteles, Speusippos, Xenokrates
b. Athen. 13 F), und dafs Vorschriften über die sympotische
Beredsamkeit ebenfalls darunter sich befanden, mag schon daraus
sich efgeben, dafs bei Hesychius auch ein eigenes Wort, Ösınvo-
λογία, hiefür nicht fehlt.
$ 3. Die Entstehung der Symposienlitteratur.
Xenophon und Platon die Anfänger derselben.
Bekanntlich wurde die Darstellung und Erzählung von Ge-
sprächen, die bei Gelagen gehalten wurden, συμπόσια oder συμ-
ποσιακά u. 8. f. mit der Zeit ein namentlich bei Grammatikern
beliebtes Mittel, Fragen der verschiedensten Art litterarisch zu be-
handeln. Den Anfang in dieser Litteraturgattung machten offenbar
Xenophan und Platon, indessen gewils ohne jede Absicht, hiermit
etwas Neues in die Litteratur einzuführen. Ihre Symposien sollten
wie die übrigen Gespräche, in denen sie Sokrates zur Hauptperson
machten, einen weitern Beitrag zur Kenntnis der Person und Lehre
ihres Meisters geben, was bei Platon natürlich hier so gut wie
bei seinen übrigen Werken sich auch mit dem Zwecke der Mit-
teilung eigener Gedanken auf sokratischer Grundlage und durch
den Mund des Sokrates sich verbinden konnte.
᾿ Die Veranlassung hierzu haben wir in der Stellung zu suchen,
welche der historische Sokrates zu den in seiner Zeit auch wegen
der grolsen Menge der Feste häufigen Trinkgelagen der Athener
einnahm. Die lärmenden Gastmähler, an denen eine grofse Menge
sich beteiligte, suchte er zwar zu vermeiden (Platon Symp. 174A),
aber er hatte doch Lebensart genug, nicht jede Einladung zu
kleinern Festen dieser Art auszuschlagen, um nicht durch seine
Weigerung einen liebenswürdigen Gastgeber zu kränken (Platon
Symp. und Xen. Symp. 1, 7). Auch die Memorabilien (13,6: εἰ δέ
ποτὲ κληϑεὶς ἐθελήσειεν ἐπὶ δεῖπνον ἐλϑεῖν) bezeugen seine
gelegentliche Teilnahme an denselben und rühmen es, wie leicht
es ihm hierbei wurde, die Herrschaft über sich selbst zu bewahren:
ὃ τοῖς πλείστοις ἐργωδέστατόν ἐστιν, ὥστε φυλάξασϑαι τὸ
ὑπὲρ τὸν κόρον ἐμπίπλασϑαι, τοῦτο ῥᾳδίως πάνυ ἐφυλάττετο.
Zu gleicher Zeit besals Sokrates Elasticität des Geistes genug, sich
in den scherzenden Ton dieser Unterhaltungen hineinzufinden, zeich-
nete er sich ja auch sonst durch einen heitern, humoristischen
Zug, durch die Gabe aus, mit lachendem Munde die ernstesten
1) Lehrs de Aristarchi stud. p. 2113.
EINLEITUNG. xvu
und tiefsten Belehrungen zu erteilen, ganz im Gegensatz zu dem
Stubengelehrten Isokrates, der cum in conuiuio a sodalibus orare-
tur, ut aliquid in medium de eloquentiae suae fonte proferret, hac
uenia deprecatus est: Quae praesens, inquit, locus ac tempus
exigit, ego non calleo: quae ego calleo, nec loco praesenti sunt
apta nec tempori. (Macrob. Sat. VII 1, 4) Und wenn Xen. Mem.
13,8 an Sokrates das ἔπαιξεν ἅμα σπουδάξων zu rühmen weils!),
so werden wir von vornherein annehmen, dafs diese Art der Unter-
haltung, in der er stark war, in. den Symposien vor allem zur
Bethätigung kam, an denen die παιδιά vorherrschen mulste. ’AAA’
ἐμοὶ δοκεῖ τῶν καλῶν κἀγαϑῶν ἀνδρῶν ἔγρα οὐ μόνον τὰ
μετὰ σπουδῆς πραττόμενα ἀξιομνημόνευτα εἶναι, ἀλλὰ καὶ
τὰ ἐν ταῖς παιδιαῖς lautet der schlichte Anfang des Symposion
des Xenophon, und wenn er unmittelbar daran die Versicherung
anreiht: οἷς δὲ παραγενόμενος ταῦτα γιγνώσκων δηλῶσαι
βούλομαι, so wülste ich nicht, warum wir ihm nicht glauben
sollten, dafs er wenigstens mit Beziehung auf die Hauptsache als
Augen- und Ohrenzeuge rede?): was natürlich nicht ausschliefst,
dafs er auch noch anderes dem Gastmahle bei Kallias zuerteilt
haben mag, was vielleicht bei andern Anlässen stattfand oder was
er nur durch Hörensagen vernommen hatte?). Das Platonische
Symposion ist nun allerdings zum Unterschied von dem Xenophon-
tischen als absolut freie Fiction zu betrachten). Aber auch hier
ist als ein Hauptzweck die Verherrlichung des Sokrates anzusehen,
der an Gelagen sich mit der gleichen Freiheit und Sicherheit wie
im übrigen Leben zu bewegen und auch den Tischunterhaltungen
den Stempel seiner Persönlichkeit aufzudrücken wulste.
Dem Reize, den diese beiden ersten Darstellungen von Sym-
posien ausübten, an denen ein Philosoph mit gebildeten Männern
1) Vgl. Mem. IV 1, 1, Dio Chrysost. Or. LV 285 R Il.
2) So urteilt auch Böckh ges. Kl. Schriften VII p. 136.
3) Ähnliches gestattete sich Xenophon auch im Öeconomicus. Vgl.
Lehrs in d. Übers. zu Platons Gastmahl p. XXIV Note. Doch lag ihm
hier die Veranlassung zu Fictionen näher. Auch sonst beschreibt
Xenophon anmutig und mit offenbarem Behagen Gastmähler und die
daran sich knüpfenden Gebräuche und Spiele Anab. Vl 1 u. VII 3,
21 fl; von sich selbst erzählt er dort $ 29, dafs ihm glücklicher-
weise der bereits genossene Wein den Mut zu einem Trinkspruch ein-
geflöfst habe. Insbesondere verdient Beachtung, dafs der ins Praktische
umgesetzte Sokrates, der Kyros der Kyropädie, bei Gastmählern dieselbe
Mischung von Ernst und Scherz zu bethätigen und zu befördern weils
wie der historische Sokrates Kyrop. II 2, 1 del μὲν οὖν ἐπεμέλετο ὃ
Κῦρος, ὁπότε συσκηνοῖεν, ὕπως εὐχαριστότατοί τε ἅμα λόγοι ἐμβληϑή-
σονται καὶ παρορμῶντες εἰς τἀγαϑον und der Schluls der langen Be-
schreibung eines solchen δεῖπνον II 3, 1 τοιαῦτα μὲν δὴ καὶ γελοῖα καὶ
σπουδαῖα καὶ ἐλέγετο καὶ ἐπράττετο ἐν τῇ σκηνῇ. vgl. V 2, 14; VII
4, 1—27.
4) Siehe unten $ 5.
PLATON, Symposion. b
ΧΥΠῚ EINLEITUNG.
sich über ernste Gegenstände in teilweise scherzhaftem Tone unter-
bielt, haben wir die Entstehung einer förmlichen Symposienlitteratur
zu verdanken. Philosophen und Grammatiker bemühten sich um
die Wette in diesem anziehenden Gewande die verschiedensten
Tbemata zu behandeln: von Aristoteles, Speusippos, Epikuros bis
zu den Grammatikern Didvmos und Herodian, bis schliefslich auch
diese Form gründlich breitgetreten und ausgequetscht war. Er-
halten ist aus dieser Masse‘) Piutarchs conuiuium septem sapien-
tum (desselben quaest. Symp.), Lucians Gastmahl, des Athenaeus
Deipnosophisten, Julian, Macrobius. Einer der wunderlichsten Aus-
läufer dieser Gattung ist der heilige Methodius, Bischof von Tyrus,
gestorben 312 n. Chr., dessen συμπόσιον ἢ περὶ ἁγνείας, ein
Gespräch von zehn Jungfrauen, die, bei einer Quelle im Freien
unter dem kühlenden Schatten von Bäumen gelagert, über die
Jungfräulichkeit gelehrt-erbauliche Vorträge halten, schon im Titel
sich als Gegenstück zu Platons Symposion (ἢ περὶ ἔρωτος) an-
kündend; der Form nach sklavische Nachahmung??).
8 4. Die Symposien des Xenophon und Platon als
λόγοι ἐρωτικοί.
Die beiden Werke Xenophons und Platons stimmen nicht bloß
darin überein, dafs sie Symposien beschreiben, in denen Sokrates
die Hauptrolle spielt, sondern auch noch in dem weitern Punkte,
dafe der Eros bei dem erstern der hervorragendste Gegenstand
der Besprechung, bei dem letztern das einzige Redethema bildet.
Sie reihen sich daher in die Kategorie von Aoyoı ἐρωτικοί,
Schriften über den Eros, die in der griechischen Litteratur einen
gewissen Raum einnehmen. An sich natürlich sind diese Schriften
von der Symposienform unabhängig, obwohl man zugeben mul,
dafs die erotischen Neckereien und Tändeleien gerade bei Trink-
gelagen beliebt waren; wie denn z. B. auch das Kottabosspiel als
Liebesorakel galt, und als Preise für gelöste Rätsel, oder wenn
man nach Urteil der bestellten Richter in einer Streitfrage gesiegt
hatte und dgl., auch Küsse bestimmt wurden (Xen. Symp. 5, 8).
Allein wie es Symposien geben konnte und gegeben hat, die
andere Themata als den Eros behandelten, ebenso waren die λόγοι
ἐρωτικοί nicht an die Symposienform gebunden.
1) Ein Verzeichnis giebt Mor. Schmidt Didym. Chalcent. p. 368, zu
welchem noch der unten genannte heilige Methodius hinzuzufügen ist.
8) Ausgabe von A. Jahn: 5. Methodii opera et S. Methodius Pla-
tonizans. Halis Saxonum 1865. Wie weit die Nachahmung sich erstreckt,
mag man aus dem Anfang entnehmen: εὐκαιρότατα ἐπέστης, ὦ Γρη-
γόριον᾽ καὶ γὰρ ἔναγχός σὲ ἐξήτουν βουλόμενος μαϑεῖν τὴν Μαρκέλλης
συνουσίαν καὶ Θεοπαάτρας καὶ τῶν λοιπῶν παρϑένων τῶν τότε ἐν τῷ
συνδείπνῳ παραγενομένων, περὶ τῶν τῆς ἁγνείας λόγων, τίνες ἦσαν vgl.
mit une. Symp. 172 A, Β.
EINLEITUNG. xIX
Während nun aber Xenophon und Platon mit Bestimmtheit als
die ersten Symposienschreiber bezeichnet werden können, waren
sie. nicht die einzigen unter ihren Zeitgenossen und auch nicht
die ersten, die über das Wesen und die Erscheinungen der Liebe
in besondern Schriften sich verbreiteten.
Das Thema der Liebe mufs in jener Zeit vielfach besprochen
worden sein. Hatte einerseits Euripides!) in seiner Tragödie die
Liebe der Frau in ihren verschiedenen Stadien von ihren ersten An-
fängen an bis zu ihren wildesten Ausbrüchen, wo sie alle Schranken
überflutet, mit psychologischer Meisterschaft, mit erschreckender
Plastik auf die Bühne gebracht, ein Schritt, der von den Zeitge-
nossen selbst als folgenreich bezeichnet wurde, so nahm andrerseits
die in den Palästren und Gymnasien beim Anblick der schönen
Körper entstandene, von der damals gerade zur Blüte gekommenen
bildenden Kunst genährte, aber auch in den Unterhaltungen ver-
schiedenster Art, bei denen Männer und Jünglinge assammenkamen,
gepflegte Bewunderung der Männerschönheit immer mehr den Cha-
rakter wirklicher Verliebtheit an mit all ihren leichten Koketterien,
gesellschaftlichen Neckereien bis hinauf zur ernstesten, schwärme-
rischen Leidenschaft, die in ihrem Gefolge Eifersucht und Verwir-
rung der sittlichen Begriffe mit sich führte. Kein Wunder, dafs
bald in leichtem, fröhlichem Tone, bald aber auch in ernsten Unter-
haltungen in der Akademie, die ja auch von der Zeit der Peisi-
stratiden her mit einer Statue des Eros geschmückt war, und wo sich
sonst Gelegenheit fand, eine Menge Fragen über das Wesen des Eros,
der in so rätselhafter Weise das Leben beherrschte, über die sitt-
liche Berechtigung einzelner durch ihn hervorgebrachter Erschei-
nungen aufgeworfen und in verschiedenem Sinne beantwortet wur-
den. Philosophen und Rhetoren bemächtigten sich des Themas, jene
untersuchend, diese ihre Zuhörer zu der Annahme irgend eines
Satzes durch blendende Beweise überredend. Wurde ja doch selbst
die Bewerbung des Liebhabers um die Gunst des Geliebten in Athen
zu einer rhetorischen Leistung gestempelt, das πείϑειν τοὺς νέους
hatte kein besseres Mittel, zu seinem Ziele zu gelangen, als die
Tüchtigkeit im Reden, dieselbe δεινότης τοῦ λόγου, welche das
πείϑειν bei der Menge zu Stande brachte, wie denn z. B. Pausa-
nias in Platon Symp. 181B verächtlich auf die Elier und Böotier
herabsieht, welche von einer längern und mühevollen Liebeswer-
bung nichts wissen wollen t ἵνα μὴ πράγματ᾽ ἔχωσι λόγῳ πειρώμε-
νοι πείϑειν τοὺς νέους, ἅτε ἀδύνατοι λέγειν. Diese Äufserung
legt Platon charakteristisch genug dem in der sophistischen Rhe-
torik wohl bewanderten Pausanias in den Mund. Nach dem urkund-
lichen Beweise bei Xen. Symp. 8, 32 hat derselbe Pausanias, der
Liebhaber des Agathon, eine stadtbekannt gewordene Rede zu Gun-
1) Erwin Rohde der griech. Roman u. seine Vorläufer p. 5b.
Ὁ
xx EINLEITUNG.
sten des sinnlichen Eros ἀπολογούμενος ὑπὲρ τῶν ἀκρασίᾳ συγ-
κυλινδουμένων --- gleichviel ob blofs gehalten, oder geschrieben
herausgegeben, — aus welcher Rede Xenophon mehrere Sätze mit-
teilt und durch Sokrates bekämpfen läfst!). Dürfen wir diese Notiz
als weiteres Zeugnis dafür gelten lassen, dafs in Unterhaltungen
der Rhetoren der Eros eine gewisse Rolle spielte, so beweist hin-
wiederum Äschines contra Timarchum (Ol. 108, 3— 345), dafs in
philosophischen Gesprächen die an den Eros sich knüpfenden sitt-
lichen Fragen besprochen zu werden pflegten, vgl. besonders ὃ 132:
ὡς ἐν παλαίστραις καὶ διατριβαῖς γεγονώς, 141: ἐπειδὴ γὰρ
ἐπιχειροῦσι φιλοσόφον ἀνδρῶν μεμνῆσϑαι. Ebenso führte
bekanntlich Sokrates seinen Drang, auf Jünglinge zu wirken, auf
den Eros zurück, bediente sich im Umgange mit denselben oft ge-
nug erotischer Wendungen, und behauptete sogar, sich auf nichts
anderes zu verstehen als auf die Kunst der Liebe, was uns von
Xenophon und Platon übereinstimmend berichtet wird?). Aulser dem
Kreise der Sokratiker treten uns aus der Zeit des Sokrates und
Platon als Verfasser erotischer Schriften entgegen zunächst Kri-
tias in einem Werke περὶ φύσεως ἔρωτος ἡ ἐρώτων; sodann
Lysias mit seiner rhetorischen Spielerei, dem λόγος ἐρωτικός in
Platons Phädros (230 C — 234C), in dem das Paradoxon sophi-
stisch durchgeführt wird, dafs der Knabe eher dem Nichtliebenden
als dem Liebenden willfahren solle. Von Sokratikern werden — ab-
gesehen von den apokryphischen Schriften des selbst apokryphischen
Schusters Simon — &pwrıxoi angeführt von Simmias dem The-
baner, von Eukleides von Megara*). Und sollten auch diese Dia-
loge dem Verdacht der Unechtheit, mit welchem sie der freilich
1) Dals diese Sätze nicht etwa aus der von Platon im Symposion
dem Pausanias in den Mund gelegten Rede selbst entnommen sein
können, sollte nach dem, was von Böckh de simultate Pl. et Xen.
(Kl. Schriften IV, p. 11), von mir Philol. VII 683, von Rettig Berner
Univers.-Progr. Sommer 1864 p. 7 bemerkt worden ist, nachgerade für
bewiesen erachtet sein. Auch Schenkl Bursians Jahresber. XVII 24,
nachdem er Xen. Studien III 62 [162] eine andere Ansicht aufgestellt,
hält es jetzt für das Wahrscheinlichste, dafs Pausanias einen λόγος 2ee-
τικός verfalst und herausgegeben hatte. In diesem hatte er im Ein-
gang den Agathon angesprochen und daher erklärt sich der Beisatz ὁ
Ayadwvog τοῦ ποιητοῦ ἐραστής.
2) Vgl. zu 177 D 8, 198 D 7, aufserdem Xen. Symp. 8, 2: ἐγώ τε
γὰρ οὐκ ἔχω χρόνον ἐν ᾧ οὐκ ἐρῶν τινος διατελῶ.
3) Bach Critiae quae supersunt (Lips. 1827) p. 108,
4) Diog. La. II 122, 124, 108. Die bei Hermeias zu Plat. Phädr.
p. 76 ed. Ast enthaltene Äufserung über den Eros οἵ δὲ (ὑπέλαβον
τὸ ἐρᾶν) ἁπλῶς ἀστεῖον, φιλίας λέγων εἶναι τὸν ἔρωτα καὶ οὐκ ἄλλου
τινός, κατὰ συμβεβηκὸς δέ τινας ἐκπίπτειν εἰς ἀφροδίσια, die man nach
dem Vorgange Bekkers (nach Parisinus D) dem Eukleides zuschrieb, ist
vielmehr Ausspruch des spätern Herakleides Ponticus; denn auch Parie.
D hatte von erster Hand diesen Namen. Siehe den Nachweis v. Schanz
„Zu Hermeias“ Hermes XVII p. 199 Ε΄
EINLEITUNG, . ΧΧΙ
einen ziemlich subjektiven Μδίβϑιδν anlegende Panätios belastet
hat!), unterliegen, so wird ein solcher Zweifel kaum mehr angehen
bei Antisthenes, dem Stifter der cynischen Schule, unter dessen
zahlreichen Schriften?) wenigstens zwei hierher gehören: περὶ παι-
δοποιέας ἢ περὶ γάμου &pmrıxdg’) und κύριος ἢ ἐρώμενος).
Es ist möglich, dafs auch die demselben Antisthenes zuge-
schriebene Schrift Alkibiades das Verhältnis des Sokrates zu Al-
kibiades besprach; vollkommen sicher ist dies von dem Dialoge Al-
kibiades, der den Sokratiker Aschines zum Verfasser hatte.)
Hier wurde der Einfluß, welchen Sokrates auf Alkibiades ausübte,
von jenem selhst auf den Eros zurückgeführt®), wozu unser Sym-
posion und der dem Platon untergeschobene Alkibiades I zu ver-
gleichen ist. War demnach der Eros in den Kreisen des Sokrates
und seiner Schüler ein oft behandelter Gegenstand, war ferner auch
das Interesse eines gröfsern, selbst nicht philosophisch denkenden
Publikums, wie der Eingang unseres Symposion beweist, hierfür
wach geworden, so hat nun besonders Platon dieses Problem mit
der ganzen Energie seines philosophischen Denkens ergriffen.’) Ins-
besondere hat auf die Ausgestaltung seiner Idee vom Eros, wie sie
in reifster Form im Symposion vorliegt, auf jene innige Beziehung,
in welche er ihn mit der Philosophie setzt, offenbar Einflufs geübt
die praktische Erotik des Sokrates, und indem Platon dem inner-
sten Wesen dieser eigentümlichen Seite der sokratischen Wirksam-
keit nachging, gelangte er zu den Resultaten, wie sie im Symposion
vorliegen.
Indessen haben wir schon in den vorausgegangenen Dialogen
1) Diog. La. II, 64. R. Hirzel Unters. zu Ciceros philos. Schr. 11 363.
2) Diog. VI, 15 vgl. Ad. Müller de Antisthenis Cynici uita et scriptis
(Dresden 1860).
3) Bei Ad, Müller Nr. 34.
4) idem Nr. 48: aus einem der beiden das Fragment: μόνον γὰρ
εἰδέναι τὸν σοφόν, τένων χρὴ ἐρᾶν.
9 5) von Panätios als echt anerkannt Diog. II 60 u. 64. Hirzel a. a.
. p. 362.
6) Vgl. das Fragment bei C. F. Hermann disputatio de Aeschinis
reliquiis Götting. 1850 p. 23 (aus Aristides II p. 20 u. 88 Dind.) ἐγὼ
δ᾽ εἰ μέν τινι τέχνῃ ᾧμην δύνασθαι ὠφελῆσαι, πάνυ ἂν πολλὴν ἐμαυτοῦ
μωρίαν κατεγέγνωσκον᾽ νῦν δὲ ϑείᾳ μοίρᾳ Bun» μοι τοῦτο δεδόσθαι
ἐπ’ ᾿Δλκιβιάδην᾽ καὶ οὐδέν γε τούτων ἄξιον ϑαυμάσαι. .. . ἐγὼ δὲ
διὰ τὸν ἔρωτα ὃν ἐτύγχανον ἐρῶν ᾿Δλκιβιάδου οὐδὲν διάφορον τῶν
Βακχῶν ἐπεπόνθειν᾽ καὶ γὰρ al Βάκχαι, ἐπειδὰν ἔνϑεοι γένωνται, ὅϑεν
οἱ ἄλλοι ἐκ τῶν φρεάτων οὐδὲ ὕδωρ δύνανται ὑδρεύεσθαι, ἐκεῖναι μέλι
καὶ γάλα ἀρύονται" καὶ δὴ καὶ ἐγὼ οὐδὲν μάϑημα ἐπιστάμενος ὃ δι-
δάξας ἄνθρωπον ὠφελήσαιμ᾽ ἄν, ὅμως ᾧμην ξυνὼν ἂν ἐκείνῳ διὰ
τὸ ἐρᾶν βελτέω ποιῆσαι.
7) Auf eine Art Vorabnung der Platonischen Auffassung bei Euri-
pides Medea 831 macht Usener aufmerksam in dem schönen Aufsatz
„Organisation der wissenschaftlichen Arbeit‘ in Preufs. Jahrb. 53 p. 6,
wenn Kypris angefleht wird τᾷ σοφίᾳ παρέδρους πέμπειν ἔρωτας παντοίας.
ἀρετᾶς ξυνεργοῦς.
xxu . EINLEITUNG.
Lysis und im Phädros Denkmäler dieser Studien Platons über den
Eros, in dem letztern geradezu das Zeugnis seiner ebenso tiefen
wie schwärmerisch phantasievollen Versenkung in diese Fragen.
Auch aufßserattische Erscheinungen, wie die staatenbildende Freund-
schaftslehre der Pythagoräer, deren Ausläufer in Grofsgriechenland
Platon selbst noch kennen lernte, mochten ihm weitere Anregung
geben.
Bei Xenophon, dem ein selbständiges philosophisches Inter-
esse weniger zuzuschreiben ist, haben wir es mehr historisch zu
erklären, wenn auch in seinem Symposion viel über Liebe und
Verwandtes gesprochen wird: sei es, dafs dies wirklich gerade an
jenem Gastmahl, das der reiche Kallias dem von ihm geliebten
Jüngling Autolykos zu Ehren veranstaltete, aus naheliegenden Grün-
den der Fall war, oder dafs Sokrates überhaupt bei Symposien
gerne über dieses Thema sich verbreitete. Wir können höchstens
von einer ethischen Tendenz des Xenophon reden (wie
denn Xenophon auch die sittlichen Conflicte, welche der Eros her-
beiführen kann, in anschaulichster Weise in der Kyropädie, in der
Erzählung von der Pantheia zur Darstellung bringt vgl. insbesondere
die Gespräche V 1,9 ff. VI1,36ff.): es lag ihm offenbar daran, zu
zeigen, mit welcher Entschiedenheit Sokrates gegen die sittlichen
Verirrungen in der Männerliebe auftrat. Anders bei Platon: Zwar
sehen wir auch bei ihm die nämliche ethische Tendenz, wenn auch
in anderer Weise durchgeführt, besonders in der Rede des Alki-
biades hervortreten; aber sie ist gleichsam nur ein Moment in dem
grofsartig angelegten wahrhaft philosophischen Versuch des
Symposion, den vielfachen Erscheinungen dessen, was man Eros
nannte, auf den Grund zu gehen, sie mit andern Erscheinungen,
die man gewöhnlich nicht mit diesem Namen belegte, bei denen
aber Platon einen mit jenen gemeinsamen Grundtrieb herausfand,
zu verknüpfen, und so das Gesamtgebiet des zugleich erweiterten
und tiefer gefalsten Eros in einer Reihe von Entwicklungen vor-
zuführen, die beginnend von den niedrigsten sinnlichen Trieben
ausläuft in das Ergreifen der Idee, das Schauen der Gottheit —
zugleich aber zu zeigen, wie hoch bereits der historische Sokrates,
wenn nicht in völlig bewulster Theorie, so doch in seinem ganzen
Wesen und Leben auf dieser Stufenleiter gestanden habe. Damit
war nun eine Höhe philosophischer Spekulation in der Auffassung
der Liebe erreicht, welche kaum mehr übertroffen werden konnte.
Gewils vermochten schon viele der Zeitgenossen dem Platon auf
diese Höhe nicht mehr zu folgen, wie er denn auch in gar auffallen-
der Weise zu den landläufigen, durch die darstellende Kunst bereits
eingebürgerten Vorstellungen über das Wesen des personifizierten
Eros sich in Gegensatz gestellt hatte.) Wir dürfen demnach das
1) Vgl. zu 204 B 8.
EINLEITUNG. XXIII
Platonische Symposion innerhalb der λόγοι ἐρωτικοί gleichsam als
Höhe- und Wendepunkt zugleich bezeichnen. Spätere knüpften ent-
weder wieder an seine Vorgänger an oder benutzten Anregungen,
die er gegeben hatte, als Elemente weiterer Ausführung. Leider ist
uns weder das συμπόσιον des Aristoteles, von dem wir nicht
einmal wissen, ob es nebenbei auch erotischen Inhalt hatte,') noch
der &pwrıxog desselben erhalten. Aus den paar Bruchstücken aber
dürfen wir den Schlufs ziehen, dafs es in der letztern Schrift
weniger galt, neue philosophische Begriffsbestimmungen des Eros zu
geben, als vielmehr den Eros durch berühmte Beispiele aus der
Geschichte und Sage zu illustrieren (so die Erzählung von Kleo-
machos fr. 93 Rose), oder einzelne Gebräuche zu erklären (fr. 90)
— ein realistisches Element, das im Platonischen Symposion teil-
weise schon in der Rede des Pausanias hervortritt.
Einen noch breitern Raum nehmen diese Erörterungen bei
den spätern an, besonders im &pwrıxog des Klearchos von So-
loi, der nicht blofs eine Reihe von Liebesgeschichten berühmter
Männer (Perikles, Antimachos, Epaminondas) behandelte, sondern
auch über gewisse Gebräuche der Liebenden ξητήματα aufstellte.?)
Abnlich der uns erhaltene Eroticus des Plutarch und eine Reihe
von andern Schriften gleichen Titels.?)
85. Quellen des Platonischen Symposion. Benutzung seiner
Vorgänger, insbesondere des Xenophontischen Symposion.
Haben wir im vorhergehenden gesehen, dafs Platon unter sämt-
lichen Schriftstellern, die über den Eros sich verbreiteten, eine
durchaus eigenartige Stellung einnimmt, so sehr, dafs man bis auf
die neueste Zeit hinunter, freilich oft in unklarer und teilweise auf
Mifsverständnissen beruhenden Art von einer besondern „Platoni-
schen“ Liebe spricht*), im Sinne einer ebenso schwärmerischen als
sittlich reinen und idealen Auffassung derselben — so schlielst
diese Thatsache keineswegs aus, dals er doch vielfach an schon
vorhandene Elemente sich anlehnte.e Wenn wir uns hiebei des
Ausdruckes „Quellen“ bedienen, so geschieht dies nicht in dem
Sinne, in welchem wir von Quellen eines Historikers sprechen, son-
dern wir verstehen darunter blofs die Bausteine, die er in der
Weise zu seinem Kunstwerk verwendet wie etwa ein Dichter, der
sich an vorhergehende Volkssage oder Dichtung anlehnt.
1) Heitz die verlor. Schriften des Aristoteles p. 192.
2) Rohde der griech. Roman p. 57.
3) Ein Verzeichnis der Gelehrten und Philosophen, welche erotische
Bücher schrieben, bei Winkelmann zu Plutarchs Eroticus p. 96.
4) Vgl.u.a. S. Marc Girardin: du banquet de Platon et de l’amour
platonique jusqu’ ἃ la fin du quinziöme siöcle in Revue des deux mondes
XX (1847) p. 850 ff.
XXIV EINLEITUNG,
Diese Freiheit der Benutzung des Vorhandenen, wie sie einem
genialen Künstler eignet, zeigt sich schon in der Art, wie Platon
sich der einmal gegebenen Formen eines athenischen Gelages zu
bedienen gewulst hat. Die Fufswaschung und Abnahme der San-
dalen (175 A), der feierliche Übergang von dem δεῖπνον zum
πότος (176 A), die Beratung über den τρόπος πόσεως, der Be-
schlufs, dafs man von den bei Gastmählern üblichen Unterhaltungen
blofs die περέοδος λόγων anwenden wolle (176 ΕἾ, die strenge
Handhabung der Reihenfolge ἐπὶ δεξιά (185 D. 222 ΕἾ, von der
nur wegen des Schluckens, der den Aristophanes betroffen hat,
und auf die Einwilligung des Zunächstbeteiligten hin abgewichen
werden darf, die jeweilige Rücksicht, die man auf den πατὴρ Ῥύ-
yov nimmt (199 B und anderwärts), das Eintreten des Alkibiades
als κωμάξων, der zunächst um Einlafs bitten mufs, die Anerker-
nung desselben als Symposiarchen und der damit eintretende Zwang
zu trinken (213E), die Erinnerung an die Sitte, durch witzige
Vergleichungen die Genossen zu necken (εὐκάξειν 215 A) u. 5.1.
— alles dies giebt der Darstellung dramatische Lebendigkeit um
schafft den Anlafs zur Einflechtung ganz individueller Züge. Andrer-
seits ist die Behandlung dieser äufsern Momente eines Symposions
bei Platon durchaus frei und gleichsam spielend: er berührt nur
leise und erwähnt ganz beiläufig dasjenige, woran nichts bedeuten
des zu knüpfen war, während er im entgegengesetzten Falle sich
in behaglicher Ausführung ergeht. Schon hieraus können wir sehen,
wie Platon die Form zu vergeistigen versteht.
Die Benutzung seiner litterarischen Vorgänger in den 4
yos ἐρωτικοί anlangend, wäre es nun freilich vermessen, irgenl
eine Behauptung aufstellen zu wollen, da diese Schriften für uns
sämtlich verloren gegangen sind: aber wahrscheinlich ist es doch,
dafs in den leidenschaftlichen Schmähungen eines Theopompos ki
Athen. X1508C, Platon habe manches aus seinen Vorgängern sich
zu eigen gemacht, ein gewisser Wahrheitskern verborgen ist, daß
er wirklich einschlägige Dialoge des Antisthenes, Äschines u. 8.1:
gelesen und in seiner Weise d. h. so verwertet hat, dafs, wenn
dies geschah, diese Elemente ganz den Stempel seiner Originalität
trugen und in dieser Umbildung nicht mehr als fremdes Eigentum
gelten konnten. Von diesem Standpunkte aus kann es auch nicht
von vornherein bestritten werden, dafs, wie man schon vermutele,
in der Definition des Eros als Dämon orphische Elemente, oder
wie andere schon glaubten wahrzunehmen, pythagoreische zu fin-
den seien!); möglicherweise enthält selbst der Mythus von der Ent-
stehung des Eros Anklänge an gewisse Elemente der Sage, wie
denn augenscheinlich die Rede des Eryximachos Empedokleische
Philosopheme über die kosmische Bedeutung der φιλέα in sich
1) Susemihl Philologus VI p. 911.
\
EINLEITUNG. xXV
birgt — aber auch diese Möglichkeit zugegeben, wurden solche
Elemente unter der Hand Platons so specifisch platonisch, dafs
wir in der Auslegung durchaus nur an seine Worte uns zu halten
haben.)
Zu der obigen Annahme der Möglichkeit einer ziemlich aus-
giebigen, aber durchaus frei umbildenden Benutzung vorhandenen
Materials berechtigt uns ein Blick auf das Xenoplhontische Sym-
posion, das dem Platon bei Abfassung seines Gastmahls in der
That schon vorlag.) Xenophon muls nämlich wirklich als der
1) Und diese berechtigen uns zu der Annahme, dafs die Dämonologie,
die er durch Diotima vortragen läfst, nur allegorisch zu verstehen ist.
u 203 A 6. ᾿ ᾿
2) Über die Geschichte der Frage der Priorität der beiden
Symposien vgl. jetzt die Note von Ascherson zu der Ausgabe’ von
Böckhs kleinen Schriften Bd. IV p. 6 (zu Böckhs Universitätsprogr.
von 1811: de simultate, quae ınter Platonem et Xenophontem intercessisse
fertur), welche Note ich hier teils wörtlich reproduziere, teils kurz
deutsch rekapituliere, mit Hinzufügung von in [] eingeschlossenen Zu-
sätzen: [Böckh hatte nämlich in dieser Schrift gegen Weiske und
Schneider die Priorität Xenophons behauptet, die Bezugnahme Platons
auf Xenophon ohne Annahme feindseliger Polemik, in ähnlichem Sinne
hatte auch Ast gesprochen: Platons Leben und Schriften p. 315 Note,
nur mit dem Unterschiede, dafs er zwar keine Feindschaft, wohl aber
schweigende und indirekte Polemik Platons gegen Xenophon anerkannt
wissen wollte.] Postquam Delbruekius libri inscripti: Xenophon. Zur
Rettung etc. p. 136 auctori [nämlich Böckh] adstipulauit, aduersus partem
huius commentationis scripsit Carolus Friedericus Hermannus
Proovem. catal. lectt. Univ. Marb. hib. a. 1834, qui Platonis conuiuium
prius Xenophonteo scriptum esse censet. Dann trat Henrichsen (Progr.
v. Altona 1840 und von Schleswig 1844) mit der Behauptung auf, dals
der eine Verfasser den andern nicht gekannt habe. “Diese Behauptung
fertigte Hermann ab im Marburger Sommerprogramm von 1841 und
Göttinger Winterprogramm 1842, p. 4 adn. 6, und beharrte daneben
entschieden auf der Priorität des Platonischen Symposion. Auctor huius
disputationis [Böckh] a Friederico de Raumer postulatus hanc quaestio-
nem iterum tetigit in epistola ad Raumerum data (Antiq. Briefe heraus-
gegeben von Fr. v. Raumer 1861). Summa disputationis ibid. p. 39
propositae haec fere est: reiecit auctor Henrichseni sententiam, perstitit
in sententia in hac commentatione proposita [von der Priorität des Xeno-
phon], sed ad hanc rem contra Car. Friedr. Hermannum probandam
propria dissertatione opus esse censuit. Quam dissertationem ut scriberet,
auctori non contigit, scripsit in eandem sententiam eodem anno [durch
meinen unvergelslichen Lehrer Hermann Köchly bei Anlals der Inter-
pretation von Platons Symposion in der philologischen Gesellschaft an
der Züricher Universität angeregt, diese Frage zu untersuchen 1851]
Arnoldus Hugius „über das gegenseitige Verhältnis der Symposien
des Xenophon und Plato“ in Schneidewini Philologi vol. VII p. 638 seqq.
Bespondit huic Hermannus in Philol. vol. VIII p. 329 seqq. commen-
tariolo inscripto, zur Frage über das Zeitverhältnis der beiden Sym-
posien“ [in dieser gereizten Erwiderung, die nichts Neues brachte,
schlofs Hermann: „mit seinen (Hugs) Auseinandersetzungen kann ich
daher die Frage kaum um einige Schritte gefördert, geschweige denn
erledigt halten; doch bin ich von den meinigen dies zu behaupten gleich
weit entfernt, und wie ich bei dem ersten Programm nur (??) die Ab-
xxXViI EINLEITUNG.
Anfänger der Symposienschreibung betrachtet werden, der
diese Aufgabe zunächst als diejenige schlichter Erzählung auffalste,
und nur insofern auch einige Elemente künstlerischer Composition
hinzufügte, als er der Forderung einer gewissen Steigerung und
gröfßserer Conzentration gegen den Schlufs hin sich bewufst wurde.
Platon dagegen war der erste, der die Beschreibung
eines Gastmahls zum einheitlichen Kunstwerk gestaltete,
und zwar gelang ihm dieser erste Wurf in so vollendeter Weise,
dafs sein Symposion in der Litteraturgeschichte einzig in seiner Art
sicht gehabt habe, das Material zur Abwägung des Für und Wider zu
vervollständigen, so bezweckt auch dieser Aufsatz zunächst nur auf
einige übersehene Gesichtspunkte aufmerksam zu machen‘“]. Postremo
scripsit G. F. Rettigius de conuiuiorum Xenophontis ratione mutua etc.
commentationem, praemissam illam indici scholarum Bernensium aest.
ἃ. 1864, cui et ipsi Xenophontis conuiuium prius uidetur esse scriptum
Platonico. [Da ich selbst auf C. F. Hermanns Bemerkungen nicht er-
widert hatte, übernahm Rettig diese Rolle, indem er bei dieser Gelegen-
heit einige Ergänzungen und Berichtigungen hinzufügte, von denen ich
einen Teil mit Dank acceptieren konnte, während ich allerdings mit
anderm nicht einverstanden war.] So weit Aschersons Bericht. Daran
᾿ schlielse ich noch folgendes:
Für die von mir zum ersten Male ausführlich und auf Grund stark
vermehrten Vergleichungsmateriales dargelegte Priorität Xenophons
sprachen sich mit Billigung meiner Arbeit aufser Köchly und Rettig
aus: Böckh selbst in Vorlesungen über griechischeLitteratur, Bernhardy
in einem Brief an Rettig, abgedruckt in dem genannten Programme des
letztern p. 1, „eine Vorfrage, die Priorität des Xenophon betreffend, ist
glücklicherweise zuletzt, wenn auch spitzfindig und breit von Hug im
7. Bde. des Philologus erledigt worden,“ dann Gustav Sauppe, Xen.
Op. V.p. 71, der eine ähnliche Entscheidung G. Hermanns in der griech.
Gesellschaft aus früherer Zeit erwähnte; in neuerer Zeit Max Heinze in
Überwegs Grundrils der Gesch. d. Philos. des Altertums 5. Aufl. p. 131:
„Arn. Hug für die Priorität des Xen. Gastmahls, wohl mit entscheidenden
Gründen.“ Schenkl Xen. Studien III 43[143]. Endlich könnte ich auch
als Vertreter der gleichen Ansicht eine neuere sogenannte griechische
Litteraturgesch. citieren, wenn man überhaupt von einer eigenen An-
sicht reden kann bei einem Verfasser, der die Vertreter der verschiedenen
Meinungen völlig durcheinander wirft. Es heist nämlich dort, in neuer
Bearbeitung I p. 298 (das Xenophont. Symposion) „ist den von C. Fr.
Hermann gegen (!) A. Hug geführten Untersuchungen zufolge vor
Platons Symposion entstanden.“ Vollständig im Einklang mit dieser
Sudelei wird hinzugefügt: „und steht mit diesem Meisterwerk nur zu-
fällig in Beziehung“ (dies nämlich gerade die von Herm., Böckh u. mir
gemeinsam bekämpfte Ansicht Henrichsens ἢ).
Aus neuerer Zeit ist nur Ein Gegner der Priorität Xenophons zu
nennen, dessen Einwendungen honoris causa nicht übergangen werden
dürfen. Es ist dies der verdienstvolle Steinhart, der schon in der
Übers. Platons IV, 267 und dann noch kurz vor seinem Tode im Leben
Platons p. 300 Note 1 den Standpunkt C. Fr. Hermanns festgehalten
hat; jedoch so, dals er, um dies noch durchführen zu können, zu der
Annahme der Unechtheit des Xenophontischen Symposion seine Zuflucht
nahm, es einem „durchaus nicht geistlosen Nachahmer desselben“
(Xenophons oder Platons?) zuschreibend, „der aber doch hinter der
feinen Kunst seines Vorbildes überall weit zurücksteht.“ (Steinhart hat
EINLEITUNG. ΧΧΥ͂Ι
dasteht und überhaupt wohl die hervorragendste künstlerische Lei-
stung ist, welche die griechische Prosa aufzuweisen hat. Eine
kurze Übersicht aber einiger Hauptähnlichkeiten (und zugleich
charakteristischer Verschiedenheiten) mag illustrieren, wie Platon
durchweg an Xenophons Symposion den Idealisierungsprozels
vollzog.
in dieser Annahme der Unechtheit des Xenophontischen Symposion
einen Nachfolger an Krohn Sokrates u. Xenophon ὃ. 98 gefunden, dessen °
Gedanke ausgeführt wurde durch Joh. Herchner de Symposio quod
fertur Xenophontis. Diss. Halle 1875 „ohne jedweden Erfolg‘ wie Schenkl
a. a. Ο. bemerkt). — Steinhart findet im Xenophontischen Gastmahl
„unverkennbar polemische Beziehungen ge en das Platonische“; „die
Versicherung des Verfassers, dal er den Sokrates darstellen wolle, wie
er sich auch in heiteren Gesellschaften, in denen nicht der Ernst, son-
dern der Scherz vorherrschte, edel und seiner würdig bewegt und dafs
er selbst dieser Unterhaltung beigewohnt habe, also nicht etwa ein er-
dichtetes Symposion schreibe, klingt tendentiös genug.“
In den Anfangsworten aber: 442° ἐμοὶ δοκεὶ οὐ μόνον τὰ μετὰ
σπουδῆς πραττόμενα ἀξιομνημόνευτα εἶναι ἀλλὰ καὶ τὰ ἐν ταῖς παιδιαῖς
liegt blofs eine Vergleichung zwischen dem, was Sokrates in heiterer
Gesellschaft und dem, was er im gewöhnlichen Leben sagte und that:
beides wird als „interessant, der Erwähnung wert‘ bezeichnet. Hätte
der Verfasser, wie Steinhart will, an einen Gegensatz zwischen würdigem
und weniger würdigem Betragen des Sokrates (welch letzteres also nach
der Mein des Autors, sofern er wirklich tendenziöse Polemik üben
wollte, im Platonischen Symposion hervorgetreten wäre) bei gleicher-
malsen lustigen Gelegenheiten (ἐν παιδιαῖς) gedacht, so hätte er nicht
den sittlich indifferenten Ausdruck ἀξιομνημόνευτα gebraucht, sondern
γενναῖα oder οὐκ ἀνάξια. Übrigens ist das Benehmen des Sokrates in
beiden Symposien von steifer Würde gleich sehr entfernt. Ebenso
wenig kann der Verfasser bei dem schlichten οἷς δὲ παραγενόμενος ταῦ-
za γιγνώσκω δηλῶσαι βούλομαι an einen Gegensatz zu einem schon vor-
handenen, aber erdichteten Symposion gedacht haben; das mülste min-
destens durch οἷς δὲ αὐτὸς παραγενόμενος u. 8. w. bezeichnet sein.
Endlich führt diese Annahme zu unlösbaren Schwierigkeiten. Der Ahn-
lichkeit zwischen den beiden Symposien sind nämlich bei aller Ver-
schiedenheit so viele und durchschlagende, dafs das spätere von den
beiden Symposien notwendig ein mit Bezug auf das erstere
erdichtetes sein muls. Es wäre in diesem Falle geradezu als Frech-
heit zu bezeichnen, wenn der Verfasser im gleichen Atemzug, wo er
seinem Vorgänger die Fiction eines Symposion zum Vorwurf macht,
eine zweite Fiction derselben entgegensetzen würde. Die
Sachlage ist aber eine sehr einfache, wenn dem im wesentlichen nicht
fingierten Xenophontischen Symposion, wobei wir dann, wenn an keinen
Gegensatz gedacht wird, auch οἷς παραγενόμενος nicht allzu ängstlich
zu ‚pressen brauchen, Platon seine, was den äulsern Anlafs u. 8. w. be-
trifft, bewulfste Fiction, der er aber in gewissen Partien desto grölsere
innere Wahrheit vindiziert, an die Seite stellt. Auch die weitere Be-
merkung St’s., die Einführung gerade solcher Personen, von denen uns
Platon kein Bild gegeben hat, des Nikeratos, Kritobulos, Antisthenes,
Autolykos, Hermogenes beweise eine gegen Platon gerichtete Tendenz,
hat überhaupt gar keine Beweiskraft, ganz abgesehen davon, dals man
dieses Argument einfach umdrehen kann.
XXVII
Xenophon:
Das Gastmahl findetstatt zu Ehren
eines Sieges im. Pankration.
Der Gastgeber Kallias steht zu
dem Sieger Autolykos in Liebes-
verhältnis.
Kallias ist Schüler der Sophisten
(Protagoras, Prodikos, Gorgias).
Philippos erscheint uneingeladen.
Philippos istgemeiner γελωτοποιός
und ergeht sich in rohen Witzen.
Von Philippos wird verlangt, dafs
er das εἰκάξειν übe,
Sokrates sucht die ἀκροάματα und
ϑεώματα einzuschränken, um der
mündlichen Unterhaltung noch
einigen Raum zu verschaffen.
Sokrates warnt vor dem allzu-
vielen Trinken und verlangt kleine
Becher.
Sokrates geht mit Kritobulos
einen Wettstreit der Schönheit
ein.
EINLEITUNG.
Platon:
Es findet statt zu Ehren eines
tragischen Sieges.
Der Gastgeber und Sieger Agathon
ebenso zu Pausanias.
Agathon ist Schüler des Gorgias.
Aristodemos ebenso, jedoch soll
er von dem eingeladenen Sokrates
eingeführt werden.
Er wird bei Platon ersetzt zuerst
durch Aristophanes, der das ye-
λοῖα εἰπεῖν als τὸ τῆς μούσης ἐπι-
χώριον bezeichnet, dann durch
Alkibiades.
Alkibiades vollzieht das eixaleıv
an Sokrates τοῦ ἀληϑοῦς ἕνεκα,
οὐ τοῦ γελοίου.
Platon läfst durch Eryximachos
die Flötenspielerin von vornherein
wegweisen und beschränkt die
Unterhaltung ganz auf die Weoch-
selreden.
Platon läfst durch den
Arzt Eryximachos vor der μέθη
warnen; sein Sokrates ist ἱκανὸς
ἀμφότερα (zu trinken oder nicht
zu trinken); nachher durch Alki-
biades zu starken Leistungen hier-
in gezwungen bleibt er nüchtern
und behauptet bis zum frühen
Morgen über die schwierigsten
Probleme disputierend zuletzt
noch allein das Feld.
Es wird gleich im Anfang ein
Wettstreit der Weisheit zwi-
schen Sokrates und Agathon an-
gekündigt. Derselbe wird prak-
tisch vollzogen in den Reden der
beiden, den richterlichen Ent
scheid giebt Alkibiades in der
Schlufsscene.
EINLEITUNG.
Xenophon:
Die Tischgenossen geben der Reihe
nach an, worauf sie stolz sind und
fügen hernach die Begründung hin-
zu. Schon hiebeikommen gelegent-
lich erotische Beziehungen vor.
Sokrates hält schliefslich eine
längere Rede über den Eros und
anerkennt nur die reine Liebe als
sittlich berechtigt.
Beim Beginn seiner Rede erteilt
Sokrates dem Eros folgende, in
panegyrischerr Weise gehäufte
Prädikate: 1) μέγας δαίμων, 2)
ἰσῆλιξ τοῖς ϑεοῖς, 3) νεώτατος τῇ
μορφῇ» 4) μεγέϑει πάντα ἐπέχων,
5)zweifelnd unterscheidet er einen
Ἔρως Οὐράνιος und einen Πάν-
δημος.
Die Rede des Sokrates bei Xeno-
phon schliefst mit der Ermahnung
an Kallias, sich durch sein Liebes-
verhältnis zu dem edlen Jüngling
Autolykos zur φιλοτιμέα entflam-
men zu lassen: im Hinblick auf
Solon, Themistokles u. s. w.
Der Rede des Sokrates über den
Eros folgt eine dramatische
Schlufsscene, die im Zusammen-
XXIX
Platon:
Die Tischgenossen beschliefsen
von vornherein, nur den einen
Gegenstand (Eros) zum Thema
ihrer Wechselreden zu machen.
Den Schlufs macht Sokrates mit
seiner Rede tiber den Eros, indem
er das Gesamtgebiet desselben
von der niedrigsten Form bis zur
höchsten, dem philosophischen
Trieb unter einen Gesichtspunkt
zusammenfalst.
Bei Platon sind diese Prädikate
in schärfere Form gefalst und
einzeln den verschiedenen, sich
zum Teil bekämpfenden Rednern
in den Mund gelegt: 1) Eros ist
δαίμων, nicht Gott: Sokrates, 2)
πρεσβύτατος τῶν ϑεῶν — Phä-
dros, 8) νεώτατος τῶν ϑεῶν —
Agathon, 4) ἐν πᾶσι τοῖς οὖσι ---
Eryximachos , 5) Ἔρως Οὐρά-
νιος καὶ Πάνδημος — Pausanias.
Aulserdem werden noch mehrere
Äufserungen über den Eros, die
im Xenophon. Symposion ge-
legentlich vorkommen, in weiterer
Ausführung an passenden Stellen
verwendet.
- In der Rede des Sokrates schlielst
ebenfalls ein Abschnitt über die
φιλοτιμία mit einem Hinweis auf
Lykurg, Solon und endigt (mit
Beziehung auf den Schlufs der
Rede bei Xenophon) mit den Wor-
ten (209 D): ταῦτα μὲν οὖν τὰ
ἐρωτικὰ ἴσως, ὦ Σώκρατες, κἂν σὺ
μυηϑείης᾽ τὰ δὲ τέλεα καὶ ἐπο-
πτικὰ ἃ. 8. f. — Darauf folgt noch
ein Abschnitt, der die platonische
Ideenlehre voraussetzt.
Der Rede des Sokrates folgt das
dramatisch belebte Auftreten des
Alkibiades als Schluflsscene, wel-
XXX EINLEITUNG.
Xenophon: Platon:
hange steht mit der Tendenz der che in der von diesem vorge
Rede. tragenen Lobrede auf Sokrates
zu der hohen Auffassung des Eros
gleichsam die praktische Bestäti-
gung geben soll.
Indem ich mich hier auf diese paar springenden Punkte be
schränke, verweise ich im übrigen auf meine in der Anmerkung
angeführte Abhandlung in Philol. VII, zu welcher in dem eben-
daselbst angeführten Programme Rettig noch einige Ergänzungen
gegeben hat.!) Bei aller Ähnlichkeit aber, die zwischen den beiden
Symposien in Einzelnheiten herrschen?), ist auf den ersten Blick
eine durchschlagende Verschiedenheit erkennbar, ja oft ein wunder-
barer Gegensatz. Platon hat Elemente des Xenaphontischen Sym-
posion in ähnlicher Weise verwertet, wie die grolsen Dramatiker
oft aus einem leisen fast unscheinbaren Zug der Sage oder früherer
Bearbeitungen derselben in Epos oder Lyrik, mit blitzartiger Ideen-
association Funken zu entlocken wufsten, die zum Feuer angefacht
den prachtvollsten Anblick gewähren.
Von einer Polemik oder gar Feindschaft des Platon gegen
Xenophon, wie Athenäus und andere wollten, brauchen wir des-
wegen nicht zu sprechen, wohl aber von einer vielfach andern
Auffassung des Sokrates; die des Platon aber stand so hoch über
der des Xenophon, dafs dem erstern die von diesem entworfenen
Schilderungen wohl das überlegene Lächeln der Ironie, vielleicht
auch gelegentlich eine leichte Wolke des Unwillens zu erregen im
Stande waren, nicht über den braven und ehrlichen Xenophon —
1) Mehreres hat Rettig in seinem Commentar zum Platon. S sion
1876, sodann seitdem in s. Abhandlung im Philologus XXX . 269
„Xenophons Symposion ein Kunstwerk griechischen Geistes‘ und in der
Ausgabe des Xen. Symposion gr. u. d. Leipzig, Engelmann 1881 noch
hinzugefügt. Es mag sein, dafs ich, wie Schenkl Xen. Stud. III 44 [144]
und Rettig behaupten, in meiner vor langen Jahren geschriebenen Ab-
handlung bei dem „Gemisch von freier Dichtung und historischer Wahr-
heit‘, als welches das Xen. Symp. aufzufassen ist, dieses letztere
Element etwas zu stark betont habe. Ebenso sehr aber bin ich davon
überzeugt, dafs Rettig Elemente der freien Dichtung und kunstvollen
Composition auch da gefunden hat, wo sie eine nüchterne Erklärung
nicht zu entdecken vermag; das gilt insbesondere von der hyperklugen
Interpretation, die er dem 4. Kapitel zuwendet und ihm dadurch eine
centrale Stellung zuweist, an die ich auch nach erneuerter Lektüre ebenso
wenig glauben kann wie Schenkl Burs. Jahresb. XVII S. 22.
2) Bemerkenswert ist die von Schenkl a. a. S. 24 ausgesprochene
Vermutung „Xen. Symp. VIII 32 ὁ Ayddwvog τοῦ ποιητοῦ ἐραστής hat
Platon den Anstols gegeben, sein Symposion in das Haus des Agathon
zu verlegen und ihn mit Pausanias als πρόσωπα einzuführen.“
EINLEITUNG. ΧΧΧΙ
wohl aber darüber, dafs es diesem in den Gemälden, die er ent-
warf, oft „än Auge und Hand gefehlt hat“.!) ᾿
$ 6. Gang des Stückes.
L Einleitendes Gespräch. 172A—174A διηγήσασθαι.
Apollodoros von Phaleron war von einigen Bekannten ge-
beten worden über die seiner Zeit an einem Gastmahl, welches
Agathon zu Ehren seines ersten tragischen Sieges gegeben hatte,
gehaltenen erotischen Reden einiges nähere mitzuteilen. Er er-
widerte hierauf, er sei um so eher im Stande, dieser Bitte zu
willfahren, als er jüngst im Falle gewesen sei einem gewissen
Glaukon den gleichen Bericht zu erstatten. Bei dieser Gelegen-
heit erzählt Apollodoros das Gespräch, das er mit Glaukon geführt:
wir erfahren daraus, dafs das Gastmahl selbst schon vor langer
Zeit stattgefunden hatte und Apollodoros selbst nicht zugegen ge-
wesen war. Er selbst hat die Erzählung aus dem Munde eines
gewissen Aristodemos, der an dem Gastmahle teilgenommen
hatte. Apollodoros freut sich übrigens der gebotenen Gelegenheit,
da ihm die Unterhaltungen über philosophische Gegenstände viel
nützlicher und erfreulicher scheinen als die gewöhnlichen Unter-
haltungen seiner Freunde. Nach einigen Neckereien zwischen einem
dieser Bekannten (ἑταῖρος) über diese seine Bemerkung wieder-
holt Apollodoros in indirekter Rede den Bericht des Aristodemos
über das Gastmahl.
I. Das Gastmahl nach dem Bericht des Aristodemos,
A. Einleitung: Das δεῖπνον.
Aristodemos hatte den Sokrates angetroffen; verwundert über
die größsere Sorgfalt, die dieser auf seine Toilette verwendet hatte,
fragte er ihn, wohin er gehe: Sokrates erzählt, er sei zu Agathon
eingeladen; er überredet den Aristodemos, wenn auch ungeladen,
ebenfalls dahin zu kommen; Aristodemos nimmt unter der Be-
dingung an, dafs Sokrates als eingeladener Gast ihn einführe und
die Verantwortung übernehme. Aber auf dem Wege bleibt So-
krates in Nachdenken versunken stehen und läfst den Aristodemos
in Stich, so dafs dieser, ohne Sokrates in den Männersaal bei
Agathon eingetreten, in grofse Verlegenheit kommt. Agathon hilft
ihm durch nachträgliche freundliche Einladung darüber hinweg.
Inzwischen war Sokrates im Vorplatz des ‘Nachbarhauses stehen
geblieben, Agathon verzichtet auf Bitten des Aristodemos darauf,
ihn durch Sklaven zum Hereinkommen aufzufordern. Mit Rück-
1) Worte von Lehrs in der Einl. zu der Übersetzung von Platons
Phädrus u. Gastmahl S. XXIII.
΄
ΧΧΧΙΙ EINLEITUNG.
sicht auf die übrigen Gäste beginnt man mit dem Essen. In der
Mitte des Mahles erscheint nun Sokrates. Während der Abnahme
der Sandalen neckt ihn Agathon über das Vorgefallene; sie machen
sich gegenseitig halb höfliche, halb ironische Komplimente über
die beiderseitige Weisheit. Agathon meint, dieser Wettstreit lasse
sich später am besten beim πότος zur Entscheidung bringen.
Sokrates lagert sich (—175E).
Nach Beendigung der Mahlzeit und Vollziehung der beim
Übergang zum Trinkgelage üblichen Ceremonien wird zunächst auf
Anregung des Pausanias, der vom Arzt Eryximachos aufs kräftigste
unterstützt wird, beschlossen, da die meisten von dem grolsen Fest-
mahl des vorigen Abends etwas ermüdet seien, diesmal keinen
Zwang zum Trinken walten zu lassen. Eryximachos fügt den wei-
tern Antrag hinzu, die Unterhaltung auf Wechselreden zu be
schränken, und er schlägt auf Anregung seines Freundes Phädros,
der schon oft sich lebhaft über die Vernachlässigung des mächtigen
Gottes Eros beklagt hatte, vor, dafs ein jeder abwechselnd nach
rechts hin eine Lobrede auf diesen halten solle. Der Vorschlag
wird von Sokrates unterstützt und durch Acclamation angenommen
(—178A τὸν λόγον).
B. Die sechs Reden über den Eros.
1. Rede des Phädros.
Übersicht und Disposition s. zu 178 A, über die Anordnung
einzelner Teile: zu 178 D5, 119 Β 7, 179D 2, 119 E2.
2. Rede des Pausanias (von 180 C an).
Intermezzo: Aristophanes, an den die Reihenfolge gekommen
wäre, wird durch einen heftigen Schlucken verhindert zusammen-
hängend zu sprechen. Er bittet daher den Nachbar rechts, den
Arzt Eryximachos, ihn von dem Schlucken zu heilen oder statt
seiner einzutreten. Eryximachos ist zu beidem bereit; aus dem
Schatze seines medizinischen Wissens schlägt er dem Aristophanes
mehrere Mittel vor, die dieser anwenden soll, während er an seiner
Stelle sprechen wird (185C IIevoaviov —185E ποιήσω).
8. Rede des Eryximachos (von 185 E an).
Intermezzo: Aristophanes referiert über den Erfolg, den
die von Eryximachos vorgeschlagenen Mittel gehabt haben; erst
das dritte, das Kitzeln der Nase mit dem dadurch hervorgebrachten
Niesen hat geholfen; was von Aristophanes mit einem Witze über
den eben angehörten Vortrag des Eryximachos betreffend die An-
wendung des Eros auf die Medizin begleitet wird. Eryximachos
droht dafür scherzhaft dem Aristophanes, der hier den ernsthaften
Reden gegenüber als Lustigmacher auftrete, desto schärfer auf
seine Rede aufzupassen (189 A—189C ἀφήσω σε).
EINLEITUNG. XxXxXIli
4. Rede des Aristophanes (von 189 C an).
Intermezzo: Eryximachos verzichtet auf die in Aussicht ge-
stellte Kritik an der soeben angehörten Rede, da ihm diese gar
wohl gefallen hat. Glücklicherweise sind gerade die noch folgenden
Redner, Agathon und Sokrates, tüchtig in Liebessachen, sonst
mülste Eryximachos fast für sie in Furcht sein. Sokrates erwi-
derte: Eryximachos habe gut reden, er habe seine Sache wohl be-
standen; aber ihm, dem Sokrates müsse es Angst sein, da Agatlıon
noch vor ihm komme. Die hieraus sich ergebende Neckerei zwischen
Agathon und Sokrates droht in einen ernsten und längern Disput
überzugehen; aber Phädros als πατὴρ λόγου macht der Sache
ein Ende und erinnert an das, was man dem Gotte Eros noch
schuldig sei (193 ἢ οὗτος, ἔφη --194ῈΕ διαλέγεσϑαι).
ὅ. Rede des Agathon (von 194 E an).
Intermezzo: Auf diese Rede folgt stürmischer Beifall der
Anwesenden. Auch Sokrates spendet ihm sein Lob und erinnert
daran, wie er schon vor der Rede befürchtet habe, er werde nach
Agathon schweren Stand haben: nun sei diese Rede so glänzend
ausgefallen, besonders gegen das Ende in der Wahl.und Stellung
der Worte und Sätze. Er, Sokrates sehe nun freilich, dafs er in
einem schweren Irrtum befangen gewesen sei; er habe gemeint,
die Hauptsache bei einer Lobrede sei, etwas von der Sache zu
verstehen und die erkannte Wahrheit so gut als möglich vorzu-
tragen. Dem sei nun aber nicht so, wie es scheine, sondern es
handle sich darum, dem zu lobenden Gegenstande das Schönste
nachzusagen, ob es wahr sei oder nicht. Er habe aber in anderm
Sinne sein Versprechen gegeben; so wie die andern es wollen,
könne er nun einmal nicht sprechen; er nehme daher sein Ver-
sprechen zurück — es sei denn, dals ihm gestattet werde in seinem
eigenen Sinne zu loben, der Wahrheit gemäls, mit schlichtem Aus-
druck. Von Phädros bevollmächtigt so zu reden, wie es ihm gut
scheine, bittet Sokrates um die weitere Erlaubnis, sich noch durch
ein Gespräch mit Agathon über die Grundlagen” seiner Rede ins
Einverständnis setzen zu dürfen. (198A—199C ἄρξασϑαι).
Es folgt das
Vorgespräch des Sokrates mit Agathon (von 199 C an).
Hierauf
6. Rede des Sokrates (von 201 D an).
in der Form einer Erzählung dessen, was ihm die weise Diotima
in verschiedenen Unterhaltungen seiner Zeit über das Wesen und
die Wirkungen des Eros mitgeteilt habe.
PLaron, Symposion. c
ΧΧΧΙΝ EINLEITUNG.
C. Auftreten des Alkibiades (von 212 C an).
Aristophanes, auf dessen Rede Sokrates eine Anspielung ge-
macht hatte, wollte eben sich darüber mit ihm verständigen, da
erschien Alkibiades, der berauscht von einem andern Gelage
herkam, begleitet und unterstützt von Sklaven und einer Flöten-
spielerin, und begehrte ungestüm, man möge ihn zu Agathon führen.
Als Bekannter desselben in das Haus eingelassen, fragte er, unter
der Thüre des Männersaales stehend, mit einem dichten Veilchen-
und Epheukranze und vielen Bändern auf dem Haupte, ob er al
Trinkgenosse eintreten dürfe; wenn sie ihm das nicht gestatten,
werde er wenigstens das ausführen, weswegen er gekommen sei:
dem Agathon den Siegerkranz aufzusetzen. Man lud ihn ein, und
rechts von Agathon Platz nehmend, nimmt er die Bänder von
seinem Haupte und bekränzt den Agathon. Plötzlich erblickt er
zu seiner Überraschung und Verwirrung den Sokrates und nach
humoristischem Wortwechsel, worin beide sich gegenseitig der
Eifersucht, hervorgerufen durch den schönen Agathon, beschuldigen,
nimmt Alkibiades einen Teil der Bänder wieder vom Haupte des
letztern und schmückt damit das wunderbare Haupt des Sokrates,
des Mannes, der nicht blofs einmal, sondern immer den Sieg über
alle davontrage in seinen Reden. Hierauf lagert er sich.
Da er nun aber findet, dafs es allzu nüchtern zugehe, setzt
er sich eigenmächtig zum Symposiarchen ein, läfst das zufällig
entdeckte gewaltige Kühlgefäfs füllen und trinkt es dem Sokrates
vor. Sokrates trinkt mit aller Ruhe nach. Über diese Vorgänge
erschrocken, spricht Eryximachos, dessen Anwesenheit erst jetzt
von Alkibiades bemerkt wird, den Wunsch aus, es möchte der
früher beschlossene Redeturnus seine Fortsetzung finden, damit
nicht die Unterhaltung in wüstes Zechen übergehe. Die Reihe,
eine Rede zu halten, sei jetzt an Alkibiades. Dieser erklärt, dals
er in Anwesenheit des Sokrates niemand andern loben dürfe als
diesen. Eryximachos fordert ihn auf, dies zu thun. Nachdem
auch der Widerstand des Sokrates selbst durch das Versprechen
des Alkibiades, nur die Wahrheit zu sagen und durch die Auf-
forderung, ihn jedesmal zu unterbrechen, wenn er je von der
Linie derselben abweichen sollte, beschwichtigt worden war, be
ginnt Alkibiades, sich vorgängig entschuldigend, wenn seine Rede
nicht am besten geordnet sein sollte — Sokrates in seiner ἀτοπία
zu schildern, sei schwer; er, der Redner selbst, sei betrunken.
Lobrede des Alkibiades auf Sokrates (von 215 A an).
D. Sehlufsscene (von 222 C an).
Die Rede des Alkibiades erregte viel Heiterkeit wegen des
Freimutes, mit dem er seine Liebe zu Sokrates bekannt hatte.
EINLEITUNG. xXXXV
Sokrates meint launig, die Rede habe — wie der Schlufs beweise —
nur den trotz der angeblichen Trunkenheit des Redners sehr schlau
verhüllten Zweck gehabt, den Agathon mit ihm (dem Sokrates)
zu entzweien. Das soll ihm nicht gelingen; durch eine Platz-
veränderung!), gegen welche Alkibiades vergeblich eine andere vor-
zuschlagen versucht, soll die Wiedervereinigung zwischen Sokrates
und Agathon bewerkstelligt werden, zugleich wird dann in regel-
rechter Fortsetzung des Redeturnus Sokrates veranlafst sein, eine
Lobrede auf Agathon zu halten. Agathon jubelt über diese Aus-
sicht, Sokrates schickt sich zu der Rede an, da tritt eine neue
Schar von Nachtschwärmern ein, besetzt die Speiselager, und es
beginnt ein regelloses Zechen. In der Unordnung schleichen sich
die einen fort, die andern nicken ein, unter ihnen der Erzähler
Aristodemos, der gegen den Morgen erwacht. Er bemerkt, dafs
Sokrates mit den beiden Dichtern Agathon und Aristophanes aus
einer grolsen Schale zecht, sich mit ihnen über das Wesen der
dramatischen Dichtung unterhält, sie zu dem Zugeständnis nötigt,
dafs, principiell gefafst, einer, der sich auf Tragödien versteht, auch
im Stande sein müsse Komödien zu dichten. Das gestehen ihm die
beiden halbschlummernd zu, nur Sokrates schläft nicht ein, er
erhebt sich — der Tag ist schon angebrochen — begiebt sich
begleitet von Aristodemos ins Lykeion, bringt dort den Tag wie
sonst zu, und geht erst am folgenden Abend nach Hause.
87. Zeit des einleitenden Gespräches: circa 400 v. Ohr.
1) Die Erzählung, welche Apollodoros seinen Bekannten von
dem Gastmahle giebt, findet jedenfalls vor dem Tode des Sokrates
statt (OT. 95, 1 Thargelion = Mai 399). Sokrates ist als lebend
vorausgesetzt nicht blofs bei einem kürzlich (πρῴην) vorgekommenen
Gespräche (172 C: ἀφ᾽ οὗ δ᾽ ἐγὼ Σωκράτει συνδιατρίβω), son-
dern im gegenwärtigen Momente selbst (173 D: χαὶ δοκεῖς μοι
— πλὴν Σωκράτους). Dals wir über das Jahr 399 nicht
hinuntergehen dürfen, wird bestätigt durch die weitere Wahrneh-
mung, dafs auch Agathon als noch lebend vorausgesetzt wird in
den (πρῴην) gesprochenen Worten 172 C: πολλῶν ἐτῶν ’Ayadov
ἐνθάδε οὐκ ἐπεδεδήμηκεν, welche nicht von einem Toten han-
deln können?). Agathon verweilte nach Schol. zu Arist. Ran. 83
bis an sein Lebensende am Hofe des Archelaos von Makedonien,
dieser aber wurde ermordet nach Diod. XIV, 37, O1. 95,1, d.h. in
demselben Olympiadenjahr, in welches der Tod des Sokrates fällt.
1) Zu 222 E 4.
2) Diese Bemerkun ng wurde zuerst gemacht von Ritschl de Agathonis
tragiei aetate (Opusc. 1 p. 432), wogegen F. V. Fritzsche umsonst oppo-
niert hat zu Arist. Ran. p. 42. Mit Ritschl stimmt überein Spiller de
temporibus conuiuii Platoniei commentatio. Gleiwitz 1841.
c*
ΧΧΧΥῚΙ EINLEITUNG.
2) Sie ist nur kurze Zeit vor dem Tod des Sokrates, also
401— 400 v. Chr. anzusetzen. Erstens ist seit dem Gastmahle
selbst (Ol. 90, 4 — 416) eine sehr lange Zeit verstrichen; Apollo-
doros war noch Knabe (173 A). Dieser grofse Abstand der Zeit
ist sehr nachdrücklich betont 172 C 2—5, 173 A: πάνυ, ἔφη;
πάλαι, ὡς ξοικεν. Zweitens sind aber auch schon viele Jahre
verflossen, seitdem Agathon sich aufser Landes begeben hat (172C:
πολλῶν ἐτῶν u. 5. w.). Agathon mufs aber etwa zwischen 409
und 407 nach Makedonien gezogen sein; Ol. 93, 3 (405) befand
er sich bereits am Hofe daselbst nach Aristoph. "Ran. 83 ἢ.
Nicht zu verwechseln mit der jetzigen Berichterstattung des
Apollodoros ist desselben Erzählung über das Gastmahl, welche
kurze Zeit früher (πρῴην) gefallen war. Von beiden aber ist der
Originalbericht zu unterscheiden, den Aristodemos dem Apollo-
doros abgestattet hatte. Das muls ziemlich früher geschehen sein;
das Imperf. in ᾿Δριστόδημος ἦν τις (173 B) scheint darauf hin-
zudeuten, dafs dieser inzwischen gestorben war.
8 8. Eigentümlichkeit und Bedeutung der Einkleidung.
Hinsichtlich der Person des Erzählers zerfallen die Platonischen
Dialoge in zwei Hauptklassen. Die erste besteht aus den direkt
eingeführten Gesprächen, für welche somit der Schriftsteller,
also Platon selbst sich als Gewährsmann oder Erzähler giebt. Weitaus
die meisten Dialoge gehören dieser ersten Klasse an. Sie ent-
sprechen in der Form dem Drama. Die zweite Hauptklasse sind
die eingekleideten oder wiedererzählten Gespräche. Diese
Form nötigt zu der jeweiligen Einführung neuer Sprecher, über-
haupt der An ngabe d des Wechsels in der Rede durch eingeschobenes
ἔφην, ἔφη, ἡ δ᾽ ὅς υ. 5. ἢ. Sie bietet aber den Vorteil, dafs sie
einleitende (und etwa auch abschliefsende) Gespräche ermöglicht,
die von dem eigentlich erzählten Dialoge zu unterscheiden sind;
dafs sie ferner auch die Erzählung von Intermezzos zuläfst. Beides
kann dem Schriftsteller zur Erreichung gewisser Zwecke von grofser
Wichtigkeit sein.
Wir müssen aber noch innerhalb der eingekleideten Dialoge
zwei Arten unterscheiden: 1) diejenigen, deren Erzähler selbst
Teilnehmer oder Zeugen des Gespräches gewesen waren (Sokrates
oder irgend ein anderer); dahin gehören Euthydem, Minos, Char-
mides, Anterastä, Republik, Protagoras, Phädo: in den erstern
ist es Sokrates, im letzten Phädo selbst; 2) diejenigen Dialoge,
in denen der Erzähler nicht selbst Zeuge war, sondern nur eimem
andern nacherzählt. Dahin gehören die drei: Symposion, Theätet,
Parmenides. Unter diesen hat das Symposion die Consequenz
1) Vgl. Ritschl. a. a. O., Spiller p. 9, Kock zu Aristoph. Ranae 88.
EINLEITUNG. xXXVI
seiner Form vollständig und strenge vollzogen. Während nämlich
in der ersten Form der zweiten Hauptklasse eine Einführung von
Antworten u. 5. f. lautet: ἔφη ὁ Σωκράτης oder ἔφην u. 8. w,,
wird hier gesagt ἔφη (ὁ ’Apıorodnuos) εἰπεῖν τὸν Σωκράτη.
Wie diese fortgesetzte oratio obliqua von Platon durchgeführt wurde,
siehe in der Note zu 174A 3.
Im Theätet verfährt Platon anders. Der Wiedererzähler
Eukleides (der dem Apollodoros im Symposion entspricht) läfst den
ganzen Bericht durch einen Sklaven aus einem Buche vorlesen,
in welchem er denselben vorher schriftlich niedergelegt hat. Er
bemerkt hierbei ausdrücklich, er habe bei der Redaction des Be-
richtes, den ihm Sokrates (= Aristodemos im Symposion) davon
gegeben und über den er ihn nachher noch gelegentlich ausgefragt,
es vorgezogen, die Personen direkt redend einzuführen (ἐγραψά-
μην δὲ δὴ οὑτωσὶ τὸν λόγον, οὐκ ἐμοὶ Σωκράτη διηγούμενον
ὡς διηγεῖτο, ἀλλὰ διαλεγόμενον οἷς ἔφη διαλεχϑῆναι 148 B).
Von dieser Stelle an kehrt demnach der Dialog in die Form der
ersten Hauptklasse zurück. Eukleides führt aber a, a. Ὁ. auch noch
den Grund dieses Verfahrens an: !v& ἐν τῇ γραφῇ un παρέχοιεν
πράγματα αἵ μεταξὺ τῶν λόγων διηγήσεις περὶ αὑτοῦ τε
ὁπότε λέγοι ὃ Σωκράτης, οἷον κἀγὼ ἔφην ἢ καὶ ἐγὼ εἶπον,
ἢ αὖ περὶ τοῦ ἀποκχρινουμένου, ὅτι συνέφη N οὐχ ὧμολό-
γει, τούτων ἕνεκα ὡς αὐτὸν αὐτοῖς διαλεγόμενον ἔγραψα,
ἐξελὼν τὰ τοιαῦτα. Diese interessante Stelle ist übrigens Beweis,
dafs Platon solche Schwierigkeiten, wie sie ihm die zweite Haupt-
klasse und in ihr in ganz besonderm Mafse die zweite Form z. B.
im Symposion bot, recht wohl fühlte, und er nicht so spielend
darüber hinwegkam, wie man etwa anzunehmen geneigt ist. Als
er den Theätet abfafste, war er augenscheinlich durch einen |
Dialog dieser Art ermüdet, was der Seufzer ἵνα un παρέχοιεν
πράγματα hinreichend andeutet.
Im Parmenides endlich sind im Anfang die Verhältnisse
noch um eine Stufe complizierter als im Symposion und Theätet.
Während im ersteren wir blofs den Erzähler (und Teilnehmer)
Aristodemos und den Wiedererzähler Apollodoros zu unterscheiden
haben, sind hier drei Erzähler genannt: 1) Pythodoros der Zeuge,
2) der erste Wiedererzähler Antiphon, 3) der zweite Wiedererzähler
Kephalos. Vgl. 136E (Κέφαλος sagt): ἔφη ὁ ᾿Δἀντιφῶν φάναι
τὸν Πυϑόδωρον, αὐτόν (sc. Ζήνωνα) τε δεῖσϑαι τοῦ Παρ-
μενίδου καὶ τὸν ᾿Δριστοτέλη. was also im Symposion an der
Stelle von 174 A: (ὁ Agiorodnuos) ἔφη ol Σωκράτη ἐντυχεῖν
ergeben würde: (ὁ ᾿“πολλόδωρος) ἔφη φάναι τὸν ᾿Δριστόδημον
ἐντυχεῖν ol Σωκράτη. Wir begreifen, ἀδίβ der Verfasser des
Parmenides, dessen Einleitung in der That, wie schon Steinhart?)
1) Plato von Hieronymus Müller und Steinhart IV S. 2086.
xXXVIlI EINLEITUNG.
bemerkt hat, mit derjenigen des Symposion eine gewisse — uns
verdächtige — Ähnlichkeit zeigt, müde wurde, den ganzen Dialog
hindurch dieses Kunststück durchzuführen. Nachdem er es nämlich
von 127 A bis 137 Ο leidlich zu Stande gebracht, hört von da ab
ganz unvermittelt jede oratio obliqua und jedes φάναι auf!).
Sachlich unterscheidet sich ferner die Einkleidung des Sym-
posion von den meisten andern dadurch, dafs der erzählende Teil-
nehmer am Gespräche nicht Sokrates selbst ist. Das trifft (ab-
gesehen von dem ganz abnormen Parmenides) noch selbstverständlich
im Phädo zu, welcher Dialog die letzten Stunden des Sokrates
erzählte. Aber auch vom Symposion begreifen wir, dafs Platon
nicht den Sokrates selbst gleichsam zum Herold seines eigenen
Ruhms, den Alkibiades so begeistert verkündet, machen konnte.
Damit ist aber noch nicht erklärt, warum hier die Form der
Wiedererzählung gewählt ist, warum ferner Platon eine so lange
Frist von circa 15 Jahren zwischen dem Gastmahl selbst und der
Scene dieser Erzählung verstreichen läfs. Wir gehen wohl nicht
fehl in der Annahme, dafs Platon durch diesen grofsen Abstand
der Zeit, ferner durch die wiederholte Versicherung, dafs sowohl
Aristodemos sich nicht mehr genau an das einzelne erinnert hatte,
als auch Apollodoros selbst allerlei vergessen hat, (178 A, 180 ὦ
andeuten will, er übernehme keine Garantie für die historische
Wahrheit des Erzählten?). Nimmt man mit uns die Priorität Xeno-
phons an, so erhält diese Eigentümlichkeit unserer Einkleidung
durch den Gegensatz zu dem schlichten (aber selbst nicht als
Gegensatz aufzufassenden) Anfang des Xenophontischen Symposion
οἷς δὲ παραγενόμενος ihr neues Licht. Ebendahin scheint der
fast herausfordernde Mutwille zu gehören, mit dem Platon in seinem
bekannten Anachronismus 193 A freilich in der von grotesken Er-
findungen aller Art strotzenden Rede des Aristophanes denselben
als Redner am Gastmahl ein Ereignis erwähnen läfst, das erst
31 Jahre später stattfand; auch hierin wird uns greifbar nahe
gelegt, dals wir die Reden des Symposion als freie Composition
Platons aufzufassen haben?).
Umgekehrt aber wird geflissentlich hervorgehoben, dafs über
einiges (ἔνια) Apollodoros sich noch bei Sokrates erkundigt und
dieser ihm die Wahrheit des Aristodemischen Berichtes bestätigt
habe (173B). Für einen Teil des Symposion will demnach
1) Was mit zu den so zahlreichen Verdachtgründen, welche gegen
die Echtheit dieses Dialoges von Überweg und andern mit Recht geltend
gemacht werden, gezählt werden kann: vgl. jetzt auch Dittenberger
Hermes XVI 321 ff.
2) Ähnlich schon Hommel Praefatio p. XX, obwohl er die ἔνια
anders erklärt.
8) Zeller über die Anachronismen in den platonischen Gesprächen
in den philolog. und historischen Abhandlungen der Berliner Akademie |
1878. 8. 81.
EINLEITUNG. ΧΧΧΙΧ
Platon den Anspruch auf historische Wahrheit gewahrt
wissen; diese ἔνια werden wohl hauptsächlich die persönlichen
Züge sein, die von Sokrates erzählt werden. Nicht umsonst legt
ferner Platon dem Alkibiades die Beteuerung in den Mund, dafs
er die reine Wahrheit sagen werde (214 E) und lälst ihn diese
Versicherung während seiner Rede mehrmals wiederholen (215 A, B,
216B u. 5. f.). Indem dort Alkibiades den Sokrates zum Zeugen
aufruft, dafs er wahr rede, ist es, als ob Platon den Schatten des
Sokrates heraufbeschwören wollte, damit er ihm bestätige, dals er
sein Wesen richtig aufgefalst und dargestellt habe.
Das einleitende Gespräch selbst aber, welches durch diese
eigentümliche Einkleidung veranlafst und ermöglicht wurde, giebt
uns nicht blofs den historischen Hintergrund, auf dem das Ganze
sich aufbaut, sondern ist für sich schon ein trefflich ausgeführtes
dramatisches Genrebild.. An der höchst charakteristischen Figur
des Apollodoros und der verwandten des Aristodemos lernen
wir eine gewisse Gruppe von ebenso warm begeisterten als bor-
nierten Anhängern des Sokrates kennen, die demselben auf jedem
Schritte nachfolgen, getreulich sich seine Reden merken und mit
großem Eifer weitern Kreisen mitteilen; getragen von dem er-
hebenden Bewulstsein, dafs sie hierdurch selbst an dem grofsen
Bau der Philosophie mitarbeiten, vgl. die etwas prätentiöse Äufse-
rung des Apollodoros 173 C: ὅταν μέν τινας περὶ φιλοσοφίας
λόγους ἢ αὐτὸς ποιῶμαι ἢ ἄλλων ἀκούω. Sie schauen mit
Mitleiden und Geringschätzung herab auf die übrigen Weltkinder
und verurteilen in schärfster Strenge die Zeit, da sie selbst noch _
im Weltsinn befangen waren, vgl. zu 172C 7, 1185} 1. Dem
Apollodoros hat dieser Eifer den Namen „der Tolle“ zugezogen
(173 D). Diesen Eifer bezeugt auch Xen. Mem. III 11, 17; im
Phädo ergeht er sich in malslos heftiger Klage über den Verlust
des Sokrates (in der freilich spätern Pseudo-Xenophontischen Apo-
logie wird er genannt ἐπιϑυμητὴς μὲν ἰσχυρῶς αὐτοῦ (se Σω-
χράτους ἄλλως δ᾽ εὐήϑης)"). Platon Apol. 88 Β nennt ihn unter
denjenigen, die dem Sokrates ihre Bürgschaft für eine eventuelle
Geldstrafe anboten.
1) Plin. h. n. 84, 81 u. 84 erwähnt einen Bildhauer Apollodoros,
welcher Philosophenstatuen verfertigte und wegen seines Jähzorns insanus
genannt wurde; insbesondere war von ihm bekannt, dafs er, weil er
sich selbst nicht genügte, mehrmals seine eigenen schon vollendeten
Statuen zerschlug; der Bildhauer Silanion verfertigte eine Erzstatue,
welche den Apollodoros in dieser Situation darstellte. Hertz de Plautio
poeta p. 16 äufserte die ansprechende Vermutung, dals dieser Bildhauer
mit unserem Apollodor dem Sokratiker identisch sei, und verteidigte
seine Hypothese gegen die von Ὁ. Jahn Abh. ἃ. sächs. Ges. ἃ. W. VIII
. 718 Note 50 erhobenen Einwendungen ausführlich in dem Breslauer
rogramm de Apollodoro statuario ac philosopho 1869. Die Hauptbe-
denken gegen diese Vermutung sind chronologischer Natur; auch ist es
nicht recht zu begreifen, warum Platon, der den Bildhauerberuf seines
ΧΙ, EINLEITUNG.
Aristodemos „der Kleine“ (173B, Xen. Mem. I 4, 2) älter als
Apollodoros, ist eine ähnliche Figur. Auch er folgt dem Sokrates
überall, er läfst sich von demselben verleiten, ungeladen bei Agathon
zu erscheinen, natürlich nur damit ihm die weisen Reden, die dort
zu erwarten sind, nicht entgehen; und obwohl er selbst gegen den
Morgen mehrfach in Schlaf verfällt, wartet er bis Sokrates sich
zum Fortgehen anschickt und „folgt ihm wie er gewohnt war“
(223 D).
89. Zeit des Gastmahls:; 416 vor Chr.
Über die Zeit des ersten tragischen Sieges, den Agathon
erfocht, und zu dessen Feier er dieses Gastmahl am Tage darauf
veranstaltete, giebt uns Platon keine bestimmte Nachricht. Wir
können höchstens aus dem Auftreten des Alkibiades schlielsen, dal
wir in einer Zeit sind, wo derselbe auf dem Gipfel seines Ein-
flusses steht (216 B: ἡττημένῳ τῆς τιμῆς u. 8. w.), also jeden-
falls vor der sicilischen Expedition. Nun giebt uns Athenäus V
217A offenbar aus didaskalischen Quellen die wohl damit harmo-
nierende Nachricht; ὁ μὲν γὰρ (sc. Ayadav) ἐπὶ ἄρχοντος Ev-
φήμου στεφανοῦται “ηναίοις Ol. 90, 4 (416). Einzig die An-
gabe der Lenäen wird von Neuern, Madvig (Sauppe, Dindorf siebe
die Bemerkung zu 173 A 5) wegen der 175 E als Zuschauer an-
geführten πλεῖν ἢ τρισμύριοι Ἕλληνες mit Recht für unwahr-
scheinlich erachtet, indem dieser Ausdruck nur auf die ' grofsen
Dionysien pals. Wir werden Madvig um so eher beistimmen
müssen, wenn der Schluß, den Köhler (Mitteil. d. deutschen arch.
Inst. IH 133) aus zwei Inschriften gezogen hat, dafs bis zum
Jahre 393 an den Lenäen keine Tragödien aufgeführt wurden,
richtig ist. Der Ausdruck 223 C ἅτε μαχρῶν τῶν νυχτῶν οὐσῶν,
bezogen auf den Elaphebolion, bleibt doch relativ berechtigt gegen-
über den kurzen Sommernächten.
8 10. Zeit der Abfassung des Symposion: zwischen 384 und
8372 v. Chr. Die frühesten Zeugnisse von dessen
Vorhandensein.
Der Anachronismus!) 193 A: διῳκέσϑησαν ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ
ὥσπερ ᾿Αρκάδες ὑπὸ “ακεδαιμονίων beweist, dafs das Symposion
früberen Mitschülers kennen mulste, denselben nicht wenigstens im
Symposion, wo er ein dankbares Motiv abgegeben hätte, zur drama-
tischen Individualisierung verwendete. Wir schliefsen mit Ο. Jahn:
entweder ist Apollodoros erst nach dem Tode des Sokrates Bildhauer
geworden, obschon auch dies sein Bedenken hat, oder dann ist der
„Bildhauer ein jüngerer Apollodoros, verwandt mit demselben und von
ähnlichem Charakter. Möglich dafs er den Beinamen μαψεκός, weil
er auch auf sein Temperament palste, von seinem ältern Verwandten erbte.
1) Über denselben siehe oben 8 8 8. XXXVIII Note 3 u. Comm. su
193 2.
EINLEITUNG. XLI
erst nach Ol. 98, 4 (== 385 v. Chr.) verfafst sein kann. Mit vollem
Rechte hat ferner Rückert aus eben dieser Stelle den Schlufs ge-
zogen, dafs die Ol. 102, 3 (= 370) erfolgte Restitution Mantineias
Platon noch nicht bekannt gewesen sein könne, sonst hätte er der-
selben bei dieser Gelegenheit gedacht. Dazu können wir noch bei-
fügen, dafs Platon kaum die Schlacht bei Leuktra (Ol. 102, 2 = 371)
mit der Heldenleistung des ἱερὸς λόχος der Thebaner kannte, als
er 178 E 5 schrieb!). Mit derselben Zeit, d. ἢ. derjenigen nach
dem Frieden des Antalkidas stimmt auch gut zusammen der Aus-
druck 182 B: τῆς δὲ Ἰωνίας καὶ ἄλλοθι πολλαχοῦ ὅσοι ὑπὸ
βαρβάροις οἰκοῦσι.
. Nach den Indizien, die das Symposion selbst an die Hand giebt, ist
demnach sicher die Abfassungszeit zwischen 384 und 372 anzusetzen.
Es liegt nun allerdings nahe, mit Zeller und anderen innerhalb
dieses Zeitraums die gröfstmögliche Nähe zu dem Jahre 385 für
die Abfassung anzunehmen, weil die Zersprengung Mantineias noch
in frischem Andenken war. Es mufs aber Lehrs?) zugegeben
werden, dals dieser Schlufs ein etwas unsicherer ist.
Das älteste Zeugnis für das Vorhandensein des Platonischen
Symposion ist ohne Zweifel die Komödie Phädros®) des Dichters
Alexis, in welcher unser Phädros sagt:
Πορευομένῳ δ᾽ ἐκ Πειραιῶς ὑπὸ τῶν κακῶν
καὶ τῆς ἀπορίας φιλοσοφεῖν ἐπῆλϑέ μοι.
καί μοι δοκοῦσιν ἀγνοεῖν ol ξωγράφοι
τὸν Ἔρωτα, συντομώτατον δ᾽ εἰπεῖν, ὅσοι
5 τοῦ δαίμονος τούτου ποιοῦσιν εἰκόνας.
ἔστιν γὰρ οὔτε ϑῆλυς οὔτ᾽ ἄρρην, πάλιν
οὔτε ϑεὸς οὔτ᾽ ἄνϑρωπος, οὔτ᾽ ἀβέλτερος
οὔτ᾽ αὖϑις ἔμφρων, ἀλλὰ συννενησμένος
- πανταχόϑεν, ἑνὶ τύπῳ τε πόλλ᾽ εἴδη φέρων.
10 ἡ τόλμα μὲν γὰρ ἀνδρός, ἡ δὲ δειλία
γυναικός, ἡ δ᾽ ἄνοια μανίας, 6 δὲ λόγος
1) Vgl. die Note daselbst; schon Wolf bemerkt zu der Stelle: „Ent-
weder dies, dafs es mit der Liebe des ἱερὸς λόχος nicht seine völlige
Sicherheit hat, oder der üble Ruf, worin die Liebe der Thebaner über-
haupt stände, oder sonst etwas ist die Schuld an dem Stillschweigen
des Phädros: man müfste denn annehmen wollen (warum sollte
man dies nicht thun?), dafs diese Schrift noch vor Ol. 102 geschrieben sei.“
2) Lehrs Platos Phädrus u. Gastmahl S. 103. Nur meine ich, dals
das dort beigebrachte Argument (ein Anachronismus werde dann auf-
fallender, „wenn ein vor kurzem eingetretenes bekanntes Ereignis ein
sich aufdrängendes sicheres Datum gewährt‘), so richtig es an sich ist,
auf den vorliegenden Fall keine Anwendung finde: Platon lag hieran
gar nichts, den Anachronismus zu vertuschen — vielmehr hat er wohl
recht absichtlich und von aristophanischem Humor erfalst gerade diesem
γελωτοποιός höhern Stils etwas recht auffallend unmögliches in den
Mund gelegt.
3) Athen. XIII 562 A, Mein. Kom. Gr. III 496.
XLII EINLEITUNG,
φρονοῦντος, ἡ σφοδρότης δὲ ϑηρός, ὁ δὲ πόνος
ἀδάμαντος, ἡ φιλοτιμία ὃὲ δαίμονος.
καὶ τοῦτ᾽ ἐγώ, μὰ τὴν ᾿Αϑηνᾶν καὶ ϑεούῦς,
15 οὐχ old ὅ τι ἐστίν, ἀλλ᾽ ὅμως ἔχει γέ τι
τοιοῦτον, ἐγγύς τ᾽ εἰμὶ τοὐνόματος.
Die Beziehung auf das Symposion haben Spengel!) und Bergk?)
richtig erkannt. Zu V. 6—16 vgl. besonders aus der Rede des
ἰ
|
Ι
Ι
Ι
Sokrates die Belehrungen der Diotima über das Doppelwesen ἐδ.
Eros 203 ἢ ἢ; V. 3 ff. der ironische Tadel gegen die Maler und
sonstige künstlerische Darsteller des Eros bezieht sich auf 2040?)
Von V. 10 an ergeht’ sich Alexis in bombastischem Nonsens, um
den Platon zu persiflieren. Es ist nun sicher anzunehmen, dak
Alexis diese Komödie wie verschiedene andere, in denen er geradezu
Platon nennt, noch vor dessen Tod (347) auf die Bühne gebracht
hat; es könnte dies schon circa Ol. 101, 4 (372) geschehen sein,
da Alexis damals mindestens zwanzigjährig war.
Das erste datierbare, aber jedenfalls nach. dem Phädros des
Alexis fallende Zeugnis, also der Zeit nach das zweite, ist die
Rede des Aschines gegen Timarchos (Ol. 108, 3 = 345), wo,
wie ich glaube nachgewiesen zu haben“), namentlich Spuren der
Benutzung der Reden des Phädros und Pausanias vorliegen. Das
dritte Zeugnis ist das des Aristoteles?).
Diese schriftstellerischen Zeugnisse helfen uns freilich nichts
für die genauere Datierung der Abfassungszeit, die zwei letztern,
weil sie erst nach dem Tod des Platon fallen, das erstere, weil sein
Datum nicht bekannt ist; wohl aber sind sämtliche drei sehr gewich-
tige Zeugen für die Echtheit des Symposion, wenn dieselbe je sollte
mit ernsten Gründen bestritten werden‘). Denn aus allen ergiebt
sich, dafs um die Mitte des vierten Jahrh. v. Chr. diese Schrif,
die man das συμπόσιον Πλάτωνος nennt, existierte; aus dem-
1) Synagoge techn. p. 135.
2) Epist. ad Schillerum in dessen Andocides p. 138.
8) Vgl. Note zu 204 B 8.
4) Rh. Mus. XXIX, 440 ff.
5) Pol. II 4, 1262 Ὁ 12 siehe oben $ 1 S. XII; aufser diesem gans
unzweifelhaften und direkten Zeugnis ist zu 208 A 7 auf eine Stelle
aufmerksam gemacht, in welcher offenbar Aristoteles das Platonische
Symposion benutzt hat: de anima II 415 a 26; auch Steinhart IV 8. 249
erwähnt dieselbe.
6) Herr A. Krohn, der in seiner Schrift „der Platonische Staat“
(Halle 1876) S. 357 trotz Warnung in der Jenaer Litteraturz. 1875 8. 358
nun wirklich die Kühnheit hat, zum ersten Male die Echtheit des Plat-
nischen Symposion zu beanstanden, wird mir nicht zumuten den von
ihm angegebenen Grund, „dals ein Sokrates für einen Platon nicht ein |
beliebiges Spielzeug gewesen sein kann“ (l), für einen ernsten, nicht ein-
mal für einen „beachtenswerten“, wie er meint, anzusehen. Mit dem
‚„vaticanischen Apollo“ und den angeblichen „Merkmalen der sinkenden
Kunst (!)‘ kommt man hier nicht durch; man hat noch mit andern
Factoren zu rechnen.
|
|
|
EINLEITUNG. XLIIN
jenigen des Aristoteles speciell, dals er sie dem Platon zuschrieb,
denn das Citat gehört in die Polemik gegen Platon. So urteilen
auch Überweg Untersuchungen über die Echtheit Plat. Schr. 5. 137
und Susemihl zu Arist. Pol. gr. u. d. Note 148 Schluß.)
$ 11, Dramatische Kunst in der Darstellung des Gastmahls
selbst.
Für die Sokratiker überhaupt war die dialogische Form ihrer
Schriftstellerei, mag sie von ihnen erfunden oder blofs nach An-
fängen Eleatischer Philosophen zuerst systematisch geübt worden
sein, zunächst eine philosophische Notwendigkeit, da im Gespräche
allein ein getreues und naturwahres Bild der Lehrweise des So-
krates und zugleich eine Fortbildung seiner Lehre in seinem Sinn
und Geist gegeben werden konnte. Bei Platon aber, der selbst
in seiner Jugend zum Tragiker sich ausgebildet hatte, gesellte sich
zu dieser wissenschaftlichen Notwendigkeit die innere Neigung. Die
Poesie, deren Ausübung er seit seinem Umgange mit Sokrates ent-
sagt hatte, erstand ihm wieder im philosophischen Dialoge, und
unwillkürlich gestalteten sich einzelne derselben, deren Entstehung
oft weniger systematisch wissenschaftlichen als "künstlerischen Im-
pulsen zu verdanken ist!), unter seiner bildenden Hand zu kleinen
Dramen. Unter all den Veranlassungen aber, welche den Sokrates
zu Gesprächen mit bedeutenden oder strebsamen Männern und
Jünglingen führten, zufälligen Begegnungen bei Spaziergängen, auf
der Stralse, in Palästren und Gymnasien, im gewöhnlichen Geschäfts-
verkehr oder bei Teilnahme an Festen u. s. w., konnte für den
gebornen Dramatiker keine verlockender sein als die Darstellung
eines Gastmahls (wie sie ihm im Xenophontischen Symposion,
aber in einer weniger vollkommenen Form vorlag) als eines einheit-
lichen, abgeschlossenen Aktes, mit seinen wechselnden Bildern und
Intermezzos, mit seinem Gemisch von Scherz und Ernst, mit der
bunten Mannigfaltigkeit einer zufällig zusammengewärfelten Gesell-
schaft, mit der natürlichen Steigerung dionysischer Stimmung gegen
den Schlufs hin.
Da aber die Art der Unterhaltung, wie sie an einem Gast-
mahl geführt wurde, sich von einem sonstigen, durch zufällige
Begegnung veranlalsten Gespräche notwendig unterschied einerseits
durch den Charakter der Heiterkeit (das παέξειν), der gleichsam
als der offizielle Grundton über dem Ganzen schwebte, welchen
festzuhalten Aufgabe wie jedes Gastes von Lebensart, so auch jedes
geschmackvollen Darstellers war, andererseits auch durch gewisse
traditionelle Formen, so mulste schon deswegen das Symposion
von den übrigen platonischen Gesprächen „in Form, Gang und
Ton“*) in manchem Betracht abweichen. Insbesondere die Einrichtung
1) Vgl. die schöne ne bei Lehrs Einl. 8, X.
2) Wolf Einleitung 8; XXX VII
XLIV EINLEITUNG.
der Wechselreden mit formeller Gleichderechtigung und gleicher Ver-
pflichtung der einzelnen Gäste verlangte in weit höherm Mafse ak
anderswo, wo Sokrates von vornherein Hauptsprecher war oder
höchstens mit je einem andern Hauptsprecher sich in Erörterungen
einliefs, ein Eingehen auf fremde Standpunkte, Denk- und Rede
weise: hierzu aber war vor allem dramatisch-poetische Begahung,
wie sie Platon in hohem Malse eignete, erforderlich. Für die Ein
heit des zu schaffenden Dramas war zunächst der von Platon
vollzogene Schritt erfolgreich, dafs er die Unterhaltung auf die
Reden beschränkte, und der weitere, dafs er den Eros zum ei
zigen Thema der Reden machte. Je schärfer aber hiermit die
Einheit ausgesprochen war, desto energischer erhob sich die
Forderung, der Einförmigkeit der Unterhaltungsweise und des
Themas ein Gegengewicht gegenüberzustellen in bunter Mannig-
faltigkeit des einzelnen. Dies erreichte Platon durch lebhafte, in
sympotischem Tone gehaltene Intermezzos, durch die künstterisch
wohlberechnete Alkibiadesscene, welche der höher gestiegenen die-
nysischen Stimmung in einer Weise Rechnung trug, die die vorher
gewonnenen ernsten Eindrücke und Überzeugungen nicht nur nicht
abschwächte, sondern — bei aller Lustigkeit des Tones — ihnen
nur zur Bestätigung diente, durch ein lebhaftes Gefühl des Con
trastes, durch richtigen Wechsel von Scherz und Ernst in den
Reden selbst, insbesondere durch individuelle, greifbare Charak-
teristik der Personen, ihrer Denk- und Ausdrucksweise. Hier hat
Platon eine Fähigkeit plastischer Gestaltung und Nachahmung ent-
wickelt, die ihn als vollkommen ebenbürtig den gröfsten Dichtern
an die Seite stell. Und doch will das Symposion in erster Linie
nicht ein dichterisches Erzeugnis, sondern eine philosophische Schrift
sein: der eigentümliche Zauber aber, der uns aus derselben ent-
gegentritt, beruht gerade auf der innigen Vermählung, welche Poesie
und Philosophie in ihr vollzogen haben').
Das Gastmahl, wenn wir von der Übergangsscene, der Schilde-
rung des δεῖπνον, und von dem Schlusse absehen, zerfällt in drei
grofse Akte: 1) die 5 ersten Reden über den Eros, 2) Auftreten
und Rede des Sokrates, 3) Auftreten und Rede des Alkibiades.
$ 12. Die fünf ersten Reden über den Eros und ihre Sprecher.
1. Phädros, Sohn des Pythokles, gebürtig aus dem attischen |
Demos Myrrhinus?) ist die gleiche Persönlichkeit, nach welcher
1) Steinhart Plato IV 8. 190: „Platons grofser Gedanke, dal das |
Schöne und das Wahre vereint in der Vorballe wohne, die zu dem '
höchsten und ewigen Gut führt, steht hier gleichsam verkörpert vor Ὁ
2) Phädr. 244 A, Symp. 176 Ὁ, Prot. 315 C. |
EINLEITUNG. XLV
der bekannte Dialog Phädros benannt ist. Seine Vermögensver-
hältnisse werden von Lysias als ärmlich bezeichnet,') sein Cha-
rakter als brav geschildert. Im Protagoras erscheint er als eifriger
Zuhörer des Hippias, im Phädros als enthusiastischer Bewunderer
der Redekunst überhaupt und des Lysias insbesondere; vor allen
scheinen ihm die λόγοι ἐρωτικοί zu interessieren, wie er denn
auch im συμσόσιον als πατὴρ λόγου bezeichnet wird, der schon
vorher mit Eryximachos einen Vorschlag für das Thema verabredet
hat?) und eifersüchtig die ungeschmälerte Ausführung des Pro-
gramıns überwacht.?) Der Komiker Alexis a. a. O. scheint ihn als
Typus philosophierender Hungerleider dargestellt zu haben, die, von
der Not des Lebens gedrückt, nichts besseres zu thun wissen als
— über das Wesen des Eros zu philosophieren. Und wenn der-
selbe ihn die tiefsinnigen Belehrungen, die Diotima über das Doppel-
wesen des Eros giebt, bewundernd nachplappern lälst, obwohl er
zugiebt, dals er davon nichts verstanden hat, so stimmt dies nicht
übel mit dem oberflächlich seichten Räsonnement, wel-
ches Platon dem Phädros in seiner Rede in den Mund
legt. In derselben ist inhaltlich und formell lobenswert die Dar-
stellung der sittlichen Wirkungen des Eros im allgemeinen, von
118D an, in welcher auch noch eine gewisse Disposition durch-
geführt ist, natürlich auf dem Boden der gewöhnlichen Moral.)
Dagegen ist die Beweisführung überall sophistisch dreist,°) ver-
gleiche insbesondere die ganz willkürliche Verdrehung der Sage von
Orpheus, ®) die charakteristisch ist für den, der sonst kurzweg die
Mythen ungläubig verwirft,?) die schulmeisternde Art, mit der er
den Aschylos abkanzelt?) — während der Redner doch selbst in
uneatwirrbare Widersprüche sich verwickelt, indem er z. B. zwar
den Achilleus als den Geliebten des Patroklos erklärt, weil er jünger
und schöner sei”), die Alkestis aber, die doch jünger war als ihr
Gemahl, zum Liebhaber desselben stempelt!®); indem er ferner,
von dem Satze ausgehend, dafs der Liebende allein das Leben für
einen andern aufzuopfern im Stande sei), zu der merkwürdigen
Consequenz gelangt, dals umgekehrt der Geliebte durch das Bei-
1) Lysias XIX 15: πένητι γεγενημένῳ οὐ διὰ κακίαν. Damit stimmt
such Alexis in seiner nach ibm benannten Komödie Phädros siehe
V. 1. des Fragmentes oben $. XLI.
2) 177 A,
3) 194 Ὁ.
4) zu 178 Ὁ 6.
δ) Zu 178B2,C 2.
6) Zu 179 D 2.
7) Phädr. 229 C.
8) 180 A.
9) ibid.
10) Zu 179 C 2.
11) II 2 in der Disposition zu dieser Rede.
XLVI EINLEITUNG.
spiel des Achilleus sich entflammen lassen solle, den Liebhaber
durch Thaten der Aufopferung zu ehren.
Im Stile finden wir einerseits Ansätze zu rhetorischem Schmuck,
Chiasmus!), Paronomasie?), Steigerung der Begriffe durch den
Gebrauch besonderer Composita®), andererseits breite WWieder-
holungen®), vergleiche auch die Einförmigkeit, mit welcher der
aus den 3 Beispielen gezogene Schlufs eingeleitet wird: οὕτω καὶ
ϑεοί (179 D 1), τοιγάρτοι διὰ ταῦτα (179 Ὁ 7), ὅϑεν δὴ καί
(180 A 2). Der grofse Eifer des Redners charakterisiert sieh ferner
in den zwei gröfsern Anakoluthien 177 A 5, die mit Οὐ dewor
beginnt, und 179 A 5: καὶ μὴν — οὐδεὶς οὕτω κακός.
Phädros stellt den gewöhnlichen athenischen Bürger dar, den
eine rastlose Neugierde zu den rhetorischen und philosophischen
Kreisen hindrängt, der da und dort etwas aufschnappt und sich
aneignet, jedoch ohne tieferes Verständnis, aber mit desto gröfserem
Selbstbewulstsein.
2. Pausanias aus dem Demos Κεραμῆς wird an den wenigen
Stellen, wo er genannt wird’), als der notorische Liebhaber des
Dichters Agathon bezeichnet; von Xenophon als offener Verteidiger
der sinnlichen Männerliebe mit der scharfen Benennung ἀπολογού-
μενος ὑπὲρ τῶν ἀκρασίᾳ συγκυλινδουμένων.5) Die aus jener
Rede oder Schrift entnommenen Sätze, welche der Xenophontische
Sokrates mit Lebhaftigkeit bekämpft, hat Platon zum Teil dem
Phädros in den Mund gelegt, zum Teil sie auch in der Rede des
Pausanias, freilich in veränderter Gestalt, verwendet.?) Im ganzen
hat Platon die Rolle, die der Xenophontische Sokrates dem Pausa-
nias zuweist, verfeinert. In der Rede des Pausanias bei
Platon tritt uns nämlich nicht geringes Talent entgegen. Zwar
trägt auch er wie Phädros beim Beginne mit grofser Sicherheit
mythologische Beweise vor: es gebe zwei Aphroditen, demnach
müsse es auch zwei Eros geben, die nicht in gleichem Grade zu
loben seien®). Aber diesen Satz stützt er doch sofort durch hin-
zugefügte logische Beweisführungen; und in der folgenden Aus-
einandersetzung zeigt er den festen Willen sowie die nötige Ver-
standesschärfe, den einmal statuierten Unterschied zwischen den
beiden Eros durch bestimmte Merkmale zu fixieren®). Von ganz
besonderm Interesse und unleugbarem Geschick ist die kritische
1) Zu 178 DB.
2) Zu 179 C 4.
8) ἀγασθέντες 179 C 8 und ὑπεραγασθέντες 180 A 3; ἀποθανοῖτο
179 E, dann ὑπεραποθϑανεῖν und ἐπαποθανεῖν 180 A.
4) Zu 179 D 1.
δ) Prot. 315 D, Symp. 177 E; 193 B u. 8. f., Xen. Symp. 8, 32.
δ Vgl. oben $ 4, Seite XX.
7) Pbilol. VII p. 683 fi. Rettig Progr. ἃ. Berner Universität 1864.
8) 180 DE.
9) II 1 in der Disposition der Rede.
EINLEITUNG. XLVIf
Prüfung der in den verschiedenen Staaten Griechenlands über den
Eros waltenden sittlichen Anschauungen!). Vornehmlich war die
Analyse des νόμος ποικίλος der Athener schwierig”); aber es ge-
lingt dem Redner gleichsam als notwendige, rein objektiv aus der
öffentlichen Meinung deduzierte Schlufsfolgerung dasjenige Resultat
zu erzielen, das ihm von Anfang an als solches feststand: οὕτω
πάντως γε καλὸν ἀρετῆς ἕνεκα yaplteodaı. Das Ganze macht
beim ersten Blick den Eindruck eines geschickten Plaidoyers, wel-
ches schliefslich beinahe die lebendige Form eines Zwiegespräches
mit dem νόμος ἡμέτερος annimmt, der gleichsam dialektisch ge-
zwungen wird, seine eigenen CGonsequenzen ausdrücklich anzuer-
kennen in den Worten: μία δὴ λείπεται τῷ ἡμετέρῳ νόμῳ ὁδδός,
εἰ μέλλει καλῶς χαριεῖσϑαι ἐραστῇ παιδικάδ).
Der Standpunkt, auf dem Pausanias steht, ist als derjenige
des verfeinerten sinnlichen Eros zu bezeichnen: das sinnliche
Verhältnis ist dann gestattet, wenn der Geliebte vom Liebhaber in
Tugend und Einsicht gefördert werden kann. Mit dieser Anschauung
steht freilich Pausanias nicht allein, auch Alkibiades stimmt voll-
ständig damit überein“). Wie sehr es ihm darum zu thun ist, die
Berechtigung des sinnlichen Elementes „um der Tugend willen“
festzuhalten, beweist die Entrüstung, mit welcher er sich über die-
jenigen äufsert, die, verleitet durch die Zudringlichkeit der gemeinen
Erasten, es wagen zu behaupten: ὡς αἰσχρὸν χαρίζεσθαι ἐρα-
σταῖς 5). Weniger die Thatsache, dafs er als Verteidiger des sinn-
lichen Momentes auftritt, als vielmehr die verdeckte Art, mit der
er es thut, indem er mit der sittlich klingenden Unterscheidung
zwischen edler und gemeiner Liebe seine Rede anhebt, um schlielfs-
lich eine verfeinerte sinnliche Liebe zu empfehlen, ist auffallend.
Dazu kommt, dafs am-Schlusse die früher noch den Jünglingen ge-
predigte Vorsicht®) völlig aufgehoben wird durch die von vorn-
herein für den Fall, dass sie sich im Liebhaber täuschen sollten
und ihn fälschlich für tugendhaft und weise gehalten hätten, ihnen
erteilte Indemnität: ὅμως καλὴ ἡ dran"), die einer frechen Auf-
forderung fast gleich kommt. Platon hat uns offenbar hier ein
Muster der sophistischen Beredsamkeit angeführt, die sich auf das
Protagoreische τὸν ἥττω λόγον κρείττω ποιεῖν versteht; denn
auch die Art, wie die öffentliche Meinung Athens analysiert wird,
erweckt nicht immer den Eindruck der Unbefangenheit, wenigstens
11 2.
2) 1 ἃ b.
3) 184 B und die folg. Worte, wozu vgl. krit. Bemerkungen.
4) Zu 217 A 5. ΒΕ
6) 182 A γαρέξζεσϑαι in dieser Rede u. überhaupt auch blols in mehr
geistigem Sinne zu fassen, wie es Wohlrab versucht, halte ich für un-
statthaft.
6) 184 A.
7) 185 B 2, vgl. Note zu 185 A 5, 181 Ὁ 6 und 8. St.
XLVIuI EINLEITUNG.
lassen die Worte des Alkibiades: ἐγὼ δὲ δὴ τοιούτῳ ἀνδρὶ ποῖν
μᾶλλον ἂν μὴ χαριξόμενος αἰσχυνοίμην τοὺς φρονίμους ἢ n χ-
ριξόμενος τούς τε πολλοὺς καὶ ἄφρονας (218 D) erkenne,
dafs die τινές (182 A), welche die sinnliche Männerliebe verurte-
len, in Athen die Mehrzahl bilden. Wenn dann schliefslich Platon
den Pausanias von derselben. Unterscheidung zwischen dem Ἔρως
οὐράνιος und πάνδημος ausgehen lälst, wie sie sonst gerade von
denjenigen aufgestellt wird, welche das sinnliche Moment verwerfen,
wie von Sokrates im Xenophontischen Symposion, so kann er aud
hierdurch zeigen wollen, wie sophistische Rhetorik die Begriffe zu
verkehren im Stande ist"), nach dem klassischen Auss ruch des
Thukydides III 82, 4: καὶ τὴν εἰωϑυῖαν ἀξίωσιν τῶν ὀνομάτων
ἐς τὰ ἔργα ἀντήλλαξαν τῇ δικαιώσει.
Wie die Sophistik des Pausanias eine viel entwickeltere is
als die des Phädros, so ist auch die Sprache viel durchgebildeter
und von den Künsten der Rhetorik getränkt 2). Insbesondere hand-
habt Pausanias in einer Weise, wie es in keiner der übrigen Rede
vorkommt, die Paronomasie (zu 182 E 3), die Allitteration (zu 183
A 6), die Eurhythmie°) des Periodenbaus, die Isokolie‘), am auf-
fallendsten in 185 A°), wo wir von einer förmlichen Strophe und
Antistrophe zu reden berechtigt waren, nach Aristoteles®), wo er
der λέξις εἰρομένη gegenüberstellt die λέξις κατεστραμμένη
καὶ ὁμοία ταῖς τῶν ἀρχαίων ποιητῶν ἀντιστρόφοις.
Diese λέξις κατεστραμμένη mit den damit verknüpften Figuren
war nach den Angaben der Alten erfunden von Thrasymachos, und
wurde von Isokrates besonders in seiner ältern Periode ausgebildet
und angewendet, man vgl. z. B. folgende Worte aus Isokrates’):
τοῦ μὲν ἐπίπονον καὶ φιλοκίνδυνον τὸν βίον κατέστησε
τῆς δὲ περίβλεπτον καὶ περιμάχητον τὴν φύσιν ἐποίησε
wo aulserdem die Silbenzahl und zum gröfsten Teile die Quantität über-
einstimmt, mit dem Schema des Commentars zu 184D u. 185 A°).
Platon hat übrigens diese ἴσα in der Rede des Pausanias erst gegen
das Ende systematisch durchgeführt, ähnlich wie er in der Rede
des Agathon gegen Ende den Gorgianismus beinahe toll werden läfst.
1) So mit Recht Rettig Progr. v. 1864 p. 11.
2) Vgl. unsere zusammenfassende Bemerkung zu ἴσα 185 C 5.
3) Zu 180 E.
4) Zu 184 Ὁ.
δ) Vgl. das Schema zu 185 A.
6) Rıhet. III 9, 1409 a 25.
7) Helena 17.
8) Sydenham hatte also mehr gesehen als Steinhart p. 226, welcher
„vom harmonischen Fluofs der Periodik des Isokrates“ in der e des
Pausanias nichts erblickte, so wenig als übrigens die Herausgeber. “ Nur
soll man deswegen nicht mit Sydenham in Pausanias den Isokrates selbst
repräsentiert sehen wollen.
EINLEITUNG. XLIX
In den abgezirkelten, frostigen Parallelismen des Pausanias spiegelt
sich ganz die kalte Berechnung, mit welcher dieser raffinierte Syste-
matiker sein λόγῳ (ἃ. ἢ. durch Scheinsyllogismen) πεέθειν τοὺς
νέους (182 B) zu bewerkstelligen sucht. Im Anfange bedient sich
auch Pausanias der gewöhnlichen Sprechweise, vgl. z. B. die grofse
Anakolathie 182 ἢ: ἐνθυμηϑέντι γὰρ u. 5. w.
3. Eryximachos, Sohn des Akumenos, ist Arzt und Askle-
piade‘), Freund des Phädros?). Auch der Vater Akumenos war
Arzt; er empfahl besonders auch Mäfsigkeit im Essen®); daher die
spafshafte Anrede des Alkibiades an den Sohn: βέλειστε βελτίστου
πατρὸς καὶ σωφρονεστάγτου"). Diese σωφροσύνη ist allerdings
eine Haupteigenschaft des Eryximachos, besonders im Trinken’°)
kann er sie nicht genug empfehlen, und als dann schliefslich doch
ein ordnungsloses Zechen beginnt, da verschwindet er so schnell
ale möglich mit seinem Freunde Phädros®). Die andere Haupt-
eigenschaft ist pedantische Gründlichkeit, verbunden mit einer ge-
wissen Dosis medizinisch-naturwissenschaftlichen Dünkels, mit wel-
chem er die einfachsten Sätze in gespreizegelehrter Form vorträgt.
Eryximachos anerbietet sich zu einem längern Vortrag über die
Gefährlichkeit der μέθη, die ihm aus seiner Wissenschaft klar ge-
worden sei’); mit derselben Wichtigthuerei erteilt er dem Aristo-
phanes ärztliche Ratschläge gegen den Schlucken?).
Denselben Charakter zeigt auch die Rede des Eryximachos.
Ausgehend von dem naturphilosophischen Begriffe des Eros (oder der
φιλέχ) als eines kosmischen Principes, wendet er denselben auf
die Medizin, Musik, Astrenomie und Religion an und giebt ebenso
so gelehrte wie pedantische Definitionen dieser Disciplinen zum
besten, die alle nach derselben Schablone verfafst sind. Dabei zeigt
er einige positive Kenntnisse, er kennt einige Sätze des Empe-
dokles, Hippokrates, ja selbst des Heraklit, den er ebenso hoch-
mütig schulmeistert?), wie Phädros den Äschylos; auch ist er
mit den Hauptsätzen der Techniker unter den Musikern bekannt'®).
Da.er aber von Pausanias die Unterscheidung zwischen einem guten
und einem schlechten Eros, sowie die zwischen dem Liebhaber und
Geliebten adoptiert hat, so gerät er bei der Durchführung derselben
1) 186 E.
2) 177 A, Phädr. 268 A, Prot. 315 C.
3) Xen. Mem. III 13, 2.
4) Symp. 214 B.
δ) 176 BE 9514 Β 8.
6) 228 Β: οἴχεσθαι ἀπιόντας.
, Ἅ 1τὸ D; das Thema ist übrigens von Platon nicht erfunden: ein
Dialog des Antisthenes führte den Titel: περὶ οἴνου χρήσεως ἢ περὶ
μέθης. Dasselbe Thema behandelte auch Aristoteles in einem Dialoge.
8) 185 D, E.
9) 187 A.
10) Zu 187 C 6.
PLiros, Symposion. d
L EINLEITUNG.
in einzelnen Gebieten in Unklarheiten und Widersprüche‘). Die
Rede erweist sich als ein Versuch, dem Eros eine Stelle in sänt-
lichen Gebieten der Natur anzuweisen, ein an sich anzuerkennen-
des Beginnen, aber ausgeführt mit ganz unzureichenden Mitteln,
Der Rede des Phädros ist unsere Rede an Ärmlichkeit der Re-
sultate und sophistischer Dreistigkeit ähnlich, repräsentiert dagegen
etwas mehr Gelehrsamkeit, während. sie im Stile noch unter der-
selben steht. Die Sprache ist nämlich noch unbeholfener und
schwerfälliger als in jener?).
4. Aristophanes, der berühmte Komiker, wird sonst von
Platon nirgends in seinen Schriften genannt, mit einziger Ausnahme
der Apologie?), wo an seine Wolken erinnert wird, als dasjenige
Werk, welches der Verleumdung des Sokrates Vorschub leistete. Die
Erwähnung findet aber in auffallend milder Weise statt; Platon
scheint dem Aristophanes keinen andern Vorwurf zu machen, als
„dals er den auch sonst verbreiteten Beschuldigungen einen Aus
druck verlieh“*). Im Symposion tritt er an die Stelle der gemeinen
γελωτοποιοί δ). In der That, einen glücklichern Griff hätte Platon
nicht thun können. Zugleich bildet Aristophanes als Vertreter der
guten alten Zeit in der dramatischen Litteratur einen wirksamen
Contrast zu dem neumodigen Tragiker Agathon. Sein ganzes Auf.
treten ist ebenso lustig wie offenherzig, so das schon in seiner
Form komisch gefärbte Geständnis: καὶ γὰρ αὐτός εἰμι τῶν χϑὲς
βεβαπτισμένων δ), der Schlucken, der ihn befällt, die Verhandlungen,
die er deswegen mit Eryximachos einleitet 7), die witzige Beziehung
der von diesem mit grofsem Ernste yorgetragenen medizinischen
Erotik auf die Heilmittel der Auy&®).
In der Rede selbst führt uns Platon den Aristophanes vor,
wie er leibt und lebt, als den genialen Dichter, welchem die 50
stracten Begriffe sich zu conereten Gestalten ,‚ zu geschichtliche
Prozessen verdichten. Es ist dieselbe dichterische Eigenschaft, die
auch Platon selbst dazu führt, seine höchsten Intuitionen in
der Gestalt des Mythus vorzutragen. Aber zugleich weifs Platot
den Aristophanes als den Komiker von mutwilligster Laune zu schil
dern, der uns in grotesk- phantastischer Gestalt die Doppelmenschen
der Urzeit vorführt, jene drolligen Kugelwesen dreifacher Art, aus
denen durch Spaltung, hervorgerufen durch ihren Übernut, die
jetzigen Menschen entstanden sind mit ihrer unaustilgbaren Sehn-
1) Zu 187 D 4.
2) Zu ἔστι δή 186 B 8.
8) Apol. 19 C.
4) Cron zu ἃ. a. St., vgl. übrigens die durchaus harmlose ἀπ’
spielung auf die Wolken im Symp. selbst 221 &
5) Zu 189 A: γελωτοποιεῖς und oben 8 5, ὃ. XXVIIL
6) 176 B.
7) 186 C, Ὁ.
8) 189 A,
EINLEITUNG. LI
sucht nach der Vereinigung mit ihren Hälften; das wird alles bis
in die kleinsten Details plastisch ausgemalt mit unübertrefflichem
Humor und zugleich mit solcher Genauigkeit!), dafs man gänzlich
vergifst, wie der Dichter über ganz unlösbare Schwierigkeiten schwei-
gend hinweghüpft?). Dabei haben Platon mehrfach Scenen aus dem
wirklichen Aristophanes als Vorbild vorgeschwebt?). Auch die Be-
ratung der Götter ist in echt aristophanischem Geiste gehalten‘).
Aus der Erzählung der verschiedenen Wechselfälle, welche die Men-
schen auf des Zeus Ratschlufs und als Folge ihres Übermutes er-
fahren, aus der Darstellung der verzehrenden Sehnsucht, mit wel-
cher die getrennten Hälften sich suchen, ergiebt sich dem Dichter
mit Notwendigkeit die Definition des Eros = Sehnsucht nach
individueller Wesensergänzung (τοῦ ὅλου ἐπιϑυμία καὶ δί-
a&ıs?). Dieses Hauptresultat ist ein so tiefer und schöner Gedanke,
dafs es unmöglich ist die Rede im ganzen blofs als mutwillige Farce,
als Persiflage der vorangegangenen gemeinen Auffassungen des Phä-
‚dros, Pausanias, Eryximachos zu fassen. Dafls das Suchen der Hälfte,
von der man einst durch den Schnitt getrennt wurde, blofs Symbol
sei für das Suchen nach einem Wesen, mit welchem der Suchende
ein harmonisches Ganze bilde, wird mehrfach angedeutet, zuletzt
auch noch in der Form, dafs diesem Ideale derjenige am nächsten
komme, welcher einen Geliebten finde nach seinem Herzen®). Dazu
füge man die herrliche Stelle 192 C ff., welche, wie man mit Recht
bemerkt hat, an moderne Romantik erinnert, die ausdrückliche Ver-
sicherung, dafs nicht die sinnliche Lust an sich dasjenige sei, was
die Liebe eigentlich bezwecke.
So entschieden wir demnach daran festhalten, dafs der Grund-
gedanke der Rede ernst gemeint sei, dafs überhaupt von Aristo-
phanes zum erstenmal der Versuch gemacht wird, eine Erklärung
des Eros zu geben, so sehr muls allerdings anerkannt werden, dafs,
namentlich gegen den Schlufs hin, gelegentlich auch der Spott zu
Tage tritt”). Wir begegnen übrigens auch hier derselben Erfah-
rung, die wir bei den Humoristen und Satirikern überhaupt machen,
dafs es oft schwer zu sagen ist, wo der Schalk anfängt und wo
er aufhört. So sind die Ausleger auch bei mehreren. aristophani-
schen Komödien (insbesondere ist auf die Vögel hinzuweisen) über
die Auffassung bis auf heute uneinig: so oft wird bei Aristophanes
die Darstellung dessen, was ihm als Ideal vorzuschweben scheint, .
1) Zu 190 E 4.
2) Zu 190 A 3.
3) Die Vögel, von V. 700 an: zu 189 D 6, die Lysistrata: zu 191 D 6
und anderes zu 192 A 7.
4) Zu 190 C A.
δὴ) 192 E.
6) παιδικῶν τυχεῖν κατὰ νοῦν αὐτῷ πεφυκότων 193 Ὁ.
7) Wie besonders Ast Platons Leben und Schriften p. 312 und Rettig
hervorheben.
ἃ Ἐ
71 EINLEITUNG.
mit ironischen Zügen durchflochten, welche den Zweifel daran auf-
kommen lassen, wie weit es dem Dichter mit dem Ideale ernst ist.
Man hat auch hierin Veranlassung die Meisterhand Platons zu be-
waadern, der in dieser Rede die Sphinxnatur Aristophanischer Komik
nachzuahmen gewnfst hat!): es fiel ihm dies nicht gerade beser-
ders schwer, weil er auch selbst etwa Anwandlungen solcher Sphint-
stimmungen in sich verspürte. Entschieden aber tritt der Spott des
Aristophanes zu Tage, wo er auf den mit dem Eros getriebenen
Mifsbrauch hindeutet, so bei der Erwähnung der μοιχοί, μοιχεῦ-
τρυαι ἃ. 8. f.?), insbesondere wo er auf das Verhältnis des Pau
nias und Agathen anspielt?). ὁ
Die Sprache ist der in seiner Einfachheit elegante attische
Conversationsstil. Sie ist gleichweit entfernt von der Schwerfälig-
keit, wie wir sie teilweise bei Phädros und Eryximachos fanden,
wie von jedem Haschen nach besonderm, nicht in der Sache selbst
begründeten Redeschmuck. Wir finden weder etwas von der Hör
fung von Figuren, dem weichlichen Rhythmus, dem Reden in Versen
und ausgesuchten poetischen Bildern wie bei Agathon --- obschon
einzelne Stellen von großer Lebendigkeit und poetischer Schönheit
sind‘) — noeh von der künstlichen Periodik und Isokolie, wie sie
sich in der Rede des Pawsanias gelegentlich breit macht. Selbst
wo der Parallelismus des Inhalts eine Parallelisierung der Ferm
fast von selbst hervorkrachte, wird von diesem Vorteil ein sehr be
schränkter Gebrauch gemacht. Aus der Periode 191 D 7: ὅσοι μὲν
οὖν τῶν ἀνδρῶν — 192 A: ὄντες φύσει mit ihrer Verteilung:
ὅσοι μὲν — ὅσαι αὖ — ὅσαι δὲ — ὅσοι δέ hätte ein Pausanis
nicht ermangelt eine in Strophen sich gliedernde Ad&ss κατεστραμ-
μένη zu gestalten mit zierlichem Gleichklang am Anfang und Ende:
dem Aristophanes liegt dergleichen fern. Dagegen haben wir an Kap.
XV, der Erzähkang von den παϑήμαωτα des Menschengeschlechtes
ein wahres Muster einer δεήγησιρ.
5. Agathon, der Tragiker. Über sein Verhöltnis zu Paus-
nias siehe bei diesem. Er war nach Ritschl5) Ol. 83, 1 (== 448)
geboren, also im Frühjahre 416, zur Zeit des Gastmahls, etwas über
1) Vgl. die treffliche Charakteristik dieser Rede bei Steinhart IV
S. 233 δ, der unter anderm sagt: Hier wie dort (in den Komößien des
A.) hinter dem sprudelnden, oft cynischen Witz derselbe sit#liche Ernst,
dieselbe männliche Kraft und Klarheit des Ausdrucks und der Gedanken,
Methode in scheinbarem Unsinn, dieselbe Verflechtung des Heterogensten
zu anmutigen Arabesken, dieselbe poetische Macht der Sprache, derselbe
erhabene Aufschwung zu den edelsten Gefühlen unter der Maske eine
Götter und Menschen verspottenden Schalkes.
2) 191 D, E.
3) Zu 192 A 7, 193 B 6. |
4) Zu 192 C, bes, aber von 192 D an, die supponierte Anrede des
Hephästos an die Liebenden. \
5) De Agathonis aetate siehe oben.
EINLEITUNG. LIII
30 Jahre alt. Agathon war von hervorragender Schönheit’). Hier
wird er aufserdem geschildert als reicher Herr, feiner Weltmann,
bewandert in den gesellschaftlichen Formen, gewandt in der Con-
versatien?). Auch gegen seine Sklaven zeigt er nicht kleinliche Ge-
sinnung®). Er hat als Schüler des Gorgias‘) von diesem die Kunst
gelernt, durch Redeschmuck zu glänzen, wie er denn auch die Gor-
gianischen Redefiguren in seinen Poesien bis zum Übermals ver-
wendet. Er besitzt grofse Kühnheit des Auftretens?) und ist in
hohem Malse ehrgeizig: wie sehr ihn auch der Beifall der Menge
erfreut, sein Triusph ist doch erst dann vollständig, wenn er auch
bei den bedeutendsten Männern, den ὀλέγοι ἔμφρονες 5), sich Bei-
fall zu erwerben vermag. Darum hat er auf heute Sokrates und
Aristophanes zu Gast geladen; er freut sich gefeiert zu werden, er
hat gar nichts dagegen einzuwenden, als der trunkene Alkibiades
Einlafs begehrt, um ihm als σοφώτατος und κάλλιστος seine Hul-
digung darzuhringen und ihn zu bekränzen; er weils sich zwar mit
Grazie darein zu finden (nachdem die erste Verwirrung vorüber
war, die ihn etwas kleinlaut gemacht hatte)’), dals Sokrates seine
Rede unbarmhkerzig zerzaust, er wendet natürlich nichts dagegen
ein, als Alkibiades von seinem Haupt einen Teil der Bänder wie-
der wegnimmt, um den Sokrates zu kränzen, der ihn als Sieger
weit überrage®), aber er läfst es sich zum Troste sehr gerne ge-
fallen, dafs Sokrates und Alkibiades scheinbar um seiner Schönheit
willen in eifersüchtigen Streit geraten, und als endlich Sokrates
so freundlich ist dem Redeturnus die Wendung zu geben, dals er
selbst eine Lobrede auf Agathon zu halten verpflichtet sei, da schmei-
chelt dies seiner Eitelkeit so sehr, dafs er darob in hellen Jubel
ausbricht?).
Seine Rede. Seine Vorgänger haben sich darauf beschränkt,
die Waohlthaten des Eros zu preisen. Er selbst hält es für uner-
läfslich, bevor dieses geschieht, das Wesen des Gottes zu erörtern.
Demzufolge gruppiert er zwar seine Rede in diese zwei Haupt-
teile?®), legt aber durchaus das Hauptgewicht auf den ersten der-
selben. Während der zweite Teil nur ganz kurze panegyrische Aus-
führung enthält und jeder Gliederung spottet, ist dagegen der erste
bis in die einzelnsten Unterabteilungen gegliedert, mit einer Sorg-
falt, die an Pedanterie grenzt, aber in der Gorgianischen Beredsam-
1) 174 A, 213 ΟΠ, Prot. 315 Εἰ, Arist. Thesmoph. 191 ff.
2) 174E, 175 Cu. ἢ.
3) Zu 175 B 6.
4) 198 Ὁ.
5) 194 B.
6) ibidem.
7) 201 C.
8) 213 E.
9) 223 A.
10) 8. ἃ, Disposition.
LIV EINLEITUNG.
keit ihr Vorbild gehabt haben mufßs; die Übergänge sind jeweilen
durch Rekapitulationen markiert!).
Der erste Teil, welcher die εὐδαιμονία des Gottes an seinem
κάλλος und seiner ἀρετή nachweist, repräsentiert besonders in
dem, was über die Schönheit, Jugend, Zartheit, Geschmeidigkeit
u. 8. f. des Eros gesagt wird, "die landläufige Anschauung, wie sie
schon in der Dichtung und der bildenden Kunst vertreten war’).
Besondere Attribute, wie die damals schon bekannten Flügel?), oder
Pfeile und Bogen erteilt Agathon dem Eros nicht, weil das nichts
mit der Darstellung des Gottes selbst zu thun hat.
Die ganze Beweisführung des Agathon, besonders in dem
Abschnitte I 2, ist nun freilich, wie der Stil überhaupt, nur ein
Schaustück tollster Sophistik, eine zaudıa*), die diese Rhetorik
um so unbedenklicher da zu gebrauchen sich berechtigt hielt, wo
sie sich nichts anderes vornahm, als wohlbekannte, von niemandem
bis jetzt widersprochene Sätze zu beweisen. Geist und Talent läßt
sich der Rede nicht absprechen, ja sie entbehrt nicht einzelner
tiefer Gedanken. Agathon hat eine Ahnung davon, dafs der Eros
auch auf die Seele sich richtet), er erklärt beiläufig ἔρως als
gleichbedeutend mit der Begeisterung für eine Sache, um zu be-
weisen, dafs derselbe auch im Gebiete der Ideen, in der Poesie
und anderwärts, nicht blofs in leiblicher Zeugung schöpferisch wirke
— eine Erklärung die an den Sokratischen Eros streift®); er hat
eine Ahnung davon „dafs das Reich des Friedens und der Liebe
sich allmählich aus einem Zustand ungezügelter Wildheit und roher
Naturkraft herausgebildet habe“”); ja er spricht mit vollkommener
Sicherheit den Satz aus, den später Sokrates, mit ausdrücklicher
Berufung auf den Agathon selbst, seiner Rede zu Grunde legen
wird, dafs der Eros sich auf das Schöne richte?).
Durch den Stil der Rede, in welchem der musikalische Klang
alles überwuchert, der ganze Vorrat Gorgianischer Figuren gleich-
sam ausgeschüttet ist, eine Menge von Versen und Halbversen bei-
gezogen sind, bis schliefslich der zweite Hauptteil in eine förmliche
Monodie ausartet, welche den ἐμβόλιμα in den Tragödien Agathons
ähnlich sein mag, hat Platon an einem anschaulichen Beispiele zei-
gen wollen, zu welch unwürdigem Phrasengeklingel eine Poesie
und eine Beredsamkeit herabsinke, welcher Spiel und Klang
alles, die Wahrheit nichts ist. Auch hier tritt uns die Elasticität
1) Comm. $. 100, Col.
2) Vgl. Primer de cupidine et psyche Vratislav. 1875 p. 15, 19.
3) Phädr. 252 C u. Primer ebend.
4) 197 E Schluß.
δὴ) Zu 196 B 2.
6) Zu 197 A 8.
7) Steinhart mit Beziehung auf 195 C, 197 B.
8) 197 B.
EINLEITUNG. LY
Platons in helles Licht, mit welcher er selbst eine vom Grund
der Seele verhalste Richtung mit freiem Humor zu reproduzieren
vermag?).
8 18. Die Rede des Sokrates.
Das Zuspätkommen des Sokrates ist nicht blofs vortrefflich
motiviert?), sondern auch im Hinblick auf den später beschlossenen
Redeturnus ἐπὶ δεξιά künstlerisch wohl berechnet. Es machte sich
so ganz natürlich, dafs Sokrates auf der ἐσχάτη κλίνη, d.h. zu
äußserst rechts neben Agathon seinen Platz erhielt?): seine Rede
über den Eros mufste als die hervorragendste an den Schlufs ge-
setzt werden. In der That unterscheidet sie sich gleichmäfsig in
Inhalt und Form von den übrigen.
Zunächst säubert sich Sokrates den Boden durch das Vor-
gespräch mit Agathon*); das Resultat desselben lautet negativ
dahin, dals der Eros weder selbst gut noch schön sei. Es wird
erreicht durch die stillschweigende Voraussetzung, dafs die Eigen-
schaften des Ἔρως als Person nur zu construieren seien aus dem
Wesen des Begriffes ἐρᾶν; ἐρᾶν sei aber = ἐπιϑυμεῖν ἡ (Ἔρως
also --- τὸ ἐπιϑυμοῦν oder ὁ ἐπιϑυμῶν). Weiter wird der von
Agathon früher beiläufig ausgesprochene Satz, dafs der Eros zum
Objekt das Schöne habe, ohne weiteres als richtig vorausgesetzt. ®
Von dieser Grundlage aus gelangt die eigentliche Rede
zu der Definition des Eros als Mittelwesen oder Dämon und durch
den geistreich ausgedachten Mythus von seiner Abstammung von
Poros, d. h. der höhern Natur des Menschen, seiner geistigen „Er-
werbsfähigkeit“, und der Penia, d. ἢ. der Mangelhaftigkeit und End-
lichkeit derselben, zu einer Darstellung seiner Eigenschaften, die
aus denjenigen von Vater und Mutter zusammengesetzt sind, und
auch das Eigentümliche haben, dafs sie zum Teil mit den Eigen-
schaften der Person des Sokrates zusammentreffen®). Sie stehen
ferner in bewulstem Gegensatz zu der gewöhnlichen durch Dichtung
und Kunst vertretenen Anschauung, was auch Alexis der Komiker
sehr wohl bemerkt hat.
Im zweiten Hauptteile werden uns unter der Form der Dar-
1) Einzelnes siehe im Commentar.
2) Durch seine Meditation, die ihn veranlafste im πρόϑυρον des
Nachbarhauses stille zu stehen.
8) Zu 118 Ο 7
4) Gang und Tohalt desselben 8, 115.
5) Zu 200 A 38.
6) 201 A, B.
7) Inhalt 8. 121.
8) Zu 208 E4. Auf diesen Gesichtspunkt hat besonders Schwegler
„über die Composition des Plat. Symposions“ 3, 8 ff. hingewiesen; seine
eibungen sind ermälsigt in der Recension von Teuffel Jahrb, ἢ
Philol. 41, 358 ff. und Susemihl Philol. VI p. 204.
LVI EINLEITUNG.
stellung der Wirkungen des Eros noch weitere Belehrungen über
ihn erteilt. Hieraus ergiebt sich, dafs man ihn auch fassen kann als
das Begehren nach dem immerwährenden Besitz der Glück-
seligkeit. Damit wären wir zu einer ziemlich farblosen und ab-
strakten Erklärung des Eros gelangt, wonach derselbe blofs auf den
Besitz des Guten (und Schönen) ginge. Aber Platon weils die ge-
wöhnliche Auffassung des Eros mit der gewonnenen Definition da-
durch wieder in Berührung zu bringen, dafs er als die gemein-
same Äuflserung alles dessen, was Eros ist, die Zeugung im
Schönen bezeichnet; der Eros selbst kann daher auch definiert
werden als der Trieb nach Unsterblichkeit. Dieser Trieb ist
das Gemeinsame, welches sowohl dem Eros der Tiere, ihrer Zärt-
lichkeit für ihre Jungen, als auch der Liebe der Menschen zu ihren
leiblichen Kindern, als auch der φιλοτιμία ἃ. ἢ. dem Verlangen
geistige Kinder zu zeugen, zu Grunde liegt. Zu dieser uns
zunächst etwas fremd anmutenden Erklärung giebt den Schlüssel
die eigentümliche Erotik des Sokrates, deren dieser sich immer
rühmte, und die Platon nicht anders auffassen zu können glauhte,
denn als das Begehren, in schönen, geistig und leiblich blühenden
Jünglingen Keime des Schönen zu pflanzen und zu begielsen. Dazu
kommt weiter, dafs es so wenig bei Platon als bei Sokrates einen
rein theoretischen Trieb zur Erkenntnis der Wahrheit giebt, der
sich auf sich selbst beschränken und zurückziehen würde. Wer die
Wahrheit sucht, ergründet und erprobt sie im Gespräche mit an-
dern; wer irgend etwas Wahres gefunden, der geht damit schwanger
und zeugt die Wahrheit in empfänglichen Seelen!). Die Philoso-
phie zeigt sich nur in gemeinsamem Suchen, in der gegenseitigen
Wirkung?); sie umfalst bei Platon Theorie und Praxis, während
allerdings bei Aristoteles diese beiden sich trennen?).
Wer die höchste Weihe im Eros erlangt, der weils nun auch
von dieser Höhe aus sich die Übersicht über das ganze Gebiet zu
schaffen; die verschiedensten Erscheinungsformen des Eros von der
niedrigsten aA bis zur höchsten stellen sich ihm dar als wohlge-
ordnete Stufenleiter. Auf sämtlichen Stufen richtet sich der Eros
auf das Schöne; zunächst auf das körperlich Schöne, dann auf die
schönen sittlichen Bestrebungen und Tugenden, hierauf auf das
Schöne in den Einzelwissenschaften (Harmonie der Zahl, der Natur-
gesetze u. 8. w. in den mathematischen und physikalischen Disci-
‚plinen), zuletzt auf die ewige Idee des Schönen selbst. Wer aber
diese Stufe erreicht hat, oder mit andern Worten, wer von dem
1) Dies das λόγους τοιούτους τέκτειν καὶ ξητεῖν, οἵτινες ποιήσουσι
βελτίους τοὺς νέους 210 C.
2) Zeller Philos. ἃ. Gr. II® p. 611. Fortlage sechs philosoph. Vor-
träge S. 161: „Die Form des Eros ist die Geselligkeit.“
3) Höfer, die Bedeutung der Philosophie für das Leben nach Platon
(1871) p. 24.
EINLEITUNG. LVII
höchsten Eros, dem philosophischen Streben, entflammt ist, der er-
zeugt wahre Tugend.
So ist denn der Eros in seinem innersten Wesen nichts an-
deres als die Sehnsucht des Menschen „mitten im Endlichen eins
zu werden mit dem Unendlichen“, in seiner höchsten Entfaltung
die Philosophie, deren Frucht ist Tugend und Weisheit.
Und mit der Grundidee der Darstellung des Eros als des idealen
Strebens, das sofort sich umsetzt in die Wirkung auf andere, also
im Grunde nur in der Gemeinschaft zur Erscheinung treten kann,
hängt auch die Form der Rede des Sokrates zusammen. Durch
den einmal angenommenen Redeturnus war Sokrates freilich genötigt
einen zusammenhängenden Vortrag zu halten. In der That ist
dies der Fall, derselbe übertrifft an Umfang die andern alle. Aber
Platon hätte es nun offenbar widerstrebt, gerade hier, wo er gleich-
sam dürch die Propädeutik des Eros in die Hallen der Ideenwelt
einführen will, Sokrates eine Vortragsweise zu geben, die von der
ihm charakteristischen und eigentümlichen abweicht, und so prak-
tisch den sonst laut gepredigten Satz zu zerstören, dafs nur im
Gespräche die Gedanken zur Klarheit sich herausbilden. Denn auch
im Symposion wird auf die Vorliebe des Sokrates zur Gesprächs-
form mehrfach hingewiesen!). Das Mittel, welches Platon anwandte,
um diesem Dilemma zwischen dem Zwang der sympotischen Regeln
zu einer ununterbrochenen Rede und der charakteristischen Eigen-
tümlichkeit der Lehrweise des Sokrates zu entgehen, ist ebenso
sinnreich als einfach: Platon läfst den Sokrates ein Gespräch
erzählen, das früher stattgefunden hatte, oder mit andern
Worten: die Rede des Sokrates ist ein Platonischer Dialog
und zwar ein eingekleideter von der ersten Art wie wir sie
$ 8 unterschieden haben. Bei den eingekleideten Dialogen ist, wie
wir sahen, auch Zwischenerzählung möglich, und es kann auch in
denselben zwischen verschiedenen Akten des Gespräches oder zwi-
schen verschiedenen Malen, in denen dasselbe sich wiederholte,
unterschieden werden; das letztere geschieht in der That hier:
Sokrates hat mit Diotima mehrmals über den Eros sich unterhalten.
Wir können geradezu sagen: mit ganz geringen Änderungen, weo-
nach z. B. 201 E das Vorgespräch mit Agathon in der Form eines
Gespräches zwischen Sokrates mit Diotima einzuschieben wäre, lielse
sich aus der Rede des Sokrates ein für sich stehender, abgerun-
deter Platonischer Dialog herstellen. Der Unterschied zwischen den
gewöhnlichen Platonischen Dialogen und diesem besteht nur darin,
dafs hier Diotima an Stelle des Sokrates tritt, als die ἀνακρένουσα
(201 E), Sokrates selbst den unwissenden Schüler macht, der erst
langsam und allmählich in die Geheimnisse des Eros eingeweiht wird.
Dafs in diesem Falle Sokrates sich nieht zur Hauptperson des Dia-
1) 194 Ὁ. 199 Β,
ὙΠ] EINLEITUNG,
loges machen konnte, indem hierdurch die Motivierung der erzäh-
lenden Form erschwert worden wäre, liegt auf der Hand; aufser-
dem aber lag hierin eine attisch feine!) Rücksicht der Höflichkeit
gegen Agathon, der die unbarmherzige Kritik, welche Sokrates so
eben an seiner Rede geübt hatte, nicht mehr schwer empfinden
konnte, wenn Sokrates selbst eingestand, dafs auch er in gleichem
Irrtum befangen war und dafür von Diotima zurechtgewiesen wer-
den mufste. Und gerade dafs der Lehrmeister, von dem sich %-
krates widerlegen liefs, eine Frau war, ersparte vollends dem Agatbon
und, wer sonst sich mit getroffen fühlte, das Gefühl der eigenen
Demütigung, ‚so bleibt der heitere, harmonische Charakter des Dia-
loges rein und ungetrübt“?). Ohnehin konnte Platon zu diesem
Zwecke nicht irgend einen bedeutenden Namen, eine bekannte histo-
rische Persönlichkeit oder gar einen Philosophen verwenden, weil
hierdurch der Schein erweckt worden wäre, als ob diesem in Wirk-
lichkeit die hier vorgetragene Auffassung des Eros angehören würde.
So griff er denn zur Fiction, welche auch dann unbestritten bleibt,
wenn man, wie mehrere thun, die Diotima für eine historische
Persönlichkeit ansieht). Denn auch unter dieser, von uns nicht
geteilten Voraussetzung kann darüber kein Zweifel obwalten, dals
ihr diese Rede von Platon angedichtet wurde, mit andern Worten,
dafs Diotima niemand anders ist als der Platonische Sokrates
selbst. Ihr Verfahren ist das nämliche, das wir sonst an dem
letztern wahrnehmen. Auf die Handhabung sokratischer Methode
wird hingewiesen 201 E; auch sokratische Ironie tritt uns mehr-
fach entgegen (202 B 6), ebenso namentlich im ersten Teil er-
schöpfende, fast weitschweifige dialektische Erörterung gewisser Be-
griffe, hie und da auch Zeichen der Ungeduld über das langsame
Begreifen des Schülers (207 C, 208 B). Eine von den Göttern
höherer Offenbarung gewürdigte Seherin*) aber läfst er auftreten,
um sich desto leichter den Weg zu bahnen zu dem Übergang aus
der dialektisch-sokratischen Begriffserörterung in die mythisch orakel-
hafte Sprechweise, ein Verfahren das durchaus Platonisch ist; tritt
ja doch bei Platon, wo der Flug der Begeisterung ihn ergreift,
oder wo die gewöhnlichen Begriffe nicht mehr ausreichen, der My-
thus ein, der nicht nur, wie schon auseinandergesetzt wurde, recht
1) Susemihl genet. Entwicklung der Plat. Philosophie I. S. 890.
2) Steinhart IV S. 248.
3) Welche Gründe mir hiergegen zu sprechen scheinen ist in der
Note zu 201 D 3 angedeutet.
4) Die Fiction der Diotima hat auch auf spätere Darsteller ihres
Reizes nicht verfehlt. Vgl. die zu 201 D 3 angeführte Nachahmung des
Dio Chrysostomos. Dabei ging auch die bildende Kunst nicht ganz leer
aus. Vgl. die zwei Darstellungen von Sokrates und Diotima auf einem
Bronzekästehen von Pompeji (Abbildung auch in O. Jahns Ausgabe) und
auf einem etruskischen Silbergefäßse monum. institut. archaeol. IX Taf.
26, 2, erklärt von Klügmann annali 1871 t. XLIII p. 16 ff.
EINLEITUNG. LIX
eigentlich die Platonische Rhetorik ist!), sondern auch da, wo durch
Dialektik die sichere Grundlage bereits geschaffen ist, unbedenklich
auch den Schmuck der Rhetorik, die zusammenhängende Vortrags-
weise, poetische Sprache handhaben darf. Es ist dies freilich mit
Mals geschehen, und nicht ohne Anflug von Ironie besonders an
einer längern Stelle der Ton der sophistischen Beredsamkeit von
Diotima nachgeahmt?). Was im folgenden hiervon noch bleibt, ist
nur die gehobene Sprache der Begeisterung, besonders da, wo der
plötzliche Anblick des Urschönen geschildert ist, 210 E ff., und die
zusammenhängende Vortragsweise selbst, die von jener Stelle an
nicht mehr verlassen wird.
8 14. Alkibiades und seine Lobrede auf Sokrates.
Alkibiades, dessen Geburt Ol. 82, 2 (451 v. Chr.) angesetzt
wird, wäre demnach zur Zeit des Sieges des Agathon circa 35 Jahre
alt zu denken. Er stand damals an der Spitze der attischen Demo-
kraten und hatte die übrigen Parteiführer derselben in den Schatten
gestellt; seit den letzten fünf Jahren war sein Einfluls unglaublich
gestiegen. So wenig im Symposion die damaligen politischen Ver-
hältnisse berührt werden, so hat doch Platon sich sorgfältig vor
dem naheliegenden Anachronismus gehütet, etwa eine Erinnerung
an den spätern Sturz des Alkibiades, oder auch nur eine Andeu-
tung eines drohenden ernsthaften Conflictes mit seinen Mitbürgern
einfliefsen zu lassen?). Dafs Perikles schon tot war, vergifst Platon
nicht durch das Imperf. εὖ ἡγούμην λέγειν“) anzudeuten. Gleich
wie anderwärts), so wird auch hier Alkibiades geschildert als Mann
von hervorragender Schönheit, der namentlich in seinen jüngern
Jahren sich „wunder was darauf einbildete“®); zufolge dieser Schön-
heit ist Sokrates sein erklärter Liebhaber”). Auf dieses Liebesver-
1) Hirzel über das Rhetorische und seine Bedeutung bei Plato p. 74.
2) Die Stelle beginnt 208 C; vgl. Note daselbst. Dafs nicht blofs in
dem speciellen Mythus von der Geburt des Eros das mythische Element
unserer Rede vertreten ist, sondern noch in manch andern mehr dog-
matischen Partien, hebt Susemihl genet. Entwicklung I 388 mit Recht
hervor, nur möchten wir nicht das dialektische Element, wie er es
thut, auf das Vorgespräch beschränken. Denn was Susemihl als Charakte-
ristikum der mythischen Sprechweise im Gegensatz zu der dialektischen
hinstellt, die Personification des Eros, tritt uns auch im Vorgespräch
selbst schon entgegen, wenn es dort heilst: Eros ist nicht selbst schön,
sondern entbehrt des Schönen.
3) Zu 216 B 5.
4) 215 E.
5) Z. B. Prot. Anfang; vgl. die Zusammenstellung bei W. Vischer
kl. Schriften I p. 105 Note 1. n
6) 217 A: ἐφρόνουν γὰρ δὴ ἐπὶ τῇ ὥρᾳ ϑαυμάσιον 000%. .,
7) Prot. Anfang und hier 213 C: ἀπ ἐκείνου γὰρ τοῦ χρόνου ἀφ
οὐ τούτου ἠράσϑην.
LX EINLEITUNG.
hältnis spielt nicht blofßs die Rede selbst an, sondern es knüpfen
sich an dasselbe sowohl vor als nach der Rede Neckereien zwi-
schen den beiden, indem sie sich gegenseitig des schönen Agathen
wegen Eifersucht vorwerfen, der auf der gleichen κλέψῃ gelagert ist
Neben der Schönheit wird gelegentlich an Alkibiades auch der
Reichtum, sein grofser Anhang, die hohe Gunst, in der er bei der
Menge steht, hervorgehoben!), so wie der unwiderstehliche Reiz,
den diese Volksgunst — auch gegen besseres Wissen und Ge
wissen — auf ihn ausübt?), Nicht verhehlt wird ferner die be-
kannte Frivolität des Mannes, die plastisch dadurch ausgedrückt
ist, niemand werde ihm zutrauen, dafs er vor irgend jemand sich
schäme®), ebenso ist sein übermütig herrisches Wesen vortreflich
charakterisiert in seinem ganzen Auftreten, hier noch gesteigert
durch die Weinlaune. Versöhnend wirkt aber hierbei nicht bloß
der köstliche Humor, wodurch er hier wie bei seinen mutwilligen
Streichen überhaupt die Lacher auf seine Seite zieht, sondern auch
die ehrliche Offenheit, die freilich wieder durch den Wein geste-
gert erscheint‘), und die daneben durchblickende Gutmütigkeit, mit
welcher er sogar dem ebenso langweiligen als grundbraven Eryi-
machos nachgiebt°).
Aber der hervorsteehendate Zug unserer Scene ist die wahr
haft leidenschaftliche Begeisterung für Sokrates. Sie tritl
uns zunächst entgegen in dem charakteristischen Zuge, dafs, nach
dem Alkibiades den Agathon bekränzt hat, er nicht umhin kası,
diesem von seinen Bändern wieder wegzunehmen um den Sokrates
zu kränzen; in der bestimmten Erklärung, dafs, wenn er auf irgend
jemand, Gott oder Mensch, eine Lobrede halten müsse, dies ne
mand anders sein könne als Sokrates, und vor allem in seine
Rede selbst, der keine zweite Schilderung des Sokrates an Enthusis
mus gleichkommt. Dort erklärt er, dafs in seinem Liebesverhältis
mit Sokrates die Rollen umgetauscht seien, dafs er, der Geliebte,
zum leidenschaftlichen Liebhaber geworden. In der That hat Platon
hiermit dem — nicht mit Unrecht — viel geschmähten, ja ein
Zeit lang tief gesunkenen genialen athenischen Staatsmann selbst
ein ehrendes Zeugnis ausgestellt, das Zeugnis, dafs auch er (0
seiner bekannten Sinnlichkeit zu einer höhern Stufe des Eros sich
emporzuschwingen vermochte, zu einem Eros, bei dem die Leibes |
schönheit nichts, die Schönheit der Seele alles ausmachte‘). Wo
1) 216 B, Eu 5. ἢ
2) ibid.
3) ibid.
4) 217 E.
5) 214 B ; ’ Ä
6) 210 B: καὶ ἐὰν ἐπιεικὴς ὧν τὴν ψυχήν τις καὶ σμικρὸν And
ἔχῃ. Und diese Darstellung der Liebe den Alkibiades zu krates steht
in schneidendem Gegensatz zu Xen. Mem. I 2, 39 Κριτίας δὲ καὶ 4
EINLEITUNG. LXI
war es ein künstlerisch fein berechneter Gedanke, nicht einem
eigentlichen Schüler des Sokrates, sondern einem Weltkinde, noch
dazu einem Dionysoserfüllten, das auch sonst kein Blatt vor den
Mund nimmt und nun vollends in diesem Zustande unverhüllt auch
die eigene Blamage erzählen wird, die beabsichtigte Lobrede auf
Sokrates zuzuteilen, insbesondere da der Charakter des Symposion,
namentlich der der Schlufsscene durchaus das Element des heitern
Humors verlangte, gleichwie das Satyrspiel nach der tragischen
Trilogie dem Athener Bedürfnis ist‘); aber bei alledem liegt doch
hierin für Alkibiades die Anerkennung, dals trotz der Widersprüche,
in denen er sich bewegte, in ihm ein congeniales Verständnis für
die Gröfßse des Sokrates zu finden gewesen sei, und dafs dies der
Schlüssel war zu dem Vielen so unbegreiflichen und sogar von
manchem verdächtigten Verhältnis, in welchem Alkibiades zu jenem
stand?).
Ober die Form der Rede bleibt noch folgendes zu bemerken.
Anknüpfend an die Sitte des εὐφάξειν δ) beginnt Alkibiades mit zwei
Vergleichungen des Sokrates, einerseits mit den Silenengehäusen,
andrerseits mit Marsyas®). Dafs die Disposition dadurch schwierig
wird und oft blofser Ideenassociation Platz macht, ist richtig, steht
aber durchaus im Einklang mit der eigenen Erklärung oder Ent-
schuldigung des Alkibiades 215 A. Neben dieser Sprunghaftigkeit
des Ganzen mögen als weitere stilistische Eigentümlichkeiten hervor-
gehoben werden: Kraft des Ausdruckes, die sich stellenweise bis
zu leidenschaftlicher Glut erhebt, häufige Gleichnisse 216 A: ὥσπερ
ἀπὸ τῶν Σειρήνων, 211Ε: τὸ τοῦ δηχϑέντος ὑπὸ τοῦ ἔχεως
πάϑοξ, 218 Β, Anschaulichkeit der Erzählung mit spannender
Steigerung der Momente 217B—219D, Kürze des Ausdruckes,
elliptische Wendungen (zu 216B 5), Anakoluthien 217 E5, 218 Α 8.
Auch hier in dieser letzten Rede ist Platon bei aller Begeisterung,
die ihm die Feder leitete, vollkommen bewufster Sprachkünstler;
und wenn er den Alkibiades die Worte sagen lälst μεϑύοντα δὲ
ἄνδρα παρὰ νηφόντων λόγους παραβάλλειν μὴ οὐκ ἐξ ἴσου ἡ
(214 0), so hat er auch diese schwere Aufgabe, die keine Rhetorik
χιβιάδης οὐκ ἀρέσκοντος αὐτοῖς Σωκράτους ὡμιλησάτην, ὃν χρόνον
ὡμιλείτην αὐτῷ, ἀλλ᾽ εὐθὺς ἐξ ἀρχῆς ὡρμηκότε προεστάναι τῆς πόλεως.
1) Worauf Sokrates selbst anspielt 222 D.
2) Vgl. die treffliche Nachahmung dieser Rede in Köchlys akade-
mischen Vorträgen I S. 280 ff.
3) Siehe oben $ 2 8. XIV.
4) Wenn ich dieselben als zwei verschiedene Gleichnisse in dem
Versuch der Disposition ansehe, trotz ihrer teilweisen Coincidenz vgl.
Comm. 8. 167 u. 168, so folge ich dabei nur den Worten des Alkibiades.
Ebenso mufs ich auch dem Versuche Stallbaums mich widersetzen (Praef.
p. XXX), die Schablone der Cardinaltugenden von 219 D an herstellen
zu wollen. Alles ist dort vielmehr, auch das Stehenbleiben des Sokrates,
als καρτερία gefalst.
LXII EINLEITUNG,
weder vor ihm noch nach ihm sich gestellt hat — die höchstens
der Dramatiker sich zu stellen im Falle sein kann — gelöst, eine
geistreiche Trinkrede, oder besser gesagt, die Rede eines betrun-
kenen genialen Mannes, der aber bei alledem gar wohl weils, was
er sagt (wie auch Sokrates findet 222C), in einer Weise zu ge
stalten, die nicht naturwahrer und vollendeter sein könnte.
8 15. Verhältnis der Reden zu einander.
Die Idee des Ganzen.
Von den drei Akten des Symposion, die wir unterschieden
haben!), nimmt unstreitig der mittlere, das Auftreten des Sokrates,
eine centrale Stellung ein. Es ist dies die einzige Rede, welche
uns die wahre Ansicht Platons vom Eros vorführt; sie sieht, wie
wir uns überzeugt haben, ganz einem selbständigen Platonischen
Dialoge über den Eros gleich. Dafs der Eros überhaupt der
Hauptgegenstand des Symposions ist, das sich krystallisierend
gleichsam um dieses Centrum angesetzt hat, sollte demnach kaum
einem Zweifel unterworfen sein, und man sollte nicht erwarten,
dafs auch hier, wie im Phädros, Differenzen in den Ansichten
über die Composition hätten entstehen können. Diese Differenzen
betreffen einerseits das Verhältnis des ersten Aktes (der fünf voran-
gehenden Reden) zu dem zweiten, andererseits aber auch die Stel-
lung des dritten, der Rede des Alkibiades, zu eben demselben und
zum Ganzen.
Verhältnis der fünf Reden zu derjenigen des
Sokrates und untereinander.
Über die wahre Meinung Platons, sagten wir, legt nur die
Rede des Sokrates Zeugnis ab. Es geht dies schon daraus hervor,
dafs Sokrates 198 D ff. mehr oder weniger seine sämtlichen Vor-
gänger desavouiert, wenn er ihnen vorwirft, sie hätten die Auf-
gabe einer Lobrede darin gesehen, dem zu lobenden Gegenstande
so Grofses und Herrliches als möglich beizulegen, unbekümmert,
ob dies mit der Wahrheit übereinstimme. Dafs nicht blofs Agathon
— obwohl dieser am schärfsten — von diesem Vorwurfe betroffen
werden soll, beweisen Ausdrücke wie ὅπως ἕκαστος --- δόξει —
πάντα λόγον κινοῦντες — Avaridere?), οὐ πρὸς τοὺς Dusre-
ρους λόγους 5) u.s.f.; ferner greift Sokrates nicht blofs die Fun-
damentalsätze des Agathon in dem Vorgespräche an, er erinnert
auch an einen Hauptsatz des Aristophanes*), indem er dessen Mei-
1) 811 am Ende.
2) 198 E.
3) 199 B.
4) 205 E..
EINLEITUNG, LXI
nung nur annehmen will unter einer gewissen Modification oder
nähern Ergänzung; neben diesen directen Angriffen kommen allerlei
indirecte vor, wie z. B. dafs diese Standpunkte seiner Vorgänger
zum Teil als untergeordnete Vorstufen des Eros in jener Stufen-
leiter von 210 A erscheinen; endlich läfst er die Redner wenigstens
zum Teil sich falscher sophistischer Beweisführung und auf den
Schein berechneten rhetorischen Schmuckes bedienen. Der Aus-
druck einzelner Neuern, die fünf Reden dienen derjenigen des
Sokrates gewissermalsen zur Folie, ist daher nicht unberechtigt;
jedenfalls repräsentieren sie gegenüber der Rede des Sokrates un-
philosophische Ansichten und Methoden. Von diesem Stand-
punkte aus betrachtet, ist z. B. die Beurteilung, die diesen fünf
Reden von Steinhart zuteil wird, eine zu milde und liebenswür-
dige, wenn er sie „mit einzelnen Tönen“ vergleicht, „die in der
Sokratischen Rede zu einer großen Harmonie zusammenklingen“,
denn es fehlt auch nicht an schrillen Disharmonieen.
Auf der andern Seite läfst sich auch unschwer der Beweis
leisten, dafs diejenige Ansicht, welche an den Reden der fünf Vor-
redner alles (mit einziger Ausnahme etwa der Rede des Aristo-
phanes) falsch, verkehrt oder unsittlich findet, zu weit geht. Den
Beweis dafür, dafs Platon in diesen Reden Wahres mit Falschem
vermischt darstellen wollte, können wir wiederum aus den Worten
des Sokrates selbst schöpfen, der, so scharf er die Rede des
Agathon im ganzen verurteilt, doch zweierlei an ihr zu rühmen
weils: die Umgrenzung der Aufgabe und Einteilung, die
er selbst adoptiert, so wie den Satz, dafs das Schöne das
Objekt der Liebe sei'). Ähnliches läfst sich auch von andern
Reden sagen, selbst von derjenigen des Phädros, dafs sie einige
unbestreitbar richtige und schöne Gedanken enthalten?). In diesem
Gemisch von Wahrem und Falschem jede Einzelnheit nach
dieser Seite zu beurteilen und auszuscheiden, ist jedoch nicht mög-
lich und auch nicht nötig, um so weniger als der Künstler Platon
in diesen Reden manches mit einem gewissen Behagen ausgemalt
hat, was in dem momentanen Gedankensystem des Philosophen
Platon in der Rede des Sokrates keinen Raum zu finden scheint?).
1) Vgl. $ 12, 5 über die Rede des Agathon.
2) Insbesondere auch die Rede des Aristophanes $ 12, S. LI.
3) Wir sagen ausdrücklich: im momentanen Gedankensystem ; in der
am Schlusse aufgestellten Stufenleiter finden wir eine solche Höhe der
Speeulation, s der philosophische Erotiker im Anschauen des Ur-
schönen versenkt, nicht blofs die Liebe zum Sinnlichschönen, das doch
anderwärts bei Platon (z. B. im Phädros) als eine Verkörperung des
Ewigschönen auch den edlen Menschen mit unnennbarem Schauer und
Freude erfüllt, sondern auch die Liebe zum Sittlichschönen, zur schönen
eele, jede individuelle Liebe zu einem schönen Körper oder einer
schönen Seele als verschwindendes Moment, als unvollkommenen Über-
gangspunkt betrachtet. Dem entsprechend finden wir auch in der Rede
LXIV EINLEITUNG.
Ist demnach hier Wahres und Unwahres, Schönes und Häß-
‘liches, Geistreiches und Thörichtes promiscue zu finden, so liegt
der Gedanke nahe, in diesen Reden einen systematischen For!-
schritt vom Unvollkommenen zum Vollkommenen zu suchen.
Das scheint sich denn auch sofort zu bestätigen durch die unver-
kennbare Thatsache, dafs die Rede des Phädros die unbedeutendste
und oberflächlichste von allen ist; begünstigt wird diese Vermutung
ferner durch den Umstand, dafs jede folgende Rede mit einer Cor-
rectur der frühern zu beginnen pflegt. Diese Ansicht, besonders
von Rötscher seiner Zeit durchgeführt, scheitert aber sofort wieder
daran, dafs in Agathons Rede, so sehr sie von Begabung in der
Form zeugt, mehr als in allen andern die sophistische Rhetorik
gleichsam ihre Orgien feiert, sie also jedenfalls, was philosophischen
Gehalt betrifft, nicht an die Spitze der fünf treten kann; aber auch
sonst folgt nicht je die geistig bed&utendere der wnbedeutendern
nach. Die Gruppierung Kfst sich jedenfalls nicht nach logisch-
dialektischem Gesichtspunkt fixieren. Auch aus dem Grunde nicht,
weil Platon uns nicht logische Figuren, sondern lebensvolle
Individualitäten vorführt. Dafs dem so ist, dafs Platon mil
künstlerischer Sicherheit entworfene Bilder historischer Persönlich
keiten auf die Bühne bringt, können wir an dem anderweitig hit
länglich bekannten Aristophanes (auch an Alkibiades und Sokrates
ja selbst Agathon und Phädros wahrnehmen, und es spricht die
Wahrscheinlichkeit dafür, dafs dies in gröfserm oder geringer
Grade auch bei den uns nicht näher bekannten Persönlichkeiten
des Pausanias und Eryximachos der Fall gewesen sein wird. Auch
ist die Ansicht schon längst als überwunden zu betrachten,
die Sprecher der fünf Reden nur Stellvertreter anderer noch be«
kannterer Persönlichkeiten bilden'). Freilich sind sie Kinder ihre
=
des Alkibiades den Sokrates frei von jeglichem individuellen Eros: sein
Herz gehört der Menschheit, der Idee an. Hier hatte also die Idet
individueller Verwandtschaft und Wesensergänzung eines Liebespaares im
momentanen Gedankensystem Platons keinen Platz mehr: was im Plato
nischen Phädrus (252 D) noch in der Form verkündet war, dafs Liel
haber und Geliebter in der Präexistenz der Schar eines und desselbeil
Gottes angehörten, womit eben die Idee individueller Verwandtschafl
ausgedrückt ist, das ist im Symposion nicht dem Sokrates, sondern dem
Aristophanes in den Mund gelegt. Nun mag man sich hier freilich (s@
wie bei dem vielen anstölsigen Factum, dafs der niedrige Eros nichl
geradezu von dem Begriff des Eros ausgeschlossen wird als der blols@
Schein desselben) mit dem Gedanken trösten, die bewufste Scala hat
nicht den Sinn, dals eine Stufe nach der andern durchgemacht werda
so dafs je die folgende die frühere abstreife und verdränge; man mag
hiemit Recht haben, wenn man die eigentliche Meinung Platons im
Auge hat; aber man muls zugeben, dafs der Wortlaut bei Platon an der
betreffenden Stelle selbst eher für das Gegenteil spricht.
1) Rückert z. B. Phädros = Lysias.
Pausanias = Protagoras oder Xenophon (!)
Eryximachos = Hippias
EINLEITUNG. LXY
Zeit, und repräsentieren als solche mehr oder minder bestimmte
Studien- und Geschmacksrichtungen. Wenn daher Agathon un-
leugbar als Schüler des Gorgias erscheint, so ist er doch zugleich
als der bestimmte Dichter Agathon gezeichnet, der auch in der
Tragödie die Überwucherung des Gedankens durch das weichlich-
sülse, rein musikalische Klangelement vertreten hat!). Und wenn
wir in der Rede des Pausanias Spuren isokrateischen Perioden-
baus vermischt mit noch anderem sophistischem Redeputz finden,
so folgt daraus in keiner Weise, dafs auch der Gedankeninhalt an
Isokrates erinnern soll. So ist denn auch die Rede des Phädros,
so sehr er Bewunderer des Lysias ist, nicht von der Art, dafs wir
in ihr den Lysias selbst zu vermuten hätten.
Eher liefse sich noch der Versuch hören, die Reden paar-
weise nach den Gebieten, auf welche sie den Begriff des
Eros ausdehnen, zu gruppieren, wie er zuletzt am entschie-
densten von Steinhart gemacht wurde?). Darnach stellen sich
Phädros und Pausanias auf den einseitig ethischen, Eryximachos
und Aristophanes auf den einseitig physischen, Agathon und So-
krates auf den höhern geistigen Gesichtspunkt, jener auf den der
Poesie, dieser auf den der Philosophie. Aber auch hier treten
unverkennbare Schwächen der Gruppierung uns entgegen, nament-
lich bei der zweiten und dritten Gruppe, die uns überhaupt das
Princip der Zweiteilung nach dem Inhalt als undurchführbar er-
scheinen lassen. Auf das allerdings zusammengehörende und auch
wegen ihres der gewöhnlichen Anschauung am nächsten stehenden
Inhaltes an den Anfang gestellte Paar Phädros und Pausanias
folgen Reden, von denen jede für sich inhaltlich allein dasteht:
Eryximachos behandelt den Eros als kosmologisches Princip, Aristo-
phanes kehrt zum menschlichen Eros zurück, macht aber den Ver-
such, sein Wesen genetisch zu begreifen, Agathon preist ihn als
Gott in dichterisch-dithyrambischer Weise, in ebenso glänzender
als gehaltloser Rhetorik.
Wohl aber darf nach unserer Meinung von einer paarweisen
Gruppierung nach dem ästhetischen Gesichtspunkt des
größern oder geringern geistigen Gehaltes der Reden gesprochen.
werden; auf den unbedeutenden Redner folgt jeweilen der bedeu-
tendere: auf Phädros Pausanias, auf Eryximachos Aristophanes,
auf Agathon Sokrates. Durch diese Gruppierung treten denn auch
die beiden Dichter Aristophanes und Agathon in wirksamen und
wie wir meinen nicht unbeabsichtigten Contrast, wie überhaupt
manches einzelne im Symposion aus der feinen Sorge für Contrast
und Abwechslung zu erklären ist.
Aristophanes = Prodikos (|)
Agathon = Gorgias.
1) Teuffel Jahrb. f. Philol. 42 S. 367.
2) IV, 219.
Prarom, Symposion. θ
LXVI EINLEITUNG.
Verhältnis der Rede des Alkibiades zu den übrigen.
Dals die Rede des Alkibiades nicht blofs den Zweck gehabt
haben kann, wie ihn selbst Wolf!) noch gewissermalsen dem ganzen
Symposion zuschreiben wollte, den Sokrates von dem Verdachte
eines unreinen Verhältnisses zu Alkibiades zu reinigen, geht schon
- daraus hervor, dals jene Erzählung, einen so breiten Raum sie
auch einnimmt, doch lange nicht den ganzen Inhalt der Rede aus-
macht, sondern sich vielmehr als die Ausführung eines einzelnen
Punktes derselben darstell. Wir haben die Rede des Alkibiades
vor allem in Zusammenhang zu setzen mit der Rede des Sokrates
über den Eros, dem Centrum des Ganzen; dieser ist, obwohl
Alkibiades von dem ganzen Redeturnus nichts gehört hat als das
Thema, doch auch äufserlich schon, und bevor er von diesem ver-
nommen, durch die erotischen Neckereien und dadurch gewahrt,
dafs die Rede von den letztern provoziert oder wenigstens an die-
selben geknüpft wird. Als Grundgedanke der Rede des Alkibiades
oder besser gesagt, als Haupteindruck, den sie im Sinne Platons
auf die Zuhörer machen soll (denn Alkibiades selbst vollzieht diese
Function unbewufst) bezeichnen die Neuern einstimmig: Sokrates
in seinem Leben und Wesen der vollendete Erotiker,
allerdings noch ausgestattet mit individuellen Zügen. Er tritt uns
entgegen als derjenige, der auch in gewissen Momenten in der
Welt der Endlichkeit und Sinnlichkeit sich als Fremdling fühlt
(seine ἀτοπία), der das Gefühl der Armut hat, so lang er die
Erkenntnis, nach der ihn dürstet, nicht gewonnen, der φιλοσοφῶν
διὰ παντός, der sich aber freut und glücklich ist, wenn er das
Ewigschöne geschaut hat in Stunden der Weihe; als derjenige, dem
das Schauen der Idee nicht Schattenbilder der Tugend erzeugt,
sondern ‘wahre Tugend, innere Harmonie der Seelenkräfte, Mafs-
halten, sittliche Reinheit, kraftvolles Ausharren. Er tritt uns auch
entgegen als derjenige, der in seinem erotischen Treiben dem
schönsten Eros huldigt, an den empfänglichen Seelen zu wirken
für ihre Vervollkommnung.
Die Scene des Alkibiades bildet demnach nicht blofs drama-
tisch den trefllich ausgedachten Schlufsakt des Symposions, son-
dern auch philosophisch betrachtet einen, wenn auch nicht gerade
notwendigen, so doch wohlthuenden und "glänzenden Abschlufs. Er
gewährt uns die trostreiche Überzeugung, dafs der Eros, wie ihn
uns theoretisch, zuletzt in begeisterter, schwärmerischer Schilderung
die Rede des Sokrates vorgeführt hat, nicht ein leeres Phantasie-
bild ist, sondern, wenn in irgend einem unter den Menschen,
Fleisch und Blut gewonnen hat in der Person des historischen
Sokrates; denn ihn, den historischen, und nicht einen idealen
1) Seite XXXVII.
schildert unsere Rede. Die Rede des Alkibiades verhält sich dem-
nach zu derjenigen des Sokrates wie die Praxis zur Theorie.
Bei dem innigen Zusammenhang aber zwischen Philosophie
und Leben, wie ihn das ganze Gedankensystem Platons zeigt, ist
es nicht zu verwundern, wenn in seinem Künstlergeiste mit der
in erster Linie beabsichtigten Darstellung des Eros von der
niedersten bis zur höchsten Stufe, und der dramatischen Vor-
führung von Erotikern geringern Schlages, den fünf Rednern vor
Sokrates'), der Gedanke sich unlösbar verflocht?), das concrete
Bild des geliebten Meisters selbst zu entwerfen, dessen Erotik
allein ihm diese tiefe Auffassung des Eros ermöglicht hatte. Ragte
doch dieser Mann im Erkennen und Wollen, im Reden und Han-
deln über der Masse auch der Gebildeten hervor und wurde gerade
deswegen, um seiner ἀτοπία willen, von vielen, selbst von treuen
und braven Anhängern nicht in seiner Gröfse verstanden: σπουδά-
σαντος δὲ αὐτοῦ καὶ ἀνοιχϑέντος οὐκ οἶδα εἴ τις ἑώρακε τὰ
ἔντος ἀγάλματα᾽ ἀλλ᾽ ἐγὼ ἤδη ποτ᾽ εἶδον, καί μοι ἔδοξε
dein καὶ χρυσᾶ εἶναι καὶ πάγκαλα καὶ ϑαυμαστά: das ist es,
was Platon selbst durch sein Symposion uns zuruft.
1) Dies bildet auch das Bindeglied zwischen den fünf ersten Reden
und der Rede des Alkibiades: dort die unvollkommenen Erotiker, hier
der vollendete Erotiker Sokrates. Susemihl genet. Entw. I S. 407.
2) Lehrs Einl. 5, XXVI.
IIAATSNOZ ZYMIIOBION,
Puaros, Symposion. 1
PERSONEN
1) im einleitenden Gespräch:
ETAIPOI von denen einer redend auftritt
ATIOAAOA2POZ, der Erzähler, der seiner
Zeit von Aristodemos die Sache ge-
hört hatte.
2) im erzählten Gespräch beim Gastmahl:
APIETOAHMOZ der spätere Erzähler
ΣΩΚΡΑΤΗΣ
ATAORN
ΦΑΙ͂ΔΡΟΣ
IIATEANIAZ
EPTEIMAXOE
APIETOPANHE
AAKIBIAAHE
ETEPOI ΤΙΝΕΣ.
Bemerkung: [7 bezeichnet, was nach der Meinung des Herausgeber:
aus dem Texte zu entfernen ist;
(Ὁ dasjenige, was in den Text als ausgefallen ein-
geschoben werden muls, |
St.
ΠῚ.
I. Δοκῶ μοι περὶ ὧν πυνϑάνεσϑε οὐκ ἀμελέτητος εἶναι. 172
καὶ γὰρ ἐτύγχανον πρῴην sis ἄστυ οἴκοϑεν ἀνιὼν Φαληρό-
dev‘ τῶν οὖν γνωρίμων τις ὄπισϑεν κατιδών us πόρρωθεν
ἐχάλεσε, καὶ παίξων ἅμα τῇ κλήσει Ὦ Φαληρεύς, ἔφη, οὖὗ-
Einkleidung des Berichtes über
das 6astmahl.
172 A—174A (Cap.]).
Wir werden von Platon mitten in
ein Gespräch versetzt. Der Sprecher
ist Apollodoros der Phalereer, ein
begeisterter Anhänger des Sokrates,
vgl. Einl. 8. XXXIX. Die Angeredeten
sindgprgend welche Bekannte des-
selben, von denen Einer, mit &rei-
ρος bezeichnet, 173 D das Wort er-
greift. Sie hatten den Apollodoros
gebeten etwas Näheres von den bei
einem Gastmahle, das bei Agatbon
stattgefunden hatte, gepflogenen
Reden über den Eros zu erzählen.
Apollodoros erklärt sich hierzu be-
reit, indem er bescheiden sagt:
δοχῶ μοι — οὐχ ἀμελέτητος εἶναι:
in Wirklichkeit ist er recht wohl
vorbereitet. dieB ἃ
2.xalyapleitetdieBegründung der
hauptung ein, dals er im Stande
sei dem Begehren der Freunde zu
entsprechen. Diese Begründung ist
aber nicht in dem einzelnen Satze
ἐτύγχανον — Φαληρόϑεν, welcher
blos die Erzählung einleitet, son-
dern in der ganzen Erzählung bis
118 Β enthalten, an deren Schlufs
der Satz als bewiesen erklärt wird,
der im Anfang als Behauptung auf-
gestellt war: ὥστε ὅπερ ἀρχόμενος
εἶχον, οὐκ ἀμελετήτως ἔχω. Der
Beweis besteht darin, dafs er erst
neulich im Falle war einem Be-
kannten, nach 172 C einem gewissen
Glaukon (nicht dem Bruder Pla
tous) dieselbe Gefälligkeit zu er-
weisen. Die breite Ausführung die-
ser Begründung dient Platon zur in-
dividuellen Charakteristik des treu-
herzig geschwätzigen Apollodoros
und giebt ihm andrerseits Gelegen-
heit zur Einflechtung gewisser Ein-
zelnheiten, die zur Orientierung des
Lesers von Wichtigkeit sind. —
πρῴην (mit Jota subsceriptum nach
dem Bodleianus. Vgl. La Roche
. Homerische Untersuchungen p. 218,
Wecklein curae epigraphicae p. 47)
heilst hier allgemein „kürzlich“; zu-
weilen „vorgestern‘ so Prot. 310B;
auch Symp. 175E. — Φαληρόϑεν
nachträgliche Erklärung zu οἴκοθεν.
Die Entfernung dieses Hafenplatzes
von der Stadt be eine Stunde
(Bursian gr. Geogr. 1 265).
4. παίζων ἅμα τῇ κλήσει. Man
hat den Scherz pjachen wollen in
etymologischer Deutung des Na-
nina Φαληρεύς (Ast, Hommel, Stall-
baum): es sei dabei gedacht an
φαλαρίς das weilse Wasserhuhn,
welches von seiner Glatze den Na-
men habe: „Herr von Glatzenheim“,
oder es werde Apollodorog bezeich-
netnach seinem atelzenartigenGange
als βρενθυόμενος (von - βρένϑος
Wasserhuhn) wie Sokrates in Arist.
Nub. 3862 und Symp. 221 B: „Herr
von Stelzenheim“. Wir haben aber
kein Recht, ohne Andeutung von
Seite Platons oder anderer Zeit-
genossen dem guten Apollodoros
weder Glatze noch sonderbaren Gang
anzudichten. Noch gesuchter ist
der Einfall Hommels, ἁπολλόδωρος
zu schreiben und dem Namen die
Bedeutung zu geben: „von Gott
ı*
4 TIIAATSNOZ
bog “πολλόδωρος, οὐ περιμενεῖς; κἀγὼ ἐπιστὰς περιέμεινα᾽
καὶ ὅς, ᾿ἀπολλόδωρε, ἔφη, καὶ μὴν καὶ ἔναγχός σε ἐξήτουν
Β βουλόμενος διαπυϑέσθαι τὴν ᾿4γάϑωνος συνουσίαν καὶ Σω-
κράτους καὶ ᾿Αλκιβιάδου καὶ τῶν ἄλλων τῶν τότε ἐν τῷ
συνδείπνῳ παραγενομένων, περὶ τῶν ἐρωτικῶν λόγων, τίνες
zu rechter Zeit gesendet“. Es ist
vielmehr mit Schütz der Scherz
blofs zu suchen in der feierlichen
offiziellen Anrede mit dem Demo-
tikon, wie sie vor Gericht, in Akten-
stücken, bei feierlichen Ermah-
nungen üblich war: vgl. Gorg. 495 Ὁ:
&os δὴ ὅπως μεμνησόμεθα ταῦτα
ὅτι Καλλικλῆς ἔφη ᾿ἀχαρνεύς, worauf
Kallikles den Scherz zurückgiebt
Σωκράτης δέ γε ἡμῖν ὁ ᾿Δἡλωπεκῆ-
Hey οὐχ ὁμολογεῖ ταῦτα. Thucyd.
ὙΠ 69, 3. Die komische Feierlich-
keit wird hier erhöht durch die
Voranstellung des Demotikon und
durch den Umstand, dafs durch
dieselbe die Worte ὦ Φαληρεύς,
οὗτος ᾿ἡἀπολλόδωρος den Rhythmus
eines richtigen Verses
- U_U_wW_.v_V
(Hendecasyllabus) erhalten. Vergl.
hierüber Mor. Schmidt Rh. Mus.
XXVIl, 481. Auch ὦ οὗτος ist dich-
terisch gefärbt. Soph. Oed. C. 1627:
ὦ οὗτος, οὗτος Οἰδίπους. Ai.89: ὦ
οὗτος Αἴας. Der Name steht dabei
immer im Nominativ.
5. οὐ περιμενεῖς; lebhafte Form
der Aufforderung: 175 A: οὐ σκέψει
— καὶ εἰσάξεις, 212 Ὁ: παῖδες —
οὐ σκέψεσθε: eine etwas andere
Wendung in Frageform für Auf-
forderung zu schnellem Handeln
178 B: τί οὐ διηγήσω μοι; ebenso
Protag. 810 A.
6. ᾿ἀπολλόδωρε. Im allgemeinen
ist die Anrede ohne hinzugefügtes
ὦ als die affectvollere, dringendere,
barschere zu bezeichnen: bei Be-
fehlen, dringenden Bitten, Vorwür-
fen, Geringschätzung; diejenige mit
ὦ ist die gewöhnliche des civilen
Gesprächstones. In Platon ist die
Anrede mit ὦ wenigstens bei Eigen-
namen durchaus die Regel; im Symp.
gegenüber circa 70 Beispielen mit ὦ
nur wenige ohne ὦ; aulser unserer
Stelle 173 Εἰ: ᾿ἡπολλόδωρε, 175 A:
᾿Δριστόδημε, 213 C. u. Ὁ: ᾿4γάϑων͵
216 A, 217 Β, 218C (diese letzten
Beispiele sämtlich aus der Rede des
Alkibiades). Im Protagoras scheint
unter mehr als 100 Beispielen kein
einziges ohne ὦ zu sein. Ähnlich
bei Appellativen, namentlich Be-
fehle u. & werden am ehesten
ohne ὦ erteilt: 175 A: παῖ; 212D,
212 E: ἄνδρες, χαέρετε im Munde
des Alkibiades; etwas unerwartete
mag sein 176 A: εἶεν, ἄνδρες im
Munde des Pausanias, doch kan
damit die Angelegentlichkeit des
Wunsches des Pans. ausgedrückt
gein.
B 1. Ayddavog συνουσίαδῃιοὶ
Σωκράτους u. 8. w. Agathon (über
welchen vgl. Einl. $12, 5) ist zuerst
genannt als der einladende Gast
geber, der die συνουσία veran-
lafste.
3. Der Ausdruck σύνδειπνον kam
nach Athenäus VIII 865 B im Sinne
von συμπόσιον auch bei Lysias und
Aristophanes vor, in dessen Gery-
tades der Vers stand: ἐν τοῖσι συν-
δείπνοις ἐπαινῶν Αἰσχύλον. Ygl.
Suidas 8. v. Aninıog Mogxog: πέ-
πυσμαι δὴ ἐν τῷδε τῷ συνδείκνο
γενέσϑαι καὶ Ἰσίδωρον ὄνομα. Cic.
ad fam. IX 24, 3. Der ganze Satz
διαπυϑέσθαι — ἦσαν ist charak-
teristisch für den freien Gesprächs-
ton, den Platon nachzuahmen pflegt:
den allgemeinern Ausdrücken (em |
συνουσίαν; vgl. die Specialisierung
[Isocr.] 1, 30 τὰς ἐν τοῖς πότοιξ
συνουσίας, Plato Leg. II 662 A τῆς
ἐν οἴνῳ συνουσίας) werden präd-
sere und speciellere nachträglich
lose angereiht, ἐν τῷ συνδείπνω
und besonders περὶ τῶν ἐρωτικῶν
λόγων τίνες ἤσαν: „nämlich ich
meine in betreff u. s. w.‘; der
strengere Stil würde dergleichen
nicht gestatten. Eben dahin gehört
die Aneinanderreihung von lauter
ZTMIIOEION. 172. 5
"
σαν.
ἄλλος γάρ τίς μοι διηγεῖτο ἀκηκοὼς Φοίνικος τοῖ 4
Φιλίππου, ἔφη δὲ καὶ σὲ εἰδέναι.
ἀλλὰ γὰρ οὐδὲν εἶχε
σαφὲς λέγειν" σὺ οὖν μοι διήγησαι" δικαιότατος γὰρ εἶ τοὺς
τοῦ ἑταίρου λόγους ἀπαγγέλλειν. πρότερον δέ μοι, ἦ δ᾽ ὅς,
εἶπέ, σὺ αὐτὸς παρεγένου τῇ συνουσίᾳ ταύτῃ 7, οὔ; κἀγὼ C
εἶπον ὅτι Παντάπασιν ἔοικέ σοι οὐδὲν διηγεῖσθαι σαφὲς ὁ
διηγούμενος, εἰ νεωστὶ ἡγεῖ τὴν συνουσίαν γεγονέναι ταύ-
τὴν ἣν ἐρωτᾷς, ὥστε καὶ ἐμδ παραγενέσϑαι. Ἔγωγε δή.
Πόϑεν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ Γλαύκων; οὐκ οἶσϑ᾽ ὅτι πολλῶν ἐτῶν
Ayadov ἐνθάδε οὐκ ἐπιδεδήμηκεν; ἀφ᾽ οὗ δ᾽ ἐγὼ Σωκράτει
Hauptsätzen (λέξις εἰρομένη) im fol-
genden: διηγεῖτο — ἔφη — εἶχε —
διήγησαι — el.
4. Φοένικος τοῦ Φιλίππου, sonst
unbekannt.
5. ἀλλὰ γὰρ οὐδὲν εἶχε = aber
seine Erzählung half mir nicht viel,
denn er wußte u. 8. w.
6. τοὺς τοῦ ἑταίρου λόγους. Unter
ἑταῖρος kann nur Sokrates verstan-
den sein. Wir erfahren hieraus
den neuen Umstand, dafs Sokrates
bei jenen ἐρωτικοὶ λόγοι eine her-
vorragende Rolle spielte.
7. ἀπαγγέλλειν häufig von offi-
ziellen Berichterstattungen z. B.
von Gesandten in der Volksver-
sammlung: Äschin. 2, 16. 60. Xen.
Anab. UI öfters.
Ο 1. παρεγένου τῇ συνουσίᾳ: von
der Teilnahme an einem Opfer-
mahle Arist. Eq. 410: ἢ un ποτ᾽
ἀγοραίου Διὸς σπλάγχνοισι παρα-
γενοίμην. Hom. Od. XVII, 173: καί
σφιν παρεγέγνετο dal. Mit ἐν
118 Β: παρεγεγόνει δ᾽ ἐν τῇ συν-
ουσίᾳ.
2. Παντάπασιν ἔοικέ σοι οὐδὲν
διηγεῖσθαι σαφές Verneinung der
Frage des Glaukon, ob Apollodoros
selbst am Gastmahle teilnahm, in
der Form des Unwillens über eine
80 thörichte Frage. ἔοικδ apparet
116, 198 Ὁ. Phädr. 227 B Vahlen
zu Aristot. Poet. 8. 1451 a 19. Eur.
Phoeniss. 406: ἡ wareis, ὡς ἔοικεν,
ἥδιστον βροτοῖς. — διηγεῖσθαι: „er-
zählt zu haben“. Die Zeitbestim-
nung des Infinitivs ist hier blols
durch den Zusammenhang, nicht
durch das verb. finitum bestimmt:
direct διηγεῖτο. Xen. Anab. V 8,
19: εἰ δὲ ὕβρει νομέξετέ us ταῦτα
πράττειν ibid. 1 8,26 ὥς φησι Κτη-
σίας 6 ἰατρός, καὶ ἰᾶσθαι αὐτὸς
τὸ τραῦμά φησι. Die gleiche Er-
scheinung findet sich im Lateini-
schen nur nach memini und ähn-
lichen; ursprünglich gab es nur
Einen Infinitiv, den nachherigen
Inf. Praesentis. Weniger kühn sind
die in Platon sehr zahlreichen Bei-
spiele, in welchen der Inf. von einem
Praeteritum ἔφη abhängig ist und
durch dieses als Inf. Imperf. be-
zeichnet wird. 174D: ἔφη — δια-
λεχϑέντας ἱέναι — πορεύεσθαι —
κελεύειν, 174 E: ἄγειν καὶ κατα-
λαμβάνειν, 175 A: καὶ ἕ μὲν ἔφη
ἀπονίξειν --- ἄλλον --- ἥκειν U.8.W.
180 C: μετὰ δὲ Φαῖδρον ἄλλους
τινὰς εἶναι.
4. ἔγωγε δή. Die Zusammenstel-
lung von ya --- δή bei Platon häufig,
besonders in bestätigenden Ant-
worten wie hier, wo ἡγοῦμαι zu
ergänzen ist. 173E: καὶ δῆλόν γε
δή, Rep. VI 526 E: φαμέν γε δή.
ὅ. πολλῶν ἐτῶν Agathon wird
bei der Aufführung der Thesmo-
phoriazusen des Aristophanes Ol. 92,
1 = 411 in Athen als anwesend
vorausgesetzt, bei der Aufführung
der Frösche (V.85) Ol. 98, 3 = 405
ist er bereits nach Makedonien (ἐς
μακ — ἄρων εὐωχίαν) an den Hof
des Archelaos gezogen; seine Ab-
reise muls also zwischen 411 und
405 gefallen sein '(n. Ritschl de
Agathonis uita nicht nach 408;
sein Tod um 400). Sowohl Agathon
als Sokrates werden hier noch als
6 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
1 δυνδιατρίβω καὶ ἐπιμελὲς πεποίημαι ἑκάστης ἡμέρας εἰδέναι
ὅ τι ἂν λέγῃ ἢ πράττῃ, οὐδέπω τρία ἔτη ἐδείν᾽ πρὸ τοῦ
118 δὲ περιτρέχων ὅπῃ τύχοιμι καὶ οἰόμενος τὶ ποιεῖν ἀθλιώτερος
ἦ ὁτουοῦν, οὐχ ἧττον ἣ σὺ νυνί, οἰόμενος δεῖν πάντα μᾶλ-
λὸν πράττειν ἢ φιλοσοφεῖν. καὶ ὅς Μὴ σκῶπτ᾽, ἔφη, ἀλλ
εἰπέ μοι πότε ἐγένετο ἡ συνουσία αὕτη.
κἀγὼ εἶπον ὅτι
Πκίδων ὄντων ἡμῶν ἔτι, ὅτε τῇ πρώτῃ τραγῳδίᾳ ἐνίκησεν
lebend vorausgesetzt. Da nun Apollo-
doroge noch nicht 3 Jahre ἃ. h.
doch wohl beinahe 3 Jahre mit
Sokrates, dessen Tod 399 fällt, in
Verkehr gestanden hat, so muls
der Beginn dieses Verkehrs späte-
stens 403/2 angesetzt werden, was
für das Gespräch mit Glaukon und
das kurz darauf folgende unserer
Einkleidungsscene auf c. 400 spä-
testens führen würde: ein Datum,
welches mit dem Ausdruck πολλῶν
ἐτῶν gut stimmt.
7. καὶ ἐπιμελὲς πεποίημαι —
πράττῃ und der ganze Satz πρὸ
τοῦ δὲ — φιλοσοφεῖν charakteri-
eieren nicht blofs die Geschwätsig-
keit des Apollodoros, da diese Zu-
sätze für seine Beweisführung rein
überflüssig sind, sondern sollen auch
den zwar treuherzigen aber etwas
bornierten Eifer des Neubekehrten
darstellen, der mit einem gewissen
Fanatismus sein eigenes früheres
Leben verdammt (173 A ἀϑλιώτερος
ἢ ὁτονοῦν und 80 später noch deut-
licher von 173C an) und mit aus
Mitleid und Verachtung gemisch-
tem Gefühl auf diejenigen sieht,
die nicht Philosophie treiben. Die
ganze Schilderung des Apollodoros
sowie die nachher folgende Be-
schreibung des geistesverwandten
Aristodemos atmet Ironie gegen
gewisse wohlmeinende aber be-
schränkte Schüler des Sokrates, die
ihm wie ein Schatten Tag für Tag
nachlaufen und meinen Wunder zu
thun, wenn sie sich kein Wort und
keine Handlung des Meisters ent-
gehen lassen.
178 A 1. Zu περιτρέχων Om
τύχοιμι vgl. Iokaste in Soph. Oed.
Rex 979 εἰκῇ κράτιστον ζῆν, ὅπως
δύναιτό τις. 7) die Ältere attische
und ursprünglich einzig richtige
Form für die 1. Pers. Imperf., erst
später unorganisch zu ἦν gewor-
den. Vgl. Porphyrius in Ven. B su
ἘΦ 538: τὸ ἦν ἐπιπολάζει wor’ τῶν
δὲ ᾿Δττικών ol μὲν ἀρχαῖδι μονο-
ράμματον αὐτὸ προεφέροντο mit
ispielen aus Sophokles, Platon
und dem Komiker Kratinos. Yegl.
Cobet Nouae Lectiones 187. 174E:
οἷός τ᾿ ἡ, 331 Α.
5. ἡμῶν, nämlich Apollodoros
und Glaukon. Auch Platon (geb.
437) war damals noch Knabe. Der
in den folgenden Worten bezeich-
nete Sieg des Agathon fällt näm-
‚ lich nach Athen. V 217 A unter den
Archonten Eupbemos in die Lenäen
Ol. 90, 4 --ἰἰ 416. Madvig das At
tische Drama kl. philol. Schriften
p. 443 vermutet mit Recht, man
habe en Athenäos eher an die
grolsen Dionysien zu denken, weil
175 E: ἐν μάρτυσι τῶν Ἑλλήνων
auf die Anwesenheit vieler Frem-
den hindeutet, die nur an diesem
Feste stattfand, vgl. Einl. $ 9. —
ἢ πρώτῃ τραγωϑδέᾳ mit der ersten
agddie (tragischen Tetralogie),
mit der er in Wettkampf trat, trug
er gleich den Preis davon. Wolf
im Nachlafs bei Rettig: interpre-
tamur Platonem ita, ut dieat om-
nino hanco primam fuisse fabulam
quam Agatho docuerit esque uns
eum vicisse. — τραγῳδίᾳ νικᾶν ge- ᾿
wöhnlicher Ausdruck Marm. Par.
72 von Sophokles, ebenso Diod.
Sic. XIII 108 von Sophokles: τὴν
ἐσχάτην εἰσάγων τραγῳδίαν, ob-
schon eine Tetralogie gemeint ist.
Offenbar ist bei thon an den
ersten Preis zu de ; denn nur
dann ist der grolse Beifall, den
Agathon fand 175 E, 212 E, begreif-
ΣΥΝΠΊΟΣΙΟΝ. 173. 7
γάϑων, τῇ ὑστεραίᾳ ἦ te ἐπινίκια ἔδυεν αὐτός τε καὶ Ὁΐ κα
χονευταί. Mavv, ἔφη, ἄρα πάλαι, ὡς ἔοικεν.
ἀλλὰ τί
σοι διηγεῖζο; ἢ αὐτὸς Σιοκράτης: Οὐ na τὸν Μία, ἣν δ᾽
ἐγώ, ἀλλ᾽ ὅσπερ Φοίνιπι' ᾿Αἰριδεόδημος ἦν τίς, Κυδάϑηναι- Β
EUR, σμιχούς, ἀνυπόδητος ἀεί"
παρεγέγόνει δ᾽ ἐν th ὀὺυν-
ουσίᾳ, Σωκρδτους ἐραθτὴς ὧν ἐὺ τὸῖς μάλιδέα τῶν Tors,
lich. «ἔράνηθεν, ist also gleich υὐρῶ-
zog ἦν mi 0. Aa A 450). Ähn-
liches | re opho okles ge-
habt ΟἹ. Τῦ, 2 = ἐν: v. Chr
6. τῇ ὕστερα (Bodl. ἢ ἢ 5,
Schänz schrei rg N) ἡ ρας ER
Austruoksweise, durch ein Ausge-
lassenes ταύτης ‘oder ἤ n zu erklären:
„am Tage nach demjenigen, an
welchem“. So nach den besten
Handschriften Antiphon VI. 37: τῇ
ὑστεραίᾳ ἡ ὁ παῖς ϑάπτετο, ‚Lysias
IX 22: τῇ προτεραίᾳ ἢ ἀνήγετο,
Dem. Kr 62, τ 160: καὶ
ἀφικνοῦνται τεσσαρακοστῇ, ἡμέρᾳ
ὕὅστερον ἐπὶ Θράκης οἐΐδαια
in (B [Vat.] nach Schöene :
Schlagend ist für diesen Ge-
1 ch die Analogie. Dem. XX1119:
Τῇ προτεραίᾳ, ὅτε ταῦτ᾽ ἔλεγεν, εἰσε:
ληλύϑει. ---- τὰ ἐπινίκια ἔϑυεν αὐτός
ἐξ παὶ οἵ χορευταί. In einem müsi-
schen Agon erhalten sowohl der Cho-
rege als der Dichter (Componist)
Preise. Agathon hatte den Kranz als
Dichter erhalten und feierte diesen
Sieg durch glänzendes Opfe
F maus, wozu er wohl den
Chor einlüd. Denn dafs er und
nicht der Chorege das Fest
geht wohl atıs dem Sin ἔ ἀνα
αὐτός, der ihn als Hauptperson
qualifitiert, hervor. Ebenso war er
ale reicher Herr am folgenden Tage
Festgeber. Unter ahdern Verkält-
nissen geben Freunde des Siegers
zu Ehren dene Agon ein Gastmahl
desselben: ἐσειᾶν ἔινὰ
oder ἑστιᾶν τὰ νικητήρια (ιν)
Piut. Phoc. 20. Auf diese Weise
feiert in Xenophons Symposion Kal-
1186 den Sieg des Autolykos im Pan-
kration. Aufeih Gastmahl, mit dem
derChor regaliert wird, scheint auch
Arist. Achar. 886 sich zu beziehen.
Aber auch Choregen geben sölche
Biegesmahlzeiten Arist. Achar. 1186:
δὲ γ᾽ ἐμέ, κὸν ἐλήμρονα, Δήνάια 20 2%
ηγῶν ἀπέλλεισ᾽ ἀδειήένον. Bei den
Römern gab etwa der dominus gre-
8 den tüektigen Mitgliedern ihrer
upRe® ae Schmaus Plaut. Rud.
1418 istell. Schlufs.
8. οὐ μὰ τὸν Ale se. Σωκρά τῆς
διηγεῖτο, wofür aber auch mit; Wie-
deraufnahme der Negation οὐ διη-
yeiro stehen könnte. In dieser ne-
tiven Schwurformel wird auch der
rtikel weggelassen: Also οὐ
Ata (obgleich etwas seltener); noch
häufiger steht bei Platon μὰ die
(seltener μὰ τὸν 4έα) mit gewöhn-
lich folgender Nega ation. Bejahende
ormeln sind bei Platon m
ΡΨ" (etwas seltener. νὴ τὸν a;
daneben auch ναὶ μὰ Alta und (se
tener) al μὰ τὸν Ala (nach Schanz
suousae commentationes Platonicae
p. 18 ff.). Alle diese Schwurformeln
sind dem gemeinen Leben entnom-
men, kommen daher neben Platon
am häufigsten i in Aristophanes vor;
die Redner pflegten sie zu vermei-
den mit Ausnahme des Demosthenes
(vgl. Rehdantz Demosthenes 2. Heft
p. 281°).
B 2. σμικρός: über Aristode-
mos 8. Einl. S. XL; Xen. Mem.
14, 2 wird er von Sokrates über
die Vorsehung derGötter belehrt. —
ἀνυπόδητος ἀεί: Aristodemos ge-
hört ebenfalls zu denjenigen Schü-
lern des Sokrates, die den Meister
auch in den Äufserlichkeiten nach-
ahmten (vgl. zu 172A). Von den
Sokratikern sagt auch heidippides
in Aristoph. Nub. 102: τοὺς ὦχρι-
ὥντας, ἐοὺς ἀνυποδήτους λέγεις, |
ὧν ὁ κπαλοδαίμων Σωκράτης κα
Χαιρεφῶν.
ὃ. Σωκράτους ἐραστὴς ὦν. So-
krates will nicht Lehrer seiner Um-
gebung heilsen: seine Anhänger
werden daher auch nicht seine
4
C
D
8 IIAAT2NOZ
ὡς ἐμοὶ δοκεῖ. οὐ μέντοι ἀλλὰ καὶ Σωκράτη γε ἔνια ἤδη
ἀνηρόμην ὧν ἐκείνου ἤκουσα, καί μοι ὡμολέίγει καθάπερ
ἐκεῖνος διηγεῖτο. Τί οὖν, ἔφη, οὐ διηγήσω μοι; πάντως
δὲ ἡ ὁδὸς ἡ εἰς ἄστυ ἐπιτηδεία πορευομένοις καὶ λέγειν καὶ
ἀκούειν. οὕτω δὴ ἰόντες ἅμα τοὺς λόγους περὶ αὐτῶν
ἐποιούμεϑα, ὥστε, ὅπερ ἀρχόμενος εἶπον, οὐκ ἀμελετήτως ἔχω.
εἰ οὖν δεῖ καὶ ὑμῖν διηγήσασθαι ταῦτα, χρὴ ποιεῖν. καὶ
γὰρ ἔγωγε καὶ ἄλλως, ὅταν μέν τινας περὶ φιλοσοφίας λύ-
γους ἢ αὐτὸς ποιῶμαι ἢ ἄλλων ἀκούω, χωρὶς τοῦ οἴεσϑαι
ὠφελεῖσθαι ὑπερῳουῶς ὡς χαίρω᾽ ὅταν δὲ ἄλλους τινάς,
ἄλλως TE καὶ τοὺς ὑμετέρους τοὺς τῶν πλουσίων καὶ χρη-
ματιστικῶν, αὐτός τε ἄχϑομαι ὑμᾶς τε τοὺς ἑταίρους ἐλεῶ,
ὅτι οἴεσϑε τὶ ποιεῖν οὐδὲν ποιοῦντες. καὶ ἴσως αὖ ὑμεῖς
ἐμὲ ἡγεῖσϑε κακοδαίμονα εἶναι, καὶ οἴομαι ὑμᾶς ἀληϑῆ ols-
σϑαι' ἐγὼ μέντοι ὑμᾶς οὐκ οἴομαι ἀλλ᾽ εὖ οἶδα.
Schüler genannt. Dagegen werden,
um dieses Verhältnis zu bezeichnen,
allgemeine Ausdrücke der Freund-
schaft (172 B ἑταῖρορ) oder wenn
es als besonders innig dargestellt
werden soll, erotische Bezeich-
nungen (ἐραστής, ἐρώμενος u. 8. w.)
gewählt.
4. οὐ μέντοι ἀλλά „jedoch, in-
dessen. Fast ebenso sagt der Eng-
länder not but that“. (F. A. wolf)
6. τί οὖν οὐ διηγήσω: zu οὐ
περιμενεῖς 172 A. --- πάντως δέ
Bekräftigung des Vorhergehenden
durch einen neuen Grund. Leg. I
625 A: προσδοκῶ οὐκ ἂν ἀηδῶς
neol πολιτείας τὰ νῦν καὶ νόμων
τὴν διατριβὴν λέγοντάς Te καὶ
ἀκούοντας ἅμα κατὰ τὴν πορείαν
ποιήσεσθαι. πάντως δ᾽ ἢ γε ἐκ
Κνωσοῦ ὁδὸς εἰς τὸ τοῦ Διὸς ἄν-
τρον καὶ ἱερὸν, ὡς ἀκούομεν, ἱκανή.
Ahnlich Apol. 88 Ὁ: πάντως δὲ
πάρεισιν αὐτῶν πολλοί.
Ο 2. εἰ οὖν dei, --- χρὴ ποιεῖν.
Diese Wiederholung des Begriffes
„müssen“ charakterisiert den nach-
lässigen Gesprächston. Die Tauto-
logie ist aber nur scheinbar: mit
dei ist die Nötigung, welche ihm
von den andern auferlegt wird,
bezeichnet (so viel als: wenn ihr
verlanget, dafs ich das auch euch
erzähle), mit γρὴ die daraus für
ihn hervorgehende Notwendigkeit
der Ausführung: „nun so muls ich
mich (in Gottes Namen) dazu ent-
schliefsen“. Soph. Trach. 749 εἰ
χρὴ μαϑεῖν σε, πάντα δὴ φωνεῖν
χρεών.
4, ἢ αὐτὸς ποιῶμαι nicht ohne
ein gewisses Selbstgefühl.
5. ὑπερφυῶς ὡς χαίρω; vgl. Gorg.
4960: ὑπερφυῶς ὡς ὁμολογῶ. An+
derwärts ϑαυμαστῶς ὡς: Symp.
220B: ϑαυμαστὰ δὴ ὅσα. Von den
zwei Constructionen, die zu Grunds
liegen und hier vermischt si
1) ὑπερφυές ἐστιν ὡς χαίρω, 2) ὑπερ"
φυῶς χαίρω, ist die erste der zwel-
ten assimiliert.
D 1. οἴεσθε τὶ ποιεῖν οὐδὲν ποι»
οὔντες: das Gleiche hatte er vo
seinem früheren Zustande gesagt
173 A. — καὶ ἴσως αὖ ὑμεῖς u.8.W
Die Bemerkung ist vollkommen:
richtig, dals die Weltkinder ihrer
seits die Sokratiker als τὰ μετέ
peowriozral und gewöhnlich au
arme Schlucker ebenfalls für κακὸ"
δαίμονες halten, vgl. die zu B au-
geführte Stelle aus Aristophanes.
κακοδαίμων unser „armer Mropf“
Mit der Leuten solchen Schlages
eigenen Demut giebt Apollodoros
die Möglichkeit zu, dafs er auch
ZTMIIOZION. 174. 9
ETAI. ᾿Δεὶ ὅμοιος sl, ὦ ᾿ἀπολλόδωφε' ἀεὶ γαρ σαυτόν 4
τὲ κακηγορεῖς καὶ τοὺς ἄλλους, καὶ δοκεῖς μοι ἀτεχνῶς
χάντας ἀϑλίους ἡγεῖσϑαι πλὴν Σωκράτους, ἀπὸ σαυτοῦ
ἀρξάμενος. καὶ ὁπόϑεν ποτὲ ταύτην τὴν ἐπωνυμίαν ἔλαβες
τὸ μανικὸς καλεῖσθαι, οὐκ οἶδα ἔγωγε ἐν μὲν γὰρ τοῖς
λόγοις ἀεὶ τοιοῦτος sl’ σαυτῷ τε καὶ τοῖς ἄλλοις ἀγριαένεις
πλὴν Σωκράτους. |
AIIOA. Ὦ φίλτατε, καὶ δῆλόν γε δὴ ὅτι οὕτω δια- E
νοούμενος καὶ περὶ ἐμαυτοῦ καὶ περὶ ὑμῶν μαένομαι καὶ
παραπαίω.
ETAI. Οὐκ ἄξιον περὶ τούτων, ᾿Αἀπολλόδωρε, νῦν ἐρί-
ξειν᾽ ἀλλ᾽ ὅπερ ἐδεόμεϑά σου, μὴ ἄλλως ποιήσῃς, ἀλλὰ
διήγησαι, τίνες ἦσαν ol λόγοι.
ANOA. Ἦσαν τοίνυν ἐκεῖνοι τοιοίδε τινές" μᾶλλον δ᾽
ἐξ ἀρχῆς ὑμῖν, ὡς ἐκεῖνος διηγεῖτο, καὶ ἐγὼ πειράσομαι 174
διηγήσασϑαι.
D. Ἔφη γάρ οἵ Σωκράτη ἐντυχεῖν λελουμένον τε καὶ
zu den κακοδαέίμονες gehöre; aber
natürlich in einem der Anschauung
der Weltkinder ganz entgegenge-
setzten Sinne: weil sein Eifer für
die Philosophie noch nicht heils
genug ist, weil er gelegentlich sich
als rückfällig in den alten Welt-
sinn ertappt. Über den traurigen
Zustand der andern aber ist vol-
lends kein Zweifel: ἐγὼ μέντοι ὑμᾶς
οὐκ οἴομαι ἀλλ᾽ εὖ οἶδα. Immerhin
ist unser Apollodoros etwas be-
scheidener als der lästige Stoiker
Damasippus Hor. Sat. II 8, 32, der
sich als nunmehr weise gewordenen
von der Thorheit aller andern aus-
nimmt. Vgl. auch nachher 9 σαυτῷ
te καὶ τοῖς ἄλλοις ἀγριαένεις.
ὅ. ἀτεχνῶς „schlechtweg“ oder
„kurz und gut‘ (Lehrs).
8. ἔν μὲν γὰρ τοῖς Aöyoıg; woher
du einst (bei welchem Anlals oder
durch welche Handlungsweise) die-
sen Beinamen „der Tolle‘ erhalten
hast, das weils ich freilich nicht
(so ganz ohne Grund wirds wohl
nicht sein); denn in den Reden
wenigstens zeigst du dich immer
80 = allerdings in den Reden
etc. Ähnlich Plato Polit. 264 C ἐν
μὲν γὰρ ταῖς κρήναις τάχ᾽ ἂν ἴσως
εἴης ἠσθϑημένος: (so ganz ohne
eigene Erfahrung wirst du nicht
sein) allerdings in den Quellen
etc. So dient μὲν γὰρ zur Er-
mälsigung einer vorhergehenden ne-
gativen Behauptung. Vgl. krit. An-
hang.
E 1. Die Antwort des Apollodoros
lautet bestätigend, ist aber ganz
ironisch. So das ὦ φίλτατε, und δῆ-
λόν γε δή: „es ist ja wohl sonnen-
klar“ nämlich in den Augen von
euch Weltkindern.
7. μάλλον δὲ bezeichnet die Mo-
dification seines Entschlusses. Die-
ser Sinnesänderung verdanken wir
Cap. II—V. Anfänglich wollte Apol-
lodoros gleich mit der Rede des
Phädros beginnen. Vgl. Einleitung
ξ 8.
Das 6Gastmahl selbst.
1. Einleitende Erzählung.
174 A178 A (Cap. II—V).
174 A 3. Ἔφη γάρ ol. Das ganze
Symposion ist von diesen Worten
an bis zum Schlusse 223 D τὸν» οὖν
Σωκράτη — ἀναπαύεσθαι eine in
ihrer Art einzig dastehende Oratio
obliqua. Nach diesem einleitenden
Ἔφη (sc. Agıotoönuog) folgen näm-
10 TAATR2NOZE
4« τὰς βλαύτας ὑποδεδεμένον, ἃ ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει" καὶ
lich lauter Accusativi cum Infini-
tivo (nie die Construction mit ὅτι
oder ὡς oder mit dem blofsen
tativ); in den wenigen Fällen, ın
welchen Aristodemos blofs von sei-
ner eigenen Person zu erzählen hat,
steht natürlich Nominativus cum
Infinitivo 174 C: ταῦτ᾽ ἀκούσας el-
πεῖν ἔφη, 175 Β: καὶ ὃς ἔφη εἰπεῖν,
2230: ἐξεγρόμενος δὲ ἰδεῖν; nur
bei Gegensätzen wird auch hier
Accus. c. Inf. gesetzt 175C: τὸν
οὖν Ayddava πολλάκις κελεύειν —,
ἕ δὲ οὐκ ἐᾶν. Ziemlich oft wird
nur ἔφη (sc. ὁ φιστόδημος) gleich-
sam zur Erinnerung wiederholt,
namentlich häufig im Anfang 174 C
u. ἃ. Ο., 174D: τοιαῦτ᾽ ἄττα σφᾶς
ἔφη διαλεχϑέντας, 175 A: οὐ σκέψει,
ἔφη, φάναι τὸν ᾿γάϑωνα, 176 A
u. 8. f.; zuweilen auch, zur Ver-
meidung von Mifsverständnis, mit
Hinzufägung des Subjektes ὃ Agı-
στόδημος 185 C, 198 A. Im Verlauf
der Erzählung wird nun dieses ἔφη
oder ἔφη ὁ Aotorödnwog immer sel-
tener; so stehen in der Alkibiädes-
scene 212 C — 215 A, 222 C — 223 Ä
die Accus. c. Inf. ohne dasselbe,
blofs im Schlufscapitel 223 B, Ὁ
taucht es wieder auf. Diese Infini-
tivconstruction ist in der Erzählung
von Vorkommenheiten und
Handlungen streng durchgeführt;
ja es ist keine derselben in direc-
ter Form (Indicativ) gegeben, wie
sie von Aristodemos ausgesprochen
worden war, mit einziger Aus-
nahme von 174E: καὶ ἐγώ, ἔφη
(Agıotöönuos), μεταστρεφόμενος 0oV-
δαμοῦ ὁρῶ Σωκράτη ἑπόμενον statt
des zu erwärtenden, aber minder
lastischen καὶ ἔφη οὐδαμοῦ ἰδεῖν.
In den Nebensätzen dieser Infinitive
ist durchweg der Modus beibehalten,
den sie in directer Erzählung haben
würden, in Relativsätzen 174A: ἃ
ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει, 174 E,
180 Ο, in Temporalsätzen 218 ΕἸ:
ἐπειϑὴ δὲ κατεκλίνη, auch in Cau-
salsätzen ist der Indicativ nicht mit
Optativ vertauscht. 3120: ὅτι ἐμνή-
σθη, 222 C; der Optativ 174 A:
ὅποι ἴοι, 175 A, 178 A würde auch
in directer Rede stehen. Einzige
Ausnahme bilden die assimilierten
Temporalsätze 174 Ὁ: ἐπειδὴ δὲ
γενόσθαι, E: εὐθὺς ὡς ἰδεῖν. Auch
bei der Einleitung von erzähl-
ten Reden (Gesprächen) wird
(nach hinzugedsohtem oder -gesetz-
tem ἔφη sc. ᾿Δριστόδημος) l-
mälsig der Infirätiv gebraucht; alsı
(ἔφη) φάναι τὸν Σωκρίξνη u. 8. f.
Die Rede selbst aber wird fast
durchweg direct gegeben, meist
obne einleitendes orı (letzteres im
Anfang 173 A); im Verlaufe des
Gespräches daher sagt aüch Ari-
stodemee von sich 174 B: xays,
ἔφη, εἶπον für das erwartete καὶ
αὐτὸς ἔφη εἰπεῖν (vgl. 174C: ταῦτ᾽
ἀκούσας εἰπεῖν ἔφη). Eine wirk-
liche Abweichung von der strengen
Regelmäfsigkeit findet ferner im
Verlaufe eines Gespräches
oder gegen Ende einer län-
gern Rede ihsofern statt, als hier
auch das directe (auf eine beim
Gastmahl redende Person bezogene)
ἔφη oder ἦ δ᾽ ὃς stehen kann statt
des erwarteten (ἔφη) pavar. Dieses
ἔφη oder ἦ δ᾽ ὃς unterscheidet
sich demüäch von dem gewöhn-
lichen, oben behandelten ἔφη (ὃ
Aeıctöönuos) dädurch, dafs es em
anderes Subjekt hat: der jeweilige
Zusammenhang mufs entscheiden,
ob das eine oder das andere ἔφη
gemeint ist. So steht nebeneinander
174 A: ἡ δ᾽ ὅς sc. Σωκράτης (für
ἔψη φάναι τὸν Σωκράτη)... κἀγώ,
ἔφη sc. ᾿ἀριστόδημος . . ἕπου τοί-
γυν, ἔφη 80. Σωκράτης (wieder wie
oben). Am Schlufs einer längern
Rede 186 Ὁ: ξζαῦτά σοι, ἔφη sc.
Παυσανίας --- συμβάλλομαι für ἔφη
(6 ᾿Δρισεόδημός) φάναι τὸν Παυδα-
νίαν. --- λελουμένον vor der Mähl-
zeit pflegte man sich zu baden
oder doch wenigstens sich mit Öl
einzureiben: Hom. Od. VI 96, Xen.
Symp. I 7: of μὲν γυμνασάμενοι
καὶ χρισάμενοι, ol δὲ καὶ Aovdaps-
vor παρῆλϑον. Plut. septem sapient.
conv. 148 B: καὶ λούσασθαι μὲν ὃ
Θαλῆς οὐκ ἠϑέλησεν, ἀληλιμμένοι
γὰρ ἦμεν.
4. ἃ ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει, vol.
1168 Β: ὃ ἐγὼ οὐδεπώποτε ἐποίησα.
EZTMHOLZION. 174. 11
(E) ἐρέσϑαι αὐτὸν ὅποι los οὕτω καλὸς γεγενημένος. καὶ τὸν 6
εἰπεῖν ὅτι Ἐπὶ δεῖπνον εἰς ᾿4γάϑωνος.
διέφυγον τοῖς ἐκπινικίοις, φοβηϑεὶς τὸν ὕχλον᾽
ταῦτα δὴ ἐκαλλωπισάμην, ἵνα
ἀλλὰ σύ, N δ᾽ ὅς, πῶς ἔχεις πρὸς
δ᾽ εἰς τήμερον παρέσεσϑαι.
καλὸς παρὰ καλὸν ἴω.
χϑὲς γὰρ αὐτὸν
ὡμολόγησα
τὸ ἐθέλειν ἂν ἰέναι ἄκλητος ἐπὶ δεῖπνον; κἀγώ, ἔφη,Β
sixov ὅτι Οὕτως ὕπως ἂν
181 A: οἷον ὃ νῦν ἡμεῖς ποιοῦμεν.
Zur Sache Phädr. 229 A: eis καὶ-
007, ὡς ἔοικεν, ἀνυπόδητος ὧν ἔτυ-
χον᾿ σὺ (an Sokrates gerichtet) μὲν
γὰρ δὴ del, Symp. 88 0Β: Xen.
Mem. 1 6, 3. Aristoph. Nubes 108,
863. Über die ἐλουσέα des Sokra-
tes Arist. Ave» 1055, der Sokratiker
Nub, 886 ὧν duo τῆς φειδωλίας
ἀπεπείρατ᾽ οὐδεὲὸς πώποτ᾽ οὐδ᾽
ἠλείψατο | οὐδ᾽ εἰς βαλανεῖον ἦλθε
λουσύμενος.ς Dieselbe δηῆρ von
den Komikern yerepottet, = in den
Πυϑαγοριστὴς des Aristophon Mein.
ΠΕ». 8608. Dagegen Aristoteles
Athen. V. 188 E: %Ao. δὲ Ölovrov
καὶ κονιορτοῦ ἥκειν πλήρη τινὰ ἐπὶ
τὸ συμπόσιεσν ἀπρεπὲς εἶναι φησίν.
Der Zusatz ist hier vollkommen am
Platz, indem erst dann die Frage
des Aristodemos ὅποι ἴοι οὕτω κα-
λὸῤ γεγενημέφος begreiflich wird;
Sokrates hatte sich diesmal beson-
ders für seine Toilette bemüht,
während sich dergleichen bei an-
dern Leuten von selbst verstand.
Statt dxofsı würde man eher das
Präsens erwarten, da Sokrates noch
lebt (zu 173 C). „Der griechische
Sprachgebrauch erlaubt aber die
Anwendung des Imperfects für einen
noch dauernden Zustand, wenn
derselbe für einen rückwärte lie-
genden Zeitpunkt angesogen wird“.
(Vermehren Platonische Studien
p, 89, gegen Hirschigs Athetese).
8. ταῦτα δή; δή „aleo“ wird
gerne Demonstrativen nachgesetszt,
80) wie hier nach ταῦτα 176E,
177 C, 177 E, nach τούτους 184 A,
nach οὕτω 173B, 180B, 181 A,
184 A, 184 0, nach τότϑ 184 E; in
ähnlichem Sinne nach ὅϑεν 1804,
181 Β, 181 C, nach ὅς 180 Εἰ u, ö.—
ταῦτα ist Accus. des innern Ob-
jektes zu ἐκαλλωπισάμην „diese
σὺ χελεύῃς. Ἕπου τοίνυν,
Schmückung also vollzog ich“. —
Scherzhaftes Polyptoton in &xwilo-
πισάμην und καλὸς παρὰ καλόν.
9. πῶς ἔχεις πρὸς τὸ ἐθέλειν ἂν
leves u. 8. w. wie stehte mit dir mit
Beziehung auf einen allfälligen Ent-
schluls (ἂν ἐθέλειν) uneingeladen
zum Gastmahl zu gehen — könntest
du es allfällig über dich bringen
u.8.w. Vgl. 176B: πῶς ἔχει πρὸς
τὸ ἐρρῶσθαι “πίνειν. Uneingeladen
zum Gastmahl zu gehen galt im
allgemeinen als unanständig. Die-
jenigen, die Profession daraus mach-
ten, waren trotzdem, dafs sie als
yelotoroıol die Gäste zu erheitern
pflegten, verachtet; schon der sici-
lische Komödiendichter Epicharmos
machte die ἄκλητοι zur stehenden
Figur. Sie hielsen zuerst κόλακες.
Von Araros dem Komiker an, dem
Sohne des Aristophanes, wurde für
sie in Athen (vielleicht aach dem
frühern Vorgang des Siciliers Epi-
charmos [Athen. VIp. 235 E]) der
Name παράσιτοι stehend, ursprüng-
lich ein Ehrenname für diejenigen,
die an gewissen ÖOpfermahlzeiten
oder im Prytaneum mitzuspeisen
das Recht hatten. Unter diesem
Namen sind sie auch in die rö-
mische Komödie übergegangen.
Nicht blofs die Komiker, sondern
auch die Symposienschreiber liefsen
gewöhnlioh eine solche Person auf-
treten : 80 im Xenophontischen Sym-
posion der γϑλωτοποιός Philippos,
im Symposion des Lucian der Ky-
niker Alkidamas. Später wurden
diejenigen, die nach dem Vorgang
unseres Aristodemos (174 D: οὐχ
ὁμολογήσω ἄκλητος ἥκειν͵ ἀλλ᾽ ὑπὸ
σοῦ πεκλημένος) insofern eine Mit-
telstellung einnahmer, als sie sich
von eiuem eingeladenen Gaste ohne
Vorwissen des Gastgebers einladen
12 TIIAAT2NOE
3 ἔφη, ἵνα καὶ τὴν παροιμίαν διαφϑείρωμεν μεταβάλλοντες,
liefsen, ἐπέκλητοι oder σκιαί (Schat-
ten desjenigen, der sie einladet) ge-
nannt; Plut. Symp. Quaest. VII 6;
lateinisch umbrae Hor. Sat. Π 8 22,
Ep. I 5, 28. Suidas ᾿4πίκεος Μάρ-
xog. Reiches Material bei O. Rib-
beck: Kolax eine ethnologische
Studie in Abhandl. der philol. hist.
Kl. der sächsischen Ges. d. W.
IR, 1.
B 3. διαφϑείρωμεν μεταβάλλον-
tes ein scherzhaft übertriebener
Ausdruck für „eine Correctur, Inter-
polation daran vornehmen“. Eine
förmliche Veränderung des Sinnes,
wie sie dagegen Homer sich erlaubt
haben soll, wird im Gegensatze
hiezu mit οὐ μόνον διαφϑεῖραι
ἀλλὰ καὶ ὑβρίσαι bezeichnet. ὑβρέ-
ξειν wäre unser deutsches „zuSchan-
den machen“, nicht aber schon dıe-
φϑεέρειν μεταβάλλοντα, welch letz-
teres von Lehrs so übersetzt wird.
Schon aus diesem Gegensatz geht
hervor, dafs mit dem ersten Aus-
druck nicht eine Vertauschung von
entgegengesetzten Begriffenge-
meint sein kann. διαφϑείρειν „ent-
stellen“, Phädo 117 B: οὐδὲν τρέ-
σας οὐδὲ διαφϑείρας οὔτε τοῦ χρώ-
ματος οὔτε τοῦ προσώπου; Kratylos
404C wird die Verwandlung des
Namens Φερρέφαττα in Φερσεφόνη
ein μεταβάλλειν genannt.
4. Mit ὡς wird nicht das Sprüch-
wort in seiner gewöhnlichen Fas-
sung, sondern in der von Sokrates
scherzhaft interpolierten Gestalt
vorgeführt, wie namentlich das ἄρα
in ὡς ἄρα beweist. Zu diesem fol-
gernden ἄρα vgl. Apol. Socr. 40E:
εἰ δ᾽ αὖ οἷον ἀποδημῆσαί ἐστιν ὃ
ϑάνατος ἐνθένδε εἰς ἄλλον τόπον,
καὶ ἀληθῆ ἐστι τὰ λεγόμενα ὡς
ἄρα ἐκεῖ εἰσιν ἅπαντες ol τεϑνεῶ-
τες; ἄρα bezieht sich auf οἷον ἀπο-
δημῆσαι, Lysis 216 Ὁ: καὶ δὴ καὶ
ἔτι ἐπεξήει τῷ λόγῳ μεγαλοπρεπέ-
στατον λέγων, ὡς ἄρα παντὸς δέοι
τὶ ὅμοιον τῷ ὁμοίῳ φίλον εἶναι,
Symp. 1920: οὐδὲ γὰρ ἂν δόξειδ
τοῦτ᾽ εἶναι ἡ τῶν ἀφροδισίων συν»-
ουσία, ὡς ἄρα τούτου ἕτερος ἑτέρῳ
χαίρει ξυνὼν οὕτως ἐπὶ μεγάλης
σπουδῆς, Phädr. 341 Β. ὡς ἄρα ist
zu übersetzen „dals- also“, sc. wenn
man verändert. Da nun die Hand-
schriften ὡς ἄρα καὶ ἀγαθῶν ἐκὶ
δαῖτας ἴασιν αὐτόματοι ἀγαϑοὶ ba
ben, so nimmt man nach dem 701-
gang des Scholion zu unserer Stelle
und der offenbar aus derselben
Quelle (Aristophanes von Byzanz?)
fliefsenden Bemerkung bei Zenobius
119 und Athenäus V 178 A ge-
meiniglich an, das Sprüchwort habe
in seiner unverfälschten Form
lautet αὐτόματοι ἀγαϑοὶ δειλῶν je
δαῖτας ἴασιν, welches z. B. Stall-
baum so erklärt: bono et honesio
uiro non opus est excusatione quandd
αὐτόματος h. 6. non inuitalus uenit
ad δειλῶν h. 6. minus bonorum com
uiusa: his enim eius praeseniia non
potest non grata esse ei iucunda;
Wolf nach Sydenham: „Edle kom-
men uneingeladen zu Gastereien der
Geringen, weil nämlich die letz
tern sich nicht unterstehen jene zu
sich einzuladen“. Sokrates habe
demselben scherzhaft die Fassung
gegeben αὐτόματοι ἀγαϑοὶ ἀγα-
909 ἐπὶ δαῖτας ἴασιν mit Anspie
lung auf den Namen Agathon. Diese
Freiheit werde nun durch scher
hafte Berufung auf Homer entschul-
digt, der sich die weit ärgere Ver-
änderung erlaubt habe, einen δειλός
(Menelaos) zu einem ἀγαθός (Aga-
memnon) uneingeladen kommen zu
lassen, also quasi praktisch das
Sprüchwort in die Form αὐτόμα-
τοι δειλοὶ ἀγαθῶν ἐπὶ δϑαῖτας
ἴασιν zu verkehren. Dieser Annahme
der meisten stehen aber verschie
dene Gründe entgegen: 1) wird
für die Fassung ἀγαϑοὶ δειλῶν
aulser unserer Stelle, die selbst in
Frage steht, kein einziges wirk-
liches Citat aus einem Classiker
angeführt; genannt (aber nicht ci-
tiert) wird als Gewährsmann hiefür
bloße noch bei Zenobius der Κο-
miker Eupolis in dem Stücke zev-
σοῦν γένος, jedoch so, dafs wir
aus der Art, wie über ihn gespro-
chen wird, schliefsen müssen, er
habe dem Sprüchwort diese Fas-
ZTMIIOZION. 174. 13
ὡς ἄρα καὶ ᾿4γάϑων᾽ ἐπὶ δαῖτας ἴασιν αὐτόματοι ἀγαϑοί. 4
sung ἀγαϑοὶ δειλῶν blols in scherz-
hafter Travestie gegeben. 2) Da-
gegen sind umgekehrt eine Reihe
von Zeugnissen und wirklichen Ci-
taten dafür anzuführen, dafs das
Sprüchwort gelautet habe ἀγαϑοὶ
ἀγαϑῶν ἃ. h. also so, wie nach
der gewöhnlichen Erklärung So-
krates dasselbe scherzhaft gewen-
det haben soll: „der Gute darf un-
eingeladen zum Guten, oder der
Freund zum Freunde kommen“;
a) aus der Zeit vor Platon: 1) Athen.
18 A (Bergk poet. lyr. Gr. p. 704)
aus einem unbekannten Dichter:
ἀγαϑὸς πρὸς ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἔστι-
ασόμενος 1%09° κοινὰ γὰρ τὰ τῶν
φίλων (nach Eustathios σὰ ll. 3376
p. 1148 als von Archilochos her-
rührend bezeichnet). 2) Bacchylides
fr. 38 (Athen. V 178 A): αὐτόματοι
δ᾽ ἀγαϑῶν δαῖτας εὐόχϑους ἐπέρ-
γζονται δέκαιοι φῶτες cfr. Zenob. II
19: αὐτόματοι δ᾽ ἀγαθοὶ ἀγαϑῶν
ἐπὶ δαῖτας ἵενται. οὕτως Βακχυλί-
ϑης (so nach einer Handschr., nicht
Ἡράκλειτος). 8) Der Komiker Kra-
tinos in dem Stücke Pylaea im Schol.
Plat. z. u. St. Mein. fr. 111: οἵδ᾽
αὖϑ᾽ ἡμεῖς, ὡς ὁ παλαιὸς | λόγος,
αὐτομάτους ἀγαϑοὺς ἱέναι | κομψῶν
ἐπὶ δαῖτα θεατῶν; wobei der Aus-
druck ὡς ὃ παλαιὸς ein sehr ge-
wichtiges Zeugnis enthält. 4) nicht
ganz sicher Archiloch. fr. 78 B bei
Athen. 1I8A. Ὁ) aus der Zeit nach
Platon: 1) Plut. quaest. Symp. VII
6 fin.: Φιλίππῳ μὲν γὰρ ἐδόκει τῷ
γελωτοποιῷ τὸ αὐτόκλητον ἐπὶ δεῖ-
avov ἐλθεῖν γελοιότερον εἶναι τοῦ
χεχλημένου: ἀγαϑοῖς δὲ καὶ pl-
λοις ἀνδράσι παρὰ φέλους καὶ
ἀγαθοὺς σεμνότερόν ἔστι καὶ ἥδιον,
αν μὴ καλέσασι μηδὲ προσδοκῶσιν
ἐν καιρῷ παραγίγνωνται μετὰ φί-
λων ἑτέρων etc. 2) Demetrius Pha-
lereus Ὁ. Athenäus V' 117 F: οἶμαι
γὰρ ἕκαστον τῶν χαριέντων ἀν-
ϑρώπων ἔχειν καὶ οἰκεῖον καὶ
φίλον, πρὸς ὃν ἂν ἔλθοι θυσίας
οὔσης τὸν καλοῦντα μὴ περιμείνας.
8) Liban. Epist. 84: αὐτόματος ἐπ᾽
ἀγαθῶν συνέδριον ἀγαϑός. 4) Ni-
cetas Eugenianos III 259: ἀεὶ τὸ φι-
λοῦν αὐτόκλητον, φιλότης. 5) Schol.
zu Lucian Conv. 12: Alnıdauag αὖ-
τόματος ἦλθεν. αὐτόκλητος" οἵ
γὰρ οἰκεῖοι καὶ γνήσιοι᾽ ἣν δέ
τις μὴ τοιοῦτος παρεισέφρησε, διε-
βάλλετο. 6) Sämtliche Parömiogra-
phen haben die Form αὐτόματοι
ἀγαϑοὶ ἀγαθῶν ἐπὶ δαῖτας ἴασιν
oder fevraı; daneben die verwandte
Form ἀκλητὶ κωμάζξουσιν ἐς φίλων
(al. φέλους) φίλοι oder in prosai-
scher Fassung: αὐτόκλητοι κωμά-
σουσι φίλοι παρὰ τοῖς φίλοις. 8)
Die Fassung ἀγαϑοὶ ἀγαθῶν oder
die verwandte φίλοι φίλων giebt
einen viel natürlichern, humanern
Sinn, als die im Grunde robe, höch-
stens im Kriege berechtigte Fas-
sung ayadol δειλῶν. Vgl. auch
Plato Lysis 214 Ὁ: ὡς ὁ ἀγαϑὸς τῷ
ἀγαθῷ μόνος μόνῳ φίλος. 4) Nach
der gewöhnlichen Erklärung mülste
man das Nebeneinanderbe.
stehen von 2 Sprüchwörtern
entgegengesetzterBedeutung
und Fassung annehmen, wofür
kein analoges Beispiel aufzuweisen
ist. Eine einmal von einem Ko-
miker (Eupolis) scherzhaft ange-
brachte Travestie kann nicht als
ein Sprüchwort bezeichnet werden.
Vellends ist es aber unmöglich an-
zunehmen, dafs Platon von der tra-
vestierten Form des Eupolis aus-
gehend (ἀγαϑοὶ δειλῶν») diese als
das eigentliche Sprüchwort bezeich-
net und die jedermann bekannte
ewöhnliche Fassung desselben (ἄγ.
ἀγαθῶν») ala eine scherzhafte von
ihm selbst vorgenommene Inter-
polation des Sprüchwortes ausge-
geben hätte. Hieraus folgt für uns:
es gab nur Ein Sprüchwort,
welches Platon kannte (der
παλαιὸς λόγος des Kratinos): αὖὐ-
τόματοι ἀγαϑοὶ ἀγαθῶν ἐπὶ
δαῖτας ἴασι. Die von Platon
scherzhaft angebrachte Veränderung
bestand, wie schon Lachmann ein-
sah, blofs in der Veränderung des
Accentes ᾿4γάϑων᾽ oder ᾿4γάϑωνι
„Gutmann“. Auch dem „Gutmanrf‘
kommen die Guten freiwillig zum
Gastmahle. Zu dem Dativ bei ἴασιν
vgl. Protag. 821 Ὁ: ἀποροῦντι δὲ
αὐτῷ ἔρχεται Προμηϑεύς. Ahnliche
14 IIAATRNOE
5 Ὅμηρος μὲν γὰρ κινδυνεύει οὐ μόνον διαφϑεῖραι ἀλλὰ καὶ
ὑβρίσαι εἰς ταύτην τὴν παροιμέαν᾽ ποιήσας γὰρ τὸν ᾿4γαμέ-
Ο μνονα διαφερόντως ἀγαϑὸν ἄνδρα τὰ πολεμικά, τὸν δὲ Μενέλεων
paidaxovy alyumenv, ϑυσίαν ποιουμένου καὶ ἑστιῶντος τοῦ
᾿Δγαμέμνονος ἄκλητον ἐποίησεν ἐλθόντα τὸν Μενέλεων ἐπὶ
τὴν ϑοίνην, χείρω Ovın ἐπὶ τὴν τοῦ ἀμείνονος. ταῦτ᾽
ἀκούσας εἰπεῖν ἔφη Ἴσως μέντοι κινδυνεύσω καὶ ἐγὼ οὐχ
ὡς σὺ λέγεις, ὦ Σώχρατες, ἀλλὰ καϑ᾿ Ὅμηρον φαῦλος ὧν
Ὁ ἐπὶ σοφοῦ ἀνδρὸς ἐέναε ϑοένην ἄκλητος.
leichte Wortspiele mit Namen findet
Platon durchaus nicht unter seiner
Würde; vgl. Symp. 186 C: Παυσα-
ψέου παυσαμένου, 198 C: Γοργέον
κεφαλήν, Rep. X 614B: ᾿Δλκένους
und ἄλκιμος, Gorgias 513 Β: δῆμος
und Demos, Sobn des Pyrilampes
(über - ‚diesen Punkt vgl. Vermehren
plat. Studien p. 37). Da das Wort-
spiel graphisch zur Zeit Platona,
wo die Accente etc. noch unbe-
kannt waren, nicht ausdrückbar
war, wurde durch Mifsverständnis
unserer Stelle von einem alexan-
drinischen Grammatiker der falsche
Schluß auf ein Sprüchwort ὦ
ϑοὶ δειλῶν gezogen (vgl. krit. ).
Elision des : im Dativ siehe La Roche
Hom. Untersuch. p. 115 ff., bee. 128.
Christ Metrik S.25!. Ein graphisch
nicht darstellbares Wortspiel ist
auch das bekannte des Haraklit
mit βίος und βιός f. 189 Schuster.
Ὅμηρος μὲν γὰρ κινδυνεύει:
Diese leichte Änderung darf ich
mir wohl erlauben, da Homer im
Grunde noch weit kühner mit dem
Sprüchwort umgegangen ist, indem
er so dichtete, als ob dasselbe anz
anders lauten würde: δειλοὶ ἀγα-
ϑῶν. μὲν γὰρ setzt den Gegensatz
voraus: ἐγὼ δὲ μόνον μετέβαλῃν,
der im vorhergehenden bereite ent-
halten ist, Ähnlich 1160: ἡμεῖς μὲν
γὰρ ἀεὶ ἀδύνατοι, wozu der Gegen-
satz, in dem Vorbergehenden liegt
εἰ ὑμεῖς δυνατώτατοι πίνειν νῦν
ἀπειρήκατε. Vahlen zu Arist. Poet.
P- 107. Dafs Homer in Wirklich-
eit an gar kein Sprüchwort ge-
dacht hat, versteht sich von selbat.
Platon bewegt sich in leichtem
ὅφα οὖν ἄγων μὲ
Scherze auf dem glatten Baden |
‚die aus allem alles
macht; es ist ohnehin attischer
Conversationston, Homerischa Be-
miniscenzen überall in freier Weise
anzubri
6. ποιῆσας — ἄκλητον ἐποίησεν.
Das Part. Aor. bezeichnet hier nicht
die Antecedenz, sondern eher die
Coincidenz im Sinne des Gegen-
satzes „während“ (Γάιον Syntax
der gr. Tempora $ 7
Ὁ 2. ,,μαλϑακὸν ηκή». Be-
miniscenz aus Il. XVII 587: οἷον
δὴ Μενέλαον ὑπέτρεσας, ὃς τὸ πά-
005 περ | μαλϑακὸς αἰχμητής. --
Die Form μαλϑακός neben μαλακός
auch sonst bei Platon 195D, Phädr.
239 C. — Μενέλεως in att. Prosa |
abwechselnd mit Μενέλαος. Bei
Platon Rep. ΠΙ 408 A; — Αεπέλαος
Euthydem. 288 C.
3. ἄκλητον ἐποίησεν ν ἐλθόντα, An-
spielung an 1]. 08:
δέ οἵ ἴοι nv πα Μενέλαος
Athenäos V 178 A verteidigt gr
Homerischen Menelaos mit grofsem
Eifer gegen die Angriffe Platons
und weist letztern mit der Ent
rüstung eines pedantischen Schul-
meisters, der keinen Scherz ver-
steht, zurecht.
5. καὶ ἐγὼ auch ich, wie Mens; |
laos bei Homer, als δεελὸς oder
φαῦλος; ἄκλητος der gewöhnliche
Ausdruck. οὐχ ὡς σὺ λέγεις „der
da mich nämlich allzugütig unter
die ἀγαϑοὶ zu rechnen scheinst“.
(Wolf.)
D 1. σοφοῦ speciellere Bezeich-
nung für ἀγαθός. Agathon ist ein
geschickter, weiser Mann.
ΣΎΜΠΟΣΙΟΝ. 174. 15
τί ἀπολογήσει; ὡς ἐγὼ μὲν οὐχ ὁμολογήσω ἄκλητος ἥκειν, ἃ
ἀλλ᾽ ὑπὸ σοῦ κεχλημένος. Σύν τε δύ᾽, ἔφη, ἐρχομένω πρὸ
ὁ τοῦ βουλευσόμεϑα DO τι ἐροῦμεν. ἀλλ᾽ ἴωμεν. — Τοιαῦτ᾽
ἄττα σφᾶς ἔφη διαλεχϑέντας ἰέναι. τὸν οὖν Σωκράτη ἕαυ-
τῷ πῶς προσέχοντα τὸν νοῦν κατὰ τὴν ὁδὸν πορεύεσθαι
ὑπολειπόμενον, x περιμέναγτος οὗ κελεύξιν προϊέναι εἰς
ἄχλητος ; synonym damit αὐτόματος
(Sprächwort),«üroxAnrog Plut.Symp.
uzest. VII 6 extr., αὐτεπάγγελτος
ucian. Jup. trag. 37. — ὅρα οὖν
ἄγων we τέ ἀπολογήσει : sieh nun zu,
wie du dich entschuldigen kannst,
wenn du mich mitnimmst. Zu ὅρα
οὖν (für handschr. ἄρα, vgl. krit.
Anh.) Phädo 86 D: ὅρα οὖν πρὸς
τοῦτον τὸν λόγο» τί φήφρμεν. Symp.
189 A: ὅρᾳ τί ποιεῖς.
8. Zur τε δύ᾽ etc. nach Iliag X
224: σύν τε δύ᾽ ἐρχομένῳ καί rs
πρὸ ὁ τοῦ ἐνόησεν ᾿βἅπαως
κέρδος ξῃ: Worte des Diamedes,
der den Odysseus sieh zum Ge-
fährten auswählt. Statik der ge-
sperrten Worte hat Platon frei ge-
setzt: πρὸ ὃ τρῦ βουλευσόμεϑα 0
τι ἐροῦμεν, während er Protag.
848 C den Vers wörtlich eitiert hat.
Durch die Änderung an ungerer
Stelle wird die Anakoluthie besei-
tigt und der Gedanke etwas ver-
ändert. Wir beide (sagt Spkrates)
haben eine passende Entschuldi-
gung nötig; du, dals du wneinge-
laden kommst; ich, dals ich dich
einführe — wir wollen uns beide
um die Wette darüber beraten 9 ++
ἐροῦμεν; hoffentlich wird uns etwas
escheutes auf dem gemeinsamen
Wege einfallen. σύν ze δ᾽ ἐρχο-
μένω auch von Aristoteles Pal. III
1287° 13 u. von Cicero verwendet
ad Fam. IX 7, ad Att. IX 6.
5. ἐέναι — πορεύεσθαι zu 1720:
διηγεῖσθαι. — τὸν οὖν Σωκράτη.
Über den Artikel bei Bigennamen
ist zunächst im allgemeinen als
Regel zu merken: Bei der ersten
Erwähnung werden dieselben nicht
mit dem Artikel bezeichnet: vom
da an aber pflegt der Artikel zu
stehen = der durah die obige Be-
schreibungnunmehr bekannte Mann.
80173 E: ᾿ἀριστόδημος ἦν τις. Von,
da an in der Regel ὁ Agıorodnuns
als der dem Zubörer bekannte Er-
zähler 178 A, 185 0, 198 A, 223 B
und C. Der Eigenname an sich
verlangt den Artıkel nicht; wo er
dennoeh gebraucht wird, hat der-
selbe demonstrativen Charakter.
Allgemein bekannte Persönlichkei-
ten können promiscue mit oder
ohne den Artikel gesetzt werden.
So Ὅμηρος 174BC, 190B, 209 D,
Ἡσίοδος 178 B, 195 C, Αἰσχύλος
180 A οἷς., Σωκράτης 198E; aber
auch ὁ Σιῳχράτης 177E, ὁ Alas
219 E. Doch sind die Fälle viel
häufiger, in denen der Artikel fehlt.
Dageger pflegt derselbe allemal
dann au stehen, wenn in kurzen
Sätzen in der Erzählung von Ger.
sprächen entweder zu der Rede
einer andern Pexson übergegangen
wird Protag 317 D: πάνυ μὲν οὖν,
ἔφη ὁ Πρωταγόρας, 318 A, 8186,
818D, 322 ἢ: Ἐπὶ πάντας, ἔφῃ ὁ
Ζεύς. 336B, 8337 A, 340 B, 840 Ὁ,
ebenso Symp, 175 A: φάναι οὖν
τὸν Ayddova, 16 0, 176 E, 186 E,
189 B(176B: ᾿Ερυξέμαχον τὸν Arov-
μενοῦν), — oder auch nur, wenn
übergegangen wird zu der Hand-
lung einer andern Person: die in
Activität tretende Person wird kräf-
tig von der oder den vorher ge-
nannten unterschieden, so an un-
serer Stelle, ebensa E: ὡς ἐδεῖν
τὸν Ayattova, 175.0, 176 A, 238 B,
223 D zweimal! — ξαυτῷ zog
προσέχοντα τὸν ναῦν: πῶς nach
irgend einer, dem Aristodemos un-
bekapnten Richtung seiner Gedan-
ken in sich selbat vertieft.
6. πορεύεσθαι ὑπολειπόμενον Ori-
gineller Ausdruck: seinen Weg 80 ma-
chen, dafs man aufdemselben zurück-
bleibt. Damit ist nicht eigentliches
Stillstehen, sondern nachdenkliches,
unterbrochenes Gehen bezeichnet.
16 TIAAT2NOE
8 τὸ πρόσϑεν. ἐπειδὴ δὲ yevdodaı ἐπὶ τῇ οἰκίᾳ τῇ Ayado-
E νος, ἀνεῳγμένην καταλαμβάνειν τὴν ϑύραν, καί τι ἔφη αὖ.
τόϑι γελοῖον παθεῖν. οἱ μὲν γὰρ εὐθὺς παῖδά τινα ἔνδοϑεν
ἀπαντήσαντα ἄγειν οὗ κατέκειντο ol ἄλλοι, καὶ καταλαμβά-
νεῖν ἤδη μέλλοντας δειπνεῖν εὐθὺς δ᾽ οὖν ὡς ἰδεῖν τὸν
᾿4ἀγάϑωνα "2, φάναι, ᾿Αριστόδημε, εἰς καλὸν ἥκεις, ὕπῶς
συνδειπνήσῃς᾽ εἰ δ᾽ ἄλλου τινὸς ἕνεκα ἦλθερ, εἰς αὖϑις
ἀναβαλοῦ, ὡς καὶ χϑὲς ξητῶν σε, ἵνα καλέσαιμι, οὐχ οἷόςἨ
τ᾿ ἡ ἰδεῖν. ἀλλὰ Σωκράτη ἡμῖν πῶς οὐκ ἄγεις; καὶ ἔγῶ,
ἔφη, μεταστρεφόμενος οὐδαμοῦ ὁρῶ Σωκράτη ἑπόμενον'
εἶπον οὖν, ὅτε χαὶ αὐτὸς μετὰ Σωκράτους ἤκοιμι, κληϑεὶς
ὑπ᾽ ἐκείνου δεῦρ᾽ ἐπὶ δεῖπνον. Καλῶς γ᾽, ἔφη, ποιῶν σύ
8, ἐπειδὴ δὲ γενέσϑαι. Von den
Nebensätzen der Orat. obliqua im
Symp. vgl. zu 174 Α.
E 1. καί τι ἔφη αὐτόϑι γελοῖον
παϑεῖν. Das Lächerliche besteht
darin, dals ein Sklave, der den
Aristodemos für einen eingeladenen
Gast hält, ihn hineinführt, Sokrates
aber, der ibn auf eine geistreiche
Art hätte entschuldigen sollen, ihn
schmählich im Stiche gelassen hat.
2. ol bezogen auf das Particip
ἀπαντήσαντα. ἔνδοθεν gehört zum
letzten.
3. Zu ἄγειν ist παῖδα, zu κατα-
λαμβάνειν aber “Agıoroönuog Sub-
jekt: schneller Wechsel des Sub-
jekts. — χατέκειντο Indie. im Neben-
satz der Oratio obliqua: zu 174A.
4. μέλλοντας δειπνεῖν Bo 177 A:
μὖϑος ὃν μέλλω λέγειν. Inf. Praes.
nach μέλλω von etwas sofort Ein-
tretendem — dagegen Inf.fut.178C:
τοῖς μέλλουσι καλῶς βιώσεσϑαι. —
Die Gäste waren bereits gelagert
und die Tische schon hineingetragen,
was erst geschah, wenn die Gäste
es sich bequem gemacht hatten.
Aristoph. Vesp.1210 wird ein fashio-
nables Gastmahl geschildert. Als
das erste erscheint das κατακλένε-
σϑαι, was in elegant nachlässiger
Weise zu geschehen hat 1213: τὰ
χόνατ᾽ ἔκτεινε καὶ γυμναστικῶς
ὑγρὸν χύτλασον σεαυτὸν ἐν τοῖς
στρώμασιν.
ὅ. εἰς καλὸν ἥκεις ὅπως συνδει-
πνήσῃς. Du kamst gerade noch zu
rechter Zeit um mitzuspeisen. Eine
feine Art nachträglicher Einladung.
Agathon zeigt sich als feinen Welt-
mann durch die civile Fiction (Höf-
lichkeitenotlüge, die der Salonwelt
geläufig ist): ich wollte dich gestern
einladen, konnte dich aber nicht
treffen. Für die Construction vgl.
Xen. Cyr. II 1, 8 εἰς καιρὸν ἥκεις
ὅπως τῆς δίκης ἀκούσῃς.
8. Wo hast du den Sokrates, ala
dessen Schatten du sonst herum-
wandelst?
9. οὐδαμοῦ ὁρῶ plastische Ver-
wendung des Praes. historicum; über
diesen Indicativ nach ἔφη siehe
zu 174 A. — 218 Β: χαὶ ape pr
ταστρεφόμενον αὐτὸν ὁρᾶν τον Zu
κράτη.
10. καὶ αὐτός bestätigend: ich
bin selbst wirklich, wie ihr dachtet,
mit Sokrates gekommen, nicht etws
allein; nachträglich fügt er noch
die Entschuldigung für sein Kom
men hinzu, zu der er sich 114}
entschlossen hatte. So verwunder
auch Agathon sein mag, er belo
ihn für diesen Einfall mit dem "δ
lichen Ausdruck καλῶς γε ποιῶν 0%
Statt des ebenfalls vorkommende
καλῶς ποιεῖς, λέγεις U. 8. W.
auch oft in der attischen Convef-
sation eine solche belobende Ant
wort in der Form des Participiumt
erteilt, und zwar mit ye verstärkt:
Charm. 162 Εἰ: καλῶς γε σὺ τοίνυν,
ἦν δ᾽ ἐγώ, ποιῶν ibid. 1604, [7΄
sis 204 A, Aristoph. Acharn. 1050:
ZTMIIOZION. 175. 17
ἀλλὰ ποῦ ἔστιν οὗτος; Ὄπισϑεν ἐμοῦ ἄρτι εἰσήει ἀλλὰ ϑαυ- 175
μάξω καὶ αὐτός, ποῦ ἂν εἴη.
Οὐ σκέψει, ἔφη, παῖ, φάναι
τὸν ᾿4γάϑωνα, καὶ εἰσάξεις Σωκράτη; σὺ δ᾽, ἦ δ᾽ ὅς, Aor-
στύδημε, παρ᾽ Ἐρυξίμαχον κατακλίνου.
Hl Kal ὃ μὸν ἔφη ἀπονίξειν τὸν παῖδα, ἵνα κατακέοιτο"
ἄλλον δέ τινα τῶν παίδων ἥκειν ἀγγέλλοντα, ὅτι Σωκράτης
οὗτος ἀναχωρήσας ἐν τῷ τῶν
χαλῶς γε σὺ ποιῶν, ὅστις ἦν, Plat.
Rep. 1851 Ο: εὖ γε σὺ ποιῶν, Hipp.
᾿“
mai. 282 Β: καλῶς γ8 σὺ, ὦ Ἱππέα,.
φομίξων TE καὶ διανοούμενος. Da-
neben auch das blofse Adverbium
Gorg. 494 C: εὖ γε ὦ βέλτιστε,
Phileb,. 66 E: ὀρθῶς, Phädr. 276 Ὁ:
ὀρθότατα.
175 A 1. εἰσήει er war im Be-
griffe einzutreten.
2. παὶ ohne ὦ: zu 172 A.
4. παρ᾽ ᾿Ερυξίμαγον κατακλίνου.
Auf jeder κἈένη pflegten zwei zu
sein Her. IX 16: καί σφεων οὐ
τωρὶς ἑκατέρους κλῖναι, ἀλλὰ Πέρ-
σην τε καὶ Θηβαῖον ἐν κλένῃ ἑκάστῃ;
ἐκ τρίτων κατακεῖσθαι wird 213 Β
als Ausnahme bezeichnet, Plut. Qu.
Symp. 1 2 behandelt die Frage, ob
der Gastgeber, wie es hier Agathon
thut, die Plätze selbst verteilen
oder die Wahl derselben den Gästen
überlassen soll.
5. € Objekt, τὸν παῖδα Subjekt.
Der Artikel bezeichnet den zu die-
sem Geschäft bestimmten Sklaven.
Sonst legt man zuerst die Sohlen
ab, bevor man sich zu Tische legt;
Aristodemos aber war ἀνυπόδητος.
— ἀπονίζειν, dazu Part. ἀπονυψά-
μενος 213 Ὁ, (Praes. νύττω Homer
und Spätere). Aristoph. Vesp. 608:
ἀπονίζη, 1217: ἀπονενίμμεϑ᾽. Die
gewöhnliche Waschung vor dem
Essen ist die Handwaschung, Hom.
Od. 1186: χέρνιβα — ἐπέχευε νίψα-
σθαε.-Ατϊεῖ. Vesp. 1216: ὕδωρ κατὰ
χειρός, oder blols κατὰ χειρός, Alexis
Mein. fr. com. III 502, Archedikos
Mein. IV 435, Antiphanes Mein. III
21: κἀπονέφει κατὰ τρόπον | τὰς
χεῖρας εὐώδη ἰαβὼν» τὴν γῆν. Plaut.
ost. 308: οἱ aquam manibus
puere. Gelegentlich kommt aber
auch die Fulswaschung vor. Plut.
Prırow, Symposion.
γειτόνων προθύρῳ ἔστηκε καὶ.
Phoc. 20 werden ποδανιπτῆρες οἴνου
δι᾿ ἀρωμάτων προσφερόμϑνοι τοῖς
εἰσιοῦσι angeführt. Petron. Sat. 31:
ergo discubuimus »pueris
Alexandrinis aquam in manus ni-
vatam infundentibus aliisque inse-
quentibus ad pedes ac paronychia
cum ingenti subtilitate tollentibus.
Ey. Luc. VII 44: εἰσῆλθόν σου εἰς
τὴν οἰκέαν͵ ὕδωρ ἐπὶ τοὺς πόδας
μου οὐκ ἔδωκας. Ev. Joan. ΧΙ] 6:
ψέπτειν τοὺς πόδας τινός. An un-
serer Stelle ist wohl mit Wolf und
Becker Charikles II 24% eher an
die Fulswaschung zu denken, 1)
weil diese bei einem ἀνυπόδητος
besonders nötig war (Wolf), 2) weil
die Handwaschung gewöhnlich von
dem Gaste selbst besorgt wird, med.
γίξεσθαι, der Sklave gielst blols
Wasser zu; dagegen palst das Ac-
tiv ἀπονέξειν besser zu der vom
Sklaven zu vollziehenden Fulßs-
waschung. dvanovınzos ist der
garstige Wursthändler Arist. Eaq.
357. — κατακέοιτο Synonymon von
κατακλίνεσθαι in der vorhergehen-
den Zeile, 174 E: οὗ κατέκειντο οἵ
ἄλλοι.
6. Σωκράτης οὗτος --- ἐν τῷ τῶν
γϑετόνων προθύρῳ getreue Wieder-
gabe der Worte des Dieners, welche
mit demonstrativer Geberde ver-
bunden sind: Sokrates steht da zu-
rückgezogen in dem πρόϑυρον des
Nachbarhauses; daher οὗτος und
der bestimmte Artikel ἐν τῷ —
προθύρῳ, wofür Madvig ἔν rov
τῶν ysır. π. (Herwerden gar ἐν τῷ
του τῶν yeır. π.}) schreiben will,
was viel zu unbestimmt wäre. γεί-
roveg die Nachbarsleute Dem. adv.
Androt. 53 ἢ τέγος ὡς τοὺς γείτο-
νας παραβαίνοι.
7. ἐν τῷ --- προϑύρῳ. Vgl. Guhl
2
18
8 οὗ καλοῦντος οὐκ ἐθέλει εἰσιέναι. "Atonov γ᾽, ἔφη; λέγεις᾽
οὔχουν καλεῖς αὖϑις καὶ μὴ ἀφήσεις; καὶ ὃς
Β Μηδαμῶς, ἀλλ᾽ ἐᾶτε αὐτόν.
ἀποστὰς ὅποι ἂν τύχῃ ἕστηκεν.
\ sg 3 3
μὴ οὖν κινεῖτε, ἀλλ
sl σοὶ δοκεῖ, φάναι τὸν ᾿4γάϑωνα.
οἶμαι.
ΠΛΑΤΩ͂ΧΟΣ
ἔφη εἰπεῖν
ἔϑος γάρ τι τοῦτ᾽ ἔχει" ἐνίοτε
ἥξει δ᾽ αὐτίκα, ὡς &yo
᾿4λλ᾽ οὕτω χρὴ ποιεῖν,
ἀλλ ἡμᾶς, ὦ παῖδες;
ἐᾶτε.
τοὺς ἄλλους ἑστιᾶτε. πάντως παρατίϑετε ὅ τι ἂν βούλησθε,
3 ’ ᾿ ’ a \ 3 ΄
ἐπεὶ οὐ δή τις ὑμῖν μὴ ἐφεστήκῃ ὃ ἐγὼ ουδεπώποτε
und Koner I* p. 90: während die
meisten Hausthüren der Alten sich
in der Flucht der Fagade befan-
den — so in Pompeji alleaufgefunde-
nen — hatten einzelne grölsere ein
πρόϑυρον oder προπύλαιοψν, ἃ. h.
einen kleinen Raum vor der Thüre,
geschmückt mit Antenpfeilern oder
äulen. Daneben oft das Bild des
Apollon Agyieus.
8. ἄτοπόν γ᾽. γέ häufig zu dem
die Kritik einer Handlung oder
Aussage eiAes andern enthaltenden
Worte hinzugefügt, vgl. 174E zu
καλῶς γε σὺ ποιῶν Gorg. 473 A:
ἄτοπά γε ὦ Σώκρατες, ἐπιχειρεῖς
λέγειν. — ἔφη nach ἄτοπόν γ᾽ hat
zum Subjekt Agathon, im folgen-
den καὶ ὃς ἔφη εἰπεῖν ist Aristo-
demos Subjekt. Zu 1744.
9. οὔκουν καλεῖς fragende Auf-
forderung wie οὐ περιμενεῖς 172A.
un ἀφήσεις als Ein Begriff zu
fassen, zu welchem οὐ ebenfalls
noch gehört. Soph. Oed. Rex. 687
οὐκ εἶ σύ τ᾽ olnowg— καὶ μὴ To
μηδὲν ἄλγος εἰς μέγ᾽ οἴσετε; Arist.
. 203 οὐ μὴ φλυαρήσεις ἔχων.
Β 1. ἔϑος γάρ τι τοῦτ᾽ 2yeı „denn
es ist so eine Gewohnheit von ihm“
(Lehre).
2. ἕστηκεν Praesens iterativum.
er diese Gewohnheit des Sokra-
tes 220 Ὁ. Aristodemos, dem alles
an Sokrates von Bedeutung ist,
wehrt sich angelegentlich dagegen,
dafs man den Meister in seinen
tiefsinnigen Betrachtungen störe
und so vielleicht die Geburt eines
grolsen Gedankens hindere. Sein
Eifer spiegelt sich auch in den
arataktisch aneinandergereihten
Algen und den Wiederholungen:
μηδαμῶς, ἀλλ᾽ ἐᾶτε αὐτὸν — μὴ
οὖν κινεῖτε, ἀλλ᾽ ἐᾶτε, die in leb-
hafter Aufregung gesprochen wer-
den. Zu der Nachlässigkeit des
Gesprächstones gehört auch die
Wiederholung desselben Btamms
ἀποστὰς --- ἕστηκεν. Vgl. auch Age;
thons Antwort ἀλλ᾽ οὕτω — all
δ.
ur κινεῖν beunruhigen Bep. Υ̓
474 Ὁ: ὅτι πάντες οὗ ἔν og τὸν
φιλόπαιδα καὶ ἐρωτικὸν ἀρῇ γὲ πῇ
δάκνουσί τε καὶ κινοῦσι. ὦ
4. ἡμᾶς --- τοὺς ὥλλους ἐστιατε
die Rücksicht auf Sokrates darf
nicht so weit getrieben werden,
man die übrigen — hungrigen —
Gäste noch länger warten liele.
Die Diener sollen volle Freibeit
haben aufzuwarten, was und wie
sie wollen: um so mehr sollen sie
sich anstrengen, dals sie Ehre mit
dem Mahle auflesen (ἤν ὑμᾶς ἐπαι-
ψῶμεν).
6. ἐπεὶ οὐ δή τις vpw μὴ
ἐφεστήκῃ stabt handschr. ἐπειδὰν
τις ὑμῖν μὴ ἐφεστήκει vgl. {πὶ
Anhang „da ja - nieman euch
zur Aufsicht vorgesetzt ist.“ Zu
ἐφεστάναε „vorgesetzt sein“ vgl
Arist. Acharn. 628: ἐξ ovye ya
σιν ἐφέστηκεν τρυγικοῖς ὁ διδάσκχα-
λος ἡμῶν. Isocr. 3, 48. Xen. Oecon.
21, 9: οὕτω δὲ καὶ ἐν τοῖς ἰδίοις
ἔργοις, ἄν τὸ ἐπέτροπος ἢ ὁ
στηκὼς ἄν τε καὶ ἐπιστάτης. Di
Activ 188 Ὁ: ζαιδαγωγοὺς ἐπιστῆ:
σαντες. --- οὐ — μὴ bekannte Ver-
neinungsform, mit Conj. Aor. oder
Ind. futuri, oder, wenn auch sel-
tener, wie hier mit Conj. Präs. 80
Zen. Anab. II 2, 12: pe
ὕνηται βασιλεὺς ἡμᾶς καταλαβεῖν,
Xen. en ΧΙ δι μή σοι dr
νωνται ἀντέχειν οἵ πολέμιοι, Pla
ZTMIOZION. 175.
19
ἐποίησα᾽ νῦν οὖν, νομίζοντες καὶ ἐμὲ ὑφ᾽ ὑμῶν κεκλῆσϑαι
ἐπὶ δεῖπνον καὶ τούσδε τοὺς ἄλλους, θεραπεύετε, ἵν’ ὑμᾶς C
ἐπαινῶμεν. — Μετὰ ταῦτα ἔφη σφᾶς μὲν δειπνεῖν, τὸν δὲ
Σωκχράτη οὐχ εἰσιέναι.
τὸν οὖν ᾿4γάθωνα πολλάκις κελεύ-
εἶν μεταπέμψασθαι τὸν Σωκράτη, ὃ δὲ οὐκ ἐᾶν.
[ἡ φ
TXEIV ουν
αὐτὸν οὐ πολὺν χρόνον, ὡς εἰώϑει, διακρίψαντα , ἀλλὰ μά-
λιότα σφᾶς μεσοῦν δειπνοῦντας. τὸν οὖν Ayadove, τυγχά-
vew γὰρ ἔσχατον κατακείμενον μόνον, 4Δεῦρ᾽, ἔφη φάναι,
ton Bep. 1 841 C: ἀλλ᾽ οὐ μὴ οἷός
τ᾽ ἧς. Phil. 48 D: οὐ γὰρ μὴ δυνα-
τὸς οὗ: in einer späten Inschrift Phi-
lol. XXVII 130 ἁμαρτίαν ὀφειλέτω
ἣν οὐ μὴ δύνηται ἐξειλάσασθαι
Rehd. zu Xen. Anab. VI 3, 4. Ge-
wöhnlich wird τις, das nach μὴ
stehen sollte, durch eine Art At-
traction dem οὐ näher gerückt.
Daraus entsteht in der Regel οὐ-
δείς Xen. Anab. IV 8, 13: οὐδεὶς
μηκέτι μείνῃ τῶν πολεμίων, Dem.
XX11 89: καὶ δύιην οὐδεὶς οὐδεμίαν
μὴ δῷ. Jedoch kann hier sowohl
ale anderwärts τίς, wenn es von
οὐ durch ein oder mehrere Wörter
getrennt ist, stehen bleiben. Symp.
182 B: χαὶ 00% ἄν τις εἴποι. So
hier οὗ δή τις. Die Verbind
ἐπεὶ οὐ δή auch 182 A: ἐπεὶ οὐ
δή που κοσμίως γε καὶ νομίμως
πραττόμενον ψόγον ἂν δικαίως φέ-
οι. --- ὃ ἐγὼ οὐδεπώποτε ἐποίησα
d. h. niemals habe ich je bei sol-
chen Anlässen durch einen beson-
dern Aufseher meine Dienerschaft
beschränkt; es stellt dies die Li- .
beralität und Humanität des Aga-
thon, mit welcher er selbst koket-
fert (Teuffel), in helles Licht; und
wir dürfen nicht (mit Vermehren,
L. Schmidt) ποιεῖν auf die Unter-
lassung dieses Gebrauches beziehen
und diese Liberalität des Agathon
auf den heutigen Tag als eine
besondere Ausnahme beschränken.
Agathon gehört nicht zu jenen
griesgrämigen, filzigen, von „Euri-
pideischer*‘ Philisterhaftigkeit an-
ehauchten Hausherren, von denen
ionysos Arist. Ran. 980 ff. berich-
tet: Ja wahrlich jeder Athener
jetzt, sobald er nur sein Haus be-
titt, | Gleich schreit er los auf
sein Gesind | und forscht: wo ist
der Topf mir hin? | wer hat den
Heringskopf stipitzt? | vom vorigen
Jahr das Trinkgeschirr | hat auch
das Brechen wohl gekriegt? | wo
ist der gestrige Knoblauch hin? ]
wer wischte den Feigenrest vom
Tisch? (Droysen). Der Aoristus ist
offenbar synonym mit dem Perf.
Vgl. Müller, Syntax der griech.
Tempora $ 10. Anm. 1. 8 11. 2.
Ähnlich 174E: εἰ δ᾽ ἄλλου τινὸς
ἕνεκα ἦλθες.
Ο 4. δὲ οὐκ ἐᾶν: Accus. c. Inf.
trotz der- Identität des Subjektes
mit dem Subjekt des Verbum finitum
ἔφη; erklärt durch den Gegensatz
von τὸν οὖν Ayddave, Gorg. 474 B:
ἐγὼ οἶμαι καὶ ἐμὲ καὶ σὲ — ἡγεῖ-
σθαι, auffallendere Fälle unten zu
E 1. Bisweilen wird jedoch trotz
des Gegensatzes der Nom. c. Inf. ge-
setzt Herod. VII 186: Ξέρξης οὐκ
ἔφη ὁμοῖος ἔσεσθαι Auxedaıuoriousı‘
κείνους μὲν γὰρ συγχέαι --- αὐτὸς
δὲ --- ταῦτα οὐ ποιήσειν.
ὅ. οὐ πολὺν γρόνον͵ ὡς εἰώϑει,
διατρέψαντα sonst pflegte er längere
Zeit zu verweilen. ὡς εἰώϑει gehört
zu πολὺν γρόνον, siehe 220 C.
6. μεσοῦν „in der Mitte sein‘ wie
die Verba des Anfangens und Auf-
hörens mit dem Particip construiert;
dieses Verbum ist also bei Kühner
Ausf. gr. Gramm. II, p. 618, 6 hin-
zuzufügen.
1. ἔσχατον κατακείμενον μόνον
cf. die Anekdote Stob. Florilegium
XIII 36: Πλάτωνος. Διονύσιος 6
τύραννος ἀτιμάξων αὐτὸν διὰ τὴν
πρὸς Δίωνα φιλίαν κατέκλινεν αὖ-
τὸν ἐν τῇ ἐσχάτῃ χώρᾳ. Becker
Char. II p. 3465. Dies ist die äul-
serste κλίνη nach rechts oder die
2*
20
TTAAT2NOZ
Ὁ Σώκρατες, παρ᾽ ἐμὲ κατάκειάαο, ἵνα καὶ τοῖ σοφοῦ ἀπολαύσω,
δ 00: προσέστη ἐν τοῖς προϑύροαις.
αὐτὸ καὶ ἔχδιρ᾽ οὐ γὰρ ἂν προαπέστης.
δῆλον γὰρ ὅτε εὗρες
καὶ τὸν Σωκράτη
καϑίζξεσθϑαν καὶ εἰπεῖν ὅτι Ev ἂν ἔχοι, φάναι, ὦ ᾿4γάϑων,
εἶ τοιοῦτον εἴη ἡ σοφία, ὥστ᾽ ἐκ τοῦ πληρδστέρου εἰς τὸν
κενέτερον ῥεῖν ἡμῶν, ἐὰν ἁπτώμεθα ἀλλήλων, ὥσπερ τὸ ἐν
unterste, an sich die κλισέα ἄτιμος,
auf welcher der Wirt sich billig
selbst lagert. Dem Gast aber kann
dann umgekehrt gerade. diese κλισία
ἄτιμος, wenn der Gastgeber ihn zu
sich einladet, zur Auszeichnung g
reichen. Theophr. Char. 21: ὁ es
μικροφιλότι τοιοῦτός τιρ οἷος
σπουδάσαι ἐπὶ ὶ δεῖπνον κληϑεὶς παρ᾽
αὐτὸν τὸν καλέσαντα κατακείμενος
δειπνῆσαι. Der erste, oberste Platz
ist der erste der ersten. κλίνη zur
Linken, die sogenannte προνομή.
Ihn hat. Phädros i inne 177 Ὁ: ἐπειδὴ
καὶ πρῶτος κατάκειται. Von ihm
geht die Reihenfolge der Reden nach
rechts ἐπὶ δεξιά =natch unten 186}:
ἐν τῇ κάτω γὰρ αὐτοῦ κατακεῖσϑαι.
Die Reihenfolge der als Redner auf-
tretenden war demnach folgende
1) Phädros als zu äufserst links
„oder zu oberst gelagert, 2) ἄλλοι
τινὲς (180 C), 3) Pausanias, 4) Ari-
stophanes, 5) Eıyximachos (185 -D),
welche beiden aber ihre Reihen-
folge vertauschen, 6) Agathon,
7) Sokrates.
D1. ἕνα καὶ τοῦ σοφοῦ ἀπολαύ-
co, καὶ: damit ich — aulser der
Ehre dein Lagergenosse zu sein —
uch noch den weitern Vorteil habe
.w. Auch hier erweist sich
Agathon als feiner Weltmann, der
aufschmeichelhafte und witzige
Venen versteht.
:ηφρββέστη — εὗρες (καὶ ἔχει).
Khan, ‚Aoriste im Sinne des
iehen,, Perfectum . Präsens
ἀπὲ er nicht Perf. des blofsen Zu-
Eu ja ΜΗ Β: ἐποίησα.
q Bagl. giebt FR
στῆ, istunzweifelha
a en Ein-
ndaa Wegen,gedacht,
a tes, wie, Binem,glück-
E Ἀὲ ΔΌΣ kam; sadals
Hält. παρσίστραθιχε
von geistigen Eindrücken oder Ge-
danken Theätet 174 B. Herod. I 86
Pseudodem. Epitaphios $ 14, ebenso
8 15 προσιστάμενα γὰρ πάντα εἰς
ἕνα καιρόν: es ist also bezeugt ge-
nug, um die Herwerdensehe Con-
achen. παρέστη überflüssig zu
3. οὐ γὰρ ἂν προππέατης Ver-
mischung zweier Gedanken 1) οὐκ
ἂν ἀπέστης εἰ μὴ eügeg du wäres
nicht abgestanden von der Jagd,
wenn du dein Wild nicht gefangen
hättest — nun ist er ‚aber abge-
standen, 2) οὐ προαπέστης (ohme
ἂν) πρὶν εὑρεῖν du stundest nicht
ab, bevor du es fandest.
4. Zuerst setzt man sich auf die
κλένη, bevor man darauf liegt; ın
der sitzenden Attitüde werden dem
Gaste dieSablen abgenommen 218 ἢ:
παρακαϑεξόμενον δὲ --- ἀναδεῖν᾽
εὐτεῖν οὖν τὸν Ayddava Ὑπολύοτε,
παῖδες, ᾿Δλκιβιάδην, ἕνα ἐκ τρίτων
τὰκ as
6. κεμότερον und nachher xe-
ψοτέραν haben wir gegen die Hand-
sehriften hergestellt, weil nach
Ohoeroboskor ἢ Bekker An, ΠΙΡ. 1286
sowohl κενός als στενός das ὁ in
der Comparation beibehalten. Be-
stätigt wird. dies durch 8 Stellen
der Vol. Herkul, vgl..v. .Bamberg
Zeitschrift für das Gymnasialwesen,
Berlin (1874) XXVIllp. 10. Eben
Demosth. XXVI125.ed. Dindorf nech
Handschriften, — ὥσπερ τὸ ἐν ταῖς
κύμξιν ὕδορ τὸ διὰ τοῦ ἐρέου ῥέον
ἐκ τῆς πληρεσεέρας εἰς τὴν κδνο-
τέραν: wenn man ἃ Becher, den
einen mit Wasser gefüllt, den andern
leer, hart neben einander stellt und
über den sich berültrenden Rand
derselben einen Wollenfaden oder
Wollenlappen legt, so dafs er das
Wasser des vollen Bechers berührt,
ΒΩ; leitet_er vermöge des Gesetzes
ΣΥΜΠΟΣΊΟΝ. 175. 21
ταῖς κύλιξιν ὥδωρ τὸ. διὰ τοῦ ἐρίου ῥέον ἐκ τῆς πληρεστέ- 7
φὰς εἰς τὴν πενοτέραν.
εἰ γὰρ οὕτως ἔχει καὶ ἡ “σοφία;
πολλοῦ τιμῶμαι τὴν παρὰ σοὶ κατἄκλισιν᾽' οἶμαι γάρ we E
παρὰ σοῦ πολλῆς καὶ καλῆς σοφίας πληρωθήσεσθαι. ἡ μὲν
γὰρ ἐμὴ φαύλη τις ἂν sin καὶ ἀμφισβητήσιμος, ὥσπερ ὄναρ
οὖσα, ἡ δὲ σὴ λαμπρά τε καὶ πολλὴν ἐπίδοσιν ἔχουσα, ἥ
γε παρὰ σοῦ νέου ὄντος οὕτω σφόδρα ἐξέλαμψε καὶ ἐκφανὴς
ἐγένετο πρῴην ἐν μάρτυσι τῶν Ἑλλήνων πλεῖν ἢ τρισμυρί-
der Capillerität aus demselben das
Wasser allmälig in den leeren
Becher hinüber (Geel).
8. καὶ ἡ σοφία ἃ. h. wie das
Wasser. Der Satz εἰ — κατάκλισιν
wiederholt den frühern Gedanken
Εὖ ἂν ἔχοι, εἰ τοιοῦτον εἴη Ὁ. 8. w.
Ähnliche Weitläufigkeit, die die
Vergleichung recht deutlich zu ma-
chen beflissen ist, in der Wieder-
holung: ὥστ᾽ ἐκ τοῦ πληρεστέρου
εἰς τὸν κενότερον und nachher: ἐκ
τῆς πληρεστέρας εἰς τὴν κενοτέραν.
E 1. οἶμαι γάρ με -- πληρωϑή
σεσϑαι. Man würde ἐμαυτόν oder
blofses αὐτὸς erwarten. Vgl. je-
doch Charm. 173 A: οἶμαι μέν, ἦν
δ᾽ ἐγώ, ληρεῖν με. Rep. III 400 B:
οἶμαι δέ με ἀκηκοέναι.
8. φαύλη gering an Umfang, opp.
πολλή. — ἀμφισβητήσιμος bezieht
sich mehr auf die Qualität der Weis-
beit des Sokrates (opp. καλή). Meine
Weisheit glänzt nicht so hell wie
die deinige, ihr Licht ist dünner,
so dals man ihr sogar die Existenz
abstreiten kann. — ὥσπερ ὄναρ
οὖσα. Meno 85 C: καὶ νῦν μέν ye
αὐτῷ ὥσπερ ὄναρ ἄρτι ἀνακεκίνην-
ται ai δόξαι αὗται. In der Ge-
ringschätzung der eigenen Weisheit
lag trotz der Ironie auf die Weis-
beit Anderer, wie sie auch hier deut-
lich genug hervortritt, tiefer Ernst.
Die wahre Weisheit ist, zu wissen,
dafs man nichts weils. - -
4. καὶ πολλὴν ἐπίδοσιν ἔχουσα -ὦ
du bist ein aufgehendes Gestirn am
Horizonte. Theät. 146 B: τῷ γὰρ
ὄντι n νεύτης εἷς πᾶν ἐπίδοσιν
χει.
5. ἐκφανὴς ἐγένετο mit rheton-
schem Pathos vorgetragen, als wirk-
samem und beliebtem Mittel der so-
kratischen Ironie; welche übrigens
so stark hervortritt, dals selbst der
eitle Agathon sie halb herausfühlt,
so dafs er ausruft: ὑβριστὴς εἶ ὦ
Σώκρατες. Vgl. besonders auch die
effectvolleWortstellungamSchlusse,
ἐν μάρτυσι τῶν Ἕλληνων πλεῖν ἢ.
τρισμυρίοις.
6. πλεῖν ἢ τρισμυρίοις. Nach
Cobet nov. lect. p. 463,623, var. lect.
237 muls den Attikern überall vor
A mit einer Zahl die specifisch at-
tische Form πλεῖν zurückg
werden, wie dies auch von Dindorf
in Demosthenes geschehenist. Hand-
schriftlich überliefert ist die-Form
nur noch in Aristophanes Ran. 91
und eiser Stelle des Demosthenes
XIX 230. Vgl. Usener Jahrb. für
Philol. 105p. 741 IT AEIN und ΔΕΙ͂Ν.
Über die Zahl ressuvgio: siehe
Benndorf Beiträge zur Kenntnis
des attischen Theaters p. 6: „Die
durchschnittliche Stärke des Schau-
spielbesuchs ist nicht überliefert,
denn dals in dem bekannten Aus-
spruch des Sokrates in Platons Gast-
mahl, das Dichtertalent des Agathon
sei. hervorgetreten vor mehr als drei
Myriaden hellenischer Zeugen, kein
statistischer Bericht enthalten, sön-
dern nach sprichwörtlicher Rede-
weise eine grolse Zahl gemeint sei,
ist längst bemerkt worden (Sauppe
de causis magnitudinis iisdem et
labis Athenasum p. 4 fi., Bergk
Zeitschr. f. Altertumswissenschaft
1837 p. 450 ff.). Desgleichen wird
sich die Gröfse des bloßsgelegten Zu-
schauerraums im Theater des Dio-
nysos nur annähernd schätzen las-
sen, da die Ausdehnung der ober
Partieen nicht festeteht.“ Immerhin
22 -
THAATSNOZ
τ
τοις. Ὑβριστὴς εἶ, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὁ ᾿4γάθῳν. καὶ ταῦτα
μὲν καὶ ὀλίγον ὕστερον διαδικασόμεϑα ἐγώ τε καὶ σὺ περὶ
τῆς σοφίας, δικαστῇ χρώμενοι τῷ “ιονύσῳφ᾽ νῦν δὲ πρὸς
τὸ δεῖπνον πρῶτα τρέπου.
IV. Μετὰ ταῦτα, ἔφη, κατακλινέντος τοῦ Σωκράτους
rechnetBenndorfnach Böckh Staats-
haush. I p. 315. II p. 11 mindestens
18000 Theorikonempfänger. Rech-
net man dazu die grolse Zahl an-
derer Einheimischer, sowie der
Fremden, so wird diese offenbare
Maximalangabe nicht allzu über-
trieben erscheinen. In Kleinasien
war das grölste Theater zu Ephesos,
dessen Sitzplätze auf 56700 berech-
net werden. WieselerGriech. Theater
in Ersch u. Gruber 83 p. 240 Note
34. Im eigentlichen Griechenland
war das grölste dasjenige zu Me-
lopolis, dessen Sitzplätze nach
track altgr. Theatergeb. 2 auf
44000 angesetzt werden. Vonneueren
Gebäuden wären zur Vergleichung
heranzuziehen die Peterskirche in
Rom, welche Raum für 54000 Men-
schen hat, der Dom zu Mailand für
37000, der Kölner Dom für 30000. —
τῶν Ἑλλήνων sagt Platon ausdrück-
lich, nicht τῶν ᾿4ϑηναίων (gl. zu
173 A Madvigs Vermutung) weil
insbesondere an den grolsen Dio-
nysien auch Bundesgenossen und
Fremde in Menge den Aufführungen
im attischen Theater beiwohnten.
Es muls eher als ein Zufall be-
trachtet werden, dals die Zahl 30000
auch bei Schätzungen der ungefäh-
ren Zahl der erwachsenen Bewohner
Attikas eine gewisse Rolle spielt,
worüber vgl. Böckh Staatshaush. d.
Ath. Ip. 49 ff.
1. ταῦτα--- διαδικασόμεθα --- περὶ
τῆς σοφίας. Das letztere in nach-
lässigem Gesprächston epexegetisch
hinzugefügt = ταύτην τὴν περὶ τῆς
σοφίας διαδικασίαν ποιησόμεθα.
8. καὶ ὀλίγον ὕστερον: „den Streit
können wir auch noch etwas später
ausmachen.“ Jetzt ist nämlich eher
Zeit zum Essen. — διαδικασόμεϑα
Bekker Anecd. 736: διαδικασία. οὐχ
ἁπλῶς πᾶσα δίκη διαδικασία κα-
λεῖται, ἀλλ᾽ ἐν αἷς περί τινος ἀμφισ-
βήτησίς ἐστιν ὅτῳ προσήκει μᾶλλον;
also hier Entscheidung darüber, wel-
chem von uns beiden es eher zu-
kommt, ein Weiser genannt zu wer-
den. — διαδικάξεσθαι περί τινος
vgl. [Dem.] de Halonn 7: περὶ τῶν
νήσων διαδικάξεσθαι, πότερ᾽ ὑμέ-
τεραι ἢ ἐκείγου εἰσίν.
9. δικαστῇ χρώμενοι τῷ 4ιονύσω,
nämlich wenn der πότος begonnen
haben wird. Der gleiche Gott mag
dannüberunsentscheiden, der schon
in seiner Stellung als Theatergott
beim tragischen Agon über mich zu
richten hatte. σοφέα von Agathon
hier witzig als Geschicklichkeit im
Trinken gefalst. Im Verlaufe der
folgenden Reden wird in der That
die Scheinweisheit des Agathon
mit der Weisheit des Sokrates in
Wettkampf treten. Nac hmt
Plut. sept. sap. conuiu. 150 B (Bias
sagt): ἐγὼ ὃ τὸν Διόνυσον οἶδα
τά τ᾽ ἄλλα δεινὸν ὄντα καὶ Avcıor
ἀπὸ σοφίας προσαγορευόμενον, ὥστ᾽
οὐ δέδια τοῦ θεοῦ μεστὸς γενόμενος
μὴ ἀθαρσέστερον ἀγωνίσωμαι.
176 bergang von der
Mahlzeit (δεῖπνον) zu dem
Trinkgelage (πότος, συμπό-
σιο 3).
1. μετὰ ταῦτα κατακλινέντος
das ganze Gespräch zwischen Aga-
thon und Sokrates (von 175 D an)
hatte sich also abgesponnen, wäh-
rend Sokrates sals und ihm unter-
dessen ein Diener die Sandalen ab-
nahm und das Wasser zur Waschung
reichte. — κατακλινέντος τοῦ 2.
καὶ δειπνήσαντος καὶ τῶν ἄλλων
sc. δειπνησάντων. Ahnliche Hin-
zufügung eines Nachtrages 173 A:
ἡ τὰ ἐπινίκια ἔϑυεν avrog τε
οἷ χορευταί. — Um die Details die-
ser Mahlzeit kümmert sich Platon
nicht und ebenso giebt er nur un-
vollständig das bei dem 'Übe
von dem δεῖπνον zum συμπόσιον
beobachtete Ceremoniell. Aus an-
dern Darstellungen ergiebt sich Fol-
ZTMIIOEION. 176.
23
καὶ δειπνήσαντος καὶ τῶν ἄλλων, σπονδάς τὸ σφᾶς ποιήσα- ἃ
gendes: 1) Am Schlusse des δεῖπνον
wird zunächst ein Schluck unge-
mischten Weines zu Ehren des
ἀγαθὸς δαίμων d.h. nach Philoni-
des dem Arzte (bei Athenäus XV
675 B) des Dionysos als des Er-
finders der Rebe getrunken. Diese
Deutung ist übrigens unrichtig.
Agathodämon bezeichnet überhaupt
den Segen des Landes, und ist der
ἀγαθὴ τύχη gewissermalsen nach-
gebildet. (Welcker Mythol. III p.
211. Roscher Lex. der Mythol. Art.
Agathodämon). Arist. Eq.105 4.801
νῦν, ἄκρατον ἐγκάναξόν μοι πολὺν
σπονδήν. Ν. λάβε δὴ καὶ σπεῖσον
ἀγαθοῦ δαίμονος. ibid. 85, Vesp.
525, Pax 800, Schol. zu Ar. Vesp.
625: ἔϑος δὲ ἦν, ὁπότε μέλλοι ἡ
τράπεξα αἴρεσθαι, ἀγαθοῦ δαίμονος
ἐπιρροφεῖν. Diodor. Sic. IV 8, Theo-
phrast. u. Philochoros bei Ath. XV
693 C, Mein. fragm. Com. gr. Theo-
pomp II 808, 821, Nikostralos ΠῚ
286, Eriphos III 558, Xenarchos III
616, Diphil. IV 409. Man nannte
dies πέψειν, Eugopeiv, ἐπιρροφεῖν,
σκεῖσαι ἀγαϑοῦ δαίμονος od. ἄκρα-
τον ἀγαϑοῦ δαίμονος. Der Schluck
war klein: Theophrast. a. ἃ. O.:
ὀλίγον TE πφοσφέρουσιν, ὥσπερ ἀνα-
μιμνήσποντες μόνον τῇ γεύσει τὴν
ἰσχὺν αὐτοῦ καὶ τὴν τοῦ ϑεοῦ
δωρεάν, καὶ μετὰ τὴν πλήρωσιν
διδόασιν, ὅπως ἐλάχιστον 7 τὸ πι-
φόμενον ; nach Philochor. bei Athen.
II 38D: ὅσον yevoaodaı. Daher
Hesychius ἀγαϑοδαιμονισταί durch
ὀλιγοποτοῦντες erklärt. Derselbe
bezeichnet die Sitte als attisch, s. u.
ἀγαϑοῦ δαίμονος. 2) Hierauf werden
die Tische weggenommen, be-
ziehungsweise gewechselt und über-
haupt abgeräumt: ἀφαιρεῖν, περι-
ageiv, αἴρειν, ἀπαίρειν, ἐπαίρειν,
ἐκφέρειν, ἀποφέρειν, βαστάξειν τὰς
τραπέξας. Xon.Symp.ll1:05d’agpy-
ρέϑησαν αἴ τράπεξαι, Plut. sept.sap,
conu. 160 D, Verg. Aen, 1723: Post-
quam prima quies epulis mensaeque
remotae. Unter den Komikern bei
Meineke Platon 11 637: τί οὐ τρέχων
σὺ τὰς τραπέζας ἐκφέρεις; --- καγὼ
δὲ παρακορήσων (sc. ἔρχομαι); Phi-
lyllios 11 867, Dromo 111 541, Ni-
costrat. III 286: ἀλλ᾽ ἐγγέασα θᾶσ-
σον ἀγαϑοῦ δαίμονος | ἀπενεγκάτω
μοι τὴν τράπεξαν ἐκ ποδῶν, mit wel-
cher Stelle zugleich auch diegewöhn-
liche Reihenfolge von 1) und 2) an-
gedeutet ist. Ausdrücklich wird die-
selbe bestätigt durch die Erzählung
betreffend Dionysios von Syrakus
Athen. XV 698 E: ὅτι δὲ dodrelong
τῆς τοῦ ἀγαθοῦ δαίμονος κράσεως
ἔϑος nv βαστάξεσθαι τὰς τραπέξας
ἔδειξε διὰ τῆς αὑτοῦ ἀσεβείας ὁ
Σικελιώτης Διόνυσος. 8) Gleich-
zeitig bringen die Sklaven Wasser
zur zweiten Händewaschung,
die hier ebenso obligatorisch war
wie vor dem Essen. Hom. Il.
174: αὐτέκα κήρυκες μὲν ὕδωρ ἐπὶ
εἴρας ἔχευαν, Arist. Vesp. 1217,
bilyllios Mein. II 857 nach Er-
wähnung des Abräumens ἔπειτα
κατὰ χειρῶν ἑκάστῃ καὶ μύρον τι
δοῦναι. Dromo HI 541: νέμματα |
ἐπέχει τις, ἀπενιζόμεϑα. Matron
der Parodiendichter bei Ath. IV
186 F: αὐτὰρ ἐπεὶ δόρποιο μελί-
φρονος ἐξ ἔρον Euro | χεῖρας νιψα-
μένοισιν ἀπ᾿ ὠκεανοῖο ῥοάων |
ὡραῖος παῖς NAdE φέρων μύρον
ἔρινον, ἡδύ. Ath. IV 128 E: καὶ
ὡς ἄδην εἴχομεν βρώσεως, ἐχερνι-
ψάμεθα. Man braucht dazu Hand-
tücher γεερόμακτρα von feiner Lein-
wand, ἦ ατοίμματα σινδονυφῆ, wie
derDithyrambiker Philoxenos sagtin
seinem δεῖπνον frgm. 2 V. 41 bei
Bergk poet. Iyr. Gr. III p. 1257°
ferner als reinigenden Zusatz zum
Wasser ein sogenanntes ῥύμμα od.
ounyuca. Wenn Aristophanes von
Byzanz nach Athen. IX 408 F (vgl.
Pollux VI 92) die Unterscheidung
statuiert, dals κατὰ χειρός die
Waschung vor dem Mahle, «axo-
νίξεσθαι die hier gemeinte nach
dem Mahle bezeichne, so hat er
wohl diese Subtilität aus Aristoph.
Vesp. 1216 u. 1217 entnommen:
ὕδωρ κατὰ χειρός" τὰς τραπέξας
ἐσφέρεις | δειπνοῦμεν" ἀπονενέμ-
we‘ ἤδη σπένδομεν. Sie bestä-
igt sich aber anderwärts nicht:
Becker Charikles II p. 2625, vgl.
24
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
8 σϑαι καὶ ἄσαντας τὸν ϑεὸν καὶ τἄλλα τὰ νομιζόμενα τρέκε-
auch Aristoph. Vesp. 607, wo ἀπονέ-
ξεεν die Waschung vor dem Mahle
bezeichnet; auf welche Stelle
Maltos περὶ τῶν συμπ. τῶν nad.
Ἑλλήνων (Athen 1880) S. 87, Note 2
aufmerksam macht. 4) Aufserdem
teilten die Sklaven Kränze und
Salben aus (in der Homerischen
Zeit freilich noch nicht. C. F. Herm.,
Privat-Alt. 3. Aufl. v. H. Blümner
p. 245 Note 5). Arist. Ach. 1145:
τῷ μὲν πίνειν στοφανωσαμένῳ. Die
zeiliche Reihenfolge von 3) und 4)
ist schon angedeutet durch Theognis
1001: χέρνιβα δ᾽ αἶψα θύραξε φέροι,
στεφανώματα δ᾽ εἴσω | εὐειδὴς δαδι-
veis χερσὶ Δάκαινα κόρη. Krüänze
werden erwähnt Piut. sept. sap.
conu. 150 D: καὶ στεφάνων παρὰ
MeAloong διαδοθέντων. Matron 8. a.
O.: ἄλλος δ᾽ αὖ στεφάνους ἐπὶ δεξιὰ
πᾶσιν ἔδωκεν. Am vollständigsten
sind die bisher erwähnten 4 Acte
ausgeführt bei Philoxenos Bergk
poetae Iyr. Gr. III p. 1257°: ὅτε
δ᾽ ἤδη] βρωτύος ἠδὲ ποτᾶτος ἐς
κόρον ἦμεν ἑταῖροι, | τῆνα μὲν ἐξ-
ἐπάειραν δμῶες (2), ἔπειτα δὲ παΐῖ-
δὲς νέπτρ᾽ ἔδοσαν (8) κατὰ χει-
ρῶν! σμήσασιν ἐρινομίκτοις χλιερο-
ϑαλπὲς ὕδωρ ἐπεγχέοντες | τύσσον
ὅσον τις ἔγχγρῃξ᾽ ἐκτρέμματά τὸ
... λαμπρὰ | σινδονυφῆ, δέδοσαν
δὲ γρίματα δ᾽ ἀμφοσίοδμα καὶ
στεφάνους ἰσοθαλέας (4). 5) Die
hier genannten σπον δαί. οι. ἢ.
IX 176 ff., Arist. Vesp. 1217: ἤδη
oz&vdouev, Antiphon 118, Eurip.
Ion. 1032, Xen. Hell. VII 2, 23,
Xen. Anab. VI 1, 5, Xen. Sympos.
11, Xenophanes bei Bergk Iyr.gr.
fr. 1 (II p. 477°), Ion fr. 2 ibid. p.
578°. Dagegen bemerkt Athen. V
179 D als charakteristisch für das
Symposion des Epikuros im Gegen-
satz zu Xenophon und Platon: παρὰ
δ᾽ ᾿Ἐπικούρω οὐ σπονδή, οὐκ ἀπαρ-
χὴ θεοῖς. Das Scholion zu Platon
Philebus 66 D sagt: ἐκειρνῶντο γὰρ
ἐν αὐταῖς (ταῖς συνουσίαις) κρατῆ-
ρες τρεῖς καὶ τὸν μὲν πρῶτον Διὸς
Ὀλυμπίου καὶ θεῶν Ὀλυμπίων ἔλε-
γον, τὸν δὲ δεύτερον ἡρώων, τὸν
δὲ τρίτον σωτῆρος --- ἔλεγον δὲ αὖ-
τὸν καὶ τέλειον. Damit etimmi
Schol. zu Pindar Isthm. V 7, Ροὶ
iux VI 15 u, 100: ὥσπϑρ καὶ Ju
σωτῆρος ὃ τρίτος κρατὴρ Legos ἢν.
Ο. Müller zu Äschylos Eumeniden
p. 187: „hiebei werden die Ὁ
schen Götter den chthonischen We-
sen, den Dämonen des Todes und
der Nachtseite der Natur, zu wel-
chen auch die Heroen gehören, eat-
gegengestellt, ‘Zeus Soter aber ali
ein dritter und über beide Welten
herrschender gefalst.“ Vgl. Asch.
Suppl. 25: üUrnaroi τε Θεοὶ,
Bapvrınoı χϑόνιοι θήκας κατεχον-
τες, καὶ Ζεὺς σωτὴρ τρίτος, οἶπθ-
φυλαξ. (Damit hängt die epröch-
wörtliche Redeweise zusammen 38
τρέτον τῷ σωτῆρι oder ὁ δὲ τρέοος
σωτήρ, womit überhanpt ein drilter
Gegenstand eingeleitet wird. Pind.
Isthm. V 7, Platon Legg. ΠῚ 692 A,
Philebus 66 Ὁ, Republ. IX 583 B,
Pseudoplat. Epist. VII340 A, 331D).
Die πόσις Yıös Σωτῆρος kommt
häufig bei den Komikern vor: Aulı-
phanes bei Mein. III 5 u. 95, Eu-
bulos III 281, Alexis III 489 u. 510,
Eriphos III 558, Xenarch. 11 616,
Diphilos IV 409. Doch wird sie dort
nirgends speciell geradeals derdrikle
Trunk bezeichnet. Dafs sich die
Reihenfolge später verschob, bewel-
sen auch Philochoros bei Athen. Il
38 D und Philonides bei dema. XV
675 B: τῷ δὲ μετὰ δεῖπνον κεκρα-
μένῳ πρώτῳ προσδιδομένῳ ποτηρίῳ
Al Σωτῆρα ἐπιλέγουσι, wo. wir gt
gen Pollux VI 105 den Ζεὺς core
oder τέλειος alsden ersten Mischkrug
fassen müssen, welcher der κύλιξ
ἀγαϑοῦ δαέμονος aus ungemischtem
Wein folgte (oben No. 1), ebens
Autiphanes Mein III5 u.95. Schliefs-
lich werden beide sogaridentifiziert,
beziehungsweise der Eine Trunk |
beiden Gottheiten geweiht: Di
philos IV 409: ᾿Δρχέλοχε δέξαι τὴν
μετανιπτρέδα μεστὴν Διὸς 60e-
τῆρος ἀγαθοῦ δαίμονος. μετα-
ψιπτρίς erklärt Pollux VI 100 als
κύλιξ ἣν μετὰ τὸ ἀπονέψασθαι
ἐλάμβανον --- ἦν δὲ καὶ ὑγιεδέας ἱερᾷ.
Der erste Mischkrug war also auch
Br
ZTMIIOSION. 176. 25
σϑαι πρὸς τὸν πότον᾽ τὸν οὖν Παυσανίαν ἔφη λόγου τοιούτου 4
etwa der Ὑγέεια geweiht Eubul.
III 248: τὸ μὲν ὑγιδίας ἕνα | ὃν
πρῶτον ἐκπίνουσιν. Deswegen darf
man aber nicht mit Herm. in
Becker Char. II 265 ? die μετανιπτρὶς
‘Tyıslag kurzweg mit der κύλιξ
ἀγαθοῦ δαίμονος identifizieren. Bei
dem Komiker Pandrosos Ill 285 u.
286 werden beide indemselben Stück
getrennt aufgeführt. Als das Mini-
mum der Mischkrüge, die bei einem
gewöhnlichen Gastmahl vorkamen,
wird die Zahl 8 angegeben, nach
dem Satze μέχρε γὰρ τριῶν δεῖ
τιμᾶν τοὺς ϑεούς bei Antiphanes
II 90, so dafs dann allerdings die
κύλιξ Διὸς σωτῆρος die letzte sein
konnte. Am häufigsten erscheinen
demnach neben der ursprünglich an
der Spitze stehendef? κύλιξ ἀγαθοῦ
δαίμονος noch der κρατὴρ dıos σω-
tneog und die μετανιπτρὶς Ὑγιείας.
Sonst aber, und selbst so dafs auch
diese nicht als obligatorisch bezeich-
net werden können, wird abgewech-
selt je nach Festanlals und Gegend.
Platon Phileb. 61 B: τοῖς δὴ ϑεοῖς,
ὦ Πρώταρχε, εὐχόμενοι κεραν»-
γύωμεν, εἶτε Διόνυσος εἴτε Ἤφαι-
ὅτος εἴθ᾽ ὅστις ϑεῶν ταύτην τὴν
τιμὴν εἴληχε τῆς συγκράσεως. Bo
Ion. fr. 2, V. 5 in Beziehung auf
Lakedämon σπένδοντες δ᾽ ayvas
Ηρακλέϊ ᾿Δλκμήνῃ τε Προκλέϊ Περ-
σείδαις τ΄ ἐκ Διὸς ἀρχόμενοι. Den
Akt der Spendung begleitete oft
Flötenspiel. Der Komiker Platon
bei Mein. II 638 V. 5: τῇ παιδὶ
τοὺς αὐλοὺς ἐχρῆν ἤδη πρὸ χειρὸς
εἶναι | καὶ προσαναφυσᾶν. Arist.
Acharn. 753. (Plutarch ist also nicht
der einzige, der davon berichtet, wie
Bekker Char. II 263? meint.) Plut.
sept. sap. conu. 150 D: ἡμεῖς μὲν
ἐσπκείσαμεν, ἡ δ᾽ αὐλητρὶς ἐπιφϑεγ-
ξαμένη μιχρὰ ταῖς σπονδαῖς ἐκ
μέσου μετέστη. Plut. quaest. symp.
VII 84: τὸν δὲ αὐλὸν οὐδὲ βουλο-
βένος ἀπώσασϑαι τῆς τραπέξης
ἔστιν" al γὰρ σπονδαὶ ποθοῦσιν
αὐτὸν ἅμα τῷ στεφάνῳ καὶ συν-
ἐπιφϑέγγεται τῷ παιᾶνι τὸ ϑεῖον.
Ebenso wurde oft Weihrauch da-
bei verbrannt Antiphon 118: σπον-
dag δ᾽ ἐποιοῦντο καὶ λιβανωτὸν
ὑπὲρ αὑτῶν ἐπετίϑεσαν. Xenopha-
nes fr. 1, V. 7, Platon bei Mein. II
688, V. 8 u. 9: νεοχρᾶτά τις που:
είτω T. καὶ δὴ κέκραται — τὸν
λιβανωτὸν ἐπιτίϑει͵ παῖ. 6) Ganz
regelmäfßsig war, insbesondere mit
der Spendung ausdem erstenMisch-
krug, dieAbsingungeinesreli-
iösenLiedesverbunden: hier
ἄδειν τὸν ϑεὸν, gewöhnlich παιανέ-
ἕξειν Xen. Symp. II 1, Hell. VII 2,
23, Anab. VI 1,5. Dasselbe schon
bei Alkman fr. 24 B: golvaıg δὲ καὶ
ἐν ϑιάσοισιν | ἀνδρείων παρὰ δαι-
τυμόνεσσιν | πρέπει παιᾶνα κατάρ- ᾿
χειν, Xenophan. fr. 1, V. 12 ff,
Mein. fr. Kom. Antiphanes DI 5:
Ἁρμόδιος ἐπεκαλεῖτο, ἤδετο παιάν,
idem ΠῚ 46. Dafs an jede neue Mi-
schung sich ein solcher Gesang zu
knüpfen pflegte, geht aus der letzten
Stelle hervor, wie aus Pherekrates
I 318: ἔγχει καἀπιβόα τρίτον παι-
ὥν᾽. So bei Anlafs der letzten Spen-
dung am Schlusse des Gelages Plut.
de mus. 44: ταῦτ᾽ εἰπὼν ἐπαι-
wvıoz καὶ σπείσας --- ἀπέλυσε τοὺς
ἑστιωμένους.
3. Zu dem zusammenfassenden
Ausdruck καὶ τἄλλα τὰ von. ist ein
Verbum aus der Sache zu ergänzen;
ebenso Rep. III 406 Ὁ ἐὰν δέ rıs
αὐτῷ σμικρὰν δίαιταν προστάττῃ,
πιλίδιά τε περὶ τὴν κεφαλὴν περι-
τυϑεὶς καὶ τὰ τούτοις ἑπόμενα, Wo
niemand περιϑείς ergänzen wird.
Ähnlich Euthydem 294 D ist ἡ καὶ
τὰ τοιαῦτα nur durch früheres
ἐπίστασϑον zu erklären, obschon
καὶ νευρορραφεῖν δυνατώ ἔστον
azwischen getreten waren (Vahlen
in der Anzeige der 1. Aufl. dieses
Symp. Jenaer Litteraturz, 1877
Artikel 568). Von den Gebräuchen
beim Gastmahl Plut. de mus. 2:
ἐπεὶ δὲ τὰ νομιξόμενα συντετέλεστο.
— τρέπεσθαι und κατάρχειν Inf.
Imperf.; zu 172 0. — τὸν οὖν Παυ-
caulav; zu 174 D: τὸν οὖν Σωκράτη;
über Pausanias siehe Einl. 8. 12, 2,
über den nachher folgenden Ery-
ximachos $ 12, 8.
26 IITAAT2NOE
5 τινὸς κατάρχειν. Εἶεν, ἄνδρες, φάναι, τίνα τρόπον ῥᾶστα
πιόμεϑα; ἐγὼ μὲν οὖν λέγω ὑμῖν, ὅτι τῷ Ovyı πάνυ χαλε-
πῶς ἔχω ὑπὸ τοῦ χϑὲς πότου καὶ δέομαι ἀμραψυχῆς τινος,
Β οἶμαι δὲ καὶ ὑμῶν τοὺς πολλούς παρῆστε γὰρ χϑές᾽ σκο-
πεῖσϑε οὖν, τίνι τρόύτῳ ἂν ὡς ῥᾷστα πίνοιμεν. τὸν οὖν
‚Agıoroyavn εἰπεῖν, Τοῦτο μέντοι εὖ λέγεις, ὦ Παυσανία,
τὸ παντὶ τρόπῳ παρασκχευάξεσθαι ῥᾳστώνην τιγὰ τῆς πόσεως"
καὶ γὰρ αὐτός εἰμι τῶν χϑὲς βεβαπτισμένων. ἀκούσαντα
οὖν αὐτῶν ἔφη Ἐρυξίμαχον τὸν ᾿ἀκουμενοῦ Ἦ καλῶς, φάναι,
λέγετε. καὶ ἔτι Evög δέομαι ὑμῶν ἀκοῦσαι, πῶς ἔχει πρὸς
τὸ ἐρρῶσϑαι πίνειν 'Ayadav. Οὐδαμῶς, φάναι, οὐδ᾽ αὐτὸς
Ο ἔφρωμαι. Ἕρμαιον ἂν εἴη ἡμῖν, ἡ δ᾽ ὅς, ὡς ἔοικεν, ἐμοί,
τε καὶ ᾿Δριστοδήμῳ καὶ Φαίδρῳ καὶ τοῖσδε, εἰ ὑμεῖς οἵ dv-
νατώτατοι πίνειν νῦν ἀπειρήκατε᾽ ἡμεῖς μὲν γὰρ ἀεὶ ἀδύ-
νατοι. Σωκράτη δ᾽ ἐξαιρῶ λόγου᾽ ἱκανὸς γὰρ καὶ ἀμφότερα,
Φ
5. ἄνδρες, ohne ὦ: zu 172 A:
᾿ἀπολλόδωρε. — κατάρχειν gerne
vom Beginn einer ernsten oder feier-
lichen Handlung gebraucht 177 ΕἸ:
καταρχέτω Φαῖδρος. Alkmanfr.24B:
παιᾶνα κατάρχειν. Protag. 351 E.—
τίνα τρόπον ῥᾷστα πιόμεϑα am Ein-
gang derRededes Pausanias wird am
Schlusse durch das synonyme, aber
in der Construction doppelt varierte
τίνι τρόπῳ ἂν ὡς ῥᾷστα πίνοιμεν
wiederholt. Über diese Recapitu-
lation zu 175 D: εἰ γὰρ οὕτως ἔχει.
— Zu ῥᾷστα πίνειν vergleicht Wolf
facile wiuere, agere bei Plautus und
Terenz. — Der Gesprächston zeigt
sich auch in den kurzen parataktisch
aneinandergereiliten Sätzen οἶμαι —
παρῆστε, σκοπεῖσθε.
6. γαλεπῶς ἔχω „es ist mir
schlecht.‘ Theätet 142 B: χαλεπῶς
ἔχει ὑπὸ τραυμάτων τινῶν; gestern
hat Pausanias bei der Siegesfeier
des Agathon wacker mitgemacht
nach allen Regeln des „Comment“,
Für heute wünscht er Erleichte-
rung; ebenso Aristophanes,
B 3. μέντοι in bejahenden Ant-
worten wie n in 7) καλῶς λέγετε.
4. τὸ παρασκευάξεσθαι der Inf.
ist Epexeg. zu τοῦτο vgl. 173 C:
ταύτην τὴν ἐπωνυμίαν, τὸ μανικὸς
καλεῖσθαι.
ὅ. βέβαπεισ ἕνων in Wein ge-
tauch Spafshafter Ausdruck Lu-
cian. Bacch. 7: καρηβαροῦντι καὶ
eßantıouevo. Hommel vergleicht
laut. Pseudol. 1297 madide ma-
dere. Vgl. Eubulos bei Athen. I
28 A βεβρεγμένος ra καὶ κεκω-
ϑωνισμένος. — καὶ γὰρ αὐτὸς εἶμι
τῶν | χθὲς βεβαπτισμέψων lälst sich
metrisch lesen, wodurch die ko-
mische Feierlichkeit erhöht wird
(Teuffel).
7. πῶς ἔχει πρὸς τὸ πίνειν ἐρρό-
σϑαι vgl. 1144: πῶς ἔχεις πρὸς τὸ
ἐθέλειν ἂν ἱέναι.
176 C 1. ἕρμαιον 217 A. | ὡς ἔοι-
κεν = ὡς ἀληθῶς (Wolf); zu 172C
ἔοικε. — ἦ δ᾽ ὃς nämlich Eryzi-
machos, zu 172.Α : ἔφη γάρ.
2. δυνατοὶ πένδιν sind Pausanias,
Aristophanes, Agathon, ἀϑύνατοι
πίνειν Eryximachos, Phädros, Ari-
stodemos und die übrigen, die mit
οἵδε kurzweg bezeichnet werden.
Sokrates nimmt insofern eine Son-
derstellung ein, als er, wenn auch
zu den physisch δυνατοὶ πένειν
gehörig (214 A), von den letzterz,
en starken Trinkern, sich dadurch
unterscheidet, dafs ihm auch das
Nicht- oder Wenigtrinken ganz recht
ist. ἐξαρκεῖ 177 E. 192 Ε΄.
ZTMIIOZION. 176.
ὥστ᾽ ἐξαρκέσει αὐτῷ ὁπότερ᾽ ἂν ποιῶμεν.
21
ἐπειδὴ οὖν μοὶ ὃ
δοκεῖ οὐδεὶς τῶν παρόντων προϑίμως ἔχειν πρὸς τὸ πολὺν
πίνειν οἶνον, ἴσως ἂν ἐγὼ περὶ τοῖ μεϑύσκεσθϑαι, οἷόν ἐστι,
τἀληθῆ λέγων ἧττον ἂν εἴην ἀηδής.
ἐμοὶ γὰρ δὴ τοῦτ γε
οἶκαι κατάδηλον γεγονέναι ἐκ τῆς ἰατρικῆς, ὅτι χαλεπὸν τοῖς Ὁ
ἀνθρώποις ἡ μέθη ἐστί' καὶ οὔτε αὐτὸς ἑκὼν εἶναι πόρρω
ἐθελήσαιμι ἂν πιεῖν οὔτε ἄλλῳ συμβουλεύσαιμι, ἄλλως τε
καὶ κραιπαλῶντα ἔτι ἐκ τῆς προτεραίας.
AUG μήν, ἔφη
φάναι ὑπολαβόντα Φαῖδρον τὸν Μυρρινούσιον, ἔγωγέ σοι
εἴωϑα πείϑεσθαι ἄλλως TE καὶ
λέγῃς νῦν δ᾽, ἂν εὖ βουλεύωνται, καὶ ol λοιποί.
ἅττ᾽ ἂν περὶ ἰατρικῆς
ταῦτα E
δὴ ἀκούσαντας συγχωρεῖν πάντας μὴ διὰ μέθης ποιήσα-
7. περὶ τοῦ μεθύσκεσθαι οἷόν
ἐστ Lucian. dial. mort. 23, 2: καὶ
οἶσθα οἷον τὸ ἐρᾶν ἐστιν. Auch
Aristoteles schrieb περὶ μέϑης, Ath.
X429 C. Plato selbst handelt darü-
ber ausführlich Leg. I 677D.
8. ἧττον ἂν εἴην ἀηδής nämlich
als sonst, wenn ihr noch nicht
enug Wein gehabt habt. Mit pe-
lantischer Gründlichkeit will -
ximachos ὅτι χαλεπὸν ἡ μέθη aus
seiner Fachwissenschaft, der Arz-
neikunde, beweisen, und wir fürch-
ten darüber eine recht langweilige
Rede hören zu müssen: glücklicher-
weise unterbricht ihn Phädros mit
der Bemerkung, dafs ibm jetrt
schon von vornherein Alle beistim-
men. Die ironische Zeichnung des
Eryximachos betont auch Teuffel
Rh. Mus. XXVIIIp.848. Platon hat
hier absichtlich einer untergeord-
neten Persönlichkeit eine ähnliche
Empfehlung der Mäßsigkeit in den
Mund gelegt, wie sie Sokrates selbst,
ım Xenophontischen Symposion aus-
prieht: II 24—26, wo er kleine
Becher empfiehlt. Der Platonische
Jokrates aber ist ἱκανὸς ἀμφότερα.
Jie μέϑη endlich des Alkibiades,
ler wir die herrliche Rede über
jokrates verdanken, beweist, dals
las ὅτι χαλεπὸν τοῖς ἀνθρώποις ἡ
s£®n auch seine Ausnahme hat; vgl.
Ar. Vesp. 1253 κακὸν τὸ πίνειν...
Bd. οὐκ ἣν ξυνῆς γ᾽ ἀνδράσι καλοῖς
€ καγαϑοῖς.
D 1. χαλεπόν Neutr. vgl. 180 Β:
ϑειότερον γὰρ ἐραστὴς παιδικῶν.
Xen. Mem. 119, 1: ὡς χαλεπὸν ὁ
βίος Adnvnow εἴη ἀνδρὶ βουλο-
μένῳ τὰ ἑαυτοῦ πράττειν.
2. πόρρω πιεῖν; ähnlich der Ko-
miker Platon Mein. Ip. 638: σπον-
δὴ μὲν ἤδη γέγονε καὶ πίνοντές
εἶσι πόρρω. „drauf los“. Ähnlich
Xen. Symp. Il 26: ἣν μὲν ἀϑρόον
τὸ ποτὸν ἐγχεώμεθα; anderwärts
noch stärker ἀμυστὶ, ἀπνευστὶ πί-
ψειν.
4. κραιπαλῶντα nach ἄλλῳ συμ-
βουλεύσαιμι statt des nach der ge-
wöhnlichen Attraction zu erwarten-
den Dative. 188 Ὁ: πᾶσαν ἡμῖν
εὐδαιμονίαν παρασκευάζει καὶ ἀλ-
λήλοις δυναμένους ὁμιλεῖν καὶ
φίλους εἶναι, Crito 51 D (mehreres
Stallbaum). Verwandt 188 Β: καὶ
δέδοται (τῷ ἐρῶντι) --- ὡς πάγκα-
λόν τι πρᾶγμα διαπραττομένου.
E 1. ἂν εὖ βουλεύωνται krit. Anh.
Vgl. die Begriffe εὔβουλος, εὐβουλία
Platon. Rep. IV 428 B:. καὶ μὴν
τοῦτό γε αὐτό, ἡ εὐβουλία, δῆλον
ὅτι ἐπιστήμη τίς ἐστιν" οὐ γάρ που
ἀμαϑίᾳ γε ἀλλ᾽ ἐπιστήμῃ εὖ βου-
λεύονται, Thuc. V 111: 6 ὑμεῖς,
ἣν εὖ βουλεύησϑε, φυλάξεσθε, Ly-
sias XXI 13: ἂν οὖν εὖ βουλεύση-
ode. — καὶ ol λοιποί 80: πείσονταί
σοι. — ταῦτα δὴ. Zu 114.
2. διὰ μέθης ποιήσασθαι τὴν
συνουσέαν vgl. nachher διὰ λόγων
ἀλλήλοις συνεῖναι und Polit. 272B:
ϑηρίοις διὰ λόγων δύνασϑαι ξυγ-
γέγνεσθϑαι: „das gesellige Zusam-
28 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
8 σθαι τὴν. ἐν τῷ παρόντι συνουσίαν,
πρὸς ἡδονήν.
V. ᾿Ἐπειδὴ τοίνυν, φάναι τὲν ᾿Ερυξέμαχον, τοῦτο μὲν
δέδοχται, πίνειν ὅσον ἂν ἕχαστος βούληται,
mensein auf dem Wege des sich
Betrinkens betreiben“. Dagegen
μετὰ μέϑης Leg. 1 6400: ἔστι δέ
γε τοιαύτη συνουσία, εἴπερ ἔσται
μετὰ μέϑης, οὐκ ἀϑόρυβος.
8. οὕτω gehört zu πρὸς ,ἧδονήν:
„nur so nach Belieben“. οὕτω ver-
bunden mit adverbiellen Ausdrücken
oder Adverbien 180C: ἁπλῶς οὔὕ-
tag; ebenso Gorg. 468C. Leg. I
633 C, ibid. 625 Β τὴν ὁδὸν ἅπασαν
οὕτω μετὰ ῥᾳστώνης διαπερᾶναι.
Gorg. 508 Ὁ: ἴδωμεν δὴ οὑτωσὶ
drop σκοπούμενοι. Vgl. auch
Dem. de ἢ leg. 197 οὑτωσὶ πίνειν
ἡσυχῇ. καὶ τρώγειν. Lysias XXV
81: οὕτω ῥαδίως „so ohne weiteres“,
ἑτοίμως οὕτως, ἄντικρυς οὑτωσέ,
ursprünglich mit einer dem οὕτως
entsprechenden Handbewegung ge-
sprochen zu denken. (Frohberger
zu Lye. a. a. Ὁ.
ὅ. ἐπειδὴ — τοῦτο μὲν δέδοκται:
dem τοῦτο μὲν entspricht nicht
ἐπάναγκες δέ, welches vielmehr
einen Teil des τοῦτο ausmacht, in
demselben eingeschlossen ist — son-
dern τὸ μετὰ τοῦτο im Nachsatz.
Wegen dieser Stellung im Nach-
satz hat Platon das erwartete δὲ
weggelassen; doch liefs er es nach
Participien, die einen verkürzten
Nebensatz bilden, auch im Nach-
satz etwa zu 220 B: οὗτος δ᾽ ἐξήει,
vgl. zu dieser Stelle — τὸ μετ
τοῦτο, vgl. Aristot. Pol. III 1278» 8
ἐπεὶ δὲ ταῦτα διώρισται, τὸ μετὰ
ταῦτα σκεπτέον πότερον.
7. τὴν μὲν ἄρτι εἰσελθοῦσαν αὖ-
λητρίδα. Flötenspielerinnen, Künst-
ler, Gaukler u. s. w. traten, wie bei
uns in die Gasthäuser, so bei den
Griechen in die Privathäuser, in
denen Gastmähler gegeben wurden,
wie es scheint, ohne grofse Um-
stände ein: vielleicht ohne anzu-
klopfen, was doch der γελωτοποιὸς
. Xen. Symp. I 11 noch thut. Xen.
Symp. II 1: ἔρχεταί τις αὐτοῖς ἐπὶ
κῶμον Συρακόσιος ἄνϑρωπος, ἔχων
ἀλλ᾽ οὕτω πίνοντας
ἐπάναγκες δὲ
τε αὐλητρίδα ,ἀγαϑὴν καὶ ὀρ:
στρίδι τῶν τὰ ϑαύματα δυναμέ-
vov ποιεῖν. Zunächst waren die
αὐλητρέδες für die’ Begleitung der
σπονδή erforderlich (siehe oben τῇ
176 A) und so mag man auch ar
nehmen, dals die ἄρτι εἰσελϑοῦδε
αὐλητρίρ diesen Dienst bereits hat
versehen müssen; „aber sie bleiben
denn auch weiter, und wir finden
nicht leicht auf Denkmälern die
vollständige Darstellung eines Syn-
posion ohne sie oder Kitharistrien“.
(Becker, Charikles II p. 289°). Fon
Gastmählern der N aukratiten Athen.
IV 149D γυναικὶ δὲ οὐκ ἔξεστι
εἰσιέναι eig τὸ πρυτανεῖον ἢ por}
τῇ αὐλητρίδι. Sie wurden and
förmlich,vorher gemietet Prot. 841D.
Bei den Komikern Mein. fr. Com
Antiphanes 1} 182: τέτταρες ἕ
αὐλητρίδες | ἔχουσι μεσϑὸν καὶ μέ-
γειροι δώδεκα von der Zurästung
einer Hochzeit, Alexander IV 55%
εἰς αὔριόν μὲ δεῖ λαβεῦν αὐλητρίδα
| τραπεζοποιόν, δημίου y Appes
uoı. ἐπὶ τοῦτ᾽ ἀπέστειλ᾽ ἐξ ἀγροᾶ
μ᾽ ὁ δεσπότης, Nicostratos ΠῚ 28
und Amphis II 303 werden mi
als Erfordernisse eines Symposios
neben μύρον, στέφαναος, λιβανωτῖᾳ
aufgeführt. Platon II 688: αὐνῆ
τ᾽ ἔχουσά τις κορίσκη Καρικὸν ai
λος te | βελίξζεται τοῖς σομπότωῇ,
κἄλλην τρίγωνον εἶδον ἔχουδκη
εἶτ᾽ ἦδεν πρὸς αὐτὸ μέλος ”
τι. Im Xenophontischen Symposicht
spielen Musik und mimisch-dremtl
tische Künste eine ziemliche Bei
aber dem Sokrates wird es
sehon zu viel, und er protesli
Öngegen , dal sich die Unterkal
ung vernünftiger Männer
beschränke III 2. Platon εἰμ
dies dahin, dafs er durch
machos die ᾿αὐλητρίς entfernen
Noch schroffer hat er sich sch
früher ausgesprochen Prot. 34708
onov δὲ καλοί τε κἀγαθοὶ
or καὶ πεπαιδευμένοι εἰφίν, or
om
ZTMIIOZION. 177. 29
μηδὲν εἶναι, τὸ μετὰ τοῦτο εἰσηγοῦμαι τὴν μὲν ἄρτι εἰσελ- 7
ϑοῦσαν αὐλητρίδα χαίφευν ἐᾶν, αὐλοῦσαν ἑαυτῇ ἢ ἂν βού-
ληται ταῖς γυναιξὶ ταῖς ἔνδον, ἡμᾶς δὲ διὰ λόγων ἀλλήλοις
συνεῖναι τὸ τήμερον᾽ καὶ δι᾿
Davıı δὴ πάντας [καὶ] βού- 177
ἐϑέλω ὑμῖν εἰσηγήσασϑαι.
ἂν ἴδοις οὔτε. -αὐλητρέδας οὔτὝ ὀρ.
χηστρέδας οὔτε Ψωλτοίας ἀλλ᾽ αὐὖ-
τοὺς αὑτοῖς ἱκανοὺς »τας συνεῖναι
ἄνευ τῶν λήρων καὶ παιδιῶν τού-
τῶν, διὰ τῆς αὑτῶν φωνῆρ λέγον-
zus τε καὶ ἀκούοντας ἐν μέρει ξαυ-
τῶν κοσμίως, κἂν πάνυ πολὺν οἶνον
κίνωσιν. Dagegen polemisiert Plut.
Qu. Symp. VII 7 u. 8; ebenso be-
merkt von den Neuern Muret Var.
lectiones Cap. XXVI (lI p. 153 -der
Ausg. v. Jos. Frey) er sei nicht der
g: nam si semper tam fa
cunds ac diserts comwiuae conlinge-
rent, quam illi sunt Platomscı, tum
fortasse non inmerio talia omnia
eweluderentur. Quod enim esse potest
lam mirabile acroama, quod non
colatum cum tülorum. sermonsbus
sordeat?
9, ταὶς ᾿γυναιξὶ ταῖς ἔνδον. Der
Ausdruck ziemlich verächtlieh gegen
die Frauen, die nicht die Bildung
der Männer haben, um sich selbst
m unterhalten, andrerseite aber
wch nicht zu den Gesellschaften
ler Männer zugezogen werden.
Dorn. Nepos praefat 7. nam neque
m conuwiuium adhibetur (mulier)
si propinquorum neque sedet nist
na interiore parte aedium quae gY-
Haeconitis appellatur.
10. καὶ δι᾽ οἴων λόγων, --- ἐθέλω
σηγήσασϑαι. odov ist Relativ,
ücht Fragpronemen, Der Spre-
‚hende weils sehon, wie die Re-
len beschaffen sein sollen. Anders-
a der entsprechenden Stelle Xen.
iymp. 1II2: σὺ τοίνυν ἡμῖν ἐξηγοῦ
φοέων λόγων ἁπτόμενος μαλιστ᾽
ts ταῦτα ποιοῖμεν. Wir finden bei
>laton in solchen Sätzen, die der
‚ateiner unbedingt als Fragesätze
assen würde, den grölsten Wech-
el. Das directe Fragewort 175 A,
01 E: διελϑεῖν --- τές ἐστιν ὁ Ἔρως
wi ποῖός τις: das verstärkte Rela-
ivum oder indirecte Fragprono-
οἵων λόγων, εἰ βούλεσθε,
men 195 A: ὁποῖος δέ τις ὧν ταῦτα
ἐδωρήσατο, οὐδεὶς. εἴρηκεν, 199 Ο:
ἐπιδεῖξαι ὁποῖός τίς ἐστιν ὁ Ἔρως;
endlich aber auch wie hier das
einfache Relativum 180 D: φράσαι
ὃν δεῖ ἐπαινεῖν; sogar nach er
40» 181 E: ἄδηλον Kr ελευτᾷ.
besonders häufig nach δηλοῦν, τ
πεῖν Xen. Cyrop. VI 1, 46: εἰπὼν
ὃς ἦν, Thucyd. 1136 δηλοὶ ὅς ἐστιν
neben φράξει ὅστις ἐστίν 1 181,
Vahlen zu Aristot, Poet. p. 130 zu
11, 14528. 20 δηλώσας ὃς ἦν." Auch
diese Auffassung ist logisch ge-
rechtfertigt; bestimmt werden als
Fragesätze nur diejenigen gefalst,
bei denen im Verbum finitirum der
Zweifel oder das Nichtwissen des
Sprechenden ausgedrückt ist: 173 A:
εἰπέ μοι πότε ἐγένετο, 173 E: διή-
γῃσαι τίνες ἦσαν οἵ λόγοι; in diesen
beiden Beispielen liegt das Nicht-
wissen des Sprechenden in dem
Befehl es zu sagen. 176 B: δέομαι
ἀκοῦσαι — ,πῶς ἔχει, 174 D: Pov-
λευσόμεϑα ὅ τι ἐροῦμεν, 1180: οὐ
γὰρ ἔγωγ᾽ ἔχω εἰπεῖν ὅ, τι μεῖζον
ἐστὶν ἀγαθόν, 184 A: ᾿βασανίξων
ποτέρων ποτέ ἐστιν ὃ ἐρῶν καὶ
ποτέρων ὁ ἐρώμενος. In diesen
Fällen kann 'nur Schwanken ein-
treten zwischen direectem oder in-
directem ronomen; in all
den Fällen jedoch, wo der Zweifel
oder das Nichtwissen von andern
Personen als vom Sprecher aus-
gesagt ist, sind alle 8 Construc-
tionen, auch die relative, möglich.
Infolge dessen kann in Nebensätzen,
die von demselben Verbum ab-
hängen, abgewechselt werden Thnk.
Ι 137 φράξει ὅστις ἐστὶ καὶ δι᾽
εύγει. Luc. Char. 1. ἐπεϑύμησα
eiv ὁποῖα... καὶ ἃ — καὶ ti-
νῶν etc.
177 A 1. πάντας ist Subj. zu den
beiden coordinierten Infinitiven p«-
von und κελδύειν. Ebenso coordi-
(
30
4 λεόϑαι καὶ κελεύειν αὐτὸν εἰσηγεῖσθαι.
ΠΛΑΤΟΩΝΟΣ
4
εἰπεῖν οὖν τὸν
Ἐρυξίμαχον ὅτι Ἧ μέν μοι ἀρχὴ τοῦ λόγου ἐστὶ κατὰ τὴν
Εὐριπίδου Μελανίππην᾽ οὐ γὰρ ἐμὸς ὁ μῦϑος, ἀλλὰ Dei
ὅρου τοῦδε, ὃν μέλλω λέγειν. Φαῖδρος γὰρ ἑκάστοτε πρύς
με ἀγανακτῶν λέγει Οὐ δεινόν, φησίν, ὦ ᾿Ερυξίμαχε, ἄλλοις
niert 177 E: ξυνέφασαν τε καὶ ἐκέ-
λευον. Zu φάναι gehört βούλεσθαι,
wie εἰσηγεῖσθαι zu κελϑύειν.
8. κατὰ τὴν Εὐριπέδου Μελανίπ-
σὴν. Es ist dieses Stück die Me-
λανίππη ἡ σοφή, wie sie genauer
bezeichnet wird zum Unterschied
von der ελανίππη δεσμῶτνις des-
selben Dichters. ἡ σοφή heilst sie
bei den Späteren, weil sie einer
der philosophierenden Blaustrüämpfe
bei Euripides war, wie sie von
den Komikern persifliert wurden.
Melanippe, die Tochter des Äolos,
hatte dem Poseidon heimlich zwei
Söhne geboren; auf Befehl des Po-
seidon wurden sie im Stillen bei
den Rinderbeerden des Äolos auf-
erzogen; da sie von einer Kuh ge-
säugt wurden, überbrachte man sie
als βουγενῇ τέρατα dem Äolos, der
sie dem Feuertode übergeben wollte;
da trat Melanippe hervor und suchte
mit allem Aufwand philosophischer
Gelehrsamkeit dem gestrengenVater
zu beweisen, ὅτε οὐδὲν τέρας ἐστὶν
Dion. Hal. rhet. 9, 11. Die Verse,
auf die hier Platon anspielt, lau-
teten (fr. 488 Nauck): οὐκ ἐμὸς ὁ
μῦϑος, ἀλλ᾽ ἐμῆς μητρὸς wage, |
ὡς οὐρανός τε γαῖά τ᾽ ἣν ὴ
ul‘ | ἐπεὶ δ᾽ ἐχωρίσθησαν ἀλλή-
λων δέχα, | τίκτουσε πάντα κἀνέ-
δωκαν εἰς φάος | δένδρη, πετεινά,
ϑῆρας οὖς θ᾽ ἄλμη τρέφει | γένος
τε ϑνητῶν. Ähnlich lautet Eur.
Hel. 513: λόγος γάρ ἐστιν οὐκ ἐμός,
σοφῶν δ᾽ ἔπος. Auf den ersten
Vers scheint auch anzuspielen Plat.
Apol. 20E: οὐ γὰρ ἐμὸν ἐρῶ τὸν
λόγον, ὃν ἂν λέγω, ἀλλ᾽ εἰς ἀξιό-
70209 ὑμῖν τὸν λέγοντα ἀνοίσω.
Der Ausdruck ward zum Gemein-
gut und ging auch ins Lateinische
über. Hor. Sat. II 2, 2: nec meuws
hie sermo est sed quae ypraesepi
Ofellus. Weitere Beisp. bei Naack
fr, tr. gr. p. 408.
4. Φαίδρου. Siehe Einl $ 12,1.
6. Οὐ δεινόν (σχέτλιον, ἅτοκον,
αἰσχρόν, ἄλογον ete.). Eine oft bei
den Rednern vorkommende Wer
dung, um etwas zu bezeichnes,
was vom logischen oder sittlichen
Standpunkte aus betrachtet uner-
träglich scheint. Vgl. über die ver-
schiedenen Formen die erschöpfende
Monographie von Gebauer de hy-
potheticis et paratacticis argumenl
ex contrario formis. Zwickau 1877.
Unser Beispiel gehört zu den park
taktischen; dasjenige Factum, wel
ches die Unerträglichkeit des ar
dern illustriert, wird durch per,
dieses durch δέ eingeleitet. Dis
Ausführung ist anakoluthisch. Z-
nächst wird der Doppelsatz an dem
Beispiele der Dichter durchgeführt:
ἄλλοις μὲν — πεποιημένους, τῷ
"Epotı — ἐγκώμιον; dann noch eir
mal an dem Beispiel der Prosaike
Ἡρακλέους μὲν — συγγράφειν, wer
ches erste Glied nach anakoluthi
eingeschobenen Zwischensäteen Τϑ'
capituliert wird durch τὸ οὔν —
ποιήσασθαι, ἢ worauf unmittelbar
das 2. Glied folgt: Ἔρωτα δὲ -
ὑμνῆσαι; dieses zweite Glied, we-
ches negativ ist, wird in positive
Form wiederholt durch ἀλλ᾽ ovees
"ἠμέληται --- ϑεός, und zwar wieder
unregelmäfsig im Indic. statt de
zu erwartenden ἠμελῆσθαι — He.
In dieser anakoluthistischen Gesta-
tung der ganzen Periode sp}
sich der Unwille des
1) Es hängt also dieser Infinitiv immer noch von Οὐ δεινόν ab,
und es scheint mir nicht richtig ihn mit Gebauer p. 88, 213 als „e®
phatischen‘ Infinitiv zu bezeichnen, während οὖν noch deutlich den 2#
sammenhang mit dem Anfang der Periode markiert. Wiederaufnahme
eines Anfangs durch οὖν auch 183 Ο ταύτῃ μὲν οὖν
ZTMIIOZION. 177. 3l
μέν τισι ϑέεῶν ὕμνους καὶ παιῶνας εἶναι ὑπὸ τῶν ποιητῶν 7
πεποιημένους, τῷ δὲ Ἔρωτι, τηλικούτῳ ὄντι καὶ τοσούτῳ
ϑεῷ, μηδὲ ἕνα πώποτε τοσούτων γεγονότων ποιητῶν πε- Β
ποιηκέναι μηδὲν ἐγκώμιον᾽ εἰ δὲ βούλει αὖ σκέψασθαι τοὺς
χρηστοὺς σοφιστάς, Ἡρακλέους μὲν καὶ ἄλλων ἑπαίνους
καταλογάδην συγγράφειν, ὥσπερ ὁ βέλτιστος Ἡρόδικος" καὶ
Phädros. (Wolf) --- Zu dem gan-
zen Passus vergleiche dieEntrüstun
des Isokrates, dafs noch nieman
das Lob des Euagoras zu singen
unternommen habe Isokr. IX 5—8,
bes. 6: νῦν δὲ τίς οὐκ ἂν ἀϑυμή-
σειεν, ὅταν ὁρᾷ u. 8. w., und 8:
περὶ μὲν γὰρ ἄλλων πολλῶν καὶ
παντοδαπῶν λέγειν τολμῶσιν ol περὶ
τὴν φιλοσοφίαν ὄντες, περὶ δὲ τῶν
τοιούτων οὐδεὶς πώποτ᾽ αὐτῶν συγ-
γράφειν ἐπκεχεέρησεν.
7. ὅμνοι bes. Stiftungslegenden,
mit der Kithara begleitet, παεῶνες
urspr. Anrufungen Apollos, begleitet
mit der Flöte.
8, τηλικούτῳ Övrı καὶ τοσούτῳ
ϑεῷ. τηλικούτῳ bezieht Rückert
mit Recht auf das Älter des Gottes.
Phädros hält den Eros für den 3l-
testen Gott 178 BB. Ä
B 1. μηδὲ ἕνα etc. genau ist
diese Angabe nicht zu nehmen, man
vergleiche das herrliche Stasimon
in Soph. Antig. 781 fl.: Ἔρως ἀνί-
sure μάχαν, Eur. Hippol. 526 ff.:
ως ὁ κατ᾽ ὀμμάτων, wo wie hier
vor der Vernachlässigung des Eros
gewarnt wird 588: Ἔρωτα δὲ τὸν
τύραννον ἀνδρῶν — οὐ σεβίζομεν.
Beide Lieder waren 416 den Athe-
nem längst bekannt. Platon läfst
den Phädros absichtlich ziemlich
leichtfertige Behauptungen aufstel-
len, wie schon Wolf zu dieser Stelle
und zu 178 B bemerkte.
2. εἰ δὲ βούλει. Formel aus der
Umgangssprache zur Einführung
eines neuen Beispiels oder andern
Ausdrucks == ‚oder auch.“ Gewöhn-
lich hat es keinen Infinitiv bei
sich 209 D: si δὲ βούλει, ἔφη,
οἵους Πυκοῦργος παῖδας πατελίπετο.
Hipp. maior 282 C, Laches 188 C.
Hier dagegen hat es seinen eigenen
Inf. σκέψασθαι mit dem Objekt
τοὺς γ. σοφιστάς, WOTAUB αὐτοὺς
als Subj. zu συγγράφειν τὰ ergän-
zen ist.
8. γρηστοὺς und 4. βέλτιστος sind
von Phädros ehrlich gemeinte Epi-
theta, da er ein Bewunderer der
Sophisten ist. — σοφιστάς. Die So-
phisten, insbesondere Gorgias und
seine Schule haben in die prosaische
Litteratur (καταλογάδην), welche
hier den Dichtern gegenübergestellt
wird (zu diesem Gegensatz vergl.
[Isokr.) 1,51: ἀλλὰ καὶ τῶν ποιητῶν
τὰ βέλτιστα μανθάνειν καὶ τῶν ἄλ-
λων σοφιστῶν εἴ τι γρήσιμον εἰρή-
κασιν ἀναγιγνώσκειν, Isokr. II, 7:
καὶ τῶν μετὰ μέτρου ποιημάτων
καὶ τῶν καταλογάδην συγγραμμά-
τῶν, ibid. 43 καὶ τῶν ποιημάτων
καὶ τῶν συγγραμμάτων), ἕπαινοι
und ψόγοι eingeführt. Cicero Brutus
8 46 (nach Arıstoteles), Platon Phä-
drus 267 A, Isokr. Paneg. 8: τά rs
μεγάλα ταπεινὰ ποιῆσαι καὶ τοῖς
μεκροῖς μέγεθος περιθεῖναι. (Blass
die att. Beredsamkeit von Gorgias
bis Lysias p. 50 ff.) Dergleichen
laudes wituperationesque wurden als
loci communes in die verschiedensten
Arten von Reden, insbesondere in
deren Proömien und Epiloge pas-
send eingeschoben. Aber sie wur-
den auch zu selbständigen Themata
für Prunkreden (später -broschüren)
erhoben, und beschäftigten sich
zunächst mit Heroen: Herakles, He-
lena, Palamedes u. 8. f. — Ἡρα-
κλέους ὥσπερ ὁ βέλτιστος Πρόδικος.
Gemeint iet das ξύγγραμμα περὶ
τοῦ Ἡρακλέους des Prodikos, d. h.
die Erzählung von Herakles am
Scheidewege, deren Hauptinhalt
mitgeteilt ist Xen. Mem. 11 1, 21.
Das Werk hiefs später Ὧραι.
4. καὶ τοῦτο μὲν ἧττον καὶ ϑαυ-
μαστόν; auf. das τοῦτο μὲν würde
die Fortsetzung streng genommen
allgemein lauten müssen: „aber dals
32 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
|
δ τοῦτο μὲν ἧττον καὶ ϑαυμαστόν, ἀλλ᾽ ἔγωγε ἤδη τινὶ bi
τυχον βιβλίῳ, ἐν ᾧ ἐνῆσαν ἅλες ἔπαινον ϑαυμάσιον ἔχοντες
πρὸς ὠφέλειαν, καὶ ἄλλα τοιαῦτα συχνὰ ἴδοις ἂν ἐγκεχω-
ομιασμένα᾽ τὸ οὖν τοιούτων μὲν πέρι πολλὴν σπουδὴν
ποιήσασθαι, Ἔρωτα δὲ μηδένα πω ἀνθρώπων τετολμηκέναι
εἰς ταυτηνὶ τὴν ἡμέραν ἀξίως ὑμνῆσαι, ἀλλ᾽ οὕτως ἡμέ:
ληται τοσοῦτος ϑεός; ταῦτα δή μοι δοκεῖ εὖ λέγειν Bil;
ὅρος.
καὶ χαρίσασϑαι, ἅμα δ᾽
D εἶναι ἡμῖν τοῖς παροῦσι
man so unbedeutende Gegenstände
wählt wie z. B. das Salz, das ist
denn doch mehr zu verwundern.“
5. ἧττον καὶ ϑαυμαστόν. καί,
welches den Comparativ hervor-
hebt = noch, kann demselben nach-
gestellt werden. Stallbaum ver-
gleicht Xen. Cyrop. 1 6, 88: ταῦτα
γὰρ μᾶλλον καὶ ἐξαπατὰν δύναται.
ὃ. ἅλες ἔπαινον ϑαυμάσιον ἔχον-
τες. Auch Isokrates tadelt im Pro-
ömium seiner Helena (X 8 ff.) die-
jenigen Rhetoren, die paradoxe
Themata wählen, wie z. B. ὡς
ἔστιν ὃ τῶν πτωχευόντον καὶ φευ-
γόντων βίος ξζηλωτότερος ἢ τῶν ἀλ-
λων ἀνθρώπων oder ganz unbeden-
tende Gegenstände zu loben unter-
nehmen: τῶν τοὺς βομβυλιεοὺς (eine
Art Töpfe) καὶ τοὺς ἄλας καὶ
τὰ τοιαῦτα βουληθέντων ἐπαινεῖν.
Wahrscheinlich spielen sowohl Pla-
ton als Isokrates bei Erwähnung
dieser ἅλες auf den Rhetor Poly-
krates an (Sauppe O. A. 11 p. 222,
Blass die att. Beredsamkeit II p. 842),
von welchem wir anderweitig wis-
sen, dafs er eine Lobrede auf die
Mäuse, Töpfe (χύτραι), Rechensteine
(φύφοι) schrieb. Diesen classischen
Mustern hat Lucian sein uns erhal-
" teneg μυέας ἐγκώμιον nachgebildet.
So wenig übrigens diese Lobreden
sei es über Personen der mythi-
schen Vorzeit, sei es über mate-
rielle Dinge von wissenschaftlichem
Interesse ausgingen und so sehr sie
den Spott ernster Männer heraus-
ἐγὼ οὖν ἐπιϑυμῶ ἅμα μὲν τούτῳ ἔρανον εἰδενεγκεῖν ᾿
ἐν τῷ παρόντι πρέπον μοι δοκεῖ,
κοσμῆσαι τὸν ϑεόν.
δοκεῖ καὶ ὑμῖν, γένοιτ᾽ ἂν ἡμῖν ἐν λόγοις ἱκανὴ διατριβη
δοχεῖ γάρ μοι χρῆναι ἕκαστον ἡμῶν λόγον εἰπεῖν ἔπαινον
6611. VII 18, 12: Tales apud Tr
᾿
el οὖν ἔυν- |
forderten, so haben sie doch dası
igetragen, historische und nalur-
wissenschaftliche Forschung ansı-
regen und hierdurch dem Reali-
mus der Aristotelischen Schule vor
gearbeitet.
C 1. Im ersten Glied der blolm
Infinitiv, im zweiten der Acenae. t.
inf. wie Xen. Mem. I 2, 9 ὡς pr
ρὸν εἴη τοὺς μὲν τῆς πόλεως ar
χοντας ἀπὸ κυάμου καϑύστασϑε;
κυβερνήτῃ δὲ μηδένα ϑέλειν κεχοῦ
σϑαι κυαμευτῷ. Dem. adv. ΒΊΟΥ]:
sodor. 23; umgekehrt Dem. de!
leg. 90 οὐ δή δέκαιον ἐκεώφ μ"'
ἀμφότερ᾽ ηὐξῆσθαι --- ἃ δ᾽ ἡμῖν ἐν
καίως ἂν ὑπῆργεν ἐκ τῆς εἰρήνῃ,
ταῦτ᾽ ἀνθ᾽ ὧν ἀπέδοντο αὐτὸ
λογέξεσϑαι. Weitere Beispiele 6%
bauer p.235. Es ist demnach πρὶ
nötig, vor πολλὴν das Bubj. zoll
mit Hirschig zu ergänzen.
δ. ἔρωνον εἰσενεγκεῖν gleichse
einen Unterstätzungsbeitrag für da
Phädros zu leisten; τούεῳ bez
sich auf letztern; Wolf vergleicht
rum symbolae taltaque erans ment
rum rum, ut ipse die
sole erat, „ronynparn“. 160
συμβάλλομαι.
D 2. διατριβή Stoff zum I
vertreib; häufig von philosophich
Gesprächen, so Arist. Ban. |
διατριβὴν ἀργὺν παιεῖσθϑαι von
kratischen Unterhaltungen.
8. δοκεῖ γάρ μοι χρῆφαι Er
nung des bestimmten Antrags
ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ, 177. 33
Ἔρωτος ἐπὶ δεξιὰ ὡς ἂν δύνηται κάλλιστον, ἄρχειν da “"
Φαῖδρον πρῶτον, ἐπειδὴ καὶ πρῶτος κατάκειται καὶ ἔστιν
a \ - , 3 $» ’
ἅμα πατὴρ τοῦ λόγου. Οὐδείς δοι, ὦ Ἐρυξίμαχε, φάναι
τὸν Σωκράτη, ἐναντία ψηφιεῖται. οὔτε γὰρ ἄν που ἐγὼ
ἀποφήσαιμι, ὃς οὐδέν φημι ἄλλο ἐπίστασθαι ἢ τὰ ἐρωτικά,
οὔτε που ᾿4γάϑων καὶ Παυσανίας, οὐδὲ μὴν ᾿Δριστοφάνης, E
ᾧ περὶ Διόνυσον καὶ ᾿Αφροδίτην πᾶσα ἡ διατριβή, οὐδὲ
Schlusse seines Votums, mit einer
ähnlichen Formel wie in der Volks-
versammlung oder im Rate. Dem.
IV 17: πρῶτον μὲν τοίνυν — φημὶ
δεῖν, idem I 2: ἔστι δὴ τάγ᾽ ἐμοὶ
δοχοῦντα. Darauf spielt auch So-
krates an in seiner Antwort οὐδείς
σοι — ἐναντία ψηφιεῖται. — λόγον
εἰπεῖν ἔπαινον; 214B. Phädr.260B:
συντιϑεὶς λόγον ἔπαινον κατὰ τοῦ
ὄνου.
4, ὡς ἂν δύνηται κάλλιστον: die
Schönheit der Rede genügt dem
Phädros, auf die Wahrheit kommt
es dem Bewunderer der Sophistik
nicht an. Einen andern Standpunkt
zimmt Sokrates ein 198D ff. Dieser
Gegensatz ist hier schon leise an-
gedeutet in dem Ausdruck des So-
krates in seiner folgenden Bemer-
kung Εἰ: ἀλλ᾽ ἐὰν ol πρόσϑεν ἵκα-
ψῶς καὶ καλῶς εἴπωσιν. ἱκανῶς
deutet auf das Requisit der Wahr-
heit hin. — ἄρχειν δὲ Φαῖδρον
πρῶτον, auch im Deutschen sagt
man etwa „zuerst anfangen‘ oder
„den ersten Anfang machen“. Isokr.
IV 10: εἴ τις ϑαυμάξοι καὶ τιμῴη
μὴ τοὺς πρώτους τῶν ἔργων ἀργχο-
μένους ἀλλὰ τοὺς ἄρισϑ᾽ ἕκαστον
αὐτῶν ἐξεργαξομένους, wo übrigens
ἄρχομαι ebenso gebraucht ist wie
sonst ἄρχειν.
7. ψηφιεῖται siehe oben zu δοκεῖ
γὰρ χρῆναι.
8, ὃς οὐδέν φημι ἄλλο ἐπίστα-
σϑαι ἢ τὰ ἐρωτικά vgl. Xen. Mem.
Il 6, 28: ἴσως δ᾽ ἄν τί σοι κἀγὼ
συλλαβεῖν εἰς τὴν τῶν κακῶν τε
κἀγαϑῶν ϑήραν ἔχοιμι διὰ τὸ ἐρω-
τικὸς εἶναι, Symp. VIII 2, Platon
Phädr. 257 A: εὐμενὴς καὶ ἵλεως
τὴν ἐρωτικήν μοι τέχνην, ἣν ἔδω-
"us, μήτε ἀφέλῃ μήτε πηρώσῃς. δι᾽
ὀργήν, δίδου δ᾽ ἔτι μᾶλλον ἡ νῦν
Patron, Symposion.
παρὰ τοῖς καλοῖς τέμξον εἶναι (Ge-
bet des Sokrates an Eros), Lysis
204 B: εἰμὶ δ᾽ ἐγὼ τὰ μὲν ἄλλα
φαῦλος καὶ ἄχρηστος, τοῦτο δέ wol
πῶς ἐκ θεοῦ δέδοται, ταχὺ οἵῳ τ᾽
εἶναι γνῶναι ἐρῶντά τε καὶ ἐρώ-
μενον Symp. 212 Β,
1. οὔτε που ᾿γάϑων καὶ Παυ-
σανίαρ: καί, nicht οὔτε, vor Παυ-
σανίας, weil die beiden zusammen-
ehören, sie bilden notorisch ein
iebespaar. Die geschlossene Ver-
bindung οὔτε — οὔτε geht mit der
Erwähnung des Aristophanes in die
loser anfügende aber das Einzelne
stärker hervorhebende οὐδέ „noch
auch“ über. Rep. VI 499 B: ἐλέ-
owev ὑπὸ τἀληϑοῦς ἠναγκασμένοι,
ὅτι οὔτε πόλις οὔτε πολιτεία οὐδέ
γ᾽ ἀνὴρ ὁμοίως μήποτε γένηται τέ-
λεος. μήν steigert noch die Sonder-
stellung des Aristophanes: von ihm
wäre eine Weigerung vollends un-
begreiflich. So wie hier “οὔτε —
οὔτε — οὐδὲ μὴν Xen. Anab. VII
6, 22: οὔτε — οὔτε μήν Xen. Symp.
I15. Sogar nach Einem οὔτε kann
ein stärker hervorhebendes οὐδέ ya
gesetzt werden; Apol. 19D: ἀλλὰ
γὰρ οὔτε τούτων οὐδὲν ἔστιν, οὐδέ
γε εἴ τινος ἀκηκόατε ὡς U. 8. W.
2. ᾧ περὶ Διόνυσον καὶ 'άφρο-
δίτην πᾶσα ἡ διατριβή. Dionysos
als Gott des athenischen Theaters,
in welchem auch der Priester des
Dionysos Eleuthereus den Ehren-
sitz hat; in der Orchestra wird das
Bild des Gottes selbst aufgestellt
(Dis Chrysost XXX1 631 R). In der
eit des Aristoteles (Arist. Probl.
80, 10) werden die Schauspieler
bereits od περὶ τὸν Διόνυσον
τεχνῖται genannt, das Publikum
nennt sie etwa auch Jıovvoo-
κόλακες Arist, Rhet. III2, 1205% 23
3
®
84 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
|
8 ἄλλος οὐδεὶς τουτωνὶ ὧν ἐγὼ ὁρῶ. καίτοι οὐκ ἐξ ἴσου
γίγνετδι ἡμῖν τοῖς ὑστάτοις κατακειμένοις᾽ ἀλλ᾽ ἐὰν οἱ πρό-
ὅϑεν ἱχανῶς καὶ καλῶς εἴπωσιν, ἐξαρκέσει ἡμῖν. ἀλλὰ
τύχῃ ἀγαθῇ καταρχέτω Φαῖδρος καὶ ἐγχωμιαξέτω τὸν Ἔρωτα.
ταῦτα δὴ καὶ οἵ ἄλλοι πάντες ἄρα ξυνέφασάν τε καὶ
118 ἐκέλευον ἅπερ ὁ Σωκράτης. πάντων μὲν οὖν ἃ ἕκαστος εἶπεν,
οὔτε πάνυ ὁ ᾿Δριστόδημος ἐμέμνητο οὔτ᾽ αὖ ἐγὼ ἃ ἐκεῖνος
ἔλεγε πάντα᾽ ἃ δὲ μάλιστα καὶ ὧν ἔδοξέ μοι ἀξιομνημόνευ-
τον, τούτων ὑμῖν ἐρῶ ἕκάστου τὸν λόγον.
— Aphrodite wohl wegen der un-
zertrennlichen Verbindung von Wein
und Liebe, mit besonderm Bezug
auf den Inhalt so mancher Ko-
mödie. Die sikyonische Dichterin
Praxilla (blühte um 450 v. Chr.)
machte gegen die Überlieferung
den Dionysos sogar zum Sohne der
Aphrodite, Aristoph. fr. incert. 490 D
nennt den Wein Aggoding γάλα,
Achill. Tat. II 3, 8: οἶνος γὰρ ἔρω-
τος τροφή.
4, ὕστατος κατάκειμαι = ἔσχατος
(175 C) = zu äulserst rechts oder
zu unterst. Sokrates hatte sich zu
Agathon gelagert.
5. ἱκανῶς zu κάλλιστον oben D 4
— ἐξαρκέσει ἡμῖν wir können uns
dabei beruhigen, und brauchen in
diesem Falle selbst nichts mehr
hinzuzufügen. Das wird freilich
nicht eintreffen.
6. τύχῃ ἀγαθῇ „in Gottes Na-
men (Wolf) Phleß) 57 E: διδῶμεν
τύχῃ ἀγαθῇ τούτοις, οὺς φὴς δει-
νοῦς εἶναι, ταύτην τὴν ἀπόκρισιν,
ὦ Σώκρατες, Tim. 26 E, Leg. I
625 C: ἀλλ᾽ ἴωμεν ἀγαθῇ τύχῃ,
Crito 43D: ἀλλ᾽ ὦ Κρέτων, τύχῃ
ἀγαθῇ, εἰ ταύτῃ τοῖς θεοῖς φίλον͵
ταύτῃ ἔστω. Diese Formel wird
wie die entsprechende lateinische
quod bonum felix faustum fortuna-
tumque sit auch an die Spitze von
Volksbeschlüssen gegetat; so auch
in dem ψήφισμα bei Thucyd. IV
118, 11. Ebenso bei Anfragen an
Orakel S. Bursian die wiss. Ergeb-
nisse der Ausgrabungen in Dodona,
Sitzungsberichte der bayr. Akad. d.
W. 1. Juni 1878. S. 11.
7. ταῦτα δὴ καὶ ol ἄλλοι πάντες
ἄρα ξυνέφασαν. Zur Stellung des
ἄρα Prot. 819 A: Ἦ καλόν, ἦν ὃ
ἐγώ, τέχνημα ἄρα κέκτησαι, Bep.
I 8588 C: πολὺ γὰρ ἀμείνων ἄρα 0
τοῦ ἀδίχου ἢ τοῦ δικαίου βίος.
178 A 1. &xsg „ganz dasselbe,
was“, ὅπερ 173C, 178 Ε. καϑάκε
„ganz ebenso“ 173 Β: ὦμολόγε
καθάπερ ἐκεῖνος διηγεῖτο. In ὥσπει
dagegen 175 E, 171 Β: ὥσπερ ὁ βέϊ-
τιστος Πρόδικος, 178 A: ὥσπερ Akya
scheint die Bedeutung etwas ab
eschwächt; — ebenso aber aucl
in ὅσπερ 183 E: οὗπερ ou.
2. οὔτε πάνυ u. 8. £ vgl. Ein
p. XXXV; οὐ πάνυ hier „nicht ebe
sehr‘‘, so Xen. Anab. I 8, 14. VI 1,16,
anderwärts auch „gar nicht. —
οὔτ᾽ αὖ ἐγώ sc. μέμνημαι (m
ἐμέμνητο im vorhergehenden).
3. πάντα Abwechslung der Cor
struction beim gleichen γον
μέμνημαι, oben πώντων. — ἃ δὲ
μάλιστα καὶ ὧν ἔδοξέ μοι ἀξιομη
μόνευτον die Erklärung Stallbaun,
daß man auch sagen könn !
ἀξιομνημόνευτον nach Analogie 102
ταῦτα ἀδύνατον. „dies ist ein [Mr
mögliches“, ist unhaltbar. Den
Apollodoros schwebte offenbar 3}
ἀξιομνημόνευτα ich
(ταῦτα ἐρῶ) vor, was er statt eind
aus dem Vorhergehenden zu erw
tenden μέμνημαι insofern gans gl
sagen konnte, 818 man sich des
am ehesten erinnert, was der Br"
innerung am meisten würdig ἰδ
Nun fällt ihm aber ein, dab #
nicht nur nicht alle Einzelnheitel
der Reden mitteilen werde, sondeM
dals er auch ganze Reden übe“
|
ZTMINOZION. 178. 35
VI Πρῶτον μὲν γάρ, ὥσπερ λέγω, ἔφη Φαῖδρον ἀρ- 6
ξάμενον ἐνθένδε ποϑὲν λέγειν, ὅτι μέγας ϑεὸς εἴη ὁ Ἔρως
καὶ ϑαυμαστὸς ἐν ἀνθρώποις τε καὶ ϑεοῖς, πολλαχῇ μὲν καὶ
ἄλλῃ. οὐχ ἥκιστα δὲ κατὰ τὴν γένεαιν.
τὸ γὰρ ἐν τοῖς
πρεσβύτατον εἶναι τῶν ϑεῶν τίμιον, ἦ δ᾽ ὅς" τεκμή-
ριον ὃὲ τούτου γονῆς γὰρ Ἔρωτος οὔτ᾽ εἰσὶν οὔτε λέγονται
gehen werde, wie auch schon Ari-
stodemos in seinem Bericht gethan
(180 C); darum fügt er jetzt lose
hinzu: καὶ ὧν ἔδοξέ μοι ἀξιομνημό-
ψευτον. Hier wirkt nun das früher
beabsichtigte Prädikat soweit nach,
als er auch diesen Satz nicht so
gestaltet, wie er ihn ohne den vor-
hergehenden gestaltet haben würde;
entweder hätte er nämlich gesagt
ὧν ἔδοξέ μοι ἄξιον sc. μεμνῆσϑαι
τοῦ λόγου oder ὧν ἔδοξέ μοι ὁ
λόγος ἀξιομνημόνευτος.
Erste Rede über den Eros:
Phädres. 178 A — 180 B
(Cap. VI u. VII).
Die Rede zerfällt in zwei Haupt-
teile:
L Eros ist der älteste Gott,
118 Β --- C πρεσβύτατος εἶναι.
I. Eros ist der größte Wohl-
tbäter des Menschengeschlechtes,
178 © — Schluls.
1. Er erzeugt sowohl a) im Privat-
leben als b) in der Gemeinschaft des
Staates oder des Heeres sittliches
Gefühl, 178 C — 179 B (Schluls von
Cap. I).
2. Insbesondere bringt der Eros
allein den Entschlufs hervor, für
andere das Leben zu opfern, 179 B
—180B (= Cap. VII).
Ab. ὥσπερ λέγω „wie gesagt“,
bezieht sich auf 177 Ὁ: ἄρχειν δὲ
Φαῖδρον πρῶτον und wiederholt nur
die Thatsache, dafs Phädros der
erste Redner war. ὥσπερ λέγα
oder ὅπερ λέγω u. ähnl. kann sich
auch auf unmittelbar vorher Ge-
sagtes beziehen. Cratylus 420 D:
τὸ εἶκον καὶ μὴ ἀντιτυποῦν ἀλλ᾽
ὥσπερ λέγω εἶκον τῷ ἰόντι. Vahlen
su Arist. Poet. 15, 14648, 25: ὥσπερ
εἴρηται. Platon braucht meistens
das Präsens in dieser Redeweise.
Phädo 75 C, 76 A, 77D, Symp. 1868,
193 A; doch auch ὅπερ εἶπον 178 C,
182 D, 207 C.
6. ἐνθένδε ποθέν hinc fere. Sy-
nonym ἐντεῦθεν 181D: dvrsüder
ἀρχόμενοι ἐρᾶν.
8. ἐν τοῖς πρεσβύτατον εἶναι. Zu
dem Gedanken vergl. Xen. Symp.
VII 1, wo Sokrates den Eros τῷ
χρόνῳ ἰσῆλιξ τοῖς ἀειγενέσι Θεοῖς
nennt. Arist. Aves 700: πρότερον
δ᾽ οὐκ ἦν γένος ἀϑανάτων, πρὶν
Ἔρως συνέμιξεν ἅπαντα. Gegensatz
dazu 195 A. -- n δ᾽’ ὅς ziemlich
weit nachgestellt wie Rep. I 327 C:
οὐ γὰρ κακῶς δοξάζξεις, τ δ᾽ ἐγώ.
Eingefügt ist es gerade hier, weil
in diesem Satze der Übergang von
der indirecten Rede zur directen
sich vollzieht. — Zu der Stelle vgl.
Aristot. Metaph. 1 3, 5.
B 1. τεκμήριον δὲ τούτου. Diese
Formel leitet den Beweis des Satzes
ein. Auf dieselbe folgt das expli-
cative γάρ Herod. VIII 120 μέγα
δὲ καὶ τόδε μαρτύριον. φαένεται
γὰρ ξῤρξης", oder καὶ γάρ: unten
192A. Xen. Symp. IV 17: τεκμή-
oıov δέ, Platon Apol. 40C, Kritias
110E, Leg. VII821E (letztere Stelle
ohne γάρ).
2. γονῆς Ἔρωτος οὔτε εἰσὶν οὔτε
λέγονται eine kategorische Behaup-
tung des Phädros, die sehr der Be-
richtigung bedarf. Alkäos wenig-
stens hatte den Eros (bei Plut. Erot.
20 == fr. 13 Bergk) als Sohn des
Zephyros und der Iris bezeichnet,
Simonides bei Schol. zu Apollon.
Rh. 3, 26 (=fr.43B) als Sohn des
Ares und der Aphrodite: σχέτλιε
παῖ, δολόμητις ᾿ἀφροδίτα | τὸν "Agsı
κακομαχανῳ τέκεν, Euripides im
Hippolytos 538 als Sohn des Zeus.
8Ὲ
36
8 ὑπ᾽ οὐδενὸς οὔτε ἰδιώτου οὔτε ποιητοῦ, ἀλλ᾽ Ἡσίοδος πρῶτον
μὲν χάος φησὶ γενέσϑαι,
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
αὐτὰρ ἔπειτα
Γαῖ εὐρύστερνος, πάντων ἔδος ἀσφαλὲς αἰεί,
ἠδ᾽ Ἔρος
8. ἰδιώτης wird durch den Gegen-
satz von ποιητής als „Prosaiker“
bestimmt. Phädr. 258 ἢ: ἐν μέτρῳ
ὡς ποιητής, ἢ ἄνευ μέτρου ὡς
ἰδιώτης, Legg. X 890 A: ἀνδρῶν
σοφῶν, ἰδιωτῶν τε καὶ ποιητῶν.
Vgl. ἴδιοι λόγοι Rep. 11 866 E, ἰδέᾳ
Rep. Il 868 E. Der Dichter ist immer
noch eher eine Öffentliche Person
als der Prosaiker, da seine Pro-
ductionen durch das Theater, Chöre
u. 8. w. umfassendere und schnellere
Verbreitung finden als auf dem
mühsamen Wege der Abschrift. Der
Sprachgebrauch ist aber wohl noch
ein Überbleibsel aus der Zeit, in
welcher die Schrift blofs für die
Bedürfnisse des Privatverkehrs ver-
wendet worden war.
4. Die Stelle lautet Hesiod. Theog.
116 ff. in unsern Handschriften:
Ἤτοι μὲν πρώτιστα Χάος γένετ᾽,
αὐτὰρ ἔπειτα
Tai” εὐρύστερνος, πάντων ἔδος ἀσφα-
λὲς αἰεί
[ἀϑανάτων, οἱ ἔχουσι κάρη νιφόεν-
τος Ὀλύμπου
τάρταρά τ᾽ ἠερόεντα μυχῷ χϑονὸς
εὐρυοδείης]
ἠδ᾽ Ἔρος, ὃς κάλλιστος ἐν ἀϑανά-
τοισι θεοῖσι,
λυσιμελής, πάντων τε ϑεῶν πάντων
τ᾿ ἀνθρώπων
δαμνὰς ἐν στήθεσσι νόον καὶ ἐπί-
φρονα βουλήν.
Die 2 hier eingeklammerten Verse
kennt Platon nicht, ‘ebenso wenig
Aristot. Metaphys. I 4; sie werden
daher von den meisten neuern
Herausgebern Hesiods athetiert. —
Das zweite Zeugnis ist aus dem
Lehrgedicht des Eleaten Parmeni-
des (geb. c. 520 v. Chr.) περὶ φύ-
σεως, in gleicher Form wird es
überliefert Aristoteles Metaphys. I
4: καὶ γὰρ οὗτος κατασκευάζων τὴν
τοῦ παντὸς γένεσιν | πρώτιστον μὲν
(φησῶ Ἔρωτα ϑεῶν μητίσατο zar-
των. Plut. Erotic. 766 F bezeichnet
statt Γένεσις (wie in Platon und
Aristoteles steht) die Apgodirm als
Subject von μητέσατο (wohl unge
fähr in gleichem Sinne): Παρμενί-
Ins ἀποφαίνει τὸν Ἔρωτα τῶν
᾿ἀφροδίτης ἔργων πρεσβύτατον, ἐν
τῇ κοσμογονίᾳ γράφων: πρώτιστον
u.8.f. Zu γένεσιν vergleicht man
Hom. Il. XIV 201: Ὠκεανόν τε ϑεῶν
γένεσιν καὶ μητέρα Τηϑύν. -- Ein
drittes Zeugnis entnimmt unser Red-
ner dem Akusilaos, dem Logo-
graphen aus der Zeit vor den Perser-
kriegen. Sein Werk (oder ein ihm
untergeschobenes) führte später den
Titel γενεαλογίαι. Er schlols sich
darin wesentlich an Hesiod. Clem.
Alex. Strom. VI 629 A: τὰ Ἡσιόδου
μετήλλαξαν εἰς πεζὸν λόγον καὶ ας
ἴδια ἐξήνεγκαν EvunAog τε καὶ
᾿Ἀκουσίλαος ol ἱστοριογράφοι. Was
Damascius περὶ ἀρχῶν 14, p. 257
(fr. 1 des Akusilaos in F . hist
v. C. F. Müller I p. 100) Lehre
des Akusilaos berichtet: aus dem
Chaos seien Erebos und Nyı
entstanden; aus der Ehe dieser bei-
den Äther, Eros und Metis, be
rubt wahrscheinlich ayf spätere
Erweiterung und Verfälschung der
Schrift des Akusilaos. Über die
Constituierung der ganzen Stell
siehe krit. Anhang. — Akusilas
ist zuletzt gestellt, weil er als Pr»
saiker den beiden Dichtern Hesic
und Parmenides ereiht werdet
soll; vgl. vorher ὑπ᾽ οὐδενὸς ont
ἰδιώτου οὔτε ποιητοῦ; die beides
‘ Litteraturgattungen werden zul
chiastisch vorgeführt. Zu der Fom
Axovolleug vgl. Μενέλεως 174
Zu der Construction nv T’ivans
λέγει mit darauf folgendem Οἰμὴ
worin T'evecısg als Subject zu der
ken ist, hat Stallbaum mit Rech
verglichen Phädo 94 D οὗ Ayı
ΣΥΜΠΟΣΊΟΝ. 178. 37
[φησὶ μετὰ τὸ χάος δύο τούτω γενέσϑαι, Γῆν τε καὶ Ἔρωτα]. 8
. Παρμενίδης δὲ τὴν Γένεσιν λέγει Ὁ
πρώτιστον μὲν Ἔρωτα ϑεῶν μητίσατο πάντων.
Ἡσιόδῳ δὲ καὶ ᾿Δκουσίλεως ὁμολογεῖ. οὕτω πολλαχόϑεν ὁμο- C
λογεῖται ὁ Ἔρως ἐν τοῖς πρεσβύτατος εἶναι. πρεσβύτατος δὲ
ὧν μεγίστων ἀγαϑῶν ἡμῖν αἴτιός ἐστιν.
οὐ γὰρ
ἔγωγ᾽ ἔχω εἰπεῖν ὅ τι μεῖζόν ἐστιν ἀγαϑὸν εὐθὺς νέῳ ὄντι
ἢ ἐραστὴς χρηστὸς καὶ ἐραστῇ παιδικά, ὃ γὰρ χρὴ ἀνϑρώ-
ποις ἡγεῖσϑαι παντὸς τοῦ βίου τοῖς μέλλουσι καλῶς βιώσε-
σϑαι, τοῦτο οὔτε συγγένεια οἵα τε ἐμποιεῖν οὕτω καλῶς
οὔτ τιμαὶ οὔτε πλοῦτος οὔτ᾽ ἄλλο οὐδὲν ὡς ἔρως. λέγω Ὁ
δὲ δὴ τί τοῦτο; τὴν ἐπὶ μὲν τοῖς αἰσχροῖς αἰσχύνην,
τὸν Ὀδυσσέα στῆϑος δὲ πλήξας κρα-
δίην ἠνέπαπε μύϑῳ.
C 1. πολλαχόϑεν gegründet auf
drei Zeugnisse. Phädros nimmt
den Mund etwas voll; übrigens
werden auch πολλάκις, πολὺν 700-
so» und ähnliche Ausdrücke oft
etwas hyperbolisch genommen. zo4-
λάπις f man oft Ὀ]οία durch
„wiederholt“ übersetzen Phädo 95E,
vgl. Vahlen zu Arist. Poet. 18, 1456
a 10: ὅπερ εἴρηται πολλάκις.
> πρεσβύτατος δὲ ὧν μεγίστων
ἀγαθῶν ἡμῖν αἴτιός ἐστιν. Der
Übergang zum zweiten Punkte, der
Darstellung des Eros als des Wohl-
thäters des Menschengeschlechtes,
wird dadurch bewerkstelligt, dals
der erste Punkt in causaler Par-
ticipialeonstr. mit dem zweiten ver-
bunden wird. Diese logische Ver-
mittlung ist freilich blofser Schein.
Denn gerade nach hellenischer An-
schauung kann ein jüngerer Gott
ein gröfserer Woblthäter sein als
ein älterer.
4, εὐθὺς νέῳ ὄντι. Darin liegt
die Aufmunterung gleich im frühen
Jünglingsalter ein Liebesverhältnis
imzugehen. Immerhin soll der ἐρα-
erg ein sittlich tüchtiger Mann
(χρηστός) sein.
5. καὶ ἐραστῇ παιδικά, selbstver-
ständlich γρηστά aus dem Vorher-
ehenden hinzuzudenken. — Ana-
oluthie: dem Redner schwebten
die vorbergegangenen Worte in der
Form vor: οὐ μεῖξον ἀγαϑὸν ἢ
νέῳ ὄντι ἐραστὴς χρηστός (Vögelin);
oder vielleicht noch eher μέγιστον
ἀγαϑὸν νέῳ ὄντι ἐραστὴς χρηστός.
— ἀνθρώποις ἡγεῖσϑαι παντὸς τοῦ
ἔου: Dativ der Person und Gene-
iv der Sache. Xen. Cyrop. VIO
7, 1: τοῦ γοροῦ ἡγήσατο Πέρσαις.
Hom. Od. ΧΧΠΙ 184: ἡμῖν ἡγείσϑω
ὀρχηϑμοῖο.
6. καλῶς βιώσεσθαι; καλῶς im
Sinne der sittlichen Tüchtigkeit.
Kriton 48 B: τὸ δὲ εὖ καὶ καλῶς
καὶ δικαίως ὅτι ταὐτόν ἐστι, μένει
ἢ οὐ μένει; καλῶς und εὖ βιοῦν
könnten an sich auch im Sinne
von ἡδέως gefalst werden; so εὖ
Rep. I 829 A, καλῶς in Cebes tab.
26: καλῶς βιώσεται μετὰ πάσης
ἀσφαλείας. — μέλλω mit Inf. Fut.
zu 174E,. |
7. συγγένεια concret: die Ver-
wandten. Leg. V 730 B: πόλιν re
καὶ φίλους καὶ συγγένειαν͵ Rep. VI
491C, Charm. 155 A, Gorg. 472 Β
— vgl. D: οὔτ᾽ ἂν ὑπὸ πατρὸς
ὀφϑέντα.
D 2. τί τοῦτο; nämlich ὃ γρὴ
ἀνθρώποις ἡγεῖσθαι τι. 5. ψ. — τὴν
ἐπὶ μὲν τοῖς αἰσχροῖς αἰσχύνην,
ἐπὶ δὲ τοῖς καλοῖς φιλοτιμίαν: im
zweiten Gliede ist der Artikel nicht
mehr gesetzt, weil die beiden Sub-
stantiva αἰσχύνη und φιλοτιμία Eine
Gesamtvorstellung: „das sittliche
Gefühl“ enthalten (Kühner II p. 529),
trotz des durch μέν und δέ be-
zeichneten Gegensatzes. So Leg. X
908 ἢ: μετατιϑέναι τὸ μὲν ἄμεινον
38
8 ἐπὶ δὲ τοῖς καλοῖς φιλοτιμίαν᾽
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
οὐ γὰρ ἔστιν ἄνευ
τούτων οὔτε πόλιν οὔτε ἰδιώτην μεγάλα καὶ χαλὰ ἔργα
ἐξεργάξεσϑαι.
φημὶ τοίνυν ἐγὼ ἄνδρα ῦστις ἐρᾷ, εἴ τι
αἰσχρὸν ποιῶν κατάδηλος γίψνοιτο ἢ πάσχων ὑπό του di
3 4 3 [4 AR] R en. δ 93
ἀνανδρίαν μὴ ἀμυνόμενος, οὐὐ ἂν ὑπὸ πατρὸς ὀφϑέντα
(Ὁ 3 « „ 6 }} Fu e 3 id 3 \
ουτῶς ἀλγῆσαι οὔτε ὑπὸ ἑταίρων οὔτε ὑπ᾽ ἄλλου οὐδενὸς
E ὡς ὑπὸ παιδικῶν.
3 4 - \ [d
ταὐτὸν δὲ τοῦτο καὶ τὸν ἐρώμενον
e m Ind ’ \ Α ‘ a
ορῶμεν, οτι διαφεροντῶς τοὺς ἐραστας αἰσχύνεται, οταν
ὀφθῇ ἐν αἰσχρῷ τινι ὦν.
εἰ οὖν μηχανή τις γένοιτο ὥστε
πόλιν γενέσθαι ἢ στρατόπεδον ἐραστῶν Te καὶ παιδικῶν,
Ἃ
οὐχ ἔστιν ὅπως ἂν
γιγνόμενον ἦϑος εἰς βελτίω τόπον,
χεῖρον δὲ εἰς τὸν χε Lysias
XIV 42 bezeichnet umgekehrt die
sittliche Verworfenheit der Sipp-
schaft des Alkibiades mit den Wor-
ten: οὕτω γὰρ διάκεινται ὥστ᾽ ἐπὶ
μὲν τοῖς καλοῖς αἰσχύνεσθαι, ἐπὶ
δὲ τοῖς κακοῖς φιλοτιμεῖσθαι; ibid.
2%: ὥστ᾽ ἐπ᾿ ἐνίοις ὧν οὗτος φιλο-
τιμεῖται τοὺς ἑτέρους (so nach Em-
perius) αἰχσύνεσθαι.
4, καλὰ ἔργα weist auf καλῶς
βιώσεσθαι in Ο als das erstrebens-
werte Ziel zurück.
5. φημὶ τοίνυν. Ausführung
des Satzes von dem Einflufs
des Eros auf das sittliche Ge-
fühl a) in Beziehung auf das
Privatleben b) auf das Leben
im Staate und im Lager. Diese
Anordnung chiastisch ‚gegenüber der
Ankündigung οὔτε πόλιν οὔτ᾽ ἰδιώ-
την. Punkt a wird ausgeführt «) am
ἐραστής P) am ἐρώμενος. Zu a)
Xen. Cyneg. 12, 20 ὅταν μὲν „VER
τις ὁρᾶται ὑπὸ τοῦ ἐρωμένου ἅ ἅπας
ἑαυτοῦ ἐστι βελτίων καὶ οὔτε λέγει
οὔτε ποιεῖ ale 08 οὐδὲ κακά, ἔνα
μὴ ὀφθῇ ὑπ᾽ em
6. πάσ o»v (sc. αἰσχρόν τι) ὑπό
του δι᾽ ἀνανδρίαν μὴ ἀμυνόμενος.
Nach dem Standpunkt der gewöhn-
lichen sittlichen Anschauung ist das
ἀντικακουργεῖν Forderung der Ehre
Xen. Mem. II 8, 14: καὶ μὴν πλεί-
στου ya δοκεῖ ἀνὴρ ἐπαίνου ἄξιος
εἶναι, ὃς ἂν φϑάνῃ τοὺς μὲν πο-
λεμίους κακῶς ποιῶν, τοὺς δὲ φέ-
λους εὐεργετῶν. Diese Meinung be-
3 [4 \ e « ἋΞϑβλ λ
ἄμεινον οἰκήσειαν την ἑαυτῶν ἢ ἀπε-
kämpft Platon im I. Buche der Be-
publik und Kriton 490, vgl. die Aus-
er an dieser Stelle.
1. ταὐτὸν de. Schanz nouse
commentat. $ 1 zählt in Platon 366
Beispiele dieser Schreibweise, 22
der Form ταὐτό; ähnlich ist nach
den besten Handschriften das Ver-
hältnis von τοιοῦτον, τοσοῦτον zu
τοιοῦτο und τοσοῦτο. Platon scheint
regelmälsig die Form mit », gleich-
viel ob vor Consonanten oder Vo-
calen, gesetzt zu haben. Vgl. jetzt
Schanz Praefatio zu den Leges 8 4.
— ταὐτὸν δὲ Tovro „ganz auf die
gleiche Weise“ adverbialer Accn-
sativ wie 207 C: τὸν αὐτὸν ἐκείνω
λόγον͵ Protag. 844 D: ταὐτὰ ταῦτα,
Meno 90}.
2. τοὺς ἐραστὰς αἰσχύνεται. Der
Plural kann begrifflich gefalst wer--
den, vgl. παῖδας Lysias I 4 (der
Sprecher hat nur Ein Kind), Isäas
Il 23; übrigens wird ein schöner
Jüngling oft von vielen Liebhabern
umschwärmt.
8. Von εἰ οὖν — Schlufs des
Capitels: Ausführung des zweiten
Punktes (b) «) Staats eben i im Frie-
den ß) Krieg (πόλιν ἢ στρατόκε:
δον): im ersten Teil des Satzes bis
ἀλλήλους wird von der στόλες (nach-
her τὴν ἑαυτῶν), im zweiten von
καὶ μαχόμενοι an von dem στρατύ"
nsedov gesprochen. — Zu, der Form
vgl. Leg. I 640B ei δ᾽ ἦν τις ur
χανὴ mit darauf folgendem Accu.
c.
6. Bei ἀπεχόμενοι und yon
|
|
ἢ
ἰ
|
Ι
|
ZSTMIIOZION. 179. 39
χόμενοι πάντων τῶν αἰσχρῶν καὶ φιλοτιμούμενοι πρὸς ἀλλή- 6
λους, καὶ μαχόμενοί γ᾽ ἂν μετ’ ἀλλήλων ol τοιοῦτοι νικῷεν 179
ἂν ἐλίγοι ὄντες, ὡς ἔπος εἰπεῖν, πάντας ἀνθρώπους. ἐρῶν
γὰρ ἀνὴρ ὑπὸ παιδικῶν ὀφθῆναι ἢ λιπὼν τάξιν ἢ ὅπλα
ἀποβαλὼν ἧττον ἂν δή που
μούμενοι ist aus dem Zusammen-
hang zu ergänzen: welche Gefühle
allein durch den Eros in wirksamer
Weise erregt werden, nach 1780, Ὁ:
so wird auch das ἤ vor ἀπεχό-
μενοι verständlich: „als dadurch
dals sie etc... — Den Gedanken
selbst entnahm Platon der Rede
des Sokrates in Xen. Symp. VIII
32, der freilich diesen von ihm be-
kämpften Satz dem Pausanias in
den Mund legt. Da aber Pausa-
niag bei Platon die Ansicht des
Phädros von der Weckung des Ehr-
gefühls durch den Eros vollständig
teilt und die Rede des Pausanias
nur als Ergänzung auf die Rede
des Phädros aufgebaut ist, so ist in
Wirklichkeit kein Widerspruch zwi-
schen der auf historischem Grunde
beruhenden Angabe des Xenophon
und der freien Composition Pla-
tons (Einl. p. XX Not. 1). Die Worte
des Pausanias bei Xenophon lauten
ἃ. ἃ. Ο.: εἴρηκεν ὡς στράτευμα ἀλ-
κιβώτατον ἂν γένοιτο ἐκ παιδικῶν
τε καὶ ἐραστῶν. Zur Sache vgl.
Xen. Anab. VII 4, 7ff. Von einem
gewissen Episthenes aus Olynth
wird erzählt ὅτε λόχον ποτὲ συνε-
λέξατο σκοπῶν οὐδὲν ἄλλο ἢ εἴ
τινὲς εἶεν καλοί, καὶ μετὰ τούτων
ἣν ἀνὴρ ἀγαϑός. Cyrop. VII 1,30:
πολλαγοῦ μὲν οὖν καὶ ἄλλοθι δῆ-
λον, ὡς οὐκ ἔστιν ἰσχυροτέρα φά-
λαγξ ἢ ὅταν ἐκ φίλων συμμάχων
ἠϑροισμένη ἧ. ΔΕ]. v. h. III 9:
ρῶντι ἀνδρί τις οὐκ ἐρῶν ἐπει-
᾿γούσης τῆς μάχης καὶ συνάγοντος
τοῦ πολέμου οὖκ ἂν συμμίξειεν:
der ἐρῶν ist nämlich von zwei
Göttern erfüllt, vom Eros und
Ares. Plut. Eroticus beweist durch
Beispiele die Macht des Eros im
Kriege. Über den fegög λόχος der
Thebaner Athen. XIII 561 Εἰ: ὁ δὲ
παρὰ Θηβαίοις ἱερὸς λόχος καλού-
βέφος συνέστηκεν ἐξ ἐραστῶν καὶ
φωμένων,͵ τὴν τοῦ ϑεοῦ σεμνότητα
δέξαιτο ἢ ὑπὸ πάντων τῶν
ἐμφαίνων, ἀσπαξομένων ϑάνατον
ἔνδοξον ἀντ᾽ αἰσχροῦ καὶ ἐπονει-
δέστου βίου; ibid. 602 A: ὅ συν-
ταχϑεὶς Θήβησιν ὑπὸ ιΕπαμινώνδου
ἱερὸς λόχος. Poly&n II 5: Γοργίδας
πρῶτος ἐν Θήβαις τὸν ἱερὸν λόχον
συνέταξεν. Plut. Pelop. 18, Erot.
761 B. Strabo X 844 berichtet, dals
die Kreter die geliebten Epheben
παρασταῦϑ έντες nannten, Marx Studia
Luciliana p- 12 (Bonn 1882) ver-
mutet, dals sie bei den übrigen
Griechen παράτακτοι hiefsen. Von
einer ähnlichen politisch-oligarchi-
schen Verbindung auf Lesbos han-
delt Le Bas Inscriptions grecques
6° Cahier p. 730 ff. Auf eine Ana-
logie bei den Römern: die φίλων
fin des Scipio macht Wölfflin Philol.
XXXIV p. 418 aufmerksam. — Zu-
erst tritt uns der ἱερὸς λόχος in der
Schlacht bei Leuktra 371 v. Chr.
entgegen, zuletzt in der Schlacht
bei Chäroneia 388 v. Chr. Hier
scheint er noch nicht als existie-
rend vorausgesetzt: Einl. $ 10,
n. 3.
179 A 8. λιπὼν τάξιν ἢ ὕπλα
ἀποβαλών. Es gab in Athen Cri-
minalklagen gegen solche Vergehen:
γραφὴ λιποταξίου, δειλίας, ἄδτρα-
τείας. In ὅπλα ἀποβαλεῖν ist unter
ὅπλα der Schild zu verstehen. Es
gehörte dieser Ausdruck unter die
sogenannten ἀπόρρητα ἃ. h. die
gesetzlich ausdrücklich verbotenen
Schmähungen. Lysias X 12: ἐὰν
δέ τιρ εἴπῃ ,, ἀποβεβληκέναι τὴν
ἀσπίδα" πεντακοσίας δραχμὰς ὀφεί-
λειν κελεύει (ὃ νόμος). Aristoph.
Vesp. 19. Isokr. VIII 148. ῤέψασπις
und Aristoph. Vesp. 592 aomıdamo-
βιής gelten gewöhnlich als gleich-
edeutend. Doch will Platon Leg.
XII p. 944B den ῥέψασπις als den
ἑκὼν ἀφείς von dem ἀποβολεὺς
ὕπλων als dem ἀφαιρεϑεὶς μετ᾽
εἰκυίας βίας unterschieden wissen
(Frohberger zu Lysias X 9).
40 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
5 ἄλλων, καὶ πρὸ τούτου τεϑνάναι ἂν πολλάκις ἕλοιτο καὶ
\ \ \ Ἅ N “
μὴν ἐγκαταλιπεῖν γε τὰ παιδιχὰ ἢ μὴ βοηϑῆσαι xıvövver-
οντι, --- οὐδεὶς οὕτω κακός, ὄντινα οὐκ ἂν αὐτὸς ὁ Ἔρως
ἔνϑεον ποιήσειε πρὸς ἀρετήν, ὥστε ὅμοιον εἶναι τῷ ἀρίστῳ
Β φύσει" καὶ ἀτεχνῶς ὃ ἔφη Ὅμηρος, μένος ἐμπνεῦσαι ἐνίοις
τῶν ἡρώων τὸν ϑεόν, τοῦτο ὁ Ἔρως τοῖς ἐρῶσι παρέχει
γιγνόμενον παρ᾽ αὑτοῦ.
VI. Καὶ μὴν ὑπεραποθνήσκειν γε μόνοι ἐϑέ-
λουσιν ol ἐρῶντες, οὐ μόνον ὅτι ἄνδρες, ἀλλὰ καὶ al
ὅ. πρὸ τούτου. τούτου ist neu-
tral „ehe er dies thäte‘“ (Wolf). —
καὶ μήν — γε „und nun aber gar“
wie in B, Anfang von Cap. VII.
Vgl. 177 E: οὐδὲ μὴν ᾿Αριστοφά-
ψης. --- ἐγκαταλιπεῖν (wofür Xen.
Symp. VIII 88: ἀπολείπειν) wäre
im Sinne des Phädros etwa fort-
zusetzen: οὐδεὶς τολμῴη ἂν τῶν
ἐραστῶν. Aber „vom furor eroti-
cus ergriffen“ (Ast) vergilst Phä-
dros seinen Eingang und schliefst
mit einer allgemeinen Bemerkung
-- οὐδεὶς οὕτω κακός, ὄντινα οὐκ
ἂν αὐτὸς ὁ Ἔρως ἔνϑεον ποιήσειε
πρὸς ἀρετήν (für das speciellere:
welchen er nicht dazu begeistern
würde, dafs er den Geliebten nicht
im Stiche läfst) — Nein! so erbärm-
lich ist keiner u. 8. w. — κινδυ-
vevovrı Dat. Sing. bezogen auf das
vorhergehende Subst. τὰ παιδικά,
So dem Sinne nach wie hier con-
struiert Phädr. 239 A: οὔτε δὴ
κρείττω οὔτε ἰσούμενον ἑκὼν ἐρα-
στὴς παιδικὰ ἀνέξεται. Vgl. auch
. unten 184 Ὁ: ἐραστής τε καὶ παι-
δικά, νόμον ἔχων ἑκάτερος, ὁ μὲν ---
ὁ δέ. Steht aber ein Adjectiv oder
Pronomen unmittelbar bei dem Sub-
stantiv παιδικά, so muls es in den
Plural gesetzt werden. Phädr.279B:
ὡς ἐμοῖς παιδικοῖς ᾿Ισοκράτει. Lys.
205 E: ὅτι τοιούτων παιδικῶν ἔτυ-
χες. Gorg. 482 A.
8. ἔνϑεον, cf. 180 B: ἔνϑεος γάρ
ἐστι. Älian. v.H. II 9: ἅτε ἐκ
τοῦ θεοῦ κατόχως ἐνθουσιῶντα.
B 1. μένος ἐμπνεῦσαι ἐνίοις τῶν
ἡρώων wie Il. X 482: ὡς φάτο,
ἂν
τῷ δ᾽ ἔμπνευσε μένος γλαυκῶπις
᾿4ϑήνη, Odyss. IX 881, Il. XV 268,
Xen. Hell. viI „4, 82.
5. οὐ μόνον ὅτι ἀλλὰ καί. — 80-
wohl für „nicht nur‘ als auch für
icht nur nicht“ kann man μὴ
ὅτι und οὐχ ὅτι 8 gen; immerhin
sind diese Ausdrücke von einem
blofsen οὐ μόνον oder οὐ μόνον
οὐκ insofern abweichend als sie
die Erwähnung der ersten Gliedes
eigentlich geradezu abweisen. Bei
ersterem ist λέγῃς oder ὑπολάβῃς
(„nichts zu sprechen von“) (Sauppe
zu Protag. 819 D), bei dem zweiten
etwas seltener vorkommenden λέγω
oder ἐρῶ („ich will davon nicht
sprechen‘) zu ergänzen. un ὅτι -α
„nicht nur‘‘ 207 E, Rep. IX 581E,
Apol. 40 Ὁ, Protag. 319 D, Xen.
Cyrop. VII 2, 17. VIII 1, 28. " Hiero
VI δ. οὐχ ὅτι — „nicht nur“
Dem. xy 7 (nicht zu verwech-
seln sind hiemit die Fälle, in denen
οὐχ ὅτι im zweiten Glied einen
ganzen Satz einleitet, den man durch
quamquam übersetzen kann). — μὴ
ὅτι = „nicht nur nicht“ Dem.
21, XXXIll 25, XXXIV 14; LV 19,
οὐχ ὅτι = „nicht nur nicht" Isokr.
XVII 17; Dem. XXIII 155, XXV
7. Dionys. Halic. de compoe. uerb.
ΠῚ p. 88 Sch. οὐχ ὅτι ann nüD
nicht blofs durch ein οὐ μόνον er-
setzt werden, wenn man das erste
Glied ebenfalls als erwähnenswert:
bezeichnen will, sondern man kann
es auch durch ein binzugefügtes
μόνον in οὐχ ὅτι μόνον oder οὐ
βόνον ὅτι abschwächen, welche
sichtlich der ‚Abweisung ‚des
ersten Gliedes zwischen οὐ μόνον |
und οὐχ ὅτι eine Mittelstellung
STMIIOZION. 179. 41
γυναῖκες.
τούτου δὲ καὶ ἡ Πελίον θυγάτηρ 'Αλκηστις 6
ἱκανὴν μαρτυρίαν παρέχεται [ὑπὲρ τοῦδε τοῦ λόγου] εἰς
einnimmt. So Xen. Mem. II 9, 8:
ὁ δὲ ᾿ἀρχέδημος τῷ Κρίτωνι ἡδέως
ἐχαρίζετο καὶ οὐχ ὅτι μόνος ὁ Κρέ-
τῶν ἐν ἡσυχίᾳ ἦν ἀλλὰ "αὶ ol φίλοι
αὐτοῦ. Aristot. Pol. VII 188158 11 οὐχ
ὅτι τείχη pro περιβλητέον ἀλλὰ καὶ
τούτων ἐπιμελητέον. Thuc. IV 88,
ὃ: καὶ γὰρ οὐ μόνον ὅτι αὐτοὶ
ἀνθίστασϑε, ἀλλὰ καὶ οἷς ἂν ἐπίω,
ἧσσόν τις ἐμοὶ πρόσεισι. Hier: „ich
beschränke mich nicht auf die (min-
der auffallende Aussage, dafs Män-
ner das thun, sondern gehe weiter
(zu der stärkern), dafs auch die
Weiber etc.“ (Teuffel),. Für „nicht
nur nicht“ kommt neben οὐχ ὅτι
und μὴ ὅτι noch vor: 09x ὕπως
bei Platon Rep. IX 591 C, Meno
96 A; Thuk. I 85; Lysias XXX 26,
XIX 31; Xen. Hell. V 4, 34, Π 4,
14, VI 4, 3, Anab. VII 7, 8; Dem.
XVII 131 u. ö. vgl. Frohberger zu
Lysias Anhang p. 173, Rehdantz gr.
u. lex. Index zu Dem. bei οὐχ ὅπως,
bei Lucian öfters, vgl. Cobet Var.
lect. 112. Ferner un ὅπως Xen.
Cyrop. 1 8, 10, dann vereinzelt οὐχ
000» οὐκ Thukyd. IV 62, οὐ (un)
οἷον bei Polyb. I 20, 1, 2. I 75, 6.
οὐχ ὅπως auch im Sinne von „nicht
nor“ z, B. Luc. Eun. 6 οὐχ ὅπως
τούτων ἀποκεκλεῖσϑαι ἠξίου, ἀλλὰ
καὶ ἱερῶν αὐτῶν. — Zu der Weg-
lassung des Artikels im ersten Teile
vgl. Aleib. I 106 B: καὶ οὐ μόνον
ἐν Ἕλλησιν, ἀλλὰ καὶ ἐν τοῖς βαρ-
βάροις; Phileb. 46 ΒΕ: ἔν τινι πονηρίᾳ
ψυχῆς καὶ τοῦ σώματος, 640: εἶθ᾽
ἡδονῇ εἴτε τῷ νῷ προσφυέστερον;
vgl. Arıstot. Poet. 4, 1449 a1: Ἰλιὰς
καὶ ἡ Ὀδύσσεια und die daselhst
von Vahlen aus Aristoteles beige-
brachten Stellen (Vahlen p. 98).
Der Artikel hebt das zweite Glied
hervor.
6. a) Erstes παράδειγμα: Alkestis
stirbt freiwillig für ihren Gemahl
Admetos. Die Sage war den Athe-
nern bekannt durch eine Tragödie
des Phrynichos, sowie die erhaltene
des Euripides, aufgef. Ol. 85, 2 =
438 v. Chr.; später (nach Abfassung
des Symposion) durch eine Komödie
des Antiphanes Ol. 106, 2 = 354
v. Chr. (Mein. fr. Com. I 324). Von
der Popularität der aufopfernden
Handlung der Alkestis zeugt auch
das Skolion der Praxilla (Bergk p.
l. gr. 1293°, das Sprüchwort Aixn-
orıdog ἀνδρεία Zenob. I 18. Eur.
Alc. 445: πολλά σε μουσοπόλοι μέλ-
ψουσι etc. — Aelian V. H. XIV 45.
Claudian XXVI 438. XXIX 12. —
In der Alkestis des Euripides ringt
Herakles die Alkestis dem Thanatos
wieder ab. Phädros dagegen folgt,
nachdem er im übrigen die That der
Alkestis so wie Eur. beschrieben
hat, der nach Apollodor I 9, 15
gewöhnlichen Sage, dals Perse-
phone, gerührt über ihre Auf-
opferung, sie wieder in die Ober-
welt hinaufgeschickt habe, vgl.
179 Ὁ: τὴν ἐκείνης ἀνεῖσαν mit
Apollodor: καὶ αὐτὴν πάλιν ἀνέπεμ-
»ev ἡ Κόρη; vgl. Schol. Ar. Vesp.
1239. Bemerkenswert ist, dafs aber
auch Euripides Alk. 851 ff. diese
andere Lösung, wie sie hier er-
scheint, für den Fall, dafs der
Kampf mit dem Thanatos nicht
eintreten sollte, eventuell in Aus-
sicht stellt, wenigstens verspricht
Herakles dann in die Unterwelt zu
gehen und die Alkestis von Pluton
und Kore zn erbitten. Entweder
bestand diese Fassung schon früher
neben der andern oder Euripides
hat dieselbe als eventuelle Mög-
lichkeit erfunden und Platon mit
Anlehnung an jene Verse hier die-
selbe so ausgestaltet, wie sie spä-
ter um ihres ethischen Gehaltes
willen vorgezogen wurde. Dies die
Ansicht von Robert in Thanatos,
Berliner Winkelmannsprogr. 1879
"8. 80. Immerhin hat hier Phädros
die Figur des Herakles, der bei
Eur. auch in dieser zweiten Lösung
activ ist, als für seinen Zweck
mehr störend weggelassen, wie er
auch sehr allgemein von #eol
spricht.
1. ἱκανὴν μαρτυρίαν παρέχεται
Apol. 19D: μάρτυρας παρέχομαι,
Symp. 198 Ὁ: ἐλπίδας. Parm. 128B:
42 DAAT2NOZ
8 τοὺς Ἕλληνας, ἐθελήσασα μόνη ὑπὲρ τοῦ αὑτῆς ἀνδρὶς
Ο ἀποϑανεῖν, ὄντων αὐτῷ πατρός τε καὶ μητρός οὖς ἐκδίνη
τοσοῦτον ὑπερεβάλετο τῇ φιλίᾳ διὰ τὸν ἔρωτα, ὥστε am-
δεῖξαι αὐτοὺς ἀλλοτρίους ὄντας τῷ υἱεῖ καὶ ὀνόματι μόνον
προσήκοντας᾽ καὶ τοῦτ᾽ ἐργασαμένη τὸ ἔργον οὕτω καὶὸν
ἔδοξεν ἐργάσασθαι οὐ μόνον ἀνθρώποις ἀλλὰ καὶ ϑεοῖς,
ὥστε πολλῶν πολλὰ καὶ καλὰ ἐργασαμένων εὐαριϑμήτοις
δή τισιν ἔδοσαν τούτο γέρας ol ϑεοί, ἐξ Audov ἀνεῖναι
πάλιν τὴν ψυχήν, ἀλλὰ τὴν ἐκείνης ἀνεῖσαν ἀγασϑέντες
Ὁ [τῷ ἔργῳ] οὕτω καὶ ϑεοὶ τὴν περὶ τὸν ἔρωτα σπουδήν τε
τεκμήρια, ebenso Symp.195B. Stär-
ker als das Medium ist der vorher
gebrauchte Ausdruck: τοῦτο ὁ Ἔρως
τοῖς ἐρῶσι παρέχει γιγνόμενον παρ᾽
αὑτοῦ. --- Über das Glossem: ὕπὲρ
τοῦδε τοῦ λόγου 8. krit. Anh. --- εἰς
τοὺς Ἕλληνας Protag. 312 A: εἰς
τοὺς "Elinvag σαυτὸν σοφιστὴν
παρέχων, ibid. 349 A, Gorg. 526B:
εἷς δὲ καὶ πάνυ ἐλλόγιμος γέγονε
καὶ εἰς τοὺς ἄλλους "Ἕλληνας, Aot-
στείδης ὁ Avsınayov „unter die Grie-
chen hin“.
C 1. oög ἐκεένη τοσοῦτον ὑπερ-
εβάλετο. Gegenüber der Zumutung
des Admetos, für ihn sein Leben
zu opfern, meint der alte Vater
Pheres bei Eurip. Alec. 688: οὐ γὰρ
πατρῷον τόνδ᾽ ἐδεξάμην vönov |
παίδων προθνήσκειν πατέρας οὐδ
“Ἑλληνικόν.
2. τῇ φιλέᾳ allgemeiner Ausdruck,
der sowohl vom ἐρώμενος als vom
ἐραστής, als von Freunden und Ver-
wandten im allgemeinen gebraucht
werden kann; διὰ τὸν ἔρωτα da-
gegen kann nur vom ἐραστής gesagt
werden, als welchen hier Alkestis
gefalst wird; Aschin. I 143: ὡς
δι’ ἔρωτα τὴν ἐπιμέλειαν αὐτοῦ
παρέλαβεν (Achilleus als ἐραστὴς
des Patroklos), speciell bezeichnet
sodann φιλέα auch (aber nicht an
unserer Stelle) die Erwiderung der
leidenschaftlichen Liebe, des ἔρως
R. Hirzel Untersuchung zu Cic. phil.
Schriften II p. 898 Note; φιλέα ist
= ἀντέρως Dhädr. 255E. — ἀπο-
δεῖξαι durch die That; noch stär-
ker Lysias XXXII 17: οὕς ἀτέμως
ἐκ τῆς οἰκίας ἐκβαλὼν ἀντὶ πλᾳυ-
σίων πτωχοὺς ἀποδεῖξαι προϑυμεὶ:
vor aller Augen präsentieren.
4. ἐργασαμένη — ἔργον --- ἐργάδα-
σθαι — ἐργασαμένων Paronomasie.
Platon selbst falst sämtliche Fi-
gureh des Gleichklangs unter dem
Ausdruck ἴσα 185C zusammen.
6. εὐαριϑμήτοις δή τισιν. δή
steht häufig bei Pronomen oder Ad-
verbien um den in ihnen liegenden
Begriff zu verstärken (zu 174 A).
Während es in der Regel hinter
dieselben gesetzt wird (ταῦτα δή,
τίς δή), wird es dagegen den in
definitiven Pronomen und Adver-
bien, da diese Encliticae sind, vor-
angestellt. So ziemlich häufig bei
Platon: δή τις, δή τινες, δή που. --
εὐαρέθμητοι δή τινὲς sind „wenige
ganz unbestimmte“.
7. τοῦτο Object, γέρας prädi-
cativ.
8. ἀλλὰ τὴν ἐκείνης ἀνεῖσαν, das
erste Glied ὥστε — εὐαρυϑιμήτοις
— ἔδοσαν ist concessiv gedacht
‚während sie nur wenigen gaben“.
Der Gegensatz wird aber durch
ein solches ἀλλά weit schärfer aus-
gedrückt als durch die in solchen
Fällen gewöhnliche Verbindung μὲν
— δέ. Kühner II 823, 8. Im ersten
Gliede dürfte übrigens auch bei
nachfolgendem ἀλλά doch ein μὲν
stehen. — ἀνεῖσαν ἀγασθέντες.
Phädr. 269 B: ὃ γέρας παρὼ Heer
ἔχουσιν ἀνθρώποις διδόναι, τὰ
ὧν δοῖεν ἀγασθέντες. (Baiter.) Vg
krit. Anh.
D 1. οὕτω καὶ ϑεοί wiederholt
den Gedanken in C: οὐ μόνον ar
ZTMIIOEION. 179. 43
καὶ ἀρετὴν μάλιστα τιμῶσιν. Ὀρφέα δὲ τὸν Οἰάγρου ἀτελῆ
ἀπέπεμψαν ἐξ “4ιδου, φάσμα δείξαντες τῆς γυναικὸς ἐφ᾽ ἣν
ϑρώποις ἀλλὰ καὶ Beois; ebenso
1808: ἀλλὰ γὰρ τῷ ὄντι μάλιστα
μὲν ταύτην τὴν ἀρετὴν ol θεοὶ τι-
μῶσι τὴν περὶ τὸν ἔρωτα.
2. b) Zweites παράδειγμα (παρά-
dsıyua des Gegenteils). Orpheus.
Das Unternehmen des Orpheus, in
den Hades hinunterzusteigen, um
die früh gestorbene Gattin Eurydike
zurückzuholen, wird nicht selten
mit der Opferthat der Alkestis ver-
glichen. So Lucian Dial. Mort. 23,
3: ἀναμνήσω σε ὦ Πλούτων. Ὀρφεῖ
γὰρ δι᾽ ἀὐτὴν ταύτην τὴν αἰτίαν
τὴν Εὐρυδίκην παρέδοτε καὶ τὴν
ὁμογενῇ μου Ἄλκηστιν παρεπέμψατε
Ἡρακλεῖ χαριζόμενοι. Diese Worte
spricht Protesilaos, der selbst in die
Oberwelt entlassen werden möchte
aus Liebe zu seiner Gattin. Nach
Plut. Erot. 17 beweisen die Mythen
von Alkestis, Protesilaos und Eury-
dike, dafs der Hades nur dem Eros
nachgiebt. (Auf weitere Ahnlich-
keiten der Mythen von Alkestis
und Eurydike macht aufmerksam
Cox. The mythology of the Arian
nations II p. 42; auch Eurydike ist
ursprünglich Lichtgöttin; bei Her-
mesianax 2 heifst sie daher 4ργεύπη).
Dafs Orpheus bei seiner Unterneh-
mung grofsen Mut bewiesen habe,
zu welchem ihn die Liebe ent-
flammte, wird fast allgemein an-
erkannt, die That überhaupt als ein
Triumph der Liebe und der Macht
der Musik gefalst Hermesianax 2, 7:
ἀλλ᾽ ἔτλη παρὰ πῦμα μονόξωστος
χιϑαρίξων | Ὀρφεύς — nachher αὖς-
φοτάτου βλέμμ᾽ ὑπέμεινε κυνός.
Wenn Orpheus dann aber schliels-
lich doch die Eurydike verliert, weil
er das Verbot sich nach ihr umzu-
sehen überschreitet — so wird ihm
das von solchen, die die Erzählung
vom moralischen Standpunkt aus
behandeln, als Mangel an Selbstbe-
herrschung angerechnet, — er kann
der Macht der Liebe nicht wider.
stehen. Verg. Georg. IV 488: cum
subita incautum dementia cepit
amantem, Ovid. Metam. X 56: Hic
ne deficeret metuens, avidusque w-
dendi | Flexit amans 0culos. Dieses
schliefsliche Mifslingen der That —
gegenüber dem Gelingen derselben
ın der Sage von der Alkestis — ver-
leitet nun den Phädros dje Erzäh-
lung von Orpheus in ganz willkör-
licher Weise zu verdrehen. Die Ab-
weichungen, die er sich erlaubt,
bestehen in folgenden Punkten: 1) in
der sonst nirgends vorkommenden
Behauptung, dals die Götter den
Orpheus unverrichteter Dinge (are-
47) aus dem Hades entlassen hätten,
indem sie ihm statt der wirklichen
Alkestis ein Trugbild (φάσμα) der-
selben mitgaben. — Dabei schwebte
wohl dem Redner die Abweichung
des Stesichoros von der gewöhn-
lichen Helenasage in seiner Palino-
die als Analogie vor, welcher be-
kanntlich Euripides in seiner Helena
folgte, Platon Phädr.243B. 2) Die-
ser Milserfolg wird aufRechnung der
angeblichen Feigheit oder Weich-
lichkeit (μαλϑακέξεσθαι) des Or-
pheus gesetzt. Während nämlich
nach gewöhnlicher Anschauung ge-
rade das ξῶντα εἰσιέναι εἰς “Διδου
wegen der zu bestehenden Gefahren
als ein aufserordentlichen Mut er-
forderndes Wagnis gefalst wird, be-
hauptet Phädros, Orpheus habe dies
vorgezogen, weil er für einen natür-
lichen Tod (durch Selbstmord?) zu
feige ‚gewesen sei. 3) Aufser dem
Milserfolg der Unternehmung selbst
traf nach Phädros den Orpheus als
weitere Strafe für seine Feigheit
ein schmachvoller Tod durch die
Hand von Weibern — nach der ge-
wöhnlichen z. B. durch Äschylos
in den Βασσάραι vertretenen Sage
wurde Orpheus als Verächter des
Dionysos durch die Bacchantinnen
zerrissen. Ein Seitenstück zu der
Deutung, die Phädros dem Tode
des Orpheus giebt, bildet die weitere
Erfindung des Phanokles aus dem
alexandrinischen Zeitalter: Orpheus
sei von den thrakischen Weibern
aus Eifersucht zerrissen worden,
weil er nach dem Verluste der
Eurydike seine Liebe ausschliefslich
44
IIAATS2NOZ
4 ἧκεν, αὐτὴν ὃὲ οὐ δόντες, ὅτι μαλθακέξεσϑαι ἐδόκει, ἅτε
ὧν κιθαρῳδός, καὶ οὐ τολμᾶν ἕνεκα τοῦ ἔρωτος ἀποϑνήσκοιν
ὥσπερ Aknnorıs, ἀλλὰ διαμηχανᾶσϑαι ξῶν εἰσιέναι εἰς "διδου.
τοιγάρτοι διὰ ταῦτα δίκην αὐτῷ ἐπέθεσαν, καὶ ἐποίησαν
E τὸν ϑάνατον αὐτοῦ ὑπὸ γυναικῶν γενέσθαι, οὐχ ὥσπερ
᾿χιλλέα τὸν τῆς Θέτιδος υἱὸν ἐτίμησαν καὶ εἰς μακάρων
νήσους ἀπέπεμψαν, ὅτι πεπυσμένος παρὰ τῆς μητρὸς ὧς
ἀποθανοῖτο ἀποκχτείνας Ἕκτορα, μὴ ἀποκτείνας δὲ τοῦτον
dem schönen Knaben Kalais zuge-
wandt habe.
4. ἅτε ὧν κιϑαρωδός verächtlich.
Der weichliche Musiker wird dem
tapfern Krieger gegenübergestellt
(Vögelin handschr.), — ἕνεκα τοῦ
ἔρωτος zu Οἱ διὰ τὸν ἔρωτα: Or-
pheus ist der ἐραστής.
7. τοιγάρτοι διὰ ταῦτα „also des-
wegen“, „darum denn also“. Die-
selbe breite Ausdrucksweise findet
sich Dem. XXIII 203, Isokr. VII 52,
Andokides I 108: τοιγάρτοε διὰ
ταῦτα τὴν πόλιν ἀνάστατον παρα-
λαβόντες; ähnlich Thuk. VI 88:
τοιγάρτοι δι᾿ αὐτά. Der Schlufs,
den man aus dieser Darstellung
der Orpheussage eigentlich ziehen
sollte, wäre der, dals der Eros
nicht immer den tapfern Entschlufs
des ὑπεραποϑνήσκειν hervorzubrin-
gen im Stande sei; Phädros freilich
sieht diese Consequenz seiner Er-
zählung nicht ein.
E. 2. c) Drittes παράδειγμα:
Achilleus, durch οὐχ ὥσπερ als
im Gegensatz zum vorhergehenden
stehend bezeichnet. οὐχ ὥσπερ
„während hingegen“, „dagegen“
189 C, Gorg. 522 A. Protag. 341 A:
σὺ δὲ ἄλλων πολλῶν ἔμπειρος ὧν
ταύτης ἄπειρος εἶναι φαίνει, οὐχ
ὥσπερ ἐγὼ ἔμπειρος διὰ τὸ μαϑη-
τὴς εἶναι Προδίκου τουτουΐ. Arist.
Equit. 784, Eubulos bei Mein. 1
227. Eur. Bacch. 928 hat οὐχ ὡς.
Der Satz mit ὥσπερ wird immer
selbständig ausgebildet; Rehdantz
Ind. II z. Dem. Ellipse. Im gan-
zen ist die Achilleussage, wie sie
hier gegeben ist, übereinstimmend
mit der gewöhnlichen Darstellung:
dem Phädros allein gehört die Be-
zeichnung des Achilleus als ἐρώμε-
νος des Patroklos nebst der Begrün-
dung dieser Behauptung. — καὶ ἐξ
μακάρων νήσους ἀπέπεμψαν Οἱ.
ΧΙ 467 ff. befindet sich Achilleus
gleich den übrigen Helden im Hades,
und wenn er auch dort noch als
der glücklichste von allen zu be-
trachten ist (V.483) und ihn auch
dort noch die Götter auszeichnen,
so würde er doch gerne sein Losmit
dem eines Tagelöhners bei einem
wenig begüterten Manne vertau-
schen. Besser erging es dem Achil-
leus in der nachhomerischen Sage:
er kam in das Elysion (Ibykos
fr. 37, daselbst vermählt mit Me-
468), oder auf die Insel der Se-
ligen (Pind. Ol. II). In dem Sko-
lion auf Harmodion und Arıstogei-
ton bei Bergk p. 1290 verweilen
diese Helden auf den Inseln der
Seligen: !va περ ποδώκης ᾿Αχιλεὺς
Τυδεΐδην τέ φασιν Διομήδεα. Oder
es wird auch die Insel Asvwr an
der Donaumündung (4χιλλέως δρύ-
wos) als der specielle Wohnort des
Achilleus bezeichnet, so schon von
Arktinos in der Aethiopis, von
welcher Proklos berichtet (Scrip-
tores metrici graeci ed. Westphal.
I p. 288): καὶ μετὰ ταῦτα ἐκ τῆς
πυρᾶς ἡ Θέτις ἀναρπάσασα τὸν παῖδα
eis τὴν Λευκὴν νῆσον διακομίζει.
8. ὡς ἀποϑανοῖτο Il. XVII 108.
bes. V. 95: αὐτίκα γάρ τοι ἔπειτα
ud “Ἕκτορα πότμος ἑτοῖμος. Vgl.
X 4104, 414: εἰ δέ κεν οἴκαδ᾽
ἴκωμι φίλην ἐς πατρίδα γαῖαν]
ὥλετό μοι κλέος ἐσθλόν, ἐπὶ δηρὸν
δέ μοι αἰὼν | ἔσσεται, οὐδέ κέ p
ὦκα τέλος ϑανάτοιο κιχεέη. Gast
ähnlich Platon Apol. 38 Ὁ, Ὁ.
4. μὴ ἀποκτείνας δὲ τοῦτον οἵ-
nnd’ ἐλθὼν γηραιὸς τελευτήσοι,
ZTMIOZION. 180. 45
οἴκαδ᾽ ἐλθὼν γηραιὸς τελευτήσοι, ἐτόλμησεν ἐλέσϑαι βοηϑή- 6
σας τῷ ἐραστῇ Πατρόκλῳ καὶ τιμωρήσας οὐ μόνον ὑπεραπο- 180
ϑανεῖν ἀλλὰ καὶ ἐπαποϑανεῖν τετελευτηχότι" ὅϑεν δὴ καὶ
ὑπεραγασϑέντες οἱ ϑεοὶ διαφερόντως αὐτὸν ἐτίμησαν, ὅτι
τὸν ἐραστὴν οὕτω περὶ πολλοῦ ἐποιεῖτο. «Αἰσχύλος δὲ φλυαρεῖ
Äschines I 145 mit offenbarer Be-
nutzung unserer Stelle: ἐπανελθὼν
οἴκαδε γηραιὸς ἐν τῇ αὑτοῦ πα-
τρίδι ἀποθανεῖται (Wolf; über die
Benutzung des Platonischen Sympo-
sion durch Äschines vgl. m. Aufs.
Äschines u. Platon ΒΒ. Mus. XXIX
p. 434—444 8).
5. βοηθήσας: vgl. Aristot. Rhet.
Ip. 18598 8 οἷον ᾿Αχιλλέα ἐπαινοῦ-
σιν ὅτι ἐβοήθησε τῷ ἑταίρῳ Πα-
τρόκλῳ εἰδὼς ὅτι δεῖ αὐτὸν ἀπο-
ϑανεῖν ἐξὸν ζῆν.
180 A. Da es dem Phädros jetzt
einfällt, dals es sich bei Achilleus
nicht (wie im Falle der Alkestis)
um die Lebensrettung des Patroklos
handeln konnte, wird das ὑπεραπο-
ϑνήσκειν des Achilleus näher als ein
ἐπαποθνήσκειν dargestellt „nach-
sterben“. Als ein ovvdaveiv wie
Soph. fr. inc. N 868: ϑανόντι κεί-
vo συνθανεῖν ἔρως μ᾽ ἔχει konnte
es nicht bezeichnet werden, da
immerhin noch eine geraume Frist
verstreichen sollte. — ἀλλὰ καί be-
zeichnet das Hinzukommen des be-
sondern Merkmales der species ἐπαπ.
zu dem genus ὕπεραπ.
2. 6987 δὴ „darum eben“; nach
demonstrativen und relativen Pro-
nomen und Adverbien: zu 174 A.
4. Αἰσχύλος δὲ φλυαρεῖ φάσκων
᾿Αχιλλέα Πατρόκλου ἐρᾶν. Anspie-
lung auf die Myrmidonen des Äschy-
los (fr. 131. 133 N.), in welchen
allerdings Achilleus mit den leiden-
schaftlichsten Ausdrücken, wie sie
sonst nur das erotische Verhältnis
aufweist, vor der Leiche des Pa-
troklos klagt; so fr. 181: & δυσχά-
ριστε τῶν πυχνῶν φιλημάτων vgl.
Athen. XIII 601 A. Doch pole-
misiert Welcker Trilogie 419 mit
Recht gegen die unreine Deutung,
die diesen Worten des Aschylos
vielfach gegeben wurde. Dafs man,
wenn man überhaupt an ein förm-
liches Liebesverhältnis dachte, den
Patroklos als ἐρώμενος falste, war
bei dem leidenschaftlichen Gebah-
ren des Achilleus nach dem Tode
des P. und bei solchen Stellen, wie
Il. XVIIl 324 natürlich. Diese auf
Äschylos zurückgeführte Auffassung
ist in der That die gewöhnliche.
Als solche wird sie vorausgesetzt
Xen. Symp. VII 81: καὶ ’Ayıllsög
Ὁμήρῳ πεποίηται οὐχ ὡς παιδι-
κοῖς Πατρόκλῳ -- τιμρρῆσαι.
Schol. zu Hom. Il. XVI 97: ὑπό
τινος τῶν νομιζόντων ἐρὰν τὸν
Ἀχιλλέα τοῦ Πατρόκλου, Soph. Phi-
loct. 434: Πάτροκλος, ὃς σοῦ πα-
τρὸς ἦν τὰ φίώτατα, Äschines I
143: ᾧ καταφανής ἐστιν ὡς δι᾽
ἔρωτα τὴν ἐπιμέλειαν αὐτοῦ παρ-
ἔλαβεν (᾿ἀχιλλεύς), Lucian. Amor.
64, Martial. ΧΙ 43, 9, Apollodor.
III 13, 8, Sext. Emp. Pyrrh. hypo-
typ. Π| 24 p. 176. Gegen diese
herrschende Auffassung konnte in
doppelter Weise Einwendung er-
hoben werden: 1) Entweder machte
man mit Recht geltend, dafs bei
Homer überhaupt nicht von einem
erotischen Verhältnisse die Rede sei
(ebenso wenig wie bei Pind. Ol. IX
90). Dies behauptet der Xenophon-
tische Sokrates a. a. O.: ἀλλ᾽ ὡς
ἑταίρῳ. Damit stimmt Plat. Apol.
28C, der den Patroklos ἑταῖρος
nennt, auch Aristoteles an der zu
179 E5 angef. Stelle. Ebenso Ari-
starch Schol. zu I. XVI 97. Aschi-
nes1 142 giebt zu, dafs Homer sich
nicht deutlich in erotischem Sinne
ausspricht, behauptet aber, dafs er
das Verhältnis verblümt andeute:
ἐκεῖνος γὰρ πολλαχοῦ μεμνημένος
περὶ Πατρόκλου καὶ ᾿Αχιλλέως τὸν
μὲν ἔρωτα καὶ τὴν ἐπωνυμίαν αὖ-
τῶν τῆς φιλίας ἀποχρύπτεται, ἡγού-
μενος τὰς τῆς εὐνοίας ὑπερβολὰς
καταφανεῖς εἶναι τοῖς πεπαιδευμέ-
vos τῶν ἀκροατῶν. 2) Oder man
46 “ ILAATRNOE
5 φάσχων ’Ayıllda Πατρόκλου ἐρᾶν, ὃς ἦν καλλίων οὐ μόνον
καὶ τῶν ἡρώων ἁπάντων, καὶ ἔτι ἀγένειος,
πολί, ὥς φησιν Ὅμηρος.
Β ὄντι μάλιστα μὲν ταύτην τὴν ἀρετὴν ol ϑεοὶ τιμῶσι τὴν
περὶ τὸν ἔρωτα, μᾶλλον μέντοι ϑαυμάζουσι καὶ ἄγανται καὶ
εὖ ποιοῦσιν, ὅταν ὁ ἐρώμενος τὸν ἐραστὴν ἀγαπᾷ, ἢ ὅταν
ϑειότερον γὰρ ἐραστὴς παιδικῶν᾽
ἔνϑεος γάρ ἐστι. διὰ ταῦτα καὶ τὸν ’Ayıllda τῆς ᾿Δ4λκχήστι-
δος μᾶλλον ἐτίμησαν, εἰς μακάρων νήσους ἀποπέμψαντες.
Πατρόκλου ἀλλὰ
ἔπειτα νεώτερος
ὁ ἐραστὴς τὰ παιδικά.
behauptete umgekehrt, Patroklos
sei der ἐραστής, Achilleus der ἐρώ-
μενος. Diese Paradoxie stellt Ph&-
dros auf und weils dieselbe mit
Gründen zu unterstützen: a) er ist
schöner 818 alle andern Helden:
Nlias 11 818; als schöner Knabe war
Achilleus auch dargestellt in dem
Satyrspiel des Sophokles: Ayıllaag
ἐρασταί, auf welches anspielt Ovid.
Trist, II 411. Lucian. dial. mort.
18,1; Dio Chrysostom. XXIX p. 544R
führen ihn unter den Beispielen
der Schönen auf; Dares Phrygius
13: Achillem pectorosum, ore μοι»
sto, membris ualentibus et magnis,
bene crispatum. So die Erotiker
häufig. b) er ist ἔτι ἀγένειος. Dies
entnimmt Phädros der bildenden
Kunst. Schol. zu Il. I 131 nennt
ihn γυναικοπρόσωπος, Claudian. V
180: tener. Umgekehrt nennt Mar-
tial den von ihm als Geliebten dar-
gestellten Patroklos: leuis amicus.
c) ἔπειτα νεώτερος πολύ, ὥς φησιν
Ὅμηρος kann sich bloßs beziehen auf
Ilias XI 786, wo Menoitios zu Pa-
troklos sagt: γενεῇ μὲν ὑπέρτερός
ἐστιν ᾿Αχιλλεύς, | πρεσβύτερος δὲ
σύ ἐσσι. Denselben Schluls zieht
Schol. zu Il. XXIII 94 (d. h. Ari-
starch) aus der Anrede deln κε-
φαλή mit der Bemerkung προσφώ-
ψησις νέου πρὸς πρεσβύτερον. δῆλον
ὅτι πρεσβύτερος Ayıllog ὁ Πάτρο-
κλος, ebenso zu X 87, XXII 229.
Gegen die sophistische Übertrei-
bung, die in πολύ liegt, vgl. Il.
ΧΥ͂Ι 857. — Betreffend das Alters-
verhältnis des Liebhabers und Ge-
liebten vgl. den Tadel Xenophons
gegen Menon Anab. 11 6, 28: αὐτὸς
ἀλλὰ γὰρ τῷ
δὲ παιδικὰ εἶχε Θαρύπαν ἀγένειος
ὧν γενειῶντα.
7. ἀλλὰ γὰρ τῷ ὄντι μάλιστα μέν͵
— μάλλον μέντοι „das Wahre ist
vielmehr, dafs die Götter zwar —
dals sie jedoch“ (Zeller). Hier drückt
γάρ blofs die Versicherung au,
stellt den Gegensatz zu der Behsup-
tung des Äschylos als einen ἐν
wissen dar (Kühner II 725). Di
Versicherung ist hier noch durch.
τῷ ὄντι verstärkt. Der Hauptge-
danke liegt durchaus in dem zwei-
ten Gliede.
B 1. ταύτην τὴν ἀρετὴν τὴν περὶ
τὸν ἔρωτα bezieht sich wegen des
Ausdruckes περὶ τὸν ἔρωτα nur auf
die Aufopferungsthat des ἐραστής.
— μαλιστα μὲν „sehr“; μᾶλλον
μέντοι im folgenden bezeichnet
einen noch höhern Grad als dieses
Poet. p. 128.
4. ϑειότερον. γὰρ ἐραστὴς παιδι-
κῶν ἔνϑεος γάρ ἐστι. Man erklärt
ZTMIIOZION. 180. 47
οὕτω δὴ ἔγωγέ φημι Ἔρωτα ϑεῶν καὶ πρεσβύτατον καὶ 7
τιμιώτατον καὶ κυριώτατον εἷναι εἰς ἀρετῆς καὶ εὐδαιμονίας
κτῆσιν ἀνθρώποις καὶ ξῶσι καὶ τελευτήσασιν.
VOI. Φαῖδρον μὲν τοιοῦτόν τινα λόγον ἔφη εἰπεῖν, C
μετὰ δὲ Φαῖδρον ἄλλους τινὰς εἶναι, ὧν οὐ πάνυ διεμνη-
Gedanke des Phädros im allgemei-
nen ist, so dürfen wir doch den
Begriff ϑειότερον hierauf nicht be-
schränken; denn dann würde das
folgende ἔνϑεος γάρ ἐστιν eine um
so unerträglichere Tautologie bil-
den, als ἔνϑεος die schwächere Be-
zeichnung desselben Begriffes wäre.
ϑεῖος drückt hier aber nicht bloß
das negative Element der Unfrei-
willigkeit aus, sondern es ist ehren-
des Epitheton: der ἐραστής ist als
ἔνϑεος zugleich ein höheres Wesen,
als der nicht von Gott erfüllte
Mensch, er ist den Göttern näher
gerückt; ganz ebenso wie hier &9-
$eog wird Meno 99 Ὁ ἐπέπνους ὄν-
τας begründend hinzugefügt zu dem
volleren Begriff ϑείους εἶναι. Für
ein solches Wesen sich aufzuopfern
ist eine grölsere That als für einen
andern, also auch als für den Ge-
liebten. 180 A: ὅτε τὸν ἐραστὴν οὔ-
to περὶ πολλοῦ ἐποιεῖτο. Zu ἔν-
ϑεὸος yag ἐστι vgl. Xen. Symp. VII
21: νήφων (6 παῖρ) μεϑύοντα ὑπὸ
τῆς ἀφροδίτης ϑεᾶται.
7. In der kurzen ἀνακεφαλαίωσις
des Epiloges entspricht πρεσβύτατον
καὶ τιμεώτατον dem I. Teil, von
κυριώτατον an ist Teil II gemeint,
Die καέ sind also verschiedenwertig;
ebenso 188 Ο καὶ περὶ γονέας καὶ
ζῶντας καὶ τετελευτηκότας καὶ περὶ
ϑεούς.
Zweite Rede: Pausanias.
180 Ο--- 186 Ο (Cap. VIH—XI).
Einleitung. Es giebt nicht blofs
Einen Eros, wie Phädros angenom-
men hat. Man mulfs also zuerst (I)
angeben, welchen Eros man preisen
soll, und dann (II) loben nach den
Verdiensten des Gottes.
L Es giebt 2 Aphrodite, die
Οὐρανία und die Πανδημος, also
auch 2 entsprechende Eros, den
Ovgarıog und Πάνδημος. 180 D
πάντες γὰρ ἴσμεν — E τὸν δὲ ov-
ρανιον».
IH. Das richtige Mals des Lobes
wird sich durch kritische Ver-
gleichung der Functionen
er beiden Eros ergeben (&
δκάτερος εἴληχε. Ausführung
dieser Aufgabe.
1) Allgemeine Merkmale der bei-
den Arten des Eros. Der ἔρως Ov-
ράνιος liebt mehr die Seele als den
Leib und wendet sich mehr dem
männlichen als dem verständigern
Geschlechte zu. 181 B—181E.
2) Kritische Prüfung der über den
Eros bei den verschiedenen Stäm-
men herrschenden Anschauungen.
a) ἁπλῶς - ὥρισται bei den andern
iechischen Stämmen aulser
then:
α) die Elier und Böotier bil-
ligen den Eros schlechtweg
— aus Geistesarmut,
P) bei den Joniern Kleinasiens
ist er schlechtweg verpönt,
— weil er der Tyrannis
gefährlich ist. 182 A—D
(Schluls von Cap. IX).
b) ποικίλος ὁ νόμος bei den Athe-
nern:
«) diejenigen Anschauungen,
die auf die völlige Billigung
des Eros hinzu geisen schei-
nen, 182D ἐνθυμηϑέντι —
183 C τοῖς ἐρασταῖς,
ß) diejenigen Anschauungen,
die auf Verurteilung des
Eros hindeuten, 183 Οἱ ἐπει-
δὰν δὲ — Ὁ νομίζεσθαι,
y) Lösung des Widerspruches
183 D—185 B mit dem End-
resultat: οὕτω πάντως γε
καλὸν ἀρετῆς ἕνεκα yagl-
ξεσϑαι.
Ο 2. εἶναι Inf. Imperf.; zu 172 Ὁ.
Diese ἄλλοι τινές, die nicht genannt
werden, dienen zur künstlerischen
48 . ΠΛΑΤΏΝΟΣ
8 μόνευεν᾽ οὖς παρεὶς τὸν Παυσανίου λόγον διηγεῖτο.
εἰπεῖν
δ᾽ αὐτὸν ὅτι Οὐ καλῶς μοι δοκεῖ, ὦ Φαῖδρε, npoßeßAr,odu
ἡμῖν ὁ λόγος, τὸ ἁπλῶς οὕτως παρηγγέλϑαι ἐγκωμιαΐξειν
Ἔρωτα. εἰ μὲν γὰρ εἷς ἦν 6 Ἔρως, καλῶς ἂν εἶχε᾽ νῦν ὃδὲ
οὐ γάρ ἐστιν eis‘ μὴ ὄντος δὲ ἑνὸς ὀρϑότερόν ἐστι πρότερον
D πφορρηϑῆναι ὁποῖον δεῖ ἐπαινεῖν. ἐγὼ οὖν πειράσομαι τοῦτο
ἐπανορθώσασϑαι, πρῶτον μὲν Ἔρωτα φράσαι ὃν δεῖ
ἐπαινεῖν, ἔπειτα ἐπαινέσαι ἀξίως τοῦ ϑεοῦ.
Staffage: ein Gelage, welchem blofßs
die sieben als Redner bezeichneten
Männer beigewohnt hätten, wäre
dramatisch unwahrscheinlich; die
ἄλλοι sind das Publikum für diese
Sieben. Die völlige Übergehung
einzelner Reden wird hier dem Ge-
dächtnisfehler des Aristodemos zur
Last gelegt; 178 A nimmt aulser-
dem auch noch Apollodoros, der
jetzige Referent, weitere Ungenauig-
eiten oder Lücken in seiner Er-
zählung auf seine eigenen Schultern.
— οὐ πάνυ 178 A 2.
4. προβεβλῆσϑαι ὁ λόγος. Pausa-
nias tadelt nicht die Rede des Phä-
dros, sondern seine Aufgabestellung.
Das Thema hätte genauer präcisiert
werden sollen.
5. τὸ ----παρηγγέλϑαι ἐγκωμιάξειν
ist Epexegese im Nom. zu dem gan-
zen vorhergehenden Ausdruck προ-
[εβλῆσθαι ὁ λόγος: eine gewisse
reite des Ausdrucks besteht darin,
dals παρηγγέλϑαι gewissermalsen
schon in προβεβλῆσθαι liegt, ebenso
ἐγκωμιάξειν in ὃ λόγος. Cf. 173 Ὁ
8: ἐπωνυμίαν, τὸ καλεῖσθαι, 199
Β 4. Pausanias hätte auch einfach
sagen könngn: οὐ καλῶς μοι δοκεῖ
τοῦτο προβεβλῆσθαι, τὸ ἁπλῶς οὔ-
τως ἐγκωμιάξειν Ἔρωτα wie 176B:
τοῦτο μέντοι εὖ λέγιες, τὸ παρα-
σκευάξεσϑαι. --- ἁπλῶς οὕτως. οὔ-
τως bei Adverbien und adverbialen
Ausdrücken: zu 176E; οὕτως ist
hier dem Adverbium, zu dem es
gehört, nachgestellt. οὕτως kann
bei Platon auch vor Consonanten
stehen, doch ist unser Beispiel das
einzige im Symposion (gegenüber
einer Reihe von Stellen wie 1A,
175 B, 116 Ε, 178 Ὁ, 179 A, 179 C,
179 Ὁ. 180A, 180B, 181A etec.).
πάντες
Aus den übrigen Platonischen
Schriften hat Schanz nouse comm.
Platonicae p. 5 noch weitere 28
Beispiele gesammelt wie Euthyphro
6 B: οὕτως γεγονέναι. Umgekehrt
steht nach den besten Hand-
schriften, wenn auch seltener, ov-
τῷ vor Vocalen, so Symp. 1910:
οὕτω αὐτῶν. Ein Unterschied des
Sinnes ist nach Schanz p. 8 nicht
zu statuieren. Am Ende eines Satzes
steht häufiger οὕτως als οὕτω. Zu-
weilen kann auch die Responsion
mit πῶς, ἄλλως u. 8. f. die Bevor-
zugung der vollern Form veran-
lassen (Lehrs).
6. νῦν δὲ οὐ γὰρ ἔσειν εἷς „nun
aber ist ja nicht blofs Einer“ sur
δὲ — γάφ bei Platon häufig = dille
γάρ Kühner II 726.
7. πρότερον προρρηϑῆναι; in der
Präposition πρό liegt nicht der
gleiche Gedanke (Hommel), wie in
πρότερον; προρρηϑῆναι ist edicere
wie προαγορεύειν Kriton 51 Ὁ: =ge-
αγορεύομεν — ἐξεῖναι λαβόντα τὰ
αὑτοῦ ἀπιέναι.
Ὁ 1. ὁποῖον, nicht ὁπότερον, weil
erst nachher gesagt wird, dafs es
zwei gebe. — un ὄντος ἑνός würde
auch auf eine grölsere Zahl passen.
2. ὃν δεὲ ἐπαινεῖν Relativ: zu
176 E: καὶ δι᾽ οἵων λόγων. — πρῶ-
τον μὲν — ἔπειτα (ohne δέ) nach
gewöhnlichem Sprachgebrauch wie
181 B, 181 C, 184 A, 189 Du. B,
194 Εἰ, 211 A, 222 A; mit δέ blofs
210 A. — πρῶτον μὲν Ἔρωτα φρέ-
σαι ὃν δεῖ ἐπαινεῖν (vgl. vorher
ὁποῖον δεῖ ἐπαινεῖν). Dieses φρά-
σαι geschieht nun im folgenden:
es ist der"Eowg οὐράνιος, dem das
ἐγκώμιον des Pausanias gelten
orgängig wird aber der oben
ZTMIIOZION. 180. 49
γὰρ ἴσμεν ὅτι οὐχ ἔστιν ἄνευ Ἔρωτος Appodiım. μιᾶς μὲν 4
οὖν οὔσης εἷς ἂν ἦν Ἔρως" ἐπεὶ δὲ δὴ δύο ἐστόν, δύο ἀνάγκη
x) Ἔρωτε εἶναι. πῶς δ᾽ οὐ
blofe vorausgesetste Satz νῦν δὲ
οὐ γάρ ἐστὶν εἷς noch bewiesen.
Dies geschieht durch einen Schlufs:
:Obersatz: Aphrodite ist: nicht
ohne Eros zu denken.
Untersatz: Nun giebt es zwei
dite
Aphrodite.
Sehlußs: Also giebt es auch zwei
ΤΟΒ.
Weiter wird in Bezug auf den Na-
men geschlossen, man sei berech-
tigt jedem dieser beiden Eros je
den Namen derjenigen Aphrodite zu
geben, welcher er zugehöre; also
Ἔρως οὐράνιος und Ἔρως πάνδημος.
4. Die Berechtigung zu dem Ober-
satz des ersten Schlusses: ὅτι οὐκ
ἔστιν ἄνευ Ἔρωτος Apgoöten liegt
in der mythologischen Tradition.
Homer kennt zwar den Eros noch
nicht, wohl aber Hesiod. Theog. 120
(siehe oben in der Rede des Phä-
dros 178 BJ. Als Begleiter der
Aphrodite wird er bezeichnet ibid.
V 201: τῇ δ᾽ Ἔρος ὡμάρτησε καὶ
Ἵμερος ἕσπετο καλὸς | γεινομένῃ τὰ
πρῶτα ϑεῶν τ᾽ ἐς φῦλον ἰούσῃ. ---
μιᾶς μὲν οὖν οὔσης οἷο. Für die
Form der Argumentation vgl. Xen.
Kyrop. VI 1, 41: δύο γάρ, ἔφη, ὦ
Κῦρε, σαφῶς ἔχω ψυχὰς. οὐ γὰρ
δὴ μία γε οὖσα ἅμα ἀγαϑή τέ
στι καὶ κακή, οὐδ᾽ ἅμα καλῶν τε
καὶ αἰσχρῶν ἔργων ἐρᾷ ... ἀλλὰ
δῆλον ὅτι δύο ἐντὸν ψυχα.
6. πῶς δ᾽ οὐ δύο τὼ Hd; —
τώ, τώδε, τούτω, αὐτώ, ὥ, ὦ τινε,
τοῖν, τοῖνδε, τούτοιν etc. sind, wie
die Inschriften beweisen, die im
Attischen einzig vorkommenden
Formen auch für den Dual. gen.
fem. beim Artikel und entsprechen-
den Pronomen; bei den Participien
schwankte man zwischen der eigent-
lichen Femininform (ἐχούσα) und
der Form des Masc. (ἔχοντε), bei
den Adjektiven zog man die Femi-
ninform vor (Wecklein cur. epigr.
p- 14). — ϑεά. Platon wie die at-
taschen Prosaiker überhanpt sagen
gewöhnlich ἡ θεός: so Symp. 1810,
im. 28 Ὁ, 24 Β, , Rep. I 327 A,
ῬΙΑΤΟΝ, Symposion.
δύο τὼ Bed; ἡ μέν γέ που
Leg. VII 806 Β, Phil. 26 Β. --
Doch findet sich auch ϑεά Rep. III
888 A, ibid. 891 C, an beiden Stel-
len ϑεᾶς ohne Artikel; sonst im
der Redeweise ϑεούς rs καὶ ϑεάς '
Tim. 27C, Epinomis 980 Ο, Symp.
219 0: μὰ ϑεούς, μὰ ϑεάς, also wo
die Unterscheidung vom Masculi-
num dies verlangt. Um so weniger
werden wir an unserer Stelle nach
dem Vorschlage Cobets n. ]. 27 τὼ
eo gegen die Handschriften schrei-
n, man τὼ Deo hier sonst
fälschlich auf die beiden Eros be-
ziehen könnte; dazu kommt, dafs
τὼ θεώ in Athen stehende Formel
für Demeter und Persephone ist.
Aristoph. Thesm. 566, Andokides
de myst. $. 113, 114 und oft auf
Inschriften (vgl. Keck Dual. bei gr.
Redn. in Schanz Beitr. z. hist. Syn-
tax I, Heft 2 p. 17 u. 18, der gegen
Cobet zu demselben Resultate ge-
langt, es gebe Fälle, in denen es not-
wendig wird die commune Form
nicht zu gebrauehen).
Über diese Unterscheidung der
zwei Aphroditen drückt sioh der
Xenophontische Sokrates Symp. VIII
9, aus welcher Stelle Platon den
Grundgedanken der Rede des Pau-
sänias entnommen hat, vorsichtig
folgendermalsen aus: δὲ μὲν οὖν
μέα ἐστὶν ᾿ἀφροδίτη ἢ διτταί, Οὐρα-
via τε καὶ Πάνδημος, οὐκ οἷδα"
καὶ γὰρ ὃ Ζεὺς ὁ αὐτὸς δοκῶν
εἶναι πολλὰς ἐπωνυμίας Eyes’ ὅτι
μέντοι χωρὶς ἑκατέρᾳ βωμοί τε εἰσὶ
καὶ ναοὶ καὶ ϑυσίαι τῇ μὲν Παν-
δήμῳ ῥᾳδιουργότεραι, τῇ δὲ Οὐρα-
vie ἁγνότεραι, οἶδα. — Von der
Aphrodite Urania werden in
Athen zwei Tempel erwähnt: 1) auf
dem Kolonos Agoraeos oberhalb
der Königshalle Paus. I 14, 6 in
der Nähe des Hephästostempels.
Pausanias erklärt diese bestimmt
als die assyrisch-phönikische Göt-
tin, ᾿ἀφροδέτη Οὐρανέη oder kurz-
weg Οὐρανίη bei Herod. 1108, 131,
II 8, IV 89. (C. Wachsmuth die
Stadt Athen im Altertum I 410
4
50 TIAAT2NOR
πρεσβυτέρα καὶ ἀμήτωρ Οὐρανοῦ ϑυγάτηρ, ἣν δὴ καὶ
sieht in diesem Heiligtum die Spuren
phönikischer Ansiedlungen in Me-
ite;dagegen Wilamowitz philol. Un-
ters. 1157). Pausanias sah daselbst
noch eine von Pheidias gearbeitete
Statue derselben aus Parischem
Marmor. 2) ἐν Κήποις im Süd-
osten Athens Paus. 119, 2. Lucian
dial. meretr. 7, 1. In demselben
stand eine herrliche Statue der
Aphrodite Urania von der
des Alkamenes, des Schülers des
Pheidias. Lucian imag. 4 und 6 und
Plin. bist. nat. XXXVI 5, 16 be-
.zeugten die Schönheit derselben.
Das alte Cultbild befand sich in der
Zeit des Pausanias aufserhalb des
Tempels τοῦ ναοῦ πλησίον ἔστηκε.
Es war hermenartig: σχῆμα τετρά-
yovov. Die Aufschrift bezeichnete
die Ayeodtın Οὐρανία als die älteste
der Moiren. Hieraus zieht Welcker
gr. Götterl. I p. 673 und ihm nach
Wachsmuth a. 8.0. Ip. 412 den
Schluls, dafs speciell an die Aphro-
dite des Hesiod Theog. 188, die
Tochter des Uranos, zu denken sei,
auf welche auch Platon bei seiner
Οὐρανία anspielt. Welcker stellt
nämlich der orientalischen Urania
eine hellenische Urania entgegen,
welche als eine Art von Umdeutung
und Vergeistigung der erstern zu
denken sei als kosmische Liebes-
göttin; dieser Gegensatz sei ent-
sprungen aus Abscheu gegen die
orientalische Verehrungsweise. Von
einem solchen Gegensatz zwischen
den zwei Aphroditen Urania in Athen
ist aber sonst keine Spur zu finden;
jedenfalls müfste er zu Platons und
enophons Zeit gänzlich verschwun-
den gewesen sein. Die Aphrodite
Pandemos hatte nach Pausan. 1
22, 8 ihr Heiligtum an der süd-
lichen Felswand der Akropolis un-
terhalb des Niketempels. Der von
Apollodoros bei Harpokration 8. v.
πάνδημος Apgodtın erwähnte Tem-
pel derselben in der Gegend der
ἀρχαία ἀγορά ist wahrscheinlich
mit dem bei Pausanias genannten
identisch. An dieses Heiligtum
wurde von Solon die Organisation
des Hetärenwesens geknüpft (Ni-
kander bei Harpokr. ἃ. 8. 0. und
bei Athenäos I 6869 Ὁ). Die
Aphrodite Pandemos wurde dem-
nach als Vorsteherin des Prostitu-
tionswesens gefalst; ähnlich wie
anderwärts Apgodien ἑταίρα oder
πόρνη. Die Frage ist nun, ob der
Beiname πάνδημος von Anfang an
diese Bedeutung (== πάγκοινος) hatte
oder erst bei Solon bekam. Par-
sanias nämlich a. ἃ. O. falst dieses
Epitheton im politischen Sinne, die
Aphr. Pand. als Gemeindegöttin,
ihren Tempel als Stiftung des The-
geus, des Vereinigers der Demer,
Apollodoros a. a. Ὁ. bringt sie mit
der ἐκκλησία auf der benachbarten
ἀγορὰ ἀρχαία in Verbindung: διὰ
τὸ ἐνταῦϑα πάντα τὸν δῆμον συν-
ἄγεσθαι. Beide politische Den-
tungen werden von Welcker Götterl.
I. 672 als Produkt falscher Gelehr-
samkeit angesehen, dagegen hat
E.Curtius Monatsber. der Berl. Akad.
1878 Febr. p. 183 ff. (das Leeokorion
etc.) diejenige des Pausanias adop-
tiert, indem er die Aphrodite als ur-
sprüngliche Gemeindegöttin Athens,
also als Vorgängerin der Athene
fafst. Sie war nach ihm die ur-
sprüngliche Phratriengöttin oder
Apaturia, darauf deute auch der
Myrtenkranz, der Schmuck der
Staatsbeamten. Thatsache aber ist,
dafs zu Platons Zeiten die Aphro-
dite Pandemos in Athen allein mit
dem Prostitutionswesen in Verbin-
dung stand, während die Verehrung
in den beiden Tempeln der Ovga-
νέα hievon frei war. (Stellen wie
Lucian dial. meretr. 7, 1, wo die
Hetären der Aphrodite ἐν κήποις
wie der Pandemos opfern, bewei-
sen für die frühere Zeit nichts).
ich war es in Elis, wo eine
Goldelfenbeinstatue des Pheidias
die Aphrodite Urania als Himmels-
beherrscherin darstellte, auf eine
Schildkröte tretend, indes in einem
andern Tempelraum die Pandemos
durch ein Erzbild des Skopas als
ἐπιτραγέα dargestellt war (während
anderwärts wie z, B. in Korinth
"ΝΡ
ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ. 180. 51
οὐρανίαν Erxovouafousv‘ ἡ δὲ νεωτέρα Διὸς καὶ Διώνης, 8
ἣν δὴ πάνδημον καλοῦμεν. ἀναγκαῖον Ör, καὶ Ἔρωτα τὸν Ἐ
μὲν τῇ ἑτέρᾳ συνεργὸν πάνδημον ὀρϑῶς καλεῖσθαι, τὸν δὲ
οὐράνιον.
g g
Ἐπαινεῖν μὲν οὖν δεῖ πάντας ϑεούς, ἃ δ᾽ οὐν ἑκάτερος
die Aphrodite Urania selbst durch
Hierodulendienst verehrt wurde).
Diese factischen Verhältnisse in
Athen legten es ethischen Philoso-
phen nahe, die πάνδημος, die ur-
sprünglich nur eine Seite der ov-
ρανέα darstellte, von ihr abzutren-
nen und zu einer besondern Göttin
der sinnlichen ;Liebe zu machen.
Da nun die durch Homer und an-
dere mehr profane Schriftsteller
bekannte Ap ite, Tochter des
Zeus und der Dione, als Repräsen-
tantin des menschlichen Triebes
der Liebe erscheint, so wurde
die Pandemos mit dieser identifi-
ziert und dem jüngern Götterge-
schlecht zugewiesen; — die Kos-
mische Οὐρανέα dagegen, vielfach
schon liturgisch verherrlicht in
Theogonisch - Orphischen Formeln,
fand man in der Hesiodischen Toch-
ter des Uranos, dem ältern Götter-
geschlecht angehörig, und deutete
sie wie die Begriffe Himmel und
himmlisch überhaupt ethisch um in
die Göttin reiner Liebe.
Die Unterscheidung der beiden
Eros selbst findet sich auch schon
vorgebildet bei Euripides fr. 551 N:
ἑνὸς δ᾽ ἔρωτος ὄντος οὐ ul’ ἡδονή]
οἵ μὲν κακῶν» ἐρῶσιν, οἵ δὲ τῶν
καλῶν. fr. 342: καὶ χρῆν δὲ τοῖς
βροτοῖσι τόνδ᾽ εἶναι νόμον | τῶν
εὐσεβούντων οἵτινές γε σώφρο-
ψες | ἐρᾶν, Κύπριν δὲ τὴν Διὸς
χαίρειν ἐᾶν. fr. 161 adesp. N.:
δισσὰ πνεύματα πνεῖς Ἔρως gehört
wohl dems. Eur. Im gleichen Sinne
spricht auch Xenophon Symposion
110 von einem σώφρων Ἔρως. Da-
gegen hatte derselbe Xenophon in
der Kyropädie die Frage von der Un-
widerstehlichkeit des Eros V 1,8 ff.
zum Gegenstande der Unterhaltung
zwischen Kyros und Araspes, der
das ἐρᾶν als ἐθελούσιον bezeich-
nete, gemacht, und als Araspes zu
seinem Schaden an der Pantheia
erfahren hatte, wie sehr er sich
eirrt, denselben den Schluls ziehen
ssen nicht auf einen doppelten
Eros oder eine doppelte Aphro-
dite, sondern auf zwei Seelen in
seiner Brust, von denen die eine
das Gute, die andere das Böse thue.
Siehe die oben zu 180 D4 ange-
führte Stelle Kyrop. VI, 1, 41. — Die
Bezeichnung ale Fans οὐράνιος und
πάνδημος erscheint hier als neu,
worauf auch hinweist, dafs Pausa-
nias sie erst durch Schlufsfolgerung
als berechtigt hinstellt. ἀναγκαῖον
δὴ — ὀρθῶς καλεῖσθαι. Auch Aschi-
nes, dem das Platonische Sympo-
sion bekannt ist (zu 179 E), spricht
c. Timarch. 136, 140 nur von ἔρως
σώφρων, δίκαιος, ἔννομος. DieSache
und zum Teil die Namengebung
haben sich aus Platon später ein-
gebürgert bei Lucian amores 32,
87. Dem. encom. 18. de saltat. 38.
ein Heiligtum des Ἔρως Οὐράνιος
in Magnesia am Sipylus in einer
spätern Inschrift C. T G. 8157.
E 1. ἣν δή zu 174A.
4. Mit ἐπαινεῖν μὲν οὖν δεῖ be-
ginnt Pausanias den zweiten Teil
seiner Aufgabe (Ὁ: ἔπειτα ἐπαινέ-
σαι ἀξίως τοῦ θεοῦ). Nachdem er
in Aussicht gestellt hat, wesentlich
den einen ἔρως οὐράνιος zum Ge-
genstande seines ἔπαινος machen
zu wollen, mufe er sich zu der
Concession an die religiöse Be-
trachtungsweise herbeilassen, dafs
jeder Gott, also auch der Ἔρως
πάνδημος gelobt werden müsse:
„Loben mufs man freilich alle
ötter (schon um ihrer Macht wil-
len) — jedenfalls aber (δ᾽ οὐ»)
muls man versuchen, die Functionen
der beiden in ihrem Unterschiede
zu kennzeichnen“, vgl. Xen. Anab.
183,5 εἰ μὲν δὴ δίκαια ποιήσω
οὐκ οἶδα, αἱρήσομαι δ᾽ οὖν ὑμᾶς οἷο,
mit ὅμως ibid. I 3, 12; ὅμως δ᾽ οὖν
4*
TR
52 HAAT2NOZ
δ εἴληχε πειρατέον εἰπεῖν.
2170), wobei dann durch diePrüfung
und Vergleichung sich herausstellen
wird, dafs der eine mehr Lob ver-
dient als der andere. Denn mit
dem Eros verhält es sich wie „it
jeder andern zea&ız. ganz ähn-
licher Weise und aus ähnlichen
Rücksichten schliefst Eryximachos
188 D auch den schlechten Eros in
das Lob ein: οὕτω πολλὴν καὶ με-
γάλην, μᾶλλον δὲ πᾶσαν δύναμιν
ἔχει ξυλλήβδην μὲν ὃ πᾶς
Ἔρως, ὁ δὲ περὶ τἀγαθὰ --- ἀπο-
τελούμενος --- οὗτος τὴν μεγίστην
δύναμιν ἔχει. Vgl. auch 195 A: εἰ
ϑέμις καὶ ἀνεμέσητον εἰπεῖν. --- In-
dem nun so das angemessene
Lob des Eros sich aus der Ver-
leichung der Leistungen der bei-
en Arten desselben ergeben wird,
gestaltet sich die letztere zur eigent-
lichen Aufgabe des zweiten, d. h.
des Hauptteiles der Rede.
5. πᾶσα γὰρ πρᾶξις; γάρ begrün-
det den vorher ausgesprochenen Ge-
danken, dafs, bevor man in Bausch
und Bogen lobt, man zuerst die
einzelnen Erscheinungen des Eros
prüfen soll. Es geschieht diese Be-
gründung in Form eines Enthy-
mems d.h. eines rhetorischen Syl-
logismus, in welchem ein Glied
stillschweigend vorausgesetzt wird.
Obersatz: Jede Handlung ist an
eich weder löblich noch tadelns-
πᾶσα γὰρ πρᾶξις ὧδ᾽ ἔχει"
wert, sondern sie wird dies blols
durch die Art ihrer Ausführung.
Stillschweigend vorausge-
setzter Untersatz: der ἔρως ist
eine πρᾶξις = τὸ ἐρᾶν. Schluls:
also ist. auch nicht jeder ἔρως löb-
lich. Dieses Enthymem ist noch
mit einem zu dem Obersatz hinzu-
gefügten παράδειγμα κατὰ λόγον
h. einem den Anschauungen der
Zuhörer entsprechenden Beispiel
(Volkmann die Rhetorik d. Gr. u.
R. p. 186 ἢ) versehen: οἷον ὃ νῦν
ἡμεῦς σοιοῦμον οἷο. Dem Gellius
gefiel dieses Enthymem ausneh-
mend N. A. XVII 20: enthymema
crebrum et coruscum et conuerum
} et rotundis numeris cum
quadam aequabili circwmactione de-
unctum; er übersetzt es: omm
omnino factum sic sese habet: neqw
turpe est quanium ın 60 est neqw
honestum; welut est quas nwric fa-
cimus ipss res, bibere cantare dis-
serere. nıhel namque horum ipsum
ex 8686 honestum est, quali cum
fieret modo factum est, tale extitil;
δὲ recte honesteque factum est, tum
honestum fit, & parum recte, turpe
fl: sic amare. sic amor non ho-
nestus omnis neque ommis laude
dignus, sed qwi facıt nos ut honesk
amemus.*) Der hier von Pausanias
als Axiom aufgestellte Satz von
der sittlichen Indifferenz der Hand-
*, Die Eurhythmie des Ganzen läfst sich durch Abteilung in Kola
und Perioden, in der Weise, wie Dionysios von Halikarnass es an Iso-
krates und andern versucht hat (vgl. Blass Att. Beredsamkeit II 142 ff.),
etwa so vorstellig machen:
. αὐτὴ ἐφ᾽ ἑαυτῆς
7. ἀλλ᾽ ἐν τῇ πράξει,
8. ὡς ἂν πραχϑῇ;
9. τοιοῦτον ἀπέβη"
0
1
2
8. οὔτε καλὴ οὔτ᾽ αἰσχρα.
4. οἷον ὃ νῦν ἡμεῖς ποιοῦμεν,
ὅ. ἢ πίνειν ἢ ἄδειν ἢ διαλέγεσϑαι,
6. οὐκ ἔστι τούτων αὐτὸ καλὸν οὐδέν͵
. καλῶς μὲν γὰρ πραττόμενον καὶ ὀρθῶς καλὸν γέγνεται,
. μὴ ὀρθῶς δὲ αἰσχρόν. ,
. οὕτω καὶ τὸ ἐρᾶν καὶ ὁ Ἔρως οὐ πᾶς ἐστι καλὸς οὐδὲ
. ἀλλὰ ὃ καλῶς προτρέπων ἐρᾶν.
Von den 4 Perioden sind 8 τρίκωλοι, 1 τετράκωλος.
. πᾶσα γὰρ πρᾶξις ὧδ᾽ ἔχει"
ἄξιος ἐγκωμιάξεσθαι,
Eurhythmie
ZTMIIOZION. 181. 53
αὐτὴ ἐφ᾽ ἑαυτῆς [πραττομένη] οὔτε καλὴ οὔτε αἰσχρά. οἷον 181
ὃ νῦν ἡμεῖς ποιοῦμεν, ἢ πίνειν ἢ ἄδειν ἢ διαλέγεσθαι, οὐκ
ἔστε τούτων αὐτὸ καλὸν οὐδέν, ἀλλ᾽ ἐν τῇ πράξει, ὡς ἂν
πραχϑῇ; τοιοῦτον ἀπέβη καλῶς μὲν γὰρ πραττόμενον καὶ
ὀρθῶς καλὸν γίγνεται; μὴ ὀρθῶς δὲ αἰσχρόν. οὕτω δὴ καὶ
τὸ ἐρᾶν καὶ ὁ Ἔρως οὐ πᾶς ἐστι καλὸς οὐδὲ ἄξιος ἐγκω-
μιάξεσϑαι, ἀλλὰ ὁ καλῶς προτρέπων ἐρᾶν.
ΙΧ. Ὁ μὲν οὖν τῆς πανδήμου ᾿άἀφροδίτης ὡς ἀληϑῶς
πάνδημός ἐστι καὶ ἐξεργάξοτωι 6 τι ἂν τύχῃ καὶ οὗτός Β
ἐστιν ὃν οἱ φαῦλοι τῶν ἀνθρώπων ἐρῶσιν. ἐρῶσι δὲ οἵ
τοιοῦτοι πρῶτον μὲν οὐχ ἧττον γυναικῶν ἢ παίδων, ἔπειτα,
ὦν καὶ ἐρῶσι, τῶν σωμάτων μᾶλλον 7 τῶν ψυχῶν, ἔπειτα
ὡς ἂν δύνωνται ἀνοητοτάτων, πρὸς τὸ διαπράξασθαι μόνον
lungen oder auch der Güter an sich
findet sich ausgesprochen Plat.
Pbädr. 258D, Meno 88CD, Ery-
xias 397 ἘΞ, Isokr. Panathen. 228,
Dem. Erot. 4: τῶν πραγμάτων οὔτε
καλῶν οὔτ᾽ αἰσγρῶν ἀποτόμως ὄντων.
Aristot. Polit. 1883 ἃ 9: πρὸς γὰρ
τὸ καλὸν καὶ τὸ μὴ καλὸν οὐχ οὔ-
τῶς διαφέρουσιν al πράξεις nad’
αὑτὰς ὡς ἐν τῷ τέλει καὶ τῷ τένος
ἕνεκεν (Ast). Die Stoiker nahmen
zwischen dem Guten und Bösen ein
Mittelgebiet an, welches sie adıc-
φορὰ nannten.
181 A 2. ὃ ποιοῦμεν — τούτων
οὐδέν freie Construction.
4. τοιοῦτον, zu 178 E ταὐτόν. ---
ἀπέβη Aoristus der Erfahrungs-
wahrheit, so auch 197 A! ἐλλόγιμος
καὶ φανὸς ἀπέβη, von andern Ver-
ben 188 Β.
δ. οὕτω δη: τὰ 114.
8. In den Ausdrücken ὡς ἀἄλη-
θῶς, ὡς ἑτέρως ist, wie ὡς αὕτως
das Adverbium zu ὃ αὐτός ist, ὡς
das adverbialisierte Demonstrativ-
pronomen ὁ, also ὡς ἀληϑῶς == τῇ
ἀληθείᾳ, welches neben ἀληϑείᾳ
vorkommt vgl. die Abhandlung von
W. Fox Zeitschr. für östr. Gymn.
1879, p. 821 ff. über diese Doppel-
adverbien.
B1. καὶ ἐξεργάζεται 6 τι ἂν τύ-
ın. ἐξεργάξεσθαι 178 Ὁ: μεγάλα
καὶ καλὰ ἔργα ἐξεργάξεσθαι. — 0
τε ἂν τύχῃ sc. ἐξεργαξόμενος, eben-
so nachher ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο
πράττειν. Dieses völlige in den
Tag hinein leben ähnlich bezeich-
net 173 A: πρὸ τοῦ δὲ περιτρέχων
ὅπῃ τύχοιμι. Protag. 868 A: οἱ ὅ
τι ἂν τύχωσι τοῦτο λέγουσι. Crito
44 Ὁ: ποιοῦσι δὲ τοῦτο ὅ τι ἂν τύ-
γχωσιν. ib. AD: „was sich gerade
trifft, alles mögliche“.
2. ὃν (sc. ἔρωτα) ἐρῶσιν. Ver-
baler Accus., vg}. Plut. Alcib. 34:
ὥστ᾽ ἐρᾶν Ἔρωτα ϑαυμαστὸν ὑπ᾽
ἐκείψου τυραννεῖσθαι.
4. ὧν καὶ ἐρῶσι == wenn sie ein-
mal solche (ἃ. ἢ. παῖδες) lieben
(Vögelin handsehr.) Phädr. 276B .
ταῦτα μὲν δὴ παιδιᾶς τὸ καὶ
ορτῆς δρῴη ἄν, ὅτε καὶ ποιοῖ.
ὅ. διαπράξασθαι verblümte Be-
zeichnung der gemeinen Lust. Phä-
drus 234 A, 256 C, Symp. 182 C;
wie hier Lysias I 83: τοὺς μὲν
διαπραττομόνους βίᾳ ὑπὸ τῶν βια-
σθέντων μισεῖσθαι. Die freiwillige
Gewährung von Seite des Geliebten
χαρέξεσθαι 1832 A,B u. 8. ἢ — Zu
den 4 Merkmalen des ἔρως πάνδη-
sog: 1) er liebt die Weiber nicht
weniger als die Knaben, 2) den
Körper mehr als die Seele, 8) er
also 88 8 4. Die roinwiAoı haben unter sich fast gleich lange κώλα:
die 3. derselben die kürzesten. Umgekehrt die τετράκωλος abwechselnd
lange und kurze Glieder.
54 IIAAT2NOE
6 βλέποντες, ἀμελοῦντες δὲ τοῦ καλῶς ἢ μή. ὅϑεν δὴ kun
βαίνει αὐτοῖς, ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πράττειν, ὁμοίως μὲν
ἀγαϑόν, ὁμοίως δὲ τοὐναντίον. ἔστι γὰρ καὶ [ἀπὸ] τῆς ϑεοῦ
Ο νεωτέρας τὲ οὔσης πολὺ ἢ τῆς ἑτέρας, καὶ μετεχούσης ἐν
τῇ γενέσει καὶ ϑήλεος καὶ ἄρρενος. 6 δὲ τῆς οὐρανίας
πρῶτον μὲν οὐ μετεχούσης ϑήλεος ἀλλ᾽ ἄρρενος μόνον [καὶ
ἔστιν οὗτος ὁ τῶν παίδων ἔρως], ἔπειτα πρεσβυτέρας, ὕβρεως
ἀμοίρου᾽ ὅϑεν δὴ ἐπὶ τὸ ἄρρεν τρέπονται ol ἐκ τούτου τοῦ
ἔρωτος ἔπιπνοι, τὸ φύσει ἐρρωμενέστερον καὶ νοῦν μᾶλλον
ἔχον ἀγαπῶντες. καί τις ἂν γνοίη καὶ ἐν αὐτῇ τῇ παιδε-
ραστίᾳ τοὺς εἰλικρινῶς ὑπὸ τούτου τοῦ ἔρωτος ὡρμημένους.
D οὐ γὰρ ἐρῶσι παίδων, ἀλλ᾽ (ἢ) ἐπειδὰν ἤδη ἄρχωνται νοῦν
ἴσχειν᾽ τοῦτο δὲ πλησιάξει τῷ γενειάδκειν. παρεσκευασμένοι
γάρ, οἶμαι, εἰσὶν ol ἐντεῦϑεν ἀρχόμενοι ἐρᾶν ὡς τὸν βίον
richtet seine Aufmerksamkeit am
liebsten auf geistig noch Unent-
wickelte, 4) erbekümmert sich nicht
umdieSittlichköit seiner Handlungs-
weise — wird noch eine gelehrte
mythologische Begründung hinzu-
gefügt: a) die grölsere Jugend der
Aphrodite πάνδημος, sie gehört dem
jüngern Göttergeschleehte an 180D;
und — Jugend ist leichtsinnig!
Jugend hatkeine Tugend, vgl.nach-
her ἔπειτα πρεσβυτέρους, ὕβρεως
ἀμοίρου und Lysias XXIV 16: οὐ
γὰρ — ὑβρέξειν εἰκὸς — οὐδὲ τοὺς
ἤδη προβεβηκότας τῇ ἡλικίᾳ, ἀλλὰ
τοὺς ἔτι νέους καὶ νέαις ταὶς δια-
ψοίαις χρωμένους, Antiphon IV y2
und Platon selbst Euthyd. 273 B:
ὑβριστὴς διὰ τὸ νέος εἶναι Ὁ) der
mstand, dals an ihrer Erzeugung
Mann und Weib (Zeus und Dione)
participieren. Von C2 an wird nun
die Kehrseite am ἔρως οὐράνιος in
doppeltem Chiasmus durchgeführt:
zuerst von ὁ δὲ — ὕβρεως ἀμοέρου
die beiden mythologischen Argu-
mente in der Stellung b) a), dann
-von ὅϑεν δή die Merkmale des
ἔρως οὐράνιος selbst mit beson-
derer Hervorhebung des Gegenteils
von 1) und der Merkmale des ἔρως
πάνδημος (3).
8. ἔστι γὰρ sc. ὁ πάνδημος ἔρως.
C ὅ. ὅϑεν δή zu 174 A.
6. Enınvorunregelmälsiger Accent
Kühner I 317; ἐπίσνους Meno 99D:
ἐπίπνους ὄντας καὶ κατεχομένους
ἐκ τοῦ ϑεοῦ.
7. καὶ ἐν αὐτῇ τῇ παιδεραστίᾳ:
die gemeinen Liebhaber finden sich
nicht blofs in der Weiberliebe, son-
dern auch in der παιδεραστέα. Der
Begriff παῖς ist in diesem Worte
in der weitern Bedeutung zu neh-
men, welche sowohl Knaben als
Jünglinge umfalst; zu dieser be
kennt sich sowohl der ἔρως οὐρά-
vıog als der ἔρως πάνδημος (letz-
terer neben der Weiberliebe). Da-
gegen ist gleich im folgenden ov
γὰρ ἐρῶσι παίδων und E μὴ ἐρᾶν
παίδων der‘ ΒορτΤΗΣ παῖς im enger
Sinne von Knaben im Gegensatz
zu Jünglingen genommen.
D 2. τοῦτο δὲ (sc. τὸ νοῦν ἴσχει»)
πλησιάξει τῷ γενειάσκειν. Gegen:
hä-
'satz hiezu in der Rede des
dros 178 Ο: εὐϑὺς νέῳ ὄντι, 1804:
ἔτι ἀγένειος ὦν. Die pedantische
Bemerkung ist charakteristisch für
den systematischen Erotiker. (Ast.)
— παρεσκευασμένοι γάρ εἶσιν —
ὡς --- ξυνεσόμενοι καὶ — συμβια-
σόμενοι, ἀλλ᾽ οὐκ --- οἴχεσθαι.
Übergang aus der Participialcon-
struction (παρεσκευασμένοι ὡς 6.
part. fut. ebenso Xen. Kyrop. VI
5, 16) in die Infinitivconstruction
Polit. 303 C, Rep. II 888 A: ὡς
μήτε αὐτοὺς γόητας ὄντας --- μήτε
ZTMIIOZION. 181. 55
ἅπαντα ξυνεσόμενοι καὶ κοινῇ συμβιωσόμενοι, ἀλλ᾽ οὐκ ἐξ- 4
απατήσαντες, ἐν ἀφροσύνῃ λαβόντες ὡς νέον, καταγελάσαντες
οἴχεσϑαι ἐπ᾽ ἄλλον ἀποτρέχοντες. χρῆν δὲ καὶ νέμον εἶναι
μὴ ἐρᾶν παίδων, ἵνα μὴ εἰς ἄδηλον πολλὴ, σπουδὴ ἀνη- Ε
λίσκετο᾽ τὸ γὰρ τῶν παίδων τέλος ἄδηλον οἷ τελευτᾷ
κακίας καὶ ἀρετῆς ψυχῆς τε πέρι καὶ σώματος. ol μὲν οὖν
ἀγαϑοὶ τὸν νόμον τοῦτον αὐτοὶ αὑτοῖς ἑχόντες τίθενται,
χρῆν δὲ καὶ τούτους τοὺς πανδήμους ἐραστὰς προσαναγκάζξειν
ἡμᾶς φεύδεσι παράγειν ἐν λόγῳ
ἢ ἐν ἔργῳ. Leg. I 626 A (Stall-
baum).
4. ἀλλ᾽ 00% — ἀποτρέχοντες Häu-
fang von Participien. — ἐν ἄφρο-
σύνῃ λαβόντες Epexegese zu ἐξα-
πατήσαντες. ἄφρων von dem noch
unentwickelten Denken der Jugend
auch Hypereides IV 11, 19: τότε μὲν
γὰρ παῖδες ὄντες ἄφρονες ἦσαν,
ψῦν δ᾽ ἄνδρες ἀγαϑοὶ γεγόνασιν
Lucian dial. deor. 2, 1. — καεα-
γελάσαντες οἴχεσθαι ἐπ’ ἄλλον
ἀποτρέχοντες Ein Begriff: mit Hohn-
gelächter eilig zu -einem andern
weglaufen. Xen. Anab. II 4, 4 καὶ
καταγελάσαντες ἀπήλθομεν. Zum
folgenden Gorg. 488 E: τοὺς βελ-
τέστους καὶ ἐρρωμενεστάτους ἡμῶν
αὐτῶν, ἐκ νέων λαμβάνοντες, ὥσ-
περ λέοντας κατεπάδοντές τὸ καὶ
γοητείοντες καταδουλούμεϑα λέγον-
τες ὡς etc. Symp. 210 ἢ. Ähnliche
Polemik gegen den sinnlichen Eros
Aristot. Eth. Nicom. VIII 1157% 8
μάλιστα δὲ καὶ ἐν τούτοις al φιλέαι
διαμένουσιν, ὅταν τὸ αὐτὸ γίγνη-
ται παρ᾽ ἀλλήλων, οἷον ἡδονή, καὶ
un μόνον οὕτως᾽ ἀλλὰ καὶ ἀπὸ τοῦ
αὐτοῦ, οἷον τοῖς εὐτραπέλοις, καὶ
μὴ ὡς ἐραστῇ καὶ ἐρωμένῳ" οὐ γὰ
τοῖς αὐτοῖς ἥδονται οὗτοι, ἀλλ
ὃ μὲν ὁρῶν ἐκεῖνον, ὁ δὲ θεραπευό-
μενος ὑπὸ τοῦ ἐραστοῦ" ληγούσης
δὲ τῆς ὥρας ἐνέοτε καὶ ἡ φιλία
λήγει' τῷ μὲν γὰρ οὐκ ἔστιν ἡδεῖα
ἢ ‚To δ᾽ οὐ γένεται ἡ ϑερα-
πείᾳ. Pseudoisokr. 1, 1.
6. Der Redner ereifert sich so sehr
über die πάνδημοι ἐρασταί, dals er
in der sonst von ihm sehr gerähm-
ten athenischen Gesetzgebung eine
Lücke findet; es sollte die Liebe
zu den unreifen Knaben verboten
werden. Pausanias verlangt aber
diesen Schutz des Gesetzes mehr
im Interesse der Liebhaber als in
dem der Knaben selbst, damit jene
nicht ins Ungewisse hinein so viel
Mühe verwenden mülsten; beson-
ders aber wünscht er eine Ein-
schränkung der. πάνδημοι ἐρασταί,
damit diese die edeln Liebhaber --
wie er sie versteht — nicht in Mils-
kredit bringen 182 A.
E 2. τὸ τέλος ἄδηλον ol τελευτᾷ
zum Ausdruck vgl. Alkidam. Odys-
seus d: πᾶσά τε ἀπορία ἦν ποῖ ποτε
προβήσοιτο ἡ τοῦ μέλλοντος κακοῦ
τελευτή. --- οἷ Rel. vgl. zu di’ οἔων
λόγων 176E. — τέλος τελευτᾷ Par-
onomasie. τέλος Xen. Anab. V 2,
9 ὅτι μάχη μὲν ἔσται, τὸ δὲ τέλος
καλὸν τῆς ἐξόδου. — Zum Ge-
danken vgl. Phädr. 382 E: καὶ μὲν
δὴ τῶν μὲν ἐρώντων πολλοὶ πρότε-
ρον τοῦ σώματος ἐπεθύμησαν ἢ τὸν
τρόπον ἔγνωσαν καὶ τῶν ἄλλων οἷ-
κείων ἔμπειροι ἐγένοντο.
8. κακίας καὶ ἀρετῆς ψυχῆς τε
πέρι καὶ σαάματος eigentümliche
Verschränkung: πέρι gehört zu κα-
κίας καὶ ἀρετῆς, WOVOn ψυχῆς τὸ
καὶ σώματος abhängig. Ebenso ist
πέρι weit entfernt von dem von ihm
abhängigen Worte Apol. 1906: ὧν
ἐγὼ οὐδὲν οὔτε μέγα οὔτε σμικρὸν
πέρι ἐπαΐω. Phädr. 269 Ε: ὧν ἂν
&osiv πέρι μέλλῃ. Noch weiter
konnte die dichterische Sprache
gehen Soph. Ai. 793: Αἴαντος δ᾽
ὅτι [ϑυραῖος εἴπερ ἐστίν, οὐ θαρ-
σῶ πέρι. — Bückert will κακίας
καὶ ἀρετῆς von olabhängig machen ;
man kann aber kaum sagen κακία
καὶ ἀρετὴ περὶ ψυχῆς καὶ σώματος.
5. τούτους τοὺς πανδήμ. --- τούτους
verächtlich.
56 IIAATSNOTZ
6 τὸ τοιοῦτον, ὥσπερ καὶ τῶν ἐλευϑέρων γυναικῶν πρού-
182 αναγκάξομεν αὐτοὺς καθ᾽ ὅσον δυνάμεθα μὴ ἐρᾶν. οὗτοι γάρ
εἰσιν οἵ καὶ τὸ ὄνειδος πεποιηκότες, ὥστε τινὰς τολμᾶν λέγειν
ὡς αἰσχρὸν χαρίζεσθαι ἐρασταῖς᾽ λέγουσι δὲ als τούτους
ἀποβλέποντες, ὁρῶντες αὐτῶν τὴν ἀκαιρέαν καὶ ἀδικίαν, ἐκεὶ
οὐ δή που κοσμέως γε καὶ νομίμως ὁτιοῦν πραττόμδνον
ψόγον ἂν δικαίως φέροι.
Καὶ δὴ καὶ ὁ περὶ τὸν ἔρωτα νόμος ἐν μὲν ταῖς
ἄλλαις πόλεσι νοῆσαι ῥάδιος᾽ ἁπλῶς γὰρ ὥρισται" ὁ δ᾽ &r-
Β ϑάδε [καὶ ἐν Μακεδαίμονι] ποικίλος. ἐν Ἤλιδι μὲν γὰρ καὶ
6. τὸ τοιοῦτον ἃ. h. μὴ ἐρᾶν παί-
δων, was vorher stand. --- ὥσπερ
καὶ τῶν ἐλευθέρων γυναικῶν προσ-
αναγκάξομεν αὐτοὺς nad’ ὅσον δυ-
νάμεθα μὴ ἐρᾶν. Pausanias kann
hier verschiedene Gesetze im A
haben, welche die Entehrung freier
Frauen mit schwerer Strafe be-
legten: der ertappte Buhle durfte
von dem beleidigten Ehemann (Ve-
ter oder Sohn) straflos getötet
(Lysias I 26, 30) oder sonst entehrt
werden (Lysias 149). Oder es konnte
der letztere den ersteren mit einer
γραφὴ μοιχείας belangen, auf die
der Tod und Versagung des Be-
gräbnisses in der Heimat als Strafe
gesetzt war (Lysias XIII 66, Hype-
reides II 16, 13), oder mit der γραφὴ
ὕβρεως (Aschines I 15); aufserdem
mit der δέκη βιαίων Lysias I 82,
die mit einer Geldbulse endigte;
schliefslich konnte auch Ahndung
durch eine Behörde eintreten (Geld- -
bufse von 100 Drachmen ΡΒ] αὐ. Solon
23; Frohberger zu Lysias I 32).
Doch schützten die letztgenannten
Bestimmungen auch die Knaben.
Aulserdem mag Pausanias, wieHom-
mel vermutet, hier auch an die
athenische Sitte gedacht haben, die
freien Frauen und Mädchen mit Aus-
nahme der Feste u.s. w. im Hause
zurückzuhalten.
182 A 2. οἵ καὶ τὸ ὄνειδος πε-
ποιηκότες Aschin. I 186: τὸ δὲ
πρᾶγμ᾽ εἰς ὄνειδος — καθιστάς, die
Sache in Mifskredit, Verruf bringen.
— ὥστε τινὰς τολμᾶν λέγειν ὡς
αἰσχρὸν χαρίξεσθαι ἐρασταῖς. Pau-
sanlas 1st ganz entrüstet über diese
Behauptung derjenigen, die das
Kind mit em Bade ausschütten:
das sind die, welche die sinnliche
Knabenliebe überhaupt verwerfen,
wie der Xenophontische Sokrates
Symp. VII. Mem. I 2, 29 (Wolf).
gl. uns. Symp. 192 A: φασὶ δὲ
δή τινες αὐτοὺς αναισχόντους εἶναι.
Aschines I 136 will auch nicht στὰ
diesen gehören: ἐγὼ δ᾽ οὔτ᾽ ἔρωτα
δίκαιον ψέγω οὔτε τοὺς κάλλει δια-
φέροντάς φημι. πεπορνεῦσθαι οὔτ
αὐτὸς ἐξαρνοῦμαι μὴ οὐ γεγονέναι
ἐρωτικὸς καὶ ἔμ καὶ νῦν εἶναι. --
Lysias in Platons Phädros stellt
das Paradoxon auf ὅτε dei wos
un ἐρῶσι γαρίξεσθαι.
4. ἀκαιρέα die Tactlosigkeit und
Zudringlichkeit solcher Leute schil-
dert auch Phädr. 231 Ὁ, 23% A:
ἀκολουθοῦντας τοῖς ἐρωμένοις καὶ
ἔργον τοῦτο ποιουμένους. Eine ἀκαι-
οέα liegt auch darin, dals sie sich
an unreife Knaben machen 181D.
ber die ἀκαιρέα handelt Theophr.
Char. 12.
7. Kal δὴ καί Übergang zu der
speciellen Betrachtung eines wich-
tigen Punktes. νόμος umfalst hier
wie im ganzen Abschnitt sowohl
die Gesetze als die Ansehauungen
des Volkes, also was Dem. de Cor.
114 als νόμοι und ἤϑη unterschei-
det: οὕτω ταῦτ᾽ οὐ μόνον ἐν τοῖς
νόμοις ἀλλὰ καὶ ἐν τοῖς ὑμετέροις
ἤθεσιν ὥρισται. νόμος Landesan-
schauung Thuk. VI 16, 3.
B1. Von denjenigen, welche eine
ungeteilte Meinung über den Eros
haben (ἁπλῶς ὥρισται und nachher
ψενομοϑέτηται (a) werden als erste
ZTMIIOZION. 182. 57
ἐν Βοιωτοῖς, καὶ οὗ μὴ σοφοὶ λέγειν, ἁπλῶς νενομοϑέτηται ἃ
καλὸν τὸ χαρίζεσθαι ἐρασταῖς, καὶ οὐκ ἄν τις εἴποι οὔτδ
νέος οὔτε παλαιὸς ὡς αἰσχρόν, ἵνα, οἶμαι, μὴ πράγματ᾽
ἔχωσι λόγῳ πειρώμενοι πείθειν τοὺς νέους, ἄτα ἀδύνατοι
λέγειν.
τῆς δὲ Ἰωνίας καὶ ἄλλοϑι πολλαχοῦ αἰσχρὸν
νενόμισται, ὅσοι ὑπὸ βαρβάροις οἰκοῦσι. τοῖς γὰρ βαρβάροις
διὰ τὰς τυραννίδας αἰσχρὸν τοῦτό τὲ καὶ N γὲ φιλοσοφία καὶ C
-»;
Kategorie («) die Elier und Böotier
angeführt, welehe den Eros schlecht-
weg billigen. Bei ihnen galt in der
That die sinnliche Knabenliebe als
durchaus unanstölsig Xen. Symp.
VII 34: dasivorg μὲν γὰρ ταῦτα
vopine, ἡμῖν δ᾽ ἐπονείδιστα. Xen.
Rep. Laced. II 18, Plut. de liberis
educandis 11 F, Alian Var. hist.
13, 5, Libanius ὑπὲρ τῶν ὀρχηστῶν
ed. Förster Rostocker Progr. 1878
p.26, Marx Studia Luciliana p. 18,
Max. Tyr. diss. XXVI 8. InBep.Lac.
ἃ, ἃ. Ο. wird von den Böotiern ge-
sagt, dafs bei ihnen die Knaben-
liebe als eheliches Verhältniss ge-
falst wurde οὗ μὲν τοίνυν ἄλλοι
Ἕλληνες ἢ ὥσπερ Βοιωτοὶ ἀνὴρ καὶ
παῖς συξυγέντες ὁμιλοῦσιν ἢ ὥσπερ
Ἠλεῖοι διὰ χαρίτων τῇ ὥρᾳ χρῶν-
ται. Die Kreter, bei denen ein
förmlicher Knabenraub stattfand
(ἁρπαγμός vgl. Plut. 'de lib. educ.
iıF, Plato Leg. VIII 836), wer-
den hier übergangen, überhaupt
alle Dorier, Sparta inbegriffen (über
den unechten Zusatz καὶ ἐν Auns-
ϑαέμονε vgl. krit. Anh.). Der Grund
zu dieser Anschauung der Böotier
und Elier wird von Pausanias in
ihre Borniertheit gesetzt; und was
begonders charakteristisch ist, in
ihren Mangel an Beredsamkeit οὗ
un σοφοὶ λέγειν: wer durch Be-
redsamkeit verführen kann, ist in
den Augen des Pausanias tadellos.
5. Die zweite Kategorie der ἁπλῶς
φομοθετοῦντες sind die Jonier Klein-
asiens, welche den Eros schlecht-
weg verdammen. — τῆς δὲ Ἰωνίας
hängt von πολλαχοῦ ab: an vielen
Orten Joniens und (an vielen Orten)
anderwärts (Stallbaum). Xen. Hell.
IV4,16 of δ᾽ αὖ περὶ τὸν ’Ipınod-
τὴν πολλαχόσε καὶ τῆς ᾿Δρκαδέας
ἐμβαλόντες, Unter den Joniern wer-
den da, wo es sich nicht um ge-
lehrte ethnographische Bemerkun-
gen handelt, die kleinasiatischen
verstanden. Thuk. I 95, III 104.
7. ὅσοι loser an ἄλλοθι πολλα-
χοῦ angefügt. ὅσοι ὑπὸ βαρβάροις
οἰκοῦσι deutet auf die Zeit nach
dem Frieden des Antalkidas hin
387 v. Chr.), durch welchen die
iechen in Kleinasien wieder ganz
unter Persien gekommen waren.
Platon Kratyl. 408 E: of ὑπὸ τοῖς
βαρβάροις οἰκοῦντες. Leg. III 69
καϑάπερ ὧν Πέρσαι τυραννοῦσι τὰ
voyv, διαπεφορημένα καὶ ξυμπεφο-
ρημένα κακῶς κατοικεῖται. Dagegen
Thuk. 1 95 von der Zeit nach den
Perserkriegen: of Ἴωνες καὶ ὅσοι
εἐπὸ βασιλέως νεωστὶ ἠλευϑέρωντο.
C 1. τοῦτό τε (sc. τὸ ἐρᾶν) καὶ
ἢ γε φιλοσοφία καὶ ἡ φιλογυμνα-
στίέα. Sowohl die Knabenliebe als
die philosophische Unterhaltung
hatten ihren Sitz in den Palästren
und Gymnasien. Beweis für den
Zusammenhang derKnabenliebe mit
den „eibosübungen Aristoph. Nub.
973 ἢ, Platon Leg. I 686 B: καὶ
δὴ καὶ παλαιῷ νόμῳ δοκεῖ τοῦτο
τὸ ἐπιτήδευμα τὰς κατὼ φύσιν τὰς
περὶ τὰ ἀφροδίσια ἡδονὰς οὐ μό-
vov ἀνθρώπων ἀλλὰ καὶ θηρίων
διεφθαρκέναι," Xen. Cyrop. I 8,21.
Cic. Tusc. IV 70: mihs quidem haec
in Graecorum gymnasiis nalta con-
suetudo uidetur, in quibus isti Iibers
et concessi sunt amores. Bene ergo
Ennius: Flagits principium est nu-
dare inter ciues corpora. Plut. Erot.
751 F, 752 A, Xen. Ephes. ΠΙ 2, 2
u. 8. f. (Ast.) — Schon zur Zeit der
Peisistratiden stand ein Eros mit
Altar beim Eintritt in das Gym-
nasium der Akademie, geweiht von
58 DAAT2NOE
8 ἡ Yiloyvuvaoıla‘ οὐ γάρ, οἶμαι,
φρονήματα μεγάλα ἐγγέγνεσϑαι .τῶν
συμφέρει τοῖς ἄρχουσι
ἀρχομένων, οὐδὲ φιλίας
ἰσχυρὰς καὶ κοινωνίας, ὃ δὴ μάλιστα φιλεῖ τά τε ἄλλα
πάντα [καὶ] ὁ ἔρως ἐμποιεῖν. ἔργῳ δὲ τοῦτο ἔμαϑον καὶ οἱ
ἐνθάδε τύραννοι" ὃ γὰρ ᾿Δριστογείτονος ἔρως καὶ ἡ “Δρμοδίου
Charmos, dem Liebhaber des Hr
pias. Kleidemos bei Athen.
sten philosophische Unterhaltungen
pflogen, so zum Teil schon von
krates, vgl. Schlufs des Sympo-
sion: ἐλθόντα εἰς Avusıor; dann
wurden die Gymnasien geradezu
Sitze der verschiedenen Philo-
sophenschulen. Aber auch auf die
itische Gefährlichkeit der in den
Gymnasien entstandenen Verbin-
dungen, φιλέαι ἰσχυραὶ καὶ xoıye-
ψέαε (man vgl. das Mifstrauen der
Regi n gegen die deutschen
Turnvereine in den zwanziger Jah-
ren- unsers Jahrhunderts), wird viel-
fach hingewiesen. Aristoteles Pol.
V. 11 1313» wird unter den Malfs-
In der Tyrannen aufgeführt
πάντα φυλάττειν ὅϑεν εἴωϑε γίγνε-
σϑαι δύο͵ φρόνημά τε καὶ πίστις,
καὶ μήτε σχολὰς μήτε ἄλλους συλλό-
γους ἐπιτρέπειν γίνεσθαι σχολαστι-
κούς (Rettig). Platon Leg. I 636 B
leitet aus denselben Aufstände bei
den Milesiern, Thuriern und Bö-
otiern ab, Athen. XIII 602 zählt
eine Reihe von Tyrannen auf, denen
Männerfreundschaften verhängnis-
voll wurden oder zu werden droh-
ten: so dem Phalaris in
die Liebe des Chariton und Me-
lanippos; Polykrates von Samos
habe aus diesem Grunde die Pa-
lästren verbrannt und zerstört:
ὥσπερ ἀντιτειχίσματα ταῖς ἰδίαις
ἀκροπόλεσιν. kr. Nicocles δά.
2. οἶμαι Opinor, spöltelnd.
. φρονήματα μεγάλα ἔγνε-
σϑαι: als Hindernis gleichsam „in
den Garten wachsen,“ nämlich den
ἄρχοντες in ihrer Herrschaft. Eben-
so ist die Bezeichnung des Ortes
binzuzudenken in ὃ δὴ — φιλεῖ ἐμ-
ποιεῖν. So ἐγγίγνεσθαι Xen. Bep.
Laced. V 6: ὥστ᾽ ἐκεῖ (h. ὁ. ἐν
τοῖς φιδιτέοις) ἥκιστα μὲν ὕβριν,
ἥκιστα δὲ παροινέαν, ἥκιστα δὲ
αἰσχρουργέαν καὶ αἰσχρολογίαν &-
ἔγνεσϑαι, Platon Rep. VIII 668 Ε:
ὅπερ ἐν τῇ ὀλιγαρχίᾳ νόσημα ἐγγενό-
μένον ἀπώλεσεν αὐτήν Leg. ul
676 B, Xen. Anab. V 8, 1, Symp.
197 B: Ἔρωτος ἐγγενομένου be-
zeichnet es die vermittelnde Da-
zwischenkunft, 184 A ebenso Gegen-
satz ἐμποιεῖν [Isokr.] 1 8 u. hier.
4. ὃ δή generelles Neutrum, Ob-
θοῦ von ἐμποιεῖν, bezogen auf φι-
λέαε und κοινωνέαε wie 196 A: ἡ
εὐσχημοσύνη, ὃ δὴ διαφερόντως ἐκ
πάντων ὁμολογουμένως Ἔρος ἔτει.
= τά τε ἄλλα πάντα zweites ὧν
ject angereiht an ὃ δή: und alles
andere, was drum und dran
daraus sich ergiebt, Thaten der Be-
freiung u.s.f. So 190 A: καὶ zalla
πάντα ὡς ἀπὸ τούτων ἂν τις εἰχά-
σειεν. [καί] krit. Anh,
5. ἐμποιεῖν 118 C.
6. ἔρως vom Liebhaber, φιλέα vom
Geliebten: zu 179 C. Hipparcho
stellte dem Harmodios, dem Ge-
liebten des Aristogeiton, nach. Zur
Sache Thukyd. I 20, V154, der mit
grofser Lebhaftigkeit gegen die po-
puläre Vorstellung, als ob der Stars
der Peisistratiden aus blofs politisch
idealen Motiven zu erklären sei, po-
lemisiert. Aufserdem bemerkt er
was auch dem κατέλυσεν αὐτῶν τὴν
ἀρχήν an unserer Stelle gegenüber
gilt), dafs es dem verschwornen
Liebespaar nur gelang, den Hip-
parch zu töten, während sie selbst
erlagen. Indirect aber trugen sıe
zum Sturz der Tyrannis insofern bei,
als sie durch ihre That den Hippias
dazu brachten, den Bogen -
straff zu spannen. Es lag in dem
"-
ZTMIIOZION. 182. 59
φιλία βέβαιος γενομένη κατέλυσεν αὐτῶν τὴν ἀρχήν. οὕτως 7
οὗ μὲν αἰσχρὸν ἐτέϑη χαρίξεσθαι ἐρασταῖς, κακίᾳ τῶν Be- Ὁ
μένων κεῖται, τῶν μὲν ἀρχόντων πλεονεξίᾳ, τῶν δὲ ἀρχο-
μένων ἀνανδρίχ᾽ οὗ δὲ καλὸν ἁπλῶς ἐνομίσθη, διὰ τὴν τῶν
ϑεμένων τῆς ψυχῆς ἀργίαν.
Evdaös δὲ πολὺ τούτων κάλλιον νενομοϑέτηται, καὶ ὕπερ
εἶπον, οὐ ῥάδιον κατανοῆσαι. X. ἐνθυμηϑέντι γὰρ ὅτι λέγεται
κάλλιον τὲ φανερῶς ἐρᾶν τοῦ λάϑρᾳ, καὶ μάλιστα τῶν γενναιο-
‚politischen System des Kleisthenes,
Harmodios und Aristogeiton als
Tyrannenmörder und Begründer
der Freiheit zu verherrlichen : denn
in seine Zeit gehört (Wachsmuth
die Stadt Athen 1 508) die Errich-
der bronzenen Ehrenstatuen
der beiden auf der Agora, verfertigt
von dem Bildhauer Antenor, welche
nachmals Xerxes wegführte (Paus.
I. 8, 5), und die dann durch die
Erzgruppe der Künstler Kritios und
Nesiotes ersetzt wurde. Noch eine
Reihe vonandern Ehrenbezeugungen
folgten, die wie die Speisung im
Prytaneam den Nachkommen zu
gute kamen;- als Befreier Athens
wurden sie von da: an in Lied
(Scolia fr. 9—13 B.) und Sage ver-
herrlicht, aber zugleich auch von
den Erotikern als Ideal gepriesen,
vgl. Aschin. 1144: πρῶτον μὲν τοὺς
εὐεργέτας τοὺς ὑμετέρους, Δρμόδιον
καὶ Δριστογείτονα, καὶ τὴν πρὸς ἀλλή-
λους πίστιν καὶ τὸ πρᾶγμ᾽ ὡς συνή-
veyne τῇ πόλει διεξιών. Lucian. de
parasito 48: τί δέ; οὐχὶ καὶ Apıoro-
γείτων δημοτικὸς ὧν καὶ πένης,
ὥσπερ Θουκυδίδης φησί, παράσιτος
ἦν Δρμοδίου; τέ δέ; οὐχὶ καὶ ἐρα-
ons;
D 1. ἐτέθη Passiv zu τέθεσθαι
(181 E u. θεμένων gleich nachher)
= souodereiv oder νομέξζειν. Die
herrschende Sitte oder Anschauung
wird auf einen historischen Akteiner
vouodecle zurückgeführt, daher
Aoristas wie nachher ἐνομέσϑη. So
ist auch im Kratylos mehrfach von
einem νομοϑέτης als typischem Ge-
setzgeber in Beziehung auf Sprache
die Rede. — κακέᾳ ᾿τῶν ϑεμένων :
‚die ϑέμενοι sind nicht blofs die
ἄρχοντες, sondern auch die ἀρχό-
μενοι, insofern letztere aus avar-
δρέα sich einen solchen »ouog ge-
fallen lassen, „jedes Volk hat die
Regierung, die es verdient.“
2.nAsove&la „despotische Herrsch-
sucht“. (Wolf).
8. Mit οὗ δὲ καλόν kehrt die
Rede zu 182 Β zurück; die ψυχῆς
ἀργία der Elier und Böotier ist dort
in va μὴ πράγματ᾽ ἔχωσι etc. be-
schrieben. ἐνθάδε de macht den
ergang zu 2 Ὁ, dem νόμος ποι-
κίλος der Athener, wie er 182 A
schon genannt war.
6. Die Anschauungen in der öffent-
lichen Meinung Athens, die auf
‘völlige Billigung desEros hindeuten
2b «(siehe die Disposition), werden
in einer grolsen anakoluthisch ge-
bauten Periode ἐνθυμηθέντι γὰρ —
(183 C) ταύτῃ μὲν οὖν olndeln ἄν
τις — ἐρασταῖς (für ἐνθυμηϑέντι
γὰρ ἂν δοκοίη oder ἐνθυμηθεὶς γὰρ
οἰηϑείη ἄν τις) vorgeführt: während
des Sprechens schwillt dem Redner
der Stoff so sehr an, dals er ihn
nicht mehr wie bis 183 A Anfang
in abhängige Sätze bringen kann.
Er geht daber dort von sl γὰρ ἢ
χρήματα an in dieunabhängige Rede
über und nimmt, an das Ende seiner
Gedankenreihe angelangt, das ἐνθὺυ-
μηϑέντι ὅτι durch raum wieder
auf. .
7. καὶ μάλιστα τῶν γενναιοτάτων
καὶ ἀρίστων steigert die Beweis-
kraft des vorhergehenden Gedan-
kens: eine Verführung der edelsten
Jünglinge würde die öffentliche
Meinung am wenigsten vertragen;
da dieselben aber gerade die Liebes-
bewerbungen um diese begünstigt,
so liegt darin der Beweis, dals sie
in der Liebenichts Unsittlichessieht.
60
HAATSNOZ
8 τάτων καὶ ἀρίστων, κἂν αἰσχίους ἄλλων ὦσι, καὶ ὅτι αὖ ἡ πα-
ρακέλευσις τῷ ἐρῶντι παρὰ πάντων ϑαυμαστή, οὐχ ὥς τι αἰσχρὸν
E ποιοῦντι, καὶ ἑλόντι καλὸν δοκεῖ δἶναι καὶ μὴ ἑλόντι αἰσχρόν,
καὶ πρὸς τὸ ἐπιχειρεῖν ἑλεῖν ἐξουσίαν ὁ νόμος δέδωχε τῷ ἐραστῇ
ϑαυμαστὰ ἔργα ἐργαζομένῳ ἐπαινεῖσθαι, ἃ εἴ τις τολμῴη
ποιεῖν ἄλλ᾽ ὁτιοῦν διώκων καὶ βουλόμενος διαπράξασϑαι
εἰ γὰρ ἢ χρήματα βουλόμενος παρά του λαβεῖν 7
8. αἰσχίους vom Körper; unmittel-
bar nachher αἰσχρὸν ποιοῦντι von
sittlicher Häfslichkeit. Der Zusatz
soll auf die vom Sprecher betonte
ethische Richtung des ἔρως οὐράνιος
hinweisen. — αἰσχίους Platon und
Xenophon brauchen die contrahier-
ten und uncontrahierten Formen
dieser Comparative promiscue.
Kühner I 333, Anm. 9. Bibenso
Aristoteles: Vahlen zur Poetik
p. 90.
9. ϑαυμαστή unglaublich lebhaft.
Platon brauchtpromiscue θαυμαστός
und ϑαυμάσιος, letzteres 216 C: καὶ
τὴν δύναμιν ὡς θαυμασίαν ἔχει
Schanz nou. comm. Plat. p. 76. ---
ὥς τι αἰσχρόν: dieselbe Stellun
von τὸ nach ὡς Phädr. 275 C: ὧβ
τι σαφὲς καὶ βέβαιον; ebenso gerne
nach 7: Phädr. 251 A: 7 τινὰ σώ-
ματος ἰδέαν. Symp. 183 A: ἤ τινα
ἄλλην δύναμιν. Polit. 261 D: ἥ τινα
ἱπποκόμον. Kühner II 572 A. 6.
E 1. ἑλόντι, nachher ἑλεῖν. algeiv
von dem Fang bei der Jagd, von
der Erlegung und Eroberung. im
Kampfe, von der Besiegung im Pro-
zesse und in der Liebe; ebenso δεώ-
κειν, φεύγειν, ἁλίσκεσθαι, vgl.
184 A ebenfalls von der Liebe ge-
braucht. Auch wir sprechen von
Eroberungen in deg Liebe. Platon
braucht endlich diese Ausdrücke der
Jagd auch von den Bestrebungen
und Erfolgen in der Philosophie,
so θηρεύειν und ϑήρα Phädo 66 A
u.C. Ähnlich auch die Vorstellung
in 175 D: sügeg — ἔχεις. — καὶ
σρὸς τὸ ἐπιχειρεῖν ἑλεῖν: in loser
Ideenassocistion kehrt der Sprecher
von dem spätern ἑλεῖν zu den frühe-
ren Versuchen dazu zurück.
183 πλὴν τοῦτο [φιλοσοφίας], τὰ μέχιστα καρποῖτ᾽ av ὀνείδη.
κα] ϑ ᾿
ἀρχὴν
2. ἐξουσίαν ὃ νόμος δέδωκε ähn-
lich wie das Kriegsrecht gestattet,
was sonst als unerlaubt gilt. — δέ-
δωκε, 183 B synonym πεποιήκασιν.
3. θαυμαστὰ ἔργα ἐργαζομένῳ,
vgl. 213 D: ξηλοτυπῶν με καὶ φϑο-
νῶν θαυμαστὰ ἐργάζεται. Ῥαπβᾶ-
nias wendet gerne die figura ety-
mologica an und überhaupt die
Paronomasie; 80 hier, dann δουλείας
δουλεύειν, ebenso 181 A: πράττειν
τὴν πρᾶξιν, 183 B: πράττειν, ὡς —
πρᾶγμα διαπραϊτομένου: zu 185 (.
— Der eigentliche Inhalt der ἐξ-
ovoi« kann nicht in ἐπαινεῖσθαι
bestehen, sondern in der Nebenbe-
stimmung ϑαυμαστὰ ἔργα ἐργαζο-
μένῳ; das Ganze = 8. £. ἐργάξε-
σϑαι ἐπαινουμένῳ, vgl. B: ἄνευ or-
eldovg πράττειν.
183 A 1: πλὴν τοῦτο, τοῦτο wie
182 B: αἰσχρὸν τοῦτο, 1820: ὃ δή,
üb. d. Stelle krit. Anh.
2. ἢ χρήματα βουλόμενος παρά |
του λαβεῖν ἢ ἀρχὴν ἢ τινα all
δύναμιν. Auch zu ἀρχήν und τινὰ
ἄλλην δύναμιν ist παρά του λαβεῖν
hinznzudenken: durch den Einflals
jemandes erhalten, mit Hülfe seiner
Empfehlung und seines mächtigen
Anhanges. Dasselbe ist gemeint in
den letzten Worten von 218: καὶ
εἴ τι ἄλλο ἢ τῆς οὐσίας τῆς ἐμῆς
δέοιο ἢ τῶν φίλων τῶν ἐμῶν.
Die φίλοι des Gönners würden dem
Ambirenden zum Si verhelfen.
Soph. Oed. R. 541: ἄνεν τε πλου-
του καὶ φίλων τυφαννέϑδα Inga
(πλούτου für handsch. πλήϑου!).
Treffend vergleicht Vermehren Gorg-
514 A: ἢ γρήμάτα πολλὰ λαμβάνειν
ἢ ἀρχήν τινων ἢ ἄλλην δύναμιν
ἡντινοῦν.
ZTMIIOZION 183. 61
[ἄρξαι] 7 τινα ἄλλην δύναμιν ἐϑέλοι ποιεῖν οἷάπερ ol ἐρασταὶ 3
πρὸς τὰ παιδικά, ἱκετείας ve καὶ ἀντιβολήσεις ἐν ταῖς δεή-
6.0, ποιούμενοι, καὶ ὄρχους [ὀμνύντες) καὶ κοιμήσεις ἐπὶ
ϑύραις, καὶ ἐθέλοντες δουλείας δουλεύειν οἵας οὐδ᾽ ἂν δοῦ-
log οὐδείς, ἐμποδίζοιτο ἂν μὴ πράττειν οὕτω τὴν πρᾶξιν
καὶ ὑχὸ φίλων καὶ ὑπὸ ἐχϑρῶν, τῶν μὲν ὀνειδιξόντων Β
χολακείας καὶ ἀνελευϑερίας, τῶν δὲ νουϑετούντων καὶ
αἰσχυνομένων ὑπὲρ αὐτοῦ τῷ δ᾽ ἐρῶντι πάντα ταῦτα ποι-
οὔντι χάρις ἕπεται, καὶ δέδοται ὑπὸ τοῦ νόμου ἄνευ ὀνείδους
πράττειν, ὡς πάγκαλόν τι πρᾶγμα διαπραττομένουι ὃ δὲ
δεινότατον, ὥς γε λέγουσιν ol πολλοί. ὅτι καὶ ὀμνύντι μόνῳ
συγγνώμη παρὰ θεῶν ἐκβάντι τὸν ὄρχον᾽ ἀφροδίσιον γὰρ
8. [ἄρξαι] krit. Anh. --- n τινὰ
--- δύναμιν Stellung von zıg zu 188
D 9: ὥς τι αἰσχρόν. — δύναμις ir-
gend eine einflulsreiche Stellung
oder momentane Vollmacht im Ge-
gensatz zu der ἀρχὴ ὑπεύϑυνος im
strengen Sinne vgl. Äschin. III 18:
οὐκ ἔστι ταῦτ᾽ ἀρχή, ἀλλ᾽ ἐπιμέλειά
τις καὶ διακονία. — Unter dem
Plural δυνάμεις πολιτικαί wird zu-
sammengefalst, was bier mit ἀρχὴν
ἤ τινα ἄλλην δύναμιν bezeichnet
ist, und wie hier dem Gelde ent-
gegengesetzt 184 A: τὸ ὑπὸ yen-
μάτων καὶ ὑπὸ πολιτικῶν δυνάμεων
ἁλῶναι, vgl. Rep. II 864 A: πονη-
ροὺς πλουσίους καὶ ἄλλας δυνάμεις
ἔχοντας. --- Allgemeiner Symp.178D:
οὔτε τιμαὶ οὔτε πλοῦτος.
ὅ. κοιμήσεις ἐπὶ θύραις: 208 D:
ἐπὶ ϑύραις καὶ ἐν ὁδοῖς ὑπαέϑριος
κοιμώμενος. Ovid. Ars am. II 233:
dus et nuda saepe iacebis humo.
Arıstaenetus II 20: ὅτε μὲν γὰρ
αὐτοὶ ποθεῖτε, ἀστρώτους καὶ γα-
μαιπετεῖς κοιμήσεις ἐπὶ θύραις
ποιεῖσθε Hor. Carm. 1Π 10, 2.
6. ἐθέλοντες, ἐθέλειν bereit sein,
sich entschliefsen 179 B. οὐκ ἐθέ-
λεῖν sich nicht entschliefsen können
Lysias XII 58, 69. XXXII 12. Ahn-
lich τολμᾶν oben 182 E, 179 B. —
ἐθέλοντες δουλείας δουλεύειν οἵας
οὐδ᾽ ἂν δοῦλος οὐδείς: weichliche
Allitteration von ὃ, A, ο, ον. Zur
Sache Xen. Cyrop. V 1, 12. ἀλλ᾽
ἐγώ, ἔφη, ξώρακα καὶ κλάοντας
ὑπὸ λύπης δι᾽ ἔρωτα, καὶ δουλεύοντάς
γε τοῖς ἐρωμένοις καὶ μάλα κακὸν
φομίξοντας πρὶν ἐρᾶν τὸ δουλεύειν
καὶ διδόντας γε πολλὰ... παρέχον-
τας γοῦν ἑαυτοὺς τοῖς ἐρωμένοις
πολλὰ καὶ εἰκῇ ὑπηρετοῦντας.
Β 8. αἰσχύνομαι ὑπέρ τινος Ἐπ-
thyd. 806 A, Theät. 190 E, Leg.
ὙΠ 819 Ὁ. |
4. nal δέδοται (τῷ ἐρῶντι ---, ὡς
πάγκαλόν τι πρᾶγμα διαηξραττο-
evov statt des erwarteten Dative.
ie Assimilation nicht vollzogen:
zu 176 D: κραιπαλῶντα. Stallb.
vergleicht Leg. VIII 889 B: τάχα
δ᾽ ἂν ἡμῖν τις παραστὰς ἀνὴρ σφο-
δρὸς καὶ νέος λοιδορήσειεν ἂν ὡς
ἀνόητα καὶ ἀδύνατα τυιϑέντων
νόμιμα, Phileb. 44 C.
6. ὥς γε λέγουσιν ol πολλοί we-
nigstens wie die Menge sagt. Für
die Stellung von γε vgl. 187 B: ὥσ-
neo γε καὶ ὃ ῥυθμός. Rep. 1352 Ὁ:
ὥς γέ μοι δοκεῖ, IV 432 Β: ὥς γε
οὑτωσὶ δόξαι: anderwärts ὥς γε τὸ
εἰκός. Achill. Tat. II 15, 7: ὥς
ye ᾧμην. --- Die Worte gehören zum
folgenden: dafs, wie wenigstens die
Menge sagt, ebenso vorsichtig nach-
her φασίν. Er selbst will nicht bei-
stimmen, um so weniger da er in
183 E: πολλοὺς λόγους καὶ ὑποσχέ-
σεις καταισχύνας diesen Standpunkt
als den des gemeinen ἐραστῆς be-
zeichnet (Hommel.)
7. ἀφροδίσιον yag ὅρκον (Ogxov)
οὐκ εἶναι. Wir schieben mit Hertz
ὅρκον ein: ein Liebeseid sei kein
Eid. Jedenfalls hat Pausanias nur
62 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
8 ὄρκον ζῦρχκον» οὔ φασιν εἶναι" οὕτω καὶ ol ϑεοὶ xal οἵ ἄνϑρο-
C ποι πᾶσαν ἐξουσίαν πεποιήκασι τῷ ἐρῶντι, ὡς ὁ νόμος φησὶν ὑ
ἐνθάδε. ταύτῃ μὲν οὖν οἰηϑείη ἄν τις πάγκαλον νομίζεσθαι
ἐν τῇδε τῇ πόλει καὶ τὸ ἐρὰν καὶ τὸ φίλους γίγνεσθαι τοῖς
ἐρασταῖς. ἐπειδὰν δὲ παιδαγωγοὺς ἐπιστήσαντες ol πατέρες
τοῖς ἐρωμένοις μὴ ἐῶσι διαλέγεσθαι τοῖς ἐρασταῖς, [καὶ τῷ
παιδαγωγῷ ταῦτα προστεταγμένα] οἱ ἡλικιῶται δὲ καὶ ἑταῖ-
an das Sprichwort erinnert, es aber
nicht in seiner strengen Fassung,
sondern erklärend wiedergegeben.
Wir kennen folgende Formen: &pgo-
δίσιος ὄρκος m! ein Liebeseid!
gleichsam mit Achselzucken gespro-
chen), oder als Satz: ἀφροδίσιος
ὅρκος οὐ δάκνει (beides bei He-
sychius), oder ἀφροδίσιος ὄρκος οὐκ
ἐμποίνιμος Diogenian. III 27. Schol.
zu ders. Stelle, oder „der Liebeseid
dringt nicht zu den Ohren der Göt-
ter“, siehe unten Kallimachos und
Aristaenetos. Unsere Stelle fulst
auf der erstern Form. Zur Sache
Phileb. 65 C: καὶ ἐν ταῖς ἡδοναῖς
ταῖς περὶ τἀφροδίσια, αἵ δὴ μέγισται
δοκοῦσιν εἶναι, καὶ τὸ ἐπιορκεῖν
συγγνώμην εἴληφε παρὰ ϑεῶν.
Aristaen. II 20: καὶ δακρύοντες
κατόμνυσθε τοὺς θεοὺς ἐπ᾿ ἄκρου
τοῦ χείλους ἔχοντες τὸν ὅρκον;
nachher aber ἐφήμερα ὑμῖν τὰ δά-
nova καὶ ὥσπερ ἰδρὼς ἀπομάττε-
ται" τοὺς δὲ ὕρκους αὐτοί φατε μὴ
σπροσπελάξειν τοῖς ὠσὶ τῶν ϑεῶν.
Fragment des Hesiod (aus dem
Scholion zu uns. Stelle V. 2 Gött-
ling. Kallim. Epigr. 27 (Schneiden):
ἀλλὰ λέγουσιν ἀληϑέα, τοὺς ἐν
ἔρωτι | ὄρκους μὴ δύνειν οὔατ᾽ ἐς
ἀθανάτων. Ein bisher unbekann-
tes Dichterfragment bei Chorikios
apologia mimorum ed. Graux Re-
vue de philol. I p. 217: un δείμαινε
ϑεοὺς ἐράων ἣν ψεῦδος ὁμόσσης.
Anthol.Pal.V3,5. Tibull.I4, 21. III
6, 49. Ovid. Ars am. I 683: Iup-
piter ex alto periuria ridei aman-
tum | et inbet Aecolios inrita ferre -
notos. „und wo haben das nicht die
neuern Anakreons nachgesungen ?“
(Wolf.)
8. καὶ ol θεοὶ καὶ ol ἄνθρωποι.
Schon Phädros hatte lebhaft auf
die Meinung der Götter hingewie-
sen 179 Ο: οὐ μόνον ἀνθρώποις
ἀλλὰ καὶ θεοῖς. Pausanias thut
dies blofs nachträglich und mit Re
serve.
C 8. τὸ ἐρᾶν καὶ τὸ φίλους γίγνε-
σϑαι τοῖς ἐρασταῖς: zu 1790, 1830:
ἔρως --- καὶ φιλία.
4, παιδαγωγούς. Lysis 208 C.
Becker Charikles II 205, Libanius
περὶ ὀρχηστῶν 9 (p. 18 ed. Förster)
διὰ τοῦτο ἤδη τινὲς ἐν μέσῳ zu-
δαγωγῶν καὶ πολλοὶς ὀφϑαλμοῖ;
κεκυκλωμένοι πανταχόϑεν ἀπειλαῖς
όβοις ἐλπίδι πληγῶν πάντα ταῦτα
ὑπερβάντες τὰ τειχία διελέχϑησαν
τοῖς ἐρασταῖς" οὕτω γὰρ εὐπριπὲς
λέγειν. -
ὅ. τοῖς ἐρωμένοις abhängig von
ἐπιστήσαντες. --- μὴ ἐῶσι διαλέγε-
σϑαι τοῖς ἐρασταῖς Sc. τοὺς ἐρωμέ-
‚vovg, den Knaben wird es verboten,
mit den Liebhabern in Gespräch
zu treten, nicht umgekehrt; und
wenn auch noch von Seite der
Väter der Geliebten ein solche
Verbot an die Liebhaber gedenk-
bar wäre, so palst doch ἡλικιῶται δὲ
καὶ ἑταῖροι ὀνειδίξζωσιν nur
über den Knaben: da den Lieb-
habern umgekehrt nach 182 D zag«-
κέλευσις παρὰ πάντων ϑοαυμαστῆ
zuteil wird.- Es ist also die Än-
derung von Orelli τοὺς ἐραστάς τῷ
verwerfen. vgl. auch P . 265 A:
ἐὰν ἄρα καὶ ἐν τῷ πρόσϑεν v8
ξυμφοιτητῶν N τινων ἄλλων διαβε-
βλημένος ἦ, λεγόντων ὡς αἰσχρὸν
ρῶντι πλησιάξειν.
6. οὗ ἡλικιῶται δέ, vorher οἵ πα-
τέρερ, nachher πρεσβύτεροι.
Stellung von δέ an dritter Stelle
Xen. Anab. III 2, 8, Mem. 1 1, 12:
τὰ δαιμόνια δέ, Xen. Symp. II 3,
17: τὰ σκέλη μέν, τοὺς ὥμους δὲ;
Thuc. II 94: τῷ πεξῷ δέ.
ZTMIIOZION. 188. 63
ροι ὀνειδίξωσιν, ἐάν τι ὁρῶσι τοιοῦτον γιγνόμενον, καὶ τοὺς Ὁ
ὀνειδίζοντας αὖ ol πρεσβύτεροι μὴ διακωλύωσι μηδὲ λοιδο-
ρῶσιν ὡς οὐκ ὀρθῶς λέγοντας, εἰς δὲ ταῦτά τις αὖ βλέψας
ἡγήσαιτ᾽ ἂν πάλιν αἴσχιστον τὸ τοιοῦτον ἐνθάδε νομίξεσϑαι.
τὸ δέ, οἶμαι, ὧδ᾽ ἔχει. οὐχ ἁπλοῦν ἐστιν, ὅπερ ἐξ ἀρχῆς
ἐλέχϑη οὔτε καλὸν εἶναι αὐτὸ nad” αὑτὸ οὔτε αἰσχρόν, ἀλλὰ
καλῶς μὲν πραττόμενον "καλόν, αἰσχρῶς. δὲ αἰσχρόν. αἰσχρῶς
μὲν οὖν ἐστὶ πονηρῷ Te’ καὶ πονηρῶς χαρίξεσϑαι, καλῶς δὲ
χρηστῷ τε καὶ χρηστῶς. πονηρὸς δ᾽ ἐστὶν ἐχεῖνος ὁ ἐραστὴς
ὁ πάνδημος, ὁ τοῦ σώματος μᾶλλον ἢ τῆς ψυχῆς ἐρῶν" καὶ
γὰρ οὐδὲ μόνιμός ἐστιν, ἅτε οὐ μονίμου ἐρῶν πράγματος.
ἅμα γὰρ τῷ τοῦ σώματος ἄνϑει λήγοντι, οὗπερ ἤρα, οἴχεται
ἀποπτάμενος, πολλοὺς λόγους καὶ ὑποσχέσεις καταισχύναρ᾽
D 8. εἰς δὲ ταῦτά τις αὖ βλέψας.
182 A: εἰς τούτους ἀποβλέποντες.
Dagegen βλέπειν πρὸς beim Zwecke
181 B. αὖ bezeichnet den Gegen-
satz zu ταύτῃ μὲν οὖν οἰηθείη ἂν
τις. — δέ bei εἰς δὲ ταῦτά τις im
Nachsatz ist Wiederholung des δέ
im Anfang des Satzes ἐπειδὰν δέ.
ὅ. τὸ δέ, οἶμαι, od” ἔχει leitet
die Lösung einer Schwierigkeit ein.
Theät. 166 A: τὸ δέ, ὦ ῥαϑυμό-
τατε Σώκρατες, τῇδ᾽ ἔχει. τὸ δέ
bezogen auf das vorher gesagte wie
Symp.198 D: τὸ δὲ ἄρα, ὡς ἔοικεν,
οὐ τοῦτο ἦν τὸ καλῶς ἐπαινεῖν
ὁτιοῦν. - Die Lösung findet Pausanias
zunächst in dem an die Spitze sei-
ner Erörterungen gestellten Satze
180 E 8: πᾶσα γὰρ πρᾶξις ad’
ἔχει u.8.w. ὅπερ ἐξ ἀρχῆς ἐλέχϑη
-- 1186: ὅπερ ἀρχόμενος εἶπον. ---
οὐχ ἁπλοῦν ἐστιν, ὅπερ ἐξ ἀρχῆς
ἐλέχϑη οὔτε καλὸν εἶναι αὐτὸ καθ᾽
αὑτό. Ὗ ΟἸ ππᾶ Stallbaum erklären
diesen Satz 80: οὐχ ἁπλοῦν ἐστιν
bedeute: „es läfst sich nicht unbe-
dingt behaupten“. Subject zu die-
sem οὐχ ἁπλοῦν ἐστιν wäre dann
der Acc. c. Inf. οὔτε καλὸν εἶναι
αὐτὸ καϑ᾽ αὑτό u. 8. w.: „dals es
(nämlich τὸ ἐρᾶν ‘oder hier viel-
mehr τὸ χαρίζεσθαι) für sich ent-
weder löblich oder schimpflich sei“,
entsprechend dem Aussagesatze mit
ὅτι in dem beigebrachten Beispiel.
Eine Behauptung aber, die mit solch
apodictischer Sicherheit von Pau-
sanias am Anfang ausgesprochen
worden war, würde er jetzt nicht
in so bescheidener Form wieder-
holen. Ferner heifst überhaupt
ἁπλοῦς nicht „simpliciter verus“.
Diese von Heindorf Phädo u. a. auf-
ebrachte Erklärung ist von Bonitz
erm. II 309 widerlegt. Vielmehr
ist τὸ χαρίζεσθαι selbst Subject
von οὐχ ἁπλοῦν ἐστιν = das χαρίέ-
ξεσθαι ist nicht ein einfach zu be-
urteilendes (ἁπλῶς ögıordv 182 A)
ὅπερ ἐλέχϑη u. 8. w., wie ja im
Anfang gesagt wurde, dals (es) an
sich weder schön noch häfslich
sei. Da an der bezeichneten Stelle
(181 A) der Ausdruck οὐχ ἁπλοῦν
selbst nicht vorkam, so wird nach-
träglich noch durch ein wörtliche-
res Citat abhängig von ἐλέχθη:
οὔτε καλὸν εἶναι etc. diese Boru-
fang auf die frühere Stelle gerecht-
fertigt. ἁπλοῦν wäre aber das ἐρῶν,
wenn 08 αὐτὸ καθ᾽ αὐτό entweder
schlechtweg καλόν (Standpunkt der
Elier und Böotier) oder schlecht-
weg αἰσχρόν wäre (Standpunkt der
Ionier).
7. αἰσχρῶς μὲν — καλῶς δέ; Rep.
I 839C: τὸ δὲ ὀρθῶς ἄρα (näm-
lich νόμους τιϑέναι) τὸ τὰ ξυμφέ-
ροντά ἐστι τίθεσθαι ἑαυτοῖς, τὸ δὲ
μὴ ὀρθῶς, ἀξύμφορα (Ast). Euthy-
phro 2D.
9. ἐκεῖνος ὁ ἐραστής 181 B.
E 3. οὗπερ ἤρα; zu ἅπερ 178 A:
— οἴχεται ἀποπτόμενος nach Ilias II
«*
184 μονέμῳ ovvransis.
64
IIAAT2NOZ
50 ὃὲ τοῦ ἥϑους χρηστοῦ ὄντος ἐραστὴς διὰ βίου μένει, ἔτι
τούτους δὴ βούλεται ὁ ἡμέτερος νόμος
εὖ καὶ καλῶς βασανέξειν [καὶ τοῖς μὲν χαρίσασϑαι, τοὺς δὲ
διαφεύγειν]. διὰ ταῦτα οὖν τοῖς μὲν διώκειν παρακελεύεται,
τοῖς δὲ φεύγειν, ἀγωνοθετῶν καὶ βασανίζων, ποτέρων ποτέ
ἐστιν ὁ ἐρῶν καὶ ποτέρων ὁ ἐρώμενος. οὕτω δὴ ὑπὸ ταύ:
τῆς τῆς αἰτίας πρῶτον μὲν τὸ ἁλίσκεσθαι ταχὺ αἰσχρὺν
νενόμισται, ἵνα χρόνος ἐγγένηται, ὃς δὴ δοκεῖ τὰ πολλὰ
καλῶς βασανίξειν᾽ ἔπειτα τὸ
11: ᾧχετ᾽ ἀποπτάμενος. Umschrei-
bung 181 Ὁ : οἰχήσεσθαι ἐπ᾽ ἄλλον
ἀποτρέχοντες. Zum Gedanken Xen.
Symp. VII 14: ἢν δὲ καὶ ἀμφό-
τερα στέρξωσι, τὸ μὲν τῆς ὥρας
ἄνθος ταχὺ δήπου παρακμάξει,
ἀπολείποντος δὲ τούτου, ἀνάγκη
καὶ τὴν φιλίαν συναπομαραένεσθαι.
ὅ. ἥϑους χρηστοῦ ὄντος; hä
bei Platon: ἡϑος ψυχῆς Leg. V
793E, Rep. III 4000, Symp. 195 E:
n τινι ἂν (80. Ῥυχῇ σκληρὸν ἦϑος
ἶ over ἐντύχῃ, bei Aristoteles noch
häufiger. — are μονέμῳ συντακείς;
192 E: συντακεὶς τῷ ἐρωμένῳ. Eur.
fr. 901: πᾶσα γὰρ ἀγαθὴ γυνὴ | ἥ
τις ἀνδρὶ συντέτηκε σωφρονεῖν ἐπί-
σταται.
184 A 1. τούτους δὴ βούλεται ὁ
ἡμέτερος νόμος εὖ καὶ καλῶς βασα-
ψίξειν. Beginn der eigentlichen Lö-
sung. Nachdem dem athenischen
vöuog die Berechtigung gewahrt
war, je nach den Umständen bald
den Eros anzuerkennen, bald ihn
zu verwerfen, wird ihm positiv die
erzieherische Absicht zugeschrie-
ben, durch die Aufmunterung, die
er den ἐρῶντες, durch die Abmah-
nung, die er den ἐρώμενοι zuteil
werden läfst, beide zu prüfen. (Über
die Ungehörigkeit der Worte καὶ
τοῖς μὲν — διαφεύγειν vgl. krit.
Bemerkungen.) — τούτους umfalst
sowohl die ἐρασταί als die ἐρώ-
μενοι, vgl. nachher βασαφνέξων, πο-
τέρων --- ὃ ἐρῶν καὶ 6 ἐρώμενος.
In der Ausführung bezieht sich τοῖς
μὲν διώκειν παρακελεύεται (183 D)
auf die ἐρασαέ, τοῖς δὲ φεύγειν auf
die ἐρώμενοι. In dem vom νόμος
als ἀγωνοθέτης regelrecht organi-
.
ὑπὸ χρημάτων καὶ ὑπὸ πολι-
sioerten Fangspiel müssen beide ihre
Kräfte erproben: der ἐραστής mul
mit Aufbietung aller Kräfte den
ἐρώμενος einholen, ihn ermunter
das Publikum zur Verfolgung; der
ἐρώμενος dagegen mufs ihm schnell
zu entfliehen suchen, und wird auch
hierzu vom Publikum aufgemuntert,
5. οὕτω δὴ ὑπὸ ταύτ. τ. als. Zu
dieser Breite des Ausdruckes vgl
Euthyd. οὕτω τὸν αὐτὸν τρόπον,
Lach. 190 Ὁ ἔπειτα μετὰ τοῦτο,
oben 179 Ὦ τοιγάρτοι διὰ ταῦτα
(Vahlen).
7. νενόμισται, ἕνα: Absicht des
personificierten νόμος. --- ἐγγένηται
Dazwischentreten als Hindernis
einer allzu raschen Entscheidung;
zu 182 C. — ὃς δή welche eben.
— δοκεῖ τὰ πολλὰ καλῶς βασανί:
ξειν. Eur. Hippol. 1061: μηνυτὴν
χρόνον. Boph. Oed. Rex 614: χρόνος
δίκαιον ἄνδρα δείκνυσιν μόνος.
8. ἔπειτα entsprechend dem πρῶ;
τον μὲν τὸ ἁλίσκεσθαι; zu 180}.
Im zweiten Punkt kann der Re-
ner das Gleichnis vom Fangspiel
nicht mehr durchführen, es palite
nur insoweit als beim Eros das ray»
ἁλίσκεσθαι wie bei dem Spiele für
unehrenvoll gilt. — ὑπὸ yonpazar
καὶ ὑπὸ “πολιτικῶν δυνάμεων; ZU
183 A: ἢ χρήματα βουλόμενος οἰδ.
— nach dem folgenden (ἐάν τὲ --
ἄν ve) sind zwei Möglichkeiten zu
denken: entweder läfst sich der
Geliebte durch den vermögliche
und einflufsreichen Liebhaber ge-
winnen in der Absicht, an dessen
Reichtum und politischem Einfluß
zu participieren; oder er lälst sich,
was hier an erster Stelle gesagt
|
|
Ι
ZTMIIOEION. 184. 65
τικῶν δυνάμεων ἁλῶναι αἰσχρόν, ἐάν Te κακῶς πάσχων B
πτήξῃ καὶ μὴ καρτερήσῃ, ἂν τ᾽ εὐεργετούμενος [εἰς χρή-
ματα ἢ εἰς διαπράξεις πολιτικὰς] μὴ καταφρονήσῃ οὐδὲν
γὰρ δοκεῖ τούτων οὔτε βέβαιον οὔτε μόνιμον εἶναι, χωρὶς
τοῦ μηδὲ πεφυκέναι ἀπ᾿ αὐτῶν γενναίαν φιλίαν.
μία δὴ
λείπεται τῷ ἡμετέρῳ νόμῳ ὁδός, εἰ μέλλει καλῶς χαριεῖσθαι
ἐραστῇ παιδικά.
[ἔστι γὰρ ἡμῖν vowos,] ὡς γὰρ ἐπὶ τοῖς
ἐρασταῖς ἦν δουλεύειν ἐθέλοντα ἡντινοῦν δουλείαν παιδικοῖς Ὁ
μὴ κολακείαν εἶναι μηδὲ ἐπονείδιστον, οὕτω δὴ καὶ ἄλλη
μία νέων δουλεία ἑκούσιος λείπεται οὐκ ἐπονείδιστος. αὕτη
δ᾽ ἐστὶν ἡ περὶ τὴν ἀρετήν. ΧΙ. νενόμισται γὰρ δὴ ἡμῖν,
ist, einschüchtern, wenn der Lieb-
haber roh genug ist, seine Macht
gegen ihn zu gebrauchen, so lange
er nicht willfährig ist.
B 5. Da die beiden andern vor-
her beschriebenen Motive der Will-
fährigkeit des Geliebten unehren-
haft sind, so bleibt logisch nur
noch Eines übrig, wenn das von
Pausanias gewünschte Resultat: κα-
10v χαρίξεσϑαι ἐρασταῖς heraus-
kommen soll. Dieses allein
ehrenhafte Motiv für das za-
oi£eo®a: ist der Wunsch, an
geistiger und sittlicher Tüch-
tigkeit (ἀρετή) durch den
Liebhaber zu gewinnen.
1. ἔστι γὰρ etc. siehe kritische
Bemer en. — ὡς γὰρ ἐπὶ τοῖς
ἐρασταῖς ἣν wie sich oben bei den
Liebhabern als Resultat ergab (sc.
τῷ ἡμετέρῳ νόμῳ, dals... ἦν Im-
perf., „es war der Fall‘, in Be-
ziehung darauf, dals dieses Resultat
früher (183 A) gewonnen wurde) =
wie wir sahen, dafs... So hätte
Eryximachos 186 B auch sagen kön-
nen, statt ὥσπερ ἄρτι Παυσανίας
ἔλεγε: ὥσπερ ἐν τῷ Παυσανίου
λόγῳ ἦν. Leg.1628D. Für blolses
ἐστί mit Acc. c. Inf. vergleicht Ver-
mehren Phädo 72D: ἀλλ᾽ ἔστι τῷ
ὄντι — τὰς τῶν τεϑνεώτων ψυχὰρ
εἶναι. Die Vergleichung zwischen
dem frühern νόμος betreffend die
ἐρασταί und dem jetzigen betref-
fend die ἐρώμενοι: „dem ἐραστής
ist jede andere δουλεία aulser der
erotischen schimpflich, dem ἐρώ-
PLarom, Symposion.
pevog (Jüngling) jede andere ero-
tische δουλεία als die, welche auf
die ἀρετή geht“ — ist mehr schein-
bar und sophistisch als schlagend.
In dem Nachsatz οὕτω δή verlangt
der Zusammenhang einen Gegen-
satz zu τοῖς ἐρασταῖς im Vorder-
satz; dieser Gegensatz mufs in dem
corrupten μῶν stecken, in ἄλλη
μία μῶν δουλεία. Wir schreiben
statt μῶν: Gen. νέων, vgl. 182 Β:
σειρώμενοι neldeivrougveovg,220C,
Leg. VIII 836 C: τὸ τῶν ἀρρένων
καὶ νέων. — δουλεύειν ἐθέλοντα,
ἐθέλων „willig, freiwillig‘ meist
bei Dichtern, zuweilen aber auch
in Prosa Xen. An. VI 2, 6, Lysias
XIX 6: πεπαυμένοι γὰρ τῆς ὀργῆς
αὐτῶν ἀκροᾶσϑε καὶ τοὺς ἐλέγχους
ἤδη ἐθέλοντες ἀποδέχεσθε. Vgl.
Frohberger das.; der Singular ἐϑέ-
Aovra trotz vorangehenden Plurals,
weil es auf jeden einzelnen An-
wendung findet, Vahlen zu Arist.
Poet. p. 236.
Ο 4. νενόμισται γὰρ δὴ ἡμῖν —
αὕτη ἡ ἐϑελοδουλεία οὐκ αἰσχρὰ
εἶναι. γὰρ δὴ „es ist nämlich in
der That‘, Bestätigung der vorher
in μία δὴ λείπεται — ὁδός auf
rein logischem Wege abgeleiteten
Schlufsfolgerung durch die vorhan-
dene Thatsache. Die öffentliche
Meinung in Athen hat in Wirklich-
keit den Ausweg ergriffen, der lo-
gisch gefordert und allein möglich
war. Ein merkwürdiger und ge-
schickter Versuch, den tiefern Sınn
einer widerspruchsvollen Volksan-
5
66 IIAAT2NOE
δ ἐάν τις ἐθέλῃ τινὰ ϑεραπεύειν ἡγούμενος di’ ἐκεῖνον ἀμείνων
ἔσεσϑαι ἢ κατὰ σοφίαν τινὰ 7 κατὰ ἄλλο ὁτιοῦν μέρος ἀρε-
τῆς. αὕτη αὖ ἡ ἐθελοδουλεία οὐκ αἰσχρὰ εἶναι οὐδὲ κολακεία,
δεῖ δὴ τὼ νόμω τούτω συμβαλεῖν εἰς ταὐτόν, τόν τε περὶ
D τὴν παιδεραστίαν καὶ τὸν περὶ τὴν φιλοσοφίαν τε καὶ τὴν
ἄλλην ἀρετήν, εἰ μέλλει ξυμβῆναι καλὸν γενέσϑαι τὸ ἐραστῇ
παιδικὰ χαρίσασϑαι. ὅταν γὰρ εἰς τὸ αὐτὸ ἔλθωσιν ἐραστής
schauung zu eruieren und ihn als deutschem Sprachgefühl ist die
vernünftig darzustellen — oder, wie zweite Bezeichnung nach der ersten
man bei Pausanias noch mit mehr überflüssig; der Grieche hat aber
Recht sagen kann, ein geschickter für binäre Verbindungen eine grofse
Versuch, Volksanschauungen so aus- Vorliebe. — τόν re περὲ τὴν zur
zulegen, dals sie mit dem postu- δεραστέαν. Dieser νόμος ist der-
lierten Resultat zusammentreffen. jenige, der sich auf die ἐρασταί
6. κατὰ σοφίαν ἢ κατὰ ἄλλο bezieht; als Gegensatz könnte man
ὁτιοῦν μέρος ἀρετῆς. Die Identi- erwarten τὸν περὶ τὴν ἐραστῶν» φι-
ficierung des Wissens mit der Tu- λέων, so von dem Geliebten 1854:
gend, so dals σοφία oder φρόνησις διὰ τὴν φιλίαν τοῦ ἐραστοῦ; Βαϊ
selbst als Tugend gefalst wird, ist dessen wird durch den Ausdruck
nicht blofs sokratisch-platonischh τὸν περὶ τὴν φιλοσοφέαν τε καὶ
sondern den Gebildeten jener Zeit τὴν ἀρετήν dieser zweite ψόμος 80-
überhaupt geläufig, Soph. Oed. Rex fort nach seinem -geistigen Inhalt
600 und anderw. Ähnlich nachher bezeichnet.
D: περὶ τὴν φιλοσοφίαν re καὶ τὴν D 2. εἰ μέλλει ξυμβῆναι, οἵ. Β:
ἄλλην ἀρετήν. 1014. εἰς φρόνησιν καὶ εἰ μέλλει καλῶς χαριεῖσθαι: denn
τὴν ἄλλην ἀρετήν und ungenauer E: dieses Resultat muls um jeden Preis
παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν. heraus. ξυμβαένειν = ξυμπύπτειν Ἐ.
7. αὖ, siehe oben ἄλλη μία νέων 3. Von ὅταν γὰρ --- ἘΞ ἄλλοθι δὲ
δουλεία im Gegensatz zu der früher οὐδαμοῦ wird nun dieses Zusam-
eschilderten δουλεέα ἑκούσιος der mentreten der beiden »duor in der
ρασταί. — ἐϑελοδουλεία seltenes Weise durchgeführt, dafs der ἐρα-
Wort. Pollux ΠῚ 80 führt es neben στής sowohl als der ἐρώμενος zu-
πολυδουλεία ἀειδουλεία an. sammenkommen, jeder gleichsam
8. ξυμβαλεῖν εἰς ταὐτόν, τόν τὸ bewaffnet mit dem ihn betreffenden
— καὶ τόν, ebenso D: ὅταν γὰρ νόμος, der für ihn nun zum leiten-
eis τὸ αὐτὸ ἔλθωσιν ἐραστής τὸ denGrundsatz sich gestaltet, von
καὶ παιδικά, der Ausdruck der dem er nicht abweichen darf. Das
Zusammengehörigkeit der in Rede sich dabei ergebende harmonische
stehenden Begriffe ist hier doppelt Resultat wird auch äufserlich durch
gegeben: durch die Verba der Ver- die berechnete Eurhythmie der Pe-
einigung ξυμβαλεῖν, ἐλϑεῖν εἰς Trioden dargestellt, welche sich s0
ταὐτόν und durch ze—xaf. Nach veranschaulichen läfst:
I 1. ὅταν γὰρ eis τὸ αὐτὸ ἔλθωσιν ἐραστής re καὶ παιδικά,
᾿ 2. νόμον ἔχων ἑκάτερος,
8. ὁ μὲν χαρισαμένοις παιδικοῖς ὑπηρετῶν ὅτιοῦν δικαίως ἂν
! ὑπηρετεῖν,
4. ὁ δὲ τῷ ποιοῦντι αὐτὸν σδφόν τε καὶ ἀγαϑὸν ὑπουργῶν δι-
καίως αὖ ὁτιοῦν ἂν ὑπουργεῖν,
ὅ. ὁ μὲν δυνάμενος εἰς φρόνησιν καὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν ξυμ-
. βάλλεσθαι,
6. ὁ δὲ δεόμενος εἰς παέδευσιν καὶ τὴν ἄλληι σοφέαν κτᾶσϑαι͵,
ZTMIIOEION. 184. 67
ze καὶ παιδικά, νόμον ἔχων ἑκάτερος, ὁ μὲν χαρισαμένοις 4
παιδικοῖς ὑπηρετῶν ὁτιοῦν δικαίως ἂν ὑπηρετεῖν, ὁ δὲ τῷ
ποιοῦντι αὐτὸν σοφόν TE καὶ ἀγαϑὸν ζὑπουργῶνν δικαίως
αὖ ὁτιοῦν ἂν ὑπουργεῖν, καὶ 6 μὲν δυνάμενος εἰς φρόνησιν
καὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν ξυμβάλλεσθαι, ὁ δὲ δεόμενος εἰς Ἐ
παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν κτᾶσϑαι, τότε δὴ τούτων
ξυνιόντων εἰς ταὐτὸν τῶν νόμων, μοναχοῦ ἐνταῦϑα, ξυμ-
πίπτει τὸ καλὸν εἶναι παιδικὰ ἐραστῇ χαρίσασϑαι, ἄλλοϑι
δὲ οὐδαμοῦ. ἐπὶ τούτῳ καὶ ἐξαπατηϑῆναι οὐδὲν αἰσχρόν"
( 7. τότε δὴ τούτων ξυνιόντων εἰς ταὐτὸν τῶν νόμων,
μοναχοῦ ἐνταῦϑα,
UL
9. ξυμπέπτει τὸ καλὸν εἶναι παιδικὰ ἐραστῇ χαρέσασϑαι,
10. ἄλλοϑι δὲ οὐδαμοῦ.
wobei innerbalb II. und III. je zwei
Kola den zwei andern antistro-
phisch entsprechen sowohl in der
änge als auch in einzelnen Be-
griffen, vgl. 8 mit 10, als auch
schliefslich mit gleichlautenden An-
füngen und Schlüssen: ὁ μέν 8
und 5, ὁ δέ 4 und 6; 4 homoiote-
leuta ὑπηρετεῖν und ὑπουργεῖν (8
und 4), ξυμβάλλεσϑαι und κτᾶσϑαι
(6 und 6). Die beiden δέκωλοι von
II kehren augenscheinlich zu der
Form der mit I bezeichneten δέκω-
log zurück: ein langes und ein
kurzes Glied.
4. νόμον ἔχων ἑκάτερος ὃ μὲν ---
ὑπηρετῶν ἂν ὑπηρετεῖν, ὁ δὲ --- ἂν
ὑπουργεῖν u.8.f. νόμον ἔχων „von
dem Grundsatz geleitet‘‘ dafs, mit
dem Nom. c. Inf. construiert wie
einfaches νομέζων. An den beiden
ψόμοι, wie 816 hier formuliert wer-
den, ist charakteristisch, dafs der
erste νόμος dem ἐραστής nur auf-
erlegt, sich vom Eros leiten zu
lassen, ohne Rücksicht auf die gei-
stige Tüchtigkeit des Geliebten,
dagegen der zweite von dem ἐρώ-
μενος das Streben nach Erwerbung
geistiger Vollkommenheit verlangt.
{ὑπουργῶν Krit. Anh. — ὑπουργεῖν
und ὑπηρετεῖν in der erotischen
Sprache Xen. Hiero I 37, 38.
Ei. ὁ δὲ δεόμενος εἰς παίδευ-
σιν — κκάσϑαι. „Der andere in
Beziehung auf Bildung und Weis-
heit zu gewinnen begehrt“ (sibi
scquirere; Stallbaum). — κτάσϑαι
absolut, wie vorher ξυμβάλλεσθαι.
δεόμενος εἰς παέδευσιν u. 8. w. steht
in Kesponsion zu dem vorhergehen-
den δυνάμενος εἰς φρόνησιν u.8.w.
419 Ὁ εἰς φρόνησιν καὶ εἰς καρ-
τερίαν Xen. An. II 6, 81 εἰς φιλίαν
αὐτοὺς ἐμέμφετο.
2. τότε δὴ τούτων ξυνιόντων εἰς
ταὐτὸν τῶν νόμων Wiederholung
des Vordersatzes ὅταν — ἑκάτερος
in etwas anderer Wendung: wenn
die Träger der νόμοι zusammen-
kommen, so kommen auch die νό-
Kor zusammen. — τότε δή zu1l74A:
ταῦτα δή.
8. μοναχοῦ ἐνταῦϑα --- ἄλλοθι δὲ
οὐδαμοῦ. Antithetischer Paralle-
lismus. -
4. ξυμπίπτει τὸ καλὸν εἶναι παι-
δικὰ ἐραστῇ γαρέσασθαι, vgl. Ὁ:
ξυμβῆναι καλὸν γενέσθαι τὸ ἐραστῇ
παιδικὰ χαρέσασϑαι. Die Ausdrücke
sind synonym; das Eine Mal ist
der erste Infinitiv (καλὸν εἶναι), das
andere Mal der zweite (χαρέσασθαι)
mit dem Artikel versehen.
5. ἐπὶ τούτῳ, nämlich wenn es
der Geliebte darauf absieht, in Tu-
gend und Einsicht durch den Lieb-
haber zu gewinnen, ἐπὶ δὲ τοῖς
ἄλλοις πᾶσι, wie z. B. wenn er
durch ihn Ämter oder politischen
Einflufs oder Geld gewinnen will
184 A Schlufs. — Subject zu αἰσχύ-
νὴ» φέρϑι ist χαρέξεσθαι. — καὶ
μὴ 86. ἐξαπατωμένῳ.
5*
68 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
6 ἐπὶ δὲ τοῖς ἄλλοις πᾶσι καὶ ἐξαπατωμένῳ αἰσχύνην φέρει
185 καὶ μή. εἰ γάρ τις ἐραστῇ ὡς πλουσίῳ πλούτου ἕνεκα χα-
φρισάμενος ἐξαπατηϑείη [καὶ μὴ λάβοι χρήματα], ἀναφανέντος
In der nähern Ausführung dieses
: Satzes von 185 A: εἰ γάρ ug — B:
κάλλιστον wird in chiastischer Ord-
nung der zweite Fall ἐπὶ δὲ τοῖς
ἄλλοις πᾶσι nal ἐξαπατωμένῳ αἰσχύ-
γὴν φέρει zuerst behandelt mit An-
wendung des nächstliegenden Bei-
spiela, des Motives der Gewinn-
sucht. Je enger die Grenze des
erlaubten Eros gezogen wird, desto
mehr liegt dem Redner daran, die
ganz exceptionelle Bevorzugung des-
selben durch die Öffentliche Mei-
nung gegenüber allen andern Be-
strebungen hervorzuheben. In dem
Satze, dals selbst eine erfahrene
Täuschung, wenn man sich vom
löblichen Eros leiten liefs, durchaus
keine Schande bringe, liegt eine
Aufmunterung an die Jünglinge,
diesem Eros zu willfahren, da sie
im Grunde an ihrer Ehre in kei-
nem Falle einbüfsen werden — eine
Aufmunterung, welche zeigt, dafs
es mit der 184A den Jünglingen
empfohlenen Vorsicht nicht gar zu
ernst gemeint ist. Ferner ist zu
bemerken, dafs von einer Täuschung
des Liebhabers durch einen gemei-
nen Geliebten und einer allfällig
hieraus erwachsenden Schande vol-
lends gar nicht gesprochen wird.
Mit dieser verlockenden Ausfüh-
rung schliefst der abhandelnde Teil
unserer Rede, am Schlusse dersel-
ben wird noch einmal das Resultat
der ganzen Beweisführung wieder-
holt in den Worten: οὕτω πάντως
γε καλὸν ἀρετῆς ἕνεκα χαρίζεσϑαι,
worauf der Epilog folgt mit οὗτός
&orıv u.8. w. Die Ausführung selbst
geschieht, worauf bis jetzt nicht
geachtet wurde, in Form von Stro-
phe und Antistrophe, mit vollkom-
mener Responsion in der Länge
der Kola und Eurhythmie der Pe-
rioden. Ebenso entsprechen sich
enau die Constructionen, der Sinn
er einzelnen Ausdrücke, oft der
Laut derselben, häufig auch Ar-
fang oder Ende der Kola. Diese
Tonmalerei hat die Rhetorik aus
der Lyrik herübergenommen, in
welcher bekanntlich respondierende
Stellen oft durch gleiche oder ähn-
liche Wörter etc. markiert werden.
Insbesondere hat sich Gorgias der-
selben bedient. Der rhythmische
Bau der Perioden wird dagegen
von Thrasymachos und Isokrates
abgeleitet. Offenbar hat hier Pl»
ton diese Abirrungen der Rhetorik
absichtlich recht plastisch schil-
dern wollen: uns ist wenigstens
kein Beispiel aus Rhetoren oder
Rednern bekannt, in welchem die
Übereinstimmung mit Iyrischem
Strophenbau so handgreiflich wäre.
185 A. In der folgenden Darstel-
lung haben wir die im Texte von
uns eingeklammerten Worte καὶ
un λάβοι χρήματα, διὰ τὴν φιλίαν
ἐραστοῦ, καὶ οὐ κεκτημένου τὴν
ἀρετήν weggelassen. Über sie vgl.
krit. Anh.
(στροφή)
ἀναφανέντος τοῦ ἐραστοῦ πένητος,
[ γάρ τις ἐραστῇ ὡς πλουσέῳ πλούτου ἕνεκα χαρισάμενος ἐξαπατηϑείη,
οὐδὲν ἧττον αἰσχρόν.
δοκεῖ γὰρ ὃ τοιοῦτος τό
11. | ὅτι ἕνεκα χρημάτων ὁτιοῦν ἂν
τοῦτο δὲ οὐ καλ
3 4 FE. \ rn
κατὰ τὸν αὕτον δὴ λόγον καν
ε αὑτοῦ ἐπιδεῖξαι,
L 7 « «
τῳοῦν ὑπηρετοῖ,
όν.
(ἀντιστροφή)
narndeln,
ἀναφανέντος ἐκείνου κακοῦ,
€ 9
[ τις ὡς ἀγαϑῷ γαρισάμενος καὶ αὐτὸς ὡς ἀμεένων ἐσόμενος ἔξα-
1
"uog καλὴ ἡ ἀπάτη.
ZTMIIOZION. 185. 69
τοῦ ἐραστοῦ πένητος, οὐδὲν ἧττον αἰσχρόν δοκεῖ γὰρ ὁ 8
τοιοῦτος τό ya αὑτοῖ ἐπιδεῖξαι, ὅτι ἕνεκα χρημάτων ὁτιοῦν
ἂν ὁτῳοῦν ὑπηρετοῖ, τοῦτο δὲ οὐ καλόν. κατὰ τὸν αὐτὸν
δὴ λόγον κἂν εἴ τις ὡς ἀγαθῷ χαρισάμενος καὶ αὐτὸς ὡς
ἀμείνων ἐσόμενος [διὰ τὴν φιλίαν ἐραστοῦ) ἐξαπατηϑ είη,
ἀναφανέντος ἐκείνου κακοῦ [καὶ οὐ κεκτημένου ἀρετήν], Β
ὕμως καλὴ ἡ ἀπάτη᾽ δοκεῖ γὰρ αὖ καὶ οὗτος τὸ καϑ᾽ αὑτὸν
δεδηλωκέναι, ὅτι ἀρετῆς γ᾽ ἕνεκα καὶ τοῦ βελτίων γενέσϑαι
χᾶν ἂν παντὶ προϑυμηϑείη, τοῦτο δὲ αὖ πάντων κάλλιστον.
οὕτω πάντως γε καλὸν ἀρετῆς ἕνεκα χαρίξεσϑαι.
Οὗτός ἐστιν ὁ τῆς οὐρανίας ϑεοῦ ἔρως καὶ οὐράνιος
καὶ πολλοῦ ἄξιος καὶ πόλει καὶ ἰδιώταις, πολλὴν ἐπιμέλειαν
ἀναγκάξων ποιεῖσθαι πρὸς ἀρετὴν τόν τε ἐρῶντα αὐτὸν C
αὑτοῦ καὶ τὸν ἐρώμενον. ol δ᾽ ἕτεροι πάντες τῆς ἑτέρας,
τῆς πανδήμου.
ταῦτά σοι, ἔφη, ὡς ἐκ τοῦ παραχρῆμα,
ὦ Φαῖδρε, περὶ Ἔρωτος συμβάλλομαι.
δοκεῖ γὰρ αὖ καὶ οὗτος τὸ nad” αὑτὸν δεδηλωκέναι,
IL ὅτι ἀρετῆς γ᾽ ἕνεκα καὶ τοῦ βελτίων γενέσθαι πᾶν ἂν παντὶ προ-
ϑυμηϑείῃη,
m Ψ
τοῦτο δὲ αὖ πάντων καλλιστον.
Jede Strophe hat zwei περέοδοι
τρίκωλοι, ın je der ersten Periode
ist die Länge der κῶλα absteigend, ᾿
in je. der zweiten das mittlere
Kolon das längste. Zwischen den
beiden Strophen steht der Über-
gang κατὰ τόν u. 8. w. aulser dem
Rhythmus. Ebenso der Schlufs
οὕτω πάντως γε etc.
8. οὐδὲν ἧττον αἰσχρόν ebenso
schimpflich, wie wenn er nicht ge-
täuscht würde, vgl. oben καὶ ἐξαπα-
τωμένῳ αἰσχύνην φέρει καὶ μή.
4. τό γε αὑτοῦ wie B: τὸ καϑ᾽
αὑτόν: „quantum in ἴρδο est.“
(Stallbaum).
„6 κἂν εἴ τις ἐξαπατηϑείη ---
ὅμως καλὴ ἡ ἀπάτη. κἄν „auch
sogar“ wird vor εἶ auch dann ge-
braucht, wenn der Hauptsatz (hier
sc. ἑστῶ sich damit formell nicht
ve Sophist. 267 D: ὅμως δέ,
κἂν εἰ τολμηρότερον (sc. dozl) εἰρῆ-
σθαι, διαγνώσεως ἕνεκα τὴν μὲν
μετὰ δόξης μέμησιν δοξομιμητικὴν
προσείπωμεν.
B2. καλὴ ἡ ἀπάτη sc. τῷ ἐξαπα-
τωμένῳ. καλή sie gereicht ihm zur
Ehre, stärker als οὐκ αἰσχρά. Zum
Gedanken vgl. Xen. Anab. VII 6,
21 εἴποι δΥ τις ἄν, οὐκοῦν αἰσχύν
οὕτω μωρῶς ἐξαπατώμενος ; ναὶ μὰ
Δία ἡἠσχυνόμην μέντοι͵ εἰ ὑπὸ πο-
λεμίου γε ὄντος ἐξηπατήϑην᾽ φίλῳ
ὃὲ ὄντι ἐξαπατᾶν αἴσχιόν μοι δοκεῖ
εἶναι ἢ ἐξαπατᾶσθαι.
6. Οὗτός ἐστιν --- συμβάλλ. kur-
zer Epilog.
C 1. τόν re ἐρῶντα αὐτὸν αὑτοῦ.
αὑτοῦ hängt noch von ἐπιμέλειαν
im vorhergehenden ab. Der Grieche
stellt gerne gleiche Wörter im Satze
zusammen, Insbesondere αὐτός und
das Reflexivum, und scheut zu die-
sem Zwecke auch Verschränkungen
nicht. Alc. II 144 C: οὐδ᾽ ἐκεῖ.
vos τὴν ὁτουοῦν μητέρα διενοεῖτο
ἀποκτεῖναι ἀλλὰ τὴν αὐτὸς αὑτοῦ.
3. ὡς ἐκ τοῦ παραχρῆμα. ὡς be-
schränkend: „so gut als es aus dem
Stegreif möglich ist“.
4. συμβάλλομαι in Beziehung auf
den ἔρανος 185 C.
10
IAAT2NOZ
Παυσανίου δὲ παυσαμένου ---- διδάσκουσι γάρ με ἴσα λέγειν
οὑτωσὶ ol σοφοί --- ἔφη ὁ ᾿Δριστόδημος δεῖν μὲν ᾿Δριστοφάνη
λέγειν, τυχεῖν δὲ αὐτῷ τινα ἢ ὑπὸ πλησμονῆς ἢ ὑπό τινος ἄλλον
ὅ. Παυσανίου δὲ παυσαμένου.
„Als Pausanias pausiert hatte“.
Apollodoros fährt fort zu erzählen,
dabei erinnert er wieder daran,
dafs seine Erzählung dem Aristo-
demos nacherzählt sei (ἔφη ὁ Aoı-
στόδημος), was man leicht seit 178 A
hätte vergessen können. Apollo-
doros bedient sich beim Beginn
seines Berichts eines Wortspiels
mit der Entschuldigung διδάσκουσι
γάρ μὲ ἴσα λέγειν οὐτωσὶ ol σο-
pol. — ἴσα als rhetorischer termi-
nus technicus findet sich bei Pla-
ton nur hier. Zu vergleichen ist
der Ausdruck τὰ ἴσα σχήματα in
Hermog. περὶ μεθόδου δεινότ. 13
(= Spengelrhetor. GraeciIlp. 486),
ebendaselbst (Sp. p. 437, 21): τὰ
παρὰ Ἰσοκράτει ἴσα. ἴσα ist offen-
bar ganz allgemeine Bezeichnung
für alles was in das Gebiet des
Gleichklanges und der Symmetrie
gehört. Ein sehr einfaches Bei-
spiel hiervon ist die vorliegende
scherzhafte Paronomasie Παυσανίου
παυσαμένου (übrigens dadurch fort-
esetzt, dafs der Begriff παύειν im
olgenden noch mehrfach variiert
wird); Hermog. a. a. O0. führt sie
unter den ἴσα σχήματα, der-
selbe περὸ ἰδεῶν I 12 (Sp. UI
p. 3356) unter dem speciellern
Titel παρισώσεις an, und zwar
als eine solche κατ᾽ ἀρχάς; aufser-
dem ist sie aber auch noch Ho-
moioteleuton. Die Verspottung der
Kunst, die Rede durch Gleichklänge
und Symmetrie zu schmücken (Dio-
nys. Hal. Ep. II ad Amm. c. 17
spricht von μειρακιώδεις σχημα-
τισμοῦ ist hier natürlich nicht vom
Zaune gerissen, sondern bezieht
sich auf die eben beendigte Rede
des Pausanias. Wir fanden in der-
selben in der That die Anwendung
der figura etymologica 182 E, der
Allitteration (siehe zu dieser Stelle),
ferner der bis zur Strophenform
ausgebildeten Isokolie, die zudem
durch Gleichklänge aller Art ver-
stärkt wird 181 A, bes. 184DE,
185 AB. — οὗ σοφοί die Rede
künstler, Sophisten, wie denn auch
Hermogenes περὶ μεϑόδ. δεινύτη-
τος Sp. p. 437 von σοφιστικὰ ἴσα
σχήματα spricht. Derselbe führt
περὶ ἰδεῶν I 12 Sp. p. 333 in fe-
ner Weise aus, wie Demosthenes
insbesondere den Gleichklang der
letzten Silben auch bei Anwen-
dung von Isokolie kunstreich ver-
meide, Isokrates dagegen ihn an
den Haaren herbeiziehe ὁ δὲ Ie-
κράτης οὐκ ἂν ἔφυγεν, ἀλλὰ μὴ
οὖσαν φύσει παρίσωσιν ἐβιάσατο ἂν
γενέσθαι.
7. τυχεῖν δὲ αὐτῷ τινα ἢ ὑπὸ
πλησμονῆς ἢ ὑπό τινος ἄλλου Avyya
πιπεπτωκυῖαν. Dieser Schlucken
des Aristophanes gehört zu den
dramatischen und humoristischen
Zügen, mit welchen Platon seine
Erzählung belebt, insbesondere aber
die einzelnen Personen individuell
zu zeichnen versteht. Wenn gerade
den Aristophanes die Avy& beßällt
und dabei die Möglichkeit ange
führt wird, es sei das ὑπὸ πλησμο-
νῆς über ihn gekommen, so stimmt
das vortrefflich mit dem Bekennt-
nis des Mannes 176 B, dafs er am
vorhergehenden Abend des Guten
zu viel gethan, obwohl er sone
zu den δυνατώτατοι πένειν gehört;
dafs er ungeniert davon spricht,
palst sehr gut für den „ungezoge-
nen Liebling der Grazien“. Daher
Aristeides II p. 371 Dind. nicht mit
Unrecht sagt, dieser Zug sei von
Platon erzählt ἕνα εἰς ἀπληστίαν
σκωφθῇ; nur hätte man nicht von
„Tadel“ gegen Aristophanes
chen sollen. Aber ebenso sehr dıent
die Erzählung zur Charakterisie-
rung des ebenso gelehrten als br&
ven und pedantischen Mediciners
Eryximachos: denn die Auy& giebt
ihm erwünschte Gelegenheit sen
Licht über den Casus leuchten zu
lassen, und dem Aristophanes nicht
weniger als drei Heilmittel gegen
die AvyE vorzutragen, was denn
den letztern nach Beendigung der
ZTMIIOEION. 185. 11
λύγγα ἐπιπεπτωκυῖαν καὶ οὐχ οἷόν re εἶναι λέγειν, ἀλλ᾽ εἰπεῖν 8
αὐτόν --- ἐν τῇ κάτω γὰρ αὐτοῦ τὸν ἰατρὸν Ἐρυξίμαχον D
κατακεῖσϑαι — 2 Ἐρυξίμαχε, δίκαιος εἶ ἢ παῦσαί με τῆς
λυγγὸς ἢ λέγειν ὑπὲρ ἐμοῦ, ἕως ἂν ἐγὼ παύσωμαι.
καὶ
τὸν Ἐρυξίμαχον εἰπεῖν ᾿4λλὰ ποιήσω ἀμφότερα ταῦτα. ἐγὼ
μὲν γὰρ ἐρῶ ἐν τῷ σῷ μέρει, σὺ δ᾽ ἐπειδὰν παύσῃ, ἐν
τῷ ἐμῷ" ἐν ᾧ δ᾽ ἂν ἐγὼ λέγω, ἐὰν μέν σοι ἐθέλῃ ἀπνευστὶ
ἔχοντι πολὺν χρόνον παύεσθαι ἡ λύγξ᾽ εἰ δὲ un, ὕδατι
ἀνακογχυλίασον.
εἰ δὲ ἄρα πάνυ ἰσχυρά ἐστιν, ἀναλαβών E
- er ’6 44 Ἁ ῖ ‘ . ὶ ἐὺ -
τι τοιοῦτον οἵῳ κνήσαις ἂν τὴν ῥῖνα, πτάρε᾽ καὶ ἐὰν τοῦτο
Rede des Eryximachos zu weitern
gelungenen Spälsen 189 A veran-
lafst. Den Eryximachos haben wir
schon 176 D als Pedanten kennen
gelernt, wo er kaum von einer
längern Rede über die Gefährlich-
keit des Rausches zurückzuhalten
war. So im wesentlichen schon
C. F. Herm. Gesch. u. Syst. ἃ. Pl. Ph.
p. 680 Note 580, in weiterer Aus-
führung Teuffel Rh. Mus. XXVII
p. 348. Abzuweisen ist die sym-
bolische Beziehung, die man in
der40y& auf die erst folgende Rede
des Aristophanes wegen ihrer „in-
delikaten Ingredientien“, die ihm
im Magen umgingen, hat finden
wollen (Schwegler nach einer An-
deutung von Sydenham). ὑπό τι-
vos ἄλλου kann auch irgend eine
andere physische Ursache bezeich-
nen. Wir haben eine allegorische
Erklärung überhaupt nicht nötig.
D 1. ἐν τῇ κάτω γὰρ αὐτοῦ: zu
118 Ο ἔσχατον κατακείμενον.
2. παῦσαι Inf. Aor. von einma-
liger, λέγειν Inf. Praes. von länger
andauernder Handlung, ebenso vor-
her C 6 u. 8 Adysıv, dagegen ἀλλ᾽
εἰπεῖν αὐτόν von einem einzelnen
Ausspruch.
6. ἐὰν μέν σοι ἐθέλῃ — παύεσϑαι
ἡ λύγξ ac. εὖ ἔχει oder ἕξει nach
bekannter Ellipse. Protag. 825 D:
καὶ ἐὰν μὲν ἑκὼν πείϑηται sc.
καλῶς ἔχει. εἰ δὲ μή α. 5. f., ibid.
8311D: Hom. Il. I 1868. Dafls in
der That ein solcher Nachsatz zu
ergänzen, beweisen Stellen, in denen
er wirklich steht, wie Theophr.
Char. 9: καὶ ἐὰν μὸν λάβῃ, εὖ
ἔχει, εἰ δὲ un... Platon Hipp. mai.
295 B: καὶ ir μὲν εὕρωμεν, καλ-
λιστα ἕξει" εἰ δὲ μή, στέρξω, οἶμαι,
ἐγὼ τῇ ἐμῇ τύχῃ; σὺ δὲ ἀπελθὼν
ῥαδίως εὑρήσεις. --- πολὺν χρόνον
zu ἀπνευστὶ ἔχοντι: „eine gewisse
Zeit lang“ „längere Zeit“ (Lehrs),
Phileb. 65C: πολὺν ἐπισχὼν γρό-
γον ἀπόκριναι σαυτῷ von bedäch-
tiger Überlegung mitten im Ge-
spräch. Xen. Anab. 13,2: καὶ zoo-
τον μὲν ἐδάκρυε πολὺν γρόνον
ἑστώς. Symp. 1180: οὕτω πολλαχό-
ϑὲεν;: vgl. die Bemerkung daselbst.
E 2. πτάρε: Hippokr. Aphor. VI
13: ὑπὸ λυγμοῦ ἐχομένῳ πταρμοὶ
ἐπιγενόμενοι λύουσι τὸν λυγμόν
(Wolf).
Dritte Bede: Eryximachos.
185 E— 188E. (Cap. XII. u. XIL)
Einleitung und Prothesies:
Der Eros ist allerdings doppelter
Natur; dieser doppelte Eros er-
streckt sich aber nicht blofs über
die Seelen der Menschen, sondern
über die ganze belebte und unbe-
lebte Natur: 185 E —186B κατὼ
Hein πράγματα. Dies beweist sich
I. aus der Arzneikunst, die sich
auf die Natur des Leibes bezieht.
186 B— 186 E Schlulfs,
II. aus der Musik, sowohl der
Lehre von der Harmonie und den
Rhythmen als aus der angewandten
Musik, der Melopoiie 187 A — 187 Εἰ
(Schlufs Cap. XII),
III. aus der Astronomie, der Lehre
von dem Laufe der Sonne 188 A —
188 B.
12 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ ΄
8 ποιήσῃς ἅπαξ ἢ δίς, καὶ εἰ πάνυ ἰσχυρά ἐστι, παύσεται.
Οὐκ ἂν φϑάνοις λέγων, φάναι τὸν ᾿Δριστοφάνη" ἐγὼ δὲ
ταῦτα ποιήσω.
ΧΙ]. Εἰπεῖν δὴ τὸν Ἐρυξίμαχον, 4οκεῖ τοίνυν μοι
ἀναγκαῖον εἶναι, ἐπειδὴ, Παυσανίας ὁρμήσας ἐπὶ τὸν λόγον
186 καλῶς οὐχ ἱκανῶς ἀπετέλεσε, δεῖν ἐμὲ πειρᾶσθαι τέλος
ἐπιϑεῖναι τῷ λόγῳ. τὸ μὲν γὰρ διπλοῦν εἶναι τὸν Ἔρωτα
δοκεῖ μοι καλῶς διελέσθαι" ὅτι δὲ οὐ μόνον ἐστὶν ἐπὶ
ταῖς ψυχαῖς τῶν ἀνθρώπων πρὸς τοὺς καλοὺς
ἀλλὰ καὶ πρὸς ἄλλα πολλὰ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις,
τοῖς τε σώμασι τῶν πάντων ξῴων καὶ τοῖς ἐν τῇ
γῇ φυομένοις καὶ ὡς ἔπος εἰπεῖν ἐν πᾶσι τοῖς
οὖσι, καϑεωραχέναι μοι δοκῶ ἐκ τῆς ἰατρικῆς, τῆς ἡμετέρας
Β τέχνης, ὡς μέγας καὶ ϑαυμαστὸς καὶ ἐπὶ πᾶν ὁ ϑεὸς τείνει
IV. aus dem Gebiete der Religion
1880 —D καὶ εὐσέβειαν.
Epilog: οὕτω πολλὴν — πέπαυ-
σαι 188 Εἰ.
(185 E) ὁ. δοκεῖ τοίνυν μοι ἀναγ-
καῖον εἶναι --- δεὴν ἐμέ πειρᾶσθαι
etwas breite Ausdrucksweise, beim
Gesprächston nicht auffallend: „es
scheint mir unerläfßslich (folgerich-
tig)-zu sein, dafs ich es versuchen
muß“ vgl. 180 E: ἀναγκαῖον δὴ
ὀρθῶς καλεῖσϑαι, wo ὀρϑῶς auch
entbehrt werden könnte. Ebenso
ist der Begriff der Teilung 186 A 3
doppelt ausgedrückt in τὸ μὲν γὰρ
διπλοῦν εἶναι τὸν Ἔρωτα δοκεῖ
μοι καλῶς διελέσϑαι. διελέσθαι
bezeichnet die Einteilung, in der
Einteilung liegt zugleich ein Ur-
teil. Aristot. Pol. III 1284b 41 dei
δὲ πρῶτον dısldodaı πότερον Ev τι
γένος ἐστὶν αὐτῆς ἢ πλείους ἔχει
διαφοράς. --- Krit. Anh.
186 A 8. ὅτε δὲ οὐ μόνον ἐστίν
u.8.w. Der Grundgedanke der Rede
des Eryximachos, dals der Eros nicht
blofs die menschliche Seele, son-
dern die ganze Natur umfasse, ist
wieder entnommen aus der Einlei-
tung der Rede des Sokrates Xen.
Symp. VIII 1: καὶ μεγέθει μὲν
πάντα ἐπέχοντος, ψυχῇ δὲ ἀνϑρώ-
που lögvusvov (Blomfield für ἐσου-
μένου). Übrigens hatten schon die
Citate des Phädros 178B aus den
ältesten Philosophen und Theo-
logen eine ähnliche Anschauung
von der naturphilosophischen Be-
deutung des Eros enthalten. xl
ταῖς ψυχαῖς, ἐπί ist anschaulich,
bezeichnet das Verweilen an einem
Orte, das Walten daselbst; 186 B:
ὁ ἐπὶ τῷ ὑγιεινῷ ἔρως: vgl. 196 A:
ἀνανϑεὶ γὰρ ψυχῇ οὐκ ἐνίζει, 2048:
Ἔρως δ᾽ ἐστὶν ἔρως περὶ τὸ καϊὸν.
— Im folgenden stehen dem ἐκπὶ
ταῖς ψυχαῖς und πρὸς τοὺς καλούς
in zierlichem Chiasmus gegenüber
πρὸς ἄλλα πολλὰ καὶ ἐν τοὶς ἄλ-
λοις --- ἐν τοῖς ἄλλοις näher be-
schrieben durch das Tierreich, Pflan-
zenreich und die übrige Natur.
6. ξῴων mit ε προσγεγραμμένον
mit Bodlei. Es giebt überhaupt im
Attischen gar keine Wörter auf
2OzZ, sondern nur auf 2IOZ
Cobet Mnemosyne noua ser. Vol.
III p. 326.
8. καθεωρακέναι μοι δοκῶ ἐκ
τῆς ἰατρικῆς, τῆς ἡμετέρας τέχνης, '
unser, der Asklepiaden. 196 A: iva
αὖ καὶ ἐγὼ τὴν ἡμετέραν τέχνην
τιμήσω. Dem Eryximachos ist die
ἰατρική Urquell aller Weisheit,
der tiefsten wie der alltäglichsten ;
ebenso emphatisch 176 D: τοῦτο
ye οἶμαι κατάδηλον γεγονέναι ἐκ
τῆς ἰατρικῆς — nämlich ὅτε χαλε-
πὸν ἡ μέϑη.
9. ὡς μέγας u. 8. f. Wiederauf-
ZTMOOZION. 186. 13
καὶ κατ᾿ ἀνθρώπινα καὶ κατὰ ϑεῖα πράγματα. ἄρξομαι δὲ 2
ἀπὸ τῆς ἰατρικῆς λέγων, ἵνα καὶ πρεσβεύωμεν τὴν τέχνην.
ἡ γὰρ φύσις τῶν σωμάτων τὸν διπλοῦν Ἔρωτα τοῦτον ἔχει"
τὸ γὰρ ὑγιὲς τοῦ σώματος καὶ τὸ νοσοῦν ὁμολογουμένως
ἕτερόν τὸ καὶ ἀνόμοιόν ἐστι, τὸ δὲ ἀνόμοιον ἀνομοίων ἐπι-
ϑυμεῖ καὶ ἐρᾷ. ἄλλος μὲν οὖν ὁ ἐπὶ τῷ ὑγιεινῷ ἔρως, ἄλλος
δὲ ὁ ἐπὶ τῷ νοσώδει. ἔστι δή, ὥσπερ ἄρτι Παυσανίας ἔλεγε
τοῖς μὲν ἀγαϑοῖς καλὸν χαρίξεσϑαι τῶν ἀνθρώπων, τοῖς δ᾽
nahme von ὅτι δὲ οὐ μόνον ἐστίν
u. 8. w.in mehr zusammenfassender
nnd panegyrischer Fassung: „dals
er nämlich“. Bei solcher Wieder-
holung ist das Asyndeton nicht
auffallend (Kühner Il p.865e). Hom-
mel vergleicht 211E: εἴ τῳ γένοιτο
αὐτὸ τὸ καλὸν ἰδεῖν wieder auf-
genommen durch ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ
ϑεῖον καλὸν δύναιτο μονοειδὲς
κατιδεῖν.
Β 1. ἐπὶ πᾶν τείνει: 222 A: 1ό-
γους --- ἐπὶ πλεῖστον τείνοντας.
3. va καὶ πρεσβεύωμεν τὴν τέχ-
mw. πρεσβεύω „ehren“, so 1880,
Crito 46C; sonst auch „alt sein“
Leg. XII 951 E. Wolf vergleicht zu .
unserer Stelle 218 Ὁ: ἐμοὶ --- οὐδέν
ἐστι πρεσβύτερον nihil mihi anti-
quius est.
6. τὸ δὲ ἀνόμοιον ἀνομοίων ἐπι-
ϑυμεῖ καὶ ἐρᾷ. Letzteres Verbum
wird deswegen beigefügt, weil der
Redner vom ἔρως = τὸ ἐρᾶν spre-
chen will; ἐπιθυμεῖν und ἐρᾶν
werden identifiziert, wie dies spä-
ter auch Sokrates thut 200 A ff. —
Der Gedanke ist: wenn a und b
wnähnlich sind, so liebt a Dinge,
die unähnlich sind den von b ge-
lebten; nicht aber etwa der, dals
Unähnliches sich gegenseitig an-
ziehe, was an sich vielleicht eben-
so ausgedrückt werden könnte.
Dieser letztere Satz wird z. B. Lysis
215 C ff. ale von andern aufgestellt
bezeichnet: λέγων ὡς ἄρα παντὸς
δέοι τὸ ὅμοιον τῷ ὁμοίῳ φίλον
εἶναι, ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ ἐναντίον εἴη
τούτου: τὸ γὰρ ἐναντιώτατον τῷ
ἐναντιωτάτῳ εἶναι μάλιστα φίλον"
πιϑυμεῖν γὰρ τοῦ τοιούτου ἕκα-
στον͵ ἀλλ᾽ οὐ τοῦ ὁμοίου" τὸ μὲν
Ἴὰρ ξηρὸν ὑγροῦ u. 8. w. In der
Stelle des Lysis wird also von der
gegenseitigen Anziehungskraft der
ἀνόμοια gesprochen: hier dagegen
werden die Neigungen zweier oder
mehrerer unter sich unähnlicher
Wesen zu dritten Gegenständen ver-
glichen und es wird die Divergenz
dieser Neigungen constatiert. Der
Satz im Lysis enthält eine spe-
ciellere Behauptung als der hier
vorliegende und widerspricht die-
sem nicht: denn wenn das Trockene
das Nasse liebt, und das Nasse
zum Trocknen Neigung hat, so
lieben sie also ἀνόμοια.
7. 6 ἐπὶ τῷ ὑγιεινῷ ἔρως, — ὃ
ἐπὶ τῷ νοσώδει zu 186 A: ἐπὶ ταὶς
ψυχαῖς: „die Liebe im Gesunden
und im Krankhaften“ die Nei-
gung des gesunden Elementes und
ie N. des kranken Elementes. Die
erstere ist dem Eryximachos der
gute Eros, die letztere der schlechte.
Oder: das gesunde Element im
Körper ist der gute ἐραστής, wel-
chem zu willfahren (χαρίζεσθαι)
nicht blofs löblich, sondern gebo-
ten ist (καλὸν καὶ dei); das kranke
Element ist der schlechte ἐραστής,
dem man nicht willfahren soll.
Freilich tritt bei dieser Verglei-
chung insofern eine Verlegenheit
ein, als hier nicht τὸ ἐρώμενον
selbst (ἃ. h. der Gegenstand der
Begierde, eine Speise oder derglei-
chen) das χαρέξεσθαι vollziehen
kann, sondern es muls dies eine
über dem ἐραστής und ἐρώμενος
stehende dritte Person thun, der
ἰατρός (τοῦτό ἐστιν ᾧ ὄνομα τὸ
ἰατρικόν), sei es nun der 'Träger
des σῶμα, oder ein anderer.
8. ἔστε δή in der etwas unbehol-
fenen Redeweise des Eryximachos
74
IIAAT2NOZ
2 ἀκολάστοις αἰσχρόν, οὕτω καὶ ἐν αὐτοῖς τοῖς σώμασι τοῖς
μὲν ἀγαϑοῖς ἑκάστου τοῦ
σώματος καὶ ὑγιεινοῖς καλὸν,
χαρέξεσϑαι καὶ δεῖ, καὶ τοῦτό ἔστιν ᾧ ὄνομα τὸ ἐατρικόν͵
τοῖς δὲ κακοῖς καὶ νοσώδεσιν αἰσχρόν τε καὶ δεῖ ἀχαριστεῖν,
εἰ μέλλει τις τεχνικὸς εἶναι.
κεφαλαίῳ εἰπεῖν, ἐπιστήμη
κῶν πρὸς πλησμονὴν καὶ
ein beliebter Anfang Ο ἔστι γάρ,
D ἔστι δέ, 187 A ebenso.
C 8. καλὸν — καὶ dei, nachher
αἰσχρόν τε καὶ dei ἀχαριστεῖν Menex.
486 D: ὅ τὲ νόμος προστάττει καὶ
χρή (Rückert), vgl. 173 Ὁ zu εἰ οὖν
δεῖ, χρὴ ποιεῖν.
6. Mit komischer Feierlichkeit
trägt Eryximachos eine dem vor-
liegenden Thema angepafste Defi-
nition der Arzneikunde vor; dafs
ihm gerade an diesen Definitionen
der von ihm behandelten Disciplinen
sehr viel liegt, und er sie für eine
wissenschaftliche Leistung ansieht,
beweisen 187C, 188 Bund C, wo
solche auch von der Musik, Astro-
nomie und Mantik gegeben werden.
Die Bezeichnung der natürlichen
Neigungen des Körpers πρὸς πλη-
σμονὴν καὶ κένωσιν als Liebes-
triebe enthält eine köstliche Per-
siflage der gelehrten Wichtigthuerei
unsers Sprechers. Sehr unerwartet
ist dabei die Erwähnung der ἐρω-
τικὰ πρὶς κένωσιν, und natürlich
blofs der medicinischen Theo-
rie zu Liebe hinzugefügt. Die
letztere stimmt allerdings (abge-
sehen von der Anwendung auf den
Eros) mit den Auseinandersetzungen
desEryximachos zusammen. Hippo-
krates de flatibus I p. 570K: in-
τρικὴ γάρ ἐστι πρόσϑεσις καὶ ἀφαί-
ρξσις, ἀφαέρεσις μὲν τῶν ὑπερβαλ-
λόντων, πρόσϑεσις δὲ τῶν ἐλλιπόν»-
τορ' ὃ δὲ καλλιστα τοῦτο ποιέων
ἄριστος ἰητρός, de mat. hom. I
p. 362 K: τὴν θεραπείαν ποιέεσθαι,
“τοτὲ μὲν ἀφαιρέοντα ποτὲ δὲ προστι-
ϑέντα. Ähnlich Plato Philebus 824,
85 A (Franz Pöschenrieder die Pla-
tonischen Dialoge in ihrem Ver-
bältnis zu den Hippokratischen
Schriften Progr. v. Metten-Lands-
ἔστι γὰρ ἰατρική, ὡς ἐν
τῶν τοῦ σώματος ἐρωτι-
κένωσιν, καὶ ὁ διαγιγνώσκων
hut 1882). Der Gedanke des Ery-
ximachos wird etwa der sein: es
sind im menschlichen Körper n%+
türliche Neigungen vorhanden s-
wohl πρὸς πλήρωσιν als πρὸς κέ-
νῶσιν. Diese Neigungen sind ent-
weder gesund oder verkehrt (guter
und schlechter Eros). Die Aufgabe
des Arztes ist 1) jede einzelne Ne-
gung zu beurteilen, ob sie gesund
oder verkehrt ist; 2) im zweiten
Falle, bei verkehrter Neigung, die-
selbe in eine gesunde zu verwan-
deln. Wie er das bewerkstelligen
kann, darüber läfst sich Eryxima-
chos nicht weiter ein, das Mittel
wird aber bei der verkehrten Nei-
r gung πρὸς πλησμονήν kein anderes
sein als die κένωσις = ἀφαίέρεσις,
bei der verkehrten Neigung πρὸς
κένωσιν umgekehrt die πλήρωσις
== πρόσϑεσις. Vgl. Sprengel-Rosen-
baum Versuch einer pragmatischea
Geschichte der Arzneikunde Ip. 386
von Hippokrates: „Daher konnte
er sich bisweilen auf die Homer
ringung entgegengesetzter
kungen, als ER Hauptzweck der
Cur, berufen. Wo eine Anfüllung
der Gefälse stattfand, da leerte &
aus; und, wo die Gefälse wide
natürlich ausgeleert waren, da füllte
er an‘.
8. καὶ ὁ διαγιγνώσκων — oo
ἐστιν ὁ ἰατρικώτατος: damit wi
der Mediciner zunächst als der
richtige Theoretiker bezeichnet, der
eine gute „Diagnose‘‘ geben kam,
in dem folgenden καὶ ὁ peraßalisıe
ποιῶν — ἀγαθὸς ἂν εἴη δημιουᾷῷ
als der tüchtige Praktiker. ὃ |
yös vom praktischen Arzte schon ®
Homer, von Aristoteles Polit. 88
11,1282 a: dem ἀρχιτεκτονικός͵ dem
wissenschaftlich gebildeten Meistet
ZYMIIOZION. 186. 15
ἐν τούτοις τὸν καλόν TE καὶ αἰσχρὸν ἔρωτα, οὗτός ἐστιν Ὁ
ὁ. ἐατρικώτατος, καὶ ὁ μεταβάλλειν ποιῶν, ὥστε ἀντὶ τοῦ
Eregov ἔρωτος τὸν ἕτερον κτᾶσθαι, καὶ οἷς μὴ ἔνεστιν ἔρως,
δεῖ δ᾽ ἐγγενέσθαι, ἐπιστάμενος ἐμποιῆσαι καὶ ἐνόντα ἐξελεῖν,
ἀγωϑὸς ἂν ein δημιουργός. δεῖ γὰρ δὴ τὰ ἔχϑιστα ὄντα ἐν
τῷ σώματι φίλα οἷόν τ᾽
εἶναι ποιεῖν καὶ ἐρᾶν ἀλλήλων.
ἔστι δὲ ἔχϑιστα τὰ ἐναντιώτατα, ψυχρὸν ϑερμῷ, [πικρὸν
der ärztlichen Kunst gegenüberge-
stellt. In späterer Zeit wird δη-
woveyög überhaupt vom Arszte ge-
braucht, δημοσιεύειν heilst geradezu
„praktizieren“,
Ὁ 2. ὥστε — κτᾶσθαι Subj. τὰ
σώματα.
4, καὶ ἐνόντα ἐξελεῖν. Lehrs
übersetzt: „und wieder auch das
Vorhandene fortzubringen“ und
scheint also ἐνόντα als Neutr. Plur.
zu fassen. Es ist aber aus καὶ οἷς
un ἔνεστιν ἔρως vielmehr zu ἐνόντα
ein ἔρωτα zu ergänzen; allerdings
ist es der umgekehrte Fall wie der
vorher genannte und wäre in glei-
cher Vollständigkeit so auszu-
drücken: οἷς δὲ ἔνεστιν ἔρως καὶ
μὴ δεῖ ἐγγενέσϑαι, ἐνόντα ἐξελεῖν.
Belbstverständlich ist hier der
schlechte Eros gemeint, oben bei
καὶ οἷς un ἔνεστιν u. 8. w. der gute.
Krit. Anh.
5. δεῖ γὰρ δή: „denn in der
That‘, Bestätigung des vorher Ge-
sagten durch die wohlbekannte me-
dieinische Theorie: zu 1840 νενό-
μισται γὰρ δή. — τὰ ἔχϑιστα —
φίλα οἷόν τ᾽ εἶναι ποιεῖν καὶ ἐρᾶν
ἀλλήλων. ἔστι δὲ ἔχϑιστα τὰ ἐναν-
τιώτατα, ψυχρὸν ϑερμῷ u.8. f. Hippo-
krates schlofs sich in einem gewissen
Grade an Empedokles an, der 4 Ele-
mente (ῤιζώματα): Feuer, Luft,
Wasser, Erde unterschieden hatte:
im menschlichen Körper unterschied
Hippokrates 4 Elementarqualitäten,
welche den Empedokleischen Grund-
stoffen entsprachen: Wärme, Kälte,
Feuchtigkeit, Trockenheit. Diese
Qualitäten des Körpers müssen vom
Arzte in die richtige Proportion
(συμμετρία) zurückversetzt werden
in welcher allein die Gesundhei
besteht. Unklar ist das Verhältnis,
in welchem diese Elementargusali-
täten zu den vier Grundflüssigkeiten
des Körpers: Blut, Schleim, schwarze
und gelbe Galle von der Hippo-
kratischen Schule gesetzt wurden.
Über die Tragweite der auf diese
philosophischen Theorien gegrün-
deten Unterscheidungen herrschten
offenbar innerhalb der Schule selbst
Differenzen. De prisc. med. L. I
604 wird vor Überschätzung dieser
Theorien gewamt: „Ich weils
nicht wie diejenigen, welche so
reden und die Kunst von diesem
Wege ab zu Hypothesen führen
wollen, nach ihren Voraussetzungen
Kranke zu behandeln gedenken.
Denn es ist von ihnen, wie ich
glaube, nichts entdeckt worden,
was an sich selbst warm oder kalt,
trocken oder feucht wäre, und was
seinem Wesen nach an nichts an-
derm Teil hätte“. (Haeser, Lehr-
buch der Gesch. der Medicin Ip.
208°). Nur soviel ist sicher, dals
das θερμόν unter den vier Qualitäten
gleichsam als das belebende Princip
des Körpers angesehen wurde. Diese
Versöhnung der grölsten Gegensätze
wird hier von Eryximachos seinem
Eros zuliebe mit den erotischen
termini technici φέλα ποιεῖν und
ἐρᾶν (ποιεῖν) bezeichnet, Ausdrücke,
von denen der erstere auf den Ge-
liebten, der zweite auf den Lieb-
haber sich bezieht (zu 179 C), eine
Unterscheidung, die hier rein sinn-
los ist.
7. [πικρὸν γλυκεῖ] nicht hierher
gehörig vgl. besonders auch 188 A:
καὶ ἐπειδὰν μὲν πρὸς ἄλληλα τοῦ
κοσμίου τύχῃ ἔρωτος, ἃ νῦν δὴ
ἔλεγον, τά τε ϑερμὰ καὶ τὰ ψυχρὰ
καὶ ξηρὰ καὶ ὑγρά de mundo ὅ,
p. 396 a 84. (Krit. Anh.).
16 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
8 γλυκεῖ,} ξηρὸν ὑγρῷ, πάντα τὰ τοιαῦτα᾽ τούτοις ἐπιστηϑεὶς
E ἔρωτα ἐμποιῆσαι καὶ ὁμόνοιαν ὃ ὑμέτερος πρόγονος ᾿4σκλη-
πιός, ὥς φασιν οἵδε ol ποιηταὶ καὶ ἐγὼ πείθομαι, συνέστησε
τὴν ἡμετέραν τέχνην. N τὸ οὖν ἰατρική, ὥσπερ λέγω, πᾶσα
181 διὰ τοῦ ϑεοῦ τούτου κυβερνᾶται, ὡσαύτως δὲ καὶ γυμνα-
στικὴ καὶ γεωργία. μουσικὴ δὲ καὶ παντὶ κατάδηλος τῷ
καὶ σμικρὸν προσέχοντι τὸν νοῦν ὅτι κατὰ ταὐτὰ ἔχει τού-
τοις, ὥσπερ ἴσως καὶ Ἡράκλειτος βούλεται λέγειν, ἐπεὶ τοῖς
E 1. Asklepios, ursprünglich Thes-
salischer Heilgott, wurde von den
Dichtern gewöhnlich als Heros, Sohn
des Heilgottes Apollon und der Ko-
ronis dargestellt, und gelangte erst
in späterer Zeit wieder zu allge-
meinerer Anerkennung als Gott. —
ὁ ἡμέτερος πρόγονος vgl. Rep. X
599 Ο τένας μαϑητὰς ἰατρικῆς κατ-
ελίπετο ὥσπερ ἐκεῖνος (4σκλ.) τοὺς
ἐκγόνους ; Die Asklepiaden, zu denen
also Eryximachos sich rechnet, bil-
deten eine Art erblicher Berufs-
kaste, welche ihren Stammbaum
bis zu Asklepios hinauf aufmerksam
verfalgten: die koischen Asklepia-
den wollten mütterlicherseite von
Herakles abstammen. Ursprünglich
ein durch Blutsverwandtschaft ver-
bundenes Geschlecht rekrutierten
sie sich durch andere Elemente
und erweiterten sich zu einer Art
Berufsorden mit bestimmten Auf-
nahmebedingungen,, insbesondere
einem feierlichen und würdigen
Schwur vgl. öexog in den Hippo-
kratischen Schriften L. IV 628— 6833.
Die berühmtesten Asklepiaden wa-
ren die in Knidos und Kos ansäs-
sigen. (Theopomp. fr. 111.) Zu den
letzteren gehörte der grolse Hippo-
krates II, circa 460— 370 v. Chr.,
etwa 80 Jahre älter als Platon.
Über ihn urteilt Platon günstig in
Phädros 270B, später spricht er
sich über die ganze Schule ziem-
lich verächtlich aus, Rep. III 405 ff,
wirft er den πομψοὶ Aoxinmıadas
ihre künstliche Nomenclatur der
Krankheiten vor. Die Zeichnung,
die er hier von Eryximachos ent-
wirft, verrät ebenfalls ironische
Stimmung gegen die Vertreter die-
ses Standes im ganzen (Teuffel,
Studien und Charakter. p. 143).
2. οἵδε ol ποιηταί: οἵδε mit Be-
ziehung auf Agathon und Aristo-
phanes.
8. ἤ τε οὖν ἰατρική: dem τό ent
spricht anakoluthisch ein de in
ὡσαύτως δέ.
187 A1. γυμναστική ist verwandt
mit ἰατρική. Ikkos von Tarent und
Herodikos von Selymbria verbanden
die beiden Künste und gaben ins-
besondere Vorschriften über Diät
Phädr. 227 D, Leg. VII 839 E;
tadelnd erwähnt Platon den Hero-
dikos Rep. III 406 A.
2. γεωργέα ist nicht so unpassend
für den Zusammenhang wie es im
ersten Augenblick scheinen möchte.
Auf sie hatte Eryximachos in 186 A
schon hingedeutet mit τοῖς ἐν τῇ γῇ
φυομένοις, und auch sie liefse sich
im Sinne des Eryximachos definieren
als ἐπιστήμη τῶν τῆς γῆς ἐρωτικῶν
etc. „Die Eigenschaft des Bodens
hat Analogie mit Temperament des
Körpers und die verschiedenen Gat-
tungen von Düngung mit den Nah-
rungs- und Arzneimitteln“ (Syden-
ham). Eine Illustration hierzu würde
bieten Protag. 834A B, wo bespro-
chen wird, was Menschen, Tieres
und Pflanzen nützlich oder schäd-
lich sei. Zusammenstellung von ἔα-
τρική und γεωργέα Laches 198 D;
von ἑατρική, γεωργική und γυμνα-
στική Leg. X 889 D (V ermehren).
8. καὶ σμικρόν. adverbiell: a
nur ein wenig.
4. ὥσπερ ἴσως καὶ Ἡράκλειτος
βούλεται λέγειν, ἐπεὶ τοῖς γε br
μασιν οὐ καλῶς λέγει: vornehm
mitleidiger Seitenblick auf den
ZYTMIIOZION. 187. 17
γε ῥήμασιν οὐ καλῶς λέγει.
τὸ ὃν γάρ φησι διαφερόμενον ὅ
αὐτὸ αὑτῷ ξυμφέρεσϑαι, ὥσπερ ἁρμονίαν τόξου τε καὶ
großsen Philosophen Herakleitos:
dient, wie die ganze folgende fehler-
hafte Kritik, welche an einem Satze
desselben geübt wird, zur Charak-
teristik unseres Mediciners. Es war
wahrecheinlich guter Ton unter
denselben an der souveränen Ver-
achtung, die Heraklit gegen. die
zte zeigte, sich zu rächen. (Über
diese Verachtung siehe Schuster
Heraklit von Ephesus im III. Band
der Acta societ. philol. ed. Ritschl
p. 247).
5. τὸ ἕν γάρ φῆσι u.8.f. Auf
denselben Satz spielt an Plato Soph.
242 Εἰ: διαφερόμενον γὰρ ἀεὶ Evu-
φέρεται, φασὶν al συντονώτεραι
τῶν Μουσῶν. Die genaueste Fassung
des vielfach citierten Ausspruches
scheint erhalten zu haben Hippol.
ref. haer. IX 9: Ἡράκλειτος --- ἐπι-
μέμφεται ὧδέ πως. οὐ ξυνίασιν ὅκως
διαφερόμενον ἑωυτῷ ὁμολο-
γέει. παλέντροπος ἁρμονΐίη
κύσμου κως περτόξουκαὶϊλύ-
ens. „Das Auseinandergehende (und
sich Entzweiende) bleibt doch mit
sich in ereinstimmung — eine
in sich zurückkehrende Fügung
(Harmonie) wie beim Bogen und
der Leier.‘‘ (Schuster. Während
das Herakliteische πάντα ῥεῖ (πάντα
zugei καὶ οὐδὲν μένει) die ewige
Veränderlichkeit der Dirge aus-
spricht, wird in diesem Satze die
relative Ruhe im Makrokosmus und
Mikrokosmus anerkannt, die Einheit
in der Vielbeit der Teile oder Mo-
mente: die diametral auseinander-
gehende Richtung kehrt wieder um,
es entsteht eine dauerhafte Fügung,
ein geschlossenes Ganzes. Im all-
gemeinen unterscheidet sich nach
Aristot. Eth. Nicom. VIII 2 p.
1155 b 2 Heraklit von Empedokles
dadurch, dals dieser die φιλέα in
der Welt durch gegenseitige An-
ziehung des nlichen (τὸ γὰρ
ὅμοιον τοῦ ὁμοίου ἐφίεσθαι) zu
Stande kommen lälst, dagegen jener
durch Einigung des Feindlichen und
Verschiedenen, also eine Art Auf-
hebung des Gegensatzes dadurch,
dafs sich die feindlichen Kräfte das
Gegengewicht halten. Zunächst hat
Heraklit das Weltganze im Auge;
aber auch im Mikrokosmus wieder-
holt sich dasselbe. Tiefer gefalst ist
die ἁρμονέη des Heraklit der Begriff
des Organismus, der Zwecksetzen-
den, die Teile gruppierenden Ein-
heit. Wie diese Einheit (ἁρμονέη)
in ihrer Entstehung zu denken sei,
will Heraklit anschaulich machen
durch die hinzugefügteVergleichung
ὅκως nee τόξου καὶ Avons. Die
richtige Erklärung dieser Verglei-
chung hat zuerst Bernays gegeben
Rh. Mus. VII 94 Anm. und im we-
sentlichen übereinstimmend Rettig
commentatio de Heracliti τοῦ oxo-
τεινοῦ Aliquo dicto. Bern. Univ.
Progr. 1865. Bogen und Leier sind
zwei verschiedene, unter sich ähn-
liche Bilder zur Veranschaulichung.
(Anders Bergk zu Skythinos Poet.
Lyr. gr. p. 792: παλέίντροπος ἁρμο-
vin Avons (h. 6. κόσμου) ὅκως περ
τόξου oder ὅκως περ τόξου οὕτω
καὶ λύρης; in Heraklits Ausspruch
selbst iet aber Avon die wirkliche
Leier, wenn auch allerdings spätere
Herakliteer unter Avon die Welt
verstehen mochten). Leierund Bogen
werden auch sonst häufig mitein-
ander zusammengestellt, Ar. Rhet.
1Π 11 p. 1412 Ὁ 35 nennt das zo-
Eov eine φόρμιγξ ἄχορδος. Die Ähn-
lichkeit beruht in der Form und
Zusammensetzung. Am deutlichsten
wird uns dieselbe, wenn wir mit
Bernays (gegen Schuster a. a. 0.
p. 232 Note) von dem altgriechi-
schen (skythischen) Bogen, d. h.
dem τόξον παλέντονον ausgehen.
Der Widerstreit der Kräfte wird in
der unnatürlichen Spannung der κέ-
ρατα beim τόξον παλίντονον jeden-
falls dem Auge sichtbarer als beim
gewöhnlichen τόξον, das. nicht 2
Arme hat. Dazu kommt, dafs statt
παλέντροπος ἁρμονέη oft in Citaten
des heraklitischen Ausspruches mit
offenbarer Bezugnahme auf diesen
Bogen παλέντονος ἁρμονέη gesagt
wird. Es werden nun hier von
18 TIAATR2NOZ
7 λύρας. ἔστε δὲ πολλὴ ἀλογία ἁρμονίαν φάναι διαφέρεσϑαι
ἢ ἐκ διαφερομένων ἔτι εἶναι. ἀλλὰ ἴσως τόδε ἐβούλετα, λέγειν,
Eryximachos an der ursprünglichen
Fassung des Herakliteischen Aus-
apruches folgende Änderungen vor-
genommen: 1) ist als Subject zu
διαφεράμενον ergänzt τὸ ἕν (ähn-
lich im Soph. a. ἃ. Ο. τὸ ὄν); die
Ergänzung ist nicht unrichtig, sie
kann sich sowohl auf das Welt-
ganze als auf einen einzelnen Or-
ganismus beziehen; 2) ist der bei
ippolytos überlieferte Ausdruck
ὁμολογέει ἑωυτῷ vertauscht mit
ξυμφέρεται ebenso wie in der Stelle
des Sophistes. Indessen muls Hera-
klit den Ausspruch anderswo auch
in dieser Form gegeben haben. So
führt Pseudo-Arist. de mundo 5
p. 396b an: ταὐτὸ δὲ τοῦτο ἦν καὶ
τὸ παρὰ τῷ σκοτεινῷ λεγόμενον
Ἡρακλείτῳ “συνάψειας οὖλα καὶ οὐχὶ
οὔλα, συμφερόμενον καὶ δια-
φερόμενον, συνᾷδον καὶ διᾷδον᾽"
καὶ ἐκ πάντων ἕν, καὶ ἐξ ἑνὸς πάν-
ra’, welche Aussprüche, wenn sie
auch mit Schuster p. 286 zunächst
von der Anwendung auf die mensch-
liche Kunst zu verstehen sind, sich
offenbar auch in der Form an die
metaphysischen Sätze Heraklits an-
lehnen. 3) hat eig. Heraklit gar nicht
gesagt, was Eryximachos ihm als
πολλὴ ἀλογία vorwirft: ἁρμονέα
διαφέρεται: Eryximachos hat ὥσπερ
in dem Citat aus Heraklit versetzt
und dadurch den bei Heraklit un-
abhängigen Satz ἁρμονέη παλίντρο-
“τος (sc. ist od. wird) zu einem ab-
hängigen Teil des vorhergehenden
gemacht. Richtiger ist der Sinn
Heraklits in der zweiten corrigie-
renden Fassung getroffen: ἁρμονέαν
ἐκ διαφερομένων ἔτι εἶναι. Quintil.
I 10, 12 ılla dissimilium concordia
quam vocant ἁρμονίαν. Das ist
nun wirklich die Meinung Heraklits,
die er mit vollem Bewulstsein aus-
spricht: die Einheit besteht zugleich
mit den Gegensätzen; die Naivetät
des Eryximachos, mit welcher er
entschuldigend annimmt, Heraklit
habe vielleicht etwas anderes ge-
meint, als er e, beweist, dafs
er die ἁρμονία τόξου καὶ λύρας des
Heraklit gar nicht verstanden hat;
wie er denn auch die ἁρμονία ganz
falsch blofs als musikalische
aufgefalst wissen will, wahrschein-
lich verleitet durch das Beispiel der
λύρα. Eryximachos substituiert dem
Herakliteischen Gedanken von dem
fortwährenden Zusammensein
von Hals und Liebe (Soph. 242D:
τὸ διαφερόμενον ἀεὶ ξυμφῳέρεται)
den Empedokleischen von ab-
wechselndem Streit und Freund-
schaft, also von der Auflösung
frühern Streites (πρότερον — ὕστε-
eov) in spätere Freundschaft. Die
folgende sehr breite Auseinander-
setzung über diesen Punkt ist ein
sophistisches Taschenspielerstück,
in welchem die Begriffe &ouoria,
συμφωνία, ὁμολογία, ὁμόνοια unter
sich gleichgesetzt und kurzweg als
Identität erklärt werden. Vgl.
dagegen die Schrift de mundo a. a.
Ο.: μουσική, ὀξεῖς ἅμα καὶ βαρεῖς,
μακρούς TE καὶ βραχεῖς ῳφϑόγγους
μίξασα ἐν διαφόροες φωναῖς
μέαν ἀπετέλεσεν ἁρμονίαν. Von In-
teresse hierbei ist für uns blofs das
Factum, dafs die μουσική einerseits
mit der &euosie, deren Elements
sind das ὀξὺ καὶ βαρύ, andrerseits
mit dem ῥυθμός und dessen Ele-
menten, dem ταχὺ καὶ βραδύ, &
zu thun hat.
Die Begriffe ἁρμονία und ῤυϑμός
u. dgl. waren der damaligen Ze
schon längst auch durch den Schal
unterricht geläufig, vgl. Aristopl.
Nubes 639: πότερον περὶ μέτρων
ἢ ῥυϑμῶν ἢ περὶ ἐπῶν; dort wird
uns eine Schulstunde vorgeführt.
Die musikalische Schulsprache ws
durch die berühmten Lehrer der
Musik Lasos von Hermione, Age
thokles von Athen (beide Lehret
Pindars), dann Lamprokles, Damen
und andere fixiert, teilweise auch
durch von denselben geschriebems
musikalische Hülfsbücher, welehe
dem mündlichen Unterricht zw
Seite gingen, bis dann Aristoxeno®,
der Schüler des Aristoteles, das vor
handene Material sammelte und mit
ZTMUOZION.
187. 19
ὅτι ἐκ διαφερομένων πρότερον τοῦ ὀξέος καὶ βαρέος, ἔπειτα B
ὕστερον ὁμολογησάντων γέγονεν ὑπὸ τῆς μουσικῆς τέχνης.
οὐ γὰρ δή που ἐκ διαφερομένων γε ἔτι τοῦ ὀξέος καὶ βαρέος
ἁρμονία ἂν εἴη. ἡ γὰρ ἁρμονία συμφωνία ἐστί, συμφωνία
ὃΣ ὁμολογία τις ὁμολογέαν δὲ ἐκ διαφερομένων, Eng ἂν
διαφέρωνται, ἀδύνατον εἶναι διαφερόμενον δὲ δὴ καὶ μὴ
ὁμολογοῦν ἀδύνατον ἁρμόσαι, ὥσπερ γε καὶ ὁ ῥυϑμὸς ἐκ
τοῦ ταχέος καὶ βραδέος διενηνεγμένων πρότερον, ὕστερον Ο
δὲ ὁμολογησάντων γέγονε. τὴν δὲ ὁμολογίαν πᾶσι τούτοις,
ὥσπερ ἐκεῖ ἡ ἰατρική, ἐνταῦϑα ἡ μουσικὴ ἐντέϑησιν, ἔρωτα
καὶ ὁμόνοιαν ἀλλήλων ἐμποιήσασα᾽ καὶ ἔστιν αὖ μουσικὴ
χερὶ ἁρμονίαν καὶ ῥυϑμὸν ἐρωτικῶν ἐπιστήμη. καὶ
ἐν μέν γε αὐτῇ τῇ συστάσει ἁρμονίας τε καὶ ῥυϑμοῦ οὐδὲν
philosophischer Kritik bearbeitete.
Der μουσικός hat sich zunächst mit
der ἁρμονία, der Tonlehre, zu be-
fassen, aber aufserdem auch mit
den 6vduor, den Takten, und mit
der Anwendung der ῥυϑμοί auf die
Sprache, d. h. den sog. μέτρα
hileb. 17 Ὁ, Leg. 11 655 A, 672 Εἰ,
Schol. Ox. zu Alkib. 1108 A). Man
unterschied gewöhnlich drei Teile
der Musik: rmonik, Rbythmik
und Metrik. Vgl. Aristides Quin-
tlianus p. 8 Meibom: τοῦ δὲ τεχ-
09 μέρη Tola’ ἁρμονικόν, ῥυϑ-
μειχόν, μετρικόν (Westph. Harmonik
u. Melopöie der Griechen p. 11, 30).
Indessen ist bemerkenswert, dafs
Platon hier wenigstens nur die
Zweiteilung in ἁρμονέα und ῥυθ-
μός (vgl. C) statuiert und die μέ-
τραὰα (D 2) bloß als angewandte
evduof betrachtet. Ahnlich ist auch
zu fassen Arist, Poet. 6, 1449 Ὁ 28:
λέγω δὲ ἡδυσμένον μὲν λόγον τὸν
ἔχοντα ζυϑμον καὶ ἁρμονίαν καὶ
βέλος, wo ἁρμονίαν καὶ μέλος zu-
sammen einen Begriff darstellen,
der dem ῥυϑμός parallel ist. Vah-
len zu d. St.
C 6. ἐν μέν γε αὐτῇ τῇ συστάσει
οὐδὲν χαλεπὸν τὰ ἐρωτικὰ δια-
γιγνώσκειν. σύστασις Zusammen-
setzung, Verhältnis, Natur (188 A).
Lehre übersetzt: „in dem reinen
Verhältnis“. Eryximachos scheint
sagen zu wollen: in der Musik an
sich, abgesehen von ihrer mehr od.
minder unvollkommenen Anwen-
dung — rein ideal gedacht —, da
kann man gar nicht zwischen einem
doppelten Eros, einem guten und
schlechten, unterscheiden, denn da
giebt es überhaupt nicht zwei, son-
dern nur den einen, den bimm-
lischen. Offenbar denkt sich der
Redner hier als schlechten Eros in
der Musik etwaige Dissonanzen:
diese aber werden durch das Wesen
derselben eo ipso ausgeschlossen.
Rettig verweist passend auf den
pythagoreischen Satz ψεῦδος δὲ
οὐδὲν δέχεται ἃ τῶ ἀριϑμῶ φύσις,
οὐδὲ ἁρμονία' οὐ γὰρ οἰκεῖον αὖ-
τοῖς ἐστι. τὰἄς γὰρ ἀπείρω καὶ
ἀνοάτω καὶ ἀλόγω φύσιος τὸ ψεῦ-
δος ἐστί. Sie kommen demnach in
der Theorie der Musik (wie in der
Mathematik) gar nicht vor, während
in der Theorie der Arzneikunst sehr
viel von Krankheiten, also vom ge-
meinen Eros, die Rede sein muls.
Anders ist es nun freilich vermöge
der Unvollkommenheit des Men-
schen ἐπειδὰν δέῃ πρὸς τοὺς ἀν-
θρώπους καταχρῆσθαι ῥυθμῷ τε
καὶ ἁρμονέᾳφ. Ahnlich wie schon
bei der ἑἐατρική 186 D ein Unter-
schied gemacht war zwischen dem
Theoretiker (ἰχτρικώτατος) und dem
Praktiker (δημιουργός), so wird bier
zwischen der Theorie der Musik
und der praktischen Anwendung
80
DAATSNOZ
1 χαλεπὸν τὰ ἐρωτικὰ διαγιγνώσκειν, οὐδὲ ὁ διπλοῦς ἔρως
ἐνταῦϑά πω ἔστιν ἀλλ᾽ ἐπειδὰν δέῃ πρὸς τοὺς ἀνθρώπους
D χκαταχρῆσϑαι ῥυϑμῷ τε καὶ ἁρμονίᾳ ἢ ποιοῦντα, ὃ δὴ μελο-
ποιίαν καλοῦσιν, ἢ χρώμενον ὀρϑῶς τοῖς πεποιημένοις μέλεσί
unterschieden: als Charakteristi-
kum der Theorie wird bei beiden
Gebieten das διαγιγνώσκειν be-
zeichnet. Als Einteilung der
Musik ergiebt sich nach unserer
Stelle:
I. Theoretische Musik (Lehre von
der σύστασις ἁρμονίας καὶ ῥυϑ-
μοῦ
1. ἀρμονέα
2. ῥυϑμοί.
II. Praktische Musik (καταχρῆσθαι
ῤυϑμῷ TE καὶ ἁρμονίᾳ)
1. μελοποιία
I. θεωρητικόν
A. τεχνικόν
1. ἁρμονικόν
2. ῥυϑμικόν
8. μετρικόν
. φυσικόν
1. ἀριϑμητικόν
2. διαλεκτικόν
Β.
Für die Vergleichung mit Platon
kann man vornherein von I B bei
Aristides, dem sog. φυσικόν (pytha-
gorisierender Zahlenmystik!, die er
in seinem dritten Buch behandelt)
absehen. Die Haupteinteilung in die
theoretische und die praktische
Musik ist wesentlich die gleiche,
ebenso die einzelnen Teile der er-
stern, nur dafs Platon, wie wir
schon sahen, kein besonderes wergı-
x0v hat. Innerhalb der praktischen
Musik umfalst bei Platon der erste
Begriff der μελοποιέα zugleich die
ῥυϑμοποιία und ποέησις des Ari-
stides, also dichterische und musi-
kalische Composition; der zweite
Begriff (zaıdele), welcher die mu-
sikalische Aufführung und den mu-
sikalischen Unterricht mit ihrer er-
zieherischen Wirkung beschlägt,
entspricht ungefähr dem ἐξαγγεῖλ-
zınov des Aristides. Offenbar hangen
die Definitionen des letztern, wor-
aus sie immer direkt geschöpft sein
mögen, indirekt mit derjenigen bei
2. παιδεία (ὀρθῶς χρῆσθαι τοῖς
πεποιημένοις μέλεσί τε καὶ
μέτροις, ὃ δὴ παιδεία ἐκλήϑη).
Diese Platonische Einteilung, sei
es dals sie von ihm selbst herrührt
oder ‘an eine schon in der Schul-
tradition vorhandene sich anlehnt,
bildet offenbar die Grundlage der
später ausgebildeten und erweiter-
ten Einteilungen, wie wir sie bei
dem Musiker aus der römischen
Kaiserzeit Aristides Quintilianus
finden. Die Einteilung desselben
(p. 7 fl. Meibom) ist folgende:
II. πρακτικόν (ὃ δὴ παιδευτικὸν καλεῖται)
A, χρηστικόν
1. μελοποιέα
2.
8.
ῥυϑμοποιία
ποέησις
ἐξαγγελτικόν
1. ὀργανικόν
2.
3.
ὠδικόν
ὑποκριτικόν.
Platon zusammen; denn auch bei
ihm wird das ϑεωρητικόν als τὸ
διαγιγνῶσκον definiert, und bei der
Einführung des πρακτικόν wird bei
ihm hinzugefügt: ὃ δὴ παιδευτικὸν
καλεῖται, was an unser ὃ δὴ zar
δεία ἐκλήϑη erinnert.
D 2. τοῖς πεποιημένοις μέλεσί τῷ
καὶ μέτροις. μέλεσί τε καὶ μέτροις
entspricht chiastisch dem vorange-
gangenen ῥυϑμῷ τε καὶ ἁρμονίᾳ
als den praktischen Anwendungea
dieser Begriffe.” Zu dem Gegensals
ἢ ποιοῦντα — ἢ χρώμενον τοῖς πξ-
ποιημένοις vgl. Arist. Poet. 1ἴ-
1455 4 34: τούτους τὸ λόγους καὶ
τοὺς πεποιημένους dei καὶ αὐτὸν
ποιοῦντα ἐκτέϑεσθαι καϑόλου (να
der Bearbeitung schon erfundent®
sowohl als selbst erfundener Stoffe“.
ποιεῖν componieren und dichten vgl.
196 E: πᾶσαν ποέησιν τὴν κατᾶ
μουσικήν. --- ὃ δὴ παιδεία ἐκλήϑη.
Die Übung des Gesanges konnie
bei den Griechen insofern παιδεία
genannt werden, als sie einen wich-
ZTMIIOEION. 187. 81
τε καὶ μέτροις, ὃ δὴ παιδεία ἐκλήθη, ἐνταῦϑα δὴ καὶ χαλε- 8
πὸν καὶ ἀγαθοῦ δημιουργοῦ δεῖ.
’ \ 54 e 93. "
παλιν γὰρ ἥκει ὁ AUTOS
λόγος, ὅτι τοῖς μὲν κοσμέοις τῶν ἀνθρώπων, καὶ ὡς ἂν
κοσμιώτεροι γίγνοιντο ol μήπω ὄντες, δεῖ χαρίξεσϑαι καὶ
φυλάττειν τὸν τούτων ἔρωτα, καὶ οὗτός ἐστιν ὁ καλός,
tigen Teil derselben ausmachte.
Der γραμματιστής begann seinen
Unterricht mit den γράμματα und
reihte daran die μουσική im engern
Sinne des Wortes. Gleich, wie nun
der Begriff μουσική selbst oft auch in
weiterm Sinne gefalst wird, so dals
er die ganze geistige Bildung be-
seichnet (im Gegensatz zu der kör-
perlichen Bildung oder γυμναστική)
und die γράμματα einschlielst, 580
wird nun hier zaıdele, sonst Aus-
druck für die Gesgmtbildung,
Plat. Rep. II 376 E) a potiori für
ie musikalische Bildung im engern
Binne genommen. „In der grie-
chischen ‚Erziehung war die mit
Mwik verbundene Poesie eines der
wichtigsten Mittel, die Sitten der
Jugend zu bilden, ihr edle Denkart
- einzuflöfsen u. sie zu würdigen Hand-
lungen zu erwecken. Daher die ge-
naue Sorgfalt bei der Wahl der zu
dieser Absicht zu gebrauchenden
Melodien — die Weltweisen be-
handeln diesen Gegenstand in ihren
Werken, suchen aufs genaueste
die natürlichen Wirkungen der ver-
schiedenen Gattungen von Musik
oder musikalischer Poesie auf die
Seele zu entwickeln. Siehe Platon
Rep. 11. u. IH, de leg. II u. VIU,
Aristoteles Polit. VIII“. Sydenham
bei Wolf. Nur bleibt zu bemerken,
dals Platon über die Bedeutung der
μουσική für die Erziehung seine
einung später geändert hat. In
Rep. ΥἹ 537 B wird nur noch die
γυμναστική erwähnt, die μουσική
ist verschwunden.
Α. ὃ αὐτὸς λόγος wie 186 B bei
der ἰατρική: der λόγος des Pausa-
nias. Hier kommt übrigens Eryxi-
machos bei seiner Durchführung
der Erotik in noch grölsere Ver-
legenheit als bei der Arzneikunst.
Die κόσμιοι τῶν ἀνθρώπων sind
die ἀγαϑοὶ ἐρασταί, denen die ἐρώ-
PLATon, Symposion.
μενοι (ol μήπω ὄντες κόσμιοι) will-
fahren sollten ὡς ἂν κοσμιώτεροι
γίγνοιντο. Da nun aber hier wie
in der ἱἑατρική der χαριζόμενος
nicht der Geliebte, sondern nur der
δημιουργός sein kann, so weils
sich Eryximachbos nicht anders zu
helfen als durch den phrasenhaften
Zusatz καὶ ὡς ἂν κοσμιώτεροι γί-
γνοιντὸο ol μήπω ὄντες, wobei man
nicht erkennt, ob in diesem Falle
das χαρίξεσθαι den κόσμιοι oder
den μήπω ὄντες κόσμιοι gilt. Die
Verlegenheit wird dann ferner zu-
edeckt durch die darauf folgende
obpreisung ὁ καλός, ὁ οὐράνιος,
ὁ τῆς Οὐρανίας Μούσης Ἔρως, πο-
bei zur Abwechslung und, weil
nun einmal von der μουσική die
Rede ist, an Stelle der ᾿ἡφροδέτη
Οὐρανία die Muse Urania gesetzt
wird mit gleicher moralischer Deu-
tung dieses Beinamens, wie bei der
ersten Göttin: während sie ‘sonst
als Vorsteherin der astronomischen
Wissenschaften aufgefalst wird.
Phädr. 259 D. Leg. II 655 C os
αὐτὸς μὲν χαίρει τοῖς τῆς μοχϑηρίας
σχήμασιν͵ ob δὲ ἄλλοι ἀναντίᾳ ταύ-
τῆς Movon wi. Ebenso willkür-
lich ist die Polymnia hier an die
Stelle der Aphrodite Pandemos ge-
setzt, gleichsam als die Vertreterin
der weltlichen und profanen Musik
mit ibrer Vielgestaltigkeit gegen-
über der Urania als Repräsentantin
der Einen ernsten himmlischen
Musik. (,„Im ersten Teil des zu-
sammengesetzten Wortes Πολύμνια
liegt die Hindeutung auf πάνδημος"
Ast). Sie ist sonst Vertreterin der
mythischen Heroenwelt, die freilich
nach Platons bekannter Ansicht
auf die Erziehung nicht von vor-
teilhaftestem Einflusse ist. Während
nun ferner bis jetzt der schlechte
Eros als absolut verwerflich ge-
schildert, und als Grundsatz aufge-
6
188 φυλακτέον ἑκάτερον τὸν Ἔρωτα"
82 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
Ἑ ὃ οὐράνιος, ὁ τῆς Οὐρανίας Μούσης Ἔρως" ὁ δὲ Πολυμνίας
ὁ πάνδημος, ὃν δεῖ εὐλαβούμενον προσφέρειν οἷς ἂν προῦ-
φέρῃ. ὕπως ἂν τὴν μὲν ἡδονὴν αὐτοῦ καρκώσηχται, ἀχο-
λασίαν δὲ μηδεμέαν ἐμαοιήσῃ, ὥσπερ ἐν τῇ ἡμετέρᾳ τέχνῃ
μέγα ἔργον ταῖς περὶ τὴν ὀψοκοιικὴν τέχνην ἐχυϑυμίαις
χαλῶς χρῆσϑαι, ὥστ᾽ ἄνευ νόσου τὴν ἡδονὴν καρπώσασθαι.
καὶ ἐν μουσικῇ δὴ καὶ ἐν ἰατρικῇ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις πᾶσι
καὶ τοῖς ἀνθρωπείοις καὶ τοῖς ϑείοις, καϑ᾽᾿ ὅσον παρείκει,
ἔνεστον γάρ. XL. ἐκε
καὶ ἡ τῶν ὡρῶν τοῦ ἐνιαυτοῦ σύστασις μεστή
ἐστιν ἀμφοτέρων τούτων, καὶ ἐπειδὰν μὲν πρὸς ἄλληλε
τοῦ κοσμίου τύχῃ ἔρωτος ἃ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, τά
τε ϑερμὰ καὶ τὰ ψυχρὰ καὶ ξηρὰ καὶ ὑγρά, καὶ ἅρμο-
νίαν καὶ κρᾶσιν λάβῃ σώφρονα, ἥκει φέροντα εὐετηρίαν τὲ
καὶ ὑγίειαν ἀνθρώποις καὶ τοῖς ἄλλοις ξῴοις τε καὶ φυτοῖς,
καὶ οὐδὲν ἠδίκησεν. ὅταν δὲ ὃ μετὰ τῆς ὕβρεως Ἔρως
ἐγκρατέστερος περὶ τὰς τοῦ ἐνιαυτοῦ ὥρας γένηται, δια-
stellt worden war, dafs man dem-
selben in keiner Weise willfahren
dürfe (1860: dei ἀχαριστεῖν), wird
nun hier inconsequent genug bei
der Handhabung des Eros Pande-
mos blofs Vorsicht empfohlen, da-
mit man ohne Schaden geniefsen
könne, ὕπως ἂν τὴν μὲν ἡδονὴν
αὐτοῦ (nämlich τοῦ ἔρωτος παν-
δήμου) καρπώσηται, ἀκολασίαν δὲ
μηδεμίαν ἐμποιήσῃ und dieselbe
Concession nun auch noch für dies
Gebiet der ἰατρική nachträglich
wenigstens hinsichtlich der gastro-
nomischen Genüsse (ὀψοποιικὴ τέ-
yvn) gemacht. Innerhalb der Musik
schwankt die Vorstellung des Ery-
ximachos über das, was er als
schlechten Eros bezeichnen soll,
offenbar. Bald schweben ihm als
solcher musikalische Fehler, bald
moralische Verirrungen vor; zuletzt
erscheint er ihm als profane Musik
überhaupt, die nicht absolut ver-
werflich ist.
E 8. καρπώσηται Subject ist un-
ter Umständen dermgoopegws selbst,
unter Umständen ein anderer (der
Lehrer der Musik oder der δημιουρ-
yög). Bei all diesen Verben ist
ein unbestimmtes Subject (τέ) fu
denken.
8. παρεέκει fieri potest = ἐγ-
χωρεῖ. Leg. V 184 Β: τόν γε βου-
λόμενον ἡδέως ζῆν οὐκέτι παρείκει
ἑκόντα γε ἀκολάστως ζῆν. Rep. Il
374 E: ὅσον γ᾽ ἂν δύναμις παρείκῃ.
Soph. Philoct. 1047: πόλλ᾽ ἂν λέγειν
ἔχοιμι πρὸς τὰ τοῦδ᾽ ἔπη, εἴ μοι
παρείκοι. Thuk. III, 1 u. IV, 6:
κατὰ τὸ ἀεὶ παρεῖκον vgl. Classen
daselbst.
188 A 4. ἃ νῦν δὴ ἔλεγον, (δ
186 D genannten ἐναντιώτατα.
6. ἥκει φέροντα --- καὶ οὐδὲν
ἠδίκησεν ) nachher διαφϑείρει τὲ
πολλὰ καὶ ἠδίκησεν: Aoristus der
Erfahrungswahrheit ohne alle ΒΕ’
ziehung auf die Vergangenheit (sı
181 ἃ ἀπέβη m: Bei allfälligem Neber-
satz ist die Construction des letztern
dieselbe, wie wenn im Hauptat
Praes,. iteratiuum steht. ἢ.
98: ὁππότ᾽ ἀνὴρ ἐθέλῃ πρὸς δαέμονε
φωτὶ μάχεσθαι, ὃν ne ϑεὸς τιμῶ
τάχα οἵ μέγα κῦμα κολίσϑη. Es kam
also auch nicht auffallen, dafs dieser
Aoristus im Hauptsatz selbst mit
Praesens iteratinum abwechselt,
8. ὁ μετὰ τῆς ὕβρεως Ἔρως. Die
ZTMIIOZION. 188. 83
φϑείρει Te πολλὰ καὶ ἠδίκησεν. οἵ τε γὰρ λοιμοὶ φιλοῦσι B
ylyvsodaı ἐκ τῶν τοιούτων καὶ ἄλλα ἀνόμοια πολλὰ νοσή-
ματα καὶ τοῖς ϑηρίοις καὶ τοῖς φυτοῖς" χαὶ γὰρ πάχναι καὶ
χάλαξαι καὶ ἐρυσῖβαι ἐκ πλεονεξίας καὶ ἀκοσμίας περὶ ἄλληλα
τῶν τοιούτων γίγνεται ἐρωτικῶν, ὧν ἐπιστήμη περὶ
ἄστρων τε φορὰς καὶ ἐνιαυτῶν ὥρας ἀστρονομίέα
καλεῖται. ἔτι τοίνυν καὶ ϑυσίαι πᾶσαι καὶ οἷς μαν-
τικὴ ἐπιστατεῖ — ταῦτα δ᾽ ἐστὶν ἡ περὶ ϑεούς τε καὶ C
ἀνθρώπους πρὸς ἀλλήλους κοινωνία --- οὐ περὶ ἄλλο τί
Elemente werden alssittliche Wesen
gedacht; ihre ὕβρις wird nachher
ἸῺ B als πλεονεξία καὶ ἀκοσμία
περὶ ἄλληλα beschrieben.
B 2. ἄλλα ἀνόμοια πολλὰ νοσή-
para „viele andere mannigfaltige
Krankheiten‘ vgl. Aristot. hist. anim.
IV, 1. 523 Ὁ 12: ὃ πολλὰ καὶ ἀνό-
μοια περιξίληφεν εἴδη. Ῥοθί. 24.
1459 Ὁ 29: τὸ μεταβάλλειν τὸν
ἀκούοντα καὶ ἐπεισοδιοῦν ἀνομοίοις
ἐπεισοδίοις „uariis episodiis“ (Vah-
len zu d. Stelle p. 208).
8. καὶ γὰρ πάχναι καὶ γάλαξαι
καὶ ἐρυσῖβαι ἐκ πλεονεξίας καὶ
ἀκοσμίας περὶ ἄλληλα τῶν τοιούτων
γίγνεται ἐρωτικῶν. Ein singulares
Prädicat ist nach einer Mehrheit
von Subjecten, die beispielsweise
aufgezählt werden, in der Weise
möglich, dafs jene Subjecte im Ge-
danken unter einen einzigen höhern
Gattungebegrifft zusammengefalst
werden; bier mag man nach ἐρυ-
σίβαε etwa πάντα τὰ τοιαῦτα bin-
zudenken,. Vgl. Leg. ΧΙ 916 E:
ὁπόταν ἢ σωμάτων νοσήματα καὶ
πληρώσεις ἢ διανοίας ἕν τισι τῶν
ἐπιταττομένων γαμεῖν ἢ γαμεῖσθαι
Ἰήνηται (Vermehren) ; ferner Rep.
1368 A: ἕνα δοκοῦντι δικαίῳ εἶναι
γνηται ἀπὸ τῆς δόξης ἀρχαί τε
καὶ γάμοι καὶ ὅσαπερ Γλαύκων
διῆλθεν (Vahlen Aristot. Poet.
p. 194),
6. ἀστρονομέα καλεῖται. Der
Redner vermeidet es hier, wohl im
Bewulstsein, wie wenig vorgeschrit-
ten die Kenntnis derjenigen Er-
scheinungen war, welche den Wech-
sel der Witterung u. 5. w. bedingen,
der Definition der Wissenschaft
selbst noch die Definition des reyvı-
κός hinzuzufügen, wie er dies bei
der ἰατρική gethan hatte. Noch
weniger durfte er von δημιουργοί
in dieser Beziehung sprechen, da
der Mensch diesen Naturerschei-
nungen damals wie jetzt machtlos
gegenüberstand.. Es war daher
auch nicht möglich hier das stereo-
type δεῖ χαρίξεσθαι u. ἀχαριστεῖν
anzubringen, indem er niemanden
wulste, dem er diese Rolle hätte
zuweisen können.
7. Für das Gebiet der Religion
steht dem Griechen kein geläufiger
Gesamtbegriff zu Gebote, in der
Parenthese ταῦτα δ᾽ ἐστὶν --- κοινω-
via wird dieses Gebiet richtig de-
finiert. Eigentümlich ist dabei der
unbestimmte Ausdruck ἡ περὶ θεούς
τε καὶ ἀνθρώπους κοινωνία, wofür
man eher erwarten würde ἡ ϑεῶν
τὸ καὶ ἀνθρώπων κοινωνία. Eryxi-
machos liebt das unbestimmte περέ
c. acc. cf. 188 Β: ὧν ἐπιστήμη περὶ
ἄστρων τε φορὰς καὶ ἐνιαυτῶν
ὥρας; 181 Ο. 188 Ο: καὶ περὶ γονέας
καὶ περὶ θεούς. --- ϑυσίαι πᾶσαι καὶ
οἷς μαντικὴ ἐπιστατεῖ. Opfer und
Mantik sind die auffälligsten Er-
scheinungen der Religion; der Aus-
druck οἷς μαντικὴ ἐπιστατεῖ statt
eines zu erwartenden πᾶσα ἡ μαν-
τική bezeichnet (wie ϑυσέαι) die
ei en Handlungen, welche durch
die Mantik hervorgebracht werden,
nicht diese Kunst selbst. Umge-
kehrt wird von der Kunst ausge-
gangen 202 E: διὰ τούτου καὶ ἡ
μαντικὴ πᾶσα γωρεῖ καὶ ἡ τῶν
ἱερέων τέχνη τῶν τὸ περὶ τὰς ϑὺυ-
σίας καὶ τὰς τελετάς.
6*
84 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
8 ἔστιν ἢ περὶ Ἔρωτος φυλακήν τε καὶ ἴασιν. πᾶσα γὰρ ἡ
ἀσέβεια φιλεῖ γίγνεσθαι, ἐὰν μή τις τῷ κοσμίῳ Ἔροτι χα-
elönraı μηδὲ τιμᾷ τὸ αὐτὸν καὶ πρεσβεύῃ ἐν παντὶ ἔργῳ,
ἀλλὰ [περὶ] τὸν ἕτερον, καὶ περὶ γονέας καὶ ξῶντας καὶ
τετελευτηκότας καὶ περὶ ϑεούς᾽ & δὴ προστέταχται τῇ μαν-
τικῇ ἐπισκοπεῖν [τοὺς Ἔρωτας] καὶ ἰατρεύειν, καὶ ἔστιν
Ὁ αὖ ἡ μαντικὴ φιλίας ϑεῶν καὶ ἀνθρώπων δημιεουρ-
γὸς τῷ ἐπίστασθαι τὰ κατ᾽ ἀνθρώπους ἐρωτικά,
ὅσα τείνει πρὸς ϑέμιν καὶ εὐσέβειαν.
Οὕτω πολλὴν καὶ μεγάλην, μᾶλλον δὲ πᾶσαν δύναμιν
ἔχει ξυλλήβδην μὲν ὁ πᾶς Ἔρως, ὁ δὲ περὶ τἀγαϑὰ μετὰ
σωφροσύνης καὶ δικαιοσύνης ἀποτελούμενος [καὶ παρ᾽ ἡμῖν
καὶ παρὰ ϑεοῖς], οὗτος τὴν μεγίστην δύναμιν ἔχει καὶ πᾶ-
ὅαν ἡμῖν εὐδαιμονίαν παρασκευάξει καὶ ἀλλήλοις δυναμένους
C 8. περὶ Ἔρωτος φυλακήν τε καὶ
ἕασιν vgl. nachher ἐπισκοπεῖν καὶ
ἰατρεύειν. Die φυλακή bezieht sich
auf den guten Eros, die ixoısauf den
schlechten, 186 D: καὶ ἐνόντα ἐξελεῖν.
4. Wenn der Mensch dem guten
Eros in s. Verh. zu den Göttern
folgt, so ist er εὐσεβής; folgt er
dem schlechten, ist er ἀσεβής. Der
Redner geht aber in etwas unklarer
Weise über die frühere Definition
des Begriffes Religion hinaus, in-
sofern er aus dem Gebiete der
Sittlichkeit, dem richtigen Ver-
hältnisse zu den Mitmenschen (dt-
καιοσύνη), einen Teil, das Verhal-
ten zu den Eltern, in das Ge-
biet der Frömmigkeit hinüberzieht.
Hierin folgt er weniger klaren phi-
losophischen Begriffen alsder Volks-
anschauung, nach welcher unehr-
erbietige Behandlung der Eltern als
besonders strafbar der Gottlosigkeit
gleich geachtet wird. Ahnliches
zeigt der Begriff pietas im Lateini-
schen, welcher die Pflicht gegen
die Götter, wie gegen die nächsten
Angehörigen umfalst, καὶ ξώντὰςρ:
wer Vater oder Mutter mifshandelt,
heilst πατραλοίας, μητραλοέας. Es
ehört diese Bezeichnung zu den
ἀπόρρητα, den verbotenen Schimpf-
wörtern Lysias X, 5. Im Hades
werden die πατραλοῖαι und μητρα-
λοῖαι besonders bestraft Arist. Ran.
ἂν μάλιστα ἀμελῶς ἔχειν καὶ περὶ
149 ff., 273. Bei der Dokimasie für
die Buleuten etc. genügte d. Nach-
weis pietätsloser Behandlung der
Eltern, um den Candidaten durch-
fallen zu lassen, Xen. Mem. II, 2, 13.
Dem. LVII 70. Deinarch. II 17: (οἱ
πρῶτοι νομοϑέται ἀνέκρινον») τοῦς
τῶν κοινῶν τι μέλλοντας διοικεῖν,
τίς ἐστι τὸν ἴδιον τρόπον͵ εἰ γονέας
εὖ ποιεῖ, εἰ τὰς στρατείας ὑπὲρ
τῆς πόλεως ἐστράτενται. --- καὶ τε-
τελευτηκότας insbesondere. gehört
hierzu die Pflicht eines anständigen
Begräbnisses Lysias XXXI 21. —
περὶ ὁ. acc. Xen. Cyr. 12,7 οἴονται
γὰρ τοὺς ἀχαρίστους καὶ περὶ ϑεοὺῦς
γονέας καὶ πατρίδα καὶ φίλους.
D 2. τῷ ἐπίστασϑαι τὰ και
ἀνθρώπους ἐρωτικά, ὅσα τείνει
πρὸς ϑέμιν καὶ εὐσέβειαν. Obschon
der Begriff der Religion auch das
Verhalten der Götter zu den Mer-
schen umfalst, so vermeidet 63
Eryximachos aus guten Gründen,
etwa von einem schlechten Eros auf
Seite der Götter zu sprechen; doch
wäre die Möglichkeit eines solchen
durch Versündigung der Götter ge
gen σωφροσύνη und δικαιοσύνη au-
erkannt, wenn nicht die auf axo-
τελούμενος folgenden Worte ver
dächtig wären. Krit. Anh.
8. δυναμένους ὁμιλεῖν 80. πα-
ρασκευάξει ἡμᾶς.
ΣΥΜΠΟΣΊΟΝ, 189. 85
ὁμιλεῖν καὶ φέλους εἶναι καὶ τοῖς κρείττοσιν ἡμῶν ϑεοῖς. 9
ἴσως μὲν οὖν καὶ ἐγὼ τὸν "Eowta ἐπαινῶν πολλὰ παρα- Ἑ
λείπω, οὐ μέντοι ἕκών ya. ἀλλ᾽ εἴ τι ἐξέλιπον, σὸν ἔρ-
γον, ὦ ᾿Αριστόφανες, ἀναπληρῶσαι" ἢ εἴ πως ἄλλως ἐν νῷ
ἔχεις ἐγκωμιάξειν τὸν ϑεόν, ἐγκωμίαξε, ἐπειδὴ καὶ τῆς Avy-"
γὸς πέπαυσαι. |
Ἐχδεξάμενον οὖν ἔφη εἰπεῖν τὸν ᾿Δριστοφάνη ὅτι Kal 189
μάλ᾽ ἐπαύσατο, οὐ μέντοι πρίν γὲ τὸν πταρμὸν προσενε-
χϑῆναι αὐτῇ, ὥστε μὲ ϑαυμάξειν, εἰ τὸ κόσμιον τοῦ σώ-
ματος ἐπιϑυμεῖ τοιούτων ψόφων καὶ γαργαλισμῶν, οἷον
καὶ ὁ πταρμός ἐστι πάνυ γὰρ εὐθὺς ἐπαύσατο, ἐπειδὴ
αὐτῷ τὸν πταρμὸν προσήνεγκα. καὶ τὸν Ἐρυξίμαχον, ὠγαϑέ,,
φάναι, [ὠγαθὲ ᾿Δριστόφανες] ὅρα τί ποιεῖς. γελωτοποιεῖς
μέλλων λέγειν καὶ φύλακα με τοῦ λόγου ἀναγκάξεις γίέγνε-
σϑαι τοῦ σεαυτοῦ, ἐάν τι γελοῖον εἴπῃς, ἐξόν σοι ἐν εἰρήνῃ Β
λέγειν. καὶ τὸν ᾿ΑΔριστοφάνη γελάσαντα εἰπεῖν Ev λέγεις,
ὦ Ἐρυξίμαχε, καί μοι ἔστω ἄρρητα τὰ εἰρημένα. ἀλλὰ μή
μὲ φύλαττε, ὡς ἐγὼ φοβοῦμαι περὶ τῶν μελλόντων ῥηϑή-
9. καὶ nach εἶναι == auch. — τοῖς
χρείττοσιν Leg. IV 718 A παρὰ
ϑεῶν καὶ ὅσοι κρείττονες ἡμῶν.
E 2. ἐξέλιπον; ἐκλείπειν aus-
lassen; so Leg. VI 772 Β, 779 D.
Der gewöhnlichere Ausdruck für:
„übergehen in Rede oder Schrift“
ist das vorhin gebrauchte παρα-
λείκω. 321 D: τοῦτο ἐν τοῖς πρώ-
τοις παρέλιπον. Meno 918: ὃ νῦν
δὴ παρελεέπομεν ἐνὸν Rh περὶ τῆς
ἀρετῆς σκήψει. 235 B.
Anens Poliorcet. 8, rn περὶ οὖν
τούτων πάντων ὧδε μόν μοι παρα-
λείπεται. Xen. Anab. VI 6, 18: οὗ
τινες ἂν τι ἐγὼ παραλίκω, καὶ
λέξουσιν ὑπὲρ ἐμοῦ καὶ πράξουσιν.
189 A 2. οὐ μέντοι πρίν γε τὸν
πταρμὸν προσενεχϑῆναι αὐτῇ von
den 3 Mitteln. die Eryximachos
185 D vorschlug, hatte also blofs
κνῆσαι τὴν ῥῖνα und der daraus
entstehende πεταρμός radical ge-
holfen.
2. προσφέρειν oft von der An-
wendung von Heilmittelnoben 187E,
Fhädr. 268 A 270 B. Leg. VI 660 A.
ὃ. τὸ κόσμιον τοῦ σώματος
scherzhafte Anspielung auf die Re-
de des Eryximackos, der von einem
besondern Eros (nämlich einem gu-
ten) des ὑγιεινὸν τοῦ σώματος 186 D
gesprochen hatte. Aristophanes fin-
det es sonderbar, dals der wohl-
anständige Eros solche unanstän-
dige ψόφοι liebe.
7. γελωτοποιεῖς. Der uneinge-
laden erschienene Philippos ὁ ye-
λωτοποιός im Symposion des Xe-
nophon wird in Platons Symposion
einerseits durch den uneingeladen
kommenden Aristodemos, &nderer-
seits aber besonders durch Aristo-
phanes ersetzt, den γελωτοποιός im
vollendeten Sinne des Wortes, dem,
wie Aristophanes selbst in 8. Ant.
wort nachher bemerkt, das γελοῖα
(ἀλλὰ μὴ καταγέλαστα) ᾿εἰπεῖν Gabe
er Muse ist. Vgl. m. Abh. Philo-
log. VII p. 691. Eryximachos, der
strenge Wächter der Würde. bei
der heutigen Unterhaltung, warnt
ihn nicht, durch faule Witze den
Gegenstand zu entweihen. Aristo-
phanes bittet in affectiertem Ernste,
es mit ihm ig su machen.
Allein Eryximachos hält seine War-
nung aufrecht; nur am Schlusse
86 IIAAT2NOE
5 σεόϑαι, οὔ τι un γελοῖα εἴπω, τοῦτο μὲν γὰρ ἂν κέρδος
εἴη καὶ τῆς ἡμετέρας Μόύσης ἐπιχώριον, ἀλλὰ μὴ καταγέ-
λαστα. Βαλών γε, φάναι, ὦ ᾿Αριστόφανες, οἴει ἐκφεύξεσϑαι"
Ο ἀλλὰ πρόσεχε τὸν νοῦν καὶ οὕτως λέγε ὡς δώσων λόγον᾽
ἴσως μέντοι, ἂν δόξῃ μοι, ἀφήσω σε.
(0) ἴσως μέντοι ἂν δόξῃ μοι, ἀφήσω
σε stellt er ihm, gleichsam um ıhn
nicht allzu sehr einzuschüchtern,
in Aussicht, dafs er vielleicht Gnade
für Recht ergehen lassen werde.
Das thut er wirklich aus guten
Gründen, vgl. unten zu 193 Ἃ
Β ὅ. οὔ τι (86. φοβοῦμαι) μὴ
γελοῖα εἴπω: οὐ τι im Sinne von
neutiquam, verstärktes οὐ, bei Pla-
ton sehr hä Protag. 317 A:
ἡγοῦμαι γὰρ αὐτοὺς οὔ τι διαπρά-
ξασϑαι ὃ ἐβουλήθησαν. --- γελοῖα
hier ganz allgemein: was Lachen
oder Heiterkeit erregt, wozu κατα-
γέλαστος, das immer verächtlich
gebraucht wird (vgl. die folgende
Zeile: ἀλλὰ un καταγέλαστα, 198 C,
Apol. 35 B u. Lucian de salt. 2
καταγέλαστα ὡς ἀληϑῶς πράγματα
καὶ ἤκιστα ἐλευϑέρῳ ἀνδρὶ καὶ οἵῳ
σοὺ πρέποντα), einen Gegensatz
bildet. Anderwärts kommt aber
auch γελοῖος in diesem verächtlichen
Sinne vor „lächerlich“ 222 E 2.
7. Βαλών γε olsı ἐκφεύξεσθαι.
Suidas 8. u. βαλών mit der Erklä-
rung πρὸς τοὺς κακόν τι δράσαν-
τας καὶ οἰομένους ἐκφεύγειν: βαλ-
λειν ist hier: treffen mit Witz-
worten.
Vierte Rede: Aristophanes.
189 C—193 E (Cap. XIV—XVI).
Einleitung und Prothesis:
Die Menschen erkennen die Ge-
walt des Eros nicht. Er schafft
Glückseligkeit durch Heilung der
Gebrechen, von denen das Men-
schengeschlecht betroffen worden
ist: 189 C—D διδάσκαλοι ἔσεσθε.
I. Um dies zu würdigen, muls man
die urspr. Natur (φύσις) und die
Wechselfälle (ταϑήματα) des Men-
schengeschlechtes kennen lernen.
1. Die ursprüngliche φύσις des
Menschen war folgende: es gab 3
Geschlechter: Doppelmann, Doppel-
weib und Mannweib. Sie waren
rund an Gestalt, stark von Kraft
und übermütig: 189 D—190 C as
ἐπιθϑησομένων τοῖς ϑεοῖς. (Schlau
v. Cap. XIV.)
2. παϑήματα:
a. Um ihren Übermut zu bän-
digen, teilte Zeus einen jeden in
zwei, drehte das Gesicht um gegen
die Schnittseite, liefs durch Apollo
die Haut über die letztere zusam-
menziehen und so die Wunde heilen.
Die getrennten Hälften suchten sich,
umarmten sich ohne ihre Sehnsucht
stillen zu können, und kamen auf
diese Weise um. 190 C— 191 B
ἀπώλλυντο.
b. Da erbarmte sich Zeus, ver-
setzte die αἰδοῖα nach vorn und er-
möglichte hierdurchdieBefriedigung
der Sehnsucht. So ist der Eros
der Wiederhersteller der alten Ein-
heit, 191 B—D (Schlufs v. Cap. XV).
I. Nähere Beschreibung des
gegenwärtigen Zustandes und da-
raus sich ergebende Folgerungen.
1. Je nach dem ursprünglichen
Geschlecht des Ganzen, aus dem
der Einzelne geschnitten ist, er-
geben sich die verschiedenen Arten
der Liebe. Ihr Wesen bleibt immer
die Sehnsucht nach dem Ver-
wandten. Trifft Einer gerade auf
die Hälfte, von der er selbst ge-
schnitten wird, so ergreift ihn jene
wunderbare Kraft der Liebe, die
jeder andern Erklärung spottet.
191 D-1%2 E. .
2. Für uns aber ergiebt sich die
Aufforderung gegen die Götter
fromm zu sein: denn durch noch-
maligen Übermut würden wir der
Gefahr uns aussetzen noch einmal
gespalten zu werden: durch Fröm-
migkeit dagegen eröffnen wir uns
die Aussicht auf selige Wiederver-
einigung mit unserer eigenen
ZTMIIOZION. 189. 87
XIV. Καὶ μήν, ὦ ἘΕρυξίμαχε, εἰπεῖν τὸν ᾿Αριστοφάνη, 3
ἄλλῃ γέ πῃ ἐν νῷ ἔχω λέγειν, ἢ ἡ σύ τε καὶ Παυσανίας
εἰπέτην. ἐμοὶ γὰρ δοχοῦσιν ἄνθρωποι παντάπασι τὴν τοῦ
Ἔρωτος δύναμιν οὐκ ἠσθῆσϑαι, ἐπεὶ αἰσϑανόμενοί γε μέγιστ᾽
ἂν αὐτοῦ ἱερὰ κατασκευάσαι καὶ βωμούς, καὶ ϑυσίας ἂν
ποιεῖν μεγίστας, οὐχ ὥσπερ νῦν τούτων οὐδὲν γίγνεται
περὶ αὐτόν, δέον πάντων μάλιστα γίγνεσθαι. ἔστι γὰρ
ϑεῶν φιλανϑρωπότατος, ἐπίκουρός τε ὧν τῶν ἀν-Ὁ
ϑρώπων καὶ ἱατρὸς τούτων, ὧν ἰαϑέντων μεγίστη
εὐδαιμονία ἂν τῷ ἀνθϑρωπείῳ γένει εἴη. ἐγὼ οὖν
πειράσομαι ὑμῖν εἰσηγήσασϑαι τὴν δύναμιν αὐτοῦ, ὑμεῖς δὲ
τῶν ἄλλων διδάσκαλοι ἔσεσϑε.
τὴν ἀνθρωπίνην φύσιν καὶ τὰ παϑήματα αὐτῆς.
darch den Eros, oder, was diesem
Glück am nächsten kommt: die
Aussicht, einen Geliebten zu ge-
nach unserm Herzen.
Epilog 1 193 D—E λοιποί (Schluls
von ar Σ vn.
189 ᾧ 3. Kal μὴν — ἄλλῃ γέ πῃ
ἐν νῷ ἔχω λέγειν. Aristophanes
bestätigt die von Eryximachos 188 Εἰ
ausgesprochene Vermutung ἢ εἴ
πως ἄλλως ἐν νῷ ἔχεις ἐγκωμιάξειν
τὸν ϑεόν. In der That kann es
keinen schärfern Contrast geben als
zwischen der trocken gelehrten Rede
des Eryximachos und der phan-
tasievollen Ausführung des Aristo-
phanes.
4. σύ τε καὶ “Παυσανίας εἰπέτην.
Die Form auf @rn» kann bei Dich-
tern und ebenso bei Platon auch
für die 2. Person des Duals der
Praeterita gebraucht werden wie
für die dritte. Soph. Oed, R. 1511:
εἰχέτην. Plato Euthydem. 273 E:
εὐρέτην — ἐπεδημησάτην. — Da-
gegen Euthydem. 274 A ἔφατον
von der dritten Person: die Attiker
schwanken zwischen beiden Formen.
vgl. A. Bieber de duali numero Jena
1864, Gust. Meyer gr. Grammatik
Leipzig 1880 8. 361, während Cobet
miscellanea crit. Ὁ. 279 £. mit Elms-
ley zu Aristoph. Ach. 773 auch für
die 2. Person wie für die 3. blofs
die Endung nv anerkennt und ον
δεῖ δὲ πρῶτον ὑμᾶς μαϑεῖν
ἡ γὰρ
überall durch Emendation beseitigen
wi
6. ἐπεὶ αἰσθανόμενοί γε — ἂν
κατασκευάσαι καὶ --- ἂν ποιεῖν dazu
δοκοῦσιν aus dem Hauptsatz zu er-
gänzen. κατασκευάσαι ἐρὰ καὶ βω-
μούς ist eine einmalige in sich ab-
geschlossene Handlung (Inf. Aor.),
σοιεῖν ϑυσίας eine Öfters sich wie-
derholende (Inf. Präs.).
8. οὐχ woreo „während dagegen“
zu 179 E.
D1. ἐπίκουρος allgemeiner, { ἰατρὸς
τούτων etc. specieller Begriff,
rein negativ aufgefalst ist, im Sinne
der Beseitigung von Gebrechen.
4. εἰσηγήσασϑαι τὴν δύναμιν
αὐτοῦ vgl. 176 E: καὶ δι᾿ οἵων Aö-
yav — ἐθέλω ὑμῖν εἰσηγήσασθαι.
Äschin. adv. Tim. 172 εἰσηγητὴς
καὶ διδάσκαλος. — ὑμεῖς δὲ τῶν
ἄλλων διδάσκαλοι ἔσεσθε : sehr feier-
liche Aufforderung, die offenbarten
Geheimnisse den Mitmenschen zu
ihrem Heile mitzuteilen: denn von
der richtigen Erkenntnis des Wesens
des Eros hängt die εὐδαιμονία der
Menschen ab. Ähnliche pathetische
Ermahnung zur Aufmerksamkeit
Arist. Aues 688 ff.
6. τὴν ἀνθρωπίνην φύσιν καὶ τὰ
παϑήματα αὐτῆς. Im Gegensatz
zu Eryximachos falst Aristophanes
den Eros als eine rein menschliche
Erscheinung: er zuerst versucht
eine genetische Erklärung aus dem
88
HAATSNOZ
1 πάλαι ἡμῶν φύσις οὐχ αὕτη ἦν, ἥπερ νῦν, ἀλλ᾽ ἀλλοία.
πρῶτον μὲν γὰρ τρία ἦν τὰ γένη τὰ τῶν ἀνθρώπων, οὐχ
E ὥσπερ νῦν δύο, ἄρρεν καὶ ϑῆλυ, ἀλλὰ καὶ τρίτον προσῆν
κοινὸν ὃν ἀμφοτέρων τούτων, οὗ νῦν ὄνομα λοιπόν, αὐτὸ
δὲ ἠφάνισται ἀνδρόγυνον γὰρ τότε μὲν ἦν καὶ εἶδος καὶ
ὄνομα ἐξ ἀμφοτέρων κοινὸν τοῦ τὸ ἄρρενος καὶ ϑήλεος,
νῦν δὲ οὐχ ἔστιν ἀλλ᾽ ἢ ἐν ὀνείδει ὄνομα κείμενον. ἔπειτα
ὅλον ἦν ἑκάστου τοῦ ἀνθρώπου τὸ εἶδος στρογγύλον, νώ-
τον καὶ πλευρὰς κύκλῳ ἔχον, χεῖρας δὲ τέτταρας εἶχε, καὶ
σκέλη τὰ ἴσα ταῖς χερσί, καὶ πρόσωπα δύ᾽ ἐπ᾽ αὐχένι κυκλο-
Wesen des Menschen, die er, wie
dem Dichter geziemt, zu einem
äulsern historischen Vorgange ver-
dichtet. Vgl. die phantastische
Kosmogonie des wirklichen Ari-
stophanes in den Vögeln von
V. 700 an.
7. Zu αὕτη, ἥπερ vgl. 201 E:
τούτοις τοῖς λόγοις, οἷσπερ ἐγὼ
τοῦτον.
E 8. ἀνδρόγυνον γὰρ τότε μὲν
ἦν καὶ εἶδος καὶ ὄνομα. --- ἀνδρό-
γυνον halb adjectivisch gefalst, so
dals es zu den nachfolgenden sub-
stantivischen Subjecten εἶδος und
ὄνομα palst: Mannweibliches gab
es nämlich damals sowohl (mann-
weibliche) Gestalt als (mannweib-
lichen) Namen — während es jetzt
nur noch als Name, und zwar als
Schimpfname existiert. εἶδος und
ὄνομα sind Nominative (nicht Acc.
d. 62), εἶδος hat den Hauptnach-
5. ἢ ἐν ὀνείδει κείμενον. Suidas:
ἀνδρόγυνος 6 Jıövvoog ὡς καὶ τὰ
ἀνδρῶν ποιῶν καὶ τὰ γυναικῶν
πάσχων. Dann übertragen: ἀνδρό-
γυνοι: ἀσϑενεῖς, γυναικῶν καρδίας
ἔχοντες. Lat. semiwiri Liv. ΧΧΧΠΙ,
28, 7: pathici, obsceni wiri. Euse-
bius praep. evang. XII, 12 citiert
unsere Stelle und betrachtet sie
als eine milsverstandene Nach-
ahmung dermosaischen Schöpfungs-
geschichte des Menschen. Denn
Platon hat nach Eusebius die mo-
saischen Schriften gekannt und in
seiner Weise ausgebeutet. — Der
Ausdruck ἐν ὀνείδει κεῖσθαι ent-
spricht dem activischen εἰς ὄνειδος
τιϑέναι οἂ. καθιστάναι. — ἔπειτα
dem πρῶτον μὲν γάρ in D ent
sprechend leitet die nähere Be-
schreibung der bis jetzt blofs an-
geführten τρία γένη ein. Beachte
ie Stell von ὄνομα vor κεί-
μενον cf. Polemo ed. Hinck 23, 1 τὸν
ἐπὶ τοῖς ϑαπτομένοις λόγον εἰωθότα
Cic. de leg. Il 56 Marii sitas reli-
uias apud Anienem dissipari iussit
ΠΤ victor (Vablen).
6. ἑκάστου τοῦ ἀνθρώπου, mochte
er zu welchem der drei γένη immer
gehören. — στρογγύλον, der Mensch
stellte also (abgesehen vom Kopf
und den Extremitäten) eine Kugel
dar; νῶτον καὶ πλευρὰς κύκλο
ἔχον: πλευραί wie im jetzigen Men-
schen die linke und rechte Seite nach
dem Gesichte (resp. dem Doppel-
Resichte) berechnet, also diejenigen
eile der Kugelgestalt, welche je
zwischen den obern und unten
Extremitäten derselben Seite sich
ausdehnten, aber jedenfalls wie
die übrigen Teile des Körpers nach
aulsen erhaben. νῶτον: im Begriffe
des Rückens liegt genau om-
men das vom Gesicht abgekehrte,
von demselben nicht wahrgenom-
mene: da nun aber ein Wesen mit
Doppelgesicht nach beiden Seiten
sieht, so kaun man hier unter νῶτον
bloß die ganze übrige Peripherie
aulser den πλευραέ verstehen. An
sich hätte dieser Teil mit demsel-
ben Recht auch Brust genannt
werden können. Die Erklärung für
die Wahl des Ausdruckes sarov
liegt aber in der folgenden Be-
schreibung der παϑήματα, wonach
ZTMIIOZION. 190. 89
τερεῖ, ὅμοια πάντῃ" κεφαλὴν δ᾽ ἐπ᾽ ἀμφοτέροις τοῖς προσ- 190
ὥποις ἐναντίοις κειμένοις μέαν καὶ
ὦτα τέτταρα καὶ
g
αἰδοῖα δύο καὶ τἄλλα πάντα ὡς ἀπὸ τούτων ἄν τις εἰκά-
δειξν.
ἐπορεύετο δὲ καὶ ὀρθὸν ὥσπερ νῦν ὁποτέρωσε
βουληϑείη, καὶ ὁπότε ταχὺ ὁρμήσειε ϑεῖν, ὥσπερ ol κυβι-
στῶντες [xal] εἰς ὀρθὸν τὰ σκέλη περιφερόμενοι [χυβιστῶσι
χύχλῳ], ὀκτὼ τότε οὖσι τοῖς μέλεσιν ἀπερειδόμενοι ταχὺ
ἐφέροντο κύχλῳ. ἦν δὲ διὰ
Brust und Bauch erst nachher aus
dem mitten durch den Leib geben-
den Schnitt gebildet werden, da-
gegen allerdings aus dem hier ge-
nannten νῶτον je die zwei wirk-
lichen νῶτα der zwei aus dem
Doppelmenschen entstehenden Ein-
zelmenschen sich bilden, nachdem
das Antlitz dem Schnitte zu um-
gedreht worden. 190E.
190 A 1. κεφαλὴν δ᾽ ἐπ᾽’ ἀμφο-
τέροις τοῖς προσώποις --- μέαν: ἐπὶ
„an oder auf“. Wir würden eher
erwarten: an Einem Kopfe zwei
Gesichter; nachdem nun aber ein-
mal die δύο πρόσωπα schon er-
wähnt sind, denen als Unterlage
schon der Eine Hals gegeben war,
(ἐπ᾿ αὐχένι κυκλοτερεῖῦ wird nun
spalshaft genug die κεφαλὴ μία
gleichsam zur Ausfüllung der Lücke
en Gesichtern auf-, resp. als Keil
zwischen sie hineingesetzt.
8. καὶ τἄλλα πάντα ὡς ἀπὸ Tov-
τῶν ἄν τις εἰκάσεειν: das übrige
auszumalen überläfst Aristophanes
der Phantasie des Zuhörers. Nur
den Gang dieser merkwürdigen We-
sen will er noch beschreiben. Er
war doppelter Art, 1) so wie jetzt
(das καέ vor 00809 entspricht dem
καί vor ὁπότε rayv). Das mochte
nun freilich gewisse Schwierigkei-
ten haben, die Aristophanes nicht
näher zu berühren sich veranlalfst
findet: ging der Mensch aufrecht,
d.h. auf den Fülsen, so mulsten,
während zwei Beine auf der Einen
Seite regelrecht vorwärts gingen,
die andern zu gleicher Zeit rück-
wärtse laufen, was nicht gerade
zur Beschleuni dienen mochte.
Sehr begreiflich. dals, wenns pres-
sierte (ὁπότε ταχὺ ὁρμήσειε ϑ' εἶν)
ταῦτα τρία τὰ γένη καὶ τοι- Β
(lieber zwei) das Radschlagen mit
en acht Extremitäten angewendet
wurde. — sinaosıev; über diese
Form zu 1900 4. ᾿
4. ὁποτέρωσε βουληϑείη: nach
welcher von beiden Seiten, näm-
lich von den beiden Gesichtern
aus berechnet. Das eine Gesicht
schaute beim Gehen vorwärts, das
andere rückwärts. — Im übrigen
erinnert Ast daran, dafs auch nach
dem Talmud der Mensch der Ur-
zeit zwei Gesichter batte, und auf
der einen Seite Mann, auf der an-
dern Weib war, bis ihn Gott von
einander teilte. Vgl. die Commen-
tare von Isaaki (Raschi) und Aben
Esra zu Genesis 1 27, welche Stelle
so gedeutet und damit auch mit
Cap. Il in Einklang gebracht wurde
(nach gütiger Mitteilung von Pro-
fessor H. Steiner). Endlich scheint
Origenes (de oratione 31, Ip. 368 Α)
oder wenigstens ein Teil seiner
Anhänger die Theorie, daß der
Mensch in der Kugelgestalt, als
der vollkommensten, die denkbar
ist, auferstehen werde, an unsere
Stelle angelehnt zu haben.
5. ol κυβιστῶντες, „dals an ein
eigentliches Überschlagen zu den-
ken ist, lehren unsere Worte eig
ὀρθὸν τὰ σκέλη περιφερόμενοι. Um
der Kunstfertigkeit ρστὄϊβογο Be-
wunderung zu verschaffen, verband
man sie n mit Gefährlichkeit:
„die Sprünge mulsten über spitze
Waffen geschehen Xen. Symp. II
11, VIE 3“. (Becker Charikles I
p. 1843) „Etwas Ähnliches von un-
serm Radschlagen, aber, versteht
sich, mit mehr Grazie‘“ (Wolf).
‚ 190 B 1. ἦν δὲ διὰ ταῦτα: zu der
bisher ausgesprochenen Behauptung
90 IIAAT2NOZ
2 αὔτα, ὅτι τὸ μὲν ἄρρεν ἦν τοῦ ἡλίου τὴν ἀρχὴν ἔκγονον,
τὸ δὲ ϑήλυ τῆς γῆς, τὸ δὲ ἀμφοτέρων μετέχον τῆς σελή-
νης, ὅτι καὶ ἡ σελήνη ἀμφοτέρων μετέχει᾽ περιφερῇ δὲ δῆ͵
ἦν καὶ αὐτὰ καὶ ἡ πορεία αὐτῶν διὰ τὸ τοῖς γονεῦσιν
ὅμοια εἶναι. ἦν οὖν τὴν ἰσχὺν δεινὰ καὶ τὴν ῥώμην, καὶ
τὰ φρονήματα μεγάλα εἶχον, ἐπεχείρησαν δὲ τοῖς ϑεοῖς, καὶ
ὃ λέγει Ὅμηρος περὶ ᾿Εφιάλτου τε καὶ Ὥγχου, περὶ ἐκείνων
Ο λέγεται, τὸ εἰς τὸν οὐρανὸν ἀνάβασιν ἐπιχειρεῖν ποιεῖν, ὡς
ἐπιϑησομένων τοῖς ϑεοῖς.
XV. Ὁ οὖν Ζεὺς καὶ οἵ ἄλλοι ϑεοὶ ἐβουλεύοντο, ὅ τι
χρὴ αὐτοὺς ποιῆσαι, καὶ ἠπόρουν᾽ οὔτε γὰρ ὕπως ἀπο-
κτείναιεν εἶχον καὶ ὥσπερ τοὺς Γίγαντας κεραυνώσαντες 10
γένος ἀφανίσαιεν --- al τιμαὶ γὰρ (Av) αὐτοῖς καὶ ἱερὰ τὰ
παρὰ τῶν ἀνθρώπων ἠφανίζετο --- οὔτε ὅπως ἐῷεν ἀσελγαίνειν.
von der frühern Existenz dieser
drei γένη fügt Aristopbanes noch
eine mystisch gelehrte Begründung
hinzu, wie wenn er sagen wollte:
wenns sein muls, so verstehe ich
das ebenso gut wie meine sophisti-
schen Vorgänger, z. B. Pausanias:
offenbare Persiflage dieser leichten
Gelehrsamkeit.
2. τὸ μὲν ἄρρεν ἦν τοῦ ἡλίου —
ἔκγονον klingt an die Lehre des
Parmenides (vom Schein) an, dals
das Feuer das bewegende, positive
Element sei, also gleichsam das
männliche; Aristot. Met.13, 394b 6:
χρῶνται γὰρ ὡς κινητικὴν ἔχοντι
τῷ πυρὶ τὴν φύσιν. „Wie zwischen
Feuer und Erde das indifferente
und neutrale Wasser (der formlose
Stoff aller irdischen Bildungen) in
der Mitte steht, so zwischen der
Sonne und der Erde der Mond,
ϑῆλύς te καὶ ἄρσην, wie ihn der
orphische Hymnus IX 4 bezeich-
net‘‘ (Ast. Für gewöhnlich gilt
freilich Selene als schöne Frau.
4. περιφερῆ rund wie στρογγύ-
Aog: Sonne, Mond und Erde wer-
den also als Kugeln gefalst.
7. φρονήματα μεγάλα revolutio-
näre Gesinnung 182 Ὁ.
8. Otos und Ephialtes die be-
kannten Aloiden Od. XI 305 ff. Il. V
385 ff. Sie wollen in ihrem Über-
mut den Ossa auf den Olymp und
auf den Ossa den Pelion setzen
um die Götterburg zu erstürmen.
Wie hier sind sie als Beispiel des
menschlichen Übermutes gefafst de
mundo 1, und durch ihr berühn-
testes Unterfangen erinnerten sie
die Spätern an den babylonischen
Turmbau Orig. contra Cels. 4 p.
515 A ff. Nach Apollodor. I 7, 4
wollten sie auch das Meer ver-
schütten und die Erde zum Meer
machen. Aber sie wurden nach
der Sage von Apollo oder Artemis
getroffen.
C 4. οὔτε γὰρ ὅπως ἀποκτείψαιεν
εἶχον --- καὶ τὸ γένος ἀφανίσαιεν:
die Unmöglichkeit war nicht eine
physische, sondern wie die Begrän-
dung zeigt: ai τιμαὶ γὰρ αὐτοῖς —
ἠφανίξετο, eine blofs logische: sie
hätten sich selbst dadurch am
meisten geschadet. Die Vorstellung,
dafs die Götter ohne die Opfer der
Menschen am Hungertuche nagen
würden, konnte Platon den Vögeln
und dem Plutos des Aristophanes
entnehmen. — ἀποκχτείναιεν und
ἀφανίσαιεν 3. Plur. Optat. Aor. I
mit Beibehaltung des Diphthonges
at; ebenso 2. Sing. τολμήσαις 202C
(Phädr. 275 D δόξαις) Dagegen
die sog. äolische Form mit εἰ
wie es scheint regelmälsig in 3.
Sing., so im Symp. wenigstens
190 A einaosıev und öguraoeis,
ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ, 190. 91
μόγις δὴ ὁ Ζεὺς ἐννοήσας λέγει ὅτι Ζοκῶ μοι, ἔφη. ἔχειν 8
μηχανήν, ὡς ἂν εἶέν τε ἄνϑρωποι καὶ παύσαιντο τῆς ἀκο-
λασίας [ἀσϑενέστεροι γενόμενοι] νῦν μὲν γὰρ αὐτούς, ἔφη, Ὁ
διατεμῶ δίχα ἕκαστον, καὶ ἅμα μὲν ἀσϑενέστεροι ἔδονται,
ἅμα δὲ χρησιμώτεροι ἡμῖν διὰ τὸ πλείους τὸν ἀριϑμὸν γε-
γονέναι᾽ καὶ βαδιοῦνται ὀρθοὶ ἐπὶ δυοῖν σκελοῖν᾽ ἐὰν δ᾽
ἔτι δοκῶσιν ἀσελγαίνειν καὶ μὴ ϑέλωσιν ἡσυχίαν ἄγειν,
πάλιν
λους
δίχα,
ἀσκωλίξοντες.
192 Ὁ δόξειε, 197 A διδάξειε,
198 Ο ποιήσειε, 200 C ἐπιθυμήσειεν,
209 Β γεννήσειεν, 221 Ο ἀπει-
κάσειξν.
8. μόγις δὴ ὁ Ζεὺς ἐννοήσας
λέγει: die Beratung der Götterver-
sammlung war bis jetzt bei dem
schwierigen Dilemma, welches vor-
lag, ganz resultatlos geblieben, bis
endlich der Vorsitzende, Zeus selbst,
sein εὕρηκα ausrufen kann. Er
hat ein Mittel gefunden, welches
einerseits die Menschen demütigt,
andrerseits aber sie fortexistieren
läfst und das war es, was die Götter
brauchten.
9. ὡς ἂν εἶέν Te ἄνθρωποι nicht
ganz seltener Gebrauch des Opta-
tivs mit ἄν nach ὅπως und ὡς 50-
wohl nach Haupttempus als nach
historischer Zeit im Hauptsatz. So
schon in Homer ὥς κε od. ὡς ἄν
(seltener ὄφρα κε) mit Optativ,
jedoch fast nur in der Odyssee:
Weber Entwicklungsgesch. der Ab-
sichtssätze in Schanz Beitr. zur
histor. Syntax der gr. Spr. II p. 86.
Platon Lysis 207 E: προθυμοῦνται
ὕπως ἂν εὐδαιμονοίης. Xen. Cyrop.
12,6: «ἐπιμέλονται ὡς ἂν βέλτιστοι
εἶεν οἵ πολῖται. Mehrere eispiele
aus Xenophon bei Kühner II 892.
Nach einer historischen Zeit An-
üphon I 17: ἐβουλεύετο ἡ ἄνϑρω-
205 ὅπως ἂν αὐτοῖο τὸ φάρμακον
δοίη. Andok. 4,
D 2. διατεμῶ δίχα ἕκαστον: das
Mittel ist das diuide et impera in
seiner verwegensten Bedeutung;
Zeus macht dabei als kluger Poli-
tiker noch ein Profitchen: die Zahl
αὖ, ἔφη, τεμῶ δίχα, ὥστ᾽ ἐφ’ ἑνὸς πορεύσονται σκέ-
ταῦτα εἰπὼν ἔτεμνε τοὺς ἀνθρώπους
ὥσπερ ol τὰ 0a τέμνοντες [καὶ], μέλλοντες ταριχεύειν
der Steuerzahler wird durch dieses
Procedere verdoppelt.
4. ὀρθοὶ ἐπὶ δυοῖν σκελοῖν: bis
jetzt (190 A) gingen sie nur zu-
weilen ὀρϑοί: aber dann ἐπὶ τέτ-
ταρσι σκέλεσιν; auf die Schwierig-
keiten, die hiermit verbunden w&-
ren, achtet, wie wir sahen, Aristo-
phanes nicht; auch jetzt betrachtet
er das Gehen auf zwei Fülsen ala
etwas Mühsameres; eher werden
wir ihm beistimmen, wenn er im
folgenden das πορεύεσθαι ἐφ᾽ ἑνὸς
σκέλους als etwas Schreckliches be-
zeichnet, womit er die Menschen,
falls er damit Ernst machen mülste,
schwer heimsuchen würde. „Vater
Jupiter ist bei sehr übler Laune.
Er will uns gar noch einmal spal-
ten und nur auf Einem Beine herum-
hüpfen lassen.“ (Wolf.)
7. ἀσκωλέξοντες Scholion: κυρέως
μὲν τὸ ἐπὶ τοὺς ἀσκοὺς ἄλλεσϑαι
ἀληλιμμένους, ἐφ᾽ οὺς ἐπήδων γε-
λοίου ἕνεκα. Spiel der Landleute
in Attika, sie verfertigten aus der
Haut des dem Dionysos geopferten
Bockes einen Schlauch, ten ihn
mit Wein, machten ihn mit Öl
schlüpfrig. Hierauf hüpften sie ab-
wechselnd mit einem Bein auf dem-
selben: wer sich zu halten wulste,
war Sieger. Pollux IX 121, Verg.
Georg. II 384 Praemiaque ingenii
pagos et compita circum | Tihesidae
posuere alque inier pocula 'laeti |
mollibus in pratis uncios saluere
per ubros.
8. ol τὰ ὄα τέμνοντες; 0a „Arles-
beeren“ nach Rahnkens unzweifel-
hafter Verbesserung statt hand-
92 IIAAT2NOE
E[7 ὥσπερ τὸ φὰ ταῖς ϑριξίν]. ὄντινα δὲ τέμοι, τὸν Arollo
ἐκέλευε τό τὸ πρόσωπον μεταστρέφειν καὶ τὸ τοῦ αὐχένος
ἥμισυ πρὸς τὴν τομήν, ἵνα ϑεώμενος τὴν αὑτοῦ τμῆσιν
κοσμιώτερος δἴη ὁ ἄνθρωπος, καὶ τἄλλα ἰᾶσθαι ἐκέλευεν.
ὁ δὲ τό TE πρόσωπον μετέστρεφε, καὶ συνέλκων πανταχόϑεν
τὸ δέρμα ἐπὶ τὴν γαστέρα νῦν καλουμένην,
ὥσπερ τὰ
σύσπαστα βαλλάντια, ἕν στόμα ποιῶν ἀπέδει κατὰ μέσην
schriftl. (u. bei Stobäus) oa: noch
bösartiger ist die Stelle bei Euseb.
praepar. XII 12 überliefert: οὗ τὰ
ὦτα τέμνοντες. — Ruhnken stützt '
seine Conjectur auf Poll. VI 97:
ἦν δὲ τρωγάλια κάρυα, μυρτέδες,
μέσπιλα, ἃ καὶ ὅα καλεῖται, καὶ
τοὔνομα ἔστι παρὰ Πλάτωνι τοῦτο,
ὡς παρ᾽ ᾿Δρχιλόχῳ ἐκεῖνο und Ti-
maeus lex. Platonicum 8. u. ὄα.
E 2. τό re πρόσωπον μεταστρέ-
pew καὶ τὸ τοῦ αὐχένος ἥμισυ
πρὸς τὴν τομήν: sehr begreiflich,
dafs mit dem Gesicht auch der dazu
gehörige Hals umgedreht wird; über
ie Zusammengehörigkeit beider
vgl. 189E: πρόσωπα dv’ ἐπ᾽ αὐχένι
κυκλοτερεῖ, welche Stelle übrigens
beweist, wie exact Aristophanes
verfährt; es gab nur Einen αὐχήν,
also bleibt dem Einzelmenschen
nach vollzogenem Schnitt blolfs ein
ἥμισυ τοῦ αὐχένος.
4. καὶ τάλλα ἰᾶσϑαι ἐκέλευεν.
Zeus, der die Execution (den Schnitt)
in höchsteigener Person und mit der
Unerschrockenheit eines Schläch-
ters vollzogen hat, bedient sich
dagegen für die untergeordneten
Operationen des μεταστρέφειν und
des ἰᾶσϑαι des Heilgottes Apollon,
der namentlich das letztere mit
genialer Sicherheit und Kunst zu
vollziehen weils. Er bildet die vor-
her nicht vorhandene Brust und
Bauch mit dem Nabel auf die in-
geniöseste Weise durch Zusammen-
ziehen der, wie es scheint, sehr
dehnbaren Haut des bisherigen νῶ-
τον und der beiden halben mievgal
über die Schnittseite, ganz in der
Art wie man einen Schnürbeutel
oder eine Schweinsblase zusammen-
zieht — ein wahrhaft Aristophani-
scher Einfall, das Ei des Columbus.
Da aber bei dieser Operation, ähn-
lich wie beim Schnürbeutel, ungleich
mehr Falten entstehen mulsten, als
der menschliche Leib auf seiner
nunmehrigen Vorderseite in Wirk-
lichkeit zeigt, so ist auch hier
Aristopbanes nicht verlegen: diese
Falten wurden eben ausgeglätte
im ästhetischen Interesse, aber nicht
ganz — denn in Wirklichkeit sind
noch einige vorhanden —: diese
wenigen sollen dem Menschen eine
Erinnerung sein an das selbstrver-
schuldete παλαιὸν πάϑος, welchen
gleichen Zweck ja auch schon das
Umdrehen des Gesichts hatte ἴνα
ϑεώμενος, τὴν αὑτοῦ τμῆσιν 106
μιώτερος εἴη ὁ ἄνθρωπος. --- Apol-
lon wurde von ältester Zeit her
als Heilgott verehrt. In Athen heißt
er ἀλεξίκακος (Pausan. I 8, 3) mit
Beziehung auf die Abwehr der Pest,
in Elis heilst er ἀκέσιος, auf In-
schriften häufig ἑατρός oder ἑητὴρ
νόσων. Hier tritt er als vollen-
deter Chirurg auf, der zu seinen
Hauptoperationen des συνέλκειν und
ἀποδεῖν blols seine geschickte Hand
braucht, für das untergeordnete
Glätten der Falten dagegen ein
Schusterwerkzeug verwendet. „Auf
dem Leisten glättete man auch das
Leder und strich die Falten aus
mit einem Instrument, dessen grie-
chischen Namen wir nicht wissen
(Platon: ἔχων τι τοιοῦτον ὄργανον
οἷον ob σκυτοτόμοι), während im
Lateinischen ein Instrument, ten-
tipellium, erwähnt wird, das
demselben Zwecke diente und ein
eisenbeschlagener Leisten gewesen
zu sein scheint: Fest. p. 346, 16:
tentipellium Actorius putat esse cal-
ciamentum ferratum, quo pelles ex-
tenduntur“ Blüämner Technologie
ZTMIIOZION. 191. 93
τὴν γαστέρα, ὃ δὴ τὸν ὀμφαλὸν καλοῦσι. καὶ τὰς μὲν 191
ἄλλας ῥυτίδας τὰς πολλὰς ἐξελέαινε καὶ τὰ στήϑη διήρϑρου,
ἔχων τι τοιοῦτον ὄργανον οἷον ol σκυτοτόμοι, περὶ τὸν κα-
λάποδα λεαίνοντες τὰς τῶν σκχυτῶν ῥυτίδας" ὀλίγας δὲ
κατέλιπε, τὰς περὶ αὐτὴν τὴν γαστέρα καὶ τὸν ὀμφαλόν,
μνημεῖον εἶναι τοῦ παλαιοῦ πάϑους. ἐπειδὴ οὖν ἡ φύσις
δίχα ἐτμήϑη, ποθοῦν ἕχαστον τὸ ἥμισυ τῷ αὑτοῦ ξυνεῖναι,
καὶ περιβάλλοντες τὰς χεῖρας καὶ συμπλεχόμενοι ἀλλήλοις,
ἐπιθυμοῦντες συμφῦναι, ἀπέθνῃσκον ὑπὸ λιμοῦ καὶ τῆς Β
ἄλλης ἀργίας διὰ To μηδὲν ἐθέλειν χωρὶς ἀλλήλων ποιεῖν.
καὶ ὁπότε τι ἀποθάνοι τῶν ἡμίδεων, τὸ δὲ λειφϑείη, τὸ
λειφϑὲν ἄλλο ἐξήτει καὶ συνεπλέκετο, εἴτε γυναικὸς τῆς ὅλης
ἐντύχοι ἡμίσει, ὃ δὴ νῦν γυναῖκα καλοῦμεν, εἴτε ἀνδρός"
καὶ οὕτως ἀπώλλυντο. ἐλεήσας δὲ ὁ Ζεὺς ἄλλην: μηχανὴν
πορέξεται, καὶ μετατίϑησιν αὐτῶν τὰ αἰδοῖα εἰς τὸ πρό-
σϑεν᾽ τέως γὰρ καὶ ταῦτα ἐκτὸς εἶχον, καὶ ἐγέννων καὶ
ἔτικτον οὐκ εἰς ἀλλήλους ἀλλ᾽ εἰς γῆν, ὥσπερ ol τέττιγες. Ο
bei Gr. u. Römern I p. 276. Über
den Ifisten καλάπους oder καλό-
πους Pollux VII 82: περὶ ἃ δὲ τεί-
veras καὶ περιρράπτεται τὰ κοῖλα
ὑποδήματα, καλάποδες οὐ κατὰ τὴν
νῦν χρείαν μόνον ἀλλὰ καὶ κατὰ
τὴν ἀρχαίαν κέκληνται. ῬΟ]]. Χ 141
überliefert aus dem Symposion die
Form καλάπους. Ebenso hat Cod.T.
Man leitete bei den Alten das Wort
von χᾶλον lignum ab: „Holzfuls“.
191 A 7. ποϑοῦν ἕκαστον τὸ ἥμισυ
τῷ αὑτοῦ ξυνεῖναι --- καὶ περιβαλ-
λοντες --- ἀπέθνῃσκον etc. Con-
structio ad sensum. Über τῷ vgl.
krit. Anh.
191 B 1. ὑπὸ λιμοῦ καὶ τῆς ἄλ-
Ans ἀργέας: auch schon das Ster-
ben ὑπὸ λιμοῦ beruht auf ἀργία
im vorliegenden Falle; sie vernach-
lässigten es nämlich aus Liebessehn-
sucht, sich Nahrung zu suchen oder
zu sich zu nehmen; und auch, nach
andern Seiten des Lebens hin waren
sie unthätig; Energielosigkeit aber
bringt Schwächung und Tod. Wer
aus Liebessehnsucht sich energie-
loser Sentimentalität hingiebt, ver-
liert seine Lebenskraft. (Damit er-
ledigt sich auch der Vorschlag
Herwerdens, ἀπορίας statt ἀργίας
zu schreiben.) — Über das Fehlen
des Artikels beim ersten Gliede
zu 179 B: ἄνδρες — αἴ γυναῖκες;
Phileb. 45 E: ἔν τινι πονηρίᾳ ψυχῆς
καὶ τοῦ σώματος.
4. εἴτε γυναικὸς τῆς ὕλης ἐντύχοι
ἡμίσει, ὃ δὴ νῦν γυναῖκα καλοῦ-
μεν: sehr exacte Ausdrucksweise;
die γυνή der παλαιὰ φύσις ist eine
γυνὴ ὅλη, ein Doppelweib; die
jetzige γυνή ist nur die Hälfte, sei
es einer ὅλη γυνή oder auch eines
ἀνδρόγυνον.
b. εἴτε ἀνδρός aus dem Vorher-
gehenden ist ἐντύχοι ἡμίσει hinzu-
zudenken, und zwar τοῦ ὅλου ἀν-
öoög; hätte Aristophanes hier alle
Möglichkeiten erschöpfen wollen
so hätte er noch hinzugefügt εἶτ
ἀνδρογύνου.
6. ἄλλην μηχανήν mit Bezug auf
190 C: δοκῶ wor ἔχειν μηχανήν.
7. εἰς τὸ πρόσϑεν vom jetzigen
Zustande aus gedacht, nachdem das
Gesicht umgekehrt war, gegen das
Innere des ursprünglichen Leibes
zu: daher Gegensatz ἐκτός, was
auch ὄπισθεν heilsen könnte.
8. καὶ ταῦτα wie vorher das
πρόσωπον.
.C 1. ὥσπερ ol τέττιγες. „Die Ci-
94
IIAAT2NOZ
2 μετέθηκέ τε οὖν οὕτω [αὐτῶν εἰς τὸ πρόσϑεν] καὶ διὰ τού-
τῶν τὴν γέννησιν ἐν ἀλλήλοις ἐποίησε, [διὰ τοῦ ἄρρενος ἐν
τῷ ϑήλει], τῶνδε ἕνεκα, ἵνα ἐν τῇ συμπλοκῇ ἅμα μὲν εἰ
ἀνὴρ γυναικὶ ἐντύχοι, γεννῷεν καὶ γίγνοιτο τὸ γένος, ἅμα
δ᾽ εἰ καὶ ἄρρην ἄρρενι, πλησμονὴ γοῦν γίγνοιτο τῆς συν-
ουσίας καὶ διαπαύοιντο καὶ ἐπὶ τὰ ἔργα τρέποιντο καὶ
τοῦ ἄλλου βίου ἐπιμελοῖντο.
g €
ἔστι δὲ οὖν ἐκ τόσου 0
ἔρως ἔμφυτος ἀλλήλων τοῖς ἀνθρώποις καὶ τῆς
ἀρχαίας φύσεως συναγωγεὺς καὶ ἐπιχειρῶν ποιῆ-
σαι ἕν ἐκ δυοῖν καὶ ἰάσασϑαι τὴν φύσιν τὴν ἀν-
ϑροωπίνην.
ΧΥ͂Ι. Ἕκαστος οὖν ἡμῶν ἐστιν ἀνθρώπου ξύμβολον,
ἅτε τετμημένος ὥσπερ αἵ ψῆτται, ἐξ ἑνὸς δύο.
caden thun dieses vermittelst eines
Stachels, den das Weibchen am
Hinterteil hat und der ein Dritt-
teil des ganzen Tieres ausmacht.
Damit bohren sie in die Erde, öff-
nen ihn und lassen die Eier in
den Sand fallen, wo sie von der
Sonne ausgebrütet werden.“ (Wolf.)
Die Vergleichung mochte dem Ko-
miker um so näher liegen, als die
Cicade Symbol der Autochthonie
war; die alten Atbener trugen, um
sich als Autochthonen zu bezeich-
nen, goldene Cicaden als Haar-
nadeln Thuk. I 6. Arist. Eq. 1831: _
ὅδ᾽ ἐκεῖνος ὁρᾶν τεττιγοφόρος, ἀρ-
χαίῳ σχήματι λαμπρός. Anacreon-
tea 32 wird die Cicade ynyerns
genannt.
5. τὸ γένος die neue Nachkom-
menschaft, die sonst nicht entstan-
den wäre, während doch das Inter-
esse der Götter gebieterisch diese
Entstehung verlangte: also das
Menschengeschlecht in der neuen,
gegenwärtigen Form. cf.190C. So
wird der Artikel erklärlich.
1. ἐπὶ τὰ ἔργα τρέποιντο im
Gegensatz zu der frühern ἀργέα (B).
Aus dieser Darstell der ἀρχαία
φύσις und παϑήματα des Menschen-
geschlechts ergiebt sich nun die
genetische Er des Eros, die
als Schlufsresultat mit ἔστε δὴ οὖν
eingeleitet wird.
8. ἐκ τόσου „von dieser (so
ξητεῖ δὴ
langen) Zeit her.“ Leg. I 642E:
καὶ εὔνοιαν ἐκ τόσου ἔγωγε ὑμὶν
καὶ οὗ ἡμέτεροι ἔχουσι γονῆς. --
Sonst kommt τόσος in der Pros
noch vor in ὅσῳ — τόσῳ, ferner
τόσα καὶ τόσα.
D 5. ξύμβολον tessera hoßpitalia.
Sie bestand in einem Würfel oder
einer kleinen Tafel, die der Wirt
seinem Gaste bei der Abreise gab:
man zerbrach sie in zwei Stücke,
und jeder von den beiden behielt
seinen Teil, um, wenn jemals sie
oder ihre Nachkommen sich wieder
treffen sollten, sich wieder zu er-
kennen und die alte Gastfreund-
schaft zu erneuern: ἄνθρωπος ent
spricht hier dem ungeteilten Gan-
zen und wäre demnach als ἀρχαία
φύσις, Doppelmensch zu denken,
ξύμβολον ıst eine abgebrochene
Hälfte: „Contremarke, halbierte
Marke“. Stallbaum vergleicht den
Satz des Empedokles Aristot, de
generat. animal. 118. 722b 10: ’Es-
πεδοκλῆς φησιν ἐν τῷ ἄρρενι
ἐν τῷ ϑήλει οἷον σύμβολον εἶναι;
ὅλον δ᾽ am’ οὐδετέρου ἀπιέναι,
auf den vielleicht Platon Rücksicht
nimmt.
6. ὥσπερ al φῆτται eine zweit
Vergleichung. Die Schollen oder
Butten sind unsymmetrische, breite,
dünne Meerfische, welche beide
Augen auf der gleichen Seite des
Kopfes haben und diese Seite immer
|
ZTMIIOZION. 192. Ä 95
ἀεὶ τὸ αὑτοῦ ἕκαστος ξύμβολον. ὅσοι μὲν οὖν τῶν ἀνδρῶν 7
τοῦ κοινοῦ τμῆμά εἰσιν, ὃ δὴ τότε ἀνδρόγυνον ἐκαλεῖτο,
φιλογύναικές τέ εἰσε καὶ οἵ πολλοὶ τῶν μοιχῶν ἐκ τούτου
τοῦ γένους γεγόνασι, καὶ ὅσαι αὖ γυναῖκες φίλανδροί τὸ E
καὶ μοιχεύτριαι [ἐκ τούτου τοῦ γένους γίγνονται]. ὅσαι δὲ
τῶν γυναικῶν γυναικὸς τμῆμά εἰσιν, οὐ πάνυ αὗται τοῖς
ἀνδράσι τὸν νοῦν προσέχουσιν, ἀλλὰ μᾶλλον πρὸς τὰς γυ-
ναῖκας τετραμμέναι εἰσί, καὶ αἱ ἑταιρίστριαι ἐκ τούτου τοῦ
γένους γίγνονται. ὅσοι δὲ ἄρρενος τμῆμά εἰσι, τὰ ἄρρενα
διώκουσι, καὶ ἕως μὲν ἂν παῖδες ὦσιν, ἅτε τεμάχια ὄντα
τοῦ ἄρρενος, φιλοῦσι τοὺς ἄνδρας καὶ χαίρουσι συγκατα-
κείμενοι καὶ συμπεπλεγμένοι τοῖς ἀνδράσι, καί εἰσιν οὗτοι (οἷ 192
βέλτιστοι τῶν παίδων καὶ μειρακίων, ἅτε ἀνδρειότατοι ὄντες
φύσει. φασὶ δὲ δή τινες αὐτοὺς ἀναισχύντους εἶναι, ψευ-
δόμενοι᾽ οὐ γὰρ ὑπ᾽ ἀναισχυντίας τοῦτο δρῶσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ
ϑάρρους καὶ ἀνδρείας καὶ ἀρρενωπίας, τὸ ὅμοιον αὐτοῖς
ἀσπαζόμενοι. μέγα δὲ τεκμήριον᾽ καὶ γὰρ τελεωϑέντες μόνοι
nach oben kehren. „Rücken und
Bauch gehen in eine scheideförmige
Gestalt aus und haben das Ansehen
als wären sie der eine Teil eines
von einander gespaltenen Fisches;
aus welchem Grunde sie auch von
einigen Halbfische genannt werden.“
(Bothe zu Aristoph. Lysistrata 115
nach Wilmsen Handb. der Natur-
gesch.) Aristoph.a.a.O. spricht eine
der Frauen den heroischen Ent-
schlufs aus, alles zu thun zur Wieder-
herstellung des Friedens: ἐγὼ δέ
γ᾽ ar, κἂν “ὡσπερεὶ ψῆτταν δοκῶ |
δοῦν᾽ ἄν γ᾽ ἐμαυτῆς παραταμοῦσα
ϑήμισυ. Dieses Suchen der eigenen
Hälfte (Eros) gliedert sich je nach
den drei Arten der Doppelmen-
schen in vier verschiedene Erschei-
nungsformen: Aus dem ἀνδρόγυνον
entstehen 1) die ἄνδρες φιλογύναι-
κες (μοιχοΐ). 2) die γυναῖκες φίλαν-
ὅροι (μοιχεύτριαι)ς; aus dem Doppel-
weib 3) die γυναῖκες φιλογύναικες
(ἐταιρίστρεαι); aus dem Doppelmann
4) die ἄνδρες φέλανδροι (παιδερα-
oral).
E 2. ὅσαι τῶν γυναικῶν: näm-
lich τῶν νῦν; dagegen in ,γυναικὸς
τμῆμα ist γυνή eine γυνή im alten
Sinne =» Doppelweib; ebenso ist
ἄρρεν als Doppelmann zu fassen
in dem folgenden Ausdruck 0008
δὲ ἄρρενος τμῆμα εἰσιν.
192 A 8. φασὶ δὲ δή τινες av-
τοὺς ἀναισχύντους εἶναι das sind
diejenigen, von denen Pausanias
sagt 182 A: ὥστε τινὰς τολμᾶν ὡς
αἰσχρὸν χαρέξεσθαι ἐρασταῖς. Vgl.
za jener Stelle, wo wir bereits be-
ımerkten, dafs auch Sokrates dazu
gehört, s. 218D.
4. 00 γὰρ ὑπ᾽ ἀναισχυντίας τοῦτο
δρῶσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ θάρρους καὶ dv-
δρείας καὶ ἀρρενωπίας. Schon die
starke Häufung des Lobes lälst er-
kennen, dals dasselbe von Aristo-
phanes stark ironisch gemeint ist;
vgl. 193C im Anfang die Anwen-
dung auf Pausanias und Agathon,
5. ἀρρενωπία eig. „das männliche
Aussehen“ scheint & α, A. zu sein, ge-
bildet von ἀρρενωπός. τὸ ἀρρενω-
πὸν die Männlichkeit Leg, VII 802E:
τὸ δὴ μεγαλοπρεπὲς οὖν καὶ τὸ
πρὸς τὴν ἀνδρείαν ῥέπον ἀρρενω-
πὸν φατέον εἶναι.
6. μέγα δὲ τεκμήριον. καὶ γὰρ
zu 178 B: τεκμήριον δὲ τούτου. ---
τελεωϑέντες vom Jünglingsalter im
96 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
ἀποβαίνουσιν εἰς τὰ πολιτικὰ ἄνδρες οἱ τοιοῦτοι. ἐπειδὰν
ὃὲ ἀνδρωθώῶσι, παιδεραστοῦσι καὶ πρὸς γάμους καὶ παιδὸ-
Β ποιέας οὐ προσέχουσι τὸν νοῦν [φύσει, ἀλλ᾽ ὑπὸ τοῦ vo |
᾿ς μοῦ ἀναγκάζονται], ἀλλ᾽ ἐξαρκεῖ αὐτοῖς μετ᾽ ἀλλήλων κατα[ῆν
ἀγάμοις. πάντως μὲν οὖν ὁ τοιοῦτος παιδεραστής τε καὶ
φιλεραστὴς γίγνεται, ἀεὶ τὸ ξυγγενὲς ἀσπαξόμενος. ὅταν
μὲν οὖν καὶ αὐτῷ ἐκείνῳ ἐντύχῃ τῷ αὑτοῦ ἡμίσει καὶ 0
Οπαιδεραστὴς καὶ ἄλλος πᾶς, τότε καὶ ϑαυμαστὰ ἐκπλήττον-
ται φιλίᾳ τε καὶ οἰκειότητι καὶ ἔρωτι, οὐκ ἐθέλοντες, ὡς
ἔπος εἰπεῖν, χωρίξεσϑαι ἀλλήλων οὐδὲ σμικρὸν χρόνον. καὶ
ol διατελοῦντες μετ᾽ ἀλλήλων διὰ βίου οὗτοί εἰσιν, οἵ οὐδ᾽
ἂν ἔχοιεν εἰπεῖν ὅ τι βούλονται σφίσι παρ᾽ ἀλλήλων γί-
γνεσϑαι. οὐδὲ γὰρ ἂν δόξειε τοῦτ᾽ εἶναι ἡ τῶν ἀφροδισίων
συνουσία, ὡς ἄρα τούτου ἕνεκα ἕτερος ἑτέρῳ χαίρει ξυνὸν
nn ᾿
᾿
|
|
οὕτως ἐπὶ μεγάλης σπουδῆς"
Gegensatz zum folgenden ἐπειδὰν
δὲ ἀνδρωθῶσιν; so Rep. V 466 Ε,
481 Α.
1. ἄνδρες Prädikativ zu ἀποβαί-
ψουσιν: rechte Männer wie home-
risch ἀνέρες ἐστὲ φίλοι Aristoph.
Eq. 179. 882. ἀποβαίνω mit prä-
dikat. Nominativ 197 φανὸς ἀπέβη,
Rep. ΠῚ 410 Ὁ: οἵ μὲν γυμναστικῇ
ἀκράτῳ χρησάμενοι ἀγριώτεροι τοῦ
δέοντος ἀποβαίνουσιν. --- Offenbarer
Spott, den Platon dem Aristopha-
nes in den Mund legt im Hinblick
auf Stellen wie Ar. Nubes 1093:
414. Önunyogovow ἐκ τένων; AIK.
εὐρυπρώκτων. Vgl. auch den
Komiker Platon bei Mein. II 681:
κεκολλόπευκας᾽ τοιγαροῦν ῥήτωρ
ἔσει. 182C hatte nämlich Pausa-
nias die politische Bedeutung der
Männerliebe hervorgehoben.
B 1. Zu οὐ προσέχουσι τὸν νοῦν,
ἀλλ᾽ ἐξαρκεὲὶ αὐτοῖς u. 8. w., vgl.
191: οὐ πάνυ αὗται roig ἀνδράσι
τὸν νοῦν προσέχουσιν, ἀλλὰ μᾶλλον
“-οὁς τὰς γυναῖκας τετραμμέναι εἰσέ,
Die eingeklammerten Worte sind
nicht blofs störend, sondern auch
unwahr: in Athen war niemand
durch das Gesetz zum Heiraten ge-
zwungen (krit. Anh.)
3. παιδεραστής = ἐραστὴς τοῦ
παιδός, φιλεραστής = ὁ φιλῶν τὸν
ἀλλ᾽ ἄλλο τι . βουλομένη ἕἔκχα-
ἐραστήν, vom ἐρώμενος, diesem
wird nicht ἐρῶν, sondern blola φι-
λεῖν und φιλία zugeschrieben: zu
179C. Unter Umständen kann frei-
lich auch die φιλεραστέα den Cha-
rakter der Leidenschaft annehmen,
so bei Alkibiades gegenüber So
krates; 213 D sagt Sokrates: ὃς
ἐγὼ τὴν τούτου μανίαν τε καὶ
φιλεραστέαν πάνυ ὁρρωδῶώ. — Die
Stellung der beiden Begriffe ein
Hysteronproteron.
4. ὅταν μὲν οὖν καὶ αὐτῷ ἐντύχῃ;
οὖν dient hier nicht zur Folgerung,
sondern zur Fortsetzung der Be
trachtung; es reiht einen nene
Punkt an die frühern an. So de
μὲν οὖν Aristot. Poet. 24, 1460 8
11 und Vahlen das. αὐτῷ ἐκεένο
mit Beziehung auf 191 Ὁ: ξητεῖ dr
del τὸ αὑτοῦ ξύμβολον.
6. καὶ ἄλλος πᾶς nämlich die
aus dem ἀνδρόγυνον und aus dem
Doppelweib ntstandenen.
1. ϑαυμαστὰ ἐκπλήττονται pe
tischer als ϑαυμαστῶς ἐκπ.: „Ele
werden wundersam ergriffen“. Die
ganze Schilderung der rätselhaften
unaussprechlichen Macht der Liebe,
die Aristophanes mit diesen Worten
beginnt, ist von hoher poetischer
Schönheit.
‚7. ὡς ἄρα „dals also“ nach der
ZTMIIOEION. 192. 97
zepov ἡ ψυχὴ δήλη ἐστίν, ὃ οὐ δύναται εἰπεῖν, ἀλλὰ μαν- Ὁ
τεύεται ὃ βούλεται, καὶ αἰνέττεται. καὶ εἰ αὐτοῖς ἐν τῷ
αὐτῷ κατακειμένοις ἐπιστὰς ὁ Ἥφαιστος, ἔχων τὰ ὄργανα,
ἔροιτο᾽ τί ἔσϑ᾽ ὃ βούλεσθε, ὦ ἄνθρωποι, ὑμῖν παρ᾽ ἀλλή-
λων γενέσθαι; καὶ εἰ ἀποροῦντας αὐτοὺς πάλιν ἔροιτο᾽ ἀρά
γὲ τοῦδε ἐπιϑυμεῖτε, ἐν τῷ αὐτῷ γενέσθαι ὅ τι μάλιστα
ἀλλήλοις, ὥστε καὶ νύχτα καὶ ἡμέραν μὴ ἀπολείπεσϑαι ἀλλή-
λων; εἰ γὰρ τούτου ἐπιθυμεῖτε, ϑέλω ὑμᾶς συντῆξαι καὶ Ε
συμφυαῆσαι εἰς τὸ αὐτό, ὥστε δύ᾽ ὄντας ἕνα γεγονέναι καὶ
Eos τ᾿ ἂν ξῆτε, ὡς ἕνα ὄντα, χοινῇ ἀμφοτέρους ξῆν, καὶ
ἐπειδὰν ἀποθάνητε, ἐχεῖ αὖ ἐν “Διδου ἀντὶ δυοῖν ἕνα εἶναι
κοινῇ τεθϑνεῶτε᾽ ἀλλ᾽ ὁρᾶτε εἰ τούτου ἐρᾶτε καὶ ἐξαρκεῖ
ὑμῖν ἂν τούτου τύχητε᾽ ταῦτ᾽ ἀκούσας ἴσμεν ὅτι οὐδ᾽ ἂν
εἷς ἐξαρνηϑείη οὐδ᾽ ἄλλο τι ἂν φανείη βουλόμενος, ἀλλ᾽
ἀτεχνῶς οἵοιτ᾽ ἂν ἀκηκοέναι τοῦτο ὃ πάλαι ἄρα ἐπεϑύμει,
συνελθὼν καὶ συντακεὶς τῷ ἐρωμένῳ ἐκ δυοῖν εἷς γενέσϑαι.
τούτου γάρ ἐστι τὸ αἴτιον, ὅτε ἡ ἀρχαία φύσις ἡμῶν ἦν
αὕτη καὶ ἦμεν ὅλοι" τοῦ ὅλου οὖν τῇ ἐπιϑυμίᾳ καὶ
soeben geäufserten, aber von Ari-
stophanes verworfenen Vermutung:
su 174 Β 4. — τούτου ἕνεκα das
Neutrum bezogen auf den Begriff
ἡ τῶν ἀφροδισίων συνουσία.
1, μαντεύεται --- αἰνίττεται
Steigerung: jenes bezeichnet die
blofse Ahnung, dieses den Ausdruck
dieser Ahnung durch rätselhafte
Worte der Verliebtheit.
2. καὶ εἰ αὐτοὶς — ἐπιστὰς ὁ
Ἥφαιστος ἔροιτο --- καὶ εἰ πάλιν
ἔροιτο (an welche zweite Frage sich
dann das Anerbieten des Hephästos
knüpft, die Liebenden zusammen-
zuschmieden) — an diese Vorder-
sätze schliefst sich als Nachsatz (E)
ταῦτα ἀκούσας ἴσμεν ὅτι οὐδ᾽ ἂν
εἷς ἐξαρνηϑ είη. --- ἐπιστὰς ὁ Ἤφαι-
στος ἔχων τὰ ὄργανα: Rückert er-
innert mit Recht an Hom. Od. VII
266 ff.
E 2. συμφυσῆ σαι zusammenblasen,
zusammenschweifsen. Ausdruck der
Schmiede Arist. Eq. 468. Hom. Il.
XVII 470 von der Werkstatt des
Hephästos: φῦσαι δ᾽ ἐν χοάνοισιν
ἐείκοσι πᾶσαι ἐφύσων (Vermehren).
— Es ist ein feiner Zug in dieser
PLaron, Symposion.
ganzen Darstellung, dals die Lie-
benden selbst auf die Frage, was
sie eigentlich wollen, nichts zu ant-
worten wissen (ἀποροῦντας aüro vg),
dafs Hephästos dann genötigt ist
seine zweite Frage so zu gestalten,
dals er in dieselbe die Antwort selbst
aufnimmt, und ihnen hierdurch
erst, sowie durch das gemachte An-
erbieten plötzlich ein Licht aufgeht.
Auf diese Stelle oder 191 A ff.
spielt Aristoteles an Polit. II 4,
1262 Ὁ 11: καϑάπερ ἐν τοῖς ἐρω-
τικοῖς λόγοις ἴσμεν λέγοντα τὸν
Agıoroyasnv ὡς τῶν ἐρώντων διὰ
τὸ σφόδρα φιλεῖν ἐπιϑυμούντων
συμφυῆναι καὶ γενέσθαι ἐκ δύο
ὄντων Eva’ ἐνταῦϑα μὲν 00V ἀνάγκη
ἀμφοτέρους ἐφϑάρϑαι ἢ τὸν ἕνα.
8. ὃ πάλαι ἄρα ἐπεϑύμει. ἐπι-
ϑυμεῖν hat sonst den Genetiv nach
sich, vgl. oben τούτου ἐπιϑ. Be-
kanntlich kann aber auch nach
Verben, die einen andern Casus als
den Accusativ für das substantivi-
sche Object verwenden, der Accu-
sativ eines neutralen Pronomens
oder Adjectivs stehen.
11. τοῦ ὅλου οὖν τῇ ἐπιθυμίᾳ
7
193 διώξει ἔρως ὄνομα.
98
καὶ πρὸ τοῖ,
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ὥσπερ λέγω, ἣν
ἦμεν" νυνὶ δὲ διὰ τὴν ἀδικίαν διῳωκίσθϑημεν ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ,
καϑάπερ ᾿Αρκάδες ὑπὸ Μακεδαιμονίων.
φόβος οὖν ἔστιν,
ἐὰν μὴ κέσμιοι ὦμεν πρὸς τοὺς ϑεούς, ὅπως μὴ καὶ εὖ
ϑις διασχισϑησόμεθϑα, καὶ περίιμεν ἔχοντες ὥσπερ οἱ ἐν
ταῖς στήλαις κατὰ γραφὴν ἐχτετυπωμένοι, διαπεπρισμένοι
κατὰ τὰς ῥῖνας, γεγονότες ὥσπερ λίσπαι.
ἀλλὰ τούτων
ἕνεκα πάντ᾽ ἄνδρα χρὴ ἅπαντι παρακελεύεσϑαι εὐσεβεῖν.
περὶ ϑεούς, ἵνα τὰ μὲν ἐκφύγωμεν, τῶν δὲ τύχωμεν. ὦν.
ὁ Ἔρως ἡμῖν ἡγεμὼν καὶ στρατηγός. ©
καὶ διώξεε ἔρως ὄνομα neue bün-
digere Fassung der Definition des
Eros als sie oben 191 D gegeben war.
193 A 2. διφκίσθημεν — καϑά-
neo Agnades ὑπὸ Λακεδαιμονίων
bezieht sich auf das Schicksal Man-
tineias ΟἹ. 98, 4 = 385 v. Ch. Xen.
Hellen. V 2, 1—7. ἐκ δὲ τούτου
καϑῃρέϑη μὲν τὸ τεῖχος, διῳκέσϑη
δὲ ἡ Μαντίνεια τετραχῆ καθάπερ
τὸ ἀρχαῖον ᾧκουν nämlich κατὰ
κώμας dorfweise, Polyb. IV 27: ἐκ
μιὰς πόλεως εἰς πλείους αὐτοὺς
διοικέσαντες. Diodor. XV 5: αὐτοὺς
δὲ μετοικῆσαι πάντας εἰς τὰς ἀρ-
χαίας πέντε κώμας, ἐξ ὧν εἰς τὴν
[Μαντίνειαν τὸ παλαιὸν συνῴκησαν,
ibid. 12. Paus. VII 8, 5. Busolt
die Lak. u. 1. Bundesgen. 8. 128.
Im Jahre 370 (nach der Schlacht
bei Leuktra) wurde die Stadt wieder-
hergestellt Xen. Hell. ΥἹ ὅ, ὅ. Paus.
VII. 8, 10. Der gewöhnliche Aus-
druck für die Wiederherstellung ist
συνοικίξειν wie für die Zerteilung
διοικέξειν: Strabo VIII 3, 2, der
neben συνοικέξειν auch συμπολί-
ξειν braucht. Vgl. den sogenannten
Synoikismos Athens durch Theseus.
Mit poetischer Freiheit gestattet
sich Platon den Anachronismus,
den Aristopbanes an einem Gast-
mahle im Jahre 416 v. Chr. ein
Ereignis aus dem Jahre 385 v. Chr.
erwähnen zu lassen. Über die
Schlüsse, die man aus unserer Stelle
ziehen kann, s. Einl. $ 10.
4. ὅπως μὴ καὶ αὖϑις διασχι-
σϑησόμεθα mit Hinsicht auf die
Drohung des Zeus 190 Ὁ: ὥστ᾽ ἐφ᾽
ἑνὸς πορεύσονται σκέλους ἀσκωλί-
4
fovres. Eine solche abermalige
Spaltung mü/ste allerdings die Nase
mitten durch schneiden. — ὥσπερ
ol ἐν ταῖς στήλαις κατὰ γραφὴν
ἐκτετυπωμένοι, διαπεπρισμένοι κατὰ
ῥῖνας Relieffiguren auf attischen
rabsteinen, ganz im Profil we
durch die Nase mitten durchgesägt.
„Hier ist γραφή ein zartes Relief;
denn καταγραφήν zu verbinden, 1
schon deswegen unstatthaft, weil
catagrapha bei Plin. XXXV 34 ge-
rade das Gegenteil nämlich Ver-
kürzungen bezeichnet‘. Welcker ın
Handbuch der Archäol. der Kunst
p. 465°. Die letztere Bemerkung
ist gegen G. Herm. Opause. V p. 214
gerichtet, der καταγραφήν (Adverb
== καταγραφῇ „in Profil“) lesen
wollte (nach den Handschriften).
— λέσπαι nach Suidas οἱ διαπε-
πρισμένοι ἀστράγαλοι, die als ἔσρ-
BoA« tesserae hospitales verwendet
wurden; zu 191D.
8. πάντ᾽ ἄνδρα χρὴ ἅπαντι nuge-
κελεύεσθαι vgl. Leg. Υ .182 0 zei
εὐ παραγγέλλειν παντὶ πάντ᾽ ἄνδρα
— εὐσχημονεῖν πειρᾶσϑαι.
Β 1. τὰς μέν die nochmalige Spa-
tung, τῶν δέ die Wiedervereinigung
mit der ursprünglichen Hälfte,
B 2. πράττει δ᾽ ἐναντία ο4τ,
ϑεοῖς ἀπεχϑάνεται ist paren
hinzugefügt zu dem ᾧ μηδεὶς ber
io πραττέτω ‚ an welches ἀμ
wieder φίλοι γὰρ γενόμενοι
διαλλαγέντες τῷ θεῷ sich anschlielst
‘ ΄
Die Erinnerung ist nicht überflüsig
wie sie auf den ersten Blick*e® |
scheinen möchte und in der Tbst
auch Jahn und Vögelin, welche die
μηδεὶς ἐναντία,
|
ZTMIIOZION. 193.
99
πραττέτω — πράττει δ᾽ ἐναντία, ὅστις θεοῖς ἀπεχϑάνεται — 3
φίλοι γὰρ γενόμενοι καὶ διαλλαγέντες τῷ ϑεῷ ἐξευρήσομέν
τὲ καὶ ἐντευξόμεϑθα τοῖς παιδικοῖς τοῖς. ἡμετέροις αὐτῶν, ὃ
τῶν νῦν ὀλίγοι ποιοῦσι.
καὶ μή μοι ὑπολάβῃ Ἐρυξίμαχος
κωμῳδῶν τὸν λόγον, ὡς Παυσανίαν καὶ ᾿4γάϑωνα λέγω"
ἴσως μὲν γὰρ καὶ οὗτοι τούτων τυγχάνουσιν ὄντες καί
εἰσιν ἀμφότεροι τὴν φύσιν ἄρρενες"
λέγω δὲ οὖν σἔγωγε
x ἁπάντων καὶ ἀνδρῶν καὶ γυναικῶν, ὅτι οὕτως ἂν
e » \ „ \
ἡμῶν τὸ γένος εὐδαιμον γένοιτο, εἰ ἐκτελέσαιμεν τὸν ἔρωτα
καὶ τῶν παιδικῶν τῶν αὑτοῦ ἕκαστος τύχοι εἰς τὴν ἀρχαίαν
ἀπελϑὼν φύσιν.
εἰ δὲ τοῦτο ἄριστον, ἀναγκαῖον καὶ τῶν
νῦν παρόντων τὸ τούτου ἐγγυτάτω ἄριστον εἶναι" τοῦτο δ᾽
ἐστὶ παιδικῶν τυχεῖν κατὰ νοῦν αὐτῷ πεφυκότων.
τ “- a1 e
Ου δὴ τὸν αἴτιον ϑεὸν ὑμνοῦντες δικαίως ἂν ὑμνοῖμεν Ὁ
ἢ « ,-“.
Ἔρωτα, ὃς ἔν τε τῷ παρόντι
Worte streichen, erschien. Wir ha-
n zu πράττει ἐναντία natürlich
aus dem Vorhergehenden τῷ Ἔρωτι
zu ergänzen. Es giebt ein einziges
Mittel, dem Eros sein Geschäft der
Wiederherstellung der alten Ein-
heit zu erleichtern oder zu ermög-
lichen, und dieses besteht in der
Vermeidung der ὕβρις gegen die
Götter, welche das trafgericht der
Spaltung dem menschlichen Ge-
schlechte zuzog. Wer also dem Eros
die Bahn öffnen will, der muls vor
allem vermeiden, was den Zorn
der Götter heraufbeschwören könnte
(ἀπεγϑάνεσθαι τοῖς Beois); oder
positiv ausgedrückt, er muls εὐσέ-
βεια üben gegen die Götter über-
haupt. Mit dieser Aufforderung be-
ginnt die Paränese des Aristopha-
nes πάντ᾽ ἄνδρα χρὴ ἅπαντι παρα-
κελεύεσϑαι εὐσεβεῖν. Ohne unsere
in Frage stehenden Worte wäre
keine Vermittelung zwischen der
allgemeinen Aufforderung, mit den
Göttern sich auf guten Fuls zu
setzen und der speciellen, dem Eros
nicht entgegen zu handeln; so aber
wissen wir, dals man die Gunst
des Eros eben durch die Pflicht-
erfüllung gegen die Götter über-
haupt sich erwirbt. Ganz im Ein-
g hiermit wird in dem kurzen
Epilog 198 D in den Worten παρεχο-
ἡμᾶς πλεῖστα ὀνένησιν εἰς τὸ
μένων πρὸς ϑεοὺς εὐσέβειαν diese
εὐσέβεια nochmals als conditio sine
qua non eingeschärft, ohne welche
alle Hoffnungen auf die beglückende
Wirksamkeit des Eros vergeblich
wären.
ὅ. ὃ τῶν νῦν ὀλίγοι ποιοῦσιν nur
wenigen gelingt es heutzutage in
der Liebe, wirklich indiriduelt Er-
gänzung ihres Wesens zu finden,
so dals sie mit dem Gelieb-
ten ein harmonisches Ganze dar-
stellen.
6. καὶ μή μοι ὑπολάβῃ Ἔρυξέ-
μᾶχος κωμῳδῶν τὸν λόγον, wie
dieser scherzhaft gedroht hatte
189 B Ende. Der wirkliche κωμῳ-
δῶν ist aber Aristophanes selbst,
wenn er nachher es als eine Mög -
lichkeit hinstellt, dafs Pausanias
und Agathon beide τὴν φύσιν ἄρ-
osveg seien. Es klingt das in der
That wie Hohn, wenn man sich
der Schilderung, die Aristophanes
von dem weibischen Agathon im
Anfang seiner Thesmophoriazusen
entworfen hat, erinnert, vgl. da-
selbst Vers 31 ff.
C 6. ἀπελϑών: ἀπέρχεσθαι wie
ἀπιέναι = zurückkehren Ar. Ach.
84, Plato Rep. 1 327 AC, beson-
derg häufig bei Historikern.
8. κατὰ νοῦν αὐτῷ vom Heiraten
auch Leg. VI 772D.
7*
-
100 IIAAT2NOE
|
3 οἰχεῖον ἄγων, καὶ εἰς τὸ ἔπειτα ἐλπίδας μεγίστας παρέχεται, |
ἡμῶν παρεχομένων πρὸς ϑεοὺς εὐσέβειαν, καταστήσας ἡμᾶς |
eis τὴν ἀρχαίαν φύσιν καὶ ἰασάμενος μακαρίους καὶ εὐδαί-
μονας ποιῆσαι. ᾿
Οὗτος, ἔφη, ὦ Ἐρυξίμαχε, ὃ ἐμὸς λόγος ἐστὶ περὶ Ἔρωτος, |
ἀλλοῖος ἢ ὁ σός. ὥσπερ οὖν ἐδεήθην σου, μὴ κωμῳδήσῃς |
Ἑ αὐτόν, ἵνα καὶ τῶν λοιπῶν ἀκούσωμεν τί ἕκαστος ἐρεῖ,
μᾶλλον δὲ τί ἑχάτερος᾽ ᾿4γάϑων γὰρ καὶ Σωκράτης λοιποί.
XVIL ᾿4λλὰ πείσομαί σοι, ἔφη φάναι τὸν ᾿ἸἘΕρυξίμαχον᾽
καὶ γάρ μοι ὃ λόγος ἡδέως ἐρρήϑη. καὶ εἰ μὴ ξυνήδη Σω-
χράτει τὸ καὶ ᾿Δ4γάϑωνι δεινοῖς οὖσι περὶ τὰ ἐρωτικά, πάνυ
ἂν ἐφοβούμην, μὴ ἀπορήσωσι λόγων διὰ τὸ πολλὰ καὶ
παντοδαπὰ εἰρῆσθαι" νῦν δὲ ὅμως ϑαρρῶ. τὸν οὖν Zu-
194 κράτη εἰπεῖν Καλῶς γὰρ αὐτὸς ἠγώνισαι, ὦ "Egvßluaze'
εἰ δὲ γένοιο οὗ νῦν ἐγώ εἰμι, μᾶλλον δὲ ἴσως οὗ ἔσομαι,
ἐπειδὰν καὶ ᾿άγάϑων εἴπῃ, εὖ [καὶ] μάλ᾽ ἂν φοβοῖο καὶ
ἐν παντὶ εἴης, ὥσπερ ἐγὼ νῦν. Φαρμάττειν βούλει με,
D 3. ἐλπίδας --- παρέχεται; zu
179 B: μαρτυρίαν παρέχεται.
7. ἀλλοῖος ἢ ὃ σός wie er ange-
kündigt hatte 189 Ο: ἄλλῃ γέ πῃ
ἐν νῷ ἔχω λέγειν U.8.W. — ὥσπερ
ἐδεήθην σου, diese scherzhafte Bitte
hatte Aristophanes zweimal an Ery-
ximachos gerichtet 189B: un μὲ
φύλαττε, 193B: καὶ un μοι ὑπολάβῃ
᾿Ερυξίμαχος κωμῳδῶν τὸν λόγον.
193 E 3. Alla πείσομαί σοι.
Eryximachos entspricht dieser Bitte
sehr gern, denn er weils offenbar
nicht, wie er die wunderbare Rede
anfassen soll. Er begnügt sich
daher mit dem nichtssagenden Lob
ἡδέως ἐρρήθη.
4. εἰ μὴ ξυνήδη Σωκράτει τε καὶ
Ayddovı δεινοῖς οὖσι eig. wenn ich
nicht mit Sokrates wülste, dals,
wo wir eher sagen würden: wenn
ich nicht von Sokrates wülste u. 8. f.
So Prot. 348 B: va τούτῳ μὲν
ταῦτα συνειδῶμεν. Sogar unbeleb-
ten Wesen kann ein derartiges Mit-
wissen über ihren Zustand in dieser
Redeweise zugeschrieben werden,
Phädo 92 D: ἐγὼ δὲ τοῖς διὰ τῶν
εἰκότων τὰς ἀποδείξεις ποιουμένοις
λόγοις ξύνοιδα οὖσιν ἀλαξόσιν. ---
Die Form ξυνήδη statt der hand-
schriftlichen ξυνήδεοιν ist als die
attische in Platon herzustellen nach
Cobet n. 1. 212. Vgl. Heraklides
bei Eustathius zu Od. XXIII 220
.1946, 22: Arrınol τοὺς τοιούτους
ὑπερσυντελικοὺς ἐν τῷ μόνῳ
περατοῦσιν ἤδη λέγοντες καὶ ἐν-
evonxn καὶ ἐπεποιήκη, καὶ οὕτω
φησὶ Παναίτιος ἔχειν τὰς γρα-
φὰς παρὰ Πλάτωνι. 1994,2198
ist die richtige Form ἤδη handschr.
beglaubigt. Vgl. Schanz Ausgabe
der Leges praef. $ 12. — Sokrates
u. Agathon waren als Erotiker be-
zeichnet 177 Ὁ und E.
194 A 2. μᾶλλον δὲ ἔσως : ich hätte
aber wohl eher sagen sollen.
Er corrigiert sich aus Höflichkeit
gegen Agathon.
3. εὖ μάλα Bestätigung von καὶ
πάνυ ἂν ἐφοβούμην 193 E (Ver-
mehren). Leg. XI 922 E λόγου εὖ
μάλα φοβεροῦ καὶ δυσχεροῦς.
4. ἐν παντὶ εἶναι Ausdruck der
gröfsten Besorgnis Euthyd. 8014:
καὶ ἐγὼ ἐν παντὶ ἐγενόμην ὑπὸ
ἀπορίας, Xen. Hell. 9, 21 Ahn-
lich eig πᾶν ἀφέκετο Hell. VI 1,
12. — φαρμάττειν βούλει με. Das
Aussprechen einer Prahlerei erregt
|
|
ZSTMIIOZION. 194.
101
ὦ Σώκρατες, εἰπεῖν τὸν Ayddove, ἵνα ϑορυβηϑῶ διὰ τὸ 5
οἴεσϑαι τὸ ϑέατρον προσδοκίαν μεγάλην ἔχειν ὡς εὖ ἐροῦν-
τος ἐμοῦ.
Ἐπιλήσμων μεντἂν εἴην, ὦ ᾿4γάϑων, εἰπεῖν
τὸν Σωκράτη, εἰ ἰδὼν τὴν σὴν ἀνδρείαν καὶ μεγαλοφρο- Β
σύνην ἀναβαίνοντος ἐπὶ τον ὀκρίβαντα μετὰ τῶν ὑποκρι-
τῶν καὶ
βλέψαντος ἐναντία τοσούτῳ ϑεάτρῷ, μέλλοντος
ἐπιδείξεσϑθαι σαυτοῦ λόγους, καὶ οὐδ᾽ ὑπωστιοῦν ἐχπλαγέν-
den Neid der Menschen; der Neid
aber hat einen bösen Blick, kann
die beneidete Person geradezu be-
zaubern und verwirren. Aber auch
das übermälsige Lob eines andern
(Sokrates hatte den Agathon ge-
lobt) kann gegen diesen Neid mit
seinen bösen Folgen heraufbeschwö-
ren. Eine Schmeichelei des Kebes
verbittet sich Sokrates Phädo 95 B
mit den Worten: ὠγαϑέ, — μὴ
μέγα λέγε μή τις ἡμῶν βασκανία
περιτρέψῃ τὸν λόγον τὸν μέλλοντα
λέγεσϑαι (Lehrs populäre Aufsätze
p. 64°).
6. zo ϑέατρον: Agathon ist noch
er Erinnerung
ganz erfüllt von
an seinen Erfolg im Theater (er
ist wirklich ϑεαάτρου μεστός B 8),
sonst würde er das kleine Publi-
cam der Tischgenossen nicht mit
diesem Ausdruck bezeichnen. Er
hatte auch wohl die Absicht dem
Sokrates ein Compliment über sein
mutiges Auftreten im Theater zu
entlocken, was ihm denn auch ge-
2. ἀναβαίνοντος ἐπὶ τὸν ὀκρί-
βαντα μετὰ τῶν ὑποκριτῶν. Aus
unserer Stelle ist mit Grosser Rh.
M. XXV p. 435 zu schlielsen, dals
der Dichter kurze Zeit vor der Auf-
führung (μέλλοντος ἐπιδείξεσθαι
σαυτοῦ λόγους) mit seinen Schau-
spielern dem Publikum sich in aller
Form öffentlich präsentierte. Dals
hiebei an den sogenannten Proagon
zu denken ist, von welchem Asch.
IN 67 u. Schol. dazu, ferner Schol.
Arist. Vesp. 1109 und Vita Eurip.
Dind. poetae scenici 5 p. 17, 47 ff.
eprechen (ΟἿΑ II 307 bezeichnet
die προάγωνες als allgemein ge-
bräuchliche Einrichtung) hat E.
Rohde Rh. Mus. XXXVIIIp. 262 ff.
wahrscheinlich gemacht. Vgl. auch
Hiller Herm. VII p. 898 ff., nur
dafs letzterer mit Fritzsche fälsch-
lich dabei an eine Art Generalprobe
gedacht hatte. Der προάγων der
grolsen Dionysien, um die es sich
hier handelt, fand nach Aschin. 1.1.
am 8. Elaphebolion statt. Er be-
stand in einer feierlichen Ankün-
digung der zu erwartenden Fest-
spiele, einer Art vorläufiger Em-
pfeblung der sich zum ἀγών stel-
lenden Dichter, Schauspieler, sowie
der Choregen und Chöre (vgl. Arist.
Ach. 11, wo der Herold dem Dich-
ter zuruft εἴσαγ᾽ ὦ Θέογνι τὸν χο-
oöv, worauf E. Hiller aufmerksam
machte). Dichter, Schauspieler und
Choreuten waren dabei ohne Ko-
stüm und Masken (Schol. 2. Aschin.), φ
aber bekränzt (vita Eur.).. Das
Lokal des Proagon war, das Odeion
des Perikles (Schol. z. Aschin.) und
es war dabei viel Volk anwesend
(δακρῦσαι τὸν δῆμον vita Eur.).
Daher auch hier τοσούτῳ ϑεάτρῳ,
was nicht notwendig vom Publi-
cum des Dionysostheaters verstan-
den zu werden braucht. — ὀκρέ-
Pas sonst Bock, Staffelei, ein viel-
eicht hier scherzhaft von Plato ge-
brauchter Ausdruck, bezeichnet eine
Art Tribüne oder βῆμα im Odeion
(vgl. Plato Ion. 535 E das βῆμα,
auf welchem der Rhapsode steht),
auf welchem Dichter und Schau-
spieler sich dem Publicum vor-
stellten, während die Choreuten
sich unterhalb desselben gruppie-
ren mochten. Die frühere Erklä-
rung ὀκρίβας = λογεῖον beruht auf
der falschen Voraussetzung, dals
wir hier an das Dionysostheater zu
denken hätten.
4. ἐπιδείκνυσθαι, von theatrali-
scher Vorstellung Aristoph. Ran. 771
ὅτε δὴ κατῆλϑ᾽ Εὐριπίδης, ἔπε-
102
IIAATS2NOZ
ὅ τος, νῦν οἰηϑείην σε ϑορυβηϑήσεσθαι ἕνεκα ἡμῶν ὀλίγων
9
ἀνθρώπων.
Τί δέ, ὦ Σώκρατες;
τὸν ᾿4γάϑωνα φάναι,
οὐ δή πού us οὕτω ϑεάτρου μεστὸν ἡγεῖ, ὥστε καὶ ἀγνοεῖν,
ὅτι νοῦν ἔχοντι ὀλίγοι ἔμφρονες πολλῶν ἀφρόνων φοβερώ-
τεροι;
Οὐ μεντἂν καλῶς ποιοίην, φάναι, ὦ ᾿4γάϑων, περὶ
σοῦ τι ἐγὼ ἄγροικον δοξάξων᾽ ἀλλ᾽ εὖ οἶδα, ὅτι εἴ τισιν
ἐντύχοις οὺς ἡγοῖο σοφούς, μᾶλλον ἂν αὐτῶν φροντίξοις ἢ
τῶν πολλῶν' ἀλλὰ μὴ οὐχ οὗτοι ἡμεῖς ὦμεν ἡμεῖς μὲν γὰρ
καὶ ἐκεῖ παρῆμεν καὶ ἦμεν τῶν πολλῶν᾽
εἰ δὲ ἄλλοις ἐν-
D τύχοις σοφοῖς, τάχ᾽ ἂν αἰσχύνοιο αὐτούς, εἴ τέ πῶς οἴοιο
αἰσχρὸν ὃν ποιεῖν᾽ ἢ πῶς λέγεις; AAmdn λέγεις, φάναι.
Τοὺς δὲ πολλοὺς οὐχ ἂν αἰσχύνοιο, εἴ τι οἴοιο αἰσχρὸν
ποιεῖν; καὶ τὸν Φαῖδρον ἔφη ὑπολαβόντα εἰπεῖν Ὦ, φίλε
«
δείκνυτο | τοῖς λωποδύταις καὶ τοῖσι
βαλλαντιοτόμοις | καὶ τοῖσι πατρα-
λοίαισι καὶ τοιχωρύχοις.
8. Agathon will als ein höflicher
Mann Artigkeit mit Artigkeit er-
widern; indem er aber das grofse
Publicum gegenüber seinen jetzi-
gen Zuhörern als πολλοὶ ἄφρονες
bezeichnet, vergifst er, dafs ja auch
diese, die eingeladenen Gäste, unter
dem Publicum sich befunden hat-
ten: Sokrates unterläfst es denn
auch nicht ihn wegen dieser Un-
vorsichtigkeit zu necken Ὁ 4: ἀλλὰ
μὴ οὐχ οὗτοι ἡμεῖς ὦμεν. — Zu
στολλῶν ἀφρόνων bemerkte Wolf:
„ein feines Compliment für das
Parterre in Athen“. So mochten
übrigens die Dichter und die ge-
bildeten Männer, wenn sie unter
sich waren, oft genug reden. Und
auch das Lob, das gelegentlich ein
Dichter, wenn er gut gelaunt ist,
dem Geschmack und der Bildung
des Theaterpublicums erteilt, ist
nicht immer ganz ernst gemeint.
Nicht ohne Ironie, z. t
Ran. 1109: εἰ δὲ τοῦτο καταφο-
βεῖσθον (d. h. Äschylos und Euri-
pides), un τις ἀμαϑέα προσῇ
τοῖς ϑεωμένοισιν ὡς τὰ | As-
στὰ μὴ γνῶναι λεγόντοιν, |
μηδὲν ὀρρωδεῖτε τοῦϑ᾽ - ὡς οὐκ
ἔϑ᾽ οὕτω ταῦτ᾽ ἔχει. Ἰἐστρατευμένοι
γάρ εἶσι | βιβλίον τ᾽’ ἔχων ἕκαστος
μανθάνει, τὰ δεξιά" | αἴ φύσεις τ
ἄλλως πκράτισται͵ | νῦν δὲ καὶ παρη-
κόνηνται. | , μηδὲν οὖν δεέσητον.
ἀλλὰ | πάντ᾽ ἐπέξιτον ϑεατῶν γ᾽
εἴνεχ᾽, ὡς ὄντων σοφῶν.
ἄλλοις σοφοῖς;
nämlich Weisen.
D. 2. αἰσχρὸν ὃν ποιεῖν: „etwas
das schlecht wäre. So redet er im
ersten Mal breiter, im zweiten
palst dann besser blofs αἰσχρόν."
(Vögelin.)
2. we λέγεις. Agathon kann
natürlich auf die Fragen des So-
krates nicht anders als bejahend
antworten. Dieser hat ihn aber auf
etwas unbarmherzige Weise aufs
Eis geführt; an ein αἰσχρὸν ποιεῖν
hatte Agathon gar nicht gedacht,
als er den Gedanken aussprach,
dals er vor einer Menge Unverstär-
diger sich weniger genieren würde
als vor einer kleinen Zahl verstän-
diger Männer; ihm hatte höchstens
die Möglichkeit eines logischen od.
ästhetischen Verstosses in seiner
bevorstehenden Rede vorgeschwebt.
Nach der Anschauung des Sokras-
tes aber, welcher Tugend u. Wissen
identifiziert, sind sittliche u. logische
Fehler unzertrennbar mit einander
verbunden. Aus der Verlegenheit,
in die ihn nun die folgende πο
des Sokrates τοὺς δὲ πολλοὺς
ἂν αἰσχύνοιο u. 8. w. bringt, "wird
Agathon durch die glückliche Ds-
zwischenkunft des Phädros befreit.
Dieser warnt ihn dem Sokrates zu
antworten; denn bei der bekannten
andern,
|
|
Ι
ZSTMIIOZION. 194.
103
Ayadav, ἐὰν ἀποχρίνῃ Σωκράτει, οὐδὲν ἔτι διοίσει αὐτῷ 5
ὑπῃοῦν τῶν ἐνθάδε ὁτιοῦν γίγνεσθαι, ἐὰν μόνον ἔχῃ ὅτῳ
διαλέγηται, ἄλλως TE καὶ καλῷ.
ἐγὼ δὲ ἡδέως μὲν ἀκούω
Σωκράτους διαλεγομένου, ἀναγκαῖον δέ μοι ἐπιμεληϑῆναι
τοῦ ἐγκωμέου τῷ Ἔρωτι καὶ ἀποδέξασϑαι παρ᾽ Evög ἑκάστου
ὑμῶν τὸν Aoyov' ἀποδοὺς οὖν ἑκάτερος τῷ Bew οὕτως
ἤδη διαλεγέσϑω.
᾿Αλλὰ καλῶς λέγεις, ὦ Φαῖδρε, φάναι E
τὸν ᾿4ἀγάϑωνα, καὶ οὐδέν με κωλύει λέγειν: Σωκράτει γὰρ
χαὶ αὖϑις ἔσται πολλάκις διαλέγεσθαι.
XVIL Ἐγὼ δὲ δὴ βούλομαι πρῶτον μὲν εἰπεῖν ὡς
χρή us εἰπεῖν, ἔπειτα εἰπεῖν.
Neigung des Sokrates zur Dialektik
würden die Reden über den Eros
ins Stocken geraten.
5. οὐδὲν ἔτι διοίσει αὐτῷ ὁπῃοῦν
τῶν ἐνθάδε ὁτιοῦν γίγνεσθαι: „es
wird ihm ganz gleichgültig sein,
dals es mit irgend etwas von dem
hier vorgehenden irgendwie zu-
gehe“, d. h. wie es mit ihm auch
zugehen möge. διαφέρει kann wie
lat. interest und refert sowohl 1) mit
indir. Fragesätzen als 2) mit dem
Acc. c. Inf. verbunden werden.
1) Phädr. 275 C: σοὶ δ᾽ ἴσως dır-
φέρει τίς ὁ λέγων καὶ ποδαπόρ,
Rep. 1 849 A: τί δὲ σοὶ διαφέρει,
εἶτε μοι δοκεῖ εἴτε un; 2) Leg. X
887 B: διαφέρει δ᾽ οὐ σμικρὸν ἁμώς
γέ πῶς πιϑανότητά τινα τοὺς 16-
γους ἡμῶν ἔχειν. So auch hier.
Sogar bei der Doppelfrage kann
der Acc. c. Inf. stehen Rep. VII
523 E: οὐδὲν αὐτῇ διαφέρει ἐν
μέσῳ τινὰ αὐτῶν κεῖσθαι ἢ ἐπ᾽
σχαάτῳ.
8. ἀναγκαῖον δέ μοι ἐπιμεληϑῆ-
va τοῦ ἐγκωμίου dem Phädros als
dem πατὴρ λόγου nach 177 A, Ὁ.
Als daher Sokrates später sich doch
noch einmal veranlalst sieht mit
Agathon eine Katechisation anzu-
stellen, bittet er vorher den Phä-
dros um Erlaubnis 199 B.
9. ἀποδέξασϑαι u. 10. ἀποδούς
von einem schuldigen Beitrag. Je-
der der Teilnehmer schuldet seine
Rede sowohl dem Phädros als einen
ihm zugesicherten ἔρανος (177 C),
Fe Auch dem Gott Eros selbst.
δοκοῦσι γάρ μοι πάντες οἵ
Fünfte Bede: Agathon.
194 E—197E (Cap. XVII u. XIX).
Einleitung. Meine Vorgänger
haben weniger den Gott gelobt
als die Menschen wegen der Wohl-
thaten, dıe der Gott ıhnen erweist,
glücklich gepriesen. Zu einer rich-
tigen Lobrede gehört aber (I) die
Darstellung der Eigenschaften des
Gottes; und hermnach erst (II) die
Beschreibung seiner Gaben: —
195 A: τὰς δύσεις.
I. Die Eigenschaften des
Gottes. Eros ist der glücklichste
unter den Göttern. Denn er ist:
1. κάλλιστος πάντων
. Ψεώτατος: --- 195 C.
. ἁἀπαλώτατος: 195 D u. E.
. ὑγρός 196 A—B καὶ
. σύμμετρος μένει (Schluls
. καλὸς χρόαν ) von Cap. XVIII).
2. ἄριστος .
a. δικαιότατος: — 1960 δέκαια
εἶναι.
b. σωφρονέστατος: ibidem — ὧν
σωφρονοῖ.
6. ἀνδρειότατος: — 196 D ἀν-
δρειότατος εἴη.
ἃ. σοφώτατος
α. ποίησιν
αα. τὴν κατὰ μουσικήν —
196 E Schluls διδάξειε.
ββ. τὴν τῶν ξῴων --- 1914
πάντα τὰ ζῷα.
β. τὴν τῶν τεχνῶν δημιουρ-
γίαν --- 1910 καὶ ἀνϑρώ-
Tor.
II. Die Wohlthaten des Got-
tes. Eros verleiht den Menschen
opnouwp
104 IIAAT2NOZ
6 πρόσϑεν εἰρηκότες οὐ τὸν ϑεὸν ἐγκωμιάξειν, ἀλλὰ τοὺς
΄'Ψ had τ -
ἀνθρώπους εὐδαιμονίξειν τῶν ἀγαϑῶν ὧν ὁ ϑεὸς αὐτοῖς
εἴρηκεν.
195 αἴτιος᾽ ὁποῖος δέ τις αὐτὸς ὧν ταῦτα ἐδωρήσατο, οὐδεὶς
εἷς δὲ τρόπος ὀρϑὸς παντὸς ἐπαίνου περὶ παν-
τός, λέγῳ διελθεῖν, οἷος οἵων αἴτιος ὧν τυγχάνει περὶ οὗ
die Gaben, die er selbst besitzt
(κάλλος und ἀρετή): panegyrische
Ausführung derselben. 1970 —197E
ἀνθρώπων νόημα.
Kurzer Epilog bis μετέχων
(Schlufs von Cap. XIX).
Diese Rede ist eine ausgezeich-
nete Nachahmung des Stiles des
Gorgias, als dessen Schüler Aga-
thon zu betrachten ist 198 C: καὶ
γάρ μὲ Γοργίου ὃ λόγος ἀνεμίμνῃ-
σκεν. Am meisten tritt das speci-
fisch Gorgianische in der Einlei-
tung und im zweiten Teile, der
zum Schlusse überleitet, hervor.
Hier in der Einleitung finden wir
besonders kurze, einander ähnliche
Kola (Parisa) mit Homoioteleuton,
teils desselben Wortes: so gleich
im Anfang dreimal εἰπεῖν; teils
blofs der Endsilben: πάντες —
εἰρηκότες; ἐγκωμιάξειν — εὐδαι-
μονέξειν. Allein auch innerhalb
derselben Kola reimen die End-
silben gelegentlich auf einander:
τῶν ἀγαϑῶν ὧν und nachher ϑεὸς
αὑτοῖς αἴτιος Ὁ. 8. w. Am meisten
scheint mit den Endungen og und
ὧν gespielt zu sein: τρόπος ὀρϑὸς
παντὸς — περὶ παντός, ferner:
πάντων ϑεῶν εφῷδαιμόνων ὄντων
unmittelbar hintereinander. Beide
Endungen verbunden οἷος οἵων «i-
τιος ὦν. Hiemit vergleiche man aus
dem (wahrscheinlich echten) 2yxo-
μιον Ἑλένης des Gorgias 8 6: ἢ γὰρ
τύχης βουλήμασι καὶ θεῶν βουλεύ-
μασι καὶ ἀνάγκης ψηφίσμασιν ἔπρα-
ξεν ἃ ἔπραξεν, ἢ βίᾳ ἁρπασϑεῖσα,
ἢ λόγοις πεισθεῖσα, ἢ ἔρωτι ἁλοῦσα,
oder $ 11: εἰ μὲν γὰρ πάντες περὶ
πάντων εἶχον τῶν (TE) παροϊῖχο-
μένων μνήμην τῶν τὲ παρόντων
(ζἔννοιαν) τῶν τε μελλόντων πρό-
γοιαν, οὐκ ἂν ὁμοίως ὅμοιος ὧν
6 λόγος ἠπάτα. Für die Gorgiani-
sche Redeweise ist es aber ebenso
charakteristisch, dafs von Euryth-
mie der Periode noch gar keine Rede
ist (im Gegensatz zu den ἴσα in
der Rede des Pausanias, s. oben).
Eine löblichere Eigenschaft desGor-
gianischen Stiles als diese Spiele-
reien ist die Durchsichtigkeit der
Disposition, die nun allerdings hier
(vergleiche die Übersicht) mit pe-
dantischer Genauigkeit durchge-
führt ist. Zu der letztern gehört
besonders auch, dafs sich der Red-
ner nicht mit einmaliger Angabe
der Teile begnügt (durch πρῶτον
ἕν, ἔπειτα u. 8.f.), sondern zuwel-
len in den Übergängen recapitu-
liert und den neuen Teil ankör-
digt 195 E, 196 A: νεώτατος μὲν
δή ἐστι καὶ ἁπαλώτατος, πρὸς δὲ
τούτοις ὑγρὸς τὸ εἶδος, 196C: πρὸς
δὲ τῇ δικαιοσύνῃ σωφφοσύνης κπλεί-
στης μετέχει, 196 D: περὶ μὲν δι-
καιοσύνης καὶ σωφροσύνης καὶ αν-
δρείας τοῦ ϑεοῦ εἴρηται, περὶ δὲ
σοφέας λείπεται, 1971 Ο. Dieselbe
Sorgfalt der Disposition und Mar-
kierung der Übergänge treffen wir
ebenfalls in Gorgias Helena. Ζ. Β.
8 15: χαὶ ὅτι μὲν, εἰ λόγῳ ἐπείσθη,
οὐκ ἠδίκησεν ἀλλ᾽ ἠτύχησεν, εἴφη-
ται" τὴν δὲ τετάρτην αἰτέαν τῷ τε-
τάρτῳ λόγῳ διέξειμι. Vgl. auch
Blass die attische Beredsamkeit von
Gorgias bis zu Lysias p. 77.
195 A 1. ὁποῖος — ὦν — ἐδο-
ρήσατο, οὐδεὶς εἴρηκεν, dagegen 3
διελϑεῖν, οἷος οἵων α. 8. w.; zu
176 E: καὶ δι᾽ οξων λόγων.
8. οἷος οἵων αἴτιος ὧν τυγχάνει.
So nach der Vulgata. Der Bodleis
nus hat οἷος ὧν (wofür jetzt einige
ὧν schreiben) αἴτιος ὧν τυγχάνει.
Indessen pflegt der Grieche in sol-
chen Verbindungen gleichartige Pro-
nomina zu setzen, wenn, was hier
der Fall ist, der Sinn es gestattet.
Insbesondere liebt er die Verbin-
dung von doppeltem οἷος. Soph.
Trach. 994: ἱερῶν οἵαν οἵων ἐπί
ZTMIIOZION. 195. 105
ἂν ὁ λόγος 7. οὕτω δὴ τὸν Ἔρωτα καὶ ἡμᾶς δίκαιον 4
ἐπαινέσαι πρῶτον αὐτὲν οἷός ἐστιν, ἔπειτα τὰς
δόσεις. φημὶ οὖν ἐγὼ πάντων ϑεῶν εὐδαιμόνων ὄντων Ἔρωτα,
εἰ ϑέμις καὶ ἀνεμέσητον εἰπεῖν, εὐδαιμονέστατον εἶναι
αὐτῶν, κάλλιστον ὄντα καὶ ἄριστον. ἔστι δὲ κάλλι-
δος ὧν τοιόσδε. πρῶτον μὲν νεώτατος ϑεῶν, ὦ Φαῖδρε,
μέγα δὲ τεκμήριον τῷ λόγῳ αὐτὸς παρέχεται, φεύγων φυγῇ τὸ Β
γῆρας, ταχὺ ὃν δῆλον Or‘ ϑᾶττον γοῦν τοῦ δέοντος ἡμῖν
προσέρχεται. ὃ δὴ πέφυκεν Ἔρως μισεῖν καὶ οὐδ᾽ ἐντὸς
πολλοῦ πλησιάξει, μετὰ δὲ νέων ἀεὶ ξύνεστί τε καὶ ἔστι
(νέος).
nos μελέῳ χάριν ἤνυσας" ὦ Ζεῦ,
ib. 1045. Antig. 942: λεύσσετε, οἷα
πρὸς οἵων ἀνδρῶν πάσγω, Ai. 998:
οἷος ὧν οἴως ἔχεις, El. 162: ol’
ἔργα δράσας οἷα λαγχάνει κακά,
ΑἹ. 667: οἷος ἐξ οἵου ᾽τράφης, Eur.
Alec. 144, Platon Phädr. 271 Β: οἷα
οὖσα ὑφ᾽ οἵων λόγων — πεέϑεται.
Speciell der Gorgianische Stil wird
sich dergleichen nicht entgehen
lassen, Gorg. Palam. 22: ἄξιον γὰρ
καταμαϑεῖν, οἷος ὧν οἵῳ λοιδορεῖ,
Helena 11 ähnlich: ὅσοι δὲ ὅσους
περὶ ὕσων καὶ ἔπεισαν καὶ πείσουσι.
Vollständiger wäre nun allerdings
unser Satz, wenn wir (nach Vöge-
lins Vorschlag) nach olog noch ein
ὧν einsetzen würden. Allein ὦν
wird auch sonst weggelassen, so in
einer gleichen Verbindung Platon
Rep. VIII 569 A: γνώσεται --- τότ᾽
ἤδη ὁ δῆμος, οἷος οἷον θρέμμα γεν-
νῶν ἠσπάξετό τε καὶ ηὐξε, wo
ebenfalls οἷος ὧν eher zu erwarten
wäre. An uns. Stelle konnte es um
so eher wegbleiben, da es noch ein-
mal im Satze steht vor τυγχάνει.
7. εἰ ϑέμις καὶ ἀνεμέσητον εἰ-
zeiv. Nichts wird so sehr als
ὕβρις angesehen, als wenn jemand
sich seines Glückes rühmt; dafs
aber auch wenn einer das Glück
eines andern allzu sehr preist, leicht
die Nemesis gegen diesen herauf-
beschworen werden kann, ist von
demselben Agathon bereits ausge-
sprochen worden: zu 194 A: φαρ-
μάττειν βούλει. Selbst auf einen
Gott können die Götter eifersüchtig
werden, wenn dieser als der ev-
e 4 \ ’ ψ e ad e ‚
Ὁ γὰρ παλαιὸς Aoyog εὖ ἔχει, ὡς ὁμοιον ομοίῳ
δαιμονέστατος πάντων sich preisen
läfst.
195B 1. μέγα δὲ τεκμήριον 192
Ad. — φεύγων φυγῇ poet. Aus-
drucksweise, den Begriff der Flucht
verstärkend. Stallbaum vergleicht
aus Prosaikern Lucian adu. indoc-
tum ὃ 16: φυγῇ φευκτέον (ἀπὸ
τῶν βιβλίων). Platon Epinomis
974 B: ξητοῦμεν δὲ δή, τίνα τρό-
πον σοφοὶ γενησόμεϑα, ὡς οὔσης
τινὸς ἑκάστοις ταύτης τῆς δυνα-
μεως᾿ ἡ δὲ φυγῇ φεύγει τότε, ὅταν
etc. Prosaischer der Ausdruck unten
221 A: φυγῇ ἀνεχώρει.
2. Harrov γοῦν τοῦ δέοντος ἡμῖν
προσέρχεται, Bestätigung des dem
nous erteilten Prädikates der
Schnelligkeit. Wenn der Eros auch
nur von weitem das Greisenalter
erblickt, entschlielst er sich zur
Flucht, wie beschwerlich auch diese
wegen der Schnelligkeit des Ver-
folgers ihm fallen mag.
4. μετὰ δὲ νέων ἀεὶ ξύνεστί te
καὶ ἔστι (vEog). νέος nach Sauppes
Ergänzung, denn erst dann wird
ἔστι neben ξύνεστι μετὰ νέων er-
träglich; dafs ferner Agathon jetzt
schon die freilich sophistische Fol-
gerung der eigenen Jugend des Eros
aus seinem Zusammensein mit der
Jugend zieht, beweist die hinzuge-
fügte Begründung ὡς ὅμοιον
ὁμοίῳ πελάξει; ohne dafs der Satz
selber ausgesprochen wäre, stünde
das γάρ in ὃ γὰρ παλαιὸς λόγος in
der Luft. — συνεῖναι μετά τινος
Leg. I 689 C (Teuffel).
ὅ. ὡς ὅμοιον ὁμοίῳ ἀεὶ πελάζει;
106
IIAAT2NOZ
6 ἀεὶ πελάξει. ἐγω δὲ Φαίδρῳ πολλὰ ἄλλα ὁμολογῶν τοῦτο
οὐχ ὁμολογῶ, ὡς Ἔρως Κρόνου καὶ ᾿Ιαπετοῦ ἀρχαιότερός ἔστιν,
Ο ἀλλά φημι νεώτατον αὐτὸν εἶναι ϑεῶν καὶ ἀεὶ νέον, τὰ δὲ
παλαιὰ πράγματα περὶ ϑεούς, ἃ Ἡσίοδος καὶ Παρμενίδης
λέγουσιν, ᾿άνάγκῃ καὶ οὐκ Ἔρωτι γεγονέναι, εἰ ἐκεῖνοι
ἀληϑὴ ἔλεγον. οὐ γὰρ ἂν ἐκτομαὶ οὐδὲ δεσμοὶ ἀλλήλων
ἐγίγνοντο καὶ ἄλλα πολλὰ καὶ βίαια, εἰ Ἔρως ἐν αὐτοῖς
ἦν, ἀλλὰ φιλία καὶ εἰρήνη, ὥσπερ νῦν, ἐξ οὗ Ἔρως τῶν
ϑεῶν βασιλεύει.
νέος μὲν οὖν ἐστι, πρὸς δὲ τῷ νέο
Ὁ ἁπαλός" ποιητοῦ δ᾽ ἔστιν ἐνδεὴς οἷος ἦν Ὅμηρος πρὸς τὸ
Lysis 214 A: αεέ τοι τὸν ὅμοιον
ἄγει θεὸς ὡς τὸν ὅμοιον nach Hom.
Od. XVII 218; ebendaselbst in pro-
saischer Fassung: τὸ ὅμοιον τῷ
ὁμοί ἀνάγκη ἀεὶ φίλον εἶναι
(welchem Satze dann 216 D die
gegenteilige Behauptung gegen-
übergestellt wird; vgl. zu Symp.
.186 B: ro δὲ ἀνόμοιον etc.). Rep.
1 329 A: πολλάκις γὰρ συνερχόμεϑά
τινες εἰς ταὐτὸν παραπλησίαν ἡλι-
κέαν ἔχοντες, διασῴξοντες τὴν πα-
λαιὰν παροιμέαν. Cic. de senec-
tute 3, 7: pares cum paribus uetere
prouerbio facillime congregantur.
7. Κρόνου nal Ἰαπετοῦ ἀρχαιό-
reoos ist ebenfalls sprüchwörtlich.
In Lucian’s Göttergesprächen 2 be-
ruft sich Eros, um Verzeihung wegen
irgend eines Vergehens von Zeus zu
erhalten, auf seine Jugend: ἀλλ᾽ el
καί τι ἥμαρτον͵ ὦ Ζεῦ, συγγνῶϑί
por’ παιδέον γάρ εἶμι καὶ ἔτι ἄφρων.
Zeus aber stellt sich auf den Stand-
unkt des Phädros: σὺ παιδέον ὁ
Ἔρως, ὃς ἀρχαιότερος εἶ πολὺ Ἰα-
πετοῦ; ἢ διότι μὴ πώγωνα μηδὲ
πολιὰς ἔφυσας, διὰ ταῦτα καὶ βρέ-
φος ἀξιοῖς νομίξεσϑαι γέρων καὶ
πανοῦργος ὦν;
Ci. ἀλλά φημι νεώτατον αὐτὸν
εἶναι ϑεῶν quod erat demonstran-
dum. Ebenso leichtfülsig wie der
eben hiefür vorgebrachte Beweis
ist auch die Hinzufügung des fol-
genden καὶ ἀεὶ νέον, welches
durchaus nicht aus dem ersten Prä-
dicat geschlossen werden kann. Die
Behauptung selbst nach Xen. Symp.
VII 1: τῇ δὲ μορφῇ νεωτάτου. --
Mit τὰ δὲ παλαιὰ πράγματα οἷο.
wird nachträglich eine naheliegende
Einwendung gegen den erstern Satz
widerlegt: man komme mir nicht
mit Hesiodos und Parmenides, wel-
che Phädros (178 B) ins Feld ge-
führt hatte. Denn wenn diese aller-
dings den Eros für den ältesten
Gott erklären, so widersprechen sie
sich selbst, indem sie von Thaten
und Ereignissen bei den Göttern
zu erzählen wissen, welche mit der
damaligen Existenz des Eros sich
nicht vereinigen lassen. Gemeint
sind einerseits jene obigen Beleg-
stellen für das Alter des Eros, an-
dererseits betreffend die παλαιὰ
“πράγματα Hesiod. Theog. 176 fi,
746 ff.; die Belegstelle aus Parme-'
nides für diese rohen Handlungen
ist uns nicht erhalten; denn was
die Ausleger hiefür anführen v. 86
Mull. (84K.) κρατερὴ γὰρ avayanı
nelgarog ἐν δεσμοῖσιν ἔχει καὶ der
pls ἐέργει bezieht sich auf das
Seiende und hat mit jenen nichts
zu thun. Die Stelle, die Agathon
im Auge hatte, konnte höchstens
im zweiten Teile des Parmenide
ischen Lehrgedichtes, in der Lehre
von der Welt des Scheines stehen
(so auch Stallbaum). — Im übrigen
glaubt natürlich Agatbon als auf-
geklärter Mann nicht an diese Er-
zählungen; daher εἰ ἐκεῖνοι ἀληϑῆ
ἔλεγον. — Der Gedanke von dem
unter den Göttern Frieden stiften-
den Eros wird unten 197 B wieder-
holt.
D 1. ἔστιν ἐνδεής sc. ὁ Ἔρως,
ersönliche Construction == es Ὁθ-
arf für ihn. — πρὸς τὸ ἐπιδεῖξαι
ZTMIIOZION.
ἐπιδεῖξαι ϑεοῦ ἁπαλότητα.
196. 101
Ὅμηρος γὰρ "Arnv ϑεόν τέ φησιν ἃ
εἶναι καὶ ἁπαλήν" τοὺς γοῦν πόδας αὐτῆς ἁπαλοὺς εἶναι λέγων
τῆς μένϑ᾽ ἁπαλοὶ πόδες" οὐ γὰρ ἐπ᾽ οὔδεος
πίλναται, ἀλλ᾽ ἄρα ἥ γε κατ᾽ ἀνδρῶν κράατα βαίνει.
λῷ οὖν δοκεῖ io τὴν ἁπαλό ; ὧν
καλῷ οὐὖν δοκεῖ μοι τεκμηρίῳ τὴν ἀπαλότητα ἀποφαίνειν,
ὅτι οὐκ ἐπὶ σκληροῦ βαίνει, ἀλλ᾽ ἐπὶ μαλθακοῦ.
τῷ αὐτῷ E
δὴ καὶ ἡμεῖς χρησώμεϑα τεκμηρίῳ περὶ Ἔρωτα ὅτι ἁπαλός.
οὐ γὰρ ἐπὶ γῆς βαίνει οὐδ᾽ ἐπὶ κρανίων, & ἐστιν οὐ πάνυ
μαλακά, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς μαλακωτάτοις τῶν ὄντων καὶ βαίνει
καὶ οἰκεῖ. ἐν γὰρ ἤϑεσι καὶ ψυχαῖς ϑεῶν καὶ ἀνθρώπων
τὴν οἴκησιν ἵδρυται, καὶ οὐκ αὖ ἑξῆς ἐν πάσαις ταῖς ψυχαῖς,
ἀλλ: ἧτινι ἂν σκχληρὸν ἦθος ἐχούσῃ ἐντύχῃ, ἀπέρχεται, ἡ
δ᾽ ἂν μαλακόν, οἰκίξεται.
πάντῃ ἐν μαλαχωτάτοις τῶν μαλακωτάτων,
δή ἐστι καὶ ἁπαλώτατος, πρὸς 196
ἀνάγκη εἶναι. νεώτατος μὲν
δὲ τούτοις ὑγρὸς τὸ εἶδος.
ϑεοῦ ἁπαλότητα gehört unmittel-
bar zu οἷος ἦν Ὅμηρος.
2. ϑεοῦ “eines Gotter’, weil die
Geschicklichkeit Homers, die dza-
λότης zu beweisen, sich nicht blofa
an einem bestimmten Gotte zeigte.
ὃ. τοὺς γοῦν πόδας etc. Ermäs-
sigung der vorhergehenden Behaup-
tung, dafs Homer die Ate zart ge-
nannt habe; diese Ermäßigung ist
nicht überflüssig, da der Redner
die eigenen Worte des Dichters zu
citieren im Begriffe ist, die ihn zu
derselben nötigen. Auf diese nur
partielle ἁπαλότης der Ate macht
Agathon am Schlusse seiner De-
duction noch einmal aufmerksam,
um die totale ἁπαλότης seines Eros
in desto wirksameren .Contrast zu
stellen. 196 E: ἁπτόμενον ἀεὶ καὶ
ποσὶ καὶ πάντῃ --- τῶν μαλακο-
τάτων. --- Die Homerstelle über die
ἄτη IL „XIX. 92,
E1. ὅτι οὐκ ἐπὶ σκληροῦ βαίνει,
ἀλλ ἐπὶ μαλθακοῦ: sophistische
Verdrehung der Homerstelle, der
sie übrigens um so leichter ausge-
setzt war, als sie selbst doppel-
sinnig ist. Einerseits tritt die Ate
nach Homer nicht mit festem, hör-
barem Schritt auf dem Boden auf,
sondern sie schwebt unhörbar leise
ἁπτόμενον οὖν ἀεὶ καὶ ποσὶ καὶ
ἁπαλώτατον
3 \ n , 9. 4 ,
οὐ γὰρ ἂν οἷός τ᾿ ἦν πάντῃ
in der Luft, so dafs die Menschen,
auf die sie es absieht, ihr Kommen
nicht bemerken. Andrerseits wird
aber dieses leise Schweben doch
als ein Wandeln auf den Köpfen
bezeichnet, um anzudeuten, dals
ihre Berührung die Köpfe verwirrt
und bethört. — μαλϑακοῦ, nachher
mehrmals μαλακός: zu 174 C.
8. ἐπὶ ngavior Steigerung, des
Homerischen κατ᾽ ἀνδρῶν κράατα,
um den Gegensatz des weichen
Bodens der Seelen, auf welchem
Eros wandelt, desto wirksamer zu
machen.
a ἤϑεσι καὶ ψυχαῖς, nachher
suausr von einer ψυχὴ σκλη-
δὸν μα τὸ ϑος ἔχουσα gesprochen: zu
188 E ἤϑους χρηστοῦ ὄντος.
6. ἑξῆς unterschiedslos.
8. καὶ ποσὶ καὶ πάντῃ ‘nicht
blofs mit den Fülsen, sondern mit
seiner ganzen (übrigen) Oberfläche’.
Der Begriff ἄλλῃ ist zu πάντῃ hin-
zuzudenken; καὶ ποσὶ mit Bezug
auf die Ate, welche nur ποσὶ die
Menschen berührt 195 D.
9. ἐν μαλακωτάτοις τῶν μαλα-
κωτάτων;: zu 178 A ἐν τοῖς πρεσβύ-
τατον.
196 A 2. ὑγρὸς τὸ εἶδος Kallistrat.
descriptiones 3 von einem Bronze-
108 TIAAT2NOZ
8 περιπτύσσεσθαι οὐδὲ διὰ πάσης ψυχῆς καὶ εἰσιὼν τὸ πρῶτιν
λανθάνειν καὶ ἐξιών, εἰ σχληρὸς ἦν. συμμέτρου δὲ [x
ὑγρᾶς] ἰδέας μέγα τεχμήριον ἡ εὐσχημοσύνη, ὃ δὴ διαφι.-
ρφόντως ἐκ πάντων ὁμολογουμένως Ἔρως ἔχει" ἀσχημοσύνῃ
γὰρ καὶ Ἔρωτι πρὸς ἀλλήλους ἀεὶ πόλεμος. χρόας δὶ
Βκάλλος ἡ κατ᾽ ἄνθη δίαιτα τοῦ ϑεοῦ σημαίνει’ ἀνανϑὲ
γὰρ καὶ ἀπηνϑηκότι καὶ σώματι καὶ ψυχῇ καὶ ἄλλῳ ὁτφοῦν
bild des Eros ὑγρὸς μὲν ἦν apoı- Meinung (ἐκ πάντων ὁμολογουμὲ
ρῶν μαλακότητος. Aristaen. ep. I vos) fügt Agathon noch einen ir
1: οὕτω μέντοι σύμμετρα καὶ zov- nern Grund hinzu, der an den Be
φερὰ τῆς Λαΐδος μέλη ὡς ὕγρο- weis für die Jugend des Gotte
φυῶς αὐτῆς λυγίξεσϑαι τὰ ὀστὰ (195 B), den er aus der notorischen
τῷ περιπτυσσομένῳ. Dieses neue Abscheu desselben vor dem Alter
Prädicat ὑγρός geschmeidig’ ist gezogen hatte, erinnert. Eben«
dem . vorhergehenden ἁπαλός nahe hat Eros beständigen Krieg mit der
verwandt. Agathon hätte mit dem- ἀσχημοσύνη. Dieser Gedanke wird
selben Rechte dafür auch μαλακός später (197 B) von Agathon dahu
setzen können, welches er oben formuliert, dafs der Eros Streben
E 8 dem Begriffe σκληρός in glei- nach dem Schönen sei: ein Gedanke,
cher Weise entgegengesetzt hatte, dem auch Sokrates adoptieren wird.
wie er ὑγρός unten in εἰ σκληρὸς ἦν 1. χρόας δὲ κάλλος ἡ κατ᾽ ar
dem Begriffe σκληρός entgegenstellt. #n | δίαιτα τοῦ θεοῦ klingt poe-
3. διὰ πάσης ψυχῆς εἰσιὼν λαν- tisch und kann jambisch gelesen
ϑάνων καὶ ἐξιών: Anacreontes 12 werden, der erste Teil als eine
(ἔρως) μέσος δὲ καρδέης wev | ἔδυνε. katalektische Pentapodie, wie sie
5. Mit συμμέτρου δὲ ἰδέας wird beiDramatikern vorkam Enur. Phoer.
ein neues Attribut eingeleitet, wel-_ 294: τὸν οἴκοθεν νόμον σέβουσα.
ches kaum mit Ast auf das vorher- Es liegt also vielleicht auch bier
gehende περιπτύσσεσθαι zu bezieh- ein Citat vor. — Mit dem wieder-
hen ist; es bezeichnet die Harmonie holten Begriff ἄνϑος (ἡ κατ᾽ ἄνϑη
der Glieder des Eros unter sich, δέαιτα — ἀνανθεῖ — ἀπηνϑηκοτε
nicht aber mit anderen, an die er — εὐανϑής) wollte vielleicht Pl»
sich anschmiegt. Die als ‘Beweis’ ton auf die bekannte Tragödie des
für diese harmonische Gestalt dee Agathon ,„Avdog“‘ anspielen. —
Eros vorgebrachte allgemein aner-- Kallistrat. deser. 3 sagt von dem
kannte Grazie (εὐσχημοσύνη) des-- oben angeführten Bilde des Eros:
selben ist mit dieser im Grunde γαλκῷ δὲ ἔχων συνωδὸν τὴν χρόαν
identisch. cf. Libanius ὑπὲρ τῶν εὐανϑὴς ξωρᾶτο.
ὀρχηστῶν ed. Rich. Förster Rostock B 1. ἀνανϑεὶ γάρ etc. Der ganze
1878 p. 20 ἐξετάζοντες ϑέσιν ποδῶν Passus von Aristänet. ep. II 1 mit
φορὰν χειρῶν νευμάτων͵ ἃ διαβάλ- wenig Veränderung abgeschrieben ,
λεις εὐαρμοστίαν, ὅλως τοῦ παντὸὸ Vgl. auch Philo de meretricis mer-
εὐσχημοσύνην. Ist diese Erklärung cede (II 264) τῶν μὲν γὰρ ἑταιρῶν
von σύμμετρος richtig, so werden τὴν ἐργασίαν κατέλυσε zollanıs
wir um so mebr mit Jahn καὶ γῆρας, ἐπειδήπερ ἐξώροις γενομέ
ὑγρᾶς als eine nicht blols un- γρφραις οὐδεὶς ἔτι πρόσεισιν, ἀπομα-
nötige, sondern auch ungehörige ρανϑείσης ὥσπερ τινῶν ἀνθῶν τῆς
Wiederholung des vorhergehenden ἀχμῆς. --- Der Beweis beruht such
Attributes streichen. hier auf dem Satze ὅμοιον ὁμοίῳ.
6. ἐκ πάντων gehört zu ὁμολο- ἀεὶ πελάζει. .
γουμένως. — ἀσχημοσύνῃ γάρ etc. 2. καὶ ψυχῇ καὶ ἄλλῳ ὁτῳοῦν
Zu dem Beweis aus der öffentlichen deutet darauf hin, dafs anch Ag* |
ZTMIIOZION. 196.
109
οὐκ Evite Ἔρως, οὗ δ᾽ ἂν εὐανθής τε καὶ εὐώδης τόπος ἦ, 3
ἐνταῦϑα καὶ ἵξει καὶ μένει.
XIX. Περὶ μὲν οὖν κάλλους τοῦ ϑεοῦ καὶ ταῦτα
ἱχανὰ καὶ ἔτι πολλὰ λείπεται, περὶ δὲ ἀρετῆς Ἔρωτος μετὰ
ταῦτα λεκτέον.
τὸ μὲν μέγιστον, ὅτε Ἔρως οὔτ᾽ ἀδικεῖ
ww)» 3 3 6 \ - [4 [4 9 e 2 3
ovr ἀδικεῖται οὔτε ὑπὸ θεοῦ οὔτε ϑεὸν, οὔτε ὑπ ἀν-
ϑρώπου οὔτε ἄνϑρωπον. οὔτε γὰρ αὐτὸς βίᾳ πάσχει, εἴ τι
. \ „ 3 ba . 3 -
παχει᾿ βία γὰρ ἔρωτος οὐχ ἀπτεται οὔτε ποιὼν ποιεῖ. C
thon den Begriff des Eros nicht
auf das Gebiet der körperlichen
Schönheit beschränken will.
3. καὶ εὐώδης als die Folge des
εὐανϑής hinzugefügt. Wenig hätte
gefehlt, so hätte uns Agathon mit
derselben Sicherheit auch noch be-
wiesen, dafs der Eros εὐωδέστατος
πάντων sei, allein es soll das Ge-
sagte genügen, obwohl der Gegen-
stand noch gar nicht erschöpft ist.
(5. καὶ ταῦτα ἱκανὰ καὶ ἔτι πολ-
λὰ λείπεται.)
6. Es beginnt der Beweis περὶ
ἀρετῆς Ἔρωτος == Orı ἄριστός ἐστιν
vgl. die Ankündigung 195 A. Er
ist gruppiert nach den vier Cardi-
naltugenden δικαιοσύνη, σωφροσύ-
vn, ἀνδρεία, σοφία: der Standpunkt
der gewöhnlichen Ethik, welchem
der Satz des Sokrates von der Ein-
heit der Tugend sich gegenüber-
stellt Xen. Mem. III 9, 4. IV 6,5 fl.
Ebenso "Platon Protag. 329 B ff.,
349 B ff. und anderwärts. In der
Republik IV 441 C ff. wird Platon
der gewöhnlichen Unterscheidun
der Tugenden dadurch gerecht, da
er 810 auf die Verschiedenheit der
in der sittlichen Thätigkeit wirken-
den Teile der Seele basiert: σοφία
auf den γοῦς, die ἀνδρεία auf den
ϑυμός, die σωφροσύνη (wenigstens
vorherrschend, wenn auch nicht
ausschlielslich, vgl. Hirzel in Her-
mes VIII 384 ff. Zeller Gesch. der
Philos. d. Gr. II 1 p. 749°) auf das
ἐπιϑυμητικόν, die δικαιοσύνη auf
die sämtlichen drei Seelenteile.
— Häufig werden auch fünf Tu-
genden gezählt, indem die ὁσιό-
ins oder εὐσέβεια als dag richtige
Verhalten gegen die Götter von
der δικαιοσύνη unterschieden wird
Prot. 330 B, 849 Β (πέντε ὄντα
ὄνοματα), Laches 199 Ὁ, Xenoph.
Mem. IV 6. Jedenfalls gehörten
die Sophisten im Gegensatz zu So-
krates zu denen, die der landläufi-
gen Unterscheidung folgten oder
vielleicht geradezu sie zu fixieren
suchten. Aristoteles führt den Gor-
gias speciell hiefür an Polit. I 13,
1260 a 27: πολὺ γὰρ ἄμεινον (nim-
lich als Sokrates) λέγουσιν οἵ ἐξ-
αριϑμοῦντες τὰς ἀρετάρ, ὥσπερ
Γοργίας, was wohl nicht ohne Be-
deutung ist, da wir in der Rede
Agathons Gorgianische Beredsam-
keit nachgeahmt sehen. — In den
Enkomien, die sich auf Personen
(Götter, Heroen oder Menschen)
beziehen, wird oft das Lob nach
den Cardinaltugenden gruppiert, so
das Eigenlob des Nikokles in Isokr.
Nicocl. 31 ff. 86 ΕἾ, das Lob des
Theseus in Isokr. Helena 31 ff.
1. οὔτ᾽ ἀδικεῖ οὔτ᾽ ἀδικεῖται
auch das letztere wird bineingezo-
gen, insofern wenigstens nach der
populären Anschauung das ἀμύνε-
σϑαι ἀδικίαν Tugend, die Unter-
lassung desselben Feigheit ist.
8. οὔτε ὑπὸ ϑεοῦ οὔτε θεόν,
οὔτε ὑπ᾽ ἀνθρώπου οὔτε ἄνϑρωπον
in zierlichem Chiasmus bezieht sich
je das erste Glied mit ὑπό auf das
näher liegende ἀδικεῖται, je das
zweite im Acc. auf das entferntere
ἀδικεῖ. Zu bemerken ferner das
doppelte Homoioteleuton auf ov und
ov, wie wir 195 A ein solches auf
os und o» fanden in οἷος οἵων αἷ-
τιος ὦν.
9. οὔτε γὰρ αὐτὸς βίᾳ πάσχει; βίᾳ
πάσχειν Erklärung von ἀδικεῖσθαι.
Ο 1. οὔτε ποιῶν ποιεῖ = οὔτε
ποιῶν τι βίᾳ ποιεῖ͵) wobei wiederum
110
HAATR2NOZ
2 πᾶς γὰρ ἑκὼν Ἔρωτι πᾶν ὑπηρετεῖ, ἃ δ᾽ ἂν ἑκὼν ἑκόντι
ὁμολογήσῃ, φασὶν „ol πόλεως βασιλῆς νόμοι“ δίκαια εἶναι,
πρὸς δὲ τῇ δικαιοσύνῃ σωφροσύνης πλείστης μετέχει. εἶναι
γὰρ ὁμολογεῖται σωφροσύνη τὸ κρατεῖν ἡδονῶν καὶ ἐπιϑυ-
μιῶν, Ἔρωτος δὲ μηδεμίαν ἡδονὴν κρείττω εἷναι" εἰ δὲ
ἥττους, κρατοῖντ᾽ ἂν ὑπὸ Ἔρωτος, ὁ δὲ κρατοῖ, κρατῶν δὲ
ἡδονῶν καὶ ἐπιϑυμιῶν ὁ Ἔρως διαφερόντως dv σωφρονοῖ.
καὶ μὴν εἴς γε ἀνδρείαν Ἔρωτι ,.,οὐδὲ Apns ἀνθίσταται“.
D οὐ γὰρ ἔχει Ἔρωτα "Apns, ἀλλ᾽ Ἔρως "Aon, ᾿ἀφροδίτης, ὡς
βίᾳ ποιεῖν die Umschreibung von
ἀδικεῖν ist. Die zu beiden Behaup-
tungen hinzugefügten Begründun-
gen βία γὰρ Ἔρωτος οὐχ ἅπτεται
und πᾶς γὰρ ἑκών etc. sind sophi-
stisches Blendwerk ; namentlich die
letztere Behauptung palst schlecht
zu der bekannten Unwiderstehlich-
keit des Eros, die Agathon selbst
nachher hervorhebt, um die ἀνδρεία
desselben zu begründen, vgl. Ἔρωτι
οὐδὲ Ἄρης ἀνϑίσταται in C 9.
3. ol πόλεως βασιλῆς νόμοι Gor-
janische Metapher, offenbar Citat,
as gleiche Bild brauchte der Rhe-
tor Alkidamas nach Aristot. Rhet,
ΠΙ 3 1406 ἃ 18: τοὺς τῶν πόλεων
βασιλεῖς νόμους, von Aristoteles als
frostig bezeichnet. Alkidamas, Schü-
ler des Gorgias und ungefähr gleich-
alterig mit Isokrates (dessen Ge-
burt 486 v. Chr. fällt) hielt sich
im Gegensatz zu dem letztern, mit
dem er rivalisierte, in Beziehung
auf den Stil wenigstens in den
Geleisen seines Meisters.
4. εἶναι γὰρ ὁμολογεῖται etc.
‘ allerdings ein unbestreitbarer Satz,
der von der populären Anschauung
wie von den Philosophen anerkannt
wird Rep. III 389 D: σωφροσύνης
δὲ ὡς πλήϑει οὐ τὰ τοιάδε μέγι-
στα, ἀρχόντων μὲν ὑπηκόους εἶναι,
αὐτοὺς δὲ ἄρχοντας τῶν περὶ πό-
τους καὶ ἀφροδίσια καὶ περὶ ἐδω-
dag ἡδονῶν; Tiefer gefalst wird
die σωφροσύνη Rep. IV 432 A als
Harmonie des Ganzen: ὀρϑύτατ᾽
ἂν φαῖμεν ταύτην τὴν ὁμόνοιαν
σωφροσύνην εἶναι, χείρονός τε καὶ
ἀμείνονος κατὰ φύσιν ξυμφωνίαν,
ὁπότερον δεῖ ἄρχειν καὶ ἐν πόλει
καὶ ἐν ἐνὶ ἑκάστῳ. So fällt sie frei-
lich mit der δικαιοσύνη fast zusam-
men vgl. Guggenheim Zeitschr. für
Völkerpsychol. XV p. 158. — Ober-
satz: σώφρων ist, wer mächtiger
ist als die Begierden, Untersatz: Nun
ist aber der Eros mächtiger als die
andern) Begierden, Schlufs: also ist
er Eros σώφρων. — Der Trugschluß
liegt hauptsächlich darin, dafs der
Eros im Untersatz als abstracte dx
ϑυμία gefalst ist, im Schlulssatz als
moralische Person, ferner schlielst
nicht jedes κρεέττω εἶναι ein xga-
teiv im Sinne des Kampfes und
Sieges über andere in sich.
7. κρατοῖ, nachher σωφρονοῖ, wie
185 A ὑπηρετοῖ, 198 A god, 200D
ὁμολογοῖ. Diese Form auf οἱ scheint
bei Platon häufiger zu sein als die
attische Form oin, vgl. Kühner I
p. 544, 2a. Ebenso 1. Plur. ὑμνοῖ
μὲν 193 D; dagegen 1. Sing. ποι-
oinv 194 C. Zur Sache Xen. Oecon.
120 (ἡδοναὶ) διακωλύουσιν αὐτοὺς
ἀπὸ τῶν ὠφελίμων ἔργων κρατοῦ-
σαι.
9. καὶ μὴν --- γε ταὶ. 119 Α. Β. --
οὐδὲ Γάρης ἀνθίσταται aus Soph.
Thyestes fr. 236 N πρὸς τὴν ᾿Δνάγ-
any οὐδ᾽ Aons avdloraraı (Jahn)
D 1. ᾿ἀφροδίτης, ὡς λόγος Hom.
Od. VIII 266 das bekannte Liebex
abenteuer des Ares und der Aphro-
dite. Auf eine Definition der ar-
δρεία, die etwas schwieriger ist als
die der σωφροσύνη, hat sich Ag#
thon nicht eingelassen. — Ober
satz: Wer stärker ist als der
tapferste von allen anderen,
selbst der Allertapferste. Untersatz:
Nun ist Eros stärker als Ares, der
Tapferste aller anderen. Schlulssats:
Also ist er der Allertapferste. Der
ΣΥΜΠΟΣΙΟΝ, 196. 111
λόγος᾽ κρείττων δὲ ὁ ἔχων τοῦ ἐχομένου" τοῦ δ᾽ ἀνδρειο- 2
τάτου τῶν ἄλλων χρατῶν πάντων ἂν ἀνδρειότατος εἴη. περὶ
μὲν οὖν δικαιοσύνης καὶ σωφροσύνης καὶ ἀνδρείας τοῦ
ϑεοῦ εἴρηται, περὶ δὲ σοφίας λείπεται᾽ ὅσον οὖν δυνατόν,
πειρατέον μὴ ἐλλείπειν. καὶ πρῶτον μέν, iv’ αὖ καὶ ἐγὼ
τὴν ἡμετέραν τέχνην τιμήσω ὥσπερ ᾿Ερυξίμαχος τὴν αὑτοῦ,
ποιητὴς ὁ ϑεὸς δοφὸς οὕτως ὥστε καὶ ἄλλον ποιῆσαι᾽ πᾶς Β
γοῦν ποιητὴς γίγνεται, »κἂν
»Ἤ [χὰ τ \ [7
ἔρως ἀψηται. ῳᾧ δὴ πρέπει
Paralogismus liegt im . Obersatz,
der den Begriff der Stärke mit dem
der Tapferkeit identifiziert: in Wirk-
lichkeit kann auch der Schwächere
tapferer sein als sein starker Be-
sieger.
D 6. πειρατέον μὴ ἐλλείπειν
deutet auf die besondere Wichtig-
keit hin, welche der Redner dem
Nachweisder σοφία des Eros beilegt.
1. Εἰς Ἐρυξέίέμαχος τὴν αὑτοῦ
186 B.
E 2. κἂν ἄμουσος 1] τὸ πρίν aus
Euripides Stheneboea fr. 666 N.
ποιητὴν δ᾽ ἄρα 1 Ἔρως διδάσκει,
κἂν ἄμουσος 7 τὸ πρίν, schon von
Aristophanes Vesp. 1074 verwendet:
ῥαδίως ἐγὼ διδάξω κἂν ἄμουσος ἦ
τὸ πρίν. Ziemlich oft bei den Spä-
teren, z. B. Plut. Erot. 762 B, dem
wir das wörtliche Citat verdanken,
idem quaest. Sympos. 622 C. Ins-
besondere auch ist es die unglück-
liche Liebe, die in der Poesie Trost
sucht, wofür an der letztgenannten
Stelle und in Theokrit Id. XI Po-
lyphem in seiner Liebe zu Galatea
angeführt wird. Theokrit tröstet
mit dem Beispiele desselben seinen
Freund, den Arzt Nikias von Milet:
οὐδὲξλ πὸς τὸν ἔρωτα πεφύκει
φάρμακον ἄλλο, Νικία, οὔτ᾽ ἔγχορι-
στον, ἐμὶν δοκεῖ, οὔτ᾽ ἐπέπαστον, |
ἢ ταὶ Πιερίδες" κοῦφον δέ τι τοῦτο
καὶ ἀδὺ | γένετ᾽ ἐν ἀνθρώποις, εὖ-
ρεῖν δ᾽ οὐ ῥάδιόν ἐστι. --- οὕτω
γοῦν ῥάιστα διᾶγ᾽ ὁ Κύκλωψ ὁ
παρ ἀμῖν, | ὠρχαῖος Πολύφαμος
02° ἤρατο τὰς Γαλατείας. Der
Freund fand das Mittel gut und
antwortete mit einem Gedicht, des-
sen Anfang auf Euripides anspielt:
ἣν ἄρ᾽ ἀληϑὲς τοῦτο Θεόκριτε᾽ οἵ
” 4 \ ,» ςς en
ἄμουσος ἢ τὸ πρίν“, οὐ ἂν
ἡμᾶς μαρτυρίῳ χρῆσϑαι, ὅτι
γὰρ ἔρωτες | πολλοὺς ποιητὰς ἐδί-
δαξαν τοὺς πρὶν ἀμούσους (Argum.
zu Id. XJ).
3. ὅτι ποιητὴς ὁ Ἔρως ἀγαϑὸς
ἐν κεφαλαίῳ πᾶσαν ποίησιν τὴν
κατὰ μουσικήν. Nachdem Agathon
vorher kurzweg ποιητής im ge-
wöhnlichen Sinne gebraucht hat,
erinnert er sich jetzt daran, dafs
or bei der Vieldeutigkeit der ποίησις
(schöpferischen Production) an sich
und weil er im folgenden noch
eine andere Art derselben, die Zeu-
gung lebender Wesen, erwähnen
will, eine genauere Abgrenzung
vornehmen muls. Er falst daher
das Gebiet der geistigen Pro-
duction summarisch (ἐν κεφα-
λαίῳ) in dem Ausdrucke ποίησις
ἡ κατὰ μουσικήν zusammen; ἐν xe-.
φαλαίῳ πᾶσαν fügt er hinzu, weil
er mit der Dichtkunst im gewöhn-
lichen Sinne, die er bis jetzt allein
enannt hat, wohl die vornehmste
rscheinungsweise der musischen
Production erwähnt, sie aber damit
doch nicht erschöpft hat. Diese
roinoıs κατὰ μουαικήν steht der
ξῴων nolneıg als der körperli-
chen Production gegenüber; es
sind dies die beiden Arten der
ποέησις überhaupt. So auch So-
krates 205 B—D. Dieser letzte-
ren, der ποίησις im allgemeinen,
steht die δημιουργέα τῶν τεχνῶν
als praktische Ausübung zur Seite,
die ebenfalls der σοφέα bedarf, aber
nicht schöpferisch ist. Vgl. den
Unterschied zwischen Theorie und
Praxis in der Heilkunde 186 D, in
der Musik selbst 187 D. wo freilich
die μελοποιέα unter die praktische
Anwendung gerechnet wird. — Zu
112
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
4 ποιητὴς ὁ Ἔρως ἀγαϑὸς ἐν χεφαλαί πᾶσαν ποίησιν
τὴν κατὰ μουσικήν᾽ ἃ γάρ τις ἢ μὴ ἔχει T μὴ olde,
197 οὔτ᾽ ἂν ἑτέρῳ δοίη οὔτ᾽ ἂν ἄλλον διδάξειε.
καὶ μὲν δὴ
τήν ys τῶν ξῴων ποίησιν πάντων τίς ἐναντιώσεται μὴ
οὐχὶ Ἔρωτος εἶναι σοφίαν, N γίγνεταί τε καὶ φύεται πάντα
τὰ ἕξῴα;
ἀλλ τὴν τῶν τεχνῶν δημιουργίαν οὐχ
ἴσμεν, ὅτε οὗ μὲν ἂν ὁ ϑεὸς οὗτος διδάσκαλος γένηται,
ἐλλόγιμος καὶ gavos ἀπέβη, οὗ δ᾽ ἂν Ἔρως μὴ ἐφάψηται,
σχοτεινός; τοξικήν γε μὴν καὶ ἰατρικὴν καὶ μαντικὴν Azcı-
λων ἀνεῦρεν ἐπιϑυμίας καὶ ἔρωτος ἡγεμονεύσαντος, ὥστε
Β χαὶ οὗτος Ἔρωτος ἂν εἴη μαϑητής, καὶ Μοῦσαι μουσικῆς
καὶ Ἥφαιστος χαλκείας καὶ ᾿ϑηνᾶ ἱστουργίας καὶ ,,Ζεὺς
ἐν κεφαλαέω vgl. 186 ( ὡς ἐν κε-
φαλαέῳ εἰπεῖν, um es zusammen-
zufassen.
5. ἃ γάρ τις ἢ un ἔχει ist ein-
fache Fortführung des die musische
Production betreffenden Beweises;
er iet nur von der letztern gältig,
schon deswegen kann im vorher-
gehenden τὴν κατὰ μουσικήν, was
Sauppe und andere beseitigen wol-
len, nicht entbehrt werden.
197 A 1. διδάξειε: zu 190 C
ἀποκτείνγαιεν.
6. φανός illustris, entgegenge-
. setzt das folgende σκοτεινός, vgl.
Rep. VII 518 C: στρέψεις πρὸς τὸ
φῶς ἐκ τοῦ σκοτώδους. Hier sind
die beiden Worte φανός und σκο-
τεινός mit poetischer Metapher
von Personen gebraucht. — ἀπέβη
Aorist der Erfahrungswahrheit:
zu 181 A; ἀποβαίνειν mit prädica-
tivem Nom. 192 A.
8. ἀνεῦρεν, als Erfinder dieser
Künste wird Apollo blofs deswegen
bezeichnet, weil er in der Tradition
als der Inhaber derselben erscheint,
der sie gelegentlich auch anderen
verleiht, so die Bogenkunst Hom.
Il. U 827, die Seherkunst 1]. I 72;
als δημιουργός der Heilkunst haben
wir ihn auch in der Rede des Ari-
etophanes kennen gelernt 190 E ff.
Unter den hier aufgezählten Kün-
sten fehlt die Kitharistik, wahr-
scheinlich weil sie den Musen (nach-
her καὶ Μοῦσαι μουσικῆς) reserviert
bleiben soll. — ἐπυθυμέας καὶ ἔρω-
τος ἡγεμονεύσαντος: dals hier Eros
ganz allgemein als‘ Liebe zur Sache‘,
“leidenschaftliche Neigung zur Ent
deckung des Unbekannten’, (As)
zu fassen ist, beweist auch das vor-
angestellte abstracte ἐπιϑυμίας.
Hierin, wie in einigen anderen
Punkten, ist Agathon Vorläufer des
Sokrates, vgl. 200 A: πότερον 0
Ἔρως ἐκείνου, οὗ ἐστιν ἔρως, ἐκι-
ϑυμεὶ αὐτοῦ 7 οὔ;
Β 1. καὶ (Μοῦσαι μουσικῆς für
καὶ Μοῦσαι Ἔρωτος μαϑηταὶ ar
εἶεν μουσικῆς doppelter Gen. Zu
dem Gen. der Sache vergleicht
Vermehren Rep. X 599 C: τένας
μαϑητὰς ἰατρικῆς narelimero ; eben-
so sind auch die folgenden Worte
καὶ "Hoyaıorog χαλκείας etc. zu er-
en.
ἢ. Ἥφαιστος χαλκείας, dem He-
phästos und der Athene Chalkei
zu Ehren wurde das Fest der Chal-
keen im Monat Pyanopsion als An-
hang der Apaturien gefeiert. —
᾿Αϑηνὰ ἰἱστουργίας. Die Athene
kennt zwar viele nützliche Künste;
darunter ragt aber besonders die
Webekunst hervor; sie wirkt das
Gewand der Hera Il. XIV 178, ihren
eigenen Peplos Il. V 735. Sie ur
terrichtet die Pandora hierin Hesiod.
Op. et D. 63. Beim Anblick des
schönen Gewebes (λεπτὰ καὶ ὅς
χαρίεντα) rufen die Weiber aus
Theokr. Id. XV 80: πόενι᾽ Ade-
ναία, noial σφ᾽ ἐπόνασαν ἔριϑοι.
— καὶ Ζεὺς κυβερνᾶν ϑεῶν τε
ο
ZTMIIOZION. 197. 113
κυβερνᾶν ϑεῶν τὸ καὶ ἀνθρώπων“. ὅϑεν δὴ καὶ κατεσκευ- 8
ἄσϑη τῶν ϑεῶν τὰ πράγματα Ἔρωτος ἐγγενομένου, δῆλον
ὅτι κάλλους᾽ αἴσχει γὰρ οὐκ ἔνε Ἔρως" πρὸ τοῖ δέ, ὥσπερ
ἐν ἀρχῇ εἶπον, πολλὰ καὶ δεινὰ ϑεοῖς ἐγίγνετο, ὡς λέγεται,
διὰ τὴν τῆς ᾿ἀνάγκης βασιλείαν ἐπειδὴ δ᾽ ὁ ϑεὸς οὗτος
ἔφυ, ἐκ τοῦ ἐρᾶν τῶν καλῶν πάντ᾽ ἀγαϑὰ γέγονε καὶ ϑεοῖς C
καὶ ἀνθρώποις.
Οὕτως ἐμοὶ δοκεῖ, ὦ Φαῖδρε, Ἔρως πρῶτος αὐτὸς ὧν
κάλλιστος καὶ ἄριστος μετὰ τοῦτο τοῖς ἄλλοις ἄλλων
τοιούτων αἴτιος εἶναι. ἐπέρχεται δέ μοί τι καὶ ἔμμετρον
εἰπεῖν, ὅτι οὗτός ἐστιν ὁ ποιῶν
ἀνθρώπων wahrscheinlich ein jam-
bischer Vers aus einem Tragiker,
was am leichtesten die Veränderung
der Construction (Inf. für Gen.)
und die kühne Verbindung wße
γᾶν τινος erklärt (Usener). u
205, IX 98 verleiht Zeus Scepter
und Herrschaft.
4. δῆλον ὅτι κάλλους zu 196 A
ἀσχημοσύνῃ γάρ etc. 201 A spielt
Sokrates auf unsere Stelle an.
5. αἴσχει οὐκ ἕνι Ἔρως; zu die-
ser Redeweise vgl. 196 Β: ἀνανϑεῖ
σώματι — οὐκ ἐνίξει Ἔρως.
6. ἐν ἀρχῇ 196 0. --- ὡς λέγεται, weil
Agathon selbst nicht daran glaubt;
zu 195 Ο: εἰ ἐκεῖνοι ἀληθῆ ἔλεγον.
Ο1. πάντ᾽ ἀγαθὰ γέγονε erinnert
an die Redeweise πάντ᾽ ἀγαθὰ
πράττειν Aristoph. Aues 1706, Ran.
302 πάντ᾽ ἀγαθὰ πεπράγαμεν. ---
καὶ θεοῖς καὶ ἀνθρώποις feier-
licher Schlufs des ersten Haupt-
telles der Rede, dem Gedanken
nach schon den Übergang zum
zweiten enthaltend.
3. πρῶτος bevor der Eros an-
deren Gaben erteilt, muls er sie
selbst besitzen.
4. μετὰ τοῦτο fürs zweite’, dem
πρῶτος entsprechend, wie sonst
ἔπειτα, εἶτα, αὖ, ἔτι einem πρῶτον
folgen, nur dals μετὰ τοῦτο die
zeitliche Aufeinanderfolge mit be-
tont: zu τὸ μετὰ τοῦτο 176 E,
vgl. 219 D, Arist. Ran. 1026, Aves
810 steht εἶτα — μετὰ τοῦτο.
Der Sin wird gesetzt, wenn
darauf Gewicht gelegt wird, dafs
Patron, Symposion.
das vorhergegangenedem Folgenden
als Einheit gegenübersteht, uer«
ταῦτα dagegen legt auf die Einheit.
lichkeit des Vorangehenden kein
Gewicht: 196 B: περὶ δὲ ἀρετῆς
Ἔρωτος μετὰ ταῦτα λεκτέον. 204 Ὁ:
τοῦτο δὴ μετὰ ταῦτ᾽ ἔφη, ὦ Σώ-
κρατες, πειράσομαί σε διδάξαι. ---
ἄλλων τοιούτων eben dieselben Vor-
züge, die er selbst besitzt (κάλλος
und ἀρετή). ἄλλος τοιοῦτος und
noch häufiger ἕτερος τοιοῦτος zur
Bezeichnung von etwas, was an
Einer Person oder Sache ist, und
ebenso von der andern gilt = tdem,
eiusdem generis: Gorg. 514 Ὁ: κἂν
ἐγὼ οἶμαι περὶ σοῦ ἕτερα τοιαῦτα
ἐσκόπουν. Rep. VII 580 E: οἷον
ἄρτι περὶ τῆς ἀστρονομίας ἐλέγο-
μεν. ἢ οὐκ οἶσθ᾽ ὅτι καὶ περὶ
ἁρμονίας ἕτερον τοιοῦτον ποιοῦσι;
Rep. II 372 D: καὶ οὕτω διάγοντες
τὸν βίον ἐν εἰρήνῃ μετὰ ὁγιείας
ὡς εἰκὸς γηραιοὶ τελευτῶντες ἄλλον
τοιοῦτον βίον τοῖς ἐκγόνοις παρα-
δώσουσιν (Vahlen zu Theokr. Id.
XIV 1 im Berliner Sommerprogr.
1876 p. 6 8)
δ. ὁ πέρχεζαι δέ μοί τι καὶ ἔμ-
ετρον eineiv nämlich als eigenes
Product ‚ nachdem Agathon bisher
bloßs einzelne Worte aus anderen
Dichtern citiert hat (196 Ὁ, E, viel-
leicht auch 196 A, 197 B). Insbe-
sondere wird der dactylische Hexa-
meter als Abweichung vom Rhyth-
mus der Prosa empfunden Arist.
Poet. 4, 1449 a 26: πλεῖστα γὰρ
ἰαμβεῖα λέγομεν ἐν τῇ διαλέκτῳ
8
114
HAATR2NOZ
εἰρήνην μὲν ἐν ἀνθρώκοις, πελάγει δὲ γαλήνην
ψηνεμέαν ἀνέμων, κοίτην ὕπνον τ᾽ ἐνὶ κήδει.
οὗτος δὲ ἡμᾶς ἀλλοτριότητος μὲν κενοῖ, οἰχειότητος δὲ
πληροῖ, τὰς τοιάσδε ξυνόδους μετ᾽ ἀλλήλων πάσας τιϑεὶς
ξυνιέναι, ἐν ἑορταῖς, ἐν χοροῖς, ἐν ϑυσίαις γιγνόμενος
τῇ πρὸς ἀλλήλους, ἐξάμετρα δὲ
ὀλιγάκις καὶ ἐκβαίνοντες τῆς λεκτι-
ans ἁρμονίας. Hermogenes de ideis
ll p. 320 W. (868 Sp.) macht dar-
auf aufmerksam, dafs diese Verse
von Platon selbst herrühren. Be-
merkenswert ist die im Stile der
Gorgianischen Rhetorik durchge-
führte Allitteration von @ und »,
dann y und 2 im ersten Verse, von
vs und μι, dann x u. τ (δ) im zweiten
Verse. Auch Arathon echten Frag-
menten des sic
Ähnliches. So fr. 3 Nauck V. 4:
Κούρητες εἶναι κουρέμου χάριν τρι-
χός Allitteration von x, χ,ρφ. Desto
bedeutungsloser ist der Inhalt, eine
wortreiche Illustration der Behaup-
tung 195 B, dafs der Eros εἰρήνη
bringe. Dieselbe Auffassung von
dem besänftigenden, jeder Leiden-
schaft entbehrenden, schwächlichen
Wesen des Eros, wie sie dem süls-
lichen Agathon entepricht, wird
nun in der meisterhaften Nachah-
mung des poetäsierenden Kling-
klanga Gorgianischer Rhetorik, wo-
mit die Rede schlielst, weiter aus-.
gesponnen. Am durchsichtigsten
sind die binären Verbindungen,
welche denselben Gedanken positiv
und negativ ausdrücken, mit dem
im Anfang der Rede schon beobach-
teten doppelten Reim. Zunächst
drei dieser Paare, welche alle den-
selben Sinn: *ErosalsFriedenstifter?
haben (ein Capitel, das Aristaen.
ep. 1 15 behandelt: αϑτη [Ayeoo-
Sen] καὶ πόλεμον διαλύει καὶ δυ-
σμενεῖς παρασκευάζει βεβαιότατα
σπένδεσθαι πρὸς ἀλλήλους): ἀλλο-
τριότητος μὲν κενοῖ, οἰκοιότητος δὲ
πληροῖ --- πραότητα μὲν πορίζων,
ἀγριότητα δ᾽ ἐξορέζων (letzteres
von Aristaenetos ἃ. ἃ. Ο. adoptiert)
--ὀἬ φιλόδωρος εὐμενείας, ἄδωρος
δυσμενείας. Ahnlich sind zwei
weitere Paare ξηλωτὸς ἀμοέροις,
κτητὸς εὐμοίροις — ἐπιμελὴς ἀγα-
907, ἀμελὴς κακῶν, wobei ayader
und κακῶν masculinisch zu fassen
sind, wie es such Aristaen. ep. 118
in offenbarer Nachahmung
hat, wo von einem Mädchen gesagt
sie Bei ἀμελὴς ἀκόμψων, ἐπι-
μελὴς Airgenar. Binär sind aber
auc e weiteren (iruppierungen
einer Reihe von Begriffen zu fassen,
da sie je in zwei Paare sich glie-
dern, ἀβρότητος χλιδῆς, χαρίτων
ἱμέρου --- ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ, ἐν
πόϑῳ ἐν λόγῳ κυβερνήτης ἐπιβά-
5, παραστάτης TE καὶ σωτήρ.
Eine Verbindung von drei Begriffen
nach der Lesart der V Alex
ἀγαθοῖς (ἀγαθός Bodl.), ϑθεατὸς
σοφοῖς ἀγαστὸς ϑεοῖς ist hand-
schriftlich nicht sieher und im er-
sten Gliede wegen des Sinnes ver-
dächtig. Naeh der von uns ange-
nommenen Conjectur Useners fAsas
ἀγανός bilden diese Worte für sieh
ein Begriffapaar. An sich könnte
auch eine Verbindung dreiet Be-
griffe vorkommen, vgl. Gorg. Helens
9 καὶ λόγῳ καὶ νόμῳ nal ἔργῳ. Sie
kommt auch wirklich im Anfang
hier vor in ἐν ἑορταῖς, ἐν χα
ἐν ϑυσίαις. In ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ,
ἐν πόϑῳ ἐν λόγῳ scheint das zweite
Begriffspaar gegenüber dem erste-
ren mehr die geistige Not und Ver-
legenheit auszudrücken. Dem Dicb-
ter und Sophisten steht es wohl
an, auch von der Gefahr in seiner
Kunst zu sprechen, in der allein
die Begeisterung (ἐπιθυμέας καὶ
ἔρωτος ἡγεμονεύσαντος 197 A) si-
cher dae Steuerruder lenkt; auch
des Dichters Leistungen sind λόγοι
(194 B ἐπιδεέξασϑαι σαυτοῦ λόγοσελ.
Stellbaum vergleicht Lach. 194 D:
ἴθι δή, ὦ Νικία, ἀνδράσι φῶοις
χειμαξομένοις ἐν λόγῳ mal
ἀποροῦσι βοήθησον. κυβεφνήτης
und σωτήρ bezeichnen diese sichere
STMIOZION. 198.
nysumv’
115
πραότητα μὲν πορέξζων, ἀγριότητα δ᾽ ἐξορίξζων᾽ 4
φιλόδωρος εὐμενδίας, ἄδωρος δυσμενείας" ἵλεως ἀγανός"
ϑεατὸς σοφοῖς, ἀγαστὸς ϑεοῖρ᾽ ζηλωτὸς ἀμοίροες,
ἁβρότητος χλιδῆς,
εὐμοίροις᾽ [τρυφῆς].
κτητὸς
χαφίτων ἱμέρου
[πόϑου] πατήρ᾽ ἐπιμελὴς ἀγαθῶν, ἀμελὴς κακῶν ἐν πένῳ Ἑ
ἐν φόβῳ, ἐν πόϑῳ ἐν λόγῳ κυβερνήτης ἐπιβάτης, παρα-
στάτης TE καὶ σωτὴρ ἄριστος,
ξυμπάντων τε θεῶν καὶ
ἀνθρώπων κόσμος, ἡγεμὼν κάλλιστος καὶ ἄριστος, ᾧ χρὴ
ἔπκεσϑαι πάντα ἄνδρα ἐφυμνοῦντα καὶ ὠδῆς μετέχοντα, ἣν
ads ϑέλγων πάντων θεῶν τὸ καὶ ἀνθρώπων νόημα.
Οὗτος, ἔφη, ὁ παρ’ ἐμοῦ λόγος, ὦ Φαῖδρε, τῷ ϑεῷ
ἀνακείσϑω, τὰ μὲν παιδιᾶς, τὰ δὲ σπουδῆς μετρίας, καϑ᾽
ὅσον ἐγὼ δύναμαι, μετέχων.
XX. Εἰπόντος δὲ τοῦ ᾿4γάϑωνος πάντας ἔφη ὁ ’Apı- 198
παρόντας, ὡς πρεπόντως τοῦ
στόδημος ἀναϑορυβῆσαι τοὺς
Leitung, die aus den beiden Arten
des Krieges entnommenenMetaphern
ἐπιβάτης (Seesoldat), παραστάτης
(Nebenmann in der Landschlacht,
Piut. Aleib. 7 παραστάτης ἐν τοῖς
ἀγῶσιν) sollen das wackere Mit-
kämpfen, die wirksame Hülfe des
Eros ausdrücken. Umgekehrt stehen
κυβερνήτης und ἐπιβάτης dadurch
mit einander in engerer Verbindung,
dafs sie aus dem Seeleben entnom-
mene Metaphern sind. Dals es im
übrigen hier nicht auf Schärfe der
Begriffe ankommt, leuchtet ein,
E 3. ξυμπάντων τὸ Θεῶν καὶ
ἀνθρώπων κόσμος vgl. Gorg. He-
lena 1: κόσμος σόλει μὲν εὐανδρία,
σώματι δὲ κάλλος eto.
4. ἐμὼν — ᾧ χρὴ ἔπεσθαι
πάντα ἄνδρα ἐφυμνοῦντα: ἡγεμὼν
als Chorführer gedacht. Dem. XXI
60: ἦν δέ mod ἡγεμὼν τῆς φυλῆς
κορυφαῖος (Üsener). Der κορυφαῖος
singt vor, die anderen singen nach:
ἐφυμνοῦσιν.
6. πάντων θεῶν τε καὶ ἀνϑρώ-
zo» eine bei Agathon beliebte Zu-
sammenstellung 197 B ϑεῶν Te καὶ
ἀνθρώπων; ibid. καὶ θεοῖς καὶ
ἀνθρώποις, E2 ξυμπάντων τε θεῶν
καὶ ἀνθρώπων. --- νόημα == νοῦς,
φρόνημα, in diesem allgemeinen
Sinne poetischer Ausdruck ; in Prosa
bedeutet es den einzelnen Gedanken.
8. τὰ μὲν παιδιᾶς vielleicht mit
Rücksicht auf den Schluls von Gorg.
Helena Ἑλένης μὲν ἐγκώμιον, ἐμὸν
δὲ παΐέγνιον. --- τὰ δὲ σπουδῆς
vgl. zum Ganzen Aristoph. Ran.
389: καὶ πολλὰ μὲν γελοῖά μ᾽ εἰ-
πεῖν, πολλὰ δὲ σπουδαῖα. --- καϑ
ὅσον "yo δύναμαι soll wie μετρέας
darauf hindeuten, dafs diese Rhe-
torik mehr ein "glänzendes Spiel
ist, dals ihr das Streben nach der
Wahrheit erst in zweiter Linie
steht.
198 A 1. πάντας -- ἀναϑορυ-
βῆσαι τοὺς παρόντας, ὡς πρεπόντως
τοῦ νεανίσκου εἰρηκότος καὶ αὑτῷ
καὶ τῷ ϑεῷ. Keine der bisherigen
Reden hatte besonderes Lob einge-
erntet (vgl. 180 C, 185 Ο ff., 189 A)
mit Ausnahme derjenigen des Ari-
stophanes (198 E). Nach der Rede
des Agatheon, die gewils auch mit
melodischer Stimme vorge n
worden war, bricht stürmischer
Beifall aus. Auf sie palst, was
Plut. de recta ratione andiendi 41 D
sagt ad δὲ — μελέται σοφιστῶν οὐ
μόνον τοῖς ὀνόμασι παραπετάσμασι
χρῶνται τῶν διανοημάτων, ἀλλὰ
καὶ τὴν φωνὴν ἐμμελεέαις τισὶ καὶ
μαλακότητι καὶ παρισώσεσιν ἐφη-
δύνοντες ἐκβακχεύουσι καὶ παρα-
φέρουσι τοὺς ἀκροωμόνους. Auch
Sokrates hat sich dieses Zaubers
g*
116
3 νεανίσχου εἰρηκότος καὶ αὐτῷ καὶ τῷ ϑεῷ.
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
\ g
τον 0W
Σωκράτη εἰπεῖν βλέψαντα εἰς τὸν ᾿Ερυξίμαχον, “4ρά σοι
δοκῶ, φάναι, ὦ παῖ ’Anovusvov, ἀδεὲς πάλαι δέος δεδιέναι,
ἀλλ᾽ οὐ μαντικῶς, ἃ νῦν δὺ ἔλεγον, εἰπεῖν, ὅτι ᾿4γάϑων
ϑαυμαστῶς ἐροῖ, ἐγὼ δ᾽ ἀπορήσοιμι; Τὸ μὲν ἕτερον, φάναι
τὸν Ἐρυξίμαχον, μαντικῶς μοι δοκεῖς εἰρηκέναι, ὅτι ᾿4γά-
Βϑων εὖ ἐρεῖ" τὸ δὲ σὲ ἀπορήσειν οὐκ οἶμαι. Kal πῶς, ὦ
μακάριε, εἰπεῖν τὸν Σωκράτη, οὐ μέλλω ἀπορεῖν καὶ ἐγὼ
καὶ ἄλλος ὁστισοῦν, μέλλων λέξειν μετὰ καλὸν οὕτω καὶ
παντοδαπὸν λόγον ῥηϑέντα; καὶ τὰ μὲν ἄλλα οὐχ ὁμοίως
μὲν ϑαυμαστά: τὸ δ᾽ ἐπὶ τελευτῆς τοῦ κάλλους τῶν ὀνο-
μάτων καὶ ῥημάτων τίς οὐκ ἂν ἐξεπλάγη ἀκούων; ἐπεὶ
scheinbar nicht erwehren können.
Desto unbarmberziger kritisiert er
unter dem Vorwande, dafs er über
den Begriff der Lobrede sich geirrt
habe, dıe Hohlheit der ganzen Rede-
weise, die er auf Gorgias zurück-
führt.
5. ὦ zei ’Anovusvod komisch
‘feierliche Anrede, anders als 172 A.
Komischer noch 214 B βέλτιστε Bel-
τίστου πατρός. — ἀδεὲς δέος de-
διέναι figura etymologica, das Ad-
jectiv zu δέος aulserdem von dem-
selben Wort gebildet. Die ganze
Wendung ist poetisch, Sokrates
ahmt den Stil des Agathon nach,
vgl. den Accus. verbalis 197 D ξυν-
όδους ξυνιέναι. Zu ἀδεὲς δέος
= eine Furcht, die keine ist, also
unbegründet, vgl. die Ausdrücke
Eur. Iphig. Taur. 145 μοῦσα οὐκ
εὔμουσος, 216 νύμφα δύσνυμφος,
Phoen. 1047 γάμοι δύσγαμοι. Stär-
kende Negation des Begriffes mit «
rivat. Eur. Iphig. Taur. 566 χάριν
ἄχαριν ἀπώλετο, Hel. 690 γάμος
ἄγαμος, Soph. Oed. Rex 1214. Und
in andrer Construction Eur. Bacch.
913 oxsvdeıv ἀσπούδαστα. --- πάλαι
„von Anfang an‘ (Vögelin hand-
schr.), νῦν δὴ 194 A.
Β 4. καὶ τὰ μὲν ἄλλα οὐχ ὁμοίως
μὲν ϑαυμαστά, doppeltes μέν. je-
doch ist das zweite nicht, wie es
sonst vorkommt, blofs die Wieder-
holung des ersteren; zu dem τὰ
μέν bildet den Gegensatz das fol-
gende τὸ δ᾽ ἐπὶ τελευτῆς; zu dem
zweiten μέν wäre der Gegensatz 80
hinzuzudenken: zwar nicht in
gleichem Grade bewundernswert,
aber doch bis auf einen ge-
wissen Grad.
5. τῶν ὀνομάτων καὶ ῥημάτων
umfalst den ganzen sprachlichen
Ausdruck, auf den allein die Be
wunderung des Sokrates sich be-
zieht. ὄνομα und δῆμα machen
zusammen den λόγος, die Aussage
Soph. 261 E fl. ὄνομα bezeichnet
dasjenige, worüber man etwas aus
sagt, δήμα dasjenige, was man aus
sagt. Aus dieser ursprünglich lo-
gischen Unterscheidung des ὄνομα
und ῥῆμα ist allmählich die -
matische Unterscheidung in Nomen
und Verbum geworden. Platon hat
die Ausdrücke schon vorgefunden;
wahrscheinlich waren sie schon
von Demokritos und Protagoras ge-
braucht worden. Schömann Rede-
teile p. 2. Vgl. Cratyl. 399 A,
481 B;- Apol. 17 B κεκαλλιεπημέ-
vovg Aöyovg, ὥσπερ ol τούτων, ῥή-
uaol τε καὶ ὀνόμασιν. Die Elegans
der Sprache beruht auf sorgfältiger
Wahl der ῥήματα und ὀνόματα
zugleich auf der Stellung derselben;
Gegensatz der schlichten Sprache
des Sokrates unter 199 B: ὀνόμασι
δὲ καὶ ϑέσει ῥημάτων τοιαύτῃ
ὁποίχα δῶν τις τύχῃ ἐπελθοῦσα.
Alkibiades sagt über die Sprache
des Sokrates unten 221 Εἰ (ol Ze-
κράτους λόγοι) φανεῖεν ἂν γελοῖοι
τὸ πρῶτον. τοιαῦτα καὶ ὀνόματα
ZTMIIOZION. 198. 117
ἔγωγε ἐνθυμούμενος, ὅτε αὐτὸς οὐχ οἷός τ᾿ ἔσομαι οὐδ᾽ C
ἐγγὺς τούτων οὐδὲν καλὸν εἰπεῖν, ὑπ᾽ αἰσχύνης ὀλίγου
ἀποδρὰς ὠχόμην, εἴ πῃ εἶχον. καὶ γάρ μὲ Γοργίου ὁ λόγος
ἀνεμίμνῃησκεν, ὥστε ἀτεχνῶς τὸ τοῦ Ὁμήρου ἐπεπόνϑη᾽
ἐφοβούμην μή μοι τελευτῶν ὁ ᾿Δ4γάϑων Γοργίου κεφαλὴν
δεινοῦ λέγειν [ἐν τῷ λόγῳ] ἐπὶ τὸν ἐμὸν λόγον πέμψας
αὐτόν μὲ Aldov τῇ ἀφωνίᾳ ποιήσειε. καὶ ἐνενόησα τότε
ἄρα καταγέλαστος ὦν, ἡνίκα ὑμῖν ὡμολόγουν ἐν τῷ μέρει
μεϑ᾽ ὑμῶν ἐγκωμιάσεσθαι τὸν Ἔρωτα καὶ ἔφην εἶναι δεινὸς Ὁ
τὰ ἐρωτικά, οὐδὲν εἰδὼς ἄρα τοῦ πράγματος, ὡς ἔδει
ἐγκωμιάξειν ὁτιοῦν. ἐγὼ μὲν γὰρ ὑπ᾽ ἀβελτερίας ᾧμην
δεῖν τἀληϑὴ λέγειν περὶ ἑκάστου τοῦ ἐγκωμιαξομένου, καὶ
τοῦτο μὲν ὑπάρχειν, ἐξ αὐτῶν δὲ τούτων τὰ κάλλιστα ἐκ-
λεγομένους ὡς εὐπρεπέστατα τιϑέναι᾽ καὶ πάνυ δὴ μέγα
ἐφρόνουν ὡς εὖ ἐρῶν, ὡς εἰδὼς τὴν ἀλήϑειαν [τοῦ ἐπαινεῖν
καὶ ῥήματα ἔξωϑεν περιαμπέ-
τονται.
Ο 1. οὐδ᾽ ἐγγὺς τούτων “auch
nicht einmal annähernd s0’, ge-
schweige denn . 221 D.
4. τὸ τοῦ Ὁμήρου. Od. XI 632:
ἐμὲ δὲ γλωρὸν δέος ἤρει] μή μοι
Topysinv κεφαλὴν δεινοῖο πελώρου
ἐξ ᾿λίδεω πέμψειεν ἀγαυὴ Περσε-
φόνεια. Zu dem Wortspiel vgl.
114 Β ’Ayadosı und die dort ange-
führten Beispiele. — ἐπεπόνϑη: zu
193 E ξυνήδη. Vgl. 199 A ἤδη.
6. δεινοῦ λέγειν Attribut zu Gor-
gias, entspricht dem Homerischen
Attribut zu Gorgo: dswoio πε-
λώρου.
D 5. τοῦτο ὑπάρχειν “das sei die
Grundlage’ (Lehrs). — ἐξ αὐτῶν δὲ
τούτων. Auch die Sokratische Rhe-
torik legt, in zweiter Linie wenig-
stens, ein gewisses Gewicht auf die
Form der Rede: es soll das bedeut-
samste (τὰ xallıcra) von dem, was
man als wahr erkannt hat, ausge-
wählt und so geziemend d.h. sach-
gemäfs als möglich (ὡς εὐπρεπέ-
orara) geordnet werden.
7. ὡς εἰδὼς τὴν ἀλήϑειαν, die
Wahrheit, nämlich über den Eros.
Denn dieses Bewulstsein allein, dafs
er die wahre Beschaffenheit der zu
lobenden Sache kenne (was nach
ihm die Grundlage [τοῦτο μὲν ὑπάρ-
gew] jeder Lobrede sein soll),
konnte ihm die Zuversichteinflößsen,
dals er gut sprechen werde. vgl.
Phädr. 259 do’ οὖν ὑπάρχειν
δεῖ τοῖς εἷ γε καὶ καλῶς ῥηϑησομέ-
vos τὴν τοῦ λέγοντος διάνοιαν
εἰδυῖαν τὸ ἀληϑὲς ὧν ἂν ἐρεῖν
πέρι μέλλῃ. Dals Sokrates die
Wahrheit über den Eros weils, hat
er bezeugt 177 Ὁ: ὃς οὐδέν φημε
ἄλλο ἐπίστασθαι ἢ ca ἐρωτικά und
vorhin wiederholt 198 Ὁ: ἔφην
εἶναι δεινὸς τὰ ἐρωτικά, und er
verspricht abermals in seiner Rede
diese Wahrheit zu sagen 199 B:
περὶ Ἔρωτος τἀληϑὴη λεγόμενα
ἀκούειν. ἀλήϑεια περί τινος oder
kurzweg τινὸς das wahre Wesen
einer Sache, 218 E: ἀλήϑειαν καλῶν
κτᾶσϑαι, Parmen. 128 B: τὴν ἀλή-
ϑειαν τοῦ γράμματος οὐ πανταχοῦ
ἤσϑησαι. Ohne einen solchen Ge-
netiv erscheint der Ausdruck aller-
dings etwas absolut, so dals man
auf die Vermutung kommen könnte,
in dem jedenfalls in dieser Form
unerträglichen handschriftlichen
Zusatze τοῦ ἐπαινεῖν ὁτιοῦν stecke
etwas wie τοῦ ἐπαινουμένου. In-
des läfst sich das aus dem Zusam-
menhang hier leicht hinzudenken,
und so finden wir auch Phädr.
262 A ἀλήϑειαν ἀγνοῶν ἑκάστου,
nachher in C absolut (aber in glei-
118 IIAAT2NOZ
8 ὁτιοῦν] τὸ δὲ ἄρα, ὡς ἔοικεν, οὐ τοῦτο nv τὸ καλῶς
E ἐπαινεῖν ὁτιοῦν, ἀλλὰ τὸ ὡς μέγιστα ἀνατιϑέναι τῷ πράγ-
ματι καὶ ὡς κάλλιστα, ἐάν τε ἡ οὕτως ἔχοντα dav ve ui
δἰ δὲ ψευδῆ, οὐδὲν ἄρ᾽ ἦν πρᾶγμα. προὐρρήϑη γάρ, ὡς
ὅπως ἕχαστος ἡμῶν τὸν Ἔρωτα ἐγκωμιάξειν δόξει,
ἔοικεν,
e
οὐχ ὅπως ἐγχωμιάσεται. διὰ ταῦτα δή, οἶμαι, πάντα λόγον
κινοῦντες ἀνατίθετε τῷ Ἔρωτι, καί φατε αὐτὸν τοιοῦτόν τε
chem Sinne) τὴν ἀλήϑειαν μὴ εἰδώς,
vgl. Lykurg. adv. Leocr. 28: τὴν
ἀλήθειαν εἰδότας ψηφέξεσθαι.
8. τὸ δέ, adverbiell gebraucht,
leitet eine Berichtigung eines vor-
hergehenden Satzes oder einer vor-
hergenannten Ansicht ein ('indes-
sen; da doch’), Theätet. 157 B: τὸ
δ᾽ οὐ δεῖ — οὔτε τι ξυγχωρεῖν etc.
Meno 97 B: δόξα ἄρα ἀληθὴς πρὸς
ὀρθότητα πράξεως οὐδὲν χείρων
ἡγεμὼν φρονήσεως" καὶ τοῦτο ἐστιν
ὃ νῦν δὴ παραλείπομεν ἐν τῇ περὶ
ἧς ἀρετῆς σκέψει, ὁποῖόν τι εἴη,
λέγοντες ὅτι φρόνησις μόνον ἡγεῖ-
ται τοῦ ὀρθῶς πράττειν" τὸ δὲ ἄρα
καὶ δόξα ἦν ἀληϑής “da es also
doch auch gab’. Verstärkt ist es
durch τῷ ὄντι Apol. 28 A: τὸ δὲ
κινδυνεύει --- τῷ ὄντι ὁ θεὸς σοφὸς
εἶναι. --- τοῦτο das von mir ge-
meinte, d. ἃ, τἀληθῆ λέγειν, paral-
lel zu diesem τοῦτο ist ἀλλὰ τὸ
u. 8. w.
E 1. τὸ ὡς μέγιστα ἀνατιϑέναι
καὶ ὡς κάλλιστα. Das Enkomion
der epideiktischen Rede besteht im
wesentlichen aus Lob und Tadel
(Zu 177B38.) Der Redner hat nach
Gorgias und Tisias bei Platon Phädr.
267 A die Aufgabe τὰ σμικρὰ μεγάλα
καὶ τὰ μεγαλὰα σμικρὰ φαίνεσθαι
“ποιδῖν; ähnlich Isokrates IV 8: τά
τε μεγάλα ταπεινὰ ποιῆσαι καὶ τοῖς
μικροῖς μέγεθος περιθεῖναι. Zwi-
schen dem Standpunkt des Sokrates,
der auch für die Lobrede nur den
Mafsstab der Wahrheit anerkennt,
und dem hier allerdings extrem
dargestellten Standpunkte der So-
phisten und Rhetoren steht Aristo-
teles in der Mitte. Auch er aner-
kennt die Notwendigkeit einer
αὔξησις, sie Boll aber vorsichtig
199 εἶναι καὶ τοσούτων αἴτιον, ὕπως ἂν φαίνηται ὡς κάλλιστος
sein und sich in den Grenzen der
Wabrscheinlichkeit bewegen, man
darf das Wahrscheinliche als wirk-
lich bezeichnen. (Volkmann, Rhe-
torik der Griechen und Römer p.26?).
Das Übel war, 'dafs in der Schule
des Isokrates diese epideiktische
Kunst auch in die Historiographie
eindrang. Lucian (in der Schrift quo
modo hist. conscr. 8.) beklagt, dals
so viele Historiker den iff der
Geschichte mit dem des Enkomion
verwechseln. — ἀνατιθέναι und
nachher ἀνατέθετο τῷ Ἔρωτι, vgl.
den obigen Ausdruck des Isokrates
μέγεϑος περιϑεῖναι. In diesem Sinne
der Steigerung und des Hinzudich-
tens braucht Aristoteles den Aus
druck προστιϑέναι Poet. 24, 1460
ἃ. 18: τὸ δὲ ϑαυμαστὸν ἡδύ᾽ σημεῖον
δέ, πάντες γὰρ προστιϑέντες ἀπαγ-
γέλλουσιν ὡς χαριζόμενοι:
8. προὐρρήϑη vgl. 180 D προρρη-
vos.
199 A 1. ὅπως ἂν φαΐφηται.
Zuweilen tritt zu ὕπως c. con).
auch noch ἄν. Phädr. 289 B: ra se
ἄλλα μηχανᾶσϑαι ὅπως ἂν ἡ πάντ᾽
ἀγνοῶν. Arist. Ran. 872. So regel
mäfsig in attischen Inschriften. Von
den Dichtern scheint Aschylos
erstenmal ὅπως ἂν gebraucht zu
haben (Weber Entwicklungegesch.
der Absichtssätze p. 81). 1 Ari-
stophanes findet sich dieser Ge
brauch besonders häufig, ebenso
der von ὡς ἂν c. conj.; — ὡς xal-
λιστος καὶ ἄριστος und vorher τρι-
οὗτόν τε εἶναι καὶ τοσούτων αἴτιον,
directer Angriff gegen die Rede
des Agathon. Zugleich macht So-
krates in dem leidenschaftlich wie-
derholten Satze, dafs das nur für
die Unwissenden berechnet sei,
᾿
|
ZTMIIOEION. 199. 119
un γιγνώσκουσιν — οὐ γάρ 2
που τοῖς γε εἰδόσι ---- καὶ καλῶς γ᾽ ἔχει καὶ σεμνῶς ὁ
ἔπαινος. ἀλλὰ γὰφ ἐγὼ οὐκ ἤδη τὸν τρόπον τοῦ ἐπαίνου,
οὐ δ᾽ εἰδὼς ὑμῖν ὡμολόγησα καὶ αὐτὸς ἐν τῷ μέρει ἐπαι-
νέσεσϑαι. ἡ γλῶττα οὖν ὑπέσχετο, ἡ δὲ φρὴν οὔ᾽ χαιρέτω
δή. οὐ γὰρ ἔτι ἐγκωμιάξω τοῦτον τὸν τρόπον οὐ γὰρ ἂν
δυναίμην" οὐ μέντοι ἀλλὰ τά γε ἀληθῆ, εἰ βούλεσθε, ἐϑέλω Β
εἰπεῖν κατ᾽ ἐμαυτόν, οὐ πρὸς τοὺς ὑμετέρους λόγους, ἵνα
μὴ γέλωτα ὄφλω. ὅρα οὖν, ᾧ Φαῖδρε, εἴ τι καὶ τοιούτου
λόγου δέει, περὶ Ἔρωτος τἀληϑῆ λεγόμενα ἀκούειν, ὀνόμασι
καὶ ἄριστος, δήλον ὅτι τοῖς
bemerklich, welche Verachtung οὐκ ἀψνέλεγκτος. Lucian Vitarum
des Publicums in einer solchen
Beredsamkeit sich ausspreche,
Aber auch die beifallklatschen-
den Zuhörer kriegen ihren Anteil
ab in den bitterbösen Worten: καὶ
καλῶς γ᾽ ἔχει καὶ σεμνῶς ὁ ἔπαι-
vog. Vgl. was Plut. de recta rat.
aud. 41 D von diesen Rhetoren
sagt: κενὴν ἡδονὴν διδόντες καὶ
κεροτέραν δόξαν ἀντιλαμβάνοντες.
Vgl. auch oben den Ausdruck ὅπως
ἕκαστος ἡμῶν τὸν Ἔρωτα ἐγκο-
μιάξειν δόξει, “so wird sonst δοκεῖ
dem εἶναι, δόξα der ἀλήϑεια ent-
gegengesetzt’ (Wolf).
8. τοῖς γε εἰδόσι; Gorg. 459 A
οὐ γὰρ δήπου ἔν γε τοῖς εἰδόσι τοῦ
ἰατροῦ πιθανώτερος ἔσται. Arist.
Nub. 1241.
Ὁ. ἡ γλῶττα οὖν ὑπέσχετο, ἡ δὲ
φρὴν οὔ, nach dem bekannten
sprichwörtlich gewordenen Verse in
Eurip. Hippolytus 612: ἡ γλῶττ᾽
ὁμώμοχ᾽, ἡ δὲ φρὴν ἀνώμοτος. Im
Zusammenhange ganz unverfäng-
lich, wurde der Vers zunächst von
der Komödie aufgegriffen und viel-
fach polemisch gegen Euripides
verwertet und verdreht; von da
ging er in die Conversationssprache
über bis in die römische Zeit hin-
unter. Arist. Thesmoph. 275: μέ-
μνησο τοίνυν ταῦϑ᾽, ὅτι ἡ φρὴν
ὦμοσεν | ἡ γλῶττα δ᾽ οὐκ ὀμώμοκ᾽
οὐδ᾽ ὥρκωσ᾽ ἐγώ, Ran. 101: ἢ φρένα
μὲν οὐκ ἐθέλουσαν ὀμόσαι nad”
ἑερῶν | γλῶτταν δ᾽ ἐπιορκήσασαν
ἐδίᾳ τῆς φρενός, ibid. 1471; Platon
Theät. 154 Ὁ: ἡ μὲν γὰρ γλῶττα
ἀνέλεγκτος ἡμῖν ἔσται, ἡ δὲ φρὴν
Auct. 9: ἡ φρήν» σοι ἀλγήσει, ἡ δὲ
λῶσσα ἔσται ἀνάλγητος (von einem
Kyniker, wenn er geprügelt wird).
Cic. de offic. III 29, 108. — χαιρέτω
δή ‘Also Adieu Loben’ (Lehrs).
Mit meisterhafter Plastik läfst in
den folgenden wenigen Worten (οὐ
ἀρ ἔτι — δυναίμην) Platon den
Sokrates der Rhetorik der Sophisten
sein “non possumus” entgegenstel-
len: einer solchen Art der Rede
widerstrebt seine innerste Natur.
8. οὐ μέντοι ἀλλά, “doch nein
sondern; jedoch’: zu 173 B. Er
nimmt den Entschlufs, nicht zu
reden, den er soeben ausgesprochen,
zurück, für. den Fall, dals seine
Zuhörer ihm in seiner Weise —
was er für wahr hält und in schlich-
ten Worten — zu sprechen gestat-
ten. Diese Erlaubnis muls sich
Sokrates vom πατὴρ λόγου, dem
Phädros erbitten.
B 2. κατ᾽ ἐμαυτόν. Vgl. 211 Ὁ
οὐ κατὰ γρυσίον, Gorg. 512 B, Apol.
17 B οὐ κατὰ τούτους εἶναι δήτωρ.
Nachher ist κατά mit πρός ver-
tauscht: nicht um in Vergleich ge
stellt zu werden mit... 211
4. περὶ Ἔρωτος τἀληϑῆ Aeyo-
μενα ἀκούειν nachträgliche nähere
Bestimmung zu τοιούτου λόγου, je-
doch so, dafs dieselbe in die Con-
struction des vorhergehenden Satzes
bineingezogen ist, indem zu dem
Infinitiv ἀκούειν das Verbum δέει
hinzugedacht werden mufs. Aulser-
dem wird der Begriff λόγου noch
einmal durch λεγόμενα ἀκούειν aus-
gedrückt. Ganz ähnlich 173 Ὁ ταύ-
120
IIAAT2NOZ
5 68 χαὶ ϑέσει ῥημάτων τοιαύτῃ, ὁποία δᾶν τις τύχῃ ἐπεῖ-
ϑοῦσα. τὸν οὖν Φαῖδρον ἔφη καὶ τοὺς ἄλλους κελεύειν
λέγειν, ὅπῃ αὐτὸς οἴοιτο δεῖν εἰπεῖν, ταύτῃ. Ἔτι τοίνυν,
φάναι, ὦ Φαῖδρε, πάρες μοι ᾿4γάϑωνα σμίκρ᾽ ἄττα ἐρέσϑαι,
Civa ἀνομολογησάμενος παρ᾽ αὐτοῦ οὕτως ἤδη λέγω. ᾿Αλλὰ
παρίημι, φάναι τὸν Φαῖδρον, ἀλλ᾽ ἐρώτα. μετὰ ταῦτα δὴ
τὸν Σωκράτη ἔφη ἐνθένδε ποϑὲν ἄρξασϑαι.
XXI. Kal μήν, ὦ φίλε ᾿Δγάϑων, καλῶς μοι ἔδοξας
καϑηγήσασϑαι τοῦ λόγου, λέγων ὅτι πρῶτον μὲν δέοι αὐτὸν
ἐπιδεῖξαι ὁποῖός τίς ἐστιν ὁ Ἔρως, ὕστερον ὃὲ τὰ ἔργε
αὐτοῦ.
ταύτην τὴν ἀρχὴν πάνυ ἄγαμαι. ἴϑι οὖν μοι περὶ
Ἔρωτος, ἐπειδὴ καὶ τἄλλα καλῶς καὶ μεγαλοπρεπῶς διῆλϑες
τὴν τὴν ἐπωνυμίαν ἔλαβες, τὸ μα-
νικὸς καλεῖσθαι. Zu 180 C ὅ.
ὅ. ὁποία δᾶν τις τύχῃ ἐπεῖ-
90000; Apol.17C: ἀλλ᾽ ἀκούσεσϑε
εἰκῇ λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦσιν
ὀνόμασι. --- δᾶν für δὴ ἄν; δή er-
höht den Begriff der Unbestimmt-
heit von ὁποῖος; zu 179 C εὐαριϑμή-
τοις δή τισιν.
7. ταύτῃ wirksam nachgestellt:
so und nicht anders. --- Ἔτι τοίνυν.
Noch eine dritte Eigentümlichkeit
seiner Redeweise will Sokrates ge-
wahrt wissen: das Katechisieren,
das σμέκρ᾽ ἄττα ἐρέσϑαι. Wenig-
stens um eine richtige Grundlage
zu der eigentlichen Rede zu ge-
winnen, und zwar eine mit Agathon
vereinbarte (ἀνομολογησάμενος),
wünscht er diese Erlaubnis zu einem
Vorgespräch mit diesem zu erhalten.
Er mufs aber den Phädros um so
eher um dieselbe bitten, da dieser
schon 194 D ein bereits mit Aga-
thon eingefädeltes Gespräch des
Sokrates durch seine Intervention,
abgeschnitten hatte.
1, ἀνομολογησάμενος παρ᾽
αὐτοῦ ; 200 E ἀνομολογησώμεϑα τὰ
εἰρημένα. Stallb. vergleicht Gorg.
489 A: ἕν᾽, ἐάν μοι ὁμολογήσῃς, Be-
βαιώσωμαι ἤδη παρὰ σοῦ.
Vorgespräch des Sokrates mit
Agathon.
199 C—-201 D (Cap. XXJ).
In diesem werden folgende Sätze
vereinbart:
I. Der Eros ist ein relativer (m-
vollständiger) Begriff, der ein
Object verlangt. 199 C Kal
μήν — 200 A Πάνυ μὲν οὖν
ἔστιν. |
I. Da Lieben = Begehren ist und
man nur begehren kann, woran
man Mangel hat, so begehrt
der Eros etwas, was ihm mar-
gelt. 200 A—200 E Ναΐί,φαναι.
II. Da nun (nach Agathons eige-
nem Satz) der Eros das Schöne,
oder, was gleichbedeutend ist,
das Gute begehrt, so folgt
daraus, dafs der Eros
selbst weder schön noch
gut ist. 201 A—D (Schluß r.
Cap. XXJ).
Ο 4. καλῶς μοι ἔδοξας nahm
σασϑαι τοῦ λόγου. Im Anfang eei-
ner Rede hatte Agathon die von
Sokrates hier wiederholte Dispost-
tion gegeben und diese war gıt
Sokrates ist nun im Begriff, durch
dieses Vorgespräch dem Agathon
eine böse Ärznei zu reichen, durch
ihn selbst die Vernichtung des Ir
haltes seiner Rede (ὅτε Ἔρως xel-
λιστος καὶ ἄριστός ἐστιν) vollziehen -
zu lassen; er versüfst ihm diese
Arznei dadurch, dals er wenigstens
die von ihm aufgestellte Disposition
lobt: ja er wendet sie nachher
selbst auf seine eigene Rede ar.
8. καὶ τάλλα καλῶς καὶ μεγαῖο-
πρεπῶς διῆλθες οἷός ἔστι, prächtif
in der Form, — von der
ZTMIIOZION. 199.
121
οἷός ἐστι, καὶ τόδε eine‘ πότερόν ἐστι τοιοῦτος οἷος εἶναι Ὁ
τινὸς ὁ Ἔρως ἔρως, ἢ οὐδενός; ἐρωτῶ δ᾽ οὐχ εἰ μητρός
καὶ
τινος ἢ
gegebenen und wie sich nachher
leider herausstellen wird, falschen
Grundlage aus.
D 1. πότερόν ἐστι τοιοῦτος οἷος
εἶναι τινὸς ὁ Ἔρως ἔρως ἢ οὐδε-
vos; τινός hängt von dem prädica-
tiven ἔρως ab; vgl. den nachher zur
Verdeutlichung angewendeten Satz:
ἄρα ὃ πατήρ ἐστι πατὴρ τινὸς ἢ
οὔ: Durch Hyperbaton ist das Sub-
ject ὁ Ἔρως zwischen die beiden
zusammengehörigen Begriffe getre-
ten. Da die damalige Grammatik
oder Logik noch keine termins
technics für das Verhältnis ge-
schaffen hatte, in welchem nach
der Auffassung des Sokrates τινός
zu ἔρως stehen sollte (wir würden
dieses τινός als Genetiv des Objec-
tes bezeichnen und die Frage 50
formulieren: verlangt der Begriff
Ἔρως ein Object oder nicht?), so
konnte die Frage des Sokrates zu
Milsverständnissen führen. Ein sol-
ches will er abwehren in den fol-
genden Worten: ἐρωτῶ δ᾽ οὐκ εἰ
μητρός τινος ἢ πατρός ἐστι. Wäh-
rend nun über den Sinn der von
Sokrates wirklich gestellten Frage
nach den folgenden Erläuterungen
kein Zweifel obwalten kann, gehen
die Ausleger über die Bedeutung
der Frage, die er nicht gestellt
haben will, auseinander. 1) Die
ewöhnliche Erklärung ist: “ich
nicht, ob er die Liebe des
(eines) Vaters oder der (einer) Mut-
ter sei (Lehre, Prantl)’, also ich
frage nicht, ob der Begriff Liebe
ein Subject verlange, ob die Liebe
von jemand, beispielsweise von ei-
nem Vater oder einer Mutter aus-
gehen müsse. 2) Ast übersetzt:
ich frage nicht, ob die Liebe Liebe
zum Vater oder zur Mutter ist”.
Er falst also auch hier wie in der
wirklich von Sokrates gestellten
Frage μητρός und πατρός als Ge-
netive des Objectes. 8) Rückert
(und wie es scheint auch Homme):
“ich frage nicht, ob Eros von einem
πατρός ἐστι — γελοῖον γὰρ ἂν εἴη τὸ ἐρώτημα
Vater oder einer Mutter stammt’;
der Genetiv ist also Genetiv des
Ursprun . Gemeinsam ist allen
drei Erklärungen, dals das 7 hier
nicht als an der Doppelfrage, son-
dern als blofses wel aufzufassen ist.
Aufser Betracht fällt zunächst die
zweite Auffassung (Ast), da diese
dem ganzen Zusammenhang wider-
streitet, welche eine von der wirk-
lich gestellten Frage absolut ver-
schiedene verlangt. Schwierig ist
aber die Entscheidung zwischen der
ersten und dritten Erklärung. Ge-
gen die Richtigkeitder ersten scheint
zu sprechen das zu μητρός hinzu-
gefügte und daher auch bei πατρός
hinzuzudenkende τινός, welches bei
rein begrifflicher Auffassung ebenso
auffallend ist, wie wenn im folgen-
den bei ὅτι ἔστιν υἱέος γε ἢ ϑυ-
γατρὸς ὃ πατὴρ πατήρ zu υἱέος
und ϑυγατρός noch ein τινός hin-
zugefügt wäre. Auffallend ist fer-
ner, dafs bei der Frage nach dem
Gen. des Subjects statt μητρός und
πατρός nicht eher das näherliegende
Subject ἐραστοῦ oder ἐρῶντος ge-
wählt ist. Dagegen spricht für die
dritte Erklärung das hier passen-
dere τινός, da ja allfälliger Vater
oder Mutter als Eros ein einzelnes
Individuum sein mufßs, ferner die
sprachliche Analogie der Frage
203 A: πατρὸς δέ, ἣν δ᾽ ἐγώ, τένος
ἐστὲ καὶ μητρός; wir entscheiden
uns also für die Erklärung von
Rückert.
8. γελοῖον γὰρ av εἴη τὸ ἐρώτημα,
el Ἔρως ἐστὶν ἔρως μητρὸς ἢ πα-
τρός. Würden wir die erste Er-
klärung der Frage εἶ μητρός τινος
ἢ πατρός ἐστι (siehe oben zu 1)
annehmen, so ist nicht abzusehen,
warum die Frage, nachdem sie un-
mittelbar vorher formuliert worden
war, noch einmal durch 8! — πατρός
wiederholt werden sollte. Dagegen
bei der Rückert’schen Erklärung
(und nur bei dieser) lälst sich ein
rund hiefür finden, insofern wir
[1
200 rıvos;
122
4 εἰ Ἔρως ἐστὶν ἔρως μητρὸς ἢ πατρός — ἀλλ᾽ ὥσκερ ἂν
εἰ αὐτὸ τοῦτο πατέρα ἠρώτων, ἄρα ὁ πατήρ ἐστι πατὴρ
IIAAT2NOZ
τινὸς ἢ οὔ; εἶπες dv δή πού μοι, εἰ ἐβούλον καλῷς ἀπο-
κρένασϑαι, ὅτι ἔστιν υἱέος γε ἢ ϑυγατρὸς ὁ πατὴρ πατήρ᾽
ἢ οὔ; Πάνυ γε, φάναι τὸν ᾿4γάϑωνα.
Ἐτηρ ὡσαύτως; Ὁμολογεῖν καὶ τοῦτο.
Οὐκοῦν καὶ ἡ μή
Ἔτι τοένυν, εἰπεῖν
τὸν Σωκράτη, ἀπόχρινας ὀλίγῳ πλείω, ἵνα μᾶλλον καταμά-
ϑῃς 6 βούλομαι.
εἰ γὰρ ἐροίμην, τί δέ; ἀδελφός, αὐτὸ
τοῦϑ᾽ ὕπερ ἔστιν, ἔστι τινὸς ἀδελφὸς ἢ οὔ; ᾧΦαάναι εἶναι.
Οὐχοῦν ἀδελφοῦ ἢ ἀδελφῆς; Ὁμολογεῖν.
ὁ Ἔρως ἔρως ἐστὶν οὐδενὸς ἢ
καὶ τὸν ἔρωτα εἰπεῖν.
Πάνν μὲν οὖν
nämlich den Ausspruch γελοῖον ἂν
ein τὸ ἐρώτημα nicht auf den In-
halt, sondern auf die Formulierung
der (an sich nicht lächerlichen)
Frage, wie sie im Anfang gegeben
war, beziehen: “Hätte ieh wirklich
fragen wollen, ob der Eros einen
Vater oder eine Mutter habe, so
wäre es von mir lächerlich ge-
wesen, die Frage so zu formulieren,
wie ich oben gethan: ob der Eros
Eros sei von etwas’, d. h. ich
hätte dann nicht, wenn ich es so
gemeint, das Wort ἔρως zweimal
gesetzt, als Subject und als Prädi-
cat. Wir können demnach die hin-
zugefügten Worte εἰ Ἔρως --- πατρόρ
nur dann erträglich finden, wenn
wir im vorhergehenden der Rückert-
schen Ansicht folgen. Vgl. jedoch
krit. Bemerkungen.
5. αὐτὸ τοῦτο ‘eben nach diesem
Begriff’, mit Rücksicht . darauf,
dals er zufällig gerade vorher das
Wort πατήρ gebraucht hatte; das
Neutrum trotz der Beziehung auf
das Masc. πατέρα, weil es sich
blofs um den Begriff des Wortes
handelt, vgl. E 8: ἀδελφός, αὐτὸ
τοῦϑ᾽ ὕπερ ἔστιν.
E 8. Zu εἰ γὰρ ἐροίμην ist
als Nachsatz zu ergänzen τέ ἂν
ans.
5. Πειρῶ δή, φάναι, καὶ τὸν
ἔρωτα εἰπεῖν: erst jetzt, nachdem
Sokrates ihm die Bedeutung seiner
Frage an den leichten und nahe-
liegenden Beispielen Vater, Mutter,
Πειρῶ δή, φάναι,
ἔστι. Τοῦτο μὲν τοίνυν,
Bruder in einer Breite entwickelt
hat, die nur verständlich wird, wenn
man sich erinnert, dafs G
und Logik damals noch in den Ar
füngen waren — soll thon sieh
an der Beantwortung der im Ar
fang gestellten Frage versuchen,
die nun wörtlich wiederholt wird.
wovon der Eros Liebe ist’ (Schleier
macher). Es geht nieht an, mit 618»
zelnen Auslegern (Rückert, Lehr)
μεμνημέμος τοῦ von τοῦτο φύλαξον
παρὰ σαυτῷ abzutremnen und τοῦτ
auf das vorhergewonnene Resaltsi:
ὅτι ὁ Ἔρως ἔρως ἐστί τινος uber
ziehen. Denn 1) ist φύλαξον peut
μένος Ein Begriff. vgl. τῇ μνήμῃ pr
λάττειν Leg. VI 783 C; 2) verlan
τοσόνδε δὲ εἶπέ (welches dem sort
μὲν φύλαξον gegenübersteht) de
Gegensatz von etwas, ws
er noch nicht aussprecher
voll; was mit der oben De
klärung nicht stimmt κα
nun also, was man allerdings sl
das zunächstliegende erwecke
würde, worauf der Eros geht, br
halte einstweilen noch für dich;
wir kommen nachher (201 A ar
μνήσθητι) noch darauf zurück. -
Agathon hatte nämlich 197 B diene
Object des Eros schon genantt:
δῆλον ὅτι κάλλους; Sokrates wünsch
ZTMIIOZION. 200. 123
εἰπεῖν τὸν Σωκράτη, φύλαξον παρὰ σαυτῷ μεμνημένος ὅτου" 2
τοσύνδε δὲ εἰπέ, πότερον ὁ Ἔρως ἐχείνου, οὗ ἔστιν ἔρως,
ἐπιθυμεῖ αὐτοῦ ἢ οὔ; Πάνν γε, φάναι. Πότερον ἔχων
αὐτὸ οὗ ἐπιθυμεῖ τὸ καὶ ἐρᾷ, εἶτα ἐπιϑυμεῖ τε καὶ ἐρᾷ,
ἢ οὐκ ἔχων; Οὐχ ἔχων, ὡς τὸ εἰκός γε, φάναι. Σκόπει
δή, εἰπεῖν τὸν Σωκράτη, ἀντὶ τοῦ δἰχότος εἰ ἀνάγκη οὕτως,
τὸ ἐπιϑυμοῦν ἐπιϑυμεῖν οὗ ἐνδεές ἐστιν, ἢ μὴ ἐπιϑυμεῖν,
ἐὰν μὴ ἐνδεὲς 9; ἐμοὶ μὲν γὰρ ϑαυμαστῶς δοκεῖ, ὦ ᾿4γά- Β
ϑων, ὡς ἀνάγκη εἶναι σοὶ δὲ πῶς; Κἀμοί, φάναι, δοκεῖ.
Καλῶς λέγεις. ap” οὖν βούλοιτ᾽ ἄν τις μέγας. ὧν μέγας
εἶναι, ἢ ἰσχυρὸς ὧν ἰσχυρός; ᾿Αδύνατον ἐκ τῶν ὡμολογη-
μένων. Οὐ γάρ που ἐνδεὴς ἂν εἴη τούτων ὅ ye ὦν.
᾿4ληϑῆ λέγει. Ei γὰρ καὶ ἰσχυρὸς ὧν βούλοιτο ἰσχυρὸς
‚aber nicht, dafs er es jetzt schon scheinlich’ noch eine Hinterthüre
ausspreche; die Vernichtung der offen behalten. Aber es hilft nichts;
Rede des Agathon muls regelrecht, . mit unnachahmlicher Ironie ersucht
Sehritt fürSchritt vollzogenwerden, ihn Sokrates das Wort εἰκός mit
so dafs der Hau tstreich an dem ἀνάγκη zu vertauschen: in der Rhe-
sie verbluten soll, aufs Ende ver- torik mag das εἰκός seine Rolle
‚spart bleibt. spielen, die Dialektik hat es mit
ὃ. ὁ Ἔρως ἐκείνου, οὗ ἐστιν ἔρως, der logischen Notwendigkeit zu
ἐκιϑυμεὶ αὐτοῦ ἢ οὔ; αὐτοῦ zu- thun; diese aber ist grausam.
rückweisend auf das im gleichen B 1. θαυμαστῶς δοκεῖ, © Ayd-
Satz vorangegangene &xstvov. So Bar, ὡς ἀνάγκη εἶναι; θαυμαστῶς
195 A: πάντων θεῶν εὐδαιμόνων — ὡς zu 173 Ο ὑπερφυῶς ὡς.
ὄντων -- Οεὐδαιμονέστατον εἶναι 6. Ei γὰρ καὶ ἰσχυρὸς ὧν βού-
αὐτῶν. Soph. Oed. Rex 248: xar- Aoıro ἰσχυρὸς εἶναι wird in C 6
εύχομαι δὲ τὸν δεδρακότ᾽ — nano» durch ἀλλ᾽ ὅταν τις λέγῃ ὅτι —
κακῶς νὲν ἅμορον ἐκτρῖψαι βίον. βούλομαι in präciserer Form wieder
Die ganze Argumentgtion des 80- aufgenommen. Sokrates erinnert
krates basiert auf der von ihm als sich, dafs denn doch im täglichen
selbstverständlich vorausgesetzten Leben auch solehe Wünsche ver-
ldentifizierung der Begriffe ἐρᾶν nommen werden, wie sie vorhin ala
und ἐπιϑυμεῖν. Wer freilich dem logische Unmöglichkeit bezeichnet
Begriffe ἐρᾶν eine intensivere Be- worden waren (ἄρ᾽ οὖν βούλοιτ᾽ ἂν
deutung, die der Freude und be- τις μέγας ὧν μέγας εἶναι:). Es
geisterten Hingabe an eine Sache geschieht dies aber nur bei solchen
iebt, wird dem Sokrates in dieser Glücksgütern, die ihrer Natur nach
eduction nicht folgen. Vgl. Xen. vergänglich sind wie Körperkraft,
Mem. III 9, 7: ὥσπερ τὴν ἰσχυρὰν Gesundheit, Reichtum. Damit nun
ἐπιθυμίαν ἔρωτα καλοῦσιν. Mitder aber keine Unklarheit obwalte und
puseinandersetzung hier stimmt niemand im Ernste glaube, dafs
Platon Lysis 221 D ff.: τό γε ἐπι- hier ein Widerspruch gegen das
ϑυμοῦν, οὗ ἂν ἐνδεὲς 7, τούτου bisher festgestellte vorliege (ἴσως
ἐπιϑυμεῖ. γὰρ ἄν τις οἰηθείη --- τούτου ἕνεκα
ὃ. Οὐκ ἔχων, ὡς τὸ εἰκός γε; λέγω), entschlielst sich Sokrates
Agesthon hat eine Ahnung von sei- nachträglich, Wünsche dieser Art
nem Schicksale; er will sich mit einer Analyse zu unterwerfen. Es
dem 'schwankenden Ausdruck 'wahr- bleibt dabei, dafs sie, wörtlich ge-
.
124 IIAAT2NOZ
1 εἶναι, φάναι τὸν Σωκράτη, καὶ ταχὺς ὧν ταχύς, καὶ ὑγιὴς
ὧν ὑγιής — ἴσως γὰρ ἄν τις ταῦτα οἰηϑείη καὶ πάντα τὰ
Οτοιαῦτα τοὺς ὄντας TE τοιούτους καὶ ἔχοντας ταῦτα τούτων
ἅπερ ἔχουσι καὶ ἐπιϑυμεῖν᾽ ἵν᾽ οὖν μὴ ἐξαπατηϑώμεν,
τούτου ἕνεκα λέγω --- τούτοις γάρ, ὦ ᾿Α4γάϑων, εἰ ἐννοεῖς,
ἔχειν μὲν ἕκαστα τούτων ἐν τῷ παρόντι ἀνάγκη ἃ ἔχουσιν,
ἐάν τε βούλωνται ἐάν τε μή, καὶ τούτου γε δή που τίς ἂν
ἐπιθυμήσειεν; ἀλλ᾽ ὅταν τις λέγῃ ὅτι ἐγὼ ὑγιαίνων βού-
λομαι καὶ ὑγιαίνειν, καὶ πλουτῶν βούλομαι καὶ πλουτεῖν,
καὶ ἐπιθυμῶ αὐτῶν τούτων ἃ ἔχω, εἴποιμεν ἂν αὐτῷ ὅτι
Ὁ σύ, ὦ ἄνθρωπε, πλοῦτον κεκτημένος καὶ ὑγίώιαν καὶ ἰσχὺν
βούλει καὶ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ταῦτα κεκτῆσθαι, ἐπεὶ ἐν
τῷ ys νῦν παρόντι, εἴτε βούλει εἴτε μή, ἔχεις" σκόπει οὖν,
ὅταν τοῦτο λέγῃς, ὅτι ἐπιϑυμῶ τῶν παρόντων, εἰ ἄλλο τι
λέγεις ἢ τόδε, ὅτε βούλομαι τὰ νῦν παρόντα καὶ εἰς τὸν
ἔπειτα χρόνον παρεῖναι" ἄλλο τὸ ὁμολογοῖ ἄν; Συμφάναι
ἔφη τὸν ᾿4γάϑωνα. εἰπεῖν δὴ τὸν Σωκράτη Οὐκοῦν ou
γ᾽ ἐστὶν ἐκείνου ἐρᾶν, ὃ οὕπω ἕτοιμον αὐτῷ ἐστιν οὐδὲ
ἔχει, τὸ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ταῦτα εἶναι αὐτῷ σῳξόμενα
nommen, unsinnig sind; denn was
man gegenwärtig hat, hat man
durch Notwendigkeit, also unab-
hängig vom eigenen Wunsche; in
Wirklichkeit meint man damit et-
was anderes, was mit dem aufge-
stellten Satze nicht im Wider-
spruch steht. Der anakoluthische
Bau der ganzen Periode, welche
sich mit dieser Prüfung beschäftigt
(von B6—D 6 öpoloyoi ἄν 3), stellt
uns vor die Augen, wie die Wider-
legung des gegnerischen Stand-
punktes sich im Geiste des Sokra-
tes immer klarer gestaltet, bis sie
durch das beliebte Mittel eines
kleinen Dialoges mit dem suppo-
nierten Gegner, (Ὁ 8: εἴποιμεν ἂν
αὐτῷ ὅτι σύ, ὦ ἄνϑρωπε, πλοῦτον
κεκτημένος καὶ ὑγίειαν καὶ ἰσχύν
etc.) zum wissenschaftlichen Aus-
druck gelangt in der Formulierung
des Resultates: wer so spricht, will
eigentlich sagen: βούλομαι τὰ νῦν
παρόντα καὶ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον
σαρεῖναι: das ist aber auch nur
ein Verlangen nach etwas, was man
nicht hat.
D 8. ὃ οὔπω ἕτοιμον αὐτῷ ἐστιν
οὐδὲ ἔχει; 0 ist zuerst Subjech,
dann Object, ohne dafs es wieder-
holt wäre, wie dies z. B. gleich
nachher geschieht in dem ähnlichen
Falle E: καὶ 6 un ἔχει καὶ ὃ μὴ
ἔστιν καὶ οὗ ἐνδεής ἔστιν. Noch
härter als an unserer Stelle steht
201 B: οὗ ἐνδεής ἔστι καὶ μὴ ἔχει,
indem beim zweiten Gliede ὁ zu
ergänzen wäre.
9. τὸ εἰς τὸν ἔπειτα χρόνον ταῦτα
εἶναι αὐτῷ σῳφξόμενα ist Epex
zu dem vorhergehenden ὃ οὔκ
ἕτοιμον. Statt des vorher gebrauch-
ten Verbums παρεῖναι hat Sokrates
hier εἶναι αὐτῷ σῳξόμενα geseist,
wodurch die in jenem Ausdruck
nicht berücksichtigte Continuität
zwischen Gegenwart und Zukusf
angedeutet wird.
1. Kal οὗτος ἄρα καὶ ἄλλο;
πᾶς ὁ ἐπιθυμῶν; οὗτος Sc. ὃς fer
λεται τὰ νῦν παρόντα εἰς τὸν ἔπει
τὰ χρόνον παρεῖναι, dieser 80
wie jeder andere, der etwas begehrt,
was er auch in der Gegenwart
nicht hat. Sokrates, im Begrif
ZTMIIOZION. 201. 125
[μοι παρόντα]; Πάνυ γε, φάναι. Kal οὗτος ἄρα καὶ ἄλλος E
πᾶς ὁ ἐπιθυμῶν τοῦ μὴ ἑτοίμου ἐπιϑυμεῖ καὶ τοῦ μὴ
παρόντος, καὶ ὃ μὴ ἔχει καὶ ὃ μὴ ἔστιν αὐτὸς καὶ οὗ
ἐνδεής ἐστι, τοιαῦτ᾽ ἄττα ἐστὶν ὧν ἡ ἐπιϑυμία τὸ καὶ ὁ
ἔρως ἐστίν; Πάνυ γ᾽, εἰπεῖν. Ἴθι δή, φάναι τὸν Σωκράτη,
ἀνομολογησώμεϑα τὰ εἰρημένα. ἄλλο τι ἔστιν ὁ Ἔρως
πρῶτον μὲν τινῶν, ἔπειτα τούτων ὧν ἂν ἔνδεια παρῇ
αὐτῷ; Ναί, φάναι. Ἐπὶ δὴ τούτοις ἀναμνήσθητι, τίνων
ἔφησϑα ἐν τῷ λόγῳ εἶναι τὸν Ἔρωτα᾽ εἰ δὲ βούλει, ἐγώ
σε ἀναμνήσω. οἶμαι γάρ σε οὑτωσί πως εἰπεῖν, ὅτι τοῖς
ϑεοῖς κατεσκευάσθη τὰ πράγματα δι᾿ ἔρωτα καλῶν᾽ αἰσχρῶν
γὰρ οὐκ εἴη ἔρως. οὐχ οὑτωσί πῶς ἔλεγες; Εἶπον γάρ,
φάναι τὸν 4γάϑωνα. Καὶ ἐπιεικῶς ys λέγεις, ὦ ἕταῖρε,
φάναι τὸν Σωκράτη" καὶ εἰ τοῦτο οὕτως ἔχει, ἄλλο τι ὃ
Ἔρως κάλλους ἂν εἴη ἔρως, αἴσχους δὲ οὔ; Ὡμολόγει.
201
Οὐκοῦν ὡμολόγηται, οὗ ἐνδεής ἐστι καὶ μὴ ἔχει, τούτου Β
ἐρᾶν; Ναί, εἰπεῖν. ᾿Ἐνδεὴς ἄρ᾽ ἐστὶ καὶ οὐκ ἔχει ὁ
Ἔφως κάλλος. ᾿Ανάγκη, φάναι. Τί δέ; τὸ ἐνδεὲς κάλ-
λους καὶ μηδαμῇ κεκτημένον κάλλος ἄρα λέγεις σὺ καλὸν
εἶναι; Οὐ δῆτα. Ἔτι οὖν ὁμολογεῖς Ἔρωτα καλὸν εἶναι, εἰ
ταῦτα οὕτως ἔχει; καὶ τὸν ᾿4γάϑωνα εἰπεῖν Κινδυνεύω, ὦ
Σώκρατες, οὐδὲν εἰδέναι ὧν
einengewissen Punktabzuschlielsen,
darf nicht blofs den von ibm aus-
führlich besprochenen Ausnahme-
fall berücksichtigen, sondern er
mufs alle Fälle ins Auge fassen,
vgl. 192 B: καὶ ὁ παιδεραστὴς καὶ
ἄλλος πᾶς.
8. ὃ μὴ ἔχει --- τοιαῦτ᾽ ἄττα,
Wechsel des Numerus wie 200 Β:
εἰ γὰρ ἰσχυρὸς ὧν βούλεται —,
τουτοιο.
201 A 2. εἰ δὲ βούλει. Agathon
zögert aus guten Gründen, dieser
ufforderung zu entsprechen; So-
krates hat aber ein sehr gutes Ge-
dächtnis, er weils den Passus aus
der Rede des Agathon 197 B fast
wörtlich zu wiederholen. Derselbe
hatte gelautet: ὅϑεν δὴ κατεσκευ-
achn τῶν θεῶν τὰ πράγματα Ἔρω-
τος ἐγγενομένου, δῆλον ὅτι κάλ-
λους᾽ αἴσχει γὰρ οὐκ ἕνι Ἔρως.
Nachher braucht auch Sokrates
τότε εἶπον. Kal μὴν καλῶς
selbst, wie Agathon dort, die Sub- .
stantive κάλλος und αἷσγος.
B 6. Ἔτι οὖν ὁμολογεῖς Ἔρωτα
καλὸν εἶναι; ὁμολογεῖν bezeichnet
hier die Übereinstimmung mit sich
selbst = bleibst du noch bei deiner
Behaup ?
7. Καὶ μὴν καλῶς γε εἶπες, näm-
lich in deiner Rede; man kann also
sehr schön sprechen und dennoch
nichts verstehen von dem, was man
Damit ist die erste Behauptung
des Agathon in dem ersten Haupt-
teil seiner Rede, dafs der Ἔρως
κάλλιστος sei, umgestürzt; mit ganz
wenig Worten wird auch der zweite
Satz, dafs er ἄριστος sei, dem er-
sten nachgeschickt. Es beruht dies
auf dem als selbstverständlich vor-
ausgesetzten Axiors, dals auch das
Gute schön sei. Die Schönheit ist
nämlich nach Platon nur die sicht-
126 IIAAT2NOZ
Cys εἶπες, φάναι, ὦ ᾿4γάϑων, ἀλλὰ σμικρὸν ἔτι εἰπέ" vayadı
οὐ καὶ καλὰ δοκεῖ σοι εἶναι; Ἔμοιγε. Ei ἄρα ὁ Ἔρος
τῶν καλῶν ἐνδεής ἐστι, τὰ δὲ ἀγαϑὰ καλά, κἂν
τῶν ἀγαϑῶν ἐνδεὴς sin. Ἐγώ, φάναι, ὦ Σώκρατες,
σοὶ οὐκ ἂν δυναίμην ἀντιλέγειν, ἀλλ᾽ οὕτως ἐχέτω ὡς σὺ
λέγεις. Οὐ μὲν οὖν τῇ ἀληϑείᾳ, φάναι, ὦ φιελούμενε ᾿4γά.
D ϑων, δύνασαι ἀντιλέγειν, ἐπεὶ Σωκράτει γε οὐδὲν χαλεπόν.
ΧΧΗ. Kal σὲ μέν ys ἤδη ἐάσω" τὸν δὲ λόγον τὸν
barste Darstellung der Idee. Die Menschen. 201 D—E ἔπειτα τὰ
Identifizierung des Guten mit dem ἔργα αὐτοῦ.
Schönen zeigt sich auch deutlich I. Wesen des Eros (φύσις des-
210 D— 211 A, wo das an sich selben vgl. 204 B).
Schöne so beschrieben wird wie 1) Der Eros ist nicht selbst gut
anderwärts die Idee des Guten. und schön, sondern ein Mittel-
Vgl. übrigens 204 E, 206 A. wesen zwischen schlecht und
5. σοὶ οὐκ ἂν δυναίμην ἄντι- häfslich einerseits, gut und
λέγειν; σοί mit Nachdruck, als ob schön andrerseits. 201 E—202B:
er nur der überlegenen Dialektik ἀλλά τι μεταξύ, ἔφη, τούτοιν.
des Sokrates zum Opfer gefallen 2) Er ist nicht ein grofser Gott,
wäre, vielleicht aber doch in der sondern ein grolser Dämon;
Sache selbst Recht gehabt hätte. 202B Kal μήν, ἦν δ᾽ ἐγώ —
Ehrlicher war in äbnlichen Fällen 203 A ἐστὶ καὶ ὁ Ἔρως.
Alkibiades, der, wenn er in Ge- 8) Mythus von seiner Geburt:
sprächen dem Sokrates unterlag, ist Sohn des Poros und der
zugestand, dals die Unmöglichkeit Penia und teilt sich als sol-
des Widerspruches in der Sache cher in die Eigenschaften sei-
selbst begründet sei. 216 B: &ur- nes Vaters und seiner Mutter.
oda γὰρ ἐμαυτῷ ἀντιλέγειν μὲν οὐ insbesondere ist er Philosop
δυναμένῳ, ὡς οὐ δεῖ ποιεῖν ἃ οὗτος ein Mittelwesen zwischen
κελεύει. Wie oben 200 A weist auch weise und weise. 208 A
hier Sokrates den Agathon zurück: δέ, ἦν δ᾽ ἐγώ — 204 C (
nicht ich, sondern die Wahrheit hat von Cap. ZEN).
dich geschlagen. So baut sich So- Il. Wirkungen des Eros &
krates auf den Trümmern der Rede die Menschen (χρεέα oder
Agathons das Fundament zu seiner desselben).
eigenen Rede. 1) Er ist, wenn auch sein Name
6. Οὐ μὲν οὖν τῇ ἀληϑείᾳ — gewöhnlich in beschränkterem
δύνασαι ἀντιλέγειν. Arist. Ban. 556: Sinne gefafst wird, nichts 88-
οὐ μὲν οὖν μὲ προσεδόπας | ὁτιὴ deres, als das allen Mensch
κοθόρνους εἶχες, ἂν γνῶναί σ᾽ ἔτι. gemeinsame Verlangen nach
dem Besitz(der Glückseligkeit
Sochste Rede; Sokrates. und) des Guten. 204C (
201 D— 2120 (Cap. XXU—XXI), I Gr 2 ee 8
Einleitung. Sokrates will über 2) Er bethätigt sich durch di
den Eros nur mitteilen, was ihn Zeugung im Schönen, sowohl
einst die weise Diotima gelehrt hat. dem Leibe als dem Geiste nach,
Dabei will er sich an die Eintei- er ist also das Verlangen nach
1 des Agathon, die ihm zweck- Unsterblichkeit. 206 A( |
sig erscheint, halten und zuerst v. Cap. XXV)— 207 A (
(I) reden über das Wesen des Eros, v. Cap.
ΧΧΥ
(II) über dessen Wirkung auf die Nähere Ausführung dieses Satzes,
ZTMIIOZION. 201.
127
περὶ τοῦ Ἔρωτος, ὃν ποτ᾽ ἤκουσα γυναικὸς Μαντινικῆς 3
Διοτέμας, N ταῦτά τὸ σοφὴ ἦν καὶ ἄλλα πολλά, καὶ ᾿49η-
dafs die Zeugnng für die sterblichen
Wesen das Mittel ist, an der Un-
sterblichkeit teilaunehmen,
a) an der Tierwelt und den
sterblichen Wesen überhaupt.
207 A (Anf. v. Cap. XXVI) —
208B (Schluß v. Cap. XXW.
b) am Menschen, insbesondere
an dessen φιλοτιμέα und dem
Triebe nach geistiger Zeu-
. 208B (Anfang v. Cap.
Ixvin — 209 E (Schlufs v.
Cap. XXVIl).
8) philosophisch betrachtet ver-
wirklicht sich dieser Eros in
einer Reihe von Stufen, von
der Liebe zu einem schönen
Körper bis hinauf zum
Schauen des ewig Schönen und
Unvergänglichen (höchste
Weihe). Wer diese höchste
Stufe erreicht, führt ein
glückseliges Leben, erzeugt
wahre Tugend und ist un-
sterblich, so weit es ein
Mensch sein kann. 209 "αὶ
(Anfang von Cap. XXVI) —
von Cap. XXIX 212 A.
Epilog. 218 B— 212C (Schlufs
von Cap. XXIX).
201 D 8. ὅν ποτ᾽ ἤκουσα γυναι-
κὸς ΜΜαντενικῆς Διοτίμας. Dals
dieses hier geschilderte Verhältnis
des Sokrates zu Diotima, als des
Schülers zur Lehrerin, eine Fiction
Platons sei, darüber herrscht allge-
meines Einverständnis. die
wahrscheinlicher Gründe zu dieser
Fietion siehe Ein]. S. LVILff. Schwe-
rer ist die Frage zu beantworten, ob
diese Diotima eine historische oder
von Platon fingierte Persönlichkeit
ist. Aufser dem, was Platon hier
erzählt, dals sie eine Bürgerin von
Mantineia war und dafs sie einst
den Athenern einen zehnjährigen
Aufschub der Pest von den Göttern
— wollen andere Quellen
wissen, dafs sie zu den Pythago-
reerinnen gehörte (neben Theano
als solche angeführt von Proklus
ia Plat. Rep. 420 ff., der sie eine
μαντικὴ γυνή nennt); anderwärts
wird sie kurzweg als Philosophin
oder gebildete Frau neben Aspasia
angeführt (Lucian Eunuch. 6, Ari-
städes II p. 127 Dind.). Das Scho-
lion zu Aristid. III p. 468 Dind.
nennt sie Priesterin den Zeus Ly-
käos in Arkadien. Allein alle diese
späten Autoren schöpfen zunächst
einfach aus Platon, während kein
klassischer Schriftsteller neben dem
letzteren sie je anführt; jene er-
wähnten Notizen können leicht als
willkürliche Erweiterungen der
Worte Platons erklärt werden. Der
Name Ζιστέμα selbst, der, was frei-
lich zufällig sein kann, sonst nicht
vorkommt, während das entspre-
chende Masculinum Διότιμος nicht
selten ist, scheint von Platon mit
Rücksicht auf die Bedeutung ge-
wählt zu sein: nur eine Zeus-
geehrte konnte eine solche Gunst
von den Göttern erlangen, wie sie
in καὶ Adnvaloıg — τῆς νόσθυ er-
zählt wird. Diese fabelhafte Ge-
schichte vom Aufschabe der Pest,
die vor ziemlich kurzer Zeit statt-
funden haben soll, soll wohl im
inne Platons selbst uns andeuten,
᾿ defs wir hier im Gebiete des My-
thus uns befinden. Dio Chrys. I
Ρ. δθ R. ff. (eine Stelle auf die C.
ilthey mich aufmerksam macht)
hat die Rede der Diotima nachge-
ahmt. Seine Einleitungsworte lan-
ten: εἰ δ᾽ ἄρα μῦϑον ἐθέλοις τινὰ
ἀκοῦσαι — οὐκ ἅἄτοπός σοι φανή-
σεται ὃν ἐγώ ποτε ἤκουσα γυ-
vaınög Ἠλείας ἢ ᾿ἀρκαδίας
ὑπὲρ Ἡρακλέους διηγουμένης. Diese
Frau versteht sich nach ihm auf
die Mantik, die sie von der Mutter
der Götter erhalten hat und unter
den peloponnesischen Hirten und
Landbauern übt. Ἠλείας ἢ ἄρκα-
δίας entspricht offenbar dem Pla-
tonischen Mavrisinns; Dio Chryso-
stomos scheint also Elis und Ar-
kadien als bevorzugten Sitz der
Mantik anzusehen. Vielleicht liegt.
auch bei Platon eine ähnliche An-
schauung zu Grunde; da aber dem
Griechen der Name αντινεία wie
128 IIAAT2NOZ
5 ναίοις ποτὲ ϑυσαμένοις πρὸ τοῦ λοιμοῦ δέκα ἔτη ἀναβολὴν
ἐποίησε τῆς νόσον, N δὴ καὶ ἐμὲ τὰ ἐρωτικὰ ἐδίδαξεν, --
ὃν οὖν ἐκείνη ἔλεγε λόγον, πειράσομαι ὑμῖν διελθεῖν & |
τῶν ὡμολογημένων ἐμοὶ καὶ "Ayadovı, αὐτὸς ἐπ᾽ ἐμαυτοῦ,
ὕπως ἂν δύνωμαι. δεῖ δή, ὦ ᾿4γάϑων, ὥσπερ σὺ δὴ ἡγήσω,
διελθεῖν αὐτὸν πρῶτον, τίς ἐστιν ὁ Ἔροως καὶ
Ε ποῖός τις, ἔπειτα τὰ ἔργα αὐτοῦ. δοκεῖ οὖν μοι
ῥᾷστον εἶναι οὕτω διελθεῖν, ὥς ποτέ us ἡ ξένη ἀνακρίνουσε
διήει. σχεδὸν γάρ τι καὶ ἐγὼ πρὸς αὐτὴν ἕτερα τοιαῦτα
ἔλεγον, οἷάπερ νῦν πρὸς ἐμὲ Ayadav, ὡς εἴη ὁ Ἔρως μέγας
ϑεός, εἴη δὲ τῶν καλῶν" ἤλεγχε δή μὲ τούτοις τοῖς λέγοις
οἷσπερ ἐγὼ τοῦτον, ὡς οὔτε καλὸς εἴη κατὰ τὸν ἐμὸν λόγον
οὔτε ἀγαθός. καὶ ἐγώ Πῶς λέγεις, ἔφην, ὦ Διοτίμα;
αἰσχρὸς ἄρα ὁ Ἔρως ἐστὶ καὶ κακός; καὶ ἥ, Οὐκ εὐφημή:
σεις; ἔφη 7 οἴει, ὃ τι ἂν μὴ καλὸν ἧ, ἀναγκαῖον αὐτὸ
„Prophetenheim“ klingen mulste,
könnte der Name der Geburtsstadt
der Diotima auch mit Rücksicht auf
diese Etymologie gewählt sein. Zu
174 BB.
5. δέκα ἔτη ἀναβολὴν ἐποίησε
Zur Construction vgl. Thuk, V 47,
1. σπονδὰς ἐποιήσαντο ἑκατὸν Ad-
voioı ἔτη καὶ ᾿Αργεῖοι III 114, 3.
Es ist daher weder nötig, mit Bad-
ham das Adj. δεκάτη herzustellen,
noch etwa εἰς einzuschieben.
8. αὐτὸς ἐπ᾽ ἐμαυτοῦ; Platon
Alcib. 1.114 Β: εἰ μὲν βούλει, ἐρω-
τῶν μὲ, ὥσπερ ἐγώ σε, εἰ δὲ καὶ
αὐτὸς ἐπὶ σαυτοῦ, λόγῳ διέξελϑε.
9. δὴ ἡγήσῳ siehe krit. Anh.
10. αὐτόν d. h. τὸν Ἔρωτα.
E 2. ἀνακρένουσα mich ver-
hörend, befragend, ἀνάκρισις die
Voruntersuchung im athenischen
Processe.
8. ἕτερα τοιαῦτα das nämliche:
das, was ich sagte, bildete gleich-
sam ein anderes Exemplar dersel-
ben Gattung, wie das, was Agathon
vorhin sagte; zu 197 Ο ἄλλων τοι-
οὕτων.
4. μέγας θεός kürzer ausgedrückt
das, was Agathon wirklich
: κάλλιστος καὶ ἄριστος ϑεὸς.
ὅ. ein δὲ τῶν καλῶν kann nicht,
wie Wolf u.a. wollten, bedeuten:
ein ἐκ τῶν καλῶν, denn zunächst
wäre der Ausdruck selbst sehr
eigentümlich: “er gehöre zu den
Schönen’, statt εἴη καλός oder
κάλλιστος. Ferner spricht dagegen
204 Ὁ: ἔστι δὲ τῶν καλῶν, welche
Stelle nach dem ganzen Zusammen-
hang anders gefalst werden mul,
und die Originalstelle 197 B: "Egas
— xallovg, ferner 201 A: αἰσχρῶν
γὰρ οὐκ ein Ἔρως, wo der Genetir
überall der des Objects ist Auch
wäre es sonderbar, wenn nach der
emeinen Bezeichnung μέγας
eos, welche sowohl das κάλλιστος
als das ἄριστος in sich enthält, das
erstere allein noch als ein beson
derer Punkt hinzugefügt wäre. End-
lich mufs unter dem Vorherg®
nannten dieser Punkt, dafs der Eros
sich auf das Schöne richte, gemeint
sein wegen des folgenden κατὰ τὸν
ἐμὸν λόγον. Denn gerade die Be
hauptung, dafs der Eros nach dem
Schönen strebe (dessen er also er-
mangele), dient zur Widerleguß
der andern Behauptung, er
schön sei.
Dieses Resultat, dafs Eros nicht
schön und nicht gut sei, mutete
nun freilich den Sokrates — 80 et-
zählt er — wie eine Lästerung 85,
und er entsetzte sich. Aber Diotims
belehrt ihn, dafs wenn Eros nicht
schön sei, er deswegen nicht braucht
ZTMIIOZION. 202.
εἶναι αἰσχρόν; Μάλιστά γε. Ἧ καὶ (ὃ) ἂν μὲ σοφόν, ἀμα- 202
129
ϑές; ἢ οὐκ ἤσϑησαι ὅτι ἔστι τι μεταξὺ σοφίας καὶ ἀμαϑίας:
Τί τοῦτο; To ὀρϑὰ δοξάξειν καὶ ἄνευ τοῦ ἔχειν λόγον
δοῦναι οὐκ οἶσϑ᾽, ἔφη, ὅτι οὔτε ἐπίστασϑαί ἐστιν᾽ ἄλογον
γὰρ πρᾶγμα πῶς ἂν εἴη ἐπιστήμη; οὔτε ἀμαϑία᾽ τὸ γὰρ
τοῦ ὄντος τυγχάνον πῶς ἂν εἴη ἀμαϑία; ἔστι δὲ δή που
τοιοῦτον ἡ ὀρϑὴ δόξα, μεταξὺ φρονήσεως καὶ ἀμαϑέίας.
häfßlich zu sein. Da dies Sokrates
nicht von vornherein einleuchtet,
beginnt Diotima ihm an anderen
Beispielen die Existenz solcher
Mittelbegriffe klar zu machen.
202 A 3. Τὸ ὀρϑὰ δοξάξειν καὶ
ἄνευ τοῦ ἔχειν λόγον δοῦναι --- οὔτε
ἐπίστασϑαί ἐστιν --- οὔτε ἀμαϑία.
Die Stufen der Erkenntnis sind
nach Platon die αἴσϑησις oder sinn-
liche Wahrnehmung, die hier nicht
berührt wird, dann die δόξα oder
‘ die Vorstellung und endlich die
ἐπιστήμη oder das Wissen. Sehr
oft hebt er hervor, dafs δόξα von
ἐπιστήμη vollständig verschieden
sei. Vergleiche mit unserer Stelle
Rep. V 477 ff., wo er der ἐπιστήμη
die Erkenntnis des Seienden, der
ἄγνοια die des Nichtseienden zu-
weist und dann abschlielst 478 Ὁ:
οὐκοῦν ἔφαμεν ἐν τοῖς πρόσϑεν,
εἴ τε φανείη οἷον ἅμα 09 τε καὶ
μὴ ὄν, τὸ τοιοῦτον μεταξὺ κεῖσθαι
τοῦ εἰλικρινῶς οντος τε καὶ τοῦ
πάντως μὴ ὄντος, καὶ οὔτε ἐπι-
στήμην οὔτ᾽ ἄγνοιαν ἐπ’ αὐτῷ
ἔσεσθαε, ἀλλὰ τὸ μεταξὺ αὖ φανὲν
ἀγνοίας καὶ ἐπιστήμης; Ὀρθῶς.
Νῦν δέ γε πέφανται μεταξὺ
τούτοιν ὃ δὴ καλοῦμεν δύξαν.
Nun kann es aber auch eine rich-
tige Vorstellung geben, ἀληθὴς
oder ὀρθὴ δόξα. Aber auch diese
ist nicht Wissen, da sie auf Zufall
beruht. Die Vorstell (auch die
wahre) kann durch erredung
(Beredsamkeit) erweckt werden, das
Wissen durch Belehrung (dıdayn
Tim. 51E). Die richtige Vorstellung
wird zum Wissen durch alrfag
λογισμός Meno 98 A; ἐπειδὰν δὲ
(ἀληϑεῖς δόξαι αἰτίας λογισμῷ)
δεϑῶσι, πρῶτον μὲν ἐπιστῆμαι γί-
γνονται, ἔπειτα μόνιμοι. Für die
ῬΙΔΊΟΝ, Symposion.
ἀληϑεὶς δόξαι, die nicht zum Wis-
sen gerechnet werden können, ist
also die Platonische Bezeichnung
entweder al «4. δόξαι al ἄνευ
αἰτίας λογισμοῦ (Meno). oder
ἄνευ νοῦ (Rep. VI 506 C) oder
ἄνευ ἐπιστήμης ibid. oder ἄνευ
τοῦ ἔχειν λόγον δοῦναι a. uns.
Stelle. Sie werden als ἄλογον
bezeichnet (Tim. 51E) und an uns,
Stelle nachher ἄλογον πρᾶγμα.
Damit stimmt genau zusammen,
was in der ausführlichsten Darstel-
lung dieser Erkenntnistheorie, im
Theät. 201 C, einem andern Philo-
sophen, wie man allgemein an-
nimmt,dem Antisthenes inden Mund
gelegt wird: ἔφη δὲ τὴν μετὰ
λόγου δόξαν ἀληϑῆ ἐπιστήμην
εἶναι, τὴν δὲ ἄλογον ἐκτὸς ἐπι-
ornuns. Diese Ansicht wird nun dort
freilich merkwürdiger Weise von
Sokrates bekämpft, indem er auch
die δόξα ἀληϑὴς μετὰ λόγου nicht
als Wissen anerkennen will; nach
C. Fr. Hermann ist aber diese Op-
position mehr scheinbar, nach der
Auffassung von Zeller, Bonitz und
anderen ernstlich gemeint. Vgl.
Zeller Gesch. der Philos. d. Griech.
118 495. Stellt man sich auf die
Seite Ueberwegs, welcher eine späte
Abfassung des Theätet (nach 868
v. Chr.) annimmt, so kann man in
den erkenntnistheoretischen Dar-
stellungen dieses Disloges eine Wei-
terbildung der Ansichten Platons
finden, der früher in diesem Punkte
mit Antisthenes übereingestimmt
haben mag. — καί vor ἄνευ τ. A.
ist mit “auch? zu übersetzen: “das
Richtige treffen in seinen Ansichten
auch ohne dals man den Grund
angeben kann’, weil man in der
Regel &vev λόγου eher zu einer
ψευδὴς δόξα kommen wird. Arist.
9
130
᾿4ληϑή, ἦν
ΠΛΑΤΩΝΟΣ
δ᾽ ἐγώ, λέγεις. Μὴ τοίνυν ἀνάγκαξε, ὃ μὴ
Β καλόν ἐστιν, αἰσχρὸν εἶναι, μηδὲ ὃ μὴ ἀγαϑόν, κακόν. οὐτῶ
€
«δὲ καὶ τὸν Ἔρωτα ἐπειδὴ αὐτὸς ομολογεῖς μὴ εἶναι ἀγαϑὶν
μηδὲ καλόν, μηδέν τι μᾶλλον οἴου δεῖν αὐτὸν αἰσχρὸν καὶ
κακὸν εἶναι, ἀλλά τι μεταξύ, ἔφη, τούτοιν.
Καὶ μήν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὁμολογεῖταί γὲ παρὰ πάντων μέγας
ϑεὸς εἶναι. Τῶν μὴ εἰδότων, ἔφη, πάντων λέγεις, U καὶ
τῶν εἰδότων; ξυμπάντων μὲν οὖν. καὶ ἢἣ γελάσασα Καὶ
Crös ἄν, ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὁμολογοῖτο μέγας ϑεὸς εἶναι
παρὰ τούτων, οἵ φασιν αὐτὸν οὐδὲ ϑεὸν εἶναι; Τίνες οὔτοι;
ἦν δ᾽ ἐγώ. Εἷς μέν, ἔφη, σύ, μία δ᾽ ἐγώ.
Πῶς τοῦτο, ἔφην, λέγεις; καὶ n Ῥαδίως, ἔφη.
κἀγὼ εἶπον
λέγε γάρ
μοι, οὐ πάντας ϑεοὺς φῇς εὐδαίμονας εἶναι [καὶ καλούς];
ἢ τολμήσαις ἄν τινα μὴ φάναι [καλόν τὲ καὶ] εὐδαίμονα
ϑεῶν εἶναι; Μὰ Al οὐκ ἔγωγ᾽, ἔφην. Εὐδαίμονας δὲ δὴ
Poet. 6, 1460 Ὁ 18: τραγῳδίας δύ-
vauıs καὶ ἄνευ ἀγῶνος. Vgl. Vah-
len p. 175.
8. Mn τοίνυν ἀνάγκαζξε ---- αἰσχρὸν
εἶναι: ἀναγκάξειν etwas mit An-
wendung von Gewalt behaupten
wollen, eine Behauptung erzwingen.
Der Gegensatz ἀλλ᾽ ἕα macht den
Sinn deutlich Cratyl, 432 E: 9αρ-
ρῶν τοίνυν ἔα καὶ ὄνομα τὸ μὲν
ev κεῖσθαι, τὸ δὲ μή, καὶ μὴ
ἀνάγκαξε πάντ᾽ ἔχειν τὰ γράμματα,
ἕνα κομιδῇ ἢ τοιοῦτον οἷόνπερ
οὐ ὄνομά ἐστιν, ἀλλ᾽ ἔα καὶ τὸ μὴ
προσῆκον γράμμα ἐπιφέρειν. Ibid.
482 Ο. Parm. 188 Ο: ἀλλ' ἀπέϑανος
εἴη ὃ ἄγνωστα ἀναγκάξων αὐτὰ
εἶναι.
Β ὅ. μέγας Heög εἶναι, vgl. 201
E: ὡς εἴη ὁ Ἔρως μέγας ϑεός.
Den Ausdruck hatte auch Phädros
gebraucht 178 A.
6. Τῶν un εἰδότων πάντων etc.
Dazu παρὰ aus den vorhergehen-
den Worten des Sokrates παρὰ
παντῶν zu ergänzen. So ist häufig
in Fragen und Antworten des Dia-
1oges ine Fräposition aus den Wor-
ınes andern hinzuzudenken.
Plat. Soph. 243 ἢ: SE, περὶ δὲ
τοῦ μεγίστου Te καὶ ἀρχηγοῦ πρώ-
τοῦ δὴ σκεπτέον. OEAL τίνος
Ἶ ἀέγεις, Auch im Dialog der
Komödie Aristoph. Ran. 1009:
ALEX. τίνος εἴνεκα χρὴ ϑαυμαζειν
ἄνδρα ποιητήν; ETP. δεξιοτητος
καὶ νουϑεσίας. Zu τῶν μὴ εἰδο-
των --- καὶ τῶν εἰδότων vgl. 199:
δῆλον ὅτι τοῖς μὴ γιγνώσκουσιν᾽ οὔ
γάρ ποῦ τοῖς γε εἰδόσιν.
C 2. οὗ φασιν οὐδὲ ϑεὸν εἶναι,
wenn auch nicht explicite, so doch
implicite, so dals diese Consequenz
aus ihrer Ansicht zu ziehen ist.
Sokratesistfreilichsehrerschrocken,
dafs auch er unter’diese Lästerer ge-
hören soll. ,
4. Ῥαδίως sc. τοῦτο λέγω heifst
eigentlich: es kommt mich leicht
an, das zu sagen, ich brauche dası
nicht grofse Anstrengung, weil es
auf der Hand liegt. Dem Eiffecte
nach ist es dann allerdings auch
für den andern leicht verständlich.
Rep. I 378 A: τὰ δὲ δὴ τοῦ Κρύ'
vov ἔργα καὶ πάϑη ὑπὸ τοῦ υἱέος,
οὐδ᾽ ὧν εἰ ἦν ἀληϑῆ, ᾧμην δεῖν
ῥᾳδέως οὕτως λέγεσθαι: sie sollten
nicht leichthin gesagt werden, mal
sollte sich Bedenken machen, 810 l
sagen.
δ. [καὶ καλούς] vgl. krit. Anl.
7. Εὐδαίμονας δὲ δὴ λέγεις M
τοὺς τἀγαθὰ καὶ καλὰ wer
μένους: so Agathon 195 C: εὖδαι-
μονέστατον εἶναι αὐτῶν καλλιστον
ὄντα καὶ ἄριστον.
ZTMIIOZION. 202. 131
λέγεις οὐ τοὺς τἀγαϑὰ καὶ καλὰ κεχτημένους; Πάνυ γε. 8
᾿Αλλὰ μὴν Ἔρωτά γε ὡμολόγηκας δι᾿’ ἔνδειαν τῶν ἀγαθῶν D
καὶ καλῶν ἐπιθυμεῖν αὐτῶν τούτων ὧν ἐνδεής ἐστιν. Ὧμο-
λόγηκα γάρ. Πῶς ἂν οὖν ϑεὸς εἴη ὃ γὲ τῶν χαλῶν καὶ
ἀγαϑῶν ἄμοιρος; Οὐδαμῶς, ὥς γ᾽ ἔοικεν. Ὁρᾷς οὖν, ἔφη,
ὅτε καὶ σὺ Ἔρωτα οὐ ϑεὸν νομέξεις;
ΧΧΠΙ. Τί οὖν ἄν, ἔφην, εἴη ὁ Ἔρως; ϑνητός, Ἥκι-
στά γε. ᾿Αλλὰ τί μήν; Ὥσπερ τὰ πρότερα ἔφην, μεταξὺ
ϑνητοῦ καὶ ἀϑανάτου. Τί οὖν, ὦ Διοτίμα; Jalumv μέ- Ἑ
γας, ὦ Σώκρατες" καὶ γὰρ πᾶν τὸ δαιμόνιον μεταξύ ἐστι
ϑεοῖ τὸ καὶ ϑνητοῦ. Τίνα, ἦν δ᾽ ἐγώ, δύναμιν ἔχον; 'Eo-
μηνεῦον καὶ διαπορϑμεῦον ϑεοῖς. τὰ παρ᾽ ἀνθρώπων καὶ
ἀνθρώποις τὰ παρὰ ϑεῶν, τῶν μὲν τὰς δεήσεις καὶ ϑυσίας,
τῶν δὲ τὰς ἐπιτάξεις τε καὶ ἀμοιβὰς [τῶν ϑυσιῶν]), ἐν μέσῳ
D 1. ὡμολόγηκας, er hatte der
Diotima dieses zugeben müssen, ge-
rade so wie Agathon jetzt; es ist
dies ausgesprochen in 201 E: ἤλεγχε
δή μὲ τούτοις τοῖς λόγοις οἷσπερ
ἐγὼ τοῦτον, ὡς οὔτε καλὸς εἴη κατὰ
τὸν ἐμὸν λόγον οὔτε ἀγαϑός.
4. ὥς γ᾽ ἔοικεν. Stellung von γέ
m 188 B: ὥς γε λέγουσιν ol πολ-
io
1. Ὥμσπερ τὰ πρότερα, die zwei
frühern Beispiele für solche Mittel-
begriffe: die ὀρθὴ δόξα als μεταξὺ
φρονήσεως καὶ ἀμαϑίας 202 A, und,
für welchen Begriff freilich kein be-
sonderer Name angegeben werden
konnte, ein μεταξύ τι zwischen «io-
1005 und κακός 202B. Für den hier
verlangten Mittelbegrif zwischen
sterblich und unsterblich oder sterb-
lich und Gott giebt es nach Platon
einen Namen: δαέμων oder δαιμό-
ψιον.
E 1. Δαίμων μέγας. Auch dieses
Prädicat hatte dem Eros bereits der
Xenophontische Sokrates erteilt
Xen. Symp. VIII 1: δαίμονος με-
γάλου, freilich ohne diese philo-
sophische Bestimmtheit. Hieraus
scheint Platon seine Erklärung und
„rzählung herausgesponnen zu ha-
n.
zeichneten Wesen vermitteln zu-
nächst den Verkehr zwischen Göt-
tern und Menschen nach jeder
Die mit diesem Namen be--
denkbaren Richtung. Sie sind die
Boten, welche zu überbringen haben
ϑεοῖς τὰ παρ᾽ ἀνθρώπων καὶ dv-
ϑρώποις τὰ παρὰ ϑεῶν (Chiasmus);
das zu Überbringende sind ent-
weder Worte (von den Menschen
δεήσεις Gebete, von den Göttern
ἐπιτάξεις Befehle); die Vermittlung
der Worte heifst ἑρμηνεύειν; oder
es sind materielle Leistungen (von
den Menschen ϑυσίαι Opfer ,) von
den Göttern ἀμοιβαί Vergeltungen:
Fruchtbarkeit, Sonnenschein, Regen
u. 8. w.). Die Vermittlung dieser
ist διαπορϑμεύειν: hinübertragen. '
Es entspricht also dem ἕρμηνεῦον
das jeweilen zuerst genannte Ob-
ject bei τῶν μέν und τῶν δέ, dem
διαπορϑμεῦον zweite.
6. [τῶν ϑυσιῶν] krit. Anh. Ohne
den Zusatz las nämlich die Stelle
Pollux VI 187, da er unsere Stelle
als undeutlich bezeichnet wie Hom.
Od. 1318: σοὶ δ᾽ ἄξιον ἔσται ἀμοι-
βῆς, welche Worte in alter und
neuer Zeit allerdings verschieden
erklärt wurden. Dagegen kann hier
nach dem ganzen Zusaminenhang
kein Zweifel sein, dafs obiges Glos-
sem richtig erklärt. Den Ausdruck
entnahm Platon den Dichtern, vgl.
die Bitte an Poseidon Odyss. fi
68: αὐτὰρ ἔπειτ᾽ ἄλλοισι δίδου χα-
ρέεσσαν ἀμοιβὴν | σύμπασιν Πυλί-
01019 ἀγακλειτῆς ἑκατόμβης. = Zum
9%
132
IIAATS2NOZ
δὲ ὃν ἀμφοτέρων συμπληροῖ, ὥστε τὸ πᾶν αὐτὸ αὑτῷ kw-
δεδέσϑαι. διὰ τούτον καὶ ἡ μαντικὴ πᾶσα χωρεῖ καὶ ἡ τῶν
208 ἱερέων τέχνη τῶν τε περὶ τὰς ϑυσίας καὶ τὰς τελετὰς [καὶ
τὰς ἐπῳδὰς καὶ τὴν μαντείαν πᾶσαν καὶ γοητείαν]. ϑεὺς
δὲ ἀνθρώπῳ οὐ μίγνυται, ἀλλὰ διὰ τούτου πᾶσά ἐστιν ἡ
Gedanken Platon Euthyphr. 14 ΕἸ:
ἐμπορικὴ ἄρα τις εἴη τέχνη ἡ ὁσι-
ὅτης ϑεοῖς καὶ ἀνθρώποις παρ᾽
ἀλλήλων. Polit. 290 Ὁ. Diese Auf-
fassung der Religion als einer ἐμ-
πορικὴ τέχνη tritt uns in gewissen
Weihinschriften aufs naivste ent-
gegen, vgl. z.B. CIA] 397 (== Kai-
bel 753):
πότνι᾽ ἀπαρχὴν τήνδε Mivav-
9 \ gols.. - N D
εὐχωλὴν τελέσας, σοὶ χάριν avılı-
ὃ
ἰδοῦύς
Αἰγιλιεὺς υἱὸς Δημητρίου ὧ[ι πο-
λὺν 64ßov]
σῷξε, Διὸς ϑυγάτηρ, τῶνδε γάρ[ιν
ϑεμένη).
7. συμπληροῖ füllt aus, bildet die
Ausfüllung.
8. διὰ τούτου Sc. τοῦ δαιμονίου:
186 E: ἥ τὸ οὖν ἰατρικὴ πᾶσα διὰ
τοῦ θεοῦ τούτου κυβερνᾶται. Zu
beachten der freie Conversationsstil
in διὰ τούτου — χωρεῖ —, ϑεὸς
δὲ — οὐ μίγννται, ἀλλὰ διὰ τού-
του — ἐστίν, wobei der dritte Satz
den ersten wieder aufnimmt. Den
Dämonen wird in diesen Sätzen das
ganze Gebiet der Religion zuge-
wiesen, wofür den Griechen ein zu-
sammenfassender Begriff fehlt: zu
188 Ὁ: ἔτι τοένυν καὶ θυσίαι πᾶσαι
καὶ οἷς μαντικὴ ἐπιστατεῖ, wo eine
ähnliche Beschreibung dieses Ge-
bietes vorkommt. An beiden Stellen
wird die Unterscheidung gemacht
zwischen dem was von den Göttern
als Offenbarung an die Menschen
ausgeht (μαντική) mit ihren Orga-
nen, den μάντεις, und den Lei-
stungen der Menschen den Göttern
gegenüber, ϑυσέαι, und ihren Or-
ganen, den ἱερῆς. Politic. 290 Ὁ:
τὸ γὰρ δὴ τῶν ἱερέων σχῆμα καὶ
τὸ τῶν μάντεων. Xen. Mem. 1 4, 2:
καταμαϑὼν αὐτὸν οὔτε ϑύοντα roig
θεοῖς οὔτε μαντικῇ χρώμενον. An
unserer Stelle werden zu den ϑυσίαι
noch hinzugefügt die τελδταί, die
Weihen und die damit verbundenen
Gebräuche. Auch diese werden durch
Priester vollzogen. τῶν ve — καί
müssen wir nämlich als Unterabtei-
lungen der Priester fassen, also ἰε-
ρέων, ergänzen; die andere Erklä-
rung, wonach τῶν re neue Kate-
gorien an die ἑερῆς anreiht, also
die οὗ περὶ τὰς ϑυσίας, die οἷ περὶ
τὰς τελετάς u.8.f. (wie z. B. aller-
dings Phäd. 69 Ο vorkommt; ὥς φα-
σιν οὗ περὶ τὰς τελετάς) ist des-
wegen unhaltbar, weil man nicht
absieht, wie die οὗ περὶ τὰς ϑυσίας
vernünftigerweise von den ἱερῆς,
deren Hauptfunctionen doch in den
Opfern bestehen, unterschieden
werden könnten. Polit. 290 C: τὸ τῶν
ἱερέων αὖ γένος — παρὰ μὲν ἡμῶν
δωρεὰς Beoig διὰ ϑυσιῶν ἐπιστῆ-
μόν ἐστι κατὰ νοῦν ἐκείνοις δ’
ρεῖσϑαι. Das folgende, wobei der
Begriff der lsejs gar nicht mehr
hinzugedacht werden kann, betrach-
ten wir als einen spätern Zusais,
der die Superstition unter den
Schutz Platonischer Dogmatik su
bringen suchte. Platon aber spricht
sich über die γόητος höchst verächt-
lich aus Leg. 1 649 A: τοὺς δὲ γ0-
nrag οὐκ ἐν ϑοίνῃ λέγω. Verächt-
lich klingt auch Aristot. fr. 81 τοῦ
den Magiern τὴν ὃὲ γοητικὴν με’
γείαν οὐδ᾽ ἔγνωσαν. Ohnehin bi
ten diese Künste, wenn ihnen Pls-
ton da, wo nicht Betrug waltete,
einige Berechtigung hätte zuerken-
nen wollen, unter die erste Kate
gorie, die der Mantik gehört. Leg.
XI 9883E. Wie die Zauberei ım
class. Altertum beurteilt warde,
vgl. Scholion zu Dem. XIX $ 381.
[Dem.] XXV. 8. 79: ἀλλ᾽ ἐφ᾽ οἷς
ὑμεῖς τὴν μιαρὰν Θεωρίδα, τὴν
“Μημνέαν, τὴν φαρμακέδα καὶ αὐτὴν
καὶ τὸ γένος ἅπαν ἀπεκτείνατε,
kann
|
ZTMIIOZION. 208.
133
ὁμιλία καὶ ἡ διάλεκτος ϑεοῖς πρὸς avdoWaovg*”, καὶ ἐγρη- 4
γορόσι καὶ καθεύδουσι καὶ ὃ μὲν περὶ τὰ τοιαῦτα σοφὸς
ϑαιμόνιος ἀνήρ, ὁ δὲ ἄλλο τι σοφὸς ὧν ἢ περὶ τέχνας ἢ
χειρουργέας τινὰς βάναυσος.
ταῦτα λαβὼν τὰ φάρμακα καὶ τὰς
ἐπῳδὰς παρὰ τῆς ϑεραπαίνης αὖ-
τῆς -- μαγγανεύεε καὶ φενακί-
ξει, καὶ τοὺς ἐπιλήπτους φησὶν
ἰᾶσθαι αὐτὸς ὧν ἐπίληπτος πάσῃ
πονηρέᾳ.
203 A 4. καὶ ἐγρηγορόσι καὶ κα-
ϑεύδουσι kann sich nicht auf den
unmittelbar in der handschriftlichen
Lesart vorangehenden Dativ ϑεοῖς
beziehen, sondern nur auf die
Menschen; in καϑεύδουσι liegt na-
türlich die Beziehung auf Traum-
gesichte. Da nun aber nicht ein-
zusehen ist, warum in diesem Falle
nicht der Accus. der Part., bezo-
gen auf das unmittelbar vorher-
gehende πρὸς ἀνθρώπους, gesetzt
wurde, so werden wir um s0 eher
eine Lücke annehmen, als in allen
ähnlichen Stellen die doppelte Seite
des Verkehres angedeutet zu werden
pflegt, oben 202 Εἰ, 188 C: ἡ περὶ
ϑεούς τε καὶ ἀνθρώπους πρὸς al-
λήλους κοινωνία, 186 A. Entweder
kann man nun die Lücke annehmen
in Form der chiastischen Stellung
der Hauptbegriffe 202 Εἰ (ϑεοῖς
τὰ παρ᾽ ἀνθρώπων καὶ ἀνθρώποις
τὰ παρὰ ϑεῶν), also nach van
Heusde καὶ ἀνθρώποις πρὸς ϑεοῦς,
oder mit Wolf und Usener, so dals
die Constractionen sich chisstisch
entsprechen, dagegen die Substan-
tive die gleiche Stellung haben, also
καὶ πρὸς ϑεοὺς ἀνϑρώποις.
An das letztere schliefst sich am
besten das in Rede stehende Par-
ticip, jedoch so, dals es dem Sinne
nach auch schon im ersten Gliede
bei πρὸς ἀνθρώπους hinzuzudenken
ist; denn nur dann treten die Men-
schen mit den Göttern im Schlafe
in Verkehr, wenn diese jenen er-
scheinen. Zu dem Schlusse ἀνϑρώ-
ποις καὶ ἐγρηγορόσι καὶ καϑεύδουσι
vgl. 180 Β: ἀνθρώποις καὶ ζῶσι
καὶ τελευτήσασιν.
8. ὁ δὲ ἄλλο τι σοφὸς ὧν ἢ περὶ
τέχνας ἢ χειρουργίας τινὰς βάναυ-
οὗτοι δὴ οἱ δαίμονες πολλοὶ
σος Rep. ΥΠ 522 B: af τε γὰρ τέχ-
van βαναυσοί που ἅπασαι ἔδοξαν
δἶναι, ΥἹ 4θ6 Ὁ: ὑπὸ δὲ τῶν τεχνῶν
τὸ καὶ δημιουργιῶν, ὥσπερ τὰ σώ-
ματα λελώβηνται, οὕτω καὶ τὰς
ψυχὰς ξυγκεκλασμένοι καὶ ἀποτε-
ϑουμμένοι τυγχάνουσιν. An der
letztern Stelle wird der Grund der
Mifsachtung des Handwerkes darin
esehen, dals diese Beschäftigung
en Körper verdirbt und dadurch
auch den Geist. Ganz ebenso Xen.
Öcon. IV 2, V15. Insbesondere wird
die Gesinnung niedrig und sklavisch ;
Aristot. Rhet. 19 1367 a, 31 (ἐλευ-
ϑέρου σημεῖον) καὶ τὸ μηδεμίαν ἐρ-
γάξεσϑαι βάναυσον τέχνην. ἐλευ-
ϑέρου γὰρ τὸ μὴ πρὸς ἄλλον ζῆν.
1. οὗτοι δὴ οἵ δαίμονες πολλοὶ
καὶ παντοδαποί εἰσιν. Gewöhnlich
erscheinen die Dämonen bei Platon
als untergeordnete Götter oder
Nebengötter (Reihenfolge Hsol —
δαίμονες — ἥρωες) Rep. ΠΙ 392 A,
Phädr. 246 E, Leg. IV 717 B, 713
D, Apol. 27 C; als Schutzgeister
jedes einzelnen Phädo 107 D; ein-
mal wird auch der Singularität des
Hesiod erwähnt, welcher die Men-
schen des goldenen Zeitalters zu
δαίμονες werden liels, ebenfalls in
dieser Stellung als φύλακες θνητῶν
ἀνθροώπων Cratyl. 398 A. Nirgends
aber ist mit solcher Bestimmtheit
wie hier ihr Wesen erklärt, als der
Vermittler zwischen den Göttern
und Menschen, als welche sonst
die μάντεις und die Priester selbst
auch von Platon betrachtet werden.
Bekanntlich wurde diese Lehre über
die Dämonen in späterer Zeit sehr
ausgebildet und zum förmlichen
System gemacht, zugleich versetzt
mit orientelischen Elementen. Als
Hauptträger dieser Lehre erscheint
Piutarch (vgl. Volkmann Leben,
Schriften u. Philosoph. des Plutarch
II 292 ff.), besonders in den Schrif-
ten de defectu oraculorum, de Iside
et Os., de daemonio Socratis; fer-
-
134
HAATSZNOZ
8 zal παντοδαποί εἰσιν, εἷς δὲ τούτων ἐστὶ καὶ ὁ Ἔρως. Πα-
τρὸς δέ, ἦν δ᾽ ἐγώ, τίνος ἐστὶ καὶ μητρός; Μακχρότερον
Β μέν, ἔφη, διηγήσασθαι ὅμως δέ σοι ἐρῶ. ὅτε γὰρ ἐγένετο
ἡ ᾿Δφροδέτη, εἰστιῶντο ol ϑεοί, ol τε ἄλλοι καὶ ὁ τῆς Μή-
τιδος υἱὸς Πόρος. ἐπειδὴ δὲ ἐδείπνησαν, προσαιτήσουσα
ner Apulaus in de deo Socraltis,
50 ernsthaft die Spälem dies
So die Spiätern diese
Lehre vortrugen und so lebhaft sie
sich auf Platon, insbesondere auf
unsere Stelle, dabei beriefen, so
ist die letztere doch nur als Alle-
wie der
ythus von
der Geburt des Eros. Vgl. Zeller
Gesch. d. Phil. II? 791: “das wahr-
haft Dämonische ist (dem Platon)
nichts anderes als das wahrhaft
Menschliche’. Und, fügen wir hin-
zu, der ἀνὴρ δαιμόνιος ist der Phi-
losoph, der zum Unendlichen sich
erhebt. Schon der Ausdruck das-
μόνιος ἀνὴρ beweist, dafs Platon
dem Menschen, allerdings nicht dem
βάναυσος, die Berü mit den
Göttern zuteil. Man vgl. Crat.
398C, wo freilich auf der etymo-
logischen Grundlage, daß δαίμων
τς δαήμων = φρόνιμος Bei, sehr
rationalistisch gesagt wird: ταύτῃ
οὖν τέϑεμαι καὶ ἐγὼ πάντ᾽ ἄνδρα,
ὃς ἂν ἀγαθὸς 7, δαιμόνιον εἶναι
καὶ ξῶντα καὶ τελευτήσαντα, καὶ
ὀρϑῶς δαίμονα καλεῖσϑαι. Pseudo-
arist. de mundo 1. Anfg. (p. 391
a): Πολλάκις μὲν ἔμοιγε ϑεῖόν τι
καὶ δαιμόνιον ὄντως γρῆμα, ὦ ᾿4λέ-
ξανδρε, φιλοσοφία ἔδοξεν εἶναι.
8. Πατρὸς δὲ τένος ἐστὶ καὶ
μητρός; Sokrates, für den es sich
von selbst versteht (199 D), dals der
Eros Eltern haben mufs (entgegen
der Behauptung des Phädros 178B:
γονῆς γὰρ Ἔρωτος οὔτ᾽ εἰσὶν οὔτε
λέγονται ὑπ᾽ οὐδενός), frägt ge-
radezu, wer diese seien. Diotima
weils sehr genau Bescheid und giebt
eine kleine Erzählung, die bei aller
Kürze reizend ist nicht blofs an
Erfindung, sondern auch an Naive-
tät der Darstellung und des Stiles,.
Die Götter feierten das Geburtsfest
(γενέθλια 208 C), der Aphrodite,
und zwar ist nicht gemeint eine
fährlich wiederkehrende Feier dieser
Art, sondern der Tag der Geburt
selbst, wie aus ὅτε ἐγένετο ἡ Aygo-
δέτη hervorgeht. Warum Platon
gerade die Aphrodite dazu wählte,
geht aus 203 C: δεὸ δὴ καὶ τῆς
Apoodirns ἀκόλουθος u.s. w. hervor
Das Fest findet natürlich im Palast
des Zeus statt, welcher von einem
schönen Park, Aı05 κῆπος, umgeben
ist, den Origenes contra Cela. IV
89 I p. 532 D als eine Nachahmung
des Paradieses ansieht. Im folgen-
den vergleicht derselbe den Πόρος
mit Adam, die Πενέα mit der
ge.
B 3. Πόρος scheint nicht zum
erstenmal bei Platon als Pers-
nification verwendet zu sein, s0n-
dern schon von Alkman, in dem
1855 aufgefundenen Papyrusfrag-
ment bei Bergk fr. 16, p. 1, v. 15,
wo das Scholion ὅτι τον
Πόρον εἴρηκε τὸν αὐτὸν τῷ ὑπὸ
τοῦ Ἡσιόδου μεμυϑευμένῳ Χάει.
Ja es ist wahrscheinlich dort Eros
selbst als Sohn des Poros bezeich-
net. Vgl. Bergk. — Das Fest cu-
muliert natürlich wie bei den Men-
schen in einem δεῖπνον, verbun-
den mit einem συμπόσιον, wobel
aber νέκταρ getrunken wurde —
merkwürdiger Weise, nicht weil
die Götter statt Wein Nektar trin-
ken, sondern weil es noch keinen
Wein gab. Damit soll wohl schalk-
haft angedeutet werden, heutzutage
würden die Götter einen guten
Chier auch nicht verschmähen.
Varro Sat. Menippeae ed. Riese
p. 124: non vides ipsos deos, 8)"
quando volunt gustare vinum de
repere ad hominum fana? Anders
dagegen Hom. Il. V 341: οὐ ya
σῖτον ἔδουσ᾽, οὐ πίνουσ᾽ αἴϑοκα
οἶνον" τούνεκ᾽ ἀναίμονές εἰσι καὶ
ἀϑάνατοι καλέονται.
“ ZTMNOZION. 908. 188
οἷον δὴ εὐωχίας οὔσης ἀφέκετο ἡ Πενία καὶ ἦν περὶ τὰς 4
ϑύρας ὁ οὖν Πόρος μεϑυσϑεὶς τοῦ νέκταρος, οἶνος
γὰρ οὕπω ἦν, εἰς τὸν τοῦ Ζιος κῆπον εἰσελθὼν βεβαρημέ-
νος ηὗδεν. ἡ οὖν Πενία ἐπιβουλεύουσα διὰ τὴν αὑτῆς Ὁ
ἀπορίαν παιδίον ποιήσασθαι ἐκ τοῦ Πόρου, κατακλίνεταί τε
παρ᾿ αὐτῷ καὶ ἐκύησε τὸν Ἔρωτα.
διὸ δὴ καὶ τῆς Agpoo-
δίτης ἀκόλουϑος καὶ ϑεράπων γέγονεν ὁ Ἔρως, γεννηϑεὶς
4, ἡ Πενία bekanntlich auch von
Aristophanes im Piutos als zer-
lumpte Bettlerin auf die Bühne ge-
bracht. Ihr Aussehen ist auch in
dieser Erzählung als ärmlich und
schmutzig zu denken, vgl. in E die
Aufzählung der Eigenschaften,
welche der Eros hat τὴν τῆς un-
τρὸς φύσιν ἔχων. Die folgende Er-
zählung von der Überlistung des
betrunkenen Poros durch die schlaue
Penia war deswegen nötig, weil
sonst die Mesalliance zwischen den
beiden unerklärlich bliebe. — agt-
»ero auffallend ist, dafs die Penia
erst gekommen sein soll, nachdem
schon das Mahl beendigt war.
Wahrscheinlich ist aber ἀφέκετο
im Sinne des Plusquamperf. zu
fassen. Vgl. krit. Anh. Die Be-
deutung des Mythus können wir
nicht besser als mit den Worten
Zellers illustrieren, der mit Recht
die willkürlichen kosmischen Phan-
tasien der Neuplatoniker sowie eini-
ger Neuern, die jenen zum Teil
nachfolgten, ähnlich wie schon Stall-
baum abweist. Zeller sagt a. a. O.
Seite 513 Note 3: “Eros vereinigt
die widersprechendsten Eigenschaf-
ten, weil in der Liebe beides, die
endliche und die unendliche Seite
unserer Natur, vereinigt ist und
durch sie verknüpft wird. Er ist
der Sohn der Penis und des Poros,
denn die Liebe entspringt einesteils
aus der Bedürftigkeit des Menschen
(199 Ὁ ff.), andernteils aus seiner
höhern Anlage, welche ihn in den
Stand setzt, den ihm fehlenden Be-
sitz zu erwerben (πόρος heilst nicht
Reichtum, sondern Erwerb, Betrieb-
samkeit). Sein Vater heilst ein
Sohn der Metis, denn wie über-
haupt der Erwerb die Frucht der
Klugheit ist, so beruht insbesondere
derjenige Erwerb, um welchen es
sich hier handelt, der Erwerb höhe-
rer Güter, auf der vernünftigen,
geistigen Natur des Menschen.’ Eros
wird endlich am Geburtsfest Aphro-
dites erzeugt, denn die Erscheinung
des Schönen ist es, wodurch die
Liebe erweckt, der höhere Teil
des menschlichen Wesens sollicitiert
wird, den niedern, endlichen und
bedürftigen zu befruchten, sich mit
ihm zum Streben nach dem Guten
zu vereinigen’.
5. olvog — ἦν; oben zu B 3.
6. Διὸς κῆπον vgl. Soph. Ion.
fr. 297 N: ἐν Διὸς κήποις ἀροῦσϑαι
μόνον εὐδαίμονας ὕλβους. Bergk
Garten der Götter Jahrb. f. Philol.
81, p. 414 fl.
C1. παιδίον ποιήσασθαι ἐκ τοῦ
Πόρου Andok. IV 22 υἱὸν ἐξ αὐτῆς
πεποίηται. Dagegen allgemein Pla-
ton Crito 45D: ἢ γὰρ οὐ χρὴ zoı-
εἶσϑαι παῖδας: Ebenso Dem. LVII
48: παῖδας ποιησάμενος, obschon
nur von einer Tochter die Rede ist.
σαῖδας ποιεῖσϑαι ist also an diesen
beiden Stellen = παιδοποιεῖσθαι
(Xen. Öc. IX 5). An unserer Stelle
aber handelt es sich nicht um ein
fortdauerndes eheliches Verhältnis,
sondern um Erzielung eines Kin-
des; der Singular παιδέον ist also
wohlbegründet.
3. Zwei Gründe sind es, die den
Eros zum unzertrennlichen Beglei-
ter der Aphrodite machten (180 Ὁ:
πάντερ γὰρ ἴσμεν ὅτι οὐκ ἔστιν
ἄνευ Ἔρωτος ᾿Αφροδίτη 1) der
äufsere Umstand, dals Eros erzeugt
wurde am Geburtstage der Aphro-
dite, 2) die angeborene Liebe des
Eros für das Schöne, woraus die
136
IAAT2NOZ "
4 ἐν τοῖς ἐχείνης γενοϑλίοις, καὶ ἅμα φύσει ἐραστὴς ὧν περὶ
τὸ καλὸν καὶ τῆς ᾿ἀφροδίτης καλῆς οὔσης.
[a4 g ’
&rs ovv Llopov
καὶ Πενίας υἱὸς ὧν ὁ Ἔρως ἐν τοιαύτῃ τύχῃ καϑέστηκε.
πρῶτον μὲν πένης ἀεί ἐστι, καὶ πολλοῦ δεῖ ἁπαλός τε καὶ
καλός, οἷον ol πολλοὶ οἴονται, ἀλλὰ σκληρὸς καὶ αὐχμηρὺς
D καὶ ἀνυπόδητος καὶ ἄοικος, χαμαιπετὴς asl ὧν καὶ ἄστρω-
τος. ἐπὶ ϑύραις καὶ ἐν ὁδοῖς ὑπρίϑριος κοιμώμενος, τὴν
τῆς μητρὸς φύσιν ἔχων, ἀεὶ ἐνδείᾳ ξύνοικος.
κατὰ δὲ αὖ
τὸν πατέρα ἐπίβουλός ἐστι τοῖς καλοῖς καὶ τοῖς ἀγαϑοῖς,
ἀνδρεῖος ὧν καὶ ἵἴτης καὶ σύντονος,
τινας πλέχων μηχανάς, καὶ φρονήσεως
Ogervens δεινός, ἀεί
πιϑυμητὴς καὶ πό-
ριμος, φιλοσοφῶν διὰ παντὸς τοῦ βίου, δεινὸς γόης καὶ
E φαρμακεὺς καὶ σοφιστής. καὶ οὔτε ὡς ἀϑάνατος πέφυκεν
Sympathie für die schöne Aphro-
dite sich von selbst ergiebt.
4. ἐραστὴς ὧν περὶ τὸ καλόν
gleichkam das Schöne umschwär-
mend, im Umkreise desselben sich
bewegend, cf. 204 B: Ἔρως ἐστὶν
ἔρως περὶ τὸ καλόν, 206E: πολλὴ
ἡ πτοίησις γέγονε περὶ τὸ καλόν,
207 A: ὡς δεινῶς διατίθεται ---- περὶ
τὸ ξυμμιγῆναι ἀλλήλοις.
6. ἐν τοιαύτῃ τύχῃ καϑέστηκϑ.
Es folgt nun eine Beschreibung der
Eigenschaften des Eros: 1) die
Eigenschaften, die er von der Mutter
geerbt hat: πένης (weil die Mutter
Πενία ist); σκληρός im Gegensatz
zu der Meinung der Menge, auch
der Künstler, speciell auch des
Agathon, 'der ihn als ἁπαλός und
καλός, freilich das erstere als Unter-
abteilung des zweiten, bezeichnet
hatte 195 Cff.; αὐχμηρὸς καὶ ἀνυ-
πόδητος καὶ ἄοικος sind alles Eigen-
schaften, die der Armut entsprin-
gen; die nähern Ausführungen χα-
μαιπετὴς καὶ ἄστρωτος, ἐπὶ ϑύραις
καὶ ἐν ὁδοῖς ὑπαίϑριος ebenfalls,
jedoch sollen sie zugleich an die
von Pausanias 188 A erwähnten
κοιμήσεις ἐπὶ θύραις des ἐραστής
erinnern. Alle diese Eigenschaften,
welche die äulsere Armut illustrie-
ren, sind aber auch auf die Leere,
welche der Liebende fühlt, auf die
verzehrende Sehnsucht nach dem
Geliebten, endlich aber, im höchsten
Sinne des Eros gefalst, auf das nie
ruhende Sehnen des nach Erkennt-
nis dürstenden Geistes zu deuten.
Von D3 an 2) die Eigenschaften,
die Eros von seinem Vater erbte.
7. πολλοῦ δεῖ sc. εἶναι ef. 3130
ysloiog ἐστί τε καὶ βούλεται.
D 5. της Protag. 849 E: πότερον
τοὺς ἀνδρείους θαρραλέους λέγεις,
ἢ ἄλλο τι; Καὶ ἵτας γε, ἔφη, ἐφ᾽
ἃ οὗ πολλοὶ φοβοῦνται levaı. Ari
Nub. 445: ϑρασύς, εὔγλωττος, τοῖ-
μηρός, ἴτης. Der Eros als ϑρασῦς;
καὶ σοβαρὸς bezeichnet beim Ko-
miker Aristophon im Pythagoristes
Mein. III p. 861, 2.
b. ϑηρευτὴς δεινός zu 188 E,
ἑλόντι; zunächst von der Liebe,
dann aber auch vom philosophi-
schen Streben.
6. πλέκων μηχανάς Eur. Androm.
66: τί δρῶσι; ποίας μηχανὰς sid
κουσιν av; bei Zenob. Ill 81 findet
sich das Sprüchwort: δειφοὶ al
κεν τὰς μηχανὰς Αἰγύπτιοι. Pls-
ton Hipp. min. 869 B: ἀεὶ σύ τινας
τοιούτους πλέκεις λόγους. ὕπροτεῖ
Stelle nachgebildet Aristänet. ep.
I 10: (Ἔρως) ἀεί τινας παραδόξους
μηχανὰς διαπλέκων.. --- καὶ πόρι-
μος Arist. Ran. 1429 von Alkibis-
des: καὶ πόριμον αὑτῷ, τῇ πόϊε
δ᾽ ἀμήχανον (Wolf). --- δια zur
τός bei jeder Gelegenheit. Phädr.
240 E: φυλαττομένῳ διὰ παντοϊ
καὶ πρὸς ἅπαντας.
Ei. σοφιστής; vgl. Xen. Cyrop-
VI 1,41: νῦν τοῦτο πεφιλοσόφηκα
ZTMIIOZION. 204. 137
οὔτε ὡς ϑνητός, ἀλλὰ τοτὲ μὲν τῆς αὐτῆς ἡμέρας ϑάλλει 2
καὶ ξ [ὅταν εὐπορήσῃ]; τοτὲ δὲ ἀποθνήσκει, πάλιν δὲ ἀνα-
βιώσκεται διὰ τὴν τοῦ πατρὸς φύσιν, τὸ δὲ ποριξόμενον ἀεὶ
ὑπεκρεῖ᾽ ὥστε οὔτε ἀπορεῖ Ἔρως ποτὲ οὔτε πλουτεῖ. σοφίας
δὲ καὶ ἀμαϑίας ἐν μέσῳ ἐστίν" ἔχει γὰρ ὧδε. ϑεῶν οὐδεὶς
φιλοσοφεῖ οὐδ᾽ ἐπιθυμεῖ σοφὸς γενέσϑαι' ἔστι γάρ᾽ οὐδ᾽ εἴ 204
τις ἄλλος σοφός, οὐ φιλοσοφεῖ. οὐδ᾽ ar ol ἀμαϑεῖς φιλο-
σοφοῦσιν οὐδ᾽ ἐπιθυμοῦσι σοφοὶ γενέσθαι αὐτὸ γὰρ τοῦτό
ἐστι χαλεπὸν ἀμαϑέα, τὸ μὴ ὄντα καλὸν κἀγαϑὸν μηδὲ φρό-
γιμον δοκεῖν αὐτῷ εἶναι ἱκανόν᾽ οὔχουν ἐπιθυμεῖ ὁ μὴ οἱ-
ὅμενος ἐνδεὴς εἶναι οὗ ἂν μὴ οἴηται ἐπιδεῖσϑαι. Τίνες οὖν,
ἔφην ἐγώ, ὦ Διοτίμα, οἵ φιλοσοφοῦντες, εἰ μήτϑ ol σοφοὶ
μήτε οἱ ἀμαϑεῖς; 4ῆλον δι. ἔφη, τοῦτό γε ἤδη καὶ παιδί, ὅτι Β
μετὰ τοῦ ἀδίκου σοφιστοῦ τοῦ
Ἔρωτος.
4. τὸ δὲ ποριζόμενον ἀεὶ ὑπεκρεῖ,
Der Eros ist gleichsam ein Bruder
Liederlich, bei ihm heilst es ‘wie
gewonnen, 80 zerronnen’. ἃ. h. der
echte Philosoph ist nie mit dem Er-
reichten lange zufrieden; was nun
alles näher ausgeführt wird in dem
Beweis des Satzes: σοφίας δὲ καὶ
ἀμαϑίας ἐν μέσῳ ἐστέν, mit welchem
die plastisch poetische Schilderung
des Eros abschliefst und die Rede
wieder in das Geleise rahiger phi-
losophischer Betrachtung zurück-
kehrt. Schon längst wurde übrigens
bemerkt, dafs diese Prädicate des
Eros sehr oft so gewählt sind, dals
sie ebenso gut auf Sokrates, den
personificierten Eros, passen.
πένης, αὔχμηρος, ἀνυπόδητος, ἐπὶ
ϑύραις --- ὑπαίθριος κοιμώμενος
in einem gewissen Sinne vgl. 175A,
200, ἐπέβουλος τοῖς καλοῖς καὶ
ἀγαϑοῖς, θηρευτὴς δεινός, πόριμος,
φιλοσοφῶν διὰ παντὸς, δεινὸς γόης
καὶ φαρμακεύς in seinen Reden
u.a. f. Die ganze Darstellung des
Eros vom Komiker Alexis paro-
diert s. Einl. 8 10.
6. Mit ἔχει γὰρ ὧδε wird der lo-
gische Beweis dieses Satzes ange-
treten, dals der Eros ein Mittel-
wesen zwischen weise und un-
weise zei.
Obersatz: οἵ μεταξὺ σοφίας καὶ
ἀμαϑίας sind die Philosophen.
Untersatz: Nun ist der Eros
Philosoph,
Schlufssatz: Also ist der Eros
μεταξὺ σοφίας καὶ ἀμαϑέας.
Der Obersatz wird noch auf ne-
gativem Wege näher damit bewie-
sen, dals weder die Weisen (Götter)
philosophieren, weil sie die Weis-
heit haben, noch die Unweisen,
weil sie kein Bedürfnis darnach
fühlen; also können nur die noch
übrig bleibenden Mittelwesen zwi-
schen Weisheit und Unwissenheit
Philosophen sein.
Der Untersatz, dafs der Eros
Philosoph sei, von B2 ἔστι γάρ
an, wird so begründet: der Eros
richtet sich auf das Schöne, nun
gehört die Weisheit zum Schönsten;
also richtet sich der Eros auch
(und besonders) auf die Weisheit
== er ist Philosoph.
Nach diesem Togischen Beweis
folgt noch ein mythologisch ge-
lehrter B5 mit den Worten: αἰτία
δ᾽ αὐτῷ καὶ τούτων ἡ γένεσις.
204 A 3. αὐτὸ γὰρ τοῦτο. Zu
diesem Accus. der Beziehung ge-
hört epexegetisch der Infinitiv τὸ
μὴ ὄντα καλὸν κἀγαϑόν U. 8. W.
4. χαλεπὸν ἀμαθέα vgl. 116 Ὁ:
χαλεπὸν ἡ μέθη.
B1. 4ῆλον τοῦτό γε ἤδη καὶ
παιδί, Diotima wird nicht mit Un-
recht etwas ungeduldig über den
ungelehrigen Schüler, der die ähn-
liche Auseinandersetzung über diese
138
IIAAT2NOZ
2 οἱ μεταξὺ τούτων ἀμφοτέρων, ὧν δὴ καὶ ὁ Ἔρως. ἔστι γὰρ
δὴ τῶν καλλίστων ἡ σοφία, Ἔρως δ᾽ ἐστὶν ἔρως περὶ τὸ
καλόν, ὥστε ἀναγκαῖον Ἔρωτα φιλόσοφον εἶναι, φιλό-
σοφον ὃδ ὄντα μεταξὺ εἶναι σοφοῦ καὶ ἀμαϑοῦς.
αἰτία δὲ αὐτῷ καὶ τούτων ἡ γένεσις" πατρὸς μὲν γὰρ σο-
φοῖ ἐστι καὶ εὐπόρου, μητρὸς δὲ οὐ σοφῆς καὶ ἀπόρου.
ἡ μὲν οὖν φύσις τοῦ δαίμονος, ὦ φίλε Σώκρατες, αὕτη ὃν
δὲ σὺ nn: Ἔρωτα εἶναι, ϑαυμαστὸν οὐδὲν ἔπαθες.
Ο φήϑης δέ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ τεκμαιρομένῃ ἐξ ὧν σὺ λέγεις, τὶ
ἐρώμενον Ἔρωτα εἶναι, οὐ τὸ ἐρῶν. διὰ ταῦτά σοι, οἶμαι,
πάγκαλος ἐφαίνετο ὁ Ἔρως. καὶ γὰρ ἔστι τὸ ἐραστὸν τὸὺ
τῷ ὄντι καλὸν καὶ ἁβρὸν καὶ τέλεον καὶ μακαριστόν᾽ τὸ
δέ γε ἐρῶν ἄλλην ἰδέαν τοιαύτην ἔχον, οἵαν ἐγὼ διῆλϑον.
Mittelwesen (v. 202 A an) bereits
wieder vergessen hatte.
3. Die ungewöhnlichere Rede-
weise Ἔρως δ᾽ ἐστὶν ἔρως περὶ τὸ
καλόν (cf. zu 203 Ο: ἐραστὴς ὧν
neol τὸ καλόν) ist offenbar des-
wegen gewählt, weil die gewöhn-.
liche, die ung entgegentritt 201 E,
204D, und die hier lauten mülste
(rel. zu der ersten Stelle) Ἔρως δ᾽
or) τῶν καλῶν, zu Milsverständ-
nissen führen würde nach den vor-
hergehenden Worten: ἔστι γὰρ δὴ
τῶν καλλίστων ἡ σοφία, wo τῶν
καλλίστων nicht Gen. obj., sondern
partitivus ist.
8. Zum Schlusse des ersten Haupt-
teiles (Iahalt φύσις τοῦ δαίμονος)
wird noch eine scharfsinnige Ana-
lyse des Irrtums, der in der ge-
wöhnlichen Auffassung des Eros
liegt, hinzugefügt. Die gewöhnliche
Ansicht begeht eine Verwechslung,
an «die Stelle des Liebenden setzt
sie das geliebte Wesen selbst; ihm
kommen allerdings jene gepriese-
nen Eigenschaften zu. Die Be-
merkung ist mit Beziehung auf die
gesamte Auffassung des Eros bei
den griechischen Dichtern und
Künstlern vollkommen richtig, we-
nigstens insofern, als die dem Eros
. beigelegten Attribute zusammenge-
setzt sind aus denjenigen des Ge-
liebten und des Liebenden; denn
auch die letztern Eigenschaften (das
Schlaue, πολυμήχανον u. s. £.) feh-
len nicht ganz. Aber für plasti-
sche Darstellung eignet sich un-
streitig ein schöner Eros besser
als sich ein Sokratisches μεταξὺ
αἰσχροῦ καὶ καλοῦ eignen würde.
Ganz ohne Einflufs auf Dichter
war aber wohl die Sokratische
Schilderung des Eros als ϑηρεῦ-
τής, γόης, φαρμακεύς nicht; nur
blieb es bei der künstlerisch not-
wendigen Schönheit. — 0» δὲ σὺ
φήϑης Ἔρωτα εἶναι͵) ϑαυμαστὸν
οὐδὲν ἔπαϑες eig. wohl: in Be-
ziehung auf das, wofür du den
Eros ansahest, ist dir nichts Auf-
fallendes (Unbegreifliches) begeg-
net; wofür man ὅτι τοῦτον erwär-
ten würde. Diese kurze Ausdrucks
weise kommt besonders nach Ver-
ben der Affecte vor, unten 209 D:
τοὺς ποιητὰς τοὺς ἀγαθοὺς ζηλῶν
οἷα ἔκγονα ἑαυτῶν καταλείπουσιν.
C 4. καλὸν καὶ ἁβρόν, wie oben
408 Ο ἁπαλός τε καὶ καλός mit Be-
ziehung auf die Rede des Agathon.
Indessen sind hier andere Ausdrücke
als ἁπαλός, ὑγρός, σύμμετρος, Wi
sie in der Rede des Agathon vor-
kommen, gewählt. In ähnlichem
Sinne sind aber gemeint ἁβρὸν καὶ
τέλεον. ἁβρός kommt sonst bei
Platon nicht vor; von zarter Kör-
perschönheit in einem Chorlied
Soph. Trach. 523: ἃ δ᾽ εὐώπις
ἁβρά, Kallimach. fr. anon. 811
ZTMIIOZION. 204.
139
XXIV. Kal ἐγὼ εἶπον Εἶεν δή, ὦ ξένη" καλῶς γὰρ 6
λέγεις" τοιοῦτος ὧν ὁ Ἔρως τίνα χρείαν ἔχει τοῖς ἀν-
ϑρώποις; Τοῦτο δὴ μετὰ ταῦτ᾽, ἔφη, ὦ Σώκρατες, πειρά- Ὁ
σομαί σε διδάξαι. ἔστι μὲν γὰρ δὴ τοιοῦτος καὶ οὕτω γε-
γονὼς ὁ Ἔρως. ἔστι δὲ τῶν καλῶν, ὡς σὺ φῇς. εἰ δέ τις
ἡμᾶς ἔροιτο"
καὶ »]Ἱοτίμα; ὧδε δὲ σαφέστερον ἐρῶ"
Schneid. ὡς ἁβρὴ παρϑένος εἶσιν.
Vgl. ferner Lucian de salt. 78: ὡς
εἴ τις ἐν τῷ αὐτῷ καὶ Ἡρακλέους
τὸ καρτερὸν aa) Apgodtens τὸ ἁβρὸν
δειχνύοι. — Vielleicht liegen un-
serer Stelle dichterische Reminis-
cenzen zu Grunde,
7. τοιοῦτος ὧν ὃ Ἔρως τίνα χρείαν
ἔχει. Mit τοιοῦτος ὧν wird der 1.
Hauptteil abgeschlossen, mit χρεία
der II. bezeichnet, γρεία = δόσεις
195 A = ἔργα 199 Ο. γρεέα in dem
seltnern Sinne von ‚usus == ulilitas
Gorg. 480 A: τίς ἡ μεγάλη χρεία
ἐστὶ τῆς ῥητορικῆς; χρείαν ἦν εν
Rep. 1 881 Β: ἔχει δὲ καὶ χρείας
ἄλλας πολλάς, Leg. VIII 833 A
χρείας παρέχεσθαι: Rang. Ant.
hellenig. Inser. 447 v. 15: χρείας
παρεχόμενος καὶ συνεργῶν εἰς τὴν
ἐλευϑερέαν τῇ πόλει.
Ὦ 1. Τοῦτο δὴ μετὰ ταῦτ᾽, ἔφη
- πειράσομαί σε διδάξαι, 169 Β:
περὶ δὲ ἀρετῆς Ἔρωτος μετὰ ταῦτα
λεκτέον ; zu 197 Ο μετὰ τοῦτο.
8. ἔστι δὲ τῶν καλῶν; τῶν καλῶν
Gen. des Obj., wie gleich nachher
in τί τῶν καλῶν ἐστὶν ὁ Ἔρως: 28
201 E: εἴη δὲ τῶν καλῶν. — ὡς σὺ
φής vgl. die eben angeführte Stelle
und 206 E: ἔστι γάρ, ὦ Σώκρατες,
ἔφη, οὐ τοῦ καλοῦ ὃ ἔρως, ὡς σὺ
oft. Betont wird diese Sponta-
neität der Äufserung des Sokrates
(ebenso wie dasselbe auch von
Agsthon spontan gesagt war 197 B
δῆλον ὅτι καλλους), um so mehr als
Sokrates diesen Satz überall als
Axiom voraussetzt, ohne je einen
Beweis dafür anzutreten.
4. τί τῶν καλῶν ἐστιν ὁ Ἔρως;
Die Frage ist milsverständlich, in-
dem leicht τῶν καλῶν als Gen.
part. von τί abhängig gefalst wer-
den könnte. Allein die nähere Er-
τί τῶν καλῶν ἐστιν ὁ Ἔρως, ὦ Σώκρατές τε
ὁ ἐρῶν τῶν καλῶν
läuterung ὁ ἐρῶν τῶν καλῶν τί
ἐρᾷ beweist, dals das τέ in dem
ersten Satze als Acc. adverb. zu
fassen ist, = der Eros richtet sich
in welcher Beziehung auf das
Schöne? Wir wären durch eine so
umständliche Fragstellung in ähn-
liche Verlegenheit gesetzt wie der
ungelehrige Sokrates und finden in
der erhaltenen Antwort Γενέσθαι
αὑτῷ keine besondere Bereicherung
unserer Erkenntnis, nachdem wir
bereits wissen, dafs der Eros ein
Verlangen ist nach dem, was man
nicht hat. Ebenso umständlich,
aber doch einen neuen Begriff dar-
bietend, ist die Überleitung de der
Definition des Eros in die Form
Der Eros Streben nach Glück; denn
wer im Besitz des Schönen und
Guten ist, ist glücklich: das Glück
wäre also die erste χγρεέα, welche
der Eros gewährt. Charakteristisch.
ist, dafs, trotzdem schon 202 C die
Definition gegeben war: εὐδαίμο-
ψας δὲ δὴ λέγεις οὐ τοὺς τἀγαϑὰ
vol καλὰ κεκτημένους; Sokra-
tes die Frage: τί ἔσται ἐκείνῳ ᾧ
ἂν γένηται καλά nicht zu be-
antworten vermag, bevor wieder
Diotima den populäreren Begriff der
ἀγαϑά an Stelle „der καλά setzt E: τέ
ἔσται ἐκείνῳ ᾧ ἂν γένηται τἀγαθά;
In der That steht dem Bewußst-
sein des gemeinen Mannes der Ge-
danke viel näher, dals das Glück
im Besitze des Guten (der Güter)
818 dafs es im Besitz des Schönen
bestehe. — Auch der historische
Sokrates hatte unter dem Guten
nichts anderes verstanden als das,
was für den Menschen ein Gut ist,
was zur Glückseligkeit dient. Eben-
so hatte er ala den höchsten Ge-
genstand des menschlichen Stre-
140 IIAAT2NOE
6 τέ ἐρᾷ; καὶ ἐγὼ εἶπον ὅτι Γιενέσθαι αὑτῷ. AAN ἐπιποθεῖ,
ἔφη, ἡ ἀπόκρισις ἐρώτησιν τοιάνδε᾽ τί ἔσται ἐκείνῳ ᾧ ἂν
γένηται τὰ καλά; οὐ πάνυ ἔφην ἔτι ἔχειν ἐγὼ πρὸς ταύτην
E τὴν ἐρώτησιν προχείρως axoxplvaodeı. AAN, ἔφη, ὥσκερ
ἂν εἴ τις μεταβαλὼν ἀντὶ τοῦ καλοῦ τῷ ἀγαθῷ χρώμενος
πυνϑάνοιτο φέρε, ὦ Σώκρατες, [ἐρᾷ] ὁ ἐρῶν τῶν ἀγα-
ϑῶν τί ἐρᾶ; Γενέσθαι, ἦν δ᾽ ἐγώ, αὑτῷ. Καὶ τί ἔσται
ἐκείνω ᾧ ἂν γένηται τἀγαθά; Τοῦτ᾽ εὐπορώτερον, ἦν δ᾽
205 ἐγώ, ἔχω ἀποκρίνασϑαι, ὅτι εὐδαίμων ἔσται. Κτήσει γάρ,
ἔφη, ἀγαϑῶν ol εὐδαίμονες εὐδαίμονες, καὶ οὐκέτι προσδεῖ
ἐρέσϑαι, ἵνα τί δὲ βούλεται εὐδαίμων εἶναι 6 βουλόμενος,
ἀλλὰ τέλος δοκεῖ ἔχειν ἡ ἀπόκρισις. ᾿4ληϑῆ λέγεις, εἶπον
ἐγώ. Ταύτην δὲ τὴν βούλησιν καὶ τὸν ἔρωτα τοῦτον πό-
τερα κοινὸν οἴει εἶναι πάντων ἀνθρώπων, καὶ πάντας τά-
γαϑὰ βούλεσϑαι αὑτοῖς εἶναι ἀεί, ἢ πῶς λέγεις; Οὕτως, ἦη
δ᾽ ἐγώ" κοινὸν εἶναι πάντων. Τί δὴ οὖν, ἔφη, ὦ Σώκρα-
Bres, οὐ πάντας ἐρᾶν φαμεν, εἴπερ γε πάντες τῶν αὐτῶν
ἐρῶσι καὶ ἀεί, ἀλλὰ τινάς φαμεν ἐρᾶν, τοὺς δ᾽ οὔ; Bav-
μάξω, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ αὐτός. ᾿Δλλὰ μὴ ϑαύμαξ᾽, ἔφη ἀφ
λόντες γὰρ τοῦ ἔρωτός τι εἶδος ὀνομάξομεν, τὸ τοῦ ὅλου
bens das Gute bezeichnet: “in bei- 205 A 8. ἕνα τί; Apol. 26C1
bp
den Besiehungen folgt ihm Platon,
wie dies die griechische Sittenlehre
auch in der Folge durchaus so ge-
macht hat. Die Frage nach der
höchsten sittlichen Aufgabe fällt
ihm mit der Frage nach dem höch-
sten Gut, und diese mit der Frage
nach der Glückseligkeit zusammen,
denn die Glückseligkeit ist Besitz
des Guten, das Gute aber ist das,
was alle begehren’. Zeller Gesch.
der Philos. der Gr. II 15 S. 735.
6. ἐπιποθεῖ: nachträglich ver-
langen, vgl. ἐπί in ἐπαποϑνήσκειν
80 A,
E 1. προχείρως ἀποκρίνασθαι,
vgl. nachher εὐπορώτερον ἀποκρί-
ψασϑαι. — Nach AA’ — εἴ τις —
πυνϑάνοιτο --- τί ἐρᾷ ; ist als Nach-
satz zu ergänzen τ φαίης ἄν; wie
nach εἰ γὰρ ἐροίμην 199 E. — 'πον-
ϑάνοιτο vgl. Xen. Symp., 4, 9
κεῖνο μέντοι ἔγωγε ἡδέως ἃ ἂν πυ-
ϑοέίμην πῶς αὐτοὺς θεραπεύων οὕτω
φίλους ἔχεις.
τί ταῦτα λέγεις; ebenso noch δε
Aristophanes Pax 409, Nub. 1192
Euripides sagt dafür ὡς τί (Webe
Entw. der Absichtssätze p- 102.) '
5. Ταύτην δὲ τὴν βούλησιν ταὶ
τὸν ἔρωτα wie 197 A
μέας καὶ 207 A, nur dafs ἐπιδνμὶ
stärker als βούλησις ἰοῦ, Das 4
wonnene Resultat, dafs der Ero@
den Besitz des Gläckes erstrebe
wird nun dazu benutzt, zu zeig
dals er ein allen Menschen geme ἂν
sames Verlangen darstelle, viel all
gemeiner, als man nach dem ge
wöhnlichen Gebrauche des Worte
meinen sollte. Dem in logie isch
Operationen noch nicht .
Sokrates will es nicht in den Κι a
dals man, wie Diotima sagt Be 4
von einem ὅλον, einer Ga
Namen kurzweg auf eine Art (st
cies) übertragen und die übri
Arten des gemeinsamen Namens be be
raubt habe.
B4. εἶδος Species, ebenso Ὁ: κατὰ
ZTMIOZION. 208.
141
ἐπιτιϑέντες ὄνομα, ἔρωτα, τὰ δὲ ἄλλα ἄλλοις καταχρώμεϑα 6
ὀνόμασιν.
Ὥσπερ τί; ἦν δ᾽ ἐγώ. “Ὥσπερ τόδε.
οἶσϑ᾽ ὅτι
ποίησίς ἐστί τι πολύ ἡ γάρ τοι ἐκ τοῦ μὴ ὄντος εἰς τὸ ὃν
ἰόντι ὁτῳοῦν αἰτία πᾶσά ἐστι ποίησις, ὥστε καὶ al ὑπὸ πά- Ο
σαις ταῖς τέχναις ἐργασίαι ποιήσεις εἰσὶ xul ol τούτων δη-
μιουργοὶ πάντες ποιηταί. ᾿4ληθῆ λέγεις.
AR ὅμως, καὶ δ᾽
ἥ, οἶσϑ᾽ ὅτε οὐ καλοῦνται ποιηταὶ ἀλλὰ ἄλλα ἔχουσιν ὀνό-
ματα, ἀπὸ δὲ πάσης τῆς ποιήσεως ἕν μόριον ἀφορισϑέν, τὸ
περὶ τὴν μουσικὴν καὶ τὰ μέτρα, τῷ τοῦ ὅλου ὀνόματι προσ-
αγορεύεται.
ποίησις γὰρ τοῦτο μόνον καλεῖται, καὶ ol ἔχον-
τες τοῦτο τὸ μόριον τῆς ποιήσεως ποιηταί, ᾿4ληϑῆ λέγεις,
ἔφην.
ἕν τι εἶδος ἰόντες. Rep. II 816 E:
λόγων δὲ διττὸν εἶδος τὸ μὲν ἀλη-
Dig, ψεῦδος δ᾽ ἕτερον. hilebus
32 C: ἔστι γὰρ οὖν τοῦϑ᾽ ἡδονῆς
καὶ λύπης ἕτερον εἶδος. Der Be-
grift Species wird bei Platon auch
urch τον ausgedrückt, so gleich
unten es, Phileb. 32 Ὁ finden wir
auch γένος, welches dort ebenso
dem ὅλον gögenübergostellt wird
wie hier εἶδος Aristoteles
kommen gleichbedeutend auch μέ-
oog und ἰδέα vor. Vahlen zu Ari-
stot. Poet. p. 196.
B 6. Ὥσπερ τί leitet die Frage
nach einem Beispiel ein, wie das
Beispiel 204 E durch ὥσπερ ὧν εἴ
tıg eingeleitet war; daher Diotima
antwortet ὥσπερ τόδε. Das von
ihr angeführte Beispiel mit dem
Worte ποέησις war glücklich ge-
wählt, weil unbestreitbar das Ver-
bum ποιεῖν im Sprachgebrauch
noch den weitern Begri zeigte,
Den Gästen des Symposion war es
schon durch Agathon in Erinnerun
gebracht worden 197 A. Hier wird
uns eine Definition dieses Begriffes
eben: ἡ ἐκ τοῦ μὴ ὄντος εἰς τὸ
ὃν ἰόντι ὁτῳοῦν αἰτία. Stallbaum
vergleicht hiesu Soph. 219 B: πᾶν
ὅπερ ἂν μὴ πρότερον τις ὃν ὕσυε-
φον εἰς οὐσίαν ὦ 2; τὸν μὲν ἄγοντα
εοιεῖν, τὸ δὲ ἀγόμενον ποιεῖσθαί
320% φαμεν.
1. αἴ o ὑπὸ πάσαις ταῖς τέχναις
ἐργασίαι; ὑπό c. dat. bezeichnet
die Unterwerfung, Unterordnung;
Οὕὔτω τοίνυν καὶ περὶ τὸν ἔρωτα᾽ τὸ μὲν κεφά- Ὁ
die ἐργασίαι sind den τέχναι dienst-
8. ἦ δ᾽ ἢ Fem. zu 7 δ᾽ ὅς in
diesem Abschnitt 4 mal. (vgl. 206
A, B, C) von Bekker aus handschr.
ἤδη wiederhergestellt.
δ. τὸ περὶ τὴν μουσικὴν καὶ τὰ
μέτρα (vgl. 196 E πᾶσαν ποίησιν
τὴν κατὰ μουσικήν) umfalst im
Sinne der Alten mit der Dichtung
die musikalische Composition 187 D:
καταχρῆσθαι ῥυθμῷ Te καὶ ἃρμο-
νέᾳ ποιοῦντα, ὃ δὴ μελοποιέαν
καλοῦσιν, ἢ ἢ χρώμενον ὀρϑῶς τοῖς
πεποιημένοις μέλεσί Te καὶ μέ-
τροις.
D 1. τὸ μὲν κεφάλαιον Nomin,
sc. τοῦ Ἔρωτος ungefähr gleich τὸ
ὅλον (205 B): “der Grundbegriff,
die Summe desselben ist’; 80 κεφά-
λαιον Gorg. 463 A: ὃ δ᾽ ᾿ἰγὼ καλῶ
τὴν ῥητορικήν, πράγματός τινός
στε μόριον οὐδενὸς εῶὧν καλῶν.
ΓΟΡΓ. Tivog, ὦ Σώκρατες; εἰπέ,
μηδὲν ἐμὲ αἰσχυνθείς.
ZR. Δοκεῖ τοίνυν μοι, ὦ Γοργία,
εἶναί τι ἐπιτήδευμα τεχνικὸν μὲν
οὔ, ψυχῆς δὲ στοχαστικῆς καὶ ὧν-
δρείας καὶ φύσει δεινῆς προσομι-.
λεῖν τοῖς ἀνθρώποις" καλῶ δὲ αὖ-
τοῦ ἐγὼ τὸ κεφάλαιον κολα-
κίων; also auch hier κεφάλαιον
wie an unserer Stelle dem μόριον
entgegengestellt, Vgl. Phädr.249D:
ὃν κεφάλαιον δρισαμένους. Der Satz
ist nach unserer Auffassung De
gebildet dem Satze 205 B: ἢ γάρ
τοι ἔκ τοῦ μὴ ὄντος εἰς τὸ ὃν ἰόντι
142
IIAATSNOZ
2 λαιόν ἐστι πᾶσα ἡ τῶν ἀγαθῶν ἐπιϑυμία καὶ τοῦ εὐδαιμο-
νεῖν [ὃ μέγιστός τὸ καὶ δολερὸς ἔρως παντί] ἀλλ᾽ οἵ μὲν
ἄλλῃ τρεπόμενοι πολλαχῇ ἐπ᾽ αὐτό, ἢ κατὰ χρηματισμὸν ἢ
κατὰ φιλογυμναστίαν ἢ κατὰ φιλοσοφίαν, οὔτ᾽ ἐρᾶν καλοῦν-
ται οὔτε ἐρασταί, οἱ δὲ κατὰ ἕν τι εἶδος ἰόντες τε καὶ ἐσπου-
δακότες τὸ τοῦ ὅλου ὄνομα ἴσχουσιν, ἔρωτά τε καὶ ἐρᾶν καὶ
ἐρασταί. Κινδυνεύεις ἀληϑῆ,
E γεται μέν γέ τις, ἔφη, λόγος,
ὁτῳοῦν αἰτία πᾶσά ἐστι ποίησις;
für ποίησις könnte daselbst auch
Besagt werden ποιήσεως κεφάλαιον.
ie übrigen Worte betrachten wir
als Glossem (s. krit. Anh.).
„4. ἐπ᾽ αὐτό (krit. Anh.) vgl. 206B:
τῶν τίνα τρόπον διωκόντων αὐτό.
ὅ. οὔτ᾽ ἐρᾶν καλοῦνται setzt als
active Construction voraus: ἐρᾶν
καλῶ τινα. In καλεῖν, ὀνομάξειν
u. s. w. liegt zugleich ein Urteil
oder eine Aussage, und von dieser
hängt der Inf. ab (ähnlich διελέσθαι
186 A: τὸ μὲν γὰρ διπλοῦν εἶναι
τὸν Ἔρωτα δοκεῖ μοι καλῶς διελέ-
σϑαι). So Symp. 207 Ὁ: ἐν ᾧ ἕν
ἕκαστον τῶν ἑῴων ξὴν καλεῖται,
Laches 192 A: τί λέγεις τοῦτο ὃ ἐν
πᾶσιν ὀνομάξεις ταχυτῆτα εἶναι,
Protag. 811 E, Arist. hist. anim. V
14 Ὁ. 546 ἃ. 2: dp’ ὧν καὶ τὰς ἀμ-
σεέλους, ὅταν μὴ φέρωσι, τραγὰν
καλοῦσιν. Ähnlich Soph. Öd. R.
780: καλεῖ παρ᾽ οἴνῳ Ε λαστὸς ὡς
εἴην πατρί.
1. τὸ τοῦ ὅλου ὄνομα ἴσχουσιν,
ἔρωτά τὲ καὶ ἐρᾶν καὶ ἐρασταί
Βοὶ Fe ἔχειν ὥ &ıv) steht in
der bei ὄνομά ἐστί τινι
der Na; im ‘Nom om. Platon Theages
124 E: τένα ἐπωνυμίαν ἔχει Ἱππίας
καὶ Περίανδρος: ΘΕ. οἷμαι μέν,
τύραννοι, Leg. ΧΗ 9660: διαιτηταὶ
ὄνομα μάλλον πρέπον ἔχοντες. Doch
kann auch der. Accus. "vorkommen,
Plut. Arist, 2: ἀνὴρ πένης καὶ δη-
βοτικος ἀτὸ τὴν τεῖ-
τὴν καὶ ϑεωτάτην τὸν
“Δίκαιον. An unserer Stelle steht
ἔφην ἐγώ, λέγειν. Kal λέ.
ὡς ol ἂν τὸ ἥμισυ «τὸλ ἕαυ-
II p. 40) als “auffälliger Wechsel’
bezeichnet wird. Wir dürfen aber
keineswegs, wie von Hertlein Jahrb.
f. Philol. 105, 807 vorgeschlagen
wurde, ἔρως "TE schreiben; dem
nur dann der Name in den
Nominativ treten, wenn das Subject
wirklich so genannt wird; niemand
aber wird den Liebenden ἔρως Den-
nen. Es liegt eine Art Zeugms
vor; zunächst ist ὄνομα ἴσχουσιν
wörtlich zu fassen: sie bekamen in’
irgend einer (passend für sie zu
modilicierenden) \ Weise den Namen
des Ganzen — das Ganze stempelt
sie mit seinem Namen und dieser
ist ‘Eros’. In dieser Bedeutung
konnte ὄνομα ἴσχειν keine andere
Construction haben als Ovone ἐκι-
τιϑέναι oben 205 Β: τὸ τοῦ ὅλον
ἐπιτιθέντες ὅ ὄνομα, ἔρωτα. Nachher
aber ist ὄνομα ἴσχουσιν in der Be-
deutung von καλεῖσθαι gefalst und
demgemäfs wie dieses vorher mit
Inz u. Nom. construiert.
besondere 192 B: ὅταν μὲν οὖν
ᾧ ἐκείνῳ ἐντύχῃ τῷ αὐτοῦ ner
σει, "19sB: τοῖς παιδικοῖς τοῖς Op
τέροις αὐτῶν; falst es auch
Aristophanes sölbet anf 218 C: δ
ἐμνήσϑη αὐτοῦ λέγων
a
redend einführt, natürli
Kunde haben konnte von den bei
dem weit päteren Symposion g®
floasenen Red
ZTMIIOZION. 206. 143
τῶν ξητῶσιν, οὗτοι ἐρῶσιν ὁ δ᾽ ἐμὸς λόγος οὔτε ἡμίσεός 2
φησιν εἶναι τὸν ἔρωτα οὔτε ὅλου, ἐὰν μὴ τυγχάνῃ γέ που,
ὦ ἑταῖρε, ἀγαθὸν ὄν" ἐπεὶ αὑτῶν γε καὶ πόδας καὶ χεῖρας
ἐθέλουσιν ἀποτέμνεσθαι ol ἄνθρωποι, ἐὰν αὐτοῖς δοκῇ τὰ
ἑαυτῶν πονηρὰ εἶναι. οὐ γὰρ τὸ ἑαυτῶν, οἶμαι, ἕκαστοι
ἀσπάζονται, εἰ μὴ εἴ τις τὸ μὲν ἀγαϑὸν οἰκεῖον καλεῖ καὶ
ἑαυτοῦ, τὸ δὲ κακὸν ἀλλότριον’ ὡς οὐδέν γε ἄλλο ἐστὶν οὗ
ἐρῶσιν ἄνθρωποι, ἢ rot. ἀγαϑοῦ" ἢ σοὶ δοκοῦσιν; Μὰ Ai’ 206
οὐκ ἔμοιγε, ἦν δ᾽ ἐγώ. Ap οὖν, ἡ δ᾽ ἥ, οὕτως ἁπλοῦν
ἐστε λέγειν, ὅτι ol ἄνϑρωποι τοῦ ἀγαϑοῦ ἐρῶσιν; Ναί, ἔφην.
Τί δέ; οὐ προσϑετέον, ἔφη, ὅτι καὶ εἶναι τὸ ἀγαϑὸν αὑτοῖς
ἐρῶσιν; Προσϑετέον. ἶάρ᾽ οὖν, ἔφη, καὶ οὐ μόνον εἶναι,
ἀλλὰ καὶ ἀεὶ εἶναι; Καὶ τοῦτο προσθετέον. Ἔστιν ἄρα
ξυλλήβδην, ἔφη, ὁ ἔρως τοῦ τὸ ἀγαϑὸν αὑτῷ εἶναι
ἀεί. ᾿4ληϑέστατα, ἔφην ἐγώ, λέγεις.
XXV. Ὅτε δὴ τούτου ὁ ἔρως ἐστὶν [ἀεί], ἦ δ᾽ 7, τῶν Β
τίνα τρόπον διωκόντων αὐτὸ καὶ ἐν τίνι πράξει ἡ σπουδὴ
καὶ ἡ σύντασις ἔρως ἂν καλοῖτο; τί τοῦτο τυγχάνει ὃν τὸ
ἔργον; ἔχεις εἰπεῖν; Οὐ wevrav σέ, ἔφην ἐγώ, ὦ Διοτίμα,
ἐθαύμαξον ἐπὶ σοφίᾳ καὶ ἐφοίτων παρὰ σὲ αὐτὰ ταῦτα μα-
ϑησόμενος. ᾿4λλὰ ἐγώ σοι, ἔφη, ἐρῶ.
E 8. οὔτε ὅλου mit Anspielung
auf die von Aristophanes gegebene
Definition τοῦ ὅλου οὖν τῇ ἐπιϑυ-
μέᾳ καὶ διώξει ἔρως ὄνομα 192 E.
4. ὦ ἕταῖρε. Die Anrede der
"orm nach von Diotima an Sokra-
‚es, der Sache nach von dem letz-
‚ern an Aristophanes gerichtet. Die
)pposition gegen den letztern ist
ıur eine bedingte, die Definition
les Aristophanes wird weniger auf-
rehoben als eingeschränkt, sie wird
zleichsam moralisch umgedeutet,
vährend sie scheinbar wenigstens
3lofs physisch verstanden war. So
ıat nun die Definition des Eros,
jeziehungsweise seiner γρεέα die
jestalt gewonnen 206 A: ἔστιν ἄρα
τυλλήβδην ὃ ἔρως τοῦ τὸ ἀγαϑὸν
ιδεῷ εἶναι ἀεί.
206 B 1. Nachdem wir das Ziel
les Eros erfahren haben, sollen wir
och den Weg zu diesem Ziele,
len τρόπος διώξεως und die πρᾶξις
:ennen lernen.
ἔστι γὰρ τοῦτο
2. ἡ σπουδή oben 205 D: οὗ κατὰ
ἕν τι εἶδος ἰόντες τε καὶ ἐσπουδα-
κότες, 208 Β: αὕτη ἡ σπουδὴ καὶ
ὁ ἔρως.
8. ἡ σύντασις: der Eros ist nach
Φ08 ἀνδρεῖος καὶ της καὶ σύν-
τονος.
4. Οὐ μεντὰν σέ; μέντοι häufig
in Antworten einfach affırmativ —
fürwahr. 194 B, Phädo 73 D: καὶ
ἄλλα που μυρία τοιαῦτ᾽ ἂν εἴη.
Mvola μέντοι, νὴ Δία, ibid. 68 Β,
81 Ὁ. οὐ μέντοι Symp. 194 C;
Phädo 82 C: οὐ γὰρ ἂν πρέποι,
ἔφη, ὦ Σώκρατες, ὁ Κέβης. Οὐ
μέντοι μὰ Δία, ἦ δ᾽ ὅς, Apol. 26 Εἰ:
οὐ μέντοι μὰ Al’ οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν.
— Zu οὐκ ἂν σὲ ἐϑαύμαξον ergänze
εἰ τοῦτο εἶχον εἰπεῖν.
6. ἔστι γὰρ τοῦτο τόκος ἐν καλῷ
καὶ κατὰ τὸ σῶμα καὶ κατὰ τὴν
ψυχήν. Von der fast farblos abs-
tracten Höhe, in welcher zuletzt
der Begriff des Eros gefalst war
(τοῦ τὸ ἀγαϑὸν αὑτῷ εἶναι del)
144
IIAAT2NOZ
Ἰτόκος ἐν καλῷ καὶ κατὰ τὸ σῶμα καὶ κατα τὴν
ψυχήν. Μαντείας, ἦν δ᾽ ἐγώ, δεῖται ὅ τί ποτε λέγεις,
steigen wir wieder herab zu con-
cretern Bestimmungen. Die Sehn-
suchtnach Zeugung im Schö-
nen ist nach Platon ein charakte-
ristisches Merkmal, welches sämt-
lichen Erscheinungsformen desEros,
von der niedrigsten bis zur höch-
sten eigentümlich ist. Auch das
hilosophische Streben (die höchste
tufe des Eros) ist unzertrennlich
mit der Neigung verbunden, wie
im folgenden herrlich ausgeführt
wird, ın schönen, d. ἢ. für das
Schöne und Gute empfänglichen
Seelen geistige Wirkungen hervor-
zubringen; und diese Sehnsucht
trägt ebenso alle Merkmale leiden-
schaftlicher Freude wie der leibliche
Eros, umgekehrt aber verwandelt
sie sich, wo Häfsliches und Gemei-
nes ihr entgegentritt, in Unlust und
plötzliche Abneigung, vgl. 209 Ὁ:
καὶ ἐὰν ἐντύχῃ ψυχῇ καλῇ καὶ γεν-
ναίᾳ καὶ εὐφυεῖ, πάνυ δὴ ἀσπά-
ξεται.
Der Act der Zeugung (leibli-
cher oder geistiger) wird entweder
bezeichnet 1) mit τόκος: so hier;
oder 2) mit dem gleichbedeuten-
den γέννησις 206 C 8, 206 E δ, 6,
209 D 8; oder 8) durch beide Be-
griffe zusammen, die aber durchaus
als synonym zu fassen sind, 206 E
3 τῆς γεννήσεως καὶ Tod τόκου;
4) aber kann, insofern die Zeugung
zugleich die Entstehung eines neuen
Wesens involviert, derselbe Act
auch von dieser passiven Seite her
bezeichnet werden als yaveoıg 206
D 8, 207 Ὁ 3 (diese Stelle jedoch
kritisch unsicher); so von der Er-
zeugung des Eros selbst oben 204 B,
Leg. XI 920B: ὅσοι γενέσει καὶ
τροφαῖς εὖ πεπαίδευνται, ibid. V
Ἴ40 A: ἢ κατὰ τὴν νῦν γένεσιν
καὶ τροφὴν καὶ παίδευσιν: über
den Unterschied zwischen γέννησις
und γένεσις bei Platon vgl. Usener
Rh. Mus. XXIII p. 370. Ganz ent-
sprechend heifst das Verbum ent-
weder 1) t/arsıv 206 C 4, 210 02,
210 Ὁ 5, 212 Α 4, 6, oder 2) γεννᾶν
206 D 7, 207 A 9, 209 B 4, 5, 209
E 2, 210 A 8, oder 3) werden beide
Synonyme zusammengestellt rix-
τειν καὶ γεννᾶν 206 Ὁ 5, 209 Β 3,
209 C 3. Dafls aber bei beiden
ganz dasselbe gemeint ist, und
nicht etwa τέκτειν gebären und
γεννᾶν erzeugen bedeutet, beweist
die Stellung der Verba in diesen
Beispielen. Ebenso wird die um-
gekehrte Deutung unmöglich durch
206 E4 τῆς γεννήσεως καὶ τοῦ τὸ"
κου. Aufserdem ist noch zu er
wähnen als Subst. masc. γεννή-
zog, 209 A 5, ferner wird das Er-
zeugte entweder genamt 1) τὸ
γεννηθέν 209 C A, oder 2) τὸ γερῦ-
μενον 207 B 3 (vgl. den Unterschied
zwischen γέννησις und γένεσις),
daneben τὸ ἀποβλάστημα 208 B 5,
ferner παῖδες 209 ( 9, ἔκγονα 209D3.
Endlich wird der Zustand vor
der Zeugung, das Samentrage
undderdamitverbundene Zeugung*
‚drang durch eine für uns unnach-
ahmliche Metapher bezeichnet al
Schwangerschaft und als Ge-
burtswehen (so daß dann aller-
dings im Sinne dieser Vergleichung
die leibliche oder geistige Zeugung
auch als Entbindung oder Gebären
aufgefalst werden kann). Der Zu-
stand heilst ἡ κύησις 206 0 8, das
die Zuständlichkeit bezeichnende
Adjectiv ist ἐγκύμων 208 Ε ἢ,
209 B 1, das entsprechende Ver-
bum κυεῖν 206 C 1, 209 A 2, mil
einem neutralen Object verbunden:
κυεῖν τε 209 Α 8, C 8, im Park
τὸ κυοῦν 206 ἢ 4, 8, κυῶν 3096.
Die damit verbundene Zeugungr
lust τέπτειν ἐπιθυμεῖν 208 4,
σπαργῶᾶν 206 D 8; die Unlust, die
aus Nichtbefriedigung des Drang
hervorgeht, wird bezeichnet dureb
χαλεπῶς φέρειν 206 ἢ 7,
ὠδῖνες 206 E 1, der Fortpflanzungr
stoff endlich durch κύημα 206 DT.
8. Mavrsiag δεῖται. μαντεία
die Kunst der Auslegung eines et
teilten Orakels; denn dafs des
Sokrates die erste Erwähnung das
τόκος ἐν καλῷ als πρᾶξις des Eros
wie ein dunkles Orakel anmute,
ZTMIIOZION. 206.
145
χαὶ οὐ μανϑάνω. ’AA ἐγώ, ἡ δ᾽ 7, σαφέστερον ἐρῶ. κυ-Ο
οὖσι γάρ, ἔφη, ὦ Σώκρατες, πάντες ἄνϑρωποι καὶ κατὰ τὸ
σῶμα “καὶ κατὰ τὴν ψυχήν, καὶ ἐπειδὰν ἔν τινι ἡλικίᾳ γέ-
νῶνται, τίκτειν ἐπιϑυμεῖ ἡμῶν ἡ φύσις. τίκτειν δὲ ἐν μὲν
αἰσχρῷ οὐ δύναται, ἐν δὲ τῷ καλῷ. [ἡ γὰρ ἀνδρὸς καὶ
γυναικὸς συνουσία τόκος ἐστίν] ἔστι δὲ τοῦτο ϑεῖον τὸ
πρᾶγμα, καὶ τοῦτο ἐν ϑνητῷ ὕντι τῷ ξῴῳ ἀϑάνατον ἔν-
ἐστιν, ἡ κύησις καὶ ἡ γέννησις. τὰ δὲ ἐν τῷ ἀναρμόστῳ
ἀδύνατον γενέσϑαι.
begreifen wir. Die hierdurch ver-
anlalste nähere Erklärung der Dio-
tima constatiert zunächst aus der
Erfahrung, dals allen Menschen
leiblicher oder geistiger Zeugungs-
drang innewohne. Mehr Mühe wen-
det Diotima auf, um auch den Zu-
satz ἐν καλῷ, den sie zu τόκος
hinzugefügt hatte, als wahr zu er-
weisen. Sie stellt diesen Satz in
der Form τίκτειν δὲ ἐν μὲν τῷ
αἰσχρῷ οὐ δύναται, ἐν δὲ τῷ καλῷ,
wozu vgl. 209 Β: ἐν τῷ γὰρ αἰσχρῷ
οὐδέποτε γεννήσει, an die Spitze
und fügt die Schlufsfolgerung, die
ihn beweisen soll, nachträglich hin-
zu: Da das Göttliche sich nicht im
Unangemessenen vollziehen kann,
der τόκος aber etwas Göttliches
ist, so kann also auch dieser nicht
im Unangemessenen statthaben,
also nicht im Häfslichen, da dieses
jeglichem Göttlichen zuwider ist.
Dieser letztere Satz wird als
Axiom ohne weiteres vorausgesetzt,
ebenso gut wie sonst die Identität
des Schönen und Guten. Die Be-
weisführung ist mit den Worten
τὸ δὲ καλὸν ἁρμόττον abgeschlos-
sen. Statt nun, wie es bei längern
Beweisführungen etwa vorkommt,
nach Vollendung derselben den an
die Spitze gestellten Satz am
Schlusse noch einmal als logisches
Resultatdes Vorangegangenen wört-
lich oder fast wörtlich zu wieder-
holen, etwa 80: τίκτειν οὖν ἐν μόνῳ
τῷ καλῷ δύναται (man vergleiche
195 Ὁ: πρὸς δὲ τῷ νέῳ ἁπαλός,
nach vollendeter Beweisführung
195 E: ἁπτόμενον οὖν ἀεὶ καὶ ποσὶ
PLaron, Symposion.
)
ἀνάρμοστον δ᾽ ἐστὶ To αἰσχρὸν παντὶ Ὁ
τῷ ϑείῳ, τὸ δὲ καλὸν ἁρμόττον.
Μοῖρα οὖν καὶ Εἰλεί-
καὶ πάντῃ ἐν μαλακωτάτοις τῶν
μαλακωτάτων͵ ἁπαλώτατον ἀνάγκη
εἶναι, ebenso 203 E: σοφίας δὲ καὶ
ἀμαϑίας ἐν μέσῳ ἐστίν wiederholt
in 204B ὥστε ἀναγκαῖον Ἔρωτα
φιλόσοφον εἶναι, φιλόσοφον δὲ ὄντα
μεταξὺ εἶναι σοφοῦ καὶ ἀμαϑοῦς),
wird hier die Wiederholung in
etwas anderer, mehr poetisch alle-
gorischer Form veranstaltet.
D 2. Also ist für das Wer-
den eines neuen Wesens die
Schönheit Μοῖρα καὶ Εἰλεί-
ϑοια; [Μοῖρα ist sie insofern, als
sie die Stunde des Werdens festsetzt,
denn bevor die Schönheit erscheint
(verkörpert in einem schönen Leibe
oder einer schönen Seele), kann die
Zeugung nicht stattfinden; Eiel-
ϑυια ist die Schönheit insofern, als
sie den ἐγκύμων seiner Schmerzen
entledigt (μεγάλης ὠδῖνος ἀπολύει
E), seine Entbindung zu glücklichem
Ende führt. Die Μοῖρα ist nicht
blofs Todesgöttin, sondern auch
Geburtsgöttin, daher sie auch mit
derEileithyia verbunden wird, Pind.
ΟἹ. 6, 41: τᾷ μὲν ὃ Χρυσοκόμας
πραύμητίν τ᾽ ᾿Ελείϑυιαν παρέστα-
σέν τε Μοίρας, Nem. 7, 1: ᾿Ἐλείϑυια
πάρεδρε Μοιρᾶν βαϑυφρόνων. Auch
ihre gewöhnliche Aufgabe, das To-
deslos zu bestimmen, vollzieht sie
schon, wenn sie derGeburt assistiert,
Hom. 1). XXIV 209: τῷ δ᾽ ὥς ποϑι
μοῖρα κραταιή | γιγνομένῳ ἐπένησε
λίνῳ. Μοῖρα καὶ Εἰλείθυια ἐστιν
== sje übernimmt die Rolle der Moira
und Kileithyia. ἡ Kallovn die per-
6
sonificierte Schönheit, die Schönheit
als Göttin gedacht. Die blofs alle-
10
146
3 ϑυια 7 Καλλονή ἐστι
gorische oder begriffliche Bedeu-
tung, welche der Satz haben sollte,
trat reiner hervor, wenn Platon
einen sonst nur als Abstractum vor-
handenen Begriff ad hoc zur Götter-
figur erhob, als wenn er, was auch
naheliegend gewesen wäre (vgl.
208C: διὸ δὴ καὶ τῆς ᾿Αφροδίτης
u. 8. w.) die durch die Tradition so
individuell gestaltete, bedeutungs-
reiche Aphrodite hiezu gewählt
hätte. Umgekehrt hätte die neu-
trale Form τὸ Καλλος oder τὸ Ka-
10» als Subject zu den Frauenge-
stalten der Μοῖρα und Εἰλείϑυια
nicht gepalst; Platon wählte daher
die mehr dichterische Femininform
καλλονή. Man hat nun die Wahl
entweder alle drei Namen μοῖρα,
εἰλείϑυια, καλλονή mit kleinen,
oder alle drei mit grofsen Anfangs-
buchstaben zu schreiben. Das letz-
tere ziehen wir vor, weil die Per-
sonification im Sinne der poetisie-
renden Diotima liegt. Wir adop-
tieren also den früheren Vorschlag
Useners (in der 1. Ausgabe von
O. Jahn), Kailovn zu schreiben;
aber wir fassen diese Personifica-
tion als eine rein begriffliche auf,
ganz so wie πενία, πόρος, ἔρως,
ἵμερος, πόϑος, νόμος personificiert
werden können. Eine Berufung da-
gegen auf irgendwelche schon be-
kannte Vorstellungen des Volks-
glaubens (von einer Göttin Kal-
lone-Hekate, Usener Rh. Mus. XXIII
p. 377) können wir auch deswegen
nicht annehmen, weil οὖν die rein
logische Folgerung bei einer Be-
weisführung bezeichnet, vgl. das
oben angeführte Beispiel 195 E,
also gleichbedeutend ist mit ὥστε
vgl. 203 E; die Berufung dagegen
auf etwas durch Erfahrung, voran-
gegangene Belehrung, Tradition,
öffentliche Meinung schon Bekann-
tes pflegt durch eine Verbindung
mit δή gegeben zu werden, διὰ
ταῦτα δὴ 198 E, διὸ δή 203 C,
ὅϑεν δή 206 D, 181 B, C; ähnlich
Ye δή 184 C: 186 Ὁ, 204B, 204 D
hädr. 229 A. Pseudoxen. Resp.
Athen. I 18: ὅς ἐστι δὴ νόμος
«ϑήνησι. --- τῇ γενέσει; jede γέν-
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
τῇ γενέσει. διὰ ταῦτα ὅταν μὲν
ψησις ist zugleich auch eine γένεσις:
zu B 6. Den passiven Begriff ‘Ent
stehung, Geburt’ hier gerade zu
wählen, lag nahe, weil sonst die
Εδείϑυια Geb öttin im ge-
wöhnlichen Sinne des Wortes ist.
3. διὰ ταῦτα gehört zum ganzen
folgenden Satze bis τὸ κύημα χα-
λεπῶς φέρει, ταῦτα bezieht sich
auf das Vorhergesagte, aus dem
vorher Angeführten erklären sich
folgende Erscheinungen, die sich in
der Erfahrung zeigen = so kommt
es, dafs... Daran schliefst sich
nachher ὅϑεν δή in ganz gleichem
Sinne; der Sache nach bildet das
mit ὅϑεν δή eingeleitete nur eine
nähere Ausführung des ersten Glie-
des des mit διὰ ταῦτα an das Vor-
hergehende geknüpften Satzes: ὅταν
μὲν καλῷ u.8.f. Ein ganz anderes
Verhältnis der Sätze stellt sich
freilich heraus, wenn wir mıt O.Jahn
nach διὰ ταῦτα ein Kolon setzen.
Dann ist διὰ ταῦτα ein elliptischer
Satz, als dessen Subject die vor-
hergehende Behauptung Μοῖρα —
γενέσει aufzufassen ist —= “Aus fol-
gendem Grunde’, Oder “Das hat
seinen tiefern Grund, denn’ (so
Usener p: 377 a. a. O.). Dieser
Auffassung steht aber folgendes
entgegen: 1) die ungewöhnliche
Kürze des Ausdruckes und abrupte
Redeweise für ro δὲ διὰ ταῦτά
ἐστιν, ὅτι, wie z. B. 190A: ἡ» δὲ
διὰ ταῦτα τρία τὰ γένη καὶ τοι-
αὕτα, ὅτι, wo allerdings ταῦτα
ebenfalls auf das Folgende sich be-
zieht, während es gewöhnlich auf
das Vorhergehende geht, 184 A,
198E, 204C. 2) Es ist kaum glaub-
lich, dafs ein eben erst durch einen
Syllogismus erwiesener Satz nun
noch einmal aufs Neue durch an-
dere Gründe bewiesen werden soll.
3) Die Erfahrungsthatsachen, die
mit ὅταν μέν eingeführt werden,
können als rein empirische nicht
einen tiefern Grund zu der vorher-
gehenden philosophischen Deduc-
tion geben, sie können höchstens
dieselbe bestätigen, beziehung
weise in jener erst ihrerseits ihre
Erklärung finden.
ZTMIIOZION. 207. 147
καλῷ προσπελάξῃ τὸ κυοῦν, ἵλεών TE γίγνεται καὶ εὐφραι- 4
vousvov διαχεῖται καὶ τίκτει τ καὶ γεννᾷ ὅταν δὲ αἰσχρῷ,
σχυϑρωπὸν τε καὶ λυπούμενον συσπειρᾶται [καὶ ἀποτρέπεται]
καὶ ἀνίλλεται καὶ οὐ γεννᾷ, ἀλλὰ ἴσχον τὸ κύημα χαλεπῶς
φέρει. ὅϑεν δὴ τῷ κυοῦντέ τε καὶ ἤδη σπαργῶντι πολλὴ
n πτόησις γέγονε περὶ τὸ καλὸν διὰ τὸ μεγάλης ὠδῖνος E
ἀπολύειν τὸν ἔχοντα. ἔστι γάρ, ὦ Σώκρατες, ἔφη, οὐ τοῦ
καλοῦ ὁ ἔρως, ὡς σὺ οἴει. Aida τί μήν; Τῆς γεννήσεως
καὶ τοῦ τόκου ἐν τῷ καλῷ. Εἶεν, ἦν δ᾽ ἐγώ. Πάνυ μὲν
οὖν, ἔφη. τί δὴ οὖν τῆς γεννήσεως; ὅτι ἀειγενές ἐστι καὶ
ἀϑάνατον ὡς ϑνητῷ ἡ γέννησις.
ἀϑανασίας δὲ ἀναγκαῖον
ἐπιϑυμεῖν μετὰ ἀγαϑοῦ ἐκ τῶν ὡμολογημένων, εἴπερ τοῦ
ἀγαϑοῦ ἑαυτῷ εἶναι ἀεὶ (ὃ) ἔρως ἐστίν.
ἀναγκαῖον δὴ
ἐκ τούτου τοῦ λόγου, καὶ τῆς ἀϑανασίας τὸν ἔρωτα
εἶναι.
- F
XXVI Ταῦτά Te οὖν πάντα ἐδίδασκέ με, ὁπότε περὶ
4, εὐφραινόμενον διαχεῖται, “261-
füefst in Freude’, vgl. Ausdrücke
wie διακεχυμένῳ προσώπῳ mit er-
heitertem Gesicht.
ὃ. συσπειρᾶται καὶ ἀνίλλεται,
‘zieht sich zusammen und rollt sich
zurück’. Das Bild wohl von
gewissen Tieren hergenommen,
Schlange, Igel u. s. f. vgl. ὑπίλας
Eur. fr. 544 N. — [καὶ ἀποτρέπεται)
nach Usener vgl. krit. Anh.
E 1. περὶ τὸ καλόν im Umkreis,
der Nähe des Schönen: zu 208 C:
φύσει ἐραστῆς ὧν περὶ τὸ καλόν.
2. τὸν ἔχοντα sc. τὸ καλόν, wenn
er es auf seiner Jagd erreicht hat,
175 Ὁ: δῆλον γὰρ ὅτι εὗρες αὐτὸ
καὶ ἔχεις (τὸ σοφόν). Vom Schönen
900 Α: πότερον ἔχων αὐτὸ οὗ ἐπι-
ϑυμεὶ τε καὶ ἐρᾷ, εἶτα ἐπιθυμεῖ τε
καὶ ἐρᾷ, ἢ οὖκ ἔχων;
8. ὡς σὺ οἴει, vgl. 204 Ὁ: ἔστι
δὲ τῶν καλῶν, ὡς συ φής. Die Be-
richtigung, welche hier Diotima der
von Sokrates mehrfach ausgespro-
chenen Ansicht, dafs der Eros das
Schöne zum Object habe, entgegen-
hält, ist nicht als Desavouierung
lerselben, sondern nur als schärfere
Präcisierung aufzufassen. — Τῆς
»εννήσεως καὶ τοῦ τόκου Synonyme
Begriffe, anders als oben 206 C
ἡ κύησις καὶ ἡ γέννησις, welche
verschiedene Bedeutung haben; zu
206 B: ἔστι γὰρ τόκος u. 8. Γ΄.
5. τί δὴ οὖν τῆς γεννήσεως 86.
ὁ ἔρως ἐστίν: τί hier “warum’, an-
ders als 204 D: τί τῶν καλῶν ἔστιν
ὁ Ἔρος. --- ὅτι ἀειγενές ἐστι Wie-
derholung des obigen Gedankens
206 Ο: ἔστε δὲ τοῦτο ϑεῖον τὸ
πρᾶγμα. Leg. VI 773 E: ὡς χρὴ
τῆς ἀειγενοῦς φύσεως ἀντέχεσθαι
τῷ παῖδας παέδων καταλείποντα
ἀεὶ τῷ ϑεῷ ὑπηρέτας dvd” αὑτοῦ
παραδιδόναι. ibid. IV 721 C.
6. ἀϑανασίας δὲ ἀναγκαῖον. Mit
δέ wird ein neues Moment der Be-
weisführung angereiht. Indem Dio-
tima im Begriff ist, aus der ganzen
vorhergehenden Ausführung die
neue Definition des Eros, dafs er
sich auf die Unsterblichkeit richte,
als Schlufsergebnis hinzustellen,
erinnert sie sich, dafs dasselbe Re-
sultat sich im Grunde sehon aus
der früher 206 A vereinbarten De-
finition ergebe: ὁ ἔρως ἐστὶ τοῦ τὸ
ἀγαϑὸν αὐτῷ εἶναι ἀεί; wer aber
etwas Immerwährendes begehrt,
begehrt damit Unsterblichkeit. Also
kann nun um so getroster gesagt
werden: καὶ τῆς ἀϑανασίας τὸν
ἔρωτα εἶναι.
10
148
6 τῶν ἐρωτικῶν λόγους ποιοῖτο, καί ποτε ἤρετο Ti οἴει, ὦ
Σώκρατες, αἴτιον εἶναι τούτου τοῦ ἔρωτος καὶ τῆς ἐκπιϑυ-
μέας; ἢ οὐκ αἰσϑάνει ὡς δεινῶς διατίθεται πάντα τὰ ϑη-
oia, ἐπειδὰν γεννᾶν ἐπιϑυμήσῃ, καὶ τὰ πεξὰ καὶ τὰ πτηνά,
Β νοσοῦντά Te πάντα καὶ ἐρωτικῶς διατιϑέμενα, πρφῶτον μὲν
περὶ τὸ ξυμμιγῆναι ἀλλήλοις, ἔπειτα περὶ τὴν τροφὴν τοῦ
γενομένου, καὶ ἑτοῖμά ἐστιν ὑπὲρ τούτων καὶ διαμάχεσϑαι
τὰ ἀσϑενέστατα τοῖς ἰσχυροτάτοις καὶ ὑπεραποϑνήσκειν, καὶ
αὐτὰ τῷ λιμῷ παρατεινόμενα ὥστ᾽ ἐκεῖνα ἐκτρέφειν, "αἱ
ἄλλο πᾶν ποιοῦντα; τοὺς μὲν γὰρ ἀνθρώπους, ἔφη, οἷἵοιτ᾽
ἄν τις ἐκ λογισμοῦ ταῦτα ποιεῖν᾽ τὰ δὲ ϑηρία τίς αἰτία
207 A 6. καί ποτε ἤρετο, nämlich
in einer der mehrfachen Unter-
redungen der Diotima mit Sokra-
tes, von denen vorher gesprochen
wird: ἐδέδασκε, ὁπότε — ποιοῖτο.
7. τούτου τοῦ ἔρωτος καὶ τῆς
ἐπιϑυμίας 197 A; ἐπιϑυμία hier
als heftige Neigung zu fassen, vgl.
am Schlusse des Abschnittes 908 Β:
αὕτη ἡ σπουδὴ καὶ ὁ ἔρως. Schwä-
cher 205 A: ταύτην τὴν βούλησιν
καὶ τὸν ἔρωτα. ᾿
8. ἢ οὐκ αἰσθάνει. Ist dir die
Ursache klar (was man allerdings
nach der vorhergehenden Ausfüh-
rung glauben sollte), oder entgeht
dir etwa eine Thatsache, die vol-
lends über den Sachverhalt aufzu-
klären geeignet ist: der Umstand
nämlich, dafs diese heftige Leiden-
schaft, wie sie 206 D E am Men-
schen geschildert war, sich auch
bei den Tieren zeigt? Da bei diesen
nicht an bewulste Überlegung oder
Berechnung gedacht werden kann,
so bleibt nichts anderes übrig, als
einen allen lebenden Wesen in-
stinetiv innewohnenden Trieb nach
Unsterblichkeit als Grundursache
des Eros anzunehmen. Zu der
nachlässigen Wiederholung der-
selben Wortformen διατέθϑεται und
διατυϑέμενα (vgl. in A zweimaliges
ἀναγκαῖον) siehe zu 175 B: ἀπο-
στὰς — ἕστηκεν. Ebenso frei ist
auch die Construction des ganzen
Satzes: von dem Hauptsatz οὐκ
αἰσθάνει hängt ab: 1) ὡς — δια-
τίϑεται; 2) die Participialcon-
struction νοσοῦντά τε πάντα καὶ
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἐρωτικῶς διατιϑέμενα; 8) καὶ (Δ
— ξἕτοιμά ἐστιν; 4) καὶ αὐτὰ τὸ
λιμῷ παρατεινόμενα καὶ ποιοῦν.
τα wieder Participialconstructior
Wollte man auch νοσοῦντα re zur
τα etc. als untergeordnet zu διατί:
ϑεται fassen, so geht es bei παρᾶ"
τεινόμενα καὶ ποιοῦντα nicht mehr #
an, eine solche Abhängigkeit von
ἕτοιμά ἐστι — διαμάγεσϑαι ansı
nehmen, indem jene Worte vielmehr
etwas Selbständiges enthalten. Zu
teleologischer Beweisführung ver-
wendet dieselben Erscheinungen ἢ.
Sokrates Xen. Mem. I 4, 7: τὸ δὲ
ἐμφῦσαι μὲν ἔρωτα τῆς τεκνοποιίας,
ἐμφῦσαι δὲ ταῖς γειναμέναις ἔροτε
τοῦ ἐκτρέφειν... .᾿Δμέλει καὶ ταῦτε
ἔοικε μηχανήμασέ τινος ξῷα εἶναι
βουλευσαμένουι͵ Der Wille der
Gottheit, dals lebende Wesen be ἢ
stehen, äufsert sich bei diesen We #
sen selbst als Trieb zur Fortpflan-
zung und Erhaltung der Nachkonr
menschaft.
B 1. πρῶτον μὲν περὶ τὸ ξυμβι-
γῆναι ἀλλήλοις; περί abhängig vor
νοσοῦντα τὲ πάντα καὶ ἐρωτικῶς
διατιϑέμενα vgl. Phädr. 228 B: τῷ
νοσοῦντι περὶ λόγων ἀκοήν
haft auf etwas erpicht sein; δ
203 Ο: ἐραστὴς ὧν περὶ τὸ zul.
ὃ. ὑπὲρ τούτων bezogen auf das
collective τοῦ γενομένου.
ὅ. παρατεινόμενα; παρατείνεσϑαι
sich die Glieder ausstrecken,
martern lassen; bei Plutarch Solon
7 auch πόϑῳ παρατείνεσθαι.
7. ἐκ λογισμοῦ. Bei Menschen
könnte unter anderm die egoistisch®
ZTMIIOZION. 207. 149
οὕτως ἐρωτικῶς διατίθεσθαι; ἔχεις λέγειν; καὶ ἐγὼ αὖ ἔλε- C
γον ὅτι οὐκ εἰδείην m δ᾽ εἶπε Διανοεῖ οὖν δεινός ποτε
γενήσεσϑαι τὰ ἐρωτικά, ἐὰν ταῦτα μὴ ἐννοῇς; Alla διὰ
ταῦτά τοι, ὦ Διοτίμα, ὅπερ νῦν δὴ εἶπον, παρὰ σὲ ἥκω,
γνοὺς ὅτι διδασκάλων δέομαι. ἀλλά μοι λέγε καὶ τούτων
τὴν αἰτέαν καὶ τῶν ἄλλων τῶν περὶ τὰ ἐρωτικά, Εἰ τοί-
γυν, ἔφη, πιστεύεις ἐκείνου εἶναι φύσει τὸν ἔρωτα, οὗ πολ-
λάκις ὠμολογήχαμεν, μὴ ϑαύμαξε. ἐνταῦϑα γὰρ τὸν αὐτὸν Ὁ
ἐκείνῳ λόγον ἡ ϑνητὴ φύσις ξητεῖ κατὰ τὸ δυνατὸν ἀεί τε
εἶναι καὶ ἀϑάνατος. δύναται δὲ ταύτῃ μόνον [τῇ γενέσει],
ὅτι ἀεὶ καταλείπει ἕτερον νέον ἀντὶ τοῦ παλαιοῦ, ἐπεὶ καὶ
Erwägung mitwirken, dafs sie im
gebrechlichen Alter der Unter-
stützung der Kinder bedürfen.
Ο 2. Διανοεῖ δὖν δεινός ποτε γε-
γήσεσθαι Ὁ. 8. f. ganz wie ein un-
geduldiger Schulmeister, der an
dem Erfolge seiner Lehrthätigkeit
verzweifeln will; vgl. 204 B: δῆλον
τοῦτό γε ἤδη καὶ παιδί.
4. ὅπερ νῦν δὴ εἶπον 206 B.
1. οὗ πολλάκις ὡμολογήκαμεν,
nämlich τῆς ἀϑαρασίας. Hier war
das freilich nur einmal erwähnt, 206
E, 207 A: und es würde dies kaum
zu dem Ausdrucke πολλάκις berech-
tigen, wie abgeschwächt er auch
sonst gebraucht werden mag (vgl.
zu πολλαχύόϑεν 178 C, Vahlen Ari-
stot. Poet. p. 166), wenn nicht in
207 A uns gesagt wäre, dafs Diotima
und Sokrates zu wiederholten Malen
darüber gesprochen hätten: τοιαῦτα
ἐδίδασκέ με, ὁπότε περὶ τῶν ἐρω-
τικῶν λόγους ποιοῖτο.
D 1. τὸν αὐτὸν ἐκείνῳ λόγον vgl.
κατὰ τὸν αὐτὸν δὴ Aoyov 185 A;
hier ohne κατά, wie ταὐτὸν δὲ
τοῦτο 118 E. — ἐκείνῳ wie bei den
Menschen nach der Ausführung
206 C fi. — Andere Wendung für
den gleichen Gedanken 187 Ὁ : πάλιν
γὰρ ἥκει ὁ αὐτὸς λόγος. — ἀεί τε
εἶναι καὶ ἀθάνατος krit. Anhang.
ἀεὶ εἶναι vgl. 210 E: πρῶτον μὲν
ἀεὶ ὃν καὶ οὔτε γιγνόμενον οὔτε
ἀπολλύμενον. Synonyme durch τέ
-- καί verbunden 206 D: zixzeı τὲ
καὶ γεννᾷ.
8. δύναται δέ leitet die Erörte-
rung von κατὰ τὸ δυνατόν ein. —
ταύτῃ μόνον, ὅτι nur auf dem Wege,
dafs. 215 C τοσοῦτον μόνον δια-
φέρεις, ὅτι. Ebenso Pseudoxen.
Rep. Athen 116: δοκεῖ δὲ ὁ δῆμος
ὁ ᾿Αθηναίων καὶ ἐν τῷδε κακῶς
βουλεύεσθαι, ὅτι τοὺς συμμάχους
ἀναγκάξουσι πλεῖν ἐπὶ δίκας ᾿49ή-
vage. Ahnlich Isokr. XVIII 59: τῶν
μὲν πλείστων τριηράρχων τοσοῦτον
διήνεγκον ὅτι μετ᾽ ὀλίγων ἔσωσα
τὴν ναῦν, αὐτῶν δὲ τούτων, ὅτι
u. 8. w. idem ep. Il 22. Zum Ge-
danken Leg. IV 721 C: γένος οὖν
ἀνθρώπων — τούτῳ τῳ τρόπῳ
ἀθάνατον ὄν, τῷ παῖδας παίδων
καταλειπόμενον ταὐτὸν καὶ ἕν ὃν
ἀεὶ γενέσει τῆς ἀϑανασίας μετει-
ληφέναι: VI 776 B; vgl. zu 208 A:
τούτῳ γὰρ τῷ τρόπῳ.
4. ἐπεὶ καί --- 208 Β ἀδύνατον
6% ἄλλῃ begegnet der Einwendung,
dafs eine Fortexistenz, die sich nur
durch Succession immer neuer, unter
sich nicht identischer Wesen be-
thätigen könne, kaum diesen Namen
verdiene. Darauf wird geantwortet
durch die Betrachtung, dafs auch
die Fortexistenz eines Einzelwesens
innerhalb der sogenannten Lebens-
zeit sich nur als Succession von
Altem und Neuem darstelle, also
auch als καταλείπειν ἕτερον νέον
ἀντὶ τοῦ παλαιοῦ, ohne dafs man
deswegen die Identität dieses Ein-
zelwesens in Frage stellte. — Als
Nachsatz zu dem Vordersatz ἐπεὶ
καὶ ἐν ᾧ ἕν ἕκαστον τῶν ξῴων ζῆν
150 TIAAT2NOE
δ ἐν ᾧ ἕν ἕκαστον τῶν ξῴων ξῆν καλεῖται καὶ εἶναι To αὐτό,
οἷον ἐκ παιδαρίον ὁ αὐτὸς λέγεται ἕως ἂν πρεσβύτης γένη-
ται οὗτος μέντοι οὐδέποτε τὰ αὐτὰ ἔχων ἐν αὑτῷ ὅμως
e N 3 \ 9 LG \ > '
0 αὐτὸς καλεῖται, ἀλλὰ νέος ἀεὶ yıyvousvog, τὰ δὲ ἀπολλῦς,
καὶ κατὰ τὰς τρίχας καὶ σάρκα καὶ ὀστᾶ καὶ αἷμα καὶ ξύμ-
E παν τὸ σῶμα. καὶ μὴ ὅτι κατὰ τὸ σῶμα, ἀλλὰ καὶ κατὰ
τὴν ψυχὴν ol τρόποι, τὰ ἤϑη, δόξαι, ἐπιϑυμίαι, ἡδοναί, Av-
παι, φόβοι, τούτων ἕκαστα οὐδέποτε τὰ αὐτὰ πάρεστιν ἔχά-
στῳ, ἀλλὰ τὰ μὲν γίγνεται, τὰ δὲ ἀπόλλυται. πολὺ δὲ τού-
208 τῶν ἀτοπώτερον ἔτι, ὅτι καὶ al ἐπιστῆμαι μὴ ὅτι al μὲν
3 e 3 ’
γέγνονται, al δὲ ἀπόλλυνται ἡμῖν, καὶ οὐδέποτε ol αὐτοί
ἐσμεν οὐδὲ κατὰ τὰς ἐπιστήμας, ἀλλὰ καὶ μέα ἑκάστη τῶν
ἐπιστημῶν ταὐτὸν πάσχει. ὃ γὰρ καλεῖται μελετᾶν, ὡς ἐξιού-
καλεῖται καὶ εἶναι τὸ αὐτό sollte ἀπολλύς: “indem er aber anderes
im Sinne der Diotima folgen: οὐδέ- verliert’ — anderes, nämlich was
ποτε τὰ αὐτὰ ἔχει ἔν ἑαυτῷ. Aber er schon hatte, also παλαιά, im
durch die sofortige Einführung Gegensatz zu den νέα, durch deren
eines Beispiels mit οἷον ἐκ παιδα- Hinzutriit er νέος γίγνεται. ὁ δέ
elov (des Menschen selbst, derunter ohne vorangehendes ὃ μέν
den ξῷα das naheliegendste ist) bei Platon: Theät. 181 Ὁ: δύο δὴ
wird die starke Anakoluthie des λέγω τούτω εἴδη κινήσεως, ἀλλοί-
Folgenden veranlalst, vergl. die ωσιν, τὴν δὲ περιφοράν. Sauppe
grofse Anakoluthie von 182 Ὁ fi, zu Protag. 330 A.
wo auch 188 A die Einführung 9. κατὰ τὰς τρέχας. Dieses Bei-
einzelner Beispiele mit εἰ γὰρ ἢ spiel wird als das augenfälligste an
χρήματα u. 8. w. den Redner die die Spitze gestellt. Bei den folgen-
Construction vergessen machte. den Subatantiven καὶ σάρκα — καὶ
Ähnlich 177 B. ὀστᾶ ist der Artikel, dessen Wieder-
5. £n9 καλεῖται zu 205 D: ἐρᾶν holung allzu lästig wäre, ΝΣ ων
καλοῦνται. lassen, - ebenso nachher in E οἱ
7. ὅμως ὃ αὐτὸς καλεῖται trotz τρύποι, τὰ ἤϑη, δόξαι, ἐπιϑυμίαι
des ewigen Stoffwechsels. Heraklit u. 8. w.
freilich, der den Satz aufstellte E 1. μὴ ὅτι zu 179 B οὐ μόνον
πάντα χωρεῖ καὶ οὐδὲν μένει, der ὅτι.
ferner sagte, man könne nicht zwei- 208 A 1. al ἐπιστῆμαι, nicht die
mal in die nämlichen Ströme hin- Wissenschaften als geschlossenes
einsteigen, daimmer anderes Wasser Ganze, auch nicht die Wissenschaft
zufliefse — war auch geneigt, dem κατ᾽ ἐξοχήν, das. absolute Wissen,
Menschen das εἶναι τὸν αὐτόν inner-- sondern die einzelnen Kenntnisse,
halb seiner Lebenszeit streitig zu das einzelne Wissen in dem Sinn
machen. ‘Wir sind und sind eben- wie Phädo 73 D: ἄλλη που ἔκι-
so nicht (εἰμέν τε καὶ οὐκ εἰμέν), στήμη ἀνθρώπου (vom Menschen)
denn es ist nicht möglich, Sterb- καὶ λύρας, Meno 86 A: ἀληϑεὶς
liches zweimal im gleichen Zustand δόξαι, αἱ ἐρωτήσει ἐπεγερϑεῖσαι
zu berühren, sondern rasch wech- ἐπιστῆμαι γίγνονται.
selnd verstreut es und sammelt es 4. ὡς ἐξιούσης ἐστὶ τῆς ἐπιστή-
wieder, kommt es und gebt es’. μῆς geschieht in der Voraussetzung,
fr. 48 Schuster. Überzeugung, dafs das Wissen
8. νέος ἀεὶ γιγνόμενος, τὰ δὲ verschwinde.
ZTYMIIOZION. 208.
151
σης ἐστὶ τῆς ἐπιστήμης λήϑη γὰρ ἐπιστήμης ἔξοδος, μελέτη 5
δὲ πάλιν καινὴν ἐμποιοῦσα ἀντὶ τῆς ἀπιούσης [μνήμην] σῴξει
τὴν ἐπιστήμην, ὥστε τὴν αὐτὴν δοκεῖν εἶναι. τούτῳ γὰρ
τῷ τρόπῳ πᾶν τὸ ϑνητὸν σῴξεται, οὐ τῷ παντά-
πασι ταὐτὸν ἀεὶ εἶναι ὥσπερ τὸ ϑεῖον, ἀλλὰ τῷ
τὸ ἀπιὸν καὶ παλαιούμενον ἕτερον νέον ἐγκαταλεί-
πεῖν οἷον αὐτὸ ἦν. ταύτῃ τῇ μηχανῇ, ὦ Σώκρατες, ἔφη,
5. λήϑη γὰρ ἐπιστήμης ἔξοδος, |
Phädo 75 E: οὐ τοῦτο λήϑην Adyo-
μεν, ἐπιστήμης ἀποβολήν; dem ent-
spricht die Definition der ἀνάμνη-
σις Leg. V 732 B als ἐπιρροὴ φρο-
moeng ἀπολειπούσης. Etwas an-
ders lautet die Definition der And
Phileb. 88 ΕἸ, wo sie als μνήμης
ἔξοδος oder ἀποβολή bezeichnet
wird. — μελέτη Übung, Studium,
Auswendiglernen; [Isokr.] I 18, ἃ
μὲν ἐπίστασαι, ταῦτα διαφύλαττε
ταῖς μελέταις, ἃ δὲ μὴ μεμάϑηκας,
προσλάμβανε ταῖς ἐπιστήμαις, diese
spielt hier ungefähr die Rolle des
μανϑάνειν Phädo 75 E ff., Meno
s0Df. Während es aber in jenen
Auseinandersetzungen darauf an-
kommt, die Identität des jetzigen
Wissens mit einem angenommenen
Wissen vor der Geburt (Präexistenz)
zu erweisen, so dals das μανϑάνειν
als blofses ἀναμιμνήσκεσθαι er-
scheint, soll hier umgekehrt die
Veränderlichkeit des Wissens her-
vorgehoben werden; Platon ver-
steigt sich hier sogar zu der Be-
hauptung, dafs das Lernen oder
die Übung ein neues Wissen an
die Stelle eines alten setze: καινὴν
806, ἐπιστήμην ἐμποιοῦσα ἀντὶ τῆς
ἀπιούσης. In diesem Zusammenhang
st der Begriff der μελέτη an die
Stelle desjenigen der μνήμη ge-
treten; dieser hat also neben jenem,
auch wenn man mit Sauppe statt
des corrupten Acc. den Dativ setzen
wollte, um so weniger Raum, als
durch ihn gerade die Identität des
Wissens hervorgehoben würde.
Eine solche giebt hier Platon nicht
zu, höchstens eine Ähnlichkeit des
neuen Wissens mit dem alten, ὥστε
τὴν αὐτὴν Öoneiv εἶναι und nach-
her 27800» νέον ἐγκαταλείπειν οἷον
9 %
αὐτὸ nv. Dieser Behauptung liegt
die richtige Beobachtung zu Grunde,
dals unser Wissen über einen Ge-
genstand durch μελέτη sich modi-
fizieren kann, was schlielslich auch
den Fortschritt unserer Erkennt-
nis bedingt, der nicht blols in Zu-
nahme neuen Stoffes, sondern auch
in der Vertiefung des alten Wissens
besteht.
7. τούτῳ γὰρ τῷ τρόπῳ πᾶν τὸ
ϑνητὸν σῴξεται u.8.w. Wolfmacht
hiezu die Bemerkung: ‘Diesen Ge-
danken, den man leicht auf die
Rechnung einer prophetischen Be-
geisterung der Diotima schreiben
Könnte, entlehnt selbst der kalte, .
regelmäfsige Aristoteles, doch ohne
den Urheber zu nennen, in De
anima II 4°. Die Stelle, die aller-
dings zum Teil auch im Ausdruck
an Platons Ausführungen erinnert,
lautet (415 a 26): φυσικώτατον γὰρ
τῶν ἔργων τοῖς ξῶσιν, ὅσα τέλεια
καὶ μὴ πηρώματα ἢ τὴν γένεσιν
αὐτομάτην ἔχει, τὸ ποιῆσαι ἕτερον
οἷον αὐτό, ξῷον μὲν ξῷον, φυτὸν δὲ
φυτόν, ἕνα τοῦ ἀεὶ καὶ τοῦ θείου
μετέχωσιν... ἐπεὶ οὐνκοινωνεῖν
ἀδυνατεῖ τοῦ ἀεὶ καὶ τοῦ ϑείου
τῇ συνεχείᾳ, διὰ τὸ μηδὲν ἐνδέχε-
σϑαι τῶν φϑαρτῶν ταὐτὸ καὶ ἕν
ἀριϑμῷ διαμένειν κοινωνεῖ ταύ-
τῇ, τὸ μὲν μᾶλλον τὸ δ᾽ ἧττον"
καὶ διαμένει οὐκ αὐτὸ ἀλλ᾽ οἷον
αὐτό, ἀριϑμῷ μὲν οὐχ ἕν, εἴδει δ᾽
ἔν; derselbe Pol. I 1252 a 26
φυσικὸν τὸ ἐφίεσθαι, οἷον αὐτό,
τοιοῦτον καταλιπεῖν ἕτερον.
Β 2. παλαιούμενον deutet darauf
hin, dafs das alte ϑνητόν (= ξῷον)
nicht immer unmittelbar mit dem
Eintritt des neuen verschwindet,
sondern als ein älter gewordenes
noch neben demselben eine Zeit
lang fortbestehen kann, obschon
sein Ersatz schon vorhanden ist.
152
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
4 ϑνητὸν ἀϑανασίας μετέχει, καὶ σῶμα καὶ τἄλλα πάντα᾽ ἀδύ-
νατον δὲ ἄλλῃ. μὴ οὖν ϑαύμαξε, εἰ τὸ αὑτοῦ ἀποβλάστημα
φύσει πᾶν τιμᾷ' ἀθανασίας γὰρ χάριν παντὶ αὕτη ἡ σπουδὴ
καὶ ὃ ἔρως ἕπεται.
XXVI. Καὶ ἐγὼ ἀκούσας τὸν λόγον ἐθαύμασα τε καὶ
εἶπον Εἶεν, ἦν δ᾽ ἐγώ, ὦ σοφωτάτη Διοτίμα, ταῦτα ὡς
Ο ἀληϑῶς οὕτως ἔχει; καὶ 7, ὥσπερ ol τέλεοι σοφισταί, Ev
8. Sokrates kann sich immer noch
nicht gewisser Zweifel erwehren,
obschon er keine Gegengründe auf-
zubringen weils. Jetzt endlich ist
Diotima genötigt, ihre Lehrerauto-
rität geltend zu machen.
C 1. ὥσπερ ol τέλεοι σοφισταί
‘wie ein vollkommen Gelehrter von
Fach’ (Lehre). Wir würden etwa
sagen: “im richtigen Professoren-
ton’. Man bezieht diesen Ausdruck
mit Recht zunächst auf den zuver-
sichtlichen dogmatischen Ton im
folgenden, wie er in Ο εὖ ἴσϑι, (cf.
Arist. Ran. 917: ἠλίθιος γὰρ Node |
σάφ᾽ ἴσϑι sagt Euripides zu Dio-
nysos, der eine etwas unbotmälsige
Bemerkung sich erlaubt hatte), ın
ἃ ἐγὼ εἴρηκα el μὴ ἐννοεῖς u. 8. w.
uns entgegentritt. Wolf fügt hin-
zu: “worauf diese Vergleichung
aber am meisten zu gehen scheint,
ist dies, dafs von nun an Diotima
allein, und ohne weiter eine Frage
an ihren Lehrjünger zu richten,
fortspricht. Das war eben die aus
den Dialogen so bekannte Manier
der Sophisten’. Ebenso Hommel
mit Berufung auf Protag. 328 E.
In der That geht nunmehr Diotima
(Sokrates) von der bisher innege-
haltenen dialektischen Verfahrungs-
weise in den zusammenhängenden
Vortrag, also die Lehrform der So-
phisten über. Der Unterschied be-
steht aber darin, dafs die Sophisten
dies von Anfang an thun, Sokrates
dagegen erst, nachdem durch Dia-
lektik der sichere Grund gelegt ist.
Es ist, als ob Platon sagen wollte:
wenn’s denn sein muls, und wo es
passend ist, wie für begeisterte
Ausführung durch die Beweisfüh-
zung schon gesicherter Sätze, da
weils auch ich die Waffen der
Rhetorik zu gebrauchen. Im fol-
genden nämlich finden wir noch
weitere Ähnlichkeiten mit den vor-
angegangenen sophistischen Reden
des Phädros, Pausanias, Agathon:
so das ἴσα λέγειν des Pausaniss
(zu 185 C) in der Anwendung der
figura etymologica 208 C sırdusons
κινδυνεύειν und πόνους πονεὶν, die
Paronomasie und Alliteration in
208 Ὁ: πάντες πάντα ποιοῦσιν:
Gegensätze 180 A in der Rede des
Phädros: ὑπεραποθανεῖν — ἐπα-
ποϑανεῖν werden hier 208 D durch
ὑπεραποθανεῖν, ἀποθανεῖν, ἐπαπο-
ϑανεῖν, προαποϑανεῖν noch über-
boten; gleich Agathon schmückt
Diotima ihre Rede durch Verse
und Halbverse, wie durch den von
Hommel bemerkten Hexameter
208 C: καὶ κλέος εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον
ἀϑάνατον καταϑ έσϑαι; aber auch
einen Pentameter müssen wir er-
kennen in 208 Εἰ εἰς τὸν ἔπειτα
χρόνον πᾶντα ποριζόμενοι: vgl. be-
sonders die auffallende Stellung von
πάντα, das zu 00v0» gehört; eben-
so scheint ein Stück eines Hex
meters vorzuliegen in 208 D: ἀϑά-
νατου μνήμην ἀρετῆς πέρι: dichte
risch klingt auch 208 D ἀρετῆς
ἀϑανάτου, was z. B. Soph. Philocte
1420 vorkommt: ὕσους πονήσας
διεξελθὼν πόνους | ἀϑάνατον ἀρε-
τὴν ἔσχον; ebenso δόξα εὐκλεής 208
D: εὐκλεής scheint bei Platon nar
noch im Menex. 247 Ὁ, d.h. in der
ebenfalls im Stil der τέλεοε σοφισταί
gehaltenen Leichenrede zu stehen;
ebenso rhetorisierend und 3
sierend die Zusammenstellung 208E
ἀθανασίαν καὶ μνήμην καὶ εὖδαι-
μονίαν, was 2. B. mit dem folgen-
den zusammen leicht auf ein Di-
stichon sich zurückführen läfst:
ZYMIIOZION. 208. 153
ἴἶἴσϑι, ἔφη, ὦ Σώκρατες. ἐπεὶ καὶ τῶν ἀνθρώπων εἶ 5
ἐθέλεις εἰς τὴν φιλοτιμίαν βλέψαι, ϑαυμάξοις ἂν τῆς
ἀλογίας, [περὶ] ἃ ἐγὼ εἴρηκα sl μὴ ἐννοεῖς, ἐνθυμηϑεὶς ὡς
δεινῶς διάκεινται ἔρωτι τοῦ ὀνομαστοὶ γενέσϑαι „au κλέος
ἐς τὸν ἀεὶ χρόνον ἀϑάνατον καταϑέσθαικ, καὶ ὑπὲρ τούτου
κινδύνους τὸ κινδυνεύειν ἑτοῖμοί εἰσι πάντας ἔτι μᾶλλον ἢ
ὑπὲρ τῶν παίδων, καὶ χρήματα ἀναλίσκειν καὶ πόνους πο- Ὁ
νεῖν οὐστινασοῦν καὶ ὑπεραποϑνήσκειν. ἐπεὶ οἴει σύ, ἔφη,
"᾿ἄλκηστιν ὑπὲρ ᾿ἀδμήτου ἀποθανεῖν ἄν, ἢ ᾿Αχιλλέα Πατρό-
χλῷ ἐπαποθανεῖν, ἢ προαποϑανεῖν τὸν ὑμέτερον Κόδρον
ὑχὲρ τῆς βασιλείας τῶν παίδων, μὴ οἰομένους ἀϑάνατον
μνήμην ἀρετῆς πέριξ’ ἑχυτῶν ἔσεσϑαι, ἣν νῦν ἡμεῖς ἔχομεν;
πολλοῦ γε δεῖ, ἔφη, ἀλλ᾽, οἶμαι, ὑπὲρ ,,(ἀρετῆς ἀϑανάτου“"
καὶ τοιαύτης δόξης εὐκλεοῦς“., πάντες πάντα ποιοῦσιν, ὅσῳ
ἂν ἀμείνους ὦσι, τοσούτῳ μᾶλλον᾽ τοῦ γὰρ ἀϑανάτου E
ἐρῶσιν. οἵ μὲν οὖν ἐγκύμονες, ἔφη, κατὰ τὰ σώματα
ὕντες πρὸς τὰς γυναῖκας μᾶλλον τρέπονται xal ταύτῃ ἐρω-
ἀϑάανατον μνήμην κεὐδαιμονίαν
σφίσιν αὐτοῖς | eig τὸν ἔπειτα γρό-
τον πάντα ποριζόμενοι.
D 8. Ἄλκηστιν, Alkestis und
Achilleus mit Beziehung auf die
Rede des Phädros: nicht die Liebe
allein, wie der letztere meinte, son-
dern auch die φιλοτιμία hat zu
diesen Aufopferungsthaten begei-
stert. Neu hinzugefügt wird bier
das Beispiel von Kodros.
5. ὑπὲρ τῆς βασιλείας τῶν παί-
δων. In den ältern Quellen werden
auch die Nachfolger des Kodros,
die gewöhnlich sogenannten lebens-
länglichen Archonten, Könige ge-
nannt. Lugebil, Jahrb. f. Philol.
Suppl. V p. 539—564, E. Curtius
über den Übergang des Königtums
in die Republik bei den Athenern
in den Monatsberichten der Κ.
Akademie der Wissenschaften zu
Berlin 1873 p. 284—293. — ἀϑά-
varov μνήμην Simonid. fr. 123 B:
μνῆμα δ᾽ ἀποφϑιμένοισι πατὴρ
Μεγάριστος ἔϑηκεν | ἀϑάνατον
ϑνητοῖς παισὶ χαριξόμενος. Zum
Gedanken Simonides fr. 96 B: οὐδὲ
τεθνᾶσι θανόντες, ἐπεί op’ ἀρετῇ,
χαϑύπερϑεν | κυδαίνουσ᾽ ἀνάγει
δώματος ἐξ ᾿Δέδεω.
7. ὑπὲρ ἀρετῆς ἀθανάτου, ἀρετή
im Sinn von Thatenruhm vgl. die
oben zu C 1 angeführte Stelle aus
Soph. Philoct. 1420, Grabschrift
der bei Potidäa gefallenen Athener
CIAI442 ψυχὰς δ᾽ ἀντέρροπα ϑέν--
τες | ἠλλαξαντ΄ ἀρετὴν καὶ πατρίδ᾽
εὐκλέισαν, Anth. Pal. VIl 252: ἀρε-
τὰν ἀντ᾽ ἀρετᾶς ἔλαχον, aber auch
Xen. Cyrop. VIII 1, 29 τῶν τὰς
μεγίστας καὶ ἐπιπονωτέρας δοκούν-
τῶν παρέχεσθαι ἀρετάς.
8. δόξης εὐκλεοῦς Simonides
fr. 97 Β: Ηὐκλέας αἷα κέκευϑε,
Λεωνίδα, οὐ μετὰ σεῖο | τῇδ᾽
ἔϑανον. ᾿
E 2. οὗ μὲν οὖν ἐγκύμονες κατὰ
τὰ σώματα ὄντες; die ἐγκύμονες
κατὰ τὰ σώματα und κατὰ τὴν
φυχήν͵ welche von 206 B an in
ihren gemeinsamen Eigenschaften
beschrieben waren, werden hier ge-
trennt aufgeführt. Den erstern wird
die Ehe und die Erzeugung leib-
licher Kinder zugewiesen.
8. πρὸς τὰς γυναῖκας μᾶλλον
τρέπονται vgl. 191 E: ἀλλὰ μᾶλλον
πρὸς τὰς γυναῖκας τετραμμέναι
εἰσέν.
209 χάντα ποριζόμενοι"
154
4 τικοί εἰσι, διὰ παιδογονίας „adavasiav καὶ μνήμην καὶ
εὐδαιμονέαν“, ὡς οἴονται, αὑτοῖς „eis τὸν ἔπειτα χρόνον
ol δὲ κατὰ τὴν ψυχήν --- ἶ εἰσὶ γὰρ οὖν,
ἔφη, οἵ ἐν ταῖς ψυχαῖς κυοῦσιν ἔτι μᾶλλον ἢ ἐν τοῖς σώμα-
& ψυχῇ προσήκει καὶ κυῆσαι al τεκεῖν"
φρόνησίν τε κχαὶ τὴν ἄλλην ἀρετήν. ὧν δή
εἰσι καὶ ol ποιηταὶ πάντες γεννήτορες καὶ τῶν δημιουργῶν
ὅσοι λέγονται εὑρετικοὶ εἶναι"
καλλίστη τῆς φρονήσεως ἡ περὶ τὰς τῶν πόλεών τε καὶ οἰκή-
σιν,
προσήκει;
4. ἀϑανασίαν καὶ μνήμην zu
diesen und den folgenden Worten
vgl. zu 208 C: ὥσπερ οἷ τέλεοι 00-
φισταί.
5. Das etwas ironisch klingende
ὡς οἴονται deutet darauf hin, dafs
Diotima den Standpunkt der ἐγκύ-
μονὲες κατὰ τὸ σῶμα Als einen
ziemlich niedrigen ansieht, nämlich
insofern ihre Zeugungslust auf die-
ses Gebiet sich beschränkt. Die-
jenigen aber, bei denen geistige
Zeugungslust die sinnliche übe
werden zu den ἐγκύμονες κατὰ τὴν
ψυχήν gerechnet 209 A: οἷ ἐν ψυ-
χαῖς κυοῦσιν ἔτι μᾶλλον ἢ ἐν τοὶς
σώμασιν.
209 A 8: καὶ κυῆσαι καὶ τεκεῖν
(letzteres statt handschr. κυεῖν:
krit. Anh.); τεκεῖν = γεννῆσαι zu
206 B 6. Dafs der Begriff der
Zeugung, wenn von der Neigung
der Seele die Rede ist, kaum fehlen
kann, zeigt sich aus der ganzen
bisherigen Ausführung. Vorausge-
setzt ist er auch in dem folgenden
γεννήτορες.
4. Als das Feld der Wirksamkeit
für die ἐγκύμονες κατὰ τὴν ψυχήν
wird gesetzt die Verbreitung von
φρόνησις καὶ ἡ ἄλλη ἀρετή; vgl.
dio Bemerkung zu 184 Ὁ 6: κατὰ
σοφέαν u. 8. ὦ. Ganz derselbe Aus-
druck ist auch 184 D gebraucht.
5. καὶ ol ποιηταὶ πάντες. Das
klassische Altertum kennt. die
Theorie von der Tendenzlosigkeit
der Poesie nicht. Der wahre Wert
des Dichters besteht in der Förde-
rung der Einsicht und Tugend
unter den Mitbürgern. In diesem
Punkte stimmen selbst die beiden
HAAT2NOZ
τ
τί 0w
πολὶ δὲ μεγίστη, ἔφη, καὶ
Antipoden Äschylos und Euripides
überein Aristoph. Ran. 1008. AIZ
ἀπόκριναί μοι, τένος εἵνεκα τοὴ
ϑαυμάζξειν ἄνδρα ποιητήν; ΕΤΡ.
δεξιότητος καὶ νουϑεσέας, ὅτι
βελτίους TE ποιο ὕμεν ] τοὺς
ἀ νϑρώπους ἐν ταῖς πόλε σιν.
— καὶ τῶν δημιουργῶν ὅσοι 18
γονται εὑρετικοὶ εἶναε sind die auch
von Agathon als Erfinder von
Künsten bezeichneten δημιουργοί:
197 A: ἀλλὰ τὴν τῶν τεχνῶν δη-
μιουργέαν — τοξικήν γὲ μὴν καὶ
ἰατρικὴν καὶ μαντικὴν ᾿Απόλλων
ἀνεῦρεν u. 8. w.; sie stehen im Ge
gensatz zu denjenigen δημιουργοί,
die blofs handwerksmälsig ausfüh-
ren, was andere erfanden; diese
letztern können nicht als ἐγκύ-
μονες κατὰ τὴν ψυχήν bezeichnet
werden.
6. μεγίστη — καὶ καλλέστη τῆς
φρονήσεως. Das Nomen im Gene-
tiv ist collectiv zu verstehen; 68
steht also statt des Plurals, ist aber
zum Adjectiv im partiellen Sinne
zu ergänzen (Classen zu Thuk. 12:
τῆς γῆς ἡ ἀρίστη ἀεὶ τὰς μετα
τῶν οἰκητόρων εἶχεν). Stall
vergleicht aus Platon: Bep. II
416 B: τὴν μεγέστην τῆς εὐλαβείας
παρεσκευασμένοι. Sieheferner huk.
VIl26: χαλεπωτάτη δ᾽ ἦν τῆς σταν-
ρώσεως ἡ κρύφιος. Am häufigsten
erscheint diese Verschmelzung der
Constructionen bei ἥμισυς, πολύς,
πλεῖστος Isokr. IX 41: τὸν πλεῖστον
τοῦ χρόνου.
7.n περὶ τὰς τῶν πόλεών τε καὶ
οἰκήσεων διακοσμήσεις, 7 δὴ ὄνομά
στι σωφροσύνη τε καὶ δικαιοσύνη.
„Wenn in unserm Weltweisen von
ZTMIIOEION. 209. 155
σεῶν διακοσμήσεις, 7 δὴ ὄνομά ἐστι σωφροσύνη τὸ καὶ δι- 8
καιοσύνη" τούτων αὖ ὅταν τις ἐκ νέου ἐγκύμων ἢ τὴν ψυχὴν Β
ϑεῖος ὧν καὶ ἡκούσης τῆς ἡλικίας τίκτειν τὸ καὶ γεννᾶν
ἤδη ἐπιϑυμῖ,,» ξητεῖ δή, οἶμαι, καὶ οὗτος περεων τὸ καλὸν
ἐν ᾧ ἂν γεννήσειεν᾽ ἐν τῷ γὰρ αἰσχρῷ οὐδέποτε γεννήσει.
τά TE οὖν σώματα τὰ καλὰ μᾶλλον ἢ τὰ αἰσχρὰ ἀσπάξεται
ἅτε κυῶν, καὶ ἂν ἐντύχῃ ψυχῇ καλῇ καὶ γενναίᾳ καὶ εὐφυεῖ,
πάνυ δὴ ἀσπάξεται- τὸ ξυναμφότερον, καὶ πρὸς τοῦτον τὸν
ἄνϑρωπον εὐϑὺς εὐπορεῖ λόγων περὶ ἀρετῆς καὶ [περὶ] οἷον
χρὴ εἶναι τὸν ἄνδρα τὸν ἀγαϑὸν καὶ ἃ ἐπιτηδεύειν, καὶ C
ἐπιχειρεῖ παιδεύειν. ἁπτόμενος γάρ, οἶμαι, τοῦ καλοῦ καὶ
ὁμιλῶν αὐτῷ, ἃ πάλαι ἐκύει, τίκτει καὶ γεννᾷ, καὶ παρὼν
καὶ ἀπὼν μεμνημένος, καὶ τὸ γεννηϑὲν συνεχτρέφει κοινῇ
der Kunst zu regieren, die nach
ihm der Gipfel der Philosophie ist,
die Rede ist, wird immer σωφρο-
σύνῃ ἃ. δικαιοσύνη beisammen ge-
funden“‘ (Wolf). Meno 73 A "%4p’
οὖν οἷόν τε εὖ διοικεῖν ἢ πόλιν ἢ
ἄλλο ὁτιοῦν, μὴ σωφρόνως καὶ
δικαίως διοικοῦντα; Diese bei-
den Tugenden sind die blols bürger-
lichen, die auch ohne Philosophie
erlangt werden können; erst mit
210 A geht Diotima auf den Stand-
punkt des Philosophen über. Phädo
82 A: Οὐκοῦν εὐδαιμονέστατοι καὶ
τούτων εἰσὶ καὶ εἰς βέλτιστον τόπον
ἰόντες οἵ τὴν δημοτικὴν καὶ
πολιτικὴν ἀρετὴν ἐπιτετη-
δευκότες, ἣν δὴ καλοῦσι σω-
φροσύνην rs καὶ δικαιοσύνην
ἐξ ἔϑους τε καὶ μελέτης γεγονυῖαν
ἄνευ φιλοσοφίας τε καὶ νοῦ;
209 Β1. αὖὐ᾽ und nachher καὶ
οὗτος weist auf den früher beschrie-
benen Zustand der ἐγκύμονες κατὰ
τὸ σῶμα (206 C ff.) zurück.
2. ϑεῖος ὦν vgl. 190 B: ϑειότε-
009 γὰρ ἐραστὴς παιδικῶν" ἔνϑεος
γάρ ἐστι͵ 197 A: οὗ μὲν ἂν ὁ ϑεὸς
οὗτος διδάσκαλος γένηται. --- τίκ-
τειν τε καὶ γεννᾶν Synonym; zu
206 Β 6.
3. ξητεῖ καὶ οὗτος περιιὼν τὸ
καλόν vgl. Prot. 848 Ὁ: αὐτίκα
᾿περιιὼν ξητεῖ ὅτῳ ἐπιδείξηται.
4, ἐν τῷ γὰρ αἰσχρῷ u. 8. w. vgl.
Φ060: τέκτειν δὲ ἐν μὲν τῷ αἰσχρῷ
οὐ δύναται, ἐν δὲ τῷ καλῷ.
6. ἅτε κυῶν der Beweis hiefür
war 206 C, D geleistet worden.
7. πάνυ δὴ ἀσπάζεται die Ver-
einigung der Körperschönheit mit
der Schönheit der Seele ist dem
echten Hellenen Ideal. Erst der
Philosoph wird sich allmählich dazu
emporarbeiten, dafs er die Seelen-
schönheit für wertvoller erachtet
als die körperliche 210 B, C. Die
ganze Ausführung von den Worten
an: καὶ ἂν ἐντύχῃ ψυχῇ καλῇ καὶ
γενναίᾳ καὶ εὐφυεῖ ist poetisch
gehalten,
C 2. τοῦ καλοῦ masc., sich be-
ziehend auf denjenigen, der Körper-
schönheit und Seelenschönheit ver-
einigt.
3. καὶ παρὼν καὶ ἀπὼν μεμνη-
μένος: Auch wenn er von dem
Freunde getrennt ist, sinnt er auf
passende Stoffe zu geistiger Ein-
wirkung auf denselben. Vgl. nach-
her 210 C: ξητεῖν (λόγους τοιούτους)
οἴτινες ποιήσουσι βελτέους τοὺς
νέους. παρὼν καὶ ἀπών häufiger
Gegensatz, der schliefslich zur blols
rbetorischen Formel herabsinken
kann wie Soph. Antig. 1109, El.
305; Lobeck zu Phrynichos p. 754.
4. τὸ γεννηϑὲν συνεκτρέφει mit
derselben Zärtlichkeit wie Eltern
für ihre leiblichen Kinder bedacht
sind 207 B: ἐρωτικῶς διατυϑέμενα
156 THIAAT2NOZ
5 μετ᾽ ἐκείνου, ὥστε πολὺ μείξω κοινωνίαν τῆς τῶν Ἐ παίδων
πρὸς ἀλλήλους οἷ τοιοῦτοι ἴσχουσι καὶ φιλίαν βεβαιοτέραν, ἅτε
καλλιόνων καὶ ἀθανατωτέρων παίδων κεκοινωνηκότες᾽ καὶ
πᾶς ἂν δέξαιτο ἑαυτῷ τοιούτους παῖδας μᾶλλον γεγονέναι ἡ
Ὁ τοὺς ἀνθρωπίνους, καὶ εἰς Ὅμηρον ἀποβλέψας καὶ Ἡσίοδον
καὶ τοὺς ἄλλους ποιητὰς τοὺς ἀγαθοὺς ζηλῶν, οἷα ἔχγονάᾷ
ἑαυτῶν καταλείπουσιν, ἃ ἐκείνοις ἀθάνατον κλέος καὶ μνή
παρέχεται αὐτὰ τοιαῦτα ὄντα"
Avxovoyos παῖδας κατελίπετο ἐν “ακδδαίμονι σωτῆρας τῇ
“ακεδαίμονος καὶ ὡς ἔπος εἰπεῖν τῆς Ἑλλάδος. |
παρ᾽ ὑμῖν καὶ Σόλων διὰ τὴν τῶν νόμων γέννησιν,
ἄλλοε ἄλλοϑι πολλαχοῦ ἄνδρες, καὶ ἐν Ἕλλησι καὶ ἐν βαρι
βάροις, πολλὰ καὶ καλὰ ἀποφηνάμενοι ἔργα, γεννήσαντε
— περὶ τὴν τροφὴν τοῦ γενομένου.
Zu der ganzen Darstellung vgl.
Phädr. 276 Εἰ: πολὺ δ᾽, οἶμαι, καλ-
λίων σπουδὴ περὶ αὐτὰ γίγνεται,
ὅταν τις τῇ διαλεκτικῇ τέχνῃ χρώ-
μενος λαβὼν ψυχὴν προσήκουσαν,
φυτεύῃ τε καὶ σπείρῃ μετ᾽ ἐπιστήμης
λόγους, οὗ ἑαυτοῖς τῷ τε φυτεύ-
σαντι βοηϑεῖν ἱκανοὶ (wie leibliche
Kinder) καὶ οὐχὶ ἄκαρτοι ἀλλὰ
ἔχοντες σπέρμα, ὅϑεν ἄλλοι ἐν
ἄλλοις ἤϑεσι φυόμενοι τοῦτ᾽ ἀεὶ
ἀθάνατον παρέχειν ἱκανοί, καὶ
τὸν ἔχοντα εὐδαιμονεῖν ποιοῦντες
εἰς ὅσον ἀνθρώπῳ δυνατὸν μά-
λιστα.
δ. τῶν ὃΞ παίδων; es scheint ein
Epitheton wie φύσει ο. ähnl. ausge-
len zu sein, welches den Gegen-
satz zu den geistigen Kindern aus-
drückt. Krit. Anhang. Nachher wer-
den τοιοῦτοι παῖδες von den ἀν-
ϑρώπινοι παῖδες in gleichem Sinne .
unterschieden. Offenbare Nachah-
mung bei dem Neuplatoniker Sy-
nesios Ep. 1. παῖδας ἐγὼ λόγους
ἐγεννησάμην τοὺς μὲν ἀπὸ τῆς
σεμνοτάτης φιλοσοφέας καὶ τῆς
συννάου ταύτῃ ποιητικῆς, τοὺς δὲ
᾿ἀπὸ τῆς πανδήμου ῥητορικῆς᾽ —
6. ἅτε καλλιόνων καὶ ἀϑανατω-
τέρων παίδων κεκοινωνηκότες. Ein
ähnlicher Gedanke wird von der
heroischen Iphigeneia ausgespro-
chen Eur. Iphig. Aul. 1897: δίδωμι
σῶμα τοὐμὸν ᾿Ἑλλάδι. | ϑύετ᾽ ἐκ-
εἰ ὃδ βούλει, ἔφη, οἵου
τίμιος ὃ
πορϑεῖτε Τροίαν. ταῦτα γὰρ um
μεῖά μου | διὰ μακροῦ, καὶ παϊὃ
οὗτοι καὶ γάμοι καὶ δόξ᾽ im
D 2. ξηλῶν, οἷα ἔχγονα ἕαντει
καταλείπουσιν zu 204 Β: ὃν δὲ e
φήϑης u. 8. f. — ἔκγονα sagt auc
ynesios von seinen geistigen Kir
dern Ep. 1: ἑτέροις οὖν ἐπιτρεπτές
ἐξετάξειν τὰ ἔκγονα" ai γὰρ εὔνοι
δειναὶ δεκάσαι τὰς κρίσεις.
8. ἀϑάνατον κλέος καὶ μνήμ
das Adjectiv gehört auch zum zwei
ten Substantiv, 208 D: ἀϑάνατι
μνήμην. — παρέχεται; zu 193 |
179 B.
4. ei δὲ βούλει 177 B 2.
b. κατελίπετο Med. wie Leg.
121 C: παῖδας παέδων καταλεικᾶ
μενον --- τῆς ἀϑανασέας wer
ληφέναι, Rep. Χ 599 Ο: τένας nel
τὰς ἰατρικῆς κατελέίπετο em
ἐκεῖνος τοὺς ἐκγόνους; — σωτῆς
τῆς “ακεδαίμονος καὶ ὡς ἔπος εἶκε
τῆς Ελλάδος. Gegenüber diesem ἴα
der Lykurgischen Gesetzgebung ur
ihres segensreichen Einflusses at
Hellas überhaupt klingt das daraz
folgende Lob des Solon und sein
Gesetze auffallend schwach. Aue
hierin spiegelt sich die Vorliet
Platons für die Einrichtungs
Spartas ab. Vgl. C. F. Hermani
Gesch. u. System der Plat. Philog
I 541, Zeller Gesch. d. Philos. ἃ
Gr. 1181 p. 77%.
ZTMIIOZION. 210.
157
παντοίαν apernv' ὧν καὶ ἱερὰ πολλὰ ἤδη γέγονε διὰ τοὺς 3
τοιούτους παῖδας, διὰ δὲ τοὺς ἀνθρωπίνους οὐδενός πω.
ΧΧΎΠΙ. Ταῦτα μὲν οὖν τὰ ἐρωτικὰ ἴσως, ὦ Σώκρα-
tg, κἂν σὺ μυηϑείης᾽ τὰ δὲ τέλεα καὶ ἐποπτικά, ὧν 210
E 8. ὧν καὶ ἱερὰ πολλὰ ἤδη
γέγονδ ἃ. B. dem Lykurg nach
Herod. I 66: τῷ δὲ Avxoveya τε-
λευτήσαντι ἱρὸν εἰσάμενοι σέβονται
μεγάλως, Plut. Lyc. 81, Paus. III
16, 5. Göttliche Verehrung oder
wenigstens Heroencultus erwiesen
die Alten in der That vielen Män-
nern, die sich um das Vaterland
verdient gemacht hatten, so die
Athener dem Kodros Polyaen 1, 18;
in historischer Zeit die Bewohner
der Chersonesos dem Miltiades Her.
VI 38, die Bewohner von Marathon
den in der Schlacht daselbst Ge-
fallenen Paus. I 32, 4; ebenso den
bei Plataeae Gefallenen u. 8. w.
Vgl C. Keil Analecta epigraph. et
onomat. p. 39 fi. — Die ganze
Stelle hier ist nachgeahmt von Me-
thodius in seinem Symposion der
Jungfrauen p. 159 ed. Allat. p. 82
ed. Jahn: τοιαῦτα γὰρ ἀποβλαστή-
ματα φύουσιν αἴ ψυχαί, ἀείμνηστον
φέροντα κλέος, ὁπόσαις ἂν ὃ Χρι-
στὸς συνανακραθῇ. εἰ γὰρ βούλεσϑε
εἰς Μωυσέως ἀποβλέψαι τὰς βίβλους
ἢ Δαβίδ ἢ Σολομῶνος ἢ Ἡσαΐου
ἢ τῶν καϑεξῆς προφητῶν, ὦ παρ-
ϑένοι, εἴσεσθε οἷα καταλελοίπασιν
ἑαυτῶν ἔκγονα τῷ βίῳ σωτήρια.
ὅ. ταῦτα μὲν’ οὖν τὰ ἐρωτικὰ —
κἂν σὺ μυηϑείης. Übergang zu
dem letzten Abschnitt der Rede des
Sokrates (II 3 siehe die Disposition
Seite 122), der Schilderung der
höchsten und letzten Stufe des Eros,
die allein auch eine richtige Über-
sicht über die frühern gewährt.
Wenn Diotima hier bemerkt, dals
Sokrates vielleicht nicht im Stande
sein werde ihr auf diese höchste
Stufe zu folgen, so ist dies eine
Andeutung Platons, dafs der histo-
rische Sokrates wohl zu einer so
geistigen Auffassung des Eros, näm-
lich als Streben nach Ruhm und un-
sterblichen Verdiensten od. wenig-
stens als kräftiger Beihülfe zu einer
edlen φιλοτιμία (Xen. Symp. VIU
37, 41), wie sie im vorhergehenden
dargestellt war, vorgedrungen sei,
dagegen die Erhebung des Begriffes
des Eros zum Schauen der ewigen
Idee nicht mehr selbst vollzogen
habe; diese Auffassung nämlich ist
nur möglich auf Grund der Plato-
nischen Ideenlehre. So schon Ὁ. F.
Herm. Geschighte u. SystemIp. 523.
Die Auffassung bestätigt sich
nun auf überraschende Weise durch
einen Blick auf den Schlufs der
Rede des Sokrates im Xenophonti-
schen Symposion. Er fordert VIII,
27—41 den Kallias auf, gerade um
seiner Liebe zu dem nach hohen
Zielen strebenden Autolykos willen
selbst sich Verdienste um das Ge-
meinwesen zu erwerben, und diese
Aufforderung schliefst mit der Hin-
weisung auf berühmte Vorbilder, an
die die unmittelbar vorhergehende
Stelle im Platon anklingt, $ 38:
καὶ διὰ ταῦτα περίβλεπτός τε καὶ
ὀνομαστὸς ἔσεσϑαι καὶ ἐν Ἕλλησι
καὶ ἐν βαρβάροις. 89. σκεπτέον
μέν σοι, ποῖα ἐπιστάμενος Θεμι-
στοκλῆς ἱκανὸς ἐγένετο τὴν Ελλάδα
ἐλευϑεροῦν, σκεπτέον δὲ ποῖά ποτε
εἰδὼς Περικλῆς κράτιστος ἐδόκει
τῇ πατρέδι σύμβουλος εἶναι, ἀϑρη-
τέον δὲ καί, πῶς ποτε Σόλων φι-
λοσοφήσας νόμους κρατίστους τῇ
πόλει κατέϑηκεν, ἐρευνητέον δέ σοι,
ποῖα Λακεδαιμόνιοι ἀσκοῦντες κρά-
τιστοι δοκοῦσιν ἡγεμόνες εἶναι.
Vgl. m. Abh. Philol. VII p. 688 ἢ.
210 A 1: μυηϑείης — τέλεα καὶ
&montind; τέλεος vgl. Phädr. 249
Ο: τελέους del τελετὰς τελούμενος,
ἐποπτικά die höchste Stufe der
Weihen, vgl. ἐπόπτης, ἐποπτεία,
ἐποπτεύω. Phädr. 250 Ο: ὁλόκληρα
δὲ καὶ ἁπλᾶ καὶ ἀτρεμῆ καὶ εὐδαί-
μονα φάσματα μυούμενοί τε καὶ
ἐποπτεύοντες ἐν αὐγῇ καθαρᾷ;
Plut. Demetr. 26: ozı βούλεται
παραγενόμενος εὐϑὺς μυηϑῆναι
καὶ τὴν τελετὴν ἅπασαν ἀπὸ τῶν
μικρῶν ἄχρι τῶν ἐποπτικῶν παρα-
158
IIAAT2NOZ
2 ἕνεκα καὶ ταῦτα ἔστιν, ἐάν τις ὀρθῶς μετέῃ, οὐκ old εἰ
οἷός T’ ἂν εἴης.
ἐρῶ μὲν οὖν, ἔφη, ἐγὼ καὶ προϑυμίας
οὐδὲν ἀπολείψω᾽ πειρῶ δὲ ἔπεσϑαι, ἂν οἷός τὸ ἧς. δεῖ γάρ,
ἔφη, τὸν ὀρθῶς ἰόντα ἐπὶ τοῦτο τὸ πρᾶγμα ἄρχεσϑαι μὲν
νέον ὄντα ἱέναι ἐπὶ τὰ καλὰ σώματα, καὶ πρῶτον μέν, ἐὰν
ὀρθῶς ἡγῆται ὁ ἡγούμενος, ἑνὸς αὐτῶν [σώματος] ἐρᾶν καὶ
ἐνταῦϑα γεννᾶν λόγους καλούς, ἔπειτα ὃὲ αὐτὸν κατανοῆ-
Β σαι, ὅτι τὸ κάλλος τὸ ἐπὶ ὁτῳοῦν σώματι τῷ ἐπὶ ἑτέρῳ σώ-
ματι ἀδελφόν ἐστι, καὶ εἰ δεῖ διώκειν τὸ ἐπ᾽ εἴδει καλόν,
πολλὴ ἄνοια μὴ οὐχ ἕν τὸ καὶ ταὐτὸν ἡγεῖσθαι τὸ ἐπὶ πᾶσι
τοῖς σώμασι κάλλος" τοῦτο δ᾽ ἐννοήσαντα καταστῆναι πᾶν-
λαβεῖν. -- ὧν ἕνεκα καὶ ταῦτα
ἔστιν den niedrigen Stufen des Eros
liegt unbewulst das nämliche zu
Grunde, was den höchsten eigen ist
(das Streben nach dem Ewigen).
Diese Stufen sind nach der folgen-
den Ausführung: 1. Liebe zu der
leiblichen Schönheit, a) an Einem
schönen Körper, b) an allen; 2. zu
der sittlichen Schönheit, a) zu Einer
schönen Seele (oder sittlichen Be-
strebung), b) zu allen; 3. zu den
Wissenschaften; 4. (Vollendung):
zu der Idee des Schönen. Vgl. die
Recapitulation 211 C.
2. ὀρϑῶς μετιέναι vgl. Phädr.
270 Εἰ: τόν γε τέχνῃ μετιόντα
ὁτιοῦν.
4. Mit δεῖ γάρ beginnt ein fast
endloser Satz, der bis zu 210 E:
n ἐστι καλοῦ τοῦδε reicht: δεῖ —
ἑέναι — καὶ πρῶτον μὲν ἐρᾶν —
ἔπειτα κατανοῆσαι (ὅτι --- ἐστὶ καί,
εἰ δεῖ —, ἄνοια --- μὴ ἡγεῖσθαὺ,
τοῦτο δ᾽ ἐννοήσαντα --- καταστῆναι
ἑνὸς δὲ -- χαλάσαι, μετὰ δὲ
ταῦτα --- ἡγήσασϑαι (ὥστε ἐξαρκεῖν
— ἵνα ἀναγκασϑῇ --- ϑεάσασϑαὴ ---,
μετὰ δὲ --- ἀγαγεῖν (ἵνα ἴδῃ — καὶ
— μηκέτι --- 7, ἀλλὰ — τύιτῃ, :Eog
ἂν κατίδῃ, N ἐστι). „Es soll der
Leser in dem ununterbrochenen
Gang des Aufsteigens, in dem ἐφεξῆς
- (E) erhalten bleiben“ (Vögelin).
— τὸν ὀρθῶς ἰόντα u. 8. w. vgl. 205
D: of δὲ κατὰ ἕν τι εἶδος ἰόντες
τε καὶ ἐσπουδακότες.
7. ὁ ἡγούμενος es wird gleich-
sam ein uvorayoyoc, als welcher
Diotima hier auftritt, dem ἐρῶν auf
seinem Wege beigesellt, vgl. ἀγα-
yeiv 210 C, παιδαγωγηθϑῇ 210
ἐέναι ἢ ὑπ᾽ ἄλλου ἄγεσθαι 311
8. ἔπειτα δὲ αὐτὸν κατανοῆεαι
Philosophie und Leben sind be
Platon in innigster Verbindung; mik
der klaren Auffassung des Begrif-
fes der Schönheit, welche sich wie
bei jedem Begriffe durch Aufsteigen
vom Besondern zum Allgemeinen
gestaltet, verändert sich auch das
praktische Verhalten im Eros. —
ἔπειτα selten mit δὲ verbunden;
wie hier Phädrus 270 Ὁ: zu 180 ἢ 3.
Β 1. τῷ ἐπὶ ἑτέρω σώματι adıl-
φόν vgl. C: ὅτε πᾶν αὐτὸ αὐτῷ
ξυγγενὲς ἐστιν.
2. τὸ ἐπ᾽ εἴδει καλόν heilst hier
nicht: „das der Idee, der Gattung
nach, Schöne“ oder „das Schöne
an sich“, sondern ist mit Rückert,
Vermehren zu erklären: „das Sin»
lichschöne“, im Gegensatz zu dem
nachherigen τὸ ἐν ταῖς ψυχαῖς zal-
λος.
διώκειν ist angedeutet, dafs es einen
Standpunkt giebt, bei welchem an-
gelangt man jenes enge Ziel
geben und ein höheres anstreben
wird. Vermehren vergleicht für den
Gebrauch von εἶδος Rep. III 402 D:
ὅτου ἂν ξυμπίπτῃ ἔν τε τῇ ψυχῇ
καλὰ ἤϑη ἐνόντα καὶ ἐν τῷ εἴδει
ὁμολογοῦντα ἐκείνοις; vgl. ferner
Sympos. 189 E: ὅλον nv ἕκάστον
τοῦ ἀνθρώπου τὸ εἶδος στρογγύλον,
215 B. Phädr. 249 Β: ἀξίως οὗ
ἀνθρώπου εἴδει ἐβίωσαν βίου.
Mit dem conditionalen εἰ δεῖ,
ZTMIIOZION. 210.
159
τῶν τῶν καλῶν σωμάτων ἐραστήν, ἑνὸς δὲ τὸ σφόδρα τοῦτο b
χαλάσαι καταφρονήσαντα καὶ σμικρὸν ἡγησάμενον᾽ μετὰ δὲ
ταῦτα τὸ ἐν ταῖς ψυχαῖς κάλλος τιμιώτερον ἡγήσασϑαι τοῦ
ἐν τῷ σώματι, ὥστε καὶ ἐὰν ἐπιεικὴς ὧν τὴν ψυχήν τις
χαὶ [ἐὰν] σμικρὸν ἄνϑος ἔχῃ, ἐξαρκεῖν αὐτῷ καὶ ἐρᾶν καὶ Ο
κήδεσϑαι καὶ τίκτειν λόγους τοιούτους καὶ ξητεῖν, οἵτινες
ποιήσουσι βελτίους τοὺς νέους, ἵνα ἀναγκασθῇ αὖ ϑεά-
σασϑαι τὸ ἐν τοῖς ἐπιτηδεύμασι καὶ τοῖς νόμοις καλὸν καὶ
ἰδεῖν ὅτι
-οὈ 3
LOVT
- 4.3 Ν e - s a
πᾶν αὐτὸ αὐτῷ ξυγγενές ἐστιν [ΐἵνα
τὸ περὶ τὸ σῶμα καλὸν σμικρόν τι ἡγήσηται εἶναι] μετὰ
δὲ za ἐπιτηδεύματα ἐπὶ τὰς ἐπιστήμας ἀγαγεῖν, ἵνα ἴδῃ αὖ
ἐπιστημῶν κάλλος, καὶ βλέπων πρὸς πολὺ ἤδη τὸ κα-
ὅ. ἕνὸς δὲ τὸ σφόδρα τοῦτο Sc.
ἰρᾶν == τοῦτον δὲ τὸν ἑνὸς σφο-
Ἰρὸν ἔρωτα.
6. Mit μετὰ δὲ ταῦτα beginnt
lie zweite Hauptstufe des Eros,
welche die Schönheit der Seele, der
üittlichen Handlungen ünd Bestre-
jungen über die sinnliche Schönheit
setzt. Vgl. Xen. Oecon. VI, 14: πρῶ-
Ὃν μὲν ὅτι προσέκειτο τὸ καλὸς
5 ἀγαθῴώ.,, ὄντινα ἴδοιμι καλόν,
οὕτῳ προσήειν καὶ ἐπειρώμην
ιἀαταμανϑάνειν εἴ που ἴδοιμι προσ-
Ἰρτημένον τῷ καλῴ τὸ ἀγαϑόν'
AL οὐκ ἂν εἶχεν οὕτως, ἀλλ᾽ ἐνίους
'δόκουν καταμανϑάνειν τῶν καλῶν
'ἂὰς μορφὰς πάνυ μοχϑηροὺς ὄντας
ἃς ψυχάς. ἔδοξεν οὖν μοι ἀφέμε-
Ὸν τῆς καλῆς ὄψεως ἐπ᾽ αὐτῶν
wa ἐλθεῖν τῶν καλῶν τε κἀγαϑῶν.
Ο 2. τώιτειν λόγους τοιούτους
gl. oben 210 A: γεννᾶν λόγους
ιαλούς. Das folgende καὶ ζητεῖν
st in ähnlicher Weise an τέίχτειν
rgänzend hinzugefügt, wie κή-
ἰεσϑαε vorher an ἐρᾶν; während
‚ämlich ἐρᾶν und τέκτειν ganz der
rotischen Ausdrucksweise angehö-
‘en, sind κήδεσθαι und £nreiv die-
er Bildersprache entrückt. Isokr.
ıntıdos. 82 bedeutet ξήτησις das
A\usstudieren, Ausfindigmachen von
3eweismitteln. Auf dieses uner-
nüdliche Nachsinnen auf würdige
regenstände der Unterhaltung deu-
et auch schon καὶ παρὼν καὶ
ἱπὼν μεμνημένος 209 0, vgl. Xen.
;ymp. 8, 25 πάντοϑεν γοῦν φέρων
6, τι ἂν δύνηται πλείονος ἄξιον
ποιεῖν τὸν ἐρώμενον.
4. vopoı die in den Gesetzen
und der Sitte niedergelegten sitt-
lichen Anschauungen (vgl. den Ge- ᾿"
brauch des Wortes in der Rede des
Pausanias). Die Erkenntnis ὅτι
τοῦτο (ἃ. h. τὸ ἐν τοῖς ἐπιτ. καὶ
τοῖς von. καλόν) πᾶν αὐτὸ αὑτῷ
ξυγγενές ἐστι ist parallel der früher
gewordenen Erkenntnis 210 B: ὅτε
τὸ κάλλος — ἀδελφόν ἐστι. Wer
von dieser Erkenntnis getragen ist,
wird mit erweitertem Blick auch
in den ἐπιτηδεύματα und νύμοι
anderer Staaten und Nationen
Wahres und sittlich Schönes finden
und sich nicht blofs von den localen
Anschauungen seiner eigenen Hei-
mat gefangen nehmen lassen; so
Platon selbst.
5. [va — εἶναι] vgl. krit. Anh.
7. ἀγαγεῖν Wechsel des Subjectes,
Subject ist hier wieder der ideale
Führer; zu 210 A: ἐὰν ὀρϑῶς
ἡγῆται ὃ ἡγούμενος.
8. βλέπων πρὸς πολὺ ἤδη τὸ
καλόν. Dem Platon schwebt wohl
bei der Schilderung das Bild einer
Bergersteigung vor, bei welcher
die Aussicht auf Land und Meer
sich immer mehr erweitert. An-
gelangt auf der letzten Staffel vor
der Erklimmung des Gipfels (vgl.
210 E: ἐξαίφνης κατόψεται) erfreut
er sich einer neuen, herrlichen, un-
endlich weiten Aussicht; er tritt
ihm hier auf einmal der Kranz
160
DAov μηκέτι τῷ παρ᾽ Evi, ὥσπερ οἰκέτης, ἀγαπῶν πα
δαρίου κάλλος ἢ ἀνθρώπου τινὸς ἢ ἐπιτηδεύματος ἑνός
δουλεύων φαῦλος ἡ καὶ σμικφρολόγος, ἀλλ᾽ ἐπὶ τὸ πολὺ
λαγος τετραμμένος τοῦ καλοῦ καὶ ϑεωρῶν πολλοὺς x
καλοὺς λόγους καὶ μεγαλοπρεπεῖς τίκτῃ καὶ διανοήματα ὁ
φιλοσοφίᾳ ἀφθόνῳ, ἕως ἂν ἐνταῦϑα ῥωσϑεὶς καὶ αὐξηϑ εἰ
κατίδῃ τινὰ ἐπιστήμην μίαν τοιαύτην, N ἔστι καλοῦ τοῦ
πειρῶ δέ μοι, ἔφη, τὸν νοῦν προσέχειν ὡς οἷόν
E οὔδε.
μάλιστα.
der Wissenschaften entgegen, trun-
ken schwelgt sein Blick in diesem
Meer von Schönheit (Ὁ: ἐπὶ τὸ
πολὺ πέλαγος τετραμμένος τοῦ
καλοῦ) und das einzelne Schöne,
das ihn auf der untern Stufe ge-
fesselt hatte, erscheint ihm jetzt
kleinlich; es verschwimmt ihm in
weiter Ferne.
D 1. τῷ παρ᾽ ἕνέ (sc. καλῷ),
ὥσπερ οἰκέτης --- δουλεύων gehört
zusammen; das sklavische Haften
an dem Einzelschönen würde ihn
als φαῦλος und σμικρολόγος (Klein-
, krämer) erweisen; zu diesem ὥσπερ
οἰκέτης δουλεύων ist als subordi-
nierte Erklärung ἀγαπῶν — ἐπιτη-
δεύματος ἕνός hinzugefügt; unter
δουλεύειν ist nämlich zu verstehen :
ἀγαπᾶν παιδαρίου κάλλος u. 8. f.,
der Standpunkt des gewöhnlichen
Eros. — Das Deminutiv παιδάριον
illustriert ebenfalls die Kleinlich-
keit dieses Eros (ἐκ παιδαρίου
207 D.
4. ϑεωρῶν sc. αὐτό (τὸ πέλαγος).
— Dieüberschwengliche Ausdrucks-
weise πολλοὺς καὶ καλοὺς λόγους
καὶ μεγαλοπρεπεῖς τίκτῃ καὶ δια-
ψοήματα ἐν φιλοσοφίᾳ ἀφϑόνῳ ge-
genüber dem frühern einfachen 1ό-
γους καλοὺς γεννᾶν illustriert die
unendliche Erweiterung des Blickes
und Bereicherung an Ideen, welche
dem zu teil wird, der diese Stufe
erreicht; Hand in Hand damit stei-
gert sich auch die geistige Zeu-
gungelust, hier ausgedrückt durch
v φιλοσοφίᾳ ἀφϑόνῳ „in uner-
schöpflichem Weisheitstrieb“. —
διανοήματα in ähnlicher Weise hier
zu Aöyovg hinzugefügt wie 210 C:
κηδεσθϑαι zu ἐρᾶν, ξητεῖν zu τέκ-
ΠΛΑΤΟΩΝΟΣ
τειν. Βοίδρ vergleicht Rep.
496 A: ποὲ ἅττα φῶμεν
διανοήματά τε καὶ δόξας, Pre
848 D: πρὸς ἅπαν ἔργον καὶ 16
καὶ διανόημα. vgl. ferner Leg.
692 E.
6. Auf der letzten Staffel, wo
die Schönheit der Wissenschaft
gewahr wird, verweilt der Wande
verhältnismäfsig lange; denn
bedarf der Erholung und Stärke
zur Ersteigung des Gipfels sel
(ἐνταῦϑα ῥωσϑεὶς καὶ αὐξηϑεὶ
Auf dem Gipfel aber angelangt
freut er sich einer noch wund
bareren ungeahnten Aussicht,
deren Beschreibung sich nun [
tima wendet, nachdem sie den!
krates zu besonderer Aufmerkes
keit ermahnt hat. Vorläufig
zeichnet sie diese Aussicht als
eine Wissenschaft des Schönen.
7. Diese ἐπιστήμη wie, nach
211 C μάϑημα genannt, wi
derwärts von den einzelnen 2
ı oder μαϑήματα unterschiet
imäus 51 D heilst sie νοῦς, Phil
66 Β: νοῦς καὶ Ypoposnoıg, rei
Denken. ἐπιστῆμαι wie 210 C
einzelnes Wissen kam schon 20
oben vor. Der Unterschied zwis«
diesen ἐπιστῆμαι und der ἐλ
μέα wird auch hervorgehoben Ph
247 B: καθορᾷ μὲν αὐτὴν δικχι
σύνην, καϑορᾷ δὲ σωφροσύ
καϑορᾷ δὲ ἐπιστήμην, οὐχ ἡ γέν
πρόσεστιν οὐδ᾽ ἡ ἐστί ποὺ &
ἐν ἑτέρῳ οὖσα --- ἀλλὰ τὴν ἐν
ὅ ἐστιν ὃν ὄντως ἐπιστήμην 006
τοιαύτην geht ebenso wie das nz
her stehende τοιοῦδε auf das ἢ
gende. 208 C: ἐν τοιαύτῃ
καϑέστηκε.
ZTMIIOZION. 211. 161
XXIX. Ὃς γὰρ av μέχρι ἐνταῦϑα πρὸς τὰ ἐρωτικὰ
παιδαγωγηϑῇ. ϑεώμενος ἐφεξῆς τε καὶ ὀρθῶς τὰ καλά, πρὸς
τέλος ἤδη ἰὼν τῶν ἐρωτικῶν ἐξαίφνης κατόψεταί τι ϑαυμα-
στὸν τὴν φύσιν καλόν, τοῦτο ἐκεῖνο, ὦ Σώκρατες, οὗ
δὴ ἕνεκεν καὶ οἵ ἔμπροσθεν πάντες πόνοι ἦσαν, πρῶτον
μὲν ἀεὶ ὃν καὶ οὔτε γιγνόμενον οὔτε ἀπολλύμενον,
οὔτε αὐξανόμενον οὔτε φϑῖνον, ἔπειτα οὐ τῇ μὲν
καλόν, τῇ δ᾽ αἰσχρόν, οὐδὲ τοτὲ μέν, τοτὲ δὲ οὔ,
οὐδὲ πρὸς μὲν τὸ καλόν, πρὸς δὲ τὸ αἰσχρόν, οὐδ᾽
ἔνϑα μὲν καλόν, ἔνϑα δὲ αἰσχρόν, [ὡς τισὶ μὲν ὃν
καλόν, τισὶ δὲ αἰσχρόν] οὐδ᾽ αὖ φαντασϑήσεται αὐτῷ
τὸ καλὸν οἷον πρόσωπόν τι οὐδὲ χεῖρες οὐδὲ ἄλλο
οὐδὲν ὧν σῶμα μετέχει, οὐδέ τις λόγος οὐδέ τις
ἐπιστήμη, οὐδέ που ὃν. ἐν ἑτέρῳ τινί, οἷον ἐν ξῴῳ
E 4. παιδαγω zu 210 A:
ὁ ἡγούμενος. — πρὸς τέλος ἤδη
ἰών: wir gelangen zu den τέλεα καὶ
ἐποπτικά 210 A.
5. τὶ ϑαυμαστὸν τὴν φύσιν κα-
109; Phädr. 250 Β: κάλλος δὲ τότ᾽
4 -
nv ἰδεῖν λαμπρόν.
6. In τοῦτο ἐκεῖνο weist τοῦτο
auf das Vorhergehende, ἐκεῖνο auf
ein schon Bekanntes oder wenigstens
schon Angedeutetes hin. in der
That war schon 210 A mit τὰ δὲ
τέλεα καὶ ἐποπτικά, ὧν ἕνεκα
καὶ ταῦτα ἔστιν dasselbe be-
zeichnet, vgl. den zu ἐκεῖνο hier
hinzugefügten Relativsatz, der dem
obigen entspricht: οὗ δὴ ἕνεκα καὶ
ol ἔμπροσϑεν πάντες πόνοι ἦσαν.
2u 223 A: ταῦτα ἐκεῖνα. Vgl. Phädr.
248 B: οὗ δ᾽ ἕνεχ᾽ ἡ πολλὴ σπου-
δή, τὸ ἀληϑείας ἰδεῖν πεδίον οὗ
ἐστίν. Mit πρῶτον μέν beginnt die
Beschreibung des absolut Schönen
oder der Idee des Schönen:
1) Das Schöne ist ewig und un-
veränderlich — 211 A2 οὔτε φϑῖνον.
2) es ist absolut (nicht relativ)
schön: ἔπειτα — ἔνθα δὲ αἰσχρόν
211 A ὅ.
3) es ist weder a) ein einzelnes
Schönes (weder eine schöne körper-
che noch eine schöne geistige Er-
scheinung) noch b) haftet es an
einem einzelnen Schönen, sondern
68 ist das sich immer gleich blei-
PLATox, Symposion.
bende Schöne an sich, an welchem
das einzelne Schöne blols Anteil
hat. 211 A 6: οὐδ᾽ αὖ φαντα-
σθήσεται — ῶ311 B 6: πασχειν
μηδέν.
iese Schilderung des Schönen
stimmt mit anderwärts vorkom-
menden Schilderungen der Idee des
Guten oder der höchsten Idee über-
ein, vgl. Phädo 78 Ὁ, Rep. V
476 A, 479 A fi. Die Idee des
Guten selbst aber flielst dem Platon
mit der Gottheit zusammen. Zeller,
Gesch. d. Phil. ἃ. Gr. II® 1 p. 594 ft.
Vgl. auch Phädr. 246 E: τὸ δὲ
ϑεῖον καλόν, ἀγαϑὸν καὶ πᾶν ὅ τι
τοιοῦτον. Am wenigsten vermag
sich unsere Anschauung zu finden
in die gänzliche Ausscheidung der
sinnlichen Erscheinung von dem
Begriff des Schönen, wie sie in den
Worten 211 A5ff.; οὐδ᾽ αὖ φαν-
τασϑήσεται u. 8. w. ausgesprochen
ist, ebenso 211 E.
211 A 4. οὐδὲ πρὸς μὲν τὸ κα-
Aov, πρὸς δὲ τὸ αἰσχρόν. καλόν
und αἰσχρόν sind Prädicate, πρὸς
μὲν τό = πρὸς τὸ μὲν und πρὸς δὲ
τό = πρὸς τὸ δέ; diese Stellung
von μέν und δέ ist die gewöhn-
liche, wenn ὁ μέν und ὃ δέ von
einer Präposition regiert werden.
Phädr. 268 Β: ἐν μὲν ἄρα τοῖς
σωφρονοῦμεν, ἐν δὲ τοῖς οὔ, Xen.
Mem. 1, 8 va ὑπὸ μὲν τῶν
11
8
211
162 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
Bn ἐν γῇ ἢ ἐν οὐφανῷ ἢ ἔν τῳ ἄλλῳ, ἀλλ᾽ αὐτὶ
„ad αὑτὸ μεϑ᾽ αὑτοῦ μονοειδὲς ἀεὶ ὄν, τὰ δὲ
ἄλλα πάντα καλὰ ἐκείνου μετέχοντα τρόπον τινὰ
τηιοῦτον, οἷον γιγνομένων τε τῶν ἄλλων καὶ
ἀπολλυμένων μηδὲν ἐκεῖνο μήτε τι πλέον μήτε
ἔλαττον γίγνεσθαι μηδὲ πάσχειν μηδέν. vw
δή τις ἀπὸ τῶνδε διὰ τὸ ὀρϑῶρ παιδεραστεῖν ἐπανιὼν
ἐκεῖνο τὸ καλὸν ἄρχηται καθορᾶν, σχεδὸν ἄν τι ἅπτοιτο
᾿ς τρῦ τέλους. τοῦτο γὰρ δή ἐστι τὸ ὀρθῶς ἐπὶ τὰ ἐρωτικὰ
Ο ἐέναι ἢ ὑπ’ ἄλλου ἄγεσθαι, ἀρχόμενον ἀπὸ τῶνδε τῶν κα-
λῶν ἐκείνου ἕνεκα τοῦ καλοῦ ἀεὶ ἐπανιέναι, ὥσπερ Exave-
βαϑμοῖς χρώμενον, ἀπὸ ἕνὸς ἐπὶ δύο καὶ ἀπὸ δυοῖν ἀὶ
πάντα τὰ καλὰ σώματα, καὶ ἀπὸ τῶν καλῶν σωμάτων καὶ
τὰ καλὰ ἐπιτηδεύματα, καὶ ἀπὸ τῶν ἐπιτηδευμάτων du
τὰ καλὰ μαϑήματα, καὶ ἀπὲ τῶν μαϑημάτων ἐπ᾽ ἐκεῖνο
τὸ μάϑημα τελευτῆσαι, ὅ ἐστιν οὐχ ἄλλου ἢ αὐτοῦ ἐκείνου
τοῦ καλοῦ μάϑημα [καὶ γνῷ αὐτὸ τελευτῶν ὃ ἔστι καλόν).
D ἐνταῦϑα τοῦ βίου, ὦ φίλε Σώκρατες, ἔφη ἡ ΜΜαντινικὴ
ξένη, εἴπερ που ἄλλοθι, βιωτὸν ἀνθρώπῳ, ϑεωμένῳ αὐτὸ
die ἄλλα πάντα, wie sie vorher ge-
nennt waren.
9. Mit τοῦτο γὰρ δή ἐστε begimmt
eine Recapitulation der bisherigen
Ausführung von 210 A an.
ἄγωνται, ὑπὸ δὲ αὖ τῶν ὠθῶνται
-- πρός hier: im Verhältnis, im
Vergleich 199 B: οὐ πρὸς τοὺς ὑμε-
τέρους λόγους, Phädr. 255 Β: πρὸς
τὸν ἔνϑεον φίλον.
B 1. αὐτὸ καϑ'᾿ αὑτὸ u. 8. w.
Vgl. von den Ideen oder den Wesen-
heiten der Dinge Phädo 78 D: 7
ἀεὶ αὐτῶν ἕκαστον 0 ἐστι, μονοειδὲς
ὃν αὐτὸ καϑ᾽ αὑτό, ὡσαύτως" καὶ
κατὰ ταὐτὰ ἔχει καὶ οὐδέποτε οὐδὰα-
μῇ οὐδαμῶς ἀλλοίωσιν οὐδεμίαν
ἐνδέχεται:
2. τὰ δὲ ἄλλα πάντα καλὰ ἐκεί-
ψου μετέχοντα τρόπον τινὰ τοιοῦ-
τον. Das Verhältnis der sichtbaren
Dinge zu den Ideen wird von Platon
entweder so bezeichnet, wie hier:
die sichtbaren Dinge nehmen an
der Idee teil; oder: sie sind den-
selben nachgebildet, wie Schatten-
bilder; zuweilen werden auch die
Ideen als die wirkende Ursache
der einzelnen Erscheinungen dar-
gestellt.
‚7. ἀπὸ τῶνδε bezieht sich auf
die sichtbaren, diesseitigen Dinge,
Ο 1. ἢ ὑπ ἄλλου ἄγεσθαι; m
210 A: 6 ἡγούμενος — ἀπὸ τῶνδε
wie oben B 7.
2. ἐπαναβαϑμός doppeltes Com-
positum neben dam gewöhnlichen
ἀναβαϑμός wie ἐπαναβαένω und
ἐπανιέναι vorber und B 7 neben
einfachem ἀναβαίνω. Über die
jonisierende Form βαϑμός 7 neben
altattisch βασμός vgl. Lob. zu
Pbryn. p. 324.
6. μαϑήματα so viel als oba
210 C, ὃ: ἐπιστῆμαι. — ἐπ᾽ ἐκεῖνο
τὸ μάθημα τελευτῆσαι, vgl. Rep.
VI 510 D: ἐκ τούτων δ᾽ ἀρχόμενοι
τὰ λοιπὰ ἤδη διεξιόντες τελευτω-
σιν ὁμολογουμένως ἐπὶ τοῦτα, οὔ
ἂν ἐπὶ σκέψιν δρμήσωσιν. 80
gewöhnlicher τελευτὰν εἷς τι. --
τελευτῆσαι Inf. Aor. nach ἐπανιέναι
Inf. Präs., wie oben 210 A: ar
Er SAL EEE
a κα
ZTMIIOZION. 212. 1608
τὸ καλόν. ὃ ἐών ποτε ἴδῃς, οὐ κανὰ χρυσίον τε καὶ ἐσθῆ- 8
τα καὶ τοὺς καλοὺς παῖδάς Te καὶ νεανίσκους δόξει σοι
εἶναι, οὺς νῦν ὁρῶν ἐκπέπληξαι καὶ ἑνοῖμος εἶ καὶ σὺ καὶ
ἄλλοι πόλλοί, ὁρῶντες τὰ παιδικὰ καὶ Evvovrsg ἀδὶ αὐτοῖς,
εἰ πως οἷόν τ᾽ ἦν, μήτ᾽ ἐσθίειν μήτε πίνειν, ἀλλὰ ϑεᾶσϑαι
μόνον καὶ ξυνεῖναι. τί δῆτα, ἔφη, οἰόμεϑα, εἴ τῳ γένοιτο Ἐ
αὐτὸ τὸ καλὸν ἰδεῖν εἰλικρινές, καθαρόν, ἄμικτον, ἀλλὰ
μὴ ἀνάπλεων σαρκῶν τὸ ἀνθρωπίνων καὶ χρωμάτων καὶ
ἄλλης πολλῆς φλναρίας ϑνητῆς, ἀλλ᾽ αὐτὸ τὸ ϑεῖον καλὸν
δύναιτο μονοειδὲς κατιδεῖν; ap’ olsı, ἔφη, φαῦλον βίέον 212
γίγνεσϑαι ἐκοῖσε βλέποντος ἀνθρώπου καὶ ἐκεῖνο ἀεὶ
ϑεωμένου καὶ ξυνόντος αὐτῷ; ἢ οὐκ ἐνθυμεῖ, ἔφη. ὅτι
ἐνταῦϑα αὐτῷ μοναχοῦ γενήσεται, ὁρῶντι ᾧ ὁρατὸν τὸ
καλόν, τίκτειν οὐκ εἴδωλα ἀρετῆς, ἅτε οὐκ εἰδώλου ἐφαπτο-
μένῳ, ἀλλὰ ἀληϑῆ, ἅτε τοῦ ἀληϑοῦς ἐφαπτομένῳ" τεκόντι
χεσϑαι., ἐρᾶν, γεννᾶν — κατανοῆ-
σαι, κατασνῆναι. Krit. Anh.
D 1. ἐνταῦθα, εἴπερ που ἄλλοθι:
genamer wäre δἴπερ ἀλλοθέπου, κα
γνιαῦϑα wie 212 A εἴπερ τῷ ἄλλῳ
ἀνθρώπων» --- καὶ ἐκείνῳ.
8. οὐ κατὰ χρυσίον vgl. 199 Β:
κατ᾽ ἐμαυτόν.
5. νῦν ἃ. ἢ. zu einer Zeit, wo
du in deiner Entwickelung noch
nieht zum philosophischen Stand-
punkt vorgedrungen bist. — ἐκπέ-
zingas vgl. 192 C: ϑαυμαστὰ ἐκ-
πλήττονται φιλίᾳ ve καὶ οἰκειότητι
καὶ ἔρωτι. 216 D. Von anderer
Erregung 215 Ὁ.
6. ξυνόντες ἀεὶ αὐτοῖς diese ver-
zehrende Sehnsucht von Aristopha-
neg geschildert 191. A, B, 192 ἢ, E
τ μήτ᾽ ἐσθίειν μήτε πίνειν 191 B:
ἀπὲ κο» ὑπὸ λιμοῦ καὶ τῆς
ἄλλης ἀργίας.
E 1. τί δῆτα begeisterte Aus-
führung des oben ausgesprochenen
Gedankens ὀνταῦϑα τοῦ βέου —
βιωτὸν ἀνθρώπῳ.
2. ἀλλὰ μὴ ἀνάπλεων --- φλυα-
ρίας ϑνενητῆς. Über die Aus-
schliefsung alles Sinnlichen aus
dem Begriff des Urschönen siehe
oben 211 A, vgl. Phädr. 247 C:
ἢ γὰρ ἀχρώματός τὸ καὶ ἀσχημάτι-
στος᾽ καὶ ἀναφὴς οὐσία ὄντως οὖσα.
Die Bezeichnung der sichtbaren
Welt als φλυαρία θνητή „sterb-
licher Tand“ reiht unsere Stelle an
die zahlreichen im Phädo u. Rep.,
in welchen die Flucht aus der
Sinnlichkeit als Ideal gepriesen
wird. Phädo 66 Ο: ἐρώτων» δὲ καὶ
ἐπιθυμιῶν καὶ φόβω» καὶ εὐδώλων
παντοδαπῶν καὶ φλυαρίας ἐμπί-
πλησιν ἡμᾶς πολλῆς (Bubj. τὸ
σώμα).
4, ἀλλ᾽ αὐτὸ — δύναιτο xarı-
ösiv freie und abschliefsende Wie-
deraufnahme von & τῳ γένοιτο ---
ἰδεῦν inE 1.
212 Α 4. ἐνταῦθα --- μοναχοῦ: vol.
184 E: μοναχοῦ &vradde, — ἄλλοθι
δὲ οὐδαμοῦ. — ὁρῶντι © ὁρατὸν
τὸ κπαλόν d. bh. mit dem geistigen
Auge, nicht mit den Sinnen oder
dem leiblichen Auge Rep. VII 518C:
Ὁ δέ ys wow λόγος, ἦν δ᾽ ἐγώ,
σημαίνει, ταύτην τὴν ἐνοῦσαν ἑκά-
στου δύναμιν τῇ ψυχῇ καὶ τὸ
ὄργανον, © καταμανθάνοθι
ἕκαστος, οἷον εἰ ὄμμα μὴ δυνα-
τὸν ἦν ἄλλως ἢ ξὺν ὅλῳ τῷ σώ-
ματι στρέφειν πρὸς τὸ φανὸν ἐκ
« , ἵν \ “ 52
‚Tod σκοτώδους, οὕτω Eur 047 τῇ
ψυχῇ ἐκ τοῦ γιγνομένου περιακτέον
εἶναι, ἕως ἂν εἰς τὸ ὃν καὶ τοῦ
ὄντος τὸ φανότατον δυνατὴ γένη-
ται ἀνασχέσϑαι θεωμένη, Phädr.
247 Β: ἡ γὰρ ἀχρώματος ---- ovala
— μόνῳ ϑεατὴ νῷ (sc. ἐστίν).
11}
164
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
7 δὲ ἀρετὴν ἀληϑῆ καὶ θρεψαμένῳ ὑπάρχει ϑεοφιλεῖ γενέσθαι͵,
καὶ εἴπερ τῷ ἄλλῳ ἀνθρώπων ἀϑανάτῳ καὶ ἐκείνῳ;
Ταῦτα δή, ὦ Φαῖδρέ τε καὶ ol ἄλλοι, ἔφη μὲν Aw-
τίμα, πέπεισμαι δ᾽ ἐγώ πεπεισμένος δὲ πειρῶμαι καὶ τοὺς
ἄλλους πείθειν, ὅτι τούτου τοῦ κτήματος τῇ ἀνθρωπείᾳ
φύσει συνεργὸν ἀμείνω Ἔρωτος οὐκ ἄν τις ῥαδέως λάβοι.
διὸ δὴ ἔγωγέ φημι χρῆναι πάντα ἄνδρα τὸν Ἔρωτα τιμᾶν
καὶ αὐτὸς τιμῶ, καὶ τὰ ἐρωτικὰ διαφερόντως ἀσχῶ καὶ
τοῖς ἄλλοις παρακελεύομαι, καὶ νῦν τε καὶ ἀεὶ ἐγχωμιάζω
τὴν δύναμιν [καὶ ἀνδρείαν] τοῦ Ἔρωτος καϑ᾽ ὅσον οἷός 7
C elpl. τοῦτον οὖν τὸν λόγον, ὦ Φαῖδρε, εἰ μὲν βούλει, ὡς
ἐγκώμιον εἰς Ἔρωτα νόμισον δἰρῆσϑαι, εἰ δέ, ὅ τι καὶ om
χαίρεις ὀνομάξων, τοῦτο ὀνόμαζξε.
6. ἀλλὰ ἀληϑῆ sc. ἀρετήν. —
ἅτε τοῦ ἀληθοῦς ἐφαπτομένῳ nur
die Idee ist das wahrhaft Seiende;
alles andere sind blofse Schatten-
bilder (εἴδωλα); zu 211 B: τὰ δὲ
ἄλλα πάντα. --- τεκόντι — καὶ θρε-
ψαμένῳ vgl. 209 Ο: τὸ γεννηθὲν
συνεκτρέφει.
Β 6. καὶ τὰ ἐρωτικά krit. Anh. —
διαφερόντως vgl. 196 A: ὃ δὴ δια-
φερόντως --- Ἔρως ἔχει.
8. τὴν δύναμιν vgl. den Schlußs
der Rede des Eryximachos 188 D:
οὕτω πολλὴν καὶ μεγάλην, μᾶλλον
δὲ πᾶσαν δύναμιν ἔχει --- ὁ Ἔρως.
— [καὶ ἀνδρείαν] palst schlechter-
dings nicht in den Zusammenhang
und die Tendenz dieser Rede, wenn
auch in dem mythischen Teil der-
selben 205 D dem persönlichen Eros
unter vielen andern Eigenschaften
auch das Prädicat‘ «vdgsiog καὶ
ἵἴτης erteilt worden war.
C1. ὡς ἐγκώμιον mit Rücksicht
auf die Controverse, die über diesen
Begriff obwaltet 198 D ff. Nach
der Auffassung des Sokrates, die
daselbst vorgetragen wurde, wäre
seine Rede allerdings ein ἐγκώμιον
zu nennen; nach den Begriffen an-
derer (ὡς μέγιστα ἀνατιϑέναι τῷ
πράγματι καὶ ὡς κάλλιστα, ἐάν τε
οὕτως ἔχοντα ἐάν τε μή) freilich
nicht.
2. (εἰ μὲν βούλει —) εἰ δέ sc.
βούλει aus dem folgenden ὀνόμαξε
ist hiezu der Infinitiv ὀνομάξειν
(ἄλλο) zu ergänzen. So Prot. 8484:
κἂν μὲν βούλῃ ἔτι ἐρωτᾶν, ἕτοιμός
εἰμί σοι παρέχειν ἀποκρινόμενος"
ἐὰν δὲ βούλῃ (sc. παρασχεῖν), ἐ
πάρασχε. Blolses εἰ δέ ohne βούλει
(wie hier) Alc. I 114 Β: εἰ μὲν
βούλει, ἐρωτῶν we’ εἰ δέ, καὶ αὐτὸς
ἐπὶ σαντοῦ λόγον διέξελθε (Stall-
baum). — ὅ τε καὶ ὅπῃ χαίρεις
ὀνομαξων, τοῦτο ὀνόμαζξε. ἦ ρομό.
ξειν oder καλεῖν τι nomen usurpare
(Vahlen zu Aristot. Poet. p. 188).
Euthydem. 277 ΕΠ οὐκ ἤδεισϑα τὸ
μανϑάνειν ὅτι οἵ ἄνθρωποι καλοῦσι
μὲν ἐπὶ τῷ τοιῷδε, Crat. 400 D.
8. χαέρεις ὀνομάξων ; ebenso Prot.
858 A: εἴτε γὰρ ἡδὺ εἴτε τερπνὸν
λέγεις εἶτε γαρτόν, εἴτε ὁπόϑεν
καὶ ὅπως χαίρεις τὰ τοιαῦτα 09-
μάξων — τοῦτό μοι πρὸς ὃ βούλο-
μαι ἀπόκριναι, Hipp. min. 869 A:
ἐν ἦ τινι βούλει σοφέᾳ τοῦτο σκέ-
αι ἢ πανουργίᾳ ἢ ὁτιοῦν χαίρεις
ὀνομαάξων. Sauppe zu Prot. a. ἃ. (.
sieht in dieser Redeweise mit Recht
eine Anspielung auf die in Gebeten
übliche Formel, welche auf die
πολυωνυμέίχ der Götter hinwien.
Äschyl. Agam. 151. Crat. 400 E:
ὥσπερ ἐν ταῖς εὐχαῖς νόμος ἐστὶν
ἡμῖν εὔχεσθαι, οἵτινές τε κα
ὁπόϑεν γαίρουσιν ὀνομαῖζο-
sevoı. Schömann Gr. Alt. 115 269.
Auch die passive Redeweise kommt
bei Platon vor, von Göttern auf
Menschen übertragen; Euthyd. 2884:
ὦ ἄνδρες Θούριοι εἴτα Χῖοι eh
ZTMIIOZION. 212.
165
XXX. Εἰπόντος δὲ ταῦτα τοῦ Σωκράτους τοὺς μὲν
ἐπαινεῖν, τὸν δὲ ᾿Δριστοφάνη λέγειν τι ἐπιχειρεῖν, ὅτι
ἐμνήσθη αὐτοῦ λέγων ὃ Σωκράτης περὶ τοῦ λόγου" καὶ
ἐξαίφνης τὴν αὔλειον ϑύραν κρουομένηγν πολὺν ψόφον παρα-
σχεν ὡς κωμαστῶν,
καὶ αὐλητρίδος φωνὴν
μ
ἀκούειν.
τὸν οὖν ᾿Δἀγάϑωνα Παῖδες, φάναι, οὐ σκέψεσθε; καὶ ἐὰν Ὁ
μέν τις τῶν ἐπιτηδείων ἧ, καλεῖτε᾽ εἰ δὲ un, λέγετε ὅτι
οὐ πίνομεν, ἀλλ᾽ ἀναπαυόμεϑα ἤδη. καὶ οὐ πολὺ ὕστερον
᾿Δλκιβιάδον τὴν φωνὴν ἀκούειν ἐν τῇ αὐλῇ σφύδρα με-
ϑύοντος καὶ μέγα βοῶντος, ἐρωτῶντος ὅπου Ayddwv καὶ
κελεύοντος ἄγειν παρ᾽ Ayadmva. ἄγειν οὖν αὐτὸν παρὰ
ὁπόϑεν καὶ ὅπῃ χαίρετον ὀνομαζό-
μενοι, Phädr. 818 C: ὁ Τισίας ἢ
ἄλλος ὅστις δή ποτ᾽ ὧν τυγχάνει
καὶ ὁπόϑεν χαίρει ὀνομαζόμενος.
Auftreten des Alkibiades.
δ, ἐπαινεῖν — ἐπιχειρεῖν; Inf.
Imperf. zu 172 Ο 2 Schluls. — ὅτι
ἐμνήσϑη über den Modus zu 174
A 3. Diese Erwähnung fand statt
205 D (vgl. die Note daselbst). Sie
war in die Form gekleidet λέγεται
μὲν γέ τις λόγος: darauf spielt hier
an der Ausdruck περὶ τοῦ λόγου.
Damit, dafs Platon den freilich
durch das Kommen des Alkibiades
vereitelten Versuch des Aristopha-
nes erwähnt, seine Rede gegen die
Einwürfe des Sokrates zu ver-
teidigen, will er wohl andeuten,
dafs eine Verständigung zwischen
den beiden gar wohl möglich ge-
wesen wäre; zu 205 E 4.
7. τὴν αὔλειον ϑύραν die Haus-
thüre, so genannt, weil man von
ihr aus durch die Hausflur unmittel-
bar in die offene αὐλή oder das
περιστύλιον gelangt. Ihr gegenüber
steht die μέταυλος ϑύρα, die jen-
seits oder hinter der αὐλή sich be-
findet. Neben der Thüre ist in der
Regel der ϑυρωρός, ein Sklave,
der den Klopfenden zu öffnen hat.
Protag. 814 C. — κρούειν vom
Klopfen an der Thüre auch Prot.
814 Ὁ. Häufiger aber findet sich
dafür bei den Attikern κόπτειν.
Lobeck zu Phryn. p. 177, 178; vom
starken Schlagen auch πατάσσειν
Arist. Ran. 88.
8. ὡς κωμαστῶν, denn diese ma-
chen mehr Lärm 818 Nüchterne,
Bei den Symposien macht man
sich gegenseitige Besuche; hier be-
durfte es keiner Entschuldigung für
uneingeladenes Erscheinen, wie dies
doch beim δεῖπνον erforderlich war:
zu 174 A 9. Das κωμάξειν» μετὰ
μέϑης in Athen und Tarent beson-
ders an Dionysosfesten erlaubt, in
Sparta dagegen verpönt Leg. I
637 A. — φωνὴν das Flötenapiel
(Stallb.). Xen. Symp. 6, 3 ὅταν ὁ
αὐλὸς φϑέγγηται.
D 1. Παῖδες, ohne ὦ, zu 172 A 6.
Vgl. 175 A: Οὐ σκέψει, ἔφη, mei
2. λέγετε ὅτε ἃ. 5, w. eine Not-
lüge; zu 174 E ἢ.
4. ἐν τῇ αὐλῇ. Die Sklaven hat-
ten nämlich nach der von Agathon
gegebenen Instruction aufgemacht,
weil Alkibiades zu den ἐπιτήδειοι
des Agathon und seiner Freunde
gehörte.
5. ὅπου ἀγάθων — παρ᾽ Ayd-
9ov« die mehrmalige Wiederholung
des gleichen Namens charakteri-
siert den Betrunkenen. Obwohl er
bereits in der αὐλή des ihm sonst
gewils wohlbekannten Hauses des
Agathon sich befindet, a0 findet er
den Weg nicht mehr recht oder ist
zu gehen unfähig, so kräftig auch
seine Stimme noch ertönt {μέγα
βοῶντος). Er muls daher geleitet
und unter die Arme genommen
werden (ὑπολαβοῦσαν); vgl. Kebes
166 HAAT2NOE
1 σφᾶς τήν τε αὐλητρίδα ὑπολαβοῦσαν καὶ ἄλλους τινὰς
τῶν ἀχολούϑων, καὶ ἐπιστῆναι ἐπὶ τὰς θύρας ἐστεφανω-
E μένον αὐτὸν κιττοῦ τέ τινι στεφάνῳ δασεῖ καὶ ἴων, καὶ
ταινίας ἔχοντα ἐπὶ τῆς κεφαλῆς αἄνυ πολλάς, καὶ εἰκεῖν᾽
Avdoss, χαέρετε᾽' μοϑύοντα ἄνδρα πάνυ σφόδρα δέξεσϑε
συμπότην, ἢ ἀπέωμεν ἀναδήσαντες μόνον ᾿γάϑωνα, dp
ᾧπερ ἤλθομεν; ἐγὼ γάρ vor, φάναι, χϑὲς μὲν οὐχ οἷός τ
ἐγενόμην ἀφικέσθαι, νῦν δὲ ἤχω ἐπὶ τῇ κεφαλῇ ἔχων τὰς
ταινίας, ἵνα ἀπὸ τῆς ἐμῆς πεφαλῆς τὴν τοῦ σοφωτάτου
καὶ καλλίστου κεφαλὴν [ἐὰν εἴπω οὑτωσὶ] ἀναδήσω. ἄρα
καταγελάσεσϑέ μου ὡς μεθύοντος; ἐγὼ δέ, κἂν ὑμεῖς γε-
213 λᾶτε, ὅμως εὖ οἶδ᾽ ὅτι ἀληϑῆ λέγω. ἀλλά μοι λέγετε αὐτό-
ϑεν, ἐπὶ ῥητοῖς εἰσίω ἢ μή; συμπέεσθε ἢ οὔ; πάντας οὖν
ἀναϑορυβῆσαι καὶ κελεύειν εἰσιέναι καὶ κατακϑίνεσθϑαι, καὶ
τὸν ’Ayadova καλεῖν αὐτόν. καὶ τὸν ἱέναι ἀγόμενον Ux0
τῶν ἀνθρώπων, καὶ περιαιρούμενον ἅμα τὰς ταινίας ὡς
ἀναδήσοντα, ἐπίπροσθε τῶν ὀφθαλμῶν ἔχοντα οὐ κατιδεῖν
tab, 22: ἄγουσιν αὐτὸν ὑπολαβοῦσαι
αἴ Apseral.
8. ἐπὶ τὰς θύρας der Eingang
zum Saale, in welchem das Gelage
stattfand. — ἐσεεφανωμένον, weil
Alkibiades von einem andern Sym-
osion herkam. Über die Kränze
efn Trinkgelage siehe Note zu
176 A 1 Nr. 4. Das gewöhnliche
Laub hiefür war das der Myrte,
ferner der Silberpappel, aulserdem
Epheu, wie hier. Von Blumen
flocht man besonders Rosen ein; in
Athen waren die Veilchen beliebt,
daher die Athener ἑἰοστέφανοι heilsen
(Becker Charikles I? p. 181). Die
Kränge konnten auch mit Bändern
umwunden sein (Εἰ 2: ταινίας ἔχον-
τα ἐπὶ τῆς κεφαλῆς πάνυ πολλαρ).
Vgl. Theoer. Id. II 122. Hier schei-
nen diese ταιψέαε nur lose um den
Kranz geschlungen gewesen zu sein
vgl. 218 A: περιαιρούμενον; denn
Alkibiades hat sie zu dem Zwecke
mitgenommen um in lustiger Wein-
laune den Agathon als Sieger da-
mit zu schmücken. ταιενέαε als
Siegeszeichen Thuk. 1V 121, Plut.
Per. 28, Aristoph. Ran. 392: »ı-
κήσαντα ταινιοῦσϑαι.
E 8. ἄνδρες, χαίρετε; ἄνδρες das
Φ
Barsche der Anrede motiviert durch
die Weinlaune; zu 172 A 6. — Der
selben Weinlaune gehört auch die
Nachstellung von πάνυ σφόδρα an,
welche dem μεϑύοντα besondem
Nachdruck giebt, Sehr kategorisch
lautet wieder die Frage δέξεσθε —
ἢ ἀπέωμεν, besonders in ihrer Wie-
derholung 213 A: ἀλλά μοι λέγετε
αὐτόθεν, ἐπὶ ῥητοῖς εἰδέω ἢ μῆ;
συμπέεσϑε n οὔ;
ὅ. χϑές am Hauptfeste, 174 A
sagt Sokrater von demselben Feste:
ϑὲς γὰρ αὐτὸν διέφυγον τοῖς
ewindau, φοβηθεὶς τὸν Deren.
8. [ἐὰν — οὕτωσί) krit. Anh
— ἀναδήσω. Rettig vergleicht
Arist. Aves. 1261 fl.
213 A 2. ἐπὶ ῥητοῖς „unter Be-
dingungen“ d. h. wie sich aus dem
Folgenden zeigt, als euer συμπύτης,
was dann natürlich zur Folge hat,
dafs ihr selber dem συμπίψειν, d.h.
den Regeln des Trinkcommenis
euch unterziehen mülst. 218 Εἰ: ἀλλα
ποτέον᾽ ὡμολόγηται γὰρ ταῦϑ᾽ ἡμῖν.
4. ὑπὸ τῶν ἀνθρώπων von der
αὐλητοίς und den ἀκόλουθοι 3413 Ὁ.
6. Die Bänder, die er vor das
Gesicht nahm, verdeckten ihm den
Anblick des Sokrates; sonst hätte
ΣΥΜΠΌΣΙΟΝ. 213. 167
καϑίξεσϑαι παρὰ τὸν ᾿Δ4γάϑωνα Ev T
μέσῳ Ziuxparovdg τὲ καὶ ἐκείνου παραχωρῆσαι yap τὸν B
Σωκράτη [ὡὧὲ Exetvov καϑίζειν]. παρακαθεξόμενον δὲ αὐτὸν
ἀσπάξεσθαί τε τὸν ᾿4γάθϑωνα καὶ ἀναδεῖν. εἰπεῖν ὁὖν τὸν
Ἀγάθωνα ὝἭπολύετε, παῖδες, ᾿Αλκιβιάδην, ἵνα ἐκ τρίτων
κατακέητα. Πάνυ γε, εἰκτεῦῖν τὸν ᾿Αλκιβιάδην. ἀλλὰ τές
ἡμῖν ὅδε τρίτος συμπότης: καὶ ἅμὰ μεταστρεφόμενον αὐτὸν
ὁρῶν τὸν Σωχράτη, ἰδόντα δὲ ἀναπηδῆσαι καὶ εἰπεῖν Ὦ,
Ἡράκλεις, τουτὶ τί ἦν; Σωκράτης οὗτος; ἐλλοχῶν αὖ μὲ0
ἐνταῦϑα κατέχεισο, ὥσπερ εἰώϑεϊς ἐξαίφνης ἀναφαίνεσθαι
ποὺ ἐγὼ ᾧμην ἥκιστά σε ἔσεσθαι. καὶ νῦν τί ἥχειδ; καὶ
τί αὖ ἐνταῦϑα κατεκλίνης; πῶς οὐ παρὰ ᾿Δριστοφάνει οὐδὲ
εἶ τις ἄλλος γελοῖός ἐστί ve καὶ βούλεται, ἀλλὰ διεκηχανήσω
ὅπως παρὰ τῷ καλλίστῳ τῶν ἔνδον κατακείσει; καὶ τὸν Σω-
κράτη, Ayadov, φάναι, ὅρα εἴ μοι ἐπαμυνεῖς᾽" ὡς ἐμοὶ
ὁ τούτου ἔρως τοῦ ἀνθρώπου οὐ φαῦλον πρᾶγμα γέγονεν.
τὸν Σωκράτη, ἀλλὰ
er nichtdie Unhöflichkeit begangen,
sich auf die κλένη, die eigentlich
nur für zwei bequemen Platz hatte,
zu setzen. Sokrates war neben dem
' Agathon auf der ἐσχάτη κλίνη ge-
lagert 175 C. Jetzt mufste er vor
Aristophanes, der sich zwischen
Ihn u. Agathon gesetzt hatte, etwas
auf die Seite weichen. (παραχωρῆ-
σαι B).
B 2. παρακαϑεξόμενον bezeich-
net den eingetretenen Zustand zu
der Handlung καϑέξεσϑαι παρὰ τὸν
᾿γάϑωνα. j
4. Ὑπολύετε die Sandalen; zu
175 D4. — Erst das Wort ἐκ τρί-
τῶν macht den Alkibiades auf-
merksam, dals neben Agathon noch
ein zweiter auf derselben xAlvn sich
befinde,
C 1. ἐλλοχῶν αὖ. Vgl. Protag.
309 A (Anfang): Πόϑεν,͵ ὦ Σώκρα-
τες, φαίνει: ἢ δῆλα δὴ ὅτι ἀπὸ
κυνηγεσίου τοῦ περὶ τὴν ᾿Αλκιβιά-
ov ὥραν. Alkibiades selbst ist
freilich längst von dem Irrtum ge-
heilt, als ob Sokrates wirklich auf
seine Schönheit etwas gäbe 216 D ff.
Allein beide spielen doch zum
Scherze die Rolle von Liebhaber
und Geliebten. Wie Sokrates voller
Eifersucht die Schritte des Alki-
biades überwacht und ihn häufig
da plötzlich zu überraschen sucht,
wo jener glaubt vor seiner Aufsicht
sicher zu sein, so kann es jetzt
auch Alkibiades nicht leiden, daß .
Sokrates gerade bei dem Schönsten
der ganzen Gesellschaft, bei Aga-
thon sich gelagert hat.
4. πῶς (krit. Anh.) οὐ παρὰ
Aoıoropaver wie kommt es, dals
du nicht bei Aristophanes u. s. w.
dich lagertest = warum lagertest
du dich nicht? Xen. Symp. II 10:
Πῶς οὖν, ἔφη, ἃ Σώκρατες, οὕτω
γιγνώσκων οὐ καὶ σὺ παιδεύεις
ανϑέίππκην; Platon Symp. 180 D:
πῶς δ᾽ οὐ δύο τὼ Bed;
8. γελοῖοὶ ein lustiger Gesell-
schafter; es war dir also nicht blofs .
um die Unterhaltung zu thun. —
ἐστί τε καὶ βούλεται sc. εἶναι. vgl.
zu 2083 C 7. Aristophanes selbst
hatte 189 B das γελοῖα εἰπεῖν als
κέρδος καὶ τῆς ἡμετέρας μούσης
ἐπιχώριον bezeichnet.
1. ᾿ἀγάϑων ohne ὦ: dringende
Aufforderung; zu 172 A 6.
8. ὁ τούτου ἔρως τοῦ ἀνθρώπου
Genetiv des Objects. Sokrates ist
der ἐραστής, vgl. nachher &p’ οὗ
τούτου ἠράσϑην. Daher wird ihm
ἔρως zugeschrieben. Freilich im
168
IIAAT2NOZ
9 ἀπ’ ἐκείνου γὰρ τοῦ χρόνου, ἀφ᾽ οὗ τούτου ἠράσϑην,
οὐκέτι ἔξεστί μοι οὔτε προσβλέψαι οὔτε διαλεχϑῆναι καλῷ
D οὐδ᾽ ἑνί, 7 οὑτοσὶ ξηλοτυπῶν μὲ καὶ φϑονῶν ϑαυμαστὰ
ἐργάξεται καὶ λοιδορεῖταί τε καὶ τὼ χεῖρε μόγις ἀπέχεται.
ὅρα οὖν μή τι καὶ νῦν ἐργάσηται, ἀλλὰ διάλλαξον ἡμᾶς,
1, ἐὰν ἐπιχειρῇ βιάξεσϑαι, ἐπάμυνε, ὡς ἐγὼ τὴν τούτου
μανίαν τὲ καὶ φιλεραστίαν πάνυ ὀρρωδῶ. ᾿Αλλ᾽ οὐκ ἔστι,
φάναι τὸν ᾿Αλκιβιάδην, ἐμοὶ καὶ σοὶ διαλλαγή. ἀλλὰ τού-
των μὲν εἰσαῦϑίς σε τιμωρήσομαι νῦν δέ μοι, Ayadım,
E φάναι, μετάδος τῶν ταινιῶν, ἵνα ἀναδήσω καὶ τὴν τού-
του ταυτηνὶ τὴν ϑαυμαστὴν χεφαλήν, καὶ μή μοι μέμφηται,
vorliegenden Falle scheinen die
Rollen umgetauscht zy sein; das
Gefühl, das Alkibiades gegen So-
krates hegt, wird zwar nicht ἔρως
genannt, was gegen den Sprach-
gebrauch wäre, wohl aber μανία re
καὶ φιλεραστία; die φιλεραστία
batte hier einen leidenschaftlichen
Charakter angenommen, wie ihn
sonst nur der ἔρως hat. Wie die
φιλία des Geliebten das Wesen des
ἔρως annehmen kann, beschreibt
Phädr. 255 Ὁ ff, ‚besonders: ὅταν
δὲ ἀπῇ (sc. ὁ ἐρῶν), κατὰ ταὐτὰ
αὖ ποϑεῖ καὶ ποθϑεῖται (sc. ὁ ἐρώ-
μενος) εἴδωλον ἔρωτος ἀντέ-
ρωτα ἔχων᾽ καλεῖ δὲ αὐτὸν
καὶ οἴεται οὐκ ἔρωτα ἀλλὰ
φιλέαν εἶναι. --- οὐ φαῦλον
πράγμα keine geringe Schwierig-
keit.
D 2. καὶ τὼ χεῖρε μόγις ἀπέχεται
zu der ganzen Neckerei vergleicht
Rettig passend das Gespräch des
Sokrates mit Antisthenes im Xeno-
phontischen Symposion vgl. bes.
VII 5 daselbst: πρὸς τῶν ϑεῶν,
0 Avtiodeveg, μόνον μὴ συγκόψῃς με.
5. Alkibiades weist scheinbar
die von Sokrates ausgesprochene
Möglichkeit der Versöhnung (ἀλλὰ
διαλλαξον ἡμᾶς) weit von sich weg:
Eifersucht kennt keine Versöhnung:
ἀλλ᾽ οὐκ ἔστι --- ἐμοὶ καὶ σοὶ διαλ-
λαγή. Immerhin soll die nnaus-
bleibliche Bestrafung des Sokrates
aus Rücksicht für die Gesellschaft
auf eine spätere Gelegenheit ver-
schoben werden (diese ergreift Al-
kibiades scheinbar 214 Ὁ: ἐπιϑῶ-
μαι τῷ ἀνδρὶ καὶ τιμωρήσωμαι
ὑμῶν ἐναντίον); aber Eines duldet
keinen Aufschub: es wäre ein un-
erträglicher Anblick, das Haupt des
Agathon mit Bändern geschmückt
zu sehen wegen eines einmaligen
Sieges, das Haupt des Sokrates
aber ungeschmückt — des Sokrates,
der zu jeder Zeit über alle Sieger
bleibt und der Leute wie Agathon
turmhoch überragt. Agatbon mul
es sich daher gefallen lassen, dala
ihm Alkibiades einen Teil der
Bänder wieder abnimmt und sie dem
Sokrates aufs Haupt setzt. Mit
grolser Kunst wird in dieser Scene
von Platon der Übergang aus der
blofs geselligen Neckerei zwischen
Sokrates und Alkibiades in den
tiefsten Ernst ungeheuchelter Ver-
ehrung von Seite des Letzteren voll-
zogen. Wir haben die Worte τὴν
τούτου ταυτηνὶ τὴν ϑαυμαστὴν κε-
φαλήν, die man nicht hätte kritisch
verdächtigen sollen, mit Nachdruck
und entsprechender demonstrativer
Geberde gesprochen zu denken; sie
sind übrigens neben der Schilderung
215 B ein authentischer Beweis da
für, dals die Originalität (&romla)
des Sokrates sich in seinem Äufsern
auffällig darstellte Zugleich be-
reitet der hier erzählte Zug uns
darauf vor, dals der persönliche
Sokrates in der ganzen Scene iä
den Vordergrund zu treten be-
stimmt ist. Zu τὴν ϑαυμαστὴν κε-
φαλήν vgl. Phädr. 284 D: owe-
βάκχευσα μετὰ σοῦ τῆς Belag κε-
φαλῆς.
ZTMIIOZION. 213.
169
ὕτι σὲ μὲν ἀνέδησα, αὐτὸν ÖL νικῶντα ἐν λόγοις πάντας 8.
ἀνθρώπους, οὐ μόνον πρῴην ὥσπερ σύ, ἀλλ’ ἀεί, ἔπειτα
οὐχ ἀνέδησα. καὶ au’ αὐτὸν λαβόντα τῶν ταινιῶν ἀναδεῖν
τὸν Σωκράτη καὶ κατακλίνεσθαι.
XXX]. Ἐπειδὴ δὲ κατεκλίνη, εἰπεῖν᾽' Εἶεν δή, ἄν-
δρες᾽ δοκεῖτε γάρ μοι νήφειν᾽ οὐχ ἐπιτρεπτέον ὑμῖν, ἀλλὰ
ποτέον᾽ ὡμολόγηται γὰρ ταῦϑ᾽ ἡμῖν. ἄρχοντα οὖν αἱροῦμαι
Ε 8. νικῶντα ἐν λόγοις πάντας
ἀνθρώπους. Auch Agathon batte
ἐν λόγοις gesiegt, denn so werden
auch die Dramen bezeichnet 194 B:
μέλλοντος ἐπιδείξεσθαι σαυτοῦ A0-
yov. Aber er hatte doch nur über
einge Nebenbuhler gesiegt: So-
krates dagegen in seinen Gesprä-
chen (ψιλοῖς λόγοις 215 C ff.) über
alle. — Jetzt vollzieht sich, frei-
lich ohne Zuthun des Agathon, die
διαδικασία zwischen ihm und So-
krates, die jener selbst spalshaft
in Aussicht gestellt hatte 175 E: καὶ
ταῦτα μὲν καὶ ὀλίγον ὕστερον δια-
δικασύμεϑα ἐγώ Te καὶ σύ, περὶ
τῆς σοφίας, δικαστῇ χρώμενοι τῷ
ἀιονύσρῳ. Richter ist der Dionysos-
erfüllte Alkibiades, der auch diese
Handlung mit all der Ungeniert-
heit und Ehrlichkeit vollzieht, wel-
che das Vorrecht des Betrunkenen
st. Vgl. 217 E. Um freilich die
Demütigung dem Agathon nicht
illzu fühlbar werden zu lassen,
ımmt ihm Alkibiades nur einen
Teil der Bänder ab E 1: μετάδος
[ῶν ταινιῶν, und nachher λαβόντα
ῶν ταινιῶν.
4, ἔπειτα οὐκ ἀνέδησα. Das Ad-
erb ἔπειτα bezogen auf νικῶντα,
= trotz dieses Umstandes, doch.
"τοῦ, 343 Ὁ: εἶ βουλόμενος λέγειν
τι ἄνδρα ἀγαθὸν γενέσθαι χαλε-
ιν, ἔπειτα ἐνέβαλε τὸ μέν. ΑΒη-
ıch wird auch δἶτα nach Partici-
ien gesetzt Prot. 341 E: οὐ δήπου
0070 γε λέγων — εἶτα τὸν ϑεόν
mo μόνον τοῦτο ἂν ἔχειν. Ebenso
uch κἄπειτα undxare. Gorg.457B.
ὃ. κατακλένεσϑαι. Alkibiades hat-
e sich zuerst auf die κλένη gesetzt
ind in dieser Lage den Agathon
ekränzt; zugleich waren ihm die
johlen abgenommen worden. 213 Β.
Dann wie er den Sokrates erblickte,
war er aufgesprungen und hatte
stehend diesen bekränzt. Hierauf
erst lagert er sich. Aber er hat
keine Ruhe. Es geht ihm viel zu
nüchtern zu in dieser Gesellschaft.
7. Das auffordernde εἶεν enthält
implicite den Ausdruck der Unzu-
friedenheit mit den Anwesenden.
Mit δοκεῖτε γὰρ νήφειν begründet
er diese Unzufriedenheit. Die Kürze
der folgenden Sätze, ihr katego-
rischer Inhalt charakterisieren das
herrische Auftreten des Löwen der
attischen Gesellschaft.
9. ὡμολόγηταν γάρ. _ Auf die
Frage 213 A: συμπίεσϑε ἢ οὔ hatten
alle ihren Beifall zu erkennen ge-
geben: πάντας οὖν ἀναϑορυβῆσαι.
nsoweit ist Alkibiades in seinem
Rechte: die andern sind verpflichtet
zum Trinken. Dagegen überschrei-
tet er offenbar das constitutionelle
Recht des attischen Trinkcomments,
wenn er sich selbst zum ἄργων τῆς
πόσεως erwählt, mit derselben ge-
nialen Ungeniertheit, mit der er
sich im Staatsleben über Gesetz
und Recht oft genug hinwegsetzte.
Er thut es aber mit solcher Lustig-
keit, dals er die Lacher auf seiner
Seite hat und man ibn gerne ge-
währen lälst. In der Regel pflegte
der ἄρχων oder βασιλεὺς τῆς πόσεως
(συμποσίαρχος, ἐπέσταϑμος Plut.
Quaest. Symp. Anf.) wie die Ar-
chonten in Athen durch das Los
gewählt zu werden, zum Beispiel
durch den besten Wurf mit den
Astragalen Hor. Carm. II 7, 25:
quem Venus arbitrum dicet bibendi ?
Aber auch von wirklicher Wahl
spricht Xen. Anab. ΥἹ 1,80 ὀργιοῦν-
ται Aanedaıuovıo καὶ ἐὰν σύνδειπ-
vor συνελϑόντες μὴ “ακεδαιμόνιον
170
10 τῆς πόσεως, ἕως ἂν ὑμεῖς ἱκανῶς πίητε, ἐμαυτόν. ἀλλὰ
φερέτω ’Ayadov, εἴ τι ἔστιν ἔχπωμα μέγα.
οὐδὲν δεῖ, ἀλλὰ φέρε, παῖ, φάναι, τὸν ψυκτῆρα ἐκεῖνον,
214 ἰδόντα αὐτὸν πλεῖν ἢ ὀκτὼ κουύλαὰς χωροῦννα. τοῦτον
ἐμπκλησάμενον πρῶτον μὲν αὐτὸν ἐκπιεῖν, ἔπειτα τῷ Zu
κράτει κελεύειν ἐγχεῖν καὶ ἅμα εἰπεῖν Πρὸς μὲν Σωκράτη,
συμποσίαρχον αἰρῶνται, Platon Leg.
1640 C ff. bespricht die für dieses
Amt notwendigen uisite; der
Symposiarch mus θόρυβος sein:
οὐκοῦν νήφοντά te καὶ σοφὸν ἄρ-
χόντα μεθοόντων δεῖ καϑιστάψαι,
καὶ μὴ τοὐναντίον, μεθυόντων γὰρ
μεθύων nal νέος ἄρχων μὴ σοφός,
El μὴ κακὸν en τι u ya;
πολλῇ χρῶτ᾽ ἂν ἀγαθῇ τύχῃ; un
Aristoteles (oder Pseudoar.) führt
dieses Postulat (Pol. 1112, 1274 b 11:
ὁ περὶ τὴν μέθῃν νόμος, τὸ τοὺς
νήφοντας συμποσιαρχεῖν) wohl nicht
ehne Anflug von Ironie als Eigen-
tümlichkeit des σνομοϑ'ἕέτης Platon
neben der Weiber- und Güterge-
meinschaft auf. — Hier haben wir
umgekehrt in Alkibiades einen we-
ϑύων ἄρχων τῶν νηφόντων, vgl.
nachher 214 C: μεθύοντα δὲ ἄνδρα
“αρὰ νηφόντων λόγους παραβαῖ-
Ley.
10. ἀλλὰ φερέτω ᾿Δγάϑων: SOon-
dern es schaffe der Wirt (was
nichts als seine Schuldigkeit ist,
die er schon längst hätte erfüllen
sollen), ein grofses Trinkgefäls her,
wenn er eins in Haus und Hof
hat. Ganz passender Commandoton.
(Vögelin).
Ton liegt auch in εἶεν δή — οὐκ
ἐπιτρεπτέον͵ ἀλλὰ ποτέον, ἄρχοντα
αἴροῦμαι ἐμαυτόν u. 8. w. und ist
natürlich scherzhaft gemeint. Nach-
her wendet er sich an den Sklaven, -
der gerade in der Nähe des ψυκτήρ
ist. — μᾶλλον δὲ οὐδὲν dei: Alki-
biades corrigiert sich, weil er unter-
des ein Gefäls gesehen hat, das,
wenn auch nicht als Trinkbecher be-
stimmt, doch im Notfall dazu ver-
wendet werden kann. Hauptsäch-
lich hates das gehörige Mals, undein
grolses Trinkgefäßs ist vor allem
Jetzt nötig, damit diese langweilige
üchternheit aufhört.
ΠΛΆΤΩΝΟΣ
Derselbe burschikose
.
]
αᾶλλον ὃ
12. Dieses Gefäls ist der yore
Kühlnapf, Weinkühler. Er warmi
Schnee gefüllt und es wurden ar
dere Gefäfse in denselben hinein
tellt. Er hatte ungefähr diesele
orm wie der Kalathos, der Ar-
beitakorb der Frauen (Hesych. ı. 5
κάλαϑος, Ο. Jahn kurze Beschre-
bung der Vasensammlung in d#
Pinakothek zu Mänchen?p.3). Di
Kühlung des Weines durch Schnee
erwähnt Xen. Mem. II 1, 30
Zeichen des Luxus: ἔνα δὲ nd
πένῃς, οἵνους te πολυτελεῖς παρε"
σκευάξῃ καὶ τοῦ θέρους yıova περ’
θέουσα ξητεῖς.
214 A1. πλεῖν für handschr. πλέονι
zu 175 E: πλεῖν ἢ τρισμυρίοις. Der
φυκτήρ falste mehr als 8 xor
d.h. mehr als 2 Liter. Platen
mit poetischer Freiheit recht hod
Sonst gilt schon das Muß von
κύαϑοι == 811. κοτύλαι = 0,9 8
als eine schwere Leistung. Sieg
Alexis fr. com. gr. Mein. II
οὐ συμποσίαρχος ἦν γὰρ ἀλλὰ
pios | ὁ Χαιρέας, κυάθους m
vov εἴκοσιν. Dals nun Sokrates
auf Befehl des Symposiatchen da
selben austrinkt, hat dem Plaiek
Athenäus XI 504 übel vermerktt
dagegen macht der Sokratische Ir
nophon in dessen Symposion Ang
Vorschlag in kleinen Bechern
trinken. Auf diesen Gegensatz da
beiden Symposien als einen absick®
lichen macht Athenäus nicht
Unrecht aufmerksam. Der Xen. 80’
krates spielt ungefähr dieselbe p®
dantische Rolle, wie sie hier m
folgenden und schon 176 Plate
dem Eryximachos zuerteilt; Platont
Sokrates dagegen ist ἑκανὸς app®
tego (176 C); er kann wenig
viel trinken; aber, wie Alkibiade
auch hier ausführt: οὐδὲν näller
μήποτε μεθυσϑῇ. Vgl. 220 A, 233 C:
ἃ. 5 8
ZTMIIOZION. 214.
171
ἦ ἄνδρες, τὸ σύφισμά μοι οὐδέν᾽ ὁπόσον γὰφ ἂν κελεύῃ 4
τις, τοσοῦτον ἐχπιὼν οὐδὲν μᾶλλον μή ποτε μεϑυσϑῇ. τὸν
μὲν οὖν Σωκράτη ἐγχέαντος τοῦ παιδὸς πίνειν᾽ τὸν δ᾽
Ἐρυξίμαχον Πῶς οὖν, φάναι, ὦ ᾿Αλκιβιάδη, ποιοῦμεν;
οὕτως οὔτε τι λέγομεν ἐπὶ τῇ κύλικι οὔτ᾽ ἐπάδομεν, ἀλλ᾽ Β
ἀτεχνῶς ὥσπερ οἵ διψῶντες πιόμεϑα; τὸν οὖν ᾿Αλκιβιάδην
πεῖν ὯὮ, Ἐρυξίμαχε, βέλειστε βελτίστου πατρὸς καὶ σω-
Ῥρονεστάτου, χαῖρε. Καὶ γὰρ σύ, φάναι τὸν Ἐρυξίμαχον᾽
ἀλλὰ τί ποιῶμεν; Ὃ τι ἂν σὺ κελεύῃς.
ϑεσϑαε᾿
δεῖ γάρ σοι πεί-
ἑητρὸς γὰρ ἀνὴρ πολλῶν ἀντάξιος ἄλλων"
ἰπίτατεε οὖν ὅ τι βούλει. "Anovoov δή, εἰπεῖν τὴν Ἐρυ-
ξίμαχον.
ἡμῖν πρὶν σὲ εἰσελθεῖν ἔδοξε χρῆναι ἐκὶ δεξιὰ
ἕκαστον ἐν μέρει λόγον περὶ Ἔρωτος εἰπεῖν ὡς δύναιτο C
(ἄλλιστον, καὶ ἐγκωμιάσαι. ol μὲν οὖν ἄλλοι πάντες ἡμεῖς
εἰρήκαμεν σὺ δ᾽ ἐπειδὴ οὐκ εἴρηκας καὶ ἐκπέπωκας, δί-
τίνειν ἐκ φιάλης μεγάλης. Siehe
τὸ 176 C und Philol. VII p. 694.
4. ὁπόσον γὰρ ἂν κελεύῃ τις
leraus geht hervor, dafs auch in
Athen ein Symposiarch den Ge-
ı0ssen eine bestimmte Quantität
rortrinken kann, wie dies beson-
iers bei den Thrakern üblich war
κροπιδὲν Xen. Anab. VII 2, 33. 3, 26.
Damit nun war allerdings der frühere
Beschluß οὕτω πίνειν πρὸς ἡδονήν
176 E) gründlich aufgehoben.
ist daher begreiflich, dafs Eryxi-
machos, der sich früher schon so
lebhaft dafür gewehrt hatte, dafs
man heute keinen Zwangscomment
einführe, dem gefährlichen Sympo-
siarchen eine Beschäftigung zu ge-
ben sucht, damit derselbe keine
Zeit finde, solche unmälsige Quan-
ttäten zu dietieren. Zunächst be-
merkt er, es wäre wohl einer sol-
chen Gesellschaft unwürdig, das
Trinken nicht durch geistige Unter-
haltung irgendwie zu würzen. Erst
jetzt bemerkt ihn Alkibiades und
) t ihn mit komischer Feier-
lichkeit. — οὐδὲν μᾶλλον μή ποτε
μεϑυσθῇ. Verueinungsform οὔ —
μη: τὸ 176 B 6.
3. σωφρονεστάτου. Auch der
Vater des Eryximachos, Akumenos,
ist Arzt, in dessen Beruf es schon
liegt, Mälsigkeiteapostel zu sein.
Man kann es also vom Sohne auch
nicht anders erwarten. Wahrschein-
lich war dem Alkibiades von andern
Gelegenbeiten her bekannt, dafs
Eryximachos vom ärstlichen Stand-
punkt besonders gegen die udn
zu donnern pflegte (176 C, D).
Übrigens ist Alkibiades liebenswär-
dig genug, auf die Anträge des
Eryximachos einzugehen, gestützt
auf die Autorität, die ein Mediciner
schon nach Homer beanspruchen
darf.
B 7. Der Vers aus Hom. Il. XI,
514.
9. ἔδοξε — κάλλιστον mit Be-
ziehung auf 177 Ὁ: δοκεῖ γάρ μοι
χρῆναι ἕκαστον ἡμῶν λόγον εἰπεῖν
ἔπαινον Ἔρωτος ἐπὶ δεξιὰ ὡς ἂν
δύνηται κάλλιστον. --- ὡς δύναιτο
indirecte Rede nach Präteritum zu
dem obigen ὡς ἂν δύνηται.
Ο 8. καὶ ἐκπέπωκας und du
andrerseits die andere Aufgabe, die
den übrigen noch obliegt, schon
erfüllt hast, also durch die Erfüllung
der Aufgabe des ἐκπίνεινρ nicht
am Reden gehindert sein wirst.
Satz hätte auch lauten können:
172 TIIAAT2NOE
4 καιος εἶ εἰπεῖν, εἰπὼν δ᾽ ἐπιτάξαι Σωκράτει ὅ τι ἂν
βούλῃ, καὶ τοῦτον τῷ ἐπὶ δεξιὰ καὶ οὕτω τοὺς ἄλλους.
᾿4λλά, φάναι, ὦ Ἐρυξίμαχε, τὸν ᾿Αλκιβιάδην, καλῶς μὲν
λέγεις, μεϑύοντα δὲ ἄνδρα παρὰ νηφόντων λόγους παρι-
βάλλειν μὴ οὐκ ἐξ ἴσον ἧ. καὶ ἅμα, ὦ μακάριε, κείϑει
τί σε Σωκράτης ὧν ἄρτι εἶπεν; ἢ οἶσθα ὅτι τοὐναντίον
ἐστὶ πᾶν ἢ ὃ ἔλεγεν; οὗτος γάρ, ἐάν τινα ἐγὼ ἐπαινέσα
τούτου παρόντος ἢ ϑεὸν ἢ ἄνθρωπον ἄλλον ἢ τοῦτον, οὐκ
ἀφέξεταί μου τὼ χεῖρε.
κράτη.
σοῦ παρόντος.
εἰ βούλει"
, ᾿Αλκιβιάδην"
ἐπειδὴ οὔτε εἴρηκας ἐκπέπωκας τε.
— δίκαιος εἶ εἰπεῖν, nämlich über
den Eros, meint Eryximachos.
4. ἐπιτάξαι Σωκράτει der Sym-
posiarch darf irgend welche Spiele
oder Themata dem Genossen rechts
aufgeben, und dieser dem folgenden.
Die Reihenfolge soll auch hier sein:
ἐπὶ δεξιά wie vorher. So auch beim
Trinken 223 C.
1. μεθύοντα δὲ ἄνδρα παρὰ νη-
φόντων λόγους bekannte Kürze des
Ausdrucks für μεθύοντος ἀνδρὸς
λόγον παρὰ νηφόντων λόγους vgl.
217D: ἐν τῇ ἐχομένῃ ἐμοῦ κλίνῃ. ---
παραβάλλειν preisgeben zum Kampf,
Wettkampf, Vergleichung. Gewöhn-
lich zıwi. Aber auch πρός τι oder
wie hier παρά τι: Gorg. AT5E: ὁ
ἔλεγχος παρὰ τὸν ἔλεγχον παρα-
βαλλόμενος. Stallbaum vergleicht
erner Arist. Aues 833: ἐς δὲ δόλον
ἐκάλεσε, παρέβαλέ τ᾽ ἐμὲ παρὰ γέ-
vos αἀνοσίον.
8. καὶ ἅμα. Eryximachos hatte
den Alkibiades aufgefordert, eben-
falls eine Lobrede auf den Eros zu
halten. Mit καὶ ἅμα leitet Alki-
biades die zweite Einwendung gegen
diesen Vorschlag ein: Der Kern der-
selben liegt in den Worten οὗτος ---
οὐκ ἀφέξεταί μου τὼ χεῖρε, wozu
die Frage πεέθει τί σε Σωκράτης
== glaubst du dem Sokrates ein Wort
von dem u. 8. w. nur die Einleitung
Οὐκ εὐφημήσεις; φάναι τὸν Σρ-
Μὰ τὸν Ποσειδῶ, εἰπεῖν τὸν ᾿Δλκιβιάδην, μηδὲν
λέγε πρὸς ταῦτα, ὡς ἐγὼ οὐδ᾽ ἂν ἕνα ἄλλον ἐπαινέσαιμ ἢ
AM οὕτω ποίει, φάναι τὸν ἘΕρυξέίμαχον, ἢ
Σωκράτη ἐπαίνεσον.
δοκεῖ χρῆναι, ὦ Ἐρυξίμαχε;
Πῶς λέγεις; εἰπεῖν τὸ
ἐπιϑῶμαι τ
bildet. Sokrates nämlich, der
eben (213 C, D) mich als sehr eife
süchtig dargestellt hat, ist ung
kehrt selbst so sehr von Eifersucg
erfüllt, dafs er es nicht ἀμ
würde, wollte ich in seiner Gege
wart irgend jemand anderen lobe
und wäre es auch ein Gott. De
mit ist zunächst das vorgeschii
gene Thema: der Eros abgelel
Alkibiades aber weils durch &
neue Wendung, die er diesem 88,
in Ὁ 6 giebt: οὐδ᾽ ἂν ἕνα all
ἐπαινσαιμι dem Eryximachos ὁ
Vorschlag zu entlocken statt &
Eros den Sokrates selbst zu lol
ein Vorschlag, den nun Alkibisd
in scheinbarer Überraschung z
Πῶς λέγεις ; sehr gerne aufgrei
D 3. οὐκ ἀφέξεταί μου τὼ χεῖε
gegenüber 218 ἢ: λοιδορεῖταί «
(ὁ ᾿Δλκιβιάδης) καὶ τὼ χεῖρε pe
ἀπέχεται. |
5. Ma τὸν Ποσειδῶ dieser Schwail
ist bei Platon nicht gewöhnlich ΗΕ
Schanz nou. comm. Pl. p. 23.
8. Eryximachos hatte seinerseits
mit Vergnügen diesen Vorschlag
gemacht; ihm ist jedes Thema
recht, wenn nur Alkibiades sich
endlich zum Reden entschlielt,
aber schwieriger ist es, von Sokr#
tes die Erlaubnis zu erhalten; &
gelingt dies dem Alkibiades ds
durch, dafs er in der zu haltendea
ZTMIIOZION. 215. 173
ἀνδρὶ καὶ τιμωρήσωμαι ὑμῶν ἐναντίον; Ovrog, φάναι τὸν E
Σωκράτη, τί ἐν νῷ ἔχεις; ἐπὶ τὰ γελοιότερά μὲ ἐπαινέσει,
7 τί ποιήσεις; ἸΤἀληϑῆ ἐρῶ. ἀλλ᾽ ὅρα εἰ παριεῖς. ᾿4λλὰ
uEvroL, φάναι, τά γε ἀληϑὴ παρίημι καὶ κελεύω λέγειν.
in ἂν φϑάνοιμι, εἰπεῖν τὸν ᾿Δ4λκιβιάδην. καὶ μέντοι
ὑτωσὶ ποίησον. ἐάν τι μὴ ἀληϑὲς λέγω, μεταξὺ ἐπι-
ἰαβοῦ, ἂν βούλῃ, καὶ εἰπὲ ἴτι τοῦτο ψεύδομαι ἑκὼν
og εἶναι οὐδὲν ψεύσομαι. ἐὰν μέντοι ἀναμιμνῃσκόμενος 215
Mo ἄλλοθεν λέγω, μηδὲν ϑαυμάσῃς᾽ οὐ γάρ τι ῥάδιον
ἣν σὴν ἀτοπίαν ᾧδ᾽ ἔχοντι εὐπόρως καὶ ἐφεξῆς καταριϑμῆσαι.
tede Angriffe gegen jenen als die
ıngekündigte Strafe für die frühere
3eleidigung (213 D: ἀλλὰ τούτων
tv εἰσαῦϑίς σε τιμωρήσομαι!) in
Aussicht stellt und zugleich ver-
pricht, sich streng an die Wahr-
wit zu halten, indem er den So-
rates ermächtigt, ihn hierin zu
ontrollieren und nötigenfalls zu
nterbrechen. So ist wenigstens
okrates sicher, dafs der ἔπαινος
uf ihn seinen Begriffen über die
‚ufgabe desselben, nicht dem der
ndern, insbesondere des Agathon,
utsprechen wird (198 Ὁ ff.).
E 2. ἐπὶ τὰ γελοιότερά we ἐπαι-
ἔσει; mehr nach der lächerlichen
eite hin; Phileb. 40 C: εἰσὶ δὴ
ατὰ τοὺς νῦν λόγους ψευδεῖς ἐν
als τῶν ἀνθρώπων ψυχαῖς ndo-
al, μεμιμημέναν μέντοι τὰς ἀλη-
eis ἐπὶ τὰ γελοιότερα. Vgl. die
irklä des Alkibiades dagegen
15 A: ἔσται δ᾽ ἡ εἰκὼν τοῦ ἀλη-
)οῦς ἕνεκα, οὐ τοῦ γελοίου...
8. παριεῖς nach Schanz ποῦ.
comm. Plat. p. 56. Vgl. auch Bam-
berg in Zeitschr. f. Gymnasialwesen
Berlin 1874 (XXVIII) p. 28. (Der
Bodleianus hat παρέηις.) Diese echt
attische Form ist bezeugt Platon
Soph. 238 E, 243 B, Rep. I 847 B,
Euthyd. 301 E (&xırıdeig) und an
verschiedenen Dichterstellen, z. B.
Soph. Oed. R. 688.
215 A 1. Nur das bittet A. sich
aus, dafs man die Anordnung seiner
Rede nachsichtig beurteile: fürs
erste ist die Rede improvisiert, er
mufs sich daher oft von zufälliger
Erinnerung und Ideenassociation lei-
ten lassen; fürs zweite ist es be-
sonders schwer in systematischem
Gange eine so originelle Natur,
die nicht nach den gewöhnlichen
Schablonen beurteilt werden kann
(τὴν σὴν ἀτοπίαν vgl. 2210), zu
schildern; endlich ist billig der
trunkene Zustand des Redners in
Anschlag zu bringen (06° ἔχοντι).
Lobrede des Alkibiades auf Sokrates.
Prothesis. Alkibiades kündigt als Thema an: 1) Sokrates ist den
3ilenengehäusen ähnlich, in welchen Götterbildsäulen aufbewahrt wer-
ien; 2) er ist auch dem Satyr Marsyas ähnlich. 215 A (Anfang von
Cap. XXXI) —215 B: σατύρῳ τῷ Maoove.
I. Ausführung des zweiten Themas: Sokrates ist dem Marsyas
ähnlich.
1) seiner Gestalt nach (τὸ εἶδος)
2) er ist ὑβριστής
Beides ist notorisch und bedarf
keines Beweises; daher werden
blofs die Behauptungen ausge-
sprochen 215 B: ὅτι μὲν οὖν ---
παρέξομαι ibid.
3) er ist αὐλητης. Gleichwie die Flötenweisen des Marsyas das
Gemüt des Menschen mehr ergreifen als irgendwelche andere,
174
ΧΧΧΙ Σωκράτη δ᾽ ἐγὼ ἐπαινεῖν, ὦ ἄνδρες, οὕτως
so verm
und nach
gehäusen Ähnlich.
1) Gegensatz zwischen seinem Äufsern und. seinem Innern: %-
krates stellt sich verliebt in die schönen Jünglinge; innerlich
aber ist er erfüllt von σωφροσύνη und
Tugend; er verachtet die
Reichtum, äußere Ehre u. 8. w. gering schätzt). 2160: alle
δὲ ἐμοῦ — 217 A: κελεύοι Σωκράτης. Beweis: das sehr am-
führlich und offenherzig erzählte eigene Erlebnis des Alkı-
biades. 217 A: ἡγούμενος δὲ — 219 Εἰ: ἄλλου περιῇα.
(Daran werden noch andere Beweise der omgeosden und
ἀνδρεία [καρτερία] des Sokrates aus den Feldzügen
Sokrates ertrug wie kein anderer die Strapazen des Felk-
zuges: Hunger, Durst, starkes Trinken, Kälte; ja er blieb ai
mal einen ganzen Tag und eine ganze Nacht in Nachdenkag
vertieft auf demselben Fleck stehen 219 E: ταῦτά re yapp
ἅπαντα — 220 D: προσευξάμενος τῷ ἡλίῳ. In den Schlacht
zeichnete er sich durch Unerschrockenheit aus 220D:
βούλεσθε -- 2210: διωκουσι).
2) Sokrates gleicht keinem andern Menschen weder der Ve;
gangenheit noch der Gegenwart (seine ἀτοπέα). 221 Ο: zoll
μὲν οὖν — 221 Ὁ (Schlufs v. Cap. XXXV]).
ΠΙ. Nachtrag zu II 1: auch die Reden des Sokrates sind den Silene
gehäusen ähnlich; äufserlich schlicht,
opulär; näher betrachtet einsichtig, gö
(Anfang v. Cap. XXXVI) — 222 A: ἔσεσθαι.
Epilog. In das Lob hab ich auch Tadel gemischt, Es beta
dieser den gegen meine Schönheit bewiesenen
haben dergleichen von ihm erfahren.
warnt. 222 A: ταῦτ᾽ ἐστίν — 222 B: παϑόντα γνῶναι (Schluls v. Ὁ
XXXVM.
Schon ein Blick auf diese Über-
sicht zeigt, dafs die Rede des A]-
kibiades, ganz abgesehen von der
Verschiedenheit des Themas, anders
angelegt ist als die früheren. Die
Spontaneität und Improvisation des
vom Weine begeisterten Redners
giebt sich nicht blols in der Leb-
haftigkeit und Offenherzigkeit des
Ganzen zu erkennen, sondern ist
auch in der Anordnung sichtbar.
Insbesondere ist bemerkenswert,
dafs dem Alkibiades, nachdem er
als sein Thema eine Vergleichung
des Sokrates mit den Silenenge-
häusen aufgestellt hat, gleich nach-
her eine andere Vergleichung des-
selben, mit dem Satyr Marsyas,
UHAAT2NOZ
allein die Rede dea Sokrates einen erschütternden
ltigen Eindruck auf die Zuhörer hervorzurufen.
Begeisterte Schilderung dieser Wirkung und der eigenen Er
fahrung des Alkibiades, 215 C—216C: υπὸ τοῦδε τοῦ σατύρον.
I. Rückkehr zu dem ersten Thema: Sokrates ist den Sileneı-
icher Kraft und
örperschönheit (sowie er auch
mein, fast lächerlis
ich, tiefgreifend. 2318
bermut. Auch ande
Agathon wird vor Sokrates αὶ
einfällt, die mit der ersten freili
manchen Punkt gemein hat, abe
sich doch nicht vollständig mit der
selben deckt; ferner, dals er m
der Ausführung dieser zweiten &
nächst beginnt, um erst nachher ΜΕ
der ersten, als dem Hauptthemt,
zurückzukehren; endlich, daß ΟἿ
zelnes in der Rede seinen Piai
weniger einer strengen
folge als plötzlicher Ideenassoa®
tion verdankt: man vergleiche ἐδ
in der Übersicht des Inhaltes vor
uns in Klammern geschlossene
Stücke und Abschnitt III, den der
Sprecher selbst als Nachtrag b*
zeichnet.
4, οὕτως „auf folgende Weise‘. |
Ὁ:
ZTMIIOZION. 215.
175
ἐπιχειρήσω, di’ εἰχόνων. οὗτος μὲν οὖν ἴσως οἰήσεται ἐπὶ δ
τὰ γελοιότερα, ἔσται δ᾽ ἡ εἰκὼν τοῦ ἀληϑοῦς ἕνεκα, οὐ
τοῦ γελοίου.
φημὶ γὰρ δὴ ὁμοιότατον αὐτὸν εἶναι
τοῖς σιληνοῖς τούτοις τοῖς ἐν τοῖς ἑρμογλυφείοις Β
χκαϑημένοις, οὔςτινας ἐργάξονται ol δημιουργοὶ σύριγγας
So οὑτωσί 214 E, 218 C, Phädr.
243 Εἰ; τοιοῦτος 208 C.
5, δι’ εἰκόνων Epexegese zu
οὕτως. FEpexegesen zu einem vor-
hergehenden Demonstrativ 173 Ὁ:
ταύτην τὴν ἐπωνυμίαν ἔλαβες, τὸ
μανικὸς καλεῖσθαι, 199 Β: εἴ καὶ
τοιούτου λόγου δέει, περὶ Ἔρωτος
τἀληθῆ λεγόμενα ἀκούειν; kürzere
und lose angefügte, wie hier 175E:
ταῦτα μὲν καὶ ὀλίγον ὕστερον δια-
δικασόμεϑα --- ἐγὼ τε καὶ σύ, περὶ
τῆς σοφέας. Wozu vergleiche Cie.
ad Att. I 1, 8: werum hoc ridiceulum
:st, de magistro; ad fam. VII 10,
ει: μα addo — de agro Campano.
Von Beispielen nach οὕτω führt
3tallbaum an Leg. I 683 Ὁ: οἶμαι
μὲν οὕτω, πρὸς ταῦτα σύμπαντα.
Rep. VIII 551 Ο: ἄϑρει γάρ, εἰ
γδῶν οὕτω τις ποιοῖτο κυβερνήτας,
ζπὸ τιμημάτων. --- Alkibiades sieht
roraus, dals die Vergleichung, die
ἢ ım Sinne hat, das Lachen der
Zuhörer erregen wird; aber er ver-
wahrt sich dagegen, dafs er beab-
üchtige, den Sokrates dem Spott
preiszugeben. Das Gleichnis soll
rielmehr der Wahrheit dienen. Wäh-
end nämlich oft die Anwendung
ron εἰκόνες dunkler erscheinen kann
ls die gewöhnliche Sprechweise und
laber dem Tadel ausgesetzt ist
Arist. Ran. 905), giebt es andrerseits
fälle, in denen die Wahrheit pla-
tischer und anschaulicher durch
sleichnisse dargelegt werden kann
Is durch rein begriffliche Ausein-
ındersetzung. So entschlielst sich
Jokrates, als er die Gestalt der
3eele beschreiben will, es auf dem
Wege der Vergleichung zu ver-
uchen Phädr. 246 A: οἷον μέν ἐστι,
κάντῃ πάντως Belag εἶναι (sc. λεκ-
:£09) καὶ μακρᾶς διηγήσεως, ᾧ δὲ
ἔοικεν, ἀνθρωπίνης τε καὶ ἐλατ-
Ὄνος" ταύτῃ οὖν λέγωμεν. ἐοικέτω
In ξυμφύτῳ δυνάμει ὑποπτέρου
ξεύγους τε καὶ ἡνιόχου. Leg. 1644 C:
καί μου δι᾽ εἰκόνος ἀποδέξασϑο ἐάν
πῶς δυνατὸς ὑμῖν γένωμαι δηλῶσαι
διὰ τούτων. ΑΥ. Han. 62 δι᾽ αἶνι-
μῶν ἐρῶ. Xen. Oec. 17, 16 ἀτὰρ
ψϑυμοῦμαι, οἷόν ἐστι τὸ εὖ τὰς
εἰκόνας ἐπάγεσθαι. Insbesondere ist
das Vergleichen (eixafew) ein bei,
Gastmählern übliches Gesellschafts-
piel (gl. Einl.$2 p. XIV); aber Al-
kibiades will es anders üben als ge-
wöhnlich dort geschieht: ἔσται δ᾽
ἡ εἰκὼν τοῦ ἀληϑοῦς ἕνεκα, οὐ τοῦ
γελοέου. In der eigentlichen Be-
redsamkeit wurde die Vergleichung
(εἰκών, εἰκασέα) im ganzen nur sel-
ten angewendet; Volkmann Rhet.
der Gr. u. R. p. 380.
6. ἐπὶ τὰ γελοιότερα sc. ἐμὲ ἐπαι-
νέσεσθαι 214E. Zu 316 Β ὅ.
9. τοὶς σιληνοὶς τούτοις. Aus dem
Pronomen τούτοις ist zu schlielsen,
dals dieselben den Zuhörern wohl
bekannt waren. Sie sahen diesel.
ben in den ἑρμογλυφεῖα, den Bild-
hauerateliers Athens, die zugleich
Verkaufsbuden für kleinere Cultus-
gegenstände, Götterstatuetten u.8.w.
waren. Nach den folgenden Wor-
ten haben wir ung darunter Gehäuse
oder Schränke für eine grölsere
Anzahl solcher Statuetten zu den-
ken (vgl. 222 A: πλεῖστα ἀγάλματα,
216 E: wo dem Singul. &voızdev-
rog, der vom Gehäuse gebraucht
ist, der Plural τὰ ἐντὸς ἀγάλματα
gegenübersteht,. Diese Gehäuse
waren in der Form von hockenden,
flötespielenden Silenen ausgearbei-
tet; ein Typus, welcher gewöhn-
lich in fratzenhafter Gestalt (nach
fr. Mitteilung von C. Dilthey) noch
heutzutage auf attischen Terracot-
ten häufig angetroffen wird. Sie
waren mit einer Doppelthüre ver-
sehen: διχάδε διοιχθέντες, WAS
Panofka Arch, Zeitung XI p. 175
176
3 ἢ αὐλοὺς ἔχοντας, οἱ διχάδε διοιχϑέντες φαίνονται ἔνδοϑεν
καὶ φημὶ αὖ ἐοικέναι αὐτὸν
ἀγάλματα ἔχοντες ϑεῶν.
τῷ σατύρῳ τῷ Μαρσύᾳ.
ὁμοῖος δἷ τούτοις, ὦ Σώκρατες, οὐδ᾽ αὐτὸς ἄν που ἀμφισβη-
τήσαις᾽ ὡς δὲ καὶ τἄλλα ἔοικας, μετὰ τοῦτο ἄκουε. ὑβρι-
στὴς εἶ" ἢ οὔ; ἐὰν γὰρ μὴ ὁμολογῇς, μάφτυρας παρέξομαι.
fälschlich so erklärt, dafs der Ober-
teil wie ein Deckel abgehoben
wurde. In der Vergleichung mit
Sokrates ist der Gegensatz zwi-
schen dem Gehäuse selbst, dem
häfslichen Silen, und den herr-
lichen Bildern im Innern ein we-
sentlicher Punkt. 216 E: καὶ avor-
χϑέντος οὐκ οἶδα εἴ τις ἑώρακε τὰ
ντὸς ἀγάλματα ἀλλ᾽ ἐγὼ ἤδη ποτ᾽
εἶδον καί μοι ἔδοξεν οὕτω Bein καὶ
χρυσᾶ εἶναι καὶ πάγκαλα καὶ θαυ-
μαστά, 222 A: διοιγομένους δὲ ἰδὼν
αὖ τις (sc. τοὺς λόγους Σωκράτους)
καὶ ἐντὸς αὐτῶν γιγνόμενος πρῶ-
τον μὲν νοῦν ἔχοντας --- εὑρήσει,
ἔπειτα ϑειοτάτους καὶ πλεῖστα
ἀγάλματα ἀρετῆς ἐν αὑτοῖς ἔχοντας
Ὁ. 8. w.
B 5. τό γε εἶδος. In Xen. Sym-
posion V behauptet Sokrates in
köstlicher Selbstironie, er sei schö-
ner als Kritobulos; den Beweis führt
er dadurch, dafs er schön als
zweckmälsig definiert. Seine aus
der Oberfläche herausstechenden
Augen, die aufgestülpte und
stumpfe Nase, der grolse Mund
und die wulstigen Lippen gewäh-
ren gewisse Vorteile, die diese Or-
gane bei gewöhnlicher Beschaffen-
heit nicht bieten. Dazu fügt er
noch V, 7 hinzu: ἐκεῖνο δὲ οὐδὲν
τεκμήριον λογίξῃ ὡς ἐγὼ σοῦ καλ-
λίων εἰμί, “ὅτι καὶ Ναΐδες θεαὶ
οὖσαι τοὺς Σιληνοὺς ἐμοὶ ὁμοιοτέ-
ρους τίκτουσιν ἢ σοί: vgl. ebendas.
IV 19. Scholion zu Arist. Nubes
223: ἐλέγετο δὲ ὃ Σωκράτης τὴν
ὄψιν Σειληνῷ παρεμφαίνων᾽ σιμός
ze γὰρ καὶ φαλακρὸς ἦν. Dasselbe
bezeugt Platon Theät. 148 E Theo-
doros, welcher dem Sokrates die
Gestalt des Theätet in folgenden
wenig schmeichelhaften Worten be-
schreibt, ohne jedoch die Ver-
gleichung mit den Silenen selbst
IIAATSNOZ
u 1 ’ T
ὁτι μὲν οὖν τό γε εἶδος
anzuwenden: νῦν δέ, καὶ μή μοι
ἄχϑου, οὐκ ἔστι καλός, προσέοικε
δὲ σοὶ τήν TE σιμότητα καὶ τὸ
ἔξω τῶν ὀμμάτων" ἧττον δὲ ἢ σὺ
ταῦτ᾽ ἔχει. Meno 80 A vergleicht
den Sokrates gar mit einer breiten
Zitterroche. Bekanntlich hat die
bildende Kunst in Darstellungen des
Sokrates die historisch bezengte
Silenenähnlichkeit mit einem ge
wissen idealen Typus zu vermählen
ge wulst. Vgl. bes. die Büste ausder
illa Albani. Schuster über die er
haltenen Porträts der griech. Phi- ἢ
losophen p. 8.
6. τούτοις bezieht sich, obwohl
der unmittelbar folgende Abschnitt
(s. die Disposition) nur auf ἀδ
zweite Vergleichung mit dem Mar-
syas geht, offenbar sowohl auf die #
Silenen als auf diesen. Im Au
sehen sind sie einander gleich.
Der Unterschied, der ursprünglich
zwischen Satyrn und Silenen ὃν
stand, hat sich schon längst ver-
wischt. Herod. VII, 26 nennt des
Marsyas einen Silen, während εἴ
hier Satyr heilst. Vgl. Xen. Sup
IV 19: ἡ πάντων σιληνῶν τῶν
τοῖς σατυρικοὶς αἴσχιστος ἂν εἴην. --
οὐδ᾽ αὐτὸς ἄν που ἀμφισβητήσεις
(krit. Anh.). Die Zuversichtlichkeit
dieser Behauptung des Alkibiade
mit Rücksicht auf die allgemein
bekannten Aufserungen des Sokr#
tes wie Xen. Symp. V 7.
7. μετὰ τοῦτο: zu 176 E 4. -
ὑβριστὴς el. Unter den Zeugen für
diese Behauptung, die Alkıbiades
im Notfall anrufen will, könn
auch Agathon gehören. 175 E:
ὑβριστὴς εἶ, ἔφη, ὦ Σώκρατες, 9
9
Ayadov. , ,
8. ἐὰν γὰρ μὴ ὁμολογῇς, μᾶρτν-
ρας παρέξομαι sehr kategorischer
Ton wie in einer Gerichtarede.
Über bekannte Dinge will sich Al-
ZTMHOZION. 215.
177
ἀλλ οὐκ αὐλητής; πολύ γε ϑαυμασιώτερος ἐκείνου" ὁ Ὁ
μέν γε δι’ ὀργάνων ἐκήλει τοὺς ἀνθρώπους τῇ ἀπὸ τοῦ
στόματος δυνάμει, καὶ ἔτι νυνὶ ὃς ἂν τὰ ἐκείνου αὐλῇ.
ἃ γὰρ Ὄλυμπος ηὔλει, Μαρσύου λέγω τοῦ διδάξαντος.
kibiades nicht weiter verbreiten,
um so weniger, da er nachher auf
die specielle ὕβρις, mit der Sokra-
tes seine Schönheit behandelte, noch
in einem andern Zusammenhang zu
sprechen kommen wird 219 C: κατ-
ἐγέλασε τῆς ἐμῆς ὥρας καὶ ὕβρισε,
222 A: εἶπον & με ὕβρισε. Desto
ausführlicher verbreitet er sich über
die dritte Ähnlichkeit, die zwischen
Marsyas und Sokrates bestehen
soll: beide sind αὐληταί, Virtuosen,
welche sich auf die Bezauberung
ihrer Zuhörer verstehen. Insofern
als auch die Silenengehäuse mit
σύριγγες oder αὐλοί Aulserlich ver-
jehen sind (B 2), würde dieser Ver-
Heichungspunkt einigermalsen auch
ei der ersten Vergleichung An-
wendung finden; da aber von einer
Wirkung dieser αὐλοί keine Rede
ein kann, muls im folgenden doch
\kibiades sich auf das zweite
3leichnis beschränken.
Ο 1, ἐκείνου nämlich Μαρσύου.
2. δι’ ὀργάνων im Gegensatz zu
jokrates vgl. C 8. — τῇ ἀπὸ τοῦ
πόματος δυνάμει, ebenso wie So-
trates,
4. ἃ γὰρ Ὄλυμπος ηὔλει, Mog-
wov λέγω, τοῦ διδάξαντος. Was
ämlich im folgenden erzählt wird
on der gewaltigen Wirkung ge-
risser Flötenweisen, galt besonders
on den νσνόμοι αὐλητικοί (Plut. de
aus. 7; auch in 5 ist mit Bergk
wetae lyr. gr. p. 809° τῶν αὐλητι-
ῶν für αὐλῳδικῶν zu lesen) des
lympos. Da nun aber Alkibiades
on der Vergleichung des Sokra-
θ8 mit Satyrn oder Silenen aus-
egangen war, 80 konnte er die
igur des Olymposnicht verwenden,
rährend ihm die des mythischen
farsyas hiefür palste. Einer allfälli-
ten Einwendung aber begegnete er
lurch diese Bemerkung, dals auch
ie unter dem Namen des Olym-
‚08 bekannten Weisen dem Marsyas
PLATon, Symposion.
\
Ta
als dessen Lehrer zugeschrieben
werden können. Marsyas und sein
Liebling und Schüler Olympos gel-
ten in der Sage als erste Künstler
in der Flötenmusik (Plato Leg. II
677 D). Über ihre Zusammen-
stellung vgl. Flach Gesch. der
gr. Lyrik Ip. 75 fl. Der scharfe
Gegensatz zwischen der Musik der
Flöte und der Saiteninstrumente,
illustriert sich in der bekannten
Sage von dem Wettstreit, in den
Marsyas mit dem kitharspielenden
Apollo sich eingelassen hatte und
der schweren Strafe, die er dafür
erlitt. Die Vasenbilder, welche den
Wettkampf betreffen, besprochen
von Michaelis Archäol. Zeitung
1869 p. 41ff. In einzelnen Dar-
stellungen erscheint der jugend-
liche Olympos, trauernd über die
Niederlage und den Sturz seines
Meisters, Michaelis a. a. O. p. 49.
Über Oiympos vgl. den sog. Pla-
tonischen Minos 318 B: ὁ Μαρσύας
— καὶ τὰ παιδικὰ αὐτοῦ Ὄλυμπος
ὃ Φρύξ und über deren Leistungen
ibid. ähnlich wie hier: rov-
τῶν δὴ καὶ τὰ αὐλήματα ϑειότατά
ἐστι, καὶ μόνα κινεῖ καὶ ἐκφαίνει
τοὺς τῶν ϑεῶν ἐν χρείᾳ ὄντας᾽
καὶ ἔτι καὶ νῦν μόνα λοιπά, ὡς
ϑεῖα ὄντα. Vgl. Aristot. Polit. V
5, 13408 8: ἀλλὰ μὴν ὅτι γινό-
μεϑα ποιοί τινες τὰ ἤϑη (nämlich
διὰ μουσικῆς), φανερὸν διὰ mol-
λῶν μὲν καὶ ἑτέρων, οὐχ ἥκιστα δὲ
καὶ διὰ τῶν Ὀλύμπου μελῶν" ταῦτα
γὰρ ὁμολογουμένως ποιεῖ τὰς ψυ-
χὰς ἐνθουσιαστικάς, 6 δ᾽ ἐνϑου-
σιασμὸς τοῦ περὶ τὴν ψυχὴν ἤϑους
πάϑος ἐστίν. Plut. de mus. 7 von
Olympos: οὗτος γὰρ παιδικὰ γενό-
wevog ἥαρσύον καὶ τὴν αὔλησιν
μαϑὼν παρ᾽ αὐτοῦ τοὺς νόμους
τοὺς ἁρμονικοὺς ἐξήνεγκεν εἰς τὴν
Ἑλλάδα, οἷς νῦν χρῶνται οἵ Ἔλλη-
γνες ἐν ταῖς ἑορταῖς τῶν θεῶν. Aus
dieser Stelle sowohl, deren Quelle
auf eine frühere Periode zurück-
12
178
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
οὖν ἐκείνου ἐάν τὸ ἀγαϑὸς αὐλητὴς αὐλῇ ἐάν τε φαύλη
αὐλητρίς, μόνα κατέχεσθαι ποιεῖ καὶ δηλοῖ τοὺς τῶν ϑεῶν
τὸ καὶ τελετῶν δεομένους διὰ τὸ ϑεῖα εἶναι.
σὺ δ᾽ ἐκείνον
τοσοῦτον μόνον διαφέρεις, ὅτε ἄνευ ὀργάνων ψιλοῖς λόγοις
ταὐτὸν τοῦτο ποιεῖς.
ἡμεῖς γοῦν ὅταν μέν Tov ἄλλου
D ἀκούωμεν λέγοντος καὶ πάνυ ἀγαϑοῦ ῥήτορος ἄλλους λθΥ-
yovg, οὐδὲν μέλει, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδενί"
ἐπειδὰν δὲ
- 9 ΄ καὶ - - [4 Bd Ἃ
σοῦ τις ἀχούῃ ἡ τῶν σῶν λόγων ἄλλου λέγοντος, x
πάνυ φαῦλος ἡ 6 λέγων, ἐάν τε γυνὴ ἀκούῃ ἐάν TE ἀνὴρ
geht, als auch aus den Stellen Pla-
tons und Aristoteles geht mit
Sicherheit hervor, dafs in der clas-
sischen Zeit Flötenweisen an Festen
vorgetragen wurden, die uralt waren
und als Compositionen des Olym-
pos galten; und zwar von gewal-
tiger enthusiastischer Wirkung oder
tieftrauerndem Charakter. Vgl. auch
Arist. Eq. 8: δεῦρο δὴ πρόσελϑ᾽
ἕνα | Evvavilav κλαύσωμεν Οὐλύμ-
που νόμον. Eurip. Iphig. Aul. 576.
Die Alten unterschieden einen ältern
und einen jüngern Olympos, beide
Meister der phrygischen Auletik;
die Nachrichten sind aber schwer
zu scheiden. Vgl. den Artikel
Olympos von Ritschl in der Hall.
Encykl. ΠῚ 8, 888 ff. (Opusc. Vol.
I, Nr. 8). Susemihl zu Aristot. Pol.
II n. 1062. Westphal, Musik des
gr. Alterth. p. 69 ff., Flach a.a. O.
p. 118 fl.
5. ἐάν τε ἀγαϑὸς αὐλητὴς αὐλῇ
ἐάν τε φαύλη αὐλητρίς; diese Zu-
sammenstellung deutet immerhin,
so allgemein auch der Gedanke ist,
darauf hin, dafs die herumziehenden
αὐλητρίδες ihre Kunst handwerks-
mälsig betrieben. Wer gute Musik
hören wollte, mulste sich eher einem
αὐλητής zuwenden.
6. μόνα κατέχεσθαι ποιεῖ καὶ
δηλοῖ vgl. die wahrscheinlich von
unserer Stelle abhängige Beschrei-
bung im Minos a. a. Ο.: μόνα xı-
νεῖ καὶ ἐκφαίνει. — δηλοῖ (und in
Minos ἐκφαένει!) zeigt an, dals nur
die von vornherein für religiöse
Stimmung empfänglichen „Heils-
bedürftigen‘ ergriffen werden. Eben
durch diese Ergriffenheit wird erst
offenbar, wer unter den Anweser-
den wirklich heilsbedürftig ist. p+-
va in ganz hervorragendem Malse,
einzig in ihrer Art. 222 A: zg-
τον μὲν νοῦν ἔχοντας μόνους εὗρή:
σει τῶν λόγων (Sc. τοὺς Σωκρά-
τους λόγους). Stallbaum. Ebens
lat. unus.
8. ἄνευ ὀργάνων ψιλοὶς λόγοις. Det
rein negative Ausdruck ἄνευ or
γάνων wird durch den folgenden
positiven Zusatz λόγοις ergäns.
Auch das Epitheton ψελοῖς enthält
insofern etwas Neues, als dure
dasselbe nicht blols die musikal-
schen Instrumente, sondern jede
Zuthat zu dem einfachen λέγειν,
καταλέγειν, also auch der Gesang
ausgeschlossen ist. ψιᾶός bezeich
net nämlich überhaupt den Aur
schluss jeder Zuthat, daher umg®
kehrt Leg. II 669 E auch von yıll
κιϑάρισις und αὔλησις ἃ. h. reine
Instrumentalmusik, ohne Worte, g%«
sprochen wird.
9. ταὐτὸν τοῦτο d.h. zarszeode
u. 5. w.
D 3. ἄλλου λέγοντος, κἂν παν
φαῦλος 7 ὁ λέγων entspricht 0 8:
καὶ ἔτι νυνὶ ὃς ἂν τὰ ἐκείνου αὖὶξ
und C 5: ἐάν τε ἀγαθὸς avi
αὐλῇ ἐάν τε φαύλη αὐλητρές.
solcher Fall liegt gerade im Sym
posion vor, die Aöyos des Sokrates
werden von Aristodemos erzählt.
4. ἐάν τε γυνὴ — μειράκιον
hierin ist die Wirkung der Redes
des Sokrates noch weitgreifende
als die der Weisen des Olympos&
deren Eindruck sich auf die mehr
oder weniger Empfänglichen be
schränkt: zu C 6: δηλοῖ.
ZTMIIOZION. 216. 179
ἐάν TE μειράκιον, ἐκπεπληγμένον ἐσμὲν καὶ κατεχόμεϑα. 5
ἐγὼ γοῦν, ὦ ἄνδρες, εἰ μὴ ἔμδλλον κομιδῇ δόξειν με-
ϑύειν, εἶπον ὀμόσας ἂν ὑμῖν, οἷα δὴ πέπονθα αὐτὸς ὑπὸ
τῶν τούτου λόγων καὶ πάσχω ἔτι χαὶ νυνί, ὅταν γὰρ
ἀκούω, πολύ μοι μᾶλλον ἢ τῶν κορυβαντιώντων 7 τὲξ
καρδία πηδᾷ καὶ δάκρυα ἐκχεῖται [ὑπὸ τῶν λόγων τούτου],
ὁρῶ δὲ καὶ ἄλλους παμπόλλους τὰ αὐτὰ πάσχοντας. IIs-
ρικλέους δὲ ἀκούων καὶ ἄλλων ἀγαθῶν ῥητόρων εὖ μὲν
ἡγούμην λέγειν, τοιοῦτον δ᾽ οὐδὲν ἔπασχον, οὐδ᾽ ἐτεϑορύ-
βητό μου ἡ ψυχὴ οὐδ᾽ ἠγανάκτει ὡς ἀνδροποδωδῶς δια-
κειμένου. ἀλλ᾽ ὑπὸ τουτουὶ τοῦ Μαρσύου πολλάκις δὴ
οὕτω διετέϑην, ὥστε μοι δόξαι μὴ βιωτὸν εἶναι ἔχοντι 216
ὡς ἔχω. καὶ ταῦτα, Σώκρατες, οὐκ ἐρεῖς ὡς οὐκ ἀληϑῆ.
καὶ ἔτι γὲ νῦν ξύνοιδ᾽ ἐμαυτῷ, ὅτι εἰ ἐθέλοιμι παρέχειν
τὰ ὦτα, οὐκ ἂν καρτερήσαιμι, ἀλλὰ ταὐτὰ ἂν πάσχοιμι.
ἀναγκάξει γάρ μὲ ὁμολογεῖν,
6. κομιδῇ μεϑύειν ganz und gar,
völlig betrunken sein. Denn
er bis auf einen gewissen Grad be-
trunken ist, leugnet er ja keines-
wegs.
7. εἶπον ὁμόσας ἂν ὑμῖν ich
würde es auch mit einem Eide be-
kräftigen: ‚„zuratus vobis dicerem.
Non dscerem tantum, uti nune dico,
sed iusiurandum adderem.“ Rückert.
Eine feierliche Beteuerung, dals
die folgende merkwürdige Schilde-
rung des Eindruckes, den Sokrates
auf Alkibiades machte, buchstäb-
lich wahr sei. — οἷα δὴ πέπονθα
αὐτὸς ὑπὸ τῶν τούτου λόγων vgl.
den Anfang der Apologie 6 τι μὲν
Opeig, ὦ ἄνδρες Adnvaioı, πεπόνϑατε
ὑπὸ τῶν ἐμῶν κατηγόρων, οὐκ οἶδα.
Ε 1. ἥ τὲ καρδία πηδᾷ καὶ δά-
κρύα ἐκχεῖται. Die heftigen Ge-
mütsbewegungen, welche die Re-
den des Sokrates auf Alkibiades
hervorbringen, sind einerseits solche
der Reue und moralischen Zer-
knirschung, &andrerseits der Eitel-
keit: sein Stolz bäumt sich gegen
die Vorstellung, dafs ein anderer
eınen solchen Einfluls auf ihn übe
und ihn sogar in seiner Siegeslauf-
bahn im attischen Staatsleben zu
hemmen versuche; vgl. unten ἦγα-
ὅτι πολλοῦ ἐνδεὴς ὧν αὐτὸς"
νάκτει ὡς ἀνδραποδωδῶς διακειμέ-
vov. 219 Ε: καταδεδουλωμένος ὑπὸ
τοῦ ἀνθρώπου. Dieser Zwiespalt
in seinem Innern zwischen dem un-
gemessenen Ehrgeiz und den ihn
selbst überzeugenden (216 A 6:
ἀναγκάξει γάρ με ὁμολογεῖν) Vor-
stellungen des Sokrates, dals er
zuerst an seiner eigenen morali-
schen und intellectuellen Ausbil-
dung zu arbeiten habe, bevor er
an die staatsmännische Laufbahn
denken dürfe — bringt den Alki-
biades zunächst zur Verzweiflung
(216 A: ὥστε μοι δόξαι un βιωτὸν
εἶναι ἔχοντι ὡς ἔχω), dann zum
Entschluls gewaltsam vor dem Ein-
flusse des Sokrates die Ohren zu
verstopfen und ihn zu fliehen.
216 A 2. καὶ ταῦτα — dAn®n
zweite Berufung des Sokrates selbst
(die erste 215 B: οὐδ᾽ αὐτὸς δή
που ἀμφισβητήσεις.
ὅ. ἀναγκάξει γάρ μὲ ὁμολογεῖν,
ὅτι — πράττω bildet das Thema
zu der unter dem Namen des Pla-
ton uns erhaltenen Alkibiades 1.
Dort zwingt Sokrates den Alkibiades
zum Geständnis, dafs er noch sehr
unwissend sei in dem, was ein
Staatsmann und Ratgeber des Vol-
kes wissen müsse, vorab in der Er-
12*
180
6 ἔτε ἐμαυτοῦ μὲν ἀμελῶ, τὰ ὃδὲ Adnvalov πράττω. βία
οὖν ὥσπερ ἀπὸ τῶν Σειρήνων ἐπισχόμενος τὰ ὦτα οἶχο-
μαι φεύγων, ἵνα μὴ αὐτοῦ καϑήμενος παρὰ τούτῳ κατα-
πέπονθα δὲ πρὸς τοῦτον μόνον ἀνθρώπων, ὃ
οὐχ ἄν τις οἴοιτο ἐν ἐμοὶ ἐνεῖναι, τὸ αἰσχύνεσθαι 0-
ἐγὼ δὲ τοῦτον μόνον αἰσχύνομαι.
ἐμαυτῷ ἀντιλέγειν μὲν οὐ δυναμένῳ, ὡς οὐ δεῖ ποιεῖν ἃ
οὗτος κελεύει, ἐπειδὰν δὲ ἀπέλθω, ἡττημένῳ τῆς τιμῆς
Β γηράσω.
τινοῦν"
kenntnis des Rechtes und Unrechtes.
Ast taxiert jene Schrift als eine
Illustration zu unserer Stelle. (Pla-
tons Leben u. Schriften p. 436).
6. βίᾳ inuitus mihique ipst wm
inferens aufugio (Bückert). — ἐπι-
σχόμενος τὰ ὦτα; Plut. Pomp. 56:
καὶ Κάτων (ἔτυχε γὰρ κρίνων) ἐπι-
σχόμενος τὰ ὦτα ταῖς γερσὶν οὐκ
ἔφη καλῶς ἔχειν αὐτῷ παρὰ τὸν
ψόμον ἀκούειν τῶν ἐπαίνων (das
Activ Plut. Cato minor 28: ὁ δὲ
Θέρμος --- ἐπέσχε τῇ χειρὶ τὸ στόμα
καὶ τὴν φωνὴν ἀπέκλεισε sc. dem
Metellus). Ähnlich 218 B unten:
πύλας παμμεγάλας τοὶς ὠσὶν ἐπί-
ϑεσθε. Eintgegengesetzter Begriff
%
παρέχειν τὰ ὦτα, aurem praebere:
oben 8, Crat. 896 D, Lucian de
salt. 6: ἕτοιμος — παρασχεῖν τὰ
ὦτα, καὶ ἄνευ κηροῦ (vgl. unser
ὥσπερ ἀπὸ τῶν Σειρήνων) παρα-
κούειν τῶν φαύλων δυνάμενος. Vgl.
Hor. Ep. I 2, 106: οδέμγοηι pa-
tulas impume legentibus aures.
8. va μὴ — καταγηράσω für den
thatenlustigen und ruhmsüchtigen
Alkibiades ein schrecklicher Ge-
danke.
B 1. ὃ οὐκ ἄν τις οἴοιτο ἐν ἐμοὶ
ἐνεῖναι sehr offenherziges Geständ-
nis des betrunkenen Alkıbiades, ganz
entsprechend verschiedenen Erzäh-
lungen über ihn aus jener Zeit. Er
schämt sich vor Sokrates nicht
blols deswegen, weil er von die-
sem im Gespräche geschlagen wird,
sondern weil ihn sein Ehrgeiz treibt
wider besseres Wissen und Ge-
wissen, wider dasjenige zu handeln,
was er dem Sokrates zugestan-
den hat.
5. ἡττημένῳ τῆς τιμῆς τῆς ὑπὸ
τῶν πολλῶν. Zu dieser Breviloquenz
IIAAT2NOZ
ξύνοιδα γὰρ
vergleicht Stallbaum Xen. Kyrop.
II 8, 2: ἤδεσθαι τῇ ὑπὸ πάντων
τιμῇ, Platon Rep. II 389 A: τὸ om
τοῦ νόμου ἐπέταγμα, Bep. II 3%
C: "Aoeag τε καὶ ᾿Αφροδέτης ὑπὸ
Ἡφαίστου δεσμός. Kurze oder ellip
tische Ausdrucksweisen komm
trägt, ziemlich oft vor; 215 A: oe
τως, δι᾽ εἰκόνων, ibid. οἰήσεται ἐπὶ
τὰ γελοιότερα, 216 Ο: ἀλλ᾽ οὐκ αὖ-
λητής; 216 Ὁ: ἀλλὰ ἐγὼ δηλῶσαι,
ἐπείπερ ἠρξάμην, 210 Ε: λέγω ὑμῖν
220 Ο: καὶ ταῦτα μὲν dn ταῦτα,
220 D: εἰ δὲ βούλεσθε, ἐν ταῖς pe-
χαις, 321 Ὁ: εἰσὶ δὲ καὶ ἕτε
222 Β: ἃ δὴ καὶ σοὶ λέγω, ὦ 4
ϑων, μὴ ἐξαπατᾶσϑαι. Und 80 sch
vorher 218 Ο: εἴ rıg — ἐστί τε
ούλεται. Gerade um 416 v.
ın welches Jahr das Gastmahl
legt ist, steht Alkibiades auf dem
Zenith seines Einflusses. Er
jetzt der ausgesprochene Fühı
des Volkes, der Löwe, den es sick
aufgezogen und verwöhnt hat (Ars
Ran. 1482). Noch ist die dunkle
Wendung in seinem Schicksal
eingetreten, welche bald
mit der Sicilischen Expedition und
dem Hermokopidenprocesse begast
und ihn in noch ganz andere mork
lische Conflicte brachte, als wie ®
an unserer Stelle von Platon g*
schildert werden. Auch hier ΤῊ
es der ungemessene Ehrgeiz, und ds
Unvermögen, erlittene Kränkung
hinzunehmen, die ihn ins Verderb@
stürzten, zum Verräter an seime®
Vaterlande machten und seine Ehrt
unaustilgbar befleckten. Man b*
merke, wie gut Platon, der το
Ü
ZTMIIOEION. 216. 181
τῆς ὑπὸ τῶν πολλῶν. δραπετεύω οὖν αὐτὸν καὶ φεύγω, 6
καὶ ὅταν ἴδω, αἰσχύνομαι τὰ ὡμολογημένα. καὶ πολλάκις C
μὲν ἡδέως ἂν ἴδοιμεν αὐτὸν μὴ ὄντα ἐν ἀνθρώποις᾽ sl δ᾽
αὖ τοῦτο γένοιτο, εὖ olda ὅτι πολὺ μεῖζον ἂν ἀχϑοίμην,
ὥστε οὐκ ἔχω 0 τι χρήσωμαι τούτῳ τῷ ἀνϑρώπῳ.
XXXII. Καὶ ὑπὸ μὲν δὴ τῶν αὐλημάτων καὶ ἐγὼ
καὶ ἄλλοι πολλοὶ τοιαῦτα πεπόνϑασιν ὑπὸ τοῦδε τοῦ σα-
zupov. ἄλλα δὲ ἐμοῦ ἀκούσατε ὡς ὁμοῖός τέ ἐστιν
οἷς ἐγὼ Nxaca αὐτὸν καὶ τὴν δύναμιν ὡς ϑαυμασίαν
ἔχει. εὖ γὰρ ἴστε ὅτι οὐδεὶς ὑμῶν τοῦτον γιγνώσκει"
ἀλλὰ ἐγὼ δηλώσω, ἐπείπερ ἠρξάμην. ὁρᾶτε γὰρ ὅτι Σω-Ὁ
χράτης ἐρωτικῶς διάκειται τῶν καλῶν καὶ ἀεὶ
περὶ τούτους ἐστὶ καὶ ἐκπέπληκται, [καὶ αὖ ἀγνοεῖ
πάντα καὶ οὐδὲν οἶδεν.) ὡς τὸ σχῆμα αὐτοῦ. τοῦτο οὐ
σιληνῶδες; σφόδρα γε. τοῦτο γὰρ οὗτος ἔξωθεν περιβέ-
βληται, ὥσπερ ὁ γεγλυμμένος σιληνός ἔνδοθεν δὲ
ἀνοιχϑεὶς πόσης οἴεσϑε γέμει, ὦ ἄνδρες συμπόται,
σωφροσύνης; ἴστε ὅτι οὔτε εἴ τις καλός ἐστι μέλει
αὐτῷ οὐδέν, ἀλλὰ καταφρονεῖ τοσοῦτον ὅσον οὐδ᾽ ἂν εἷς
oindeln, οὔτ᾽ εἴ τις πλούσιος, οὔτ᾽ εἰ ἄλλην τινὰ τιμὴν Ἐὶ
einem starken, materiell aber gleich-
gültigen Anachronismus 193 A nicht
zurückschreckt, in den Hauptsachen
die Zeiten unterscheidet, indem er
die starken Wechselfälle im spätern
Leben des Alkibiades mit keinem
Worte berührt, höchstens leise die
Keime dieser Conflicte, wie sie da-
mals schon in dieser widerspruchs-
vollen Natur lagen, andeutet.
Ο δ. ὑπὸ μὲν δὴ τῶν αὐλημά-
τῶν bezeichnet das Ende des Ab-
echnittes, in welchem bewiesen war,
dals Sokrates als αὐλητής (durch
seine Reden) dem Marsyas gleiche.
8. ἤκασα die ältere attische Form
f. handschr. εἴκασα. Vgl. Wecklein
eurae — epigraphicae p. 35.
9. εὖ γὰρ ἴστε ὅτι οὐδεὶς ὑμῶν
τοῦτον γιγνώσκει. Es ist als ob
Platon selbst den meisten Bekann-
ten und Schülern des Sokrates zu-
rufen wollte, sie hätten, so sehr
sie auf seine Worte gelauscht, ihn
doch nicht in seiner ganzen Grölse
>
durchschaut, ἀλλ᾽ ἐγὼ (Platon) δη-
λώσω u. 8. W.
D 3. ἐκπέπληκται zu 211 Ὁ 5.
4. ὡς τὸ σχῆμα αὐτοῦ wie sein
Gebahren ist = nach seinem Aus-
sehen zu schlielsen; es schlielst _
sich dies unmittelbar an ἐκπέπλη-
κται, wovon es durch ein unge-
schicktes Glossem getrennt ist. — _
τοῦτο οὐ σιληνῶδες; insofern die
Silenen und Satyrn gar verliebt zu
thun pflegen.
5. περιβέβληται cf. Xen. Oec. II
5 εἰς δὲ τὸ σὸν σχῆμα ὃ σὺ περι-
βέβλησαι.
8. ἔστε u. s. w. Charmides 154 B
ἐμοὶ μὲν οὖν, ὦ ἑταῖρε, οὐδὲν σταϑ-
untov' ἀτεχνῶς γὰρ λευκὴ oradun
εἰμὶ πρὸς τοὺς καλούς σχεδὸν γάρ
τί μοι πάντες οἷ ἐν τῇ ἡλικίᾳ κα-
λοὶ φαίνονται, was Lucilius XXIX
768 ff. Lachmann übertragen hat.
Ἑ 1. οὔτ᾽ εἴ τις πλούσιος, οὔτ᾽
εἰ ἄλλην τινὰ τιμὴν ἔχων τῶν ὑπὸ
πλήϑους μακαριξομένων; 178 D:
182
2 ἔχων τῶν ὑπὸ πλήϑους μακαριξομένων᾽ ἡγεῖται δὲ πάντα
ταῦτα τὰ κτήματα οὐδενὸς ἄξια καὶ ἡμᾶς οὐδὲν εἶναι --
λέγω ὑμῖν --- εἰρωνευόμενος δὲ καὶ παίζων πάντα τὸν
βίον πρὸς τοὺς ἀνθρώπους διρτελεῖ.
αὐτοῦ καὶ ἀνοιχϑέντος οὐχ olda εἴ τις ἑώρακε τὰ ἐντὸς
ἀγάλματα ἀλλ᾽ ἐγὼ ἤδη ποτ᾽ εἶδον, κἀμοὶ ἔδοξεν οὔτε
217 ϑεῖα καὶ χρυσὰ eiva καὶ πάγκαλα καὶ ϑαυμαστά, ὥσι
ποιητέον δἶναι ἔμβραχυ 0 τι κελεύοι Σωκράτης.
δὲ αὐτὸν ἐσπουδακέναι ἐπὶ τῇ ἐμῇ ὥρα ἕρμαιον ἡγησάμη!
εἶναι καὶ εὐτύχημα ἐμὸν ϑαυμαστόν, ὡς ὑπάρχον μι
χαρισαμένῳ Σωκράτει πάντ᾽ ἀκοῦσαι ὕσαπερ οὗτος Ada
οὔτε τιμαὶ οὔτε πλοῦτος. --- τιμὴν
ἔχων parallel mit dem Adjectiv
πλούσιος. Dazu ist ἐστέ zu er-
gänzen aus εἴ τις καλός ἐστι.
3. καὶ ἡμᾶς οὐδὲν εἶναι und
uns andere, die wir diese Vorzüge
besitzen und uns darauf zu gute
thun, wie dich, Agathon, mich,
einen Charmides, einen Euthydemos
u. s. w. (222 B) — hält er für nichts.
219 A: ἄμεινον σκόπει un σε λαν-
ϑάνω οὐδὲν ὦν, 220 A: οὐδὲν ἦσαν
οὗ ἄλλοι πρὸς τὸ καρτερεῖν.
4. λέγω ὑμῖν fassen wir mit
Rückert und Madvig als Parenthese
== „lalst’s Euch gesagt sein, merkt's
Euch“; wenn er euch schön thut,
ist's ihm doch nicht Ernst damit.
Rettig verweist auf 222B: ἃ δὴ καὶ
σοὶ λέγω, ὦ Ayadov. Zu dieser
Parenthese vgl. die leidenschaft-
liche Rede des Athenagoras Thuk.
VI 87, 2: ὥστε — παρὰ τοσοῦτον
γιγνώσκω — μόλις ἄν μοι δοκοῦσιν
u.s.w. Hor. Ep. 16, 29: Vis recte
uiuere — Quis non? Ebenso ist
Phädo 106 B ἔφαμεν parenthetisch
eingeschoben. — εἰρωνευόμενος vgl.
218 Ὁ: μάλα εἰρωνικῶς.
ὅ. σπουδάσαντος dem obigen εἰ-
ρωνευόμενος δὲ καὶ παίξζών ent-
gegengesetzt. Derselbe Gegensatz
Xen. ΣΡ. IV 28: οὗτοι μὲν δὴ
οὕτως ἔσκωψάν τὸ καὶ οὐκ ἐσπού-
δασαν, Platon Phädr. 284 Ὦ: δοκῶ
γάρ σοι παίξειν καὶ οὐχὶ ἐσπου-
δακέναι;
6. τὰ ἐντὸς ἀγάλματα: zu 216 Α:
τοῖς σιληνοῖς τούτοις. Es sind die
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
σπουδάσαντος ὃὲ
ἡγούμενοι
Tugenden desSokrates, insbesonder
seine σωφροσύνη 216B, σωφροσύ
καὶ ἀνδρεία 219 Ὁ, φρόνησις τι
καρτερία ibid.
7. ἀλλ᾽ ἐγὼ ἤδη ποτ᾽ εἶδον
mit gehobener, begeisterter ϑ'π
gesprochen zu denken.
217 A2. ἔμβραχυ ὅ τι κελεύ
„KEurzweg (überhaupt, kurz u
t) alles was er befehlen würde
(krit. Anh.). So vor ὅστις Go
457 A: ἔμβραχυ περὶ ὅτου ἂν fe
ληται, Hippias min. 866 ἢ, Eber
Arist. Vesp. 1120: ἀλλ᾽ ἐμοὶ dom
τὸ λοιπὸν τῶν πολιτῶν Fußon
ὅστις ἂν μὴ ᾽χῃ τὸ κέντρον, μὴ φῇ
ρεεν τριώβολον.
8. σπουδάζειν ἐπί τινι 68 ΔΆ
etwas ernstlich absehen Phä
276 B: ἐφ᾽ οἷς δὲ ἐσπούϑακε. -"
ἡγούμενος --- ἡγησάμην nachlässig
Wiederholung desselben Worte
Zu 175 B: ἀποστὰς --- ἕστηκεν.
ἕρμαιον 176 Ὁ.
δ. Σωκράτει von χαρισαμένῳ δὲ
hängig. — ὡς ὑπάρχον μοι -- κά
ἀκοῦσαι ὅσαπερ οὗτος ἤδει, inde
nämlich Sokrates dann, in (
Falle des γαρίξζεσθαι von meint
Seite, sich dazu herbeilassen würdg
mir all sein Wissen mitzuteile
Alkibiades setzt voraus, Sokrai
lasse sich von dem Grundsatze le
ten, den Pausanias als Richtschu
für die ἐρασταί aufgestellt hal
184D: νόμον ἔχων ἑκάτερος, 0 μὲ
(d.h. ὃ ἐραστής) χζαρισαμένοις ;
δικοῖς ὑπηρετῶν ὁτιοῦν δικαίως δ
ὑπηρετεῖν. Auch was nachher δὲ
ZTMIIOZION. 217. 183
ἐφρόνουν γὰρ δὴ ἐπὶ τῇ pa ϑαυμάσιον ὅσον. ταῦτα 6
οὖν διανοηϑείς, πρὸ τοῦ οὐκ εἰωϑὼς ἄνευ ἀκολούϑου
[μόνος] μετ᾿ αὐτοῦ γίγνεσθαι, τότε ἀποπέμπων τὸν ἀκό-
λουϑον μόνος συνεγιγνόμην. δεῖ γὰρ πρὸς ὑμᾶς πάντα Β
τἀληϑῆ εἰπεῖν" ἀλλὰ προσέχετε τὸν νοῦν, καὶ εἰ ψεύδο-
μαι, Σώκρατες, ἐξέλεγχε. συνεγιγνόμην γάρ, ὦ ἄνδρες,
μόνος μόνῳ, καὶ ᾧμην αὐτίκα διαλέξεσθαι αὐτόν μοι ἅπερ
ἂν ἐραστὴς παιδικοῖς ἐν ἐρημίᾳ διαλεχϑείη, καὶ ἔχαιρον.
τούτων δ᾽ οὐ μάλα ἐγίγνετο οὐδέν, ἀλλ᾽ ὥσπερ εἰώϑει
διαλεχϑεὶξὶ δή μοι καὶ συνημερεύσας ὥχετο ἀπιών. μετὰ
ταῦτα συγγυμνάξεσϑαι προὐκαλούμην αὐτὸν [χαὶ συνεγυμνα-
ξζόμην], ὥς τι ἐνταῦϑα περανῶν. συνεγυμνάξετο οὖν por C
καὶ προσεπάλαιε πολλάκις οὐδενὸς παρόντος καὶ τί δεῖ
λέγειν; οὐδὲν γάρ μοι πλέον ἦν. ἐπειδὴ δὲ οὐδαμῇ ταύτῃ
ἤνυτον, ἔδοξέ μοι ἐπιϑετέον εἶναι τῷ ἀνδρὶ κατὰ τὸ καρ-
τερὸν καὶ οὐκ ἀνδτέον, ἐπειδήπερ ἐγκεχειρήκη, ἀλλὰ ἰστέον
ἤδη τί ἐστι τὸ πρᾶγμα.
Pausanias noch folgt, als weiterer
Grundsatz für den Liebhaber und
Geliebten, palst vollkommen in die
Anschauung, die Alkibiades im An-
fange seines Verkehres mit Sokra-
tes hatte: ὃ μὲν δυναμενὸς εἰς φρό-
ψησιν καὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν ξυμ-
βαλέσθαι, ὃ δὲ δεόμενος εἰς παί-
δευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν κτᾶ-
αι.
6. γὰρ δή „denn in der That“
Hinweisung auf eine bekannte That-
sache. Zu 206 Ὁ 2, 184 Ὁ 4. —
ϑαυμάσιον ὅσον; vgl. 220 Β: ἦμ-
φιεσμένων θαυμαστὰ δὴ ὅσα; τὰ
118 C: ὑπερφυῶς ὡς χαίρω.
7. οὐκ εἰωθὼς ἄνευ ἀκολούϑου
μετ᾽ αὐτοῦ ylyvsodaı „Keinen nach-
folgenden Sklaven beim Ausgang
mit sich zu haben, ist ein Zeichen
sehr dürftiger Umstände, weshalb
Praxagora bei Aristoph. Eccl. 593
sagt, sie wolle es abschaffen: μηδὲ
γεωργεῖν τὸν μὲν πολλήν, τῷ δ᾽
εἶναι μηδὲ ταφῆναι μηδ᾽ ἀνδρα-
πόδοις τὸν μὲν γρῆσθαι πολλοῖς,
τὸν δ᾽ οὐδ᾽ ἀκολούϑῳ. Bei Lysias
XXXI 16 wird geklagt, dals Mün-
del hinausgestolsen worden seien
οὐ μετὰ ἀκολούϑου, οὐ μετὰ στρω-
μάτων, οὐ μετὰ τῶν ἐπίπλων u.a. π."
προκαλοῦμαι δὴ αὐτὸν πρὸς τὸ
Becker Charikles II? p. 21. Vgl.
Frohberger Lysias ausgew. Reden
z.d. a.St.: „was bei Erwachsenen
Gebot der Etiquette oder (bei
grolser Zahl) Zeichen des Grofs-
thuns, das war bei Kindern Gebot
des Anstandes.‘‘ Der pedisequus der
Kinder heifst zaıudayaoyog 183 C.
Β 2. καὶ εἰ ψεύδομαι, Σώκρατες,
ἔλεγχε. Dritte Beteurung der Wahr-
heit durch Berufung auf Sokrates.
6. οὐ μάλα οὐδέν gar nicht irgend
etwas.
C1. συνεγυμνάξετο οὖν wor καὶ
προσεπάλαιε. Über die Leibesübun-
en entwickelt Sokrates Xen. Symp.
T 16 — 21 eigene Anschauungen.
Er legt ein Hauptgewicht auf die
gleichmälsige Bethätigung aller
Gliedmalsen, und infolgedessen
hält er das Tanzen für die zuträg-
lichste Übung dieser Art. Ja er er-
zählt seinen erstaunten Zuhörern,
dals er zu Hause innerhalb seiner
vier Wände ganz allein Tanz-
üburgen anstelle, wobei er den
Vorteil habe $ 18: ὅτι οὐ δεήσει
μὲ συγγυμναστὴν ξητεῖν οὐδ᾽ ἐν
ὄχλῳ πρεσβύτην ὄντα ἀποδύεσθαι.
6. προκαλοῦμαι δὴ αὐτὸν πρὸς
τὸ συνδειπνεῖν ist der dritte Ver-
184 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
D συνδειπνεῖν, ἀτεχνῶς ὥσπερ ἐραστὴς παιδικοῖς ἐπιβουλεύων.
καί μοι οὐδὲ τοῦτο ταχὺ ὑπήκουσεν, ὅμως δ᾽ οὖν χρόνῳ ᾿
ἐπείσϑη. ἐπειδὴ δὲ ἀφίκετο τὸ πρῶτον, δειπνήσας ἀπιέναι
ἐβούλετο. καὶ τότε μὲν αἰσχυνόμενος ἀφῆκα αὐτόν αὖϑις
δ᾽ ἐπιβουλεύσας, ἐπειδὴ ἐδεδειπνήκειμεν, διελεγόμην as
πόρρω τῶν νυκτῶν, καὶ ἐπειδὴ ἐβούλετο ἀπιέναι, σκηπτύ-
μενος ὅτι ὀψὲ εἴη, προσηνάγκασα αὐτὸν μένειν. ἀνεπαύετο
οὖν ἐν τῇ ἐχομένῃ ἐμοῦ κλίνῃ, ἐν ἥπερ ἐδείπνει, καὶ οὐ.
E δεὶς ἐν τῷ οἰκήματι ἄλλος καϑηῦδεν ἢ ἡμεῖς. μέχρι μὲν
οὖν δὴ δεῦρο τοῖ λόγου καλῶς
λέγειν τὸ δ᾽ ἐντεῦϑεν οὐκ ἄν
un πρῶτον μέν, τὸ λεγόμενον,
μετὰ παίδων ἦν ἀληϑής, ἔπειτα
such, den Alkibiades macht, um
den Sokrates zu gewinnen (vgl.
oben B: μόνος συνεγιγνόμην, C:
μετὰ ταῦτα ξυγγυμναξεσθαι πρού-
καλούμην αὐτόν).
D 1. ὥσπερ ἐραστὴς παιδικοῖς
ἐπιβουλεύων also mit Vertauschung
der Rollen; zu 213 C 8, 222 B: οὗς
οὗτος ἐξαπατῶν ὡς ἐραστὴς παι-
δικὰ μᾶλλον αὐτὸς καϑίσταται ἀντ᾽
ἐραστοῦ.
5. ἀεὶ πόρρω. Der Verfasser der
συν. λεξ. Anecd. gr. Bekker p. 346,
22, welcher «sl πόρρω als Lesart
aus unserer Stelle angiebt, erklärt
del falsch als ἕως oder μέχρι; es
hat vielmehr die gew. Bedeutung
== usque, immerzu. Vgl. ἀεὶ ξυν-
ἐχῶς Leg. VII 807 E, Gorg. 486 A:
τοὺς πόρρω ἀεὶ φιλοσοφέας ἐλαύ-
vorzas, 2 onen ἐμοῦ ΑΙ
8. ἐν τῇ ἐχομένῃ ἐμοῦ v7,
ἐμοῦ Brachylogie für τῆς ἐμῆς ur
uns; zu 2140: μεϑύοντα ἄνδρα
παρὰ νηφόντων λόγους. Aus dieser
Stelle sieht man, dafs das Lager
für den Schlaf von dem Lager für
die Mahlzeit sich wenig unter-
scheidet. Becker Charikl. III? 67.
E2. καὶ πρὸς ὁντινοῦν nicht
blofs vor solchen, die schon in der-
gleichen Geheimnisse eingeweiht
sind, also auch vor βέβηλοι καὶ
ἄγροικοι wie Alkibiades 218 B die
Uneingeweihten nennt.
3. εἰ un, τὸ λεγόμενον, οἷνος
ἂν ἔχοι καὶ πρὸς ὁντινοῦν
μου ἠκούσατε λέγοντος, εἰ
οἶνος ἄνευ τὸ παίδων καὶ
ἀφανίσαι Σωκράτους ἔργον
ἄνευ τε παίδων καὶ μετὰ παίδων
ἣν ἀληϑής. — τὸ λεγόμενον die
sprüchwörtliche Redeweise (di
Stellen bei Jahn-Usener gesammelt)
lautete: 1) olvog καὶ ἀλήϑεια be
Alkäos fr. 57 B, Theokrit. Id. XXR
1 (οἶνος ὦ φίλε παὶ λέγεται καὶ
ἀλαϑεα), Philochoros bei Athen. 1
37 Εἰ, Photius u. s. w. 2) Photius
olvog καὶ παῖδες ἀληϑεῖς. In an
derer Fassung findet man denselbea
Gedanken Alk&os fr. 53: olvog 108
ἀνϑρώποις δίοπτρον, Theognis 50:
ἀνδρὸς δ᾽ οἷνος ἔδειξε νόον, Hat.
Sat. I 4, 89: condita cum were:
aperit praecordia Liber. Hier kom
men nur die zwei ersten Forme
in Betracht, welche offenbar bei
dem Platon bekannt waren.
nun dieselben sich in der That nur
dadurch unterscheiden, dafs bei der
einen die Kinder zum Wein noch
hinzugefügt sind, bei der ander
nicht, so vereinigte sie Alkibisdet
in der spalshaften Form, wie 8}
hier vorliegt.
5. ἔπειτα — φαένεται, nachhe
ἔτι — ἔχει anakoluthisch an εἰ μῆ
πρῶτον μὲν --- ἦν ἀληϑής an
für ἔπειτα — ἐφαένετο, ἔτι δὲ --
εἶχεν. — ἔργον ὑπερήφανον „el
stolze That“ absichtlich zweider
tig: hier im Zusammenhang (siehe
eis ἔπαινον ἐλθόντα) zunächst le
bend, vgl. Gorg. 511D: οὐ σεμνῦ-
νεται ἐσχηματισμένη ὡς ὑπερῆφε,
ZTMOOZION 218.
ὑπερήφανον εἰς ἔπαινον ἐλθόντα ἄδικόν μοι φαίνεται.
185
ἔτι 6
δὲ τὸ τοῦ δηχϑέντος ὑπὸ τοῦ ἔχεως πάϑος κἄμ᾽ ἔχει. φασὶ
γάρ πού τινα τοῦτο παϑόντα οὐχ ἐθέλειν λέγειν οἷον ἦν
πλὴν τοῖς δεδηγμένοις, ὡς μόνοις γνωσομένοις τὸ καὶ συγγνω- 218
σομένοις, εἰ πᾶν ἐτόλμα δρᾶν τὸ καὶ λέγειν ὑπὸ τῆς ὀδύ-
γῆς.
νὸν τι διαπραττομένη; da aber eine
ὕβρις darin lag, ist es auch eine
ὑπερηφανέα im gewöhnlichen Sinne
egenüber Alkıbiades und seiner
hönheit. Und so wird es denn
wirklich genannt 219C.
6. Der mit ἔτι eingeleitete dritte
Grund, der den Alkibiades bestimmt
seine Enthüllungen zu machen, wird
erst in den Worten 218 A: καὶ
ὁρῶν αὖ Φαίδρους — καὶ τοῖς νῦν
λεγομένοις ausgesprochen = ich
habe hier eine Gesellschaft von
Männern um mich, die alle aus
Erfahrung wissen, was die Krank-
heit, die mich ergriffen hatte, die
φιλόσοφος μανία καὶ βακχεία für
arge Folgen hat, wie der von ihr
verursachte Schmerz den Betroffe-
nen dazu bringt, jedes Mittel, auch
das tollste, zu ergreifen. Diese
Begründung leitet aber Alkibiades
durch die Vergleichung dieses Zu-
standes mit dem Leiden dessen ein,
der von einer Schlange gebissen ist.
7. φασὶ γάρ u.s.w. Dieses Sprüch-
wort erwähnt auch Aristides or. XV,
t. Ip. 284, und in etwas anderer
Fassung or. XLIX t. II p. 395: καί
μοι δοκεῖς κατὰ τὴν παροιμίαν τὸν
ὑπὸ τῆς ἐχίδνης δηχϑέντα αἰτιᾶ-
σϑαι, μηδεπώποτ᾽ αὐτὸς δηχϑ είς.
218 A 1. Aus dem γιγνώσκειν
geht das ovyyıyvaonsıw hervor.
iese Stelle illustriert aufs schönste,
wie συγγιγνώσκειν zu der Bedeu-
tung: „verzeihen“ kommt.
2. εἰ πᾶν ἐτόλμα “δρᾶν τε καὶ
λέγειν, nachher ποιοῦσιν (ol λόγοι)
δρὰν ze καὶ λέγειν ὁτιοῦν vgl. 182 ΕἸ:
ὁ νόμος δέδωκε τῷ ἐραστῇ ϑαυμα-
στὰ ἔργα ἐργαζομένῳ ἐπαινεῖσθαι,
& εἴ τις τολμῴη ποιεῖν U. 8. W.,
208 Ὁ: ὑπὲρ ἀρετῆς ἀϑανάτου -“---
πάντες πάντα ποιοῦσιν.
8. ἐγὼ οὖν δεδηγμένος τε. Nach-
dem dieses Participium wieder auf-
ἐγὼ οὖν δεδηγμένος τε ὑπὸ ἀλγεινοτέρου καὶ τὸ
genommen worden ist durch πλη-
γείς τε καὶ δηχϑείς, wird es nach-
her durch καὶ ὁρῶν αὖ regelrecht
fortgesetzt; dagegen fehlt uns das
verbum finitum, welches etwa lau-
ten mülste: ὑμῖν διηγεῖσθαι ἐτόλ-
μησα, gänzlich; Alkibiades lälst
sich bei Anlals der Aufzählung der
Namen der anwesenden Hauptper-
sonen nach ὁρῶν αὖ zu dem Zwi-
schensatz Σωκράτη δὲ αὐτὸν τί dei
λέγειν Ὁ. s. w. verleiten, wodurch
ihm der Faden der Construction
verloren geht. Aber dem Sinne
nach bildet διὸ πάντες ἀκούσεσθε,
== πᾶσιν ὑμῖν λέξω das verbum
finitum. Die Anakoluthie des gan-
zen Satzes mit seinen Abschwei-
fungen und dadurch veranlalsten
Wiederholungen illustriert aufs
Trefflichste die Zerstreutheit des
ἀνὴρ μεθύων, zugleich aber auch
den Reichtum der ihm zuströmen-
den Gedanken. Gröfsere Anakolu-
thien siehe zu 177 A, 182Dff., 207D.
— Zu δεδηγμένος — τὴν καρδίαν
vgl. Arist. Acharn. 1: ὅσα δὴ d8-
δηγμαι τὴν ἐμαυτοῦ napdlav, Vesp.
374: δακεῖν τὴν καρδίαν. Bymes.
ep. 7: πῶς δοκεῖτε δέδηγμαι τὴν
καρδίαν; --- ὑπὸ ἀλγεινοτέρου näm-
lich als die Natter ist; gemeint sind
die nachher genannten ἐν φιλοσο-
«φέᾳ λόγοι. Alkibiades führt dies
hier nicht aus, weil er noch das
τὸ ἀλγεινότατον dem ὑπὸ ἄλγεινο-
τέρου anreihen will, erst nachher
nimmt er ὑπὸ ἀλγεινοτέρου wieder
auf durch ὑπὸ τῶν ἐν φιλοσοφίᾳ
λόγων, ol ἔχονται ἐχίδνης ἀγριώ-
τερον „die sich wilder einbeilsen
als eine Natter‘‘ (Lehrs). — τὸ ἀλ-
γεινότατον; ἀλγεινός, das vorher
im gewöhnlichen Sinne: „schmerz-
bringend“ genommen war, heilst
hier: empfindlich = für Schmerz
empfänglich“, ähnlich wie Soph,
186 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
4 ἀλγεινότατον ὧν ἄν τις δηχϑείη — τὴν καρδίαν [ἢ ψυχὴν]
γὰρ ἢ ὅ τι δεῖ αὐτὸ ὀνομάσαι πληγείς τε καὶ δηχϑεὶς ὑχὺ
τῶν ἐν φιλοσοφίᾳ λόγων, οἵ ἔχονται ἐχίδνης ἀγριώτερον,
νέου ψυχῆς μὴ ἀφυοῦς ὅταν λάβωνται, καὶ ποιοῦσι δρᾶν
τε καὶ λέγειν ὁτιοῦν --- καὶ ὁρῶν αὖ Φαίδρους ᾿4γάϑωνας
Β Ἐρυξιμάχους Παυσανίας ᾿Αριστοδήμους τὸ καὶ ᾿Δριστο-
φάνας᾽ Σωκράτη δὲ αὐτὸν τί δεῖ λέγειν καὶ ὅσοι ἄλλοι;
πάντες γὰρ κεκοινωνήκατε τῆς φιλοσόφου μανίας τε καὶ
βακχείας" διὸ πάντες ἀκούσεσϑε᾽ συγγνώσεσθε γὰρ τοῖς τε
τότε πραχϑεῖσι καὶ τοῖς νῦν λεγομένοις᾽ οἱ δὲ οἰκέται καὶ
εἴ τις ἄλλος ἐστὶ βέβηλός τε καὶ ἄγροικος, πύλας παρ-
μεγάλας τοῖς ὠσὶν ἐπίϑεσϑε.
XXXIV. Ἐπειδὴ γὰρ οὖν, ὦ ἄνδρες, ὅ τε λύχνο;
Ο ἀπεσβήκει καὶ οἱ παῖδες ἔξω ἦσαν, ἔδοξέ μοι χρῆναι μηδὲν
ποικίλλειν πρὸς αὐτόν, ἀλλ᾽ ἐλευθέρως εἰπεῖν & μοι ἐδύκει'
καὶ εἶπον κινήσας αὐτόν, Σώκρατες, καϑεύδεις; Οὐ δῆτα,
ἢ δ᾽ ὅς. Οἶσϑα οὖν & μοι δέδοκται; Τί μάλιστα; ἔφη.
Σὺ ἐμοὶ δοκεῖς, ἦν δ᾽ ἐγώ, ἐμοῦ ἐραστὴς ἄξιος γεγονέναι
Öd. Col. 1664: οὐδὲ σὺν νόσοις ἀλ-
γεινός, wo es geradezu: „Schmerz
leidend“ bedeutet,
4. ἢ ψυχήν ist mit Usener zu
streichen (krit. Anh.): „Alkibiades
entschuldigt sich mit ἢ ὅ τι δεῖ
αὐτὸ ὀνομάξειν für den unphiloso-
phischen Ausdruck καρδίαν, den er
nach der bekannten Redeweise ge-
braucht hat; für den Ausdruck ψυ-
χήν wäre eine solche Entschuldigung
überflüssig.
δ. ὑπὸ τῶν ἐν φιλοσοφίᾳ λόγων;
210 D: λόγους τίκτειν καὶ διανοή-
ματα ἐν φιλοσοφίᾳ ἀφϑόνῳ.
7. μὴ ἀφυοῦς; 209B: ψυχῇ καλῇ
καὶ γενναίᾳ καὶ εὐφυεῖ.
8. Φαίδρους u. 5. δ. Zu diesem
Plural vgl. Arist. Ran. 1040: ποΐ-
λὰς ἀρετὰς ἐποίησεν | Πατρόκλων
Τεύκρων »ϑυμολεόντων -- ἀλλ᾽ οὐ
μὰ A’ οὐ Φαίδρας ἐποίουν πόρνας
οὐδὲ Σθενεβοίας, Auen 558: ὥσπερ
πρότερον μοιχϑούσοντες τὰς ᾿Δλκμή-
vag κατέβαινον | καὶ τὰς ᾿Δλόπας
καὶ τὰς Σεμέλας.
Bi. ᾿ἀριστοφάνας. Die Eigen-
namen auf ng, ovg, sowie die von
χοροῖς.
ἔτος abgeleiteten Adjectiva haben
nicht blofs im Accus. Sing. häufig
die Endung x», sondern bei den
Attikern auch im Nom. Plur.
im Accus. ας: οὗ 4ημοσϑέναι,
᾿Αφιστοφάναι, o δωδεκαέται, τοὺς
Anuoodevag, τοὺς Agıoropasas,
τοὺς δωδεκαέτας. So der Grammz
tiker Chöroboskos Bekk. Anecd. Il
1191, nach Herodian (Herodian
Lentz II 697, 17).
6. βέβηλος — ἐπίϑεσθε aus de
Sprache der Mysterien. Schel
Aristid. t. III p. 471 erwähnt den
Orphischen Vers: Φϑέγξομαι οἷς ϑέ:
wis ἐστί ϑύρας δ᾽ ἐπίϑεσθε Behr
λοι (p. 441 ed. Herm.). Aus der
selben Formel flofs die, Wendung
bei Kallimachos hymn. in Cereren
V. 8: τὸν κάλαϑον κατιόντα χαμαὶ
ϑασεῖσϑε eher. In der zgoger
σις des Hierophanten Arist. Bas.
354 ff. lautet die gleichbedeutende
Aufforderung an die Uneingeweih-
ten ἐξέστασθαι τοῖς ἡμετέροισι 20:
οοισεν vgl. auch 869: τούτοις αὐδῶ
καῦϑις ἀπαυδῶ καὖῦϑις τὸ οίτον
μάλ᾽ ἀπαυδῶ | ἐξίστασθαι μύσταιει
-- παμμεγάλας für πανυ
ZTMIIOEION. 218. 187
μόνος καί μοι φαίνει ὀκνεῖν μνῃσθϑῆναι πρός us ἐγὼ ὃὲ 6
οὑτωσὶ ἔχω" πάνυ ἀνόητον ἡγοῦμαι εἶναι σοὶ μὴ οὐ καὶ
τοῦτο χαρίξεσϑαι καὶ εἴ τι ἄλλο ἢ τῆς οὐσίας τῆς ἐμῆς
δέοιν ἢ τῶν φίλων τῶν ἐμῶν. ἐμοὶ μὲν γὰρ οὐδέν ἐστι Ὁ
πρεσβύτερον τοῦ ὡς ὅ τι βέλτιστον ἐμὲ γενέσθαι, τούτου
δὲ οἶμαί μοι συλλήπτορα οὐδένα κυριώτερον εἶναι σοῦ. ἐγὼ
δὴ τοιούτῳ ἀνδρὶ πολὺ μᾶλλον ἂν μὴ χαριξόμενος αἰσχυ-
νοίμην τοὺς φρονίμους, ἢ χαριζόμενος τούς τε πολλοὺς
καὶ ἄφρονας. καὶ οὗτος ἀκούσας μάλα εἰρωνικῶς καὶ
σφόδρα ἑαυτοῦ τε καὶ εἰωϑότως ἔλεξεν 2 φίλε ᾿Δ4λκιβιάδη,
κινδυνεύεις τῷ ὄντι οὐ φαῦλος εἶναι, εἴπερ ἀληϑῆ τυγχάνει
ὕντα ἃ λέγεις περὶ ἐμοῦ καί τις ἔστ᾽ ἐν ἐμοὶ δύναμις, δι᾿ Ε
ἧς ἂν σὺ γένοιο ἀμείνων ἀμήχανόν τοι κάλλος ὁρώῴης ἂν
ἐν ἐμοὶ καὶ τῆς παρὰ σοὶ εὐμορφίᾷς πάμπολυ διαφέρον.
εἰ δὴ καϑορῶν αὐτὸ κοινώσασθαί τέ μοι ἐπιχειρεῖς καὶ
ἀλλάξασϑαι κάλλος ἀντὶ κάλλους, οὐκ ὀλίγῳ μου πλεονεκτεῖν
διανοεῖ, ἀλλ᾽ ἀντὶ δόξης ἀλήϑειαν καλῶν κτᾶσϑαι ἐπιχειρεῖς
μεγάλας nach Naber, vgl. πάγκαλα
217 A, πάμπολυ 218E, 223 B.
Ο 8. ἢ τῆς οὐσίας — ἢ τῶν gl-
io» durch die letztern kann man
sich zu Einfluls und Ämtern em-
porschwingen; zu 188 A 2.
D 2. πρεσβύτερον antiquius; zu
186 B: πρεσβεύειν. — τούτου συλ-
λήπτορα οὐδένα κυριώτερον εἶναι
σοῦ erinnert wie manches andere
hier (zu 217 A) an den Standpunkt
des Pausanias 185 A: ὡς ἀγαθῷ
Zagodperog καὶ αὐτὸς ὡς ἀμείνων
σόμενος ibid. ἀρετῆς γ᾽ ἕνεκα καὶ
τοῦ βελτέων γενέσθαι.
ὅ. Die aristokratische Unterschei-
dung der (ὀλίγοι) φρόνιμοι und
πολλοὶ καὶ ἄφρονες war auch von
Agathon aufgestellt 194 B: ὀλέγοι
ἔμφρονες πολλῶν ἀφρόνων φοβε-
ρώτεροι. Daraus, dals hier die
ἄφρονες, welche das χαρίζεσθαι
tadeln, als πολλοί bezeichnet wer-
den, müssen wir schliefsen, dafs die
τιν ἐς, welche zu sagen wagen (182 A)
ὡς αἰσχρὸν γαρέξεσθαι ἐρασταῖς
doch in der öffentlichen Meinung
ın Athen ziemlichen Rückhalt
haben.
Ἴ. σφόδρα Eavrod = τρόπῳ τῷ
σφόδρα ἑαυτοῦ ganz nach seiner
Weise. C. F. Herm. vergleicht eine
ähnlich harte Construction 205 E:
τὸ μὲν ἀγαϑὸν οἰκεῖον καλεῖ καὶ
ἑαυτοῦ.
8. οὐ φαῦλος homo non medio-
eris, kein Dummkopf -ἰὸ pfiffig,
Schlaukopf. 174 C: ἴσως xırÖv-
vevon καὶ ἐγὼ φαῦλος ὧν ἐπὶ 00-
φοῦ ἀνδρὸς ἱέναι ϑοίνην ἄκλητος,
175 Ε: ἡ μὲν γὰρ ἐμὴ (σοφία)
φαύλη τις ἂν εἴη καὶ ἀμφισβητήσι-
μος. Du machst bei dem Handel,
den du vorschlägst, ein gar gutes
Geschäft. Die Vergleichung des
erotischen Verhältnisses mit einem
gewöhnlichen Tauschhandel bildet
einen Beleg für die Behauptung
des Alkibiades 221 E: ὄνους γὰρ
κανϑηλίους λέγει καὶ χαϊλκέας τινὰς
u. 8. w.
E2. τοί „ja vgl. 219 A 8.
6. ἀντὶ δοξης ἃ. h. der körper-
lichen Schönheit. Hier tritt dem
erstaunten Alkibiades auf einmal
die Geringschätzung derselben durch
Sokrates entgegen, wie sie dem in
die Geheimnisse des (philosophisch
gefalsten) Eros Eingeweihten ent-
spricht 210 Ὁ,
188 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
919 καὶ τῷ ὄντι χρύσεα χαλκείων“ διαμείβεσθαι νοεῖς. ἀλλ᾽,
ὦ μακάριε, ἄμεινον σκόπει, μή σε λανϑάνω οὐδὲν ὦν. ἢ
τοι τῆς διανοίας ὄψις ἄρχεται ὀξὺ βλέπειν, ὅταν ἡ τῶν
ὀμμάτων τῆς ἀκμῆς λήγειν ἐπιχειρῇ σὺ δὲ τούτων ἔτι
πόρρω. κἀγὼ ἀκούσας Τὰ μὲν παρ᾽ ἐμοῦ, ἔφην, ταῦτά
ἐστιν, ὧν οὐδὲν ἄλλως εἴρηται ἢ ὡς διανοοῦμαι' σὺ δὲ
αὐτὸς οὕτω βουλεύου, ὅ τι σοί. τε ἄριστον καὶ ἐμοὶ ἡγεῖ.
Β΄ 4λλ᾽, ἔφη, τοῦτό γ᾽ εὖ λέγεις" ἐν γὰρ τῷ ἐπιόντι χρόνῳ βου-
λευόμενοι πράξομεν ὃ ἂν φαίνηται νῷν περί τε τούτων καὶ
περὶ τῶν ἄλλων ἄριστον. ἐγὼ μὲν δὴ ταῦτα ἀκούσας τε
καὶ εἰπών, καὶ ἀφεὶς ὥσπερ βέλη, τετρῶσϑαι αὐτὸν ᾧμην
καὶ ἀναστάς γε, οὐδ᾽ ἐπιτρέψας τούτῳ εἰπεῖν οὐδὲν ἔτι,
ἀμφιέσας τὸ ἱμάτιον τὸ ἐμαυτοῦ τοῦτον --- καὶ γὰρ ἦν
Ο χειμών --- ὑπὸ τὸν ψρίβωνα κατακλινεὶς τὸν τούτου, περι
βαλὼν τὼ χεῖρε τούτῳ τῷ δαιμονέῳ ὡς ἀληϑῶς καὶ ϑαν-
μαστῷ, κατεκείμην τὴν νύχτα ὅλην. καὶ οὐδὲ ταῦτα αὖ,
ὦ Σώκρατες, ἐρεῖς ὅτε ψεύδομαι. ποιήσαντος δὲ δὴ ταῦτε
ἐμοῦ οὗτος τοσοῦτον περιεγένετό τε καὶ κατεφρόνησε καὶ
219 A 1. Die bekannte Erzählung
vom Tausch des Glaukos und Dio-
medes Hom. Il. VI 234: ἔνϑ᾽ αὖτε
Τλαύκω Κρονίδης φρένας ἐξέλετο
Ζεύς, | ὃς πρὸς Τυδείδην Διομήδεα
τεύχε᾽ ἄμειβεν | χρύσεα χαλκεέων,
ἑκατόμβοι᾽ ἐννεαβοίων.
2. μή oe λανϑάνω οὐδὲν ὦν.
Schliefslich könntest du, wie schlau
du auch deinen Handel eingefädelt,
doch zu kurz kommen: insofern du
wegen deiner Jugend nur ein un-
reifes Urteil: über meinen wahren
Wert haben könntest. Mit dieser
ironischen Vertröstung auf eine
spätere Zeit, wo er noch etwas
klüger sein werde, läfst sich aber
Alkibiades noch nicht abspeisen, er
glaubt immer noch, es sei dem So-
krates mit seiner Weigerung nicht
recht Ernst.
3. ἥ τοι τῆς διανοίας ὄψις vgl.
206 Β ἡ γάρ τοι --- αἰτία: zu218E 2.
Zum Gedanken vgl. Leg. IV 715 D
Ki. Ναὶ μὰ Alu, ὦ ξένε" nad” ἡλι-
κέαν γὰρ ὀξὺ βλέπεις. AB. νέος
μὲν γὰρ ὧν πᾶς ἄνθρωπος τὰ τοι-
αὗτα ἀμβλύτατα αὐτὸς αὑτοῦ ὁρᾷ
γέρων δὲ ὀξύτατα.
B3. ἀκούσας τε καὶ εἰπον nach-
dem ich solche Wechselreden mit
ihm geführt.
4. ἀφεὶς ὥσπερ βέλη, vgl. 189 Β:
βαλών γε οἴει ἐκφεύξεσθαι, eber
falls von Wortgeschossen, freilich
anderer Art. Unsere Stelle nach
geahmt Aristänet, ep. II, 4: τοιαῦτα
ψυχαγωγοῦσα καὶ ὥσπερ βέλη τοῦς
λόγους ἀφεῖσα πέπεικεν. Vgl. auch
Phileb. 38 Β.
ΟἹ. τρέβων die bekannte Sitte
des Philosophenmantels scheint τοῦ
Sokrates her zu datieren. Sie heilt
τοιβωνοφορία Plut. de adul. εἰ om.
520.
3. Vierte Berufung des Alkibie-
des auf das Zeugnis des Sokratas.
5. τοσοῦτον weist auf die folgende
Ausführung εὖ γὰρ ἴστε, μὰ ϑεούς,
μὰ θεάς u. 8. w. hin. — περιεγένετο
τε καὶ κατεφρόνησε καὶ κατεγέλασε
τῆς ἐμῆς ὥρας καὶ ὕβρισεν leber
dige Hervorhebung eines Begrife
durch Häufung von Synonyma m!
207 A: οὕτω Bein καὶ χρυσᾶ m
πάγκαλα καὶ ϑαυμαστά, 219:
φύσιν τε καὶ φωφροσύνην καὶ 07
Ögelav — εἷς φρόνησιν καὶ καρτέ'
ZTMIIOZION. 219.
189
κατεγέλασε τῆς ἐμῆς ὥρας καὶ ὕβρισεν [xuixsp κεῖνό γὲ 6
μην τὶ εἶναι], ὦ ἄνδρες δικασταί — δικασταὶ γάρ ἐστε
τῆς Σωχράτους ὑπερηφανίας — εὖ γὰρ ἴστε μὰ ϑεούς,
μὰ ϑεάς, οὐδὲν περιττότερον καταδεδαρϑηκὼς ἀνέστην μετὰ
Σωκράτους, ἢ εἰ μετὰ πατρὸς καϑηῦδον ἢ ἀδελφοῦ πρε- Ὁ
σβυτέρου.
XXXV. Τὸ δὴ μετὰ τοῦτο τίνα οἴεσθέ μὲ διάνοιαν
ἔχειν, ἡγούμενον μὲν ἡτιμάσϑαι, ἀγάμενον δὲ τὴν τούτου
φύσιν τε καὶ σωφροσύνην καὶ ἀνδρείαν, ἐντετυχηκότα ἀν-
ϑρώπῳ τοιούτῳ, οἵῳ ἐγὼ οὐχ ἂν ᾧμην ποτ᾽ ἐντυχεῖν εἰς
φρόνησιν καὶ εἰς καρτερίαν; ὥστε οὔϑ᾽ ὅπως οὖν ὀργι-
ζοίμην εἶχον καὶ ἀποστερηϑείην τῆς τούτου συνουσίας, οὔτε
ρίαν, 321 E: ὄνους κανθηλίους καὶ
ταλκέας τινὰς καὶ σχυτοτόμους καὶ
βυρσοδέψας. ,
6. [καέπερ κεῖνὸ ye ᾧμην τὶ
εἶναι) verrät sich durch zwei So-
lökismen als spätere Interpolation.
Krit. Anh
1. ὦ ἄνδρες δικασταί schlielfst sich
aufs beste unmittelbar an ὕβρισεν.
Alkibiades ist gleichsam in der Lage
eine γραφὴ ὕβρεως gegen Sokrates
anhängig zu machen. Statt der ein-
fachen Anrede ὦ ἄνδρες 215 A,215D,
411, 218B, 220E, 22% A, ferner
© ἄνδρες συμπόται 216 D liegt ihm
jetzt die Form ὦ ἄνδρες δικασταί
nahe, die er mit dem Zwischensatz
δικασταὶ γάρ ἐστε u. 8. w. begrün-
det. Damit bringt Alkibiades seine
Lobrede auf den Sokrates wieder
in die Form des Angriffes, wie er
verheilsen hatte, 214 Ὁ: ἐπιϑῶμαι
τῷ ἀνδρὶ καὶ τιμωρήσωμαι ὑμῶν
ἐναντίον: vgl. 3816 Β: ἐὰν μὴ ὁμο-
λογῇς μάρτυρας παρέξομαι 222 A:
χαὶ αὐ ἃ μέμφομαι, ovuulkag ὑμὶν
εἶκον & μὲ ὕβρισε. Dieser Angriff
ist natürlich nur Verhüllung der
tefen, ungeheuchelten Bewunde-
rung, welche längst schon bei Al-
kibiades dem momentanen Gefühl
der Kränkung über die erlittene
Demüti latz gemacht hatte.
ὃ. μὰ ϑεοῦς, μὰ Deus. atti-
schen Dialecte heifst zwar die Göt-
tn gewöhnlich ἡ ®sog: aber hier
mufste zur Unterscheidung die un-
gewöhnlichere Form ἡ #ea ver-
wendet werden. Dals dieser sonst
bei Platon nicht vorkommende
Schwur, der alle Götter umfalst
(Schans nou. comm. Ρ]. p. 28), ein
ganz besonders feierlicher ist und
nur in wichtigen Fällen Anwen-
dung findet, zeigt auch Tim. 310:
ἡμὰς δὲ τοὺς περὶ τοῦ παντὸς λό-
γους ποιεῖσθϑαί πῃ λλοντας —
ἀνάγκῃ ϑεούς τὸ καὶ ϑεὰς ἐπικα-
λουμένους εὔχεσθαι U. 8. W.
4. ἡγούμενον μὲν ἠτιμάσϑαι,
ἀγάμενον δὲ τὴν τούτου φύσιν diese
ontgegengesetsten Strömungen in
der Stimmung des Alkibiades über
Sokrates lernten wir schon oben
kennen, 216 C.
6. εἰς φρόνησιν; zu dem Ge-
brauche von eig vgl. 184 E: εἰς
παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν
κτᾶσθαι. --- εἰς καρτερίαν; unter
den an Sokrates bewunderten Vor-
zügen σωφροσύνη, ἀνδρεία, φρόνη-
σις, καρτερία wird die letste ab-
sichtlich ans Ende gestellt, weil sie
das Stichwort für die folgenden
Erzählungen aus den Feldzügen
bilden soll; alles was von Sokrates
aus denselben mitgeteilt wird, wird
auf dieselbe bezogen. Vgl. 220 A:
KOOS τὸ καρτερεῖν. — καρτερήσεις,
2200: καρτερὸς ἀνήρ. --- 008’ ὅπως
οὖν ὀργιξοίμην εἶχον; οὐκ εἶχον be-
zeichnet nicht die physische, son-
dern die moralische oder psycho-
logische Unmöglichkeit; ähnlich
190C, Phädr. 241 A; ἀποστερηϑείην
wäre die selbetverständliche Folge
190
‘
E ὅπῃ προσαγαγοίμην αὐτὸν εὐπόρουν.
nn
IIAATS2NOZ
φ 4 “
sv γὰρ Non, Mm
χρήμασί τε πολὺ μᾶλλον ἄτρωτος ἦν πανταχῇ ἢ σιδήρω
ὁ Αἴας, © τε ᾧμην αὐτὸν μόνῳ ἁλώσεσθαι, διεπεφεύγει
με. ἠπόρουν δή, καταδεδουλωμένος τὲ ὑπὸ τοῦ ἀνϑρώκου
ὡς οὐδεὶς ὑπ᾽ οὐδενὸς ἄλλου περιῇα.
ταῦτα TE γάρ μοι
ἅπαντα προὐγεγόνει, καὶ μετὰ ταῦτα στρατεία ἡμῖν εἰς
Ποτίδαιαν ἐγένετο κοινὴ καὶ συνεσιτοῦμεν ἐκεῖ. πρῶτον
sg ’ 3 ’ - - 3 ᾿
μὲν οὖν (Ev) τοῖς πόνοις οὐ μόνον ἐμοῦ περιῆν, ἀλλὰ καὶ
- „ e [2
τῶν ἀλλὼῶν ἀπαντῶων᾽
gewesen des fortgesetzten Grolles
gegen Sokrates.
Ei. ἤδη: zu ἐγκεχειρήκη 2110.
2. ἄτρωτος; 219 Β: τετρῶσθϑαι ---
ἢ σιδήρῳ Αἴας ; Herakles erfleht bei
Pindar Isthm. V, 45 seinem Wirte
᾿ Telamon einen Sohn τὸν μὲν ἄρ-
ρηκτον φυάν, ὥσπερ τόδε δέρμα
με νῦν περιπλανᾶται ϑηρός. Diese
Unverwundbarkeit des Aias wird
dann in der spätern Sage noch viel-
fach ausgeschmückt, Welcker Kl.
Schriften II S. 267.
3. ᾧ τε ᾧμην nämlich τῷ κάλλει
oder τῇ ὥρᾳ.
4. καταδεδουλωμένος wie 215 E:
ἀνδραποδωδῶς διακεέμονος.
5. περιῇα illustriert aufs schönste
die ἀπορία und das Schamgefühl
des Alkibiades. — ταῦτά re ya
nos ἅπαντα προὐγεγόνει καὶ μετὰ
ταῦτα α. s.f. eine an den Herodo-
tischen Erzählungsstil erinnernde
Formel, vgl. Herod. V 24: ταῦτα
μέν νυν οὕτω um &y&vero‘ Meyd-
βαξος δὲ u. 8. w. ibid. 28, 86 u. 8. w.
6. στρατεία ἡμῖν εἰς Ποτίδαιαν
ἐγένετο κοινή. Potidäa, von Ko-
rinth und Perdikkas unterstützt,
war Ol. 86, 4 (432 v.Chr.) von Athen
abgefallen. Die Stadt wurde unter
Phormion von den Athenern bela-
gert bis Ol. 87, 8 (429 v. Chr.), wo
die Einnahme stattfand. Hier wird
noch die Schlacht bei Delion Ol.
89, 1 (424 v. Chr.) angeführt, an
welcher Sokrates teilnahm (221 A);
nach Platon Apol. 28E war So-
krates aufserdem in der Schlacht
ὁπότ᾽ ἀναγκασϑείημεν ἀποληφϑέντες
220 που, οἷα δὲ ἐπὶ στρατείας, ἀσιτεῖν, οὐδὲν ἦσαν ol ἄλλοι
πρὸς τὸ καρτερεῖν᾽ ἔν τ᾽ αὖ ταῖς εὐωχίαις μόνος &xo-
bei Amphipolis Ol. 89, 8 (4%
v. Chr.).
7. καὶ συνεσιτοῦμεν ἐκεῖ, Von
Kriegsgefährten Lysias XII 79:
οὔτε γὰρ συσσιτήσας τούτῳ οὐδεὶς
φανήσεται οὔτε σύσκηνος γενόύμε:
vos. Der Schlufs, den Frohberger
zu dieser Stelle des Lysias zieht,
dals die Tischgesellschaften im La
ger sich nach eigener Wahl bilde-
ten, wird auch durch unsere Stelle
gestützt. Sokrates und Alkibiades
waren schon vorher befreundet
(ταῦτα γὰρ προὐγεγόνει) und fau-
den sich daher als σύσσιτοι zu-
sammen. Alkibiades war aus
Demos Zxaußostdcı, der zur Leon
tischen Phyle gehörte, Sokrates aus
dem Demos λωπεκαί, aus der An
tiochischen Phyle. Sie gehörten also
verschiedenen τάξεις an, da die letz-
tern den Phylen entsprachen.
9. ἀποληφθέντες „abgeschnitten,
ausgeschlossen‘ Thukyd. VI22: ἔνα,
nv που ὑπὸ ἀπλοίας drolapfare-
μεϑα, ἔχῃ ἡ στρατιὰ τὰ ἐπιτήδε
Platon Gore. 522 A: ἐν τούτῳ
κακῷ ἀποληφϑέντα.
220 A 1. οὐδὲν ἦσαν οἵ ἄλλοι
τὸ καρτερεῖν; ganz ähnlich 195 D
οἷος ἦν Ὅμηρος πρὸς τὸ ἀποδεῖξε
ϑεοῦ ἁπαλότητα und nachher
τὰς τοῦ χειμῶνος καρτερήσεις Far
μάσια εἰργαξετο. ,ν
2. ἀπολαύειν οἷός τ᾽ ἦν τά τ
ἄλλα καὶ ἐκράτει, statt des zu Εἴ"
wartenden τά re ἄλλα καὶ δὴ κεὶ
τοῦτο, ὅτι ἐκράτει. Stallbaum ver
weist für diese Kürze auf die gleich
ZTMIIOZION. 220.
191
λαύειν οἷός τ’ ἦν τά τ᾽ ἄλλα καὶ πίνειν — οὐκ ἐθέλων — 8
ὑπότε ἀναγχασϑείη, πάντας ἐχράτει, καὶ ὃ πάντων ϑαυ-
μαστότατον, Σωκχράτη μεϑύοντα οὐδεὶς πώποτε ἑώρακεν
ἀνθρώπων. τούτου μὲν οὖν μοι δοκεῖ καὶ αὐτίκα ὁ ἔλεγχος
ἔσεσθαι. πρὸς δὲ αὖ τὰς τοῦ χειμῶνος καρτερήσεις —
dewol γὰρ αὐτόϑι χειμῶνες — ϑαυμάσια εἰργάξετο τά τε
ἄλλα, καί ποτε ὄντος πάγου οἵου δεινοτάτου, καὶ πάντων Β
ἢ οὐχ ἐξιόντων ἔνδοθεν, ἢ εἴ τις ἐξίοι, ἠμφιεσμένων τε
ϑαυμαστὰ δὴ ὅσα καὶ ὑποδεδεμένων καὶ ἐνειλιγμένων τοὺς
πόδας εἰς πίλους καὶ ἀρνακίδας, οὗτος δ᾽ ἐν τούτοις ἐξήει
ἔχων ἱμάτιον μὲν τοιοῦτον
nachher folgende Stelle ϑαυμάσια
εἰργάξετο τά τε ἄλλα καί ποτε —
ἐξήει und vergleicht Apol. 86
Cnto δῷ C: καὶ ὡμολόγεις καϑ
ἡμᾶς πολιτεύεσθαι, τά τε ἄλλα καὶ
παῖδας ἐν αὐτῇ ἐποιήσω. — μόνος
m 222 A: μόνους.
3. πίνειν gehört zu dem folgen-
den ἀναγκασθείη wie oben ὁπότ᾽
ἀναγκασϑεέημεν ἀσιτεῖν; — οὐκ
ἐθέλων ist -Ahnlich parenthetisch
ἷ fügt zu denken wie 216 E:
λέγω ὑμῖν ; Alkibiades wendet sich
mit Nachdruck direct an seine Zu-
hörer, um ja zu verhüten, dals sie
eine falsche Meinung von Sokrates
kommen: „wohlgemerkt, nicht
aus Lust am Trinken“. Zu dem
Gegensatz οὐκ ἐθέλων — ὁπότ. ἀν.
vgl Hom. Od. XXIV 146: ὡς τὸ
μὲν ἐξετέλεσσε καὶ οὐκ ἐϑ ἐλου σ᾽
ὕπ᾽ ἀνάγκης (XIX 156, V 1δ4).
icher Gegensatz 916 Ὁ: ἄνευ
ἐργάνων ψιλοῖς λόγοις.
4. ἀναγκασϑείη durch strengen
Trinkcomment, τρόπος τῆς πόσεως
176A, der im Lagerleben häufig
genug in Anwendung kommen
mochte; noch ärger war es, wenn
eintrat, was 223 B erzählt wird:
οὐκέτι ἐν κόσμῳ οὐδενὶ ἀναγκά-
ζεσϑαι πένειν πάμπολυν οἶνον.
δ. Vgl. 1160, 3144, 223 0.
‚6. τούτου — ὁ ἔλεγχος ἔσεσθαι
nierte Berufung auf Zeugnisse an-
derer, hier aber nicht auf das des
Sokrates, sondern auf die Wahr-
nehmung sämtlicher Anwesenden.
Das Futurum ἔσεσθαι deutet an,
οἷόνπερ καὶ πρότερον εἰώϑει
dafs Alkibiades es gut im Sinne
hat, diese Nacht in Gesellschaft mit
Sokrates im Trinken noch Tüchtiges
zu leisten.
8. δεινοὶ γὰρ αὐτόϑι χειμῶνες.
Diese waren den belagernden Athe-
nern lästig; Thuk. Il, 70: δρῶντες
μὲν τῆς στρατιᾶς τὴν ταλαιπωρίαν
ν χωρίῳ χειμερινῷ nahmen die
Feldhetra die von “en Potidäaten
angebotene Capitulation an und
gewährten ihnen sogar freien Ab-
zug. In Athen aber war Unzu-
friedenheit über diese eigenmächtig
von den Strategen abgeschlossene
Übereinkunft. Über die Kälte Thra-
kiens Äschyl. Pers. 495ff. Dals So-
krates die Kälte leicht ertrug, be-
richtet auch Xen. Mom. I2,1. 6,2,
wo Antiphon ihm : καὶ ἰμα-
τιον ἠμφίέεσαι οὐ μονον φαῦλον
ἀλλὰ τὸ αὐτὸ ϑέρους τε καὶ χει-
μῶνος, ἀνυπόδητος δὲ καὶ ἀχίτων
διατελεὶς.
Β 4. (καέ ware) οὗτος δ᾽ ἐν τού-
τοις; δέ ist anakoluthisch, als ob
ol μὲν ἄλλοι voranginge, was aller-
dings dem Sinne nach in καὶ πάν»-
τῶν ἢ οὐκ ἐξιόντων — ἢ U. 8. τ΄.
liegt. Ebenso nach einer blofsen
Participialconstruction Xen. Anab.
VI 6, 16: χαλεπόν, el οἰόμενοι ἐν
τῇ Ἑλλάδι καὶ ἐπαίνου καὶ τιμῆς
τεύξεσθαι, ἀντὶ δὲ τούτων οὐδ᾽
ὁμοῖοι τοῖς ἄλλοις ἐσόμεϑα.
5. ἱμάτιον μὲν τοιοῦτον οἷόνπερ
καὶ πρότερον εἰώϑει φορεῖν vgl.
die zu 220 A 8 angeführte Stelle
Xen. Mem. I 6, 2.
192 IIAAT2NOE
8 φορεῖν, ἀνυπόδητος δὲ διὰ τοῦ κρυστάλλου ῥᾷον ἐπορεύετο
ἢ οἵ ἄλλοι ὑποδεδεμένοι. οἵ δὲ στρατιῶται ὑπέβλεπον au
τὸν ὡς καταφρονοῦντα σφῶν. |
C XXXVL Kal ταῦτα μὲν δὴ ταῦτα"
οἷον δ᾽ αὖ τόδ᾽ ἔρεξε καὶ ἔτλη καρτερὸς ἀνὴρ
ἐκεῖ ποτὲ ἐπὶ στρατείας, ἄξιον ἀκοῦσαι. ξυννοήσας γὰρ
αὐτόϑι ξωϑέν τι εἰστήκει σχοπῶν, καὶ ἐπειδὴ οὐ προὐχώρει
6. ἀνυπόδητος Xen. ibid. und
oben zu 174 A.
7. ὑπέβλεπον αὐτὸν ὡς καταφρο-
γοῦντα σφῶν. Sie legten ihm das
als Renommisterei aus.
220 C1. Kal ταῦτα μὲν δὴ ταῦτα.
οἷον δ᾽ αὖ u.8.w. Ähnliche Über-
gangsformel wie oben 219E: ταῦτά
TE γάρ μοι ἅπαντα προὐύγεγόνει,
mit der ganz gewöhnlichen Anwen-
dung von μέν, womit auf das Vor-
hergehende zurück-, und δέ, womit
auf das Folgende hingewiesen wird
(vgl. auch die Rede des Agathon),
Hier ist μόν noch durch δή verstärkt,
womit die Hinweisung auf etwas
Bekanntes ausgedrückt wird; Thuk.
II 4: of μὲν δὴ ἐν τῇ Πλαταίᾳ οὔ-
ag ἐπεπράγεσαν᾽ οἱ δὲ ἄλλοι Θη-
βαῖοι, Her. I 32, Xen. Symp. 4, 28:
καὶ οὗτοι μὲν δὴ οὕτως — ἔσκω-
ψαν; ibid. 4, 50 und 64. Die sehr
einfache und offenbar der Umgangs-
sprache angehörige Form des ersten
Gliedes mit doppeltem ταῦτα, wo-
von das erstere Subject, das zweite
Prädicat ist, findet sich auch Rep.
IV 4440: ταῦτα μὲν οὖν ταῦτα.
Ähnlich Leg. II 658 D: τοῦτο μετὰ
τοῦτο, IH init. (675 C): ταῦτα μὲν
οὖν δὴ ταύτῃ (Rückert). In der
Bildung erinnert diese Wendung an
die ebenfalls der Umgangssprache
angehörige τοῦτ᾽ ἐκεῖνο oder ταῦτ᾽
ἐκεῖνα 210 E, 223 A, wofür bei
Aristoph. Nub. 26 auch gesagt ist:
τοῦτ᾽ ἐστὶ τουτὶ τὸ κακὸν 0 μ᾽
ἀπολώλεκεν. Das zweite Glied der
bergangsformel ist ein Homeri-
scher Vers Od. IV 242. Den dor-
tigen Anfang ἀλλ᾽ οἷον τόδ᾽ hat
aber Platon in οἷον δ᾽ αὖ τόδ᾽
verwandelt, um ein dem Übergang
angepalstes δέ zu gewinnen.
4. εἴστήκει. Diese Gewohnheit des
Sokrates ist uns schon aus dem
Anfang des Symposion bekannt,
dort war er im πρόϑυρον des Nach-
barhauses längere Zeit stehen ge
blieben und erst später eingetreten
174 Εἰ — 175 Ὁ. Dals er dies is
philosophischer Zerstreutheit that,
hatte schon Agathon scherzend an-
gedeutet 175 C, D: ἕνα καὶ τοῦ
σοφοῦ ἀπολαύσω͵ " σοι προσέστη
ἐν τοῖς προθύροις δῆλον γὰρ ὅτι
εὗρες αὐτό. Diese philosophische
Meditation wird uns hier bezeichne
durch ξυννοήσας --- σκοπῶν — fr
τεῖν — φροντίξων. Weniger δαί:
fallend ist es, wenn Sokrates Prot
314 C, mit andern in einem G*
spräche begriffen, im πρόϑυρον οἶδα
Hauses stehend nicht eintreten will
bevor ein Resultat der Unterhaltung
gewonnen ist. Dagegen ist aller-
ings, was hier erzählt wird, wei
stärker, als alles andere, was wi
in dieser Beziehung über Sokrates
hören.
„Für geschichtlich wird der Vor-
fall wohl zu halten sein, aber de
wissen wir nicht, wem Plato seine
Kenntnis desselben zu verdanken
hatte (das wissen wir auch in vie
lem andern nicht!) und ob von der
Überlieferung, der er folgte, die
Dauer der Zeit, während welche
Sokrates dastand, nicht übertriebea
worden war. Favorin bei @ell N.
A. ΠῚ macht aus dem einen Vor
gang gar ein πολλάκις, Gellius
selbst ein stare solitus“. Zeller
Gesch. ἃ. Ph. d. Gr. 15 p. 9
Note 2. Dabei muls aber bemerkt
werden, dafs πολλάκις des Farce
rinus und stare solitus des Gelliu
nach Platon selbst vollkommen be-
rechtigt sind, insofern 175 B vo
ZTMIIOZION. 220.
αὐτῷ, οὐκ ἀνίει ἀλλὰ εἴστήκει ξητῶν.
198
καὶ ἤδη ἦν μεσημ- ὅ
βρία, καὶ ἄνϑρωποι Nodavovro, καὶ ϑαυμάξοντες ἄλλος ἄλλῳ
ἔλεγον, ὅτι Σωκράτης ἐξ ἑωθινοῦ φροντίζων τι ἕστηκε.
τελευτῶντες δέ τινες τῶν νέων, ἐπειδὴ ἑσπέρα ἦν, δειπνή-
σαντες — καὶ γὰρ ϑέρος τότε γε ἦν --- χαμεύνια ἐξενεγκάμενοι Ὁ
ἅμα μὲν ἐν τῷ ψύχει καϑηῦδον, ἅμα δ᾽ ἐφύλαττον αὐτὸν
εἰ καὶ τὴν νύχτα ἑστήξοι. ὁ δὲ εἷστήκει μέχρι ἕως ἐγένετο
καὶ ἥλιος ἀνέσχεν᾽ ἔπειτα ᾧχετ᾽ ἀπιὼν προσευξάμενος τῷ
ἡλίῳ.
einem ἔϑος des Sokrates gesprochen
wird und auch 175 C angedeutet
ist, es sei Sokrates diesmal aulser-
gewöhnlich kurze Zeit stehen ge-
blieben: οὐ πολὺν γρόνον, ὡς
εἰώϑει, διατρίψαντα. Unberechtigt
ist bei Favorin und Gellius blols,
dals sie der hier an unserer Stelle
angegebenen Zeitdauer ypertinach
statu perdius alque pernox a summo
lucis ortu ad solem alterum orien-
tem eine allgemeine Gültigkeit vin-
dicieren. Im übrigen wird dieser
Zug an Sokrates mit Recht zu den-
jenigen gezählt, durch die er über
die nationale Eigentümlichkeit der
Griechen hinausschreitet; berech-
tigt bis zu einem gewissen Grade
ist auch die von Ast angeführte
Analogie der orientalischen Weisen,
siehe über die Indischen Gymnoso-
phisten Plin. hist. nat. VII, 2, 22:
philosophos eorum, quos gymno-
sophistas wocant, ab exortu ad
Occasum persiare contuentes solem
immobilibus oculis, feruentibus ha-
renis toto die alternis ibus ın-
sistere, der letztere Zug freilich ist
ganz anderer Art.
8. τῶν νέων für handschr. τῶν
Ἰώνων, krit. Anh. Gesetzte Männer
hätten sich kaum entschlossen, um
den Sokrates zu beobachten, unter
freiem Himmel zu übernachten. νέοι
(nicht νεώτεροι) 182 B, Rep. I 828
: τὴν παννυχίδα ϑεασόμεϑα καὶ
ξυνεσόμεϑαά Te πολλοῖς τῶν νέων
αὐτόϑι καὶ διαλεξόμεθα. Xen. Anab.
IV 1, 27. Symp. Il, 4, Cyneg. I
18, Thuc. VI 18, 6 διάστασις τοῖς
ψέοις ἐς τοὺς πρεσβυτέρους — ἅμα
ψέοι γεραιτέροις βουλεύοντες.
PLarox, Symposion.
si δὲ βούλεσϑε ἐν ταῖς μάχαις — τοῦτο γὰρ
x
D 4. προσευξάμενος τῷ ἡλίῳ.
Morgen- und Abendgebete werden
empfohlen Hesiod. Ὁ. et D. 889:
ἡμὲν ὅτ᾽ εὐνάζξζῃ καὶ Or’ ἂν φάος
ερὸν ἔλϑῃ, Platon Leg. X 881 Ε.
Die Verehrung der auf- und unter-
gehenden Sonne, in den Städten
namentlich vielfach durch andere
Culte verdrängt, zeigt sich doch,
wenn auch vereinzelt, durch das
ganze Altertum. Dem Platon ist
die Sonne von allem sichtbaren
der Gottheit am ähnlichsten; der
Platonische Sokrates Apol.26 pro-
testiert dagegen, dals man ihm die
Lehre des Anaxagoras zuschreibe,
dals die Sonne ein Stein sei. Lu-
cian de saltat. 17 erwähnt es als
Brauch der Indier, dafs sie die auf-
gehende Sonne mit Tüänzen ver-
ehren, während die Griechen sich
mit einer Kulshand begnügen: οὐχ
ὥσπερ ἡμεῖς τὴν χεῖρα κύσαντες
ἡγούμεϑα. Vgl. Welcker Gr. Götter-
lehre I 412. Nach Xen. Mem. IV
8, 14 ff. soll ein jeder in der Ver-
ehrung der Götter dem Herkommen
oder Gesetze seines Staates folgen,
dem νόμος πόλεως. Als Inhalt der
Gebete des Sokrates wird Mem. I
8, 2 angegeben: καὶ etzero δὲ πρὸς
τοὺς ϑεοὺς ἁπλῶς τἀγαϑὰ dıdo-
ναι, ὡς τοὺς καλλιστα εἰδότας
ὁποῖα ἀγαϑά ἐστι. Vgl. auch das
herrliche Gebet am Schlusse von
Platons Phädrus.
5. εἰ δὲ βούλεσϑε ἐν ταῖς μάχαις.
Zu der bei der Redensart gebräuch-
lichen Ellipse des Infinitivs (hier
ἀκοῦσαι; zu 177B: εἰ δὲ βούλει αὖ
σκέψασθαι) tritt hier noch eine
weitere, die nach 209 D: εἰ δὲ Bov-
18
194
UAAT2NOZ
6 δὴ δίκαιόν γε αὐτῷ ἀποδοῦναι — ὅτε γὰρ ἡ μάχη ἦν, ἐξ
ἧς ἐμοὶ καὶ τἀριστεῖα ἔδοσαν ol στρατηγοί, οὐδεὶς ἄλλος
E ἐμὲ ἔσωσεν ἀνθρώπων ἢ οὗτος, τετρωμένον οὐκ ἐϑέλων
ἀπολιπεῖν, ἀλλὰ συνδιέσωσε καὶ τὰ ὅπλα καὶ αὐτὸν ἐμέ
καὶ ἐγὼ μέν, ὦ Σώκρατες, καὶ τότε ἐκέλευον σοὶ διδόναι
τἀριστεῖα τοὺς στρατηγούς --- καὶ τοῦτό γέ μοι οὔτε μέμ-
ψει οὔτε ἐρεῖς ὅτι ψεύδομαι"
ἀλλὰ γὰρ τῶν στρατηγῶν
πρὸς τὸ ἐμὸν ἀξίωμα ἀποβλεπόντων καὶ βουλομένων ἐμοὶ
διδόναι τἀριστεῖα, αὐτὸς προθυμότερος ἐγένου τῶν στρα-
τηγῶν ἐμὲ λαβεῖν ἢ σαυτόν. ἔτι τοίνυν, ὦ ἄνδρες, ἄξιον
ἦν ϑεάσασϑαι Σωκράτη, ὅτε ἀπὸ Amklov φυγῇ ἀνεχώρει τὸ
στρατόπεδον ἔτυχον γὰρ παραγενόμενος ἵππον ἔχων, οὗτος
ἀνεχώρει οὖν ἐσκεδασμένων ἤδη τῶν ἀνθρώπων
οὗτός τε ἅμα καὶ Adyns' καὶ ἐγὼ περιτυγχάνω, καὶ ἰδὼν
ὃὲ ὅπλα.
λει, οἵους Μυκοῦργος παῖδας κατε-
λίπετο etwa zu ergänzen wäre:
οἷος ἐν ταῖς μάχαις ἣν. Der Nach-
satz hiezu ist dann die Erzählung
selbst, die mit ὅτε γὰρ ἡ warn be-
ginnt. Zwischenhinein ist als Be-
ündung, warum er diesen neuen
unkt noch hinzugefügt, einge-
schoben τοῦτο — ἀποδοῦναι. Zu
216 Β ὅ.
6. ἀποδοῦναι zu 194 Ὁ: ἀποδούς,
Phädr. 243B; derselbe Gedanke wie
217 E: ἔπειτα ἀφανίσαι Σωκράτους
ἔργον ὑπερήφανον εἰς ἔπαινον ἐλ-
ϑόντα ἄδικόν μοι φαίνεται. — ἡ
μάχη nämlich bei Potidäa, noch vor
der Blokade, Ol. 87, 1 (432 v. Chr.).
Aus der folgenden Erzählung ist
der Bericht bei Plut. Alcib. 7 ge-
flossen.
E 3. καὶ τότε auch damals schon
sprach ich, wie jetzt, die Ansicht
aus, dafs nicht mir, sondern eher
dir der Ehrenpreis gebührte.. —
ἐκέλευον σοὶ διδόναι τἀριστεῖα;
bei Plutarch 8, 8. Ὁ. so ausgeführt:
πρῶτος ἐμαρτύρει καὶ παρεκάζει
(sc. ᾿λκιβιάδης) στεφανοῦν ἐκεῖνον
καὶ διδόναι τὴν πανοπλίαν.
4. καὶ τοῦτό γέ μοι U. 8. W.
Fünfte Berufung des Alkibiades auf
das Zeugnis des Sokrates.
7. αὐτὸς προθυμότερος ἐγένου
als verbum uoluntatis mit dem Acc.
und Inf. verbunden.
8. ἢ σαυτόν --- ἢ αὐτός, des Gegen-
satzes wegen in den Accus. gestellt
Zu 175 C: ἕ δὲ οὐκ ἐᾶν.
221 A 1. Niederlage bei Delion
in Böotien Ol. 89, 1 (424). Die Teil-
nahme des Sokrates an dieser
Schlacht auch Charm. Anf., Lach.
181A erwähnt. Wahrscheinlich auf
Verwechslung mit Alkibiades be
ruht es, wenn Diog. La. II, 2
und Strabo IX 2, 7 angeben,
dafs Sokrates in dieser Schlacht
dem Xenophon das Leben gerett&
abe.
2. Innov ἔχων, οὗτος δὲ Ozle.
Alkibiades als Reiter, Sokrates alı
Hoplite. In der Schlacht bei Pe
tidäa war auch Alkibiades Hoplite
ewesen 220 E: συνδιέσωσε καὶ τὰ
ὅπλα καὶ αὐτὸν ἐμέ.
4, οὗτός τε ἅμα καὶ Adyng. Le
ches giebt dem Sokrates selbst das
Zeugnis der Tapferkeit auf diesem
Rückzug in Platon Laches 181B:
ἐν γὰρ τῇ ἀπὸ Anklov φογῇ μὲ
ἐμοῦ συνεχώρει, κἀγώ σοι λέγω On
εἰ οἵ ἄλλοι ἤϑελον τοιοῦτοι εἶσαι,
ὀρθὴ ἂν ἡμῶν ἡ πόλις ἦν καὶ ons:
ἂν ἔπεσε τότε τοιοῦτον πτῶμα. —
καὶ ἐγὼ περιτυγχάνω Präs. histerie.
in besonders lebendiger Ersäb-
lung wie 174 E: οὐδαμοῦ ὁρῶ Ze
κράτην, 211: προκαλοῦμαι δὴ
αὔὕτον.
ZTMIIOZEION. 221. 195
εὐθὺς παρακελεύομαί τε αὐτοῖν ϑαρρεῖν, καὶ ἔλεγον ὅτι 5
οὐκ ἀπολείψω αὐτώ. ἐνταῦϑα δὴ καὶ κάλλιον ἐθεασάμην
Σωκράτη ἢ ἐν Ποτιδαίᾳ᾽ αὐτὸς γὰρ ἧττον ἐν φόβω 7 διὰ
τὸ ἐφ᾽ ἵππου εἶναι πρῶτον μὲν ὅσον περιῆν ΔΜάχητος τῷ
ἔμφρων εἶναι ἔπειτα ἔμοιγ᾽ ἐδόκει, ὦ Apıoröpavsg, τὸ σὸν Β
δὴ τοῦτο, καὶ ἐκεῖ διαπορεύεσθαι ὥσπερ καὶ ἐνθάδε. ..βρεν-
ϑυόμενος καὶ τὠφϑαλμὼ παραβάλλων“, ἠρέμα παρασκοπῶν
u) τοὺς φιλίους καὶ τοὺς πολεμίους, δῆλος ὧν παντὶ καὶ
πάνυ πόρρωϑεν, ὅτι εἴ τις ἅψεται τούτου τοῦ ἀνδρύς, μάλα
ἐρρωμένως ἀμυνεῖται. διὸ καὶ ἀσφαλῶς ἀπήει καὶ οὗτος καὶ
0 ἕτερος σχεδὸν γάρ τι τῶν οὕτω διακειμένων ἐν τῷ πολέμῳ
οὐδὲ ἅπτονται, ἀλλὰ τοὺς προτροπάδην φεύγοντας διώκουσιν.
Πολλὰ μὲν οὖν ἄν τις καὶ ἄλλα ἔχοι
ἐπαινέσαι καὶ ϑαυμάσια᾽ ἀλλὰ τῶν μὲν ἄλλων ἐπιτηδευμάτων
τάχ ἂν τις καὶ περὶ ἄλλου τοιαῦτα εἴποι, τὸ δὲ μηδενὶ
ἀνθρώπων ὅμοιον εἶναι, μήτε τῶν παλαιῶν μήτε τῶν
ΓΖ
Σωκρατῃ
«- 3 “ „ Α [4
νῦν ὄντων, τοῦτο ἄξιον παντὸς ϑαύματος.
5. ὅτι οὐκ ἀπολείψω αὐτώ: Alki-
biades wollte also vergelten, was
Sokrates in der Schlacht bei Poti-
däa an ihm gethan, 220 E: τετρω-
μένον οὐκ ἐϑέλων ἀπολιπεῖν.
6. καὶ κάλλιον ἐθεασάμην Σω-
πράτῃ. Laches 188 Ὁ. Dais man
vom Pferde aus sich ein Schau-
spiel „schön“ und bequem ansehen
kann, sagt auch Platon Rep. V
475: ἐπὶ τοὺς ἵππους ἀναβιβα-
στέον ὡς νεωτάτους (nämlich τοὺς
παῖδας), καὶ διδαξαμένους ἱππεύειν
ἐφ᾽ ἵππων ἀκτέον ἐπὶ τὴν θέαν
μὴ ϑυμοειδῶν μηδὲ μαχητικῶν͵ ἀλλ
ὅτι ποδωκεστάτων καὶ εὐηνιωτάτων.
οὕτω γὰρ κάλλιστά τε ϑεάσον-
ται τὸ αὑτῶν ἔργον καὶ ἀσφαλέ-
σταταὰ τι. 8. W.
7.n τὰ 118 Α 3.
‚Bl. τὸ σὸν δὴ τοῦτο vgl. 217E: -
τὸ λεγόμενον: gemeint ist Arist,
Nubes 861: ὅτε βρενθύει τ᾽ ἐν ταῖσιν
ὁδοῖς καὶ τὠφϑαλμὼ παραβαλλεις
„und dir, weil du breit durch die
Strafsen stolzierst und die stieren-
den Augen umherwirfst‘‘ (Droysen)
τὠφθαλμὼ παραβάλλειν, „trotzig von
der Seite ansehen, indem man nur
den Kopf, nicht den Leib gegen
οἷος γὰρ Ayık-
den Angeblickten wendet‘ (Vügelin),
ist hier von Platon noch umschrie-
ben durch ἠρέμα παρασκοπῶν.
Wenn wirklich gemeint ist, es sei
dem Alkibiades in der Schlacht bei
Delion (424 Herbst) der Vers aus
den Wolken des Aristophanes (anf-
geführt Frühling 423) zu Sinn ge-
kommen und habe sich ihm m seiner
Wahrheit bestätigt, so läge auch
hier ein kleiner, freilich sehr un-
schuldiger Anachronismus vor.
Ο 8. ἐπιτηδεύματα sittliche Be-
strebungen und Handlungsweise
2100. — τῶν μὲν ἄλλων ἐπιτη-
δευμάτων Genetiv der Sphüre; dem
Resultate nach = περὶ τῶν ἃ. ἐ.
häufig an der Spitze eines Satzes,
Xen. Mem. 1 3, 8: ἀφροδισίων. δὲ
παρήνει τῶν καλῶν ἰσχυρῶς ἀπεὲχε-
σϑαι. Kühner II p. 312, Aum. 11.
6. οἷος γὰρ ᾿Αχὶλλεὺς
ἐγένετο,
᾿ἀπεικάσειεν ἄν τις καὶ Βρασίδαν.
Statt οἷος γὰρ A. — ἐγένετο könnte
auch einfach stehen τῷ γὰρ Ayıhkei
vgl. nachher D: εἰ οἷς ἐγὼ λέγω
ἀπεικάξοι ἄν τις. Brasidas, einer
der entschlossensten, geistig ange-
regtesten und zugleich edelsten
Führer der Spartaner. An ihm
13*
196 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
1 λεὺς ἐγένετο, ἀπεικάδειεν ἄν τις καὶ Βρασίδαν καὶ ἄλλους,
᾿ καὶ οἷος αὖ Περικλῆς, καὶ Νέστορα καὶ ᾿Αντήνορα, εἰσὶ δὲ
καὶ ἕτεροι καὶ τοὺς ἄλλους κατὰ ταῦτ᾽ ἄν τις ἀπεικάζοι'
οἷος δὲ οὑτοσὶ γέγονε τὴν ἀτοπίαν ἄνθρωπος, καὶ αὐτὸς
καὶ ol λόγοι αὐτοῦ, οὐδ᾽ ἐγγὺς ἂν εὕροι τις «ζητῶν, οὔτε
τῶν νῦν οὔτε τῶν παλαιῶν, εἰ μὴ. ἄρα εἰ οἷς ἐγὼ λέγω
ἀπεικάξοι τις αὐτόν, ἀνθρώπων μὲν μηδενί, τοῖς δὲ σιληνοῖς
καὶ σατύροις, αὐτὸν καὶ τοὺς λόγους.
XXXV]I. Καὶ γὰρ οὖν καὶ τοῦτο ἐν τοῖς πρώτοις
παρέλιπον, ὅτε καὶ οἱ λόγοι αὐτοῦ ὁμοιότατοί εἰσι
Erotg σιληνοῖς τοῖς διοιγομένοις. εἰ γὰρ ἐϑέλοι τις
τῶν Σωκράτους ἀκούειν λόγων, φανεῖεν ἂν γελοῖοι τὸ
πρῶτον" τοιαῦτα Hal ὀνόματα καὶ ῥήματα ἔξωϑεν περι-
bewunderten die Athener Eigen- Dingen bewegt Rep. VII 517 D:
schaften, die sie sonst nur bei den τί δέ; olsı τε ϑαυμαστόν, εἰ uns
hervorragenden Staatsmännern und ϑεέων ϑεωριῶν ἐπὶ τὰ ἀνθρώκε
Feldherren ihrer Heimat zu finden τις ἐλθὼν κακὰ ἀσγχημονεῖ τε
gewohnt waren. Besonders berühmt φαίνεται σφόδρα γελοῖος ἔτι a
war Brasidas durch die Einnahme βλυώττων, Gorg. 484 C
von Amphipolis 424 v. Chr. Vor 249 Ὁ. — καὶ αὐτὸς καὶ ol λόγοι
dieser Stadt fiel er 422 zugleich αὐτοῦ bahnt den Weg zu dem Nach
mit Kleon. trag, der noch über die Beschaffen-
7. ἀπεικάσειεν und 222 Al: κατα- heit der λόγοι im folgenden gegeben
γελάσειε: zu 190 C 4. werden soll. Nicht nur Sok
D 1. οἷος αὖ Περικλῆς; αὖ weil sondern auch seine Reden a
hier für einen der νῦν ὄντες in der „unvergleichlich“.
Geschichte die Parallele gesucht 4. οὐδ᾽ ἐγγύς: zu 198 Ο1. --
wird, während im ersten Teile für οὔτε τῶν νῦν οὔτε τῶν παλαιῶ
einen der παλαιοί Nestor und Wiederholung von Ο 5: μήτε τῷ
Antenor werden mit Perikles ver- παλαιῶν μήτε τῶν νῦν ὄντων.
glichen wohl hauptsächlich mit 9. παρέλιπον; zu 188 E: ἐξέλιπον
Rücksicht auf die Beredtsamkeit. E 2. γελοῖοι in mehr verächt-
Perikles als &ya®ög ῥήτωρ auch lichem Sinne vgl. nachher πᾶς er
215 E bezeichnet. — elol δὲ καὶ τῶν λόγὼν καταγελάσειε. Zu 18%
ἕτεροι 80. οὗς ἄν τις ἀπεικάξοιτῷ BB.
Περικλεῖ. Dies entspricht ganz ge- 8. nal ὀνόματα καὶ ῥήματα; FU
nau dem obigen καὶ ἄλλους nach 198 Β: τῶν ὀνομάτων καὶ ῥημάτων.
Βρασίδαν und ist daher kritisch — ἔξωϑεν περιαμσπέχονται, vgl.
nicht anzufechten. Über die El- 216 Ὁ: τοῦτο γὰρ οὗτος Finder
lipse zu 216 B 5; vgl. auch 218 B: περιβέβληται. — σατύρου ὑβριστοῦ:
καὶ ὅσοι ἄλλοι. die ὕβρις ist die augenfälligste
"2. καὶ τοὺς ἄλλους die andern Eigenschaft eines Satyrs, 215 B.
beteutenden Männer neben den bis- Es liegt aber auch hierin ein Über--
her genannten Achilleus und Peri-_ mut des Sokrates, dafs er im An-
kles. fang seiner Rede so Aufserst herab-
‚8. Unter der ἀτοπία ist auch lassend ist, dafs man meinen könnte,
die Unbeholfenheit zu verstehen, sein Wissen und seine Einsicht sei
mit welcher der aus den Regionen ungemein beschränkt und mit ihm
des Lichtes kommende Weise sich zu disputieren sei ein leichtes Spiel.
in den gewöhnlichen menschlichen Aber mit diesem unscheinbaren Ar-
ZTMIIOZION. 222. 197
ἀμπέχονται, σατύρου τινὰ ὑβριστοῦ δοράν. ὄνους γὰρ καν- &
ϑηλίους λέγει καὶ χαλκέας τινὰς καὶ σκχυτοτόμους καὶ
βυρσοδέψας, καὶ ἀεὶ διὰ τῶν αὐτῶν τὰ αὐτὰ φαίνεται
λέγειν, ὥστε ἄπειρος καὶ ἀνόητος ἄνθρωπος πᾶς ἂν τῶν
λόγων καταγελάσειε. διοιγομένους δὲ ἰδὼν αὖ τις καὶ ἐντὸς 222
αὐτῶν γιγνόμενος πρῶτον μὲν νοῦν ἔχοντας ἔνδον μόνους
εὑρήσει τῶν λόγων, ἔπειτα ϑειοτάτους καὶ πλεῖστα ἀγάλματα
ἀρετῆς ἐν αὑτοῖς ἔχοντας καὶ ἐπὶ πλεῖστον τείνοντας, μᾶλλον
δὲ ἐπὶ πᾶν ὅσον προσήκει σκοπεῖν τῷ μέλλοντι καλῷ καὶ
ἀγαθῷ ἔσεσϑαι.
Ταῦτ᾽ ἐστίν, ὦ ἄνδρες, ἃ ἐγὼ Σωκράτη ἐπαινῶ" καὶ
ad ἃ μέμφομαι συμμίξας ἱμῖν εἶπον & με ὕβρισε.
καὶ Β
μέντοι οὐκ ἐμὲ μόνον ταῦτα πεποίηκεν, ἀλλὰ καὶ Χαρμίδην
τὸν Γλαύκωνος καὶ Εὐθύδημον τὸν Διοκλέους καὶ ἄλλους
ang führt er in die schwierigsten
Probleme und ist boshaft genug,
sich an der Verlegenheit derjenigen
ın weiden, die sich mit ihm ein-
gelassen haben. Denselben Vor-
wurf erhebt Kallikles in Platons
Gorg. 490 C fl.: ἀτεχνῶς γε ἀεὶ
σκυτέας τε καὶ γναφέας καὶ μα-
γείρους λέγων καὶ ἰατροὺς οὐδὲν
παύει, ὡς περὶ τούτων ἡμῖν ὄντα
τὸν λόγον. Und Kritias in Xen-
Mem, I 2, 37: καὶ γὰρ οἷμαι av-
τοὺς ἤδη κατατετρίῖφϑαι διαϑρυ-
λουμένους ὑπὸ σοῦ. Übrigens wulste
auch Kritias, dals diese Reden nicht
so ungefährlich waren, wie sie aus-
sahen. Vgl. Mem. IV 4, 6.
222 A 2. μόνους in ganz her-
vorragendem Malse zu 215 C: μόνα
κατέχεσθαι, ühnlich auch 220 C:
μόνος ἀπολαύειν οἷός τ᾿ ἦν. μό-
νοῦς τῶν λόγων ist offenbar Über-
tragung der bekannten Redeweise
{όνος ἀνθρώπων (unus wiuorum
r. Sat. 1 10 42), welche auch
noch mit dem Superlativ verbunden
werden kann, Lysias XXIV 9: σα-
φέστατα μόνος ἀνθρώπων. Statt
μόνους τῶν λόγων hätte auch ge-
sagt werden können: πάντων τῶν
λόγων μάλιστα, wie bei Demosthenes
häufig πάντων ἀνθρώπων μάλιστα.
Diese Übertragung ist hier um so
messener, als die λόγοι des
Sokrates in diesem Abschnitt fast
wie Personen behandelt werden:
sie werden mit den Silenen ver-
glichen, wie vorher Sokrates selbst.
Vgl. auch oben 221 E von densel-
ben λόγοι: τοιαῦτα καὶ ὀνόματα
καὶ ῥήματα ἔξωϑεν περιαμπέχονται.
8. πλεῖστα ἀγάλματα ἀρετῆς;
zu 216 E: τὰ ἐντὸς ἀγάλματα, 215 A.
4. ἐπὶ πλεῖστον τείνοντας Bie
sind auch reichen Gehaltes, be-
rühren die mannigfachsten Fragen,
insbesondere erschöpfen sie das
gesamte ethische Gebiet. — ἐπὶ
πλεῖστον wird corrigiert in ἐπὶ πᾶν
0009.
B 1. αὖ ἃ μέμφομαι συμμίξας;
zu 219 Β: ὦ ἄνδρες δικασταί.
2. Charmides, der Oheim Pla-
tons von möütterlicher Seite, wie
sein Vetter und Vormund Kritias,
einer aristokratischen Familie an-
gehörig, wird in dem nach ihm be-
nannten Dialog als schön und sitt-
sam und der Philosophie ergeben
bezeichnet, 157 Ὁ: Χαρμέδην τῶν
ἡλικιωτῶν οὐ μόνον τῇ ἰδέᾳ ἐδόκει
διαφέρειν, ἀλλὰ καὶ σωφροσύνῃ.
Vgl. Xen. Mem. Ill, 7. Er fiel mit
Kritias in dem Treffen am Kephissos.
Euthydemos, der Sohn des Dio-
kles, über den Xen. Mem. IV 2, 40
berichtet, er sei von Sokrates so
sehr von seiner Selbstgefälligkeit
und Eitelkeit geheilt worden, dals
er sich entschlofs, ganz sich an
198 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
4 πάνυ πολλούς, οὗς οὗτος ἐξαπατῶν ὡς ἐραστὴς παιδικὰ
μᾶλλον αὐτὸς καϑίσταται ἀντ᾽ ἐραστοῦ. ἃ δὴ καὶ σοὶ λέγω,
ὦ Ayadov, μὴ ἐξαπατᾶσϑαι ὑπὸ τούτου, ἀλλ᾽ ἀπὸ τῶν
ἡμετέρων παϑημάτων γνόντα εὐλαβηϑῆναι, καὶ μὴ κατὰ
τὴν παροιμίαν ὥσπερ νήπιον παϑόντα γνῶναι. |
C XXXVIL Εἰπόντος δὴ ταῦτα τοῦ ᾿Αλκιβιάδου γέ-
λωτα γενέσϑαι ἐπὶ τῇ παρρησίᾳ αὐτοῦ, ὅτι ἐδόκει Ep ἐρω-
denselben anzuschließen: καὶ οὐκ
ἀπελείπετο ἔτι αὐτοῦ εἰ μή τι
ἀναγκαῖον ein. Er ist nicht mit
dem aufgeblasenen Sophisten und
Paralogismenerfinder Euthydemos
zu verwechseln, nach welchem ein
Platonischer Dialog benannt ist.
ὅ. ἃ δὴ καὶ σοὶ λέγω; ἃ dals
Sokrates die Schönen täuscht, in-
dem er sich in sie verliebt stellt,
während er die Schönheit gering-
schätzt, umgekehrt aber die schö-
nen Jünglinge in sich verliebt zu
machen weils. Diese rungs-
thatsache wird eo ipso, wenn sie
jemandem, also hier dem Agathon
mitgeteilt wird, zur Warnung für
andere, so dals in derselben die
Aufforderung liegt un ἐξαπατᾶσϑαι,
ἀλλὰ εὐλαβηϑῆναι. In diesem Sinne
ist dann das folgende un ἐξαπα-
τᾶἄᾶσϑαι von ἃ δὴ καὶ σοὶ λέγω (== zur
Warnung sage ich dir das) als
einem verbum voluntatis abhängig.
Ähnliche Warnung oben in dem
parenthetischen λέγω ὑμῖν 216 E.
8. ὥσπερ νήπιον παϑόντα γνῶναι.
Am nächsten steht die Fassung des
Sprüchwortes bei Hesiod. O. et D.
218: παϑὼν δέ Te νήπιος ἔγνω.
Andere Fassungen Hom. Il. XVII
32: πρίν τι κακὸν παϑέειν" ῥεχϑὲν
δέ τε νήπιος ἔγνω, XX 198; dann
ἁλιεὺς πληγεὶς νοῦν φύσει beim
Schol., von einem Fischer der un-
vorsichtiger Weise sich von einem
Skorpion stechen liefs; endlich noch:
ἐὰν un πάϑης, οὐ un μάϑῃς oder
πάϑος μάϑος (vgl. Asch. Agam. 176),
παϑήματα μαϑήματα Herod. I 207.
Schlufs des Ganzen.
Ο 2. or ἐδόκει ἔτι ἐρωτικῶς
ἔχειν τοῦ Σωκράτους in der That
konnte kein Eindruck klarer her-
vortreten, als dieser, dafs die Rede
des Alkibiades von tiefer, leiden-
schaftlicher Begeisterung für 80-
krates getragen war. Sokrates
selbst ergreift das Wort; ihm is
der Ernst derselben nicht entgangen.
Er kann aber das glänzende Lob,
ein Lob, wie er es nie aus so b+-
geistertem Munde vernommen, nicht
stillschweigend an sich vorüber-
gehen lassen; das würde seine Be-
scheidenheit nicht vertragen. Die
Rede ernsthaft zu kritisieren war
im:Grunde schon wegen der Wahr-
heit derselben unmöglich; es hilft
sich also Sokrates mit einer un
schuldigen Neckerei, indem er den
scherzenden Ton, den er mit Alkı-
biades vor der Rede eingeschlagen
hatte, wieder aufnimmt. Damit
wird auch zugleich verhütet, dal
andere in eine ernsthafte Debatte
über das eben Angehörte eintreten.
Es hätte dies dem Eindrucke der
Rede nur geschadet. Indem ferne
Sokrates die Neckerei gegen Allı-
biades mit Liebens igkeiten
gegen Agathon verbindet, sorgt et
mit feinem Gefühl dafür, dafs die
sen der heutige Abend nicht 18
Milsstimmung versetze: denn 88
seinem Ehrentage und in seine
Stellung als liebenswürdiger Wir
hatte Agathon doch von Sokrates
selbst herbe Kritik erfahren; und
war schliefslich die ihm vom Alk-
biades zugedachte Ehire der Krän-
zung zu einer Kränzung des 80’
krates und einer feurigen Lobrede
auf diesen geworden, die auch ihm
zeigen mulste, wie viel höher 80’
krates in den Augen des Alkibiades
stand als er, der eigentliche Held
des Tages.
ZTMIOZION. 222.
199
τικῶς ἔχειν τοῦ Σωκράτους. τὸν οὖν Σωκχράτη Νήφειν 8
wor δοκεῖς, φάναι, ὦ ᾿Δλκιβιάδη. οὐ γὰρ ἄν ποτε οὕτω
κομψῶς κύκλῳ περιβαλλόμενος ἀφανίσαι ἐνεχείρεις οὗ ἕνεκα
ταῦτα πάντα εἴρηκας, καὶ ὡς ἐν παρέργῳ δὴ λέγων ἐπὶ
τελευτῆς αὐτὸ ἔϑηκας, ὡς οὐ πάντα τούτου ἕνεκα δἰρηκώς,
τοῦ ἐμὲ καὶ ᾿4γάϑωνα διαβάλλειν, οἰόμενος δεῖν ἐμὲ μὲν Ὁ
σοῦ ἐφᾶν καὶ μηδενὸς ἄλλου, ᾿4γάϑωνα δὲ ὑπὸ σοῦ ἐρᾶσϑαι
χαὶ μηδ᾽ ὑφ᾽ ἑνὸς ἄλλου.
ἀλλ᾽ οὐκ ἔλαϑες, ἀλλὰ τὸ σα-
τυρικόν σου δρᾶμα τοῦτο καὶ σιληνικὸν κατάδηλον ἐγένετο.
ἀλλ, ὦ φίλε ᾿ἀγάϑων, μηδὲν πλέον αὐτῷ γένηται, ἀλλὰ
παρασχευάξου ὕπως ἐμὲ καὶ σὲ μηδεὶς διαβάλῃ.
\ φ
τον ουὔὖν
᾿ἀγάϑωνα εἰπεῖν Καὶ μήν, ὦ Σώκρατες, κινδυνεύεις ἀληϑῆ
λέγειν.
χαὺ σοῦ, ἵνα χωρὶς ἡμᾶς διαλαάβῃ.
ἔσται, ἀλλ᾽’ ἐγὼ παρὰ σὲ ἐλϑὼν κατακλινήσομαι.
8. Νήφειν μοι δοκεῖς gewils voll-
kommen richtig, insofern der με-
ϑύων sich dessen wohl bewulst war,
was er sagte.
ὅ. κομψῶς, fein eingerichtet und
berechnet ist allerdings die Rede
des Alkibiades, wenn auch nicht in
dem Sinne, in welchem Sokrates,
um mit Eleganz über seine Ver-
legenheit hinwegzukommen, hier zu
glauben vorgiebt: der eigentliche
bis ans Ende versteckt gehaltene
Zweck sei kein anderer gewesen,
als den Agathon gegen den Sokra-
tes zu verhetzen. So weils So-
krates geschickt das ἃ δὴ καὶ σοὶ
λέγω, ὦ ᾿4γάϑων zu benutzen. —
Der Kunstgriff,. der dem Alkibiades
von Sokrates zugeschrieben wird,
wird von Dion. Halic. ars rhetor.
IX 6 so definiert: ἔσει δὲ καὶ τέ-
ταρτὸν σχῆμα βαθύτατον, τὸ δι᾽
ἄλλων πορευόμενον καὶ παντελῶς
ἐπ᾿ ἄλλης ὑποθέσεως τὸν λόγον
ποιούμενον, ἄλλην περαίνειν; —
und nachdem der Verf. Homerische
Beispiele beigebracht, fährt er fort
τίς ἐμιμήσατο καὶ τίς ἐξηγήσατο;
Πλάτων, und citiert hierauf unser
Beispiel. Nur scheint er fälschlich
zu glauben, dass es dem Sokrates
mit seiner Behauptung Ernst. ge-
τεχμαίρομαι δὲ καὶ ὡς κατεκλίνη ἐν μέσῳ ἐμοῦ τε Ἑ
« -"
οὐδὲν οὖν πλέον αὐτῷ
Πάνυ γε,
wesen sei, und dals wirklich dies
der Hauptzweck der Rede des Alki-
biades war. —
D 3. ἀλλ᾽ οὐκ ἔλαϑες, ἀλλὰ —
ἀλλ᾽, ὦ φίλε ᾿άγάϑων ἀλλὰ παρα-
σκευάζου. Nachlässigkeit des Ge-
sprächstones, vgl. das vierfache
ἀλλά 175 Β. Witzig wird die
Rede des Alkibiades, in der er
so viel mit Satyrn und Silenen
um sich warf, mit dem den Athe-
nern so geläufigen Satyrdrama ver-
glichen.
E 2. διαλαμβάνειν hier bei dem
Begriff räumlicher Trennung durch
χωρίς verstärkt, wie sonst häufig
(von geistiger Trennung) δέχα oder
διχῇ διαλαμβάνειν. Zu der Fülle
des Ausdruckes vgl. 177 D: ἄρχειν
δὲ Φαῖδρον πρῶτον. — οὐδὲν οὖν
πλέον αὐτῷ ἔσται, Agathon ent-
spricht der Aufforderung des So-
krates 222 Ὁ: μηδὲν πλέον αὐτῷ
γένηται. Vgl. 217 Ο: οὐδὲν γάρ
μοι πλέον ἦν.
8. ἀλλ᾽ ἐγὼ παρὰ σὲ ἐλϑὼν κατα-
κλινήσομαι. Die bisherige Stellung
auf der κλένη ἐσχάτη war 1) Ag. Al.
So. (rechts = κάτω; zu 175 C 7,
185 D) Alkibiades hatte sich in der
Mitte zwischen beide gelagert
213 Ὁ.
200
HAAT2NOZ
= - τ
ἐ φάναι τὸν Σωκχράτη, δεῦρο ὑποχάτω ἐμοῦ καταχλίνου. 8
07 φ “
Ζεῦ, εἰπεῖν τὸν ᾿Αλκιβιάδην, οἷα αὖ πάσχω ὑπὸ τοῦ w-
ϑρώπου.
οἴεταί μου δεῖν πανταχῇ περιεῖναι.
τι ἄλλο, ὦ ϑαυμάσιε, ἐν μέσῳ ἡμῶν ἔα ᾿4γάϑωνα κατα-
κεῖσθαι.
᾿λλὰ ἀδύνατον. φάναι τὸν Σωκράτη.
σὺ μὲν
γὰρ ἐμὲ ἐπήνεσας, δεῖ δὲ ἐμὲ αὖ τὸν ἐπὶ δεξιὰ ἐπαινεῖν.
ἐὰν οὖν ὑπὸ σοὶ κατακλινῇ Ayadov, οὐ δή που Zub πάλιν
ἐπαινέσεται, δεῖν ὑπ᾽ ἐμοῦ μᾶλλον ἐπαινεϑῆναι; ἀλλ᾽ ἔασον,
4. Wenn nun Agathon der Auf-
forderung des Sokrates ὑποκάτω
ἐμοῦ κατακλίνου Folge leistet, so
kommt die Stellung 2) Al. So. Ag.
heraus, Das will nun dem Alkı-
biades, der, den Sokrates wohl ver-
stehend, auf die Neckerei eingeht,
nicht einleuchten; er beklagt sich
über dessen Hartnäckigkeit und ver-
langt, dafs sie wenigstens in den
schönen Agathon sich teilen: ἐν μέ-
co ἡμῶν Eau Ayddava κατακεῖσθαι.
So entstände die Stellung 8) Al.
Ag. So. Das erklärt nun Sokrates
seinerseits für unmöglich: denn es
ist ausgemacht worden (Eryxima-
chos hatte das vorgeschlagen 214 C),
dals Alkibisdes seinem Nebenmann
rechts das Wort abtreten soll zu
einer Rede. Nebenmann rechts war
damals Sokrates gewesen (siehe
die erste Position; darum hiels es
214 C: εἰπὼν δ᾽ ἐπιτάξαι Σωκράτει);
Jetzt hingegen bei der vorgeschlage-
nen Position 8 wäre Agathon der
Nebenmann des Alkibiades u. mülste
also die folgende Rede halten;
da nun Alkibiades seinen Neben-
mann rechts, den Sokrates, gelobt
hat, so würde daraus folgen, dafs
der jetzige Nebenmann rechts, Aga-
thon, wiederum seinen Nebenmann
rechts, den Sokrates, loben mülste:
so würde dieser zweimal gelobt.
Wird dagegen die jetzt vorge-
schlagene (2.) Stellung ausgeführt,
so ist es Aufgabe des Sokrates,
den Agathon zu loben; und das
wünsche ich, sagt Sokrates, gar
sehr. Man bemerke auch hier die
Liebenswürdigkeit des Sokrates
gegen Agathon, der diesem, ob-
schon die Instruction des Eryzi-
machos 214 C gar nicht auf eine
Lobrede gelautet hatte (εἰπὼν δ᾽
ἐπιτάξαι Σωκράτει ὅ τι ἂν βούλη)
doch die Freude zusichern möchte,
aus keinem geringern Munde als
aus dem des Sokrates selbst gelobt
(wir würden sagen: an seinem Ehrer-
tage mit einem Trinkspruch be
dacht) zu werden. In der That it
nun der eitle Agathon (223 Α ἢ:
ἰοῦ, ἰοῦ) aulser sich vor Freud
über diese von ihm selbst nicht er-
wartete Wendung: so ganz oh
Ironie wäre freilich eine Lobred
auf Agathon aus dem Munde des
Sokrates kaum abgelaufen. Alkı-
biades muls nun nachgeben, er giebt
zu, dals der λόγος des Sokratı
πιϑανός sei, behauptet aber natür-
lich, es sei diesem bei alledem nur
um die Schönheit des Agathon τὲ
thun. Und so wird die Position?
ausgeführt. u
10. ἐὰν οὖν — ᾿άγάϑων, οὔ δὴ
που ἐμὲ πάλιν ἐπαινέσεται; bracıy-
logisch für: ἐὰν --- 4γάϑων, δεῖ
σει αὐτὸν ἐμὲ πάλιν ἐπαινεῖν τοῦ
το δὲ οὐ δή που ποιήσει, δεὶν eit.
οὐ δή που fragend: „doch sicher:
lich nicht?“ (siehe 194 Β 7) =
wird doch: den Unsinn nicht be
geben müssen, während er ehe
sollte etc. ?
11. δεῖν nach Usener für στοῶν
(krit. Anh.) δεῖν = δέον wird al
specifisch attisch von den gried.
Grammatikern bezeichnet, σ. B.
Apollonios de adu. Bekk. Anecl
p. 542, 32: τὸ μὲν γὰρ σὺν τῷ "
λεγόμενον πάλιν ἕτέρας ;
ἐστί, λέγω τὸ δεῖν ἐκ μετοχιῖοῦ
τοῦ δέον συνῃρημένον ᾿Αττικώτερῦν,
καϑὸ καὶ τὸ πλέον πλεῖν φασί
von Usener in dem zu 175 E: «ie
ἢ τρισμυρίοις genannten Aufsatz 12
ἀλλ᾽ εἰ μή
ZTMIIOEION. 223. 201
ὦ δαιμόνιδ, καὶ un φϑονήσῃς τῷ μειρακίῳ ὑπ᾽ ἐμοῦ ἐπαι- 223
νεϑῆναι" καὶ γὰρ πάνυ ἐπιϑυμῶ αὐτὸν ἐγκωμιάσαι. ἸΙοῦ
ἰοῦ, φάναι τὸν ᾿4γάϑωνα, ᾿Αλκιβιάδη, οὐκ ἔσϑ᾽ ὕπως ἂν
ἐνθάδε μείναιμι, ἀλλὰ παντὸς μᾶλλον μεταναστήσομαι, ἵνα
ὑπὸ Σωκράτους ἐπαινεθῶξς Ταῦτα ἐκεῖνα, φάναι τὸν
᾿Δλκιβιάδην, τὰ εἰωθϑότα᾽ Σωχράτους παρόντος τῶν κα-
λῶν μεταλαβεῖν ἀδύνατον ἄλλῳ. καὶ νῦν ὡς εὐπόρως
za) πιϑανὸν λόγον εὗρεν, ὥστε παρ᾽ ἑαυτῷ τουτονὶ κατα-
κεῖσθαι.
ΧΧΧΙ͂Χ. Τὸν μὲν οὖν ᾿4γάϑωνα ὡς κατακεισόμενον B
παρὰ τῷ Σωκράτει ἀνίστασϑαι" ἐξαίφνης δὲ κωμαστὰς
ἥκειν παμπόλλους ἐπὶ τὰς ϑύρας, καὶ ἐπιτυχόντας ἀνεῳγ-
μέναις ἐξιόντος τινὸς εἰς τὸ ἄντικρυς πορεύεσθαι παρὰ
σφᾶς καὶ κατακλίνεσϑαι, καὶ ϑορύβου μεστὰ πάντα εἶναι,
χαὶ οὐκέτι ἐν κόσμῳ οὐδενὶ ἀναγκάξεσϑαι πίνειν πάμπο-
λυν οἶνον. τὸν μὲν οὖν Ἐρυξίμαχον καὶ τὸν Φαῖδρον καὶ
ἄλλους τινὰς ἔφη ὁ Agıoröönuos οἴχεσθαι anıcvras, Ἑἕ δὲ
ὕπνον λαβεῖν, καὶ καταδαρϑεῖν πάνυ πολί, ἅτε μακρῶν Ο
mehreren Stellen griechischer Au-
toren nachgewiesen, z. B. Platon
Charm. 164 E: ὡς τούτου μὲν οὐκ
ὀρθοῦ ὄντος τοῦ προσρήματος
οὐδὲ δεὲν τοῦτο παρακελεύεσθαι
ἀλλήλοις ἀλλὰ σωφρονεῖν. — Die-
selbe Constr. vgl. Phädr. 241 A:
τότε δὴ δέον ἐκτίνειν — ἄλλος γε-
γονὼς λέληθε τὰ παιδικα.
223 A 2. ἰοῦ ἰοῦ (so der Bodl.);
die Grammatiker unterscheiden die-
sen Ruf der Freude durch den
Accent von dem ἰού ἰού σχετλιαστι-
209, welches Furcht oder Schmerz
bedeutet. Vgl. Schol. zu Arist.
Nubes 1170: τὸ ἰοῦ ἰοῦ ὑπὸ χαρᾶς
περισπᾶται.
ὅ. Ταῦτα ἐκεῖνα — τὰ εἰωθύτα
Σωκράτους U. 8. W. ber diese
Redeweise, welche aulser bei Platon
und Aristophanes noch bei Euripi-
des (nie aber bei Äschylos und
Sopbokles) uns begegnet, handelt
Schanz nou. comm. Plat. p. 16.
Hier liegt der Fall vor, dafs ἐκεῖνα
durch einen asyndetisch hinzuge-
fügten Satz erklärt wird, nämlich
durch den Satz, der mit Σωκράτους
beginnt (Fall 3 bei Schanz), vgl.
Charm. 166 B: τοῦτό ἐστιν ἐκεῖνο"
ἐπ᾿ αὐτὸ ἥκεις ἐρευνῶν. Dals hier
ἐκεῖνα noch durch τὰ εἰωθότα ver-
stärkt wird, ändert an der Sache
rincipiell nichts, Den zweiten
uptfall, wornach das ἐκεῖνο
durch einen Relativsatz näher er-
läutert wird, hatten wir 210 E.
B 2. ἐξαίφνης δὲ κωμαστάς es
war künstlerische Forderung für
Platon, mit der Lobrede auf So-
krates, als der Krönung des Gan-
zen zu schliefsen; dieser Forderung
zu lieb läfst er eine Schar von
Zechern eintreten, welche durch ihr
tumultuarisches Gebahren jedem ge-
ordneten Reden ein Ende machen.
Bei diesem Tumult u. der Nötigun
zu tüchtigem Zechen ist es begreif-
lich, dals der solide Eryximachos,
der σωφρονέστατος σωφρονεστάτου
πατρός die erste Gelegenheit er-
greift, um unbemerkt davon zu
schleichen, andere dagegen der
Schlaf des Gerechten befällt.
C 1. Are μακρῶν νυκτῶν über
die relative Berechtigung dieses
Ausdruckes siehe Einl. $ 9.
202
IIAAT2NOZ
2 τῶν νυχτῶν οὐσῶν, ἐξέγρεσϑαι δὲ πρὸς ἡμέραν ἤδη alex-
τρυόνων ἀδόντων, ἐξεγρόμενος δὲ ἰδεῖν τοὺς μὲν ἄλλους
καϑεύδοντας καὶ οἰχομένους, ᾿4γάϑωνα δὲ καὶ ᾿Δριστοφάνη
καὶ Σωκράτη ἔτι μόνους ἐγρηγορέναι καὶ πένειν ἐκ φιάλης
μεγάλης ἐπὶ δεξιά.
τὸν οὖν Σωκράτη αὐτοῖς διαλέγεσθαι.
καὶ τὰ μὲν ἄλλα ὁ ᾿Δριστόδημος οὐκ ἔφη μεμνῆσϑαι τῶν
D λόγων᾽ οὔτε γὰρ ἐξ ἀρχῆς παραγενέσϑαι ὑπονυστάζξειν τε
τὸ μέντοι κεφάλαιον, ἔφη, προσαναγκάξειν τὸν Σωκράτη
ὁμολογεῖν αὐτοὺς τοῦ αὐτοῦ ἀνδρὸς εἶναι κωμῳδίαν καὶ
τραγῳδίαν ἐπίστασθαι ποιεῖν, καὶ τὸν τέχνῃ τραγῳδοποιὸν
Bd \ φ
ὄντα καὶ κωμῳδοποιὸν εἶναι.
8. τοὺς μὲν ἄλλους καϑεύδοντας
καὶ οἰχομένους, Ayadava δὲ etc.
Die οἵ μὲν ἄλλοι zerfallen zwar in
2 Classen, die καϑεύδοντες und οἷὖ-
χόμενοι, werden aber als ein Ganzes,
als diejenigen, die, weil geistig
oder leiblich abwesend, keinen Teil
an den Gesprächen mehr nehmen,
dem Agathon, Aristophanes und
Sokrates gegenübergestellt.e. Aus
dieser Zusammenfassung erklärt
sich καὶ vor οἰχομένους, wofür wir
eher 7 erwarten würden.
5. Nur die δυνατώτατοι πένειν
(unter welchen aber Alkibiades, der
wahrscheinlich ebenfalls zu den
Schlafenden gehört, nicht mehr ge-
nannt wird) harren aus, trinken
und disputieren. Der gute Aristo-
‘demos hat nur ab und zu aus sei-
nem Schlummer etwas vernommen:
aber er weils doch wenigstens sich
daran zu erinnern, wovon die Rede
war. Wieder besprach sich Sokra-
tes mit den beiden Dichtern, die
noch Stand hielten, über Begriff
und Wesen ihrer Kunst, über die
Aufgabe der Tragödie und Komödie,
deren Repräsentanten sie waren:
und wiederum war das Resultat
der Katechese, die er mit ihnen
vornahm, das berühmte und be-
rüchtigte προσαναγκάξειν ὁμολογεῖν
(Ὁ 2), das die Eitelkeit des Alki-
biades einst so sehr verletzt hatte
(216 A), Und wie ein neckisches
Rätsel wirft uns hier Platon dieses
Resultat hin: Agathon und Aristo-
phanes mulsten, so sehr sie sich
ταῦτα δὴ ἀναγκαξομένους av-
sträubten, θη Sokrates zugestehen,
dafs die Kunst des Tragödien- und
Komödiendichters im Grunde die-
selbe sei. In dem Augenblicke, wo
Platon selbst ein grolfsartiges drs-
matisches Kunstwerk, das in wur
derbarer Weise tiefen Ernst der
Speculation und erhabene Begeiste-
rung mit mutwilligstem Humor ver-
einigt, fertig geschaffen vor sich
sieht, wo er die Feder niederlegt,
nachdem er sein Drama Symposion
vollendet, werden ihm allerlei Ge
danken wach über die Prineipien
der dramatischen Kunst; Gedanken,
vor deren Kühnheit er sonst zarück-
schreckt (vgl. Rep. III 395 A), der
Beschränktheit der menschlichen
Befähigung eingedenk. In dem hier
ausgesprochenen Satze ist der Zu-
satz τέχνῃ besonders zu betone;
er bezeichnet die principielle Auf-
fassung der Kunst, gegenüber der
gemeinen Übung. Über diese Stelle
siehe Zeller II® p. 798 Note 8; „Ds
nämlich mit der Kenntnis des Guten
und Richtigen auch die des Ve-
kehrten gegeben ist, und ohne jene
diese unvollständig wäre (Rep. I
409 Ὁ, VII 520 Ὁ, Phädr. 97 ἢ)
Leg. VII 816 Ὁ, Hipp. minor 866 ἢ),
so wird der, welcher als Tragikea
die Menschen in ihrer Gröfse dar-
stellen will, auch als Komiker ihre
Thorheiten darzustellen im Stande
sein müssen —- vermöge seine
wissenschaftlichen Menschenkenr
nis.“ Erfällt hat diese Forderung des
Sokrates bekanntlich Shakespeare.
ZTMIIOZION. 223. 203
\ 3 [4 e [4 u ᾿
τοὺς καὶ οὐ σφόδρα ἑπομένους νυστάξειν, καὶ πρῶτον μὲν ὃ
χαταδαρϑεῖν τὸν ᾿Δριστοφάνη, ἤδη δὲ ἡμέρας γιγνομένης τὸν
3 , \ g , 3 ’ 9
Ayadıva. τὸν οὖν Σωκράτη, κατακοιμέίσαντ᾽ ἐχείνους. ἀνα-
στάντα ἀπιέναι, καὶ (ὃ) ὥσπερ εἰώϑει ἔπεσϑαι, καὶ ἐλϑόντα
3 A (4 3 \ „ r f
eis Avasıov, ἀπονιψάμενον, ὥσπερ ἄλλοτε τὴν ἄλλην nusgav
διατρίβειν, καὶ οὕτω διατρίψαντα εἰς ἑσπέραν οἴκοι ἄνα-
παύεσϑαι.
D 10. Das “ύκειον, ein wahr- (C. Wächsmuth die Stadt Athen |
scheinlich von Perikles angelegtes, p. 555, 601), wird als Aufenthalts-
von Lykurgos später ausgebautes ort des Sokrates auch bezeichnet
Gymnasion im Osten der Stadt Euthyphro Anf., Lysis Ani.
Kritischer Anhang.
Ι. Abweichangen der vorliegenden Ausgabe von dem
eodex Bodleianus.”) ΄
172 A 5 περιμένεις | περιμενεῖς Aldina (περιμένεις T). Ὁ 2
οὐὀϑὲν | οὐδὲν T.
173A2:n:|nT (ἦν Steph.); B 2 αἰεί pr. m. (auch T)|
ἀεί, So regelmäfsig. || wagayeyoves B (auch T)) | παρεγεγόνει Schanz
Praef. zu Plato Leg. $ 11. C 3 or’ ἂν | Orav. So regelmälsig.
D 2 ἡγεῖσϑαι (auch T) | ἡγεῖσϑε and. Handschr. D 9 μαλαχὺς
(auch T), ebenso Socrat. ep. 21 bei Hercher epist. gr. p. 642
μανικὸς T corr., ebenso Plut. Cato min. 46.
174 A 5 καὶ ἐρέσϑαι | καὶ (ED de. Voegelin.. B 4 ayadan |
᾿4γάϑων᾽ Lachmann zu Babr. Praef. p. XIX. Ὁ 1 ἄρα | ὅρα Badhan.
Ὁ 4 ὁδοῦ | ὃ τοῦ Gottleber animadu. ad Plat. Phäd. p. 119 nach
Hom. Il. X 224. || ibid. ἀλλ᾽ ἐῶμεν | ἀλλ᾽ ἴωμεν T (ἀλλὰ ἴωμεν C).
E 5 ὧι, φᾶναι | 2, φάναι T (φᾶναι regelmäflsig im Bodl.). ET#
οἷός re ἰδεῖν | οἷός τ᾽ ἡ ἰδεῖν T. E 10 ἤκοι um pr. m. | From
T Boecorr. E 11 καλῶς | καλῶς γ᾽ T. |
Ἢ Der Bodleianus-Clarkianus-Oxoniensis Nr. 39 (bei Bekker X, bei
Jahn B) ist für das Symposion wie für eine Reihe von Platonischea
‘ Schriften der Hauptcodex. Er ist geschrieben 895 unserer Zeitrechnung;
verglichen wurde er zuletzt mit wunübertrefflicher Genauigkeit τοὶ
M. Schanz nouse comm. Platonicae p. 38 ff. In dem vorliegenden Ver
zeichnie (in welchem links die Lesart des Codex, rechts die in die Au
gabe aufgenommene Lesart, womöglich mit dem Namen ihres Urheber
angegeben ist), habe ich blofse Fehler in der Worttrennung, in de
Accent- und Spiritussetzung u. dgl., wenn sie nichts besonders charakte
ristisches boten, um so weniger aufgenommen, als nunmehr bei Schans,
Rettig, Jahn-Usener alle diese Dinge zu finden sind. Gewisse durch-
ehende orthographische Eigentümlichkeiten wie φᾶναι, ὅτ᾽ av, ald
(weich letzteres statt des gewöhnlichen &s/ Usener jetzt durchweg in
en Text gesetzt hat), begnügte ich mich je an der ersten Stelle ansı-
führen. In der Elision hielt ich mich (wie Rettig) stricte an den Bod-
leianus, während Usener auch da die Elision durchführte, wo nur im
Coislinianus-Parisinus 155 (bei Bekker Γ΄, bei Jahn C) aus dem 14. Jahrh,
der hierin weit strenger ist, den Apostroph gesetzt hat. In der Han
habung des » ἐφελκυστικόν erachtete ich es für geraten, wie die früher
Herausgeber, einfach der Schulregel zu folgen — und erwähnte auch
in diesem Verzeichnis die zahlreichen Abweichungen des Bodleianus
nicht: Rettig und Usener inzwischen schlossen sich in der Regel dem
letztern auch in den Abweichungen an. Dem Zeugnis des Bodleianes
habe ich, wo es sich um handschr. Varianten handelt, nach dem Vor-
gange der krit. Ausgabe von Schanz (1881), dasjenige des Codex T
(Venet. Append. class. 4, cod. 1) als des Hauptvertreters der zweiten
amilie hinzugefügt.
KRITISCHER ANHANG. 205
175 A 5 ἐμὲ | ὃ μὲν Bast. Krit. Vers. p. 10. A 9 καλεῖς
αὐτὸν | καλεῖς αὖϑις Herwerden. B 6 ἐπειδ᾽ ἄν τις ὑμῖν μὴ ἐφε-
στήκει | ἐπεὶ οὐ δή τις ὑμῖν μὴ ἐφεστήκῃ Hug. D 2 πρόσεστιν |
προσέστη T. D 5 εἰς τὸ | εἰς τὸν C. || D 6 κενώτερον | κενότερον
Hug. E1 τιμῶμεν | τιμῶμαι T. E4 εἴγε ] ἥ γε T. E6 πλέον ἢ |
πλεῖν ἢ Cobet Mnemosyne N. 8. II p. 241.
176 B 6 αὐτὸν pr. m. | αὐτῶν TB corr. | ibid. ἔφη τὸν ’Eov-
ξίμαχον | ἔφη Ἐρυξίμαχον Τ. C 1 ἕρμαῖον | ἕρμαιον T. CA
ἐξαίρω | ἐξαιρῶ Heindorf ad Theät. p. 352. Ο 8 ἀηλής pr. m. |
ἀηδής TB corr. D 4 κχραιπαλοῦντα pr. m. [κραιπαλῶντα TB corr.
D 5 φαίδρων | Φαῖδρον T. E 1 αὖ εὖ βούλωνται | ἂν εὖ Bov-
λεύωνται Bast. Krit. Vers. p. 13 (ἂν εὖ βούλωνται T.) E 8 αὖλι-
τρίδα | αὐλητρίδα T.
177 A 1 καὶ βούλεσϑαι | καὶ eingeklammert von C. Fr. Her-
mann. A 7 παίονας B pr. T pr. | παιῶνας (παιᾶνας B corr. T
corr.). C 3 ἀξιῶ pr. m. | ἀξίως m. rec. Ὁ 4 ἐπιδεξια | ἐπὶ
δεξιὰ, So regelmälsig.
178 Β 8 φησὶ --- Ἔρωτα | eingeklammert von Hommel. Β 9
Παρμενείδης pr. m. | Παρμενίδης TB corr.
179 B 2 ἡρώιων | ἡρώων; und so auch nachher. B 7 ὑπὲρ
τοῦδε τοῦ λόγου | eingeklammert von Wolf. B 8 αὐτῆς | αὑτῆς.
D 1 τᾷ ἔργῳ | eingeklammert von Baiter. E 4 ἀποϑάνοι | ἀπο-
davoiro. (ἀποϑάνοιτο 1). E5 οἴκαδε δ᾽ ἐλθὼν | οἴκαδ᾽ ἐλϑὼν T.
180 Ὁ 8 διόνης | Διώνης T.
181 A 1 πραττομένη | eingeklammert von Stephanus (wegge-
lassen von Gellius und Proklus zu Aleib. Ip. 215). A 4 τοι-
οὔτο | τοιοῦτον Gellius, Stobäus (zu 178 E 1). A 7 xuilös | κα-
λῶς Τ. B 8 ἀπὸ τῆς | ἀπὸ eingeklammert von Schanz (Usener
τοιαύτης). Ο 8 καὶ ἔστιν οὗτος ὃ τῶν παίδων ἔρως | eingeklam-
mert von Schütz. Ὁ 1 ἀλλ᾽ ἐπειδὰν | ἀλλ᾽ ἢ ἐπ. Stephanus. Ὁ 6
οἰχήσεσθαι | οἴχεσϑαι Herwerden.
182 Β 1 καὶ ἐν “ακεδαίμονε | eingeklammert von Winckel-
mann. ΒἘΒ 2 οὐ pr. πι. | οὗ TB com. C 1 τοῦτό γε | τοῦτό τε
Hermann. C 5 καὶ | eingeklammert von Badham. D 8 οὐδὲ | οὗ
&T. E83 αἰεί pr. m.|a εἰ TB corr.
183 A 1 φιλοσοφίας | eingeklammert von Schleiermacher. A 3
ἄρξαι | eingeklammert von Vermehren. A 5 ὀμνύντες (pr. m. ὀμ-
γύντι) | eingeklammert von Hertz Breslauer Programm 1870 p. 9.
B3 αὐτῶν | αὐτοῦ Orelli ad Isocr. de permut. p. 327. Β 7 τῶν
ὄρκον | τὸν ὅρκον and. Handschr. (τῶν ὅρκων T). B 8 ὅρκον οὔ
φασιν εἶναι ὅρκον ζῦρκον» οὔ φασιν εἶναι Hertz. a. a. O. p. 10.
Ὁ ὅ καὶ τῷ παιδαγωγῷ ταῦτα προστεταγμένα, ol ἡλικεῶται δὲ | die
ersten Worte καὶ --- προστεταγμένα eingeklammert, das Übrige nach
der Handschrift beibehalten von Hug. (Jahn hatte προστεταγμένα 7
(für πρ. ol) nach andern Handschriften gelesen, und ebenfalls καὶ
τῷ — n eingeklammert). Ο 6 ἕτεροι | ἑταῖροι Heindorf zu Phädr.
206 KRITISCHER ANHANG.
p. 210 0. Ὁ 8 καλὸν δὲ χρηστῷ re καὶ καλῶς | καλῶς (dies auch in
Par. 1810) δὲ χρηστῷ τε καὶ χρηστῶς Sauppe.
184 A 2 καὶ τοῖς μὲν χαρίσασϑαι τοὺς δὲ διαφεύγειν | einge-
klammert von Badham z. Euthyd. p. 94. B 2 εἰς χρήματα N εἰς
ϑιαπράξεις πολιτικάς | eingeklammert von Hirschig. Β 7 ἔστι γὰρ
ἡμῖν νόμος | eingeklammert von Vermehren. N ibid. ὅσπερ Ι ὡς
γὰρ Hug (ὥσπερ T, ὥσπερ γὰρ Vermehren). C3 μέα μῶν δουλεία]
μέα νέων δουλεία Hug. C5 δι' ἐκεῖνο | δι᾿ ἐκεῖνον T. C 8 τῶι
νόμωι τούτωι (auch 1) | τὼ νόμω τούτω and. Handschr. | ibid.
ταῦτέ | ταὐὺτόν Hug. D 2 τῷ ἐραστῇ | τὸ ἐραστῇ T. D5
οὖν | &v T. D 6 ἀγαϑὸν δικαίως | ἀγαϑὸν (ὑπουργῶν) δικαίως
Rettig (ὑπουργῶν schiebt auch Baiter ein, aber vor ὑπουργεῖν,
Schanz wohl aus Versehen hinter δικαίως). D 7 αὖ ὑπουργῶν | ἂν
ὑπουργεῖν Stephanus (ἂν ὑπουργῶν T). E 1 ξυμβαλέσθαι | Evußal-
λεσϑαι T.
185 A 2 καὶ un λάβοι χρήματα | eingeklammert von Cobet
Mnemos. N. 5. II p. 259. A 7 διὰ τὴν φιλίαν ἐραστοῦ | einge-
klammert von Hug. B 1 καὶ οὐ κεκτημένου ἀρετήν | eingeklam-
mert von Hug. Οἱ 4 συμβάλλομεν | συμβάλλομαι Τ. Ὁ 1 τῶν k-
τρῶν | τὸν ἰατρὸν T. E 2 κινήσαις | κνήσαις Wyttenbach bibl. erit.
Iip. 49.
186 B 4 ἔχηι | ἔχει T. ΒΤ Üyızıvo ἔρος pr. m. [ὑγιεινῷ
ἔρως TB corr. Ὁ 7 πικρὸν γλυκεῖ] eingeklammert von Thiersch
spec. crit. p. 15.
187 A 3 ταῦτα | ταὐτὰ T. B 6 δὲ αὖ [δὲ δὴ Schanz. ΟἹ
βοραδέος ἐκ διενηνεγμένων ἐκ weggelassen in Vind. 21. C 8 ἐν-
ταῦϑα πῶς | ἐνταῦϑά πω Badham. E5 ἐργῶντες m. pr. [ἔργον
ταῖς TB corr. E 8 παρήκει ‚(auch T pr.) | παρείκει T corr.
188 Ο 6 περὶ τὸν περὶ eingeklammert von Hermann (auch
Stob. läfst es weg). C 8 τοὺς Ἔρωτας | eingeklammert von Her-
mann. D 3 ἀσέβειαν | εὐσέβειαν Ο. Jahn nach Stobäus. D 6 καὶ
παρ᾽ ἡμῖν καὶ παρὰ ϑεοῖς eingeklammert von Hug.
189 A 7 ὠγαϑὲ ᾿Δριστόφανες | eingeklammert von Sauppe
(T hat blofs ἀριστόφανες). Β 4 ἡττηϑήσεσϑαι | (ἦτ aber aufser-
halb am Rande), δηϑήσεσϑαι T. C5 ἄνϑρωποι | ἄνϑρωποι Bekker.
D7 ‚on | αὕτη T, Stobäus. E2 οὐ Β| οὗ TBoeor. E3 γὰρ
ἕν τότε | γὰρ τότε T, Stob. Eus. E 5 ενὸν εἴδει | ἐν ὀνείδει T
(ἂν ὃν εἴδει B corr.)
190 A 6 καὶ εἰς ὀρϑὸν | καὶ eingeklammert von den Heraus
gebern mit Ausnahme von Rettig; (fehlt auch in Par. 1810) Ι
1014, χυβιστῶσε κύκλῳ | eingeklammert von Sauppe. Α 7 ἅπερ
εἰδομεναι pr. m. | ἀπερειδόμενοι TBeor C6 (av) hinzugefügt
von Schanz. C9 ἄνϑροωποι | ἄνϑρωποι Vögelin. Ὁ 1 ἀσϑενέστρεοι
γενόμενοι | eingeklammert von Kreyenbühl Bl. für bayr. Gyma.
XVI 160. DA deu | δ᾽ ἔτι. Vatic. 229. D 8 τὰ ὠιὰ | τὰ δα
Ruhnken zu Tim. p. 189. καὶ | eingekl. von Badham. E1 ἢ ὥσπερ
KRITISCHER ANHANG. 207
τὰ φὰ ταῖς ϑριξίν | eingeklammert von Sydenham. E 3 αὐτοῦ |
αὑτοῦ Τ. Εἰ 7 βάλλοντα pr. m. | βαλλάντια TB corr.
191 A 7 τὸ αὑτοῦ | τῷ αὑτοῦ Vögelin. B 3 τόδε | τὸ δὲ TB
corr. Ο 2 αὐτῶν εἰς τὸ πρόσϑεν eingeklammert von O. Jahn. C 3
γένεσιν | γέννησιν Vermehren. Ο 3 διὰ---ϑήλει eingeklammert von
Jahn. D 7 ἕκαστον | ἕκαστος T. E 2 ἐκ τούτου τοῦ γένους ylyvor-
ται | eingeklammert von Badham. E 7 τέως | ἕως Ast. Vgl. Cobet
Mnemos. nou. ser. III p. 279.
192 A 1 οὗτοι [οὗτοι (οἵδ Hommel. B 1 φύσει, ἀλλ᾽ —
ἀναγκάξονται | eingeklammert von Hug (ἀλλ᾽ — ἀναγκάξονται von
Jahn). C 1 ἐκπλήττοντα | ἐκπλήττονται T. CO 6 οὐδὲν γὰρ | οὐδὲ
γὰρ Par. 1812. C 7 χαίρειν | χαίρει T. E 3 ξητήσεως m. pr. |
fire ὡς TB corr. E 10 τοῦτο γὰρ | τούτου γὰρ Ficinus, Bast
krit. Vers. p. 50.
193 A 5 διασχησϑησώμεϑα | διασχισϑησόμεϑα T. A 6 κατα-
γραφὴν | κατὰ γραφὴν Ruhnken Tim. 175 || ibid. διαπεπρησμένοι |
διαπεπρισμένοι T. A 8 ἅπαντα | ἅπαντι Hirschig. B 1 ὡς | ὧν
Vatie. 226, Stephanus. Ο 7 τοῦτον | τοῦτο TB corr. D2% | ἕν
re T. EA ξυνήδειν | ξυνήδη Cobet nou. lect. p. 213. Εἰ 6 ἀπορήσω
p. m. | ἀπορήσωσι TB corr.
194 A 3 εὖ καὶ μάλ᾽ ἂν | καὶ eingeklammert von Hirschig.
B 1 ἀνδρίαν pr. m. | ἀνδρείαν m. rec. B 2 ἀκρέβαντα | ὀκρίβαντα *
m. recentissima (ὀκριβάντα 1). Ὁ 1 εἴ τε ἴσως | εἴ τί πως ÜUsener.
D ὃ οἴοιτο pr. m. | οἴοεο TB corr.
195 A 3 οἷος ὧν | οἷος ον T. Β 3 Ἔρωτος Ϊ Ἔρως TB
vor. | ibid. οὐ δόντος | οὐδ᾽ ἐντὸς Stob. floril. {Χ1Π 36. (οὐδ᾽
ὄντος 1). B 4 ἔστεν [ἔστε ζνέος) Sauppe. Ο 2 γράμματα | πράγ-
ματα T. || ibid. Παρμενείδης | Παρμενίδης m. recentissima (wie 178 Β)
ıT. D5 πηδναται (πίδναται T pr. m.) | πίλναται T corr.
Ei τὸ αὐτὸ | τῷ αὐτῷ T, Stob.
196 A 4 καὶ ὑγρᾶς | eingeklammert von Jahn. C 9 ἀνδρίαν |
ἀνδρείαν. Ὁ 3 πάντων ἀνδρειότατος | πάντων ἂν ἀνδρειότατος T.
D ὁ μέν, αὖ | ul, ἕν᾽ αὖ T. E 2 καὶ pr. m. | κἂν TB corr.
197 Β ὅ ? | οὐκ Zr B corr. (οὐκ ἔπεστι T, Stobäus, v.
Schanz aufgenommen). D 5 ἀγαϑός | ἀγανός Usener. D 7 τρυφῆς |
eingeklammert von Usener. |] ibid. χληδῆς | χλιδῆς m. recentissimma
u. T | ibid. ἡμέρου | ἱμέρου Te E 1 πόϑου | eingeklammert von
Vögelin (om. Stob.) | ibid. dveAng pr. m. | ἀμελὴς TB cor. E5
καλῶς φδῆς | καὶ ὠδῆς Madvig adu. I p. 396.
198 A 2 πρεπόντος pr. m. (auch T pr.) | πρεπόντως B corr.
Τ ρον. C4 dnenovde ἐπεπόνϑη Bekker. Ο 6 ἐν τῷ λόγῳ | ein-
geklammert von Stephanus. D 7 ἐπαινεῖν ὁτιοῦν | eingeklammert
von Badham zu Euthyd. 94. E 4 δόξηι | δόξει Stephanus.
199 A 2 γινώσκουσιν | γιγνώσκουσιν T. A 5 οὐδ΄ οὐ δ᾽
Sauppe. B 3 ὀφλῶ (auch T) | ὄὕφλω and. Handschr. Β 4 δέῃ]
208 KRITISHCER ANHANG.
δέει Bekker. B 5 δ᾽ av | düv ÜUsener (δ᾽ ἄν 1). E 3 ἀδελ-
φός | ἀδελφός Cobet που. lect. p. 326.
200 Ὁ 3 Eynıs | ἔχεις T. Ὁ 9 τὰ εἰς τὸν | τὸ εἰς τὸν T.
E 1 μοι παρόντα | eingeklammert von Hermann in der Form von
τὰ νῦν παρόντα der Vulgate. E 3 ἔχηι (auch T)) | ἔχει and. Hand-
schr. E 4 ἅττα | ἄττα and. Handschr. |
201 B 1 ἔχηι (auch ΤῈ) | ἔχει and. Handschr. D 8 ἀπ᾽ ἐμαυ-
τοῦ | ἐπ᾽ ἐμαυτοῦ C. Ὁ 9 δείλη | δεῖ δὴ T. | ibid. διηγήσω | in
ἡγήσω Schanz.
202 A 1 καὶ ἂν | καὶ (ὃ) ἂν Ast. A 3 τὸ ὀρϑοδοξαζειν (80
Rettig) | τὸ ὀρϑὰ δοξάζειν T. C 5 καὶ καλούς || eingeklammert von |
Badham. C 6 καλόν re καὶ | eingeklammert von Badham. € 8 τὰ
καλὰ | παλὰ T. Ὁ 8 ὃ γε γ᾽ ὧν [ὅ γε τῶν T. E 6 τῶν ϑυσιῶν.
eingeklammert von Bergk Philol. XXX p. 678.
203 A 1 καὶ τὰς ἐπῳδὰς καὶ τὴν μαντείαν πᾶσαν καὶ γοητείαν |
eingeklammert von Hug. A 4 ἀνϑρώπους καὶ | ἀνθρώπους * * καὶ
Wolf. B2 ἠστιῶντο pr. m. (nor. Tpr. [εἰστιῶντο B corr. T corr.
B 3 προσαιτὴς οὖσα | προσαιτήσουσα T. Ο 7 πενίης | πένης T. D6
ποριόμος φιλοσόφων | πόριμος, φιλοσοφῶν T. E 3 ὅταν εὐπυρήσῃ,
eingeklammert von Jahn. E 5 σοφίας τε καὶ σοφίας δὲ καὶ Sommer.
204 A 5 αὐτὸ pr.m. | αὑτῷ m. rec. (αὐτῷ 1.) B 1 δῆλον.
ὅτι | δῆλον δὴ T. Β 2 ὧν ἄν] ὧν δὴ Usener. D5 ἐρᾶι pr.m.
*(auch T) | ἐρῶ (ἐρῶε B corr.) Ἐ 8 ἐρα ὃ ἐρῶν | ὁ ἐρῶν Marcianus E.
205 Β 7 ἡ γάρ τι (auch T) ἡ γάρ cos Vindob. 21. “Ὁ ὃ
ἤδη | δ᾽ ἥ Bekker. Ο 4 ἕξουσιν | ἔχουσιν T. D 2 ὃ μέγιστὺς
τε καὶ δολερὸς ἔρως παντί | eingeklammert von Stallbaum (1827,
vgl. Hommel zu der St). D 3 ἐπαυτὸν [ἐπ᾽ αὐτὸ Vögelin. El
τὸ ἥμισυ ξαυτῶν | ro ἥμισυ (ro) ξαυτῶν Sauppe. EA ἐπὶ pr.
m, | ἐπεὶ TB corr. E 7 καλῆι | καλεῖ C.
206 A 1 ἄνϑρωποι | ἄνϑρωποι Bekker. A 2 ἤδη |ἦ δ 1
Bekker. A 7 αὐτὸ εἶναι | αὑτῷ εἶναι (αὐτῷ εἶναι T). B 1 vom
(auch T) | τούτου Bast. || ibid. αἰεὶ | eingeklammert von Bekke
(weggelassen von Vat. 225) || ibid. ἤδη | 7 δ᾽ ἥ Bekker. |] ibid. τὸν
pr. m. | τῶν TB com. B 2 ἡ σπουδῆι (ἢ σπουδῇ T) | ἡ σπουδὴ
and. Handschr. Ο 1 ἤδη | ἦ δ᾽ 7 Bekker. Ο 2 ἄνθρωποι κατὰ
ἄνϑρωποι καὶ κατὰ T. C 5 ἡ γὰρ ἀνδρὸς καὶ γυναικὸς συνουσίε
τόκος ἐστίν | eingeklammert von Ast. D 2 ϑεῶι | ϑείῳ al.
Handschr. (auch T pr. m.) || ibid. εἰλήϑυια | εἰλείϑυια T. Ὁ
συνσπείρεται | συσπειρᾶται T. || ibid. καὶ ἀποτρέπεται | einge
klammert von Usener. D 7 ἀνειλλεται | ἀνίλλετα, Stallbaun.
E 1 ποίησις (πτοίησις T) | πτόησις Bekker. E 2 ἀπολαύειν |
ἀπολύειν T.
207 A 2 αἰεὶ ἔρως | ἀεὶ (ὃ) ἔρως Bekker. Ο 1 ἀνελεγον pr. m.
(ἂν ἔλεγον T) οὖ ἔλεγον B corr. C 2 διανόει | διανοεῖ TB vor.
D 2 αἰεὶ τὸ εἶναι ἀϑάνατος | ἀεί τε εἶναι καὶ ἀϑάνατος T. ἢ ὃ
τῇ γενέσει | eingeklammert von Vermehren. E 2 τόποι | τρόποι 1.
KRITISCHER ANHANG. 209
208 A 6 μνήμην | eingeklammert von Vögelin (früher). A 8
ὀνητόν pr. m. | ϑνητὸν TB corr. || ibid. οὕτω [οὐ τῷ TB corr.
B 1 τὸ αὐτὸν | ταὐτὸν Badham. B 4 μετέχειν | μετέχει Stephanus ||
ibid. ἀϑάνατον | ἀδύνατον Creuzer ad Plotin. de pulchritud. p. 528.
Ο 4 περὶ | eingeklammert von Ast. D 6 περὶ | πέρε Ast. E 2
κατὰ σώματα (auch T) | κατὰ τὰ σώματα and. Handschr.
209 A 3 καὶ κυεῖν (auch T) καὶ τεκεῖν Hug. A 8 διακόσ-
μῆσις (auch 1) | διακοσμήσεις Vindob. 21. B 3 ἐπιϑυμεῖ | ἐπιϑυμῇ
Stephanus; || ibid. περὶ ὧν | περμὼν T. B 6 κύων | κυῶν T. B 8
περὶ οἷον | περὶ eingeklammert von Stephanus. Ο 7 καλλίων dv
pr. m. [καλλιόνων TB corr. D 5 κατέλιπεν τὸ pr. τι. | κατελίπετο
Β corr. (κατελείπετο T). D 7 παρ᾽ ἡμῖν | παρ᾽ ὑμῖν T.
210 A 7 σώματος | eingeklammert von Rückert. B 1 σώματι
τὸ ἐπὶ | σώματι τῷ ἐπὶ T. C 1 ἐὰν | eingeklammert von Ast. C5
ἵνα τὸ περὶ τὸ σῶμα καλὸν σμικρόν τι ἡγήσηται εἶναι | eingeklam-
mert von Hug. D 1 τὸ παρ᾽ ἑνὶ (auch T) | τᾷ παρ᾽ ἑνὶ Schleier-
macher. D 5 τέκτει | τίκτῃ and. Handschr.
211 A 5 ὡς τισὶ μὲν ὃν καλόν, τισὶ δὲ αἰσχρόν | eingeklam-
mert von Vögelin (weggelassen in V). Ο 2 ἐπ’ ἀναβαϑμοῖς |
ἐπαναβαϑμοῖς (ἐπαναβασμοῖς 1). Ο 8 δυεῖν | δυοῖν Hug. C 7
τελευτήσῃ | τελευτῆσαι Usener. Ο 8 καὶ γνῷ αὐτὸ τελευτῶν ὃ ἔστι
καλόν | eingeklammert von Hug. D 3 ποτ᾽ εἴδῃς (auch T) | ποτε
ἴδῃς and. Handschr. D 7 ϑεάσασϑαι | ϑεᾶσϑαι T.
212 A 2 ὦ δεῖ (ὁ δεῖ T) ἀεὶ Rohde. A 7 ϑεοφιλῆ | ϑεο-
φιλεῖ T cor. B 6 τιμῶ τὰ ἐρωτικὰ καὶ | τιμῶ καὶ τὰ ἐρωτικὰ
Usener. B 8 καὶ ἀνδρείαν eingeklammert von Hug. C 7 αὔλιον
αὔλειον T corr. Εἰ 2 τενίας | ταινίας T. Εἰ 5 ἤχϑομεν pr. m.
ἤλϑομεν m. rec. E 7 τενίας | ταινίας Τ. E 8 ἐὰν εἴπω οὑτωσί
eingeklammert von F. A. Wolf, Stallbaum 1827.
213 A 3 κελεύει pr. m. | κελεύειν TB corr. A 5 τενίας |
ταινίας T. B 2 ὡς ἐκεῖνον καϑίξειν | eingeklammert von Badham.
B 6 ὧδε τρίτος | ὅδε τρέτος Schanz (τρίτος ὅδε 1). B 7 ὁρᾶι | ὁρᾶν
T. C1 τοῦτ᾽ εἰπεῖν | τουτὶ τί ἦν; T. || ibid. ἐνλοχῶν pr. m. | ἐλλο-
χῶν TBcorr. Οἱ 4 ὡς οὐ παρὰ | πῶς οὐ παρὰ Hug. Ο 6 κατα-
χείσηι | κατακείσεει T. Ο 7 ἐπαμύνεις (auch T) | ἐπαμυνεῖς Steph.
D 4 ἐπάμυναι | ἐπάμυνε Te E 1 τενίων pr. m. (ταινίων T) |
ταινιῶν B corr. || ibid. ἀναδησώμεϑα | ἀναδήσω καὶ T. E 5 τενίων
(ταινίων ΤῊ) | ταινιῶν. E 11 ἔκπομα | ἔκπωμα T. vgl. Cobet nou.
leet. p. 455.
214 A 1 πλέον ἢ | πλεῖν ἢ siehe 175 E. B 7 ἰατρὸς | Inreöc T.
Β 9 ἐπιδέξια | ἐπὶ δεξιὰ (ebenso Ο 5). E 2 ἐπαινέσεις | ἐπαινέσει
Bekker. E 3 παρίηις | παριεῖς Schanz ποῦ. comm. Pl. p. 50.
215 B 6 δή που (auch T) | ἄν mov Baiter. C 4 τούτου |
τοῦ Badham. D 6 κομιδὴ [κομιδῇ T. E 2.000 τῶν λόγων τού-
του | eingeklammert von Vögelin.
216 A 4 ταῦτα (auch T) | ταὐτὰ A 5 αὐτός τι | αὐτὸς ἔτι
PLaTon, Symposion. 14
210 KRITISCHER ANHANG.
T. A6 βία] βίᾳ T. CA χρήσομαι | χρήσωμαι Bekker. Ο8
εἴκασα | ἤκασα Fischer. D 8 καὶ αὖ ἀγνοεῖ πάντα καὶ οὐδὲν οἶδεν |
eingeklammert von Jahn. E 7 καὶ ἐμοὶ (καί μοι ΤῊ) | κἀμοὶ Hirschig.
217 A 2 ἐν βραχεῖ ἔμβραχυ Cobet. uar. lect. p. 209. A8
μόνος | eingeklammert von Hirschig. B 7 ἄν μοι [δή μοι Sauppe.
B 8 καὶ ouveyuuvafounv | eingeklammert von Sauppe. Ὁ 5 de
δειπνήκει ἐδεδειπνήκειμεν Usener (δεδειπνήκαμεν Bekk. Anecd. gr.
p. 346, 22); N ibid. διελεγόμην πόρρω | διελεγόμην ἀεὶ πόρρω Citat
uns. Stelle in Bekk. Anecd. l. . Ὁ 6 ἠβούλετο | ἐβούλετο and.
Handschr. (ἐβούλετο hat d. Bodl. Zeile 4).
218 A 4 δειχϑῆι | δηχϑείη T; | n ψυχὴν | eingeklammert von |
Usener. Β 6 εἴ τὸ ἄλλος | εἴ τις ἄλλος m. rec. u, T; I ibid. πάνυ
μεγάλας | παμμεγάλας Naber zu Phot. I p. 116. D 2 ὅσωι τι;
ὡς ὅ uT. Ὁ 8 οἶμαί μου (auch T) | οἷμαί μοι Vindob. 21.
219 A 2 ἤτοι (auch T)|9 ‚7 τοι Stephanus. A 5 παρ᾽ ἐμοὶ,
παρ᾽ ἐμοῦ T. B 5 τοῦτο | τούτῳ T. C 6 καίπερ κεῖνό γὲ ὦμην
τὶ εἶναι | eingeklammert von Hug. E 8 οὖν τοῖς πόνοις | οὖν a)
τοῖς πόνοις Winkelmann zu Euthydem. p. 13. E 9 ὁπόταν ἀνα)
κασϑείημεν (auch T) | ὁπότ᾽ ἀναγκασϑείημεν and. Handschr. | ibi.
ἀπολειφϑέντες ἀποληφϑέντες Cornarius.
220 A 4 Onorev ϑαυμαστότατον | ὃ πάντων 9. T. A 5 ἑωρά-
κει | ἑώρακεν Τ. Β 8 ἢ ὅσα | δὴ ὅσα T. Ο 2 δ᾽ αὐτὸ ἔρρεξε
(auch T, nur hat dieser ἔρεξε) | δ᾽ αὖ τόδ᾽ ἔρεξε Cornarius, 04
ἑστήκει | εἴστήκει and. Handschr. (so auch Bodl. Zeile 5 u. Ὁ 3);
ibid. προχώρει pr. m. προὐχώρει TB corr. C6 ἄνϑρωποι | ἄν:
ϑρῶποι Mehler zu Xen. Symp. p. 75. C 8 τῶν Ἰώνων | τῶν
νέων Mehler. D 4 προσευξόμενος pr. m. (auch T) | προσευξάμενος
B corr.
221 B 3 τῷ φϑαλμῶι | τὠφϑαλμὼ (τὼ ὀφθαλμὼ 1). B6
ἀμύνηται | ἀμυνεῖται T. C5 εἶναί us pr. m. | εἶναι μήτε T Boom.
D3 ἄνϑρωπος | ἄνϑρωπος Sauppe. D 5 λέγων | λέγω 1. Ἐ 2 τὸν Σ
ἀκ. λόγον | τῶν Σ. ἀκ. λόγων T.
222 Α 1 διοιγουμένους | διοιγομένους T; || ibid. ἄν τις | αὖτ
Bekker (δή τις Schanz). A 3 τὸν λόγον | τῶν λόγων T. A4 τείναντας,
τείνοντας T. A 5 ἔτι πᾶν | ἐπὶ πᾶν T. B 6 ἐξαπατᾶσϑε ε Ebenen
ou T. B7 „pörra | γνόντα T. C 5 οὐδ᾽ ενεκα | οὗ ἕνεκα Τ.
E 9 αὐτὸν | αὖ τὸν Bekker; || ibid. ἐπιδέξι᾽ | ἐπὶ δεξιὰ and. Βεμ-
schr. E 11 πρὶν (auch 1) | δεῖν Usener (auch Herwerden p. Ἢ
will δέον αὐτὸν; Madvig adv. erit. I 397: πρὶν ὑπ᾽ ἐμοῦ ἄλλον ἔκ.
228 Β 8 ἑ δὲ (ἔαδε T) |® δὲ C 6 ἐπιδεξια | ἐπὶ δεξμὶ
07 μεμνῆισθαι | μεμνῆσϑαι. D 5 τραγῳδιοποιὸν u. κωμῳδιοποιὸν.
τραγῳδοποιὸν u. κωμῳδοποιὸν Schanz Proleg. 3. 2. D6 ὄντα sap
(auch T) | ὄντα καὶ κωμ.: Vind. 21. Ὁ 9 καὶ ὥσπερ | καὶ Ω) ὧδ’
see Hermann.
KRITISCHER ANHANG. 211
II. Bemerkungen und Nachträge zu einzelnen Stellen,
172 A ὅ: οὐ (σὺν περιμενεῖς schlägt Sauppe vor, um dem vor-
hergehenden Verse einen trochäischen Abschluls zu geben. Ebenso
schreibt Schanz. — Sodann wird von Badham (Rettig, Usener) ’4roA40-
δωρος, B 2 von Baiter (Vögelin, Usener) ἐν τῷ συνδείπνῳ (wofür T
ἐν τῷ συνδειπνεῖν hat) gestrichen. Vgl. dagegen den Commentar, in
welchem ich überhaupt nicht selten stillschweigend, zuweilen aber auch
ausdrücklich die handschr. Lesart gegen Angriffe der neuern Kritiker
zu verteidigen suchte. Insbesondere ist festzuhalten, dafs eine gewisse
hehagliche Breite und Weitläufigkeit, welche namentlich auch nachträg-
liche Specialisierung, Ergänzung, (dazu gehört z. B. ἐν τῷ συνδείπνῳ),
ja selbst Wiederholung des früher Gesagten sich gestattet, gerade zu
den Eigentümlichkeiten des Platonischen Gesprächsstiles gehört, dals
demnach, wenn man davon ausgeht, alles, was logisch betrachtet un-
nötig ist und Ohne Schaden für den Zusammenhang wegbleiben kann,
zu streichen, man sich an dem Platonischen Stile selbst vergreift und
auch manchen Zug individualisierender Zeichnung verwischt, was auch
Teuffel zu Platons Symposion Rh. Mus. XXIX p. 133 ff. mit Recht
egen die Hyperkritik O. Jahns (und Hirschigs, Cobetse) an einzelnen
tellen hervorgehoben hat, obwohl ich nicht mit allen dort geführten
Verteidigungen mich einverstanden erklären kann. Auf der andern Seite
muls anerkannt werden, dals diese Kritiker, insbesondere Jahn an man-
chen Stellen zum. erstenmal mit richtigem Blick auf vorhandene Schäden
hinwiesen, dafs auch unter Badhams darauf folgenden oft ganz will-
kürlichen, wilden Einfällen, in denen von Berücksichtigung des indi-
viduellen Sprachgebrauches in der Regel nicht viel zu entdecken ist.
manche scharfsinnige Bemerkung von bleibendem Werte sich findet,
Besonnener sind die feinen Bemerkungen Vögelins N. schweiz. Museum
VI p. 277 ΕΠ, die manche glückliche Verteidigung, aber auch gelegent-
lich zu kühne Angriffe gegen das Überlieferte enthalten; ähnlich die
bezüglichen Abschnitte von Vermehren in seinen Platonischen Studien.
Nach meinen Beobachtungen sind die einleitenden, erzählenden,
ergänge vermittelnden Partien des Symposion, kurz die aufser
den Reden stehenden Abschnitte von Glossemen fast ganz
frei geblieben, und dürfen die Spuren behaglicher Breite oder lockerer
Nachlässigkeit des Ausdrucks in den darin vorkommenden Gesprächen
nicht durch Emendation beseitigt werden. So behalte ich auch bei
172 C ἐνθάδε gegen Usener (2. Ausgabe von Ὁ. Jahns Edition), ‚vgl.
Crito 62 B: ἐν αὐτῇ (sc. τῇ πόλει) ἐπεδήμεις, 53 A: ἐξ αὐτῆς ἀπεδή-
βησας; 118 Ο: εἰ οὖν dei — χρὴ ποιεῖν gegen Hirschigs Conjectur
δοχεὶ für δεῖ (wobei ich jetzt mit Usener das Komma nach ταῦτα ver-
setze); ebenso verteidige ich 174 A: & ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει gegen
Hirschig (Vögelin); ibid. ἐθέλειν ἄν gegen Cobet (Jahn, Baiter), 175 ΕἸ:
περὶ τῆς σοφίας gegen Hirschig, Baiter, Jahn-Usener); 176 B: ἐρρῶσθαι
gegen Cobet (Baiter, Jahn-Usener u. 8. w.), cf. Teuffel a. a. 0.p. 138; 177D
die Fülle des Ausdrucks ἄρχειν δὲ Φαῖδρον πρῶτον gegen Hirschigs
λέγειν für ἄρχειν. Ähnlich verhält es sich mit 185 E: δοκεῖ οὖν μοι
ἀναγχαῖον εἶναι --- δεῖν ἐμὲ πειρᾶσϑαι, wo Hirschig δεῖν ἐμέ, Schanz früher
δεῖν ἐμὲ und ἀναγκαῖον εἶναι, strich, Usener u. Schanz jetzt wenigstens
δεῖν tilgen. Vgl. auch Vahlen Zeitschr. f. östr. Gymnas. XXIII (1872) B- 528,
der folgende Beispiele vergleicht Aleib. II 146 B: ἀναγκαῖον ἡμῖν ἐδόκει
οἰηθῆναι δεῖν, Phädo 101 E: ἱκανοὶ γὰρ — .. δύνασθαι αὐτοὶ
αὐτοῖς ἀρέσκειν; 186 A: τῆς ἰατρικῆς gegen Naber (Jahn Usener); denn
für die Streichung dieser Worte lälst sich auch gar nichts anführen als
der im Platonischen Gesprächsstil irrelevante Umstand, dafs das Wort
ἰατρική drei Zeilen nachher noch einmal steht, und zwar in ganz an-
rem Zusammenhange: hier als Quelle seines Wissens über den Eros
14*
212 KRITISCHER ANHANG.
überhaupt, dort als das erste Gebiet, an welchem er seinen Satz durch-
führen will.
Ebenso wird es richtig sein auch in den Reden selbst nicht jede
Weitschweifigkeit oder lockere Construction anf Rechnung eines Inter-
polators zu setzen (was z.B. jetzt wieder Herwerden in den lectiones Rhe-
notrai. in ausgiebigster Weise thut, wenn er u. a. in 204 A in folgender
Weise den Text „reinigt“: θεῶν οὐδεὶς φιλοσοφεὲὶ οὐδ᾽ ἐπιϑυμεῖ σοφὸς
γενέσθαι᾽ ἔστι γάρ. οὐδ᾽ εἴ τις ἄλλος σοφός [οὐ φιλοσοφεῖ]. οὐδ᾽ αὖ οἱ
ἀμαϑεῖς [φιλοσοφοῦσιν οὐδ᾽ ἐπιθυμοῦσι σοφοὶ γενέσθαι7Ὑ᾽ αὐτὸ γὰρ τοῦτό
ἐστι [χαλεπόν] ἀμαϑία, τὸ μὴ ὄντα καλὸν κἀγαθὸν μηδὲ φρόνιμον δοκεῖν
αὑτῷ [ἱκανόν] „Sic demum oratio nascitur vere Platonica‘(!?)) Hier
tritt nun aber die weitere Nötigung hinzu, den individuellen Charakter
jedes Redners, wie ihn Platon gezeichnet hat, speciell ins Auge zu
fassen. Was z. B. in der Rede des Alkibiades an kühnen, anakoluthi-
schen, brachylogischen Wendungen, als der Rede eines μεθύων gestattet
ist, vgl. meine Bemerkungen zu 216 B 5, das gilt nicht in gleichem
Mafse von jeder andern. (Umgekehrt will natürlich hier Herwerden
durch Einsetzen nachhelfen z. B. 220 D εἰ δὲ βούλεσϑε ζαὐτὸν εἰδέναι
οἷος ἐγένετο» ἐν ταῖς μάχαις; 80 wird schlielslich jede Individualität ver-
nichtet,,. An pedantischer Weitschweifigkeit nicht blofs, sondern an
logischer Unbegreiflichkeit ist z. B. in der Rede des Eryximachos,
namentlich gegen das Ende derselben, kein Mangel, in der Rede des
Agathon hat man immer nur auf die Wahrung des logischen Scheines, —
der oft auf elendester Sophistik beruht — zu achten. Von diesem Stand-
unkte aus ist z. B. 195 B: ταχὺ ὃν δῆλον ὅτι" ϑᾶττον γοῦν τοῦ δέοντος
ἡμῖν προσέρχεται vollkommen gerechtfertigt (gegen die von A. Riese
ausgesprochene Athetese). Dagegen ist unerbittlicher Angriff zu führen
gegen alles, was in der logisch geschlossenen Beweisführung des 80-
krates und auch des Pausanias den methodischen Gang unterbricht
oder geradezu stört. Überhaupt ist die Wahrnehmung zu machen, dalı
— im Gegensatz zu den übrigen Abschnitten — in die Reden selbst
sich eine ziemliche Zahl von Glossemen eingeschlichen hat,
von denen ein Teil ursprünglich einfache erklärende oder ergänzende
Randglossen waren, die erst nachträglich in den Text kamen. (V
hierüber Schanz Studien zur Gesch. des Platonischen Textes p. 80 ἢ)
Sie sind übrigens sämtlich kurz, entweder nur aus ein oder ein paar Worten,
oder aus einem Satze bestehend, so dals von einer starken Entstellun
des Platonischen Textes nicht gesprochen werden kann. Sie sin
gröfstenteils erst von der neuern Kritik entdeckt worden, und es wird
ein Teil dieser Athetesen, wenn auch im einzelnen zu weit gegangen
wurde, doch allmählich den Rang wissenschaftlich feststehender Resultate
sich erobern. Den Fortschritt hierin wird man von der kleinen Zahl
der Athetesen an, wie sie z. B. noch in der Ausgabe von C. Fr. Her-
mann (1851) sich finden, in der successiven Vermehrung der kritischen
Klammern durch die 2. Ausgabe von Baiter (1863), die von O. Jahn
(1864), von Badham (1866), von Jahn-Usener (1874) und die vorliegende
verfolgen können. Denn trotz des Widerspruchs, den ich gegen mas-
che der älteren und neueren Athetesen zu erheben im Falle bin, wie
auch anderer Conjecturen, habe. ich mich doch immer mehr von dem
Vorhandensein von Glossemen in den Reden, insbesondere den
Reden des Pausanias und des Sokrates, die, als die au
meisten pilosophisch begrifflich verfahrenden, wie es scheint
am meistender Erklärung oder Ergänzung bedürftig erschie-
nen, überzeugen müssen und bin, wie auch Usener in seiner Ausgabe, der
gelegentlich Jahnsche Klammern beseitigte, doch zu einer Reihe von
neuen Streichungen gelangt. Hiebei kann gegenüber diesem Consensu
nicht blofs der Ausgaben, sondern auch einzelner kritischen Monogrr
phien der Dissensus der einzigen Textausgabe von Rettig (1875), der ein
KTITISCHER ANHANG. 213
paar Ausnahmen abgerechnet, mit grolsem Conservatismus an der
handschr. Lesart festzuhalten pflegt, mich nicht beirren. Dafs sich be-
reits im grolsen und ganzen ein Consensus über eine Reihe von Athe-
tesen festgestellt hat, dürfte doch als Beweis dafür gelten, dafs es me-
thodisch gerechtfertigt ist, schadhafte Stellen der Reden eher durch
Athetese zu heilen als durch gewagte Conjecturen. Consensus ist jetzt
so ziemlich erreicht z. B. über die Streichung folgender Worte: 178 B:
φησὶ — Ἔρωτα nach Hommel, 179 B: ὑπὲρ τοῦδε τοῦ λόγου nach Wolf,
181 Ο: καὶ ἔστιν οὗτος ὁ τῶν παίδων ἔρως nach Schütz, 182 B: καὶ ἐν
Λακεδαίμονι nach Winkelmann, 184 A: καὶ τοῖς μὲν χαρίσασθαι τοὺς
δὲ διαφεύγειν nach Badham 184 B: εἰς χρήματα ἢ εἰς διαπράξεις πολι-
τικάς nach Hirschig, 192 Β: ἀλλ᾽ ὑπὸ τοῦ νόμου ἀναγκάξονται nach
Jahn, 196 A: καὶ υγρᾶς nach Jahn, 198 D: τοῦ ἐπαινεῖν ὁτιοῦν nach
Badham, 206 C: ἡ γὰρ ἀνδρὸς καὶ γυναικὸς συνουσία τόκος ἐστιν nach
Ast, 208 A: μνήμην nach Vögelin, 211 A: ὡς τισὶ μὲν ὃν καλόν, τισὶ
δ᾽ αἰσχρόν nach Badham (Vögelin), 213 B: ὡς ἐκεῖνον καθέξειν nach
Badham, 216 D: καὶ αὖ ἀγνοεῖ πάντα καὶ οὐδὲν οἶδεν nach Jahn; es
sind dies sämtlich Stellen in den Reden, so dals an der Richtigkeit des
Principes im allgemeinen nicht gezweifelt werden kann. (Alle diese Stellen
hat jetzt auch Schanz in 8. Ausgabe 1881 eingeklammert mit einziger
Ausnahme v. 179 B, wo er durch Emendation nachhelfen will).
172 Ο 4. Gegen Badhams Bemängelung von ἔγωγε δή, wofür er
(and nach ihm Ueener) schreibt, ἔγωγ᾽ ἔφη, s. ἃ. Comm.
172 C 5. Über ἐνθάδε siehe oben zu B 2.
173 B 6 πάντως δὲ ἡ ὁδός Bekker, Stallbaum, Badham streichen δέ
nach Nebenhandschriften, Usener schreibt πάντως γε. Siehe jedoch Comm.
173 C 2. Gegen Hirschigs Conjectur εἰ οὖν δοκεῖ für dei macht
Vögelin darauf aufmerksam, dafs auch καὶ vor ὑμῖν dagegen spreche.
173 Ὁ 5. Mit der im Commentar nach Vahlen Zeitschr. f. östr.
Gymn, XXIII p. 500 aus dem Politicus gegebenen Parallelstelle er-
ledigen sich die kritischen Bedenken, die gegen handschr. ἐν μὲν γὰρ
erhoben wurden. (Madvig schrieb ἐν μέντ᾽ ἄρα, Badham ἐν μέν γε was
von Rettig und Schanz gebilligt wird). Im vorhergehenden ist man wohl
jetzt einig, dafs man οὐκ οἶδα nicht in εὖ οἶδα mit Bast verwandeln
darf, vgl. auch Herwerden p. 27; letzterer will dann aber ἄλλοθεν hinter
ποτὲ einschieben, was dem Sinne nach nicht unrichtig, aber unnötig ist.
174 A A. ἃ ἐκεῖνος ὀλιγάκις ἐποίει über Hirschigs Athetese dieser
Worte siehe den Commentar. Hertleins Conjectur 6 für ὥ, da im vor-
hergehenden doch von zwei Dingen die Rede ist, halte ich für unnötig.
174 B 1. ἐθέλειν ἄν streicht Cobet (Jahn, Baiter); siehe dagegen
oben zu 172 B 2 und Comm.
174 B 4: Als Vertreter der gewöhnlichen Erklärung, dals Platon
das Sprüchwort ἀγαϑοὶ δειλῶν voraussetzte, ist in neuerer Zeit besonders
Rettig aufgetreten Berner Progr. v. 1869, als Vertreter der Ansicht
Lachmanns, dafs die Fassung ἀγαθοὶ ἀγαθῶν zu Grunde liege und die
Fassung ἀγαθοὶ δειλῶν nur als Travestie des Eupolis nachzuweisen sei,
der Herausgeber in der Gratulationsschrift der Züricher Universität an
die Universität München 1872. Hierauf antwortete Rettig in den Vin-
dieiae Platonicae Bern. Winterprogr. 1872, und wurden noch weitere
Worte hierüber gewechselt von mir Rh. Mus. XXVII p. 627 und von
Rettig ibid. XXX p. 139.
Den gegenwärtigen Stand der Streitfrage kann ich an folgendem
Beispiel illustrieren: Mein Gegner gesteht zu, dafs bis auf den Komiker
Eupolis, der sich die lustige Änderung erlaubte, nur die Fassung ἀγα-
ϑοὶ ἀγαϑῶν bekannt war (wie sie denn auch nachher die landläufige
geblieben ist).
Nehmen wir nun an, es sei einem Komiker einmal eingefallen das
wohlbekannte: „die Welt ist rund u. s. w.“ spalshaft zu verwandeln,
214 KRITISCHER ANHANG.
indem er erklärt, gerade das Umgekehrte sei wahr; man müsse eigent-
lich sagen: „die Welt ist viereckig‘“. Können wir nun glauben, ein
zeitgenössischer Schriftsteller, wohl bekannt mit dem Sachverhalt, je-
manden in seinen Schriften sprechen liefse: „lafst uns einmal lustig iu
Sprichwort: “die Welt ist viereckig’ ein Bischen ändern und sagen wir
dafür lieber "die Welt ist rund’, ist ja doch auch Homer sehr willkär-
lich mit Sprichwörtern umgegangen?“ Und er würde das thun vor
Lesern, die so gut wie er wissen, dafs gerade die angeblich von ihn durch
lustige Veränderung hervorgebrachte Fassung die längst bekannte ge-
wöhnliche ist? — Gerade so läfst mein Gegner den Platon verfahren.
Nachträglich bemerke ich, dafs die etwas freie Anwendung des
Dativs ᾿άγάϑωνι Platon ganz besonders nahe gelogt war durch die ihm
vorschwebende und nachher von ihm angezogene Rede Hom. 1]. II 408:
αὐτόματος δέ ol ἦλθε βοὴν ἀγαθὸς Μενέλαος. Weitere Beispiele sind
aulser dem im Commentar aus Plato Protag. angegebenen Hom. Οὐ.
ΧΥΠ 173 καί σφιν παρεγίγνετο δαιτί. Xen. Hell. V 4,50 προῇσαν αὐτῷ
οἵ πολέμιοι, Cyrop. VIU 5, 12, Anab. I 2, 4 οὗτοι εἰς Σάρδεις αὐτῷ
ἀφίκοντο, Symp. 2, 1 ἔρχεταί τις αὐτοῖς ἐπὶ κῶμον Συρακόσιος ἀνήρ.
Thuc. 118, 4 ὅτε ᾿ἡμεινοκλῆς Σαμίοις ἦλϑε; ders. I 27, 1. 161, 1.1 101,1.
Vergleiche auch die Redensart εἰς λόγους ἐλθεῖν τινι. Auch Teufels
Einwendnng Rh. Mus. XXIX p. 141, dafs der Plural δαῖτας auffällig zei,
kann nicht ins Gewicht fallen. Der Plural war nun einmal in der ur-
sprünglichen Fassung vorhanden, es lag absolut keine Nötigung vor,
bei der Anwendung auf Agathon diesen begrifflichen Plural in den
Singular zu verwandeln. Im übrigen, wenn man einmal so ängstlich
sein will, konnte sich die Sache dann nicht wiederholen? Hat dem
Agathon, der reiche Herr, nicht oft Gastereien gegeben und zwar in
liberalster Weise, so dals noch in manchem anderen Falle das Gleiche
eintreten konnte wie jetzt? ‚Die Anspielung ist nichts weniger als fein.“
Ich halte den Witz in der That für ziemlich leicht, nichts weniger als
welterschütternd, ebenso wenig wie so manchen andern Wortwitz in
Platon. Oder werden wir denn dergleichen Wortspiele wie Eathyd.
291 E: σὺ κρινεῖς ὦ Κρίτων; Leg. XII 969 A: ὦ Kisıvla, κλέος
ἀρεῖ; Prot. 336 B: οὐ καλῶς λέγεις, ὦ Καλλέα für welterschütternd
ansehen? Ist es ferner im mindesten feiner, wenn bei der gewöhnlichen |
Fassung (siehe deren neuesten Verteidiger Th. Fritzsche im philol. An-
zeiger V p. 608) der Witz darin besteht, dafs Agathon als „feiger Weich-
ling‘ (δειλός) verspottet werden soll? Auf das immer wiederholte Ge
rede, dafs bei der Lachmannschen Auffassung καί vor Ayadav’ keine
Erklärung finde, habe ich schon Progr. p. 17 geantwortet. Zu meiner
Ansicht, dafs Lachmann hier allein das Richtige getroffen habe, bin ich
rein durch die Geschichte des Sprüchwortes gekommen, und diese hat
bewiesen, dals vor Eupolis von einer andern Fassung als &ya®ol ἀγαϑῶν
keine Rede ist. — Von den Neuern hat sich Heller Jahresber. üb. Platon |
Zeitschr. f. das Gymnasialwesen XX VIII für unsere Ansicht ausgesprochen ;
auch Usener und Schanz folgen Lachmann. Ebenso stimmt un
Vahlen bei. Herwerdens Bemerkung lectiones rhenotraiectinae 9. 47,
der übrigens Lachmanns 4γάϑων᾽ wie Fritzsche als Accusativ dentet,
beweist, dals ihm die Untersuchung über die Geschichte des Sprich-
wortes gänzlich unbekannt ist. Eine eigentümliche Stellung nimmt
O. Ribbeck Kolax $. 100—102 in dieser Frage ein. Er giebt zu, dab
der Scherz des Sokrates die durch Bacchylides „in Aufnahme gebrachte‘
Fassung (ἀγαϑῶν — ᾿ἀγάϑων) voraussetze (die überhaupt „im ge
selligen Verkehr und Gebranch den Vorzug erhielt“), kann sich aber
von der traditionellen Form ἀγαθοὶ — δειλῶν so wenig losmachen, dafs
er zu der nach meiner Meinung unmöglichen Annahme seine Zuflucht
nimmt, es habe gleich nachher dem Verfasser die Fassung δειλῶν „Tor
geschwebt“. Also im gleichen Atemzuge soll Platon das Sprichwort
|
KRITISCHER ANHANG. 215
in zwei sich entgegenstehenden Fassungen denken! — Ich hätte nach R.
aus ὡς ὁ παλαιὸς λόγος bei Kratinos keinen Schluls auf die echte
Fassung ziehen sollen „da doch im folgenden die willkürliche Änder
auf der Hand liegt.“ Darauf muls ich erwidern, dafs κομψῴός wie ἀγαϑός
ein Lob, also einen verwandten Begriff enthält, während δειλός, man
mag es noch so höflich fassen, jedenfalls kein Vorzug ist. Bei solcher
Umkehr der Grundbegriffe wäre mir das ὡς ὁ παλαιὸς λόγος rein un-
verständlich. Den Ausdruck des Zenobius: Εὔπολις ἑτέρως φησὶν ἔχειν
τὴν παροιμίαν premirt R. u. erklärt: „der zweiten Fassung gegenüber
hat ausdrücklich Eupolis in χρυσοῦν γένος die erstere als die authen-
tische betont,‘ fügt aber doch hinzu! „ob er damit die Wahrheit sagte
oder vom Rechte des komischen Dichters zu einem bestimmten Zwecke
Gebrauch machte, läfst sich nicht mehr ermitteln.“ Wenn ich also das
Letztere glaubte, nahm ich nichts Unwahrscheinliches an. Aber ich mufs
noch hinzufügen, warum ich es für das Wahrscheinlichere erachte,
Zenobius hat mit seinem etwas zweideutigen Ausdruck nur sagen wollen:
Eupolis ist Zeuge für eine andere Fassung, oder: er zieht der gewöhn-
lichen Fassung eine andere vor. Wirklich zu sagen: „die gewöhnliche
Fassung ist nicht die echte, ursprüngliche“ wäre Sache eines gelehrten
Grammatikers, nicht eines Komikers. .
174 Ὁ 1. Für Badhams von mir in den Text aufgenommene Ände-
rung ὅρα οὖν — τί ἀπολογήσει statt ἄρα (so der Bodl., nicht de’) hat
sich auch Vögelin ausgesprochen, besonders weil das indefinite zı in der
gewöhnlichen Schreibweise matt erscheint.
174 Ὁ 6. Nach Rohdes Vorschlag schreibt Schanz πορευόμενον
ὑπολείπεσθαι. ,
114 D 8. Man kann im Zweifel sein, ob man handschr. ἐπειδὴ δὲ
γενέσθαι mit Baiter in ἐπειδὴ δ᾽ ἕν y. (schon Cobet schlug vor δὲ ὃ) auf-
lösen soll. Vgl. Rep. X 614 B: ἔφη δέ, ἐπειδὴ οὗ ἐκβῆναι τὴν ψυχήν,
πορεύεσϑαι μετὰ πολλῶν. Jedoch ist zur Anwendung des Acc. c. Inf.
statt zu erwartendem Nom. c. Inf. hier keine Nötigung vorhanden, nach-
dem der Subjectswechsel, der auch sonst unangezeigt vorkommt, vgl.
unmittelbar nachher ἄγειν und καταλαμβάνειν, hinlänglich durch den
Zusammenhang und durch vorangehendes περιμένοντος οὐ angedeutet ist.
174 E 2. Vor ἔνδοθεν schieben Porson Cobet non. lect. p. 114 u.
Schanz nach dem Citat bei Photius ein τῶν ein, wodurch der Sinn keineswegs
verbessert wird. ἔνδοθεν gehört zu ἀπαντήσαντα. Dagegen würde οἵ ἔν-
δοϑεν od. ἔνδον παῖδες einen Gegensatz voraussetzen, den ich nicht verstehe.
175 Α 9. αὖϑις setzt Herwerden mit Recht für αὐτόν, da ja der-,
selbe Sklave ihn schon gerufen hatte.
175 B 6. Stallbaums Versuch, die handschr. Lesart mit blofser
derung von ἐφεστήκει in ἐφεστήκῃ zu retten durch die Erklärung:
„utique apponite φασι apponere wolueritis cum nemo wobis prae-
fectus sit“ ist als verfehlt zu betrachten. Der Ausdruck 6, τι ἂν βού-
Anode „alles wozu ihr nur immer Lust habt“ darf nicht durch eine hin-
zugefügte Bedingung beschränkt werden: „was ihr dann wünschet,
wann ihr nicht beaufsichtigt seid.“ Denn auch wenn sie beaufsichti
sind, können sie sehr Verschiedenes wünschen. Es muls also ἐπειδὰν
durch eine causale Conjunction ersetzt werden, die sich auf den ganzen
Satz, nicht auf δ τὸ ἂν βούλησθε allein bezieht (auch bei Teuffel Rh.
Mus. XXVIII p. 342, dem ich übrigens in der Erklärung der folgenden
Worte beistimme, finde ich keine Erklärung der von ihm verteidigten
handschr. Lesart),. Auf dieser notwendigen Voraussetzung beruhen
auch die übrigens sprachlich unmöglichen Vorschläge von Hommel (ἐπεί,
τᾶν, τις ὑμῖν μὴ ἐφ.) und Vermehren ἐπεὶ τίσις ὑμῖν un ἐφεστήκοι
„da euch Strafe nicht drohen darf“. Das von mir in den Text gesetzte:
ἐπεὶ οὐ δή τις ὑμῖν μὴ ἐφεστήκῃ berührt sich im Grundgedanken mit
Leopold Schmidts Vorschlag (Marburger Sommerprogramm 1871 p. 8:
216 KRITISCHER ANHANG,
ἐπεί τις ὑμῖν οὐ μὴ ἐφεστήκῃ), mit dem ich in der Anwendung der Ver-
neinungsform οὐ — un zusammengetroffen bin. „Ihr habt nicht τὰ
fürchten, dafs jemand euch auf dem Nacken sitzt, euch beaufsichtigt.“
Die von M. Sch(anz) philol. Anzeiger IV p. 18 gegen Schmidts Vor-
schlag erhobenen Bedenken dürften durch die von mir gewählte Form
und die im Commentar angeführten Parallelstellen gehoben sein. In
&pectavaı liegt ebensogut, wie in δυνατός εἰμι oder οἷός τ᾽ εἰμι ein Be-
griff vor, dessen Wirkung in die Zukunft eingreift, so dafs wir nicht
nötig haben, etwa ἐφεστήξει zu schreiben. Einen neuen Verteidiger hat
die handschr. Lesart Rh. Mus. XXXIII p. 807 an Rieckher gefunden.
Er übersetzt: „machet es wie ihr es immer macht, wenn man euch
nicht beaufsichtigt, und setzt uns vor was ihr möget.‘‘ Man überseize
einmal diese „Übersetzung“ ins Griechische zurück und sehe zu ob dam
unsere handschr. Lesart herauskömmt. — Schanz’ jetzige Lesart weicht
nur darin von der unsrigen ab, dafs er οὐ unmittelbar vor un setzt.
175 E 4. ἐπίδοσιν siehe Commentar. Ganz unnötig ist Herwerden
Vorschlag πίστωσιν.
176 A 3. Was in der ersten Ausgabe, in der ich nach Ast κατὰ
τὰ νομιζόμενα aufgenommen hatte, verlangt worden war, dafs die Ver-
teidiger des handschr. καὶ τἄλλα τὰ v. Beispiele der „Überspringung
des allgemeinen, reinformalen Begriffes ποιεῖν beibringen sollten, hai
Vahlen geleistet. Siehe Commentar. Auch Steinharts Versetzung hinte
ποιήσ. ist überflüssig. ᾿
176 B 8. Über die Beibehaltung des von Cobet angezweifelte
ἐρρῶσϑαι siehe oben zu 172 B 2. Vgl. Teuffel Rh. Mus. XXIX p. 139,
welcher treffend bemerkt, dals πῶς ἔχει πρὸς τὸ πίνειν nach dessen all
gemeinen Grundsätzen über das Trinken fragen würde, während es sich
um dessen augenblickliche Fähigkeit zum Trinken handelt. ,
176 E 1. Für νῦν δ᾽ αὖ εὖ βούλωνται καὶ ol λοιποί B (νῦν δ᾽ ἂν
εὖ βούλωνται T) wurde früher von Thiersch gelesen: νῦν δ᾽ αὖ βούλοιντ
ἂν x. ο. 1., von Orelli: νῦν δ᾽ εἰ βούλονται καὶ οἵ λοιποί, von Rücken:
καὶ νῦν δ᾽ αὖ, ἐὰν βούλωνται κ. ο. 4. (ebenso Kreyenbühl Blätter für
das bayr. Gymnasialwesen XVI 158), von Ast: νῦν δ᾽ αὖ βούλονται xl
οὗ λοιποί od. νῦν δ᾽ αὐτὰ βούλονται u. 8. w.; von Bast, was die meister
Neuern und so auch wir in den Text setzten: νῦν δ᾽ ἂν εὖ Boviler)
ovraı. Diese Lesart, die übrigens bereits ein gelehrter Corrector in (
durch Conjectur gefunden hatte, hat nicht blols den Vorzug eines gute
Sinnes, sofern wenigstens ἂν = ἐὰν genommen wird, sondern behili
auch εὖ und den Conjunctiv der besten Handschriften bei. ßoviscte
und βουλεύεσθαι wurden auch sonst verwechselt, z. B. Dem. ΙΧ ΟἿ.
Neulich hat aber Rettig aus dem Nachlals von Wolf eine Ver
teidigung der Lesart einzelner geringerer Handschriften νῦν δ᾽ av em
βούλονται publiciert und dieselbe aufgenommen. Wolf erklärt: m
ene est, quod item reliquos id uelle uideo,; dals aber εὖ βούλονται be
deuten könne: bene est quod uolunt, bedarf noch des Beweises. Wol
bekümmerte sich einerseits noch nicht um das Verhältnis der Hand-
schriften, andrerseits lag ihm blofs die ungenügende Erklärung, die
Bast von seiner Conjectur selbst gegeben hatte, vor, daher seine Oppe
sition gegen diese von Bast hergestellten Worte, in quibus optandı formr
lam latere uelle arguunt apposita latina: „ulinam ceteri quoque bene sibi
consulant.“ Die bessere Erklärung u. Interpunktion, wornach ἂν εὐ
βουλεύωνται in Kommata einzuschliefsen ist, rührt von Winckelmann sı
utbydem p. 140 her und hätte kaum dem Widerstande Wolfs gerufen.
177 A 1. Ein ähnliches Beispiel, wie das im Commentar angeführt:
für coordiniertes gavar und κελεύειν erwähnt auch Teuffel Rh. Mus.
XXIX p. 144 zur Unterstützung der Streichung von καί; Euthyd. 274 D:
ὅ ze οὖν Κτήσιππος συνέφη — καὶ ol ἄλλοι, καὶ ἐκέλευον — Luder
ξασθαι τὴν δύναμιν τῆς σοφίας. Merkwürdiger Weise führt nun Retig
KRITISCHER ANHANG. 217
in der Textausgabe das gleiche Beispiel, wie ich, zu Gunsten der Bei-
behaltung von καί an, was ich nicht verstehe. Behält man καί bei, so muls
es als „sowohl“ gefasst werden, und es ist mit Usener zu interpungieren:
φάναι δὴ πάντας, καὶ βούλεσθαι καὶ κελεύειν αὐτὸν εἰσηγεῖσθαι, wa
aber eine Construction φημὲ κελεύειν voraussetzte, die kaum zu belegen ist.
178 B 8. φησὶ — Ἔρωτα hat auch noch an Teuffel a. a. O. p. 133
seinen Verteidiger gefunden; die Worte werden von ihm mit dem
schulmeisterlichen Charakter der Rede des Phädros entschuldigt. Dieser
bedingt aber noch keine reine Tautologien, die auch in unserer Rede
nicht vorkommen; denn die Recapitulation 178 C: οὕτω — ὁμολογεῖται
am Schlusse des 1. Hauptteiles läfst sich mit tautologischer Wieder-
holung derselben Worte unmittelbar hintereinander nicht vergleichen.
Insbesondere aber müälste eine Partikel, οὖν oder etwas Ähnliches, den
ergang vermitteln: φησὶν οὖν. Das Ganze wird also eine an den
Rand geschriebene prosaische Paraphrase der Worte des Hesiodos sein.
Mit der von vielen Kritikern, in neuerer Zeit auch von Vögelin und
Usener , weiter befürworteten Athetese von Παρμενέδϑδης — πάντων
ich mich nicht befreunden 1) wegen der schon von Wolf bemerk-
ten Antwort des Agathon 195 C: ἀλλά φημι νεώτατον αὐτὸν εἶναι θεῶν
καὶ ἀεὶ νέον, τὰ δὲ παλαιὰ πράγματα περὶ ϑεούς, ἃ Ησίοδος καὶ Παρ-
μενίδης λέγουσιν, Avayın καὶ οὐκ Ἔρωτι γεγονέναι, εἰ ἐκεῖνοι ἀληϑὴ
ἔλεγον; Die Erwähnung gerade dieser Dichter in dem Momente, in
welchem Agathon das stricteste Gegenteil von dem aufstellt, was Phädros
über das Alter des Dichters gesagt hatte, kann nicht blols zufällig sein.
Denn wenn auch Vögelin zuzugeben ist, dafs Agathon an andere Stellen
dieser Dichter denkt, als an die von Phädros citierten, so will er doch
erade das Zeugnis derselben Schriftsteller entkräften, auf die sich
hädros berufen hatte. Vgl. Comm. zu 195 C. 2) ist, wie sehon oft
bemerkt wurde, οὕτω πολλαχόθεν noch eher nach Erwähnung von drei
Zeugnissen als nach zweien gerechtfertigt.
Gegen die von Schanz spec. crit. p. 44 und in der Ausgabe vor-
enommene Umstellung: ἠδ᾽ Ἔρος. Ἡσιόδῳ δὲ καὶ Anovalisug ὁμολογεῖ
ὃς φησι μετὰ τὸ γάος δύο τούτω γενέσθαι, Γῆν τε καὶ Ἔρωτα.
Παρμενίδης δὲ τὴν Γένεσιν λέγει spricht, dafs auch so die Tautologie
bleibt. Das Bedenken aber gegen die Nachstellung von Akusilaos hinter
Farmenides glaube ich in der Note zu dieser Stelle am Schluls gehoben
zu haben.
178 EA. ἢ στρατόπεδον ist gegen Jahns Athetese festzuhalten mit
Vermehren, Vögelin, Teuffel Rh. Mus. XXIV p. 137; nur ist vor καὶ
μαχόμενοί γ᾽ ἄν ein blofses Komma zu setzen und dieser Satz ebenfalls
noch als Nachsatz zu εἰ οὖν μηχανή τις γένοιτο anzusehen.
178 E 5. ἢ ἀπεχόμενοι ist auf die im Commentar angegebene
Weise zu erklären: „nicht besser als durch Bethätigung der durch den
Eros in ihnen hervorgebrachten sittlichen Triebe“. Wird ἢ mit Rückert
(Schanz) gestrichen oder mit Usener in καὶ verwandelt, so würden wir eher
erwarten πάντων ἄριστ᾽ ἂν οἰκήσειαν. Überhaupt ist οὐκ ἄμεινον οἰκήσειαν
ἂν ἢ ἀπεχόμενοι gleichbedeutend mit ἄριστ᾽ ἂν οἰκήσειαν ἀπεχόμενοι.
179 B 5 schreiben für das von mir verteidigte οὐ μόνον ὅτι Ste-
pbanus u. Schanz οὐ μόνον ol, Fischer und Usener οὐχ ὅτι.
180 C 2. In ἄλλους τινὰς εἶναι strich früher Hirschig das εἶναι,
jetzt will er dasselbe in εἰπεῖν verwandeln (Ausgabe des Gorg. p. 45).
Das Homoioteleuton der beiden eizsiv am Ende der 2 Kola hätte aber
Platon in der schlichten Erzählungsweise als Gorgianisch sicherlich ver-
mieden, wie er eg umgekehrt geflissentlich angewendet hat in der Rede
des Agathon 194 E: πρῶτον μὲν εἰπεῖν ὡς yon μὲ εἰπεῖν, ἔπειτα εἰπεῖν,
wo Hirschig unnötigerweise an den beiden ersten Stellen ἐπαινεῖν
schreibt. ir haben hier zu ergänzen λέγοντας: „es seien noch ein paar
andere gewesen sc. die gesprochen hätten.“
218 KRITISCHER ANHANG.
180 E 4. Ob es mir gelungen ist in der Note zu dieser Stelle den
von Orelli, Sommer, Usener gestrichenen Worten ἐπαινεῖν μὲν οὖν dei
πάντας ϑεούς die richtige Stellung im Zusammenhang anzuweisen, mögen
andere entscheiden. Weder befriedigen die vorgeschlagenen Änderungen
(Bast: ἐπαινεῖν μὲν οὖν (od) dei πάντα, Vermehren: ἐπαινεῖν μὲν οὖν
(οὐδ δεῖ πάντα γ᾽ ὁμοίως), noch finde ich bei der blolsen Streich
irgend eine plausible Erklärung der nackt für sich stehenden Worte: ἃ
δ᾽ οὖν ἑκάτερος εἴληχε πειρατέον eimeiv. Was soll denn δ᾽ οὖν, das
immer einen Gegensatz „gleichwohl aber‘ bezeichnet (217 D), und dem
ein μέν voranzugehen pflegt, für einen Sinn haben nach dem Satz
ἀναγκαῖον δὴ καὶ Ἔρωτα τὸν μὲν τῇ ἑτέρᾳ συνεργὸν πάνδημον ὀρϑύς
καλεῖσθαι, τὸν δὲ oügdvıov? Die Benennung der beiden Eros steht
doch nicht im Gegensatz zu dem Versuche der Bezeichnung ihrer Func-
tionen. Dagegen leitet ἐπαινεὶν richtig den angekündigten II. ode
Hauptteil, ἐπαινέσαι ἀξίως τοῦ ϑεοῦ ein. Vgl. die Disposition der
Rede Comm. p. 45. Es ist ferner nicht ganz richtig, wenn Vermehre
gegen die handschr. Lesart p. 49 behauptet, die Verpflichtung die Götter
zu loben, werde durch die Ermittelung der Functionen jedes der beiden
Eros nicht beeinträchtigt: diese Verpflichtung wird zwar aus religiösen
Gründen im allgemeinen anerkannt; aber das Loben darf doch nich
unbesehen und ungeprüft geschehen: die Prüfung mag dann allerding
bei dem einen der Eros eine Ermäßigung des Lobes ergeben, währen
der andere als ἄξιος τοῦ ἐγκωμιάξεσθαι sich herausstellen wird. Dis
etwelche Inconsequenz, die religiösen Bedenken entspringt, wird ferne
durch Vermehrens ἐπαινεῖν οὐ δεῖ πάντα γ᾽ ὁμοίως nicht aufgehoben,
woraus sich ergeben würde, dafs man alles schlielslich doch loben müsse,
wenn auch nicht in gleichem Malse. Die Lesart der Handschriften be
schränkt dies billig auf die Götter. Schanz nimmt vor ἃ δ᾽ οὖν ein
Lücke an. Kreyenbühl Blätter für ἃ. bayr. Gymn.-W. XVI p. 155 'ver-
teidigt die handschr. Lesart mit ähnlichen Gründen wie wir, will abe
vor πειρατέον ein πράττειν einsetzen. Wir halten das nicht für nötig;
aulserdem würde vom persönlichen Eros eher ein προτρέπειν πράττειν
als πράττειν ausgesagt cf. 181 A 6.
181 A 1. πραττομένη gestrichen mit Stephanus, Ast, Jahn. Vögeliz
Anstölsig ist besonders die Verbindung von αὐτὴ ἐφ᾽ ἑαυτῆς πραττο-
μένη. Kann denn eine Handlung für sich ausgeführt werden? Wi
sie nicht sofort, sobald sie ausgeführt wird, individuell bestimmt und
fällt dann unter die moralische Beurteilung? wie es nachher heilst: ἐν
τῇ πράξει, ὡς ἂν πραχϑῇ, τοιοῦτον ἀπέβη. Auch Rettig scheint dies
Inconvenienz zu füblen, daher bei ihm die sonderbare Interpanktion:
αὐτὴ ἐφ᾽ ξαυτῆς, πραττομένη οὔτε καλὴ οὔτε αἰσχρά. Man kann sich
auch nicht, wie man z. Β. bei Phädros und Eryximachos zu thun
berechtigt ist, auf die Unklarheit des Redners berufen: gerade den Pau-
sanias hat Platon als scharfen Kopf, der das Einzelne wohl
geschildert. (Gegen Teuffel p. 133, 134, der Phädros und Pausanias ad
eine Linie stellt) Dazu kommt das äulsere Zeugnis, dals bei Procis
in Ale. I p. 215, in der lat. Übersetzung bei Gellius πραττομένη fehlt
die Conjectur von Bernays: ταττομένη ergiebt einen gespreizten Ausdruck
181 B8 ἀπὸ τῆς ist unrichtig; ἀπό würde nämlich die Abstammung
des Eros von der Aphrodite bezeichnen, eine Vorstellung, die zwar häufg
genug vorkommt, 'hier aber geflissentlich von Pausanias vermieden wird.
Er stellt ihn nur als den unzertrennlichen Begleiter der Göttin dar, obm
den sie nicht gedacht werden kann, als ihren συνεργός 180 Εἰ; das Ab-
hängigkeitsverhältnis ist immer durch den blofsen Genetiv a
180 D, 181 A, B, C. ἀπὸ ist also mit Schanz zu streichen; aus gleichen
Gründen,schrieb wohl ausch Usener τοιαύτης statt ἀπὸ τῆς, dem ich in
der 1. Aufl. folgte.
181 D 2. οἴχεσθαι Herwerden unnötig für οἰχήσεσθαι 5. Comm.
KRITISCHER ANHANG. 219
181 E 2. Das von Badham und Usener angezweifelte τέλος habe
ich beibehalten, mit Rücksicht auf die bei Pausanias nachweisbare Vor-
liebe zu Paronomasien; vgl. zu 185 C 5. Der Ausdruck τὸ τέλος ἄδη-
λον ol τελευτᾷ dürfte nicht kühner sein als die von mir aus Alkidamas
angeführte Wendung.
182 A 4. Statt ἀκαιρέαν will Liebhold lesen: ἀκοσμέαν. Unnötig.
182 B 1. καὶ ἐν Λακεϑαίμονι mit Winckelmann, Baiter, Jahn,
Teuffel u. a. zu streichen. Im folgenden erwähnt P, die lakedämonische
Sitte nirgends.
182 CO 4. ὃ δὴ μαλιστα φιλεὲὶ τά τε ἄλλᾳ πάντα [καὶ] ὁ ἔρως ἐμ-
ποιεῖν. Das von Badham richtig getilgte καί ist offenbar durch Mil.
verständnis des vorhergehenden τὰ re ἄλλα πάντα, das als erstes Sub-
ject dem ὁ ἔρως coordiniert gedacht wurde, entstanden. Es verstand sich
dann von selbst, dafs diese beiden Subjecte in das analoge Verhältnis
mit einem ἄλλως τε — καί zu bringen seien. In dem Zusammenhange
aber, in welchem vom Eros alles Gute, besonders auch männliche Freiheits-
liebe abgeleitet werden soll, würde es äufserst abschwächend wirken,
wenn der Eros sich in die Urheberschaft dieser Güter mit τά re ἄλλα
πάντα teilen mülste. Fassen wir dagegen τά re ἄλλα πάντα als zweites
Object, so wird das Lob des Eros dadurch erhöht, indem ihm nicht
bloß die Urheberschaft von gıllaı ἰσχυραὶ καὶ κοινωνίαι, sondern noch
von vielem andern, damit zusammenhängendem zugeschrieben wird. Dafs
diese ἄλλα nichts anderes als καλά seien, wie jetzt Usener nach Badham
geradezu schreibt, versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst.
183 A 1. Von den Vorschlägen, welche für die Emendation des
Wortes φιλοσοφέας gemacht wurden, wollen die einen einen tadelnden
Begriff herstellen, der von ὀνείδη abhängen soll: φλυαρέας Creuzer, τῆς
ἀτοπίας Rückert, φιλαυτέας Anonymus bei Stallbaum, φληναφέας Schenk],
φιλοπονίας Hertz, unter diesen enthalten die beiden letzten gar keinen
Vorwurf, und ist überhaupt keine der Conjecturen befriedigend. Die
andern suchen das Verdenbnis tiefer; so φίλοις ὀφθεὶς Badbam, πλὴν
[τοῦτο] φιλ(οσοφ)ίας Hermann, zuletzt gar Liebhold philol. Anz. IV
p. 67: πλὴν ταὐτὸ τῆς φιλοσοφίας: das soll nämlich der Eros sein(!).
Auch diese Vorschläge sind alle zu künstlich; sie sind auch deswegen
zu tadeln, weil sie das plane πλὴν τοῦτο (od. τούτου), welches, auf πρὸς
τὸ ἐπιχειρεῖν sich beziehend, offenbar den mit ἃ οἴ τις beginnenden Re-
lativsatz abschlielst, zerstören. Dasselbe gilt von Vermehrens Vorschlag,
τοῦτο wegzulassen und φιλεραστέας statt φιλοσοφίας zu setzen, eine
blofse Modification der Hermannschen Conjectur. Hermanns zweiter,
von Usener wieder aufgenommener Vorschlag πλὴν τούτου, φιλίας
(kaum richtig interpretiert von R. Hirzel Untere. zu Cic. philos.
Schriften II p. 895) läfst nun freilich τοῦτο und τούτου bestehen. Aber
auch gegen diesen ist zu bemerken, dals der bestimmte Ausdruck
διαπράξασϑαι kaum ein allgemeines φιλέαν oder φιλεραστίαν zum Object
haben kann; es wäre vielmehr eher πλὴν τοῦ χαρίζεσθαι zu erwarten,
was auch offenbar Pausanias unter dem verblümten πλὴν τοῦτο ver-
standen hat.
Gegen die Verteidigerdes handschr.pıAocogpias (Ast, Stallbaum, Kreyen-
bühl), welche φιλοσοφίας zwar auch als abhängig von ὀνείδη fassen, aber
nicht als gen. definitinus, sondern subj. od. auctoris (er würde den Vorwurf
der Philosophie d. h. von Seite der Gebildeten davon tragen) — ist ein-
zuwenden, dafs man den persönlichen Ausdruck φιλοσόφων zu erwarten
hätte, und dafs es sich in diesem ganzen Zusammenhang nur handelt
um das Volksurteil, die öffentliche Meinung, den νόμος der Athener,
nicht aber um das Urteil der Philosophen. Siehe a. Teuffel Studien u.
Charakt. p. 148.
Gegen Schl.’s Vorschlag, φιελοσοφέας zu streichen, dem ich eben-
falls folge, hört man besonders die Einwendung, vgl. Vögelin und Ver-
220 KRITISCHER ANHANG.
mehren p. 56, es lasse sich kein vernünftiger Grund denken, weshalb es
von jemand hinzugefügt wäre. Einem oberflächlichen Leser ist es aber
wohl zuzutrauen, dals er sich durch den philosophischen Anstrich, den
-Pausanias sich zu geben weils, verleiten liefs das verblümte und ihm
unbestimmt scheinende πλὴν τοῦτο (= τούτου) durch ein an den Rand
gesetztes πλὴν φιλοσοφέας zu erklären, ἃ. h. διαπράξασθαι geistig zu
verstehen von der Erwerbung von Weisheit und Tugend, die allerdings
bei dem himmlischen Eros als das zu erreichende Ziel von Pausanias hin-
gestellt ist 184 C: δι᾿ ἐκεῖνον ἀμείνων ἔσεσθαι ἢ κατὰ σοφίαν τινὰ ἢ
xar’ ἄλλο ὁτιοῦν μέρος ἀρετῆς, 184 D: τὸν περὶ τὴν φιλοσοφίαν καὶ
τὴν ἄλλην ἀρετήν, 184 E: παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφέαν κτᾶσϑαι.
183 A 8. ἄρξαι mit Vermehren zu streichen bewegt mich besonders
der Umstand, dals παρά rov (Außeiv) nicht blofs zum Begriff χρήματα,
sondern auch zu ἀργὴν 7 τινα ἄλλην δύναμιν gehört, denn es handel
sich nicht blols um den Ambitus im allgemeinen, sondern speciell um
die Unterstützung einer einflufsreichen Person, die zu der Erlangung
eines Amtes verhelfen soll. Diese Ergänzung von λαβεῖν schlielst ein
bes. Verb. ἄρξαι, das ohnehin wieder nicht recht zu δύναμιν passen
würde, aus. Dagegen ist sehr leicht zu begreifen, dals jemand, der es
übersah, dafs auch hier bei ἀρχήν und δύναμιν jenes παρά τοῦ u
zu ergänzen sei, ein eigenes Verb hinzuzufügen veranlafst wurde. Vgl
übrigens die aus Gorgias zu 2 citierte Stelle, und überhaupt Vermehres.
183 C 5. καὶ τῷ παιδαγωγῷ ταῦτα προστεταγμένα ist nicht bloi
wegen des so schnell wechselnden Numerus nach παιδαγωγούς, und wei
es absolut nichts Neues sagt, anstölsig, sondern verrät auch durch seine
Form die Randglosse, denn 7, was in Codex p neben οἵ steht und #
T das echte und durch das folgende οἵ πρεσβύτεροι empfohlene οὗ vor
ἡλικιῶται verdrängt hat, steht im Bodl. nicht und beruht offenbar ad
Conjectur.
183 Ὁ 7.habe ich mit Sauppe, Rettig, Jahn das schwerere, aber
(siehe Commentar) nicht der Analogie entbehrgnde αἰσχρῶς μέν der Haupt-
handschrift dem leichtern αἰσχρὸν μέν vorgezogen; in der Constitutios
der folgenden Worte bin ich ebenfalls Sauppe gefolgt, dessen Lead
allein der strengen Responsion, die ein charakteristisches Merkmal ἐδ
Rede des Pausanias ist, Genüge leistet.
184 A 2. Die Unhaltbarkeit der Worte καὶ τοῖς μὲν χαρέσασθϑα͵
τοὺς δὲ διαφεύγειν hat besonders einleuchtend Vögelin bewieses
Geradezu unmöglich ist die Echtheit dieser Worte besonders deswe
weil τοῖς μὲν und τοὺς δέ (die guten und die schlechten Liebhaber)
eine ganz andere Unterscheidung gehen würde als in dem unmittelbar
folgenden τοῖς μὲν — τοῖς δέ, ἃ. h. die ἐρασταί und die ἐρώμενφοι. κεὶ
ποτέρων ὁ ἐρώμονος, welches Schütz (u. Usener) streichen wollte, ik
eine nachträgliche Erweiterung des Gedankens: „auf die letzte Prüfung
der Liebhaber und der Lieblinge geht auch das Folgende‘ (Wolf ia
Nachlals bei Rettig S. 150).
184 B 2 streiche ich mit Hirschig (Jahn-Usener, Badham) εἰς -
πολιτικάς hauptsächlich auch darum, weil, abgesehen von der Unnötig
keit des Zusatzes nach ὑπὸ γρημάτων καὶ ὑπὸ πολιτικῶν δυνάμεων, ὧδ᾽
Responsion der beiden Glieder ἐάν ze --- καρτερήσῃ und ἄν re — κατα,
φρονήσῃ arg gestört wird. |
184 B 7. In der Stelle ἔστι γὰρ νόμος --- ἐπονείδιστος, ist eine gan
unerträgliche Anakoluthie, welche mit den andern, man möchte fat
sagen mit berechneter Eleganz, jedenfalls aber mit psychologischer Feir
heit im Symposion durchgeführten Anakoluthien gar nichts gemein bak
In der Constituierung dieser Stelle bin ich zunächst Vermehren gefolgh
der ἔστι γὰρ ἡμῖν νόμος als Glosse zu dem folgenden Satzei de
Ῥομισται γὰρ δὴ ἡμῖν falst, und statt des folgenden ὄσκερ der Hard
„ Schriften ὥσπερ γάρ schreibt; wofür ich im Texte ὡς γάρ setzte. Une
KRITISCHER ANHANG. 91
schreibt jetzt statt ἔστε γὰρ ἡμῖν νόμος: ὡς γὰρ ἡμῖν νόμος und im
folgenden ὥσπερ. Mir scheint aber die Bestätigung der logischen Schlußs-
'olgerung λείπεται u. 8. f. durch die Thatsache, dals solche Anschauungen
wirklich vorhanden sind, erst im folgenden passend und auch wirklich
lort ausgedrückt durch νερόμισται γὰρ δή (vgl. die Note daselbst).
Auch in den folgenden Worten hat Vermehren den richtigen Weg
rewiesen, wenn er in dem verdorbenen μῶν des Bodl. zwischen μέα und
ουλεία (wofür T: μόνον, Stephanus: μόνη, Bast: νομένη, Winckelmann:
ὅμω, Kreyenbühl für μία μῶν: ἡμῖν νόμῳ conjicierten) einen den ἐρα-
ταί im Vordersatz entgegengesetzten Begriff vermutet, welcher in der
'hat im Nachsatz nicht fehlen darf. Vermehren selbst verwandelt μῶν
a: παιδικῶν, Steinhart (s. pädag. Archiv XXI p. 184) in: τῷ ἐρωμένῳ,
Isener in: ἐρωμένῳ, ich in: νέων. Zu den im Commentar für νέων
ngeführten Parallelstellen möge jetzt auch noch hinzugefügt werden
78 C: εὐθὺς νέῳ ὄντι. Man könnte auch an den Dat. Singularis νέῳ
lenken, veranlalst durch das Verbum λεέπεται; der Plur. ἐρασταί im
'ordersatz würde den Singular im Nachsatz keineswegs ausschlielsen,
& oft in diesen rein begrifflichen Auseinandersetzungen die Numeri ge-
rechselt werden, vgl. Vahlen zu Aristot. Poet. p. 236. Allein ich ziehe
len Genetiv Plur., abhängig von δουλεία, deswegen vor, weil Pausanias
n diesem ganzen Zusammenhang nicht direct mit den »v&or, sondern mit
lem athenischen νόμος verhandelt. Es ist also zu λείπεται zu ergänzen
ᾧ ἡμετέρῳ νόμῳ: ihm, dem ἡμέτερος νόμος bleibt nur noch Eine δουλεέα
ἕων übrig, die ehrbar ist, da er alle andern νέων δουλεῖαι schon ab-
‚ewiesen hat. (Dies ergänzt nun Schanz geradezu indem er den Ausfall
iner Zeile annimmt: ἀλλη μία (row ἐρωμένων τῷ ἡμετέρῳ vo) um
ἰΙουλεία). Zu dieser Auffassung werde ich veranlafst durch die vorher-
ehenden Worte μία δὴ λείπεται τῷ ἡμετέρῳ νόμῳ ὅὃδός „es bleibt also
nserem Gesetz Ein Weg‘ (wie übereinstimmend 2. B. Lehrs und Prantl
bersetzen). Über ἐθέλοντα vgl. Comm.
184 D 4. Auf den ersten Blick ist die von Usener vorgeschlagene
treichung von χαρισαμένοις bestechend; allein die Responsion τῷ ποι-
ῦντι αὐτὸν σοφόν τε κἀγαθόν, die ebenfalls eine Gegenleistung als
jedingung enthält, spricht dagegen. Vgl. auch im folgenden 185 A: ὡς
γαθῷ χαρισάμενος καὶ αὐτὸς ὡς ἀμείνων ἐσόμενος und die mit
er Anschauung des Pausanias ganz conforme Aufserung des Alkibiades
17 A (über die Übereinstimmung 8. Comm. zu 217 A δ): ὡς ὑπάρχον
Ὅν. χαρισαμένῳ Σωκράτει πάντ᾽ ἀκοῦσαι ὅσαπερ οὗτος ἤδει: Sokrates -
rürde dem χαρισάμενος ᾿Αλκιβιάδης jeglichen Dienst leisten, beziehungs-
reise ihm alles mitteilen, was er selbst weils.
184 E 1. ὁ δὲ δεόμενος εἰς παίδευσιν ... κτᾶσϑαι. Schanz will
esen ἕστασθαι, was nicht zu billigen ist; Herwerden streicht εἰς, wie
ıchütz schon längst gethan. Lieber noch würde ich κτεᾶσϑαί (zı), τότε
tc. lesen, da παίδευσιν καὶ τὴν ἄλλην σοφίαν κτᾶσϑαι eine zu unbe-
cheidene Forderung des ἐρώμενος wäre, wie ja auch vom ἐρῶν nicht
eradezu gesagt ist δυνάμενος φρόνησιν καὶ τὴν ἄλλην ἀρετὴν παρέχειν,
ondern dafür ein bescheidenerer Ausdruck gewählt ist.
185 A und B habe ich drei Athetesen vorgenommen; καὶ μὴ λάβοι
ρήματα, διὰ τὴν φιλίαν ἐραστοῦ, καὶ οὐ κεκτημένου ἀρετήν. — Dals
el μὴ λάβοι χρήματα nach ἐξαπατηϑέντος Aulserst matt ist, und eher
ach ἀναφανέντος τοῦ ἐραστοῦ πένητος als vor demselben passen würde,
rird man mir zugeben; inzwischen sehe ich, dafs auch Cobet Mnemos.
{. 8. II p. 259 diese Worte streicht mit der Begründung: satis per-
picwum est, opinor, in tali re ἐξαπατηϑείη, et puerile est id interpretari
sse καὶ un λάβοι χρήματα. Wenn freilich Cobet auch ὡς πλουσίῳ als
'benso „fatuum“ tilgt, so folge ich ihm hierin nicht, weil für mich die
‚lofse Breite des Ausdrucks noch nicht entscheidet. Dagegen wird man
222 KRITISCHER ANHANG. -
mir beistimmen, dafs, wenn in der von mir, wie ich glaube, nachge-
wiesenen ἀντιστροφή" das erste Kolon mit ἐξαπατηθείη schlielst, das
zweite mit ἀναφανέντος beginnt, diese selben Worte sich auch in der
»»ἡὐτροφή" unmittelbar aufeinander folgten. — διὰ τὴν φιλέαν ἐραστοῦ
(so BT. und nicht τοῦ ἐραστοῦ) ist mir, abgesehen davon, dals an der
correspondierenden Stelle nichte steht, in der streng technischen Sprache
des Pausanias auffällig und würde ich bei ihm διὰ τὸν ἔρωτα τοῦ
ἐραστοῦ erwarten, vgl. 182 C die genaue Unterscheidung ὁ γὰρ Agısrc-
elrovog ἔρως (vom ἐραστής) καὶ 1 Ἁρμοδίου φιλέα (vom ἐρώμενος.
Xhnlich urteilt jetzt auch RB. Hirzel an der zu 183 A 1 angef. Stelle).
— Für die Streichung von καὶ οὐ κεκτημένου ἀρετήν kann ich neben
der Überflüssigkeit der Worte, die an sich nichts beweist, nur die Respor-
sion geltend machen; wer diese nicht als beabsichtigt anerkennt, wird
diese Worte stehen lassen. (Vögelin handschr. billigt die erste u. dritte
Athetese, von der zweiten will er blofs ἐραστοῦ gestrichen wissen).
Zu 186 A 1. Das ezweifelte δεῖν ἐμέ vgl. oben zu 172 Β 3.
Ebendaselbat wollte Schanz Nou. comm. Pl.49 καλῶς 007 ἱκανῶς in καλῶς
οὐχὶ καλῶς verwandeln, um die Gleichmäfsigkeit des Ausdruckes her-
zustellen. Mit Recht macht aber Vahlen das Bestreben Platons geltend,
auch bei genauem Gegensatz des Gedankens gefällige Varietät des Au-
druckes eintreten zu lassen, z. B. Theätet. 187 E: κρεῖττον γάρ zu
σμικρὸν εὖ ἢ πολὺ un ἱκανῶς περᾶναι. Vgl. auch Herwerden p. 48,
Zu 186 A 8. τῆς ἰατρικῆς vgl. das oben zu 172 Β 2 Bemerkte.
186 A 9. Herwerden schiebt nach δοκῶ ein γνοὺς 0d. μαϑὼν ein.
186 BA. Für ἡ γὰρ φύσις τῶν σωμάτων schreibt Usener καὶ γὰρ φ.
186 D 3 streicht Usener ἔρως nach οἷς μὴ ἔνεστιν, wovon ich die
Notwendigkeit nicht einsehe.
186 DA καὶ ἐνόντα ἐξελεῖν, was ich als einen losen, nachträglichen,
aber zur Vollständigkeit des Gedankens nötigen Zusatz ansehe, streicht
Schanz. Herwerden p. 49 erklärt wie ich ἐνόντα (οἷς un δεῖν ἐξελεῖν,
nur halte ich nicht für nötig οἷς un dei einzusetzen.
186 D 7. Auffallend ist besonders auch die Zwischenstellung de
Gegensatzes πικρὸν γλυκεῖ: in solcher Aufzählung folgen sich sonst ur
mittelbar die Gegensätze ξηρόν --- ὑγρόν, ψυχρόν ---ϑερμόν, die eine ge
wisse innere Verwandtschaft haben. Phädo 86 C, Lysis 216 A.
188 D 3. Für Stobäus: πρὸς ϑέμιν καὶ εὐσέβειαν gegenüber hand-
schriftlich πρὸς 8. καὶ ἀσέβειαν spricht gerade die Analogie der übrige
Definitionen der Wissenschaften, die Eryximachos vorher gegeben ha
Nirgends bestätigt sich, was Rettig sagt, solet Erixymachus in definition
bus virtutibus opposita vitia respicere. Die ἰατρική ist Zmuornun τῶν
τ. 6. ἐρωτικῶν πρὸς πλησμονὴν καὶ κένωσιν, die μουσική eben
σ“ερὶ ἁρμονίαν καὶ ῥδυϑμόν, die ἀστρονομία ebenso περὲ ἄστρον
τε φορὰς καὶ ἐνιαυτῶν ὥρας; nirgends ist in den Definitionen der
Wissenschaften auf den verkehrten Eros, die verkehrten dgozınd Rück-
sicht genommen; denn auch bei der ἐατρική kann die Neigung κα
κένωσις ebenso eine gesunde als eine verkehrte sein. Vgl. Note αὶ
186 U 6.
188 D 6. καὶ παρ᾽ ἡμῖν καὶ παρὰ ϑεοῖς die Ausleger sind offenbe
in Verlegenheit, ob sie diese Worte mit dem Vorhergehenden verbinde
wollen; daher setzen einzelne ein Komma vor und nach denselben. Auf
das Vorhergehende bezogen ergeben sie den sonderbaren Gedanken, dal
eg auch bei den Göttern an σωφροσύνη u. δικαιοσύνη fehlen kann, ποτοῦ
‚die Consequenz wäre, dafs auch die Götter nur durch den guten Eros
sich εὐδαιμονία erwerben können, während πᾶσαν ἡμῖν εὐδαιμονίαν
παρασκευαξει nur von den Menschen spricht, Auf das Folgende die Work
zu beziehen sind wir aber durch die Stellung von οὗτος — ἔχει verhin-
dert. Ein passender Sinn käme heraus, wenn wir sie hinter ἔζει ver-
setzten; woran ich ursprünglich dachte. Allein dann würde das so sch
i
KRITISCHER ANHANG, 223
anstölsige Homoioteleuton παρὰ θεοῖς mit dem folgenden ἡμῶν Beois
(was vielleicht auch Usener zu der Streichung von ἡμῶν θεοῖς veran-
lafst haben mag) vollends unerträglich. Ich habe daher die Worte ge-
strichen, die ich als Randglosse zu οὗτος τὴ» μεγίστην δύναμιν ἔχει an-
sehen möchte.
190 BA. „Jahn hat die Worte ὅτι — καὶ ἔχει eingeklammert, aber
sie sind ein zur Erklärung fast nötiger und dieser komischen Gelehr-
samkeit wohl anstehender Satz“ (Vögelin). Jedenfalls darf man nicht
die Sonderbarkeit des Inhaltes gegen dieselben geltend machen, da Ari-
stophanes in der That hieran gedacht haben mufs bei den vorhergehenden
Worten τὸ δὲ ἀμφοτέρων μετέχον τῆς σελήνης. Zu Gunsten der Strei-
chung kann höchstens geltend gemacht werden, dafs im vorhergehenden
die männliche Natur der Sonne, die weibliche der Erde auch nur impli-
cite vorausgesetzt, nicht explicite durch einen besondern Satz dargelegt
wird. Allein dagegen läfst sich einwenden, dals, während jene An-
schauung als bekannt vorausgesetzt werden konnte, die Anschauung der
Doppelnatur des Mondes, als minder bekannt, in besonderen Worten
dargelegt werden mulste,
190 E 1. Von der Echtheit des wieder von Vögelin (Usener) von den
Klammern befreiten Zusatzes ἢ ὥσπερ τὰ φὰ ταῖς θριξίν habe ich mich
ebensowenig wie Vermehren p. 68 und Rettig überzeugen können. Ein-
mal ist es bedenklich, nach μέλλοντες ταριχεύειν einfach τέμνοντες zu
ergänzen; eine so lose Construction wäre in der Rede des μεϑύων Al-
κιβιάδης allenfalls noch möglich, kaum in der des Aristophanes. Dafs
ferner οὗ τὰ ὕα τέμνοντες, wie Vögelin annimmt, nur auf die Menge
gehen soll, wie man einen Korb voll Arlesbeeren abmacht“, so dals man
dann noch ein anderes Bild braucht, um die Leichtigkeit der Operation
zu bezeichnen, ist nicht zuzugeben. Eine Andeutung der Menge in
erster Linie finde ich in den Worten nicht Das Bild von den ö« illu-
striert die Sicherheit und Leichtigkeit des τέμνειν; was aber leicht und
sicher vollzogen wird, kann dann auch eben schnell wiederholt werden.
Ich betrachte die Worte als einen an den Rand geschriebenen Versuch,
die in den Handschriften schon längst in der unsinnigen Form ὥσπερ
of τὰ φὰ τέμνοντες überlieferten Worte durch den Zusatz ταῖς ϑριξίν
zu erklären (ebenso jetzt Schanz).
191 A 7. In den handschriftlich überlieferten Worten ποθοῦν ἕκα-
στον τὸ ἥμισυ τὸ αὐτοῦ ξυνεῖναι καὶ περιβάλλοντες — ἀπέϑνῃσκον ὑπὸ
λιμοῦ hatte die Vulgata ξυνήει statt ξυνεῖναι eingeführt. Jahn stellte
die Handschr. ξυνεῖναι wieder her und Vögelin verbesserte die Jabnsche
Lesung zuerst durch Veränderung von τὸ αὑτοῦ in τῷ αὐτοῦ. Ich bin
Vögelin im Texte gefolgt, indem der Übergang aus der Singularcon-
struction ποθοῦν ἕκαστον τὸ ἥμισυ in die Pluralconstruction περιβάλλον-
τες — ἀπέθνῃσκον keine Schwierigkeiten darbietet (ebenso jetzt Schanz).
Weiter geht aber Vermehren: ἐπόϑουν ἕκαστοι τῷ ἡμίσει τῷ αὑτοῦ
ξυνεῖναι --- καὶ περιβάλλοντες --- ἀπέθνῃσκον. Mit ἐπόϑουν ἕκαστοι ver-
trägt sich aber Singular τῷ ἡμίσει τῷ αὑτοῦ kaum (Vög. bandschr.).
Usener nimmt von Vermehren ἐπόϑουν an, die übrigen Worte con-
stituiert er nach Vögelin: ἐπόϑουν ἕκαστον τὸ ἥμισυ τῷ αὑτοῦ ξυνεῖναι,
καὶ ἃ. Β. w. Ich kann das Bedenken Vermehrens p. 70, es sei unerträg-
lich, wenn ποθοῦν ἕκαστον, περιβάλλοντες, συμπλεκόμενοι als coordi-
nierte Nebenbestimmungen zu ἀπέθνησκον treten sollen, da ja ποϑοῦν
und περεβάλλοντες im Verhältnis von Ursache und Wirkung zu einander
stehen, nicht für stichhaltig erachten. So gut man sagen kann, „sie
sehnten sich nach einander und umarmten sich‘‘, wobei das eine auf das
andere folgt, so gut kann man dies auch in der Participialconstruction
auf einander folgen lassen. — Rettig seinerseits zieht der leichten
Anderung von τὸ in τῷ es vor, ξυνεῖναι aus dem Text zu weisen, „als
Glosse zu ξυμφῦναι".
224 KRITISCHER ANHANG.
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191 C 2, αὐτῶν εἰς τὸ πρόσϑεν ist mit Jahn als Randglosse (oder
vielmehr als falsche Wiederholung Vög. handschr.) zu οὕτω, entnommen
aus 191 B 7, zu streichen (Schanz will durch Verwandlung von αὐτῶν ὦ
in αὖ die Worte retten). Ebenso sind die folgenden Worte διὰ — τῷ
θήλει eine falsche Erklärung zu διὰ τούτων. Vgl. Teuffel Rh. Mas.
XXIX p. 145.
191 E 2. ἐκ τούτου τοῦ γένους γίνονται ist unerträglich unmittel- Ὁ
bar nach ἐκ εούτου τοῦ γένους γεγόνασι, kann aber leicht aus dem fol- |
genden Satze καὶ af ἑταιρίστριαι ἐκ τούτου τοῦ γένους γίγνονται her-
übergenommen sein. ,,ᾳ3ϑΕν altero praedicato opus esse credidissel Plato,
quod aegre adducar ut credam, aliquanto pulcrius orationem wariassd
quam γεγόνασι in γίγνονται mutando“ (Badham). Schon Hommel fand
die Worte verdächtig. Dagegen ist jener Zusatz zum folgenden Satı
καὶ al ἑἕταιρίστριαι etc. nicht mit Vögelin anzufechten, da er der E-
wähnung der μοιχοί und μοιχεύτρεαι im vorhergehenden entspricht.
192 B 1. φύσει halte ich ebenso für unecht, wie die von Jahn
gestrichenen Worte ἀλλὰ ὑπὸ τοῦ νόμου ἀναγκάξονται. An der ent
sprechenden Stelle 191 E steht auch blols οὐ πάνυ αὗται τοῖς ἀνδράσι
τὸν νόμον προσέχουσιν. — φύσει und νόμῳ ist ein Philosophen und
Grammatikern sehr geläufiger Gegensatz.
192 E10. τούτου γάρ ἐστι τὸ αἴτιον mit Bast für handschr. τοῦτο,
Vgl. 204 B: αἰτέα δὲ αὐτῷ καὶ τούτων ἡ γένεσις. Alec. 1 103 A: τούτον
δὲ αἴτιον γέγονεν οὐκ ἀνθρώπειον. Rep. IV 443 A: οὐκοῦν τούτων zar
τῶν αἴτιον ὅτι κτλ.
198 Β 2. πράττει δ᾽ ἐναντία, ὅστις ϑεοῖς ἀπεχϑάνεται hatte Jah,
das dem Gedanken nach entsprechende ἡμῶν παρεχομένων πρὸς ϑεοῦς
εὐσέβειαν in D3 Vögelin gestrichen. Siebe dagegen meine Note zu Β 3,
wozu jetzt auch noch die retractatio Useners in der praefatio p. ΙΧ πὶ
vergleichen ist, der vermutet, es liege vielleicht an der ersteren Stelle
die Reminiscenz an einen Vers vor πράττει δ᾽ ἐναντί᾽ ὃς ϑεοῖς ἀπή:
χϑετο.
198 C 6. Gegen Mehlers Conjectur ἐπανελθών für ἀπελθών ix
meine Bemerkung gerichtet, dafs schon ἀπιέναι „zurückkehren“ be
deuten kann.
194 Ὁ 6. ὁπῃοῦν — γίγνεσθαι ist gegen Madvigs Conjectur (ad
vers. eritica I p. 396) γίγνεται festzuhalten. Siehe die Note. Im übrigen
mülste nach meinem Gefühl bei Anwendung des indicativischen Satses
nach dem Futur. διοέσει auch im Nebensatz nicht Präsens, sondern Fr
turum..yevnoeraı. erwartet werden.
196 ἢ 3. Die schon von Orelli (mit dem darauf folgenden Verse),
und von Jahn (ohne diesen Vers) verdächtigen Worte τοὺς γοῦν πόδας
αὐτῆς ἁπαλοὺς εἶναι halte ich besonders deswegen fest, weil 195 E mit
καὶ ποσὶ καὶ πάντῃ, was sonst in der Luft hängen würde, darauf zurück-
gewiesen wird. |
197 Ὁ. In dem poetischen Phrasengeklingel, mit dem Agatha
seine Rede schliefst, bin ich an zwei Stellen Usener gefolgt, der stak
hdschr. ἔλεως ἀγαθός (so, und nicht wie Stobäus hat: ἀγαϑοῖς) schrieb:
hat: Meng ἀγανός (Schultheßs schlägt dafür vor: ἱμερτὸς ἀγαϑοὶ);
ebenso in der Auswerfung von τρυφῆς, die nötig wurde durch die vor
Vögelin plausibel gemachte Streichung von πόϑου, um die Begriffspaar
festhalten zu können. Dafs in den folgenden Worten E 1 ff. durch die
bisher vorgeschlagenen Änderungen irgend etwas gewonnen sei, kanı
ich nicht zugeben. Wir stellen hier die Vorschläge zu beliebiger Aur
wahl zusammen:
Handschr.: ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ ἐν πόϑῳ ἐν λόγῳ
Schütz: ἐν φόβῳ ἐν πόϑῳ ἐν πόνῳ ἐν μόγῷῳ
Winckelmann: ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ ἐν πόϑῳ ἐν νόσῳ
ahn: ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ ἐν μόϑῳ ἐν μόγῳ
KRITISCHER ANHANG. 225
Badham: ἐν πλῷ ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ
Rettig: ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ ἐν πόθῳ ἐν λόχῳ
Usener: ἐν πόνῳ ἐν φόβῳ ἐν πόϑῳ ἐν σάλῳ.
Nach meiner Ansicht müssen hinter der Rücksicht auf den Klang alle
andern Rücksichten z. B. die auf einen etwaigen logischen Fortschritt
;urücktreten. Von diesem Standpunkte aus sind Vorschläge zu ver-
werfen, die nicht zweisilbige Werte mit dem Stammvocal o enthalten,
ΙΟ also Useners σάλῳ. Derselbe Kritiker will ἐπιβάτης durch das sel-
jene Wort ἐπιδώτης ersetzen, während Badham dasselbe streicht.
198C6. Mit Recht ist ἐν τῷ λόγῳ Stephanus und Badham, welch
etzterer freilich ungeschickt πελώρου aus Homer dafür einsetzen will,
rerdächtig erschienen. Es ist nicht nur nach dem Hauptsatz ὁ λόγος
ἐνεμίμνῃσκεν völlig überflüssig, sondern mülste mit τελευτῶν, welches
wf das Ende der Rede des Agathon sich bezieht, in irgend welche Ver-
Jindung gesetzt sein. Ich, streiche daher diese Worte mit Usener als
ine Glosse; 8. Crons Verteidigung in Jahrb. ἢ. Philol. 1879, p. 595 hat
nich auch jetzt nicht von der Echtheit derselben überzeugen können.
199 Ὁ 8. γελοῖον γὰρ ἂν εἴη τὸ ἐρώτημα εἰ Ἔρως ἐστὶν ἔρως un-
τορὸς ἢ πατρός. In dem Commentar glaube ich den Beweis geleistet zu
‚aben, dals diese Worte nur dann einen erträglichen Sinn haben, wenn
nan das Urteil γελοῖον mit Rückert auf die Formulierung der Frage be-
nieht: wenn ich das gemeint hätte, so wäre dann die von mir gebrauchte
Wiederholung von ἔρως in der. ersten Formulierung (Ὁ 1) lächerlich.
iur Klarstellung wäre dann eben diese eigentümliche Formulierung mit
ὦ — πατρός noch einmal wiederholt worden. Faflst man dagegen das
Jrteil γελοῖον als bezüglich auf den Inhalt der Frage = eine solche
Trage zu stellen wäre lächerlich, dann muls man zunächst notwendig
nit Sommer an unserer Stelle das zweite ἔρως streichen. Aber auch in
lieser Form εἰ Ἔρως ἐστὶ μητρὸς ἢ πατρός sind die nunmehr blofs den
nhalt der Frage, wie er unmittelbar vorher gegeben war, wieder
ıolenden Worte anstölsig. Man würde auch im Deutschen nicht sagen-
— ich frage nicht, ob Eros Vater oder Mutter hat, denn die Frage
wäre lächerlich, ob Eros einen Vater oder eine Mutter hat‘.
Auf der andern Seite jedoch erscheint die Beziehung des Urteils
wf das Materielle der Frage viel einfacher und ungezwungener; man
ıennt eine Frage dann lächerlich, wenn sich das Gefragte von selbst
rersteht. Wohl konnte ein sophistischer Paradoxenjäger wie Phädros
ı78 B zu der Behauptung sich versteigen, γονῆς γὰρ Ἔρωτος οὔτ᾽ εἰσὶν
γὕτε λέγονται; aber dals weder Diotima noch Sokrates an eine solche
Möglichkeit denken, beweist 208 A, wo Sokrates nicht zuerst frägt: Hat
ler Eros einen Vater oder eine Mutter? sondern: was für einen Vater
)jder Mutter hat er? Die Bemerkung wäre also im Munde der Diotima
yegreiflich, und es könnte damit Sokrates durch den Mund der Diotima
lem Phädros ein verständliches Dementi geben, genau so wie er 205 E
nit καὶ λέγεται μέν γέ τις λόγος den Aristophanes wenigstens scheinbar
lementiert. Dazu kommt die Parallelstelle Lysis 221 A, wo γελοῖον
:benfalls auf den Inhalt der Frage sich bezieht: ἢ γελοῖον τὸ ἐρώτημα,
, τέ ποτ᾽ ἔσται τότε ἢ μὴ ἔσται; oder ist etwa die Frage lächerlich
nämlich etwas zu fragen, was niemand wissen kann), τίς γὰρ older;
Ich neige mich demnach zu dem Schlusse, dals εἰ — πατρός ein-
uklammern ist, als eine aus Ὁ 1 herübergenommene Erklärung, dals
?laton also nur geschrieben hat: ἐρωτῶ δ᾽ οὐκ εἰ μητρός τινος ἢ πα-
'ἰρός ἐστι — γελοῖον γὰρ ἂν εἴη τὸ ἐρώτημα — ἀλλ᾽ ὥσπερ ἂν u. 8. W.
Vögelin handschr. stimmt zu).
200 A 2. Wenn Madvig adu. I p. 19 statt handschr. ὅτου ein (übri-
rens sonderbares) ὅπου einsetzen wollte (in dem nämlichen Sinn, wie
3adham ad Euthydem. p. 98 als Emendation vorzuschlagen wagt: ue-
svnoousvog ὕπου δεήσει), 80 hat er τοῦτο μὲν auf das vorhergehende Re-
PLarton, Symposion, 15
226 KRITISCHER ANHANG.
sultat bezogen; dieses wird aber im unmittelbar folgenden nicht still-
schweigend im Gedächtnis bewahrt, sondern lebhafter Gebrauch davon
emacht, Vgl. m. Bemerkung zu dieser Stelle. Die weiter von Madvig
Hinzugefügte Begründung, amorem semper esse alicwius, dictum erat, non
cuius esset, beweist, dafs der scharfsinnige Kritiker sich nicht an
197B, 201 A: ἀναμνήσϑητι, τένων ἔφησϑα ἐν τῷ λόγῳ εἶναι τὸν Ἔρωτα --
erinnert hat.
200 E 1. Zu der Glosse μοε παρόντα (10 B) bemerkt Usener: „late
ἤτοι παρόντα“. T hat καὶ παρόντα, die Vulgata τὰ νῦν παρόντα id
mendation des Vindobon. 21. Sauppe wollte τὰ μὴ παρόντα, Retti
un παρόντα; die Negation scheint mir in jedem Falle unpassend,
dadurch eine Contradictio in adiecto mit owföuss« hervorgebracht wird
(vgl. auch Kreyenbühl p. 159, dessen eigener Vorsc freilich nicht τὰ
billigen ist). Lieber würde ich mit Vahlen a. a. Ὁ. τὰ »ν»ῦν παρόντα der
Vulgata beibehalten, wenn das nur wirklich eine „alte Lesung‘ wär,
sodann kann ich nicht zugeben, dals ταῦτα nicht schon durch das frühes
τὰ νῦν παρόντα hinreichend erklärt sei. Vögelin handschr. giebt seiz
früheres οὗ παρόντα zu Gunsten der Hermann-Usenerschen Athetese auf
Schanz streicht mit Badham den ganzen Passus τὸ — παρόντα.
201 ἢ 9. ὥσπερ σὺ διηγήσω; dafür schrieb Hirschig: καϑηγήε
Sauppe: ὑφηγήσω, "Usener: διήρησαι, am einfachsten Schanz: δὴ ἡγῆσαι
dem ich jetzt folge.
202 A 3. Gegenüber der von Stallbaum früher (1827) vorgeschi
genen Streichung von καὶ vor &vev, die jetzt auch Schanz adoptie
und trotzdem Herwerden p. 51 (in Cap. III emblematis aliisque menäi
purgatur Schanzii editio Platonis) als ein novum verträgt, verweise i
auf den Commentar. Streicht man das καί, so ist der Schlufs auf
Priorität des Symposion vor dem Theätet noch zwingender als we
man es beibehält. Bei dieser Gelegenheit sei der interessante 'Versue
Windelbands erwähnt, die Priorität des Theätet gegenüber meine
Schlufsfolgerung zu retten, den ich seiner freundlichen Mitteilung ve
danke: „ein solches Mittleres zwischen ἐπιστήμη und ἀμαϑία ist ὦ
δόξα ἀληϑὴς und zwar selbst diejenige schon, welche @vevsd
ἔχειν λόγον δοῦναι besteht, ‘wobei wir von der (im Theätet) stre
tigen δόξα ἀληϑὴς μετὰ λόγου ganz absehen wollen; selbst diese #
nicht einmal ἀμαϑία (dafs sie keine ἐπιστήμη ist, versteht sich
selbst).“ Nach meinem Gefühl mülste dies aber etwa so lauten: τὸ &
δοξάξειν καὶ αὐτὸ ἤδη τὸ ἄνευ λόγου, ὃ πάντες ὁμολογοῦμεν οὐκ eh
ἐπίστασϑαι͵ --- οὐδὲ ἀμαϑία ἐστίν u. 8. w.
202 C 5. In der Streichung von καὶ καλούς und des folgend
καλόν τε καί bin ich mit Badham zusammengetroffen. Die Rede i
Diotima schreitet logisch fort, um zu beweisen, dafs der Ere
nicht Gott sein könne: Obersatz: Alle Götter sind glücklich; Unte
satz: Glücklich sein heifst aber das Schöne und Gute besitzen (= sch
und gut sein); Schlufs: Also besitzen die Götter das Schöne und 6
(= sind schön und gut). Durch die Beimischung von καὶ καζοῦύς ἢ
Obersatz (mit demselben Rechte oder Unrechte könnte man auch ne
hinzufügen καὶ ἀγαθούς) wird aber die Beweisführung völlig verkekt
Das Beispiel ist lehrreich für diese ganze Art der Interpolation der
losophischen Abschuitte: καὶ καλούς fügte ein Leser hinzu, der aus denk
Vorhergehenden sich schon gemerkt hatte, dafs der Eros nicht seh"
sei, und dals, um mit Rettig zu reden, totius argumentationis quasi card
inde a Ὁ. 201 E in eo uertitur. Es aber unser Beweis ein selbständige
Hülfsbeweis, der nicht unlogisch sein darf. Ist mit Hülfe dessen
Begriff der Gottheit festgestellt, so ist es dann immer noch Zeit,
re Resultate zu recurrieren. Auch Schanz stimmt jetzt bei, ebens
Cron p. 597.
203 A 1. Wer mit mir den ganzen Passus καὶ — γοητεέαν (sieht
KRITISCHER ANHANG. 297
Commentar) für verdächtig hält, wird sich nicht lange mit der Frage
aufhalten, ob statt handschr. μαντείαν etwas anderes (uayyavsiav mit
Geel, μαγεέαν mit Badham) zu schreiben sei. Der Interpolator hat viel-
leicht gar nicht einmal. beachtet, dafs unmittelbar vorher μαντική schon
steht. Dals aber Platon eine solche 'Gedankenlosigkeit begangen haben
könnte, ist allerdings undenkbar, obschon z. B, auch Rettigs Ausgabe
μαντείαν im Platonischen Texte beibehält. Vögelin handschr. will meine
Athetese auf καὶ τὴν μαντείαν π. κι y. beschränken.
203 BA. Dals ich ἀφώιδτο als Plusquamperf. fasse, habe ich in
der Note angedeutet. Denn Bettler pflegen doch aus guten Gründen zu
erscheinen, bevor abgegessen ist. Offenbar ist ferner der eigentliche
Nachsatz zu ἐπειδὴ Edsinvnoav die Notiz ὁ Πόρος — εἰσελθὼν εὗδεν
and mit ἀφέκετο ἡ Πενία καὶ ἦν wird blols die Situation angegeben,
anter welcher Πόρος hinausging. Ich kann mich des Gedankens nicht
erwehren, dals in dem Satz eine kleine Verderbnis sei. Vielleicht ist
zwischen προσαιτήσουσα und οἷον ein δὲ (δ᾽) ausgefallen, so dals ἀφέ-
xero und ἣν noch zum Vordersatz ἐπειδὴ δὲ gehörte, also so zu schrei-
ven wäre: ἐπειδὴ δὲ ἐδείπνησαν, προσαιτήσουσα δ᾽ οἷον δὴ εὐωχίας ov-
σης ἀφέκπετο ἡ Πενία καὶ ἦν περὶ τὰς θύρας, ὁ Πόρος μεϑυσϑεὶς u. 5. ἢ,
208 C 1. Dals die Nabersche Schreibung παιδοποιήσασθαι, die von
ahn-Usener und Vögelin befürwortet wird, „nicht nur edler, sondern
weh besser griechisch“ sei (Vögelin), als das überlieferte παιδίον ποιή-
je dürfte durch die im Commentar angeführten Beispiele wider-
Bein.
E 2 ὅταν εὐπορήσῃ ist mit Jahn zu streichen. Nicht nur fehlt der
nteprechende Gegensatz bei τοτὲ δὲ ἀποθνήσκει, sondern es ist auch
lieser Zusatz „sehr prosaisch und abschwächend, und ebenso scholastisch
Ὁ Maximos Citat ὅτε θάλλει μὲν Ἔρως εὐπορῶν, ἀποθνήσκει δὲ ἀπο-
ὧν“. (Vögelin.)
205 Ὁ 8. ὁ μέγιστός τὸ καὶ δολερὸς ἔρως παντί. Weder Erklärungen
ıoch Emendationen des ganz besonders auffälligen δολερός haben dieser
stelle irgend etwas geholfen (es wurde vorgeschlagen: 6 ὁρμητικὸς καὶ
᾿οὐμηφὸς von Creuzer, für δολερός: δεινότατος von Rückert, κοινός von
lJommel, ὁλόκληρος von Pflugk und Madvig, ὅλος von Badham, ἀϑρόος
ron Vermehren, σφοδρός von Cobet, zuletzt πρῶτος von Schanz). Mir
ist die Stelle schon längst als Glossem erschienen, veranlalst durch die
zllerdings auch bei den Neueren herrschende Auffassung, dals τὸ μὲν
κεφάλαιον adverbiell zu nehmen sei. ‚Im allgemeinen ist aller Begehr
nach dem Guten und nach dem Glück der grölseste und verfängliche
Eros für jeden.“ (Lehrs.) Es handelt sich aber nach dem ganzen Zu-
zaımmenhang gar nicht um eine Vergleichung der Stärke der einen Art
ter Liebe mit dem Grad der Stärke anderer Arten der Liebe. Ja es
sann die Liebe zum Guten und zum Glücke (ἡ τῶν ἀγαθῶν ἐπιϑυμία
καὶ τοῦ εὐδαιμονεῖν) vernünftigerweise von Platon hier gar nicht mit einer
Art anderer Liebe verglichen werden, weil sie als der Oberbegriff allen
gemeinsam ist. Mögen wir daher δολερός emendieren wie wir wollen,
diese besondere, eine Vergleichung mit andern Arten der Liebe enthal-
tende Prädicierung der ἐπιϑυμία τῶν ἀγαθῶν ist unzulässig, ebenso un-
zulässig, wie wenn in dem genau entsprechenden Beispiele in B etwa
von dem allgemeinen Begriff der ποίησις (d.h. der ἐκ τοῦ un ὄντος eig
τὸ ὃν ἰόντι ὁτῳοῦν αἰτία) gesagt wäre, derselbe repräsentiere die stärkste
Erscheinung der ποίησις. Es kann demnach durch den Satz οὕτω τοί-
ws καὶ περὶ τὸν ἔρωτα nur eingeleitet sein die Behauptung: 1) der
Grundbegriff derselben ist zwar ganz allgemein das Streben nach Glück,
2) aber die Anwendung des Namens wird gewöhnlich auf eine Unterart
beschränkt: ἀλλ᾽ οἵ μὲν ἄλλῃ — ἐρασταί. Dann haben die Worte von
ὁ μέγιστός τε an gar keinen Raum mehr. Auch Usener, der wenigstens
€
ὁ μέγιστός τε καὶ δολερός streicht, scheint von ähnlichen Betrachtungen
15*
΄
bier ἀειγενής selbst für ἀεί re einzusetzen.
228 KRITISCHER ANHANG.
ausgegangen zu sein. Nur hätte er auch noch ἔρως παντί tilgen sollen,
denn was παντί, das einen gewissen Sinn hat in dem Gedankenzusan-
menhang, dafs die Liebe zum Glücke die mächtigste Liebe sei, jetzt
noch bedeuten soll, sehe ich nicht ein. Streichen wir nun παρτί und
lassen wir ἔρως allein stehen, was wenig äulsere Wahrscheinlichkeit hat,
so könnten wir allerdings τὸ κεφάλαιον adverbiell und ἔρως als Subject
fassen. Allein es ist einfacher, mit Vermehren p. 83 τὸ κεφαζαιον kt.
τοῦ ἔρωτος als Nominativ zu fassen. So, sehe ich, übersetzt auch Pranll:
‚so demnach ist auch betreffs des Eros das allgemein Umfassende jedes
Verlangen nach Glück und nach Glückseligkeit“, worauf nun bei ihm
unser Zusatz als Apposition folgt: „nämlich jene grölste und für jeden
verfängliche Liebe“. Wer sich damit nicht befreunden will, mag au
dem Vorhergehenden πρὸς τὸν ἔρωτα als Subject sich ἔρως ergänzen. —
Der Schreiber der Worte aber, die wir tilgen, vermifste vielleicht ein
Prädicat oder glaubte den Gedanken Platons zu stützen durch die Be-
merkung, dals es keinen mächtigern Trieb in jedem Menschen gebe al
die Sehnsucht nach dem Glücke.
205 D 7. Schanz streicht ἔρωτά τε — ἐρασταί.
206 B 1. Statt αἰεί, das ich mit den meisten Herausgebern, alı
aus dem vorhergehenden Satze αὑτῷ εἶναι ἀεί irrtümlich herübergekon-
men, weggelassen habe, schreibt Usener ἄγε.
906 Ο 8. Die Badhamsche Conjectur ἐν τῇ ἡλικέᾳ für ἔν τινι ἡλικίᾳ
(nach 209 Β) ἡκούσης τῆς ἡλικίας halte ich, zumal bei der ersten Br
wähnung, nicht für nötig.
206 D 6. Zwischen dem der Gleichnissprache angehörenden ovezer
ρᾶται und avilleraı ist das matte, prosaische ἀποτρέπεται unpassend;
wir streichen es daher nach Useners Vorschlag.
207 D 2. ἀεὶ τὸ εἶναι ἀϑάνατος, so der Bodleianus, was Heller ın
Jahresbericht über Platon Zeitschrift für das Gymnasialwesen XXVIl
1874. S. 790 ff. so verteidigt, dals «e/ distributiv zu fassen sei. Codex T
bat: ἀεί τε εἶναι καὶ ἀϑάνατος, was von Hermann, Stallbaum, Badham,
Jahn, Rettig und auch von mir im Texte aufgenommen ist. Die Zusam-
menstellung del re καὶ ἀϑάνατος, wovon das letztere eine Art Steige-
rung enthält, wäre ganz im Sinne des Aristotelischen ἕνα τοῦ ἀεὶ καὶ
τοῦ ϑεέου μετέχωσιν de anima II 415 a 29, welche Stelle, wie ich st
208 A 7 bemerkte, in offenbarem Zusammenhang mit dieser Ausführusg
hier steht. Auf die Lesart des Bodleianus hat Schanz nou. comm p. 88
seine Conjectur: τὸ «el εἶναι gebaut, mit Streichung von ἀϑάνατοι,
Usener mit noch engerem Anschlufs an dieselbe: τὸ εἶναι ἀεί. Ich
aber keine Nötigung zu der Athetese von ἀϑάνφνατος und würde sog
diesen vollern Begriff vermissen, der so oft hier betont wird. Vgl. aud
206 E: ὅτι ἀειγενές ἐστι καὶ ἀϑάνατον, auf welche Stelle Liebhold ni
Recht aufmerksam machte, ohne dafs er deswegen nötig gehabt hält,
207 D 3 streiche ich mit Vermehren τῇ γερέσει 1) weil nur yamı-
ceı hier passend wäre; 2) weil ταύτῃ μόνον τῇ γενέσει leicht so gefalrt
werden könnte, als ob ταύτῃ als Pronomen zu γενέσει gehörte, ein
verständnis, dem sich ein guter Schriftsteller kaum aussetzen würd;
8) weil ὅτι — καταλείπει nur an ταύτῃ, nicht an das zwischenliegendt
τῇ γενέσει sich anschliefsen kann. Dem letztern Übelstand hat nun frei
lich Usener dadurch abgeholfen, dafs er für ὅτε — καταλεέκει setzt 90
— καταλείπῃ. Mir will-aber die Verbindung: „es kann es aber, 0 O
es jedesmal zurückläfst“ nicht recht einleuchten, namentlich ἀεί scheist
nach ὅταν nicht recht passend.
208 B 2. καὶ παλαιούμενον wird von Usener gestrichen, da 68 auch
in Stobäus cod. A fehlt, ibid. bedeutet in dyxaralsineıv das ἐν: „da
wo es selbst war‘; Hirschigs del καταλεέπειν ist daher nicht nötig.
209 A 3. ἃ ψυχῇ προσήκει καὶ κυῆσαι καὶ κυεῖν. Es ist zu
KRITISCHER ANHANG, 229
geben, dals in gewissem Zusammenhange die Unterscheidung zwischen
„eoncepisse‘‘ und „conceptum tenere‘‘ (Stallbaum) von Wert sein könnte.
Allein sie wird in dem ganzen langen Abschnitt, der von der Zeugung
im Schönen handelt, nirgends gemacht, überhaupt nirgends der Moment
des concipere gegenüber dem conceptum tenere hervorgehoben, vgl. meine
Zusammenstellung zu 206 B 6. Es kann daher diese Unterscheidung
auch nicht vereinzelt und unmotiviert an unserer Stelle auftreten. Jahn
schrieb statt κυεῖν die Form τέκτειν, ich setze, um den Aorist zu be-
halten, τεκεῖν: daran dachte auch Teuffel eventuell Rh, Mus. XXIX
p.147, zog aber schlielslich γεννᾶν vor, weil κύησις und γέννησις unter-
schieden zu werden pflege. Vgl. aber 206 C κυοῦσε und gleich nach-
her τέκτειν ἐπιθυμεῖ ἡμῶν ἡ φύσις und meine Note zu 206 B 6, wo
ich den synonymen Gebrauch von zixreıw und γεννᾶν nachwies.
C 5. Vermehbren p.86: „man erwartet bei παίδων an erster Stelle
ein unterscheidendes Attribut.‘ Ob nun das folgende παίδων nach Cren-
zers Vorschlag zu streichen sei, ist fraglich; der Platonische Stil nötigt
uns nicht dazu. In Useners feiner Conjeciur (Streichung von τῆς vor
τῶν παίδων, so dals der Begriff „Kindergemeinschaft‘“ daraus entsteht,
und Weglassung des zweiten παΐδων) vermisse ich nach μείζω das
zweite Glied der Vergleichung: „als die Eltern gewöhnlicher Kinder“,
ein Begriff, der doch nicht fehlen darf. Andere Vorschläge sind: τῶν
παιδογόνων Bast, τῶν πολλῶν Rohde. In der 1. Aufl. schrieb ich für
τών: ἄλλων.
210 A 7. Gewils bemerkt Vahlen mit Recht, dafs es dem griechi-
schen Sprachgebrauch angemessen sei zu sagen ἑνὸς τῶν καλῶν σώμα-
τος (statt des zu erwartenden ἑνὸς τῶν καλῶν σωμάτω»): die Folgerung
aber, dafs hier αὐτῶν blols deswegen gesagt sei, weil τὰ καλὰ σώματα
unmittelbar voranging, trifft insofern nicht ganz zu, als ja dann bei der
ertragung ἑνὸς τῶν καλῶν σωμάτων σώματος herauskäme, was doch
kaum haltbar wäre. Wir streichen daher σώματος mit Vögelin.
C 2. καὶ vor £nteiv habe ich festgehalten und dem selbständigen
ζητεῖν λόγους seine Bedeutung zu wahren gesucht. Gegen die von Bad-
ham, Madvig, Usener, Schanz vorgeschlagene Streichung von καί dürfte
die Bemerkung von Ast Übers. p. 345 immer noch beachtet werden:
„wollten wir dagegen καὶ tilgen und ζητεῖν τίκτειν verbinden, so wür-
den wir einen weitschweifigen Ausdruck gewinnen statt des kurzen und
nachdrücklichen zixreıw“. τίκτειν ζητεῖν λόγους ist unerträglich matt.
C 6. ἕνα τὸ περὶ τὸ σῶμα καλὸν σμικρόν τι ἡγήσηται εἶναι. Diese
Worte stehen in folgender Construction: δεῖ --- ἡγήσασθαι, ὥστε ἐξαρ-
κεῖν, ἵνα ἀναγκασϑῇ ϑεάσασϑαι καὶ ἰδεῖν, ἕνα --- ἡγήσηται; sie sind
also abhängig zu denken von einem vorausgehenden Satze, der ebenfalls
mit ἕνα eingeleitet ist (nicht coordiniert mit demselben). Es wäre das
der einzige Fall in dieser verwickelten Periode, in welchem zwei auch
der Form nach ganz gleichartige Sätze ineinander geschoben sind. Platon
hat in einem analogen Falle bei dem folgenden ἕνα — τίκτῃ nach μετὰ
δὲ ἀγαγεῖν wenigstens in dem von ἦνα abhängigen Satze mit der Con-.
junction variiert: ἕως ἂν κατίδῃ. Auffallend scheint mir ferner der
einguläre Ausdruck: τὸ περὶ τὸ σῶμα καλόν, während sonst ἐπί oder
ἐν verwendet ist: τὸ κάλλος τὸ ἐπὶ ὁτῳοῦν σώματι τῷ ἐπὶ ἑτέρω σώματι
ἀδελφόν --- τὸ ἐπ᾽ εἴδει καλόν --- τὸ ἐπὶ πᾶσι τοὶς σώμασι κάλλος —
τὸ ἐν ταῖς ψυχαῖς κάλλος --- τοῦ ἐν τῷ σώματι --- τὸ ἐν τοῖς ἐπιτηδεύ-
μασι καὶ τοῖς νόμοις καλόν. Endlich, und dies ist das Entscheidende, die
geringe Schätzung der leiblichen Schönheit steht hier nicht am richtigen
Platz. Dieser Standpunkt ist schon längst vorher gewonnen in μετὰ
δὲ ταῦτα τὸ ἐν ταῖς ψυχαῖς κάλλος τιμιώτερον ἡγήσασϑαι τοῦ ἐν τῷ σώ-
μᾶτι; in der ganz genau abgegrenzten Stufenfolge sind wir bereits inner-
halb der Höherschätzung geistiger Schönheit angelangt und der ὀρϑῶς
ἐπαναβαίνων hat schon die Entdeckung gemacht, dafs innerhalb des
230 | KRITISCHER ANHANG.
sittlich Schönen, womit er sich jetzt einzig noch beschäftigt (τὸ ἐν
τοῖς ἐπιτηδεύμασι καὶ τοῖς νόμοις καλόν) es ebenso verkehrt ist, am
Einzelnen zu haften, wie es ihm auf den frühern Stufen mit dem körper-
lich Schönen ergangen war. Aus der Erkenntnis, dals das sittlich Schöne
πᾶν αὐτὸ αὑτῷ ξυγγενές ἐστιν, kann nicht mehr die Geringschätzung
des körperlich Schönen hervorgehen, wohl aber der Übergang von den
ἐπιτηδεύματα zu den ἐπιστῆμαι. Die in Rede stehenden Worte sind
demnach als Glosse zu betrachten, die ursprünglich bei μετὰ δὲ ταῦτα
τὸ ἐν ταῖς ψυχαὶς κάλλος τιμιώτερον ἡγήσασθαι τοῦ ἐν τῷ σώματι Au
den Rand gesetzt waren.
211 A 5. ὡς — αἰσχρόν versucht Rettig gegen die Athetese Vögelins
mit Wolfs Erklärung zu decken: „zicl geht auf alle 4 (vorher genannten)
Ideen: Teile, Zeit, Verhältnis, Ort.“ Gerade dieser Versuch zeigt aber
die Unmöglichkeit einer vernünftigen Erklärung.
221 Ö. (ἐπανιέναι. . ) καὶ ἀπὸ τῶν μαϑημάτων ἐπ᾽ ἐκεῖνο τὸ
μάϑημα τελευτήσῃ, ὅ ἐστιν οὐκ ἄλλου ἢ αὐτοῦ ἐπεένου τοῦ καλοῦ μά-
ϑημα καὶ γνῷ αὐτὸ τελευτῶν ὅ ἐστι καλόν, 80 der Bodl. Statt des
erstern καί schreiben wegen des Conjunctivs die frühern Herausgeber
ἔστ᾽ ἄν, Stallbaum ἕως ἄν, Hermann ἕως, Sauppe ἔνα (Schanz jetzt as),
Badham hat zuerst den richtigen Weg eingeschlagen, καί festzuhalten.
Er hilft sich im folgenden durch Streichung von τὸ μάϑημα τελευτησῇ,
durch Verwandlung des zweiten καὶ in κἄν; dieser mit κἄν gebildete
Vordersatz wird dann mit dem folgenden ἐνταῦϑα τοῦ βίου verbunden,
so dafs dieses den Nachsatz bildet; wogegen Vögelin mit Recht bemerkt,
dals ἐνταῦϑα τοῦ βίου offenbar etwas Neues beginne, wie schon die Ar
rede und die Anführung der Redenden zeige. Mit Usener traf ich darin
zusammen, dafs ich in τελευτήσῃ den Infinitiv τελευτῆσαι erkannte.
Während nun aber Usener mit dem folgenden καί genau so verfährt,
wie die Frühern mit dem ersten, indem er ἔνα dafür setzt, bin ich der
Ansicht, dals καὶ γνῷ αὐτὸ τελευτῶν 0 ἔστι καλόν ein Glossem zu ἐπὶ
τὸ μάϑημα τελευτήσῃ u. 8. w. ist, entstanden, nachdem einmal τελεῦ-
τῆσαι in τελευτήσῃ verschrieben worden war. Denn dafs damit auch
ar nichts Neues gesagt ist, beweist schon das τελευτῶν, das mit dem
πὶ τὸ uadnua τελευτῆσαι vollkommen sich deckt; eine Unterscheidung
zwischen dem μάϑημα (= ἐπιστήμη 210 D 7) αὐτοῦ τοῦ καλοῦ und dem
γνῶναι ὅ ἐστι καλὸν ist weder begrifllich vollziehbar noch angesichts
des τελευτῆσαι, welches bereits die Schlulsstufe bezeichnet, gestattet,
denn es kann doch nicht zwei aufeinander folgende Schlufsstufen geben.
Auf blolse Breite der Ausführung, die übrigens absolute Tautologie
wäre, darf man in diesem Satze nicht recurrieren, welcher die gedräng-
teste Recapitulation enthält und jede der vorhergehenden Stufen mit je
einem knappen Ausdrucke bezeichnet. Es ist nun allerdings richtig,
dafs die Begeisterung über diese höchste und letzte Stufe sich noch eis-
mal bei Diotima Luft macht, aber das geschieht mit dem neuen Satse
ἐνταῦϑα τοῦ βίου, wo übrigens wieder steht ϑεωμένῳ αὐτὸ τὸ καλὸν,
was nach vorangehendem γνῷ αὐτὸ τελευτῶν ὅ ἐστι καλόν unerträglich
wäre. Vögelin handschr. stimmt bei; Vahlen nicht, ohne jedoch auf die
Tautologie einzugehen, die ich auch jetzt noch für unerträglich halte,
212 B 6 muls unbedingt die Usenersche Versetzung für handachr.
τιμῶ τὰ ἐρωτικὰ καὶ διαφερόντως ἀσκῶ Angenommen werden.
B 8 hat Badham zuerst Anstols genommen an καὶ ἀνδρείαν. Wenn
er selbst statt ἀνδρεέαν setzen will yosiav, offenbar an 204 C: τίνα
χρεέαν ἔχει τοῖς ἀνθρώποις sich erinnernd, so dafs mit den beiden Prä-
dieaten auf die beiden Hauptteile der Rede (vgl. die Disposition p. 121)
hingedeutet wäre, so ist in dem doch immer mehr oder minder ge-
hobenen, panegyrischen Epilog eine solche Hindeutung zu pedantisch,
der Ausdruck selbst zu prosaisch. (Vgl. auch Vögelin.) δύναμεν genügt
vollkommen, ἀνδρείαν ist mülsiger Zusatz eines Lesers, der an den er
KRITISCHER ANHANG. 231
desios Ἔρως 203 D sich erinnerte; ähnlich wie aus einer solchen Er- '
innerung auch das ungeschickte δολερός 205 D stammen mag.
E8. ἐὰν εἴπω οὑτωσί hat bis jetzt jeder Emendation gespottet (ν᾽
εἴπω Orelli, ἐὰν avsino oder ἀνειπῶν Winckelmann (deren Verteidigung
Kreyenbühl 8. 164 versucht), ἐάν εἰσίω Bergk und Madvig, ganz zu
schweigen von Hommels absurdem ἐὰν εἶπον), erklärt sich dagegen
ziemlich leicht, wenn man es mit Stallbaum (früher), Vögelin, Rettig,
Usener, Schanz als verschobene Ergänzung zu apa καταγελασεσθέ μου ὡς
μεϑύοντος falst.
213 B2. An dem von Badham getilgten ὡς ἐκεῖνον καϑέξειν ist
ganz besonders auffällig der Gebrauch von ὡς für ὥστε, ἐκεῖνος bozogen
auf Alkibiades, während vorher dxe/vov auf Agathon geht.
C4. Das von Stallbaum und Rettig beibehaltene handschr. ὡς οὐ
παρὰ u. 8. w. wird als „denn nicht“ erklärt, mit der Ergänzung: „hast
du dich gelagert“. Viel einfacher erscheint aber eine Fortsetzung der
positiven Frage τί ad ἐνταῦϑα κατεκλένης durch eine parallele ver-
neinende. Während nun Hermann καί für ὡς setet, habe ich πῶς ge-
schrieben, welches das vorangehende τί variiert.
213 E 1. Nach Schanz hat T. ἀναδήσω καὶ, dem wir nun folgen.
215 C 4. Μαρσύου λέγω τούτου διδάξαντος. Für τούτου schreibt
Sommer τοῦτον, Vögelin τοῦ τοῦτον, Badham am einfachsten τοῦ. Ihm
folge ich mit Usener; ebenso Schanz.
E 2. ὑπὸ τῶν λόγων τούτου (so B, während T ὑπὸ τῶν λόγων τῶν
τούτου bietet), nach ἐκχεῖται ist nach vorangegangenem ὑπὸ τῶν τού-
του λόγων D8 äufserst matt, und tritt „nach dem hoch gehobenen ἤ re
καρδέα πηδᾷ καὶ τὰ δάκρυα ἐκχεῖται prosaisch ein“ (Vögelin). Ich folge
Vögelin, der den ganzen Passus nur als Dittographie des ersten be-
trachtet und ihn streicht (nicht blo[s τούτου, wie bei Usener aus Ver-
sehen angegeben ist).
216 A 6. Statt βίᾳ hat bekanntlich Abresch wegen einer Glosse
des Hesychius βύων τὰ ὦτα: ἐπιφράττων, die übrigens nicht bestimmt
auf Platon weist, geschrieben: vor; ihm ist Jahn gefolgt, der noch
die weitere Consequenz zog, ἐπισχόμενος zu streichen, Ich kann mich
auch jetzt weder von der Notwendigkeit dieser Änderung überzeugen,
noch spricht die Stellung von ὥσπερ ἀπὸ τῶν Σειρήνων zwischen βύων
und τὰ ὦτα für die Conjectur. Parallelstellen zu ἐπισχόμενος τὰ ὦτα
siehe im Commentar. Auch Teuffel spricht sich gegen Abresch aus Rh.
Mus. XXIX p. 144.
D 8. καὶ αὐ ἀγνοεῖ πάντα καὶ οὐδὲν oldev; über das Ungehörige
dieses Zusatzes sind die Neuern (Jahn-Usener, Badham, Vögelin, Teuffel,
Schanz), Rettig ausgenommen, einig; denn im ganzen Zusammenhang
ist von dem Sokratischen Nichtwissen nirgends die Rede, ganz ab-
gesehen von dem gesuchten antithetischen Parallelismus, der hier an-
gewendet ist. Desto mehr Uneinigkeit herrscht über die folgenden
Worte. Dieselben habe ich in der Fassung, wie sie die besten Hand-
schriften überliefern, mit Schleiermacher, Stallbaum u. a, zwischen αὖ-
τοῦ und τοῦτο interpungiert (so jetzt auch Schanz); Bernhardy inter-
pungiert nach τοῦτο. Noch andere (wie z. B. Wolf) gestalten aus dem
folgenden einen Satz: ὡς τὸ σχῆμα αὐτοῦ τοῦτο οὐ σιληνῶδες: WAS
Usener dahin verbessert, ἀδίβ er ὡς in das disjunctiv fragende 7 ver-
wandelt. Die Verbindung aber von τοῦτο mit τὸ σχῆμα αὐτοῦ (8ο-
wohl nach Bernhardys Abteilung als nach dem Verfahren der übrigen)
enthält eine Art Gedankensprung: „dieses sein äulseres Gebahren“
falst bereits in sich, dals das ἐρωτικῶς διακεῖσθαι nur äulserlich sei,
wovon in den vorhergehenden Worten, welche blofs das Verliebtthun
als Thatsache hinstellen, keine Spur angedeutet ist. Dagegen ist diese
notwendige Andeutung dann gegeben, wenn wir ὡς τὸ σχῆμα αὐτοῦ als
beschränkenden Zusatz an das Vorhergehende anschlielsen. Dann kann
232 KRITISCHER ANHANG.
man fortfabren mit τοῦτο (nämlich, dafs er äulserlich so thut) ον edr-
γνῶδες:
E 4. Die Annahme einer solchen Parenthese wie λέγω ὑμῖν ist in
der Rede des Alkibiades nicht zu kühn; man vgl. auch noch 220A οὔκ
ἐθέλων. — Verunglückt sind die Emendationsvorschläge von Winckel-
mann: λέγων © ᾿φημέριοι, λέγων μὲν οὔ Hermann, ἡγούμενος Badhan;
sehr kühn, was Usener in den Text setzt: ἀλλ᾽ ἐρῶ ὑμῖν, mit Verwand-
lung von δέ nach εἰρωνευόμενος in τε. Schanz schreibt ἔφα 1. v.
217 Ὁ 5. ἐδεδειπνήκειμεν hat Usener trefflich aus dem Citat Bekk.
Anecd. p. 346, 22 entnommen: «el — ἔστε δὲ ὅπου καὶ ἀντὶ τοῦ ἕως
καὶ μέχρι. Πλάτων ἐν συμποσίῳ ,,ἐπειδὴ δεδειπνήκαμεν, διελεγόμην
ἀεὶ πόρρω τῶν νυκτῶν“. Denn bei der 1. Pers. διελεγόμην im Haupt-
patz würde durch die Lesart unserer Handschriften und Ausgaben ἐδε-
δειπνήκει die Vorstellung erweckt, als ob Alkibiades nicht mitgegessen
hätte. Die falsche Lesart des Archetypus unserer Handschriften ist ver-
anlafst durch den vorhergehenden Singular 3. Pers. δειπνήσας ἀπιέναι
ἐβούλετο, und nachher ἐν ἧπερ ἐδείπνει, ein Singular, der dort nichts
auffälliges hat, da das Subject des Verbum finitum an beiden Orte
Sokrates ist.
218 A 4 folge ich ebenfalls Usener, der ἢ ψυχήν streicht, verar-
lafst durch das Scholion B: ὅτε τὴν καρδέαν ψυχὴν καλεὲ (was nach
Vahlens Auseinandersetzung Arist. Poet. p. 224 bedeutet: dafs er die
Seele καρδία nennt, und nicht umgekehrt); das Scholion hatte also nur
den Ausdruck καρδίαν, den es mit ψυχή interpretiert. Bestätigt wird
diese scharfsinnige Vermutung durch die starke Nachstellung von ya
bei der Vulgata und durch meine weitere Bemerkung im Comm. za
dieser Stelle.
218 Ὁ 7. Herwerden schlägt vor σφόδρα {πρὸς ἑαυτοῦ.
219C 6. Die zwei Solökismen in den Worten καίπερ κεῖνό γε au
τὶ εἶναι sind: 1) κεῖνος für ἐκεῖνος vgl. Kühner I p. 148, A. 3, was frei-
lich gewöhnlich emendiert wird, 2) καίπερ mit dem Indic. statt de
Particip., was sich jeder Emendation entzieht. Krüger $ 56, 13, Anm.?
und Kühner II p. 991 Anm. 3 wissen aus Klassikern nur dieses Beispiel
anzuführen. Dafls die Worte nicht mehr nötig waren nach 217 B: ἐφρό-
vovv γὰρ δὴ ἐπὶ τῇ ὥρᾳ ϑαυμάσιον ὅσον und andern Stellen, ja nach
diesen nunmehr matt erscheinen, bedarf keines Beweises. Aufserden
habe ich im Commentar darauf hingewiesen, dals ὦ ἄνδρες δικασταί nach
ὕβρισεν motiviert erscheint, nicht aber nach diesen Worten durch die jetzige
mendation von Schanz καὶ ’neivo γε ᾧ. τὶ εἶναι sind nun freilich die
beiden Solökismen entfernt, die sachlichen Bedenken jedoch nicht.
220 A 3 schreibt Usener πένων (für handschr. πένειν), abhängig
von ἐκράτει. Nach meiner Ansicht gehört πένεεν zunächst zu avayzı-
σϑείη, und versteht sich dann zu diesem die Ergänzung πένων von selbst.
C8. τῶν Ἰώνων hat Mehler zu Xen. conv. p. 75 als unwahrscheir-
lich nachgewiesen. Rettig schreibt Παιόνων; eine specielle Völkerschaft
ist überhaupt hier nicht am Platze. Dals das Gebahren des Sokrate
nicht etwa blofs den Nichtathenern auffiel, sondern allen, die Atbener
nicht ausgeschlossen, beweist das ganz allgemeine ἄνϑρωποι und ἄλλο;
ἄλλῳ. Dagegen palst allerdings das nun folgende, das Übernachten im
Freien u. 8. w. bloßs für junge Leute; also mit Mehler, νέων. Gegen
das Bedenken Vögelins, Platon würde eher νεώτεροι sagen, vgl. Comm.
ψέων ist auch der Conjectur von Ludwig Schmidt Päd. Archiv 21 p. 133:
ἰδόντων vorzuziehen.
222 A 1 für handschr. ἄν τις εὑρήσει hat Bekker αὖ τις E. richtig
hergestellt. (Useners ἄν τις εὑρήσειε würde eine nachklassische Form
voraussetzen). Stallbaum und Rettig behalten die handschr. Lesart bei,
Schanz schreibt jetzt δή τις.
PLATONS
AUSGEWÄHLTE SCHRIFTEN
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH
ERKLÄRT.
SECHSTER TEIL.
PHAEDON,
ERKLÄRT VON MARTIN WOHLRAB.
ZWEITE AUFLAGE.
LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNER.
1884.
PLATONS
PHAEDON.
FÜR DEN SCHULGEBRAUCH
ERKLÄRT
voN
MARTIN WOHLRAB,
REKTOR DES KÖNIGLICHEN GYMNASIUMS ZU DEBRSDEN-NEUSTALT.
ZWEITE AUFLAGE.
ze
LEIPZIG,
DRUCK UND VERLAG VON B. 6 TEUBNEKE.
1884.
Vorwort zur ersten Auflage.
Die vorliegende Ausgabe des Platonischen Phädon mit
deutschen Anmerkungen nimmt gegenüber meiner vor drei
Jahren erschienenen mit lateinischem Kommentar völlige Selb-
ständigkeit für sich in Anspruch. Zunächst sind die kritischen
Noten ganz weggefallen. Nur an den Stellen, an welchen der
Text von dem in allen Handschriften Gebotenen abweicht, ist
eine kurze Motivierung gegeben. Das Wenige, was ich sonst
zur Verteidigung der aufgenommenen Lesarten zu sagen hatte,
habe ich in den kritischen Anhang verwiesen. In den An-
merkungen selbst ist nicht, wie in der früheren Ausgabe, auf
die Diskussion Rücksicht genommen worden, die sich etwa an
eine Stelle anschliefst, sondern einfach die Erklärung gegeben,
die mir als die richtigste erschien. Alle litterarischen Nach-
weise sind hiernach weggeblieben.
Ist somit die vorliegende Ausgabe den unmittelbaren Be-
dürfnissen der Schule mehr angepalst, wie die frühere, so hoffe
ich doch, dafs sie in wissenschaftlicher Beziehung einen Fort-
schritt zeigt. Es wird kaum eine Seite sein, auf der sich nicht
neue Bemerkungen oder Verbesserungen von früheren Auf-
fassungen fänden. |
Wesentliche Förderung verdankt diese Ausgabe der früher
von mir zu wenig beachteten Programmabhandlung von Her-
mann Schmidt, Platos Phädon für den Schulzweck sachlich
ırklärt (Wittenberg 1854), die sich zusammen mit mehreren
ınderen für das Verständnis des Phädon sehr wertvollen Auf-
ätzen in seinen Beiträgen zur Erklärung Platonischer Dialoge
"Wittenberg 1874) findet. Es lag in der Natur der Sache be-
yründet, dafs ich aus jener Abhandlung manches wörtlich in
nneine Ausgabe herübernahm.
Schon der Titel dieser Ausgabe spricht es aus, dafs sie
ler Einführung dieses Dialoges in die Schullektüre Vorschub
vI Vorwort.
leisten möchte. Anfang und. Schlufs sind immer und dring-
lichst für diesen Zweck empfohlen und mehrfach auch bearbeitet
worden. Das Ganze hat man mit Rücksicht auf die Platonische
Ideenlehre, ohne die es nicht verständlich ist, für zu schwierig
gehalten. Allein man braucht von dieser Lehre doch nichts
zu wissen, was in andern Dialogen auseinander gesetzt ist; 68
genügt das vollständig, was der Phädon selbst giebt. Da
Verständnis der die Ideenlehre betreffenden Stellen im Phädon
aber bereitet nach meiner und wohl auch nach anderer Er-
fahrung einem Primaner nicht unübersteigliche Hindernis.
Wer sich von diesen Schwierigkeiten nicht abschrecken lält,
‘ dem wird die Lektüre des Phädon einen Nutzen und Genul
bieten, wie kaum eine andere Platonische Schrift, ja wie wenige
Schriften des ganzen Altertums.
Chemnitz, den 25. Oktober 1878.
M. Wohlrab.
Vorwort zur zweiten Auflage.
In einer Beurteilung der ersten Auflage der vorliegenden
Phädonausgabe ist der Wunsch ausgesprochen worden, ic
möchte den Fortschritt der Gedanken in den Anmerkungen von
Kapitel zu Kapitel angeben. Auf diese Weise erlangt ma
aber keinen Überblick über das Ganze, wie ihn der zweit
Abschnitt meiner Einleitung ermöglicht, der zugleich, wen»
man ihn nur recht benutzt, über den Zusammenhang der an
zelnen Teile des Gespräches in genügender Weise orientieren
wird.
In den Anmerkungen ist manches auf Anregung des mir
befreundeten Herrn Prof. Uhle in Dresden, manches auf Grund
eigener Beobachtung verbessert worden.
Chemnitz, den 12. Januar 1884.
M. Wohlrab.
PLATONS
PHAEDON
men
Einleitung.
——
I. Das einleitende Gespräch. -
Die Personen des einleitenden Gespräches sind Phädon und
Echekrates. Beide sollen wir uns offenbar von einem Kranze
teilnehmender Zuhörer umgeben denken.!)
Phädon stammte aus einer vornehmen Familie in Elis. In
dem Kriege, der nach Beendigung des peloponnesischen zwischen
Sparta und Elis geführt wurde, geriet er jedenfalls noch sehr
Jung in die Hand der Feinde, die ihn als Sklaven nach Athen
verkauften. Hier wurde er zu einem gemeinen Gewerbe be-
nutzt. Doch blieb er nicht lange in dieser unwürdigen Lage.
Sokrates lernte ihn zufällig kennen und veranlafste einen seiner
reichen Anhänger ihn aus derselben zu befreien. Phädon mochte
zu Anfang des Jahres 400 nach Athen gekommen sein und
konnte sonach höchstens ein Jahr den Umgang des Sokrates
genielsen. Wenn ihn Platon trotzdem zum Krzs ler des philo-
sophischen Gespräches, das er den Sokrates halten läfst, aus-
erwählt hat, so weist dieser Umstand darauf hin, dafs das Ver-
hältnis zwischen diesen beiden sich in kurzer Zeit zu einem
sehr tiefen und innigen gestaltet hatte. Platon läfst den Phädon
während der Unterredung zu den Fülsen seines Meisters sitzen.
Sokrates aber giebt seinem Wohlgefallen an der jugendlich
schönen Erscheinung des Phädon dadurch Ausdruck, dals er
5fters mit seinen Locken spielt und die goldenen Worte über
Misologie speziell an ihn richtet.?) Dem Phädon seinerseits
:rscheint Sokrates als der beste, weiseste und gerechteste Mann
ron allen, die er je kennen gelernt hat.?) Er kann nicht
renug die Milde und Freundlichkeit rühmen, mit der er die
Zinwürfe seiner Gegner hinnimmt und beantwortet.*) Kein
Wunder also, wenn er nicht müde wird das Andenken an
einen Lehrer zu feiern, indem er von ihm hört und über ihn
pricht.°) Die Impulse zum Philosophieren, die Phädon vom
jokrates erhalten hat, scheinen nachhaltig genug gewesen zu
1) 8. zu 85. 58D. 3) 5. 898Β---900. 5) 5. 118. 2 S. 58E 89A 1176.
) 5. 58D.
PLAT.Pouımw. ‘ 1
9 EINLEITUNG.
sein. Es ist bekannt, dafs er nach seiner Vaterstadt zurück-
ekehrt das Haupt der elischen Philosophenschule wurde, die
ihre Fortsetzung in der eretrischen gefunden hat.
Den Echekrates bezeichnet Platon selbst als Phliaser. Zu
der Stadt Phlius scheint schon Pythagoras Beziehungen gehabt
zu haben und in späterer Zeit haben sich Anhänger desselben
dort aufgehalten. Hiernach ist es sehr wahrscheinlich, dafs
Echekrates identisch ist mit dem gleichnamigen Schüler der
Pythagoreer Philolaos und Eurytos, der mit unter den letzten
Pythagoreern genannt wird. Auch läfst ihn Platon ausdrück-
lich der Ansicht des Pythagoreers Simmias beistimmen, dals
die Seele eine Harmonie sei.!) Platon scheint ihn persönlich
ekannt zu haben. Aus dem Phädon ersehen wir, dafs er an
okrates das wärmste Interesse nimmt?) und speziell seinen
Erörterungen über die Unsterblichkeit der Seele mit der gröfsten
Aufmerksamkeit folgt, wie denn alle Pythagoreer mit Vorliebe
diese Frage behandelt zu haben scheinen.
Der Ort, wo Platon sich das einleitende Gespräch gehalten
denkt, ist Phlius.3) Dieser Umstand ermöglichte es, dafs Platon
einige Vorkommnisse beim Tode des Sokrates erwähnen konnte,
die ın Athen selbst als allbekannt vorauszusetzen gewesen wären.
Hierher gehört besonders das, was über die Verzögerung des
Todes des Sokrates erzählt wird. ᾿
Die Zeit des Gespräches wird nur durch die Aufserung
des Echekrates angedeutet, dafs seit lange kein Athener nach
Phlius und kein Phliaser nach Athen gekommen sei und dafs
er deshalb vom Ende des Sokrates noch nichts Zuverlässiges
erfahren habe: καὶ γὰρ οὔτε τῶν πολιτῶν Φλιασίων οὐδεὶς
πάνυ τι ἐπιχωριάξει τὰ νῦν ᾿Αϑήναξε, οὔτε τις ξένος ἀφῖκται
χρόνου συχνοῦ ἐκεῖϑεν, ὅστις ἂν ἡμῖν σαφές τι ἀγγεῖλαι οἷός
τ᾽ ἦν περὶ τούτων, πλήν γε δὴ ὅτε φάρμακον πιὼν ἀποϑάνοι"
τῶν δὲ ἄλλων οὐδὲν εἶχεν φράζειν.) Bei der Spannung, mit
der Echekrates offenbar den Nachrichten aus Athen entgegen-
sah, konnte ihm schon eine an sich kürzere Frist, etwa die
Frist eines Monates, als eine lange erscheinen. Damit stimmt
auch der Umstand überein, dafs die Zeit eines Monates, die
zwischen des Sokrates Verurteilung und Hinrichtung verstrich,
als eine lange bezeichnet wird.5) Es erscheint sonach nicht
als natürlich anzunehmen, dafs Jahre zwischen diesem Gespräche
und dem Tode des Sokrates lägen, zumal die Entfernung zwischen
Phlius und Athen gar keine bedeutende war. Die Worte τὰ
νῦν hat man von Verkehrsstörungen, wie sie der Krieg mit
sich zu bringen pflegt, verstehen wollen. Allein der elische
Krieg, an den einige dachten, war wahrscheinlich vor des So
)8.88D. ὃ 8.57A. 8) 5. 57A. 4) 8. 57A. 5) 5. 58A πάλαι JE
νομένης αὐτῆς (τῆς δίκης) πολλῷ ὕστερον φαίνεται ἀποθανών.
„EINLEITUNG. 3
krates Tode schon beendigt, der korinthische, den andere im
Sinne hatten, fand etwa fünf Jahre nach demselben statt, also
zureiner Zeit, in der sicherlich jeder Phliasier, der sich für
Sokrates interessierte, von seinem Tode alles erfahren haben
konnte. Auch ist ja der Ausdruck τὰ νῦν so allgemein, dals
es unmöglich erscheint, aus ihm allein den Anlafs zu erraten,
weshalb der Verkehr zwischen Phlius und Athen zu jener Zeit
minder lebhaft war.
Was nun den Inhalt des Vorgespräches selbst angeht, so
konstatiert Echekrates zunächst, dafs Phädon als Augen- und
Ohrenzeuge für alles anzusehen sei, was beim Tode des So-
krates vorgekommen ist und gesprochen wurde. Auf diese
Weise lehnt es Platon ab, selbst die Verantwortung für seine
Darstellung zu übernehmen, um so entschiedener, als er von
sich selbst sagt, er sei durch Krankheit verhindert gewesen,
beim Ende des Sokrates zugegen zu sein. Dadurch verschaffte
er sich freie Hand eine Mischung von Wahrheit und Dichtung
zu geben. So wahrscheinlich es an sich ist, dafs Sokrates in
seinen letzten Stunden sich mit seinen Freunden von der Un-
sterblichkeit der Seele unterhalten hat, so unterliegt es doch
keinem Zweifel, dafs Platon ihn in allem, was er ihn über
dieses Thema sagen lälst, nur zum Träger seiner eigenen Lehre
gemacht hat.
Nachdem Phädon den Echekrates versichert hatte, dals
er selbst beim Tode des Sokrates zugegen gewesen sei, erzählt
er ihm den Anlafs, weshalb eine so geraume Zeit zwischen
der Verurteilung des Sokrates und seinem Tode verflossen
sei. Festtage des Apollon machten die Ausführung des Todes-
urteiles eine Zeit lang unmöglich. Sodann schildert Phädon
die eigentüimliche Stimmung, in der die Freunde des Sokrates
den letzten Tag mit ihm verlebten. Des Sokrates starker Geist
übte auf seine niedergeschlagene Umgebung einen solchen Ein-
fluls aus, dafs sie über seinen Reden wenigstens zeitweilig ihren
Schmerz vergalsen. Schlieislich werden uns alle die Männer
vorgeführt, die Sokrates in seinen letzten Stunden bei sich sah.
Auf diese Weise ist der Leser über alles orientiert, was ihm
zu wissen wünschenswert ist.
Fragt man schliefslich, warum Platon dieses einleitende
Gespräch dem eigentlichen vorausgeschickt hat, ähnlich wie er
es im Parmenides und Symposion gethan hat, so liegen die
Vorteile, die ihm dasselbe bot, sehr auf der Hand. Zunächst
wird die Darstellung der letzten Stunden des Sokrates in eine
weitere Ferne gerückt, so dafs alles Schmerzliche, das sie mit
sich gebracht haben, in einem gemilderten Lichte erscheinen
kann, wie es der verschönernden Dichtung angemessen ist.
Sodann läfst die Form der Erzählung Raum zu manchen er-
Jäuternden Bemerkungen, durch welche die streng wissenschaft-
1*
4 EINLEITUNG. „
liche Darstellung vielfach und anmutig unterbrochen wird.
Was über des Sokrates ruhiges und festes Verhalten mit ein-
fliefst, trägt nicht wenig dazu bei dem Leser die Segnungen
anschaulich zu machen, welche der Glaube an die Unsterblich-
keit der Seele für den, der sie hegt, mit sich bringt, und den
Sokrates als einen Mann von jener im Laches ge ten dori-
schen Stimmung erscheinen zu lassen, in dem Denken und
Handeln untrennbar verbunden sind.
oO. Gang und Gliederung des Gespräches.
A. Einleitung. c. III — XII.
Am ‚Todestage des Sokrates treten seine Freunde am frühen
Morgen in sein Gefängnis ein, seine Frau und Kinder verlassen
es. Sokrates spricht von dem Wohlgefühl, das ihn nach Ab-
nahme der Fesseln ergreift und stellt das sonderbare Verhält-
nis zwischen Freude und Schmerz im Gewande einer Asopi-
schen Fabel dar. Kebes wird dadurch veranlafst sich einer
Frage des Sophisten Euenos zu erinnern und bei Sokrates zu
erkundigen, warum er sich jetzt in Gedichten versuche. So-
krates giebt darüber Auskunft und knüpft daran die Aufforde-
rung, Euenos möge ihm bald nachfolgen. Diese Aufforderung
führt zu dem Satze:
Der Philosoph sehnt sich nach dem Tode.!)
Dieser Satz scheint zunächst die Zulässigkeit des Selbst-
mordes zu involvieren. Ist es doch für manche und manchmal
besser tot zu sein, als zu leben. Giebt man das auch zu, 80
kann es doch auch denen, für die es besser ist tot zu sein,
nicht erlaubt sein sich selbst diese Wohlthat zu erweisen. Denn
die Menschen sind von den Göttern abhängig, mag man nun
diese Abhängigkeit als Gefangenschaft oder als Dienstverhältnis
ansehen. "Wer von einem andern abhängig ist, muls dessen Be
fehle abwarten, darf nicht über sich selbst verfügen. Der Mensch
muls also warten, bis ihm die Götter den Tod schicken.?)
Sodann könnte es als unvernünftig erscheinen sich nach
dem Tode zu sehnen, da wir, so lange wir leben, unter der
besten Obhut, unter der Obhut der Götter sind. Sich derselben
zu entziehen kann kein Vernünftiger wünschen. Allein nach
dem Tode kommt man ja wieder zu den Göttern. Man tritt
also aus ihrer Obhut nicht heraus; aufserdem gelangt man
wahrscheinlich zu besseren Menschen.?
Erläuterung des Satzes: der Philosoph sehnt sich nach
‘ dem Tode. Das Wort Tod ist hier nicht im eigentlichen, son-
dern im übertragenen Sinne genommen, bezeichnet also den
1) 6. II-V. %c.VI 8) ο, VII. VII.
. EINLEITUNG. 5
Lüsten des Körpers absterben, ein immer mehr rein geistiges
Leben führen. 1) |
Beweis des Satzes. Der Philosoph trachtet nach Erkennt-
nis der Wahrheit; dazu führt nicht die sinnliche Wahrnehmung,
sondern nur die rein geistige Thätigkeit; denn nur durch diese
werden die Ideen erfalst. Dagegen geht alles, was unsere Er-
kenntnis trübt, unser Streben danach hindert, vom Körper aus.
Deshalb kann der Philosoph nur dann hoffen an das Ziel seiner
Wünsche zu gelangen, wenn er reiner Geist ist, sich vom Körper
geschieden hat. Unter diesen Voraussetzungen ist es klar, dafs
die Philosophen schon im Leben suchen müssen ihren Geist
vom Körper zu trennen und sich auf den Tod freuen. Darum
kommt ihnen aber auch nicht nur jene gemeine, aus einer ge-
wissen Berechnung hervorgehende Tugend zu, sondern jene
echte, auf Erkenntnis beruhende.?)
Übergang zum Thema des Dialoges. Die Todesfreudigkeit
des Philosophen ist unter der Voraussetzung berechtigt, dals
die Seele unsterblich ist. Es gilt also zu zeigen:
ὡς ἔστι Te ἡ ψυχὴ ἀποϑανόντος τοῦ ἀνθρώπου καί τινα
δύναμιν ἔχει καὶ φρόνησιν.)
Β. Erster Beweis. ο. ΧΥ --- XXI.
1. Ausgehend von der alten Sage, dafs die Seelen der Ge-
storbenen im Hades sind und von da wieder ins Leben ein-
treten, gelangt Platon durch Vorführung von Beispielen zu
dem allgemeinen Satze, dafs alles, was einen Gegensatz hat,
in denselben übergeht und dafs jedesmal zwischen zwei Gegen-
sätzen zwei Übergänge sind. So sind Leben und Tod Gegen-
sätze, die Übergänge dazu Sterben und Wiederaufleben. Wenn
es aber einen Übergang aus dem Tode ins Leben giebt, so
müssen unsere Seelen nach dem Tode fortexistieren. Von den
vier Gliedern dieser Kette sind drei (Geborenwerden, Leben,
Sterben) durch die Erfahrung. gegeben; das Vorhandensein des
vierten, des Wiederauflebens, das zunächst nur durch den Ana-
logieschluls gewonnen ist, wird durch ein Argumentum e con-
trario weiter erhärtet. Gesetzt, es fehlte in jenem Kreislaufe
ein Glied, so wäre derselbe überhaupt gehemmt und ein ein-
förmiger Zustand mülste eintreten. Gäbe es also das Wieder-
aufleben nicht, so würde schliefslich alles in den Tod ver-
schlungen sein und aufhören zu existieren. ἢ)
2. Auch der Satz, dafs Wissen Wiedererinnerung ist, weist
auf ein Leben vor unserer Geburt hin. Dieser Satz bewährt
sich dadurch, dafs jeder richtig denkende Mensch leicht Wahr-
heiten auffindet, die ihm vorher niemand beigebracht hat. Jede
Wiedererinnerung setzt ein vorhergegangenes Wissen voraus,
ἡ 6. ΙΧ. ὃ. ὁ. X-XIL Se. XIV. Ne. XV-XVII
6 EINLEITUNG.
das uns durch eine ähnliche oder nicht ähnliche Erscheinung
ins Gedächtnis gerufen wird. So erinnern uns die sinner
fälligen Dinge an die ihnen entsprechenden Ideen trotz der
Differenz, die zwischen beiden stattfindet. Da es aber in der
sinnenfälligen Welt Ideen nicht giebt, so müssen wir dieselben
vor unserer Geburt kennen gelernt haben. Nun ist zweierlä
möglich; entweder werden wir mit dem Wissen der Ideen ge
boren und behalten es durchs Leben, oder wir erinnern uns in
diesem Leben an das im vorausgegangenen Leben erworben:
Wissen. Wäre die erste Annahme richtig, so mülsten wı
immer im Besitze des Wissens sein. Da das nicht der Fil
ist, so können wir hur durch Wiedererinnerung zu ihm gt
langen, müssen also vor unserer Geburt schon existiert haben;
denn bei der Geburt selbst kann uns das Wissen nicht zutel
geworden sein, weil man sonst nicht wülste, wenn wir es ver
loren haben könnten. Wir haben also mit derselben logische
Notwendigkeit, mit der wir das Vorhandensein der Ideen aı-
nehmen, auch anzunehmen, dafs unsere Seele vor der Gebut
existiert hat.) Ä
3. Hierdurch wäre wohl die Präexistenz unserer Seele be
wiesen, aber noch nicht bewiesen, dafs sie auch nach unseren
Tode noch fortdauert. Es ist also zur Ergänzung der erst
Teil dieses Beweises hinzuzunehmen, in dem gezeigt war, dals
das Lebende aus dem Toten entstehe. Ὁ)
gang zum zweiten Beweise. Um die Furcht vor den
Tode noch mehr zu beseitigen, wird die Unsterblichkeit der
Seele noch auf eine andere Weise erwiesen. ?)
C. Zweiter Beweis. ὁ. XXV—XXXIV.®
Aufgelöst kann nur werden, was zusammengesetzt ist, nicht,
was nicht zusammengesetzt ist. Nicht zusammengesetzt ist, was
sich immer gleich bleibt; was sich stets verändert, ist zusammen-
gesetzt. Zur ersten Klasse gehören die Ideen, zur zweiten die
ın die Erscheinung tretenden Dinge; jene werden mit dem
Geiste, diese mit den Sinnen erfalst. Das Unveränderliche ist
auch unsichtbar, das Veränderliche sichtbar; dem ersteren ist
die Seele verwandt, dem letzteren der Körper. Da das Objekt
der rein geistigen Thätigkeit das ewig Unveränderliche, das
Objekt der sinnlichen Wahrnehmung das Veränderliche ist, 80
ist auch in dieser Hinsicht die Seele den Ideen, der Körper
den Dingen verwandt. Schlielslich wird die Verwandtschaft
2 c. XVIU—XXII. We XXI, 8) 6. XXIV. 2. Der ganze Verlauf
des Beweises ist in den Worten skizziert: οὐκοῦν τοιόνδε τι δεῖ ἡμᾶς
ἐρέσϑαι ἑαυτούς, τῷ ποίῳ τινὶ ἄρα mgoonxsı τοῦτο τὸ πάϑος πάσχει»
τοῦ διασκεδαννυσϑαι καὶ ὑπὲρ τοῦ ποίου τινὸς δεδιέναι, un παϑὴ
αὐτό, καὶ τῷ ποίῳ τινὶ οὔ; καὶ μετὰ τοῦτο αὖ ἐπισκέψασθαι, πότερον
ἢ ψυχή ἔστιν, καὶ ἐκ τούτων ϑαρρεῖν ἢ δεδιέναι ὑπὲρ τῆς ἡμετέρας
φυχήῆξι 88). 00 N 9 της nu
EINLEITUNG. 7
der Seele mit dem Ewigen und Göttlichen auch dadurch er-
wiesen, dals ihr die Herrschaft im Menschen zukommt, während
der Körper zu dienen hat.'
Gemäls dieser Verwandtschaft ist der Körper der Zerstö-
rung unterworfen, die Seele nicht. Wenn nun aber schon der
Körper, namentlich einige Teile desselben, der Zerstörung
lange widersteht, um wie viel mehr die Seele, zumal sie sich
schon im Leben von der Berührung mit dem Körper möglichst
frei gemacht hat. Eine Seele freilich, die sich vom Körper
nicht losgemacht hat, wird noch auf Erden zurückgehalten und
tritt in neue Körper ein. Ja, es ist wahrscheinlich, dafs die
Seelen, je nach den verschiedenen Leidenschaften und Rich-
tungen der Sinnlichkeit, die sie beherrschten, in entsprechende
Tierleiber übergehen. In die Gemeinschaft der Götter aber ge-
langen hiernach nur die Philosophen und, um dies zu können,
enthalten sie sich der sinnlichen Vergnügungen. Deshalb ist
es die Sache derselben ihre Seele so sehr, wie möglich, von den
Fesseln des Körpers frei zu machen, zumal sie einsehen, dafs
sie nichts Rechtes erkennt, wenn sie sich der Sinne dabei be-
dient und dals sie, wenn sie sich den körperlichen Erregungen
überläfst, den Malsstab für die Wahrheit verliert und immer
mehr dem Ewigen entfremdet wird. Durch das Ringen nach
Wahrheit aber bereitet sich der Philosoph am besten für das
Leben nach dem Tode vor.?)
D. Die Einwürfe des Kebes und Simmias.
ce. XXV—XL.
Simmias und Kebes geben zu erkennen, dafs sie Bedenken
egen das bisher Erörterte haben. Sokrates fordert sie auf
ieselben offen auszusprechen. 5) |
Simmias vergleicht die Seele der Harmonie. Auch diese
ist, während das musikalische Instrument, mit dem sie hervor-
gebracht wird, etwas Körperliches, Zusammengesetztes, Ver-
Bängliches ist, etwas Unkörperliches, Unsichtbares, Göttliches,
ört aber doch auf, wenn das Instrument zerstört wırd. Ebenso
könnte ja wohl auch die Seele das Resultat körperlicher Funk-
tionen sein und folglich schliefslich mit ihm aufhören. ἢ)
Kebes will zwar die Präexistenz der Seele zugeben, auch
will er ihr eine längere Dauer einräumen, als dem Körper,
'rotzdem aber nicht Unsterblichkeit. Die Seele könne zwar
lie Fähigkeit haben sich oft mit neuen Leibern zu umkleiden,
ıber schliefslich könne diese Fähigkeit doch einmal aufhören.
Dieser Zeitpunkt aber würde ihr Ende bezeichnen. ὅ)
Diese Einwendungen machen auf alle Anwesenden einen
1) ο. XXV—XXVII 2 c.XXIX—XXXIV, 3) c.XXXV. 4 c.XXXVL.
) 6. XXXVI.
8 > EINLEITUNG,
peinlichen Eindruck aufser auf Sokrates, dessen Gleichmut
durch dieselben auf keine Weise erschüttert wird. Er nimmt
vielmehr aus dieser Situation Veranlassung seine Schüler vor
Misologie zu warnen, welche, wie die Misanthropie aus Un-
kenntnis und Überschätzung der Menschen, so aus einem über-
mälsigen und ungerechtfertigten Vertrauen auf die menschliche
Weisheit hervorgehe. Milstrauen dürfe man nicht gegen die
Wahrheit selbst hegen, sondern nur gegen die eigene Kraft,
und wesentlicher sei es sich selbst eine feste Überzeugung zu
verschaffen, als mit seiner Weisheit vor anderen zu prunken.?)
E. Widerlegung des Simmias. c. XLI—XLMN.
1. Wer die Präexistenz der Seele zugiebt, kann sie insofern
nicht mit einer Harmonie vergleichen, als diese vor dem Instru-
ment, mit dem sie hervorgebracht wird, nicht vorhanden ist. Da
nun die Vergleichung der Seele mit einer Harmonie nur eine
gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hat, dagegen die Lehre von
der Präexistenz der Seele auf einer festeren Grundlage zu beruhen
scheint, so will Simmias seine Vergleichung fallen lassen. 2)
2. Während die Harmonie je nach der gröfseren oder ge-
ringeren Stimmung ihrer Teile selbst mehr oder weniger Har-
monie ist, ist dagegen eine Seele nie mehr oder weniger Seele,
als die andere. Da nun aber der einen Seele Verstand und
Tugend, der anderen Unverstand und Schlechtigkeit zukommt
und man jenes Harmonie, dieses Disharmonie nennen kann, 80
mu/[s nach dem Satze, dals eine Seele nicht mehr noch minder
Seele sein kann, als die andere, eine Seele auch nicht mehr
noch minder Anteil an jener moralischen Harmonie und Dis-
harmonie haben können, als die andere; alle Seelen müssen
also in moralischer Hinsicht gleich sein. Ja noch mehr, da
in strengen Sinne des Wortes jede Harmonie frei von aller
Disharmonie sein muls, so wird auch jede Seele als Harmonie
frei von aller moralischen Disharmonie sein; folglich müssen
alle Seelen gut und tugendhaft sein.?)
3. Die Harmonie als das durch die Teile Bestimmte folgt
diesen, wohin sie führen, und tritt nie in Widerstreit mit ihnen.
Die Seele aber gebietet umgekehrt dem Leibe und tritt ihm
oft und vielfach feindlich entgegen. Sie kann also, wie über-
haupt keine Harmonie, so insbesondere auch keine Harmonie
des Leibes sein. ®)
F. Widerlegung des Kebes. c. XLIV—LVL
Rekapitulation der Ansicht des Kebes. Die Seele, meinte
er, könne ja viele Körper überdauern, aber man sei nie sicher,
ob der Körper, in dem sie eben sei, nicht ihr letzter sei.°)
1) e. XXXVII— XL. 3) c. ΧΙ]. 3) 6. XLII. *) c. XLIH. 5). ὁ. ΧΩ.
EINLEITUNG. 9
Die Behandlung dieses Einwurfes erfordert eine nähere
Untersuchung über die Gründe des Entstehens und Vergehens
überhaupt. Um den rechten Ausgangspunkt dafür zu gewinnen,
legt Sokrates dar, welchen Entwicklungsgang er selbst als Philo-
soph genommen habe. Als Jüngling sei er ein grofser Be-
wunderer der Naturphilosophie gewesen und habe in den natür-
lichen Dingen selbst den Grund aller Erscheinungen zu finden
gemeint. Dabei seien ihm so erhebliche Zweifel aufgestiegen,
dals er schlielslich geglaubt habe, von keinem Dinge mehr
Grund und Ursache zu wissen. Da sei ihm ein Buch des Anaxa-
goras in die Hände gefallen, in welchem gelehrt war, die Ver-
nunft habe alles geordnet. Dies habe die Hoffnung in ihm
erweckt, aus ihm die Ursache der Dinge zu erfahren. Denn
wo die Vernunft herrsche, da müsse sich doch alles auf die
Zweckmälsigkeit als den letzten Grund, aus dem sich seine
Einrichtung erkläre, zurückführen lassen. Leider aber habe
sich Anaxagoras dieses schönen Prinzipes nicht bedient, um
die Entstehung aller Dinge zu erklären, sondern vielmehr in
dieser Beziehung sich ganz an die frühere mechanische Welt-
anschauung angeschlossen.!)
Hiernach schlug Sokrates einen anderen Weg der Erklä-
rung ein. Er hielt sich dabei nicht an die Dinge selbst, son-
dern an die denselben zu Grunde liegenden Begriffe oder Ideen.
Demgemäls kommt jedem Dinge sein Name zu wegen der Teil-
nahme an dem Begriffe, der durch denselben ausgedrückt ist.
Schön ist etwas, weil es am Begriffe des Schönen Anteil hat,
grofs, weil es am Begriffe der Grölse Anteil hat. Jeder an-
dere von einem Merkmale hergeleitete Grund, z. B. schön ist
etwas wegen seiner Farbe, bringt Verwirrung hervor. Nun
könnte es scheinen, als ob einem Gegenstande zwei entgegen-
gesetzte Begriffe zukommen könnten. Man kann einen Menschen
ım Verhältnis zu jemandem klein, im Verhältnis zu einem
anderen grols nennen. Allein in diesem Falle handelt es sich
nicht um absolute, sondern um relative Grölse. Ein Begriff
duldet nie zugleich den ihm entgegengesetzten an sich, sondern,
wenn ihm der entgegengesetzte naht, weicht er entweder dem-
selben oder erliegt. Diesem Satze widerspricht nicht die frühere
Behauptung, dafs alles, was ein Gegenteil hat, aus dem-
selben entsteht, da derselbe nur von Zuständen gilt, die aus
einander hervorgehen, nicht von Begriffen, die einander aus-
schliefsen. Was aber von den entgegengesetzten Begriffen gilt,
das gilt auch von den Gegenständen, die einen derselben als
ein ihnen wesentlich zukommendes Prädikat an sich haben;
auch sie dulden den andern diesem entgegengesetzten Begriff
nicht an sich, sondern gehen fort, wenn er naht. So kommt
1) c. XLV—XLVI.
10 EINLEITUNG.
dem Schnee nur der Begriff kalt zu; naht ihm das Warme, so
bleibt er nicht mehr Schnee. Man kann diese Gegenstände als
solche definieren, deren Begriff allem, was er in seine Sphäre
zieht, nicht nur sich selbst als den ihm zukommenden Begrift,
sondern auch noch einen von zwei entgegengesetzten Begriffen
zuführt. So bringt die Drei allem, was sie in ihre Sphäre
zieht, nicht nur ihren Begriff, sondern aufserdem noch den
Begriff des Ungeraden zu.!
Hiernaeh wird es zur Angabe dessen, wodurch etwas ent
steht, nicht immer des allgemeinen Begriffes bedürfen, nach
dem es benannt ist, sondern man wird auch den speziellen
Gegenstand nennen können, der jenen Begriff als wesentliches
Prädikat an sich trägt, und dadurch den Grund des Entstehens
noch genauer bestimmen können. So wird etwas warm nicht
nur dadurch, dafs es an dem Begriff Wärme, sondern auch da-
durch, dals es am Feuer teilnimmt. Ebenso kann man auch
als den Grund, wodurch etwas lebendig wird, statt des Lebens
enauer die Seele nennen, da dieselbe allem, was sie ergreift,
Leben zuführt. Nun ist aber dem Leben der Tod entgegen-
esetzt. Die Seele wird also, da ihr als wesentliches Prädikat
Teben zukommt, den Tod nicht an sich dulden können. Will
man nun solche Gegenstände nach der Eigenschaft, vermöge
welcher sie von zwei entgegemgesetzten Begriffen nur einen an
sich. dulden, den andern ausschlieisen, benennen, so giebt man
dem ausgeschlossenen Begriffe das Zeichen der Negation. Was
den Begriff ϑερμὸν nicht an sich duldet, heifst ἄϑερμον, was
den Begriff des ἄρτιον nicht duldet, ἀνάρτιον. Sonach heilst,
was den Begriff ϑάνατος nicht an sich duldet, ἀϑάνατον. Alle
eine solche Benennung zulassende Gegenstände werden, wenn
das Gegenteil von dem in dieser Benennung aus
Begriffe sich ihnen naht, entweder untergehen oder weichen.
Während nun alles andere der Art nichts an sich hat, was 68
vor dem Untergange sicherte, muls dies beim ἀϑάνατον der
Fall sein; denn was den Tod nicht zuläfst, ist unsterblich und
als solches unvergänglich. Während sonach alle übrigen so
prädizierten Gegenstände bei der Annäherung des Gegenteiles
untergehen können, wird die Seele bei der Annäherung des
ihrigen, des Todes, nur weichen und davon gehn. Sie ist also
unsterblich und unvergänglich.?)
G. Schlufs ὁ. LVII—LXVI.
1. Das Leben nach dem Tode. Jeder Gestorbene wird von
seinem Dämon an die Stätte des Gerichtes geführt. Von der
Beschaffenheit, welche da seine Seele zeigt, hängt sein weiteres
Los 80.)
1) c. XLVIU—LII. ®) ὁ. LIV—LVI. 3) 6. LVIL
EINLEITUNG. 11
Schilderung der Orte, an denen sich die Gestorbenen auf-
halten. Die obere Erde liegt hoch über der von uns bewohnten;
sie beginnt da, wo unsere Atmosphäre aufhört und der reine
Ather anfängt. In ihr ist alles das in vollkommenem Zustande
vorhanden, was bei uns verdorben und unvollkommen ist. Für
die untere Erde sind besonders charakteristisch ungeheuere
Schlünde und Sigöme voll Wasser, Schlamm und Feuer. Der
grölste Schlund ist der Tartaros mit dem Urwasser, aus dem
alle Ströme der Unterwelt entspringen. Unter diesen sind die
gröfsten der Okeanos, der Acheron mit dem acherusischen
See, der Pyriphlegethon und der Kokytos. Wer nun mittel-
mälsig gelebt hat, bülst erst seine Schuld und erhält dann
seinen Lohn am acherusischen See. Von den sehr Schlechten
werden die Unheilbaren in den Tartaros gestürzt, die Heilbaren
kommen nach einem Aufenthalte im Tartaros, wenn sie von
denen, an denen sie sich versündigt hatten, Verzeihung erlangt
haben, an den acherusischen See. Die sehr Guten, insbesondere
die Philosophen, erhalten ihren Wohnsitz auf der oberen Erde. ἢ
Hieraus ergiebt sich, dafs man sich im Leben Tugend un
Weisheit so sehr, als nur möglich, aneignen, von den Ein-
wirkungen des Körpers aber frei erhalten mufs. ?)
2. Erzählung von den letzten Gesprächen und Schick-
salen des Sokrates. ?)
II. Zweck des Dialoges.
Eine Andeutung über den Zweck des Gespräches könnte
man im Titel desselben finden. Von Platon selbst rührt nur
die Überschrift Φαίδων her. Diese Benennung nach einer Per-
son erinnert an die Titel der griechischen gödien und ist
jedenfalls mit Rücksicht auf die dramatische Form des Werkes
gewählt. Dagegen wird der Zusatz 7 περὶ ψυχῆς späteren
Ursprungs sein. Wenn damit der hauptsächliche Inhalt des
Dialoges angegeben werden soll, so ist diese Bestimmung viel
zu weit; denn selbstverständlich ist nur von den Eigenschaften
ler Seele die Rede, die mit der Unsterblichkeitslehre im Zu-
sammenhang stehen. Die Bezeichnung ἠϑυκός endlich, die meist
lem Titel noch angehängt ist, weist auf die Kategorie hin, in
welche spätere Gelehrte den Dialog verwiesen.
Schon aus der Inhaltsübersicht ergiebt sich, dals weitaus
ler grölste Teil des Dialoges der Lehre von der Unsterblich-
[οἱ der Seele gewidmet ist und alles, was aufser derselben
ıoch berührt ist, eine sekundäre Bedeutung hat. Zudem wird
lieses Thema mit einer alle Zweifel ausschlielsenden Bestimmt-
weit in den Worten hingestellt: ὡς ἔστι re ἡ ψυχὴ anode-
1) c. LVIN—LXIH. ὃ c. LXIV. 8) c. LXV—LXVIl.
12 EINLEITUNG,
vovrog τοῦ ἀνθρώπου καί τινα δύναμιν ἔχει καὶ φρόνησιν,
dafs die Seele nach dem Tode des Menschen fortexistiert und
eine gewisse Kraft und Einsicht besitzt.!) Platon will also
die Unsterblichkeit der Seele beweisen oder genauer das mit
Selbstbewulstsein verbundene Fortleben jeder Einzelseele, also
die individuelle Unsterblichkeit.
Fragt man nun nach den Beweisen für die Unsterblichkeit
selbst, so könnte es nach der gegebenen Üßersicht über den
Gang des Gespräches scheinen, als ob Platon überhaupt nur
zwei habe geben wollen. Allein die zweite Hälfte des Dialogs,
die scheinbar nur abwehrender Natur ist, enthält unverkennbar
in dem, was zur Bekämpfung des Kebes gesagt ist, noch einen
selbständigen Beweis und zwar nach Platons Auffassung jeden-
falls einen sehr entscheidenden.
Der erste Beweis hat zu seiner Voraussetzung das Natur-
esetz, wonach das Eintgegengesetzte aus einander entsteht.
ieser Satz hatte namentlich seit Herakleitos in der Philosophie
Geltung. Vermittelst desselben gelangt man freilich nur zu
dem Resultate, dafs die Seele nach dem Tode nicht aufhöre
zu existieren; über die Art des Weiterexistierens ist auf diesem
Wege nichts zu erfahren. Die Seele könnte sich hiernach nach
dem Tode auch in einem Zustande völliger Bewulstlosigkeit
befinden. Um diese Lücke auszufüllen, wird der Satz aus der
Platonischen Ideenlehre dazu genommen, dals alles Wissen auf
Wiedererinnerung beruhe. Daraus läfst sich auf eine bewulste,
selbständige Existenz der Seele vor ihrer Verbindung mit dem
Körper schliefsen. Diese beiden Elemente ergeben nun folgen-
den Beweis: aus dem allgemeinen Naturgesetze des Werdens
ergiebt sich, dals der Zustand der Seele nach dem leiblichen
Leben demjenigen gleichartig ist, der dem leiblichen Leben
vorausgegangen ist; gemäls der Ideenlehre ist der Zustand der
Seele vor ihrer Verbindung mit dem Körper ein Leben in der
Anschauung der Ideen; also ergiebt sich das Gleiche auch für
den Zustand der Seele nach dem Tode.
Der zweite Beweis hat zur Voraussetzung den schon von
vorsokratischen Philosophen aufgestellten Satz, dafs Ahnliches
nur von Ähnlichem erkannt werden kann, dafs das erkennende
Subjekt und das erkannte Objekt gleichartig sind. Dazu
kommt der aus der Platonischen Ideenlehre entnommene Grund-
satz, dals die menschliche Seele befähigt ist das Ewige und
Unveränderliche, die Idee, zu erkennen. Aus beiden Sätzen
zusammen folgt, dafs die Seele eben so ewig sein muls, wie
die Ideen, die sie erkennt. Dieser Beweis enthält alle wesent-
lichen Elemente des noch heute geltenden so genannten mets-
physischen Beweises für die Unsterblichkeit der Seele.
1) p. 70B.
EINLEITUNG. 13
Der dritte Beweis!) basiert fast vollständig auf Jen logi-
schen Konsequenzen der Ideenlehre. Nach dem Grundsatze des
unmittelbaren Widerspruches, wonach keine Idee die ihr ent-
gegengesetzte aufnehmen kann, und des mittelbaren Wider-
spruches, wonach auch Einzeldinge, in deren Wesen notwendig
das eine Glied des Gegensatzes liegt, dem andern Gliede des
Gegensatzes unzugänglich sind, schliefst die Seele, die not-
wendig mit der Idee des Lebens verbunden ist, die dieser Idee
entgegengesetzte, den Tod, aus d. h. sie ist unsterblich und,
da es eine andere Vernichtung des Lebens nicht giebt, als durch
den Tod, so ist sie der Möglichkeit des Unterganges enthoben.
Zur Voraussetzung hat dieser Beweis nur noch die Identität
von Seele und Leben, die Platon aber kaum als solche aufge-
fafst haben wird, da sie in der griechischen Denk- und Sprech-
weise überhaupt begründet war.
Allen diesen Beweisen für die Unsterblichkeit der Seele
ist das Moment charakteristisch, das überhaupt im Mittelpunkt
der spezifisch Platonischen Anschauungsweise steht, die Lehre
von den Ideen. Seine Unsterblichkeitslehre kann somit als die
logische Konsequenz seiner Ideenlehre gelten. Man kann nicht
sagen, dafs Platon sich dieses Zusammenhanges nicht völlig
bewulst gewesen sei. Am Ende des dritten Beweises, also der
Beweisführung überhaupt, äufsert er, dafs alles darauf ankomme,
die πρῶται ὑποϑέσεις des Unsterblichkeitsglaubens zu stützen. 2)
Damit kann er nichts Anderes gemeint haben als die Ideenlehre.
Wenn nun auch sonach die Beweise für die Unsterblich-
keit der Seele den Hauptinhalt des Phädon bilden, so sind
doch alle übrigen Erörterungen in diesem Dialoge, die meist
ethischer Natur sind, nicht ein mülsiges Beiwerk, sondern
stehen mit dem Hauptinhalte in organischem Zusammenbhange.
Hieher gehört zunächst die den Eingang des Dialoges
bildende Behandlung des Satzes von der Sehnsucht des Philo-
sophen zu sterben.°) Das Streben des Weisen sich über die
beengenden Schranken der Verbindung mit dem Leibe zu er-
heben hat die Überzeugung von der Ewigkeit und Selbständig-
keit der Seele zu, seiner Voraussetzung. Diese Betrachtung
giebt also überhaupt den Anlafs zur Beweisführung.
Die zweite ethische Betrachtung 4) schlielst sich als Folge-
rung an die zwei ersten Beweise an. Da die Seele die Nach-
wirkung des irdischen Lebens bewahrt, so wird nur die Seele
dessen, der schon im irdischen Leben ausschliefslich der Er-
kenntnis des Ewigen hingegeben war, durch den Tod zu völliger
Reinheit und Freiheit erhoben.
Die dritte Betrachtung) folgt auf den letzten Beweis. Da
1) c. XLVII—LVL 2) p.107B. ®9)c. V—XII. 9). c. XXIX—XXXIV.
) ec. 1001.
14 EINLEITUNG.
die Seele unsterblich ist, so bedarf sie der sittlichen Pflege;
denn nach der verschiedenen ihr gewordenen Pflege ist ihr
Geschick nach dem Tode verschieden. Auch von der auf diese
Betrachtung folgenden Schilderung der Aufenthaltsorte der Seele
nach dem Tode leuchtet die ethische TTendenz von selbst ein.
Aufser diesen drei Stellen ethischen Gehaltes sind noch
zwei zu beachten, die mit dem dritten Beweise für die Un-
sterblichkeit im engsten Zusammenhange stehen und mehr
wissenschaftlicher Art sind. Zunächst wird die von Simmias
vertretene, weit verbreitete Ansicht widerlegt, wonach die Seele
das einheitliche Lebensprinzip des Körpers, also völlig von ihm
abhängig ist.!) Dieser Abschnitt kann doch keine andere
Tendenz haben, als die unbedingte Selbständigkeit des Seelen-
wesens, welche die hauptsächliche Voraussetzung des dritten
Beweises bildet, in das hellste Licht zu stellen.
Nicht ıninder beachtenswert ist schliefslich die Stelle, in
welcher Sokrates den Weg darlegt, auf welchem er zur Ab-
lehnung der ihm vorausgegangenen Naturphilosophie und zur
Begründung der ihm eigenen philosophischen Überzeugung
gelangt ist.?) Diese Erörterung hat jedenfalls den Zweck, die
Berechtigung der Ideenlehre historisch zu erweisen und sie als
die zur Zeit befriedigendste Philosophie darzustellen. Man hat
estritten, ob darin der Entwicklungsgang des historischen
Sokrates oder unter dessen Person der Entwicklungsgang des
Platon dargelegt sei. Der Kern der Sache wird wohl der sein,
dals Platon in den Hauptumrissen die Gründe angiebt, welche
von der Naturphilosophie zur Begriffsphilosophie geführt haben.
Da diese Gründe im wesentlichen dem Platon mit dem Sokrates
emein sind, so konnte sie Sokrates recht wohl als die seinigen
arstellen. Da aber Platon in der Lehre von der Realität der
Ideen über Sokrates hinausgeht, so wird speziell der Teil, in
dem er dies thut, wohl als eine subjektive Begründung seiner
Ideenlehre anzusehen sein.
IV. Die Personen des Gespräches.
Der Träger des Gespräches, der Mittelpunkt der ganzen
Darstellung ist Sokrates. An ihm zeigen sich alle die Züge,
die den Weisen ausmachen, nicht mehr in der Schärfe, wie ım
früheren Leben, sonderu in einem durch die Nähe des Todes
emilderten Lichte. Am meisten ist sein Gleichmut und seine
Seelenruhe bewundernswürdig. Den letzten Tag seines Lebens
verbringt er wie die früheren im philosophischen Gespräche
mit seinen Freunden und ist offenbar bemüht jede Störung und
Unterbrechung desselben zu verhüten. Er schickt deshalb Frau
1) ς, XLI—XLII. 3) ce. XLV—XLVI.
EINLEITUNG, 15
und Kinder weg, die sich für diese Art der Unterhaltung nicht
eignen; er hört nicht auf die Mahnungen des Nachrichters,
der deshalb von vielem Sprechen abmahnt, weil die innere
Erregung, die dadurch bewirkt werde, der raschen Wirkung
des Giftes Eintrag thue. Auch was er sonst vornimmt, zeugt
von derselbeh Ruhe des Gemütes; so die Anordnungen in
betreff seiner Kinder und des Begräbnisses. Ja, er badet sich
noch, um den Frauen durch dieses Geschäft nicht Mühe zu
machen. Schliefslich trinkt er den Giftbecher ohne irgend ein
Zeichen von Aufregung und richtet die Freunde, die bei diesem
Anblick ihren Schmerz nicht mehr bemeistern können, durch
seinen Zuspruch wieder auf.
Aufser dieser Standhaftigkeit zeigt Sokrates die grölste
Frömmigkeit. In den Träumen sieht er nach den Anschauungen
seiner Zeit und seines Volkes göttliche Winke, Wie ängstlich
er bestrebt ist diese zu befolgen, ergiebt sich zunächst daraus,
dals er sogar Dinge, welche die Götter befohlen haben könnten,
wahrscheinlich aber gar nicht befohlen hatten, zu thun be-
flissen ist. Noch mehr Zeichen dieser Frömmigkeit giebt er
in den letzten Augenblicken seines Lebens. Er fragt, ob er
den Göttern von em letzten Trunke, den er zu nehmen im
Begriff ist, libieren dürfe, und da ihm das nicht erlaubt ist,
betet er wenigstens um glückliche Übersiedelung. Sein letzter
Auftrag ist dem Gotte der Genesung ein Opfer zu bringen.
Zum Leiter des Gespräches aber eignet sich Sokrates vor-
züglich durch die Überlegenheit seines Geistes und seine Fertig-
keit im Disputieren. Er weils dem Gespräch immer eine solche
Wendung zu geben, dals es auch zu einem Resultate führt.
Trotzdem überhebt er sich in keiner Weise über seine Mit-
unterredner, sondern geht mit der gröfsten Liebenswürdigkeit
und Geduld auf ihre Bedenken ein. Dabei steht ihm sein
schlagfertiger Witz, seine feine Ironie immer zu Gebote und
giebt allem, was er sagt, ein individuelles Gepräge.
Fragt man, inwiefern das Bild, das Platon im Phädon von
Sokrates entworfen hat, der historischen Persönlichkeit desselben
entspricht, so läfst sich wohl annehmen, dafs die Zeichnung
seines Charakters und die Schilderung seines Verhaltens am
letzten Lebenstage im ganzen der Wirklichkeit entsprochen
habe, wenn auch nicht zu verkennen ist, dafs Platon dieses
Bild in einer Weise vertieft und idealisiert hat, dals es ihm
zur Darstellung des sterbenden Weisen überhaupt wurde. Von
den "Theorien aber, die dem Sokrates im Phädon in den Mund
gelegt werden, mag ihm selbst sehr wenig, dem Platon so ziem-
lich alles angehört haben. Denn wenn Sokrates auch an die
Unsterblichkeit der Seele glaubte, so lag ihm doch eine philo-
;ophische Begründung derselben, wie sie Platon giebt, völlig fern.
Aulser dem Sokrates lernen wir im Phädon noch seine
16 EINLEITUNG.
Frau Xanthippe und seine Kinder kennen. Sein ältester, schon
erwachsener Sohn hiefs Lamprokles, die beiden jüngeren So-
phroniskos und Menexenos. Sokrates entläfst sie am Morgen;
egen Abend nimmt er aufserhalb der eigentlichen Scene von
Ihnen Abschied. Er fürchtet offenbar Ausbrüche heftigen
Schmerzes und will dieselben abwenden.
So kommt es, dals am Todestage selbst um den Sokrates
nur Schüler und Anhänger versammelt sind.: Unter diesen be-
teiligen sich am eigentlichen wissenschaftlichen Gespräche fast
ausschlielslich Simmias und Kebes.
Beide waren noch jung und stammten aus Theben. Dort
hatten sie Gelegenheit gefunden den berühmten Pythagoreer
Philolaos zu hören. Dann hatten sie sich nach Athen begeben,
um sich dem Sokrates anzuschliefsen. Wie sehr sie demselben
anhingen, zeigt der Umstand, dafs sie bereit waren ihr ganzes
Vermögen zu opfern, um ihn zu retten. Ihre philosophische
Bildung, wie die Schärfe ihres Geistes überhaupt zeigen sie
namentlich darin, dafs sie dem Sokrates sehr bedeutungsvolle
Einwürfe machen. Ihr Zusammenhang mit den Pythagoreern
aber, die sich um eine philosophische Begründung des Un-
sterblichkeitsglaubens sehr verdient gemacht hatten, läfst sie
am geeignetsten erscheinen in einem Gespräche über denselben
eine Rolle zu spielen.
Kebes wird von seinem Freunde Simmias selbst als sehr
stark im Zweifeln und Disputieren geschildert. Deshalb geht
er nur langsam und schwer auf fremde Anschauungen ein und
ist sehr darauf aus, die schwachen Seiten derselben ausfindig
zu machen und zu bekämpfen. Er soll drei Dialoge geschrieben
haben, von denen einer den Titel πέναξ führte. Doch ist e
wenig wahrscheinlich, dals derselbe identisch ist mit der Κέβητος
πίναξ, die auf uns gekommen ist.
Kaum minder scharfsinnig zeigt sich des Kebes Freund
‘ Simmias. Er soll dreiundzwanzig Dialoge hinterlassen haber,
die aber nieht mehr existieren.
Von einer ganz anderen Seite zeigt sich des Sokrates
treuester Freund Kriton, zugleich sein Alters- und Gaugenosse.
Derselbe beteiligt sich nicht am philosophischen Gespräche;
ja, er zeigt so wenig Verständnis für die Anschauungen des
Sokrates, dals dieser ihm noch am Schlusse des Dialoges einen
leisen Tadel erteilt. Offenbar war es also nicht die phile-
sophische, sondern die .rein menschliche Seite am Sokrates, die
ihn zum treuesten Anhänger desselben machte. In diesem Sinne
greift er denn auch überall ins Gespräch ein. Alles, was eine
geschäftliche Seite hat, bespricht Sokrates mit. Kriton. Dieser
fragt ihn nach seinem letzten Willen, er begleitet ihn zum
"Bade und ist allein zugegen, als er von Frau und Kindern
Abschied nimmt. Ihm giebt Sokrates den letzten Auftrag; er
EINLEITUNG. 17
drückt dem Bestorbenen Freund Mund und Augen zu. Einer
von seinen Dienern bringt Xanthippe mit ihren Kindern nach
Hause, ein anderer holt, als es Zeit ist, den Nachrichter.
Ein überaus enthusiastischer Verehrer des Sokrates ist auch
Apollodoros aus Phaleron, der allerdings nirgends ins Gespräch
eingreift. Seine leidenschaftliche Heftigkeit äufsert sich in
reichlichen Thränen und bricht unaufhaltsam hervor, wie er
sieht, dals Sokrates das Gift trinkt, so dafs er das Mitleid
aller Anwesenden erregt. Zu seiner aulserordentlichen Anhäng-
lichkeit an seinen Meister palst die Erzählung nicht schlecht,
er habe ihm noch schöne Sterbegewänder gebracht.
Von den übrigen anwesenden Freunden des Sokrates spielte
keiner eine hervorragende Rolle; sie waren teils aus Athen,
teils aus anderen Städten herbeigekommen.
Von den Athenern werden genannt Kritobulos, Hermo-
Penen, Epigenes, Aschines, Antisthenes, Ktesippos, Menexenos,
itobulos gehört offenbar schon wegen seines Vaters Kriton in
diesen Kreis. Von Epigenes wissen wir nur, dals er der Sohn
des Antiphon aus Kephisia war. Aschines heilst der Sohn des
Lysanias und soll sieben Dialoge geschrieben haben. Hermo-
genes teilte mit Sokrates das Los der Armut, obgleich sowohl
sein Vater Hipponikos, wie sein Bruder Kritias sehr reich
waren. Den Namen des vornehmen Menexenos trägt ein Pla-
tonischer Dialog, dessen Echtheit vielfach angezweifelt wird.
Sein Vetter war Ktesippos aus Päania. Antisthenes war der
Gründer der kynischen Schule.
Einige Schüler des Sokrates waren aus benachbarten Städten
herbeigekommen, um bei seinem Tode zugegen zu sein. So
aus Megara Terpsion, der auch im Theätetos erwähnt wird, und
Eukleides, der nachmals das Haupt der megarischen Schule
war. Aus Theben war mit Simmias und Kebes auch Phädonides
gekommen, von dem wir sonst nichts wissen.
Nicht ohne Tadel geschieht des Aristippos und Kleombrotos
Erwähnung, die sich, wie es hiels, zu der Zeit, wo Sokrates
starb, auf Agina aufhielten. Offenbar hatte man erwartet,
dals sie nach Athen eilen würden, um die letzten Stunden mit
ihrem Lehrer zu verleben. Aristippos war bekanntlich der Be-
gründer der kyrenaischen Schule. Vom Kleombrotos erzählt
man, er habe sich, nachdem er den Platonischen Phädon ge-
lesen, ins Meer gestürzt.
V. Die Abfassungszeit des Phädon.
Man ist so gewöhnt, sich die Apologie, den Kriton und
Phädon als die drei Dialoge, die das Ende des Sokrates ver-
herrlichen, zu einem Ganzen vereinigt zu denken, dafs es nicht
Wunder nehmen kann, wenn diese Vorstellung auch einen Ein-
Par. PHARD. 2
18 EINLEITUNG.
flußs auf das Urteil über die Abfassungszeit ausübte. Man .
fand, dafs das Bild des Sokrates in diesen drei Schriften ein
so übereinstimmendes und ‚zugleich von solcher Lebendigkeit
und Anschaulichkeit sei, es unmittelbar nach den er-
schütternden Eindrücken, die der Tod des Sokrates hervor-
brachte ‚ fixiert sein mufste. " hat
fs dieses Argument wenig zwingende Kraft ‚5
auf der Hand. Sollte es dem Platon nicht auch in len
Jahren noch möglich gewesen sein sich das Bild des sterben-
den Sokrates so zu vergegenwärtigen, wie er es im Phädon
dargestellt hat? Ja, weist nicht vielmehr die ideale Buhe,
durch die sich dieses Gespräch vor der Apologie und dem
Kriton auszeichnet, darauf hin, dafs eine gewisse Zeit ver-
gangen sein mulste, ehe Platon zu diesem Standpunkte sich
erheben konnte? Zudem ist ja das Bild des Meisters nie aus
des Schülers Seele gewichen und in mehr als einem Gespräche,
das entschieden der späteren Zeit angehört, tritt die Dersön.
uchkeit des Sokrates ebenso ausgeprägt uns entgegen, wie im
hädon.
Was aber in dieser Frage den Ausschlag giebt, ist der
Umstand, dafs der wissenschaftliche Gehalt des Dialoges eine
höhere Entwicklungsstufe und somit ein späteres Lebensalter
des Verfassers zur notwendigen Voraussetzung hat. Zunächst
weist darauf die in einem Gespräche über die Unsterblichkeit
so selbstverständliche Berücksichtigung der Pythagoreer hin.
Auf diese ist zurückzuführen, was wır lesen vom Leibe als
dem Gefängnisse der Seele, von der Reini der Seele, von
der Metempsychose, von der Seele als einer Harmonie. Und
nicht blols Pythagoreische Lehren, auch Vertreter derselben
werden uns in Echekrates, Simmias und Kebes vorgeführt. Nun
mag gern zugegeben werden, dafs Platon auch als jüngerer
Mann in Athen die Pythagoreische Lehre kennen lernen konnte,
aber allgemein wird angenommen, dafs er eine so gründliche
Kenntnis derselben, wie sie im Phädon zu Tage tritt, sach
erst während seines Aufenthaltes in Unteritalien angeeignet
habe, wo er sich auch die Bücher des Philolaos verschafft
haben soll.
Ein zweites noch wichtigeres Moment ist der Umstand,
dals im Phädon die dem Platon eigentümliche Ideenlehre eine
solche Durchbildung und Vollendung zeigt, dafs sie ent-
schieden auf ein späteres Alter desselben hinweist. Von dieser
Lehre findet sich in seinen ersten Werken, die er geschrieben
hat, als er noch unter dem Einflusse des Sokrates stand, keine
Spur. Dafs er sich aber zu diesem höheren und selbständigeren
. Standpunkte erst allmählich emporarbeitete, liegt in der Natur
der Sache. Zu dieser grölseren Reife trugen vor allem seine
Reisen und persönlichen Begegnungen mit den eleatischen,
EINLEITUNG. 19
megarischen und rythagoreischen Philosophen bei. Deshalb
ist es sehr wahrscheinlich, dafs Platon erst nach seiner Rück-
kehr nach Athen wie zu einer festen Gestaltung seiner Ideen-
lehre, so auch speziell der damit aufs innigste zusammen-
hängenden Unsterblichkeitslehre gelangt ist.
Es wird schwer halten eine efähre Zeit anzugeben, in
welcher der Phädon entstanden ist. Eher ist es möglich die Stelle
zu bezeichnen, die er innerhalb der Platonischen Dialoge ein-
nimmt. Den Unsterblichkeitsglauben hat ja Platon in manchem
seiner Werke berührt. Je nach der Stellung, die er in ihnen
zu demselben nimmt, läfst sich wohl sagen, welches Buch vor,
welches nach dem Phädon geschrieben ist.
Bekannt ist, wie schwankend sich Platon noch in der
Apologie über die Unsterblichkeit ausspricht, wie er den Unter-
gang der Seele wenigstens als möglich hinstellt. Im Kriton
redet er vom Örkos, aber so, dals er sich ganz den volkstüm-
lichen Anschauungen anschliefst. Im Menon findet sich zwar
die Lehre vom Wissen als Wiedererinnerung und von der
Präexistenz der Seele, aber nur als Ahnung hingestellt, ohne
jede wissenschaftliche Begründung. Was im Gorgias über das
Totengericht gesagt ist, entfernt sich nicht von den populären
Vorstellungen. Im Politikos ist davon die Rede, dafs die Seelen
in grölseren Zwischenräumen wieder geboren werden, aber nur
im Zusammenhange eines Mythos. Auch was sich im Sym-
posion gelegentlich über die Unsterblichkeitslehre findet, geht
mehr auf eine allgemeine, als auf die individuelle Unsterblich-
keit. Den Anfängen einer philosophischen Begründung der Un-
sterblichkeitslehre begegnet man im Phädros. Dort wird die
Seele als Prinzip der Bewegung genommen und gezeigt, dafs
sie ebenso, wie die Bewegung, ewig sei. Aber aus diesen Erörte-
rungen geht mehr hervor, dafs sie vor diesem Leben schon
existiert hat, als dafs sie nach diesem Leben noch existieren wird.
So andeutungsweise, so an die gewöhnlichen Vorstellungen
sich anschliefsend würde Platon von der Unsterblichkeit der
Seele kaum gesprochen haben, wenn der Phädon vor diesen
Dialogen geschrieben gewesen wäre. Er würde sie dann als
etwas Abgemachtes, Feststehendes behandelt haben. Das ergiebt
sich leicht aus der Art und Weise, wie er in den notorisch
späteren Schriften, wie im Staate und Timäos, die Unsterblich-
keitslehre behandelt. Man merkt dabei sofort, dals er in den-
selben die Erörterungen im Phädon voraussetzt. Citiert er doch
mit den ἄλλοι λόγοι. auf die der Staat (X 611 B) Bezug nimmt,
ganz direkt die im Phädon niedergelegten Untersuchungen.
28
HAATQNOZ
®AIARBN.
Die Personen
1. im einleitenden Gespräch:
EXEKPATHE
DATARN.
2, im erzählten Gespräch:
ἈΠΟΛΛΌΔΩΡΟΣ
ΣΩΚΡΑΤΗΣ
KEBHZ
ZIMMIAZ
KPIT2N
O T2N ENAEKA ὙΠΗΡΈΤΗΣ.
id. Forster.
cap. I. EX. Αὐτός, ὦ Φαίδων, παρεγένου Σωκράτει p. 57
Ed, Stephan. I
ἐχείνῃ τῇ ἡμέρα, ἦἧ τὸ φάρμακον ἔπιεν ἐν τῷ δεσμωτηρίῳ, ἢ
ἄλλον του ἤκουσας;
DAIA. Αὐτός, ὦ Ἐχέκρατες.
EX. Τί οὖν δή ἐστιν ἅττα εἶπεν 6 ἀνὴρ πρὸ τοῦ ϑανά-
του, καὶ πῶς ἐτελεύτα; ἡδέως γὰρ ἂν ἐγὼ ἀκούσαιμι. καὶ
γὰρ οὔτε τῶν πολιτῶν Φλιασίων οὐδεὶς πάνυ τι ἐπιχωριάξει
τὰ νῦν ᾿Αϑήναξε, οὔτε τις ξένος ἀφῖκται χρόνου συχνοῦ ἐκεῖ-
dev, ὅστις ἂν ἡμῖν σαφές τι ἀγγεῖλαι οἷός τ᾽ ἦν περὶ τούτων,
πλήν γε δὴ ὅτι φάρμακον πιὼν ἀποθάνοι" τῶν δὲ ἄλλων
οὐδὲν εἶχεν φράζξειν.
Φ414. Οὐδὲ τὰ περὶ τῆς δίκῃς ἄρα ἐπύϑεσθϑε, ὃν τρό-
πον ἐγένετο;
EX. Νναί, ταῦτα μὲν ἡμῖν ἤγγειλέ τις, καὶ ἐθαυμαάξομέν
1 Αὐτὸς im Gegensatz zu ἄλλου
του, wie 58D καὶ γὰρ τὸ μεμνῆσθαι
Σωκράτους καὶ αὐτὸν λέγοντα καὶ
ἄλλου ἀκούοντα ἔμοιγε ἀεὶ πάντων
ἥδιστον. Vgl.64A. Offenbar liegt
dem Echekrates daran zu konsta-
tieren, dafs Phädon als ein glaub-
würdiger Zeuge für alles das an-
zusehen sei, was sich am Sterbetage
des Sokrates zutrug.
2 τὸ φάρμακον: τὸ κώνειον. Diog.
La. II 88.
5 Τί οὖν δή ἐστιν ἅττα. Eben-
so 58 Ο τί ἦν τὰ λεχϑέντα καὶ
πραχϑέντα; 98 C τέτις φήσει ταῦ-
τὰ ὄντα εἶναι ἐν ταῖς ψυχαῖς τήν
τε ἃ ετὴν καὶ τὴν κακέαν. Dagegen
102 A ἀλλὰ τίνα δὴ ἣν τὰ μετὰ
ταῦτα λεχθέντα:
ὁ ἀνήρ, wie 58E ἁνήρ, steht
ganz im Sinne eines Pronomens.
58 C ziveg οὗ παραγενόμενοι τῶν
ἐπιτηδείων τῷ ἀνδρί; 61 Ο πολλὰ
γὰρ ἤδη ἐντετύχηκα τῷ ἀνδρί.
Anders ἀνήρ 68 E und 98 Β.
7 τῶν πολιτῶν Φλιασίων. Da
Echekrates ein Phliasier war, ver-
stand es sich von selbst, dals er
die Phliasier meinte, wenn er von
seinen Mitbürgern sprach, Wenn er
dennoch das an sich entbehrliche
Φλιασίων zu τῶν πολιτῶν hinzu-
setzte, so geschah es der gröfseren
Anschaulichkeit wegen. Ebenso
sagt Sokrates ap. 82 Β καὶ ἔτυχεν
ἡμῶν ἡ φυλὴ ᾿Αντιοχὶς πρυτανεύ-
οῦσα.
ἐπιχωριάξει -- ’Adnvate, wie
116 A ἀνίστατο εἰς οἴκημά τι. Der
umgekehrte Fall 61 E.
8 τὰ νῦν. 8. Prol. 8, 2 fg.
9 ὅστις ἂν — οἷός τ᾽ ἦν, wel-
cher hätte melden können,
wenn er gefragt worden wäre. Ap.
B
Ῥ.
38 D ἴσως ne οἴεσθε ἀπορίᾳ λόγων
ἑαλωκέναι τοιούτων, οἷς ἂν ὑμᾶς
ἔπεισα, el ᾧμην δεῖν ἅπαντα ποιεῖν
καὶ λέγειν.
11 εἶχεν, als ob vorhergegangen
wäre πλήν γέ τινος ἀγγείλαντος ὅτι.
12 τὰ περὶ τῆς δίκης wegen des
folgenden ἐπύϑεσθ:ε. Dagegen 6580
τί δὲ δὴ τὰ περὶ αὐτὸν τὸν ϑάνα-
τον: ὃ. zu 75 Β. ᾿
u μὲν bekräftigend wie 64B
71 Ὁ.
58
24
ys, ὅτι πάλαι γενομένης αὐτῆς πολλῷ ὕστερον φαένεται ἀπο-
IIAAT2NOZ
ϑανών. τί οὖν ἦν τοῦτο, ὦ Φαίδων;
®AIlA. Τύχη τις αὐτῷ, ὦ Ἐχέκρατες, συνέβη ἔτυχεν
γὰρ τῇ προτεραίᾳ τῆς δίκης ἡ πρύμνα ἐστεμμένη τοῦ πλοίου,
ὃ εἰς 4ῆλον ᾿4θηναῖοι πέμπουσιν.
EX. Τοῦτο δὲ δὴ τί ἐστιν;
®AIA. Τοῦτό ἐστι τὸ πλοῖον, ὥς φασιν ᾿4ϑηναῖοι, ἐν ᾧ
Β Θησεύς ποτε εἰς Κρήτην τοὺς δὶς ἑπτὰ ἐκείνους ᾧχετο ἄγων
καὶ ἔσωσέ τε καὶ αὐτὸς ἐσώϑη. τῷ οὖν ’Δπόλλωνι εὔξαντο,
ὡς λέγεται, τότε, εἰ σωθεῖεν, ἑκάστου ἔτους ϑεωρίαν ἀπάξειν νυ
εἰς 4ῆλον" ἣν δὴ ἀεὶ καὶ νῦν ἔτι ἐξ ἐκείνου κατ᾽ ἐνιαυτὸν
τῷ ϑεῷ πέμπουσιν. ἐπειδὰν οὖν ἄρξωνται τῆς θεωρίας, νόμος
ἐστὶν αὐτοῖς ἐν τῷ χρόνῳ τούτῳ καϑαρεύειν τὴν πόλιν καὶ
δημοσίᾳ μηδένα ἀποκτιννύναι, πρὶν ἂν εἰς 4ῆλόν τε ἀφίκηται
τὸ πλοῖον καὶ πάλιν δεῦρο' τοῦτο δ᾽ ἐνίοτε ἐν πολλῷ χρύνῳ "
Ο γέγνεται, ὅταν τύχωσιν ἄνεμοι ἀπολαβόντες αὐτούς. ἀρχὴ δ'
1 πολλῷ ὕστερον. Xen. men. IV
8,2) ἀνάγκη μὲν γὰρ ἐγένετο αὐτῷ
μετὰ τὴν κρίσιν τριάκοντα ἡμέρας
βιῶναι διὰ τὸ 4“ήλια μὲν ἐκείνου
τοῦ μηνὸς εἶναι, τὸν δὲ νόμον μη-
δένα ἐᾶν δημοσίᾳ ἀποθνήσκειν,
ἕως ἂν ἡ θεωρία ἐκ 4“ήλου ἐπαν-
€
7 τὸ πλοῖον. Plut, Thes. 23 Τὸ
δὲ πλοῖον, ἐν ᾧ μετὰ τῶν ἠνθέων
ἔπλευσε καὶ πάλιν ἐσώϑη, τὴν τρια-
κόντορον», ἄχρι τῶν Δημητρίου τοῦ
Φαληρέως χρόνων διεφύλαττον οἵ
Αϑηναῖοι τὰ μὲν παλαιὰ τῶν ξύ-
λων ὑφαιροῦντες ἄλλα δὲ ἐμβαλ-
λοντες ἰσχυρά.
ἐν ᾧ Θησεύς. Minos, der König
von Kreta, überzog die Athener mit
Krieg, da er ihnen den Tod seines
Sohnes Androgeos Schuld gab. Der
Krieg hatte Hungersnot und Pestı-
lenz in seinem Gefolge. Um sich
von diesen Übeln zu befreien, ver-
standen sich die Athener auf den
Rat des Orakels dazu alle ueun
Jahre sieben Knaben und ebens
viele Mädchen nach Kreta zu
schicken, die dem Minotauros im
Labyrinth geopfert wurden.
dieser Tribut zum dritten Male ge-
bracht wurde, fuhr Theseus mit
und erlegte den Minotauros. Das
Fest, das zu Ehren dieser Rettung
gefeiert wurde, hiefs die Delien.
8 τοὺς δὶς ἑπτὰ ἐκεέψους jene
sieben Paare. ,
14 δημοσίᾳ μηδένα ἀποκτιννῦται.
Crit. 44Α 22. τῇ γάρ που ὑστεραίᾳ
δεῖ μὲ ἀποθνήσκειν ἢ ἣ ἂν N
τὸ πλοῖον. ,
15 δεῦρο, nach Athen meint
Platon als Athener. Auch 59 Β sind
unter οὗ ἐπιχώριοι die Athener σῇ
verstehen. v l. 64 Β.
16 ἀπολαβόντες. ἀπολαμβάνειν
ist das eigentliche Verb von dem
Aufenthalt, den widrige Winde den
Schiffen bereiten. Her. 11116 den
ὑπ᾽’ ἀνέμων ἤδη ἀπολαμφϑέντες
ἦλθον ἐς χώρην τὴν ἐμήν.
αὐτούς. egen des vorausge-
5
ΦΑΙΔΩΝ, 25
ἐστὶ τῆς ϑεωρίας, ἐπειδὰν ὁ ἱερεὺς τοῦ ’AnoAAwvog στέψῃ τὴν
πρύμναν τοῦ πλοίου" τοῦτο δ᾽ ἔτυχεν, ὥσπερ λέγω, τῇ προ--
τεραΐᾳ τῆς δίκης γεγονός. διὰ ταῦτα καὶ πολὺς χρόνος ἐγένετο
τῷ Σωκράτει ἐν τῷ δεσμωτηρίῳ ὁ μεταξὺ τῆς δίκης rs καὶ
ὁ τοῦ ϑανάτου..
II. EX. Τί δὲ δὴ τὰ περὶ αὐτὸν τὸν ϑάνατον, & Φαί-
δων; τί ἦν τὰ λεχϑέντα καὶ πραχϑέντα, καὶ τίνες ol παρα-
γενόμενοι τῶν ἐπιτηδείων τῷ ἀνδρί; ἢ οὐκ εἴων οἵ ἄρχοντες
παρεῖναι, ἀλλ᾽ ἔρημος ἐτελεύτα φίλων;
». Φ,Α14. Οὐδαμῶς, ἀλλὰ παρῆσάν τινες καὶ πολλοί γε. D
EX. Ταῦτα δὴ πάντα προϑυμήϑητι ὡς σαφέστατα ἡμῖν
ἐπαγγεῖλαι, εἰ μή τίς σοι ἀσχολέα τυγχάνει οὖσα."
®AIA. Alla σχολάξω γε καὶ πειράσομαι ὑμῖν διη-
γήσασϑαι" καὶ γὰρ τὸ μεμνῆσθαι Σωκράτους καὶ αὐτὸν λέ-
ἴδγοντα καὶ ἄλλου ἀκούοντα ἔμοιγε ἀεὶ πάντων ἥδιστον.
EX. ᾿Αλλὰ μήν, ὦ Φαίδων, καὶ τοὺς ἀκουσομένους γε
τοιούτους ἑτέρους ἔχεις. ἀλλὰ πειρῶ ὡς ἄν δύνῃ ἀκριβέστατα
διεξελθεῖν πάντα.
®AIA. Καὶ μὴν ἔγωγε ϑαυμάσια ἔπαϑον παραγενόμενος. E
gangenen τὸ πλοῖον schwebt hier
der Begriffzovg πλέοντας vor. Eben-
80 ist 61 C unter τούτου τοῦ πράγμα-
zog zu verstehen ἡ φιλοσοφέα, was
sich aus dem vorhergehenden φελό-
σοφος ergiebt, und 105 A ist aus
τὴν ἐναντιότητα d.h. τὴν ἐναντίαν
ἰδέαν zu τὴν τοῦ ἀρτίου zu er-
gänzen ἐδέαν.
1 τοῦ ᾿ἡπόλλωνος. Also ein Fest
des Apollon ist es, durch das die
Hinrichtung des Sokrates verschoben
wurde. Zu diesem Gotte scheint
Sokrates ein besonders nahes Ver-
hältnis gehabt zu haben. 85B sagt
er von sich ἐγὼ δὲ καὶ αὐτός που
οἶμαι ὁμόδουλός γε εἶναι τῶν κύ-
κνων καὶ ἱερὸς τοῦ αὐτοῦ ϑεοῦ,
καὶ οὐ χεῖρον ἐκείνων τὴν μαντικὴν
ἔχειν παρὰ τοῦ δεσπότου. Auf ihn
macht er wegen des Aufschubes,
den er bewirkt hatte (61 A), ein Ge-
dicht (60 Ὁ). Bekanntlich hatte
das Orakel des Apollon den Sokra-
tes für den gröfsten Weisen erklärt,
Apol. 21 A. ι
2 ὥσπερ λέγω, wie gesagt, ὅπερ
λέγω 150 161 884. δ em 77D.
6 Ti δὲ δή. Was bisher erzählt
ist, betrifft die Zeit vor dem Todes-
tage. Die Darstellung geht nun zu
dem über, was an diesem Tage
selbst geschah.
8 ol ἄρχοντες. Statt dieser all-
gemeinen Bezeichnung, die sich
euphemistisch auch 116C, ap. 39E
und sonst findet, bedient sich der
Thürhüter des Gefängnisses 59 Εἰ
des eigentlichen Namens ol ἕνδεκα,
während 85 B Sokrates mit einem
Anflug von Humor in den Worten
ἕως αν ᾿4ϑηναίων ἐῶσιν ἄνδρες
ἔνδεκα auf dieselben anspielt. Vgl.
zu 68 Ὁ.
10 παρῆσαν τινες καὶ πολλοέγε,
es waren welche da und zwar
viele. τινὲς vertritt das vorher-
gehende φέλων.
11 ἡμῖν. Es waren also aulfser
Echekrates noch andere zugegen,
wie sich aus dem folgenden καὶ
τοὺς ἀκουσομένους γ8 τοιούτους
ἑτέρους ἔχεις und aus 102A ἡμὲν
τοῖς ἀποῦσι, νῦν δὲ ἀκούουσιν er-
giebt.
17 τοιούτους ἑτέρους. Ebenso 800
τὸ εἰς τοιοῦτον τόπον ἕτερον οἶχό-
μενον,
59
26 IIAAT2NOZ
οὔτε γὰρ ὡς θανάτῳ παρόντα με ἀνδρὸς ἐπιτηδείου ἔλεος
εἰσήει" εὐδαίμων γάρ μοι ἁρὴρ ἐφαίνετο, ὦ Ἐχέκρατες, καὶ
τοῦ τρόπου καὶ τῶν λόγων, ὡς ἀδεῶς καὶ γενναίως ἐτελεύτα,
ὥστε μοι ἐκεῖνον παρίστασϑαι μηδ᾽ εἰς "Ardov ἰόντα ἄνευ
ϑείας μοέρας levar, ἀλλὰ καὶ ἐκεῖσε ἀφικόμενον εὖ πράξειν, 5
εἴπερ τις πώποτε καὶ ἄλλος" διὰ δὴ ταῦτα οὐδὲν πάνν μοι
ἐλεεινὸν εἰσήει, ὡς εἰκὸς Av δόξειεν εἶναι παρόντι πένϑει'
οὔτε αὖ ἡδονὴ ὡς ἐν φιλοσοφίᾳ ἡμῶν ὄντων, ὥσπερ εἰώϑει-
μὲν" καὶ γὰρ ol λόγοι τοιοῦτοί τινες ἦσαν" ἀλλ᾽ ἀτεχνῶς ἄτο-
πόν τί μοι πάϑος παρῆν καί τις ἀήϑης κρᾶσις ἀπό τε τῆς"
ἡδονῆς συγκεκραμένη ὁμοῦ καὶ ἀπὸ τῆς λύπης ἐνθυμουμένῳ,
ὅτι αὐτίκα ἐκεῖνος ἔμελλε τελευτᾶν.
καὶ πάντες ol παρόντες
σχεδόν τι οὕτω διεκείμεϑα, ὁτὲ μὲν γελῶντες, ἐνίοτε δὲ δα-
1 οὔτε. 59A folgt οὔτε αὖ.
μὲ -- ἔλεος εἰσήει. Ebenso 880
καὶ γὰρ αὐτόν με νῦν ἀκούσαντά
σου τοιοῦτόν τι λέγειν πρὸς μαυ-
τὸν ἐπέρχεται. Dagegen 59 A οὐδὲν
πάνυ μοι ἐλεεινὸν εἰσήει.
2 εὐδαίμων -- ἐφαίνετο καὶ τοῦ
τρόπου καὶ τῶν λόγων. Ähnlich
Crit. 43B καὶ πολλάκις μὲν δή
καὶ πρότερον ἐν παντὶ τῷ Pine ὅϑαις
μόνισα τοῦ τρύπου -- & ᾿δᾳδίως
αὐτὴν καὶ πρᾷως φέρεις.
ἁνήρ. 8. zu 57A.
3 ὡς ἀδεῶς --- ἐτελεύτα. Nähere
Bestimmung zu εὐδαίμων — τῶν
λόγων. P. 89A ἐθαύμασα αὐτοῦ
πρῶτον μὲν τοῦτο, ὡς ἡδέως καὶ
εὐμενῶς καὶ } ἀγαμένως τὰ τὼν νεανί-
σκων τὸν λόγον ἀπεδέξατο, 1110
ἀπέκλαιον -- τὴν ἐμαυτοῦ τύχην, οἵου
ἀνδρὸς ἑταίρου ἐστερημένος εἴην.
γενναίως, standhaft.
4 παρίστασθαι. P. 66B Οὐκοῦν
ἀνάγκη — ἐκ πάντων τούτων παρ-
ἔστασϑαι δόξαν τοιάνδε τινὰ τοῖς
γνησίως φιλοσόφοις.
ἄνευ ϑείας μοίρας. Plut. an
pray. suff. ad infel. p. 499 B ἀπο-
ϑνήσκοντα δὲ αὐτὸν μακάριξον οἵ
ξῶντες ὡς οὐδ᾽ ἐν άιδου ϑείας ἄνευ
μοίρας ἐσόμενον. Xen. apol. 82 ἐμοὶ
«μὲν οὖν δοκεῖ θεοφιλοῦς μοίρας
τετυχηκέναι" τοῦ μὲν γὰρ βίου τὸ
χαλεπώτατον ἀπέλιπε, τῶν δὲ θα-
νάτων τοῦ δάστου ἔτυχεν. ΟἿο,
Tusc. 1 29, 71 paene in manu iam
mortiferum iWlud tenens poculum
locutus ita est, ut non ad mortemtrudi,
vorum in caelum videretur escendert.
ὃ εἴπερ τις πώποτε καὶ allo
zur stärkeren Hervorhebung de
vorhergehenden ἐκεῖνοῳ. Ibenso
630 εἴπερ τι ἄλλο τῶν τοιούτων,
διισχυρισαέμην ὧν καὶ τοῦτο, 66A
ἄρ᾽ οὐχ οὗτός ἐστιν --- εἴπερ τις
καὶ ἄλλος, ὁ τευξόμενος τοῦ ὄντος;
67B ἐκεῖ ἱκανῶς, εἴπερ που ἄλλοϑι,
κτήσασϑαι τοῦτο.
7 ὡς εἰκὸς ἂν δόξειεν εἶναι,
nämlich εἰσιέναι ἐλεεινὸν παρόντι
πένϑει ἃ. 1. εἴ τις παρείη πένϑει.
Häufig ist zu ὡς slxog aus dem
Verbum finitum des -Hauptsatzes
der Infinitiv zu ergänzen,
8 ὡς ἐν φιλοσοφίᾳ ἡμῶν ὄντων.
P. 84A ἑπομένη, τῷ λογισ
ἀεὶ ἐν τούτῳ oda. 680 ἐν α ριλο.
σοφίᾳ ξῶσιν. Dasselbe Hyperbaten
109E ὥσπερ ἐνθάδε οἱ ἐκ τῆς
ϑαλάττης ἰχϑύες ἀνακύπτοντες.
9 τοιούτοί τινες, ungefähr
derlei. P. 60A τοιαῦτ᾽ ἄττα. 60
nv γὰρ δὴ ἅττα τοιάδε. 788 Οὐκοῦν
τοιόνδε τι --- dei ἡμᾶς ἐρέσϑαι
ἑαυτούς, τῷ ποίῳ Br ,ἄρα προφϑή-
κει τοῦτο τὸ πάϑος πάσχειν.
18 ὁτὲ μὲν -- ἐνίοτε δέ.
lich Theaet. 150A ἐνέοτε ulv— ἔσει
δ᾽ ὅτε. Soph.242C ἐνέοτε --- τοτὲ δὲ
γελῶντες δακρύοντες.
Participien führen näher aus, was
in οὕτως liegt. Ebenso 1000 ἐάν
τίς wor λέγῃ, διότι καλόν ἐστιν
ὁτιοῦν ἢ χρῶμα εὐανϑὲς ἔχον ἢ
ΦΑΙΔΩΝ,
21
χρύοντες, εἷς δὲ. ἡμῶν καὶ διαφερόντως, ᾿Απολλόδωρος" οἶσθα
γάρ που τὸν ἄνδρα καὶ τὸν τρόπον αὐτοῦ.
ΕΧ. Πῶς γὰρ οὔ;
DAIA. Ἐ κεῖνός τε τοίνυν παντάπασιν οὕτως εἶχεν, καὶ
3
αὐτὸς ἔγωγε ἐτεταράγμην καὶ οἵ ἄλλοι.
EX. Ἔτυχον δέ, ὦ Φαίδων, τίνες παραγενόμενοι:
ΦΑ14. Οὗτός τε δὴ ὁ ᾿4πολλόδωρος τῶν ἐπιχωρέων
παρῆν καὶ 6 Κριτόβουλος καὶ ὁ πατὴρ αὐτοῦ, καὶ ἔτι Ἕρμο-
γένης καὶ Ἐπιγένης καὶ Αἰσχένης καὶ ᾿ἀντισϑένης. ἦν δὲ καὶ
Κτήσιππος ὃ Παιανιεὺς καὶ Μενέξενος καὶ ἄλλοι τινὲς τῶν
ἐπιχωρίων᾽ Πλάτων δέ, οἶμαι, ἠσϑένει.
ἘΧ.
Bevor δέ τινες παρῆσαν;
®AIA. Ναί, Σιμμίας γε ὃ Θηβαῖος καὶ Κέβης καὶ Φαι-
daviöns καὶ Μεγαρόϑεν Εὐκλείδης τε καὶ Τερψέων.
EX. Τί δέ; ᾿4ρίστιππος καὶ Κλεόμβροτος παρεγένοντο.
BAIA. Οὐ δῆτα. ἐν Αἰγένῃ γὰρ ἐλέγοντο εἶναι.
EX. "Ἅλλος δέ τις παρῆν;
Φ414. Σχεδόν τι οἶμαι τούτους παραγενέσθαι.
EX. Τί οὖν δή; τίνες, φής, ἦσαν ol λόγοι;
I. ΦΑ14. Ἐγώ σοι ἐξ ἀρχῆς πάντα πειράσομαι διηγή-
ασϑαι. ἀεὶ γὰρ δὴ καὶ τὰς πρόσϑεν ἡμέρας εἰώϑειμεν φοι-
τῶν καὶ ἐγὼ καὶ οἱ ἄλλοι παρὰ τὸν Σωκράτη συλλεγόμενοι
Inder εἰς τὸ δικαστήριον, ἐν ᾧ καὶ ἡ δίκη ἐγένετο" πλησίον
γὰρ ἦν τοῦ δεσμωτηρίου. περιεμένομεν οὖν ἑκάστοτε, ξως
ἰχῆμα. 102 Ὁ λέγω δὲ τοῦδ᾽ ἕνεκα,
Ἰουλόμενος δόξαι σοὶ ὅπερ ἐμοί.
1 διαφερόντως. Ρ. 117} ᾿4πολλό-
Iopog δὲ καὶ ἐν τῷ ἔμπροσθεν
φόνῳ οὐδὲν ἐπαύετο δακρύων καὶ
ἢ καὶ τότε ἀναβρυχησάμενος
ι:λαέων καὶ ἀγανακτῶν οὐδένα OV-
ἵνα οὐ κατέκλασε τῶν παρόντων
N» γε αὐτοῦ Σωκρατους.
1 Οὗτός τε δή. Über die hier
3enannten 8. Einleit. S. 16 fg.
9 ἦν δὲ καὶ Κτήσιππος, aber
wuch Ktesippos war es, näm-
ich zugegen, was man aus dem
rorhergehenden παρῆν entnimmt.
0 steht häufig nach dem Komposi-
um das Simplex. S. 60B συνέ-
ιαμψέ τε τὸ σκέλος καὶ ἐξέτριψε τῇ
ιρί, καὶ τρέβων ἅμα --- ἔφη.
1E οὐκ ἀνταποδώσομεν τὴν Evav-
ἔαν σιν —; ἢ ἀνάγκη ἄπο-
ἰοῦναι; 84D steht διελθεῖν nach
διεξιέναι, 1040 εἰργάξετο nach
ἀπεργάξηται, 108 Ε dgxeinach ἐξαρ-
κεῖ. Dagegen 116A ἡμᾶς δ᾽ ἐκέ-
λευε περιμένειν. περιεμένομεν οὖν.
19 φῇς mit Rücksicht auf 59 A καὶ
γὰρ οἵ λόγοι τοιοῦτοί τινες ἦσαν.
22 Σωκράτη. So heilst bei Platon
fast durchgehends der Accusativ
von Σωκράτης.
23 πλησίον γὰρ ἦν. Die meisten
Gerichtslokale der Heliasten lagen
am Markte.
24. ππεριεμένομεν. περιμένειν, WAT-
ten, sich gedulden, wie 59E
εἶπεν περιμένειν καὶ μὴ πρότερον
παριέναι, 116A ἡμᾶς δ᾽ ἐκέλευε
περιμένειν. περιεμένομεν οὖν πρὸς
ἡμᾶς αὐτοὺς διαλεγόμενοι. δ.»
gegen ist ἐπιμένειν in einem ge-
wissen Zustande verbleiben.
800 ἐπιεικῶς συχνὸν ἐπιμένει χρό-
Β
C
D
Due.
- 28 ΠΑΑΤΩΝΟΣ
ἀνοιχϑείη τὸ δεσμωτήριον, διατρίβοντες μετ᾽ ἀλλήλων ἀνεῷ-
γετο γὰρ οὐ πρῴώ᾽ ἐπειδὴ δὲ ἀνοιχϑείη, εἰσῆμεν παρὰ τὸν
Σωκράτη καὶ τὰ πολλὰ διημερεύομεν μετ᾽ αὐτοῦ. καὶ δὴ καὶ
τότε πρωϊαίτερον συνελέγημεν. τῇ γὰρ προτεραίᾳ ἡμέρε
E ἐπειδὴ ἐξήλθομεν ἐκ τοῦ δεσμωτηρίου ἑσπέρας, ἐπυϑύμεθα,
ὅτι τὸ πλοῖον ἐκ 4ήλου ἀφιγμένον εἴη" παρηγγείλαμεν οὖν
ἀλλήλοις ἥκειν ὡς πρωϊαίτατα εἰς τὸ εἰωϑός. καὶ ἥκομεν,
καὶ ἡμῖν ἐξελθὼν ὁ θυρωρός, ὅσπερ εἰώϑει ὑπακούειν, εἶτεν
περιμένειν καὶ μὴ πρότερον παριέναι, Eos ἂν αὐτὸς κελεύσῃ.
“λύουσι γάρ.᾽ ἔφη, ‘ol ἔνδεκα Σωκράτη καὶ παραγγέλλουσιν,
ὅπως ὧν τῇδε τῇ ἡμέρα τελευτήσῃ. οὐ πολὺν δ᾽ οὖν χρύ-
νον ἐπισχὼν ἧκεν καὶ ἐχέλευσεν ἡμᾶς εἰσιέναι. εἰσελϑόντες
60 οὖν χατελαμβάνομεν τὸν μὲν Σωκράτη ἄρτι λελυμένον, τὴν
ὃὲ Ξανϑίππην, γιγνώσκεις γάρ, ἔχουσαν τε τὸ παιδέον αὐτοῦ
καὶ παρακαϑημένην. ὡς οὖν εἶδεν ἡμᾶς ἡ Ἰανϑίππη, aver
φήμησέ τε καὶ τοιαῦτ᾽ ἄττα εἶπεν, οἷα δὴ εἰώϑασιν al γνναῖ-
κερ, ὅτι ὦ Σώκρατες, ὕστατον δή σὲ προσεροῦσι νῦν οἱ in
τήδειοι καὶ σὺ τούτους. καὶ ὁ Σωκράτης βλέψας εἰς τὸν
vov. Men. 980 ἐπέμενε γοῦν ἐπὶ
τῶν ἕππων ὀρϑὸς ἑστηκώς.
.4 τῇ — προτεραίᾳ ἡμέρᾳ. Ge-
wöhnlich heifst es blofs, wie ὅ8 A
τῇ προτεραΐίᾳ.
8 ὑπακούειν. Crit. 43 A θαυμάξω,
ὅπως ἠϑέλησέ σοι ὁ τοῦ δεσμωτη- ἐπειδὴ ἢ ze δίκη ἐγένετο καὶ
olov φύλαξ ὑπακοῦσαι. τοῦ ϑεοῦ ἑορτὴ διεκώλυέ με ἀπ᾿
9 ἕως ἂν αὐτὸς κελεύσῃ. Über- ϑινήσκειν, ἔδοξε χρῆναι. Crit. 8
gang von der indirekten in die di- δι’ ἡμῶν ἐλάμβανεν τὴν μητέρε
rekte Rede. Vgl. 86A 888. σου ὃ πατὴρ καὶ ἐφύτευσέν σε.
10 oi ἕνδεκα heilsen bei Antiph. 14 τὸ παιδίον. 8. Einl. S. 16.
de caed. Her. 17 of ἐπιμεληταὶ τῶν 17 ὕστατον δή. 898 αὔριον δὴ -
κακούργων, in Bekker. anecd.p.250, ἴσως, ὦ Φαέδων, τὰς καλὰς none
5 προϊστάμενοι τοῦ δεσμωτηρίου. ἀποκερεῖ,
Vgl. 686. ᾿ 18 καὶ ὁ Σωκράτης. Platon τα-
παραγγέλλουσιν, ὅπως ἂν — meidet es im Phädon die Familie
τελευτήσῃ. παραγγέλλειν hat hier angelegenheiten des Sokrates M
in der Bedeutung befehlen ὅπως berühren. So nimmt Sokrates 1
ἄν mit dem Konjunktiv bei sich. Afg. aufserhalb der Scene ἐβ
Gorg. 523D τεῦτο μὲν οὖν καὶ δὴ Dialogs von seinen An
δἴρηται τῷ Προμηϑ εἶ, ὅπως ἂν παύσῃ Abschied und trifft die letzten ΔΕ"
αὐτῶν. Isae. VII 27 διεκελεύεθ᾽ ordnungen über seine häusliche
ὅπως ἄν, εἶ τι πάϑοι πρότερον, Verhältnisse. Offenbar wollte Pis
ἐγγφράφωσί με. Entsprechend derep. ton nur den Philosophen im Ver
1839 A καίτοι ἔμοιγε ἀπηγόρευες, kehr mit seinen Schülern d
ὅπως μὴ τοῦτο ἀποκρινοίμην. de und alle Gefühlsausbrüche fen
zep. III 415B παραγγέλλει ὃ ϑεός, halten, die das Gespräch
ξουσι μηδὲν ὡς τοὺς ἐκγόνους.
Aken, Temp. u. Mod. 8 151.
11 οὐ πολὺν — χρόνον Exusze.
95E συχνὸν χρόνον ἐπισχών.
12 ἧκεν καὶ ἐκέλευσεν. Im
und Aorist neben einander, wie 614
ὅπως μηδενὸς οὕτω φύλακες ayado
ἔσονται μηδ᾽ οὕτω σφόδρα φυλά-
unterbrechen könnten, wie er Κ'
denn auch 117D scharf rügt, das
BAIARN. 29
Κρίτωνα" “ὦ Κρίτων." ἔφη, ᾿ἀπαγέτω τις αὐτὴν οἴκαδε.᾽ καὶ
ἐκείνην μὲν ἀπῆγόν τινες τῶν τοῦ Κρίτωνος βοῶσαν τε καὶ
χοπτομένην᾽ ὁ δὲ Σωκράτης ἀνακαϑιξόμενος εἰς τὴν κλίνην
συνέχαμψέ τε τὸ σκέλος καὶ ἐξέεριψε τῇ χειρί, καὶ τρίβων
Β
ἅμα- “ὡς ἄτοπον, ἔφη, ᾿ ἄνδρες, ἔοικέ τι εἶναι τοῦτο, 0.
καλοῦσιν ol ἄνϑρωποι ἡδύ' ὡς θαυμασέως πέφυκε πρὸς τὸ
δοκοῦν ἐναντίον εἶναι, τὸ λυπηρόν, τῷ ἅμα μὲν αὐτὼ μὴ
ἐθέλειν παραγίγνεσϑμι τῷ ἀνθρώπῳ, ἐὰν δέ τις διώκῃ τὸ Ere-
ρον καὶ λαμβάνῃ, σχεδόν τι ἀναγκάξεσϑαι λαμβάνειν καὶ τὸ
ἕτερον, ὥσπερ ἐκ μιᾶς κορυφῆς συνημμένω δύ᾽ ὄντε. καί
μοι δοκεῖ,᾽ ἔφη, “εἰ ἐνενόησεν αὐτὰ Αἴσωπος, μῦϑον ἂν συν-
ϑεῖναι,. ὡς ὁ ϑεὸς βουλόμενος αὐτὰ διαλλάξαι πολεμοῦντα,
ἐπειδὴ οὐκ ἠδύνατο, συνῆψεν εἰς ταὐτὸν αὐτοῖς τὰς κορυφάς,
χαὶ διὰ ταῦτα, ᾧ dv τὸ ἕτερον παραγένηται, ἐπακολουϑεῖ
ὕστερον καὶ τὸ Erspov. ὥσπερ οὖν καὶ αὐτῷ μοι ἔοικεν"
Apollodoros durch allzu lautes und
heftigen Klagen die Versammelten
zu Mitleid und Thränen fortreifst:
ἐγὼ μέντοι οὐχ ἥκιστα τούτου ἕνδκα
τὰς γυναῖκας ἀπέπεμψα, ἵνα μὴ
τοιαῦτα πλημμελοῖον' καὶ γὰρ ἀκή-
κοα, ὅτε ἐν εὐφημέᾳ χρὴ τελευτᾶν.
1 αὐτήν. Ebenso 80° εἰ dvevon-
σεν αὐτὰ Αἴσωπος, T5E ὕστερον δὲ
ταῖς αἰσθήσεσι χρώμενοι περὶ αὐτα.
2 τινὲς τῶν τοῦ Κρίτωνος. Kri-
ton hatte als reicher Mann immer
sin zahlreiches Gefolge von Dienern
bei sich. Ein anderer Diener des
Kriton wird 1174 erwähnt.
3 ἀνακαϑιξόμενος. Offenbar war
Sokrates, der neben seiner Frau
safs, als seine Freunde eintraten,
wafgestanden, um dieselben zu be-
zrüfsen,
4 ἐξέτριψε. Das Kompositum
ἱκκρέβειν bezeichnet jedenfalls, dafs
jokrates die gedrückte Stelle so
ange rieb, bis er an derselben
einen Schmerz mehr empfand. Die
!essel selbst war die ποδοκάκκη,
lie später ξύλον hiefs. Lys. X 16
j ποδοκάκκη ταὐτό ἐστιν, ὃ νῦν
εαλεῖται ἐν τῷ ξύλῳ δεδέσθαι.
„ καὶ τρέβων ἅμα. Häufiger scheint
xaa vor dem Participium zu stehen,
‚u dem es „gehört. 610 καὶ ἅμα
‚E£yay, 102D καὶ ἅμα μειδιάσας
ΟδΟ καὶ ἅμα βλέψας, 1160) κα
μα δακρύσας. Vgl. TOA.
ἥν ποῦ ἡμῖν ἡ ψυ
5 ὡς ἅτοπον. Thom. Mag. ἅτο-
πορ' οὐ μόνον τὸ ἄλογον, ἀλλὰ
καὶ τὸ θαυμαστὸν καὶ παράδοξον.
Πλάτων ἐν Φαίδωνι.
6 ὡς ϑαυμασίως πέφυκε. πεφυ-
κέναι wie γίγνεσθαι finden sich
mit Adverbien verbunden. Sauppe
zu Prot. 325B. Von der seltsamen
Verbindung von Freude undSchmerz
war schon 68E die Rede. Gell.n.
A. VIl1 Na itidem sunt bona
et mala, felicıtas et ıinfortunitas,
dolor et voluptus. Alterum enim
ex altero, sicuti Plato ait, vertici-
bus inter se contrartis deligatum
est; si tuleris unum, abstuleris
uirumgque.
8 ἐθέλειν von leblosen Dingen,
wie 102D ἐμοὶ γὰρ φαΐένεται οὐ
μόνον αὐτὸ τὸ μέγεθος οὐδέποτ'
ἐθέλειν ἅμα μέγα καὶ σμικρὸν εἶναι.
Ebenso 74D βούλεσθαι: orı βού-
λεται μὲν τοῦτο, ὃ νῦν ἐγὼ ὁρῶ,
εἶναι οἷον ἄλλο τι τῶν ὄντων, T5Ä
ὀρέγεσθαι: ὀρέγεται μὲν πάντα
ταῦτα εἶναι οἷον τὸ ἴσον, ἔχει δὲ
ἐνδεεστέρως, 102E τολμᾶν: ἐκεῖνο
δὲ οὐ τετόλμηκεν μέγα ὃν σμικρὸν
εἶναι.
13 αὐτοῖς. Derselbe Dativ 62B
ἡμᾶς τοὺς ἀνθρώπους ἕν τῶν κτη-
μάτων τοῖς θεοῖς εἶναι, 72E εἰ μὴ
N.
15 αὐτῷ μοι. Ebenso 63A νῦν
γέ μοι δοκεῖ τε καὶ αὐτῷ λέγειν
D
30
HAATSNOZ
ἐπειδὴ ὑπὸ τοῦ δεσμοῦ ἦν ἐν τῷ σκέλει τὸ ἀλγεινόν, ἥκειν
δὴ φαίνεται ἐπακολουθοῦν τὸ ἡδύ.
IV. Ὁ οὖν Κέβης ὑπολαβών" ‘vi τὸν Δέα, εὖ Σώκρατες,
ἔφη, “εὖ γ’ ἐποίησας ἀναμνήσας με. περὶ γάρ τοι τῶν ποιη-
᾿μάτων, ὧν πεποίηκας ἐντείνας τοὺς τοῦ Αἰσώπου λόγους al
τὸ εἰς τὸν ᾿Ἵπόλλω προοίμιον, καὶ ἄλλοι τινές με ἤδη ἤροντο,
ἀτὰρ καὶ Εὔηνος πρῴην, ὅτι ποτὲ διανοηθείς, ἐπειδὴ δεῦρ
ἦλθες, ἐποίησας αὐτὰ πρότερον οὐδὲν πώποτε ποιήσας. εἰ
οὖν τί σοι μέλει τοῦ ἔχειν ἐμὲ Εὐήνῳ ἀποκρένασϑαι, ὅταν με
αὖϑις ἐρωτᾷ --- εὖ οἶδα γάρ, ὅτι ἐρήσεται --- εἶπέ, τί γρὴ κ
λέγειν.᾽ “λέγε τοίνυν, ἔφη, "αὐτῷ, ὦ Κέβης, τἀληϑῆ, ὅτι οὐχ
ἐκείνῳ βουλόμενος οὐδὲ τοῖς ποιήμασιν αὐτοῦ ἀντίτεχνος εἶναι
E ἐποέησα ταῦτα — ἤδη γάρ, ὡς οὐ ῥάδιον εἴη — ἀλλ᾽ ἐνυ-
Κέβης, 7TB οὐδὲ αὐτῷ μοι δοκεῖ
αἰποδεδεῖχθαι, 880 καὶ αὐτῷ μοι
ταῦτα προυδέδοκτο. Dagegen 91A
οὐ γὰρ ὅπως τοῖς παροῦσιν --- ἀλλ᾽
ὅπως αὐτῷ ἐμοὶ ὅτι μάλιστα δόξη.
4 εὖ γ᾽’ ἐποίησας ἀναμνήσας με.
Ebenso 76D ἔλαϑον ἐμαυτὸν οὐδὲν
εἰπών, 890) οὐκ ἔστιν ὅτι av τις
μὑεῖξον τούτου κακὸν πάϑοι ἢ 16-
γους μισήσας. Das Particip des
A.orists hat hier nicht den Begriff des
Vorzeitigen.
5 ἐντείνας, nämlich εἰς ἔπος.
Auch wir bezeichnen die Sprache
der Poesie als die gebundene. Wenn
von ἐντείνας auch τὸ προοέμιον
abhängig ist, so schwebt bei diesem
Objekte nur der allgemeine Begriff
des Dichtens vor. Plut. de aud.
oet. p. 160 ὁ Σωκράτης ἔκ τινῶν
νυπνίων ποιητικῆς ἀψαμενος αὐτὸς
μὲν are δὴ γεγονὼς ἀληϑείας ἀγω-
vıorng τὸν ἅπαντα βίον οὐ πιϑα-
νὸς ἣν οὐδ᾽ εὐφυὴς ψευδῶν δη-
μιουργός᾽ τοὺς δ᾽ Αἰσώπου τοῖς
ἔπεσι μύϑους ἐνόμιξεν (ἐνήρμοξεν
Wyttenb., ἐνέτεινεν Hercher.), ὡς
ποίησιν οὐκ οὖσαν, ἧ ψεῦδος μὴ
πρόσεστι. Diog. La. II 42 ἐποίησε
δὲ καὶ μῦϑον Αἰσώπειον οὐ navv
ἐπι τετευγμένως, οὗ ἡ ἀρχή᾽ Αἴσωπός
ποτ᾽ ἔλεξε Κορίνϑιον ἄστυ νέμουσι,
μὴ κρίνειν ἀρετὴν λαοδίκῳ σοφίῃ.
6 τὸ εἰς τὸν πόλλω προοίμιον.
προοίμια waren Hymnen, wie sie
als Einleitung zu den Vorträgen
der Rhapsoden oder zu festlichen
Gelegenheiten gesungen wurden.
Der Eingang des Sokratischen Hy-
mnus soll nach Diog. La. II 42 ge
lautet haben: Aniı "401409 χαῖρε
καὶ "Agrsuı παῖδε κλεεινώ. Warum
Sokrates gerade den Apollon feierte,
ergiebt sich aus 61B πρῶτον μὲν
eis τὸν ϑεὸν ἐποίησα, οὔ ἢν ἢ
παροῦσα ϑυσία.
7 Eönvog aus Paros gehörte zu
den angesehenen Sophisten zu
Zeit des Sokrates. Nicht ohne Ir
nie heifst esap.20B von ihm, dafs &
um fünf Minen die Söhne des rer
chen Kallias zu gebildeten Mensches
erziehe. In gleicher Weise ge
im Phädr, 267 A seiner dichterischea
Leistungen Erwähnung. Auch a
unserer Stelle wird man weder Β
dem, was Sokrates von der Schwie-
rigkeit sagt, als Nebenbuhler 1
der Poesie gegen ihn aufzutreies,
noch in dem, was er später dark
den Simmias demselben sagen läßt
(61C οἷον παρακελεύεε u, 8. w.) und
selbst über ihn als Philosopkea
sagt, einen Beigeschmack von le
nie verkennen können.
11 αὐτῷ — 12 ἐκείνῳ. Beide Pı»
nomina auf denselben Begriff be
zogen. 106B ἀπολομένου δὲ αὐτὸν
ἀντ᾽ ἐκείνου ἄρτιον γεγονέναι,
111B τὰς δὲ ὥρας αὐτοῖς weder
ἔχειν τοιαύτην, ὥστε ἐκείνους Ave
σους εἶναι. Euthyphr. 140.
13 ἐνυπνέων τινῶν ἀποπειρώμδνος,
Wie viel Sokrates auf Träume Be
ersieht man aus ap. 880 ἐμοὶ δὲ
τοῦτο — προστέτακται ὕπο τῷ
ΦΑΙΔΩΝ. 31
πνίων τινῶν ἀποπειρώμενος. ti λέγει, καὶ ἀφοσιούμενος, εἰ
ἄρα πολλάκις ταύτην τὴν μουσικήν μοι ἐπιτάττοι ποιεῖν. ἦν
γὰρ δὴ ἄττα τοιάδε' πολλάκις μοι φοιτῶν τὸ αὐτὸ ἐνύπνιον
ἐν τῷ παρελθόντι βέῳ ἄλλοτ᾽ ἐν ἄλλῃ ὄψει φαινόμενον. τὰ
αὐτὰ δὲ λέγον: οὖ Σώκρατες, ἔφη, μουσικὴν ποίει καὶ ἐργάξου.
καὶ ἐγὼ ἔν γε τῷ πρόσϑεν χρόνῳ, ὅπερ ἔπραττον, τοῦτο ὑπελάμ-
βανον αὐτό μοι παρακελεύεσϑαί τὸ καὶ ἐπικελεύειν" ὥσπερ ol 61
τοῖς θέουσι διακελευόμενοι, καὶ ἐμοὶ οὕτω τὸ ἐνύπνιον, ὅπερ
ἔπραττον, τοῦτο ἐπικελεύξιν, μουσικὴν ποιεῖν, ὡς φιλοσοφίας
μὲν οὔσης μεγίστης μουσικῆς, ἐμοῦ δὲ τοῦτο πράττοντος. νῦν
δ᾽ ἐπειδὴ ἢ τε δίκη ἐγένετο καὶ ἡ τοῦ θεοῦ ἑορτὴ διεκώλυέ
μὲ ἀποϑνήσκειν, ἔδοξε χρῆναι, εἰ ἄρα πολλάκις μοι προστάττοι
τὸ ἐνύπνιον ταύτην τὴν δημώδη μουσικὴν ποιεῖν, μὴ ἀπειϑῆ-
60 αὐτῷ, ἀλλὰ ποιεῖν. ἀσφαλέστερον γὰρ εἶναι μὴ ἀπιέναι,
πρὶν ἀφοσιώσασϑαι ποιήσαντα ποιήματα καὶ πειϑόμενον τῷ Β
ἐνυπνέῳ. οὕτω δὴ πρῶτον μὲν εἰς τὸν ϑεὸν ἐποίησα, οὗ ἦν
n παροῦσα ϑυσέία' μετὰ δὲ τὸν ϑεὸν ἐννοήσας, ὅτι τὸν ποιη-
τὴν δέοι, εἴπερ μέλλοι ποιητὴς εἶναι, ποιεῖν μύϑους, ἀλλ᾽ οὐ
ϑεοῦ πράττειν καὶ ἐκ μαντείων καὶ
ἐξ ἐνυπνίων καὶ παντὶ τρόπῳ, ὧπέρ
τίς ποτε καὶ ἄλλη Bela μοῖρα ἀν-
ϑοώπῳ καὶ ὁτιοῦν προσέταξε πράτ-
τειν. Crit. 44A offenbart ihm ein
Traum, seine Hinrichtung werde
am dritten Tage erfolgen.
1 ἀφοσιούμενος. Ἐστὶ γὰρ ἀφο-
σέωσις ὁσιότητος παραλελειμμένης
ὑποπλήφωσις. Schol. δὰ Phaedr.
242
2 πολλάκις, nach εἰ, ἐάν, μή etwa,
scheint ursprünglich anzudeuten:
wie dergleichen ja oft vorkommt.
Buttmann im Index zu Plat. Dial.
[V p. 226. |
5 μουσικὴν ποίει. μουσικὴ iet
ede geistige Arbeit, wie sie in
Xunst und Wissenschaft zur Er-
ıcheinung kommt, und kann des-
ıalb speziell von Poesie, wie von
>hilosophie verstanden werden. -
1 ἐπικελεύειν von dem ermun-
ernden Zuspruch an solche, die
‚ıchon mit etwas beschäftigt sind.
Xen. Cyr. VI 8, 27 τοῖς τὸ δέον
εοιοῦσιν ἐπικελεύειν.
ὥσπερ. Bei den mit ὥσπερ an-
webenden Sätzen, die eine Erläute-
Lug zum Vorhergehenden bringen,
st Asyndeton sehr häufig.
8 τοῖς ϑέουσι διακελεύεσθαι,
eine sprichwörtliche Bedensart.
Cic. ad fam. XV 15, 8 currentem,
ut asunt, incitarem.
καὶ ἐμοὶ mit Nachdruck vor οὕτω
genetat, ἢ ‚ _
ὡς φιλοσοφίας — μουσικῆς.
Strab, Χ ΤΙ 18Β ουσικὴν κάλ εσεν
ὁ Πλάτων καὶ ἔτι πρότερον οἵ Πυ-
ϑαγόρειοι τὴν φιλοσοφίαν. Plat.
de leg. II 689 D ἡ καλλίστη καὶ
μεγίστη τῶν ξυμφωνιῶν μεγίστη
δικαιότατ᾽ ἂν λέγοιτο σοφία.
10 τοῦτο auf ein Femininum be-
zogen, Ebenso ist αὐτὸ 88A οὕτω
γὰρ αὐτὸ φύσει ἰσχυρὸν εἶναι
mit Bezug auf ψυχήν, 109A πάμ-
μεγά τι εἶναι αὐτὸ mit Bezug auf
τὴν γῆν gesagt.
11 τῶν ΠΩΣ ἑορτή. S. 68,
14 ἀσφαλέστερον γὰρ εἶναι von
£do&sabhängig. Ähnlich apol. 21E.
16 ἐποίησα. ποιεῖν hier absolut,
wie unser dichten.
17 μετὰ δὲ τὸν θεόν, kurzer Aus-
druck für μετὰ δὲ τὸ εἰς τὸν ϑεὸν
«φφοοέμιον. m
18 ποιδὲν μύϑους, ἀλλ᾽ οὐ λόγους.
εὖϑος dem λόγος entgegengesetzt,
bezeichnet die Erzählung von etwas
ὅν.
32 IIAAT2NOZ
λόγους, καὶ αὐτὸς οὐκ ἦ μυϑολογικός, διὰ ταῦτα δή, οὖς
προχείρους εἶχον καὶ ἠπιστάμην μύϑους τοὺς Αἰσώπου, του-
τους ἐποίησα, οἷς πρώτοις ἐνέτυχον.
V. Ταῦτα οὖν, ὦ Κέβης, Εὐήνῳ φράξε, καὶ ἐρρῶσθαι,
καί, ἂν σωφρονῇ, ἐμὲ διώκειν ὡς τάχιστα. ἄπειμι δέ, ὧς !
C ἔοικε, τήμερον' κελεύουσι γὰρ ᾿4ϑηναῖοι.᾽
καὶ ὁ Σιμμίας'
εοἷον παρακελεύει,᾽ ἔφη, 'τοῦτο, ὦ Σώκρατες, Εὐήνῳ. πολλὰ
γὰρ ἤδη ἐντετύχηκα τῷ ἀνδρί. σχεδὸν οὖν, ἐξ ὧν ἐγὼ ἤσϑη-
ὅς “οὐ φιλόσοφος Εὔηνος; “ἔμοιγε δοκεῖ, ἔφη ὁ Σιμμίας.
ἐθελήσει τοένυν καὶ Εὔηνος καὶ πᾶς, Oro ἀξίως τούτου τοῦ
πράγματος μέτεστιν. οὐ μέντοι ἴσως βιάσεται αὑτόν οὐ γάρ
φασι ϑεμιτὸν εἶναι. καὶ ἅμα λέγων ταῦτα καθῆκε τὰ σκέλη
D ἐπὶ τὴν γῆν, καὶ καϑεξόμενος οὕτως ἤδη τὰ λοιπὰ διελέγετο,
Ἤρετο οὖν αὐτὸν 6 Κέβης" πῶς τοῦτο λέγεις, εὖ Σώκρα-
τες, τὸ μὴ ϑεμιτὸν εἶναι ἑαυτὸν βιάξεσθαι, ἐθέλειν δ᾽ ἂν τῷ
ἀποϑνήσκοντι τὸν φιλόσοφον ἔπεσϑαι; "ri δέ, ὦ Κέβης; οὐκ
ἀκηκόατε σύ ve καὶ Σιμμίας περὶ τῶν τοιούτων Φιλολάῳ
μαι, οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν σοι ἑκὼν εἶναι πείσεται." “τί δαί; ἡ δ'
Erfundenem, Erdichtetem τὰ Gegen-
satz zur Erzählung von etwas Wirk-
lichem, Thatsächlichem. , Wenn
oben 60D die Fabeln des Äsop als
λόγοι bezeichnet waren, so war 08
als genereller Ausdruck gebraucht,
wie sich aus des Aphthonius Defini-
tion ergiebt μῦϑός ἐστι λόγος ψευ-
δὴς εἰκονίξων ἀλήϑειαν.
1 καὶ αὐτὸς οὐκ ἡ μυϑολογικός,
während in dem gleichfalls von ἐψ-
νοήσας abhängigen ὅτι τὸν ποιητὴν
δέοι der Optativ steht. Offenbar
will Sokrates seiner persönlichen
berzeugung,, dafs er dichterische
Phantasıe nicht besitze, den Cha-
rakter einer unumstöfslichen That-
sache geben.
2 μύϑους τοὺς Αἰσώπου dem
Relativ nachgestellt und assimiliert.
66E ἡμῖν ἔσται οὗ ἐπιϑυμοῦμέν τε
καί φαμεν ἐρασταὶ εἶναι φρονήσεως.
Sauppe zu Prot. 8428,
3 ἐποίησα. In diesem Sinne
stand oben 60D ἐντείνειν.
5 ἐμὲ διώκειν ὡς τάχιστα. Der
Tod erscheint dem Philosophen als
der Schlufsakt des Absterbens, das
er schon im Leben übt, und daher
als etwas Wünschenswertes.
7 οἷον παρακελεύει. 111} οἷα
— ποιεῖτε, ὦ θαυμάσιοι.
πολλὰ — ἐντετύχηκα. Parm
126B Ζήνωνος ἑταέρω πολλὰ ine
τύχηκε. Lach. 197D ὁ δὲ Jap
τῷ Προδέκῳ πολλὰ πλησιάξει. Crak
8960) ἔἕωϑεν πολλὰ αὐτῷ συνῆν.
11τοὐύτουτοῦὔπραγματος. 8.:ὰ
18 καϑῆκε τὰ σκέλη. Olymp.
26 seq. συντονώτερον σχῆμα ἀνέ
λαβε καὶ σεμνότερον, ὡς περὶ
βλήματος σεμνοτέρου μέλλων ὃ
λέγεσθαι.
14 ovrog nach dem Particip,
67D γελοῖον ἂν εἴη ἄνδρα
σκευάξονθ᾽ ἑαυτὸν ἐν τῷ βίῳ mu
ἐγγυτάτω ὄντα τοῦ τεϑνάναι οὔτ
£nv, 83B 96BC 1148. ᾿
16 τὸ μὴ θεμιτὸν εἶναι, ἑαυτὸν
18 Bı1041co.Philolaos, von eini
ein Tarentiner, von anderen
Krotoniate genannt. Aus der
liegenden Stelle scheint sich zu
geben, dafs er ein Zeitgenosse
okrates war und sich eine
laug in Theben aufhielt. Er
der erste, der Aufzeichnungen ü
ΦΑΙΔΩ͂Ν.
88
συγγεγονότες;᾽ ᾿οὐδέν γε σαφές, ὦ Σώκρατες. “ἀλλὰ μὴν
καὶ ἐγὼ ἐξ ἀκοῆς περὶ αὐτῶν λέγω" ἃ μὲν οὖν τυγχάνω ἀκη-
χοώς, φϑόνος οὐδεὶς λέγειν. καὶ γὰρ ἴσως καὶ μάλιστα πρέπει
μέλλοντα ἐκεῖσε ἀποδημεῖν διασκοπεῖν τε καὶ μυϑολογεῖν περὶ E
τῆς ἀποδημίας τῆς ἐκεῖ, ποίαν τινὰ αὐτὴν οἰόμεϑα εἶναι" τί
γὰρ ἄν τις καὶ ποιοῖ ἄλλο ἐν τῷ μέχρι ἡλίου δυσμῶν χρόνῳ;
VI. ‘Kara τί οὖν δή ποτε οὔ φασι ϑεμιτὸν εἶναι αὐτὸν
ἑαυτὸν ἀποκτιννύναι, ᾧ Σώκρατες: ἤδη γὰρ ἔγωγε, ὅπερ νῦν
δὴ σὺ ἤρου, καὶ Φιλολάου ἤκουσα, ὅτε παρ᾽ ἡμῖν διῃτᾶτο,
ἤδη δὲ καὶ ἄλλων τινῶν, ὡς οὐ δέοι τοῦτο ποιεῖν᾽ σαφὲς δὲ
περὶ αὐτῶν οὐδενὸς πώποτε οὐδὲν ἀκήκοα. "ἀλλὰ προϑυμεῖ-
dr χρή, ἔφη 'τάχα γὰρ ἂν καὶ ἀκούσαις.
die Pythagoreische Lehre machte,
Platon lernte dieselben kennen, als
er in Unteritalien war. 3
1 συγγεγονότες. συγγίγνεσθαι,
wie συ μεῖναι, von dem Verkehr
zwischen Lehrern und Schülern.
οὐδέν γε. Auf die mit οὐκ an-
hebende Frage des Sokrates fol
nicht eine geradezu verneinende
Antwort. Kebes hat in der That
davon gehört, nurnichts Bestimmtes,
„ σαφές. Olymp. p. 7, 32 ἔϑος δὲ
ἣν τοῖς Πυϑαγορείοις δι᾿ αἰνιγμά-
τὼν λέγειν.
8 καὶ vor Superlativen entspricht
tem lateinischen vel.
4 ἐκεῖσε, wie ἐκεῖ häufig von der
Unterwelt. 63E μοὶ φαΐένεται εἶκό-
ws ἀνὴρ τῷ ὄντι ἐν φιλοσοφίᾳ
Πιατρέφψας τὸν βίον θαρρεῖν μέῖλ-
ἰων ἀποϑθανεῖσϑαι καὶ εὔελπις εἷ-
νχζε ἐκεῖ μέγιστα οἴσεσϑαι ἀγαϑά,
πειδὰν τελευτήσῃ. 1110 ἀλλ᾽ εὔχε-
dal γέ mov τοῖς ϑεοῖς ἔξεστί τε
ιαὲὸ χρὴ τὴν μετοίκησιν τὴν ἐνθένδε
κεῖσε εὐτυχῆ γενέσθαι. Ebenso
prechen auch wir vom Jenseits.
τέ γὰφ ἄν τις καὶ ποιοῖ, WA8
ollte denn einer auch an-
leres thun?
6 μέχρι ἡλίου δυσμῶν. Olymp.
, 20 φόμος γὰρ ἦν παρὰ τοῖς .49η-
'χέοες τὸ μηδένα φονεύειν ἐν ἡμέρᾳ.
Jeshalb 890 ἕως ἔτι ,φῶς ἔστιν,
16E air οἶμαι --- ἔτι ἥλιον εἶναι
πὶ τοῖς ὄρεσιν καὶ οὔπω δεδυκέναι.
12 ἴσως μέντοι. Zweierlei war
em Kebes in den Reden des So-
rates auffällig erschienen, dafs
Puar. PuAzp.
ἴσως μέντοι
derTod dem Philosophen erwünscht
sein soll und dafs es dennoch nicht
erlaubt sein soll sich selbst zu töten:
τὸ un θεμιτὸν εἶναι ἑαυτὸν βιάξε-
σϑαι, ἐθέλειν δ᾽ ἂν τῷ ἀποϑνή-
σκοντι τὸν φιλόσοφον ἕπεσϑαι(61}).
Nachdem zunächst die Unzulässig-
keit desSelbstmordes zur Diskussion
gestellt war, beginnt Sokrates da-
mit die logische Berechtigung des-
selben zu begründen, die darinliegt,
dafs das Leben nicht absolut ein
Gut ist. Wenn nun das Leben für
manche, z. Β, für die Philosophen,
gar nicht als ein Gut gilt und sie
sich deshalb den Tod wünschen,
so sollte man meinen, dals es den-
selben erlaubt sei es sich selbst zu
nehmen. Hiermit sind die zwei
Gedanken wiederholt, diedem Kebes
widersprechend erschienen. Die
Periode, in welcher dies geschieht,
ahmt die Lässigkeit der Umgangs-
sprache nach; Platon will so un-
merklich, wie möglich, zum Thema
überleiten. Aus dem zweimal ge-
setzten ἴσως ϑαυμαστόν σοι φα-
νεῖται (φαίνεται) geht hervor, dafs
zweierlei unterschieden werden soll,
1. dafs der Tod unter Umständen
und für manche besser ist, als das
Leben, 2. dafs die, denen es besser
wäre tot zu sein, sich diese Wohl-
that nicht selbst erzeigen dürfen.
Im ersten Satze deutet τοῦτο nur
das Subjekt an, zu dem ἁπλοῦν
ἐστιν das Prädikat ist. Was unter
τοῦτο zu verstehen ist, wird in dem
mit dem explikativen καί angereih-
3
62
34
IIAAT2NOZ
ϑαυμαστόν σοι φανεῖται, εἰ τοῦτο μόνον τῶν ἄλλων ἁπάντων
ἁπλοῦν ἐστιν καὶ οὐδέποτε τυγχάνει τῷ ἀνθρώπῳ, ὥσπερ καὶ
τἄλλα, ἔστιν ὅτε καὶ οἷς βέλτιον τεϑνάναε ἢ ξῆν. οἷς δὲ
βέλτιον τεϑνάναι, θαυμαστὸν ἴσως σοι φαίνεται, εἰ τούτοις
τοῖς ἀνθρώποις μὴ ὅσιον αὐτοὺς ἑαυτοὺς εὖ ποιεῖν, ἀλλὰ ἄλλον '
δεῖ περιμένειν εὐεργέτην.᾽ καὶ ὁ Κέβης ἠρέμα ἐπιγελάσας" “ἵττω
Ζεύς,᾽ ἔφη τῇ αὑτοῦ φωνῇ εἰπών.
“καὶ γὰρ ἂν δόξειεν, ἔφη
Β ὁ Σωκράτης, “οὕτω γ᾽ εἶναι ἄλογον" οὐ μέντοι ἀλλ᾽ ἴσως γ᾽
ἔχει τινὰ λόγον. ὁ μὲν οὖν ἐν ἀπορρήτοις λεγόμενος περὶ
αὐτῶν λόγος, ὡς ἔν τινι φρουρᾶ ἐσμεν ol ἄνϑοωποι καὶ οὐ
Φ
ten Satze gesagt: οὐδέποτε τυγχάνει
τῷ ἀνθρώπῳ βέλτιον τεϑναναι ἢ
£nv. Es wird also bezweifelt, ob
es schlechthin geltend sei, dafs der
Tod besser ist als das Leben. Der
zweite Satz geht nun zu denen über,
welchen es besser ist tot zu sein,
οἷς δὲ βέλτιον τεϑνάναι rekapitu-
liert also kurz den Inhalt des ersten
Satzes.
1 μόνον τῶν ἄλλων ἁπάντων.
Der partitive Genitiv zur Verstär-
kung des Begriffes μόνον hinzuge-
fügt, wie er sich auch bei Super-
lativen findet, z. B. de leg. XII
969 A ἀνδρειότατος τῶν ὕστερον
ἐπιγιγνομένων.
2 ἁπλοῦν, einfach, unter-
schiedslos, von dem, wasschlecht-
hin auszusagen ist.
οὐδέποτε nach sl, während es im
entsprechenden Gliede der Periode
heifstFavpacro» ἔσως σοι φαίνεται,
εἰ — μὴ ὅσιον. Nach ϑαυμάξω,
εἰ findet sich οὐ auch 97 A ϑαυμαξω
γάρ, el, ὅτε μὲν ἑκάτερον αὐτῶν
wels ἀλλήλων nv, ἕν ἄρα ἑκάτερον
ἥν καὶ οὐκ ἥστην τότε δύο.
8 ἔστιν ὁτὲ καὶ οἷς ist im engen
Anschluls an das unnittelbar vor-
hergehende positive ὥσπερ καὶ zaA-
λα gesetzt, während man wegen
οὐδέποτε erwartet, dafs diese Be-
griffe negiert seien.
5 un ὅσιον. ἐστὶν fehlt, wie 65A
ὦ μηδὲν ἡδὺ τῶν τοιούτων.
6 ἵἴττω Ζεύς. In der rein böo-
tischen Mundart (φωνή) hiefs es
ἵττω Ζεύς, wie man auch Arist.
Acharn. 911 liest. Kebes, der in
seiner Herzensfreude darüber, dafs
Sokrates so gut seine Gedanken
errät, unwillkürlich in seinen Laı-
desdialekt verfällt, vermischt doch
böotische und attische Formen.
8 οὕτω, 80 ἃ. h. ohne genauere
Prüfung.
9 ἔχει τινὰ λόγον, hat seinen
guten Grund. Litotes, wie gleich
arauf μέγας τέ τις. Crit. 4A
καὶ κινδυνεύεις ἐν καιρῷ τινι om
ἐγεῖραί us.
ἐν ἀπορρήτοις. ἀπόρρητα werden
von den Lehren der Orphiker σὰ
verstehen sein, einer ungefähr 6®
v. Chr. auftauchenden mystische
Sekte, die in Orpheus einen Weihe
riester und Mysterienstifter sa.
on den Orphikern mögen die Pr
thagoreer manches angenommen
haben. ,
10 ἔν τινι φρουρᾷ ἐσμεν οἷ ar
ϑρωποι. Crat. 400B σῆμα τινὲ
φασιν αὐτὸ (sc. τὸ σῶμα) εἶναι τὴς
ψυχῆς, ὡς τεϑαμμένης ἔν τῷ ve
παρόντι. — δοκοῦσι μέντοι μὲ
μάλιστα ϑέσϑαι οἵ ἀμφὶ Ὀρφᾷα
τοῦτο τὸ ὄνομα, ὡς δίκην διδούοσις
τῆς ψυχῆς, ὧν δὴ ἕνεκα δίδοει'
δὲ περίβολον ἔχειν, Im
«Ψ
τοῦτον ὲ ᾿
σῴξηται, δεσμωτηρίου εἰκόνα.
ähnlicher Ausspruch wird dem Py-
thagoreer Philolaos zugeschrieba:
μαρτυρέονται δὲ καὶ ol παλαιοὶϑεν’
λόγοι ve καὶ μάντιες ὡς δια τινεῖ
τιμωρίας ἃ ψυχὰ τῷ σώματι 608
ξευκται καὶ καϑάπερ ἐν σάματιπουνῦ
τέϑαπται (Clem, AL. strom. II 17
φρουρᾷ. Dieselbe Vorstellung
findet sich bei Cic. somn. Seip. 3,
piis omnibus retinendus esi
in custodia corporis, Tusc. I !
nec tamen illa vincla carcens
perit.
!
4
BAIARN. ‚35
δεῖ δὴ ἑαυτὸν ἐκ ταύτης λύειν οὐδ᾽ ἀποδιδράσκειν, μέγας τέ
τίς μοι φαίνεται καὶ οὐ ῥάδιος διιδεῖν. οὐ μέντοι ἀλλὰ τόδε
γέ μοι δοκεῖ, εὗ Κέβης, εὖ λέγεσθαι, τὸ ϑεοὺς εἶναι ἡμῶν
τοὺς ἐπιμελουμένους καὶ ἡμᾶς τοὺς ἀνθρώπους ἕν τῶν κτη-
μάτων τοῖς ϑεοῖς δἶναι. ἢ σοὶ οὐ δοκεῖ οὕτως; “ἔμοιγε;
φησὶν ὁ Κέβης. “οὐκοῦν,᾽ 7 δ᾽ ὅς, 'καὶ σὺ dv τῶν σαυτοῦ
χτημάτων εἴ τι αὐτὸ ἑαυτὸ ἀποχτιννύοι μὴ σημήναντός σου,
ὅτε βούλει αὐτὸ τεϑνάναι, χαλεπαένοις ὧν αὐτῷ καί, εἴ τινα
ἔχοις τιμωρίαν, τιμωροῖο ἄν;᾽ “πάνυ γ᾽, ἔφη. “ἴσως τοίνυν
'ιταύτῃ οὐκ ἄλογον μὴ πρότερον αὑτὸν ἀποκτιννύναι δεῖν, πρὶν
ἀνάγκην τινὰ ϑεὸς ἐπιπέμψῃ, ὥσπερ καὶ τὴν νῦν ἡμῖν παρ-
οὔδσαν.᾽ἢ
VI. "AAN εἰκός, ἔφη ὁ Κέβης, “τοῦτό γε φαίνεται. ὃ
μέντοι νῦν δὴ ἔλεγες, τὸ τοὺς φιλοσόφους ῥαδίως ἂν ἐθέλειν
ἀποϑνήσκειν, ἔοικεν τοῦτο, ὦ Σώκρατες, ἀτόπῳ, εἴπερ ὃ νῦν
δὴ ἐλέγομεν εὐλόγως ἔχει, τὸ ϑεόν τε εἶναι τὸν ἐπιμελούμενον
ἡμῶν καὶ ἡμᾶς ἐκείνου κτήματα εἶναι. τὸ γὰρ μὴ ἀγανακτεῖν
τοὺς φρονιμωτάτους ἐκ ταύτης τῆς ϑεραπείας ἀπιόντας, ἐν ἡ
3 εὖ λέγεσθαι. Der Ausspruch
wird wohl auf die Pythagoreer zu-
rückzuführen sein.
4 ἕν τῶν κτημάτων. Leg. X 902B
ϑεῶν γὲ μὴν κτήματά φαμεν εἶναι
πάντα, ὁπόσα ,ϑνητὰ So, ὧνπερ
καὶ τὸν οὐρανὸν ὅλον. --- ἤδη τοί-
γυν σμικρὰ ἢ μεγάλα τις φάτω
ταῦτα εἶναι τοῖς ϑεοῖς. οὐδετέρως
γὰρ τοῖς πεκτημένοις ἡμᾶς ἀμελεῖν
ἂν εἴη προσῆκον ἐπιμελεστάτοις γε
ovoı καὶ ἀρίστοις. Ebenda 906A
ξύμμαχοι δὲ ἡμὶν ϑεοί τε ἅμα καὶ
ϑαίμονες, ἡμεῖς δ᾽ αὖ κτήματα
ϑεῶν καὶ δαιμόνων.
ἕν τῶν κτημάτων τοῖς ϑεοῖς εἷ-
ναι. 62D heilst es καὶ ἡμᾶς ἐκεί-
vov κτήματα εἶναι. 8. zu 600.
8 ὅτε βούλει. Derselbe Wechsel
ler Modi 940 Οὐκοῦν αὖ ὡμολογή-
μὲν ἐν τοῖς πρόσϑεν μήποτ᾽ ἂν
χὐτὴν ἁρμονίαν γε οὖσαν ἐναντία
ἴδειν οἷς ἐπιτείνοιτο καὶ χαλῶτο
ca) πάλλοιτο καὶ ἄλλο ὁτιοῦν πα-
dog πάσχοι ἐκεῖνα, ἐξ ὧν τυγχάνει
ὖσα, ἀλλ᾽ ἕπεσθαι ἐκείνοις καὶ
wor’ ἂν ἡγεμονεύειν ; Prot. 320B
org. 464D,
ἂν wiederholt ‚nach σὺ ἄν, wie
20 κἂν — ταχὺ ἄν.
10 πρὶν ohne ἂν mit dem Konj.,
weil in der Zeitbestimmung zu-
Fin. die Absicht liegt. enso
im. 57 B λυόμενα ou παύεται, πρὶν
ἢ παντάπασιν ὠϑούμενα καὶ δια-
λυϑέντα ἐκφύγῃ -- ἢ νικηϑέντα
— μείνῃ, Theaet. 169B τὸν γὰρ
προσελϑόντα οὐκ ἀνίης, πρὶν ἀνα
κάσης --- προσπαλαῖσαι, leg. X
873 A οὐδὲ ἔκπλυτον ἐθέλειν ylyve-
σϑαι τὸ μιανϑέν, πρὶν φόνον φόνῳ
-- τίσῃ.
11 ἀνά xnv τινά. Ähnlich 115A
ὅταν ἡ εἱμαρμένη καλῇ.
ϑεὸς ohne Artikel, wie 62D οἵ-
περ ἄριστοί εἶσι τῶν ὄντων ἐπιστά-
ται, ϑεοί, 63A ἡμᾶς ἀπολείπων
καὶ ἄρχοντας ἀγαθούς — ϑεούῦς.
14 ῥαδίως ἂν ἐθέλειν ἀποϑνή-
σκειν, wie 63A ῥᾳδίως ἀπαλλάτ-
τεσϑαι. Den Gegensatz dazu bildet
ἀγανακτεῖν ἀποϑνήσκοντα (62E),
ἀγανακτεῖν τῶ θανάτῳ.
15 ἔοικεν τοῦτο --- ἀτόπῳ. Ebenso
mit dem Dativ des Partieips 86D
καὶ γὰρ οὐ φαύλως ἔοικεν ἅπτο-
μένῳ τοῦ Aoyov. Eine dem Platon
sehr geläufige Ausdrucksweise. Vgl.
Apol. 318.
3*
63
36
HAAT2NOZ
ἐπιστατοῦσιν αὐτῶν οἴπερ ἄριστοί εἰσιν τῶν ὄντων ἐπιστάται,
ϑεοί, οὐκ ἔχει λόγον. οὐ γάρ που αὐτός γε αὑτοῦ οἴεται
ἄμεινον ἐπιμελήσεσθαι ἐλεύϑερος γενόμενος. ἀλλ᾽ ἀνόητος
μὲν ἄνϑρωπος τάχ᾽ ἂν οἰηϑείη ταῦτα, φευκτέον εἶναι ἀπὸ τοῦ
E δεσπότου, καὶ οὐκ ἂν λογίζοιτο, ὅτι οὐ δεῖ ἀπό γε τοῦ dya-s
ϑοῦ φεύγειν, ἀλλ᾽ ὅτι μάλιστα παραμένειν, διὸ ἀλογίστως ἂν
φεύγοι" ὁ δὲ νοῦν ἔχων ἐπιϑυμοῖ που ἂν ἀεὶ εἶναι παρὰ τῷ
αὑτοῦ βελτίονι. καίτοι οὕτως, ὦ Σώκρατες, τοὐναντίον εἶναι
εἰκὸς ἢ ὃ νῦν δὴ ἐλέγετο τοὺς μὲν γὰρ φρονέμους ἀγα-
νακτεῖν ἀποθνήσκοντας πρέπει, τοὺς δ᾽ ἄφρονας χαίρειν. κ᾿
ἀκούσας οὖν ὁ Σωκράτης ἡσϑῆναί τέ μοι ἔδοξε τῇ τοῦ Κέβη-
τος πραγματείᾳ, καὶ ἐπιβλέψας εἰς ἡμᾶς" “ἀεί Tor,’ ἔφη, ὁ
Κέβης λόγους τινὰς ἀνερευνᾷ, καὶ οὐ πάνυ εὐθέως ἐϑέλει
πείϑεσϑαι, ὅτι ἄν τις εἴπῃ. καὶ ὁ Zuuulas “ἀλλὰ μήν; ἔφη,
ὦ Σώκρατες, νῦν γέ μοι δοκεῖ τι καὶ αὐτῷ λέγειν Κέβης" τίυ
γὰρ ἂν βουλόμενοι ἄνδρες σοφοὶ ὡς ἀληϑῶς δεσπότας ἀμεί-
νους αὐτῶν φεύγοιεν καὶ ῥαδίως ἀπαλλάττοιντο αὐτῶν; καί
μοι δοκεῖ Κέβης εἰς σὲ τείνειν τὸν λόγον, ὅτι οὕτω ῥαδίως
φέρεις καὶ ἡμᾶς ἀπολείπων καὶ ἄρχοντας dyadovg, ὡς αὐτὺς
αὐτός, nämlich 6 φρονιμώτα-
zog. Derselbe Übergang vom Plu-
ral zum Singular 104. Ὁ ’Ao’ οὖν
— τάδε εἴη ἄν, ἃ ὅτι ἂν κατάσχ
μὴ μόνον ἀναγκάξει τὴν αὑτοῦ
δέαν αὐτὸ ἴσχειν, ἀλλὰ καὶ ἐναν-
τίου αὐτῷ ἀεί τινος; Ebenso 70E,
4 ταῦτα. Das Neutrum des Demon-
strativpronomens im Plural einen
Infinitiv ankündigend, wie 68B
σφόδρα γὰρ αὐτῷ ταῦτα δόξει, un-
δαμοῦ ἀλλοϑι καθαρῶς ἐντευξε-
σϑαι φρονήσει, ἀλλ᾽ ἢ ἐκεῖ, 804
τάδε ἡμῖν ξυμβαίνει, τῷ μὲν ϑείῳ
— ὁμοιότατον εἶναι ψυχήν. Vgl.
70D 103E.
φευκτέον εἶναι. Der Thor meint,
man müsse jedenfalls von seinem
Herren fliehen; von dieser allge-
meinen Voraussetzung ausgehend
glaubt er sogar von einem guten
erren fliehen zu müssen, womit
er sich einer grofsen Unbesonnen-
heit schuldig macht. Zu ἀπό γε
τοῦ ἀγαθοῦ ist natürlich δεσπότου
zu ergänzen.
7 παρὰ τῷ αὑτοῦ βελτίονι. Apol.
29B τὸ ὃὲ ἀδικεῖν καὶ ἀπειθεῖν
τῷ βελτίονι καὶ θεῷ καὶ ἀνϑρώκω
ὅτι κακὸν καὶ αἰσχρόν ἐστιν οἶδα.
12 πραγματείᾳ. 64E wird dem
Philosophen πραγματεέα beigelegt,
99D 100B πραγματεύεσθαι von
der philosophischen Forschung ge-
braucht.
ὁ Κέβης. 77A wird von Ke
bes gesagt: καέτοι καρτερώτατος
ἀνθρώπων ἐστὶν πρὸς τὸ ἀπιστεὶν
τοῖς λόγοις.
16 μοι — καὶ αὐτῷ, wie 110
ἀλλ᾽ ἐμοῦ γε βέᾳ καὶ αὐτοῦ.
τι — λέγειν. Gegensatz οὐδὲν
λέγειν. T4A φῶμέν τι εἶναι ἢἣ pr
δέν; Vgl. 686. ᾿
16 ἄνδρες σοφοὶ ὡς ἀληϑῶς, mi
80D εἰς “Διδου ὡς ἀληθῶς. Anden
64B ot ὡς ἀληϑῶς φιλόσοφοι, 988
τὰς ὡς ἀληϑῶς αἰτίας, 1104 ἡ οἰ
ἀληϑῶς γῆ, 64E 66B 67BDE 888,
17 αὐτῶν natürlich auf ἄνδρες be-
züglich, nicht auf δεσπότας. Eben®
1080 ὧν ἐλθόντων ὑπ᾽ ἀναγκῆς
φέρεται εἰς τὴν αὐτῇ πρέπουσαν
οἴκησιν. 114E κοσμήσας τὴν Yu
χὴν οὐκ ἀλλοτρέῳ, ἀλλὰ τῷ αὐτῆς
κόσμῳ.
|
ΦΑΙΔΩΝ, 81
ὁμολογεῖς, θεούς." “δίκαια, ἔφη, “λέγετε. οἶμαι γὰρ ὑμᾶς Β
λέγειν, ὅτι χρή μὲ πρὸς ταῦτα ἀπολογήσασϑαι ὥσπερ ἐν δι-
καστηρίῳ.᾽ “πάνυ μὲν οὖν;,᾽ ἔφη ὁ Σιμμίας.
VII. “Φέρε δή,᾽ ἢ δ᾽ ὅς, 'πειραϑῶ πιϑανώτερον πρὸς
ὑμᾶς ἀπολογήσασθαι ἢ πρὸς τοὺς δικαστάς. ἐγὼ γάρ." ἔφη,
ὦ Σιμμέα τε καὶ Κέβης, εἰ μὲν μὴ μην ἥξειν πρῶτον μὲν
παρὰ ϑεοὺς ἄλλους σοφούς τὸ καὶ ayadovg, ἔπειτα καὶ παρ᾽
ἀνθρώπους τετελευτηκότας ἀμείνους τῶν ἐνθάδε, ἠδίκουν ἂν
οὐκ ἀγανακτῶν τῷ ϑανάτῳ' νῦν δὲ εὖ ἴστε, ὅτι παρ᾽ ἄνδρας C
τε ἐλπίξω ἀφίξεσθαι ἀγαθούς" καὶ τοῦτο μὲν οὐκ ἂν πάνυ
διιϊσχυρισαίμην' ὅτι μέντοι παρὰ ϑεοὺς δεσπότας πάνυ ἀγα-
ϑοὺς ἥξειν, εὖ ἴστε, ὅτι, εἴπερ τι ἄλλο τῶν τοιούτων, διισχυ-
ρισαίμην ἂν καὶ τοῦτο. ὥστε διὰ ταῦτα οὐχ ὁμοέως ἀγανακτῶ,
ἀλλ᾽’ εὔελπίς εἰμι εἶναί τι τοῖς τετελευτηκόσι καί, ὥσπερ Y5
καὶ πάλαι λέγεται, πολὺ ἄμεινον τοῖς ἀγαϑοῖς ἢ τοῖς κακοῖς."
2. ἀπολογήσασϑαι ὥσπερ ἐν δι-
καστηρέῳ. Auf seine Verteidigun
vor Gericht nimmt Sokrates auc
noch Bezug gleich darauf πειραϑῶ
πιϑανώτερον πρὸς ὑμᾶς ἀπολογή-
σασϑαε ἢ πρὸς τοὸς δικαστάς und
098) εἴ τε οὖν ὑμῖν πιϑανώτερός
εἶμι ἐν τῇ ἀπολογέα ἢ τοῖς ᾿49η-
ναίων δικασταῖς, εὖ ἂν ἔχοι.
Ἴ παρ᾽ ἀνϑρώπους τετελευτηκό-
τας. Diese sollen offenbar den
Freunden entsprechen, die er auf
der Oberwelt zurückläfst (63 A ἡμᾶς
ἀπολείπων»).
8 ἠδίκουν ἄν, es wäre nicht
richtig, es wäre falsch von
mir. Ebenso steht 72A οὐδ᾽ ἀδέ-
κῶς im Sinne von οὐδ᾽ ὀρϑῶς, 73C
δικαίως λέγειν, 63B 86D δέκαια
λέγειν.
9 παρ᾽ ἄνδρας τε. Man erwartet
hiernach καὶ παρὰ ϑεούς: aber
durch den eingeschalteten Satz καὶ
τοῦτο μὲν — διισχυρισαίμην ist
diese Art der Verbindung. unter-
brochen, und es wird mit ὅτε μέν-
τοι von neuem angefangen. el-
chen Männern Sokrates in der Un-
terwelt zu begegnen hofft, setzt er
Apol. 40E fg. des weiteren aus-
einander. Es beifst dort: εἰ γάρ
τις ἀφικόμενος εἰς "Διδου ἀπαλλα-
γεὶς τούτων τῶν φασκόντων δικα-
στῶν εἶναι εὑρήσει τοὺς ἀληθῶς
δικαστάς, οἵπερ καὶ λέγονται ἐκεῖ
δικάξειν, Μίνως τε καὶ ἹΡαδάμαν-
θυς καὶ Αἰακὸς καὶ Τριπτόλεμος
καὶ ἄλλοι, ὅσοι τῶν ἡμιθέων δί-
καίοι ἐγένοντο ἐν τῷ ἑαυτῶν βίῳ,
ὥρα φαύλη αν εἴη ἡ ἀποδημέα; ἢ
av Ὀρφεῖ ξυγγενέσθϑαι καὶ Mov-
σαίῳ καὶ Ἡσιόδῳ καὶ Ὁμήρῳ ἐπὶ
πόσῳ ἂν τις δέξαιτ᾽ ἂν ὑμῶν;
10 τοῦτο bezieht sich blofs auf
παρ ανδρας ἀφέξεσθαι ἀγαϑούς,
nicht auf ἐλπίξω. Platon unter-
scheidet hier also zwischen blofsen
Annahmen und festen Überzeu-
gungen.
μὲν entspricht dem μέντοι, wie
860 1140. ᾿
12 ἥξειν wohl mit Rücksicht auf
das parallel stehende, von ἐλπέξω
abhängige ἀφέξεσϑαι gesetzt, wenn-
gleich das folgende τοῦτο eben 80
wenig, wie das vorhergehende den
Begriff des regierenden Verbs ἐλ-
πίξω berücksichtigt, sondern nur
auf παρὰ ϑεοὺς — ἥξειν zurück-
eht. Die Nachahmung der münd-
ichen Rede, die hier vorliegt, be-
einträchtigt die formelleKonzinnität
der Konstruktion.
13 οὐχ ὁμοέως, nämlich als wenn
ich ohne diese Hoffnung wäre.
14. elval τι τοῖς τετελευτηκόσι.
91B εἰ δὲ μηδέν ἐστι τελευτήσαντι.
15 πάλαι. Von diesem alten Glau-
38 TIAAT2NOE
Ti οὖν,᾽ ἔφη ὁ Σιμμίας, “ὦ Σώκρατες; αὐτὸς ἔχων τὴν διά-
νοιαν ταύτην ἐν νῷ ἔχεις ἀπιέναι, ἢ κἂν ἡμῖν μεταδοίης;
κοινὸν γὰρ δὴ ἔμοιγε δοκεῖ καὶ ἡμῖν εἶναι ἀγαϑὸν τοῦτο, καὶ
ἅμα σοι ἀπολογία ἐστίν, ἐών, ἅπερ λέγεις, ἡμᾶς πείσῃς."
“ἀλλὰ πειράδομαι,.᾽ ἔφη.
'πρῶτον δὲ Κρέτωνα τόνδε σκεψώ- '
μεϑα, τί ἐστιν ὃ βούλεσθαί μοι δοκεῖ πάλαι εἰπεῖν. “τί, ὁ
Σώκρατες, ἔφη ὁ Κρίτων, ἄλλο γε ἢ πάλαι μοι λέγει ὁ μέϊ-
λων σοι δώσειν τὸ φάρμακον, ὅτι χρή σοι φράξειν ὡς ἐλά-
χιστα διαλέγεσθαι; φησὶ γὰρ ϑερμαένεσθαι μᾶλλον διαλεγο-
μένους. δεῖν δὲ οὐδὲν τοιοῦτον προσφέρειν τῷ φαρμάκῳ. εἰ"
E δὲ un, ἐνίοτε ἀναγκάξεσϑαι καὶ δὶς καὶ τρὶς πένειν τοῦς τι
τοιοῦτον ποιοῦντας."
σων. ἐὰν δὲ δέῃ, καὶ τρές.᾽
ὁ Κρίτων" “ἀλλά μοι πράγματα παρέχει."
ben der Griechen heilst es Gorg.
523 A ἦν οὖν νόμος Ode περὶ ἀν-
θοώπων ἐπὶ Κρόνου καὶ ἀεὶ καὶ
vov ἔτι ἔστιν ἐν ϑεοῖς, τῶν ἀνθρύ-
πῶν τὸν μὲν δικαίως τὸν βίον δι-
ελϑόντα καὶ ὁσίως, ἐπειδὰν τελευ-
τήσῃ, εἰς μακάρων νήσους ἀπιόντα
οἰκεῖν ἐν πάσῃ εὐδαιμονίᾳ ἐκτὸς
κακῶν, τὸν δὲ ἀδίκως καὶ ἀϑέως
εἰς τὸ τῆς τίσεώς τε καὶ δίκης
δεσμωτήριον, ὃ δὴ Τάρταρον κα-
λοῦσιν, ἰέναι.
1 αὐτὸς ἔχων im Gegensatz zu
ἡμῖν μεταδοίης. Vgl. 57A.
8 κοινόν, Phaedr. 2790 κοινὰ
γὰρ τὰ τῶν φίλων.
4 ἀπολογία ἐστίν, ἐὰν — πεί-
σης. Ebenso de rep. I 330B ἐγὼ
δὲ ἀγαπῶ, ἐὰν μὴ ἐλάττω κατα-
λίπω τουτοισί». '
ὄπρῶτον, primum, zuvor. Ebenso
890 g1C.
6 τί --- alloyen. Nach τί ἄλλο
γε schwebt ein allgemeiner Begriff
vor, wie γέγνεται.
7 ὁ μέλλων σοι δώσειν τὸ φάρ-
μαπκον, auch 117A erwähnt: τὸν
μέλλοντα διδόναι τὸφάρμακον. Der
eigentliche Name für diese Person
war ὁ δήμιος, ὁ δημόσιος, auch ὁ
δημόκοινος βασανιστής, ὁ πόρνος,
weil er unrein ist, weshalb er auch
aufserhalb der Stadt πρὸς τῷ ὀρύγ-
ματι wohnt. Mit attischer Urba-
καὶ ὃ Σωκράτης"
αὐτόν. ἀλλὰ μόνον τὸ ἑαυτοῦ παρασκευαξέτω ὡς καὶ δὶς δω-
«ἀλλὰ σχεδὸν μέν τι ἤδη, ἔφη
‘Zar, ἔφη. "χαίρειν
‘Eu αὐτόν," ἔφη.
nität nennt Platon, was häfalich
und unangenehm ist, nicht mit dem
eigentlichen Namen, sondern ix
zeichnet es durch eine Umschrei-
bung. Vgl. zu 580. Es hindert
nichts anzunehmen, dafs die Mah-
nung dieses Mannes aus Teilnahme
für den edlen Verurteilten hervor-
egangen sei. Ja, die Fassung des
atzes εἰ δὲ μή, ἐνίοτε ἀναγχα-
ξεσϑαι καὶ δὶς καὶ τρὶς πίνειν τουῖ
τι τοιοῦτον ποιοῦντας ber
sogar zu dieser Annahme,
9 μᾶλλον, nämlich τοῦ δέοντος.
10 εἰ δὲ un. Da εἰ δὲ μὰ τι
Einführung des Gegensatzes zum
vorhergehenden Satz formelhaft ge-
worden war (vgl. 91C), so ge
brauchte man es nach negativen
Sätzen im Sinne von εἰ δέ. (nl.
634.
11 καὶ δὲς καὶ τρές. Das erste καὶ
sogar, das zweite bis, wohl
auch. Thuk. 182, 2 διελθόνταν
ἐτῶν καὶ δύο καὶ τριῶν. _
18 μόνον beim Imperativ ΜΠ6 uns
nur. Phaedr. 262 ἢ μόνον δήλωσον,
Charm. 155B μόνον ἐλθέτω, Euthyd.
2850 μόνον anopnvaro. ,
14 ἀλλὰ — μὲν — alla. Du
erste Glied hat konzessiven Sin.
σχεδὸν und τὶ durch ein das
schen gesetztes Wörtchen getrent,
wie σχεδὸν γάρ τι οἶδα Lach. 190.
BAIARN. 39
ἀλλ ὑμῖν δὴ τοῖς δικασταῖς βούλομαι ἤδη τὸν λόγον ἀπο-
δοῦναι, ὥς μοι φαίνεται εἰχότως ἀνὴρ τῷ ὄντι ἐν φιλοδοφέᾳ
διατρίψας τὸν βίον ϑαρρεῖν μέλλων ἀποθανεῖσθαι καὶ εὔελπις 64
εἶναι ἐκεῖ μέγιστα οἴσεσϑαι ἀγαϑά, ἐπειδὰν τελευτήσῃ. πῶς
ἂν οὖν δὴ Todd’ οὕτως ἔχοι, ὦ Σιμμία τε καὶ Κέβης, ἐγω
πειράσομαι φράσαι.
IX. Κινδυνεύουσι γὰρ 0001 τυγχάνουσιν ὀρϑῶς ἁπτόμενοι
φιλοσοφίας λεληϑέναι τοὺς ἄλλους, ὅτι οὐδὲν ἄλλο αὐτοὶ ἐπι-
τηδεύουσιν ἢ ἀποθνήσκειν τε καὶ τεϑνάναι. εἰ οὖν τοῦτο
ἀληϑές, ἄτοπον δήπου ἂν εἴη προθϑυμεῖσϑαι μὲν ἐν παντὶ τῷ
βίῳ μηδὲν ἄλλο ἢ τοῦτο, ἥκοντος δὲ δὴ αὐτοῦ ἀγανακτεῖν,
μ᾿) [2
ὃ πάλαι προεϑυμοῦντό τε καὶ ἐπετήδευον.᾽ καὶ ὁ Σιμμίας
γελάσας" “νὴ τὸν Ada, ἔφη, ὦ Σώκρατες, οὐ πάνυ γέ με νῦν Β
γελασείοντα ἐποίησας γελάσαι. οἶμαι γὰρ ἂν δὴ τοὺς πολλοὺς
αὐτὸ τοῦτο ἀκούσαντας δοκεῖν εὖ πάνυ εἰρῆσϑαι εἰς τοὺς
φιλοσοφοῦντας καὶ ξυμφάναι ἂν τοὺς μὲν παρ’ ἡμῖν ἀνθρώ-
πους καὶ πάνυ, ὅτι τῷ ὄντι οἵ φιλοσοφοῦντες ϑανατῶσι καὶ
σφᾶς γε οὐ λελήϑασιν, ὅτι ἄξιοί εἰσιν τοῦτο πάσχειν. “καὶ
ἀληϑῆ γ᾽ ἂν λέγοιεν, ὦ Σιμμία, πλήν γε τοῦ σφᾶς μὴ λελη-
ϑέναι. λέληϑεν γὰρ αὐτούς, N Te ϑανατῶσι καὶ ἡ ἄξιοί
εἰσιν ϑανάτου οἵ ὡς ἀληϑῶς φιλόδοφοι.
πρὸς ἡμᾶς αὐτοὺς χαίρειν εἰπόντες ἐκείνοις. ἡγούμεϑα τι
11 ἀγανακτεῖν 0. ἀγανακτεῖν mit
2 ἀνὴρ τῷ ὄντι ἐν φιλοσοφίᾳ
Bus ς eis ὁ dem Objektsaccusativ,wieEuthyphr.
διατρίψας τὸν βέον heilst 66B
εἴπωμεν yao, ἔφη. C
γνησίως φιλόσοφος.
4 ἐκεῖ. 8. zu 618.
7 Κινδυνεύουσι. Cic. Tusc. 181
75 secernere autem a corpore amı-
mum ecquid aliud est, quam mort
discere? Entsprechend sagt So-
krates 67 Ὁ τὸ, μελέτημα αὐτὸ τοῦτο
ἐστι τῶν φιλοσόφων, λύσις καὶ χω-
ρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ σώματος.
8 λεληϑέναι τοὺς ἄλλους, ὅτι.
Ebenso ist λαψϑάνω kurz darauf
konstruiert οὐ λελήϑασιν ὅτι ἄξιοί
εἰσιν τοῦτο πάσχειν.
αὐτοὶ hinzugefügt, um die Phi-
losophen den Nichtphilosophen (τοῦς
ἀΐλουρ) entgegenzusetzen. 9. zu
ὅδ Δ.
9 ἀποϑνήσκειν τε καὶ τεϑνάναι.
Epicharmos bei Sext. Emp. adv.
math. 1 273 ἀποθανεῖν ἢ τεϑνάναι
οὔ μοι διαφέρει.
4D ταῦτα δὴ ovv καὶ ἀγανακτεῖ
Ο TE πατὴρ καὶ οἵ ἄλλοι οἰκεῖοι,
Dagegen 68 Β ἀγανακτῶν τῷ ϑα-
νάτῳ.
14 τοὺς πολλούς. Das Volk hielt
die Philosophen für Schwätzer,
Atheisten und Jugendverderber.
16 τοὺς μέν. Zu 58A.
παρ ἡμῖν. Wenn aller Orten die
Philosophen beim Volk in Mißs-
kredit waren, so kann es nicht auf-
fallen, dafs besonders die durch
ihren Mangel an Bildung verrufenen
Landsleute des Simmias (τοὺς μὲν
παρ᾽ ἡμῖν ἀνθρώπους) sich in ἀχα.
stischen spöttischen Bemerkungen
gegen sie ergingen.
20 ἢ ἄξιοί εἰσιν. Die Menge
nimmt an, dafs die Philosophen
den Tod als Strafe für ihre Ver-
kehrtheit verdienen.
22 ἡγούμεϑα τι. Platon konsta-
40 HAAT2NOZ
τὸν θάνατον εἶναι;
tiert zunächst, dafs das in Frage
Kommende eine begriffliche Sub-
stanz sei, dann geht er näher auf
das Wesen desselben ein. Ebenso
65D φαμέν τι εἶναι δίκαιον αὐτὸ
ἢ οὐδέν; 1080 ϑερμόν τι καλεῖς
καὶ ψυχρόν;
2 ρα μὴ ἄλλο τι. ‚Gorg. 524B
ὁ ϑάνατος τυγχάνει ὦν, ὡς ἐμοὶ
δοκεῖ, οὐδὲν ἄλλο ἢ δυοῖν πραγμά-
τοιν διάλυσις τῆς ψυχῆς καὶ τοῦ
σώματος ἀπ᾿ ἀλλήλοιν. Phaed.67C.
Cic. Tusc. 1 9, 18 sumt enim qui
discessum anımı a corpore pulent
esse mortem.
τὴν τῆς ψυχῆς — ἀπαλλαγήν;
καὶ εἶναι τοῦτο τὸ τεϑνάναι. Das
Prädikat mit dem Artikel in deikti-
scher Bedeutung. Anders 107C εἰ
μὲν γὰρ ἣν ὁ ϑάνατος τοῦ παντὸς
ἀπαλλαγή.
6. ἄρα μὴ — ἢ. Der Konjunktiv
ist der deliberative. Am häufigsten
ist von demselben allerdings die
erste Person, doch findet sich auch
die dritte. Phil. 15D πόϑεν τις
ἄρξηται: Vgl. 116}.
7 ἐὰν ἄρα καὶ σοὶ ξυνδοκῇ ἅπερ
ἐμοί. Bei derartigen Vergleichungen
flegt καί im demonstrativen und
Im relativen Satze zu stehen. 76E
ὥσπερ καὶ ταῦτα ἔστιν, οὕτως καὶ
τὴν ἡμετέραν ψυχὴν εἶναι, Dafs
es auch fehlen kann, beweisen fol-
“πάνυ γε, ἔφη ὑπολαβὼν ὁ Zuuples
‘apa μὴ ἄλλο τι ἢ τὴν τῆς ψυχῆς ἀπὸ τοῦ σώματος ἀκαϊ-
λαγήν; καὶ εἶναι τοῦτο τὸ τεϑνάναι, χωρὶς μὲν ἀπὸ τῆς
ψυχῆς ἀπαλλαγὲν αὐτὸ καϑ᾽ αὑτὸ τὸ σῶμα γεγονέναι, γχορὶς
δὲ τὴν ψυχὴν ἀπὸ τοῦ σώματος ἀπαλλαγεῖσαν αὐτὴν καϑ'
αὑτὴν εἶναι; aga μὴ ἄλλο τι ἡ ϑάνατος ἢ τοῦτο; "οὖν,
ἀλλὰ τοῦτο,᾽ ἔφη. ᾿σχέψαι δή, ὠγαϑέ, ἐὰν ἄρα καὶ σοὶ
Ὁ ξυνδοκῇ ἅπερ ἐμοί" ἐκ γὰρ τούτων μᾶλλον οἶμαι ἡμᾶς εἴσεσϑαι,
περὶ ὧν σκοποῦμεν. φαίνεταί δοι φιλοσόφου ἀνδρὸς εἶναι
ἐσπουδακέναι περὶ τὰς ἡδονὰς καλουμένας τὰς τοιάσδε, οἷον
σίτων καὶ ποτῶν; Ἥκιστα, ὦ Σώκρατες,᾽ ἔφη ὁ Σιμμίας. “τί
δέ; τὰς τῶν ἀφροδισίων; “οὐδαμῶς.᾽ “τί δέ; τὰς ἄλλας τὰς
περὶ τὸ σῶμα ϑεραπείας δοκεῖ ὅοι ἐντίμους ἡγεῖσθαι ὁ τοιοῦ-
τος; οἷον ἱματίων διαφερόντων κτήσεις καὶ ὑποδημάτων καὶ
gende Beispiele: 1006 ἐάν σοι Evr-
οκῇ ὥσπερ ἐμοί, 102 Ὁ βουλόμενος.
δόξαι σοὶ ὅπερ ἐμοί, 108B ἀφικο:
μένην δὲ οϑιπερ al ἄλλαι.
10 ἐσπουδακέναι. Wegen des
Perfekts vergl. Phädr. 234D δοχῶ
γάρ σοι παίξειν καὶ οὐχὶ doxor-
δακέναι͵
11 τί δέ; τὰς τῶν ἀφροῦ. ἃ. 1. τί
δέ; περὶ τὰς τῶν ἀφροῦ, Die Prä-
position nicht wiederholt, wie de
rep. IV 4280 “οὐκ ἄρα διὰ τὴν
ὑπὲρ τῶν ξυλίνων σκευῶν ἐπιστῆ-
μὴν βουλευομένη, ὡς ἂν ἔχοι βεῖ-
τίστα, σοφὴ κλητέα πόλις ;᾽ “οὐ μὲν"
zo? “τί δέ; τὴν ὑπὲρ τῶν ἐκ τοῦ
χαλκοῦ ἢ τινα ἄλλην τῶν τοιοῦ"
των." “οὐδ᾽ ἡντινοῦν," ἔφη.
14οἷον ἱματέων διαφερόντων. Dala
Sokrates den hier anfgestelltenFor-
derungen gemäls lebte, ergiebt sich
aus Xen. mem, I 6,2. Dortsagtder
Sophist Antipbon, zu ihm: £ns γοῦν
οὕτως, ὡς οὐδ᾽ ἂν εἷς δοῦλος ὑπὸ
δεσπότῃ διαιτώμενος μείνειε, σιτία
ze σιτῇ καὶ ποτὰ πίνεις τὰ φαῦλο"
τατα καὶ ἱμάτιον ἠμφίεσαι οὗ BO“
vov φαῦλον, ἀλλὰ τὸ αὐτὸ ϑέρουξ'
τε καὶ χειμῶνος, ἀνυπόδητος τε καὶ
ἀχίτων διατελεῖς. Der τρίβων des
Sokrates (Prot. 3860) wurde sp&
ter allgemeine Philosophentracht.
ὑποδημάτων. Mit dem Schub-
werk wurde in Athen grofser Lux@
ΦΑΙΔΩΝ, 41
τοὺς ἄλλους καλλωπισμοὺς τοὺς περὶ TO σῶμα πότερον τιμᾶν
δοκεῖ σοι ἢ ἀτιμάξειν, nad’ ὅσον μὴ πολλὴ ἀνάγκη μετέχειν Ἐὶ
αὐτῶν; “ἀτιμάξειν ἔμοιγε Öoxel, ἔφη;
“οὐκοῦν ὅλως δοκεῖ σοι." ἔφη".
λόψοφος.᾽
ὅ γε ὡς ἀληϑὼς φι-
“ἡ τοῦ τοιούτου
᾿ πρυγματεία οὐ περὶ τὸ σῶμα εἶναι, ἀλλὰ καϑ᾽ ὅσον δύναται
ἀφεστάναι αὐτοῦ, πρὸς δὲ τὴν ψυχὴν τετράφϑαι;᾽ "ἔμοιγε."
do οὖν πρῶτον μὲν ἐν τοῖς τοιούτοις δῆλός ἐστιν ὁ φιλό-
00905 ἀπολύων ὅτι μάλιστα τὴν ψυχὴν ἀπὸ τῆς τοῦ σώματος 65
κοινωνίας διαφερόντως τῶν ἄλλων ἀνθρώπων;
)χαὶ δοκεῖ γε δήπου, ὦ Σιμμία, τοῖς πολλοῖς ἀνθρώποις, ᾧ
“ φαίνεται.
4
μηδὲν ἡδὺ τῶν τοιούτων μηδὲ μετέχει αὐτῶν, οὐκ ἄξιον εἶναι
iv, ἀλλ᾽ ἐγγύς τι τείνειν τοῦ τεϑνάναι ὁ μηδὲν φροντίζων
τῶν ἡδονῶν, ai διὰ τοῦ σώματός εἰσιν."
ἀληϑῆ λέγεις."
5
“πάνυ μὲν οὖν
X. “Τί δὲ δὴ περὶ αὐτὴν τὴν τῆς φρονήσεως κτῆσιν;
getrieben. Doch gingen Leute, die
auf strenge Zucht hielten, beson-
ders die Philosophen, barfufs. ἀνυ-
ποδήτους nennt sie daher Arist.
Nub. 103.
1 καλλωπισμοὺς τοὺς περὶ τὸ
σῶμα nennt ΟἿο. de nat. deor. II
58, 146 corporum lenocinsa.
7 ae οὖν, ergone, wie 16 D.
δηλός ἐστιν ὁ φιᾶ. Cie. Tusc. IT.
31, 75 Quid tum agımus, nisi amni-
mum ἃ se ipsum advocamus, 86-
Cum esse COgimus maximeque a cor-
pore abducimus? Secernere autem
a corpore animum ecquid aliud est
quam mori discere?
10 τοῖς πολλοὶς ἀνϑρωποις. Zu
οἱ πολλοί findet sich nicht selten
ἄνϑρωποι hinzugesetzt.
πολλοὶ ἄνθρωποι, 92 D τοῖς πολλοῖς
- ἀνθρώποις, Apol. 29 Β τῶν πολ-
λῶν ἀνθρώπω».
11 μηδέ gleich καὶ ὃς μή. Im
zweiten Satze ist das Relativ in
einem andern Kasus zu ergänzen,
auch 81 Β οὐ τις ἂν ἅψαιτο καὶ
ἶδοι, 82 D οἷς τι μέλει τῆς ἑαυτῶν
ψυχῆς, ἀλλὰ σώματι πράττοντες
πασχα ee
οὐκ ἄξιον leo nv. Crit. 53 Ὁ
καὶ τοῦτο ποιοῦντι ἀρα ἄξιό: σοι
ξὴν ἔσται.
12 ἐγγύς τι τείνειν τοῦ τεϑνάναι.
Soph, Ant. 1165 τὰς γὰρ ἡδονὰς
80 Ὦ οἵ
ὅταν προδῶσιν ἄνδρες, ı οὐ τίϑημ᾽
ἐγὼ ξῆν τοῦτον, ἀλλ᾽ ἔμψυχον ἡγοῦ-
μαι νεκρόν. Von einem Menschen,
der kein Vergnügen hat, heifst es
Phileb, 21C ξην οὐκ ἀνθρώπου βίον,
ἀλλά τινος πλεύμονος ἢ τῶν ὅσα
ϑαλάττια μετ᾽ ὀστρεΐνων ἔμψυχά
ἐστι σωμάτων.
15 τῆς φρονήσεως. Was unter
φρόνησις zu verstehen ist, ergiebt
sich aus 79 C Ὅταν δέ γε αὐτὴ (ἢ
ψυχὴ) nad” αὐτὴν σχοπῇ, ἐκεῖσε
οἴχεται εἰς τὸ καθαρόν τε καὶ ἀεὲ
ὃν καὶ ἀϑάνατον καὶ ὡσαύτως ἔχον
καὶ ὡς συγγενὴς οὐσα αὐτοῦ ἃ εὲ
μετ᾽ ἐκείνου τὲ γίγνεται, ὅτανπερ
αὐτὴ ad’ αὐτὴν γένηται καὶ ἐξῇ
αὐτῇ, καὶ πέπαυταί τε τοῦ πλά-
vov καὶ περὶ ἐκεῖνα ἀεὶ κατὰ ταὐτὰ
ὡσαύτως ἔχει ἅτε τοιούτων ἐφαπτο-
μένη: καὶ τοῦτο αὐτῆς τὸ πάϑημα
φρόνησις κέκληται: Daher gelan pen
ρόνησις erst nach
Tode. "6 Ὁ τῷ ὄντι ἡμῖν δέδεικται,
ὅτι, εἰ μέλλομέν ποτὲ καϑαρῶς τι
εἴσεσθαι, ἀπαλλακτέον αὐτοῦ (τοῦ
σώματος) καὶ αὐτῇ τῇ ψυχῇ 9εα-
τέον αὐτὰ τὰ πρᾶγ ara καὶ τότε,
ὡς ἔοικεν, ἡμῖν ara οὗ ἐπιϑυ-
μοῦμέν Te καί φαμεν ἐρασταὶ εἶναι
φρονήσεως, ἐπειδὰν τελευτήσωμεν
— ξῶσιν δὲ οὔ. Vgl. OB. Nahe
kommen wir aber der φούνησις
mittels der διάνοια. 65 Εἰ ὃς ἂν
42 TAATRNOZ.
πότερον ἐμπόδιον τὸ σῶμα ἢ οὔ, ἐάν τις αὐτὸ ἐν τῇ ζητήσει
Β κοινωνὸν συμπαραλαμβάνῃ; οἷον τὸ τοιόνδε λέγω" ἄρα ἔχει
ἀλήϑειάν τινα ὄψις τε καὶ ἀκοὴ τοῖς ἀνθρώποις, ἢ τά γε του-
αὔτα καὶ ol ποιηταὶ ἡμῖν dei ϑρυλοῦσιν, ὅτι οὔτ᾽ ἀκούομεν
ἀκριβὲς οὐδὲν οὔτε ὁρῶμεν; καίτοι εἰ αὗται τῶν περὶ τὸ σῶμα!
αἰσϑήσεων μὴ ἀκριβεῖς εἰσιν μηδὲ σαφεῖς, σχολῇ αἵ γε ἄλλαι"
πᾶσαι γάρ που τούτων φαυλότεραί εἰσιν. ἢ σοὶ οὐ δοκοῦσιν"
“πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. “πότε οὖν,᾽ ἦ δ᾽ ὅς, “ἡ ψυχὴ τῆς ἀλη
ϑείας ἅπτεται; ὅταν μὲν γὰρ μετὰ τοῦ σώματος ἐπιχειρῇ τι
C σκοπεῖν, δῆλον, ὅτι τότε ἐξαπατᾶται ὑπ᾽ αὐτοῦ." “ ἀληϑῆ den
yes.’
‘ao’ οὖν οὐκ ἐν τῷ λογίζεσϑαι, εἴπερ που ἄλλοϑι,
κατάδηλον αὐτῇ γίγνεταί τι τῶν ὕντων;" “ναί. "λογίζεται
δέ γέ που τότε κάλλιστα, ὅταν αὐτὴν τούτων μηδὲν παραλυπῇ
μήτε ἀκοὴ μήτε ὄψις μήτε ἀλγηδὼν μηδέ τις ἡδονή, ἀλλ᾽ ὅτι
μάλιστα αὐτὴ nad” αὑτὴν γίγνηται ἐῶσα χαίρειν τὸ σῶμα,
καί, Ka” ὅσον δύναται, μὴ κοινωνοῦσα αὐτῷ μηδ᾽ ἁπτομένη
ὀρέγηται τοῦ ὄντος."
μάλιστα ἡμῶν καὶ ἀκριβέστατα πα-
ρασκευάσηται αὐτὸ ἕκαστον δια-
vondnvaı, περὶ οὗ σκοπεῖ, οὗτος
ἂν ἐγγύτατα ἴοι τοῦ γνῶναι ἕκα-
στον ;? “πάνυ μὲν οὐν." “ἀρ οὐν ἐκεῖ-
νος ἂν τοῦτο ποιήσειε καϑαρώτατα,
ὅστις ὅτι μάλιστα αὐτῇ τῇ διανοίᾳ
ἴοι ἐφ᾽ ἕκαστον κτλ.
2 οἷον τὸ τοιόνδὲ λέγω. 18 D
«πῶς λέγεις; “οἷον τὰ τοιάδε κτλ."
Mit diesen Worten geht Sokrates
zur Aufführung von Beispielen über,
durch die er den eben angedeu-
teten allgemeinen Satz verdeut-
lichen will. .
4 οἵ ποιηταί. Ähnliche Aus-
sprüche finden sich bei Epicharmos:
v00g ὁρῇ καὶ νόος dxovs' alle
κωφὰ καὶ τυφλὰ ‚ bei Parmenides
v.54 μηδέ σ᾽ ἔϑος πολύπειρον ὁδὸν
κατὰ τήνδε βιάσϑω νωμᾶὰν ἄσκο-
πον ὄμμα καὶ ἠχήεσσαν ἀκουὴν καὶ
γλώσσαν᾽ κρῖναι δὲ λόγῳ πολύδη-
ρον ἔλεγχον ἐξ ἐμέϑεν ῥηϑέντα,
bei Empedokles v. δ7 γυίων πίστιν
ἔρυκε, vosı δ᾽ ἢ δῆλον ἕκαστον.
Dasselbe lehrte Herakleitos: κακοὶ
μάρτυρες ἀνθρώποισιν Öpdaluol
καὶ ὦτα βαρβάρους ψυχὰς ἐχόντων
(Sext. math. VII 126) und Anaxa-
gras: ὑπὸ ἀφαυρότητος αὐτῶν (τῶν
ἔστι ταῦτα.
“οὐκοῦν καὶ ἐνταῦϑα ἢ
αἰσθήσεων) οὐ δυνατοί ἐσμεν xgi-
ψειν τἀ ληϑέὲς (Sext. math, VII).
4 οὔτ᾽ ἀκούομεν ἀκριβὲς οὐδὲν
οὔτ᾽ ὁρῶμεν scheint ein tragischer
Vers zu sein,
5 αὗται. Der Gesichtssinn galt
dem Platon so sehr für den vor-
pehmsten, dafs er ihn zur Bezeich-
nung vonSinn überhaupt gebraucht.
Daher ist ihm ὁρατὸς manchmal
gleich αἰσθητός, wie 79 A Tim. 49A,
11 λογέξεσϑαι, wie 65 E διανοεῖ-
σϑαι bezeichnet die rein geistige
Thätigkeit ohne irgend welche Be-
teiligung der Sinne. Sie ist ge-
richtet auf die Erfassung dessen,
was wahrhaft ist, dem wirkliches
Sein zukommt. Platon bezeichnet
dasselbe als τὰ ὄντα, τὸ ὄν, οὐσίαν
(65 E), τὸ ἀληϑέστατον (65 E), εἴδη
(102 B), die Ideen. Wer sich die-
selben angeeignet hat, der ist ım
Besitze der ἀλήϑεια.
13 παραλυπῇ. Dieses παραλυπεῖν
wird 66 A bezeichnet als ein ragat-
τειν καὶ οὐκ ἐὰν κτήσασϑαι din
ϑειᾶν τε καὶ φρόνησιν.
14 μήτε ἀλγηδὼν μηδέ τις ἡδονῇ.
μηδέ, noch auch, nach μήτε, w€
das zweite Glied zum ersten im
Verhältnis eines Gegensatzes steht.
ΦΑΙΔΩΝ, 48
τοῦ φιλοσόφου ψυχὴ μάλιστα ἀτιμάξει τὸ σῶμα καὶ φεύγει Ὁ
ἀπ᾿ αὐτοῦ, ξητεῖ δὲ αὐτὴ nad’ αὑτὴν γίψνεσθαι;᾽ “φαίνεται.
‘ti δὲ δὴ τὰ τοιάδε, ὦ Σιμμία; φαμέν τι εἶναι δίκαιον αὐτὸ
n οὐδέν." “φαμὲν μέντοι νὴ Ale.’ "καὶ καλόν γέ τι καὶ ἀγα-
εϑόν;᾽ “πῶς δ᾽ οὔ;᾽ “ἤδη οὖν πώποτέ τι τῶν τοιούτων τοῖς
ὀφθαλμοῖς εἶδες; “οὐδαμῶς,᾽ ἡ δ᾽ ὅς. "ἀλλ᾽ ἄλλῃ τινὶ αἰσϑή-
σει τῶν διὰ τοῦ σώματος ἐφήψω αὐτῶν; λέγω δὲ περὶ πάν-
τῶν. οἷον μεγέϑους πέρι ὑγιείας ἰσχύος καὶ τῶν ἄλλων Evi
λόγῳ ἁπάντων τῆς οὐσίας, ὃ τυγχάνει ἕκαστον ὄν" ‚ge διὰ E
0 τοῦ σώματος αὐτῶν τὸ ἀληϑέστατον ϑεωρεῖται, ἢ ὧδε ἔχει"
ὃς ὧν μάλιστα ἡμῶν καὶ ἀκριβέστατα παρασκευάσηται αὐτὸ
ἕκαστον διανοηϑῆναι, περὶ οὗ σκοπεῖ, οὗτος ἂν ἐγγύτατα ἴοι
τοῦ γνῶναι ἕκαστον; πάνυ μὲν 00V. “ἀρ᾽ οὖν ἐκεῖνος ἂν
τοῦτο ποιήσειε καϑαρώτατα, ὅστις ὅτι μάλιστα αὐτῇ τῇ δια--
δνοίᾳ ἴοι ἐφ᾽ ἕκαστον μήτε τὴν ὄψιν παρατιϑέμενος ἐν τῷ δια--
νοεῖσϑαι μήτε τινὰ ἄλλην αἴσϑησιν ἐφέλκων μηδεμίαν μετὰ 66
τοῦ λογισμοῦ, ἀλλ᾽ αὐτῇ nad αὑτὴν εἰλικρινεῖ τῇ διανοίᾳ
χρώμενος αὐτὸ HH” αὑτὸ εἰλικρινὲς ἕκαστον ἐπιχειροῖ ϑη-
ρδύειν τῶν ὄντων ἀπαλλαγεὶς ὅτι μάλιστα ὀφθαλμῶν τε καὶ
8 τέ δὲ δὴ τὰ τοιάδε, nämlich
λέγεις, wie Gorg. 474D τί δὲ τόδε;
Vgl. 78D:
δίκαιον αὐτός, Es wird nach
der Gerechtigkeit an und für sich
ge gefragt. αὐτὸ ist also zu δέκαιον
Ainzuge esetzt, weil nicht von der
Gerec tigkeit die Rede ist, die an
Menschen oder Handlungen oder
Urteilen zur Erscheinung kommt,
also von der Gerechtigkeit als Eigen-
schaft, sondern von der Idee der
Gerechtigkeit, die nur mit dem
Geiste erfafst werden kann.
4 μέντοι. 8. zu 68 Β.
5 τοῖς ὀφθαλμοῖς — ἄλλῃ τινὶ
αἰσϑήσει. Der Gesichtssinn wird
‚auch sonst bei Platon den anderen
entgeger esetzt. 65 E μήτε τὴν ὄψιν
παρατιὃ μενος -- μήτε τινὰ ἄλλην
αἴσϑησιν ἐφέλκων. Tim. 51 A τοῦ
γεγονότος ὁρατοῦ καὶ πάντως al-
σϑητοῦ, 51 Ο ταῦτα, ἀπερ καὶ βλέ-
πομὲν ὅσα τε ἄλλα διὰ τοῦ σωμα-
τος αἰσθανόμεϑα.
Ἴ περὶ πάντων --- τῆς οὐσίας.
Zu konstruieren περὶ τῆς οὐσίας
πάντων.
8 ἑνὶ λόγῳ. Zu ergänzen εἰπεῖν.
ς οὐσίας, ὃ τυγχάνει ἕκαστον
ὄν. Δ. Platon das Wort οὐσία
hier in einem Sinne braucht, der
sonst nicht üblich war, so fügt er
die Erklärung gleich hinzu. Ebenso
Menon 72 B μελίττης περὶ οὐσίας,
ὅτι ποτ᾽ ἐστίν. Aus demselben Ge-
sichtspunkt erklären sich folgende
Wendungen: 78 C αὐτὴ ἡ οὐσία,
ἧς λόγον δίδομεν τοῦ KL 92 Ὁ
ἡ οὐσία ἔχουσα τὴν ἐπωνυμίαν τὴν
τοῦ ὃ ἔστιν.
11 αὐτὸ ἕκαστον, an und für
sich, nicht behaftet mit den Zu-
fälligkeiten, mit denen es in die
Ersc einung tritt,
17 αὐτῇ nad’ αὑτὴν ellıngwei
τῇ διανοίᾳ, wie 81 Β ψυχὴν αὐτὴν
nad” αὑτὴν εἰλικρινῆ.
18 ϑηρεύειν. Die Ausdrücke des
Jagens werden oft auf die wissen-
schaftliche Forschung übertragen.
66 C ἐμποδέξουσιν ἡμῶν τὴν τοῦ
ὄντος ϑήραν.
B
44
ΠΛΑΤΩΝΟΣ
ὥτων καὶ ὡς ἔπος εἰπεῖν ξύμπαντος τοῦ σώματος ὡς ταράτ-
τοντος καὶ οὐκ ἐῶντος τὴν ψυχὴν κτήσασϑαι ἀλήϑειαν τε καὶ
φρόνησιν, ὅταν κοινωνῇ; de’ οὐχ οὗτός ἐστιν, ὦ Σιμμία, εἴ-
περ τις καὶ ἄλλος, ὁ τευξόμενος τοῦ ὄντος; “ὑπερφυῶς, ἔφη
ὁ Σιμμίας, "ὡς ἀληϑῆ λέγεις, ὦ Σώκρατες.
3
ΧΙ. “Οὐκοῦν avdyın, ἔφη, "ἐκ πάντων τούτων παρίστα-
σϑαι δόξαν τοιάνδε τινὰ τοῖς γνησίως φιλοσόφοις, ὥστε καὶ
πρὸς ἀλλήλους τοιαῦτα ἄττα λέγειν, ὅτι κινδυνεύει τοι ὥσκερ
ἀτραπός τις ἐκφέρειν ἡμᾶς μετὰ τοῦ λόγου ἐν τῇ σκέψει, ὅτι,
ἕως ἂν τὸ σῶμα ἔχωμεν καὶ συμπεφυρμένη ἡ ἡμῶν ἡ ψυχὴν"
μετὰ τοιούτου κακοῦ, οὐ μή ποτε κτησώμεϑα ἱκανῶς οὗ ἐπι-
1 ὡς ἕπος εἰπεῖν das ξύμπαν-
τος einschränkend. Ebenso 78 E
ὡς ἔπος εἰπεῖν οὐδαμῶς, 80 Ὁ ὡς
ἔπος εἰπεῖν ἀϑάνατα.
8 εἴπερ τις καὶ ἄλλος. αὶ. ὅ9 A.
4 ὑπερφυῶς --- ὡς. 99 ὃ ὑπερ-
φυῶς μὲν οὖν ὡς βούλομαι. Ebenso
θαυμαστῶς ὡς 92 A 96 ΑΔ.
8 κινδυνεύει τοι ὥσπερ ἀτραπός
τις. Sokrates hat, um zu beweisen,
dafs die wahren Philosophen zu
sterben wünschen, zweierlei bei-
gebracht: 1. dafs der Tod die Tren-
nung des Leibes und der Seele sei,
2. dafs der Philosoph sich fortwäh-
rend damit beschäftige seine Seele
vom Leibe zu trennen, um sich
seinem Ziele, der Erkenntnis des
wahrhaft Seienden, immer mehr zu
nähern, Aus diesen beiden Prä-
missen, der Definition des Todes
und der Feststellung der Bedin-
gungen des Philosophierens, ergiebt
sich der Schlufssatz, dafs nur durch
den Tod das Ziel der Philosophen er-
reicht werden kann. Dieser Schlufs-
satz wird hier ausgesprochen. Daher
ist klar, dafs unter dem schmalen
Fufspfad, der uns aus den Schwie-
rigkeiten herausführt, nur der Tod
emeint sein kann. Diese Auf-
assung wird bestätigt durch ‘die
Worte 66 E τότε, ὡς ἔοικεν, ἡμῖν
ἔσται οὐ ἐπιϑυμοῦμέν τε καί φα-
μὲν ἐρασταὶ εἶναι φρονήσεως, ἐπει-
δὰν τελευτήσωμεν, ὡς ὁ λόγος ση-
μαίνει, ξῶσιν δὲ οὔ.
9 ἐκφέρειν, zum Ziele führen,
wie Soph,. ΑἹ. 7 εὖ δέ σ᾽ ἐκφέρει
κυνὸς Λακαίνης ὥς τις εὔρινος βά-
σις, Oed. Col. 1424 δρᾶς τὰ τοῦδ᾽
οὖν ὡς ἐς ὀρθὸν ἐκφέρεις μαντεῦ-
us”, ..
μετὰ τοῦ λόγου ἐν τῇ σκέψει,
Diese Worte sind, wie sie hand-
schriftlich überliefert sind und hier
stehen, noch von niemandem g%
nügend erklärt worden. Deshalb
wird es erlaubt sein zu einer Ver-
mutung Schleiermachers seine Zu-
flucht zu nehmen, wonach dieselben
von einem Abschreiber fälschlich
hinter ἐκφέρειν ἡμᾶς gesetzt sind,
während sie ihren rechten Plats
nach dem Worte ἔχωμεν haben. In
den beiden Gliedern ἕως αν τὸ σῶμα
ἔχωμεν μετὰ τοῦ λόγου ἐν τῇ our
ψει und ἕως συμπεφυρμένη IN
ψυχή μετὰ TOLOVTOV κακοῦ
derseibe Gedanke in _ treffenden
Wechsel des Ausdrucks zweimal
bezeichnet und dadurch nachdrüc-
lich hervorgehoben. Jede der ber
den Ausdrucksweisen hat innerha
der unmittelbarsten Umgebung die-
ser Stelle ihre entsprechende Para!
lele. Was durch ἔχομεν τὸ oope
μετὰ τοῦ λόγου ἐν τῇ σκέψει g%
sagt ist, dem entspricht kurz ΥὉῖ-
her μήτε τὴν ὄψιν παρατιϑέμενο;
ν τῷ διανοεῖσϑαι μήτε τινὰ ἀλλη!
αἴσϑησιν ἐφέλκων μηδεμίαν per
τοῦ λογισμοῦ und an das συμπεφῦγ᾽
μένη ἡμῶν ἡ ψυχὴ μετὰ τοιουτοῦ
κακοῦ d. i. μετὰ τοῦ σώματος WE
den wir erinnert durch den Au:
druck 66 E si γὰρ un οἷον τε μετὰ
τοῦ σώματος μηδὲν καϑαρώῶς 770°
ψαι.
11 οὐ μή ποτε κτησώμεϑα.͵ 108}
Οὐκοῦν ψυχὴ τὸ ἐναντίον ὦ αὐτῇ
ἐπιφέρει ἀεὶ οὐ μή ποτε δέξηται;
ΦΑΙΔΩΝ, 45
ϑυμοῦμεν" φαμὲν δὲ τοῦτο εἶναι τὸ ἀληϑές. μυρίας μὲν γὰρ
ἡμῖν ἀσχολίας παρέχει τὸ σῶμα διὰ τὴν ἀναγκαίαν τροφήν"
ἔτι δέ, ἄν τινες νόσοι προσπέσωσιν. ἐμποδίξζουσιν ἡμῶν τὴν Ο
τοῦ ὄντος ϑήραν. ἐρώτων δὲ καὶ ἐπιϑυμιῶν καὶ φόβων καὶ
εἰδώλων παντοδαπῶν καὶ φλυαρίας ἐμπίμπλησιν ἡμᾶς πολλῆς,
ὥστε τὸ λεγόμενον ὡς ἀληϑῶς τῷ ὄντι ὑπ᾽ αὐτοῦ οὐδὲ φρο-
νῆσαι ἡμῖν ἐγγίγνεται οὐδέποτε οὐδέν. καὶ γὰρ πολέμους καὶ
στάσεις καὶ μάχας οὐδὲν ἄλλο παρέχει ἢ τὸ σῶμα καὶ al τού--
του ἐπιϑυμίαι. διὰ γὰρ τὴν τῶν χρημάτων κτῆσιν πάντες
οἱ πόλεμοι γίγνονται, τὰ δὲ χρήματα ἀναγκαξόμεϑα κτᾶσϑαι
διὰ τὸ σῶμα δουλεύοντες τῇ τούτου ϑεραπείᾳ᾽ καὶ ἐκ τούτου D
ἀσχολίαν ἄγομεν φιλοσοφίας πέρι διὰ πάντα ταῦτα. τὸ δ᾽ ἔσχα-
τον πάντων, ὅτι, ἐάν τις ἡμῖν καὶ σχολὴ γένηται ἀπ᾽ αὐτοῦ
καὶ τραπώμεϑα πρὸς τὸ σκοπεῖν τι, ἐν ταῖς ξητήσεσιν αὖ
πανταχοῦ παραπῖπτον ϑόρυβον παρέχει καὶ ταραχὴν καὶ ἐκ-
πλήττει, ὥστε μὴ δύνασϑαι ὑπ᾽ αὐτοῦ καϑορᾶν τἀληϑές, ἀλλὰ
τῷ ὄντι ἡμῖν δέδεικται, ὅτι, εἰ μέλλομέν ποτε καϑαρῶς τι
εἴσεσϑαι, ἀπαλλακτέον αὐτοῦ καὶ αὐτῇ τῇ ψυχῇ ϑεατέον αὐτὰ Ἐ
4 ἐρώτων δὲ καὶ ἐπιϑ, Tim. 42 A
ὁπότε δὴ σώμασιν ἐμφυτευϑεῖεν
ξ ἀνάγκης, καὶ τὸ μὲν προσίοι,
ϑῶς, wie τῷ ὄντι werden oft zu
citierten Ausdrücken oder Stellen
hinzugefügt. Ebenso steht 90 C
τὸ δ᾽ ἀπίοι τοῦ σώματος αὐτῶν,
πρῶτον μὲν αἴσϑησιν ἀναγκαῖον
εἴη μέαν πᾶσιν ἐκ βιαίων παϑημά-
τῶν ξύμφυτον γίγνεσθαι, δεύτερον
δὲ ἡδονῇ καὶ λύπῃ μεμιγμένον
ἔρωτα, πρὸς δὲ τούτοις φόβον καὶ
ϑυμὸν ὅσα τε ἑπόμενα αὐτοῖς καὶ
ὁπόσα ἐναντίως πέφυκε διεστη-
κότα.
5 εἰδώλων. Theaet. 150 E ψευδῆ
καὶ εἴδωλα περὶ πλείονος ποιησά-
μενοι τοῦ ἀληϑοῦς.
καὶ φλυαρίας am Schlusse falst
die vorhergehende Reihe von Be-
griffen in einen charakteristischen
allgemeinen Ausdruck zusammen.
Gorg. 490 C περὶ σιτέα λέγεις καὶ
ποτὰ καὶ ἑατροὺς καὶ φλυαρίας.
Vgl. 101 6.
6 τὸ λεγόμενον bezieht sich nur
auf die jedenfalls im Leben viel
gebrauchte Wendung οὐδὲ φρονῆ-
sa ἡμῖν ἐγγίγνεται.
ὡς αληϑῶς τῷ ὄντι, ἐκ παραλ-
λήλου gesetzt, wie 79 D κατὰ ταὐτὰ
ὡσαύτως, 84 παλιν αὖ. ὡς ἀλη-
ἀτεχνῶς.
6 οὐδὲ φρονῆσαι ἡμῖν ἐγγίγνε-
zaı, man kann gar nicht zur
Besinnung kommen.
T καὶ γὰρ πολέμους. Cic. de fin. I
13, 44 Ex cupiditatibus odia disci-
dia discordiae seditiones bella na-
scuntur.
9 τῶν χρημάτων. Olymp. 83, 30
ὡς δὲ Λογγῖνος, τὰ ἐκτὸς πάντα
χρήματα καλεῖ.
12 διὰ πάντα ταῦτα sagt aus-
drücklicher noch einmal das, was in
ἐκ τούτου liegt.
15 παραπίέπτειν, in die Quere
kommen.
16 ἀλλὰ — δέδεικται. Die mit
ὥστε μὴ δύνασθαι angefangene
Konstruktion wird aufgegeben und
in die direkte Rede übergegangen.
18 ἀπαλλακτέον von ἀπαλλάττε-
σϑαι, nicht von ἀπαλλάττειν. 66 A
ἀπαλλαγεὶς ὅτι μάλιστα ὑφϑαλμῶν
— καὶ — ξύμπαντος τοῦ σώματος.
Ebenso ἀνδριστέον 90 E.
46
THAAT2NOZ
τὰ πράγματα' καὶ τότε, ὡς ἔοικεν, ἡμῖν ἔσται, οὗ ἐπυϑυμοῦ-
μέν τε καί φαμεν ἐρασταὶ εἶναι φρονήσεως. ἐπειδὰν τελευ-
τήσωμεν, ὡς ὁ λόγος σημαίνει, ξῶσιν δὲ οὔ.. εἰ γὰρ μὴ οἷόν
τε μετὰ τοῦ σώματος μηδὲν καϑαρῶς γνῶναι, δνοῖν ϑάτερον,.
ἢ οὐδαμοῦ ἔστιν κτήσασθαι τὸ εἰδέναι ἢ τελευτήσασιν᾽ τότε"
67 γὰρ αὐτὴ καϑ᾿ αὑτὴν ἡ ψυχὴ ἔσται χωρὶς τοῦ σώματος, πρό-
τερον δ᾽ οὔ. καὶ ἐν ᾧ ἂν ξῶμεν, οὕτως, ὡς ἔοικεν, ἐγγυ-
τάτω ἐσόμεϑα τοῦ εἰδέναι, ἐὰν ὅτι μάλιστα μηδὲν ὁμιλῶμεν
τῷ σώματι μηδὲ κοινωνῶμεν, ὅτε μὴ πᾶσα ἀνάγκη, μηδὲ |
ἀναπιμπλώμεϑα τῆς τούτου φύσεως, ἀλλὰ χκαϑαρεύωμεν da υ
αὐτοῦ, ἕως ἂν ὁ θεὸς ἀπολύσῃ ἡμᾶς. καὶ οὕτω μὲν καϑαροὶ
ἀπαλλαττόμενοι τῆς τοῦ σώματος ἀφροσύνης, WS τὸ εἰκύς,
μετὰ τοιούτων τε ἐσόμεϑα καὶ γνωσόμεϑα δι᾽ ἡμῶν αὐτῶν
Β πᾶν τὸ εἴλικρινές᾽ τοῦτο δ᾽ ἐστὶν ἴσως τὸ ἀληϑές. μὴ καϑαρῷ
1 οὗ ἐπιϑυμοῦμέν τὸ καί φαμεν
ἐρασταὶ εἶναι φρονήσεως enthält
eine Umschreibung des Begriffes.
φιλόσοφος, womit 82 ἢ φιλομαϑής
gleichbedeutend gebraucht ist, Ἶ
2 φρονήσεως. S. zu 61 Β.
3 ὁ λόγος gleichsam _personifi-
ziert, wie 87 A τί ovv, αν φαίη ὁ
λόγος, ἔτι ἀπιστεῖς. Theaet. 210 A.
7 ἐν © av ζῶμεν. Symp. 185 D
vo δ᾽ av ἐγὼ λέγω. Ph. 84 B
ως δῇ., ν
9 ὅτι un. θά Ὁ καϑ᾽ 0009 μὴ
πολλὴ ἀνάγκη μετέχειν αὐτῶν, 83 A
ὅσον μὴ ἀνάγκη αὐτοῖς χρῆσϑαι.
ι0αναπιμπλώμεϑα. Ebenso heilst
es 83 D τοῦ σώματος ἀναπλέα.
11 ἡμᾶς. Dem Platon gilt also die
Seele für den Menschen; der Kör-
per ist gleichsam ihre Fessel, wie
es denn auch 67 D heifst ἐκλυομένην
ὥσπερ ἐκ δεσμῶν ἐκ τοῦ σώματος.
18 μετὰ τοιουτων erklärt man
gewöhnlich: «mit anderen Reinen’
und bringt es in Verbindung mit
der Stelle 63 Β νῦν δὲ εὖ ἴστε, ὅτι
παρ᾽ ἄνδρας τε ἐλπίξω ἀφίέξεσϑαι
ἀγαϑούς. Aber dieser Gedanke war
mit dem beschränkenden Zusatze
ausgesprochen καὶ τοῦτο μὲν οὐκ
ἂν πάνυ διισχυρισαίμην, undin der
Diskussion über das Sterbenwollen
des Philosophen war der zu hoffen-
den Gemeinschaft mit anderen rei-
nen Seelen nicht weiter gedacht.
Vielmehr strebt der ganze Gedan-
ἴω
2
Ὡ
ὸ
kongang dem einen Ziele zu, dal
die Seele, befreit von den hemmen
den Fesseln des Körpers, mit dem
wahrhaft Seienden, den Ideen, in
Gemeinschaft tritt. μὴ καϑαρῶ yap
(d. h. die mit dem Körper behaftete
Seele) καϑαροῦ (des Seienden, der
Ideen) ἐφάπτεσϑαι μὴ οὐ ϑεμιτῦν
n. Die Ideen sind mit der körper-
losen Seele wesensverwandt. 80 B
τῷ μὲν Bein καὶ ἀϑανάτῳ κεὶ
ψοητῷ καὶ μονοειδεῖ καὶ ἀδιαλύτῳ
καὶ ἀεὶ ὡσαύτως κατὰ ταὐτὰ ἔχοντι
ἑαυτῷ ὁμοιότατον εἶναι ψυχήν. Das
Erkennen der Ideen wird als Ge-
meinschaft der Seele mit den Ideen
bezeichnet. So werden die beiden
koordinierten Glieder: “rein und
vom Unverstande des Körpers
erlöst werden wir mit Gleich-
artigem (μετὰ τοιούτων,
Ideen) in Verbindung stehen’
und ‘wir werden durch uns
selbst (dı’ ἡμῶν αὐτῶν d.h. nicht
durch den Körper gehindert, azel-
λαττόμενοι, nadeaeol) die reine
Wahrheit erkennen?’ zum ur
druck desselben Gedanken».
14 ἴσως (ebenso 87 B), wie der
Optativ mit ἄν, δοκεῖν und das da
mit verwandte xıydovevsıy werden
von den Attikern mit Vorsicht häufg
genu auch da gebraucht, wo 88
sr objektiven Gewilsheit des Satzes
nicht ım geringsten zu zweifeln ist.
un καϑαρῷ. Apol. 80 C οὐ γα}
|
BAIARN. 47
γὰρ καϑαροῦ ἐφάπτεσθαι μὴ οὐ ϑεμιτὸν 7.
τοιαῦτα οἶμαι,
ὦ Σιμμία, ἀναγκαῖον εἶναι πρὸς ἀλλήλους λέγειν τε καὶ δοξά-
ξειν πάντας τοὺς ὀρϑῶς φιλομαϑεῖς. ἢ οὐ δοκεῖ σοι οὕτως:
παντός γε μᾶλλον, ὦ Σώκρατες."
s ΣΙ]. Οὐκοῦν,’ ἔφη ὁ Σωκράτης,
‘si ταῦτα ἀληϑῆ, ὦ
ἑταῖρε, πολλὴ ἐλπὶς ἀφικομένῳ, οἷ ἐγὼ πορεύομαι, ἐκεῖ ἵκα-
vos, εἴπερ που ἄλλοθι, κτήσασϑαι τοῦτο, οὗ ἕνεκα ἡ πολλὴ
πραγματεία ἡμῖν ἐν τῷ παρελθόντι βέῳ γέγονεν, ὥστε ἢ γε
ἀποδημία ἡ νῦν μοι προστεταγμένη μετὰ ἀγαϑῆς ἐλπίδος Ο
oyiyveraı καὶ ἄλλῳ ἀνδρί, ὃς ἡγεῖταί οἱ παρεσκευάσϑαι τὴν
διάνοιαν ὥσπερ κεκαϑαρμένην.᾽ 'πάνυ μὲν οὖν;,᾽ ἔφη ὁ Σιμ-
μίας.
«κάϑαρσις δὲ εἶναι dpa οὐ τοῦτο ξυμβαίνει, ὅπερ πά-
ka ἐν τῷ λόγῳ λέγεται, τὸ χωρίξειν ὅτε μάλιστα ἀπὸ τοῦ
σώματος τὴν ψυχὴν καὶ ἐθίσαι αὐτὴν καϑ' αὑτὴν πανταχόϑεν
" ἐκ τοῦ σώματος συναγείρεσϑαί τε καὶ ἀϑροίξεσϑαι, καὶ οἰκεῖν
κατὰ τὸ δυνατὸν καὶ ἐν τῷ νῦν παρόντι καὶ ἐν τῷ ἔπειτα
μόνην καϑ᾽ αὑτὴν ἐκλυομένην ὥσπερ ἐκ δεσμῶν ἐκ τοῦ σώ- Ὁ
ματος; ἢ
“πάνυ μὲν οὖν," ἔφη.
«οὐκοῦν τοῦτό γε ϑάνατος
ὀνομάξεται, λύσις καὶ χωρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ σώματος; ᾿παντά-
οἶμαι θεμιτὸν εἶναι ἀμείνονι ἀν-
δορὶ ὑπὸ χείρονος βλάπτεσθαι,
. 1 ἐφάπτεσθαι. e rep. VI 490 A
Ad οὖν δὴ οὐ μετρέως ἀπολογησό-
μεϑα, ὅτι πρὸς τὸ ὃν πεφυκὼς εἴη
ἁμιλλᾶσϑαι 0 γε Ovrog φιλομαϑής,
καὶ οὐκ μι ὃ γε ἐπὶ τοῖς δοξαξο-
μένοις εἶναι πολλοῖς ἑκάστοις, ἀλλ᾽
ἴοι καὶ οὐκ ἀμβλύνοιτο οὐδ᾽ ἀπο-
λήγοι τὸῦ ἔρωτος, πρὶν αὐτοῦ ὃ 0
ἔστιν £ ἑκάστου τῆς φύσεως ἄψασϑαι
ᾧ προσήκει ψυχῆς ἐφάπτεσθαι τοῦ
τοιούτου᾽ προσήκει δὲ ξυγγενεῖ" @
πλησιάσας καὶ μιγεὶς τῷ ὄντι ὄν»-
τως γεννήσας νοῦν καὶ ἀλήϑειαν
γνοέῃ τε καὶ ἀληϑῶς on καὶ τρέ-
φοιτο καὶ οὕτω λ1ήγοι ὠδῖνος, πρὶν
οὔ.
8 τοὺς ὀρθῶς φιλομαϑεῖς. 88 E
οἱ δικαίως φιλομαϑ εἷς. 8. zu 82 C.
6 ἐλπὶς — κτήσασϑαι. 61 E ἐλ-
ni; ἐστιν, 0v διὰ βέου ἥρων, τυχεῖν.
Symp. 198. D.
8 ὥστε ἢ γε anod. Was Sokra-
tes 63 ἡ von sich gesagt hatte ev-
einig εἰ pe εἶναί τι τοῖς τετελευτη-
κόσι καὶ -- πολὺ ἄμεινον τοῖς ἀγα-
ϑοῖς ἢ τοῖς κακοῖς, das dehnt er
hier auf alle Philosophen aus, die
sich von den Banden des Körpers
frei zu machen strebten.
11 ὥσπερ, gewissermafsen, 880
καὶ ὥσπερ ὑπέμνησέ με ῥηϑείς, ὅτι
καὶ αὐτῷ μοι ταῦτα προυδέδοκτο.
12 κάϑαρσις — ξυμβαίνει. Un-
persönlich 74 A ὧρ᾽ οὖν οὐ συμβαί-
ver τὴν ἀνάμνησιν εἶναι μὲν ap
ὁμοίων, εἶναι δὲ καὶ ἀπ᾽ ἀνομοίων;
18 τὸ χωρέξειν — ἀπὸ τοῦ σώμα-
τος τὴν ψυχήν. Was das heilst,
hat Sokrates selbst mehrfach ge-
zeigt, der, wieim Symp. 174D und
220 C berichtet wird, Stunden lang
ja einmal einen ganzen Tag un nd
eine Nacht hindurch in Nachdenken
versunken auf einem Flecke stehen
blieb und alles um sich her ver-
als. Wir ersehen daraus, wie die
iefe seines Geistes in sich gear-
beitet_hat.
17 ὥσπερ ἐκ δουμὼν ἐκ τοῦ σώ-
ματος. Ebenso 82 E ὥσπερ διὰ
εἰργμοῦ διὰ τούτου σκοπεῖσθαι τὰ
ὄντα, 116 Β ὥσπερ κατ᾽ ἴχνη κατὰ
τὰ νῦν ze εἰρημένα καὶ τὰ ἐν τῷ
ἔμπροσθεν χρόνῳ ξῆν.
19 ψυχῆς ἀπὸ σώματος. Beide
Begriffe in generischer Bedeutung
48
TIIAATQNOZ
πασί yes, ἦ δ᾽ ὅς. “λύειν δέ γε αὐτήν, ὥς φαμεν, προϑυ-
μοῦνται ἀεὶ μάλιστα καὶ μόνοι ol φιλοσοφοῦντες ὀρϑώς, καὶ
τὸ μελέτημα αὐτὸ τοῦτό ἐστιν τῶν φιλοσόφων. λύσις καὶ
χωρισμὸς ψυχῆς ἀπὸ σώματος. ἢ οὔ;᾽ “ φαίνεται. “οὐκοῦν,
ὅπερ ἐν ἀρχῇ ἔλεγον, γελοῖον ἂν εἴη ἄνδρα παρασκευάζονϑ' '
E ἑαυτὸν ἐν τῷ βίῳ ὅτι ἐγγυτάτω ὄντα τοῦ τεϑνάναι οὕτω [ῆν,
κἄπευϑ᾽ ἥκοντος αὐτῷ τούτου ἀγανακτεῖν; οὐ γελοῖον ;᾽ "πὸς
δ᾽ οὔ; “τῷ ὕντι ἄρα,᾽ ἔφη, "ὦ Σιμμία, ol ὀρϑῶς φιλοσοφοῦν-
τες ἀποθνήσκειν μελετῶσι, καὶ τὸ τεϑνάναν ἥκιστα αὐτοῖς
ἀνθρώπων φοβερόν.
ἐκ τῶνδε δὲ σκόπει. εἰ γὰρ διαβέβλην- N
ται μὲν πανταχῇ τῷ σώματι, αὐτὴν δὲ xaH” αὑτὴν ἐπιθυμοῦσι
τὴν ψυχὴν ἔχειν, τούτου δὲ γιγνομένου εἰ φοβοῖντο καὶ ἀγα-
νακτοῖεν, οὐ πολλὴ ἂν ἀλογία εἴη, Ei μὴ ἄσμενοι ἐκεῖσε ἴοιεν,
68 οὗ ἀφικομένοις ἐλπές ἐστιν οὗ διὰ βίου ἥἤρων τυχεῖν" Nom
δὲ φρονήσεως" ᾧ τε διεβέβληντο, τούτου ἀπηλλάχϑαι συνόν-"
τος αὐτοῖς; ἢ ἀνθρωπίνων μὲν παιδικῶν καὶ γυναικῶν καὶ
υἱέων ἀποθανόντων πολλοὶ δὴ ἑκόντες ἠϑέλησαν εἰς “Διδου
ἐλϑεῖν ὑπὸ ταύτης ἀγόμενοι τῆς ἐλπίδος τῆς τοῦ ὄψεσϑαί τε
ἐκεῖ, ὧν ἐπεϑύμουν, καὶ συνέσεσϑαι᾽ φρονήσεως δὲ ἄρα τις
ohne Artikel, wie 88 D καταδεῖται
urn ὑπὸ σώματος.
6 ουτω. 8. zu 61D.
7 τούτου, nämlich τοῦ τεϑνάναι,
9 ἀποϑνήσκειν μελετῶσι. Οἷο, Tusc.
I 30 74 Tota ‚grlosophorum vita,
ut ait idem (Plato), commentatio
mortis est.
10 εἰ γὰρ διαβέβληνται --- ei φο-
οἶντο -- οὐ πολλὴ ἂν ἀλογία εἴη.
weifache protasis hypothetica, wie
91 B ὑμεῖς μέντοι, ἂν ἐμοὶ πεί-
ϑησϑε, σμικρὸν φροντίσαντες Σω-
κράτους, τῆς δὲ ἀληϑείας πολὺ
μάλλον, ἐὰν μέν τι ὑμῖν δοκῶ ἀλη-
ϑὲς 4 &ysıv, ξυνομολογήσατε, Theaet.
147
διαβέβληνται --- τῷ σώματι. δια-
βάλλεσϑαι mit dem Dativ, weil es
den Sinn hat von eig ἔχϑραν καϑί-
στασϑαι. ‘
12 εἰ wiederholt einerseits wegen
des Wechsels des Modus, der sich
auch 88 A B findet, andrerseits weil
es hier nicht, wie das zuerst
stehende, die Bedeutung von ἐπεί
at.
13 εἰ μὴ ἄσμενοι. Nach der Pro-
tasis sl φοβοῖντο καὶ ἀγανακτοῖεν
wird mit den Worten εἰ μὴ ἄσμε-
vor eine neue angefügt, wie Apol
20 C οὐ δήπου σοῦ γε οὐδὲν τῶν
ἄλλων περιττότερον πραγματευομέ-
vov ἔπειτα τοσαύτη φήμη τὲ x
λόγος γέγονεν, εἰ μή τι ἔπραττες
ἀλλοῖον n οἵ πολλοί in
14 διὰ βίου" διὰ παντός, all.
Hesych. Vgl. 18 ἢ 5. Δ.
16 ἀπηλλάχϑαι, Der Infintiv des
Perf. nach ἐλπίς ἐστιν gerade 90,
wie nach den Verben des Hoffen
das Präsens steht. .
16 ἀνθρωπένων μὲν παιδικῶν.
Diesen wird als ϑεῖα παιδικὰ die
ρόνησις entgegengesetzt, wie den
Sokrates im Gorg. 482 A die Phi
losophie seine παεδεκά nennt. An-
spielung auf die Sagen von Alke-
stis und Admetos, -Orpheus und
Eurydike, Achilleus und Patroklos,
die Platon auch im Symp. 119}
berührt, w Fragonkt
19 δὲ ἄρα. Wenn in gen
mit μὲν und δὲ das erste Glied
logisch nur die Geltung eines Neber-
satzes hat, so wird häufig, um da
DAIARN.
49
τῷ ὕντι ἐρῶν καὶ λαβὼν σφόδρα τὴν αὐτὴν ταύτην ἐλπέδα,
μηδαμοῦ ἄλλοθι ἐντεύξεσϑαι αὐτῇ ἀξίως λόγου ἢ ἐν "Aldor,
ἀγανακτήσει τε ἀποθνήσκων καὶ οὐκ ἄσμενος εἶσιν αὐτόσε; Β
οἴεσϑαί γε χρή, ἐὰν τῷ ὄντι γε N, οὦ ἑταῖρε, φιλόσοφος"
δσφόδρα γὰρ αὐτῷ ταῦτα δόξει, μηδαμοῦ ἄλλοϑε καθαρῶς ἐν-
τεύξεσϑαι φρονήσει, ἀλλ᾽ ἡ ἐκεῖ,
εἰ δὲ τοῦτο οὕτως ἔχει,
ὅπερ ἄρτι ἔλεγον, οὐ πολλὴ ἂν ἀλογία ein, εἰ φοβοῖτο τὸν
ϑάνατον ὁ τοιοῦτος; "πολλὴ μέντοι νὴ Ale,’ n δ᾽ ὅς.
XIII. “Οὐκοῦν ἱκανόν σοι τεκμήριον,᾽ ἔφη, 'τοῦτο ἀνδρός,
00V ἂν ἔδῃς ἀγανακτοῦντα μέλλοντα ἀποϑανεῖσϑαι, ὅτι οὐκ
„> %
ἄρ᾽ ἦν φιλόσοφος, ἀλλά τιρ φιλοσώματος; ὁ αὐτὸς δέ που
οὗτος τυγχάνει ὧν καὶ φιλοχρήματος καὶ φιλότιμος ἤτοι τὰ ἕτερα
τούτων ἢ ἀμφότερα. “πάνυ,᾽ ἔφη, "ἔχει οὕτως, ὡς λέγεις."
“ap οὖν,᾽ ἔφη, “ὦ Σιμμία, οὐ καὶ ἡ ὀνομαξομένη ἀνδρεία
im zweiten Glied Gesagte noch
wunderbarer erscheinen zu lassen,
bald nur naeh δέ, bald nach μὲν
und δὲ die Partikel ἄρα hinzugefügt.
Vgl. 80}. Crit. 46D.
1 τὴν αὐτὴν ναύτην ἐλπίδα, wie
jene, die nach dem Tode ihrer
Gattinnen oder Söhne freiwillig in
den ingen. |
2 ἀξέως λόγου, wie 66 B ἱκανῶς.
Gleich nachher heilst es καϑαρῶς
ἐντεύξεσθαι.
8 ἀγανακτήσει ve ἀποθνήσκων καὶ
οὐκ ἄσμενος εἶσιν. 108 A ψυχῆ ἔπε-
ταί τε καὶ οὐκ ἀγνοεῖ τὰ παρόντα.
4 οἴεσϑαί γε χρή sehr häufig bei
Platon, wenn der Fragende sich
selbst antwortet. Crit. 53 Ὁ.
5 ταῦτα. 8. zu 62D. "
1 ὅπερ ἄρτι ἔλεγον nur mit Rück-
sicht auf das gleich folgende οὐ
πολλὴ ἂν ἀλογία εἴη. Vgl. 67E.
8 πολλὴ μέντοι. μέντοι in be-
stätigenden Antworten. 78 Ὁ “καὶ
ἄλλα που μυρία τοιαῦτ’ ἂν ein.
“μυρέα μέντοι, νὴ Δία, 14 Β “φῶ-
μέν τι εἶναι ἢ μηδέν. “φῶμεν
μέντοι νὴ Jia,’ 81 0 «εἶκός γε, ὦ
ἐιῤκρατερ," «εἰκὸς μέντοι, ὦ Κέ-
ne.
10 ὃν ἂν ungefähr mit ἐάν τινὰ
gleichbedeutend gebraucht.
. 11 ἄρ᾽ ἦν. Das Imperfektum mit
ἄρα, um anzudeuten, dafs man das
früher nicht erkannt habe, jetzt aber
einsehe. Ebenso das blofse Imperf.
PLarT. PHAED.
Gorg. 418 Ο οὐ γὰρ τοῦτ᾽ ἦν εὐ-
δαιμονία, ὡς ἔοικε, κακοῦ ἀπαλ-
λαγή, ἀλλὰ τὴν ἀρχὴν οὐδὲ κτῆσις.
11 ὁ αὐτὸς δὲ που. Es wird aus-
geführt, worin sich das φιλοσώμα-
τον gewöhnlich. zeigt. Vgl. 82 Ὁ
οὗ ὀρθῶς φιλοσοφοῦντες ἀπέχονται
τῶν κατὰ τὸ σῶμα ἐπιϑυμιῶν ἁπα-
σῶν καὶ καρτεροῦσι καὶ οὐ παρα-
διδόασιν αὐταὶς ἑαντοὺς οὐ τι
οἰκοφϑορίαν ra καὶ πενίαν φοβού-
μενοι, ὥσπερ ol πολλοὶ καὶ φιλο-
χρήματοι, οὐδὺ αὖ ἀτιμίαν τε καὶ
ἀδοξίαν μοχϑηρίας δεδιότες, ὥσπερ
οὗ φίλαργχοί τε καὶ φιλότιμοι, ἔπειτα
ἀπέχονται αὐτῶν.
που, unter Umständen, wohl.
12 τὰ ἕτερα — ἀμφότερα erschei-
nen fast völlig als Singulare. '
14 ἡ ὀνομαζομένη ἀνδρεία. Zwei
Arten von Tugenden werden hier
unterschieden, die der Philosophen
und die der grofsen Menge. ἡ ὀνο-
μαξομένη ἀνδρείᾳ ist 50 gesagt, wie
1] σωφροσύνη, ἣν καὶ οἱ πολλοὶ
ὀνομάξουσι σωφροσύνην, ἡ τῶν
ἄλλων (= τῶν πολλῶν) ἀνδρεία τε
καὶ σωφροσύνη, τὸ πάϑος τὸ περὶ
ταύτην τὴν εὐήθη σωφροσύνην
(68 C—E). 82 A Οὐκοῦν εὐδαιμο-
ψέστατοι --- καὶ τούτων εἰσὶ καὶ εἰς
βέλτιστον τόπον ἰόντες οὗ τὴν δη-
μοτικὴν καὶ πολιτικὴν ἀρετὴν ἐπι-
τετηδευκότες, ἣν δὴ καλοῦσι σω-
ροσύνην Te καὶ δικαιοσύνην ἐξ
ϑους re καὶ μελέτης γεγονυῖαν
4
50 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
τοῖς οὕτω διακειμένοις μάλιστα προσήκει;᾽ “πάντως δήπου,
ἔφη.
“οὐκοῦν καὶ ἡ σωφροσύνη, ἣν καὶ οἵ πολλοὶ ὀνομά-
ξουσι σωφροσύνην, τὸ περὶ τὰς ἐπιϑυμίας μὴ ἐπτοῆσϑαι, ἀλλ᾽
ὀλιγώρως ἔχειν καὶ κοσμέως, ἄρ᾽ οὐ τούτοις μόνοις προσήκει,
τοῖς μάλιστα τοῦ σώματος ὀλιγωροῦσίν τὸ καὶ ἐν φιλοσοφίᾳ
Ῥ ξῶσιν;᾽ "ἀνάγκη." ἔφη. "εἰ γὰρ ἐθέλεις," ἡ δ᾽ ὅς, " ἐννοῆσαι
τήν ys τῶν ἄλλων ἀνδρείαν τε καὶ σωφροσύνην, δόξει σοι
εἶναι ἄτοπος. “πῶς δή, ὦ Σώκρατες;" "οἶσθα," ἡ δ᾽ ὅς, "ὅτι
τὸν ϑάνατον ἡγοῦνται πάντες ol ἄλλοι τῶν μεγάλων κακῶν;
᾿χαὶ μάλ᾽, ἔφη. “οὐκοῦν φόβῳ μειξόνων κακῶν ὑπομένουσιν»
αὐτῶν οἱ ἀνδρεῖοι τὸν ϑάνατον, ὅταν ὑπομένωσιν ;" ‘Eon
ταῦτα. “τῷ δεδιέναι ἄρα καὶ δέει ἀνδρεῖοί εἰσι πάντες πλὴν
οὗ φιλόσοφοι. καίτοι ἄλογόν γε δέει τινὰ καὶ δειλέᾳ ἀνδρεῖον
Ἐ εἶναι. ᾿πάνυ μὲν οὖν." “τί δὲ οἷ κόσμιοι αὐτῶν; οὐ ταὐτὸν
τοῦτο πεπόνϑασιν; ἀκολασίᾳ τινὲ σώφρονές εἰσιν; καίτοι φα- ἡ
ἄνευ φιλοσοφίας τε καὶ νοῦ; Die
Tugend des Volkes beruht auf einer
mehr instin igen Gewöhnung
und Übung, die end der Phi-
losophen auf klarer Einsicht in das
Wesen derselben.
1 τοῖς οὕτω διακειμένοις, denen
also, welche den Tod nicht fürch-
ten, den wahren Philosophen.
2 οὗ πολλοὶ heifsen 68 D ol ἄλλοι,
81 Ὁ οἵ φαῦλοι und werden ent-
gegengesetzt τοῖς φιλοσόφοις.
3 ἐπτοῆσϑαι. πτοεῖσθαι bezeich-
net die heftigste auch äufßserlich,
z. B. durch Zittern, sich kund ge-
bende Erregung, wie sie der Leiden-
schaft eigen ist, Ebenso 108 A περὲ
ἐκεῖνο πολὺν γρόνον ἐπτοημένη,
Symp. 206 D πτοησις περὶ τὸ καλόν.
ὅ ἐν φιλοσοφίᾳ ξῶσιν. Theaet.
174 A ἐν φιλοσοφίᾳ διάγουσιν. Vgl.
zu ὅ9 A, :
6 εἰ γὰρ ἐθέλεις --- δόξει, Ebenso
Crat. 435 Β ἐπεί, εἰ ϑέλεις ἐπὶ τὸν
ἀριϑμὸν ἐλθεῖν, πόϑεν οἴει ἕξειν
ὀνόματα ὅμοια ἑνὶ ἑκάστῳ τῶν
ἀριϑμῶν ἐπενεγκεῖν, Prot. 324 A εἰ
γὰρ ἐθέλεις ἐννοῆσαι τὸ κολάξειν
— τοὺς ἀδικοῦντας τέποτε δύναται,
αὐτό σε διδάξει, 342 D εἰ γὰρ ἐθέλει
τις Μακεδαιμονέων τῷ φαυλοτάτῳ
συγγενέσϑαι, τὰ μὲν πολλὰ ἐν τοῖς
λόγοις εὑρήσει αὐτὸν φαῦλόν τινὰ
φαινόμενον, Menon 71 A.
8 οτε τὸν Havarov. Apol. 29 A
οἷδε μὲν γὰρ οὐδεὶς τὸν θάνατον
οὐδ᾽ εἰ τυγχάνει τῷ ἀν ϑρώπωῳ zur
τῶν μέγιστον ἦν τῶν ἀγαθῶν, δε
δίασι δ᾽ ὡς εὑ εἰδότες, ὅτι μέγι-
στον τῶν κακῶν» ἐστιν.
9 ἡγοῦνται --- τῶν μεγάλων χα-
κῶν. Der partitive Genitiv ab-
hängig von einem Verbum der
Vorstellung. Euthyphr. 4 A οὐ γὰρ
οἶμαέ γε τοῦ ἐπιτυχόντος ὀρϑὺ;
αὐτὸ πρᾶξαι, ἀλλὰ πόρρω που ἤδη
σοφέας ἐλαύνοντος.
10 μειζόνων κακῶν 5. B. der Skla
verei.
11 ὅταν ὑπομένωσιν; Der gleiche
einen Zweifel ausdrückende Zusatz
Euthyphr. 7D οὐ δυνάμενοι ἐπὶ ἴχα-
ψὴν κρίσῦν αὐτῶν ἐλθεῖν ἐχϑροὶ ἀϊ-
λήλοις γιγνόμεθα, ὅταν γιγνώμεθα.
12 ἀνδρεῖοι. Protagoras vin-
diziert Platon nur denen die ar
δρεία, welche ϑαρραλέοε μετ᾽ kaı-
στήμης sind, den anderen
er nur ϑαρσος zu.
13 ἄλογον von Widersprechondem
auch 62B 68 Β.
14 οἵ κόσμιοι sind die Ordent
lichen, die nach Sitte und Üeeels
leben. In ihrem Verhalten manı-
festiert sich die σωφροσύνη. Vgl.
83 ἢ.
15 τοῦτο πεπόνϑασιν; ἀκολασίᾳ.
Dasselbe Asyndeton 18 D of dee
oral — πάσχουσι τοῦτο᾽ ἔγνωσαν
τε τὴν λύραν, 14 CD, Apol. 22 A.
BATARN. 51
μέν γε ἀδύνατον εἷναι" ἀλλ᾽ ὅμως αὐτοῖς συμβαίνει τούτῳ
ὅμοιον τὸ πάϑος τὸ περὶ ταύτην τὴν εὐήϑη σωφροσύνην"
φοβούμενοι γὰρ ἑτέρων ἡδονῶν στερηϑῆναι καὶ ἐπιθυμοῦντες
ἐκείνων, ἄλλων ἀπέχονται ὑπ᾽ ἄλλων κρατούμενοι. καίτοι
δχαλοῦσί γε ἀκολασίαν τὸ ὑπὸ τῶν ἡδονῶν ἄρχεσθαι" ἀλλ᾽ 69
ὕμως συμβαίνει αὐτοῖς κρατουμένοις ὑφ᾽ ἡδονῶν κρατεῖν
ἄλλων ἡδονῶν. τοῦτο δ᾽ ὅμοιόν ἐστιν ᾧ νῦν δὴ ἐλέγετο, τῷ
τρόπον τινὰ δι᾽ ἀκολασίαν αὐτοὺς σεσωφρονίσθαι." "ἔοικε γάρ."
ὦ unxdpıe Σιμμία, μὴ γὰρ οὐχ αὕτη ἡ ἡ ὀρϑὴ πρὸς ἀρετὴν
ἀλλαγή, ἡδονὰς πρὸς ἡδονὰς καὶ λύπας πρὸς λύπας καὶ φόβον
πρὸς φόβον καταλλάττεσϑαι καὶ μείζω πρὸς ἐλάττω, ὥσπερ νο-
μίσματα, ἀλλ᾽ ἡ ἐκεῖνο μόνον τὸ νόμισμα ὀρϑόν, ἀντὶ οὗ δεῖ
ἅπαντα ταῦτα καταλλάττεσϑαι. φρόνησις, καὶ τούτου μὲν πάντα Β
χαὶ μετὰ τούτου ὠνούμενά τε καὶ πιπρασκόμενα τῷ ὄντι ἢ
δ καὶ ἀνδρεία καὶ σωφροσύνη καὶ δικαιοσύνη καὶ ξυλλήβδην
ἀληϑὴς ἀρετὴ μετὰ φρονήσεως, καὶ προσγιγνομένων καὶ ἀπο--
γιγνομένων καὶ ἡδονῶν καὶ φόβων καὶ τῶν ἄλλων πάντων
καίτοι — ἀλλ᾽ ὅμως. Euthyphr.
30 καίτοι οὐδὲν ὅτε οὐκ ἀληϑὲς
εἴρηκα ὧν προεῖπον᾽ ἀλλ᾽ ὅμως
φϑονοῦσιν ἡμῖν πᾶσι τοῖς τοιού-
τοις.
1 αὐτοῖς συμβαίνει. Ebenso gleich
darauf ὅμως συμβαίνει αὐτοῖς κρα-
τουμένοις ὑφ᾽ ἡδονῶν κρατεῖν ἄλ-
λων ἡδονῶν. τοῦτο δ᾽ ομοιόν ἐστιν
etc. ovußaivsı ohne εἶναι auch
Gorg. 479 Ο συμβαίνει μέγιστον κα-
κὸν ἡ ἀδικία
7 ὅμοιόν ἐστιν ὦ für τούτῳ, ὃ νῦν
δὴ ἐλέγετο. Seltene Art der Assimi-
lation. , ,
9 ἡ ὀρϑὴ πρὸς ἀρετὴν ἀλλαγή,
eigentlich: der richtige Tausc
zurTugend hin. Sinn: Ich hege
die Besorgnis, ein Tausch, durch
den man auf geradem Wege zur
Tugend gelangt, ist es nicht, wenn
man Lust gegen Lust austauscht.
11 καὶ μείξω giebt eine nähere
Bestimmung zum Vorhergehenden.
12 ἀλλ᾽ ἡ ἐκεῖνο. Sokrates wirft
der volkstümlichen Tugend vor,
dafs sie eigentlich aus egoistischer
Berechnung hervorgehe, dafs ihr
Wesen im Grunde darin bestehe,
abzuwägen, welches von zwei Gü-
tern das grölste, welches von zwei
Übeln das kleinste sei. So relativer
Art ist die philosophische Tugend
nicht; für sie giebt einen festen
Mafsstab, an dem alles gemessen
wird, die φρόνησις. |
12 ἀντὶ οὗ — καταλλάττεσθαι.
Kurz darauf ἀλλαττόμενα ἀντὶ ἀλ-
λήλων, Symp. 218 E ἀλλάξασϑαι
κάλλος ἀντὶ κάλλους.
13 τούτου μὲν πάντα, um diese
und mit dieser wird alles ge-
kauft und verkanft. Wer die
φρόνησις erwirbt, der erwirbt auch
alles andere, wer sie von sich giebt,
der giebt auch alles andere mit von
sich,” Das πάντα wird dann spe-
zialisiert durch καὶ ἀνδρεία καὶ
σωφροσύνη USW.
14 ὠνούμενα passiv, wie ja auch
das Perfekt aktive und passive Be-
deutung, der passive Aorist nur
passive Bedeutung hat. Auch &o-
νεῖτο (Xen. de re. eg. 8 2) ist passiv.
ὠνούμενά TE καὶ πιπρασκόμενα
— 7. Ahnlich 76 Β ὧν πρότερον
ἐπιστήμην εἰληφότες ημεν.
16 ἀληϑὴς ἀρετὴ μετὰ φρονή-
σεως. Theaet. 176 Β δίκαιόν καὶ
ὅσιον μετὰ φρονήσεως, Lach. 1920
N μετὰ φρονήσεως καρτερία.
4%
52
IIAAT2NOZ
τῶν τοιούτων χωριζόμενα δὲ φρονήσεως καὶ ἀλλαττόμενα
ἀντὶ ἀλλήλων, μὴ σκιαγραφία τις ἢ ἡ τοιαύτη ἀρετὴ καὶ τῷ
ὄντι ἀνδραποδώδης τε καὶ οὐδὲν ὑγιὲς οὐδ᾽ ἀληϑὲς ἔχῃ; τὸ
δ᾽ ἀληϑὲς τῷ ὄντι ἡ κάθαρσίς τις τῶν τοιούτων πάντων, καὶ
CH σωφροσύνη καὶ ἡ δικαιοσύνη καὶ ἀνδρεία καὶ αὐτὴ ἡ φρύ-!
νησις μὴ καϑαρμός τις ἧ. καὶ κινδυνεύουσι καὶ ol τὰς τελε-
τὰς ἡμῖν οὗτοι καταστήσαντες οὐ φαῦλοι εἶναι, ἀλλὰ τῷ ὄντι
πάλαι αἰνέττεσϑαι, ὅτι, ὃς ἂν ἀμύητος καὶ ἀτέλεστος εἰς 4ιδου
ἀφίκηται, ἐν βορβύρῳ κείσεται, ὁ δὲ κεχαϑαρμένος τε καὶ
τετελεσμένος ἐκεῖσε ἀφικόμενος μετὰ ϑεῶν οἰκήσει.
εἰσὶ γὰρυ
δή, ὥς φασιν οἵ περὶ τὰς τελετάς, ναρϑηχοφόροι μὲν πολλοί,
Ὁ βάκχοι δέ τε παῦροι" οὗτοι δ᾽ εἰσὶ κατὰ τὴν ἐμὴν δόξαν οὐχ
ἄλλοι ἢ ol πεφιλοσοφηκότες ὀρθῶς. ὧν δὴ καὶ ἐγὼ κατά γε
τὸ δυνατὸν οὐδὲν ἀπέλιπον ἐν τῷ βίῳ, ἀλλὰ παντὶ τρόπῳ
1 χωριξόμενα. AlsSubjekt schwebt
πάντα τὰ τοιαῦτα VOT.
2 σκιαγραφέα übersetzt Cic. Tusc,
III 23 mit adumbrata smago. Crit.
107 C σκιαγραφέᾳ δὲ ἀσαφεῖ καὶ
ἀπατηλῳ χρώμεϑα.
3 τὸ δ᾽ ἀληϑὲς entgegengesetzt
der σκειαγραφέία.
5 καὶ ἀνδρεία Ohne Artikel, wie
Phil. 21 A τοῦ φρονεῖν καὶ τοῦ
νοεῖν καὶ λογίζεσθαι τὰ δέοντα,
Symp. 186 Ε 7 τε οὖν ἰατρική —
ὡσαύτως δὲ καὶ γυμναστικὴ καὶ
ει, ηγδωοργία.
6 καϑαρμὸς war der erste Grad
der bei den Mysterien üblichen
Weihen.
1 οὗτοι, jenebekannten. Gor,
472 A ’Agıorongaıng ὁ ΣΙκελλίου, οὐ
av ἔστιν ἐν Πυϑοῖ τοῦτο τὸ καλὸν
ἀναϑημα.
καταστήσαντες. Eur. Bacch. 21
κἀκεῖ χορεύσας καὶ καταστήσας ἐμὰς
τελετὰς. JIsocr. paneg. 1 οἵ τοὺς
γυμνικοὺς ἀγῶνας καταστήσαντες.
8 αἰνέττεσϑαι von der dunkeln
Sprache, deren man sich in den
ysterien zu bedienen pflegte, wie
es Apol. 21 B von der Sprache des
Orakels gebraucht war.
ὃς ἂν ἀμύητος. Hymn. in Cerer.
480 ὄλβιος, ὃς τάδ᾽ ὅπωπεν ἐπι-
χϑονίων ἀνθρώπων ὃς δ᾽ ἀτελὴς
ἱερῶν, ὃς τ᾽ ἄμμορος, οὔποϑ᾽ ὁμοίως
αἶσαν ἔχει φϑίμενός περ ὑπὸ ξόφῳ
-
εὐρώεντι. Pl. de rep. II 363 C Mor-
σαῖος — καὶ ὁ υἱὸς αὐτοῦ (Eumol-
Pos) --- τοὺς ἀνοσίους καὶ ἀδίκους
εἰς πηλὸν τινα κατορύττουσιν ἐν
"Aıdov, 864 E βίβλων ὅμαδον παρ:
ἔχονται (οἷ μάντεις) Μουσαίου καὶ
Ὀρφέως — ad’ ag ϑυηπολοῦσι
πείϑοντες οὐ μόνον ἰδιώτας alla
καὶ πόλεις, ὡς ἄρα λύσεις τε καὶ
καϑαρμοὶ ἀδικημάτων διὰ ϑυσιὼν
καὶ παιδιᾶς ἡδονῶν εἶσι μὲν ἔτι
ξῶσιν, εἰσὶ δὲ καὶ τελευτήσασιν,
as δὴ τελετὰς καλοῦσιν, αἷ τῷ»
ἐκεῖ κακῶν ἀπολύουσιν ἡαᾶς, μὴ
ϑύσαντας δὲ δεινὰ περιμένει.
11 ναρϑηκοφόροι. Ein alter or-
phischer Vers, der sprichwörtlich
geworden ist, lautet πολλοὶ μὲν
ναρϑηκοφόροι, παῦροι δέ τε far
χοι. Viele tragen bei den Bacchu-
festen (ὄργεα) den νάρϑηξ als dur
cog, aber in der wahren, aus dem
inneren Verständnis und Ergriffen-
sein hervorgegangenen Begeiste-
rung sind nur wenige und nur dies
wenigen verdienen den Namen fer-
yoı. Ahnlich Matth. 20, 16 zodio:
γάρ εἶσι κλητοί, ὀλίγοι δὲ ἐκλε-
κτοέ.
12 βάκχοι. Schol. δὰ Arist. οαα.
406 βάκχον οὐ τὸν Διόνυσον ἑκά-
λουν μόνον, ἀλλὰ καὶ πάντας τους
τελοῦντας τὰ ὄργια βάκχους ἐκα-
λουν.
13 ὧν mit γενέσθαι zu verbinden.
DAIARN. 53
προυϑυμήϑην γενέσϑαι.
εἰ δ᾽ ὀρθῶς προυϑυμήϑην καί τι
nvvoauev, ἐκεῖσε ἐλθόντες τὸ σαφὲς εἰσόμεϑα., ἂν ϑεὸς ἐθέλῃ,
ὀλίγον ὕστερον, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ.
« g ’ 7
ταῦτ᾽ οὖν ἐγώ, ἔφη. “ὦ
Σιμμέα τε καὶ Κέβης, ἀπολογοῦμαι, ὡς εἰκότως ὑμᾶς τε ἀπο-
δλείτων καὶ τοὺς ἐνθάδε δεσπότας οὐ χαλεπῶς φέρω οὐδ᾽
ἀγανακτῶ ἡγούμενος κἀκεῖ οὐδὲν ἧττον ἢ ἐνθάδε δεσπόταις Ε
τε ἀγαϑοῖς ἐντεύξεσϑαι καὶ ἑταίροις" τοῖς δὲ πολλοῖς ἀπιστίαν
παρέχει.
εἴ τε οὖν ὑμῖν πιϑανώτερός εἰμι ἐν τῇ ἀπολογίᾳ ἢ
τοῖς ᾿4ϑηναίων δικασταῖς, εὖ ἂν ἔχοι."
9 XIV. Εἰπόντος δὴ τοῦ Σωκράτους ταῦτα ὑπολαβὼν ὁ
ὦ Σώκρατες, τὰ μὲν ἄλλα ἔμοιγε δοκεῖ καλῶς
λέγεσϑαι, τὰ δὲ περὶ τῆς ψυχῆς πολλὴν ἀπιστίαν παρέχει τοῖς 70
Κέβης ἔφη"
e
ἀνθρώποις, μή, ἐπειδὰν ἀπαλλαγῇ τοῦ σώματος, οὐδαμοῦ ἔτι
1, ἀλλ᾽ ἐκείνῃ τῇ ἡμέρᾳ διαφϑείρηταί τε καὶ ἀπολλύηται, ἡ
ὁ ὧν ὁ ἄνϑρωπος ἀποϑνήσκῃ᾽ εὐθὺς ἀπαλλαττομένη τοῦ σώμα-
τος καὶ ἐκβαίνουσα ὥσπερ πνεῦμα 1) καπνὸς διασκεδασϑεῖσα
οἴχηται διαπτομένη καὶ οὐδὲν ἔτι οὐδαμοῦ ἢ ἐπεί, εἴπερ εἴη
που αὐτὴ καϑ' αὑτὴν συνηϑροισμένη καὶ ἀπηλλαγμένη τού-
τῶν τῶν κακῶν, ὧν σὺ νῦν δὴ διῆλϑες, πολλὴ ἂν ἐλπὶς εἴη
Ὁ χαὶ καλή, ὦ Σώκρατες, ὡς ἀληϑῆ ἐστιν ἃ σὺ λέγεις.
ἀλλὰ
τοῦτο δὴ ἴσως οὐκ ὀλίγης παραμυϑίας δεῖται καὶ πίστεως, ὡς
1 προυϑυμήϑην καί τε ἡνύσαμεν.
Übergan N vom Singular rs lu-
ral, da eine Verallgemeinerung be-
zweckt wurde. Euthyphr. 6B νῦν
οὖν εἰ καὶ σοὶ ταῦτα ξυνδοκεῖ —,
ἀνάγκη δὴ͵ καὶ ἡμῖν ξυγχωρεῖν. τί
γὰρ καὶ φήσομεν κτλ.
ὃ ταῦτ᾽ --- ἀπολογοῦμαι mit Rück-
sicht auf 63D καὶ ἀμα σοι ἀπο-
λογία ἐστίν und 63E ἀλλ᾽ ὑμῖν δὴ
τοῖς δικασταῖς βούλομαι ἤδη τὸν
λόγον ἀποδοῦναι.
5 τοὺς ἐνθάδε δεσπότας. Vgl.
62BD 63A.
7 ἀπιστέαν παρέχει. Die dritte
Person ohne bestimmtes Subjekt,
wo wir es hinzufügen. 73B ἐν-
ταῦϑα σαφέστατα κατηγορεῖ, 93B
εἴπερ ἐνδέχεται, 99E οὐκ ἔοικεν.
8 εἴ τι --- εἰμι, εὖ ἂν ἔχοι. Die
Protasis ist logisch das Subje jekt der
Apodosis, 70D εἰ δὲ un ἔστι τοῦτο,
ἄλλου ἄν του δέοι λόγου, Apol.25B.
12 ἀπιστίαν παρέχει --- μή. ἀπι-
στίαν παρέχει wie die Verba des
Fürchtens konstruiert, weil es die
Idee der Furcht anregt. Eben so
880 εἰς ἀπιστίαν καταβαλεῖν ---
μὴ οὐδενὸς ἄξιοι εἶμεν κριταί.
Etwas ungewöhnlich heifst es 91 D
ἄδηλον. παντί, μὴ -- ἀπολλύηται.
16 εὐθὺς ἀπαλλαττομένη. Auf-
all ist hier die Abwesenheit einer
erbindung anzeigenden Par-
ἄντα. εὐθὺς beim Particip auch
15B γενόμενοι εὐθὺς ἑωρῶμεν,
ebenda C ἠπιστάμεϑα — εὐθὺς γε-
νόμενοι.
16 ὥσπερ πνεῦμα --- διαπτομένη.
Dieselbe Vergleichung 77BD 848.
Schon bei Homer heifst es Il. #
100 ψυχὴ δὲ κατὰ χϑονὸς ἠῦτε
καπνὸς ᾧχετο τετριγυῖα.
17 οἴχηται διαπτομένη. Homer.
I. B 71 ger’ ἀποπτάμενος.
οὐδαμοῦ ἡ. 8. zu 120.
18 συνηϑροισμένη, wie 610 συν-
ayslosohal τε καὶ ἀϑροίξεσθαι.
21 παραμυϑίας — καὶ πίστεως.
Ebenso sind de leg. II 720A παρα-
54 IIAATR2NOE
ἔστι TE ἡ ψυχὴ ἀποθανόντος τοῦ ἀνθρώπου καί τινα δύναμιν
ἔχει καὶ φρόνησιν. "᾿ἀληϑῆ,᾽ ἔφη, “λέγεις, ὁ Σωκράτης, ὦ
Κέβης. ἀλλὰ τί δὴ ποιῶμεν; ἢ περὶ αὐτῶν τούτων βούλει
διαμυϑολογῶμεν, εἴτε εἰκὸς οὕτως ἔχειν εἴτε un; “ἔγωγε
οὖν,᾽ ἔφη ὁ Κέβης, “ἡδέως ἂν ἀκούσαιμι, ἥντινα δόξαν ἔχεις "
περὶ αὐτῶν. “οὔκουν γ᾽ ἂν oma, ἡ δ᾽ ὃς ὁ Σωκράτης,
«εἰπεῖν τινα νῦν ἀκούσαντα, οὐδ᾽ εἰ κωμῳδιοποιὸς εἴη, ὡς
ἀδολεσχῷ καὶ οὐ περὶ προσηκόντων τοὺς λόγους ποιοῦμαι. εἰ
οὖν δοκεῖ, χρὴ διασκοπεῖσϑαι.
XV. Σκχεψώμεθϑα δὲ αὐτὸ τῇδέ πῃ, εἴτ᾽ ἄρα Ev “Αιδουυ
εἰσὶν αἱ ψυχαὶ τελευτησάντων τῶν ἀνθρώπων εἴτε καὶ οὔ.
παλαιὸς μὲν οὖν ἔστι τις λόγος, οὗ μεμνήμεϑα, ὡς εἰσὶν ἐν-
μυϑία καὶ πειϑὼ verbunden. 8A die Seele nach dem Tode forten-
ἡ φιλοσοφία — ἠρέμα παραμυθ εῖ- stiert, wird zu der Besonderen fort-
za. , , Regangen, ob sie sich nach dem
1 δύναμιν ἔχει καὶ φρόνησιν. ode im Hades befindet. Als Re-
Während nach Homer der Mensch sultat der ganzen Untersuchung
als εἴδωλον im Hades ein trostloses heilst es daher 106E παντὸς pal-
Leben führt, lebt er nach Platon λον ἄρα — Yvın ἀθάνατον
mit vollem Bewulstsein nach dem ἀνώλεθρον καὶ τῶ ὄντι ἔσονται
Tode fort. Unter δύναμις ist die ἡμῶν al ψυχαὶ ἐν "Audor.
Kraft σὰ leben, unter φρόνησις die ἄρα nicht selten, wo Meinungen
Kraft zu denken zu verstehen. Vgl. anderer angeführt werden.
111B. 12 παλαιὸς μὲν οὖν. Herod. II
2 ἀληϑῆ, ἔφη, λέγεις, 6 Σωκρά-. 123 πρῶτοι δὲ καὶ τόνδε τὸν λόγον
της, ὦ Κέβης. Die gleiche Wortstel- Ἂἐγύπτιοί εἰσι ol εἰπόντες, ὡς ἀν-
Ἰυηρ Π] Βεῦ λέγεις, ἔφη, ὦ Σιμμία, ϑρώπου ψυχὴ ἀϑανατός ἔστι, τοῦ
ὁ Κέβης, Ἴ8Α ἀλλὰ ταῦτα μὲν δή, σώματος δὲ καταφϑένοντος ἐς alle
ἔφη, ὑπάρξει, ὁ Κέβης, 80 δοκεῖ ξώῶον αἰεὶ γινόμενον ἐσδύεται, ἐπεὰν
wor, ἔφη, οὕτως ἔχειν, ὁ Κέβης. δὲ περιέλθῃ πάντα τὰ χερσαῖα καὶ
820 οὐ γὰρ ἂν πρέποι, ἔφη, ὦ τὰ ϑαλάσσια καὶ τὰ πετεινά, αὖτις
Σώκρατες, ὁ Κέβης, 88 ἢ ἀληϑέ- ἐς ἀνθρώπου σῶμα γινόμενον dsör-
στατα, ἔφη, λέγεις, ὁ Κέβης, ὦ Σώ- νειν, τὴν περιήλυσιν δὲ αὐτῇ γί:
κρατες. γεσϑαι L τρισχιλίοισι ἔτεσι. τούτω
7 κωμῳδιοποιός. Dem Komiker τῷ λόγῳ εἰσὶ οἱ Ελλήνων ἐχρήφαν.-
Eupolis werden folgende Verse το, οἱ μὲν πρότερον, οἵ δὲ ὕστε-
zugeschrieben: μισῶ δ᾽ ἐγὼ καὶ ρον. Unter den Früheren mögen
Σωκράτην τὸνπτωχὸν ἀδολέσχην,ιὃς wohl die Orphiker und Pythagoras,
alla μὲν πεφρόντικεν, ὁπόϑεν δὲ unter den Späteren der philos-
καταφαγεῖν ἔχοι τούτου κατημέλη- phische Dichter Empedokles aus
κεν. Aufser Eupolis hatten auch Agrigent zu verstehen sein. Vgl.
Aristophanes und Ameipsias den Menon 81B καὶ Πίνδαρος καὶ ἄλλοι
Sokrates auf die Bühne gebracht. zollol τῶν ποιητῶν, ὅσοι ϑεῖοί
8 οὐ περὶ προσηκόντων. Dieselbe εἶσιν — φασὶ — τὴν ψυχὴν τοῦ
Wortstellung 1100 καὶ πολὺ ἔτι ἐκ ἀνθρώπου εἶναι ἀθάνατον, καὶ
λαμπροτέρων, Apol. 36A οὕτω παρ᾽ τοτὲ μὲν τελευτᾶν, ὁ δὴ ἀποϑνῇ:
ὀλίγον. σκειν καλοῦσι, τοτὲ δὲ παλιν γίγνε:
10 αὐτὸ auf das Vorausgegangene, σϑαι, ἀπόλλυσθαι δ᾽ οὐδέποτε κτὶ.
τῇδέ πῃ auf das unmittelbar Fol- εἰσὶν ἐνθένδε ἀφικόμεναι ἐκεῖ.
gende zu beziehen. Von der all- εἰσὶν läfst sich schwerlich mit dem
gemeinen Fassung der Frage, ob Participium Aoristi verbinden, wen
- BAIARN.
55
ϑένδε ἀφικόμεναι ἐκεῖ, καὶ πάλιν γε δεῦρο ἀφικνοῦνται καὶ
γίγνονται ἐκ τῶν τεϑνεώτων.
καὶ εἰ τοῦϑ᾽ οὕτως ἔχει, πάλιν
γίγνεσθαι ἐκ τῶν ἀποθανόντων τοὺς ξῶντας, ἄλλο τι ἢ εἶεν
dv αἴ ψυχαὶ ἡμῶν ἐκεῖ; οὐ γὰρ ἄν που πάλιν ἐγίγνοντο μὴ D
δούσαι, καὶ τοῦτο ἱκανὸν τεκμήριον τοῦ ταῦτ᾽ εἶναι, εἰ τῷ
ὄντε φανερὸν γίγνοιτο, ὅτι οὐδαμόϑεν ἄλλοϑεν γίγνονται ol
ξῶντες ἢ ἐκ τῶν τεϑνεώτων.
εἰ δὲ μὴ ἔστι τοῦτο, ἄλλου
„
αν
του δέοι λόγου. “πάνυ μὲν οὖν, ἔφη ὁ Κέβης. “un τοίνυν
[ad
κατ᾽ ἀνθρώπων, ἦ δ᾽ ὅς,
“σκόπει μόνον τοῦτο, εἰ βούλει
ἡ ῥᾷον μαϑεῖν, ἀλλὰ καὶ κατὰ ξῴων πάντων καὶ φυτῶν, καὶ
ξυλλήβδην, ὅσαπερ ἔχει γένεσιν, περὶ πάντων εἰδῶμεν, ἄρ᾽
οὑτωσὶ γίγνεται πάντα, οὐκ ἄλλοθεν ἢ ἐκ τῶν ἐναντίων τὰ
ἐναντία, ὅσοις τυγχάνει ὃν τοιοῦτόν τι, οἷον τὸ καλὸν τῷ
αἰσχρῷ ἐναντίον που καὶ δίκαιον ἀδίκῳ. καὶ ἄλλα δὴ μυρία
οὕτως ἔχει. τοῦτο οὖν σκεψώμεϑα, ρα ἀναγκαῖον, ὅσοις ἔστι
τε ἐναντίον. μηδαμόϑεν ἄλλοϑεν αὐτὸ γίγνεσθαι ἢ ἐκ τοῦ
αὐτῷ ἐναντίου. οἷον ὅταν μεῖξόν τι γίγνηται, ἀνάγκη που ἐξ ἐλάτ-
τονος ὄντος πρότερον ἔπειτα μεῖζον γίψνεσϑαι; “ναί. “οὐκοῦν
„av ἔλαττον γίγνηται, ἐκ μείξονος ὄντος πρότερον ὕστερον
' ἔλαττον γενήσεται;" “ἔστιν οὕτω. ἔφη.
«καὶ μὴν ἐξ ἰσχυρο-
τέρου τὸ ἀσϑενέστερον καὶ ἐκ βραδυτέρου τὸ ϑᾶττον;᾽ “πάνυ
ye’ “τί δέ; ἄν τι χεῖρον γίγνηται. οὐκ ἐξ ἀμείνονος, καὶ ἂν
δικαιότερον, ἐξ ἀδικωτέρου;" 'πῶς γὰρ οὔ; “ἱκανῶς οὖν,᾽
ἔφη, “ἔχομεν τοῦτο, ὅτι πάντα οὕτω γίγνεται, ἐξ ἐναντίων τὰ
ἐναντία πράγματα; “πάνυ γε. “τέ δ᾽ αὖ; ἔστι τι καὶ τοιόνδε
es auch keine Schwierigkeit hat
ἐκεῖ ἴτὰ Sinne von ἐκεῖσε zu nehmen.
Vgl. 6ıE. Es ist wohl zu kon-
struieren: ἐνθένδε ἀφικόμεναι ἐκεῖ
εἶσιν.
5 τοῦ ταῦτ᾽ εἶναι ἃ. ἱ, τοῦ τὰς
ψυχὰς ἡμῶν ἐκεὶ εἶναι. Vgl. 16Ε,
Über den Plural ταῦτα 8. zu 620.
11 εἰδῶμεν, εἰδέναι hat manch-
mal, namentlich im Futur, die Be-
deutung kennen lernen. Froh-
berger zu Lys. XII 100.
ἀρὰ in der abhängigen Frage
auch 96 σκοπῶν πρῶτον τὰ τοιάδε,
ao’ ἐπειδὰν τὸ ϑερμὸν καὶ τὸ
ψυχρὸν σηπεδόνα τινὰ λάβῃ --
τότε δὴ τὰ kon συντρέφεται.
12 οὐκ ἄλλοϑεν ἢ ἐκ τῶν ἐναν-
τίων τὰ ἐναντία zur Erklärung von
οὑτωσὶ hinzugefügt. Ebenso 71A
πάντα οὕτω γίγνεται, ἐξ ἐναντίων
τὰ ἐναντία πράγματα.
16 αὐτό. Genau genommen mülste
es heilsen αὐτῶν ἕκαστον. de leg.
11667 B Οὐκοῦν πρῶτον μὲν dei
τόδε γε ὑπάρχειν ἅπασιν, ὅσοις
συμπαρέπεταί τις χάρις, ἢ τοῦτο
αὐτὸ μόνον αὐτοῦ (ἃ. h. αὐτῶν
ἑκάστου) τὸ σπουδαιότατον εἶναι ἤ
τινα ὀρθότητα ἢ τὸ τρίτον ὠφέ-
λειαν: Vgl. 620.
18 ἔπειτα nach dem Particip auch
906. Ebenso ἅμα 60B, εὐϑύς 70OA.
24 ἔχομεν. ἔχειν in der Bedeu-
tung wissen auch 100D τοῦτο δὲ
ἁπλῶς — ἔχω παρ᾽ ἐμαυτῷ, ὅτι
οὐκ ἄλλο τι ποιεῖ αὐτὸ καλὸν ἢ ἡ
ἐκείνου τοῦ καλοῦ --- παρουσία.
Ε
56 TIIAATR2NOE
ἐν αὐτοῖς, οἷον μεταξὺ ἀμφοτέρων πάντων τῶν ἐναντίων
Β δυοῖν ὄντοιν δύο γενέσεις, ἀπὸ μὲν τοῦ ἑτέρου ἔπὶ τὸ ἕτερον,
ἀπὸ δ᾽ αὖ τοῦ ἑτέρου πάλιν ἐπὶ τὸ ἕτερον; μείζονος μὲν
πράγματος καὶ ἐλάττονος μεταξὺ αὔξησις καὶ φϑέσις, καὶ
καλοῦμεν οὕτω τὸ μὲν αὐξάνεσθαι, τὸ δὲ φϑίνειν;᾽ 'ναί,"
ἔφη. οὐκοῦν καὶ διακχρένεσϑαι καὶ συγκρίνεσθαι καὶ ψύχε-
σϑαι καὶ ϑερμαίνεσθαι καὶ πάντα οὕτω, κἂν εἰ μὴ χρωώμεϑα
τοῖς ὀνόμασιν ἐνιαχοῦ, ἀλλ᾽ ἔργῳ γοῦν πανταχοῦ οὕτως ἔχειν
ἀναγκαῖον, γίγνεσϑαί τε αὐτὰ ἐξ ἀλλήλων γένεσέν ve εἶναι ἐξ
ἑκατέρου εἰς ἄλληλα; 'πάνυ μὲν οὖν," ἡ δ᾽ ὅς. a
0 ΧΥ͂Ι. “Τί οὖν; ἔφη, "To ζῆν ἐστί τι ἐναντίον, ὥσπερ τῷ
ἐγρηγορέναι τὸ καθεύδειν; πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. WW
τεθνάναι, ἔφη. “οὐχοῦν ἐξ ἀλλήλων τε γίψνεται ταῦτα,
εἴπερ ἐναντία ἐστίν, χαὶ al γενέσεις εἰσὶν αὐτοῖν μεταξὺ δύ
δυοῖν ὄντοιν;᾽ πῶς γὰρ οὔ; "τὴν μὲν τοίνυν ἑτέραν συζυ- ὃ
γίαν, ὧν νῦν δὴ ἔλεγον, ἐγώ 601,’ ἔφη, “ἐρῶ,᾽ ὁ Σωκράτης,
καὶ αὐτὴν καὶ τὰς γενέσεις" σὺ δέ μοι τὴν ἑτέραν. λέγω δὲ
τὸ μὲν καϑεύδειν, τὸ δὲ ἐγρηγορέναι, καὶ ἐκ τοῦ καϑεύδειν
τὸ ἐγρηγορέναι γίγνεσθαι καὶ ἐκ τοῦ ἐγρηγορέναι τὸ καϑεῦ-
D dav, καὶ τὰς γενέσεις αὐτοῖν τὴν μὲν καταδαρϑανειν εἶναι,"
τὴν δὲ ἀνεγείρεσθαι. ἱκανῶς 001,’ ἔφη, ἢ οὔ; ‘navv μὲν
οὖν." “λέγε δή μοι καὶ σύ, ἔφη, "οὕτω περὶ ξωῆς καὶ ϑανά-
του.
“ἔγωγε."
οὐκ ἐναντίον μὲν φὴς τῷ ξῆν τὸ τεϑνάναι εἶναι
yiyveodaı δὲ ἐξ ἀλλήλων; “ναί:
εἐξ οὖν τοῦ
-ρΡ [2 \ ξ΄ τ Ϊ
ξῶντος τί τὸ γιγνόμενον; “ro τεϑνηκός,᾽ ἔφη. “τί δέ η5
2 δυοῖν ὄντοιν. Der Dual als
Apposition zum Plural, wie ja diese
beiden Numeri oft in einander über-
gehen.
5 μέν, 8. zu 58A.
7 καν εἰ, Zu konstruieren καί,
εἰ un χρώμεϑα —, ἀλλ᾽ ἔργῳ γοῦν
— ἀναγκαῖον ἂν εἶναι. Aus κα-
λοῦμεν ist ein verbum dicendi zu
nehmen, von dem der Infinitiv ab-
hängt. Es wird als möglich be-
zeichnet, dafs es Übergänge giebt,
für welche die Sprache ezeich-
nungen nicht hat.
9 ἐξ ἑκατέρου bezeichnet das
Vorhandensein von zwei er-
gängen noch bestimmter, als ἐξ
ἀλλήλων.
14 αὐτοῖν μεταξὺ δύο Övoiv ὄν-
τοιν. 980 ἀλλὰ προωμολόγηται μη-
δὲν μᾶλλον μηδ᾽ ἧττον ἑτέραν iii
ρας ψυχὴν ψυχῆς εἶναι. |
17 σὺ δὲ μοι τὴν ἑτέρα, Zu
ergänzen ἐρεῖς.
20 τὰς γενέσεις --- τὴν μὲν --
τὴν δέ. Partitive Apposition.
21 ἱκανῶς σοι, ἔφη. Menon 168
ἔστω --- ἡμῖν τοῦτο σχῆμα, ὃ μόνον
τῶν ὄντων τυγχάνει χρώματι ati
ἑπόμενον. ἱκανῶς 001,7 ἄλλως κας
ξητεῖς:; . ,
28 ἐναντίον --- τῷ ξῆν τὸ τεϑνα-
var. — ἐξ οὖν τοῦ ξῶντος — τὸ
τεϑνηκός. Die Infinitive und Par-
tiecipien sind hier offenbar ihrer
Bedeutung nach gleich gestellt.
Daher wechseln sie 72 Β τὸ ἀνγεγεί-
ρεσϑαι -- ἐκ τοῦ καϑιεύδοντοϊ,
während es 71C hiels ἐκ τοῦ καϑεῦ-
δειν τὸ ἐγρηγορέναι.
ΦΑΙΔΩΝ. 57
δ᾽ ὅς, “ἐκ τοῦ τεϑνεῶτος; “ἀναγκαῖον,᾽ ἔφη, “ὁμολογεῖν, ὅτι
τὸ tüv.’ “ἐκ τῶν τεϑνεώτων ἄρα, ὦ Κέβης, τὰ ξῶντά τε καὶ
οὗ ξῶντες γίγνονται; 'φαίνεται,᾽ ἔφη.
"εἰσὶν ἄρα,᾽ ἔφη, “αἱ Β
ψυχαὶ ἡμῶν ἐν “Διδου. “ἔοικεν. “οὐκοῦν καὶ τοῖν γενεσέοιν
ὁτοῖν περὶ ταῦτα N γ᾽ ἑτέρα σαφὴς οὖσα τυγχάνει; τὸ γὰρ
ἀποθνήσκειν σαφὲς δήπου, ἢ οὔ; 'πάνυ μὲν οὖν," ἔφη.
πῶς οὖν,᾽ ἡ δ᾽ ὅς, 'ποιήδομεν; οὐκ ἀνταποδώσομεν τὴν ἐναν--
τίαν γένεσιν, ἀλλὰ ταύτῃ χωλὴ ἔσται ἡ φύσις; ἢ ἀνάγκη ἀπο-
δοῦναι τῷ ἀποϑνήσκειν ἐναντίαν τινὰ γένεσιν;
“tive ταύτην; τὸ ἀναβιώσκεσθϑαι.᾽
που, ἔφη.
ἑπάντως
“οὐκοῦν,᾽ ἦ
δ᾽ ὅς. "εἴπερ ἔστι τὸ ἀναβιώσκεσθαι, ἐκ τῶν τεθνεώτων ἂν
εἴη γένεσις εἰς τοὺς ξῶντας αὕτη, 10 ἀναβιώσκεσϑαι;᾽ 'navv 72
γε ὁμολογεῖται ἄρα ἡμῖν καὶ ταύτῃ τοὺς ξῶντας ἐκ τῶν
τεϑνεώτων γεγονέναι οὐδὲν ἧττον ἢ τοὺς τεϑνεῶτας ἐκ τῶν
δ ξώντων.
τούτου δὲ ὄντος ἱκανόν που ἐδόκει τεκμήριον εἶναι,
ὅτι ἀναγκαῖον τὰς τῶν τεϑνεώτων ψυχὰς εἶναί που, ὅϑεν δὴ
πάλιν γίγνεσϑαι.. “δοκεῖ μοι, ἔφη, “ὦ Σώκρατες, ἐκ τῶν
ὡμολογημένων ἀναγκαῖον οὕτως ἔχειν."
XVII. “Ἰδὲ τοίνυν οὕτως,᾽ ἔφη. “ὦ Κέβης, ὅτι οὐδ᾽ ἀδί-
ἡ χῶς ὁμολογήκαμεν, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ.
ei γὰρ μὴ ἀεὶ ἀνταποδι--
δοίη τὰ ἕτερα τοῖς ἑτέροις γιγνόμενα, ὡσπερεὶ κύκλῳ περιιόντα, Β
ἀλλ εὐθεῖά τις εἴη ἡ γένεσις ἐκ τοῦ ἑτέρου μόνον εἰς τὸ
καταντικρὺ καὶ μὴ ἀνακάμπτοι πάλιν ἐπὶ τὸ ἕτερον μηδὲ
χαμπὴν ποιοῖτο, οἶσϑ᾽ ὅτι πάντα τελευτῶντα τὸ αὐτὸ σχῆμα
4 toiv γενεσέοιν τοῖρ. In der
attischen Prosa brauchte man meist
den Artikel zniwstatt ταῖν, τὼ ττά.
,.8 χωλή. Suid. χωλη΄ ἀντὶ τοῦ
ατελης.
ἀποδοῦναι. 8. zu 59C.
15 ἐδόκει, Das Imperfekt mit
Rücksicht auf das, was 70OCD aus
einander gesetzt war. Vgl. 79C.
16 ὅϑεν — γέγνεσθαι. Der In-
finitiv im Relativsatz, wie 109B
εἶναι γὰρ — πολλὰ κοῖλα καὶ παν-
τοδαπὰ --- εἰς ἃ ξυνερρυηκέναι τό
τε ὕδωρ καὶ τὴν ὁμέχλην, 110OB111A.
19 οὐδ᾽ ἀδίκως. ὃ. zu 688.
20 ἀνταποδιδοίη. ἀνταποδιδόναι
hier intransitiv, kurz vorher (71E)
transitiv. Vgl. ἀπολεέπειν 184, ἀνα-
βιώσκεσϑαι 898.
28. ἀνακάμπτοι --- μηδὲ καμπὴν
ποιοῖτο. Beide Ausdrücke find von
derRennbahn entlehnt. καμπὴ oder
4
καμπτὴρ bezeichnet die Biegung,
die man an der äufsersten äule
macht. Das Rennen bis zur Säule
und von da zurück auf demsel-
ben Wege hiefs δρόμος ἄκαμπτος
ἁπλοῦς oder εὐθύς, das Rennen bis
zur Säule, um dieselbe herum und
auf der andern Seite zurück δρό-
μος ὁ ἐν καμπῇ. An das letztere
spielt Platon hier an.
ἀνακάμπτοι πάλιν. 105A πάλιν
δὲ ἀναμιμνήσκου. Eine den Grie-
chen sehr geläufige Abundanz. S.
zu 66C.
94 οἷσϑ᾽ ὅτι bezeichnet, dafs man
die Zustimmung des Angeredeten
voraussetzt. Vgl. 182.
24 τελευτῶντα _doppelsinnig:
schlie(fslich und indem es ein
Ende nimmt.
58 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἂν σχοίη καὶ τὸ αὐτὸ πάϑος ἂν πάϑοι καὶ παύσαιτο γιγνό-
μενα; 'πῶς λέγεις; ἔφη. “οὐδὲν χαλεπόν." m δ᾽ ὅς, “ἐννοῆ-
σαι ὃ λέγω: ἀλλ᾽ οἷον εἰ τὸ καταδαρϑάνειν μὲν εἴη, τὸ δ᾽
ἀνεγείρεσϑαι μὴ ἀνταποδιδοίη γιγνόμενον ἐκ τοῦ καϑεύδοντος,
Ο οἶσθ᾽ ὅτι τελευτῶντα πάντ᾽ dv λῆρον τὸν Ἐνδυμίωνα ἀπο-"
δείξειεν καὶ οὐδαμοῦ ἂν φαίνοιτο διὰ τὸ καὶ τἄλλα πάντα
ταὐτὸν ἐκείνῳ πεπονθέναι, καϑεύδειν" κἂν εἰ συγκρίνοιτο μὲν
πάντα, διακρίνοιτο δὲ μή, ταχὺ ἂν τὸ τοῦ ᾿Δναξαγόρου γεγο-
vos εἴη. ὁμοῦ πάντα χρήματα. ὡσαύτως δέ, ὦ φίλε Κέβης,
εἰ ἀποϑνήσκοι μὲν πάντα, ὅσα τοῦ {nv μεταλάβοι, ἐπειδὴ δὲυ
ἀποϑάνοι. μένοι ἐν τούτῳ τῷ σχήματι τὰ τεϑνεῶτα καὶ μὴ
πάλιν ἀναβιώσκοιτο, ag’ οὐ πολλὴ ἀνάγκη τελευτῶντα πάντα
D τεϑνάναι καὶ μηδὲν ξῆν; εἰ γὰρ ἐκ μὲν τῶν ἄλλων τὰ ξῶντα
γίγνοιτο, τὰ δὲ ξῶντα ϑνήσκοι, τίς μηχανὴ μὴ οὐχὶ πάντα
καταναλωϑῆναι εἰς τὸ τεϑνάναι;" “οὐδὲ μία μοι δοκεῖ,᾽ ἔφη ἡ
ὁ Κέβης, ᾿ὦ Σώκρατες, ἀλλά μοι δοκεῖς παντάπασιν ἀληϑὴ
λέγειν “ἔστιν γάρ.᾽ ἔφη, “ὦ Κέβης, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, παντὸς
μᾶλλον οὕτω, καὶ ἡμεῖς αὐτὰ ταῦτα οὐκ ἐξαπατώμενσι ὁμο-
λογοῦμεν, ἀλλ᾽ ἔστι τῷ ὄντι καὶ τὸ ἀναβιώσκεσϑαι καὶ ἐκ τῶν
τεϑνεώτων τοὺς ξῶντας γίγνεσθαι καὶ τὰς τῶν τεϑνεώτων Ν
E ψυχὰς εἶναι, [καὶ ταῖς μέν γε ἀγαϑαῖς ἄμεινον εἶναι, ταῖς δὲ
κακαῖς κάκιον].
8 τὸ δ᾽ ἀνεγείρεσϑαι — ἐκ τοῦ
καθεύδοντος. 8. zu 11.
ὅ πάντ᾽ ἂν λῆρον τὸν ’Evd., alles
würde den End mion, ἃ, h. das,
was man von End. erzählt, zu einem
nichtigen Gerede machen, weil eben
alles sein Los teilen würde. Cic.
Tusc. 138 92 Endymion, si fabulas
audire volumus, ut nescio quando
in Latmo obdormivit, nondum, opi-
nor, est experrectus.
6 οὐδαμοῦ ἂν φαίνοιτο. οὐδαμοῦ
φαίνεσθαι, für nichts gelten,
wie 70A οὐδαμοῦ εἶναι. οὐδαμοῦ
ist Genitiv des Wertes. Wolff zu
Soph. Ant. 188, Cic. de fin. V 30
90 omnia — ne appareant quidem.
φαίνοιτο. nämlich ὁ ’Evdvulov.
Derselbe Wechsel des Subjekts
Euthyd.275B φοβούμεϑα περὶ αὐτῷ
— μή τις φϑῇ ἡμὰς ἐπ᾽ ἄλλο τι
ἐπιτηδευμα τρέψας τὴν διάνοιαν
καὶ διαφθείρῃ (sc. αὐτορ).
.9ϑ ὁμοῦ πάντα γρήματα, epexege-
tische Apposition zu τὸ τοῦ ᾿ναξα-
γόρου. Die Lehre des Anaxagoras
fafste man in den Satz zusammen
πάντα τρήματα ἣν ὁμοῦ, εἶτα vor
ἐλϑὼν αὐτὰ διεκόσμησε (Digg.
Laert. II 6). Dieses ὁμοῦ πάντα
war bei den Alten sprichwörtlich
geworden. Gorg. 465D τὸ τοῦ 4ra-
ξαγόρου ἂν πολὺ ἦν .
ὡσαύτως δέ mit Bezug auf das
vorausgegangene olov. Ebenso folgt
109E οὕτως auf ὥσπερ.
13 ἐκ μὲν τῶν ἄλλων, also nicht
aus dem, was unterging, nachdem
es existiert hatte.
15 οὐδὲ μέα nachdrücklicher, als
οὐδεμία. Ebenso 100C οὐδὲ δι᾽
ἕν ἄλλο.
19 τὸ auch mit γέγνεσϑαι und
εἶναι zu verbinden.
21 [καὶ ταῖς — κάκιον]. Dieser
Zusatz kann deshalb nicht echt
sein, weil er sich in keiner Weise
aus dem eben Erörterten ergiebt
Er scheint durch eine Reminiscens
an 63C entstanden zu sein, wo es
BAIALRN.
ΧΥΠΙ.
59
‘Kai μήν, ἔφη ὁ Κέβης ὑπολαβών, “καὶ κατ᾽
ἐκεῖνόν γὲ τὸν λόγον, εὖ Σώκχρατες, εἰ ἀληϑής ἐστιν, ὃν σὺ
εἴωϑας θαμὰ λέγειν, ὅτι ἡμῖν ἡ μάϑησις οὐκ ἄλλο τι ἢ ἀνά-
μνησις τυγχάνει οὖσα, καὶ κατὰ τοῦτον ἀνάγκη που ἡμᾶς ἐν
προτέρῳ τινὶ χρόνῳ μεμαϑηκέναι, ἃ νῦν ἀναμιμνῃσκόμεϑα.
τοῦτο δὲ ἀδύνατον, εἰ μὴ ἦν που ἡμῖν ἡ ψυχή, πρὶν ἐν τῷδε
τῷ ἀνθρωπίνῳ εἴδει γενέσθαι. ὥστε καὶ ταύτῃ ἀϑάνατον ἡ
ψυχή τι ἔοικεν εἶναι. "ἀλλ᾽, ὦ Κέβης, ἔφη ὁ Σιμμίας ὑπο-
λαβών, ‘moin τούτων al ἀποδείξεις; ὑπόμνησόν WE‘ οὐ γὰρ
σφόδρα ἐν τῷ παρόντι μέμνημαι." “ἑνὶ μὲν λόγῳ, ἔφη ὁ Κέ-
Bns, καλλίστῳ, ὅτι ἐρωτώμενοι ol ἄνϑρωποι, ἐάν τις καλῶς
ἐρωτᾷ, αὐτοὶ λέγουσιν πάντα, ἡ ἔχει" καίτοι εἰ μὴ ἐτύγχανεν
αὐτοῖς ἐπιστήμη ἐνοῦσα καὶ ὀρϑὸς λόγος, οὐκ ἂν οἷοί τ᾽ ἦσαν
τοῦτο ποιήσειν"
heifst εὔελπές εἶμι εἶναί τι τοῖς
τετελευτηκόσι καί, ὥσπερ γε καὶ
πάλαι λέγεται, πολὺ ἄμεινον τοῖς
ἀγαϑοὶς n τοῖς κακοῖς.
8 ἡ μάϑησις -- ἀνάμνησις. Menon
810 ars οὖν ἡ ψυχὴ ἀϑανατος τε
οὖσα καὶ πολλάκις γεγονυῖα, καὶ
ἑωρακυᾶα καὶ τὰ ἐνθάδε καὶ τὰ ἐν
"Ardov καὶ πάντα χρήματα, οὐκ ἔστιν
>. 3 [4 9
ὅτι οὗ μεμάϑηκεν, ὥστε οὐδὲν ϑαυ-
μαστὸν περὶ ἀρετῆς καὶ περὶ ἄλλων
οἷόν τε εἶναι αὐτὴν ἀναμνησθῆναι
ἅ γε καὶ πρότερον ἠπίστατο. ἀτεγὰρ
τῆς φύσεως ἁπάσης συγγενοῦς οὔσης,
nal μεμαϑηκυίας τῆς ψυχῆς ἀπαν-
τα, οὐδὲν κωλύει Ἐν μόνον ἀνα-
μνησϑέντα, ὃ δὴ μάϑησιν καλοῦσιν
ἄνϑρωποι, τἄλλα πάντα αὐτὸν ἀνευ-
geiv, ἐάν τις ἀνδρεῖος ἢ καὶ un
ἀποχάμνῃ ξητῶν᾽ τὸ γὰρ ἕξητεῖν
ἄρα καὶ τὸ μανθάνειν ἀνάμνησις
ὅλον ἐστίν. Phaedr. 9490 τοῦτο δέ
ἐστιν ἀνάμνησις ἐκείνων, ἃ ποτ
εἶδεν ἡμῶν ἡ ψυχὴ συμπορευϑεῖσα
ϑεῷ καὶ ὑπεριδοῦσα ἃ νῦν εἶναί
φαμεν καὶ ἀνακύψασα εἰς τὸ ον
ὄντως. Cic. Tusc. I 24 δῖ, 59.
4 καὶ κατὰ τοῦτον nimmt die
Worte καὶ κατ᾽ ἐκεῖνον γε τὸν λό-
γον wieder auf.
6 ἡμῖν ἡ ψυχή. 8. zu 60C.
10 &vl μὲν λόγω. Cic. Tusc. I 24
57 memoriam — Plato recordatio-
nem esse vult vitae superioris. Nam
in lo Libro, qui inscribitur Menon,
pusionem quendam Socrates inter-
rogat quaedam geometrica de di-
ἔπειτα ἐάν τις ἐπὶ τὰ διαγράμματα ἄγῃ ἢ
mensione quadrati. Ad ea sic illere-
spondet, ut puer, ei tamen ita facıles
interrogationes sunt, ut gradatim re-
spondens eodem perveniat, quo si geo-
metrica didicisset. Vgl. Meno81Bfg.
13 οἷοί τ᾽ ἦσαν τοῦτο ποιήσειν.
Der Infinitiv des Futurs nach den
Verben des Könnens sehr selten.
14 ἔπειτα steht in Beziehung zu
dem voraufgehenden μὲν und ent-
spricht dem lateinischen tum in der
erbindung cum — tum. Zuerst
wird der Beweis, den Sokrates ge-
eben, in seiner Allgemeinheit ge-
alst, und in dieser Allgemeinheit
schon als ein vortrefllicher be-
zeichnet (ἐνὶ μὲν λόγῳ καλλίστῳ),
dann wird durch das ἔπειτα ange-
deutet, dafs zu dem allgemeinen
noch ein besonderer, die Sache
noch mehr treffender hinzukomme.
War nämlich in dem ersten Satze
die allgemeine Behanpfung ausge-
sprochen, dafs jeder Mensch über
jede Wissenschaft, auch wenn er
sich noch nicht mit ihr beschäftigt
hat, bei richtiger Fragestellung auch
richtige Antwort gebe, so sagt der
zweite, dafs dies vorzüglich von der
Mathematik gelte. Es kommt die-
selbe nämlich erstens der Anschau-
ung durch Figuren und Zahlen zu
Hilfe, zweitens beruhen ihre Wahr-
heiten auf einem notwendigen Ge-
dankenfortschritte.
τὰ διαγράμματα übersetzt Cic.
Tusc. 117 88 mit descriptiones.
73
60 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἄλλο τι τῶν τοιούτων, ἐνταῦϑα σαφέστατα κατηγορεῖ, ὅτι
τοῦτο οὕτως ἔχει." “εἰ δὲ μὴ ταύτῃ ye, ἔφη, ᾿πείθῃ, ὦ Σιμμία;
ὁ Σωκράτης, 'σκέψαι, ἂν τῇδέ πή σοι σχοπουμένῳ συνϑδόξῃ.
ἀπιστεῖς γὰρ δή, πῶς ἡ καλουμένη μάϑησις ἀναμνησίς ἐστιν"
«ἀπιστῶ μὲν ἔγωγε." ἡ δ᾽ ὃς 6 Σιμμίας, ‘od, αὐτὸ δὲ τοῦτο, "
ἔφη, δέομαι μαϑεῖν, περὶ οὗ ὁ λόγος, ἀναμνησθῆναι. καὶ
σχεδόν γε, ἐξ ὧν Κέβης ἐπεχείρησε λέγειν, ἤδη μέμνημαι καὶ
πεέϑομαι" οὐδὲν μέντ᾽ ἂν ἧττον ἀκούοιμι νῦν, πῇ σὺ ἐπεχεί-
Ο φησας λέγειν. “τῇδ᾽ ἔγωγε,᾽ ἡ δ᾽ ὅς. ὁμολογοῦμεν γὰρ
δήπου, εἴ τίς τι ἀναμνησθϑήσεται, δεῖν αὐτὸν τοῦτο πρότερον"
ποτε ἐπίστασϑαι.᾽ 'πάνυ y’, ἔφη. ‘do’ οὖν καὶ τόδε ὁμολο-
γοῦμεν, ὅταν ἐπιστήμη παραγίγνηται τρόπῳ τοιούτῳ, ἀνά-
uvnow εἶναι; λέγω δέ τινα τρόπον τόνδε' ἐάν τίς τι ἕτερον
ἢ ἰδὼν ἢ ἀκούσας N τινα ἄλλην αἴσϑησιν λαβὼν μὴ μόνον
ἐκεῖνο γνῷ, ἀλλὰ καὶ ἕτερον ἐννοήσῃ, οὗ μὴ ἡ αὐτὴ ἐπιστήμη, 5
ἀλλ᾽ ἄλλη, ἄρα οὐχὶ τοῦτο δικαίως λέγομεν ὅτι ἀνεμνήσθη,
D οὗ τὴν ἔννοιαν ἔλαβεν; “πῶς λέγεις; "οἷον τὰ τοιάδε: ἄλλη
που ἐπιστήμη ἀνθρώπου καὶ λύρας. “πῶς γὰρ οὔ; “οὐκοῦν
οἶσϑα, ὅτι οἱ ἐρασταί, ὅταν ἴδωσιν λύραν ἢ ἱμάτιον ἢ ἄλλ
τι, οἷς τὰ παιδικὰ αὐτῶν εἴωθε χρῆσϑαι, πάσχουσι τοῦτο"
ἔγνωσάν τε τὴν λύραν καὶ ἐν τῇ διανοίᾳ ἔλαβον τὸ εἶδος τοὺ
1 κατηγορεῖ. Subjekt dazu kann
sein ὁ ἄγων ἐπὶ τὰ διαγράμματα.
Doch könnte κατηγορεὶ auch un-
persönlich genommen sein, wie
δηλοῖ, σημαίνει, δείκνυσιν. ὃ. zu
ὅ αὐτὸ δὲ τοῦτο, ich wünsche
eben das zu lernen, wovon
die Rede ist, nämlich mich
zu erinnern. Sokrates hat ge-
fragt, ob Simmias daran zweife,
dafs das Lernen eine Wiedererin-
nerung sei, und dieser antwortet,
er zweifle keineswegs daran, babe
aber die Gründe dafür nicht gegen-
wärtig und wünsche, dals 816 ihm
vom Sokrates in Erinnerung ge-
bracht würden, drückt letzteres
aber mit unverkennbarer Beziehung
und bomonymischer Anspielung auf
die μάϑησις sowohl, als auf die ἀνά-
μνησις 80 aus: er wünsche eben
das vom Sokrates erst zu lernen,
wovon die Rede sei, nämlich sich
zu erinnern, d. ἢ. er wünsche
durch die Belehrung des Sokrate:
dahin gebracht zu werden, dafs er
sich jener Wahrheit wieder vol-
kommen bewufstwerde. DasLernen
ist nach Sokrates die Folge der
Wiedererinnerung, Simmias will
aber das Sichwiedererinnern selbit
erst vom Sokrates lernen.
18 τι ἕτερον ἢ ἰδών. 76A αἶσϑο-
μενόν τι ἢ ἰδόντα ἢ ἀκούσαντα ἢ
ira ἄλλην αἴσϑησιν λαβόντα.
ἕτερον mit Rücksicht auf das fol-
ende ἕτερον, alterum — alterum,
benso 740 ἕως ἂν ἄλλο ἰδὼν ἀπ
ταύτης τῆς ὄψεως ἄλλο ἐννοήσης.
16 τοὐτοδ δορί νου ἀνεμνήσθη.
18 οὐκοῦν οἶσϑα. Maxim, Tyt.
diss, XVI 7 p. 186 ἤδη τις καὶ Ar
ραν ἰδὼν ἐμνησϑη τῶν χρησαμένων
τῇ λύρᾳ᾽ κοῦφον γάρ τι χρῆμα ανα-
μνησιρ καὶ εὔκολον.
90 τὰ παιδικά, Gleich darauf
heifst es τὸ εἶδος τοῦ παιδός.
21 ἔγνωσαν. Was Liebenden zu
begegnen pflegt, weun der eint
BAIARN.
61
παιδός, οὗ ἦν ἡ λύρα; τοῦτο δέ ἐστιν ἀνάμνησις" ὥσπερ καὶ
Σιμμίαν τις ἰδὸν πολλάκις Κέβητος ἀνεμνήσϑη, καὶ ἄλλα που
μυρία τοιαῦτ᾽ ἂν εἴη. 'μυρία μέντοι vn 4έα,᾽ ἔφη ὁ Σιμμίας.
οὐκοῦν, ἡ δ᾽ ὅς, ‘TO τοιοῦτον ἀνάμνησίς τίς ἐστι; μάλιστα
μέντοι. ὅταν τις τοῦτο πάϑῃ περὶ ἐκεῖνα, ἃ ὑπὸ χρόνου καὶ
τοῦ μὴ ἐπισκοπεῖν ἤδη ἐπελέληστο; 'πάνυ μὲν οὖν, ἔφη. "τί
δέ; ἡ δ᾽ ὅς"
ἔστιν ἵππον γεγραμμένον ἐδόντα καὶ λύραν
γεγραμμένην ἀνθρώπου ἀναμνησϑῆναι, καὶ Σιμμίαν ἐδόντα
γεγραμμένον Κέβητος ἀναμνησϑῆναι;"
'πάνυ γε. “οὐκοῦν
) καὶ Σιμμίαν ἰδόντα γεγραμμένον αὐτοῦ Σιμμίου ἀναμνησθῆναι;
ἔστι μέντοι.᾽ ἔφη.
XIX. "Ao’ οὖν οὐ κατὰ πάντα ταῦτα συμβαίνει τὴν ἀνά-
μνησιν εἶναι μὲν ἀφ᾽ ὁμοίων, εἶναι͵ δὲ καὶ ἀπ᾽ ἀνομοίων ;’
συμβαίνει. “ἀλλ᾽ ὅταν γε ἀπὸ τῶν ὁμοίων ἀναμιμνήσκηταί
τίς τι, ἀρ᾽ οὐκ ἀναγκαῖον τόδε προσπάσχειν, ἐννοεῖν, εἴτε τι
ἐλλείπεε τοῦτο κατὰ τὴν ὁμοιότητα εἴτε μὴ ἐκείνου, οὗ ἀνε-
μνήσϑη; ἀνάγκη, ἔφη. σκόπει δή, ἡ δ᾽ ὅς, “εἰ ταῦτα
einen Gegenstand erblickt, der dem
anderen gehört, wird an einer That-
sache klar gemacht. 113D ἐπει-
dar ἀφίκωνται ol τετελευτηκότες
eis τὸν τόπον, ol ὁ δαίμων ἕκαστον
κομέξεει, πρῶτον μὲν διεδικάσαντο
οἵ τε καλῶς καὶ ὁσίως βιώσαντες
καὶ οἵ an. De rep. V 4620 ὅταν
ποῦ ἡμῶν δαάκτυλός τοῦ πληγῇ.
πᾶσα ἡ κοινωνέα ἡ κατὰ τὸ σώμα
πρὸς τὴν φυχὴν τεταμένη εἰς μίαν
σύνταξεν τὴν τοῦ ἄρχοντος ἐν αὐτῇ
ἤσϑετό τε καὶ πᾶσα ἁἀμαξυνήλγησε
μέρους πονήσαντος Οολη.
1 τοῦτο δέ ἐστιν ἀνάμνησις.
75D ἢ οὐ τοῦτο λήϑην λέγομεν ---
ἐπιστήμης ἀποβολήν; Apol. 294.
5 ὑπὸ χρόνου. γρόνος oft im
Sinne von | rer Zeit.
10 αὐτοῦ Σιμμίου im Gegensatz
zu seinem Bilde.
‚13 εἶναε μὲν ἀφ᾽ ὁμοίων. So er-
innert ein Bild zunächst an den
Gegenstand, den es darstellt oder
dem es ähnlich ist; es kann aber
zugleich an einen ihm ganz un-
ähnlichen erinnern, wenn wir diesen
mit dem dem Bilde ähnlichen früber
öfter zusammen gesehen haben.
17 σκόπει δή. Der vorber aus-
gesprochene Gedanke, dafs ein
Gegenstand uns durch die Erschei-
nung eines ibm ähnlichen in Er-
innerung gebracht werde, wird nun
speciell auf die Ideen und auf die
denselben korrespondierenden Be-
griffe angewendet. Die Ideen (τὰ
εἴδη, al ἰδέαι) sind dem Platon die
unwandelbar für sich bestebenden,
körperlosen, aber doch substantiel-
len und Realität an sich habenden
Urbilder, die von Ewigkeit her an
einem übersinnlichen Orte gewesen
sind und nach denen die Welt ge-
schaffen ist. Die Seele des Menschen
ist vor ihrer Geburt der unmittel-
baren Anschauung dieser Ideen
teilbaft gewesen. Mit der Geburt
wird sie von denselben getrennt
und die Anschauungen, die sie von
ihnen hatte, werden verdunkelt.
An die Stelle jener Urbilder treten
nun vor die Seele als Abbilder der-
selben die Erscheinungen der Welt,
weiche mit den Sinnen wahrnehm-
bar sind und durch dieselben der
Seele zugeführt werden. Die Beele
aberwird durch die Abbilder wieder
andie Urbilder erinnert; die Formen,
in welchen dies geschieht, sind die
Begriffe (αἴ ἔννοιαι), die allgemeinen
Vorstellungen, die durch Abstrak-
ἡ
62 IIAAT2NOE
οὕτως ἔχει.
φαμέν πού τι εἶναι ἴσον, οὐ ξύλον λέγω ξύλῳ
οὐδὲ λέθον λίθῳ οὐδ᾽ ἄλλο τῶν τοιούτων οὐδέν, ἀλλὰ παρὰ
ταῦτα πάντα ἕτερόν τι, αὐτὸ τὸ ἴσον" φῶμέν τι εἶναι ἢ μη-
Β δέν; 'φῶμεν μέντοι νὴ AP, ἔφη ὁ Σιμμίας, “θαυμαστῶς γε’
ἡ καὶ ἐπιστάμεϑα αὐτὸ ὃ ἔστιν;᾽ “πάνυ ya,’ ἡ δ᾽ ὅς. ‘ade;
λαβόντες αὐτοῦ τὴν ἐπιστήμην; do’ οὐκ ἐξ ὧν νῦν δὴ ἐλέγο-
μεν, ἢ ξύλα ἢ λίϑους ἢ ἄλλα ἄττα ἰδόντες ἴσα. ἐκ τούτον
ἐκεῖνο ἐνενοήσαμεν ἕτερον ὃν τούτων; ἢ οὐχ ἕτερόν σοι φαί-
νεται; σκόπει δὲ καὶ τῇδε. ἄρ᾽ οὐ λίϑοι μὲν ἴσοι καὶ ξύλα
ἐνίοτε ταὐτὰ ὄντα τῷ μὲν ἴσα φαίνεται, τῷ δ᾽ οὔ; 'πάνυν
μὲν οὖν." "τί δέ; αὐτὰ τὰ ἴσα ἔστιν ὅτε ἄνισά σοι ἐφάνη; ἢ
Ο ἡ ἰσότης ἀνισότης; ᾿οὐδεπώποτέ γε, ὦ Σώκρατες." “οὐ ταὐ-
τὸν ἄρα ἐστίν." ἡ δ᾽ ὅς, “ταῦτά τε τὰ ἴσα καὶ αὐτὸ τὸ ἴσον.
οὐδαμῶς μοι φαίνεται, ὦ Σώκρατες. “ἀλλὰ μὴν ἐκ τούτων
γ᾽, ἔφη, τῶν ἴσων ἑτέρων ὄντων ἐκείνου τοῦ ἴσου ὅμος"
αὐτοῦ τὴν ἐπιστήμην ἐννενόηκᾶς τε καὶ εἴληφας; ᾿ἀληϑέστατα;
tion von den sinnlichen Erschei-
nungen gewonnen werden.
1 ἴσον. Um zu zeigen, wie die
Ideen uns durch ihnen ähnliche
Erscheinungen in die Erinnerung
gerufen werden, wählt Platon die
Idee der Gleichheit, auf die er des-
halb geführt wird, weil der Begriff
der Gleichheit das allen Ideen ge-
meinsame und sie von den Er-
scheinungen unterscheidende Merk-
mal an sich trägt; denn während
die Erscheinungen bald die, bald
jene Form annehmen, bleiben die
Ideen sich ewig selbst gleich.
ξύλον — λέϑον. Holz und Stein
werden von Platon nicht selten zur
Bezeichnung von Gegenständen
überhaupt gebraucht. Üorg. 467E
τὰ δὲ μήτε ἀγαϑὰ μήτε κακὰ ἀρὰ
τοιάδε λέγεις --- οἷον λέϑους καὶ
ξύλα καὶ τάλλα τὰ τοιαῦτα; Theaet.
156E Parm. 1290.
2 παρὰ ταῦτα πάντα ἕτερόν τι.
107A ἔχω παρὰ ταῦτα ἄλλο τι 16ἐ-
γειν.
8 αὐτὸ τὸ ἴσον. S. zu 65}.
4 μέντοι, wie 688. .
6 ἐξ ὧν in gleicher Weise, wie
ἐκ τούτων auf τὰ ἴσα bezogen und
von dem voraufgehenden λαβόντες
ἐπιστήμην, wie von dem folgenden
ἐνενοήσαμεν abhängig. 74C alla
μὴν ἔκ τούτων γ᾽, ἔφη, τῶν ἴδων
ἑτέρων ὄντων ἐκείνου τοῦ ἴσου ὅμος
αὐτοῦ (τοῦ ἴσου) τὴν ἐπιστήμην
ἐννενόηκάς τε καὶ εἴληφας:
9 ἀρ οὐ λέϑοι. Es kommt vor,
dafs dieselben sinnenfälligen Di
zu derselben Zeit dem einen al
gleich erscheinen, dem andern als
ungleich. Der Grund davon kanı
in den Menschen liegen, aber
in den Dingen, an denen der Be
griff, in dessen Gebiet sie fallen,
nie z klar und vollständig zur
Erscheinung kommt. Der
Zusammenhang weist darauf hin,
dafs die letztere Annahme die
richtige ist. Gleich der folgende
Satz sagt ja deutlich, dafs der
Mensch an sich imstande ist αὐτὰ
τὰ ἴσα als solche zu erfassen.
11 αὐτὰ τὰ ἴσα. Der Plural, weil
der Begriff der Gleichheit den Be-
griff der Mehrheit involviert. Eben-
so Parm. 129B εἰ μὲν γὰρ avı« τὰ
ὅμοιά τις ἀπέφαινεν ἀνόμοια γι-
χνόμενα ἢ τὰ ἀνόμοια ὅμοια, τέρας
ἂν, οἶμαι, nv’ ei δὲ τὰ τούτων
μετέχοντα ἀμφοτέρων ἀμφότερα
ἀποφαίνει πεπονθύτα, οὐδὲν ἔμοιγε
— ἄτοπον δοκεῖ εἶναι.
13 ταῦτα, diese gleichen Gegen-
stände, wie Aldor, ξύλα,
BAIARN. 63
ἔφη, "λέγεις." "οὐκοῦν ἢ ὁμοίου ὄντος τούτοις ἢ ἀνομοίου ;’ 'navv
γε, "διαφέρει δέγε;,᾽ ἦ δ᾽ ὅς, "οὐδέν" ἕως ἂν ἄλλο ἰδὼν ἀπὸταύτης
τῆς ὄψεως ἄλλο ἐννοήσῃς; εἴτε ὅμοιον εἴτε ἀνόμοιον. ἀναγκαῖον.
ἔφη, “αὐτὸ ἀνάμνησιν γεγονέναι. 'πάνυ μὲν οὖν.᾽ "τί δέ; ἦ δ᾽
" ὅς" “ἢ πάσχομέν τι τοιοῦτον περὶ τὰ ἐν τοῖς ξύλοις καὶ οἷς νῦν
δὴ ἐλέγομεν τοῖς ἴσοις; ρα φαίνεται ἡμῖν οὕτως ἴσα εἶναι,
ὥσπερ αὐτὸ ὃ ἔστιν ἴσον, ἢ ἐνδεῖ τι ἐκείνῳ τῷ τοιοῦτον εἶναι,
οἷον τὸ ἴσον, ἢ οὐδέν; ᾿καὶ πολύ γε,᾽ ἔφη, “ἐνδεῖ. "οὐκοῦν
ὁμολογοῦμεν, ὅταν τίς τι ἰδὼν ἐννοήσῃ, ὅτι βούλεται μὲν
τοῦτο, ὃ νῦν ἐγὼ ὁρῶ, εἶναι οἷον ἄλλο τι τῶν ὄντων, ἐνδεῖ
δὲ καὶ οὐ δύναται τοιοῦτον εἶναι οἷον ἐκεῖνο, ἀλλ᾽ ἔστιν φαυ-
λότερον, ἀναγκαῖόν που τὸν τοῦτο ἐννοοῦντα τυχεῖν προει--
δότα ἐκεῖνο, ᾧὦ φησιν αὐτὸ προσεοικέναι μέν, ἐνδεεστέρως δὲ
ἔχειν; ᾿ἀναγκη.᾽ “τί οὖν; τοιοῦτον πεπόνϑαμεν καὶ ἡμεῖς, ἢ
οὕ, περέ τε τὰ ἴσα καὶ αὐτὸ τὸ ἴσον; 'παντάπασί γε."
“ἀναγκαῖον ἄρα ἡμᾶς προειδέναι τὸ ἴσον πρὸ ἐκείνου τοῦ
χρόνου, ὅτε τὸ πρῶτον ἰδόντες τὰ ἴσα ἐνενοήσαμεν, ὅτι ὀρέ-
γεται μὲν πάντα ταῦτα εἶναι οἷον τὸ ἴσον, ἔχει δὲ ἐνδεεστέ-
005.’ “ἔστι ταῦτα. "ἀλλὰ μὴν καὶ τόδε ὁμολογοῦμεν. μὴ
᾿ἄλλοϑεν αὐτὸ ἐννενοηκέναι μηδὲ δυνατὸν εἶναι ἐννοῆσαι,
1 οὐκοῦν ἡ ὁμοίου. Es macht
nichts aus, ob das, wodurch man
an die Idee erinnert wird, derselben
entsprechend ist oder nicht; denn
es war gezeigt, dafs man an etwas
erinnert werden kann durch etwas
anderes, was von demselben ganz
verschieden ist,
2 ἕως ἂν hier in der Bedeutung
dum modo, wenn nur. Ebenso
Crat. 389E ἀλλ᾽ ὄμως, ἕως ἂν τὴν
αὐτὴν ἰδέαν ἀποδιδῶ, ἐάν τε ἕν
ἄλλῳ σιδήρω, ὅμως ὀρθῶς ἔχει τὸ
ὄργανον, ἐάν τε ἐνθάδε ἐάν τε ἐν
βαρβάροις τις ποιῇ, 3904 ἕως ἂν
τὸ τοῦ ὀνόματος εἶδος ἀποδιδῷ ---
ουὐδὲν χείρω νομοϑέτην εἶναι τὸν
ἐνθάδε ἢ τὸν ὁπουοῦν ἄλλοϑι:
393D οὐδὲν πρᾶγμα, οὐδ᾽ εἰ πρόσ-
κειταί τι γράμμα οὐδ᾽ εἰ ἀφήρη-
ται, οὐδὲν οὐδὲ τοῦτο, ἕως ἂν
γκρατὴς ἢ ἡ οὐσία τοῦ πράγματος
δηλουμένη ἐν τῷ ὀνόματι.
ἀπὸ ταύτης τῆς ὄψεως --- ἐννοή-
σῃς, wie 16Α ἀπὸ τούτου ἐννοῆσαι.
4 αὐτὸ nämlich τὸ ἄλλο ἰδόντα
— ἄλλο ἐννοῆσαι.
Ἴ ἢ ἐνδεῖ τι, oder fehltetwas
daran, dals es so ist, wie das
Gleiche. τοιοῦτον εἶναι οἷον τὸ
toovist wieein Substantivgebraucht,
etwa wie die Beschaffenheit
der Gleichartigkeit mit dem
Gleichen; deshalb ist ἐκείνῳ τῷ
vorgesetzt.
9 βούλεται. S. zu 60B.
10 εἶναι οἷον ἀλλο. Sokrates redet
nicht mehr vom σον, sondern im
allgemeinen.
12 ἀναγκαῖόν που. Zu ergänzen
εἶναι. Vgl. 75D 1114.
τὸν τοῦτο ἐννοοῦντα nimmt das
vorhergehende ὅταν τίς τι ἰδὼν
vvonon wieder auf.
13 ἐνδεεστέρως δὲ ἔχειν d.i. οὗ
δὲ &vd. ἔχειν φησί. S. πὰ 65A,
40 μηδὲ δυνατὸν εἶναι ἐννοῆσαι.
Oben (65 und 66) erklärte es So-
krates für die Pflicht des Philo-
sopben, Auge und Ohr der Welt
zu verschlielsen und die denkende
Seele so dem Einflusse des Leibes
zu entziehen, hier erklärt er, dafs
Sehen und Hören und überhaupt
die sinnlichen Wahrnehmungen das
D
75
’
64 IIAAT2NOZ
ἀλλ᾽ ἢ ἐκ τοῦ ἰδεῖν ἢ ἅψασθαι ἢ ἔκ τινος ἄλλης τῶν αἰσϑή-
σεων᾽ ταὐτὸν δὲ πάντα ταῦτα λέγω. “ταὐτὸν γάρ ἐστιν, ὦ
Σώκρατες, πρός γε ὃ βούλεται δηλῶσαι ὁ λόγος.᾽ “ἀλλὰ μὲν
δὴ ἔκ γε τῶν αἰσϑήσεων δεῖ ἐννοῆσαι, ὅτι πάντα τὰ ἐν ταῖς
αἰσϑήσεσιν ἐκείνου τε ὀρέγεται τοῦ ὃ ἔστιν ἴσον, καὶ αὐτοῦ ;
ἐνδεέστερά ἐστιν. ἢ πῶς λέγομεν; “οὕτως. πρὸ τοῦ ἄρα
ἄρξασϑαι ἡμᾶς ὁρᾶν καὶ ἀκούειν καὶ τάλλα αἰσϑάνεσϑαι τυχεῖν
ἔδει που εἰληφότας ἐπιστήμην αὐτοῦ τοῦ ἴσου, ὅτι ἔστιν, εἰ
ἐμέλλομεν τὰ ἐκ τῶν αἰσϑήσεων ἴσα ἐκεῖσε ἀνοίσειν, ὅτι προ-
ϑυμεῖται μὲν πάντα τοιαῦτ᾽ εἶναι οἷον ἐκεῖνο, ἔστιν δὲ αὐτοῦ"
φαυλότερα. “ἀνάγκη ἐκ τῶν προειρημένων, ὦ Σώκρατες:
“οὐκοῦν γενόμενοι εὐθὺς ἑωρῶμέν τὸ καὶ ἠκούομεν καὶ τᾶς
ἄλλας αἰσϑήσεις εἴχομεν; 'navv γε."
einzige Mittel seien, durch welches
der Mensch zur Erkenntnis, zu Be-
iffen und Ideen kommen könne.
eides widerspricht sich nicht. An
an den Erscheinungen der Welt, wie
sie der Seele durch die Sinne zu-
efübrt werden, erwacht in dieser
die Erinnerung an die früher an-
eschauten Ideen. Haben die
innesorgane der Seele diesen Dienst
eleistet, dann ist es an ihr den
r dadurch zugeführten Gedanken-
formen immer mehr das sinnliche
Gewand abzustreifen, in welchem
sie ihr zugeführt sind, und sich so
von neuem die Anschauung der
hinter ihnen verborgenen Urbilder
zu verschaffen. Das wird ihr nur
dadurch möglich, dafs sie von der
Aufsenwelt abstrahiert, sich in sich
selbst zurückzieht und den reinen
Gedanken walten läfst,
2 ταὐτὸν δὲ πάντα ταῦτα λέγω.
Es ist hier kein Anlafs zwischen
den verschiedenen Funktionen der
Sinne einen Unterschied zu machen.
4 τὰ ἐν ταῖς αἰσϑήσεσιν. Selbst-
verständlich ist nur an τὰ ἐν ταῖς
αἰσθήσεσιν ἴσα zu denken.
5 τοῦ ὃ ἔστιν ἴσον ἃ. i. τοῦ ὄν-
τως ἴσου.͵ Ebenso 75D οἷς ἐπι-
σφραγιξόμεϑα τοῦτο ὃ ἔστι ἃ. 1. τὸ
ὄντως ὄν. Der Relativsatz an Stelle
eines Genitivs auch 92D ἡ οὐσία
ἔχουσα τὴν ἐπωνυμίαν τὴν τοῦ ὃ
ἔστιν, an Stelle eines Dativs 1168
. ἐγὼ οἶδα — ξυγγενομένους γ᾽ ἐνίους
ὧν ἂν τυχώσιν ἐπιϑυμοῦντες.
ἔδει δέ γε, φαμέν,
6 ἡ πῶς λέγομεν: oder wie
sagen wir sonst? Dieser Aw
druck fragt, ob der eben aufge
stellte Satz richtig sei, ob man ach
bei ihm beruhigen könne,
9 τὰ ἐκ τῶν αἰσϑήσεων ἔσα ἐκεῖσε
ἀνοίσειν, wie 76D καὶ ἐπὶ ταύτην
τὰ ἐκ τῶν αἰσϑήσεων πάντα ἄνα-
φέρομεν, 109E ὥσπερ ἐνθάδε οἵ ἐκ
τῆς ϑαλάττης ἰχϑύες ἀνακύπτοντες
ὁρῶσι τὰ ἴυϑήδε. Entsprechend
107D ᾧ δὴ προστέτακται τοὺς br-
θένδε ἐκεῖσε πορεῦσαι. Apol. 324.
8. zu 58A.
ἀνοίσειν kurz, für ἀναφέροντες
&v$vueicher. Ahnlich de leg. II
686E ἐννοῶ γε μήν, ὡς πᾶς, ὃς ἂν
ἴδη τι μέγα καὶ δύναμιν ἔχον ποῖ:
λὴν καὶ ῥώμην, εὐθὺς ἔπαϑε τοῦ-
το, ὡς εἴπερ ἐπέσταιτο ὁ πεκτημένος
αὐτῷ γρῆσϑαι --- ϑαυμάστ᾽ ἂν ταὶ
πολλὰ κατεργασάμενος εὐδαιμονοῖ.
12 οὐκοῦν γενόμενοι, Wenn das
Kind die ihm vorgesprochenen Be-
griffe verstehen und die Erschei-
nungen auf sie beziehen lernt, 80
setzt das voraus, dafs in der Seele
desselben alle diese Begriffe im
Keime bereits vorgebildet og
Die Idee des geistig entwickelten
Menschen liegt auch bereits im
Kinde und bedarf nur der Anr
von aulsen durch Welt und Men-
schen, um gleichsam aus ihrem
Schlummer geweckt und zum
wufstsein gerufen zu werden.
γενόμενοι εὐθύς. 8. zu T0A.
ΦΑΙΔΩΝ, 65
πρὸ τούτων τὴν Tod ἴσου ἐπιστήμην elAnpevarz “ναί. 'πρὶν
γενέσϑαι ἄρα, ὡς ἔοικεν, ἀνάγκη ἡμῖν αὐτὴν εἰληφέναι." “ἔοικεν.
XX. “Οὐκοῦν εἰ μὲν λαβόντες αὐτὴν πρὸ τοῦ γενέσθαι
ἔχοντες ἐγενόμεϑα, ἠπιστάμεϑα καὶ πρὶν γενέσθαι καὶ εὐθὺς
γενόμενοι οὐ μόνον τὸ ἔδσον καὶ τὸ μεῖξον καὶ τὸ ἔλαττον,
ἀλλὰ καὶ ξύμπαντα τὰ τοιαῦτα; οὐ γὰρ περὶ τοῦ ἴσου νῦν ὁ
λόγος ἡμῖν μᾶλλόν τι ἢ καὶ περὶ αὐτοῦ τοῦ καλοῦ καὶ αὐτοῦ
τοῦ ἀγαϑοῦ καὶ δικαίου καὶ ὁσίου καί, ὅπερ λέγω, περὶ ἁπάν- Ὁ
τῶν οἷς ἐπισφραγιξόμεθα τοῦτο, ὃ ἔστι, καὶ ἐν ταῖς ἐρωτή-
'σεσιν ἐρωτῶντες καὶ ἐν ταῖς ἀποκρίσεσιν ἀποκρινόμενοι. ὥστε
ἀναγκαῖον ἡμῖν τούτων πάντων τὰς ἐπιστήμας πρὸ τοῦ γενέ-
σϑαι εἰληφέναι. “ἔστι ταῦτα. '"χαὶ εἰ μέν γε λαβόντες ἑκά-
στοτε μὴ ἐπιλελήσμεϑα, εἰδότας ἀεὶ γίγνεσθαι καὶ διὰ βίου
εἰδέναι" τὸ γὰρ εἰδέναι τοῦτ᾽ ἔστιν, λαβόντα του ἐπιστήμην
ἔχειν καὶ μὴ ἀπολωλεκέναι. ἢ οὐ τοῦτο λήϑην' λέγομεν, ὦ
Σιμμία, ἐπιστήμης ἀποβολήν; “πάντως δήπου," ἔφη, ‘SE
Σώκρατες. “εἰ δέ γε, οἶμαι, λαβόντες πρὶν γενέσϑαι γιγνό--:
uevor ἀπωλέσαμεν, ὕστερον δὲ ταῖς αἰσϑήσεσι χρώμενοι περὶ
αὐτὰ ἐκείνας ἀναλαμβάνομεν τὰς ἐπιστήμας, ὥς ποτε καὶ πρὶν
εἴχομεν. ag’ οὐχ ὃ καλοῦμεν μανϑάνειν οἰκείαν ἐπιστήμην
ἀναλαμβάνειν ἂν εἴη; τοῦτο δέ που ἀναμιμνήσκεσϑαι Adyov-
τες ὀρθῶς ἂν λέγοιμεν, 'πάνυ γε. “Övvardv γὰρ δὴ τοῦτό
γε ἐφάνη, αἰσϑόμενόν τι ἢ ἰδόντα ἢ ἀκούσαντα ἤ τινα ἄλλην τῷ
αἴσϑησιν λαβόντα ἕτερόν τι ἀπὸ τούτου ἐννοῆσαι, ὃ ἐπελέ.
1 πρὸ τούτων, nämlich πρὸ τοῦ
ὑρᾶν καὶ ἀκούειν καὶ τῶν ἄλλων
αἰσθήσεων. ι,
4 ἔχοντες. Zu ergänzen αὐτήν.
ὅ τὸ μεῖξον καὶ τὸ ἔλαττον ἃ. 1.
τὸ ἄνισον,
Ἰ ἢ καί, Thuk. 136 οὐ περὶ τῆς
Κερκύρας νῦν τὸ πλέον ἡ καὶ τῶν
᾿ϑηνῶν βουλευόμενος.
8 καὶ δικαίου, Der Artikel vor
δικαέου καὶ ὁσίου nicht wiederholt.
Gorg. 459 Ὁ καὶ τὸ αἰσχρὸν καὶ τὸ
καλὸν καὶ ἀγαθὸν καὶ κακόν.
9 τοῦτο, ὃ ἔστι. 92 Ὁ ἡ οὐσία
ἔχουσα τὴν ἐπωνυμίαν τὴν τοῦ ὃ
στιν. 8. zu 78 ὃ.
10 ἐρωτῶντες καὶ --- ἀποκρινόμε-
vor gleich διαλεγόμενοι. 18 Ὁ καὶ
ρωτῶντες καὶ ἀποκρινόμξδνοι. Crit.
ὅ0 Ο, Crat. 390 C.
13 ἐπιλελήσμεθα ist nicht Plus-
Par. PnaAxD.
uamperfekt, sondern Perfekt. Denn
Platon kann nicht schon hier dar-
über entscheiden wollen, ob die
vor der Geburt erhaltenen Begriffe
bei derselben behalten oder ver-
loren werden, ob also der Mensch
mit dem Wissen der Begriffe ge-
boren wird, oder sie sich durch
Wiedererinnerung verschaffen mufs.
Die Entscheidung darüber überläfst
er dem Simmias: πότερον οὖν αἴρεῖ,
ὦ Σιμμία (1ὸ Α). _
16 λήϑην --- ἐπιστήμης ἀποβολήν.
Phil. 88 Ηὶ ἔστι γὰρ Andn μνήμης
ἔξοδος, Symp. 208 A λήϑη γὰρ
ἐπιστήμης ἔξοδος.
18 περὶ αὐτά, wir gebrauchen da-
bei die Sinne. αὐτὰ ebenso 600 760.
19 καὶ πρὶν εἴχομεν. De rep. VIII
547 Ο τοὺς δὲ πρὶν φυλαττομένους.
94 ἀπὸ τούτου ἐννοῆσαι. 8.τυ140.
ὄ
66 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ληστο, ᾧ τοῦτο ἐπλησίαξεν ἀνόμοιον ὄν, ἢ ὦ ὅμοιον. wert,
ὅπερ λέγω, δυοῖν τὰ ἕτερα, ἤτοι ἐπιστάμενοί γε αὐτὰ γεγύ-
vausv καὶ ἐπιστάμεθα διὰ βίου πάντες, ἢ ὕστερον, οὖς φαμὲν
μανϑάνειν, οὐδὲν ἄλλ᾽ ἢ ἀναμιμνήσκονται οὗτοι, καὶ ἡ μέ-
ϑησις ἀνάμνησις ἂν εἴη. “καὶ μάλα δὴ οὕτως ἔχει, ὦ u;
κρατες.ἢ
XXI. “Πότερον οὖν αἱρῇ, ὦ Σιμμία; ἐπισταμένους ἡμᾶς
Β γεγονέναι ἢ ἀναμιμνήσκεσϑαι ὕστερον, ὧν πρότερον ἐπιστήβην,
εἰληφότες nusv;’ “οὐκ ἔχω, οὗ Σώκρατες, ἐν τῷ παρόντι.
ἐλέσϑαι.᾽. “τί δέ; τόδε ἔχεις ἐλέσϑαι, καὶ πῇ σοι δοχεῖ περὶν
αὐτοῦ; ἀνὴρ ἐπιστάμενος περὶ ὧν ἐπέσταται ἔχοι ἂν δοῦναι
λόγον ἢ οὔ;᾽ ᾿πολλὴ ἀνάγκη.’ ἔφη. "αὖ Σώκρατες." '7 mi
δοκοῦσί σοι πάντες ἔχειν διδόναι λόγον περὶ τούτων, ὧν νῦν
δὴ ἐλέγομεν; ᾿βουλοίμην μέντ᾽ ἄν." ἔφη ὁ Σιμμίας" ἀλλ
πολὺ μᾶλλον φοβοῦμαι, μὴ αὔριον τηνικάδε οὐκέτι ἡ ἀνϑρώ-
Cawv οὐδεὶς ἀξίως οἷός τε τοῦτο ποιῆσαι.᾽ “οὐκ ἄρα δοκοῦσί
σοι ἐπέστασϑαί γε, ἔφη, “ὦ Σιμμία, πάντες αὐτά; ᾿οὐδι
μῶς.᾽ “ἀναμιμνήσχονται ἄρα, ἅ ποτε Zuadov;’ “avayın.
“πότε λαβοῦσαι al ψυχαὶ ἡμῶν τὴν ἐπιστήμην αὐτῶν; οὐ γὰρ
δὴ dp’ οὗ γε ἄνθρωποι γεγόναμεν.᾽ “οὐ δῆτα." Ἱπρότερον
ἄρα. “ναί. “ἦσαν ἄρα, ὦ Σιμμία, αἱ ψυχαὶ καὶ πρότερον,
πρὶν εἶναι ἐν ἀνθρώπου εἴδει, χωρὶς σωμάτων καὶ φρόνησιν
2 ἤτοι ἐπιστάμενοίγε--ἤ. Protag. στου λαμβάνοντα τῆς οὐσίας; wei
331 B ὅτι ἤτοι ταὐτόν γέ ἐστιν τὸν μὴ ἔχοντα, nad” ὅσον» ἂν pi
δικαιότης ὁσιότητι ἢ ὅτι ὁμοιότα- ἔχῃ λόγον αὑτῶ τε καὶ ἄλλῳ di
τον, Apol. 210 τοὺς δὲ δαίμονας δόναι, κατὰ τοσοῦτον νοῦν πέρι
οὐχὶ ἤτοι ϑεούς γε ἡγούμεθα ἢ" y
ϑεῶν παῖδας; 16 τηνικάδε von der Stunde auch
3 διὰ βίου. ὃ. zu 68 A. Prot. 310 B τοῦ ἕνεκα τηνικαῖε
πάντες. Warum πάντες hinzu- ἀφέκου: .
gefügt ist, ergiebt sich aus dem 16 οὐδεὶς ἀξέως οἷός re som
olgenden ἢ καὶ δοκοῦσί σοι πών- ποιῆσαι. Prot. 336 B sagt Alkıbi-
τες ἔχειν διδόναι λόγον περὶ τούς des: Σωκράτης μὲν γὰρ 0
τῶν, ὧν νῦν δὴ ἐλέγομεν. λογεῖ μὴ μετεῖναί οἵ N
ὕστερον zu verbinden mit οὐδὲν καὶ παραχωρεῖ Πρωταγόρᾳ, τοῦ di
ἄλλ᾽ (zu ergänzen ποιοῦσιν) 7, wie διαλέγεσθαι οἷός τ᾽ εἶναι καὶ ἔπι
leich nachher ἀναμιμνήσκεσϑαι στασϑαι λόγον τε δοῦναι καὶ ὃ
ὕστερον ὧν πρότερον ἐπιστήμην ἔασϑαι ϑαυμάξοιμ᾽ ἂν εἴ τῷ ἡ
εἰληφότες ἡμεν. ϑρώπων παραχωρεῖ. .- -
11 δοῦναι λόγον. Die Fähigkeit 11 αὐτὰ nämlich περὶ ὧν ῦ
Rechenschaft von dem, was man δὴ ἐλέγομεν, αὐτὸ τὸ ἴσον, α
weils, zu geben wird auch sonst τὸ καλὸν usw.
von Sokrates als das Kriterium 18 ἔμαϑον nicht sie lernte
des eigentlichen Wissens ange- was Wiedererinnerung voraus
eben. De rep. VII 634 B ἦ καὶ würde, sondern sie lernten kei
ἐαλεχτικὸν καλεῖς τὸν λόγον Exd- nen, sie wufsten.
ΦΑΙΔΩΝ, 67
εἶχον."
‘sl μὴ ἄρα γιγνόμενοι λαμβάνομεν, ὦ Σώκρατες,
ταύτας τὰς ἐπιστήμας" οὗτος γὰρ λείπεται ἔτι ὁ χρόνος. “εἶεν,
αἱ ἑταῖρε: ἀπόλλυμεν δὲ αὐτὰς ἐν ποίῳ ἄλλῳ χρόνῳ; οὐ γὰρ
δὴ ἔχοντές γε αὐτὰς γιγνόμεϑα, ὡς ἄρτι ὡμολογήσαμεν. ἢ
"ἐν τούτῳ ἀπόλλυμεν, ἐν ᾧπερ καὶ λαμβάνομεν; ἢ ἔχεις ἄλλον
τινὰ εἰπεῖν χρόνον; “οὐδαμῶς, οὖ Σώκρατες, ἀλλ᾽ ἔλαϑον
ἐμαυτὸν οὐδὲν εἰπών.
ΧΧΙΠ. “ἄρ᾽ οὖν οὕτως ἔχει.᾽ ἔφη, “ἡμῖν, ὦ Σιμμία; εἰ
μὲν ἔστιν, ἃ ϑρυλοῦμεν del, καλόν τε καὶ ἀγαϑὸν καὶ πᾶσα
᾿ ἡ τοιαύτη οὐσία, καὶ ἐπὶ ταύτην τὰ ἐκ τῶν αἰσϑήσεων πάντα
ἀναφέρομεν ὑπάρχουσαν πρότερον ἀνευρέδσκοντες ἡμετέραν Ἐ
οὖσαν καὶ ταῦτα ἐκείνῃ ἀπεικάξζομεν, ἀναγκαῖον, οὕτως ὥσπερ
χαὶ ταῦτα ἔστιν, οὕτως καὶ τὴν ἡμετέραν ψυχὴν εἶναι καὶ
πρὶν γεγονέναι ἡμᾶς" εἰ δὲ μὴ ἔστι ταῦτα, ἄλλως ἂν ὁ λόγος
οὗτος εἰρημένος εἴη; de’ οὕτως ἔχει, καὶ ἴση ἀνάγκη ταῦτά
τὲ εἶναι καὶ τὰς ἡμετέρας ψυχάς, πρὶν καὶ ἡμᾶς γεγονέναι,
καὶ εἰ μὴ ταῦτα, οὐδὲ τάδε; “ὑπερφυῶς, ὦ Σώκρατες." ἔφη
ὁ Σιμμίας, δοκεῖ μοι ἡ αὐτὴ ἀνάγκη εἶναι, καὶ εἰς καλόν γε
καταφεύγει ὁ λόγος εἰς τὸ ὁμοίως εἶναι τήν Te ψυχὴν ἡμῶν, ΤΊ
πρὶν γενέσϑαι ἡμᾶς, καὶ τὴν οὐσίαν, ἣν σὺ νῦν λέγεις. οὐ
γὰρ ἔχω ἔγωγε οὐδὲν οὕτω μοι ἐναργὲς ὃν ὡς τοῦτο, τὸ πάντα
τὰ τοιαῦτ᾽ εἶναι ὡς οἷόν τε μάλιστα, καλόν τε καὶ ἀγαϑὸν
καὶ τἄλλα πάντα, ἃ σὺ νῦν δὴ ἔλεγες" καὶ ἐμοὶ δοκεῖ ἱκανῶς
ἀποδέδεικται."
καὶ Κέβητα πείϑειν.᾽
“τέ δὲ δὴ Κέβητι;᾽ ἔφη ὁ Σωκράτης" “δεῖ γὰρ
ἱκανῶς." ἔφη ὁ Σιμμίας, “ὡς ἔγωγε
οἶμαι" καίτοι καρτερώτατος ἀνθρώπων ἐστὶν πρὸς τὸ ἀπιστεῖν
8 ἐν ποίῳ ἄλλῳ χρ. nämlich ἢ ἐν
τῷ τοῦ γέγνεσθϑαι.
4 ἄρτι: 75 Β,
5 ἐν τούτῳ --- ἐν ᾧπερ, wie Parm.
162 Ὁ ἐν ἐκείνῳ, ἐν ᾧ.
8 ἡμῖν. Der ethische Dativ. 101 Ὁ
σκέψαιο, εἴ σοι ἀλλήλοις συμφωνεῖ.
9 καλόν τε καὶ ἀγαϑὸν ἃ. 1. αὐτὸ
τὸ καλόν, wie TTA τὸ πάντα τὰ
τοιαῦτ᾽ εἶναι ὡς οἷόν τε μάλιστα
καλόν τε καὶ ἀγαϑόν. Ebenso fehlt
der Artikel vor καλὸν Hipp. mai.
293 E τὸ τοιόνδε σκόπει, εἴ σοι δο-
nei καλὸν εἶναι. ΄
10 τὰ ἐκ τῶν αἰσϑήσεων πάντα.
8. zu 76 Β.
12 οὕτως ὥσπερ --- οὕτως, wie im
Lateinischen sicut — sic. Dem.
Olynth. 115 un τὸν αὐτὸν Toomo»,.
ὥσπερ ol δανειξόμενοι — οὕτω καὶ
ὑμεῖς
ὥσπερ καί. 8. zu 64C,
18 ταῦτα ἔστιν. TOD καὶ τοῦτο
ἱκανὸν τεκμήριον τοῦ ταῦτ᾽ εἶναι.
14 ἄλλως, μάτην. 116 Ὁ ἄλλως
λέγειν, Crit. 46 Ὁ.
18 εἰς καλὸν und ἐν καλῷ den
Attikern sehr geläufig in der Be-
deutung passend,
23 καὶ ἐμοὶ δοκεῖ ἱκανῶς ἀπο-
δέδεικται. 108 D ὁ Blog μοι δοκεῖ
ὁ ἐμός — τῷ μήκει τοῦ λόγου οὐκ
ἐξαρκεῖ.
26 καρτερώτατος. Die Disputie-
renden werden oft mit Kämpfenden
verglichen. Vgl. 63 A.
5*
68 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
τοῖς λόγοις. ἀλλ᾽ οἶμαι οὐκ ἐνδεῶς τοῦτο πεπεῖσθαι αὐτόν,
Β ὅτι, πρὶν γενέσθαι ἡμᾶς, ἦν ἡμῶν ἡ ψυχή. Ä
XXIII. ‘El μέντοι, καὶ ἐπειδὰν ἀποθάνωμεν. ἔτι ἔόσται,
οὐδὲ αὐτῷ μοι δοκεῖ, ἔφη, ᾿ὦ Σώκρατες, ἀποδεδεῖχϑαι, all
ἔτι ἐνέστηκεν, ὃ νῦν δὴ Κέβης ἔλεγε. τὸ τῶν πολλῶν, ὅπως"
un ἀποϑνήσκοντος τοῦ ἀνθρώπου διασκεδαννῦται ἡ ψυχὴ καὶ
αὐτῇ τοῦ εἶναι τοῦτο τέλος ἥ-
τί γὰρ κωλύει γέγνεσϑαι μὲν
αὐτὴν καὶ ξυνίστασϑαι ἄλλοθέν ποϑὲν καὶ εἶναι, πρὸὺν καὶ
εἰς ἀνθρώπειον σῶμα ἀφικέσϑαι, ἐπειδὰν δὲ ἀφέκηται καὶ
ἀπαλλάττηται τούτου, τότε καὶ αὐτὴν τελευτᾶν καὶ διαφϑεί-""
Ο φεσϑαι:" “εὖ λέγεις, ἔφη, ᾿ Σιμμία," ὁ Κέβης. “φαίνεται |
γὰρ ὥσπερ ἥμισυ ἀποδεδεῖχϑαι οὗ δεῖ, ὅτι, πρὶν γενέσϑαι |
ἡμᾶς, ἦν ἡμῶν ἡ ψυχή᾽ δεῖ δὲ προσαποδεῖξαι, ὅτι. καὶ ἐπει-
δὰν ἀποθάνωμεν, οὐδὲν ἧττον ἔσται ἢ πρὶν γενέσϑαι, εἰ
μέλλει τέλος ἡ ἀπόδειξις ἔχειν. ἀποδέδεικται μέν.,᾽ ἔφη, ὦ
Σιιμία τε καὶ Κέβης,᾽ ὁ Σωκράτης, "καὶ νῦν, εἰ ϑέλετε συν-
ϑεῖναι τοῦτόν τε τὸν λόγον εἰς ταὐτὸν καὶ ὃν πρὸ τούτου
ὡμολογήσαμεν. τὸ γίγνεσϑαι πᾶν τὸ ξῶν ἐκ τοῦ τεϑνεῶτος
Ὁ εἰ γὰρ ἔστι μὲν ἡ ψυχὴ καὶ πρότερον. ἀνάγκη δὲ αὐτῇ εἰς
τὸ ξὴν ἰούσῃ τε καὶ γιγνομένῃ μηδαμόϑεν ἄλλοϑεν ἢ ἐκ ϑι-
νάτου καὶ τοῦ τεϑνάναι γίγνεσθαι, πῶς οὐκ ἀνάγκη αὐτήν.
καὶ ἐπειδὰν ἀποθάνῃ, εἶναι; ἐπειδή γε δεῖ αὖϑις αὐτὴν γίγνε-
σϑαι: ἀποδέδεικται μὲν οὖν, ὅπερ λέγεται, καὶ νῦν.
XXIV. Ὅμως δέ μοι δοκεῖς σύ τε καὶ Σιμμέας ἡδέως ἂν
καὶ τοῦτον διαπραγματεύσασϑαι τὸν λόγον ἔτι μᾶλλον aus
δεδιέναι τὸ τῶν παίδων, μὴ ὡς ἀληϑῶς ὁ ἄνεμος αὐτὴν ἀ-
5 ἐνέστηκεν. Dem. adv. Calliel.
10 εἰσπῖπτον (τὸ ὕδωρ) εἰς τὴν ὁδόν,
ἢ μὲν ἂν εὐοδῇ, φέρεται κάτω κατὰ
τὴν ὁδόν" ἢ δ᾽ ἂν ἐνστῇ τι, τηνι-
καῦτα τοῦτ᾽ εἰς τὰ χωρία ὑπερ-
αίρειν ἀναγκαῖον ἤδη.
6 διασκεδαννῦται ist hier Kon-
Junktiv, aus διασκεδαννύηται ent-
standen, wie 118 A πηγνῦτο Opta-
tiv, ans πηγνύοντο entstanden.
8 ἄλλοϑὲν ποϑεν, nämlich als der
Leib, der auf Erden entstanden ist.
14 εἰ μέλλει — ἔχειν, wenn der
Beweis vollständig sein soll.
De rep. VIII 567 B ὑπεξαιρεῖν δὴ
τούτους πάντας δεῖ τὸν τύραννφον,
εἰ μέλλει ἄρξειν,
20 ἐκ ϑανάτου καὶ τοῦ τεϑνάναι.
Eine ähnliche Verbindung findet
sich 78 B τῷ μὲν συντεϑέντι τε καὶ
συνϑέτῳ ὄντι φύσει.
23 ὅπερ λέγεται, wie gesagt,
So λέγεται 63 C woree γε καὶ zu
λαι λέγεται, 67 Ο ὅπερ πάλαι ἐν τῷ
λόγῳ λέγεται, 81 Ο ὥσπερ λέγεται.
S. zu 88 Ὁ.
24 δοκεῖς σύ τε καὶ Lima.
Ebenso steht das Verb im Singular
102 A ἀληϑέστατα, ἔφη, λέγεις. 9
τε Σιμμίας ἅμα καὶ ὁ ἱκέβης.
26 δεδιέναι — μὴ — διαφυσὰ καὶ
διασκεδάννυσιν. μὴ mit dem Indi-
kativ nach einem verbum timendi;
man fürchtet, dafs dieser Sats sich
bewahrheiten werde, dafs, was v02
der Seele hier ausges ird, be
stehe und Geltung habe. Eben:
84 E φοβεῖσθε, un δυσκολώτερον τι
DAIARN. 69
βαίνουσαν ἐκ τοῦ σώματος διαφυσᾷ καὶ διασκεδάννυσιν, ἄλλως E
τε καὶ ὅταν τύχῃ τις μὴ ἐν νηνεμίᾳ, ἀλλ᾽ ἐν μεγάλῳ τινὶ πνεύ--
ματι ἀποϑνήσχων.᾽ καὶ ὁ Κέβης ἐπιγελάσας" “ὡς δεδιότων."
ἔφη, ὦ Σώκρατες, πειρῶ ἀναπείϑειν, μᾶλλον δὲ μὴ ὡς ἡμῶν
᾿ δεδιότων, ἀλλ᾽ ἔσως &vı τις καὶ ἐν ἡμῖν παῖς, ὅστις τὰ τοιαῦτα
φοβεῖται. τοῦτον οὖν πειρώμεϑα πείθειν μὴ δεδιέναι τὸν θά-
(a γ Η 3
νατον DONEO τὰ μορμολύυκεια.
ἀλλὰ yon, ἔφη ὁ Σωκράτης,
ἐἐπάδειν αὐτῷ ἑκάστης ἡμέρας, ἕως ἂν ἐξοπάσητε.᾽ “πόϑεν
ovv ἔφη, “ὦ Σώκρατες, τῶν τοιούτων ἀγαϑὸν ἐπῳδὸν ληψό- 18
'μεϑα, ἐπειδὴ σύ, ἔφη, “ἡμᾶς ἀπολείπεις;" "πολλὴ μὲν ἡ "Ελλαάς,;
νῦν διάκειμαι ἢ ἐν τῷ πρόσϑεν βίω.
Auch hier wird gefürchtet, dafs
etwas schon bestehe. Lys. 218D φο-
βοῦμαι, un-Aoyoıs ψευδέσιν ἐντετυ-
χήχαμεν. Aken, Temp. u.Mod. $ 162.
ὁ ἄνεμος. Vgl. 70 A.
ὃ ὡς δεδιότων — μᾶλλον δὲ un
ὡς ἡμῶν δεδιότων, Dadurch, dafs
absolute Genitive, nicht Accusative
von πειρῶ avameideıy abhängi
gesetzt sind, erhält dieses Satzglıe
mehr Selbständigkeit und Nach-
druck. Ebenso ist μὴ vor ὡς ἡμῶν
δεδιότων gestellt, um dem Gegen-
satze mehr Nachdruck zu geben.
Οὐ, 47 Ὁ.
5 ἔνι τις καὶ ἐν ἡμῖν παῖς, ein
Kind steckt auch noch inuns,
Dieses Ausdruckes bedient sich Ke-
bes mit Rücksicht auf das von So-
krates gebrauchte δεδιέναι τὸ τῶν
παέδων. Wenn auch die Befürch-
tungen der Anwesenden — diese
werden wohl unter ἡμῶν und ἡμῖν
zu verstehen sein, nicht blofs Sim-
mias und Kebes — nicht so weit
geben, wie Sokrates im Scherze an-
genommen hatte, wenn sie also
auch nicht in der materialistischen
Auffassung vom Wesen der Seele
befangen sind, als könne sie nach
ihrer Trennung vom Körper ein
Windhauch zerblasen, so könnten
doch immerhin ähnliche ec
tungen (τὰ τοιαῦτα φοβεῖται) ım
ihnen vorhanden sein, da ei Über-
zeugung von der Unsterblichkeit
der Seele noch nicht genügend be-
festigt sei.
1 μορμολύκεια erklärt Timaeus
durch τὰ φοβερὰ τοῖς παισὶ προσ-
ὠπεξῖα.
8 ἐπάδειν. ἐπῳδαί, carmina, sind
auf Äskulap zurückgeführte Zau-
berformeln, die gesungen oder ge-
sprochen Krankheiten aller Art
heben sollten. Da sie insbesondere
auch auf Seelenleiden, wie Liebes-
schmerz, angewendet wurden, lag
es den Philosophen nahe mit ihnen
die Mittel zu vergleichen, welche
sie den Menschen zur Beruhigung
der Leidenschaften anem en.
Insbesondere hat Platon, der gern
altertümliche religiöse Volksvor-
stellungen nach ihrem tieferen Sinne
zu deuten sucht, mehrfach die Philo-
sophie als solche heilende Zauber-
formel bezeichnet. Charm. 157 A
ϑεραπεύεσθαι δὲ τὴν ψυχὴν ἔφη
— ἐπῳδαῖς τισι τὰς δ᾽ ἐπῳδὰς
ταύτας τοὺς λόγους εἶναι τοὺς κα-
λούς. ἐκ δὲ τῶν τοιούτων λόγων
ἐν ταῖς ψυχαὶς σωφροσύνην ἐγ-
γίγνεσθαι, ης ἐγγενομένης καὶ ποὶρ-
οὔσης ῥάδιον ἤδη εἶναι τὴν ὑγίειαν
καὶ τῇ κεφαλῇ καὶ τῷ ἄλλῳ σώματι
πορίξειν. CH. Ῥμαοά. 114 Ὁ χ1ὴ τὰ
τοιαῦτα ὥσπερ ἐπάδειν ἑαυτῷ.
8 ἐξεπάσητε. Soph. Ο. C. 1192
εἰσὶ χἀτέροις al κακαὶ καὶ ϑυ-
nos ὀξύς, ἀλλὰ νουϑετούμενοι φί-
λῶν ἐπῳδαῖς ἐξεπάδονται φύσιν.
πόϑεν οὖν, ἔφη — ἐπειδὴ σύ,
ἔφη. Ahnliche Wiederholungen 890
μὴ γενώμεθα, ἡ δ᾽ ὃς, μισόλογοι
— ὡς οὐκ ἔστιν, ἔφη. 108 Ο εἶπεν"
ἄρα μή που, ὦ Κέβης, ἔφη. 118 A
καὶ ἐκκαλυψάμενος — εἶπεν, ὁ δὴ
τελευταῖον ἐφθέγξατο᾽ ὦ Κρίτων,
ἔφη, τῷ Aoninnıo ὀφεέλομεν ἀλεκ-
τρυόνα.
10 πολλὴ μὲν ἡ Ἕλλας. Thucyd.
VII 13, 3 πολλὴ δ᾽ ἡ Σικελία, wo
10 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἔφη, "ὦ Κέβης, ἐν ἧ ἔνεισί που ἀγαϑοὶ ἄνδρες, πολλὰ δὲ καὶ
τὰ τῶν βαρβάρων γένη, οὗς πάντας χρὴ διερευνᾶσθαι ξητοῦν-
τας τοιοῦτον ἐπῳδὸν μήτε χρημάτων φειδομένους μήτε πόνων᾽
ὡς οὐκ ἔστιν, εἰς ὅτι dv ἀναγκαιότερον ἀναλίδκοιτε χρήματα.
ξητεῖν δὲ χρὴ καὶ αὐτοὺς μετ᾽ ἀλλήλων ἴσως γὰρ ἂν οὐδὲ"
ῥαδίως εὕροιτε μᾶλλον ὑμῶν δυναμένους τοῦτο ποιεῖν.’ ‘alla
ταῦτα μὲν 07, ἔφη, “ὑπάρξει,᾽ ὁ Κέβης" “ὅϑεν δὲ ἀπελίπομεν,
Β ἐπανέλθωμεν, εἴ 001 ἡδομένῳ ἐστίν. “ἀλλὰ μὴν ἡδομένῳ ye
πῶς γὰρ οὐ μέλλει:᾽ ᾿καλῶς,᾽ ἔφη, "λέγεις."
XXV. “Οὐκοῦν τοιόνδε τι, ἡ δ᾽ ὃς 6 Σωκράτης, "δεῖ"
ἡμᾶς ἐρέσϑαι ἑαυτούς, τῷ ποίῳ τινὶ ἄρα προσήκει τοῦτο τὸ
πάϑος πάσχειν τοῦ διασχεδάννυσϑαι καὶ ὑπὲρ τοῦ ποίου τινὺς
δεδιέναι, μὴ πάϑῃ αὐτό, καὶ τῷ ποίῳ τινὶ οὔ; καὶ μετὰ τοῦτο
αὖ ἐπισκέψασθαι, πότερον ἡ ψυχή ἐστιν, καὶ ἐκ τούτων ϑαρ-
osiv ἢ δεδιέναι ὑπὲρ τῆς ἡμετέρας ψυχῆς; "ἀληϑῆ,᾽ ἔφη. ὅ
Ο “λέγεις.᾽ “ἄἀρ᾽ οὖν τῷ μὲν συντεϑέντι τε καὶ συνϑέτῳ ὄντι
φύσει προσήκει τοῦτο πάσχειν, διαιρεϑῆναι ταύτῃ, ἧπερ συν-
der Scholiast πολλὴ durch εὐρύχω-
ρος erklärt. Schon bei Homer findet
sich πολὺ πεδίον Iliad. IV 244, πολ-
n χώρ 520, πολλὴ γαῖα
Odyas. XIV 880. 11
1 πολλὰ δὲ καὶ τὰ τῶν βαρβάρων
γένη. Der wissenschaftliche Kosmo-
olitismus ist eher erklärlich bei
laton, der auf seinen Reisen die
Barbaren kennen und achten lernte,
als bei Sokrates, der direkte Be-
rührungen mit ihnen nicht hatte.
Platon wird also hier dem Sokrates
eine Ansicht beilegen, die ihm selbst
gehört. Möglich, dafs diese Stelle
ım Zusammenhang mit den Kos-
mopolitischen Lehren Sokratischer
Schüler, z. B. der Cyniker, den An-
lafs zu dem Mifsverständnis gegeben
hat, das wir auch bei Cicero finden
Tusc. V 37, 108 Socrates quidem
cum rogaretur cuiatem se esse dice-
ret, mundanum, inquit ; totius enim
mundi se incolam et civem arbitra-
batur.
4 οὐκ ἔστιν, εἰς ὅτι ἂν — ἀνα-
λέσκοιτε. 89 D ὡς οὐκ ἔστιν --- ὅτι
ἂν τις μεῖξον τούτου κακὸν πάϑοι.
5 ξητεῖν d. i. τὴν ξήτησιν τοῦ
πσραγματος ποιεῖσθαι.
08 pn, ὕπαρξει, ὁ Κέβης. 8. zu
ὅϑεν δὲ ἀπελίπομεν, ἐπανέϊ-
ϑώμεν. Οἷο, n. ἃ. 111 23, 60 sed ὦ
iam, unde huc digressi sumus, Τὸ
vertamur. Vgl. 72 A.
9 πῶς γὰρ οὐ μέλλει, nämlich μοι
ἡδομένῳ εἶναι.
11 ξαυτοὺς gleich ἡμᾶς αὐτοῦς.
1010 σὺ δὲ δεδιὼς ἂν τὸ λεγόμενον
τὴν ἑαυτοῦ σκιάν.
τοῦτο τὸ πάϑος --- τοῦ διασχε-
δάννυσθαι. 968 ὁ τὰς αἰσθήσεις
παρέχων τοῦ ἀκούειν καὶ ὁρᾶν καὶ
ὀσφραίνεσθαι, 97 A αὕτη ἄρα αἰτία
αὐτοῖς ἐγένετο δύο γεν σϑαι, ἡ ξύν"
οδος τοῦ πλησίον ἀλλήλων τεϑῆναι.
13 οὔ, das in den Hdschr. fehlt,
verdankt man Heindorf. Ohne da-
selbe wäre das folgende πότερθν ἢ
dlich.
ψυχή ἐστιν unvers
[4
ia ἡ ψυχή. 80 A ποτέρῳ οὖν ἡ
ψυχὴ ἔοικεν; Ohne Artikel 79 Ε 880.
16 δεδιέναι ὑπὲρ τῆς ἡμετέρας
ψυχῆς. 88 B δεδιέναι ὑπὲρ τῆς at-
τοῦ ψυχῆς. De rep. III 8810.
16 τῷ μὲν συντεϑέντι τε καὶ συ"
ϑέτω ὄντι. Das Zusammengese
wird nach seinem Werden (em
ὃ. ἐν) und nach seinem Sein oder Be-
stehen (σύνϑετον ὅν) gefalst. Vgl.
77 Ὁ ἐκ ϑανάτου καὶ τοῦ τεϑναφαι.
11 φύσει zu verbinden mit πρού-
ἥκει τοῦτο πάσχειν.
BAIARN. 11
ἐτέθη εἰ δέ τι τυγχάνει ὃν ἀξύνϑετον, τούτῳ μόνῳ προσήκει
μὴ πάσχειν ταῦτα, δἴπερ τῳ ἄλλῳ; δοκεῖ μοι.᾽ ἔφη. “οὕτως
ἔχειν, ὁ Κέβης.
“οὐχοῦν ἅπερ ἀεὶ κατὰ ταὐτὰ καὶ ὡσαύτως
ἔχει, ταῦτα μάλιστα εἰκὸς εἶναι τὰ ἀξύνϑετα, τὰ δὲ ἄλλοτ᾽
5 ἄλλως καὶ μηδέποτε κατὰ ταὐτά, ταῦτα δὲ εἶναι τὰ σύνϑετα;"
ἔμοιγε δοκεῖ οὕτως.
ἴωμεν δή,᾽ ἔφη. ᾿ἐπὶ ταῦτα, ἐφ
9ΨΦ ὦ,
ἅπερ
ἐν τῷ ἔμπροσϑεν λόγῳ. αὐτὴ ἡ οὐσία, ἧς λόγον δίδομεν τοῦ Ὁ
εἶναι καὶ ἐρωτῶντες καὶ ἀποκρινόμενοι, πότερον ὡσαύτως ἀεὶ
ὄχει κατὰ ταὐτὰ ἢ ἄλλον ἄλλως; αὐτὸ τὸ ἴσον, αὐτὸ τὸ καλόν,
32 Δ οὗ κι »» [4 \ ς
αὐτὸ ἕκαστον, ὃ ἔστιν, τὸ ὄν, μή ποτε μεταβολὴν καὶ ἣν-
τινοῦν ἐνδέχεται; ἢ ἀεὶ αὐτῶν ἕκαστον, ὃ ἔστι μονοειδὲς ὃν
αὐτὸ καϑ᾿ αὐτὸ ὡσαύτως κατὰ ταὐτὰ ἔχει καὶ οὐδέποτε οὐδα-
μῇ οὐδαμῶς ἀλλοίωσιν οὐδεμίαν ἐνδέχεται: "ὡσαύτως." ἔφη,
ἀνάγκη," ὁ Κέβης, “κατὰ ταὐτὰ ἔχειν, ὦ Σώκρατες."
“τί δὲ
'τῶν πολλῶν [καλῶν], οἷον ἀνθρώπων ἢ ἵππων ἢ ἱματίων ἢ Ε
2 εἴπερ τῳ ἄλλῳ. Die übliche
volle Formel am Schlusse des Satzes,
obwohl mit Rücksicht auf das vor-
ausgegangene τούτῳ μόνῳ genü
haben würde, εἴπερ To. δὰ
ὃ κατὰ ταὐτὰ καὶ ὡσαύτως ἔχει,
Ohne καὶ 78 Ὁ ὡσαύτως ἀεὶ ἔχει κατὰ
ταὐτά, ὡσαύτως κατὰ ταὐτὰ ἔχει,
80 Β ὡσαύτως κατὰ ταὐτὰ ἔχοντι.
Α ταῦτα ist Prädikat. 109 ἐκεῖ-
vos ἐστιν ὃ ἀληϑῶς οὐρανός, 111 A
ὅπερ ἡ ἔν τὸ ὕδωρ τε καὶ ἡ ϑά-
λαττά or — τοῦτο ἐκεῖ τὸν ἀέρα, ὃ
δὲ ἡμῖν ὁ ἀήρ, ἐκείνοις τὸν αἰϑέρα.
τὰ δὲ ἄλλοτ᾽ ἄλλως. Aus ἔχει
ist ἔχοντα zu ergänzen.
τὰ δὲ — ταῦτα δέ. Das δὲ im
Gegensatze wiederholt. 80 Ὁ ἡ δὲ
yon ἄρα — αὕτη δὲ δή, 81 Β τὸ
ὲ τοῖς ὄμμασι σκοτῶδες -- τοῦτο
δ εἶϑισμ ἐν ”n, μισεῖν. 113E οἵ δ᾽
ἂν δόξωσιν ἀνιάτως ἔχειν — τού-
τους δὲ ἡ προσήκουσα οὖρα ῥέσπτει
εἰς τὸν Τάρταρον. οἱ ὁ δ᾽ ἂν ἰάσιμα
μέν͵ μεγάλα δὲ δόξωσιν Augen:
κέναι ἁμαρτήματα — τούτους
ἐμπεσεῖν μὲν εἰς τὸν Τάρταρον
ἀνάγκη.
6 ἴωμεν. ἰέναι hat hier den Sinn
von redire, auf etwas zurück-
kommen. Theaet, 177 Ο ἐπὶ δὲ τὰ
ἔμπροσθεν ἴωμεν, Polit. 971 Β τοὺς
πρεσβύτας ἐπὶ τὴν τοῦ παιδὸς ἰέναι
φύσιν, Parm. 137 A. Vgl. 91 0,
Ἵ ἐν τῷ ἔμπροσθεν λόγῳ» 66 Ὁ fg.
ἧς λόγον δίδομεν τοῦ εἶναι, die
Wesenheit selbst, für welche
wir als Erklärung die des
Seins geben, d.h. die wir als das
Sein erklären. 8. zu 65 Dund Τό Ὁ.
8 ἐρωτῶντες καὶ ἀποκρινόμενοι.
3. zu 75 D.
10 τὸ ὄν, μή ποτε μεταβολὴν --
ἐνδέχεται ; ἢ -- ἀλλοίωσιν οὐδεμίαν
ἐνδέχεται: Ni icht Doppelfrage; denn
das zweite Glied sagt nur in an-
derer Form dasselbe, was das erste
Glied enthält. Das un des ersten
Gliedes ist ohne Einflufs auf das
zweite. Diese Formel braucht Pla-
ton nicht selten, um etwas genau
und allseitig festzustellen. Apol.
25 A ἀλλ᾽ ἄρα μὴ ol ἐν τῇ ἐκκλη-
σίᾳ διαφϑείρουσι τοὺς νεωτέρους; ἢ
κἀκεῖνοι βελτίους ποιοῦσιν ἅπαντες; ;
11 μονοειδές. Cic. Cat. mai. 21,
78 cum simplex animi natura esset
neque haberet in se quidquam ad-
miatum ‚dispar sus atque dissimile.
12 οὐδαμῇ οὐδαμῶς. Ähnlich
100 D ὁπῃ δὴ καὶ ὅπως.
aut τί δὲ τ τῶν πολλῶν. Wie de
8 τί κρένεις, ἡγῇ, οἴει τινὸς (de
rep. V 469 Β τί δὲ ἕππων οἵει ---
καὶ τῶν ἄλλων ξῴω»); so wird auch
elliptisch gesagt τί δὲ τινος: Gorg.
509 Ὁ τί δὲ δὴ τοῦ ἀδικεῖν: πότε-
ρον ἐὰν μ βούληται ἀδικεῖν, ἵκα-
μὸν τοῦτ μὴ στιν etc. Vgl. 65D.
15 τῶν πολλῶν», τὰ πολλὰ Werden
12 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
ἄλλων ὠντινωνοῦν τοιούτων ἢ ἴσων ἢ καλῶν ἢ πάντων τῶν
ἐκδένοις ὁμωνύμων. ρα κατὰ ταὐτὰ ἔχει, ἢ πᾶν τοὐναντίον
ἐκεένοις οὔτε αὐτὰ αὑτοῖς οὔτε ἀλλήλοις οὐδέποτε, ὡς ἔπος
εἰπεῖν, οὐδαμῶς κατὰ ταὐτά [ἐστιν]; "οὕτως [αὖ],᾽ ἔφη, [ταῦτα]
19 ὁ Κέβης" “οὐδέποτε ὁσαύτως ἔχει. “οὐχοῦν τούτων μὲν κἂν"
ἥψαιο, κἂν ἴδοις, κἂν ταῖς ἄλλαις αἰσϑήσεσιν αἴσϑοιο, τῶν δὲ
κατὰ ταὐτὰ ἐχόντων οὐκ ἔστιν, ὅτῳ nor’ ἄν ἄλλῳ ἐπιλάβοι
ἢ τῷ τῆς διανοίας λογισμῷ, ἀλλ᾽ ἔστεν ἀειδῆ τὰ τοεαῦτα καὶ
οὐχ ὁρατά: 'παντάπασιν;,᾽ ἔφη, ᾿ἀληϑῆ λέγεις.᾽
XXVI “Θῶμεν οὖν βούλει.᾽ ἔφη, 'δύο εἴδη τῶν ὄντων,"
τὸ μὲν ὁρατόν, τὸ δὲ ἀειδές ; ᾿θώμεν;,; ἔφη. καὶ τὸ μὲν dar
δὲς ἀεὶ κατὰ ταὐτὰ ἔχον, τὸ δὲ ὁρατὸν μηδέποτε κατὰ ταὐτά;
“καὶ τοῦτο, ἔφη, “ϑῶμεν.᾽ φέρε δή, ἦ δ᾽ ὅς, “ἄλλο τι ἡμῶν
Β αὐτῶν τὸ μὲν σῶμά ἐστι, τὸ δὲ ψυχή; οὐδὲν ἄλλο." ἔφῃ.
“ποτέρῳ οὖν ὁμοιότερον τῷ εἴδει φαῖμεν ἂν εἶναι καὶ ξυγ-
γενέστερον τὸ σώμα: “παντί, ’ ἔφη, 'τοῦτό γε δῆλον. ὅτι τῷ
ὁρατῷ. “τί δὲ ἡ ψυχή; ὁρατὸν ἢ ἀειδές;᾽ “οὐχ ὑπ᾽ ἀνϑρώ-
πῶν γε, ὦ Σώκρατες, ἔφη. “ἀλλὰ μὴν ἡμεῖς γε τὰ δρατὰ καὶ
τὰ μὴ τῇ τῶν ἀνθρώπων φύσει λέγομεν. ἢ ἄλλῃ τινὶ οἴει"
τῇ τῶν ἀνθρώπων. “τί οὖν περὶ ψυχῆς λέγομεν, ὁρατὸν ἢ"
hier in gleicher Weise den Ideen αὐτῆς ἡ καὶ πλεῖατα τῶν ἄλλων
entgegengesetzt, wie 68 Ο οὗ πολλοὶ ἐκείνης μετέχῃ; ᾽ “οὕὔτως᾽, ἔφη
den Philosophen. ‘ayanıjsones.
καλῶν t sich in allen Hdschr., ‚5 οὐκοῦν τούτων μέν. Tim. 394
wird aber wohl mit Classen für ein τὸ μὲν δὴ νοήσει mare λόγαυ περι,
βρδϊεσοβδβ Einschiebsel anzusehen ληπτὸν ἀεὶ κατὰ ταὐτὰ ὄν, τὸ δ᾽
sein. Denn der Einheit der Ideen αὖν δόξῃ μετ᾽ αἰσθήσεως ἀλόνον
kann zunächst nur die Vielheit dar δοξαστον γιγνόμενον καὶ ἀπολλ
sinnlich wahrnehmbaren Dinge ent- μενον, ὄντως δὲ οὐδέποτε ὄν.
gegengesetzt werden: τὰ πολλώ, 10 Θῶμεν οὖν βούλει. Gorg. 4668
οἷον αὐϑφαιποι ἢ ἕπποι und nach βού οὔλει οὖν δύο εἴδη θῶμεν πειϑοῦς,
Aufzählun einige r Beispiele kann Phaed. 99 Ὁ βούλϑι σοι, ἔφη, ἐπί:
erst von esen D zu- dad ποιήσωμαι:
kommenden Eigenschaften ie Rede 11 ὁρατόν. 8. zu 6b 65 Β.
sein: 7 ἴσων ἢ καλῶν ἃ. 5. W. ἀειδὲς. 79 Β wird ἀόρατον und
2 ἄρα — 7. Die Frage mit ἢ οὐχ ὁρατὸν dafür gesetzt.
dient nur dazu, die vorhergehende 13 ἡμῶν αὐτῶν nicht reflexiv, wie
näher zu bestimmen. Apol. 27 A Grit. δὲ Ὁ ἄλλο τι οὖν, ἂν φαῖῶν,
“4
ἄρα γνώσεται Σωκράτης ὁ σοφὸς δὴ n ξυνθήκας, τὰς πρὸς ἡμᾶς αὐτοὺς
ἐμοῦ χαριεντιξομένου καὶ ἐναντέ καὶ ὁμολογέας σπαραβαίνεις;
ἐμαυτῷ λέγοντος, ἢ ἐξαπατήσω Genitir selbst abhängig von τὸ μέν,
αὐτὸν καὶ τοὺς ἄλλους τοὺς ἀκού- τὸ δέ.
ονέας; Euthyphr. 7 7B. εὖ ποτέρω --- τῷ εἴδει. Der Ar-
4 κατὰ ταὐτά. Zu ergänzen ἔχει. tikel mit Pücksicht auf das Ver-
Vgl. 18 6. hergehende. Ebenso 79 ἢ 89 C.
„oorag, ἔφη. De rep. V 4120 ‚19 τῇ τῶν ἀνθρώπων φύσει. 87E
ἢ dyannoousv, ἐὰν ὅτι ἐγγύτατα τὴν φύσιν τῆς ἀσϑενδέας.
ΦΑΙΔΩ͂Ν,
13
ἀόρατον εἶναι: “οὐχ ὁρατόν. “ἀειδὲς ἄρα" “ναί. “ὁμοιότερον
ἄρα ψυχὴ σώματός ἐστιν τῷ ἀειδεῖ, τὸ δὲ τῷ ὁρατῷ."
ἀνάγκη, εὖ Σώκρατες."
XXVIR.
πᾶσα
“Οὐκοῦν καὶ τόδε πάλαι ἐλέγομεν, ὅτι ἡ ψυχή,
ὃ ὅταν μὲν τῷ σώματι προσχρῆται εἰς τὸ σκοπεῖν τι ἢ διὰ τοῦ
ὁρᾶν 9 διὰ τοῦ ἀκούειν ἢ δι’ ἄλλης τινὸς αἰσθήσεως --- τοῦτο
γάρ ἐάτιν τὸ διὰ τοῦ σαάίματος, τὸ δι᾽ αἰσϑήσεων σκοπεῖν τι —,
τότε μὲν ἕλκεται ὑπὸ τοῦ σώμωτος εἰς τὸ οὐδέποτε κατὰ ταὐτὰ
ἔχοντα, καὶ αὐτὴ πλανᾶται καὶ ταράττεται καὶ ἰλιγγιᾷ ὥσπερ
0 μεϑυουσα ἅτε τοιούτων ἐφαπτομένη; “πάνυ γε. Ὅταν δέ γὲ
αὐκὴ καϑ'’ αὑτὴν σχοπῇ, ἐκεῖσε οἴχεταε εἰς τὸ κωϑαρόν τε καὶ Ὁ
ἀεὶ ὃν καὶ ἀϑάνατον καὶ ὡσαύτως ἔχον καὶ ὡς συγγενὴς οὖσα
αὐτοῦ ἀεὶ μετ᾽ ἐκείμου τε γίγνεται, ὅτανπερ αὐτὴ χκωϑ᾽ αὑτὴν
γένηται καὶ ἐξῇ αὐτῇ, καὶ πέπανταί τε τοῦ πλάνου καὶ περὶ
5 ἐκεῖνα del κατὰ ταὐτὰ ὡσαύτως ἔχει ἅτε τοιούτων ἐφαπτο-
μένη; καὶ τοῦτο αὐτῆς τὸ πάϑημα φρόνησις κέκληται; “παντά-
πασιν,᾽ ἔφη, ᾿καλῶς καὶ ἀληϑῆ λέγεις, ὦ Σώκρατες." “ποτέρῳ
οὖν αὖ σοι δοκεῖ τῷ εἴδει καὶ ἐκ τῶν ἔμπροσϑεν καὶ ἐκ τῶν
νῦν λεγομένων ψυχὴ ὁμοιότερον εἶναι καὶ ξυγγενέστερον ;’
) πῶς ἄν μοι δοκεῖ, ἦ δ᾽ ὅς, ᾿συγχωρῆσαι, ὦ Σώκρατες, ἐκ
ταύτης τῆς μεϑύόδου, καὶ ὁ δυάμαϑέστατος, ὅτι ὅλῳ καὶ παντὶ
1 09x ὁρατόν. ἀειδὲς ἄρα. Hier-
nach könnte es scheinen, als ob
Platon selbst einen Unterschied
zwischen οὐχ ὁρατὸν und ἀειδὲς
emacht habe. Das wird schwer-
ıch der Fall sein; vielmehr wollte
er als Gegensatz zu ὁρατὸν ein
Wort haben, das die Beziehung der
Seele zum Hades und die Konformi-
tät dieses Ortes für gie bezeichnete.
4 πάλαι wird auch von dem ge-
braucht, was innerhalb eines kürze-
ren Zeitraumes geschehen ist. Vgl.
58 A. Hier bezieht es sich auf das
65 B fg. Erörterte.
ἐλέγομεν. 8. zu T2A.
8 ἕλκεται, also gegen ihren Willen.
9 πλανᾶται. Die Seele, die sich
von den Ideen wegwendet und sich
dem Eindrucke der Erscheinungen
hingiebt, verliert den Stätz- und
Haltepunkt für ihr Denken; sie wird
schwankend und unstät in ihren
Urteilen (zlavazaı), gerät dadurch
in Unruhe und Verwirrung (ταράτ-
tsteı) und es vergehen ihr am Ende
alle Gedanken, wiedem vom Schwin-
del Ergriffenen oder dem Trunkenen
(dAıyyız ὥσπερ μεϑυουσα).
10 τοιούτων, nämlich τῶν πλα-
ψωμένων καὶ ταραττομένων.
14 ἐξῇ durch Geschäfte, Schlaf,
Krankheiten u, dergl. |
περὶ ἐκεῖνα, in Bezug auf jene
ewigen Ideen bleibt sich die Seele
immer gleich, während die der
Aufsenwelt zugewendete Seele, ob-
wohl sie die Ideen auch kennt, doch
in ihrem Verhalten zu denselben
schwankt, bald mehr, bald weniger
sich ihrer bewufst ist.
16 φρόνησις. Vgl. 65A.
17 καλῶς καὶ ἀληϑῆ λέγεις. Ter.
Ad.IV3, 18 ei recte et verum dies.
Prot. 352D καλῶς γε — σὺ λέγων
καὶ dAndn, Ion 538E σκέψαι, ὡς
ῥᾳδίως re καὶ ἀληϑῆ ἐγώ aoı ἀπο-
κρινοῦμαι.
21 ὅλῳ καὶ παντί, in allem und
jedem, durchaus. de rep. VII
527C ὅτι τῷ ὅλῳ καὶ παντὶ διοίσϑι.
C
E
74 UAAT2NOZ
ὁμοιότερόν ἐστι ψυχὴ τῷ ἀεὶ ὡσαύτως ἔχοντι μᾶλλον ἢ τῷ μή.
“τί δὲ τὸ σώμα;᾽ “τῷ ἑτέρῳ.
XXVM.
“Ὅρα δὴ καὶ τῇδε, ὅτι, ἐπειδὰν ἐν τῷ αὐτῷ
80 ὦσε ψυχὴ καὶ σῶμα, τῷ μὲν δουλεύειν καὶ ἄρχεσϑαι ἡ φύσις
προστάττει, τῇ δὲ ἄρχειν καὶ δεσπόξειν"
- {
καὶ κατὰ ταῦτα αὖ :
πότερόν σοι δοκεῖ ὅμοιον τῷ ϑείῳ εἶναι καὶ πότερον τῷ ϑνη-
τῷ; ἢ οὐ δοκεῖ σοι τὸ μὲν ϑεῖον οἷον ἄρχειν τε καὶ ἡγεμο-
νεύειν πεφυκέναι, τὸ δὲ ϑνητὸν ἄρχεσϑαί τε καὶ δουλεύειν;
“ἔμοιγε. ποτέρῳ οὖν ἡ ψυχὴ ἔοικεν; “δῆλα δή, ὦ Σώκρατες,
ὅτε ἡ μὲν ψυχὴ τῷ ϑείῳ, τὸ δὲ σῶμα τῷ Ivnra. ‘ande δή u
ἔφη, “ὦ Κέβης, εἰ ἐκ πάντων τῶν εἰρημένων τάδε ἡμῖν kun
Β βαίνει, τῷ μὲν ϑείῳ καὶ ἀϑανάτῳ καὶ νοητῷ καὶ μονοειδεῖ καὶ
ἀδιαλύτῳ καὶ ἀεὶ ὡσαύτως κατὰ ταὐτὰ ἔχοντι ἑαυτῷ ὁμοιότα-
τον εἶναι ψυχήν, τῷ δὲ ἀνθρωπίνῳ καὶ ϑνητῷ καὶ πολυειδεῖ
καὶ ἀνοήτῳ καὶ διαλυτῷ καὶ μηδέποτε κατὰ ταὐτὰ ἔχοντι ἕαν-υ
τῷ ὁμοιότατον αὖ εἶναι σῶμα. ἔχομέν τι παρὰ ταῦτα ἄλλο
λέγειν, ὦ φίλε Κέβης, 5 οὐχ οὕτως ἔχει; "οὐκ ἔχομεν."
XXIX. “Τί οὖν; τούτων οὕτως ἐχόντων dp’ οὐχὶ σώματι
μὲν ταχὺ διαλύεσθαι προσήκει, ψυχῇ δὲ αὖ τὸ παράπαν ἀδια-
Ο λύτῳ εἶναι ἢ ἐγγύς τι τούτου; 'πῶς γὰρ οὔ; “ἐννοεῖς οὖν, κα
ἔφη, “ὅτι, ἐπειδὰν ἀποϑάνῃ 6 ἄνϑρωπος. τὸ μὲν ὁρατὸν αὐτοῦ,
τὸ σῶμα, καὶ ἐν ὁρατῷ κείμενον, ὃ δὴ νεκρὸν καλοῦμεν, ῷ
προσήκει διαλύεσθαι καὶ διαπίπτειν [καὶ διαπνεϊσϑαι], οὐκ
εὐθὺς τούτων οὐδὲν πέπονθεν, ἀλλ᾽ ἐπιεικῶς συχνὸν ἐκι-
1 μᾶλλον den Begriff des vorher-
gehenden Komparativs erneuernd.
ipp. mai. 285 A ἔστι δέ γε τοῖς
Αακεδαιμονέίοις ὠφελιμώτερον τὴν
ὑπὸ σοῦ παίδευσιν ξενικὴν οὐσαν
παιδεύεσθαι μᾶλλον ἢ τὴν ἐπιχω-
AV.
3 τῇδε auf das folgende ὅτι — ἡ
φύσις προστάττει hinweisend. Eben-
so 92E.
7 οἷον ἄρχειν. 83D οἷα μηδέ-
note eis Audov καϑαρῶς ἀφικέσθαι,
94E οἵας ἄγεσθαι, 98C οἷα ἐπι-
τείνεσθαι.
8 ἀρχεσϑαί τε καὶ δουλεύειν
noch von οἷον abhängig.
10 ἡ μὲν ψυχὴ τῷ Helo. Cie. Tusc.
126, 65 anımus, ut ego dico, divinus
est, ut Euripides dicere audet, deus.
11 ξυμβαίνει von dem, was sich
aus dem Vorhergehenden ergiebt,
folgern läfst. S. auch 92B.
177. Theaet. 184 ἀνάγκη ἐπι-
λαβέσϑαι τῆς ἀποκρίσεως, ἣν ἀπο-
κρένει, ἢ οὐκ ὀρϑή, leg. x 963}
ἢ μὲν διαφέρετον αὐτοῖν τούτω τὸ
δύο --- οὐδὲν χαλεπὸν εἰπεῖν.
20 ἢ ἐγγύς τι τούτου. Diese Be-
schränkung wird hinzugefügt, weil
die Seele doch nur als etwas dem
Göttlichen , Unsterblichen, Unauf-
lösbaren Ähnliches erwiesen ἃ
nicht aber als das Göttliche, Un-
sterbliche, Unauflösbare selbst.
23 καὶ διαπνεῖσθαι, das in den
besten Hdschr. fehlt, ist deshalb
unpassend, weil Ausdrücke derart
nur von der Seele, nicht aber vom
Körper gebraucht werden könner.
S. zu 70A.
24 πέπονθεν nämlich nach dem
Tode. Ebenso 80D ἡ δὲ ψυχὴ —
ἀπαλλαττομένη τοῦ σώματος εὐϑὺς
διαπεφύσηται καὶ ἀπόλωλεν. εὖϑὺυς
ΦΑΙΔΩΝ. 15
μένει χρόνον, ἐὰν μέν τις καὶ χαριέντως ἔχων τὸ σῶμα τελευτήσῃ,
καὶ ἐν τοιαύτῃ ὥρᾳ καὶ πάνυ μάλα: συμπεσὸν γὰρ τὸ σῶμα
καὶ ταριχευϑέν, ὥσπερ ol ἐν Αἰγύπτῳ ταριχευϑέντες, ὀλίγου
ὅλον μένει ἀμήχανον ὅσον χρόνον" ἔνια δὲ μέρη τοῦ σώματος,
"καὶ ἂν σαπῇ, ὀστᾶ τε καὶ νεῦρα καὶ τὰ τοιαῦτα πάντα, ὅμως
ὡς ἔπος εἰπεῖν ἀϑάνατά ἐστιν. ἢ οὔ; “ναί. “ἡ δὲ ψυχὴ ἄρα,
τὸ ἀειδές. τὸ εἰς τοιοῦτον τόπον ἕεερον οἰχόμενον γενναῖον
καὶ καϑαρὸν καὶ ἀειδῆ, εἰς “διδου ὡς ἀληθῶς, παρὰ τὸν ἀγα-
ϑὸν καὶ φρόνιμον ϑεόν, οἷ, ἂν ϑεὸς ἐθέλῃ, αὐτίκα καὶ τῇ ἐμῇ
ψυχῇ ἱτέον, αὕτη δὲ δὴ ἡμῖν ἡ τοιαύτη καὶ οὕτω πεφυκυῖα
ἀπαλλαττομένη τοῦ σώματος εὐθὺς διαπεφύσηται καὶ ἀπόλω-
lv, ὥς φασιν ol πολλοὶ ἄνϑρωποι; πολλοῦ ys δεῖ, ὦ φέλε
Κέβης τε καὶ Σιμμέα, ἀλλὰ πολλῷ μᾶλλον ὧδ᾽ ἔχει" ἐὰν μὲν
χκαϑαρὰ ἀπαλλάττηται μηδὲν τοῦ σώματος ξυνεφέλκουσα ἅτε
οὐδὲν κοινωνοῦσα αὐτῷ ἐν τῷ βίῳ ἑκοῦσα εἶναι, ἀλλὰ φεύ-
γουσα αὐτὸ καὶ συνηϑροισμένη αὐτὴ εἰς αὐτὴν ἅτε μελετῶσα
hebtden Begriff des Unverzüglichen,
der schon γὼ Perfekt liegt, noch
mehr hervor.
ἀλλ᾽ ἐπιεικῶς. Für die Erhal-
tung des Leibes nach dem Tode
werden drei Stufen unterschieden:
1. der ganze und noch mit der
Schönheit, die er im Leben hatte,
eschmückte Leib erhält sich ziem-
ch lange, 2. der ganze, aber vor
Alter schon eingefallene oder durch
Kunst eingetrocknete Leib erhält
sich sehr lange, 3. einzelne Teile des
Leibes erhalten sich unendlich lange.
1 ἐπιμένει. 8. zu 59D.
ἐὰν μέν τις καί, ἐὰν καὶ ge-
trennt, wie Prot. 323B ἐὰν τινα καὶ
εἰδῶσιν ὅτι ἄδικός ἐστιν.
χαριέντως vom Liebreiz und von
der Anmut der Jugend,
2 pa. ὥρα, Jugendschön-
heit. Arist. av. 1723 φεῦ φεῦ τῆς
ὥρας τοῦ κάλλους, Xen. mem.
1,22 ἐσθῆτα δέ, ἐξ ἧς ἂν μάλιστα
ὥρα διαλάμποι, IV 1, ὃ οὐ τῶν τὰ
σώματα πρὸς ὥραν, ἀλλὰ τῶν τὰς
puzds πρὸς ἀρετὴν εὖ πεφυκότων
φιέμενος.
καὶ πάνυ μάλα, nämlich συχνὸν
ἐπιμένει χρόνον.
συμπεσὸν γάρ. Sokrates erklärt
eich durch den Satz mit γὰρ dar-
über, warum er gerade die Erhal-
tung eines jugendlich schönen Kör-
ers hervorhebe, wie wenn er sagte:
denn von einem vor Alter bereits
eingefallenen Körper will ich gar
nicht reden; der hält sich noch
viel länger.
3 ὥσπερ ol ἐν Aly. 890 un ye-
νώμεϑα — μισόλογοι, ὥσπερ οἷ μισ-
ἄνθρωποι γιγνόμενοι, 1110 πολὺ
δὲ πῦρ καὶ πυρὸς μεγάλους ποτα-
μούς, πολλοὺς δὲ υγροῦ πηλοῦ ---
ὥσπερ ἐν Σικελίᾳ ol πρὸ τοῦ ῥδύα-
κος πηλοῦ ῥέοντες ποταμοί, 1190
τὰ δεύματα --- εἰσρεῖ τε καὶ πληροὶ
αὐτά, ὥσπερ ol ἐπαντλοῦντες. _
ὀλίγου ὅλον natürlich mit σῶμα
zu verbinden im Gegensatz zu dem
διαλύεσθαι καὶ διαπίπτειν, Was
ihm eben beigelegt war.
4 ἀμήχανον ὅσον. 8. zu 964.
5 ἂν σαπῇ. Als Subjekt schwebt
vor τὸ ἄλλο σῶμα.
ὃ δὲ --- ἄρα. 8. zu 68A.
7 τοιοῦτον --- ἕτερον. Vgl. 58D.
8 εἰς διδου ὡς ἀληϑῶς. Durch
den Zusatz ὡς ἀληϑῶς (8. zu 68 Α)
wird bezeichnet, dafs nicht von der
Unterwelt die Rede ist, wie sie die
Dichter oder das Volk sich vor-
stellen, sondern von dem Orte, wo
τὰ ἀειδῆ, τὰ ὄντως ὄντα sind.
10 αὕτη δὲ δή. 8. zu 180.
12 ὦ φίλε Κέβης τε καὶ Σιμμέα.
820 ὦ ἑταῖρε Zıupla τε καὶ Κέβης.
14 μηδὲν τοῦ σώματος ξυνεφέλ-
81
16
IIAATSNOZ
ἀεὶ τοῦτο, — τοῦτο δὲ οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ ὀρθῶς φιλοσοφοῦσα
καὶ τῷ ὄντι τεϑνάναι μελετῶσα ῥαδίως. ἢ οὐ τοῦτ᾽ ἂν εἴη
μελέτη ϑανάτου;᾽ 'παντάπασί γε. ᾿οὐχοῦν οὕτω μὲν ἔχουσα
εἰς τὸ ὅμοιον αὐτῇ τὸ ἀειδὲς ἀπέρχεται τὸ ϑεῖόν τε καὶ ἀϑά-
vorov καὶ φρόνιμον, οἱ ἀφιχομένῃ ὑπάρχει αὐτῇ εὐδαίμονι "
εἶναι πλάνης καὶ ἀνοίας καὶ φόβων καὶ ἀγρίων ἐρώτων καὶ
τῶν ἄλλων κακῶν τῶν ἀνθρωπείων ἀπηλλαγμένῃ, ὥσαερ δὲ
λέγεταε κατὰ τῶν μεμυημένων, ὡς ἀληϑῶς τὸν λοιπὸν χρόνον
μετὰ τῶν ϑεῶν διάγουσα; οὕτω φῶμεν, ὦ Κέβης, ἢ ἄλλως;
XXX. Ὁὕτω νὴ 4έα,᾽ ἔφη ὁ Κέβης. “ἐὰν δέ γε, οἷμαι, "
μεμιασμένη καὶ ἀκάθαρτος τοῦ σώματος ἀπαλλάττηται ἅτε τῷ
σώματι ἀεὶ ξυνοῦσα καὶ τοῦτο ϑεραπεύουσα καὶ ἐρῶσα καὶ
γεγοητευμένη ὑπ’ αὐτοῦ ὑπό τε τῶν ἐπιϑυμιῶν καὶ ἡδονῶν,
ὥστε μηδὲν ἄλλο δοκεῖν εἶναι ἀληϑὲς ἀλλ᾽ ἢ τὸ ἀωῳματοειδές,
οὗ τις ἂν ἅψαιτο καὶ ἴδοι καὶ πίοι καὶ φάγοι καὶ πρὸς τὰ ὕ
ἀφροδίσια χρήσαιτο, τὸ δὲ τοῖς ὄμμασι σκοτῶδες καὶ ἀειδές,
νοητὸν δὲ καὶ φιλοσοφίᾳ αἵρετόν, τοῦτο δὲ εἰϑισμένη μισεῖν te
καὶ τρέμειν καὶ φεύγειν, οὕτω δὴ ἔχουσαν οἵει ψυχὴν αὐτὴν
καϑ᾽ αὑτὴν εἰλικρινῆ ἀπαλλάξεσϑαι." “οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν, ἔφη.
«ἀλλὰ διειλημμένην γε, οἶμαι, ὑπὸ τοῦ σωματοειδοῦς. ὃ αὐτῇ
κουσα erklärend zu (ψυχὴ) καϑαρὰ
gesetzt, welcher81 Bdie μεμεωσμένη
καὶ ἀκάθαρτος entgegengesetzt ist.
2 ῥαδέως (8. zu 62 C) zu verbin-
den mit τεϑνάναι. Vgl. 67E.
3 οὕτω μὲν ἔχουσα. Mit diesem
Particip wird der Vordersatz ἐὰν
μὲν καϑαρὰ ἀπαλλάττηται wieder
&ufgenommen.
6 ἀγρίων ἐρώτων im allgemeinen
von Liebesausschweifungen.
9 διάγουσα. Man erwartet dsa-
γούσῃ. Anakoluthartig tritt dafür
der Nominativ ein, weil hier dem
Schriftsteller statt des Ausdrucks
ὑπάρχει αὐτῇ εἶναι etwa ein ἔσται
δύναται vorschwebte. Thukyd. vi
42 nal τοῖς μὲν Συφακοσίοις καὶ
ξυμμάχοις κατάπληξις ἐν τῷ αὐτίκα
οὐκ ολίγη ἐγένετο, εἰ πέρας μηδὲν
ἔσται σφίσι κοῦ ἀπαλλαγῆναι τοῦ
κινδύνου, ὁρῶντερ οὔτε διὰ τὴν
Δεκέλειαν τειχιξομένην οὐδὲνησσον
στρατὸν ἔσον --- ἐπεληλυϑότα κ. τ. 1.
12 ϑεραπδούουσα. Vgl. 040.
ἐρῶαα, nämlich αὐτοῦ.
.14 μηδὲν ἄλλο --- ἀλλ᾽ n, durch
eineVermischungzweier verwandter
Konstruktionen entstanden. 97D
οὐδὲν ἀλλο σκοπεῖν προσήκειν a
ϑοώπωῳ --- ἀλλ᾽ ἡ τὸ ἄριστον, 68
μηδαμοῦ ἄλλοθι καϑαρῶο ἐντεύξε-
σθαι peornceı, ἀλλ᾽ ἢ ἐπεὶ.
15 οὗ τες ὧν ἄφψφαιτο καὶ ἴδοι. 8.
zu 66A.
17 νοητὸν δὲ καὶ pılosogpia αἴρε-
τόν. Tim. 29 A λόγῳ καὶ φρθνήσει
περιληπτόν.
τοῦτο δέ. 8. τὰ 796.
μισεῖν. Menschen, denen der Bauch
ihr Gott ist, hassen das Übersinr-
liche, da es, sobald es an sie heran-
kommt, sie um den Genufsder Freu-
den bringt, die sie für die höchsten
halten. Da sie aber auf der anderen
Seite doch auch die Wahrbeit und
Macht jener übersinnlichen Welt m
Gegensatze zu der, in welcher sie
ihr Glück suchen, ahnen, so haben
sie ein unwillkürliches Grauen vor
derselben (τρέμειν) und fliehen den
Gedanken daran (φϑύγειν).
20 διειλημμένην --- πὸ τοῦ σωμα-
τοδιδοῦς wohl deswegen, weil ne
sich ganz durch den Körper ver-
breitet hat. Vgl. 67C 82
BATARN. 17
ἡ ὁμιλία τε καὶ συνουσία τοῦ σώματος διὰ τὸ del Evveivaı καὶ
διὰ τὴν πολλὴν μελέτην ἐνεποίησε ξύμφυτον.᾽ 'navv γε.
ἐἐμβρυϑὲς δέ γε, ὦ φίλε, τοῦτο οἴεσϑαι χρὴ εἶναι καὶ βαρὺ καὶ
γεῶδες καὶ ὁρατόν᾽ ὃ δὴ καὶ ἔχουσα ἡ τοιαύτη ψυχὴ βαρύνε-
stal τὸ καὶ ἕλκεται πάλιν εἰς τὸν ὁρατὸν τόπον φόβῳ τοῦ ἀει-
δοῦς τε καὶ “Διδου, ὥσπερ λέγεται, περὶ τὰ μνήματά τε καὶ Ὁ
τοὺς τάφους κυλινδουμένη, περὶ ἃ δὴ καὶ ὥφϑη ἄττα ψυχῶν
σκιοειδῆ φαντάσματα, οἷα παρέχονται al τοιαῦται ψυχαὶ εἴδωλα
αἵ μὴ καϑαρῶς ἀπολυϑεῖσαι, ἀλλὰ τοῦ ὁρατοῦ μετέχουσαι, διὸ
" καὶ ὁρῶνται. “εἰκός γε, οὗ Σώκρατες. "εἰκὸς μέντοι, ὦ Κέβης"
καὶ οὔ τί γε τὰς τῶν ἀγαϑῶν ταύτας εἶναι, ἀλλὰ τὰς τῶν
φαύλων, ai περὶ τὰ τοιαῦτα ἀναγκάζονται πλανᾶσϑαι δίκην
τίνουδαι τῆς προτέρας: τροφῆς κακῆς οὔσης. καὶ μέχρι γε
τούτου πλανῶνται, ἕως ἂν τῇ τοῦ ξυνεπακολουϑοῦντος τοῦ
" σωματοειδοῦς ἐπιϑυμίᾳ πάλιν ἐνδεθῶσιν εἰς σῶμα.
XXXI. Ἐνδοῦνται δέ, ὥσπερ εἰκός, εἰς τοιαῦτα ἤϑη,
ὁποῖ᾽ ἄττ᾽ ἂν καὶ μεμελετηκυῖαι τύχωσιν ἐν τῷ βίῳ.᾽ ‘ra ποῖα
δὴ ταῦτα λέγεις, ὦ Σώκρατες; "οἷον τοὺς μὲν γαστριμαργίας
τε καὶ ὕβρεις καὶ φιλοποσίας μεμελετηκότας καὶ μὴ διευλαβη-
μένους εἰς τὰ τῶν ὄνων γένη καὶ τῶν τοιούτων ϑηρίων εἰκὸς
stellung von derjenigen ab, welche
sich übereinstimmend mit de rep,
X 614 und Gorg. 522 am Schlusse
unseres Dialoges 207D findet. Da-
nach werden sämtliche Seelen nach
dem Tode im Hades vor ein Ge-
3 ἐμβριϑές, niederdrückend.
5 τὸν ὁρατὸν τύπον, das Ge-
bietdesSichtbaren. Auch 108B.
6 zeol τὰ μνήματα. Lactant.
inst. II 2, 6 vw existimat ani-
mas circa twmulos et corporum 8U-
orum reliquias oberrare:
7 περὶ α δή. Platon verwendet
den volkstümlichen Glauben an
Gespenster, an ein geisterhaftes
Wiedererscheinen der Gestorbenen,
für seine philosophischen Zwecke.
Er setzt ihn mit der Seelenwande-
rung in Verbind und giebt ihm
durch Hinzunahme des Begriffes der
Bufse und Läuterung einen ethi-
schen Charakter. ährend die
Seelen, die sich schon hier vom
Irdischen frei gemacht haben, nach
dem Tode zu den Göttern gelangen,
irren die, welche sich der Erden-
lust ergeben hatten, an der Stätte,
an welcher der frühere Genosse
ihrer Freuden, ihr Leib, begraben
liegt, so lange ruhelos umher, bis
sie einen neuen Leib gefunden ha-
ben. Übrigens weicht diese Vor-
richt gestellt und erst nach einer
taußendjährigen Wanderung neh-
men die der Läuterung bedürftigen
Seelen wieder einen Leib an.
13 τροφῆς. Etym.m. τροφὴ λαμ-
βάνεται καὶ ἐπὶ τῆς ἀγωγῆς καὶ
παιδείας. Ebenso 84B. 107D πλὴν
τῆς παιδείας TE καὶ τροφῆς.
16 Ἐνδοῦνται.ς Ähnliches über
den Übergang der Menschenseelen
in Tierkörper findet sich auch
Tim. 42 und 91fg., Phaedr. 249, de
xep. X extr.
τοιαῦτα ἤϑη sind hier ξῶα τοι-
ούτοις ἤϑεσι χρώμενα.
19 καὶ μὴ διευλαβημέμους, und
zwar ohne on.
διευλαβεῖσϑαι in der Bedeutung
scheuen auch leg. VIIl 829B I
8790.
Ε
18 IIAAT2NOE
82 ἐνδύεσθαι. ἢ οὐκ οἴει; “πάνυ μὲν οὖν εἰκὸς λέγεις. τοὺς
δέ γε ἀδικίας τε καὶ τυραννέδας καὶ ἁρπαγὰς προτετιμηκότας
εἰς τὰ τῶν λύκων τὲ καὶ ἱεράκων καὶ ἰκτίνων γένη. ἢ ποῖ.
ἂν ἄλλοσέ φαμεν τὰς τοιαύτας ἐέναι:" "“ἀμέλει,᾽ ἔφη ὁ Kim,
‘eis τὰ τοιαῦτα. ‘obxoöv, ἡ δ᾽ ὅς, “δῆλα δὴ καὶ τἄλλα, ἡ"
ἂν ἕκαστα ἴοι κατὰ τὰς αὐτῶν ὁμοιότητας τῆς μελέτης: “δῆλον.
δή," ἔφη" πῶς δ᾽ οὔ; “οὐκοῦν εὐδαιμονέστατοι, ἔφη, wi
τούτων εἰσὶ καὶ εἰς βέλτιστον τόπον ἰόντες οὗ τὴν δημοτιχὴν
καὶ πολιτικὴν ἀρετὴν ἐπιτετηδευκότες, ἣν δὴ καλοῦσι σωφρο-
σύνην τε καὶ δικαιοσύνην ἐξ ἔϑους τὸ καὶ μελέτης γεγονυῖαν"
ἄνευ φιλοσοφίας τε καὶ vod; 'πῇ δὴ οὗτοι εὐδαιμονέστατοι;
“ὅτι τούτους εἰκός ἐστιν εἰς τοιοῦτον πάλιν ἀφικνεῖσϑαι πολι-
τικόν TE καὶ ἥμερον γένος ἤ που μελιττῶν ἢ σφηκῶν ἢ μυρ-
μήκων ἢ καὶ εἰς ταὐτόν γε πάλιν τὸ ἀνθρώπινον γένος, καὶ
γίγνεσϑαι ἐξ αὐτῶν ἄνδρας μετρίους.
“εἰκός.
XXXI "Eis δέ γε θεῶν γένος. μὴ φιλοσοφήσαντι καὶ
παντελῶς καϑαρῷ ἀπιόντι οὐ
1 πάνυ μὲν οὖν εἰκὸς λέγεις.
Hipp. mai. 2810 πάνυ μὲν οὖν
ὀρθῶς λέγεις, Menon 76C πάνυ
μὲν οὖν χάρισαι, Charm. 175E
ταῦτ᾽ οὖν πάνυ μὲν 009 οὐκ οἴομαι
οὕτως ἔχειν, Phileb. 41A πάνυ μὲν
οὖν τοὐναντίον, ὦ Σώκρατες, εἴρη-
κας, Protag. 312B πάνυ μὲν οὖν
μοι δοκεὶ τοιαύτη εἶναι --- ἡ μά-
ϑησις.
8 ποὶ ἂν --- φαμεν -- ἰέναι. 1080
οὐκ dv ποτέ φαμεν ἐθελῆσαι.
5 ῃ. 820 ὡς οὐκ εἰδόσιν, ony
ἔρχονται --- ἐκείνῃ ἑπόμενοι, ἢ ἐκείνη
ὑφηγεῖται.
6 ἕκαστα. Man sollte ἑκάστη er-
warten. Allein von ἄλλος, πᾶς,
ἕκαστος findet sich, wie von den
Pronominibus, manchmal das Neu-
traum, wo man ein anderes Genus
erwartet. S. zu 88 A.
8 τούτων ἃ. i. τῶν ἄλλων, die
also an sich nicht glücklich zu
nennen sind.
9 ἣν δὴ καλοῦσι. Derep. X 619C
ἔϑει ἄνευ φιλοσοφίας ἀρετῆς μετ-
εἰληφότα.
12 τοιοῦτον findetseine Erklärung
in den Worten πολιτεκόν re καὶ
ἥμερον. MD παραγέγνεσϑαι τοι-
οὕτοις λόγοις τοῖς αὐτοῖς τοτὲ μὲν
δοκοῦσιν ἀληϑέσιν εἶναι, τοτὲ δὲ μή.
ϑέμις ἀφικνεῖσθαι ἀλλ᾽ ἢ τῷ
17 ἀλλ᾽ 7. Anakoluth, entstanden
durch Vermischung zweier Kon
struktionen εἰς δὲ γε ϑεῶν γένος
μὴ φιλοσοφήσαντι καὶ παντεϊῶς
καθαρῷ ἀπιόντι οὐ ϑέμις ἃ unvel-
σϑαι und εἰς δέ γε θεῶν γένος οὐ
ϑέμις ἀφικνεῖσθαι ἄλλῳ oder all
ἢ τῷ φιλομαϑεῖ. er ἀλλ na
zu 81B. Nachdem Sokrates von den
Menschen gesprochen hat, die man
gewöhnlich für gut hält, und auch
eren Seelen wieder einen Leib,
wenn auch nur den Leib eines ge-
selligen Tieres oder höchstens eines
ihnen ähnlichen Menschen a
sen hat, geht er auf das schönste
Los über, das den Menschen nach
dem Tode zuteil werden kan,
auf die Gemeinschaft mit den @öt-
tern. Hierbei liegt ihm ebenso sehr
daran negativ auszusprechen, W#
rum die eben genannten Menschen
noch nicht dahin gelangen können,
weil sie nämlich nicht Philosophen
und deshalb nicht ganz rein sind,
als affirmativ, dafs nur dem Philo-
sophen dies Glück zuteil werden
könne. Wie nun diese Gedanken zu
einem zusammengeschmolzen an
so sind auch die sie sprachlich
stellenden Sätze in eins verbunden.
τῷ φιλομαϑεῖ, De rep. U 5168
ΦΑΊΔΩΝ,
19
φιλομαϑεῖ. ἀλλὰ τούτων ἕνεκα, ὦ ἑταῖρε Σιμμία ve καὶ Κέβης,
οἱ ὀρθῶς φιλοσοφοῦντες ἀπέχονται τῶν κατὰ τὸ σῶμα ἐπιϑυ--
μῶν ἁπασῶν καὶ καρτεροῦσι καὶ οὐ παραδιδόασιν αὐταῖς ἕαυ-
τυὺς οὔ τι οἰκοφϑορίαν τε καὶ πενίαν φοβούμενοι, ὥσπερ οἵ
; πολλοὶ καὶ φιλοχρήματοι, οὐδὲ αὖ ἀτιμίαν τε καὶ ἀδοξίαν μοχϑη-
ρίας δεδιότες, ὥσπερ οἱ φέλαρχοί re καὶ φιλότιμοι, ἔπειτα ἀπ--
ἔχονται αὐτῶν. “οὐ γὰρ ἂν πρέποι. ἔφη. “ὦ Σώκρατες," ὁ
Κέβης. “οὐ μέντοι μὰ Δέα, ἦ δ᾽ ὅς. 'τοιγάρτοι τούτοις μὲν
ἥκασιν, ὦ Κέβης, ἐκεῖνοι, οἷς τε μέλει τῆς ἑαυτῶν ψυχῆς, ἀλλὰ
vun σώματι πράττοντες ξῶσι, χαίρειν εἰπόντες οὐ κατὰ ταὐτὰ
πορεύονται αὐτοῖς ὡς οὐχ εἰδόσιν. ὅπῃ ἔρχονται, αὐτοὶ δὲ
ἡγούμενοι οὐ δεῖν ἐναντία τῇ φιλοσοφίᾳ πράττειν καὶ τῇ ἐκεί-
νης λύσει τε καὶ καϑαρμῷ ταύτῃ τρέπονται ἐκείνῃ ἑπόμενοι,
ἡ ἐκείνη ὑφηγεῖται."
; ΧΧΧΙΠ. Πῶς, ὦ Σώκρατες; “ἐγὼ
E00, ἔφη. 'yıyvo-
όχουσι γάρ,᾽ ἡ δ᾽ ὅς, "οἵ φιλομαϑεῖς, ὅτι παραλαβοῦσα αὐτῶν
τὴν ψυχὴν ἡ φιλοσοφία ἀτεχνῶς διαδεδεμένην ἐν τῷ σώματι
καὶ προσκεκολλημένην, ἀναγκαζομένην δὲ ὥσπερ διὰ eloyuov
διὰ τούτου σκοπεῖσϑαι τὰ ὄντα, ἀλλὰ μὴ αὐτὴν δι᾽ αὑτῆς, καὶ
‚Ev πάσῃ ἀμαϑίᾳ κυλινδουμένην., καὶ τοῦ εἰργμοῦ τὴν δεινό-
τητα κατιδοῦσα, ὅτι δι᾽ ἐπιϑυμίας ἐστίν, ὡς ἂν μάλιστα αὐτὸς
ὁ δεδεμένος ξυλλήπτωρ εἴη τῷ δεδέσθαι, --- ὕπερ οὖν λέγω,
τὸ γε φιλομαϑὲς καὶ φιλόσοφον
ταὐτόν. φιλομαϑὲς ist allgemeiner,
als φιλόσοφος. Daher werden 67B
die Philosophen als οὗ ὀρθῶς φιλο-
μαϑεῖς, 88 8 os δικαίως φιλο-
μαϑεῖς bezeichnet,
8 καὶ οὐ παραδιδόασιν.
680 fg.
5 ἀτιμίαν τε καὶ ἀδοξίαν μοχϑη-
οίας. Theaet. 176B οὐ πάνυ δᾷ-
διον πεῖσαι, ὡς ἃ
Vgl.
ὡς ἀρα οὐχ ὧν ἕνεκα
οὗ πολλοί φασι δεῖν πονηρίαν μὲν
φεύγειν, ἀρετὴν δὲ διώκειν, τού-
τῶν γάριν τὸ μὲν ἐπιτηδευτέον, τὸ
δ᾽ οὔ, ἦνα μὴ κακὸς καὶ ἕνα ἀγα-
ϑὸς δοκῇ εἶναι.
6 ἔπειτα. 8. zu 70E.
9 ἀλλα. 5. zu 66 4.
10 σώματι πράττοντες. πράττειν
τινὶ heilst: es mit jemandem
halten, facere cum aliquo. Thuk.
Υ 76, 3 οἵ τοῖς Λακεδαιμονίοις
πράσσοντες.
16 παραλαβοῦσα. παραλαμβάνειν
heifst auch zur Erziehung über-
nehmen. De rep. VII541A τοὺς
δὲ παῖδας αὐτὼν παραλαβόντες.
Apol. 188.
17 διαδεδεμένην. 61 Ὁ ἐκλυομέ-
vnv ὥσπερ ἐκ δεσμῶν ἐκ τοῦ σώ-
ματος, 810 διειλημμένην γε ὑπὸ
τοῦ σωματοειδους.
20 ἐν πάσῃ ἀμαϑίᾳ κυλινδουμέ-
νην. Politic. 309 A ἐν ἀμαϑίέᾳ καὶ
ταπεινότητι κυλινδούμενοι, Theaet.
1120 ἐν δικαστηρίοις --- ἐκ νέων
κυλινδούμενοι.
τοῦ εἴργμοῦ τὴν δεινότητα κατ-
ἰδοῦσα, ὅτι proleptisch für κατ-
ἐδοῦσα, ὅτι τοῦ εἰργμοῦ ἡ δεινότης
di ἐπιϑυμίας ἐστίν = ἐπιϑυμεῖται.
21 ὡς ἂν --- εἴη ist nur als Kon-
sekutivsatz zu verstehen. Die Seele
begeht sonach ihre eigene Fesse-
lung. Zwar wird die Begierde durch
den Körper veranlafst, ist aber, wie
alles Empfinden, eine Thätigkeit
der Seele und so arbeitet diese also,
indem sie sich der Begierde hingiebt,
an ihrer eigenen Knechtschaft. -
80 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
γιγνώσκουσιν ol φιλομαθεῖς, ὅτι οὕτω παραλαβοῦσα ἡ φιλο.
σοφία ἔχουσαν αὐτῶν τὴν ψυχὴν ἠρέμα παραμυϑεῖται καὶ λύ-
sv ἐπιχειρεῖ ἐνδεικνυμένη, ὅτε ἀπάτης μὲν μεστὴ ἡ διὰ τῶν
ὀμμάτων σκέψις, ἀπάτης δὲ ἡ διὰ τῶν ὥτων καὶ τῶν ἄλλων
αἰσϑήσεων, πείθουσα δὲ ἐκ τούτων μὲν ἀναχωρεῖν, ὅσον μὴ "
dvayın αὐτοῖς χρῆσθαι, αὐτὴν δὲ εἰς αὑτὴν ξυλλέγεσθϑαι καὶ
ἀϑροίξεσϑαι παρακελευομένη, πιστεύειν δὲ μηδενὶ ἄλλῳ all
ἢ αὐτὴν αὑτῇ, ὅτι ἂν νοήσῃ αὐτὴ nad αὑτὴν αὐτὸ καϑ᾽ αὐτὸ
τῶν ὄντων" ὅτι δ᾽ ἂν δι᾽ ἄλλων σκοπῇ ἐν ἄλλοις ὃν ἄλλο,
μηδὲν ἡγεῖσϑαι ἀληϑές" εἶναι δὲ τὸ μὲν τοιοῦτον αἰσϑητόν τεῦ"
καὶ δρατόν, ὃ δὲ αὐτὴ ὁρᾷ νοητόν τε καὶ ἀειδές. ταύτῃ οὖν
τῇ λύσει οὐκ οἰομένη δεῖν ἐναντιοῦσϑαι ἡ τοῦ ὡς ἀληϑώς
φιλοσόφου ψυχὴ οὕτως ἀπέχεται τῶν ἡδονῶν τε καὶ ἐπιϑυ-
μιῶν καὶ λυπῶν καὶ φόβων, καϑ᾽ ὅσον δύναται, λογιξομένη,
ὅτι, ἐπειδάν τις σφόδρα ἡσθῇ ἢ φοβηϑῇ ἢ λυπηϑῇ ἢ ἐπιϑυ-"
μήσῃ, οὐδὲν τοσοῦτον κακὸν ἔπαϑεν ἀπ᾽ αὐτῶν, ὧν ἂν τι;
οἰηθείη, οἷον ἢ νοσήσας ἤ τι ἀναλώσας διὰ τὰς ἐπιϑυμίας,
ἀλλ᾽ ὃ πάντων μέγιστόν TE κακὸν καὶ ἔσχατόν ἐστι, τοῦτο
πάσχει καὶ οὐ λογίξεται αὐτό. “τί τοῦτο, ὦ Σῴώκρατες;" ἔφὴ
ὁ Κέβης. 'ὅτι ψυχὴ παντὸς ἀνθρώπου ἀναγκάξεται ἅμα τε
ἡσϑῆναι ἢ λυπηϑῆναι σφόδρα ἐπί τῷ καὶ ἡγεῖσθαι, περὶ ὃ ἂν
μάλιστα τοῦτο πάσχῃ; τοῦτο ἐναργέστατόν τε εἶναι καὶ ἀλη-
ϑέστατον οὐχ οὕτως ἔχον.
1 οὕτω mit ἔχουσαν zu verbinden.
2 παραμυϑεῖται. ὃ. zu 7OB.
8 ἀπάτης μὲν μεστή. Vgl. 65 Big.
9 τῶν ὄντων von ὅτε abhängig.-
i. δι᾽ αἰσϑήσεων
dem αὐτὴ καϑ' αὐτὴν entgegen-
gesetzt, τὸ ἐν αλλοις ὃν ἄλλο dem
αὐτὸ Rad” αὑτό.
18 οὕτως. ὃ. zu 610...
14 λογιζομένη. Nicht das ist das
gröfste Unglück derer, für die es
nur die Welt des Körperlichen giebt,
dafs sie durch die Befriedigung ihrer
Begierden ihre Gesundheit und ihre
Vermögensumstände zerrütten, son-
dern das, dafs sie die Welt des
Geistes und die Seligkeit, welche
das Leben in derselben gewährt,
gar nicht ahnen und kennen und
infolge dessen jene andere Welt
für die allein wahre halten.
16 οὐδὲν τοσοῦτον, er erfährt
nicht etwa nur ein so grolses
ταῦτα δὲ μάλιστα τὰ ὁρατά. ἢ 00;
Unglück von der Seite, von
der man es annehmen sollte.
τοσοῦτον im .Sinn® von τοσοῦτον
μόνον.
ἔπαϑεν ἀπ᾿’ αὐτῶν. κακὸν τι
πάσχειν ἀπό τινος von jemanden,
der vielleicht unabsichtlich Üble
veranlalst, κακόν τὶ πάσχειν ὑπὸ
τινος von jemandem, der unmitte-
bar selbst Übles zufügt. Euthyphr.
15A ὠφελεῖσϑαι ἀπὸ τούτω».
ἀπ᾽ αὐτῶν d. i. τῶν ἡδονῶν "καὶ
ἐπιθυμιῶν οἷο.
ὧν ἄν τις οἰηϑεέη ἃ. 1. ἀφ᾽ “ὦ:
ἂν τις οἰηθείη κακὸν made.
17 νοσήσας. Epexegese zu τοσοῦτον
κακόν, Ebenso 89D οὐκ ἔστιν, οτι
ἄν τις μεῖξον τούτου κακὸν παάϑει
ἢ λόγους μισήσας. ,
20 ψυχὴ παντὸς ἀνθρώπου. HA
ψυχὴ ἀνδρὸς φιλοσόφου. 8. zu 188.
23 τά. Den hier notwendigen
Artikel hat Heindorf hinzugefügt.
DAIARN. 81
πάνυ γε. οὐκοῦν ἐν τούτῳ τῷ πάϑει μάλιστα καταδεῖται Ὁ
ψυχὴ ὑπὸ σώματος;᾽ ‘ng δή;᾽ ὅτε ἑκάστη ἡδονὴ καὶ λύπη
ὥσπερ ἦλον ἔχουσα προσηλοῖ αὐτὴν πρὸς τὸ σῶμα καὶ προὄπε--
ρυνᾷ καὶ ποιεῖ σωματοειδῆ δοξάξουσαν ταῦτα ἀληϑῆ εἶναι,
ἅπερ ἂν καὶ τὸ σῶμα φῇ. ἐκ γὰρ τοῦ ὁμοδοξεῖν τῷ σώ--
ματι καὶ τοῖς αὐτοῖς χαίρειν ἀναγκάξεται, οἶμαι, ὁμότροπός
τε καὶ ὁμότροφος γίγνεσϑαν καὶ οἷα μηδέποτε εἰς "Audov
καϑαρῶς ἀφικέσθαι, ἀλλὰ ἀεὶ τοῦ σώματος ἀναπλέα ἐξιέναι,
ὥστε ταχὺ πάλιν πίπτειν εἰς ἄλλο σῶμα καὶ ὥσπερ σπειρο--
μένη ἐμῳφύεσϑαι, καὶ ἐκ τούτων ἄμοιρος εἶναι τῆς τοῦ θείου E
se καὶ καϑαροῦ καὶ μονοειδοῦς συνουσίας. "“ἀληϑέστατα,᾽
ἔφη, “λέγεις, ὁ Κέβης, ‘8 Σώκρατες."
XXXIV. “Τούτων τοίνυν ἕνεκα, ὦ Κέβης. οἵ δικαίως
ριλομαϑεῖς κόσμιοί εἰσι καὶ ἀνδρεῖοι, οὐχ ὧν ol πολλοὶ ἕνεκά
ρασιν. ἢ σὺ οἴει; “οὐ δῆτα ἔγωγε. οὐ γάρ' ἀλλ᾽ οὕτω 84
ἰογέσαιτ᾽ ὧν ψυχὴ ἀνδρὸς φιλοσόφου καὶ οὐκ ἂν οἰηϑείη τὴν
iv φιλοδοφίαν χρῆναι ἑαυτὴν λύειν, λυούσης δὲ ἐκείνης
ιὐτὴν παραδιδόναι ταῖς ἡδοναῖς καὶ λύπαις ἑαυτὴν πάλιν αὖ
ψγκαταδεῖν καὶ ἀνήνυτον ἔργον πράττειν Πηνελόπης τινὰ
8 προσηλοῖ. Hor. sat. II 2 77
in corpus onustum hesternis vitits
mmum quoque praegravat una al-
we affiget humo divinae particulam
urae.
6 ὁμότροπός τε καὶ ὁμότροφος.
äne ähnliche Paronomasie Lach.
88B ἐμοὶ μὲν οὖν οὐδὲν ἄηϑες
ὑδ᾽ av ἀηδές.
1 οἵα — ἀφικέσθαι. 8. zu 804.
8 ἀναπλέα. Während die Femi-
inform des Simplex (πλέα) häufig
it, ist von den Kompositis nur
ψφαπλέα ap unserer Stelle nach-
reisbar. De rep. III 390A findet
ich παράπλειαι. Hinsichtlich der
edeutung sagt Timäus: κέχρηται
& ἐπὶ τοῦ μεμολυσμένου.
9 πίπτειν wohl mit Rücksicht
uf ὥσπερ σπειρομένη ἐμφύεσϑαι.
13 τούτων τοίνυν ἕνεκα. Des-
alb also, weil sie die Welt des
reistes für die wahre und ihrer
reprünglichen Natur angemessene
alten und weil sie wissen, dafs das
ingen nach derselben einst durch
88 Zusammenleben mit den Göt-
ırn belohnt werde, sind die Philo-
>phen einesteils κόσμιοι ἃ. h. sie
Par. PHam,
streben nach jenem ruhigen, von
sinnlichen Genüssen und Leiden-
schaften ungestörten Gleichmals
der Seele, was den Göttern und
ottverwandten Seelen eigen ist
ᾧ zu 68E), andernteils ἀνδρεῖοι
h. sie kämpfen gegen alles an,
was ihnen, wenn sie sich feige ihm
hingäben , dies Gleichgewicht rau-
ben würde,
ob δικαίως φιλομαθεῖς. S.zu 8260.
16 φασιν nämlich κόσμεοι εἶναι
καὶ ἀνδρεῖοι. 8. 68} ἔρ. 820.
16 ἀνδρὸς φιλοσόφον. Ebenso
960 φιλόσοφος ἀνήρ, 81Β περὶ dr-
ϑοώπου ὑφάντου. Apol. 86D τί οὐν
πρέπει ἀνδρὶ πένητι εὐεργέτῃ; Es
sollnicht die Beschäftigung schlecht-
weg bezeichnet werden, sondern ein
Mann, insofern er sich derselben
hingiebt. ͵
18 πάλιν αὐ. S. zu 660,
19 καὶ ἀνήνυτον ἔργον. Penelope
fertigt das Gewebe, trennt es aber
wieder auf, damit es unvollendet
bleibe. Ebenso legt die Seele mit
Hand an, um sich von den Be-
ierden des Körpers, fesseln zu
assen (82E ὡς ἂν μάλιστα αὐτὸς
6
82
ν᾿, «
ΠΛΑΤΟΩ͂ΝΟΣ
ἐναντίως ἱστὸν μεταχειριξομένην, ἀλλὰ γαλήνην τούτων παρα-
σκευάξζουσα ἑπομένη τῷ λογισμῷ καὶ ἀεὶ ἐν τούτῳ οὖσα, τὸ
ἀληϑὲς καὶ τὸ ϑεῖον καὶ τὸ ἀδόξαστον θεωμένη καὶ ὑπ᾽ ἐκεί-
Β vov τρεφομένη ζῆν τὲ οἴεται οὕτω δεῖν, ἕως ἂν ei, καὶ ἐκει-
δὰν τελευτήσῃ, εἰς τὸ ξυγγενὲς καὶ εἰς τὸ τοιοῦτον ἀφικομένη
ἀπηλλάχϑαι τῶν ἀνθρωπίνων κακῶν.
ἐκ δὲ τῆς τοιαύτης
τροφῆς οὐδὲν δεινόν, μὴ φοβηϑῆῇ, ταῦτά γ᾽ ἐπιτηδεύσασα, ὁ
Σιμμία τε καὶ Κέβης, ὅπως μὴ διασπασϑεῖσα ἐν τῇ ἀπαλλιγὶ
τοῦ σώματος ὑπὸ τῶν ἀνέμων διαφυσηϑεῖσα καὶ διαπτομένι
οἴχηται καὶ οὐδὲν ἔτι οὐδαμοῦ ἧ.᾽ |
XXXV. Σιγὴ οὖν ἐγένετο ταῦτα εἰπόντος τοῦ Σωκράτους,
ὁ δεδεμένος ξυλλήπτωρ εἴη τῷ δε-
δέσθαι), arbeitet aber auch selbst
mit, wenn die Philosophie ihr zu-
redet, sich von denselben frei zu
machen (83B ταύτῃ οὖν τῇ λύσει
οὐκ οἰομένη δεῖν ἱναντιούξθαι ἡ
-- ψυχὴ ἀπέχεται τῶν ἡδονῶν τε
καὶ ἐπιθυμιῶν). Dieses Weben und
Trennen geschieht aber bei Pene-
lope und bei der Seele auf ent-
gegengesetzte Weise. Penelope
sucht zu verhindern, dafs das Ge-
webe fertig werde, und löst 'des-
halb immer wieder auf, was sie
ewoben hat. Die Seele sorgt da-
,‚ dafs die Fesseln der Sinnlich-
keit, die um sie gelegt sind, nicht
vollständig gelöst werden; deshalb
sucht sie die Loslösung von der
Sinnlichkeit, die sie auf das Zureden
der Philosophie anstrebt, nicht voll-
ständig werden zu lassen.
1 τούτων, τῶν ἡδονῶν καὶ Av-
τῶν.
2 ἑπομένη und οὖσα gind dem
παρασκευάξουσα untergeordnet.
v τούτω οὖσα. 8. zu 5YA.
3 τὸ ἀδόξαστον, Aasüber alles
Meinen Erhabene. Das Meinen
oder die Vorstellung (τὸ δοξάξειν,
ἡ δόξα) und das Gemeinte und Vor-
estellte oder Vorstellbare (ro do-
ἔστὸ") bildet den von Platon zu-
erst klar gedachten und entschieden
ausgesprochenen Gegensatz zum
Wissen oder Erkennen (ἡ ἐπιστήμη,
τὸ ἐπίστασθαι, τὸ εἰδέναι, ἡ γνῶ-
σις, τὸ γιγνώσκειν) und zum Ge-
wulsten und Erkannten oder Wifs-
baren und Erkennbaren (τὸ ἐπι-
στητόν, τὸ γνωστόν). Die Meinung
' Bestimmung des regierenden
geht von den einzelnen Ersche-
nungen (τὰ πολλὰ) aus und ist daher,
wie diese, schwankend und ve-
änderlich, das Wissen aber oder
die Erkenntnis ündet sich «εὐ
die den einzelnen Frscheinungen n
Grunde liegenden Begriffe wi
Ideen und ist, wie diese, fest und
unwandelbar.
6 ἐκ δὲ τῆς τοιαύτης τροφῆς.
Wenn die Seele sich mit Idee
στῇ, rep, V 465B οὐδὲν δεινόν, si
note ἡ ἄλλη nolıg — διχοστατήφι.
ταῦτα γ᾽ ἐπιτηδεύσασα, nähere
οὐδὲν δεινόν, μὴ φοβηϑῇ. ἐκ
τοιαύτης τροφῆς bezeichnet
Sorge des Philosophen für
Seele, ταῦτα γ᾽ ἐπιτηδεύσασα
Richtung auf das ige Le
8 ὁπως un mit dem Konj
nach einem Verbum des Fürch
Euthyphr. 4E οὐ φοβεῖ, ὅπως
αὖὺ σὺ ἀνόσιον πρᾶγμα τυγζὰ
πράττων; Vgl. 916.
ἀπαλλαγῇ τοῦ σώματος.
λαγὴ nicht von ἀπαλλάττειν;
dern von ἀπαλλάττεσθαι abzu
ten. Ebenso 107C el μὲν ya
ὁ ϑάνατος τοῦ παντὸς axall
10 οὐδὲν Zrı οὐδαμοῦ ἢ.
ἔτι που ἡμῶν ἡ ψυχὴ ἔστιν.
ΦΑΊΔΩΝ, 88
ἐπὶ πολὺν χρόνον, καὶ αὐτός τὲ πρὸς τῷ εἰρημένῳ λόγῳ ἦν
ὁ Σωκράτης, ὡς ἰδεῖν ἐφαίνετο, καὶ ἡμῶν ol πλεῖστοι. Κέβης
δὲ χαὶ Σιμμίας σμικρὸν πρὸς ἀλλήλω διελεγέσϑην. καὶ ὃ
Σωκχράτης ἰδὼν αὐτὼ ἤρετο. “τί; ἔφη, “ὑμῖν τὰ λεχϑέντα
μῶν μὴ δοκεῖ ἐνδεῶς λέγεσθαι; πολλὰς γὰρ δὴ ἔτι ἔχει ὑπο-
ψίας καὶ ἀντιλαβάς, εἴ ys δή τις αὐτὰ μέλλει ἱκανῶς διεξιέναι.
εἰ μὲν οὖν τι ἄλλο σκοπεῖσθον, οὐδὲν λέγω" εἰ δέ τι περὶ
τούτων ἀπορεῖτον, μηδὲν ἀποκνήσητε καὶ αὐτοὶ εἰπεῖν καὶ
διελϑεῖν, εἴ πῃ ὑμῖν φαίγεται βέλτιον ἂν λεχϑῆναι, καὶ αὖ Ὁ
καὶ ἐμὲ συμπαραλαβεῖν, εἴ τι μᾶλλον οἴεσθε μετ᾽ ἐμοῦ εὐ-
zopjosıv? καὶ ὁ Σιμμίας ἔφη" "καὶ μήν, ὦ Σώκρατες, τἀληϑη
σοι ἐρῶ. πάλαι γὰρ ἡμῶν ἑκάτερος ἀπορῶν τὸν ἕτερον προ-
ade καὶ κελεύει ἐρέσθαι διὰ τὸ ἐπιϑυμεῖν μὲν ἀκοῦσαι,
ὀχνεῖν δὲ ὄχλον παρέχειν, μή σοι ἀηδὲς ἢ διὰ τὴν παροῦσαν
συμφοράν.᾽ καὶ ὃς ἀκούσας ἐγέλασέν TE ἠρέμα καί φησιν᾿
Baßei, ὦ Σιμμέα- ἦ που χαλεπῶς ἂν τοὺς ἄλλους ἀνθρώπους E
πείσαιμι, ὡς οὐ συμφορὰν ἡγοῦμαι τὴν παροῦσαν τύχην, ὅτε
γε μηδ᾽ ὑμᾶς δύναμαι πεέϑειν, ἀλλὰ φοβεῖσϑε, μὴ δυσκολώ-
τερόν τι νῦν διάκειμαι ἢ Ev τῷ πρόσϑεν βίῳ. καί, ὡς ἔοικε,
τῶν κύκνων δοχῶ φαυλότερος ὑμῖν εἶναι τὴν μαντικήν. οἵ,
1 αὐτός τε πρὸς τῷ εἰρημένῳ
λόγῳ ἦν. Hor. ep. I 1, 11 ommıs
sum.
2 ὡς ἰδεῖν ἐφαίνετο, μὲ visu ap-
parebat. Xen. Cyr. V 4, 11 σὲ ἐπ-
ἀναϑεασόμενος ἦα, ὁποῖός τίς ποτε
φαίνῃ ἰδεῖν ὁ τοιαύτην ψυχὴν
ἔχων. Pl. Tim. 52E παντοδαπὴν
εἶν φαίνεσθαι.
4 ὑμῖν des Nachdrucks halber
an den Anfang gesetzt, um die
Zweifler Kebes und Simmias den
übrigen, die sich bei dem Gesag-
ion beruhigen, entgegen zu setzen.
5 μῶν unnach den ersten Worten
des Satzes, wie de rep. VI 505C
οἱ τὴν ἡδονὴν ἀγαϑὸν ὁριζόμενοι
μῶν μή τι ἐλάττονος πλάνης ἔμ-
πλεοι τῶν ἑτέρων;
λέγεσθαι in der Bedeutung des
Perfekts. S. zu 77D.
6 ἀντιλαβάς. 87A οὐ συγχωρῶ
ἢ Σιμμέου ἀντιλήψει. a
,Ἴ τι — ἀπορεῖτον. 85B ἐρῶ 0
ἰπορῶ.
9 διελθεῖν. S. zu 698. .
15 ἐγέλασεν ---- καί φησιν. Ahn-
liche Verbind von Aorist und
Präsens Prot. 841 τὸν ϑεόν φησι
μόνον τοῦτο ἂν ἔχειν καὶ τῷ Deo
τοῦτο γέρας ἀπένειμε μόνῳ.
16η που. Ebenso 86 Β ἐγὼ δὲ καὶ
αὐτός που οἶμαι.
17 οτε, quandoquidem.
18 φοβεῖσϑε, μὴ --- διάκειμαι. 8.
zu 77D. ᾿
20 τῶν κύκνων. Dafs dieSchwäne
‚singen und namentlich kurz vor
ihrem Tode singen, wird im gan-
zen Altertume nicht nur von Dich-
tern, sondern auch von Naturfor-
schern angenommen. Arist. hist.
an. X12p.615 ὠδικοὶ δὲ (ol κύκνοι),
καὶ περὶ τὰς τελευτὰς μάλιστα
ἄδουσιν᾽ ἀναπέτονται γὰρ καὶ εἰς
τὸ πέλαγος, καί τινες ἤδη πλέοντες
παρὰ τὴν Λιβύην περιέτυχον ἐν τῇ
θαλάττῃ πολλοῖς ἄδουσι φωνῇ γο-
ode, καὶ τούτων ἑώρων ἀποθνῇή-
oxovrag ἑνίέους. Der Singschwan
(cygnus musicus) gehört dem nörd-
lichen gemälsigten und kalten Gür-
tel an und kommt nur ausnahms-
weise in südlichere Gegenden, wie
6*
85
84
IIAAT2NOZ
ἐπειδὰν αἴσϑωνται, ὅτι δεῖ αὐτοὺς ἀποθανεῖν, ἄδοντες καὶ ir
τῷ. πρόσθεν χρόνῳ, τότε δὴ πλεῖστα καὶ μάλιστα ἔδουσι.
γεγηϑότες, ὅτι μέλλουσι παρὰ τὸν ϑεὸν ἀπιέναι, οὕὑπέρ εἰσι
ϑεράποντες. ol δ᾽ ἄνθρωποι διὰ τὸ αὑτῶν δέος τοῦ ϑανάτου
καὶ τῶν κύκνων καταψεύδονται καί φασιν αὐτοὺς ϑρηνοῦντας s
τὸν ϑάνατον ὑπὸ λύπης ἐξάδειν καὶ οὐ λογέξονται, ὅτι οὐδὲν.
ὄρνεον Ads, ὅταν πεινῇ ἢ ῥιγοῖ ἢ τινα ἄλλην λύπην λυτῇ. |
ται, οὐδὲ αὐτὴ ἥ τε ἀηδὼν καὶ χελιδὼν καὶ ὁ ἔποψ, ἃ δή᾿
φασι διὰ λύπην θρηνοῦντα ἄδειν' ἀλλ᾽ οὔτε ταῦτά μοι φαί-
νεται λυπούμενα ἄδειν οὔτε ol κύκνοι. ἀλλ᾽ ἅτε, οἶμαι, τοῦ
᾿“πόλλωνος ὄντες μαντικοί τέ εἶδε καὶ προειδότες τὰ ἐν" Διδου
ἀγαθὰ ἄδουσι καὶ τέρπονται ἐκείνην τὴν ἡμέραν διαφερόντο;
ἢ ἐν τῷ ἔμπροσθεν χρόνῳ. ἐγὼ δὲ καὶ αὐτός που οἶμαι ὑμύ-
die um das mittelländische Meer
gelegenen Länder. Hört man viele
solche Schwäne aus der Ferne, so
sollen die von ihnen im Fliegen
hervorgebrachten wohlklingenden
Töne an Geigen- und Posaunentöne,
auch wohl an Glokentöne erinnern.
Dafs sie gerade vor ihrem Ende
am schönsten singen, wird von den
neueren Naturforschern nicht durch-
gängig angenommen. Vielleicht
ve ste der klagende, melan-
cholische Charakter ihres Gesanges
die Alten zu diesem Glauben.
2 ἄδουσι. ἄδειν, canere, hat einen
weiteren Umfang, als unser singen.
Die Alten legen es auch dem Hahn
und der Cikade bei und schreiben
der letzteren sogar einen sehr schö-
nen Gesang zu.
3 οὗπέρ εἶσι θεράποντες. (ic.
Tusc. I 30 73 Itaque commemorat,
μὲ cygni, qui non sine causa Apol-
lini dicats sint, sed quod ab eo di-
vinationem habere videantur, qua
providentes, quid in morte boni sit,
cum cantu et voluptate morsantur,
sic omnibus bonis et doctis esse fa-
ciendum.
6 ἐξάδειν. Polyb. ΧΧΧΤ 20, 1 ἐξᾷ-
σας τὸ κυκνειον.
7 ῥδιγοῖ. Auch sonst finden sich
bei Platon die gewöhnlichen For-
men. De rep. IV 4400 ῥιγοῦν, Phil.
456B ῥιγοῦσι. Doch Gorg. 517D
διγῷ für ῥιγοῖ.
8 ἢ τε ἀηδὼν καὶ χελιδὼν καὶ
ὁ ἔποψ. Wegen des bei χελιδὼν
fehlenden Artikels vgl. Gorg. 4698
καὶ τά γε Adnvaiov νεώρια τα
τριήρεις καὶ τὰ πλοῖα, de rep. VI
545A τὸν φιλόνεικον --- καὶ θϊν
γαρχικὸν αὖ καὶ δημοκρατικὸν κεὶ
τὸν τυραννικον.
ἃ δή φασι. Den Gesang deu
einen iedehopf verwandelte
Thrakerkönigs Tereus und seine
in eine Nachtigall verwandelte
Gemahlin Prokne deutete man ab
Klage um ihren Sohn Itys. Das Ge
zwitscher der in eine Schwalbe ver-
wandelten Schwester der Prokne,
der Philomela, brachte man πὶ
ihrer Verstümmelung (Tereus hatte
ihr die Zunge ausgeschnitten) n
Verbindung.
11 μαντικοί. Oppian. ἢ
548 κύκνοι μαντιπόλοι γόον ὑστᾶ-
τον ἀεέδοντες. , ‚
12 διαφερόντως n. 960 ἐκεὶ ἐν
πράξειν διαφερόντως ἢ εἰ ἐν alle
βίῳ βιοὺς ἐτελεύτα.
18 ὁμόδουλος. Der Seher Teire-
sias sagt Soph. 0.7: 40 in ἱ Ar
pus: οὐ γάρ τι σοὶ ζὼ δοῦλος ek:
“Μοξίᾳ. Da Sokrates mit Zuversicht
die Fortdauer der Seele uach dem
Tode behauptet, so thut er dadurch
einen Blick in die Z
kann sich also einen Seher und #-
mit einen Diener und Priester des
Apollon nennen und das um 90
mehr, da er jene Behauptung kur
vor seinem Tode ausspricht und die
ΦΑΙΔΩΝ, 85
δουλός γε εἶναι τῶν κύχνων καὶ ἱερὸς τοῦ αὐτοῦ ϑεοῦ, καὶ
οὐ χεῖρον ἐκείνων τὴν μαντικὴν ἔχειν παρὰ τοῦ δεσπότου,
οὐδὲ δυσϑυμότερον αὐτῶν τοῦ βίου ἀπαλλάττεσϑαι. ἀλλὰ
τούτου γε ἕνεκα λέγειν τὸ χρὴ καὶ ἐρωτᾶν, ὅτι ἂν βούλησϑε,
ἔως ἂν ᾿“ϑηναίων ἐῶσιν ἄνδρες ἕνδεκα. “καλῶς, ἔφη, “AE-
yas,’ ὃ Σιμμίας, “καὶ ἔγωγέ δοι ἐρῶ, ὃ ἀπορῶ, καὶ αὖ ὅδε, C
ἦ οὐκ ἀποδέχεται τὰ εἰρημένα. ἐμοὶ γὰρ δοκεῖ, ὦ Σώκρατες,
περὶ τῶν τοιούτων ἴσως ὥσπερ καὶ σοί, τὸ μὲν σαφὲς εἰδέναι
ἐν τῷ νῦν βίῳ ἢ ἀδύνατον εἶναι ἢ παγχάλεπόν τι, τὸ μέντοι
αὖ τὰ λεγόμενα περὶ αὐτῶν μὴ οὐχὶ παντὶ τρόπῳ ἐλέγχειν
καὶ μὴ προαφίστασϑαι, πρὶν ἂν πανταχῇ σκοπῶν ἀπείπῃ τις,
πάνυ μαλϑακοῦ εἶναι ἀνδρός" δεῖν γὰρ περὶ αὐτὰ ἕν γέ τι
τούτων διαπράξασϑαι, ἢ μαϑεῖν, ὅπῃ ἔχει, ἢ εὑρεῖν ἤ, εἰ
ταῦτα ἀδύνατον, τὸν γοῦν βέλτιστον τῶν ἀνθρωπίνων λόγων
λαβόντα καὶ δυσεξελεγχτότατον, ἐπὶ τούτου ὀχούμενον ὥσπερ D
ἐπὶ σχεδίας κινδυνεύοντα διαπλεῦσαι τὸν βίον, εἰ μή τις δυ-
Griechen schon den Sterbenden
überhaupt eine Ahnung der Zukunft
schrieben.
1 γε --- καί. Gleich darauf heifst
88. καὶ ἔγωγέ σοι ἐρῶ, ὃ ἀπορῶ, καὶ
τῦ ode, 92B πρὶν καὶ εἰς ἀνθρώ-
που εἶδος γε καὶ σῶμα ἀφικέσθαι.
Theaet. 145A.
ἱερὸς τοῦ αὐτοῦ θεοῦ. 8. zu 58C.
4 τούτου ya ἕνεκα. 106} ἀλλ᾽
δὲν δεῖ --- τούτου γε ἕνεκα.
5 4ϑηναίων ἐῶσιν ἄνδρες ἕνδεκα.
3. zu 58C.
8 μὸν — μέντοι αὖ. 114D μὲν
-- μέντοι.
‚10 μὴ οὐχὶ --- ἐλέγχειν mit Rück-
icht auf den in πανυ μαλθακοῦ
ἦναι ἀνδρός = ἄνανδρον εἶναι
iegenden negativen Begriff. 72D
ἐς μηχανὴ un οὐχὶ πάντα κατανα-
οϑῆναι εἰς τὸ τεϑνάναι:
11 καὶ un προαφέστασϑαι zur Er-
lärung von μὴ οὐχὶ παντὶ τρόπῳ
λέγχειν angeschlossen. Es hätte
uch heifsen können μὴ προαφε-
ταμέψους. , .
13 ἢ nadeiv, ὅπῃ ἔχει, ἡ εὑρεῖν.
90 οὔτ᾽ αὐτὸς εὐρεῖν οὔτε παρ᾽
λλου μαϑ'εῖν οἷος τε ἐγενόμην. de
ep. X 6180 τούτον τοῦ μαϑήμα-
06 καὶ ξητητὴς καὶ μαϑητὴς ἔσται
ὧν ποϑεν οἷός τ᾿ ἢ μαϑεὶῖν καὶ
ξευρεῖν.
13 εἰ ταῦτα ἀδύνατον, wenn das
etwas Unmögliches, eine Un-
möglichkeit ist. Parm. 160A
ταῦτα δὲ ἀδύνατον ἐφάνη.
16 διαπλεῦσαι τὸν ῥίον. Lie, Tusc,
I 30 73 Itaque dubitans circumspe-
ctans haesitans multa adversa re-
verens lamquam in rate in mari
immenso nostra vehitur oratio.
εἰ un τις δύναιτο, falls es
nicht jemandem gelingt,
sicherer und gefahrloser auf
einem festeren Fahrzeuge
oder einem göttlichen Worte
hindurchzufahren. Das gött-
liche Wort (λόγος θεῖος) wird den
oben erwähnten menschlichen Wor-
ten (τῶν ἀνθρωπίνων λόγων) ent-
gegengesotzt mag nun Piaton da-
ei an damals noch nicht bekannte
Lehren der Mysterien oder an ein
auf einem anderen Wege zu den
Menschen vielleicht einmal ge-
langendes göttliches Wort gedacht
haben. Der Wahrheit liebende
Mensch, 8 Platon, wird durch
eigenes Denken oder durch Benutz-
ung des von anderen Gefundenen
die Wahrheit zu erkennen streben
und sich mit den Resultaten dieses
menschlichen Denkens so lange
begnügen müssen, bis ihm durch
eine höhere göttliche Offenbarung
eine unmittelbare Anschauung der
Wahrheit selbst gewährt wird.
E
86
86
IAAT2NOZ
vaıto ἀσφαλέστερον καὶ ἀκινδυνότερον ἐπὶ βεβαιοτέρου ὀχ!
ματος ἢ λόγου ϑείου τινὸς διαπορευϑῆναι.
καὶ δὴ καὶ vür
ἔγωγε οὐκ ἐπαισχυνθήσομαι ἐρέσϑαι, ἐπειδὴ καὶ σὺ ταῦτι
λέγεις, οὐδ᾽ ἐμαυτὸν αἰτιάσομαι ἐν ὑστέρῳ χρόνῳ. ὅτι νῦν
οὐκ εἶπον, ἃ ἐμοὶ δοκεῖ. ἐμοὶ γάρ, ὦ Σώκρατες, ἐπειδὴ καὶ!
πρὸς ἐμαυτὸν καὶ πρὸς τόνδε σκοπῶ τὰ εἰρημένα, οὐ nam
φαίνεται ἱκανῶς εἰρῆσϑαι."
XXXVI Καὶ ὁ Σωκράτης" “ἴσως γάρ.
ἀληϑῇ σοι φαίνεται" ἀλλὰ λέγε, ὅπῃ δὴ οὐχ ἱκανῶς.
T
ἔφη, “ὦ ἑταῖρε,
“ταῦτῇ
ἔμοιγε, ἡ δ᾽ ὅς, “ δὴ καὶ περὶ ἁρμονίας ἄν τις καὶ Avgayı
τε καὶ χορδῶν τὸν αὐτὸν τοῦτον λόγον εἴποι, ὡς ἡ μὲν ἀρ-
μονέα ἀόρατόν τι καὶ ἀσώματον καὶ πάγκαλόν τι καὶ ϑεῖόν
ἐστιν ἐν τῇ ἡρμοσμένῃ λύρᾳ, αὐτὴ δ᾽ ἡ λύρα καὶ al χορδαὶ
σώματά τε καὶ σωματοειδῆ καὶ ξύνϑετα καὶ γεώδη ἐστὶ καὶ
τοῦ ϑνητοῦ ξυγγενῆ. ἐπειδὰν οὖν n κατάξῃ τις τὴν λύραν
ἢ διατέμῃ καὶ διαρρήξῃ τὰς χορδάς, εἴ τις διισχυρίξοιτο τῷ
αὐτῷ λόγῳ, ὥσπερ σύ, ὡς ἀνάγκη ἔτι εἶναι τὴν ἁρμονίαν
ἐκείνην καὶ μὴ ἀπολωλέναι" οὐδεμία γὰρ μηχανὴ ἂν εἴη τὴν
μὲν λύραν ἔτι εἶναι διερρωγυιῶν τῶν χορδῶν καὶ τὰς χγορ-
6 πρὸς ἐμαυτὸν --- σκοπῶ, wie
Euthyphr. 9C, Apol. 210. Ph. 840
Κέβης δὲ καὶ Σιμμέας σμιπρὸν πρὸς
ἀλλήλω διελεγέσθην.
11 ὡς ἡ μὲν ἁρμονία. Was hier
von der Harmonie und der Lyra
gesagt ist, entspricht dem, was 80 A
‘über das Verhältnis der Seele zum
Körper auseinander gesetzt war:
τάδε Evußalvar, τῷ μὲν deln καὶ
ἄϑανατῳ καὶ νοητῷ κοὶ μονοειδεῖ
καὶ ἀδιαλύτῳ καὶ ἀεὶ ὧσαύτως κατὰ
ταὐτὰ ἔχοντι ᾿ἑξαυτῷ ὁ ὁμοιότατον εἶναι
ψυχήν, τῷ δὲ ἀνθρωπίνῳ καὶ ϑνητῷ
καὶ πολυειδεῖ καὶ ἀνοήτῳ καὶ δια-
λυτῷ καὶ μηδέποτε κατὰ ταὐτὰ ἔχον-
τι ἑαυτῷ ὁ ὁμοιότατον αὖ εἶναι σῶμα.
12 ἀάρατόν τι -- πάγκαλόν τι.
τι wiederholt, offenbar um die Prä-
dikate in zwei Klassen zu scheiden,
ἀόρατον καὶ ἀσώματον und πάγπα-
λον καὶ θεῖον, 984 οὐδὲ μὴν ποιεῖν
τι οὐδέ τι πάσχειν, 103 ὁ Ἰχερόν τι
πυρὸς τὸ θερμὸν καὶ ἕτερόν τι χιό-
vog τὸ ψυχρόν,
16 εἴ τις διισχυρίξοιτο. Von hier
bis zu den Worten πρέν τι ἐκείνην
παϑ εἶν reichtder Vor ersatz. Daran
schliefst sich parenthetisch die
Stelle καὶ γὰρ οὖν, ὦ D Σώχρατες - -
ἢ “κατασαπῇ. Mit ὅρα οὖν πρὸς
τοῦτον τὸν λόγον (86 D) wird, worauf
schon die Partikel οὖν hinweist,
die unterbrochene Periode wieder
aufgenommen und zu Ende geführt.
τῷ αὐτῶ λόγῳ, ὥσπερ. . 2090
τῷ ᾿γεέτονι ἀφ he αὐτὸς ὅρου,
ὥσπερ τῷ πατρί; De leg. IrerıC
τοῦτον εἶναι τὸν πλάστην τὸν
αὐτόν, ὥσπερ τότε.
18 οὐδεμία γὰρ unzavn ἂν εἴη.
Man hat an diesem ἂν Anstol[s ge
nommen, weil als Fortsetzung einer
oratio obligua nach γὰρ und om
meist der Öptativ ohne ἂν steht.
Nun würde an unserer Stelle das
blofse εἴη das ἐστὶ der oratio recis
vertreten. Allein da der Satz οὐ
δεμία γὰρ μηχανὴ eine Begrän-
dung im Sinne des διεσχυριξόμενος
bringt, so wäre in der oratio reds
ἂν εἴη nicht zu entbehren und da-
von kann in der oratio obliqua das
ἂν nicht weggelassen werden. Fehtt
in solchem Falle ὧν, so mufs &
sogar aus dem Vorhergehendes
ergänzt werden d. h. es wäre nur
nicht wiederholt. So 87E.
DAIARN. 87
das ϑνητοειδεῖρ οὔσας. τὴν δὲ ἁρμονίαν ἀπολωλέναι τὴν τοῦ
ϑείου τε καὶ ἀϑανάτου ὁμοφυῆ τὸ καὶ ξυγγενῆ προτέραν τοῦ
ϑνητοῦ ἀπολομένην' ἀλλὰ φαίη ἀνάγκη ἔτι που εἶναι αὐτὴν
τὴν ἁρμονέαν, καὶ πρότερον τὰ ξύλα καὶ τὰς χορδὰς κατα-
σαπήσεσϑαι, πρίν τι ἐκείνην παϑεῖν --- καὶ γὰρ οὖν, ὦ Σώ-
„parss, οἶμαι ἔγωγε καὶ αὐτόν σε τοῦτο ἐντεϑυμῆῇσϑαι, ὅτι
τοιοῦτόν τι μάλιστα ὑπολαμβάνομεν τὴν ψυχὴν εἶναι, ὥσπερ
ἐντεταμένου τοῦ σώματος ἡμῶν καὶ συνεχομένου ὑπὸ ϑερμοῦ
καὶ ψυχροῦ καὶ ξηροῦ καὶ ὑγροῦ καὶ τοιούτων τινῶν, κρᾶσιν.
εἶναι καὶ ἁρμονίαν αὐτῶν τούτων τὴν ψυχὴν ἡμῶν, ἐπειδὰν
more καλῶς καὶ μετρίως κραϑῇ πρὸς ἄλληλα" εἰ οὖν τυγχά-
γε; ἡ ψυχὴ οὖσα ἁρμονία τις, δῆλον ὅτι, ὅταν χαλασϑῇ τὸ
μα ἡμῶν ἀμέτρως ἢ ἐπιταϑῆ ὑπὸ νόσων καὶ ἄλλων κακῶν,
ἣν μὲν ψυχὴν ἀνάγκη εὐθὺς ὑπάρχει ἀπολωλέναι, καίπερ
οὖσαν θειοτάτην, ὥσπερ καὶ al ἄλλαι ἁρμονίαι ai τ᾽ ἐν τοῖς
φϑόγγοις καὶ al ἐν τοῖς τῶν δημιουργῶν ἔργοις πᾶσι, τὰ δὲ
ἰείψανα τοῦ σώματος ἑκάστου πολὺν χρόνον παραμένειν, ξως
7 τοιοῦτόν τι wird erklärt durch
las folgende κρᾶσιν εἶναι καὶ ἀρ-
ιυθνίαν αὐτῶν τούτων, wozu das
Subjekt dieses Satzes τὴν ψυχὴν
ἡμῶν wiederholt ist. Zu besserem
erständnis der Worte κρᾶσιν und
ἱρμονέαν wird der Participialsatz
σπερ ἐντεταμένου -- τοιούτων TI-
or vorausgeschickt.
ὥσπερ ἐντεταμένου. Schon einige
lleaten, wie Zenon und Parmeni-
les, lehrten, die Seele sei eine aus
'erschiedenen und zum Teil ent-
tegengesetzten Bestandteilen des
(örpers hervorgegangene Harmo-
ie. Aristoxenos, des Aristoteles
ichüler, hat diese Lehre zu einem
tewissen Abschlufs gebracht. Von
hm heifst es Cic. Tusc. I 10 19
iristoxenus musicus idemque phi-
Dsophus ipsius corporis intentionem
mandam (animum statuit esse),
εἰμ in cantu et fidibus quae har-
wonia dicitur, sic ex corporis totius
natura et figura varios motus ciert
amquam in cantu sonos. Von die-
em materialistischen Standpunkte
us ist der Körper oder der sinn-
iche Stoff die Grundlage, von der
us die Seele als das natürliche
'rodukt derselben erwächst und
nit deren Schwinden dieselbe in
ihr ursprüngliches Nichts zurück-
kehrt. Dais diese Anschau
weise zu Platons Zeit weit verbreitet
war, ergiebt sich aus 920 ὅδε (ὁ
λόγος) μὲν γάρ μοι γέγονεν ἄνευ
ἀποδείξεως μετὰ εἰκότος τινὸς καὶ
εὐπρεπείας, ὅϑεν καὶ τοῖς πολλοῖς
δοκεὶ ἀνθρώποις und Arist. de anim.
I 4 p.407b καὶ ἄλλη δέ τις δόξα
παραδέδοται περὶ ψυχῆς πιϑανὴ
μὲν πολλοῖς οὐδεμιᾶς ἡττον τῶν λε-
γομένων, λόγους δ᾽ ὥσπερ εὐθύνας
δεδωκυῖα, καὶ τοῖς ἐν κοινῷ γινο-
μένοις λόγοις ἁρμονίαν γάρ τινα αὖ-
τὴν λέγουσιν" καὶ γὰρ την ἁρμονίαν
κρᾶσιν καὶ σύνϑεσιν ἐναντίων εἶναι
καὶ τὸ σῶμα συγκεῖσϑαι ἐξ ἐναντίων.
8 ὑπὸ ϑερμοῦ καὶ ψυχροῦ καὶ
ξηροῦ καὶ ὑγροῦ. Dafls diese vier
Qualitäten in ärztlichen Schulen
ala die Elemente aller Dinge an-
gesehen wurden, ergiebt sich auch
aus Symp. 1860 188A. Den Gegen-
satz des Warmen und Kalten hat-
ten schon die alten Physiker an
den Anfang der Weltordnung ge-
stellt. S. zu 96B.
15 ὥσπερ καὶ al ἄλλαι ἁρμονίαι.
Zu ergänzen ἀπόλλυνται.
16 τὰ λείψανα τοῦ σώματος. Ahn-
lich Marii reliquiae bei Cic. leg.
II 22, 56.
88 IIAAT2NOZ
dv ἢ κατακαυθῇ ἢ κατασαπῇ --- ὅρα οὖν πρὸς τοῦτον τὸν
λόγον τί φήσομεν, ἐών τις ἀξιοῖ κρᾶσιν οὖσαν τὴν ψυχὴν τῶν
ἐν τῷ σώματι ἐν τῷ καλουμένῳ θανάτῳ πρώτην ἀπόλλυσθαι.
ΧΧΧΥ͂ΤΙΙ. Διαβλέψας οὖν ὁ Σωκράτης, ὥσπερ τὰ πολλὰ
εἰώϑει, καὶ μειδιάσας" δίκαια μέντοι," ἔφη, “λέγει ὁ Σιμμίας. ὃ
εἰ οὖν τις ὑμῶν εὐπορώτερος ἐμοῦ, τί οὐκ ἀπεκρίνατο; xal
γὰρ οὐ φαύλως ἔοικεν ἁπτομένῳ τοῦ λόγου. δοκεῖ μέντοι
μοι χρῆναι πρὸ τῆς ἀποκρίσεως ἔτι πρότερον Κέβητος ἀκοῦ-
E σαι, τί αὖ ὅδε ἐγκαλεῖ τῷ λόγῳ, ἵνα χρόνου ἐγγενομένου
βουλευσώμεϑα, τί ἐροῦμεν, ἔπειτα δὲ ἀκούσαντας ἢ συγχο-
ρεῖν αὐτοῖς, ἐάν τι δοκῶσι προσάδειν" ἐὰν δὲ μή, οὕτως ἤδη
ὑπερδικεῖν τοῦ λόγου. ἀλλ᾽ ἄγε,’ ἡ δ᾽ ὅς, “ὦ Κέβης, λέγε
τί ἦν, ὃ σὲ αὖ ϑρᾶττον ἀπιστίαν παρέχει. “λέγω δή, ἦ δ'
ὃς ὁ Κέβης. “Euol γὰρ φαίνεται ἔτε ἐν τῷ αὐτῷ ὁ λόγος
εἶναι, καί, ὅπερ ἐν τοῖς πρόσθεν ἐλέγομεν, ταὐτὸν ἔγκλημα
18 ἔχειν" ὅτι μὲν γὰρ ἦν ἡμῶν ἡ ψυχὴ καὶ πρὶν εἰς τόδε τὸ
εἶδος ἐλθεῖν, οὐκ ἀνατέϑεμαι μὴ οὐχὶ πάνυ χαριέντως καί, εἰ
μὴ ἐπαχϑές ἐστιν εἰπεῖν, πάνυ ἱκανῶς ἀποδεδεῖχϑαι᾽ ὡς δὲ
καὶ ἀποθανόντων ἡμῶν ἔτι που ἔσται, οὔ μοι δοκεῖ τῇδε. ὡς
6 τέ οὐκ ἀπεκρίνατο; Frage der
Verwunderung, dafs die Handlung
nicht schon eingefreten sei; es liegt ἐὰν δὲ μή, οὕτως ἤδη ὑπερδικεὶν
darin eine dringende Forderung „achdrüc licher, als ἢ ὑπερδικεὶν
derselben. Gorg.508B εἴ τενα ἔχεις was man nach ἢ συγχωρεῖν εἴ:
εἴπερ τῳ ἄλλῳ λόγῳ ξυνῳδῷ εἶναι
καὶ τῷ περὶ ἁρμονίας.
τῶν ῥητόρων τοιοῦτον εἰπεῖν, τί wartet,
οὐχὶ καὶ ἐμοὶ αὐτὸν ἔφρασας, τίς 18 ϑρᾶττον" ταράττον, ἐνοχλοῦν.
τιν: ' Schol. .
1 ἔοικεν ἁπτομένῳ. 8, zu 620. 14 ἐν τῷ αὐτῷ — εἶναι d.i or
ἀπτομένῳ τοῦ λόγου. ἀπτεσθαι προκεχωρηκέναι.
τοῦ λόγου wird mit Rücksicht auf
das folgende τέ αὖ ὅδε ἐγκαλεῖ τῷ
λόγῳ heißen: angreifen, Ein-
wendungen dagegen machen.
Her. V 92 6 ἐστεῶτες ἐπὶ τῶν ϑυ-
ρέων ἀλλήλων ἅπτοντο καταιτιώ-
μενοι. : FR
9 γρόνου ἐγγενομένου. ἐγγίγνε-
σϑαι von der Zeit dazwischen
vergehen. Symp. 184A ἔνα γρό-
vos ἐγγένηται, ὃς δὴ δοκεῖ τὰ πολλὰ
καλῶς βασανίζειν.
11 τι — προσάδειν im Sinne von
λέγειν τι. Veranlafst ist dieser
Ausdruck dadurch, dafs Simmias
85E die Seele eine ἁρμονέα ge-
nannt hatte. Ebenso heifst es 920
οὗτος οὖν σοι ὃ λόγος ἐκείνῳ πῶς
δυνάσεται; καὶ μὴν --- πρέπει γε,
15 ἐν τοῖς πρόσϑεν: 77B fg.
16 εἰς τόδε τὸ εἶδος ἐλϑεῖν. 76
εἶναι ἐν ἀνθρώπου εἴδει.
17 ἀνατέϑεμαι, Kunstausdruck im
Brettspiel vom ur neh {ν
setzter Steine, von Platon
(Gorg. 461D Prot. 354E) in über
tragener Bedeutung gebraucht.
18 ἐπαχθὲς von dem, wasd
Eigenlob und Anmafsung lästig und
unausstehlich wird. Men. 904 or;
ὑπερήφανος δοκῶν εἶναι πολίτης
οὐδὲ ὀγκώδης τε καὶ ἐπαχϑής, alle
κόσμιος καὶ εὐσταλὴς ἀνήρ.
19 ἔσται. Ebenso das Präsens
STE ὡς, ἐπειδὰν ἀποθάνωμεν, ἔτ
που ἡμῶν ἡ ψυχὴ ἔστιν.
τὴδε ἃ, i, ἱκανῶς ἀποδεδεῖχϑαι.
DAIARN. 89
μὲν οὐκ ἰσχυρότερον καὶ πολυχρονιώτερον ψυχὴ σώματος, οὐ
συγχωρῶ τῇ Σιμμίου ἀντιλήψει" δοκεῖ γάρ μοι πᾶσι τούτοις
πάνυ πολὺ διαφέρειν. τί οὖν, ἂν φαίη ὁ λόγος, ἔτι ἀπιστεῖς,
ἐπειδὴ ὁρᾷς ἀποθανόντος τοῦ ἀνθρώπου τό γε ἀσθενέστερον
"ἔτι ὄν; τὸ δὲ πολυχρονιώτερον οὐ δοκεῖ σοι ἀναγκαῖον εἶναι Β
ἔτι σῴξεσθαι ἐν τούτῳ τῷ χρόνῳ; πρὸς δὴ τοῦτο τόδε ἐπί-
σχεψαι, εἴ τι λέγω" εἰκόνος γάρ τινος, ὡς ἔοικεν, κἀγὼ ὥσπερ
Σιμμίας δέομαι. ἐμοὶ γὰρ δοκεῖ ὁμοίως λέγεσϑαι ταῦτα,
ὥσπὲρ ὧν τις περὶ ἀνθρώπου ὑφάντου πρεσβύτου ἀποϑανόν-
zog λέγοι τοῦτον τὸν λόγον, ὅτι οὐκ ἀπόλωλεν ὁ ἄνϑρωπος,
ἀλλ᾽ ἔστι που ἴσως, τεκμήριον δὲ παρέχοιτο ϑοίβμάτιον, ὃ
ἠμπείχετο αὐτὸς ὑφηνάμενος, ὅτι ἐστὶ σῶν καὶ οὐκ ἀπόλωλεν,
καὶ εἴ τις ἀπιστοέη αὐτῷ, ἀνερωτῴη, πότερον πολυχρονιώτερόν C
ἐστι τὸ γένος ἀνθρώπου ἢ ἱματίου ἐν χρείᾳ τε ὄντος καὶ
᾿φορουμένου, ἀποκριναμένου δέ τινος, ὅτι πολὺ τὸ τοῦ ἀν-
ϑρώπου, οἴοιτο ἀποδεδεῖχϑαι, ὅτε παντὸς ἄρα μᾶλλον ὅ γε
ἄνϑρωπος σῶς ἐστιν, ἐπειδὴ τό γε ὀλιγοχρονιώτερον οὐκ
ἀπόλωλεν. τὸ δ᾽, οἶμαι, ὦ Σιμμία, οὐχ οὕτως ἔχει" σκόπει
γὰρ καὶ σύ, ἃ λέγω πᾶς ὧν ὑπολάβοι, ὅτι εὔηϑες λέγει ὃ
"τοῦτο λέγων" ὁ γὰρ ὑφάντης οὗτος πολλὰ κατατρίψας τοιαῦτα
ἱμάτια καὶ ὑφηνάμενος ἐκείνων μὲν ὕστερος ἀπόλωλεν πολλῶν
ὕντων, τοῦ δὲ τελευταίου, οἶμαι, πρότερος, καὶ οὐδέν τι Ὁ
8 ἂν φαίη ὁ λόγος. Dieselbe
Stellung hat ὧν 101 E σὺ δ᾽ εἴπερ
εἶ τῶν φιλοσόφων, οἶμαι, ἄν, ὡς
ἐγὼ dr ποιοῖρ, Hipp. mai. 200 Α
μανϑάνω, ἂν ἴσως φαίη, nal ἐγώ,
Crit, 52 D. er
8 ὁμοίως — ὥσπερ av τις — λέ-
mit demselben Rechte
περὶ ἀνθρώπου ὑφάντου. S.zu84A.
10 ὅτι οὐκ ἀπόλωλεν, eristnoch
nicht untergegangen, was na-
türlich verschieden ist von οὐ τέ-
ϑνηκεν, wie schon der Zusatz zeigt
ἀλλ᾽ ἔστι που ἴσως. ᾿
11 ἔστι. εἶναι leben auch 70B
ὡς ἔστι τε ἡ ψυχὴ ἀποθανόντος
οι,
Könnte jemand sagen.
9 ὥσπερ ἄν τις περὶ ἀνθρώπου
ὑφάντου. Während nach der An
sicht des Kebes der Leib sich die
Seele erst schafft, wird in dem
Bilde, das Kebes braucht, im Gegen-
teil die Seele als die Bildnerin
und Schöpferin des Leibes an-
genommen. Wie der Weber sich
selbst das Kleid, das er trägt, ge-
webt hat, so hat auch die Seele
sich den Leib als ein Gewand und
eine Hülle, worin sie hier lebt und
wirkt, sich selber gleichsam ge-
wirkt. 87D ἡ ψυχὴ del τὸ κατα-
τριβόμενον ἀνυφαένοι.
τοῦ ἀνθρώπου, 12 A τὰς τῶν τε-
ϑνεώτων ψυχὰς εἶναί που.
18 ἀπιστοίη hat Heindorf ge-
schrieben; in den Hdschr. steht
ἀπιστῶν. Allein der ἀπιστῶν kann
auf keinen Fall mit dem Fragenden
identisch sein,
18 τὸ δ᾽, eigentlich in Bezug
darauf aber, dann da doch, in
der Thataber, eine dem Vorigen
entgegengesetzte Behauptung ein-
führend. Apol. 87 A ἔσως οὖν ὑμῖν
καὶ ταυτὶ λέγων παραπλησίως δοκῶ
λέγειν ὥσπερ περὶ τοῦ οἴκτου καὶ
τῆς ἀντιβολήσεως, ἀπαυϑαδιξόμε-
vog’ τὸ δὲ οὐκ ἔστιν --- τοιοῦτον.
90 IIAAT2NOE
μᾶλλον τούτου ἔνεκα ἄνϑρωπός ἐστιν ἱματέου φαυλότερον οὐδ᾽
ἀσθενέστερον. τὴν αὐτὴν δέ, οἶμαι, εἰκόνα δέξαιτ᾽ ἂν ψυχὴ
πρὸς σῶμα, καί τις λέγων αὐτὰ ταῦτα περὶ αὐτῶν μέτρι᾽ ἄν
μοι φαίνοιτο λέγειν, ὡς ἡ μὲν ψυχὴ πολυχρόνιον ἐστι, τὸ δὲ
σῶμα ἀσϑενέστερον καὶ ὀλιγοχρονιώτερον. ἀλλὰ γὰρ ἂν φαίη ὁ
ἑχάστην τῶν ψυχῶν πολλὰ σώματα κατατρίβειν, ἄλλως τε καὶ
εἰ πολλὰ ἔτη βιῴη" εἰ γὰρ ῥέοι τὸ σῶμα καὶ ἀπολλύοιτο ἔτι
E ξῶντος τοῦ ἀνθρώπου, ἀλλ᾽ ἡ ψυχὴ ἀεὶ τὸ κατατριβόμενον
ἀνυφαένοι, ἀναγκαῖον μέντ᾽ ἂν εἴη, ὁπότε ἀπολλύοιτο ἡ ψυχῇ,
"τὸ τελευταῖον ὕφασμα τυχεῖν αὐτὴν ἔχουσαν καὶ τούτου μό-
νου προτέραν ἀπόλλυσθαι" ἀπολομένης δὲ τῆς ψυχῆς, τότ᾿
ἤδη τὴν φύσιν τῆς ἀσϑενείας ἐπκιδεικνύοι τὸ σῶμα καὶ ταχὺ
σαπὲν διοίχοιτο.ς. ὥστε τούτῳ τῷ λόγῳ οὔπω ἄξιον πιστεύ-
σαντα Bappeiv, ὡς, ἐπειδὰν ἀποθάνωμεν, ἔτι που ἡμῶν ἡ
88 ψυχὴ ἔστιν. εἰ γάρ τις καὶ πλέον ἔτι τῷ λέγοντι, ἃ σὺ λέ-ὐ
YES, συγχωρήσειεν δοὺς αὐτῷ μὴ μόνον ἐν τῷ πρὶν καὶ γε-
νέσϑαι ἡμᾶς χρόνῳ εἶναι ἡμῶν τὰς ψυχάς, ἀλλὰ μηδὲν χω-
λύειν, καὶ ἐπειδὰν ἀποθάνωμεν. ἐνίων ἔτι εἶναι καὶ ἐσεάϑαι
8 μέτρια, richtig, vernünftig.
96 D οὕτως τότε ὥμην᾽ οὐ δοκῶ σοι
μετρέως;; Crit. 46 C,
5 αλλὰ γάρ. Der Satz, auf wel-
chen sich γὰρ bezieht, ist zu er-
gänzen: die Seele dauert zwar
änger, als der Leib, aber —
daraus folgt nicht, was gefolgert
wurde, dafs sie nämlich, wenn der
Mensch stirbt, noch existieren mufs
— denn sie verbraucht viele
Leiber.
φαέη nämlich ὁ λέγων αὐτὰ ταῦτα
περὶ αὐτῶν (ψυχῆς καὶ σώματορ).
.T εἰ γὰρ δέοι. Dieses γὰρ be-
zieht sich so gut, wie das erste,
auf den nach ἀλλὰ zu ergänzenden
Satz. N achdem dieser nämlich durch
ξκάστην γὰρ τῶν ψυχῶν πολλὰ 00-
para κατατρέβειν im allgemeinen
motiviert ist, wird diese Motivie-
zung nun noch dahin vervollstän-
: dafs sie in Form eines hypo-
thetischen Satzes wieder aufgenom-
men und weiter entwickelt (εἰ γὰρ
οἐ — ἀνυφαΐίνοι) und dann bis
zu ihrem logischen Abschlufs fort-
geführt wird (ὠναγκαῖον μέντ᾽ ἂν
ein — προτέραν ἀπόλλυσθαι). Wir
werden sonach zuübersetzen haben:
die Seele dauere zwar länger, als
der Leib, aber ede Seele
mehrere Leiber verbrauche, so folge
daraus doch nicht das Gefolgerte;
denn wenn der Leib usw.
12 τὴν φύσιν τῆς ἀσθενείας.
Das Wesen der Hinfälligkeit
des Leibes besteht darin, dafs er
durch die Seele getragen und er-
halten wird und nach deren Unter-
gang sofortin Verwesung übergeht.
egen τὴν φύσιν 8. zu 79 Β.
ἐπιδεικνύοι. ἂν ist aus dem Vor-
hbergehenden (ἀναγκαῖον μέντ᾽ ἂν
ein) zu ergänzen. S. zu 864.
.15 πλέον ἔτι, wie 110 Ο καὶ ποὺ
ἔτι ἐκ λαμπροτέρων. Dieses πδλέον
ἔτι ist mit συγχωρήσειεν zu ver
binden, was seine Erklärung in
δοὺς αὐτῷ usw. findet.
τῷ λέγοντι. Nach λέγοντε steht
in allen Hdschr. 7. Schleiermacher
schlug zuerst vor es zu tilgen, da
es eine annehmbare Erklärung die-
ser, Stelle nicht zuläfst.
& σὺ λέγεις, anSokrates gerichtet.
17 ἡμῶν τὰς ψυχάς. Dagegen
860 τὴν ψυ nv ἡμῶν, 81 Α Ε ἡμῶν
ἡ ψυχή, 95 B ἡμῶν τὴν ψυχην.
DAIARN. 91
καὶ πολλάκις γενήσεσθαι καὶ ἀποθανεῖσθαι αὖϑις" οὕτω γὰρ
αὐτὸ φύσει ἰσχυρὸν εἶναι, ὥστε πολλάκις γιγνομένην ψυχὴν
ἀντέχειν" δοὺς δὲ ταῦτα ἐκεῖνο μηκέτι συγχωροῖ, μὴ οὐ πονεῖν
αὐτὴν ἐν ταῖς πολλαῖς γενέσεσιν καὶ τελευτῶσάν γε ἔν τινι
᾿ τῶν ϑανάτων παντάπασιν ἀπόλλυσϑαι. τοῦτον δὲ τὸν ϑάνα-
τον καὶ ταύτην τὴν διάλυσιν τοῦ σώματος, ἢ τῇ ψυχῇ φέρει Β
ὔλεϑρον, μηδένα φαίη εἰδέναι" ἀδύνατον γὰρ εἶναι ὁτῳοῦν
αἰσϑάνεσϑαι ἡμῶν εἰ δὲ τοῦτο οὕτως ἔχει, οὐδενὶ προσήκει
ϑάνατον θϑαρροῦντι μὴ οὐκ ἀνοήτως ϑαρφεῖν, ὃς dv μὴ ἔχῃ
ἀποδεῖξαι, ὅτι ἔστι ψυχὴ παντάπασιν ἀθάνατον τε καὶ ἀνώ-
λεϑρον᾽ εἰ δὲ μή, ἀνάγκην εἶναι dsl τὸν μέλλοντα ἀποϑανεῖ-
σϑαι δεδιέναι ὑπὲρ τῆς αὑτοῦ ψυχῆς, μὴ ἐν τῇ νῦν τοῦ
σώματος διαξεύξει παντάπασιν ἀπόληται."
XXXVII. Πάντες οὖν ἀκούσαντες εἰπόντων αὐτῶν ἀηδῶς Ο
διετέϑημεν, ὡς ὕστερον ἐλέγομεν πρὸς ἀλλήλους, ὅτι ὑπὸ τοῦ
ἔμπροσϑεν λόγον σφόδρα πεπεισμένους ἡμᾶς πάλιν ἐδόκουν
ἀναταράξαι καὶ εἰς ἀπιστίαν καταβαλεῖν οὐ μόνον τοῖς προ-
εἰρημένοις λόγοις, ἀλλὰ καὶ εἰς τὰ ὕστερον μέλλοντα ῥηϑή-
σεσϑαι, μὴ οὐδενὸς ἄξιοι εἶμεν κριταὶ ἢ καὶ τὰ πράγματα
ἄπιστα ἡ.
ἃ αὐτό. S. zu 61 Α. 11 ἀνάγκην εἶναι abhängig von
γιγνομένην ψυχὴν ἀντέχειν. ἄντ- προσήκει.
ἔχειν als Verbum des Ertragens 14 πάντες οὖν ἀκούσαντες. Die
mit dem P articip verbunden. Tim. Bedeutsamkeit des gegenwärtigen
85 Ε τό τε σῶμα ἀντίέσχῃ τηκόμενον. Momentes wird dadurch hervor-
3 δοὺς δὲ ταῦτα £xeivo μηκέτι gehoben, dafs die Personen des ein-
συγχωροῖ. Die Partikel δὲ und die jeitenden Gespräches hier wieder
Negation μηκέτι weisen darauf hin, redend eingeführt werden.
dafs der Optativ συγχωροῖ, wie das 17 εἰς ἀπιστέαν καταβαλεῖν. Phil.
folgende μηδένα φαίη εἰδέναι noch
zu der Protasis gehören, die mit δά ᾿ eis ἀπορίαν αὑτὸν — κατα-
εἰ γάρ τις καὶ πλέον ἔτι --- συγχω- “ , .
ρήσειεν anhebt. τοῖς προδιρημένοις λογοις, wie
μὴ σύ gehört auch zum folgenden eig τὰ v05E00V μέλλοντα ῤῥηϑησε-
καὶ τελευτῶσαν — ἀπόλλυσθαι. σϑαι von αἀπιστέαν abhängig.
8 εἰ δὲ τοῦτο οὕτως ἔχει. Diese 19 μὴ --- εἶμεν — ἧ, Der Wechsel
Worte lassen sich nicht wohl als des Optativ und Konjunktiv erklärt
Reassumption der vorhergehenden sich gerade so, wie in den finalen
Protasis εἰ γάρ τις καὶ πλέον ἔτε Sätzen, die von einem Nebentem-
— αἰσθάνεσθαι ἡμῶν auffassen, pus abhängen. un οὐδενὸς ἄξιοι
da sie vielmehr die Schlufsfolge εἶμεν κριταὶ ist gesagt mit Rück-
aus der vorhergehenden Prämisse sicht auf die Befürchtung, in der
einleiten, die mithin schon ent- sich die Freunde des Sokrates ge-
schieden und selbständig für sich rade in jenem Zeitpunkte befanden,
dastehen mufs. Es fehlt also der καὶ τὰ πράγματα ἄπιστα 7 mit
Nachsatz zu jener Protasis, der Rücksicht auf eine fortdauernde
etwa heifsen würde οὐδὲν ἂν οἴμαί Befürchtung. Die zweite Befürch-
σὲ λέγειν. tung hat offenbar einen allgemei-.
«
92 TIIAAT2NOE
EX. Νὴ τοὺς ϑεούς, ὦ Φαίδων, συγγνώμην γε ἔχω ὑμῖν,
καὶ γὰρ αὐτόν με νῦν ἀκούσαντά δου τοιοῦτόν τι λέγειν πρὸς
D ἐμαυτὸν ἐπέρχεται" τίνε οὖν ἔτι πιστεύσομεν λόγῳ; ὡς γὰῤ
σφόδρα πιϑανὸς ὦν, ὃν ὁ Σωκράτης ἔλεγε λόγον, νῦν εἰς
ἀπιστίαν χαταπέπτωκεν.
ϑαυμαστῶς γάρ μου 6 λόγος οὗτος 5
ἀντιλαμβάνεται καὶ νῦν καὶ ἀεί, τὸ ἁρμονίαν τινὰ ἡμῶν εἶναι
τὴν ψυχήν, καὶ ὥσπερ ὑπέμνησέ μὲ ῥηϑείς, ὅτε καὶ αὐτῷ μοι
ταῦτα προυδέδοκτο.
καὶ πάνυ δέομαι πάλιν ὥσπερ ἐξ ἀρχῆς
ἄλλου τινὸς λόγου, ὃς με πείσει, ὡς τοῦ ἀποθανόντος οὐ συν-
αποϑνήσκει ἡ ψυχή. λέγε οὖν πρὸς Διός, πῇ ὁ Σωκράτης u
E μετῆλθε τὸν λόγον, καὶ πότερον κἀκεῖνος, ὥσπερ ὑμᾶς φῆς,
ἔνδηλός τι ἐγένετο ἀχϑόμενος ἢ οὔ, ἀλλὰ πράως ἐβοήϑει τῷ
λόγῳ, καὶ ἱκανῶς ἐβοήϑησεν ἢ ἐνδεῶς" πάντα ἡμῖν δέελθε
ὡς δύνασαι ἀκριβέστατα.
ΦΑ414. Καὶ μήν, ὦ Ἐχέκρατες, πολλάκις ϑαυμάσας Σω-"
89 χράτη οὐ πώποτε μᾶλλον ἠγάσϑην ἢ τότε παραγενόμενος. τὸ
μὲν οὖν ἔχειν, ὅτι λέγοι ἐκεῖνος, ἴσως οὐδὲν ἄτοπον. ἀλλὰ
ἔγωγε μάλιστα ἐθαύμασα αὐτοῦ πρῶτον μὲν τοῦτο, ὡς ἡδέως
καὶ εὐμενῶς καὶ ἀγαμένως τῶν νεανίσκων τὸν λόγον ἀπεδέξατο,
ἔπειτα ἡμῶν ὡς ὀξέως ἤσϑετο, ὃ
neren Charakter, als die erste, die
nur auf die damalige Lage ging.
Etwa: wirhegten die Befürch-
tung, dafs wir untaugliche
Richter wären und dafs der
Gegenstand überhaupt uner-
kennbar sei. Xenoph. Hell. II 1,2
δεινὸν ἐφαίνετο εἶναι, un τινὰ καὶ
εἰς τοὺς ἄλλους Ἕλληνας διαβολὴν
σχοῖεν καὶ ol στρατιῶται δύσνοι
πρὸς τὰ πράγματα ὦσιν.
8 ἐπέρχεται. S. zu 58E.
δ μου 6 λόγος οὗτος ἀντιλαμβά-
νεται. Parm. 180 E οὔπω σου ἀντ-
εἔληπται φιλοσοφέα.
8 ὥσπερ ‚(e. zu 67 ‚C) ist hinzuge-
fügt, weil ὑπομιμνήσκειν eigentlich
von Menschen gesagt wird, die
jemandem etwas in die Erinnerung
zurückrufen, wie 73 A ὑπόμνησόν
we, und der λόγος also hier wie
eine „Person gefalst wird.
9 ὅς us πείσει. Das Futur zur
Bezeichnung einer Möglichkeit, dem
Optätiv mit ἂν entsprechend.
10 ὁ Σωκράτης μετῆλθε τὸν λό6-
a
ὃ πεπόνϑειμεν ὑπὸ τῶν λόγων, "
γον. Eine ähnliche Metapher 89 C
καί μὲ διαφεύγοι ὁ λόγος.
12 ἔνδηλός τι. τι gehört zu ar
μενος. oph., 218A ἂν — τι τῷ
μήκει πονῶν ἄχϑῃ.
16 τὸ μὲν οὖν. —_ ἐκεῖνος. Konnte
auch heifsen ro μὲν οὖν ἐκεῖνον
ἔχϑιν, ὅτι λέγοι.
18 πρῶτον μὲν --- ἔπειτα --- ἔπειτα.
Menon 90 A Avvros γὰρ ὅδε πρῶτον
μέν ἐστι πατρὸς πλουσίου τε
σοφοῦ ᾿Ανϑεμέωνος — ἔπειτα καὶ
τὰ ἄλλα 00% ὑπερήφανος δοκῶν
εἶναι πολίτης --- ἔπειτα τοῦτον εὖ
ἔθρεψε. de leg. II 669 A τὸν μέλ-
Aovza ἔμφρονα κριτὴν ἔσεσθαι dei
ταῦτα τρία ἔχειν, ὅ ὅτι ἐστὶ 0,
χιγνώσκειν, ἔπειτα ὡς ὀρθῶς, ἔπειϑ'
ὡς εῦ τὸ τρέτον εἴργασται τῶν
κόνων Ἰτισοῦν, Symp. 181 Β.
ὡς αἱ 8. zu ὅ8 E.
20 ὃ 0) πεπόνϑειμεν ὑπὸ τῶν λόγων.
πάσχειν hä von der Stimmung,
die von den Reden « δὴ πέκονδς
wird. Symp. 216 ἢ οἷα δὴ πὲπ
αὐτὸς ὑπὸ τῶν τούτου λ6γ
πάσχω ἔτι καὶ νυνί, Apol.” 17 ΗΝ
BAIARN.
93
ἐπειτα ὡς εὖ ἡμᾶς ἰάσατο καὶ ὥσπερ πεφευγότας καὶ ἡττη-
μένους ἀνεκαλέσατο καὶ προύτρεψεν πρὸς τὸ παρέπεσϑαί τε
καὶ συσκοπεῖν τὸν λόγον.
ΕΧ. Πῶς δή;
s ΦΑ14. Ἐγὼ ἐρῶ. ἔτυχον γὰρ ἐν δεξιᾷ αὐτοῦ καϑήμε-
vos παρὰ τὴν κλίνην ἐπὶ χαμαιξήλου τινός, ὁ δὲ ἐπὶ πολὺ
ὑψηλοτέρου ἢ ἐγώ. καταψήσας οὖν μου τὴν κεφαλὴν καὶ συμ--
πιέσας τὰς ἐπὶ τῷ αὐχένι τρίχας --- εἰώθει γάρ, ὁπότε τύχοι,
παίζειν μου εἰς τὰς τρέχας ---- αὔριον δή, ἔφη, “ἴσως, ὦ Φαί-
0. dav, τὰς καλὰς κόμας ἀποκερεῖ.᾽ “ἔοικεν, ἦν δ᾽ ἐγώ, “ὦ Σω-
χκρατες.᾽ “οὔκ, ἄν γε ἐμοὶ πείθῃ. “ἀλλὰ rl; ἦν δ᾽ ἐγώ. "τή-
μερον,᾽ ἔφη, "κἀγὼ τὰς ἐμὰς καὶ σὺ ταῦτας, ἐάνπερ γὲ ἡμῖν
ὁ λόγος τελευτήσῃ καὶ μὴ δυνώμεθα αὐτὸν ἀναβιώσασθϑαι.
καὶ ἔγωγ᾽ ἄν, εἰ σὺ εἴην καί us διαφεύγοι ὁ λόγος, ἔνορκον C
δ ἂν ποιησαίμην, ὥσπερ ᾽Δργεῖοι, μὴ πρότερον κομήσειν, πρὶν
ἂν νικήσω ἀναμαχόμενος τὸν Σιμμίου ve καὶ Κέβητος λόγον."
ar”, ἦν δ᾽ ἐγώ, πρὸς δύο λέγεται οὐδ᾽ ὁ Ἡρακλῆς οἷός τε
6 ἐπὶ χαμαιξήλου, nämlich di-
900v, was auch bei ὑψηλοτέρου zu
ergänzen ist.
10 κόμας ἀποκερεῖ. Die Griechen
pflegten sich zum Zeichen der Trauer
das Haar abzuscheren. So Achil-
leus beim Tode des Patroklos: στὰς
ἀπάνουϑε πυρῆς ανϑὴν ἀπεκεί-
ρατο χαένην. Ἰ. 1I 141.
11 οὔκ, ἂν γε ἐμοὶ πείθῃ. Ebenso
de rep. V 480 A οὔκ, ἄν γ᾽ ἐμοὶ
πείϑωνται. Xen. Hell. 17, 19 οὔκ,
ἂν ὑμεῖς γέ μοι πείϑησϑε.
ἀλλὰ τί; Etwa zu ergänzen βού-
λει ποιῶ. Buthyphr. 14 Ὁ.
12 ἡμῖν ὁ λόγος τολευτήσῃ. Dals
ein Beweis milsglückt sei, drückt
Platon den λόγος personificierend
meist so aus, dals er sagt, er sei
gestorben, untergegangen, wozu der
egensatz ist gerettet sein, oder
er sei entlaufen, entfloben, wobei
das den Griechen geläufige Bild vom
Erjagen der Wahrheit (ϑηρδύειν,
διώκειν) zu Grunde liegt. So findet
sich ἡμῖν ὃ καλὸς λόγος ἀποδεδρα-
κὼς οἰχήσεται Theaet. 208 D, δεῖ γε
μέντοι, εἰ σώσοιμι τὸν πρόσϑε A0-
yov' εἰ δὲ μή, οἴχεται ebenda 164A,
μὖϑος ἀπώλετο ὁ Πρωταγόρδιος
ebenda 164D.
13 ἀναβιώσασϑαι transitiv, wie
Crit. 48 Ὁ σκέμματα τῶν ῥᾳδίως
ἀποκτιννύντων καὶ ἀναβιωσκομένων
γ᾽ ἄν, εἰ οἷοί τ᾽ ἤσαν. Intransitiv
72ACD. |
15 ὥσπερ Apyeioı. Her. 1 82 ’4o-
γεῖοι μέν νυν ἀπὸ τούτου τοῦ γρό-
vov eat dem für sie unglücklichen
Treffen, das sie 546 um den Besitz
von Tyreä den Lakedämoniern ge-
liefert hatten) κατακειράμενοι τὰς
κεφαλὰς πρότερον ἐπάναγκες κο-
μῶντες ἐποιήσαντο νόμον τὸ καὶ
κατάρην, μὴ πρότερον ϑρέψειν κό-
μην ᾿Αργείων μηδένα μηδὲ τὰς γυ-
ναϊκάς σφι χρυσοφορήσειν, πρὴὶν ἂν
Θυρέας ἀνασώσωνται. Λακεδαιμό-
vıoı δὲ τὰ ἐναντία τούτων ἔϑεντο
νόμον, οὐ γὰρ κομῶντες πρὸ τούτου
ἀπὸ τούτου κομᾶν.
17 πρὸς δύο --- οὐδ᾽ ὁ Ἡρακλῆς.
᾿Ηφρόδωρος δὲ καὶ Ἑλλανικός φασιν,
ὡς, ὅτο τὴν ὕδραν Ἡρακλῆς ἀνῃ-
e&i, τὴν Ἤραν αὐτῷ καρκίνον ἐφ-
ορμῆσαι. πρὸς δύο δὲ οὐ δυνάμε-
νον μάχεσϑαι σύμμαχον ἐπικαλέσα-
σϑαι τὸν ἸΙόλεων, καὶ ἐντεῦθεν
ῥηϑῆναι τὴν παροιμίαν. Schol.
Euthydem. 297 Ο πολὺ γὰρ πού
εἶμι φαυλότερος τοῦ Ἡρακλέους,
ὃς οὐχ οἷός τὸ ἦν τῇ τε ὕδρᾳ δια-
ur
94 IIAATQNOE
εἷναι. “ἀλλά καὶ ἐμέ, ἔφη, “rov Ἰόλεων παρακάλει, ἕως ἔτι
φῶς ἐστιν. 'παρακαλῶ τοίνυν, ἔφην, ᾿οὐχ ὡς Ἡρακλῆς, all’
ὡς Ἰόλεως τὸν Ἡρακλῆ. “οὐδὲν διοίσει," ἔφη.
ΧΧΧΙΧ. "Alla πρῶτον εὐλαβηϑῶμέν τι πάϑος, μὴ πά-
ϑωμεν.᾽ ‘ro ποῖον; ἦν δ᾽ ἐγώ. ‘wi γενώμεϑα,; ἡ δ᾽ ὅς, “μι
D σόλογοι, ὥσπερ of μισάνϑρωποϊ γιγνόμενοι" ὡς οὐκ ἔστιν, |
ἔφη, “ὅτε ἄν τις μεῖξον τούτου κακὸν πάϑοι ἢ λόγους μισήσας.
γίγνεται ὃὲ ἐκ τοῦ αὐτοῦ τρόπου μισολογία τε καὶ μισανϑρῶ-
πέα. ἢ τε γὰρ μισανθρωκπέα ἐνδύεται ἐκ τοῦ σφόδρα τινὶ τι- |
στεῦσαι ἄνευ τέχνης καὶ ἡγήσασϑαι παντάπασί τε ἀληϑῆ εἶναι".
καὶ ὑγιῇ καὶ πιστὸν τὸν ἄνθρωπον, ἔπειτα ὀλέγον ὕστερον
εὑρεῖν τοῦτον πονηρόν τε καὶ ἄπιστον καὶ αὖϑις ἕτερον. καὶ
ὅταν τοῦτο πολλάκις πάϑῃ τις καὶ ὑπὸ τούτων μάλιστα, οὖς
E ἂν ἡγήσαιτο οἰκειοτάτους τε καὶ ἑταιροτάτους, τελευτῶν bi
ϑαμὰ προσκρούων μισεῖ τὸ πάντας καὶ ἡγεῖται οὐδενὸς οὐδὲν "
ὑγιὲς εἶναι τὸ παράπαν. ἢ οὐκ σϑησαι σὺ τοῦτο γιγνόμε-
νον; 'πάνυ γε, ἦν δ᾽ ἐγώ. “οὐκοῦν, ἦ δ᾽ ὅς, “αἰσχρόν; καὶ
δῆλον, ὅτι ἄνευ τέχνης τῆς περὶ τἀνθρώπεια 6 τοιοῦτος χρῆ-
σϑαι ἐπιχειρεῖ τοῖς ἀνθρώποις; εἰ γάρ που μετὰ τέχνης ἐχρῆτο,
ὥσπερ ἔχει, οὕτως ἂν ἡγήσατο, τοὺς μὲν χρηστοὺς καὶ πονη-"
90 ροὺς σφόδρα ὀλίγους εἶναι ἑκατέρους, τοὺς δὲ μεταξὺ πλείστους:
“πὼς λέγεις; ἔφην ἐγώ. “ὥσπερ, ἡ δ᾽ ὅς, 'περὶ τῶν σφόδρ
σμικρῶν καὶ μεγάλων οἴει τι σπανιώτερον εἶναι ἢ σφόδρ
μέγαν᾽ N σφόδρα σμικρὸν ἐξευρεῖν ἄνϑρωπον ἢ κύνα ἢ ἄλλο
ὁτιοῦν; ἢ αὖ ταχὺν ἢ βραδὺν ἢ αἰσχρὸν ἢ καλὸν ἢ λευκὸν"
ἄχεσθϑαι --- καὶ καρκένῳ — τὸν
IoAsov τὸν ἀδελφιδοῦν βοηϑὸν ἐπ-
εκαλέσατο.
1 ἕως ἔτι φῶς ἐστιν. S.zu 61 ΕἸ
8 Ἡρακλη. Die kontrahierte Form
vielleicht scherzhaft wegen des
vorangehenden Ἡρακλῆς. Dagegen
findet sich Theaet. 169 B die offene
Form Ἡρακλέες als Nominativ im
Plur.
4 πρῶτο». S. zu 63 Ὁ.
5 τὸ ποῖον; 8. zu 19 Β.
1 ἢ λόγους μισήσας, Epexegese
zu τούτου. 83 οὐδ δὲν τοσοῦτον
κακὸν ἔπαϑεν ἀπ᾽ αὐτῶν, ὧν ἄν
τις οἰηϑείη, οἷον ἢ νοσήσας ἢ τι
ἀναλώσας. δ. zu 60 Ὁ.
10 ἄνευ τέχνης. 89 Ε ἄνευ τέχνης
τῆς περὶ τἀνθρώπεια.
τε erwartet man hinter ἀληϑῆ
Een zu sehen. Dasselbe Hyper
ton 92 B ὅταν φῇς μὲν εἶναι.
11 ὑγιῆ. ik Α ὁ
ἔπειτα. steht m in derselben
Verbindung » A
16 οὐδενὸς οὐδέν. 90 Ὁ ὅτι οὔτε
τῶν πραγμάτων οὐδενὸς οὐδὲν
ὑγιὲς οὐδὲ βέβαιον.
17 αἰσχρόν. Zu ergänzen τοῦτο
στιν.
80 τοὺς μὲν χρηστούς. Apıl de
doctr. Pl. II p. 22 ed. sed or
prime bonos et nn 5 and medien
terrimos m γα
que, et, ut ipse ait, numerabile
esse ; 608 autem, qui nec plane opti
nec omnino deterrimi sint, sed quası
medie morati, plures esse.
21 σφόδρα des Nachdrucks wegen
DAIARN. 05
ἢ μέλανα; ἢ οὐκ ῇσϑησαι, ὅτι πάντων τῶν τοιούτων τὰ μὲν
ἄκρα τῶν ἐσχάτων σπάνια καὶ ὀλίγα, τὰ δὲ μεταξὺ ἄφϑονα
καὶ πολλά,’ πάνυ ya, ἦν δ᾽ ἐγώ. “οὐκοῦν οἴει, ἔφη, "εἰ
πονηρίας ἀγὼν προτεϑείη, πάνυ ἂν ὀλίγους καὶ ἐνταῦϑα τοὺς Β
5 πρώτους φανῆναι; “εἰκός γε, ἦν δ᾽ ἐγώ. “εἰκὸς γάρ,᾽ ἔφη"
ἀλλὰ ταύτῃ μὲν οὐχ ὅμοιοι ol λόγοι τοῖς ἀνθρώποις, ἀλλὰ
σοῦ νῦν δὴ προάγοντος ἐγὼ ἐφεσπόμην, ἀλλ᾽ ἐκείνῃ, ἧ, ἐπει-
dav τις πιστεύσῃ λόγῳ τινὶ ἀληϑεῖ εἶναι ἄνευ τῆς περὶ τοὺς
λόγους τέχνης, κἄπειτα ὀλίγον ὕστερον αὐτῷ δόξῃ ψευδὴς
ı eivaı, ἐνέοτε μὲν ὦν, ἐνέοτε δ᾽ οὐχ ὦν, καὶ αὖϑις ἕτερος καὶ
ἕτερος᾽ καὶ μάλιστα δὴ ol περὶ τοὺς ἀντιλογικοὺς λόγους δια--
τρέψαντες οἶσϑ᾽ ὅτι τελευτῶντες οἴονται σοφώτατοι γεγονέναι C
TE καὶ κατανδνοηκέναι μόνοι, ὅτι οὔτε τῶν πραγμάτων οὐδε-
νὸς οὐδὲν ὑγιὲς οὐδὲ βέβαιον οὔτε τῶν λόγων, ἀλλὰ πάντα
5 τὰ ὄντα ἀτεχνῶς ὥσπερ ἐν Εὐρίπῳ ἄνω καὶ κάτω στρέφεται
den Worten nachgestellt, zu denen
es gehört. ᾿ _
1 τὰ μὲν ἄκρα τῶν ἐσχάτων,
die Extreme.
6 ἀλλὰ σοῦ νῦν δὴ προάγοντος.
Durch Phädons Frage πῶς λέγεις;
(90 A) wurde Sokrates von seinem
Zwecke abgeleitet und über die
schen gesetzt haben, dafs, wie es
unter diesen nur wenig ganz gute
und ganz schlechte giebt, so auch
jene selten ganz wahr und ganz
falsch seien, sondern darein, däfs
der mit der Kunst der Dialektik
oder Logik Unbekannte eben so
leicht an dem Werte der Philo-
sophie und ihrer Beweise irre wird
und sich zur Geringschätzung und
Feindschaft gegen dieselbe verlei-
ten läfst, als der Mensch, dem es
an der Kunst der Menschenkennt-
nis fehlt, in seinem Glauben an
die Menschheit irre werden und
ein Menschenfeind werden kann.
7 ἀλλ᾽ ἐκείνῃ, 9. Die Fortsetzun
des mit ἡ beginnenden Satzes is
allerdings nicht der Form nach,
aber doch dem Sinne nach enthal-
ten in den Worten καὶ μάλιστα δή
u. 5. W. .
11 οἵ περὶ τοὺς ἀντιλογικοὺς A0-
γους διατρ. Sokrates bezeichnet
damit die Sophisten, die durch so-
genannte Streitreden über einen
und denselben Gegenstand ganz
entgegengesetzte Ansichten ver-
teidigten und einen und denselben
Ausspruch jetzt als wahr und dann
wieder als falsch darzustellen such-
ten. 101 E οὐκ ἂν φύροιο ὥσπερ
οὗ ἀντιλογικοί. 91 A ἐκεῖνοι ὅταν
περί του ἀμφισβητῶσιν, ὅπῃ, μὲν
ἔχει, περὶ ὧν ἂν ὁ λόγος ἢ, οὐ
ροντίέζουσιν, ὅπως δέ, ἃ αὐτοὶ
ἔϑεντο, ταῦτα δόξει τοῖς παροῦσι,
τοῦτο προϑυμοῦνται. Isocr. XV 46.
12 σοφώτατοι γεγονέναι. rat.
440 C sagt Sokrates von einem sol-
chen διισχυρίζεσθαι ὥς τι εἰδότα
καὶ αὐτοῦ TE καὶ τῶν ὄντων κατα-
γιγνώσκειν, ὡς οὐδὲν ὑγιὲς οὐδε-
νός, ἀλλὰ πάντα ὠσπεὲερ κεράμια
δεῖ, καὶ ἀτεχνῶς ὥσπερ οὗ κατάρρῳ
ψφοσοῦντες ἄνϑρωποι, οὕτως οἴεσθαι
καὶ τὰ πράγματα διακεῖσθαι, ὑπὸ
ῥεύματός τε καὶ κατάρρου πάντα
τὼ χρήματα ἔχεσθαι.
15 ἀτεχνῶς. 8. zu 660. |
ὥσπερ ἐν Εὐρίπῳ. Liv. XXVIII
6, 10 fretum ıpsum pi non
septiens die, sicut fama fert, tem-
porıbus statis reciprocat, sed temere
ın modum vents nunc nunc
slluc verso mari velut monte prae-
cipsti devolutus torrens rapitur.
Diese Unregelmäfsigkeit der Strö-
96 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
καὶ χρόνον οὐδένα ἐν οὐδενὶ μένει. πάνυ μὲν οὖν,᾽ ἔφην
ἐγώ, "RAND λέγεις» “οὐκοῦν, & Φαέδων.,᾽ ἔφη. “οἰκτρὸν ἂν
εἴη τὸ nadog, εἰ ὄντος δή τινος ἀληθοῦς καὶ βεβαίου λόγου
D καὶ δυνατοῦ κατανοῆσαι, ἔπειτα. διὰ τὸ παραγίγνεσθαι τοι-
οὕτοις λόγοις τοῖς αὐτοῖς τοτὲ μὲν δοκοῦσιν ἀληϑέσιν εἶναι,"
τοτὲ δὲ μή, μὴ ἑαυτόν τις αἰτιῶτο μηδὲ τὴν ἑαυτοῦ ἀτεχνίαν,
ἀλλὰ τελευτῶν διὰ τὸ ἀλγεῖν ἄσμενος ἐπὶ τοὺς λόγους ἀφ᾽
ἑαυτοῦ τὴν αἰτίαν ἀπώσαιτο, καὶ ἤδη τὸν λοιπὸν βέον μισῶν
τε καὶ λοιδορῶν [τοὺς λόγους] διατελοῖ, τῶν δὲ ὄντων τῆς
ἀληϑείας τε καὶ ἐπιστήμης στερηϑείη;᾽ “νὴ τὸν 4έα,᾽ ἦν ὃ»
ἐγώ, “οἰκτρὸν δῆτα."
XL. 'Πρῶτον μὲν τοίνυν;,᾽ ἔφη, 'τοῦτο εὐλαβηϑώῶμεν καὶ
Ἑ μὴ παρέωμεν εἰς τὴν ψυχήν, ὡς τῶν λόγων κινδυνεύει οὐδὲν
ὑγιὲς εἶναι, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον, ὅτι ἡμεῖς οὔπω ὑγιῶς ἔχομεν,
ἀλλὰ ἀνδριστέον καὶ προθυμητέον ὑγιῶς ἔχειν, σοὶ μὲν οὖν"
καὶ τοῖς ἄλλοις καὶ τοῦ ἔπειτα βίου παντὸς ἕνεκα. ἐμοὶ δὲ
91 αὐτοῦ ἕνεκα τοῦ ϑανάτου. ὡς κινδυνεύω ἔγωγε ἐν τῷ map
όντι περὶ αὐτοῦ τούτου οὐ φιλοσόφως ἔχειν. ἀλλ᾽ ὥσπερ οἱ
πάνυ ἀπαίδευτοι φιλονείκως. καὶ γὰρ ἐκεῖνοι ὅ ὅταν περί τοῦ
ἀμφισβητῶσιν, ὕπῃ μὲν ἔχει, περὶ ὧν ἂν ὁ λόγος ἧ, οὐ φρον-"
πδεῖδι n im Euripos war sprich-
ich geworden.
ἄνω καὶ κάτω στρέφεται sehr
häufig von dem, was keinen festen
Halt, keinen bleibenden Bestand
hat. Ion. 41E ἀτεχνῶς ὥσπερ ὁ
Πφρφωτεὺς παντοδαπὸς γίγνει στρεφό-
svog ἄνω καὶ κάτω. Besonders
ha Aufig, finden sich ἄνω καὶ κάτω
oder ἄνω κάτω bei den mit μετὰ
zusammengesetzten Verben. 96 B
καὶ πόλλακις ἐμαυτὸν ἄνω κάτω
μετέβαλλον. Gorg. 481 E.
8 ὄντος δή τινος. 107 Ὁ οὗτος
ἄγειν ἐπιχειρεῖ εἰς δή τινα τόπον,
108C ἕως ἂν δή τινες χρόνοι γέ-
νῶνται, 115 D οἰχήσομαι ἀπιὼν εἰς
᾿ μακάρων δή τινας εὐδαιμονίας.
4 δυνατοῦ κατανοῆσαι. 92 ἢ δι᾽
ὑποθέσεως ἀξίας ἀποδέξασθαι.
ἔπειτα. 8. zu 70E.
δ τοῖς αὐτοῖς --- τοτὲ δὲ μή, er-
klärender Zusatz zu τοιούτοις 16-
raus. 8. zu 59 A
6 μὴ ἑαυτόν τις αἰτιῷτο, näm-
lich τοῦ οὐδὲν ὑγιὲς εἶναι δοκεῖν
τῶν λόγων.
12 πρῶτον μὲν τοένυν mit Rück-
sicht auf 89 Ο ἀλλὰ πρῶτον εὖλε-
βηϑώμεν.
18 παρίωμεν von παριέναι. Bei
den Kompositis von ἕημε schwankt
_ man, ob man den Konjunktiv nach
Analogie der Verba in μὲ betonen
soll ὦ oder nach Analogie der
Verbai ino ἕω. Apol. 29 Ὁ ἀφώοιεε.
14 ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον, nämlich
ἐννοῶμεν. ,
16 ἀνδριστέον. S. zu 66 ἢ.
18 ὥσπερ ol πάνυ εὗπαΐέδεντοι
φιλονείκως. Sokrates denkt auch
hierbei vorzugsweise an die 80-
histen, die trotz ihrer Gelehrsam-
eit dennoch insofern mit Recht
Ungebildete genannt werden kon-
ten, weil ihnen das Hau tmerkns
der Bild Sinn für
meine, fe te. Die Wahrheit an
sich galt ihnen nichts, der Schein
aber, im Besitze der Wahrheit oder
vielmehr der Kunst zu sein, wä
sie nur immer wollten, als
darzustellen, alles,
BATARN.
κι
ıkovav, ὅπως δέ, ἃ
91
αὐτοὶ ἔϑεντο, ταῦτα δόξει τοῖς παροῦσιν,
τοῦτο προϑυμοῦνται. καὶ ἐγώ μοι δοκῶ ἐν τῷ παρόντι τοσοῦ-
τον μόνον ἐχείνων διοίδειν᾽ οὐ γὰρ ὅπως τοῖς παροῦσιν, ἃ
ἐγὼ λέγω, δόξῃ ἀληϑῆ εἶναι προϑυμηϑήσομαι, εἰ μὴ εἴη πάρ-
sepyov, ἀλλ᾽ ὅπως αὐτῷ ἐμοὶ ὅτι μάλιστα δόξῃ οὕτως ἔχειν.
λογίζομαι γάρ, ὦ φίλε ἕταῖρε --- ϑέασαι ὡς πλεονεκτικῶς — B
εἰ μὲν τυγχάνει ἀληϑῆ ὄντα, ἃ λέγω, καλῶς δὴ ἔχει τὸ πει-
σϑῆναι" εἰ δὲ μηδέν ἐστι τελευτήσαντι, ἀλλ᾽ οὖν τοῦτόν γε
τὸν χρόνον αὐτὸν τὸν πρὸ τοῦ ϑανάτου ἧττον τοῖς παροῦσιν
) ἀηδὴς ἔσομαι ὀδυρόμενος. ἡ δὲ ἄγνοιά μοι αὕτη οὐ ξυνδια-
τελεῖ, κακὸν γὰρ ἂν ἦν, ἀλλ᾽ ὀλίγον ὕστερον ἀπολεῖται. παρ-
ἐσχευασμένος δή,᾽ ἔφη, “ὦ Σιμμία τε καὶ Κέβης, οὑτωσὶ &pyo-
μαι ἐπὶ τὸν λόγον. ὑμεῖς μέντοι, ἂν ἐμοὶ πείϑησϑε, σμικρὸν
φροντέσαντες Σωκράτους, τῆς δὲ ἀληϑείας πολὺ μᾶλλον, ἐὰν Ο
μέν τε ὑμῖν δοκῶ ἀληϑὲς λέγειν, ξυνομολογήσατε' εἰ δὲ μή,
1 ὅπως δέ -- δόξει — τοῦτο
προθυμοῦνται. --- οὐ γὰρ ὅπως ---
δόξῃ --- προϑυμηϑήσομαι, -- ἀλλ᾽
ὅπως --- δόξῃ. Sokrates sagt, es gehe
ihm, wie den Rechthaberischen;
diese wollten nur, ὅπως, ἃ αὖτο
ἔϑεντο, ταῦτα δόξει τοῖς παροῦσιν.
Dennoch sei ein Unterschied; er
strebe mehr, dafs seine Behauptun-
gen ihm selber, als dals sie den
anderen wahr erschienen. Hier,
von sich, braucht er zweimal δόξῃ.
ὕπως mit dem Indikativ des Futurs
giebt das Objekt der Handlung an
.h. das mit der Handlung selbst
notwendig vorausgesetzte Ziel,
während der Konjunktiv bei ὅπως
das Ziel bezeichnet, wie es dem
handelnden Subjekte erscheint, 8180
efärbt von dessen Auffassung in
‚Bezug auf die Irreichung. Zuerst
setzt Sokrates also ὅπως δόξει, weil
er dort von den Rechthaberischen
im allgemeinen redet ohne Be-
hauptung eines Resultates; von
seinem eigenen Streben braucht er
ὕπως δόξῃ: denn hier ist die Rede
von einem bestimmten Subjekte und
dessen Erwartung des Gelingens.
Gorg. 481 A μηχανητέον, ὅπως ἂν
διαφύγῃ καὶ μὴ δῶ δίκην ὁ ἐχϑρός,
ἀλλ ἐάν τὲ χρυσίον ἡρπακὼς ἢ
πολύ, μὴ ἀποδιδῷ τοῦτο, ἀλλ᾽ ἔχων
ἀναλίσκηται —, ἐάν Te θανατου
PLat. ῬΗΔΕΡ.
ἄξια ἠδικηκὼς 7, ὅπως μὴ ἀποϑα-
νεῖται.
5 αὐτῷ ἐμοί. Symp. 220 E συν-
διέσωσε καὶ τὰ ὅπλα καὶ αὐτὸν ἐμέ,
Euthyd, 278 Β ὁ μὲν παρὰ τὸ μει-
φύκιον ἐκαϑέξετο ὁ Εὐθύδημος, ὁ
ὲ παρ αὐτὸν ἐμέ.
6 λογέξομαι γάρ --- εἰ μὲν τυγ-
νει. Ein ähnliches Asyndeton
org. 464 B δυοῖν ὄντοιν τοῖν πραγ-
μάτοιν δύο λέγω τέχνας᾽ τὴν μὲν
ἐπὶ τῇ ψυχῇ πολιτικὴν καλῶ, τὴν
δὲ ἐπὶ σώματι μέαν “ἂν οὕτως ὄνο-
μάσαι οὖκ ἔχω σοι.
8 ἀλλ᾽ οὔν ἴῃ der Apodosis. Soph.
254 C εἰ μὴ πάσῃ σαφηνείᾳ δυνά-
μεϑα λαβεῖν, ἀλλ᾽ οὖν λόγου γε
ἐνδεεῖς μηδὲν γιγνώμεϑα.
11 oAlyov ὕστερον ἀπολεῖται.
Diese Worte sind auf die noch
übrige Lebenszeit des Sokrates zu
bezielen und so zu fassen: der
Verlauf unserer Untersuchung wird
auch die noch etwa vorhandenen
Zweifel heben und bald wird da-
durch die Ungewifsheit, mit der
ich mich eben über die Fortdauer
der Seele geäufsert habe, in Ge-
wifsheit verwandelt sein.
14 Σωκράτους. Seinen Namen
setzt Sokrates hier, um den Gegen-
satz zur ἀλήϑεια mehr zu markie-
ren. Vgl. 98 6.
15 εἰ δὲ μὴ iet zur Einführung
7
98 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
παντὶ λόγω ἀντιτείνετε, [εὐλαβούμενοι. ὅπως μὴ ἐγὼ ὑπὸ
προθυμίας ἅμα ἐμαυτόν τε καὶ ὑμᾶς ἐξαπατήσας ὥσπερ μέλιττα
τὸ κέντρον ἐγκαταλιπὼν σἐχήσομαι. -
XLI. .4λλ᾽ ἑκτέον,᾽ ἔφη. “πρῶτόν us ὑπομνήσατε, ἃ ἐλέγετε,
ἐὰν μὴ φαίνωμαι μεμνημένος. Σιμμίας μὲν γάρ, ὡς ἐγῴμαι, "
ἀπιστεῖ τὸ καὶ φοβεῖται. μὴ ἡ ψυχὴ ὅμως καὶ ϑειότερον καὶ
D κάλλιον ὃν τοῦ σώματος προαπολλύηται ἐν ἁρμονέας εἴδει οὖσα"
Κέβης δέ μοι ἔδοξε τοῦτο μὲν ἐμοὶ συγχωρεῖν, πολυχρονιώ-
τερόν γε εἶναι ψυχὴν σώματος, ἀλλὰ τόδε ἄδηλον παντί, μὴ
πολλὰ δὴ σώματα καὶ πολλάκις κατατρέψασα ἡ ψυχὴ τὸ τελευ-"
ταῖον σῶμα καταλιποῦσα νῦν αὐτὴ ἀπολλύηται, καὶ 77 αὐτὸ
τοῦτο ϑάνατος, ψυχῆς ὕλεϑρος, ἐπεὶ σῶμά γε ἀεὶ ἀπολλύμενον
οὐδὲν παύεται. ἄρα ἄλλ᾽ ἢ ταῦτ᾽ ἐστίν, ὦ Σιμμία τε καὶ
Ε Κέβης. ἃ δεῖ ἡμᾶς ἐπισκοπεῖσθαι; συνωμολογεέτην δὴ ταῦτ᾽
εἶναι ἄμφω. πότερον οὖν. ἔφη, 'πάντας τοὺς ἔμπροσϑεν κ
λόγους οὐκ ἀποδέχεσϑε, ἢ τοὺς μέν, τοὺς δ᾽ οὔ; “τοὺς μέν;
ἐφάτην, 'τοὺς δ᾽ οὔ. “τί οὖν, ἡ δ᾽ ὅς, 'περὶ ἐκείνου τοῦ
λόγου λέγετε, ἐν ᾧ ἔφαμεν τὴν μάϑησιν ἀνάμνησιν εἷναι, καὶ
τούτου οὕτως ἔχοντος ἀναγκαίως ἔχειν ἄλλοϑι πρότερον ἡμῶν
92 δἶναι τὴν ψυχήν, πρὶν ἐν τῷ σώματι ἐνδεθῆναι;᾽ “ἐγὼ μέν, 5
ἔφη ὁ Κέβης, "καὶ τότε ϑαυμαστῶς ὡς ἐπείσϑην ὑπ᾽ αὐτοῦ
des Gegensatzes so stereotyp ge-
worden, dafs es auch nach ἂν μὲν
eintritt. Vgl. 68 ὃ.
2 ὥσπερ μέλιττα. Sokrates würde
insofern einen Stachel zurücklassen,
ale er im Herzen seiner Zuhörer
Gedanken anregt, die dieren keine
Ruhe lassen, bis sie darüber zur
Klarheit gekommen sind. Das Bild
von der Biene ist aber hier um so
passender, als diese, nachdem sie
ihren Stachel in der Wunde ge-
lassen hat, nicht nur davon diegt,
sondern auch bald nachher "stirbt.
Entsprechend sagt der Komödien-
dichter Eupolis vom Perikles: μόνος
τῶν ῥητόρων τὸ κέντρον ἐγκατέλιπε
τοῖς ἀκροωμένοις,
4 AAN’ ἱτέον. 18 Ο ἴωμεν δή ---
ἐπὶ ταῦτα, ἐφ᾽ ἄπϑορ ἐν τῷ ἔμπρο-
σϑεν λογω.
πρῶτον. ὃ. zu 68 Ὁ.
6 ὅμως vor dem Participium, mit
Rücksicht auf welches es gesetzt
ist. S. zu 60B.
1 ἐν ἁρμονίας εἴδει οὖσα. 866
εἰ οὖν τυγχάνει ἡ φυχὴ οὖσα depo-
ψέα τιρ.
9 τόδε ἄδηλον παντί, nämlich
ναι, was aus dem vorhergehen-
en ξδξυγχωρεῖν zu entnehmen ist.
un. 8. zu 70 Α.
10 πολλὰ σώματα sind die einzel-
nen Leiber, mit denen die Seele
nach dem jedesmal eing
Tode immer von neuem wieder
geboren wird, das πολλάκες aber
ezieht sich darauf, dals sie in dem
jedesmal neuen Leibe selbst immer
wieder wegen des schon im Leben
erfolgenden fortwährenden Schwin-
dens und Sichergänzens der leib-
lichen Substanz einen Leib mach
dem andern verbraucht, 87 D εἰ
γὰρ ῥέοι τὸ σῶμα καὶ ἀπολλύοιτο
τι ζῶντος τοῦ ἀνθρώπου, ἄλλ᾽ ἡ
ψυχὴ ἀεὶ τὸ κατατριβόμενον ἐνν-
φαένοι.
18 ἀρα ἄλλ᾽ ἢ ταῦτ᾽ ἐστέν. De
rep. V 455 Ο ἄρ᾽ ἄλλ᾽ ἅττα ἐετὶν
ῃ ταῦτα, οἷς τὸν εὐφυή πρὸς ἕκαστα
καὶ τὸν μὴ ὡρέζου.
᾿ΦΑΙΔΩΝ, 99
καὶ νῦν ἐμμένω ὡς οὐδενὶ λόγῳ." "καὶ μήν, ἔφη ὁ Σιμμίας,
«καὶ αὐτὸς οὕτως ἔχω καὶ πάνυ ἂν ϑαυμάζοιμι, εἴ μοι περί
γε τούτου ἄλλο ποτὲ δόξειδν.᾽ καὶ ὁ Σωκράτης" “ἀλλὰ ἀνάγκη
σοι, ἔφη, “ὦ ξένε Θηβαῖε, ἄλλα δοξάσαι, ἐάνπερ μείνῃ δε ἡ
5 οἷησις, τὸ ἁρμονίαν μὲν εἶναι σύνθετον πρᾶγμα, ψυχὴν δὲ ἁρμο-
νίαν τενὰ ἐκ τῶν κατὰ τὸ σῶμα ἐντεταμένων συγκεῖσθαι. οὐ γάρ
που ἀποδέξει γε σαυτοῦ λέγοντος, ὡς πρότερον ἦν ἁρμονία συγ-- B
κειμένη, πρὶν ἐκεῖνα εἶναι, ἐξ ὧν ἔδει αὐτὴν συντεθῆναι. ἢ
ἀποδέξει:᾽ "οὐδαμῶς .᾽ ἔφη, ᾿ὦ Σώκρατες. “αἰσθάνει οὖν," ἦ
δ᾽ ὅς, “ὅτε οὐ ταὐτά 001 συμβαίνει λέγειν, ὅταν φῇς μὲν εἶναι
τὴν ψυχήν, πρὶν καὶ εἰς ἀνθρώπου εἶδός γε καὶ σῶμα ἀφικέ-
dar, εἶναι δὲ αὐτὴν συγκειμένην ἐκ τῶν οὐδέπω ὄντων; οὐ
γὰρ δὴ ἁρμονία γέ σοι τοιοῦτόν ἐστιν, ᾧ ἀπεικάξεις, ἀλλὰ
πρότερον καὶ ἡ λύρα καὶ al χορδαὶ καὶ ol φϑόγγοι ἔτι av-
δάρμοστοι ὄντες γίγνονται. τελευταῖον δὲ πάντων ξυνίσταται C
ἡ ἁρμονέα καὶ πρῶτον ἀπόλλυται. οὗτος οὖν σοι ὁ λόγος
ἐχείνῳ πῶς ξυνάσεται;᾽ "οὐδαμῶς," ἔφη ὁ Σιμμίας. "καὶ μήν;,᾽
ἡ δ᾽ ὅς, 'πρέπει γε εἴπερ τῳ ἄλλῳ λόγῳ ξυνῳδῷ εἶναι καὶ τῷ
περὶ ἁρμονίας. 'πρφέπει γάρ." ἔφη ὁ Σιμμέας. "οὗτος τοίνυν;
) ἔφη, 'σοὶ οὐ ξυνῳδός" ἀλλ᾽ ὅρα, πότερον aigel τῶν λόγων, τὴν
μάϑησιν ἀνάμνησιν εἶναι ἢ ψυχὴν ἁρμονίαν; 'πολὺ μᾶλλον,
ἔφη, “ἐκεῖνον, ὦ Σώκρατες. ὅδε μὲν γάρ μοι γέγονεν ἄνευ
ἀποδείξεως μετὰ εἰκότος τινὸς καὶ εὐπρεπείας, ὅϑεν καὶ τοῖς Ὁ
ὅ τὸ ἁρμονίαν μὲν εἶναι. 94 Β legst der Harmonie ja nicht die
el ὀρθὴ ἡ ὑπόϑεσις nv, τὸ ψυχὴν Eigenschaft bei, die du der Seele
ἁρμονέαν εἶναι. beilegst, insofern diese ihrem Leibe
7 ἀποδέξει γε σαυτοῦ λέγοντος. voraufgehen, jene ihren leibähn-
92E ἀνάγκη ον — μήτε ἐμαυτοῦ lichen Teilen folgen soll.
μήτε ἄλλου ἀποδέχεσθαι λέγοντος. 18 τοιοῦτόν ἐστιν, ὦ ἀπεικάζεις.
96 E ὅς γε οὐκ ἀποδέχομαι ἐμαυτοῦ Derep. 1349 D τοιοῦτος ἄρα ἐστὶν
οὐδὲ ὡς — δύο γέγονεν. ἑκάτερος αὐτῶν οἷσπερ ἔοικεν.
9 αἰσθάνει οὖν. Sokrates zieht 16 οὗτος — ὁ λόγος, die Ansicht
die Folgerung aus dem eben ge- des Simmias, dafs die Seele eine
machten Zugeständnis.. Simmiass Harmonie sei.
widerspricht sich, wenn er eines-
teils behauptet, die Seele existiere
schon vor dem Leibe, andernteils,
sie sei als eine Harmonie aus den
wie Saiten gespannten Teilen des
Leibes hervorgegangen.
11 εἶδός ya nal σῶμα. 8. zu 85B.
12 οὐ γὰρ δὴ ἁρμονία γε. Die
Harmonie ist dir 18 (δὴ) nicht
so etwas, als dir das ist, wo-
mit du sie vergleichst d.h. du
17 ἐκεένῳ, nämlich τὴν μάϑησιν
ἀνάμνησιν εἶναι 91 Ἐ᾿,
22 ἄνευ ἀποδείξεως μετὰ εἰκότος
τινός; Theaet. 162 E ἀπόδειξιν δὲ
καὶ ἀνάγκην οὐδ᾽ ἡντινοῦν λέγετε,
ἀλλὰ τῷ εἰκότι χρῆσϑε, ᾧ εἰ ἐθέλοι
Θεόδωρος ἢ ἄλλος τις τῶν jo
μετρῶν χρώμενος γεωμετρεῖν ἄξιος
οὐδ᾽ ἑνός μόνου , ein.
23 εὐπρεπείας. Die Bedeutung
von εὐπρέπεια ergiebt sich aus
75
100 IIAAT2NOE
πολλοῖς δοκεῖ ἀνθρώποις" ἐγὼ δὲ τοῖς διὰ τῶν εἰκότων τὰς
ἀποδείξεις ποιουμένοις λόγοις ξύνοιδα οὖσιν ἀλαξόσεν, καὶ ἄν
τις αὐτοὺς μὴ φυλάττηται, εὖ μάλα ἐξαπατῶσι, καὶ ἐν γεω-
μετρίᾳ καὶ ἐν τοῖς ἄλλοις ἅπασιν. ὁ δὲ περὶ τῆς ἀναμνήσεως
καὶ μαϑήσεως λόγος δι᾽ ὑποθέσεως ἀξίας ἀποδέξασθαι εἴρηται.
ἐρρήθη γάρ που οὕτως ἡμῶν εἶναι ἡ ψυχὴ καὶ πρὶν εἰς σῶμα
ἀφικέσθαι, ὥσπερ αὐτὴ ἔστιν ἡ οὐσία ἔχουσα τὴν ἐπωνυμίαν
Ετὴν τυῦ ὃ ἔστιν. ἐγὼ δὲ ταύτην, ὡς ἐμαυτὸν πείθω. ἱκανῶς
τε καὶ ὀρθῶς ἀποδέδεγμαι. ἀνάγκη οὖν μοι, ὡς ἔοικε, διὰ
ταῦτα μήτε ἐμαυτοῦ μήτε ἄλλου ἀποδέχεσϑαι λέγοντος, ὡς
ψυχή ἐστιν ἁρμονία."
ΧΙ. “Τί δέ ἡ δ᾽ ὅς, “ὦ Σιμμέα, τῇδε; δοκεῖ σοε ἄρμο-
98 νέᾳ ἢ ἄλλῃ τινὶ συνθέσει προσήκειν ἄλλως πῶς ἔχεεν ἢ ὡς
ἂν ἐκεῖνα ἔχῃ, ἐξ εν ἂν συγκέηται;᾽ “οὐδαμῶς. “οὐδὲ μὴν
ποιεῖν τι, ὡς ἐγώμαι, οὐδέ τι πάσχειν ἄλλο παρ᾽ ἃ ἂν ἐκεῖνα
ἢ ποιῇ ἢ πάσχῃ. συνέφη. “οὐκ ἄρα ἡγεῖσθαί γε προδήχει
ἁὡρμονέαν τούτων, ἐξ ὧν ἂν συντεθῇ, ἀλλ᾽ ἕπεσθαι. συν-
ἐδόκει. “πολλοῦ ἄρα δεῖ ἐναντία γε ἁρμονία κινηϑῆναι ἦ
φϑέγξασϑαι ἢ τι ἄλλο ἐναντιωθῆναι τοῖς αὐτῆς μέρεσιν.
ἱ'πολλοῦ μέντοι, ἔφη. “τέ δέ; οὐχ οὕτως ἁρμονία πέφυκεν
εἶναι ἑκάστη ἁρμονία, ὡς ἂν ἁρμοσθϑῇ; “οὐ μανθάνω ..,᾽ ἔφη.
ἢ οὐχί, ἡ δ᾽ ὅς, “ἂν μὲν μᾶλλον ἁρμοσϑῇ. καὶ ἐπὶ πλέον,
Β εἴπερ ἐνδέχεται τοῦτο γίγνεσϑαι, μᾶλλόν τε ἂν ἁρμονέα εἴη
καὶ πλείων, εἰ δ᾽ ἧττόν τε καὶ ἐπ᾽ ἔλαττον, ἧττόν τε καὶ
Euthyd. 305 E (ὁ „Aöyog) ἔχει εὐὖ-
πρέπειαν μᾶλλον ἡ ἀλήϑειαν.
2 λόγοις ξύνοιδα, ich weils
von den Reden, dafssieu.s. w.
Eigentlich wird hier den Reden ein
Mitwissen über ihren Zustand zu-
eschrieben. Symp. 198 Εἰ εἰ un
ἔυνήδη Σωκράτει τε καὶ ᾿4γάϑωνι
δεινοῖς οὖσι περὶ τὰ ἐρωτικά.
ἀλαξζόσιν. De rep. VIII 560 C
δὲ τῇδε: ae οὐ πᾶν τὸ μέλλον κε.
. zu 79E.
18 ἐναντία zu Forpinden mit κι-
ψηϑῆναι ἢ φϑέγξασϑαι.
ἴδ ἐπὶ rn δ», mehr, wie in der
Redensart ἐπὶ πλέον δύνασθαι
Gorg. 453 A. Ebenso ἐπ᾽ ἔλαττον,
weniger.
23 μᾶλλόν ze — καὶ πλείων. Die-
selbe Verbindung von Adverb und
Adjektiv Prot. 356 A γιγνόμενα —
ψευδεῖς δὴ καὶ ἀλαξόνες, οἶμαι,
λόγοι τε καὶ δόξαι.
6 ἐρρήϑη γάρ που. 77 A ὁμοίως
εἶναι τὴν τὲ ψυχὴν ἡμῶν, πρὶν
γενέσθαι ἡμὰς, καὶ τὴν οὐσίαν.
Aus der Präexistenz der Ideen war
die Präexistenz der Seele hergeleitet
worden. Vgl. 76DE.
8 τὴν τοῦ ὃ ἔστιν. 8. zu 76 A.
12 Τί δέ — τῇδε; Parm. 148 E τέ
πλεέω καὶ ἐλάττω καὶ μᾶλλον καὶ
ἥττον. Phil. 41 E vi; μᾶλλον καὶ
τίς σφοδροτέρα ἡδονή.
94 εἰ δ᾽. Wenn ı sich auch εἰ εἰ
un nach ἐὰν μὲν gen
det (8. zu 91C), so echeht doch das
blofse εὖ δὲ nach ἐὰν μὲν selten
zu sein. Xen. Ογτσ. IV 115 ἣν μὲν
τοένυν — -ὠφρόνως διαφυλάτεωμεν
αὐτήν, ἴσως δυναίμεθ᾽ ἂν ἀκινδύ-
* ΦΑΙΔΟΩΝ͵
101
ἐλάττων; ‘navv γε. “ἢ οὖν ἔστι τοῦτο περὶ ψυχήν, ὥστε
καὶ κατὰ τὸ σμικρότατον [μᾶλλον] ἑτέραν ἑτέρας ψυχῆς ἐπὶ
πλέον καὶ μᾶλλον ἢ ἐπ᾽ ἔλαττον καὶ ἧττον αὐτὸ τοῦτο εἶναι
ψυχήν; οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν, ἔφη.
“φέρε δή,᾽ ἔφη, 'πρὸς Auog°
δ λέγεται ψυχὴ ἡ μὲν νοῦν τὸ ἔχειν καὶ ἀρετὴν καὶ εἶναι ἀγα-
ϑή, ἡ δὲ ἄνοιάν τε καὶ μοχϑηρίαν καὶ εἶναι κακή; καὶ ταῦτα
ἀληϑῶς λέγεται; ᾿ἀληϑῶς μέντοι. 'τῶν οὖν ϑεμένων ψυχὴν Ο
ἁρμονέαν εἶναι τί τις φήσει ταῦτα ὄντα εἶναι ἐν ταῖς ψυχαῖς,
τήν τε ἀρετὴν καὶ τὴν κακίαν; πότερον ἁρμονίαν αὖ τινα
9 ἄλλην καὶ ἀναρμοστίαν; καὶ τὴν μὲν ἡρμόσϑαι, τὴν ἀγαϑήν,
καὶ ἔχειν ἐν αὑτῇ ἁρμονίᾳ οὔσῃ ἄλλην ἁρμονέαν, τὴν δὲ ἀν-
ἄρμοστον αὐτήν τὸ εἶναι καὶ οὐκ ἔχειν ἐν αὑτῇ ἄλλην; “οὐκ
ἔχω ἔγωγ᾽.᾽ ἔφη ὁ Σιμμίας, "εἰπεῖν" δῆλον δ᾽, ὅτι τοιαῦτ᾽ ἄττ᾽
ἂν λέγοι ὁ ἐκεῖνο ὑποϑέμενος.᾽
"ἀλλὰ προωμολόγηται.᾽ ἔφη,
"μηδὲν μᾶλλον und’ ἧττον ἑτέραν ἑτέρας ψυχὴν ψυχῆς εἶναι.
τοῦτο δ᾽ ἔστι τὸ ὁμολόγημα, μηδὲν μᾶλλον μηδ᾽ ἐπὶ πλέον Ὁ
μηδ᾽ ἧττον μηδ᾽ ἐπ᾽ ἔλαττον ἑτέραν ἑτέρας ἁρμονίαν [ἄρμο--
νως εὐδαιμονοῦντες γηρᾶν᾽ εἰ δ᾽
ἀπλήστως χρώμενοι ταύτῃ ἄλλην
καὶ ἄλλην πειρασόμεθα διώκειν,
ὁρᾶτε κτλ.
1 ἔστι -- ὥστε, est, μὲ. 1088
ἔστιν ἄρα, ἦ δ᾽ ος, περὶ ἔνια τῶν
τοιούτων, ὥστε μὴ μόνον αὐτὸ τὸ
εἶδος ἀξιοῦσϑαι τοῦ αὐτοῦ ὀνό-
ματος.
2 μᾶλλον scheint die Strenge der
Schlufsfolgerung zu stören.
8 τί τις φήσει ταῦτα ὄντα. 8. zu
A
ὄντα gehört zu ἐν ταῖς ψυχαῖς.
9 ἁρμονίαν --- τινὰ ἄλλην. Unter
der Voraussetzung, dafs jede Seele
als solche eine natürliche Harmonie
sei, müfste man, um die der Seele
zukommenden Begriffe Tugend und
Laster zu erklären, noch eine zweite
Harmonie, die moralische, anneh-
men, die natürlich nur der guten
Seele zukommen würde. .
10 καὶ τὴν μὲν ἡρμόσϑαι. Die
gute Seele ist als solche harmo-
nisch gestimmt, es kommt ihr die
moralische Harmonie zu. Dazu tritt
erklärend καὶ ἔχειν; sie hat in sich
als einer, sofern sie überhaupt Seele
ist, natürlichen Harmonie noch eine
andere, die moralische Harmonie.
11 τὴν δὲ ἀνάρμοστον. Die böse
Seele als solche ist verstimmt, in-
sofern ihr die moralische Harmonie
abgeht. Dazu tritt erklärend: καὶ
οὐχ ἔχειν; sie hat in sich als einer,
insofern sie überhaupt Seele ist,
natürlichen Harmonie (zu ἐν αὐτῇ
ist aus dem Vorhergehenden &ouo-
vie οὔσῃ zu ergänzen) nicht noch
eine andere,nämlich die moralische.
16 τοῦτο δ᾽ ἔστι. Wenn die zu
demselben Begriffe gehörenden
Gegenstände alle in gleichem Grade
den Begriff an sich tragen, so müs-
sen notwendiger Weise auch die
das Wesen des Begriffes konsti-
tuierenden Prädikate bei allen in
leichem Grade vorhanden sein.
eshalb kann mit Recht gesagt
werden: durch das Zugeständnis,
eine Seele sei nicht mehr noch
minder Seele, als die andere, sei
zugleich zugestanden, eine Seele sei
nicht mehr noch minder Harmonie,
als die andere. Dieses Zugeständ-
nis führt aber ganz einfach zu dem
Satze, dafs jede Seele als Harmonie
auch gleichen Anteil an der mo-
ralischen Harmonie haben und alle
Seelen also in moralischer Hinsicht
gleich sein müssen.
102 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
νίας] εἶναι. ἦ γάρ; 'πάνυ γε. τὴν δέ γε μηδὲν μᾶλλον
μηδὲ ἧττον ἁρμονίαν οὖσαν μήτε μᾶλλον μήτε ἧττον ἡρμόσθαι.
ἔστιν οὕτως; “ἔστιν. “ἡ δὲ μήτε μᾶλλον μήτε ἧττον ἡρμο-
μένη ἔστιν ὅτι πλέον ἢ ἔλαττον ἁρμονίας μετέχει, ἢ τὸ Ieov;
“τὸ ἴσον. “οὐκοῦν ψυχὴ ἐπειδὴ οὐδὲν μᾶλλον οὐδὲ ἧττον ἄλλη "
E ἄλλης αὐτὸ τοῦτο ψυχή ἐστιν, οὐδὲ δὴ μᾶλλον οὐδὲ ἧττον
ἥρμοσται." “οὕτως.᾽ τοῦτο δέ γε πεπονθυῖα οὐδὲν πλέον ἀν-
αρμοστίας οὐδὲ ἁρμονέας μετέχοι ἄν; “οὐ γὰρ οὖν. “τοῦτο
δ᾽ αὖ πεπονθυῖα ap’ ἄν τι πλέον κακίας ἢ ἀρετῆς μετέχοι
ἑτέρα ἑτέρας, εἴπερ ἡ μὲν κακία ἀναρμοστία, ἡ ὃὲ ἀρετὴ ἄρμο-
νία εἴη: ᾿οὐδὲν πλέον. “μᾶλλον δέ γέ που, ὦ Σιμιμέα, κατὰ
94 τὸν ὀρϑὸν λόγον κακίας οὐδεμία ψυχὴ μεϑέξει, δἴπερ ἁρμονία
ἐστίν. ἁρμονία γὰρ δήπου παντελῶς αὐτὸ τοῦτο οὖσα ἀρμο-
via ἀναρμοστίας οὕποτ᾽ dv μετάσχοι. "οὐ μέντοι. “οὐδέ γε
δήπου ψυχὴ οὖσα παντελῶς ψυχὴ κακίας." πῶς γὰρ ἔκ γεῦύ
τῶν προειρημένων;᾽ “ἐκ τούτου ἄρα τοῦ λόγου ἡμῖν πᾶσαι
ψυχαὶ πάντων ξῴων ὁμοίως ἀγαϑαὶ ἔσονται, εἴπερ ὁμοέως
ψυχαὶ πεφύκασιν αὐτὸ τοῦτο ψυχαὶ εἶναι. “ἔμοιγε δοκεῖ,
ἔφη, "ὦ Σώκρατες. ἢ καὶ καλῶς δοκεῖ, ἦ δ᾽ ὅς, "οὕτω Ak-
Β γεσϑαι, καὶ πάσχειν ἂν ταῦτα ὁ λόγος, εἰ ὀρθὴ ἡ ὑπόϑεσις
ἦν, τὸ ψυχὴν ἁρμονίαν εἶναι; “οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν, ἔφη.
ΧΙΠΙ. “Τί δέ; ἦ δ᾽ ὅς" 'τῶν ἐν ἀνθρώπῳ πάντων eo
ὅτι ἄλλο λέγεις ἄρχειν ἢ ψυχὴν ἄλλως τε καὶ φρόνιμον; >o
ἔγωγε. 'πότερον συγχωροῦσαν τοῖς κατὰ τὸ σῶμα nic
ἢ καὶ ἐναντιουμένην; λέγω δὲ τὸ τοιόνδε, οἷον καύματος ἐν- Ἐ
όντος καὶ δίψους ἐπὶ τοὐναντίον ἕλκειν, τὸ μὴ πένεεν, καὶ
᾿ πϑίνης ἐνούσης ἐπὶ τὸ μὴ ἐσθίειν" καὶ ἄλλα μυρία που ὁρῶ-
Ο μεν ἐναντιουμένην τὴν ψυχὴν τοῖς κατὰ τὸ σῶμα. ἢ οὔ;
“πάνυ μὲν οὖν. “οὐκοῦν ad ὡμολογήσαμεν ἐν τοῖς πρόσϑεν
1 τὴν δέ γε nämlich ἁρμονίαν.
4 ἔστιν ὅτι ἐμ; ἔλαττον μετ-
ἐχει = μετέχει τι πλέον .Ἶ ἔλαττον
ἁρμονίας, wie 98E ao’ ἄν τι πλέον
κακίας --- μετέχοι.
18 αὐτὸ τοῦτο ψυχαὶ εἶναι. 93B
αὐτὸ τοῦτο εἶναι yo nv, Ὁ αὐτὸ
τοῦτο ψυχή ἐστιν, 94Α αὐτὸ τοῦτο
οὖσα ἁρμονία.
22 τῶν ἐν ἀνθρώπῳ πάντων ist
partitiver Genitiv von ἔσϑ᾽ ὅτι ἄλλο
abhängig.
24. τοῖς κατὰ τὸ σῶμα πάϑεσιν.
94E heilst es ὑπὸ τῶν τοῦ σώμα-
τος παϑῶν.
27 καὶ ἄλλα μυρία που ὃ
Diese abschliefse Forme gt
in der Regel aus der Konstruktion
heraus, Apol. 41B ἐπὶ πόσῳ δ᾽
τιρ -- δέξαιτο ἐξετάσαι τὸν δὰ
Τροίς olav ἀγαγόντα τὴν πολλὴν στρα"
vn Ὀδυσσέα ἢ Σίσυφον. ἢ ἄλλους
μυρίους ἄν τις εἴποι καὶ ἄνδρας
καὶ γυναῖκας; Gorg. 488 Ὁ.
29 ἐν τοῖς πρόσθεν. 92Ε τί δὲ
— τῇδε; δοκεῖ 00: ἁρμονίᾳ ἢ ἄλλῃ
BATARN.
103
μήποτ᾽ ἂν αὐτὴν ἁρμονίαν ys οὖσαν ἐναντία ἄδειν οἷς ἐπι--:
τείνοιτο καὶ χαλῷτο καὶ πάλλοιτο καὶ ἄλλο ὁτιοῦν πάϑος
πάσχοι ἐκεῖνα, ἐξ ὧν τυγχάνει οὖσα, ἀλλ᾽ ἔπεσϑαι ἐκείνοις
καὶ οὕποτ᾽ ἂν ἡγεμονεύειν ;᾽ ᾿ὡμολογήσαμεν, ἔφη" "ng γὰρ
sovf “Tl οὖν; νῦν οὐ πᾶν τοὐναντίον ἡμῖν φαένεται ἐργα-
ξομένη ἡγεμονεύουσά Ts ἐκείνων πάντων, ἐξ ὧν φησί τις
αὐτὴν εἶναι, καὶ ἐναντιουμένη ὀλίγου πάντα Wa παντὸς τοῦ Ὁ
βίου καὶ δεσπόξουσα πάντας τρόπους. τὰ μὲν χαλεπώτερον
κολάξουσα καὶ μετ᾿ ἀλγηδόνων τά τε κατὰ τὴν γυμναστικὴν
9 καὶ τὴν ἰατρικήν, τὰ δὲ πρᾳότερον, καὶ τὰ μὲν ἀπειλοῦσα
τὰ δὲ νουϑετοῦσα ταῖς ἐπυϑυμίαις καὶ ὀργαῖς καὶ φόβοις ὡς
ἄλλη οὖσα ἄλλῳ πράγματι διαλεγομένη; οἷόν που καὶ Ὅμηρος
ἐν Ὀδυσαξίᾳ πεποίηκεν, οὗ λέγει τὸν Ὀδυσσέα"
στῆϑος δὲ πλήξας κραδίην ἠνέπαπε μύϑῳ᾽
τέτλαϑι δή, κραδίη" καὶ κύντερον ἄλλο ποτ᾽ ἔτλης.
ἄρ᾽ olsı αὐτὸν ταῦτα ποιῆσαι διανοούμενον ὡς ἁρμονίας αὐτῆς
τινὶ συνθέσει προσήκειν ἄλλως πῶς
ἔχειν ἡ ὡς ἂν ἐκεῖνα ἔχῃ, ἐξ ὧν
ἂν συγκέηται:
‚1 ἐναντία ἄδειν οἷς ἐπιτεένοιτο
ist ἐναντέα ἄδειν τούτοις ἃ ἐπιτεί-
vorro καὶ χαλῷτο --- ἐκεῖνα ἐξ ὧν
τυγχάνει οὐσα, ἃ.1, ἐναντία ἔδειν
ταῖς ἐπιτάσεσι καὶ χαλάσεσι καὶ
παλμοῖς καὶ ἄλλῳ ὁτῳοῦν πάϑει
κείνων, ἐξ ὧν τυγχάνει οὖσα.
3 τυγχάνει. 8. zu 620.
9 τά TE κατὰ τὴν γυμναστικὴν
καὶ τὴν ἰατρικήν = τά Te κατὰ
τὴν γυμναστικὴν καὶ τὰ κατὰ τὴν
ἐατρικῆν. De leg. VII 796D εἴς
τὸ πολιτείαν καὶ ἰϑίους οἴκους το
εἷς τὸ πολιτείαν καὶ εἰς ἰδίους οἷἵ-
κους. Crit. 488.
τὴν γυμναστικὴν καὶ τὴν ἰατρι-
sv. Turnkunst "und Heilkunst be-
ziehen sich auf die Pflege des Lei-
bes, jene auf die ifego des ge-
sunden, diese auf die Pflege des
kranken Leibes. Die Gymnastik
nahm bei den Griechen eine wesent-
lich höhere Stellung ein als bei
uns und war mit viel Mühe und
nuitrengung verbunden. In der
Heilkun e derG@riechen aber spielte
καεῖψ καὶ τέμνειν, urere et 86-
care (Gorg. 4800) eine grofse Rolle.
11 νουϑετοῦσα tritt, weil der Be-
. ToVv
ἩΣ des ἀπειλοῦσα überwiegt, für
ie Konstruktion zurück;
steht nicht der Accusativ τὰς ἐπι-
ϑυμέας, von νουϑετοῦσα abhängig.
Prot. 327 A ἐδέδασκε καὶ ἐπέπληττε
ὃν μὴ καλῶς αὐλοῦντα, wo auch
nicht mit Rücksicht auf ἐπέπληττε
der Dativ τῷ — αὐλοῦντι, sondern
mit Rücksicht auf ἐδίδασκε der Ac-
cusativ steht. Gorg. 460},
11 ὡς ἄλλη οὖσα ἄλλῳ πράγματι
διαλεγομένη. Eigentlich: gleich-
sam als ob sie, eine andere als das,
mit dem sie redet, mit etwas an-
derem redete als das, was sie ist,
Euthyd. 2960 ἂν σὺ μὲν ἄλλῃ ἐρω-
τς διανοούμενος, ἐγὼ δὲ all
ὑπολάβω.
13 ἐν Ὀδυσσείᾳ υ 17.
οὗ λέγει τὸν Ὀδυσσέα ohne die
die direkte Rede einführende Par-
tikel Or. Ebenso Iliad. VI, 479
καί ποτέ τις εἴπησι, ἱπατρὸς δ᾽ ὅγε
πολλὸν ἀμείνων᾽ ἐκ πολέμου ἄνι-
ὄντα. ᾿ |
14 στῆϑος. Ahnliche Anwen-
dung dieser Verse de rep. III 890 D
IV 41B.
16 διανοούμενον ὡς ἁρμονέας
— οὔσης. Cratyl. 4890 διανοη-
ϑέντες — ὡς ἰόντων ἁπάντων del
καὶ φεόντων.
E
104
JIIAATS2NOZ
οὔσης καὶ οἵας ἄγεσθαι ὑπὸ τῶν τοῦ σώματος παϑῶν. ἀλλ᾽
οὐχ οἵας ἄγειν τε ταῦτα καὶ δεασπόξειν, καὶ οὔσης αὐτῆς πολὺ
τ
ϑειοτέρου τινὸς πράγματος ἢ καϑ᾽ ἁρμονίαν;
Σώκρατες, ἔμοιγε δοκεῖ.᾽
“νὴ Jie, ὦ
“οὐχ ἄρα, ὦ ἄριστε, ἡμῖν οὐδαμῇ
καλῶς ἔχει ψυχὴν ἁρμονίαν τινὰ φάναι εἷναι"
οὔτε γὰρ ἅν,»
95 ὡς ἔοικεν, Ὁμήρῳ ϑείῳ ποιητῇ ὁμολογοῖμεν οὔτε αὐτοὶ ἡμῖν
αὐτοῖς. ἔχειιῳ οὕτως ἔφη.
XLIV. Εἶεν δή,
ἡ δ᾽ ὃς ὃ Σωκράτης, 'τὰ μὲν ᾿Ζρμονίας
ἡμῖν τῆς Θηβαϊκῆς lied πως, ὡς ἔοικε, μετρέως γέγονεν" τί
δὲ δὴ τὰ Κάδμου, ἔφη, ᾿ὦ Κέβης, πῶς ἰλασόμεϑα καὶ τίνειν
λόγῳ; 'σύ μοι δοκεῖς, ἔφη ὁ Κέβης, ᾿ἐξευρήσειν - τουτονὶ
γυῦν τὸν λόγον τὸν πρὸς τὴν ἁρμονίαν ϑαυμαστῶς μοε εἶπες
Σιμμίου γὰρ λέγοντος, ὅτι ἠπόρει. πάνυ
B ἐθαύμαξον, εἴ τι ἕξει τις χρήσασϑαι τῷ λόγῳ αὐτοῦ"
οὖν μοι ἀτόπως ἔδοξεν εὐθὺς τὴν πρώτην ἔφοδον οὐ δέξα-
ταὐτὰ δὴ οὐχ ἂν ϑαυμάσαιμε καὶ τὸν
τοῦ Κάδμου Aoyov εἰ πάϑοι.᾽
ὡς παρὰ δόξαν.
σϑαι τοῦ σοῦ λόγου.
e
1 ἄγεσθαι — ἄγειν. Derselbe
Gegensatz Thuk. II 65 5 καὶ οὐκ
ἤγετο μᾶλλον ὑ ὑπ᾽ αὐτοῦ αὐτὸς
8 ἢ καϑ᾽ ἁρμονίαν, als ἴεν.
sie sich mit einer Harmonie
vergleichen liefse. de rep. IV
οὐκοῦν καὶ ἄλλοϑι πολλαχοῦ
αἰσθανόμεθα, ὅ ὅταν ῥιαξωνταί τινὰ
παρὰ τὸν λογισμὸν ἐϑυμέαι, λοι-
δοροῦντα τε αὑτὸν καὶ ᾿ ϑυμούμενον
τῷ βιαξομένῳ ἐν αὐτῷ, καὶ ὥσπερ
δυοῖν στασιαζόντοιν ξύμμα ον τῷ
λόγῳ γιγνόμενον τὸν θυμὸν τοῦ
τοιούτου ati,
vn Δία — ἔμοιγε δοκεῖ, näm-
lich ταῦτα ποιῆσαι διανοούμενος
ὡς αὐτῆς οὔσης οἵας ἄγειν TE ταῦτα
καὶ δεσπόζειν κτλ.
8 τὰ μὲν ἱΔρμονίας. Scherzend
bezeichnet Sokrates mit Appöovie ἡ
Θηβαϊκὴ die Theorie des mias
aus Theben, wonach die Seele eine
Art Harmonie ist.
9 ζλεα — ἰλασόμεϑα. Diese Aus-
drücke der Versöhnung, die ganz
eigentlich von den öttern ge-
braucht wurden, sind mit Rücksicht
darauf gewählt, dafs Kadmos und
Harmonia als Heroen angesehn und
als solche göttlich verehrt wurden.
μὴ μέγα λέγε, μή τις ἡμῶν βασκανία περιτρέψῃ τὸν λόγον
: hatte, nennt er die des Thebaners
Kebes τὰ Κάδμου, weil Kadmos
zavv
“ὠἀγαϑέ,᾽ ἔφη ὃ Σωκράτης,
10 τὰ Καδμου. Nachdem Sokra-
tes die Theorie des Simmias als die
Thebanische Harmonie bezeichnet
bekanntlich der Gemahl der Har-
monia war.
12 ϑαυμαστῶς --- ὡς παρὰ δόξαν.
WA ϑαυμαστῶς ὡς ἐπεθύμησα,
102A θαυμαστῶς γὰρ μοι δοκεῖ ὡς
ἐναργῶς — εἰπεῖν Buftoos ταῦτα,
99D ὑπερφυῶς μὲν οὖν, ἔφη,
βούλομαι, 800 μένει ἀμήχανον ὅσον
χρόνον.
14 χρήσασθαι τῷ λόγῳ. Hi
maj.299B ἔχεις τι χρῆσϑαι τῷ 16
ἡ τέ καὶ ἄλλο ἐφοῦ ev; Thenet. 1668.
18 μὴ μέγα λέγ Sokrates ver-
bittet sich die 'Schmeichelei des
Kebes. Das Lob, das ihm von
sem erteilt war, kann den Neid
wach rufen. Der Neid aber hat
einen bösen Blick und kann die
beneidete Person behexen und in
Verwirrung versetzen. De leg, IV
717D κούφων καὶ πτηνῶν λόγων
βαρυτάτη ξημέα" πᾶσι γὰρ ἑπέσκο-
πος τοῖς περὶ τὰ τοιαῦτα ἐτάχϑη
Δίκης Νέμεσιρ ἄγγελος.
ἡμῶν hängt ab von τὸν λόγον.
BAIARN. 105
τὸν μέλλοντα λέγεσθαι. ἀλλὰ δὴ ταῦτα μὲν τῷ ϑεῷ μελήσει,
ἡμεῖς δὲ Ὁμηρικῶς ἐγγὺς ἰόντες πειρώμεϑα, εἰ ἄρα τι λέγεις.
ἔστι δὲ δὴ τὸ κεφάλαιον, ὧν ξητεῖς" ἀξιοῖς ἐπιδειχϑῆναι ἡμῶν
τὴν ψυχὴν ἀνώλεθρόν τε καὶ ἀϑάνατον οὖσαν, εἰ φιλόσοφος C
ἀνὴρ μέλλων ἀποθανεῖσθαι, ϑαρρῶν TE καὶ ἡγούμενος ἀπο-
ϑανὼν ἐκεῖ εὖ πράξειν διαφερόντως ἢ εἰ ἐν ἄλλῳ βίῳ βιοὺς
ἐτελδύτα, μὴ ἀνόητύν TE καὶ ἠλέϑιον ϑάρρος ϑαρρήσει. τὸ
δὲ ἀποφαένειν, ὅτι ἰσχυρόν τί ἐστιν ἡ ψυχὴ καὶ θεοειδὲς καὶ.
ἦν ἔτι πρότερον, πρὶν ἡμᾶς ἀνθρώπους γενέσϑαι, οὐδὲν κω-
λύειν φὴς πάντα ταῦτα μηνύειν ἀθανασίαν μὲν un, ὅτι δὲ
πολυχρόνιόν τέ ἐστιν ψυχὴ καὶ ἦν που πρότερον ἀμήχανον
ὅσον χρόνον καὶ ἤδει τε καὶ ἔπραττεν πολλὰ ἄττα᾽ ἀλλὰ γὰρ Ὁ
οὐδέν τι μᾶλλον ἦν ἀθάνατον, ἀλλὰ καὶ αὐτὸ τὸ εἰς ἀνθρώ--:
zuv σῶμα ἐλθεῖν ἀρχὴ ἦν αὐτῇ ὀλέϑρου ὥσπερ νόσος" καὶ
ταλαιπωρουμένη τε δὴ τοῦτον τὸν βέον ξῴη καὶ τελευτῶσά γε
ἐν τῷ καλουμένῳ ϑανάτῳ ἀπολλύοιτο. διαφέρειν δὲ δὴ φὴς
οὐδέν, εἴτε ἅπαξ εἰς σῶμα ἔρχεται εἴτε πολλάκις, πρός γὲ τὸ
ἔχαστον ἡμῶν φοβεῖσθαι. προσήκειν γὰρ φοβεῖσθαι, εἰ μὴ
ἀνόητος εἴη, τῷ μὴ εἰδότε μηδὲ ἔχοντι λόγον διδόναι, ὡς
ἀϑανατόν ἐστι. τοιαῦτ᾽ ἄττα ἐστίν, οἶμαι, ὦ Κέβης, ἃ λέγεις" E
χαὶ ἐξεπίτηδες πολλάκις ἀναλαμβάνω, ἵνα μή τι διαφύγῃ
ἡμᾶς, εἶ τέ τι βούλει, προσϑῆς ἢ ἀφέλῃς. καὶ ὁ Κέβης"
117A ἕως ἄν σου βάρος ἔν τοῖς
͵ μηνύειν, ὅτι πολυχρόνιόν τέ ἐστιν
σκέλεσι γένηται.
Die
ψυχή — ἀλλ᾽ οὐκ ἀθανασίαν. Die
von Platon gewählte, etwas auf-
Worte 2
ἐγγὺς στῇ bezeichnen bei Homer
In der Regel das Gegeneinander-
rücken zweier Helden, die sich im
Zweikampfe versuchen wollen, ent-
sprechen also unserer Redensart:
eine Lanze mit einander brechen.
6 ἐν ἄλλῳ βίῳ bezeichnet eine
andere Lebensart, als die des Phi-
losophen. Sokrates hatte ja vor-
her gezeigt, dafs nur die Philoso-
hen für ein seliges Leben nach
em Tode vorbereitet seien.
9 πρὸν ἡμᾶς ἀνθρώπους yavs-
σϑαι. 92B πρὶν καὶ εἰς ἀνθρώπου
εἶδός 75 καὶ σῶμα ἀφικέσθαι, BTA
ὅτι μὲν γὰρ ἣν ἡμῶν ἡ ψυχὴ καὶ
πρὶν εἰς ode τὸ δος ἐλϑεῖν.
10 ἀϑανασίαν μὲν μή, ὅτι δέ.
erwartet etwa zavıa ταῦτα
2 Ὁμηρικῶς ἐγγὺς ἰόντες.
γγὺς ἰόντες, σχεδὸν ἰοντες,
fällige Wendung weist mit aller
Entschiedenheit den Gedanken ab,
als ob sich aus den angegebenen
Prämissen bereits die Unsterblich-
keit der Seele selbst folgern liefse.
13 ἦν nämlich πρὲν εἰς ἀνθρώπου
σῶμα ἐλϑεῖν.
adavarov, ein unsterbliches
Wesen.
15 fan — ἀπολλύοιτο. Der blofse
Optativ im Hauptsatze zur Fort-
setzung der oratio obliqua. Der-
selbe ist allerdings nur nach einem
historischen Tempus üblich ; allein
φής, von dem hier Alles abhän
ist natürlich im Sinne eines Präte-
ritums gebraucht.
22 εἴ τέ τι βούλει, ἃ. i. καὶ ἕνα,
εἴ τι βούλει, προσϑῇῆς ἡ ἀφέλῃς.
96
B
106 IIAAT2NOE
"ἀλλ᾽ οὐδὲν ἔγωγε ἐν τῷ παρόντι,᾽ ἔφη, ᾿οὔτε ἀφελεῖν om:
προσϑεῖναι δέομαι" ἔστι δὲ ταῦτα, ἃ λέγω."
XLV. Ὁ οὖν Σωκράτης συχνὸν χρόνον ἐπισχὼν καὶ πρὸς
ἑαυτόν τι σκεψάμενος" "οὐ φαῦλον πρᾶγμα,᾽ ἔφη, ᾿ὦ Kim,
Intels‘ ὅλως γὰρ δεῖ περὶ γενέσεως καὶ φϑορᾶς τὴν αἰτίαν '
διαπραγματεύσασϑαι. ἐγὼ οὖν aoı δίειμι περὶ αὐτῶν, iv
βούλῃ, τά γε ἐμὰ πάϑη᾽ ἔπειτα ἄν τέ σοι χρήσιμον φαίνηται
ὧν ἂν λέγω πρὸς τὴν πειϑα, περὶ ὧν λέγεις, χρήσει. "alle
μήν,᾽ ἔφη ὁ Κέβης, ᾿ βούλομαί γε’ “ἄκουε τοένυν ὡς ἐροῦν
τος. ἐγὼ γάρ; ἔφη, ᾿ὦ Κέβης, νέος ὧν θαυμαστῶς ὡς ἐπεθύ-"
μησα ταύτης τῆς σοφίας, ἣν δὴ καλοῦσι περὶ φύσεως ἱστορίαν.
ὑπερήφανος γάρ μοι ἐδόκει εἶναι, εἰδέναι τὰς αἰτέας ἑκάστου,
διὰ τί γέγνεται ἕκαστον καὶ διὰ τί ἀπόλλυται καὶ διὰ τί ἔστι'
καὶ πολλάκις ἐμαυτὸν ἄνω κάτω μετέβαλλον σκοπῶν πρῶτον
τὰ τοιάδε, ἄρ᾽ ἐπειδὰν τὸ ϑερμὸν καὶ τὸ ψυχρὸν ana!
δόνα τινὰ λάβῃ, ὥς τινες ἔλεγον, τότε δὴ τὰ ξῷα συντρέφι-
ται.
5 περὶ γενέσεως καὶ φϑορᾶς τὴν
αἰτίαν. 96E περὶ τούτων τὴν al-
τέαν εἰδέναι, 910 εἰ οὖν τις βού-
λοιτο τὴν αἰτίαν εὑρεῖν περὶ ἑἕκα-
στου, 91 Ὁ εὑρηκέναι ᾧμην διδά-
σκαλον τῆς αἰτίας περὶ τῶν ὄντων,
98D καὶ αὖ περὶ τοῦ διαλέγεσθαι
ὑμῖν ἑτέρας τοιαύτας αἰτίας λέγοι.
9 ἄκουε τοέρυν. ἄκουε, ἄκουε
δή sehr häufig am Anfang gröfse-
rer Auseinandersetzungen, um die
Aufmerksamkeit der Zuhörer auf
dieselben zu lenken. Gorg. 523. A
ἄκουδ δή, φασί, μάλα καλοῦ λόγου.
Theaet. 2010.
10 ἐγὼ γάρ. Über diese Stelle 8.
Einleitung 8. 14.
11 ταύτης τῆς σοφίας, ἣν δὴ κα-
λοῦσι περὶ φύσεως ἴστορέαν. Damit
wird der Teil der alten Philoso-
hie umschrieben, den man als
hysik bezeichnete.
12 ὑπερήφανος nämlich ἡ σοφέα.
Dazu ist Epexegese εἰδέναι τὰς
αἰτέας. Ebenso Gorg. 469 Ὁ οὐκοῦν
καλόν σοι δοκεῖ ἡ ῥητορικὴ εἶναι,
χαρίξεσθαι οἷόν τ᾽ εἶναι ἀνθϑρά-
roıg; In derselben Bedeutung, wie
hier, ist das Wort ὑπερήφανος ge-
braucht ebenda 511D οὐ σεμνύνε-
καὶ πότερον τὸ αἷμά ἐστιν, ᾧὦ φρονοῦμεν, ἢ ὁ ἀὴρ
ται ἐσχηματισμένη ὡς ὑπερήφανεν
τι διαπραττομένη.
14 ἐμαυτὸν ἄνω κάτω μετέβαλίον.
8. zu 9060.
15 σηπεδὼν bezeichnet hier em
Art G prozels,
16 ὥς τινὲς ἔλεγον. Dafa aus der
Verbindung des Warmen und Kal
ten alles entstehe, lehrten Anar-
mander (Stob. eol. 123 50074. ἐκ dr
μοῦ καὶ ψυχροῦ μέγματος [εἶναι
οὐρανόν), Anaxagoras Eier
de sensu 59 ὅτε τὸ μὲν μανὸν sl
λεπτὸν θερμόν, τὸ δὲ πυκνὸν τε
παχὺ ψυχρόν, ὥσπερ A. διαιρεὶ τὸν
ἀέρα καὶ τὸν αἰϑέρα), Arc
erm. irris. c. 5 4. ἀποφαινόμι-
vos τῶν ὅλων ἀρχὰς ϑερμὸν su
ψυχρόν). 5. zu 868.
συντρέφεται erklärt das οἰ8
magn. durch συνέσταται, yrai.
ἃ 11 τὸ αἷμα. Dafs dies die τ αὶ
es Empedokles war, ergie
aus dem von ihm herrährende
Verse: αἶμα γὰρ dsdonzos 5
κάρδιόν ἐστι sonne.
ὁ ἀήφ. Auct de plac. phil 134
᾿Δναξιμένης ὁ Μιλήσιος ἀρχῃν τῷ
ὄντων ἀέρα ἀπεφήνατο' ἐπ 1
τούτου τὰ πάντα γένεσϑαι τὶ
eis αὐτὸν πάλιν ἀναλύεσθαι,
BAIARN. 107
τὸ πῦρ ἢ τούτων μὲν οὐδέν, ὁ δ᾽ ἐγκέφαλός ἐστιν ὁ τὰς αἰσϑήσεις
παρέχων τοῦ ἀκούειν καὶ ὁρᾶν καὶ ὀσφραίνεσθαι, ἐκ τούτων
δὲ γίγνοιτο μνήμη καὶ δόξα, ἐκ δὲ μνήμης καὶ δόξης λαβού-
σης τὸ ἠρεμεῖν κατὰ ταὐτὰ γίγνεσθαι ἐπιστήμην. καὶ αὖ
τούτων τὰς φϑορὰς σκοπῶν καὶ τὰ περὶ τὸν οὐρανὸν καὶ τὴν
γῆν πάϑη, τελευτῶν οὕτως ἐμαυτῷ ἔδοξα πρὸς ταύτην τὴν
σχέψιν ἀφυὴς εἶναι ὡς οὐδὲν χρῆμα. τεκμήριον δέ σοι ἐρῶ
ἱκανόν: ἐγὼ γάρ, ἃ καὶ πρότερον σαφῶς ἠπιστάμην, ὥς γε
ἐμαυτῷ καὶ τοῖς ἄλλοις ἐδόκουν, τότε ὑπὸ ταύτης τῆς σκέψεως
οὕτω σφόδρα ἐτυφλώϑην, ὥστε ἀπέμαϑον καί, ἃ πρὸ τοῦ
ὥμην εἰδέναι, περὶ ἄλλων τὸ πολλῶν καὶ διὰ τί ἄνϑρωπος αὖ-
ξάνεται.
τὸ ἐσθίειν καὶ πίένειν"
ἢ ψυχή, φησίν, ἡ ἡμετέρα ἀὴρ
οὔσα συγκρατεῖ ἡμᾶς, καὶ οὁλον τὸν
κόσμον πνεῦμα καὶ ἀὴῤ περιέχει.
Dieselbe Theorie vindicierte dem
Diogenes aus Apollonia Arist. de
an. [2 405% Διογένης δέ, ὥσπερ καὶ
ἕτεροί τινες, ἀέρα, τοῦτον οἰηϑ εἰς
πάντων λεπτομερέστατον εἶναι καὶ
ἀρχήν. καὶ διὰ τοῦτο γιγνώσκειν
τὲ καὶ κινεῖν τὴν ψυχήν. Dasselbe
lehrten Anaximander (Theodoret.
gr. 48. cur. V 18p. 72) und Hip-
pokrates (περὶ ἱερῆς νούσου c. 16).
1 τὸ πῦρ. emist. de an. 67
Ἡράκλειτος ἣν ἀρχὴν τέϑεται τῶν
ὄντων, ταύτην τίϑεται καὶ ψυχήν᾽
πῦρ γὰρ καὶ οὗτος" τὴν γὰρ ἄνα-
ϑυμέασιν, ἐξ ἧς τὰ ἄλλα συνίστη-
σιν, οὐκ ἄλλο τι ἢ πῦρ ὑποληπτέον.
ἐγκέφαλος. Arist. parv. nat.
p. 4695 22 δοκεῖ τισιν αἰσθάνεσθαι
τὰ ζῷα διὰ τὸν ἐγκέφαλον. Von
dem den Pythagoreern nahe stehen-
den Arzte Alkmäon aus Kroton
heifst es Theophr. de sens. 26 ὁπά-
σας δὲ τὰς αἰσθήσεις συνηρτῆσθαί
πως πρὸς τὸν ἐγκέφαλον, διὸ καὶ
πηροῦσθαι κινουμένου καὶ μεταλ-
λάττοντος τὴν χώραν᾽ ἐπιλαμβά-
γεσϑαι γὰρ τοὺς πόρους δι’ ὧν αἵ
αἰσϑήσεις.
2 ἐκ τούτων. Arist. anal. post. II
19 p. 100% 8 ἐκ μὲν οὖν αἰσθήσεως
γίνεται μνήμη, ὥσπερ λέγοιεν, ἐκ
δὲ μνήμης πολλάκις τοῦ αὐτοῦ γι-
νομένης ἐμπειρία ---- ἐκ δ᾽ ἐμπει-
plug ἢ ἔκ παντὸς ἠρεμήσαντος τοῦ
τοῦτο γὰρ ᾧμην πρὸ τοῦ παντὶ δῆλον εἶναι, ὅτι διὰ
ἐπειδὰν γὰρ ἐκ τῶν σιτίων ταῖς μὲν
καϑόλου ἐν τῇ ψυχῇ -- τέχνης
ἀρχὴ καὶ ἐπιστήμης.
ὃ γίγνοιτο. Der Optativ, als ob es
vorher hiefse: ἡ τούτων μὲν ov-
δέν, ἀλλ᾽ ὅπερ ἔλεγόν τινες, ὅτι ὁ
ἐγκέφαλος εἴη. , ,
&x δὲ μνήμης καὶ δόξης Außov-
σης τὸ ἠρεωυεῖν. Das Gedächtnis
ist ein Teil der Vorstellung. Die
Vorstellung aber, an sich schwan-
kend und veränderlich, findet, wenn
sie zum festen Wissen geführt hat,
in diesem gleichsam ihre Ruhe.
4 κατὰ ταὐτά, wie das Gedächt-
nis und die Vorstellungen aus den
sinnlichen Wahrnehmungen hervor-
en.
e ἐγνεσθαι. Der Infinitiv erklärt
sich daraus, dafs die Rede durch
den Optativ γέγνοιτο einen obli-
quen Öharakter angenommen hat.
1 ὡς οὐδὲν χρῆμα nachdrück-
licher, als ὡς οὐδείς. De leg. I
8400 4Θ. Οὐκοῦν πρῶτον μὲν καὶ
τούτοις ἄρχοντος δεῖ; KA. Τί μήν;
ὡς οὐδενέ γε πραγματι.
10 ἐτυφλώϑην. Dazu ist aus dem
vorausgegangenen & zu ergänzen
ταῦτα.
11 διὰ τί, wie gleich nachher
διὰ τὸ ἐσθίειν καὶ πένειν. διὰ mit
dem Αοουδαῖῦνν bezeichnet hier die
Veranlassung und kommt dem Ge-
brauche des διὰ mit dem Genitiv
sehr nahe,
13 ἐπειδὰν γάρ. Sokrates folgte
also in jüngeren Jahren der Ho-
D
108 IIAAT2NOZ
σαρξὶ σάρκες προσγένωνται, τοῖς δὲ ὀστέοις ὀστᾶ, καὶ οὕτω κατὰ
τὸν αὐτὸν λόγον καὶ τοῖς ἄλλοις τὰ αὐτῶν οἰκεῖα ἑκάστοις προῦ-
γένηται, τότε δὴ τὸν ὀλίγον ὄγκον ὄντα ὕστερον πολὺν γεγονέ:
ναι, καὶ οὕτω γέγνεσϑαι τὸν σμικρὸν ἄνϑρωπον μέγαν. οὗτος
τότε ᾧμην᾽ οὐ δοκῶ σοι μετρίως; ᾿ ἔμοιγε, ἔφη ὁ Κέβης. one!
ψαι δὴ καὶ τάδε ἔτι. ᾧμην γὰρ ἱκανῶς μοι δοκεῖν, ὁπότε τις
φαένοιτο ἄνθρωπος παραστὰς μέγας σμικρῷ μείζων εἶναι
αὐτῇ τῇ κεφαλῇ καὶ ἵππος ἵππου" καὶ ἔτι γε τούτων Evap-
γέστερα, τὰ δέκα μοι ἐδόκει τῶν ὀκτὼ πλέονα εἶναι διὰ τὸ
δύο αὐτοῖς προσεῖναι, καὶ τὸ δίπηχυ τοῦ πηχυαίου μεῖζον 3
εἶναι διὰ τὸ ἡμίσει αὐτοῦ ὑπερέχειν. νῦν δὲ δή,᾽ ἔφη ὑ
Κέβης, “tl σοι δοκεῖ περὶ αὐτῶν; πόρρω που,᾽ ἔφη, νὴ
No ἐμὲ εἶναι τοῦ οἴεσθαι περὶ τούτων του τὴν αἰτίαν εἰδέ-
ναι, ὅς γε οὐκ ἀποδέχομαι ἐμαυτοῦ οὐδὲ ὡς. ἐπειδὰν ἕνί τις
προσϑῇ ἕν, ἢ τὸ ἕν, ᾧ προσετέϑη, δύο γέγονεν, ἢ τὸ προστε-
4
möomerientheorie des Anaxagoras.
Danach soll überhaupt alles ver-
mittelst des ordnenden Geistes aus
einer unendlichen Masse unendlich
kleiner Urstoffe so ‘entstanden sein,
dafs Ähnliches sich aus Ähnlichem
bildete, indem die Bestandteile
alles dessen, was da sei, wesent-
lich schon in den Urstofien, aus
denen es entstanden ist, vorhan-
den gewesen seien. Im einzel-
nen wies er dies am Weachstume
der lebenden Wesen nach, das da-
durch bewirkt würde, dafs in den
Nah mitteln bereits alle die
Bestandteile vorhanden wären, die
zum Wachsen der einzelnen Teile
des Leibes erforderlich wären,
1 ὀστέοις. Die offene Form ὀστέων
findet sich 98C.
5 μετρέως. 8. zu 87D.
6 ᾧμην γάρ. Die Beispiele sind
den beiden Gebieten entnommen,
auf denen allein von Gröfßsen die
Rede sein kann, denen des Raumes
und der Zahl, und zwar so, dals
das erste Beispiel von der Gröfse
eines Menschen blofs den Raum,
das zweite von der Zehn und Acht
blofs die Zahl, das dritte endlich
von dem Zwei- und Einellenmafse
beides zugleich berücksichtigt,
8 αὐτῇ τῇ κεφαλῇ, eben ge-
rade durch den Kopf. Ebenso
100E εἴ τές τινα φαίη ἕτερον ἕτέ:
ov τῇ κεφαλῇ μείξω εἶναι, Der
Dativ bezeichnet hier nicht das
Maals (um einen Kopf), sondern die
Ursache. Sokrates will zeigen, dal
er früher die in die Augen fallende
sinnliche Ursache für die wahre
gehalten habe. Da es nun, wen
ein grofser und ein kleiner Mensch
beisammenstehn, vor allem die us-
gleiche Höhe des Kopfes ist, durch
welche die Gröfse des einen
die Kleinheit des anderen in die
Augen fällt, so giebt es einen für
den Zweck der ganzen Auseinander-
setzung durchaus passenden Sim,
wenn Platon den Sokrates sage!
läfst, der Kopf, an dem ihm
Gröfse zur Anschauung gekommen
sei, habe ihm eben auch als die
Ursache der Gröfse gegolten.
8 ἕππος ἕἥππου nämlich uelle
δἶναι παραστὰς αὐτῷ.
11 διὰ τὸ ἡμέσει αὐτοῦ VRR
ἐχειν. 101B καὶ τὸ δέπηχυ τ0
πηχυαίου ἡμέσει μεῖξον εἶναι.
12 πόρρω που --- ἐμὲ εἶναι.
angegebenen Ursachen befriedigt
den Sokrates deshalb nicht, wel
sie ihm nur als sekundäre,
leitete erschienen, während er nal
den primären oder Grund
forschte.
14 ἀποδέχομαι. S. zu 934.
ΦΑΙΔΩΝ. 109
ϑὲν καὶ ᾧ προσετέθη διὰ τὴν πρόσϑεσιν τοῦ ἕτέρου τῷ ἑτέρῳ 91
δύο ἐγένετο ϑαυμάξω γάρ, εἰ, ὅτε μὲν ἑκάτερον αὐτῶν χωρὶς
ἀλλήλων ἦν, ἕν ἄρα ἑκάτερον ἦν καὶοοὐκ ἤστην τότε δύο,
ἐπεὶ δ᾽ ἐπλησίασαν ἀλλήλοις, αὕτη ἄρα αἰτία αὐτοῖς ἐγένετο
' δύο γενέσθαι, ἡ ξύνοδος τοῦ πλησίον ἀλλήλων τεϑῆναι. οὐδέ
γε ὡς, ἐάν τις ἕν διασχίσῃ, δύναμαι ἔτι πείθεσθαι, ὡς αὕτη
αὖ αἰτία γέγονεν ἡ σχίσις τοῦ δύο γεγονέναι" ἐναντία γὰρ
γίγνεται ἢ τότε αἰτία τοῦ δύο γίγνεσθαι" τότε μὲν γὰρ ὅτι B
συνήγετο πλησίον ἀλλήλων καὶ προσετίϑετο ἕτερον ἑτέρῳ, νῦν
δ᾽ ὅτι ἀπάγεται καὶ χωρίξεται ἕτερον ἀφ᾽ ἑτέρου οὐδέ γε,
διότι ὃν γίγνεται, ὡς ἐπίσταμαι, ἔτι πείϑω ἐμαυτόν, οὐδ᾽
ἄλλο οὐδὲν ἑνὶ λόγῳ, διότι γίγνεται ἢ ἀπόλλυται ἢ ἔστι, κατὰ
τοῦτον τὸν τρόπον τῆς μεϑόδου, ἀλλά τιν’ ἄλλον τρόπον
αὐτὸς δἰκῇ φύρω, τοῦτον δὲ οὐδαμῇ προσίεμαι.
' XLVI ᾽4Δλ᾽ ἀκούσας μέν ποτε ἐκ βιβλίου τινός, ὡς ἔφη,
᾿Δναξαγόρου ἀναγιγνώσκοντος, καὶ λέγοντος, ὡς ἄρα νοῦς Ὁ
ἐστιν ὁ διακοσμῶν τὸ καὶ πάντων αἴτιος, ταύτῃ δὴ τῇ αἰτίᾳ
ἤσϑην τε καὶ ἔδοξέ μοι τρόπον τινὰ εὖ ἔχειν τὸ τὸν νοῦν
εἶναι πάντων αἴτιον, καὶ ἡγησάμην, εἰ τοῦϑ᾽ οὕτως ἔχει, τόν
͵γὲ νοῦν κοσμοῦντα πάντα κοσμεῖν καὶ ἕκαστον τυϑέναι ταύτῃ,
ὅπῃ ἂν βέλτιστα ἔχῃ" εἰ οὖν τις βούλοιτο τὴν αἰτέαν εὑρεῖν
8 ἀλλήλων. Der Plural bezüglich σκοντός τινος ἐκ βιβλίου, ὡς ἔφη,
auf den Singular ἑκάτερον αὐτῶν. ᾿Δναξαγόρου. Das Buch des Anaxa-
Aesch. I 137 ὅσον δ᾽ ἑκάτερον ToV- goras hiefs τὰ φυσικά, Obgleich
τῶν an ἀλλήλων διέστηκε nal ὡς er ἄθῃ νοῦς den Ordner der Materie
πολὺ διαφέρει. Vgl. 70R. nannte, liefs er ihn doch nicht or-
4 αὕτη ἄρα, nämlich ἡ Evsodog ganisierend die Materie durchdrin-
τοῦ πλησίον ἀλλήλων τεθῆναι, «i- gen. Sokam er über den Dualismus
τία αὐτοῖς ἐγένετο, wovon der In- von Geist und Materie nicht hinaus,
finitiv abhängt δύο γενέσθαι, wäh- 17 ὁ διακοσμῶν ist ein dem Ana-
rend es kurz darauf heifst afri« xagoras eigentümlicher Ausdruck.
— τοῦ δύο γίγνεσθαι. Crat. 4004 Τί δέ: καὶ τὴν τῶν
5 τοῦ πλησίον ἀλλήλων τεϑῆναι. ἄλλων ἁπάντων φύσιν οὐ πιστεύεις
Der Genitiv epexegetisch bei ἡ ᾿Αἀναξαγόρᾳ νοῦν καὶ ψυχὴν εἰναιτὴν
ξύνοδος. Apol. 88 Ὁ ἀπορίᾳ --- τοῦ διακοσμοῦσαν καὶ ἔχουσαν; 5.2 190.
μὴ ἐθέλειν λέγειν, de leg. II 657B 21 εἰ οὖν τις βούλοιτο. Wer die
ἡ -- ξήτησις τοῦ καινῇ ἕ τεῖν ἀεὶ Ansicht hat, dafs in allem Be-
μουσικῇ χρῆσϑαι. stehenden Vernunft herrsche, der
6 ὡς etwas auffälligvorausgenom- wird auch in allem einen vernünf-
men. tigen Zweck, eine Idee suchen,
12 κατὰ τοῦτον τὸν τρόπον rag wonach es seine Gestalt und Or-
μεθόδου, auf diesem Wege des ganisation erhalten hat, und kennt
erfahrens. er diese Idee, dann weils er auch,
14 εἰκῇ, aufs gerade Wohl, weshalb und wie etwas entstanden
auf gut Glück. ist und wie es untergehen wird.
15 AAN’ ἀκούσας. Zukonstruieren: τὴν αἰτέαν — περὶ ἑκάστου. S.
AAN ἀκούσας μέν ποτε ἀναγιγνώ- zu 968.
98
110
περὶ ἑκάστου, ὅπῃ γίγνεται ἢ ἀπόλλυται ἢ ἔστι, τοῦτο der
περὶ αὐτοῦ εὑρεῖν, ὅπῃ βέλτιστον αὐτῷ ἐσειν ἢ εἶναι ἢ ἄλ
ὁτιοῦν πάσχειν ἢ ποιεῖν. ἐκ δὲ δὴ τοῦ λόγου τούτου οὐδ
ἄλλο σκοπεῖν προσήκειν ἀνθρώπῳ καὶ περὶ αὑτοῦ καὶ καὶ
ἄλλων, ἀλλ᾽ ἢ τὸ ἄριστον καὶ τὸ βέλτιστον. ἀναγκαῖον di
εἶναι τὸν αὐτὸν τοῦτον καὶ τὸ χεῖρον εἰδέναι' τὴν αὐτὴν ya
εἶναι ἐπιστήμην περὶ αὐτῶν. ταῦτα δὴ λογιζόμενος ἄσμενος
εὑρηκέναι ὥμην διδάσκαλον τῆς αἰτίας περὶ τῶν ὄντων za
νοῦν ἐμαυτῷ, τὸν ᾿ἀναξαγόραν, καέ μοι φράσειν πρῶτον μὲν,
πότερον ἡ γῇ πλατεῖα ἐστιν καὶ στρογγύλη, ἐπειδὴ δὲ φράσειεν, 4
E ἐπεκδιηγήσεσθϑαι τὴν αἰτίαν καὶ τὴν ἀνάγκην, λέγοντα τὸ
ἄμεινον καὶ ὅτι αὐτὴν ἄμεινον ἦν τοιαύτην εἶναι" καὶ εἰἐν
μέσῳ φαίη εἶναι αὐτήν, ἐπεκδιηγήασεσϑαι, ὡς ἄμεινον ἦν αὐτὴν
ἐν μέσῳ εἷναι" καὶ εἴ μοι ταῦτα ἀποφαίνοιτο, παρεσκχευάσμῆν
ὡς οὐκέτι ποθϑεσόμενος αἰτίας ἄλλο εἶδος. καὶ δὴ καὶ περὶ
ἡλίου οὕτω παρεσκευάσμην ὡσαύτως πευσόμενος καὶ σελήνῃ:
6 τὸ χεῖρον. Der Komparativ
neben dem Superlativ (τὸ ἄριστον
καὶ τὸ βέλτιστον), wie 98B τὸ βέλ-
τιστον καὶ τὸ χεῖρον.
8 κατὰ νοῦν ἐμαυτῷ, nach
meinem Sinn, mit spielung
auf den in der Lehre des Anaxa-
goras eine so grofse Rolle spielenden
νοῦς.
10 ἡ γῇ πλατεῖα ἐστιν ἢ σερογ-
yon. Die älteste Vorstellung von
der Gestalt der Erde ist die dem
Augenschein entnommene, dafs sie
eine flache Scheibe (πλατεῖα) sei.
So Homer, der sich diese Scheibe
von einem metallenen, auf dem At-
las ruhenden Himmelsgewölbe über-
deckt denkt, so noch Thales, der
jedoch das Himmelsgewölbe zu
einer hohlen Himmelskugel aus-
dehnt und in dieser die Erde auf
dem Wasser schwimmen läfst, und
80, was die Gestalt betrifft, im
wesentlichen die übrigen lonier
sowie auch die Eleaten, nur dafs
die einen, wie imenes, sie auf
der in der unteren Halbkugel des
Himmels zusammengeprefsten Luft
ruhen und die andern, wie Anaxi-
mander und Empedokles, sie frei
in der Mitte der Himmelskugel
schweben lassen, wobei jedoch
THAAT2NOZ
diese Schwebung von jenen auı
dem gleichen Abstande der Erd
von der Kugel, von diesen au
dem schnellen Umschwunge de
Kugel erklärt wird. Die Ansichten
dea Anaximenes und Empedokle
verspottet Platon weiter unte
99B. Die Kugelgestalt der Erde
(στρογ ὕλη) lehrten zuerst die Py-
agoreer, freilich nur aus dem
Grunde, weil die Kugel der schönste
und vollkommenste von allen Kör-
pern sei,
12 ἄμεινον ἦν. Das rfekt
bezeichnet den Grund ri das
ideale Prius. Diese Bedeutung
des hervorbringenden und ΤΡ
angehenden Grundes hat es sul
in dem Aristotelischen τὸ τί #
εἶναι.
15 ποϑεσόμενος. Diese Fol
form findet sich nur an diet!
Stelle; denn Lys. VIII 18 liest ma
jetzt ποϑήσομαι. Vielleicht bs
man zu der Vulgata nodn60p%
zurückzukehren.
16 οὕτω mit ὡσαύτως zu γοῦν
den: ganz auf diese, Weist.
Ebenso 102E οὗτος ὁ αὐτὸς. Ἐπὶ
8610 καὶ αὖϑις αὖ τὰ ἀνιαρὰ |
yaıs) ὡσαύτως οὕτως οὐ καϑ 000
ἀνεαρά, κακά;
ΦΑΙΔΟΝ, 111
καὶ τῶν ἄλλων ἄστρων, τάχους τε πέρι πρὸς ἄλληλα καὶ
τροπῶν καὶ τῶν ἄλλων παθημάτων, πῇ ποτε ταῦτ᾽ ἄμεινόν
ἐστιν ἕκαστον καὶ ποιεῖν καὶ πάσχειν, ἃ πάσχει. οὐ γὰρ ἄν
ποτὲ αὐτὸν ὦμην φάσκοντά γε ὑπὸ νοῦ αὐτὰ κεκοσμῆσϑαι
ἄλλην τινὰ αὐτοῖς αἰτίᾳψψ ἐπενεγκεῖν ἢ ὅτι βέλτιστον αὐτὰ
οὕτως ἔχειν ἐστίν, ὥσπερ ἔχει᾽ ἑκάστῳ οὖν αὐτὸν ἀποδιδόντα
τὴν αἰτέαν καὶ κοινῇ πᾶσι τὸ ἑκάστῳ βέλτιστον μην καὶ τὸ
κοινὸν πᾶσιν ἐπεκδιηγήσεσϑαι ἀγαθόν. καὶ οὐκ ἂν ἀπεδόμην
πολλοῦ τὰς ἐλπίδας, ἀλλὰ πάνυ σπουδῇ λαβὼν τὰς βίβλους
ὡς τάχιστα οἷός τ᾽ ἦ dvsyiyvaoxov, ἵν᾽ ὡς τάχιστα εἰδείην
τὸ βέλτιστον καὶ τὸ χεῖρον.
ΧΙΥ͂Π. ᾿“πὸ δὴ ϑαυμαστῆς ἐλπέδος. ὦ ἑταῖρε, ὠχόμην
φερόμενος, ἐπειδὴ προϊὸν καὶ ἀναγιγνώσκων ὁρῶ ἄνδρα τῷ
μὲν νῷ οὐδὲν χρώμενον οὐδέ τινας αἰτίας ἐπαιτιώμενον εἰς
τὸ διαχοσμεῖν τὰ πράγματα, ἀέρας δὲ καὶ αἰθέρας καὶ ὕδατα
αἰτιώμενον καὶ ἄλλα πολλὰ καὶ ἄτοπα. καί μοι ἔδοξεν ὁμοιό-
τατον πεπονϑέναι, ὥσπερ ἂν εἴ τις λέγων, ὅτι Σωκράτης
πάντα, ὅσα πράττει, νῷ πράττει, κἄπειτα ἐπιχειρήσας λέγειν
τὰς αἰτίας ἑκάστων, ὧν πράττω, λέγοι πρῶτον μέν, ὅτι διὰ
ταῦτα νῦν ἐνθάδε κάϑημαι, ὅτι σύγκειταί μου τὸ σώμα ἐξ
ὃ ἃ πάσχει. Vollständig ἃ ποιεῖ
καὶ πάσχει. @ ποιεῖ ergänzt sich
leicht aus dem Zusammenhang.
Ἴ τὸ ἑκάστῳ βέλτιστον ist natür-
lich, wie τὸ κοινὸν πᾶσιν, mit ἐπεκ-
διηγήσεσθαε zu verbinden.
8 οὐκ ἂν ἀπεδόμην πολλοῦ. 80
wertvoll war ihm die Hoffnung,
die er auf die Lehre des Anaxa-
goras setzte.
12 ὀχόμην psoousvog,ich wurde
davon abgebracht, dem Sinne
nach entsprechend ταύτης (τῆς αἷ-
τίαρ) ἐστερήϑην 9906.
18 ἄνδρα. Einfach zu übersetzen:
als ich beim Weiterlesen
einen Mann in ihm sehe, der
ww. Theaet, 166 Ὁ.
τῷ μὲν νῷ οὐδὲν yo. Derselbe
Tadel über Anaxagoras findet sich
de leg. XII 967B καί τενὲς ἐτόλ-
μων τοῦτό γε αὐτὸ παρακινδυνεύειν
καὶ τότε λέγοντες, ὡς νοῦς εἴη ὁ
διακεκοσμηκὼς πανϑ᾽ ὅσα κατ᾽
’
οὐρανόν. ol δὲ αὐτοὶ πάλιν ἁμαρ-
τάνοντες ψυχῆς φύσεως, ὅτι πρε-
σβύτερον εἴη σωμάτων, διανοηϑ έν-
τος δὲ ὡς νεώτερον ἅπανϑ᾽ ὡς εἰ-
πεῖν ἔπος ἀνέτρεψαν πάλιν, Eav-
τοὺς δὲ πολὺ μᾶλλον᾽ τὰ γὰρ δὴ
πρὸ τῶν ὄμματων πάντα αὐτοὶς
ἐφάνη, τὰ κατ᾽ οὐρανὸν φερόμενα,
μεστὰ εἶναι λέθων καὶ γῆς κα
πολλῶν ἄλλων ἀψύχων σωμάτων
διανεμόντων τὰς αἰτίας παντὸς τοῦ
κόσμου. Arist. met. 1 4, Xen. mem.
IV 76.
15 ἀέρας δὲ καὶ αἰθέρας. Anaxa-
goras begnügte sich also mit einer
mechanischen Erklärung der Vor-
änge, die freilich über die letzten
ründe derselben keine Auskunft
giebt.
17 Σωκράτης--- πράττει — πράττω.
Nachdem sich Sokrates selbst als
Objekt der Betrachtung hingestellt
hatte, identificiert er sich wieder
mit demselben. 91 C. Euthyphr.
5A.
20 ἐνθάδε, anf dem Bette im
Gefängnis 61D.
B
99
u
112 TIAAT2NOE
ὀστέων καὶ νεύρων. καὶ τὰ μὲν ὀστὰ ἐστιν στερεὰ καὶ du-
φυὰς ἔχει χωρὶς ἀπ’ ἀλλήλων, τὰ δὲ νεῦρα οἷα ἐπιτείνεσθαι.
καὶ ἀνέεσθϑαι, περιαμπέχοντα τὰ ὀστᾶ μετὰ τῶν σαρχῶν καὶ
δέρματος, ὃ συνέχει αὐτά" αἰωρουμένων οὖν τῶν ὀστέων ἐν
ταῖς αὑτῶν ξυμβολαῖς χαλῶντα καὶ, συντείνοντα τὰ νεῦρα!
κάμπτεσϑαί που ποιεῖ οἷόν τ᾽ εἶναι ἐμὲ νῦν τὰ μέλη, καὶ διὰ
ταύτην τὴν αἰτίαν συγκαμφϑεὶς ἐνθάδε κάϑημαι᾽ καὶ αὖ περ
τοῦ διαλέγεσθαι ὑμῖν ἑτέρας τοιαύτας αἰτέας λέγοι, φωνάς τε
καὶ ἀέρας καὶ ἀκοὰς καὶ ἄλλα μυρία τοιαῦτα αἰτιώμενος,
ἀμελήσας τὰς ὡς ἀληϑῶς αἰτίας λέγειν, ὅτι, ἐπειδὴ ᾿4ϑηναίοι
ἔδοξε βέλτιον εἶναι ἐμοῦ καταψηφίσασϑαι, διὰ ταῦτα δὴ καὶ
ἐμοὶ βέλτιον av δέδοκται ἐνθάδε καϑῆσθαι, καὶ δικαιότερον᾽
παραμένοντα ὑπέχειν τὴν δίκην, ἣν ἂν κελευσῶσιν" ἐκεί, νὶ
τὸν κύνα, ὡς ἐγῴμαι, πάλαι ἂν ταῦτα τὰ νεῦρά τε καὶ τὰ
ὀστᾶ ἢ περὶ Μέγαρα ἢ Βοιωτοὺς ἦν, ὑπὸ δόξης φερόμενει
τοῦ βελτίστου, εἰ μὴ δικαιότερον μην καὶ κάλλιον εἶναι a
τοῦ φεύγειν τε καὶ ἀποδιδράσχειν ὑπέχειν τῇ πόλει δίχην,,
ἥντιν᾽ ἂν τάττῃ. ἀλλ᾽ αἴτια μὲν τὰ τοιαῦτα καλεῖν λίαν
ἄτοπον' δἰ δὲ τις λέγοι, ὅτι ἄνευ τοῦ τὰ τοιαῦτα ἔχειν Ku
ὀστᾶ καὶ νεῦρα καὶ ὅσα ἄλλα ἔχω, οὐκ dv οἷός τ᾽ ἦν ποιεῖν
τὰ δόξαντά μοι, ἀληϑῆ ἂν λέγοι" ὡς μέντοι διὰ ταῦτα ποιῶ,
ἃ ποιῶ, καὶ ταύτῃ νῷ πράττω, ἀλλ᾽ οὐ τῇ τοῦ βελτίστου
krates vermied bei Beteuerung
schwüren die Anrufung einer Gott-
heit,
15 ἢ περὶ Πέγαρα ἢ Βοιωτοῦϊ.
1 διαφυάς. διαφυαὶ dasselbe,
wie die gleich folgenden ξυμβολαΐ.
Cic. de nat. deor. II 55 139 über-
setzt beides mit commissurae.
4 αἰωρουμένων οὖν τῶν ὀστέων
ἔν ταῖς αὐτῶν ξυμβ. Dieselbe Wort-
stellung 1174 ἰδὼν 6 Σωκράτης
τὸν ἄνθρωπον, 1040) ἡ ἐναντία
ἰδέα ἐκείνῃ τῇ μορφῇ.
10 ἀμελήσας --- λέγειν. Alec. I
113C μανικὸν γὰρ ἐν νῷ ἔχεις ἐπι-
χείρημα ἐπιχειρεῖν --- διδάσκειν, ἃ
οὐκ οἶσϑα ἀμελήσας μανϑάνειν.
Xen. Cyr. VII 2 17.
11 βέλτιον εἶναι. 115A δοκεῖ
γὰρ δὴ βέλτιον εἶναι λουσάμενον
πιεῖν τὸ φάρμακον. Crit. 648.
18 κελεύσωσιν vom speciellen
Falle. Was, bald darauf folgt ὑπ-
ἔχειν τῇ πόλει δίκην, Nurıv’ ἂν
τάττῃ ist allgemein gesagt.
vn τὸν κύνα, eine dem Sokrates
sehr geläufige Form der Beteue-
rung. Apol. 22A Gorg. 461A. So-
Theben und Megara werden als die |
nächsten Städte, wohin Sokrate
fliehen könnte, auch erwähnt Cr,
53B αὐτὸς δὲ πρῶτον μὲν ἐὰν εἰς
τῶν ἐγγύτατά τινα πόλεων ER
ἢ Θήβαξε ἢ Meydgade, εὐνομοῦν
ται γὰρ ἀμφότεραι, πολέμιος nes,
ὦ Σώκρατες, τῇ τούτων πολιτείβ.
16 κάλλιον εἶναι πρὸ τοῦ φεν'
ysıv. Crit. 54B μήτε παῖδας τε
στλείονος ποιοῦ μήτε τὸ «ζῆν μῆπ!
ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ δικαίου.
11 ἀποδιδράσκειν von entla
den Sklaven gesagt. Crit. 52)
πράττεις, ἅπερ ἂν δοῦλος yarik
τατος πράξειεν, ἀποδιδράσκειν ἐπι:
χειρῶν.
22 ταύτῃ hat seinen natürliches
Gegensatz in τῇ τοῦ βεϊτέσενν ol-
e&ceı. Dafs ich insofern, als ı
|
. DAIARN.
113
αἱρέσει, πολλὴ ἂν καὶ μακρὰ ῥαϑυμία εἴη τοῦ λόγου. τὸ γὰρ
μὴ διελέσϑαι οἷόν τ᾽ εἶναι, ὅτι ἄλλο μέν τέ ἐστι τὸ αἴτιον
τῷ ὄντι, ἄλλο δὲ ἐκεῖνο, ἄνευ οὗ τὸ αἴτιον οὐκ ἄν ποτ᾽ ein
αἴτιον' ὃ δή μοι φαίνονται ψηλαφῶντες ol πολλοὶ ὥσπερ ἐν
"σκότει, ἀλλοτρίῳ ὀνόματι προσχρώμενοι, ὡς αἴτιον αὐτὸ προσ-
αγορεύειν. διὸ δὴ καὶ ὁ μέν τις δίνην περιτιθεὶς τῇ γῇ ὑπὸ
τοῦ οὐρανοῦ μένειν δὴ ποιεῖ τὴν γῆν, ὁ δὲ ὥσπερ καρδόπῳ
πλατείᾳ βάϑρον τὸν ἀέρα ὑπερείδει᾽ τὴν δὲ τοῦ ὡς οἷόν Te
βέλτιστα αὐτὰ τεϑῆναι δύναμιν οὕτω νῦν κεῖσθαι, ταύτην Ο
οὔτε ξητοῦσιν οὔτε τινὰ οἴονται δαιμονίαν ἰσχὺν ἔχειν, ἀλλὰ
ἡγοῦνται τούτου “Ἄτλαντα ἄν ποτε ἰσχυρότερον καὶ ἀϑανατώ-
τερον καὶ μᾶλλον ἅπαντα συνέχοντα ἐξευρεῖν, καὶ ὡς ἀληϑῶς
τὸ ἀγαϑὸν καὶ δέον ξυνδεῖν καὶ συνέχειν οὐδὲν οἵονται. ἐγὼ
meine Glieder bewege, vernünftig
handle, nicht aber insofern ich alle-
mal das Beste wähle, das zu be-
haupten wäre eine grofse Gedan-
kenlosigkeit.
1 τὸ γὰρ un διελέσθαι οἷόν τ᾽
εἶναι. Der absolute Infinitiv mit
τὸ als Ausruf der Verwunderung:
was sagst du dazu, dafs usw. Symp.
1110 τὸ οὖν τοιούτων πέρι πολλὴν
σπουδὴν ποιήσασθαι, Ἔρωτα Er
μηδένα πω ἀνθρώπων τετολμηκέ-
var — ἀξίως ὑμνῆσαι.
2 ἄλλο μέν τί ἐστι. Tim. 460
ταῦτ᾽ ουὐν πάντα ἐστὶ τῶν Evr-
αἰτίων, οἷς ϑεὸς ὑπηρετοῦσι χγρῆ-
ται τὴν τοῦ ἀρίστου κατὰ τὸ δυ-
varov ἰδέαν ἀποτελῶν δοξάζεται
δὲ ὑπὸ τῶν πλείστων οὐ ξυναίτια
αλλ αἴτια εἶναι τῶν πάντων, ψύ-
zovra nal ϑερμαίνοντα πηγνύντα
τε καὶ διαχέοντα καὶ ὅσα τοιαῦτα
ἀπεργαξόμενα. Ähnliches im Gorg.
4 ὃ von ψηλαφῶντες und von
προσαγορδύειν abhängig.
ψηλαφῶντες. Arist. pac. 690 πρὸ
τοῦ μὲν 00V ἐψηλαφῶμεν ἐν σκότῳ
[2
τὰ πράγματα, 600]. 816.
5 αὐτὸ nimmt das ὃ wieder auf.
66 μέν τις. Geht auf Empedo-
kles. Aristot. de coel. II 18 οἵ δ᾽,
ὥσπερ Ἐμπεδοκλῆς, τὴν τοῦ οὐρα-
νοῦ φορὰν κύκλῳ περιϑέουσαν καὶ
θᾶττον φερομένην τὴν τῆς γῆς
φορὰν κωλύειν, καθάπερ τὸ ἐν τοῖς
κυάϑοις ὕδωρ. καὶ γὰρ τοῦτο κύ-
Pat, Puaxp.
xim τοῦ κυάϑου φερομένου πολλά-
κις κάτω τοῦ γαλκοῦ γινόμενον
ὅμως οὐ φέρεται κάτω πεφυκὸς
φέρεσθαι ϑιὰ τὴν αὐτὴν αἰτίαν.
. zu 970.
ὑπὸ τοῦ οὐρανοῦ zu verbinden
mit δίνη. δίνη ὑπὸ τοῦ οὐρανοῦ
ist einvom Himmelausgehen-
der Wirbel. 110 E σηπεδονος καὶ
ἅλμης ὑπὸ τῶν δεῦρο ξυνερρυηκό-
των. polit. 291 Ὁ καὶ μετὰ μοναρ-
χίαν εἴποι τις ἄν, οἶμαι, τὴν ὑπὸ
τῶν ὀλίγων δυναστείαν.
76 δέ, Anaximenes. Von diesem
heifst es Ρ] αὖ. strom. apud Euseb,
pr. ev. 1 8 πιλουμένου δὲ τοῦ ἀέρος
πρώτην γεγενῆσϑαι λέγει τὴν γῆν
πλατεῖαν μάλα᾽ διὸ καὶ κατὰ λ6-
γον αὐτὴν ἐποχεῖσϑαι τῷ ἀέρι.
8 τὴν δὲ τοῦ ὡς olov τε. Zu
konstruieren: τὴν δὲ δύναμιν τοῦ
οὕτω νῦν αὐτὰ κεῖσθαι, ὡς οἷόν τε
βέλτιστα τεϑῆναι.
9 αὐτα, Erde, Himmel, Luft.
11 τούτου "Arkavre. Auf diese
Stelle scheint Aristoteles de coel.
II ı Rücksicht zu nehmen: διόπερ
οὔτε κατὰ τὸν τῶν παλαιῶν μῦϑον
ὑποληπτέον ἔχειν, οἵ φασιν Ἄτλαν-
τός τινος αὐτῷ (TO οὐρανῷ) προσ-
δεῖσϑαι τὴν σωτηρίαν.
18 τὸ ἀγαϑὸν καὶ δέον, das
Gute und Zweckmäfsige d. h.
die der Welt und allen einzelnen
Erscheinungen derselben zu Grunde
liegende Idee, durch die alles so
gut und zweckmälsig organisiert
114
IIAAT2NOZ
μὲν οὖν τῆς τοιαύτης αἰτέας, ὅπῃ ποτὲ ἔχει, μαϑητὴς ὁτουοῦν
ἥδιστ᾽ ἂν γενοίμην. ἐπειδὴ δὲ ταύτης ἐστερήϑην καὶ οὔτ᾽
αὐτὸς εὑρεῖν οὔτε παρ᾽ ἄλλου μαϑεῖν οἷός τε ἐγενόμην, τὸν
Ὁ δεύτερον πλοῦν ἐπὶ τὴν τῆς αἰτίας ξήτησιν ἡ πεπραγμάτευ-
μαι, βούλει σοι,᾽ ἔφη, "ἐπίδειξιν ποιήσωμαι, ὦ Κέβης;" “ὑπερ-
φυῶς μὲν οὖν,᾽ ἔφη, "ὡς βούλομαι."
XLVIII. “Ἔδοξε τοίνυν wor,’ ἡ δ᾽ ὅς, “μετὰ ταῦτα, ἐπειδὴ
ἀπείρηκα τὰ ὄντα σκοπῶν, δεῖν εὐλαβηϑῆναι, μὴ πάϑοιμι,
ὅπερ ol τὸν ἥλιον ἐκλείποντα θεωροῦντες καὶ σκοπούμενοι"
διαφϑείρονται γάρ που ἔνιοι τὰ ὄμματα, ἐὰν μὴ ἐν ὕδατι Yu
Ε τινι τοιούτῳ δκοπῶνται τὴν εἰκόνα αὐτοῦ. τοιοῦτόν τι καὶ
ἐγὼ διενοήϑην. καὶ ἔδεισα μὴ παντάπασι τὴν ψυχὴν τυφλο-
ϑείην βλέπων πρὸς τὰ πράγματα τοῖς ὄμμασι καὶ ἑκάστῃ τῶν
αἰσϑήσεων ἐπιχειρῶν ἄπτεσϑαι αὐτῶν.
ἔδοξε δή μοι χρῆναι
εἰς τοὺς λόγους καταφυγόντα ἐν ἐκείνοις σκοπεῖν τῶν ὄντων ὑ
τὴν ἀλήϑειαν. ἴσως μὲν οὖν ᾧ εἰκάξω τρόπον τινὰ οὐκ ἔοικεν.
10000 γὰρ πάνυ συγχωρῶ τὸν ἐν τοῖς λόγοις σκοπούμενον τὰ
wird, dass es in sich selber zu-
sammenschliefst und zusammenhält
(ξυνδεῖν καὶ συνέχειν).
8 τὸν δεύτερον πλοῦν. Die zweit-
beste Fahrt machen war ein Schiffer-
ausdruck und wurde von denen
gesagt, die bei mangelndem Fahr-
winde sich der Ruder zu bedienen
genötigt waren. Suid. δεύτερος
πλοῦς ὅταν ἀποτυχών τις οὐρίου
κώπαις πλεῖ. Sprichwörtlich wurde
es dann auf solche angewandt, die,
wenn sie das Beste und Wünschens-
werteste nicht erreichen konnten,
sich um die Erreichung des Nächst-
besten bemühten. Phil. 19 Ο καλὸν
μὲν τὸ ξύμπαντα γιγνώσκειν τῷ
σώφρονι, δεύτερος δ᾽ εἶναι πλοῦς
δοκεῖ μὴ λανθάνειν αὐτὸν αὑτόν.
So auch an unserer Stelle Als
das Höchste in der Philosophie galt
dem Sokrates die Vernunft als die
eine, das ganze Weltall bestim-
mende Idee nachzuweisen und von
ihr aus dann alle einzelnen Er-
scheinungen als Ausstrahlungen
derselben nach ihrer Zweckmälsig-
keit zu erklären. Die Hoffnung
eine solche Erklärung zu erhalten
hatte Anaxagoras in ihm angeregt,
aber nicht erfüllt und er selbst
hatte, wie er wenigstens hier sagt,
die Fähigkeit dazu nicht gehabt
und sich deshalb damit begmügt
die einzelnen Erscheinungen auf
die Begriffe und Ideen, von denen
aus ihre Zweckmäfsigkeit erkannt
werden könnte, und die besonderen
Ideen dann wieder auf allgemeinere
zurückzuführen und so endlich zur
höchsten und allgemeinsten, der
Vernunft selbst, hinaufzusteigen.
4 n nenpayudrsevucı, Zu kon-
struieren: ßovlsı σοε ἐπέδειξιν
ποιήσωμαι, ἢ πεπραγμάτευμαι τὸν
δεύτερον πλοῦν.
5 ἐπίδειξιν ποιήσωμαι. Sokrates
scheint auf die Prunkreden der 80-
phisten anzuspielen, die man mit
en Ausdrücken ἐπιδείκνυσθαι, ἐπι-
δείξεις ποιεῖσθαι zu bezeichnen
pflegte. ν
9 ὅπερ οἵ τὸν ἥλιον ἐκλεέποντα
ϑεωροῦντες. Οἷο, Tusc. I 80 73
nisi idem nobis accideret — quod
dis saepe usu ven, qui cum acrıler
oculis deficientem solem intuereniur,
μὲ aspectum omnino amitierent.
15 εἰς τοὺς λόγους. λάγοι sind
hier die Begriffe.
16 ἔοικεν, nämlich τὸ ἐν τοῖς
λόγοις σκοπεῖσθαι τὰ ὄντα.
11 οὐ γὰρ πάνυ συγχωρῶ. Da
Sokrates vorher das Betrachten der
ΦΑΙΔΩΝ. 115
ὄντα ἐν εἰκόσι μᾶλλον σκοπεῖν ἢ τὸν ἐν τοῖς ἔργοις" ἀλλ᾽
οὖν δὴ ταύτῃ γε ὥρμησα καὶ ὑποθέμενος ἑκάστοτε λόγον, ὃν
ἂν κρίνω ἐρρωμενέστατον εἶναι, ἃ μὲν ἄν μοι δοκῇ τούτῳ
συμφωνεῖν, τέϑημι ὡς ἀληϑῆ ὄντα, καὶ περὶ αἰτίας καὶ περὶ
τῶν ἄλλων ἁπάντων, ἃ δ᾽ ἂν un, ὡς οὐκ ἀληϑῆ. βούλομαι
δέ σοι σαφέστερον εἰπεῖν, ἃ λέγω" οἶμαι γάρ σε νῦν οὐ μαν-
ϑάνειν. ᾿οὐ μὰ τὸν Δία, ἔφη ὁ Κέβης, "οὐ σφόδρα."
XLIX. “41λ᾽, ἦ δ᾽ ὅς, ὧδε λέγω, οὐδὲν καινόν, ἀλλ᾽ Β
ἅπερ ἀεὶ καὶ ἄλλοτε καὶ ἐν τῷ παρεληλυϑότι λόγῳ οὐδὲν
πέπαυμαι λέγων. ἔρχομαι γὰρ δὴ ἐπιχειρῶν δοι ἐπιδείξασϑαι
τῆς αἰτίας τὸ εἶδος, ὃ πεπραγμάτευμαι, καὶ εἶμι πάλιν ἐπ’
ἐκεῖνα τὰ πολυϑρύλητα καὶ ἄρχομαι an’ ἐκείνων ὑποθέμενος
εἷναέ τι καλὸν αὐτὸ καϑ᾽ αὑτὸ καὶ ἀγαϑὸν καὶ μέγα καὶ τἄλλα
πάντα" ἃ εἴ μοι δίδως τε καὶ συγχωρεῖς εἶναι ταῦτα, ἐλπίξω
'σοι ἐκ τούτων τὴν αἰτίαν ἐπιδείξειν καὶ ἀνευρήσειν, ὡς ἀϑά-
νατον ἡ ψυχή. ᾿ἀλλὰ unv, ἔφη ὁ Κέβης, "ὡς διδόντος σοι
οὐκ ἂν φϑάνοις περαίνων. 'σκόπει δή." ἔφη, 'τὰ ἑξῆς ἐκεί--:
νοις, ἐάν σοι ξυνδοκῇ ὥσπερ ἐμοί. φαίνεται γάρ μοι, εἶ τέ
ἐστιν ἄλλο καλὸν πλὴν αὐτὸ τὸ καλόν, οὐδὲ δι’ ἕν ἄλλο κα-
)λὸν εἶναι ἢ διότι μετέχει ἐκείνου τοῦ καλοῦ" καὶ πάντα δὴ
οὕτως λέγω. τῇ τοιζδε αἰτίᾳ συγχωρεῖς" συγχωρῶ; ἔφη.
οὐ τοίνυν, ἦ δ᾽ ὅς, “ἔτι μανθάνω οὐδὲ δύναμαι τὰς ἄλλας
Dinge in ihren Begriffen mit dem
Betrachten des Sonnenbildes im
Wasserspiegel verglichen hat, so
will er nun vorbeugen, dafs dieser
Vergleich nicht zum Nachteile
derer ausgelegt werde, die das
Wesen der Dinge nicht an diesen
in ihrer wirklichen Erscheinung,
sondern an den ihnen zu Grunde
liegenden Begriffen zu erkennen
suchen. Beide, der die Sonne im
Wasserbilde und der die Dinge in
ihren Begriffen Betrachtende, ab-
strahieren allerdings von den Dingen
als solchen in ihrer unvermittelten
Erscheinung; aber der letztere sieht
mehr die Wahrheit und das Wesen
der Dinge, der erstere nur Bilder
von ihnen. Denn die Begriffe oder
Ideen sind Urbilder, die Dinge die
Abbilder, also die eigentlichen εἰ-
κόνες von jenen.
8 ὧδε λέγω, οὐδὲν καινόν. 115 B
ἅπερ ἀεὶ λέγω, --- οὐδὲν καινότε-
οΨ.
9 καὶ ἐν τῷ παρεληλυϑότι λόγῳ.
6. ΧΙΧ u. fg. ‘ Ἵ
10 ἐπιχειρῶν --- ἐπιδεέξασθαι
entspricht dem Futur ἐπιδειξόμενος.
17 οὔκ ἂν φϑάνοις περαίνων.
Eigentlich Frage: würdest du es
nicht sofort durchführen?
tv ἄλλο. Xen. Cyr.
II 1 21 ὅτι οὐδὲ δι᾽ ἕν ἄλλο τρέ-
φονται. 8. zu 12 Ὁ
21 τῇ τοιᾷδε αἰτέᾳ συγχωρεῖς:
Polit. 268 A ὀυγχωρεῖς οὖν as AE-
ysı; Ebenso ist ὁμολογεῖν kon-
struiert de rep. ΥἹ 490 D πᾶς μὲν
ἀναγκασθήσεται ὁμολογεῖν οἷς λέ-
γομεν.
8:
116
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
αἰτίας τὰς σοφὰς ταύτας γιγνώσκειν. ἀλλ᾽ ἐάν τές μοι λέγῃ,
D διότι καλόν ἐστιν ὁτιοῦν, ἢ χρῶμα εὐανϑὲς ἔχον ἢ σχῆμα ἢ
ἄλλο ὁτιοῦν τῶν τοιούτων, τὰ μὲν ἄλλα χαίρειν ἐῶ, ταρᾶτ-
τομαι γὰρ ἐν τοῖς ἄλλοις πᾶσι, τοῦτο δὲ ἁπλῶς καὶ ἀτέχνως
καὶ ἴσως εὐήϑως ἔχω παρ᾽ ἐμαυτῷ, ὅτι οὐκ ἄλλο τι ποιεῖ"
αὐτὸ καλὸν ἢ ἡ ἐκείνου τοῦ καλοῦ εἴτε παρουσία εἴτε κοινω-
via, [site] ὅπῃ δὴ καὶ ὅπως προσγενομένη᾽" οὐ γὰρ ἔτι τοῦτο
διισχυρίξομαι, ἀλλ᾽ ὅτι τῷ καλῷ πάντὰ τὰ καλὰ γίγνεται καλά,
τοῦτο γάρ μοι δοκεῖ ἀσφαλέστατον εἶναι καὶ ἐμαυτῷ ἀκο-
xolvaodaı καὶ ἄλλῳ, καὶ τούτου ἐχόμενος ἡγοῦμαι οὐχ ἄν"
E ποτὲ πεσεῖν, ἀλλ᾽ ἀσφαλὲς εἶναι καὶ ἐμοὶ καὶ ὁτῳοῦν ἄλλῳ
ἀὠποπρίνασϑαι, ὅτι τῷ καλῷ τὰ καλὰ καλά.
ἢ οὐ καὶ σοὶ
δοκεῖ; δοκεῖ. καὶ μεγέϑει ἄρα τὰ μεγάλα μεγάλα καὶ τὰ
μείζω μείζω, καὶ σμικρότητι. τὰ ἐλάττω ἐλάττω; “ναί. “οὐδὲ
σὺ ἄρ᾽ Av ἀποδέχοιο, εἴ τίς τινα φαίη ἕτερον ἑτέρου τῇ κε-"
φαλῇ μείξω εἶναι, καὶ τὸν ἐλάττω τῷ αὐτῷ τούτῳ ἐλάττω,
ιτοιἀλλὰ διαμαρτύροιο ἄν, ὅτι σὺ μὲν οὐδὲν ἄλλο λέγεις ἢ ὅτι
τὸ μὲν μεῖξον πᾶν ἕτερον ἑτέρου οὐδενὶ ἄλλῳ μεῖζόν ἐστιν j
2 διότι καλόν ἐστιν ὁτιοῦν. Die
Farbe an sich, die Form an sich
kann einen Gegenstand nicht schön
machen, sondern nur, wenn sich
aus dem Begriff der Schönheit nach-
weisen lälst, dafs gerade diese
Farbe, diese Form diejenige ist,
welche jener Begriff für diesen Ge-
genstand fordert, und also der Ge-
enstand als an dem Begriff der
chönheit Anteil habend oder mit
ihm übereinstimmend aufgezeigt ist.
ἔχον. Das Partizip erklärend zu
διότι hinzugefügt, . zu 59 A,
4 ἀτέχνως. Harpocrat. ᾿ἡτεχνῶς
περισπωμένως μὲν ἀντὶ τοῦ σαφῶς
ἢ βεβαίως ἡ ἀσφαλῶς ἢ φανερῶς,
παροξυτόνως δὲ ἀντὶ τοὺ ἀμελῶς
καὶ ἄνευ τέχνης. Vgl. 900.
5 ἔχω παρ ἐμαυτῷ. 8. τὰ 11 Α.
6 εἴτε παρουσία εἴτε κοινωνία.
Platon läfst es unentschieden, ob
man das Verhältnis der Ideen-
welt zur Erscheinungswelt als eine
wirkliche Anwesenheit (παρουσία)
der Idee bei den Erscheinungen oder
‚als eine Teilnahme (κοινωνία) der
Natur der letzteren an der der
ersteren bezeichnen solle. Parm.
188 Ὁ τὰ παρ᾽ ἡμῖν εἴτε ὁμοιώματα
εἴτε ὅπῃ δή τις αὐτὰ τίϑεται. Die
Erscheinungen tragen, da sie nach
den Ideen geschafien sind, das Ge
präge derselben, wenn auch nicht
ganz rein und deutlich, an sich
und sind, was sie sind, nur durch
jene.
7 ὅπῃ καὶ ὅπως. 8. zu 18}.
οὐ γὰρ ἔτι τοῦτο ὃ. Arist. mel.
16 τὴν μέντοι γε μέθεξιν — ητις
ἂν εἴη τῶν εἰδῶν, ἀφεῖσαν ἐν κοι-
νῷ ξητεῖν. ,
10 τούτου ἐχόμενος. 101 Ὁ ig
μενος ἐκείνου τοῦ ἀσφαλοῦς τῆς
ὑποϑέσεως. ὔ
11 πεσεῖν scheint gewählt mi
Rücksicht auf das Verb ἔχεσθαι,
sich an etwas halten.
13 μεγέϑει, wegen seiner Gröli
ἃ. h. wegen seiner Teilnahme 88
der Idee der Gröfse, un
15 τῇ κεφαλῇ. Genauer διὰ τὸ
τῇ κεφαλῇ ὑπερέχειν. Ebenso 1018
ἡμέσει gleich διὰ τὸ ἡμέσει αὐτοῦ
ὑπερέχειν. L 96 E.
17 ὅτι τὸ μὲν μεῖξον. Wenn ich
von zwei Gegenständen den einen
οἵδ, den andern klein nenne, 80
ängt alles davon ab, wie sie zu
dem Begriffe der Gröfse stehen;
ΦΑΙΔΩΝ, 117
μεγέϑει καὶ διὰ τοῦτο μεῖζον, διὰ τὸ μέγεϑος, τὸ δὲ ἔλαττον
οὐδενὶ ἄλλῳ ἔλαττον ἢ σμικρότητι καὶ διὰ τοῦτο ἔλαττον,
διὰ τὴν σμικρότητα, φοβούμενος. οἶμαι, μή τίς σοι ἐναντίος
λόγος ἀπαντήσῃ, ἐὰν τῇ κεφαλῇ μείξονά τινα φῇς εἶναι καὶ
δέλάττω, πρῶτον μὲν τῷ αὐτῷ τὸ μεῖξον μεῖξον εἶναι καὶ τὸ
ἔλαττον ἔλαττον, ἔπειτα τῇ κεφαλῇ σμικρᾷ οὔσῃ τὸν μείξω
μείξω εἶναι, καὶ τοῦτο δὴ τέρας εἶναι, τὸ σμικρῷ τινι μέγαν Β
τινὰ εἶναι. ἢ οὐκ ἂν φοβοῖο ταῦτα; καὶ ὁ Κέβης γελάσαξ᾽
ἔγωγε. ἔφη. οὐκοῦν." ἡ δ᾽ ὅς, ‘ra δέκα τῶν ὀκτὼ δυοῖν
υ πλείω εἶναι. καὶ διὰ ταύτην τὴν αἰτίαν ὑπερβάλλειν, φοβοῖο
ὧν λέγειν, ἀλλὰ μὴ πλήϑει καὶ διὰ τὸ πλῆϑος; καὶ τὸ δίπηχυ
τοῦ πηχυαίου ἡμίσει μεῖξον εἶναι, ἀλλ᾽ οὐ μεγέϑει; ὁ αὐτὸς
γάρ που φόβος. 'πάνυ ys, ἔφη. "τί δέ; ἑνὶ ἑνὸς προστε-
ϑέντος τὴν πρόσϑεσιν αἰτίαν εἶναι τοῦ δύο γενέσθαι ἢ δια-
εσχισϑέντος τὴν σχίσιν οὐκ εὐλαβοῖο ἂν λέγειν, καὶ μέγα ἂν Ο
βοῴης, ὅτι οὐκ οἶσϑα ἄλλως πως ἕκαστον γιγνόμενον ἢ μετα-
σχὸν τῆς ἰδίας οὐσίας ἑκάστου, οὗ ἂν μετάσχῃ, καὶ ἐν τούτοις
οὐκ ἔχεις ἄλλην τινὰ αἰτίαν τοῦ δύο γενέσθαι ἀλλ᾽ ἢ τὴν τῆς
δυάδος μετάσχεσιν, καὶ δεῖν τούτου μετασχεῖν τὰ μέλλοντα
der eine hat mehr Anteil an die-
sem Begriffe, als der andere.
3 ἐναντίος λόγος, wie schon aus
dem Prädikat (ἀπαντήσῃ) hervor-
geht, personifiziert zu denken.
4 ἐὰν τῇ κεφαλῇ. Wie Sokrates
97 AB erklärt, er könne sich nicht
denken, dafs aus zwei entgegen-
gesetzten Ursachen, dem Zufügen
und dem Trennen, dieselbe Wir-
kung hervorgehen und aus einem
Gegenstande, je nachdem man ihn
zu einem anderen hinzufüge oder
trenne, zwei werden könnten,
80 sagt er an unserer Stelle, dafs
aus derselben Ursache, dem Kopfe,
nicht zwei entgegengesetzte Wir-
kungen, das Gröfser- und das Rlei-
nerwerden, hervorgehen können.
Denn eine Ursache kann nicht eine
ihrem Wesen entgegengesetzte Wir-
kung haben.
μείξονα — ἐλάττω. Beide For-
men finden sich auch sonst neben
einander. De leg. 11 657 A οὔτε τι
καλλέονα οὔτε αἰσχίω, III 690 B τὸν
κρείττονα μὲν ἄρχειν, τὸν ἥττω δὲ
ἀρχγεσϑαι.
7 καὶ τοῦτο --- εἶναι. Der In-
finitiv, als ob nicht alles von φο-
βούμενος abhängig wäre, sondern
von einem Verbum des Erwägens.
τέρας häufig vom logischen Wi-
derspruch, Parm. 129B εἰ γὰρ αὐτὰ
τὰ ὅμοιά τις ἀπέφαινεν ἀνόμοια
ἐγνόμενα --- τέρας ἄν, οἶμαι, ἢν.
heaet. 168 D.
11 μὴ nach λέγειν. Die Vernei-
nung wird als nur in der Vor-
stellung des Subjekts vorhanden
bezeichnet. Sauppe zu Prot. 319B.
14 διασχισϑέντος. 97 A οὐδέ γε
ὡς, ἐάν τις ἕν διασχίσῃ, δύναμαι
ἔτι πείϑεσϑαι, ὡς αὕτη͵ αὖ αἰτία
γέγονεν ἡ σχίσις τοῦ δύο γεγονέ-
ναι. |
15 μέγα ἂν βοῴης. μέγα βοᾶν
von der zuvorsichtlicheh Sprache
der Philosophen. Plut. de stoic.
p. 1068 Ὁ ὁ δὲ ἐκ τῆς στοᾶς βοῶν
μέγα καὶ κεκραγώς. ἐγὼ μόνος εἰμὶ
βασιλεύς, p. 1169 D μέγα βοῶντες,
ὡς ἕν ἐστιν ἀγαϑόν.
19 καὶ δεῖν. Der Infinitiv nicht
selten zur Fortsetzung einer obliquen
Rede, die mit ὅτε eingeleitet war.
118
HAATSNOZ
δύο Easodaı, καὶ μονάδος, ὃ ἂν μέλλῃ ἕν ἔσεσθαι. τὰς δὲ
σχέσεις ταύτας καὶ προσϑέσεις καὶ τὰς ἄλλας τὰς τοιαύτας
κομψείας ἐῴης ἂν χαίρειν παρεὶς ἀποκρίνασϑαι τοῖς ἑαυτοῦ
D σοφωτέρφοις" σὺ δὲ δεδιὸς ἂν τὸ λεγόμενον τὴν ἑαυτοῦ σκιὰν
καὶ τὴν ἀπειρίαν, ἐχόμενος ἐκείνου τοῦ ἀσφαλοῦς τῆς ὑπο-"
ϑέσεως, οὕτως ἀποχρέναιο ἄν; εἰ δέ τις αὐτῆς τῆς ὑποϑέσεως
Epolto, χαίρειν dns ἂν καὶ οὐκ ἀποκρίναιο, ἕως ἂν τὰ da
ἐκείνης δρμηϑέντα σκέψαιο, εἴ σοι ἀλλήλοις συμφωνεῖ ἢ ὃδια-
φωνεῖ. ἐπειδὴ δὲ ἐκείνης αὐτῆς δέοι σε διδόναι λόγον. ὡσ-
αὐτως ἂν διδοίης ἄλλην αὖ ὑπόϑεσιν ὑποθέμενος, ἥτις τῶν
ἄνωθεν βελτίστη φαίνοιτο, ξως ἐπί τι ἱκανὸν ἔλθοις, ἅμα δὲ
2 τὰς τοιαύτας κομψείας gerade
80 ZU τὰς σχίσεις ταύτας καὶ προσ-
ϑέσεις hinzugefügt, wie 66 C φλυα-
ρέας zu einer Reihe äbnlicher Be-
griffe. Mit κομψεῖαι werden wohl
ie Spitzfindigkeiten der Sophisten
bezeichnet, die mit den Worten
τοῖς ἑαυτοῦ σοφωτέροις bezeichnet
zu sein scheinen. Möglich, dafs
Platon bier, wie Gorg. 486 C, auf die
Verse der Euripideischen Antiope
anspielt: ἄλλοις τὰ κομψὰ ταῦτ᾽
ἀφεὶς σο ἔσματα, ἐξ ὡν κενοῖσιν
γκατοικήσεις δομοις (Ir . p. 381
ed. Nauck). r "en. Pp
3 τοῖς ἑαυτοῦ σοφωτέροις --- τὴν
ἑαυτοῦ σκιάν, 8. zu 178 Β.
4 δεδιὼς ἂν τὸ λεγόμενον τὴν
ἑαυτοῦ σκιάν. ol. τὴν ἑαυτοῦ
σκιὰν δέδοιμεν" ἐπὶ τῶν σφόδφα
δειλοτάτων. Die Unerfahrenheit,
vor der sich Kebes, wie vor seinem
Schatten fürchten würde, bestand
darin, dafs er sich nicht zutranen
würde die aus der genannten An-
nahme entstehenden Widersprüche
mit sophistischer Gewandtheit weg-
zudisputieren.
5 τοῦ ἀσφαλοῦς τῆς ὑποθέσεως.
Die ὑπόϑεσις selbst ist ausgespro-
chen in den Worten: εἶναί τι xa-
λὸν αὐτὸ καϑ᾽ αὐτὸ καὶ ἀγαθὸν
καὶ μέγα καὶ τἄλλα πάντα (100 B).
Als das Sichere daran hat zu gel-
ten: ὅτε τῶ καλῷ (αὐτῷ) τὰ καλὰ
καλὰ καὶ εγέϑει τὰ μεγάλα με-
γάλα (100E).
1 ἐφοῖτο ist Madvigs Konjektur ;
die Bücher haben ἔχοιτο. In die-
sem Zusammenhange erwartet man
‚untersuchen. De rep. I
ein Verb des Bekämpfens; dieser
Begriff liegt aber schwerlich in
ἔχεσθαι.
ἕως ἂν — σκέψαιο enthält ebenso
ut eine Behauptung, wie οὐκ ἂν
ἀποκρίναιο, Au würdest nicht
antworten und (sondern) erst
412D
τοῦτό γ᾽ ἂν μάλιστα φιλοῖ, © Evp-
φέρειν ἡγοῖτο τὰ αὐτὰ καὶ ἑαυτῶ
καὶ ὅταν μάλιστα ἐκείνου μὲν εὖ
σραττοντος oloıroovußadverw, Alcib.
II 146 A φαέης ἄν, ὁπόταν sea.
8 σοι. 8. zu Τ6 Ὁ.
9 ἐπειδὴ δὲ ἐκεένης. Dafs das
Forschen von der einen Idee zur
anderen fortschreiten soll, hat zur
Voraussetzung, dafs in dem einen
if an und für sich der for-
schenden Seele Ondern Befriefaunr
gegeben ist, sondern Befriedi
aus ihm erst erwächst, wenn er in
seinem Zusammenhange mit dem
ganzen System der Begriffe erkannt
worden ıst. Deswegen betrachtet
Platon die einzelnen Ideen als Vor-
aussetzungen, über welche noch
Rechenschaftgegeben werden könne
durch eine höhere Voraussetzung
ἃ, h. durch eine höhere Idee, bis
man zuletzt zu einem Befriedigen-
den (ἑκανόν τι) gelange d. ἢ. zu
einer Idee, welche durch keine
höhere Voraussetzung oder Idee ge-
rechtfertigt zu werden braucht.
11 ἄνωϑεν. Arist. an. pr. I 30
λέγω δ᾽ ἄνω μὲν τὴν ἐπὶ τὸ καϑόλου
μᾶλλον (κατηγορίαν), κάτω δὲ τὴν
ἐπὶ τὸ κατὰ μέρος.
ἕως --- ἔλθοις. Hypothetisch hin-
10
15
BAIARN.
119
οὐκ ἂν φύροιο ὥσπερ ol ἀντιλογικοὶ περί Ts τῆς ἀρχῆς δια-Ἐ
λεγόμενος καὶ τῶν ἐξ ἐκείνης ὡρμημένων, εἴπερ βούλοιό τι
τῶν ὄντων εὑρεῖν; Enelvorg μὲν γὰρ ἴσως οὐδὲ εἷς περὶ τού-
του λόγος οὐδὲ φροντές᾽" ἱκανοὶ γὰρ ὑπὸ σοφίας ὁμοῦ πάντα
ὃ κυχῶντες ὅμως δύναφϑαι αὐτοὶ αὑτοῖς ἀρέσκειν" σὺ δ᾽, εἴπερ
εἰ τῶν φιλοσόφων, οἶμαι, ἄν, ὡς ἐγὼ λέγω, ποιοῖς. *dAn-102 "
ϑέστατα,᾽ ἔφη, “λέγεις,᾽ ὅ τε Σιμμίας ἅμα καὶ ὁ Κέβης.
EX. Νὴ Δία, ὦ Φαίδων, εἰκότως γε, ϑαυμαστῶς γάρ
μοι δοχεῖ ὡς ἐναργῶς τῷ καὶ σμικρὸν νοῦν ἔχοντι εἰπεῖν
ἐκεῖνος ταῦτα.
®AIA. Πάνυ μὲν οὖν, ὦ Ἐχέκρατες, καὶ πᾶσι τοῖς παρ--
οὔαιν ἔδοξεν.
ΕΧ. Καὶ γὰρ ἡμῖν τοῖς ἀποῦσι, νῦν δὲ ἀκούουσιν. ἀλλὰ
τίνα δὴ ἦν τὰ μετὰ ταῦτα λεχϑέντα;
L. ΦΑΙΖ. Ὡς μὲν ἐγὼ οἶμαι, ἐπεὶ αὐτῷ ταῦτα συν-
εχωρήϑη, καὶ ὡμολογεῖτο εἶναί τι ἕκαστον τῶν εἰδῶν καὶ τού- Β
τῶν τἄλλα μεταλαμβάνοντα αὐτῶν τούτων τὴν ἐπωνυμίαν
ἴσχειν, τὸ δὴ μετὰ ταῦτα ἠρώτα" “el δή," ἡ δ᾽ ὅς, “ταῦτα οὕτως
λέγεις, ἄρ᾽ οὐχ, ὅταν Σιμμίαν Σωκράτους φῇς μείξω εἶναι,
gestellt. Sokrates kann ja nicht
wissen, ob das ἐπί τι ἱκανὸν ἐλθεῖν
immer gelingen werde.
I φύραιο. Gorg. 465 Ο φύρονται
ν» τῷ αὐτῷ καὶ περὶ ταὐτὰ σοφι-
σταὶ καὶ ῥήτορες.
αντιλογικοί, ὃ. zu 90B.
, 4 ἱκανοὶ --- δύνασϑαι, sie sind
imstande, alles durch ein-
ander rührend, dennoch sich
gefallen zu können. Noch auf-
fallender de leg. VIII 889 D δυνα-
τὸν εἶναι δύνασθαι. Jon. 533 D
wen ἡ Aldog — δύναμιν ἐντέϑησι
τοῖς δακτυλίοις, ὥστε δύνασθαι
ταυτὸν τοῦτο ποιεῖν ὅπερ ἡ͵ λέϑος,
ἄλλους ἄγειν δακτυλίους. Ahnlich
de leg. 1% 929 Α. ᾿
ὃ ἂν --- ποιοῖς. 8. zu 8574.
8 Νὴ Δία, ὦ Φαίδων. Die Zu-
stimmung des Echekrates macht
wieder einen bedeutsamen Abschnitt,
Es liegt dem Platon daran, die Zu-
verlässigkeit des eben gewonnenen
Resultates hervorzuheben, da es die
Grundlage der folgenden Beweis-
führung ist,
13 ἡμῖν. 8. zu 58D,
15 οἶμαι so viel, wie μέμνημαι.
Prot. 336 ἢ μετὰ δὲ τὸν ᾿Δλκιβιά-
δην, ὡς ἐγωμαι, Κριτέας ἣν ὁ εἰπών.
17 τάλλα, das Übrige, die Er-
scheinungen der Welt. Was die-
selben Wahres an sich haben, das
haben sie nur durch ihre Verbin-
dung mit den Ideen. Auch der
Name, mit dem sie belegt werden,
ist nur ein von den Ideen erborgter,
denen er eigentlich und im wahren
- Sinne zukommt. Parm. 130 E δοκεῖ
σοι εἶναι εἴδη ἅττα, ὧν τάδε τὰ
ἄλλα μεταλαμβάνοντα τὰς ἐπωνυ-
μίας αὐτῶν ἴσχειν, οἷον ὁμοιότητος
μὲν μεταλαβόντα ὅμοια, μεγέϑους δὲ
μεγάλα, κάλλους τε καὶ δικαιοσύνης
δίκαιά re καὶ καλὰ γίγνεσθαι.
19 ἀρ᾽ οὐχ, ὅταν Σιμμίαν. Nach-
dem das Fundament der Argumen-
tation durch den Satz, dafs jedem
Dinge nur insofern ein Prädikat zu-
komme, als es Teil an dem Be-
griffe dieses Prädikates hat, gelegt
u wird nun zu dem zweiten
atze übergegangen, dals entgegen-
gesetzte Begriffe sich gegenseitig
ausschliefeen und deshalb nie
gleichzeitig von einem Gegenstande
prädiziert werden können, Dieser
120
IIAATSNOZ
Φαίδωνος δὲ ἐλάττω, λέγεις τότ᾽ εἶναι ἐν τῷ Σιμμίᾳ ἀμφότερα
καὶ μέγεθος καὶ σμικρότητα; “ἔγωγε. "ἀλλὰ γάρ." ἡ δ᾽ ὅς,
ὁμολογεῖς τὸ τὸν Σιμμίαν ὑπερέχειν Σωκχράτους οὐχ, ὡς τοῖς
ῥήμασι λέγεται, οὕτω καὶ τὸ ἀληϑὲς ἔχειν; οὐ γάρ που πεφυ-
Ο κέναι Σιμμέαν ὑπερέχειν τούτῳ τῷ Σιμμίαν εἶναι, ἀλλὰ τῷ"
μεγέϑει, ὃ τυγχάνει ἔχων" οὐδ᾽ αὖ Σωκράτους ὑπερέχειν, ὅτι
Σωκράτης ὁ Σωκράτης ἐστίν, ἀλλ᾽ ὅτι σμικρότητα ἔχει ὁ Σο-
κράτης πρὸς τὸ ἐχείνου μέγεθος. ᾿ἀληϑῆ. ᾿οὐδέ γε αὖ ὑπὸ
Φαίδωνος ὑπερέχεσϑαι τῷ ὅτι Φαίδων ὁ Φαίδων ἐστίν, ἀλλ᾽
ὅτι μέγεθος ἔχει ὁ Φαίδων πρὸς τὴν Σιμμίου σμικρότητα"
“ἔστι ταῦτα. οὕτως ἄρα ὁ Σιμμίας ἐπωνυμίαν ἔχει σμικρός
τε καὶ μέγας εἶναι, ἐν μέσῳ ὧν ἀμφοτέρων, τοῦ μὲν τῷ μεγέ-
D ϑει ὑπερέχειν τὴν σμικρότητα ὑπέχων. τῷ δὲ τὸ μέγεϑος τῆς
σμικρότητος παρέχων ὑπερέχον. καὶ ἅμα μειδιάσας" “ἔοικα;
ἔφη, "καὶ ξυγγραφικῶς ἐρεῖν, ἀλλ᾽ οὖν ἔχει γέπου, ὡς λέγω ι
συνέφη. ᾿'λέγω δὲ τοῦδ᾽ ἕνεκα, βουλόμενος δόξαι σοὶ ὕπερ
Übergang selbst wird durch den
Einwurf angebahnt, dafs ein Gegen-
stand an zwei entgegengesetzten
Begriffen, z. B. dem der Größe und
der Kleinheit, zugleich Teil haben
könne.
2 ἀλλὰ γάρ. Aber damit verhält
es sich so; du giebst nämlich zu
== aber du giebst ja zu. Mit
diesen Worten beginnt die Antwort
auf den Einwurf. Wo die zwei ent-
gegengenetzten Begriffe der Gröfse
un einheit an einem Subjekte
vereinigt zu sein scheinen, ist nicht
von dem Begriffe der Gröfse und
Kleinheit an sich oder von abso-
luter Gröfse und Kleinheit die Rede,
sondern nur von relativer.
4 οὐ γάρ που. Der Grund, warum
Simmias an Gröfse den Sokrates
übertrifft, aber vom Phädon über-
troffen wird, liegt nicht darin, dafs
Simmias Simmias ist, Sokrates So-
krates und Phädon Phädon, d.h.
nicht darin, dafs Gröfse und Klein-
heit an sich zu dem Wesen dieser
Männer gehören und also ein unter
allen Umständen ihnen immer zu-
kommendes Prädikat ausmachen,
sondern darin, dafs jedem von ihnen
nur im Verhältnis zu einem ande-
ren Grölseren oder Kleineren Gröfse
oder Kleinheit zugeschrieben wird.
Simmias ist nur im Vergleich mit
dem Phädon klein und im Ver-
leich mit dem Sokrates grofs, bei-
es zugleich aber kann er nicht
sein. Gröfse und Kleinheit schlies-
sen sich also nicht nur als Begriffe
an sich, sondern auch als einem be-
stimmten Subjekte inhärierende Be-
iffe gegenseitig aus. Was von
iesen beiden Begriffen gilt, gilt
von allen entgegengesetzten Be-
griffen.
11 ἐπωνυμίαν ἔχει --- εἶναι gerade
so gesagt, wie ὀνομάξεταε εἶναι
(Theaet,. 160 B). Her. II 44 Igor
Ἡρακλέος ἐπωνυμίην ἔχοντος Θα-
σίου εἶναι.
18 ὑπέχων ist nach Madvigs Ver-
mutung gesetzt. Die Hdschr. h#+
ben fast alle ὑπερέχων, die Vulgats
παρέχων. Eigentlich: Simmias bie-
tet der Gröfse des Phädon seine
Kleinheit dar, sie zu übertreffen.
τῷ δὲ τὸ ger. Zu konstruieren:
τῷ δὲ παρέχων τὸ μέγεϑος τῆς
σμικρότητος ὑπερέχον.
1ὅ ξυχγραφικῶρ, mit der pein-
lichen Genauigkeit, mit welcher
eine Gerichtsperson einen Kontrakt
abfafst. |
16 τοῦδ᾽ ἕνεκα, βουλόμενος. 8.
zu 59 A.
DBAIARN.
121
ἐμοί. ἐμοὶ γὰρ φαίνεται οὐ μόνον αὐτὸ τὸ μέγεϑος οὐδέποτ᾽
ἐθέλειν ἅμα μέγα καὶ σμικρὸν εἶναι, ἀλλὰ καὶ τὸ ἐν ἡμῖν
μέγεϑος οὐδέποτε προσδέχεσθαι τὸ σμικρὸν οὐδ᾽ ἐθέλειν ὑπερ-
ἔχεσϑαι, ἀλλὰ δυοῖν τὸ ἕτερον, ἢ φεύγειν καὶ ὑπεκχωρεῖν,
ὅ ὅταν αὐτῷ προσίῃ τὸ ἐναντίον τὸ σμικρὸν ἢ προσελθόντος E
ἐκείνου ἀπολωλέναι, ὑπομένον δὲ καὶ δεξάμενον τὴν σμωιρό-
ınra οὐκ ἐθέλειν εἶναι ἕτερον ἢ, ὅπερ nv, ὥσπερ ἐγὼ δεξά-
μενος καὶ ὑπομείνας τὴν σμικρότητα, καὶ ἔτι ὥν, ὅσπερ εἰμί,
οὗτος ὁ αὐτὸς σμικρός εἰμι" ἐκεῖνο δὲ οὐ τετόλμηκεν μέγα ὃν
ο σμικρὸν εἶναι" ag δ᾽ αὕτως καὶ τὸ σμικρὸν τὸ ἐν ἡμῖν οὐκ
ἐθέλει ποτὲ μέγα γίγνεσϑαι οὐδὲ εἶναι, οὐδ᾽ ἄλλο οὐδὲν τῶν
ἐναντίων ἔτι ὄν, ὅπερ ἦν, ἅμα τοὐναντίον γίγνεσθαί τε καὶ
εἶναι, ἀλλ᾽ ἤτοι ἀπέρχεται ἢ ἀπόλλυται ἐν τούτῳ τῷ παϑή-108
ματι.
“παντάπασιν,᾽ ἔφη ὁ Κέβης, “οὕτω φαίνεταί wor.’
LI. Καί τις εἶπε τῶν παρόντων ἀκούσας --- ὅστις δ᾽ ἦν
οὐ σαφῶς μέμνημαι ---- 'πρὸς ϑεῶν, οὐκ ἐν τοῖς πρόσϑεν
ἡμῖν λόγοις αὐτὸ τὸ ἐναντίον τῶν νυνὶ λεγομένων ὡμολογεῖτο,
ἐκ τοῦ ἐλάττονος τὸ μεῖξον ylyvsodaı καὶ ἐκ τοῦ μείζονος τὸ
ἔλαττον, καὶ ἀτεχνῶς αὕτη εἶναι ἡ γένεσις τοῖς ἐναντίοις, ἐκ
ἢ τῶν ἐναντίων; νῦν δέ μοι δοκεῖ λέγεσϑαι, ὅτι τοῦτο οὐκ ἄν
ποτὲ γένοιτο. καὶ ὁ Σωκράτης παραβαλὼν τὴν κεφαλὴν καὶ
9 ἐθέλειν, S, zu 608Β.
τὸ ἐν ἡμῖν μέγεθος, die Gröfse
an uns d. ἢ. die konkrete Gröfse,
die Gröfse in ihrer Erscheinung an
einem bestimmten Gegenstande. Die
Begriffe Gröfse und Kleinheit wer-
den von Sokrates personifiziert und
wie lebendige Wesen gedacht, die
alles, was ihrer Natur widerspricht,
von sich abwehren und, wenn es
dennoch naht, entweder davongehen
oder untergehen, in keinem Fall
aber ihnen eine Berührung mit sich
gestatten.
6 ὑπομένον δὲ καὶ δεξάμενον.
Zu konstruieren: οὐκ ἐθέλειν δὲ
εἶναι ἕτερον ἤ, ὅπερ 79, ὑπομένον
καὶ δεξάμενον τὴν σμικρότητα.
7 ὥσπερ bezieht sich nicht auf
das folgende ὡς δ᾽ αὕτως, sondern
auf das Vorhergehende. Wenn mir
im Vergleich mit Simmias das Prä-
dikat der Kleinheit beigelegt wird,
so wird dadurch mein Wesen an
sich nicht alteriert, sondern ich
bleibe noch unverändert derselbe
Sokrates, der ich vorher war, als
man diese Vergleichung noch nicht
angestellt hatte, also Sokrates und
zugleich klein. Anders steht es mit
den Begriffen selbst, die von jeman-
dem prädiziert werden. Z.B. der
Begri grofs, der jemandem bei-
elegt wird, duldet nicht als ein
ihm wieder beigelegtes Prädikat
den Begriff klein an sich, so dafs
er bliebe, was er war, grofs, und
doch zugleich etwas anderes würde,
als er war, klein.
9 τετόλμηκεν. τολμᾶν, ähnlich
wie ἐθέλειν, es über sich ge-
winnen, zulassen. 8. zu 608.
10 ὡς δ᾽ αὕτως in Prosa nicht
so häufig, als das 72C gebrauchte
ὡσαύτως δέ.
16 πρόσϑεν: ΤΟῖρ.
19 ἐκ τῶν ἐναντίων. Dadurch
wird das Pronomen αὕτη erklärt.
21 παραβαλὼν τὴν κεφαλήν. So-
krates wendet sich wohl deshalb
zum Sprechenden, weil derselbe
122 TIAAT2NOE
Β ἀκούσας" "ἀνδρικῶς, ἔφη, ᾿ἀπεμνημόνευκας" οὐ μέντοι ἐννοεῖς
τὸ διαφέρον τοῦ τε νῦν λεγομένου καὶ τοῦ τότε, τότε μὲν
γὰρ ἐλέγετο ἐκ τοῦ ἐναντίου πράγματος τὸ ἐναντίον πρᾶγμα
γίγνεσθαι, νῦν δέ, ὅτι αὐτὸ τὸ ἐναντίον ἑαυτῷ ἐναντίον, οὐχ
ἄν ποτε γένοιτο οὔτε τὸ ἐν ἡμῖν οὔτε τὸ ἐν τῇ φύσει. τότε
μὲν γάρ. ὦ φίλε, περὶ τῶν ἐχόντων τὰ ἐναντία ἐλέγομεν ἐπ-
ονομάξοντες αὐτὰ τῇ ἐκείνων ἐπωνυμίᾳ, νῦν δὲ περὶ ἐκείνων
αὐτῶν, ὧν ἐνόντων ἔχει τὴν ἐπωνυμίαν τὰ ὀνομαξόμενα᾽ αὐτὰ
Ο δ᾽ ἐκεῖνα οὐκ ἄν ποτέ φαμεν ἐθελῆσαι γένεσιν ἀλλήλων δέξα:
σϑαι’ καὶ ἅμα βλέψας πρὸς τὸν Κέβητα εἶπεν" ᾿ἄρα μή ποῦν
ὦ Κέβης; ἔφη, "καὶ σέ τι τούτων ἐτάραξεν ὧν ὅδε εἶπεν; "οὐδ᾽
αὖ, ἔφη ὁ Κέβης, “οὕτως ἔχω" καίτοι οὔτι λέγω, ὡς οὐ πολλά
μὲ ταράττει. 'συνωμολογήκαμεν ἄρα, ἡ δ᾽ ὅς, “ἁπλῶς τοῦτο,
μηδέποτε ἐναντίον ἑἕξαυτῷ τὸ ἐναντίον ἔδεσϑαι.᾽
ow, ἔφη.
ἑπαντάκα-
LU. “Ἔτι δή μοι καὶ τόδε σκέψαι: ἔφη, “εἰ ἄρα συν-
seinen Einwand schüchtern undlleise
vorgebracht hatte.
1 ἀνδρικῶς, wacker, brav.
Charm. 160E ἀνδρικῶς πρὸς ἕαυ-
τὸν διασκεψάμενος. Theaet. 177B
ἀνδρικῶς πολὺν γρόνον ὑπομεῖναι
καὶ μὴ ἀνάνδρως φεύγειν.
ἀπεμνημόνευκας. ἀπομνημον εὐ-
sıv τε, etwas im Gedächtnis
behalten. Hipp. mai. 986 Ε ἅπαξ
ἀκούσας πεντήκοντα ὀνόματα ἀπο-
μνημονεύσω.
οὐ μέντοι ἐννοεῖς, Aufden eben
gemachten Einwand entgegnet So-
rates, früher sei von Gegenständen
und deren Zuständen die Rede ge-
wesen, an denen sich gewisse Be-
griffe als Prädikate befänden, jetzt
aber handle es sich um die Begriffe
selbst. Wie demselben Gegenstande
in verschiedener Beziehung ganz
entgegengesetzte Begriffe als Prä-
dikate beigelegt werden können, 80
können auch an einem Gegenstande
ganz entgegengesetzte Zustände
aus einander hervorgehen (ἐκ τοῦ
ἐναντίου πράγματος τὸ ἐναντέον
πρᾶγμα). Simmias wurde verglichen
mit Sokrates grofs genannt, ver-
lichen mit Phädon klein, aber
eshalb ist grofs nicht zugleich
klein an ihm.
4 avıo τὸ ἐναντίον. S. zu 104E.
\
9 ἂν mit ἐϑελῆσαι zu verbinden.
S. zu 824.
10 βλέψας πρός. 60A βλέψας
εἰς τὸν Κρίτωνα.
εἶπεν — ἔφη. 8. zu 184.
11 οὐδ᾽. αὖ, ἔφη ὁ Κέβης. Kebe
hatte gegen die Beweisführung de:
Sokrates einen Zweifel ausgespr-
chen, dem dieser selbst das aller-
gröfste Gewicht beilegt und τὰ
essen Widerlegung er die ganıt
Stärke seiner Dialektik aufbietet.
Zu welchem Resultate dieselbe füh-
ren werde, war jetzt beim Begi
der eigentlichen Argumentaüon
noch nicht abzusehen. Daher is
es ganz der Sache und dem Cha
rakter des Kebes angemessen, weın
er sagt: nein, jetzt pafst 63
mir nicht wieder so (nämlich
wie gleich beim Anfange des 68
spräches (61 D), wo er einen Wider
spruch in den Behauptungen de
Sokrates zu entdecken glaubte, oder
‘später (87B), wo er eine Absurditäi
in den Folgerungen desselben fand)
wiewohl ich damit keine:
wegs sage, dafs mich nich!
noch mancherlei beunrubige.
16 ἔτι δή wor. Nachdem gezei
war, dafs demselben Gegtenstande
zwei entgegengesetzte Pr‘. #
begriffe beigelegt werden τ΄... ἢ,
ΦΑΙΔΩΝ,
ομολογήσεις. ϑερμόν τι καλεῖς καὶ ψυχρόν; "ἔγωγε.
ὅπερ χιόνα. καὶ πῦρ; ‘ua N, οὐκ ἔγωγε. “ἀλλ᾽ ἕτερόν τι
πυρὸς τὸ ϑερμὸν καὶ ἕτερόν τι χιόνος τὸ ψυχρόν; “ναί. "ἀλλὰ
τόδε γ᾽, οἶμαι, δοκεῖ ὅοι, οὐδέποτε χιόνα γ᾽ οὖσαν δεξαμένην᾽
'τὸ ϑερμάν, ὥσπερ ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν ἐλέγομεν, ἔτι ἔσεσθαι.
ὅπερ ἦν, χιόνα καὶ ϑερμόν, ἀλλὰ προσιόντος τοῦ ϑερμοῦ ἢ
ὑπεχχωρήσειν αὐτῷ ἢ ἀπολεῖσϑαι.. ᾿'πάνυ γε. καὶ τὸ πῦρ
γε αὖ προσιόντος τοῦ ψυχροῦ αὐτῷ ἢ ὑπεξιέναι ἢ ἀπολεῖσθαι,
οὐ μέντοι ποτὲ τολμήσειν δεξάμενον τὴν ψυχρότητα ἔτι εἶναι,
ὅπερ ἦν, πῦρ καὶ ψυχρόν. ᾿ἀληϑῆ;,᾽ ἔφη, “λέγεις. “ἔστιν ἄρα,
ἡ δ᾽ ὅς, “περὶ ἔνια τῶν τοιούτων, ὥστε μὴ μόνον αὐτὸ τὸ
εἶδος ἀξιοῦσϑαι τοῦ αὐτοῦ ὀνόματος εἰς τὸν ἀεὶ χρόνον, ἀλλὰ
καὶ ἄλλο τι, ὃ ἔστι μὲν οὐκ ἐκεῖνο, ἔχει δὲ τὴν ἐκείνου μορ--
φὴν ἀεί, ὅτανπερ ἧ. ἔτι δὲ ἐν τοῖσδε ἴσως ἔσται σαφέστερον,
ὃ λέγω. τὸ γὰρ περιττὸν ἀεί που δεῖ τούτου τοῦ ὀνόματος
τυγχάνειν, ὅπερ νῦν λέγομεν. ἢ οὔ; “πάνυ γε. "ὧρα μόνον
τῶν ὄντων, τοῦτο γὰρ ἐρωτῶ, ἢ καὶ ἄλλο τι, ὃ ἔστι μὲν οὐχ
D
E
φ
μέ , fü o \ -. “κ᾿ \ m € 9. +7
ὑπερ TO περιττόν, ὅμως δὲ δεῖ αὐτὸ μετὰ τοῦ ἑαυτοῦ ὀνόμα-104
τος καὶ τοῦτο καλεῖν ἀεὶ διὰ τὸ οὕτω πεφυκέναι, ὥστε τοῦ
περιττοῦ μηδέποτε ἀπολείπεσθαι; λέγω δὲ αὐτὸ εἶναι οἷον καὶ
ἡ τριὰς πέπονθε καὶ ἄλλα πολλά. σκόπει δὲ περὶ τῆς τριά-
dos‘ ἦρα οὐ δοκεῖ σοι τῷ τε αὑτῆς ὀνόματι ἀεὶ προσαγορευτέα
ohne dafs diese Begriffe deshalb
selbst in einander übergehen
(Mensch — grofs und klein), wird
jetzt an einem Beispiele nachge-
wiesen, dafs manchen Gegenstän en
von zwei entgegengesetzten Be-
en nur einer als Prädikat zu-
ommen kann (z. B. von den Be-
griffen warm und kalt dem Feuer
nur jener, dem Schnee nur dieser),
um daran wieder zu zeigen, dafs
nicht nur direkt entgegengesetzte
egriffe, wie warm und kalt, son-
dern auch indirekt entgegenge-
setzte, wie Feuer und kalt,
und warm, sich gegenseitig aus-
schliefsen.
1 ϑερμόν τι καλεῖς. S. zu 6106,
5 ὥσπερ ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν (Ρ.
102 Ε) ὀλέγομεν bezieht sich auf
die Redensart δεξαμένην τὸ ϑερ-
μον͵
10 ἔστιν --- ὥστε. ὃ. zu 988.
chnee
12 εἶδος und μορφή, wofür 104D
ἰδέα gebraucht ist, bezeichnen im
Grunde dasselbe. Cicero acad. I 8
30 übersetzt ἐδέα mit species.
ἀλλὰ καὶ ἄλλο τι, nämlich
ἀξιοῦσϑαι αὐτοῦ, WAS Aus τοῦ αὖ-
τοῦ ὀνόματος zu entnehmen ist:
dafs nicht nur der Gattungs-
begriff für alle Zeit auf sei-
nen Namen Anspruch macht,
sondern auch etwas anderes
sich denselben aneignet. Die
Argumentation des Sokrates läuft
darauf hinaus, dafs die Art aufser
mit ihrem eigenen Namen stets
auch mit dem der Gattung benannt
werden kann.
14 ἐν τοῖσδε. Der Plural, obgleich
Platon nur ein Beispiel vom zegır-
τὸν vorbringt. Vgl. 62D.
16 ὅπερ νῦν λέγομεν, nämlich zo
᾿ περιττόν.
21 πέπονθε. Zu ergänzen εἶναι.
124
IIAAT2NOZ
εἶναι καὶ τῷ τοῦ περιττοῦ, ὄντος οὐχ οὗπερ τῆς τριάδος; ἀλλ
ὅμως οὕτω πως πέφυκε καὶ ἡ τριὰς καὶ ἡ πεμπτὰς καὶ ὁ ἥμι-
συς τοῦ ἀριϑμοῦ ἅπας, ὥστε οὐκ ὧν ὅπερ τὸ περιττὸν ἀεὶ
« [4 φ 4
ἕκαστος αὐτῶν ἐστι περιττός, καὶ av τὰ δύο καὶ τὰ τέτταρα
καὶ ἅπας ὁ ἕτερος αὖ στίχος τοῦ ἀριϑμοῦ οὐκ ὧν ὅπερ τὸ 5
ἄρτιον, ὅμως ἕκαστος αὐτῶν ἄρτιός ἐστιν ἀεί. συγχωρεῖς ἢ
οὔ;᾽ 'πῶς γὰρ 00x; ἔφη. "ὃ τοίνυν͵,᾽ ἔφη, βούλομαι δηλῶσαι, |
ἔστι δὲ Tode, ὅτι φαίνεται οὐ μόνον ἐκεῖνα τὰ ἐναντία
ἄλληλα οὐ δεχόμενα, ἀλλὰ καὶ ὅσα οὐκ ὄντα ἀλλήλοις ἐναντία
ἔχει ἀεὶ τἀναντία, οὐδὲ ταῦτα ἔοικε δεχομένοις ἐκεένην τὴν ἰδέαν, ".
ἄϑρει.
|
|
τι “9. « 3 “- Ἅ» , ‘9 3 ’ == Ψ 3
N ἂν τῇ ἐν αὐτοῖς οὔσῃ ἐναντία ῃ, ἀλλ᾽ ἐπιούσης αὐτῆς ἤτοι ἀπολ- |
C Avusva ἢ ὑπεκχωροῦντα. ἢ οὐ φήσομεν τὰ τρία καὶ ἀπολεῖσϑαι
πρότερον καὶ ἄλλο ὁτιοῦν πείδσεσϑαι, πρὶν ὑπομεῖναι ἔτι τρία
ὄντα ἄρτια γενέσϑαι;᾽ 'πάνυ μὲν οὖν,᾽ ἔφη ὁ Κέβης. "οὐδὲ μήν;
φ 9. ὦ 42 ’ \ , 3. ε, 2 \ SS 3 ὃ )
ἡ δ᾽ ὅς, “ἐναντίον γέ ἐστε δυὰς τριάδι. “οὐ γὰρ οὐὔν.᾽ “οὐκύ
ἄρα μόνον τὰ εἴδη τὰ ἐναντία οὐχ ὑπομένει ἐπιόντα ἄλληλα,
ἀλλὰ καὶ ἄλλ᾽ ἄττα τὰ ἐναντία οὐχ ὑπομένει ἐπιόντα.ἢ
ϑέστατα;,᾽ ἔφη. ᾿ λέγεις."
1 οὗπερ hat Heindorf an die
Stelle des überlieferten ὅπερ ge-
setzt. Gerade so Thuc. VII 21 πρὸς
ἄνδρας τολμηροὺς ὄντας οἴους καὶ
᾿Αϑηναίους. Liest man οπερ, 80
mülste die Stelle lauten: ὄντος οὐχ
ὅπερ ἡ τριάς (ἐστιν).
2 ὁ ἥμισυς. Bekanntlich steht
ἥμισυς gewöhnlich nicht in der
Neutralform, sondern assimiliert
sich dem Geschlechte seines Sub-
stantivs.
3 τοῦ ἀριϑμοῦ. ὁ ἀριϑμὸς bezeich-
net hier die ganze Zahlenreihe, wie
Theaet. 147E τὸν ἀριϑμὸν πάντα
δίχα διελάβομεν. .
8 φαίνεται οὐ μόνον. Zwei ein-
ander entgegengesetzte Begriffe
sind gerade und ungerade; dagegen
bilden zwei und drei weder unter
einander, noch zu jenen Begriffen
Gegensätze. Da sie aber diese Be-
grilfe als Prädikate an sich tragen,
zwei den Begriff gerade, drei den
Begriff ungerade, so schliefsen auch
sie immer denjenigen von jenen bei-
den Begriffen aus, der dem ihnen als
Prädikatzukommenden Begriffe ent-
gegengesetzt ist. Zwei schliefst,
᾿ἀλη-
weil es den Begriff gerade als Prä-
dikat an sich trägt, den Begriff un-
gerade, drei dagegen, weil es den
rädikatebegriff ungerade hat, den
Begriff gerade aus. Zwei also und
ungerade und andrerseits drei und
gerade sind sich einander indirekt
entgegengesetzt.
9 οὐ δεχόμενα. Dieser
Darstellung liegt ein vom Kriege
hergenommenes Bild zu Grunde.
Die direkten Gegensätze — hier das
Gerade, später das Warme, der Tod
— und die indirekten — hier die
drei, später der Schnee, die Seele
— werden als zwei sich einander
gegenüberstehende feindliche Par-
teien gedacht und zwar-jene immer
als anrückend und angreifend (προσ-
ελϑόντα, προσιόντα), diese als den
Angriff nicht aufnehmend und aus
haltend (οὐ δεχόμενα, οὐχ ὑπορέ-
ψοντα), sondern bei der Annäh
jener entweder weichend (öxexıe-
ροῦντα, φεύγοντα, ἀπερχόμδιν α) oder
untergehend (ἀπολλύμενα).
11 ἀπολλύμενα ἢ ὑπεκχωροῖντα
als ob nicht ἔοικε unmittelbar vor-
herginge, sondern galver.re.
DATARN,
125
LIIL 'Βούλει οὖν, ἢ δ᾽ ὅς, ᾿ἐὰν οἷοί τ᾽ ὦμον, ὁρισώ-
3
μδϑα, ὁποῖα ταῦτά ἐστιν;
᾿πάνυ γε’ ‘de’ οὖν; ἔφη, “ὦ Κέβης,
,’ „ 9 7 (4 Ἁ έ 9 [4 % e “«
τάδε εἴη ἄν, ἃ ὅτι ἂν κατάσχῃ, μὴ μόνον ἀναγκάξει τὴν αὑτοῦ
ἰδέαν αὐτὸ ἴσχειν, ἀλλὰ καὶ ἐναντίου αὐτῷ δεῖ τινος; ᾿ πῶς
δ λέγεις,᾽ ὥσπερ ἄρτι ἐλέγομεν.
οἶσϑα γὰρ δήπου, ὅτι ἃ ἂν
ἡ τῶν τριῶν ἰδέα κατάσχῃ, ἀνάγκη αὐτοῖς οὐ μόνον τρισὶν
εἶναι, ἀλλὰ καὶ περιττοῖς. 'ἱπάνυ γε. ᾿ἐπὶ τὸ τοιοῦτον δή,
φαμέν, ἡ evavıla ἰδέα ἐκείνῃ τῇ μορφῇ, N ἂν τοῦτο ἀπεργά-
ἔηται, οὐδέποτ᾽ ἂν ἔλθοι’ ᾿οὐ γάρ. “εἰργάξετο δέ γε ἡ περιτ--:
[Ur Zu |
m;
ναί’ “ἐναντία δὲ ταύτῃ ἡ τοῦ ἀρτίου; “val. ᾿έπὶ τὰ
τρία ἄρα ἡ τοῦ ἀρτίου ἰδέα οὐδέποτε ἥξει’ “οὐ δῆτα. “ἄμοιρα
“ ” δ ᾽
δὴ τοῦ ἀρτίου τὰ τρία. ᾿ἄμοιρα. “ἀνάρτιος ἄρα ἡ τριᾶς.
e ,
vol. “6 τοίνυν ἔλεγον ὁρίσασϑαι, ποῖα οὐκ ἐναντία τινὶ ὄντα
1 ὁρισώμεϑα. Es kommt jetzt
darauf an die Definition für jene
Gegenstände und Begriffe aufzu-
finden, die in einem indirekten
Gegensatze zu anderen Begriffen
stehen. Dieselbe lautet so: alle
derartigen Begriffe zwingen das,
was sie ergreifen (ἃ ὅτι ἂν κατά-
m) oder in ihren Bereich ziehen,
nicht nur ihren Begriff, sondern
auch noch einen entgegengesetzten
ἃ, h. einen solchen, der mit einem
anderen einen Gegensatz bildet, an
sich zu haben (ἴσχειν), oder mit
anderen Worten: sie führen ihm
aufser ihrem eigenen Begriffeimmer
noch einen’ entgegengesetzten zu
{{πιφέφειν". So führt die Drei als
egriff allen Gegenständen, die sie
ergreift und die dann nach ihr drei
genannt werden, nicht nur den Be-
griff der Dreiheit, sondern auch den
des Ungeraden zu,
ϑαύτοῦ bezüglich aufdenPlural«.
4 dei steht anakoluthisch. Statt:
welche, was sie ergreifen,
nicht nur nötigen ihren Be-
griff beizubehalten, sondern
ihm auch den von etwas Ent-
Begengesetziem aufzwingen
eilstes: sondernauchdervon
etwas Entgegengesetztem ist
ihm nötig,
7 ἐπὶ τὸ τοιοῦτον, zur Dreizahl.
8 ἰδέα. 8, zu 103E.
τοῦτο, nämlich τὸ περιττὸν εἶναι.
9 ἡ περιττή (μορφή) ıst dasselbe,
wien τοῦ περιττοῦ ἰδέα oder μορφή.
12 ἀνάρτιος. Den Gegensatz zum
Geraden (ἄρτιον) bezeichnet die
griechische rache durch περιττόν.
ieses Wort kann Platon hier nicht
brauchen, da er der Seele als den
ϑάνατος nicht zulassend das d9«-
varov vindizieren will. Für seinen
Zweck bedarf er also eines Wortes,
in welchem die positive Benennung
des Geraden (ἄρτιον) durch das ἃ
στερητικὸν ins Gegenteil umge-
wandelt wird (avaorıov). So hat
denn der Zusatz ἀνάρτιος ἄρα ἡ
τριὰς lediglich den Zweck zu zeigen,
dafs der Begriff, den die Sprache
durch περιττὸν auszudrücken pflegt,
auch durch das sonst ungebräuch-
liche ἀνάρτιον bezeichnet werden
kann. Für uns Deutsche fällt diese
Pointe natürlich weg, da wir das
Gegenteil von gerade schon durch
ungerade ausdrücken, »
13 ὃ τοίνυν ἔλεγον — ἀλλ᾽ ὅρα
δή. Was nun also das anbe-
trifft, dafs ich sagte, wir
müfsten definieren, von wel-
cher Beschaffenheit — nun
so siehe zu, ob du mir bei-
stimmst, wenn ich so defi-
niere. Die Definition selbst ist
gleich im Anfang des Kapitels in
erschöpfender Weise gegeben. Da
sie aber Kebes nicht versteht, wird
sie ihm durch ein Beispiel erläutert
und nun noch einmal zur Bestäti-
gung vorgelegt.
ἔλεγον hier, wie oft, im Sinne
einer Aufforderung.
126
HAATSNOZ
ὅμως οὐ δέχεται αὐτὸ τὸ ἐναντίον, οἷον νῦν ἡ τριὰς τῷ ἀρτίῳ
οὐκ οὖσα ἐναντία οὐδέν τι μᾶλλον αὐτὸ δέχεται, τὸ γὰρ ἐναν-
τίον ἀεὶ αὐτῷ ἐπιφέρει, καὶ ἡ δυὰς τῷ περιττῷ καὶ τὸ πῦρ
τοότῷ ψυχρῷ καὶ ἄλλα πάμπολλα, ἀλλ᾽ ὅρα δή, εἰ οὕτως δρίξει, μὴ
μόνον τὸ ἐναντίον τὸ ἐναντίον μὴ δέχεσθαι, ἀλλὰ καὶ ἐκεῖνο, ὃ ἂν 5
ἐπιφέρῃ τι ἐναντίον ἐκείνῳ, ἐφ᾽ ὅτι dv αὐτὸ ἴῃ, αὐτὸ τὸ ἐπι-
φέρον τὴν τοῦ ἐπιφερομένου ἐναντιότητα μηδέποτε δέξασϑαι.
πάλιν δὲ ἀναμιμνήσκου" οὐ γὰρ χεῖρον πολλάκις ἀκούειν. τὰ
πέντε τὴν τοῦ ἀρτίου οὐ δέξεται, οὐδὲ τὰ δέκα τὴν τοῦ περιτ-
τοῦ, τὸ διπλάσιον. τοῦτο μὲν οὖν καὶ αὐτὸ ἄλλῳ οὐκ ἐναν-"
1 αὐτὸ τὸ ἐναντίον ist hier nicht
dem spezifisch Platonischen Sprach-
gebrauch entsprechend das Ent-
Begengenetzte an sich, die
dee des Entgegengesetzten,
sondern nach dem gewöhnlithen
Sprachgebrauche das Entgegen-
esetzte selbst. Gegenständen,
e zwar etwas Entgegengesetztes
an sich tragen, aber doch nicht
etwas Entgegengesetztes sind, z. B.
drei, wird das Entgegengesetzte
selbst oder der entgegengesetzte
Begriff (das Ungerade) gegenüber-
gestellt. Dieselbe Bedeutung hat
αὐτὸ τὸ ἐναντίον auch 103B, wo
erst von entgegengesetzten Dingen
(πράγματα) die Rede war, dann
vom Entgegengesetzten selbst.
οἷον νῦν — ἀλλα πάμπολλα sind
als Parenthese aufzufassen.
ἡ τριάς. Die Drei ist dem
Geraden nitht entgegenge-
setzt, nimmt esaber dennoch
nicht auf; denn sie führt
immer das diesem Entgegen-
gesetzte zu, nämlich den ein-
zelnen drei ausmachenden Gegen-
ständen, die sie ergreift, an die sie
herantritt, ἃ, h, denen sie sich als
Begriff einsenkt.
3 ἡ δυὰς τῷ περιττῷ, nämlich
οὐκ οὖσα ἐναντία οὐδέν τι μᾶλλον
αὐτὸ δέχεται.
ὅ ἀλλὰ καὶ ἐκεῖνο. Was vorher
von etwas Einzelnem (ἡ τρεας) aus-
esagt ist, wird nun allgemein ge-
«
alst und so erst in der eigentlichen .
Form der Definition gegeben.
6 ἐκεένῳ abhängig von ἐπιφέρῃ,
während das αὐτῷ bei dem vorher-
gehenden ἐπιφέρει von ἐναντίον
abhängig war.
ἐφ’ ὅτι ἂν αὐτὸ ἴῃ ἴτι Sinne des
1040 gebrauchten otı ἂν κατασζχῇ.
αὐτὸ an sich entbehrlich, wie
ν
αὐτὴ 105D ἡ ψυχὴ ἄρα ὅτι ἂν
αὐτὴ κατάσχῃ, ἀεὶ ἥκει ἐπ᾽ ἐκεῖνο
φέρουσα ζωήν.
αὐτὸ τὸ ἐπιφέρον. Diese Wieder-
holung des Subjektes ὁ ἂν ἐπιφέρῃ
ist durch das folgende Particip τοῦ .
ἐπιφερομένου bedingt, indem 80
aufs bestimmteste ausgesprochen
wird, dafs aufser dem Hinzuge-
führten, an sich schon einen Gegen-
satz enthaltenden Begriffe (ro περιτ-
τόν) auch das ihn zu einem Gegen-
stande Zufübrende (7 roıas) das
Gegenteil dieses Begriffes au-
schlielst. .
8 οὐ γὰρ χεῖρον. Arist. eq. 364.
Βούλει τὸ πράγμα τοὶς ϑεαταῖσιν
«oo; N. Οὐ χεῖρον. Xen. oec.
Y 25 πρὸς τὸ φυλάσσειν οὐ κά-
κιόν ἔστε φοβερὰν εἶναι τὴν ψυχήν.
9 τὴν τοῦ περιττοῦ nämlich ἐδὲα».
S. zu 58B.
10 τὸ διπλάσιον mit τὰ δέκα in
Verbindung zu bringen.
οὐκ, was in den Hdschr. nicht
steht, haben Köhler u, H. Schmidt |
hinzugefügt. Unsere Stelle ent-
spricht dann ganz der Stelle 104E
ποῖα οὐκ ἐναντία τινὶ ὄντα ὅμως,
οὐ δέχεται αὐτὸ und bedeutet:
dieses, nämlich das Doppelte einer
anzen Zahl, ist an sich einem
nderen nicht entgegenge-
setzt, läfst aber doch ein gewisses
ἐναντίον nicht zu. Denn zum Ein-
fachen bildet nicht das Doppelte,
sondern das Mehrfache oder das
Zusammengesetzte den Gegensatz,
sowie auch die dann erwä’ ten
halben und drittel Zahlen - .t
ΦΑΙΔΩΝ, 127
ziov, ὕμως δὲ τὴν τοῦ περιττοῦ οὐ δέξεται" οὐδὲ τὸ ἡμιόλιον
οὐδὲ τάλλα τὰ τοιαῦτα, τὸ ἥμισυ, τὴν τοῦ ὅλου, καὶ τριτη- Β
μόριον αὖ καὶ πάντα τὰ τοιαῦτα, εἴπερ ἔπει τε καὶ συνδοκεῖ
co οὕτως. πάνυ σφόδρα καὶ συνδοκεῖ.,᾽ ἔφη. "καὶ ἕπομαι.
᾿ς ΠΥ, 'Πάλιν δή μοι,᾽ ἔφη, "ἐξ ἀρχῆς λέγε. καὶ μή μοι,
ὃ ἂν ἐρωτῶ, ἀποκρίνου, ἀλλὰ μιμούμενος ἐμέ. λέγω δὲ παρ᾽
ἣν τὸ πρῶτον ἔλεγον ἀπόκρισιν τὴν ἀσφαλὴ ἐκείνην ἐκ τῶν
νῦν λεγομένων ἄλλην ὁρῶν ἀσφάλειαν. εἰ γὰρ ἔροιό με, ©
ἂν τί [ἐν τῷ] σώματι ἐγγένηται, ϑερμὸν ἔσται, οὐ τὴν ἀσφαλῆ Ὁ
'σοι ἐρὼ ἀπόκρισιν ἐκείνην τὴν ἀμαϑῆ. ὅτι ᾧ ἂν ϑερμύότης,
ἀλλὰ κομψοτέραν ἐκ τῶν νῦν, ὅτι ᾧ ἂν πῦρ' οὐδὲ ἂν dom,
ᾧ ἂν σώματι τί ἐγγένηται, νοσήσει, οὐκ ἐρῶ, ὅτι ᾧ ἂν νόσος,
ἀλλ ᾧ ἂν πυρετός" οὐδ᾽ ᾧ ἂν ἀριϑμῷ τί ἐγγένηται, περιττὸς
ἔσται, οὐκ ἐρῶ, ὦ ἂν περιττότης, ἀλλ᾽ ᾧ ἂν μονάς, καὶ τἄλλα
"οὕτως. ἀλλ᾽ ὅρα, εἰ ἤδη ἱκανῶς οἶσθ᾽ ὅτι βούλομαι. "ἀλλὰ
πάνυ ἱκανῶς, ἔφη. “ἀποκρίνου δή, ἦ δ᾽ ὅς, “ὦ ἂν τί ἐγγέ-
γηται σώματι, ξῶν ἔσται; "ὦ ἂν ψυχή," ἔφη. “οὐκοῦν ἀεὶ
τοῦτο οὕτως ἔχει: 'πῶς γὰρ οὐχί; ἡ δ᾽ ὃς. “ἡ ψυχὴ ἄρα Ὁ
ὕτι ἂν αὐτὴ κατάσχῃ, ἀεὶ ἥκει ἐπ’ ἐκεῖνο φέρουσα ξωήν;
ἥκει μέντοι. ἔφη. πότερον δ᾽ ἔστι τι ξωῇ ἐναντίον ἢ οὐδέν"
ἔστιν, ἔφη. >? ᾿ϑάνατος: οὐκοῦν ψυχὴ τὸ ἐναντίον ᾧ
dem Ganzen, welches seinen Gegen-
satz überhaupt in den Teilen hat,
entgegengesetzt sind.
270 ἥμισυ ist in derselben Weise,
wie oben τὸ διπλάσιον, erklärend
zum Vorhergehenden gesetzt, τρι -
τημύριον aber entspricht dem ἡμιό-
λιον, Beispielsweise ist eine dop-
pelte Reihe von Brüchen angeführt,
erst solche, bei denen das Ganze
in zwei (!/,, 2, °/s), dann solche,
bei denen %s dB: gleiche Teile
(4, 5» 44) ‚geteilt ist. In der
Mitte jener beiden Reihen steht
τὴν τοῦ ὅλου. Die Stelle heifst
also: ebenso wenig wird das
Anderthalbe und das Übrige
derart als Halbes den Be-
griff des Ganzen zulassen
oder das Dritteil und alles
dergleichen.
5 καὶ μή μοι, ὃ ἂν ἐρωτῶ. So-
krates wünscht, dafs man ihm nicht
mit dem spezifischen Begriffe ant-
worte, sondern mit einem andern,
der diesen immer als ein ihm not-
wendiges Merkmal an sich trägt.
T ἀπόκρισιν τὴν ἀσφαλῆ. 100E
ἀσφαλὲς καὶ ἐμοὶ καὶ ὁτῳοῦν ἄλλῳ
ἀποκρένασθαι, ὅτι τῳ καλῷ τὰ καλὰ
καλά.
ἐκ τῶν νῦν λεγομένων: 104 Ὁ fg.
10 τὴν ἀμαϑῆ, die man geben
kann, ohne Philosoph zu sein.
17 ψυχή. Crat. 399D οἷμαΐέ τι
τοιοῦτον νοεῖν τοὺς τὴν ψυχὴν
ὀνομάσαντας, ὡς τοῦτο ἄρα, ὅταν
παρῇ τῷ σώματι, αἴτιόν ἐστι τοῦ
ξὴν αὐτῷ, τὴν τοῦ ἀναπνεῖν δύνα-
μὲν παρέχον καὶ ἀναψῦχον, ἅμα δὲ
ἐκλείποντος τοῦ ἀναψύχοντος τὸ
σῶμα ἀπόλλυταί τὸ καὶ τελευτᾷ"
ῦὕζϑεν δή μοι δοκοῦσιν αὐτὸ ψυχὴν
καλέσαι. Die Seele hat also den
Begriff des Lebens als ein ihr we-
sentlich zukommendes Merkmal an
sich.
21 τὸ ἐναντίον ᾧ ἃ. 1. τὸ ἐναν-
τίον τούτῳ, ὃ αὐτὴ ἐπιφέρει.
iD ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
Ya
euer ἐπιφέρει ἀεὶ οὐ μή ποτε δέξηται, ὡς ἐκ τῶν πρόσϑεν
wire: “καὶ μάλα σφόδρα,’ E97 ὁ Κέβης.
IV. ‘Ti elr: τὸ μὴ δεχόμενον τὴν τοῦ ἀρτίου ἰδέαν τί
vie δὴ ὥυφοεῖαεν:" ᾿ἀνάρτιον,᾽ ἔφη. «τὸ δὲ δίκαιον μὴ δεχύ-
S uwew καὶ ἃ ἂν ποεδικὸν μὴ δέχηται; ᾿ἄμουσον;,᾽ ἔφη; τὸ δὲ!
nm εἶεν" ἃ δ᾽ ἂν ϑάνατον μὴ δέχηται. τί καλοῦμεν;
deren ἔψη. υὐποῦν καὶ ψυχὴ οὐ δέχεται davazov; ‘on.
ἀϑανατον ἔφα y erg ᾿ἀϑάνατον.᾽ “εἶεν,᾽ ἔφη" τοῦτο μὲν
IM senlelinie φώσεν: καὶ πῶς dozei;’ “χαὶ μάλα γε ἱκανύς,
a Si a τὰ ver. αὶ δ᾽ ὃς. “we Κέβης: εἰ τῷ ἀναρτίου
neuere ἦν ἐνωϑῳφῳ εἶναι, ἄλλο τι τὰ τρία ἢ ἀνώλεδμ
I ar mei ναῷ ὦ Veen εἰ καὶ τὸ ἄϑερμον ἀναγκαῖον
1; νων νας. ἀἄσοεε τὰς ἐπὶ χιόνα ϑερμὸν ἐπαγάγοι,
. “᾿ὖ. % τὌῷὮ
᾿ une De y τῶν χάδι Mur mei ἄτηκτος: οὐ γὰρ ἂν dns
send χης πῶς Ὡκπταυς. Am. κἂν εἰ τὸ ἄψυχτον
eine γε. ἐπε ἐπὶ τὸ ZUR πεχούν τι ἐπήει, οὔποτ᾽ ἂν
πον κεν ze ὡπαριίπεῳ. Zaie δῶν ἂν ἀπελθὸν ὦχετο,
Eurem" Nr rd ai ande” ἔψη. “ἐνάγκη περὶ τοῦ ἀνε.
Ὡ ἀπὸ. & air τῷ αὐὐπυσταν παὸ Erler ἐστιν, ἀδύ-"
vor wc Dem Tat in Jeeie. were ihr Gegensatz, ἐξ
ver wei KUN selbe nlım Tai. mac. sicht umtergeben kant,
“ 2 ET [2
ἊΝ meine va Net min entweichen muls. -
Sm To re we ae τὸ- Zen — ἧ. Wie bier πὶ
ua τ Sup. > ΡῈ Ἐσρ sum zwizchm Eike τι und ἢ gt
wm Tr Don sur Ὡς m ὉΜΡῈ ὑνχή: alle !!
wann: een apa Ἐπὴν 7. a αϑανατος Te/je“
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-54᾿ 2 -«΄Ρ δε. ἄπ, peu aa ἜΝΙ EROBERN. wa darauf
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BAIARN. 129
varov ψυχῇ, ὅταν ϑάνατος En’ αὐτὴν in, ἀπόλλυσθαι" Havarov
μὲν γὰρ δὴ ἐκ τῶν προειρημένων οὐ δέξεται οὐδ᾽ ἔσται τεϑνη-
κυῖα, ὥσπερ τὰ τρία οὐκ ἔσται, ἔφαμεν, ἄρτιον οὐδὲ γ᾽ αὖ
τὸ περιττόν, οὐδὲ δὴ πῦρ ψυχρὸν οὐδέ γε ἡ ἐν τῷ πυρὶ ϑερ-
μότης. ἀλλὰ τέ κωλύει, φαίη ἄν τιρ, ἄρτιον μὲν τὸ περιττὸν
μὴ γίγνεσθαι ἐπιόντος τοῦ ἀρτίου, ὥσπερ ὡμολόγηται, ἀπολο--
μένου δὲ αὐτοῦ ἀντ᾽ ἐκείνου ἄρτιον γεγονέναι; τῷ ταῦτα
λέγοντι οὐκ ἂν ἔχοιμεν διαμάχεσθαι, ὅτι οὐκ ἀπόλλυται" τὸ
γὰρ ἀνάρτιον οὐκ ἀνώλεϑρόν ἐστιν" ἐπεὶ εἰ τοῦτο ὡμολόγητο
ἡμῖν, ῥαδίως ἂν διεμαχόμεϑα, ὅτι ἐπελθόντος τοῦ ἀρτίου τὸ
περιττὸν καὶ τὰ τρία οἴχεται ἀπιόντα" καὶ περὶ πυρὸς καὶ
ϑερμοῦ καὶ τῶν ἄλλων οὕτως ἂν διεμαχόμεϑα. ἢ 00,’ ᾿πάνυ
μὲν οὖν.᾽ “οὐκοῦν καὶ νῦν περὲ τοῦ ἀϑανάτου, εἰ μὲν ἡμῖν
ὁμολογεῖται καὶ ἀνώλεϑρον εἶναι, ψυχὴ ἂν sin πρὸς τῷ ἀϑά-
νατος εἶναι καὶ ἀνώλεϑρος" εἰ δὲ μή, ἄλλου ἂν δέοι λόγου. ἢὉ
ἀλλ᾽ οὐδὲν δεῖ,᾽ ἔφη, “τούτου γε ἕνεχα᾽ 6yoAn γὰρ ἄν τι ἄλλο
φϑορὰν μὴ δέχοιτο, εἴ γε τὸ ἀϑάνατον ἀΐδιον ὃν φϑορὰν
δέξεται. ! ες
LVI. “Ὁ δέγε ϑεός, οἶμαι, ἔφη ὁ Σωκράτης, “καὶ αὐτὸ
τὸ τῆς ξωῆς εἶδος καὶ εἴ τι ἄλλο ἀϑάνατόν ἐότιν, παρὰ πάν-
τῶν ἂν ὁμολογηϑείη μηδέποτε ἀπόλλυσϑαι. παρὰ πάντων
μέντοι νὴ Al, ἔφη, ᾿ἀνθρώπων τέ γε καὶ ἔτι μᾶλλον, ὡς
ἐγῴμαι, παρὰ ϑεῶν.᾽ ᾿ὁπότε δὴ τὸ ἀθάνατον καὶ ἀδιάφϑορόν
schliefst. ἀϑάνατον ist die Spezies,
ἀνώλεθρον das Genus, ,
8 ἔφαμεν parenthetisch gesetzt.
7 αὐτοῦ ἀντ᾽ ἐκείνου. Beide Pro-
aomina beziehen sich auf τὸ περιτ-
τόν, S. zu 60D.
11 οἴχεται ἀπιόντα--- οὐκ ἀπόλλυ-
αι, ἀλλ᾽ ὑπεξέρχεται σῶα (106 A).
16 ἕνεκα, wıe 85 Β. 3
σχολῇ γὰρ ἂν — ἔχοιτο,
chwerlich könnte man den
jegriff des un δέχεσθαι von
rgend etwas behaupten,
renn es jenem nicht zukom-
ıen soll. un δέχεσϑαι ist als ein
jegriff genommen; nicht die Hand-
ug, sondern der infinitivische Be-
riff des δέχεσθαι ist negiert. Crat.
29D Πῶς γὰρ ἄν, ὦ Σώκρατες,
ἔγων γέ τις τοῦτο, ο λέγει, μὴ τὸ
ν λέγοι:
17 ἀΐδιον ὃν giebt den Grund
ı, warum das Unsterbliche nicht
PLart. PHABD.
untergehen kann; es ist als solches
eben auch ewig.
19 Ὁ δέ γε θεός. Gott und die
Idee des Lebens werden als die
beiden Gegenstände, die jeder als
ἀθάνατοι und eben deshalb als
ἀνωώλεθροι anerkenne, hervorge-
hoben — wie denn schon bei Homer
den Göttern als das sie von den
Menschen unterscheidende Prädikat
die Unsterblichkeit beigelegt wird
—, und daran der Gedanke ge-
knüpft, dafs aus demselben Grunde
alle Gegenstände, die als ὠϑάνατοι
nachgewiesen sind, auch ἀνώλεϑροι
seln müssen.
20 καὶ εἴ τι ἄλλο ἀϑάνατόν ἐστιν
ist, genau genommen, zu über-
setzen: und eben deshalb
alles, was sonst noch un-
sterblich ist, Die Seele wird
hier offenbar von Gott und der
Idee des Lebens getrennt; doch.
9
139
HAATZSOZ
E ἐστιν, ἄλλο τε ψυχὴ ἢ, εἰ ἀθέέίνατος τυγχάνει evse, καὶ ἀνώ-
λεθρος ἄν εἴη;᾽ “πολλὴ ἀνάγκη. ἐπιόντος ἄρα ϑενάτου Zul
τὸν ἄνθρωπον τὸ μὲν θνητόν, ὡς ἔοικεν, αὐτοῦ ἀποθνήσκει,
τὸ δ᾽ ἀϑάνατον σῶν παὶ ἀδιάφϑορον οἴχεται ἀπιὸν ὕπεχχω-
ρῆσαν τῷ ϑανάτω. "φαίνεται. "παντὸς μαλλον ἄρα." ἔφη, "
und Κέβης. ψυχὴ ἀθάνατον καὶ ἀνώλεθρον, καὶ τῷ ὄντι ἔσονται
ἡμῶν αἱ ψυχαὶ ἐν Διδου. “οὔχουν ἔγωγε, ὦ Σώκρατες," ἔφη,
“ἔχω παρὰ ταῦτα ἄλλο τι λέγειν οὐδέ πῃ ἀπιστεῖν τοῖς λόγοις.
ἀλλ᾽ εἰ δή τε Σιμμίας 7 τις ἄλλος ἔχει λέγειν. εὖ ἔχει μὴ
κατασιγῆσαι. ὡς οὐχ οἶδα, εἰς ὄντινά τις ἄλλον καιρὸν ἄνα-υ
βάλλοιτο ἢ τὸν νῦν παρόντα περὶ τῶν τοιούτων βουλόμενος
ἥ τι εἰπεῖν ἢ ἀκοῦσαι. ‘alla μήν,᾽ ἢ δ᾽ ὃς ὃ Σιμμέας, “οὐδ᾽
αὐτὸς ἔχω, ὅπῃ ἀπιστῶ ἔκ γε τῶν λεγομένων ὑπὸ μέντοι τοὺ
μεγέθους περὶ ὧν οἵ λόγοι εἰσίν, καὶ τὴν ἀνθρωπένην ἀσϑέ.
Β νειαν ἀτιμάζων ἀναγχάζομαι ἀπιστίαν ἔτι ἔχειν παρ᾽ ἐμαυτὼ
περὶ τῶν εἰρημένων. “οὐ μόνον y’> ἔφη, “ὦ Σιμμέα,᾽ ὁ Σω-
κράτης, ᾿ἀλλὰ ταῦτά τε εὖ λέγεις, καὶ τὰς ὑποθέσεις τὰς πρώ-
tag, καὶ εἰ πισταὶ ὑμῖν εἰσιν, ὅμως ἐπισκεπκτέαι σαφέστερον"
καὶ ἐὰν αὐτὰς ἱκανῶς διέλητε, ὡς ἐγώμαι, ἀκολουϑήσετε τῷ
λόγῳ, καϑ' ὅσον δυνατὸν μάλιστ᾽ ἀνθρώπῳ ἐπακολουϑῆσαι" "
κἂν τοῦτο αὐτὸ σαφὲς γένηται. οὐδὲν ξητήσετε περαιτέρω:
.ἀληϑῆ,᾽ ἔφη. “λέγεις.
war ihr das Prädikat ἀθάνατον zu-
erkannt worden.
8 παρὰ ταῦτα. 8, zu 14 Δ.
10 οὐκ οἶδα, εἰς ὄντινα — ava-
βάλλοιτο. Der Optativ ohne ὧν nach
einem Haupttempus in der indi-
rekten Frage, dem blofsen Optativ
der direkten Frage entsprechend:
ich weils nicht, auf welche
andere Gelegenheit man es
verschieben wollte. Euthyd.
296 E οὐκ ἔχω, πῶς ἀμφισβητοίην.
11 ἢ τὸν νῦν παρόντα steht fü
ἢ ὃς νῦν παρεστι oder τοῦ νῦν
παρόντος.
14 τὴν ἀνθρωπίνην ἀσθένειαν
ἀτιμάξων steht in dem Sinne von
ξύμπασαν τὴν τῆς ἀνθρωπίνης φύ-
σεως ἀσθένειαν εὐλαβούμενος (de
leg. IX 854 A).
‚16 οὐ μόνον γ᾽. Zu ergänzen
αἀναγκαξῃ ἔτι ἀπιστίαν ἔχειν περὶ
τῶν εἰρημένων. Du hast hierin
Recht, dafs du dir über das eben
Gesagte noch deine Bedenken vor-
behältst, aber du mufst weiter gehen
und nicht nur die Folgeru die
wir zuletzt zogen, sondern auch die
Voraussetzungen derselben noch
einmal einer gründlichen Prüfung
‚unterwerfen. De leg. VI 752 A ΧΑ.
Agıor' εἴρηκας, ὦ ξένε. ΑΘ. Οὐ
μόνον γε, ἄλλα καὶ δράσω κατὰ
δύναμιν οὕτως.
11 ἀλλὰ ταῦτά τε εὖ λέγεις, καί,
sondern wie du hierin Recht
hast, dafs man nämlich über das
Gesagte seine Bedenken haben
könne, so mu[s man auch die
Voraussetzungengründlicher
prüfen.
18 ἐπισκεπτέαι. Man erwartet
ἐπισκεπτέον oder ἐπισκεπτέα. Der
Nominativ ἐπισκεπτέαι ist durch
den Zwischensatz καὶ εἰ πισταὶ ὑμὶν
εἶσιν veranlafst.
21 κἂν τοῦτο αὐτὸ σαφὲς γένηται,
seid ihr dessen gewıfs ge-
worden, dafs ihr nämlich der
Wahrheit so nahe gekommen seid,
DAIARN.
131
1.11. “᾿4λλὰ τόδε γ᾽, ἔφη, “ὦ ἄνδρες. δίκαιον διανοη-
ϑῆναι, ὅτι, εἴπερ ἡ ψυχὴ ἀθάνατος, ἐπιμελείας δὴ δεῖται οὐχ
ὑπὲρ τοῦ χρόνου τούτου μόνον, ἐν ᾧ καλοῦμεν τὸ ξῆν, ἀλλ᾽
ὑπὲρ τοῦ παντός, καὶ ὁ κίνδυνος νῦν δὴ καὶ δόξειεν ἂν δει-
νὸς εἶναι, εἴ τις αὐτῆς ἀμελήσει. εἰ μὲν γὰρ ἦν ὁ ϑάνατος
τοῦ παντὸς ἀπαλλαγή, ἕρμαιον ἂν ἦν τοῖς κακοῖς ἀποθανοῦσι
τοῦ τε σώματος ἅμ᾽ ἀπηλλάχϑαι καὶ τῆς αὑτῶν κακίας μετὰ
τῆς ψυχῆς νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀϑάνατος φαίνεται οὖσα, οὐδεμία
ὧν εἴη αὐτῇ ἄλλη ἀποφυγὴ κακῶν οὐδὲ σωτηρία πλὴν τοῦ
ῃ ὡς βελτίστην τε καὶ φρονιμωτάτην γενέσϑαι. οὐδὲν γὰρ ἄλλο
ἔχουσα εἰς "Addov ἡ ψυχὴ ἔρχεται πλὴν τῆς παιδείας τε καὶ
τροφῆς, ἃ δὴ καὶ μέγιστα λέγεται ὠφελεῖν ἢ βλάπτειν τὸν
τελευτήσαντα εὐθὺς ἐν ἀρχῇ τῆς ἐκεῖσε πορείας. λέγεται δὲ
οὕτως, ὡς ἄρα τελευτήσαντα ἕκαστον ὁ ἑκάστου δαίμων, ὅσπερ
ζῶντα εἰλήχει, οὗτος ἄγειν ἐπιχειρεῖ εἰς δή τινα τόπον, ol δεῖ
τοὺς συλλεγέντας διαδικασαμένους εἰς΄άιδου πορεύεσθαι μετὰ
als es dem Menschen überhaupt
möglich ist sich ihr zu nähern.
2 εἴπερ ἡ ψυχὴ ἀϑάνατος. Ebenso
de rep. X 6080 οἴεε ἀθανάτῳ zoay-
ματι ὑπὲρ τοσούτον δεῖν γρόνου
σπουδακέναι, ἀλλ᾽ οὐχ ὑπὲρ τοῦ
παντός; e
ὃ ἐν ᾧ καλοῦμεν τὸ ξῆν = ἐν ὦ
λέγομεν εἶναι τὸ ζῆν. Xen. Hell. V
110 ἀνέβαινον τοῦ Ἡρακλείου ἐπ-
᾿ ἕκεινα ὡς ἑκκαίδεκα σταδίους, ἔνθα
ἢ Τριπυργέα καλεῖται.
6 τοῦ aavrösanallayn,eineTren-
nung nicht nur vom Körper, son-
dern von allem, so dafs es für den
Gestorbenen gar nichts mehr giebt
(μηδέν ἐστι τελευτήσαντι 91 Β). 8.
zu 84 Β.
ἕρμαιον τὸ ἀπροσδόκητον κέρ-
05° ἀπὸ τῶν ἐν ταῖς ὁδοῖς τιϑε-
μένων ἀπαρχῶν, ἃς οἵ ὁδοιπόροι
κατεσθίουσι. ταῦτας δὲ τῷ Ἑρμῇ
ἀφιεροῦσιν ὡς ὄντι καὶ τούτῳ εἶ
τῶν ἐνοδίων θεῶν. Schol.
10 οὐδὲν γὰρ ἄλλο. Gorg. 524 D
ἔνδηλα πάντα ἐστὶν ἐν τῇ ψυχῇ,
πειδὰν γυμνωϑῇ τοῦ σώματος, τά
Te τῆς φύσεως καὶ τὰ παϑήματα,
α διὰ τὴν ἐπιτήδευσιν ἑκάστου.
πράγματος ἔσχεν ἐν τῇ ψυχῇ ὁ
ἀνϑρωπος.
11 παιδείας τὸ καὶ τροφῆς. 8.
zu 81
13 λέγεται δὲ οὕτως. Platon hat
die mythischen Vorstellungen vom
künftigen Gerichte und den dadurch
bedingten Zustand der Seele nach
dem Tode, wie sie im Volke lebten
und besonders in den Mysterien ge-
lehrt wurden, mit verschiedenen
Modifikationen in drei Dialogen,
im Gorgias (623 fg.), im Phaedon
und in der ablik (X 614 fg.),
vorgetragen. iese mythischen
Darstellungen, die man die vexvia:
des Platon nennt, haben zur Grund-
lage die Vorstellung von einer auch
im künftigen Leben fortwirkenden
Gerechtigkeit, von dem innigen
Zusammenhange desgegenwärtigen
Daseins mit dem künftigen und von
einer den Menschen auch jenseits
des Grabes nicht verlassenden gött-
lichen Führung,
14 ὁ ἑκάστου δαίμων. Menand,
ap. Clem. Alex. strom. V p. 727
ἅπαντε δαίμων ἀνδρὶ συμπαρα-
στατεῖ εὐθὺς Δϑνομένῳ μυσταγω-
γὸς τοῦ βίου. Derep. X 617 E wird
die ἀνάγκη eingeführt so sprechend
υχαὶ ἐφήωεροι ἀργὴ ἄλλης περι-
ὁδου ϑνητοῦ γένους θανατηφόρου.
οὐχ ὑμᾶς δαίμων λήξεται, ἀλλ᾽
ὑμεῖς δαίμονα αἴρήσεσθε. Vgl.
0 Δ.
Tim. 9
16 διαδικασαμένους. De rep. X
98%
132
HAATR2NOZ
E ἡγεμόνος ἐκείνου, ᾧ δὴ προστέτακται τοὺς ἐνθένδε ἐκεῖσε
πορεῦσαι. τυχόντας δ᾽ ἐκεῖ, ὧν δεῖ τυχεῖν, καὶ μείναντας,
ὃν χρὴ χρόνον, ἄλλος δεῦφο πάλιν ἡγεμὼν κομέξει ἐν πολλαῖς
χρόνου καὶ μακραῖς περιόδοις.
ἔστι δὲ ἄρα ἡ ποθεία οὐχ ὡς
1086 Alayviov Τήλεφος λέγει" ἐκεῖνος μὲν γὰρ ἁπλῆν οἷμόν 5
φησῖιν. eis Διδου φέρειν, ἡ δ᾽
μοι εἶναι.
οὔτε ἁπλῇ οὔτε μία φαίνεταί
οὐδὲ γὰρ ἂν ἡγεμόνων ἔδει" οὐ γάρ πού τις ἂν
διαμάρτοι οὐδαμόσε μιᾶς ὁδοῦ οὔσης. νῦν δὲ ἔοικε ἀχίδεις
τε καὶ περιόδους πολλὰς ἔχειν" ἀπὸ τῶν ὁσίων τε καὶ νομί-
μῶν τῶν ἐνθάδε τεκμαιρόμενος λέγω. ἡ μὲν οὖν χοσμία un
καὶ φρόνιμος ψυχὴ ἔπεταί τε καὶ οὐκ ἀγνοεῖ τὰ παρόντα" ἡ δ᾽
ἐπιθυμητικῶς τοῦ σώματος ἔχουσα, ἅπερ ἐν τῷ ἔμπροσθεν
Β εἶπον, πέρὶ ἐκεῖνο πολὺν χρόνον ἐπετοημένη καὶ περὶ τὸν ὁρα-
614 Ο δικαστὰς δὲ μεταξὺ τούτων
καϑῇσθαι, οὖς, ἐπειδὴ διαδικά-
σειαν, τοὺς μὲν δικαίους κελεύειν
πορεύεσθαι τὴν εἰς δεξιάν τε καὶ
ἄνω διὰ τοῦ οὐρανοῦ, σημεῖα περι-
ἄψαντας τῶν δεδικασμέψνων ἐν τῷ
πρόσϑεν, τοὺς δὲ ἀδίκους τὴν εἷς
ἀριστεράν τε καὶ κάτω ἔχοντας καὶ
τούτους ἐν τῷ ὄπισθεν σημεῖα nav-
τῶν ὧν ἔπραξαν.
1 ἐνθένδε. 8. zu TBB,
2 πορεῦσαι' πέμψαι, ἀγαγεῖν.
Hesych.
3 ἐν πολλαῖς — περιόδοις. Die
Zahl dieser Zeitumläufe, nach deren
Ablauf die Seelen wieder auf die
Erde zurückkehren, wird in der
Republik (615 A) auf zehn festge-
stellt und jeder zu hundert Jahren
angenommen, 80 dafs die ganze
Wanderung tausend Jahre dauert.
Nach je hundert Jahren erfolgt
immer von neuem Lohn und
Strafe.
5 ὁ Αἰσχύλου T'nAspos. Dionys,
Hal. art. rhet. Π 40 μέα γὰρ καὶ ἡ
αὐτὴ οἷμος κατὰ τὸν Αἰσχύλον εἰς
"Adov φέρουσα. Clem. Alex. strom.
IV p. 492 οὐκ ἔστιν οὖν κατὰ τὸν
Αἰσχύλον Τήλεφον νοεῖν ἁπλῆν
οἶμον εἰς Αιδου φέρειν. Der Vers
selbst lautete etwa ἁπλῆ γὰρ olwog
πάντας εἰς Adov φέρει.
ὃ ἡ δ᾽ οὔτε ἁπλῆ. Olympiod.
p. 168 ὁ Σωκράτης διχῇ δείκνυσι"
φιλοσόφως μὲν ἀπὸ τοῦ δεῖσθαι
τὰς ψυχὰς τῶν ἡγεμόνων᾽ μιᾶς γὰρ
ovons ὁδοὺ μὴ ἂν δεηϑῆναι τῶν
ἀγόντων" ἰερατικῶς δὲ ἀπὸ τῶν ἐν
τριόδοις τιμῶν τῆς Ἑκάτης.
9 ἀπὸ τῶν ὁσίων τε καὶ νομίμων
ist auf die der Hekate gebrachten
Opfer zu beziehen. Dieser brachten
die Reichen allmonatlich am Abend
jedes dreifsigsten, der in Athen den
Gestorbenen gefeiert wurde, ein aus
Broten bestehendes Mahl (σὰς 'Exa-
ταίας μαγίδας δόρπων. Soph. fragm.
651) auf die Dreiwege.
10 τεκμαιρόμενος Ohne Objekts
accusativ auch Lach. 192 Ο᾽ τοῦτο
τοίνυν ἔμοιγε φαένεται, ὅτι οὐ
πᾶσα γ8 --- καρτερία ἀνδρία σοι
αἔνεται. τεκμαέρομαι δὲ ἐνθ νδε.
rit. 44 A οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης
ἡμέρας οἶμαι αὐτὸ ἥξειν. ἀλλὰ τῆς
ἑτέρας. τενμαίρομαι δὲ ἔκ τινος
ἐνυπνέου..
ἡ μὲν οὖν κοσμία. Da die gesittete
und vernünftige Seele sich sehon
im Leben vom Leibe und demEi-
flusse der sichtbaren Welt zu be-
freien suchte, so ist ihr der jetzt
eintretende Zustand im Hades als
der unsichtbaren Welt kein unbe
kannter und willig folgt sie daher
dem sie dabin führenden Dämon.
12 ἐπιϑυμητικῶς τοῦ σώματος
ἔχουσα. Ähnlich Gorg. 501 C ἀσκέ:
πτῶς ἔχων (= ἀμελῶν) τοῦ ἀμεί-
vovog.
ἐν τῷ ἔμπροσθεν: 80 CD.
18 ἐπτοημένη. S. zu 69 C,
περὶ τὸν ὁρατὸν τόπον. S. zu
81 Ο. Vielleicht ist hier speziell an
das Grab zu denken.
1
ΦΑΙΔΩ͂Ν͵
188
τὸν τόπον πολλὰ ἀντιτείνασα καὶ πολλὰ παϑοῦσα βίᾳ καὶ μόγις
ὑπὸ τοῦ προστεταγμένου δαίμονος οἴχεται ἀγομένη. ἀφικο-
μένην δὲ ὄϑιπερ al ἄλλαι, τὴν μὲν ἀκάθαρτον καί τι πεποιη-
κυῖαν τοιοῦτον, ἢ φόνων ἀδίκων ἡμμένην
ἢ ἄλλ᾽ ἄττα τοιαῦτα
5 εἰργασμένην, ἃ τούτων ἀδελφά τε καὶ ἀδελφῶν ψυχῶν ἔργα
τυγχάνει ὄντα, ταύτην μὲν ἅπας φεύγει TE καὶ ὑπεκτρέπεται
καὶ οὔτε ξυνέμποῤος οὔτε ἡγεμὼν ἐϑέλει γίγνεσθαι, αὐτὴ δὲ
πλανᾶται ἐν πάσῃ ἐχομένη ἀπορίᾳ, ἕως ἂν δή τινες χρόνοι C
γένωνται, ὧν ἐξελθόντων ὑπ᾽ ἀνάγκης φέρεται εἰς τὴν αὐτῇ
10 ρόπουσαν οἴκησιν' ἡ δὲ καθαρῶς TE καὶ μετρίως τὸν βίον
διεξελϑοῦσα καὶ ξυνεμπόρων καὶ ἡγεμόνων ϑεῶν τυχοῦσα
ὥκησεν τὸν αὐτῇ ἑκάστη τόπον προσήκοντα.
LVIN. Εἰσὶν δὲ πολλοὶ καὶ ϑαυμαστοὶ τῆς γῆς τόποι, καὶ
αὐτὴ οὔτε οἵα οὔτε ὅση δοξάξεται ὑπὸ τῶν περὶ γῆς εἰωϑότων
λέγειν, ὡς ἐγὼ ὑπό τινος πέπεισμαι. καὶ ὁ Σιμμίας" "mög
ταῦτα, ἔφη, “λέγεις, & Σώκρατες; περὶ γάρ τοι γῆς καὶ αὐτὸς Ὁ
πολλὰ δὴ ἀκήκοα, οὐ μέντοι ταῦτα, ἃ σὲ πείϑει. ἡδέως οὖν
ὧν ἀκούσαιμι. "ἀλλὰ μέντοι, ὦ Σιμμία, οὐχ ἡ Γλαύκου τέχνη
ον
8 ὄὅϑιπερ in der Prosa sonst nicht
gebräuchlich. 118 A οὗ al τῶν τε-
τελευτηκότων ψυχαὶ τῶν πολλῶν
ἀφικνοῦνται.
τι — τοιοῦτον findet seine Er-
klärung in dem folgenden ἢ φόνων
ἀδέκων κεῖ.
6 μὲν nimmt das μὲν nach τὴν
μὲν wieder auf.
ἅπας, ein jeder. Polit. 259 C
βασιλεὺς ἅπας, de leg. I 628 B ὃν
μάλιστα μὲν ἅπας ἂν βούλοιτο μήτε
γενέσθαι ποτέ.
7 ἀυνέμπορορ᾽ συνοδοιπόρος͵ Tim.
8 ἐν πάσῃ ἐχομένη ἀπορίᾳ. Gorg.
522 A Οὐκοῦν oleı ἐν πάσῃ ἀπορίᾳ
ἂν αὐτὸν ἔχεσθαι, ὅτι χρὴ εἰπεῖν:
Crit. 48 Ο.
σεάσῃ — ἀπορίᾳ. πᾶς ohne Ar-
tikel völlig, lauter. De rep. IX
575 A ὁ ἔρως ἐν πάσῃ ἀναρχίᾳ καὶ
avoula ζῶν.
9 γένωνται. γίγνεσθαι von der
Zeit vorübergehen. Prot. 320 A
πρὶν ἕξ μῆνας γεγονέναι, Vgl.86E.
ὑπ᾽ ἀνάγκης dasselbe, wie ἐξ
ἀνάγπης, ἀνάγκῃ. Polit. 274 A καὶ
δὴ καὶ τὸ τῆς κυήσεως καὶ γεν-
νήσεως καὶ τροφῆς ίμημα͵ συν-
είπετο τοῖς πᾶσιν ὑπ᾽ ἀνάγκης.
Phaedr. 341 B φυγὰς δὴ γίγνεται
— καὶ ἀπεστερηκὼς ὑπ᾽ ἀνάγκης
ὁ πρὶν ἐραστὴς --- ἵεται φυγῇ μετα-
βαλών. Crit. 868 Ε΄.
αὐτῇ. 8. zu 68 A,
14 uno τῶν περὶ γῆς εἰωϑότων
λέγειν. Über die physische Be-
schaffenheit der Erde hatten schon
Thales, Pythagoras und ihre An-
hänger Theorien aufgestellt. Geo-
graphisch hatten sich mit derselben
naximander und Hekatäos be-
schäftigt. Herod. V 49 berichtet,
dafs Aristagoras von Milet nach
Sparta kam ἔχων χάλκεον πίνακα,
ἐν ᾧ γῆς ἁπάσης meglodog ἐνετέ-
zunto καὶ ϑαλαττά τε πᾶσα καὶ
ποταμοὶ πάντες.
15 ὑπό τινος. Man braucht an
keinen bestimmten Philosophen zu
denken, da Platon gern auf solche
und ähnliche Weise seine eigenen
Ansichten einführt.
18 οὐχ ἡ Πλαύκου τέχνη. Die
Sage vom Γλαῦκος Πόντιος scheint
in dem Fischerdorfe Anthedon am
böotischen Strand des Euripos hei-
misch gewesenzusein. Derselbegalt
für einen Schutzpatron aller Fischer
und Taucher, auch der Schiffer,
134
TIIAATR2NOZ
γέ μοι δοκεῖ εἶναι διηγήσασϑαι, ἃ γ᾽ ἐστίν" ὡς μέντοι ἀληϑῆ,
χαλεπώτερόν μοι φαίνεται ἢ κατὰ τὴν Γλαύκου τέχνην. καὶ
ἅμα μὲν ἐγὼ ἴσως οὐδ᾽ ἂν οἷός τε εἴην, ἅμα δέ, εἰ καὶ ἠπι-
στάμην, ὁ βίος μοι δοκεῖ ὃ ἐμός, εὖ Σιμμία, τῷ μήκει τοῦ
Ε λόγου οὐκ ἐξαρκεῖ. τὴν μέντοι ἰδέαν τῆς γῆς, οἵαν πέπεισμαι"
εἶναι, καὶ τοὺς τόπους αὐτῆς οὐδέν μὲ κωλύει λέγειν. "ἀλλ᾽,
ἔφη ὁ Σιωιμίας, “καὶ ταῦτα ἀρκεῖ.
Πέπεισμαι τοίνυν.᾽ ἡ δ᾽ ὅς, “ἐγώ, ὡς πρῶτον μέν, εἰ
ἔστιν ἐν μέσῳ τῷ οὐρανῷ περιφερὴς οὖσα, μηδὲν αὐτῇ δεῖν
109uNTE ἀέρος πρὸς τὸ μὴ πεσεῖν μήτε ἄλλης ἀνάγκης μηδεμιᾶς
τοιαύτης, ἀλλὰ ἱκανὴν εἶναι αὐτὴν ἴσχειν τὴν ὁμοιότητα τοῦ
οὐρανοῦ αὐτοῦ ἑαυτῷ πάντῃ καὶ τῆς γῆς αὐτῆς τὴν ἰσορρο-
πίαν" ἰσόρροπον γὰρ πρᾶγμα ὁμοίου τινὸς ἐν μέσῳ τεϑὲν οὐχ
ἔξει μᾶλλον οὐδ᾽ ἧττον οὐδαμόσε κλιϑῆναι, ὁμοίως δ᾽ ἔχον
ἀκλινὲς μενεῖ. πρῶτον μέν," n δ᾽ ὅς, 'τοῦτο πέπεισμαι.᾽ “καὶ
ὀρϑῶς γε,᾽ ἔφη ὁ Σιμμέας. “ἔτι τοίνυν,᾽ ἔφη, 'πάμμεγά τι
denen er im Sturme zu Hülfe kam,
sowie für einen untrüglichen Pro-
pheten. Es wurde daher sprichwört-
ich von allem, dessen Auffassun
und Ausführung viel Scharfeinn un
Einsicht erforderte, zu sagen, es ge-
höre des Glaukos Kunst dazu, sowie
vom Gegenteil, sie gehöre nicht dazu.
2 γαλεπώτερον, Dazu ist aus
διηγήσασθαι ein Verb wie ἄπο-
δεῖξαι zu ergänzen. .
3 ἅμα μέν — ἅμα δέ. 115 D
παραμυθούμενος ἅμα μὲν ὑμᾶς
ἅμα δ᾽ ἐμαυτον.
4 wor δοκεῖ. 8. zu 771 A.
5 οὐκ ἐξαρκεῖ, 1140 ἃς οὔτε
ὁάδιον δηλῶσαι οὔτε ὁ χρόνος Ixa-
νὸς ἐν τῷ παρόντι.
7 καὶ ταῦτα ἀρκεῖ. Οταὺ, 430 A
καὶ γὰρ ἂν καὶ τοῦτο ἐξαρκοίη.
8 ὡς -- μηδὲν αὐτῇ δεῖν. Ob-
wohl der Satz mit ὡς eingeleitet
ist, wird er doch mit dem Infinitiv
fortgeführt. S. zu 63 C.
πρῶτον μέν. Platon nimmt also
mit Anaximander (. zu 91 D) an,
dafs die Erde sich als eine Kugel in
der Mitte der Welt durch ihr eige-
nes Gleichgewicht in der Schwebe
erhalte. Auch geht aus unserer
Stelle hervor, dafs er sie als un-
beweglich und von Sonne, Mond
und Sternen umkreist dachte. Ci-
cero de nat. deor. Il 39, 98 ac prin-
cipio terra universa cernatur locata
in media mundi sede solida et globosa
ἐξ undique ipsa in sese nutibus suis
conglobata, de orat. ΠῚ 45 178,
Ovidius met. I 12,
11 ἀλλὰ ἱκανὴν εἶναι, Zu kon-
struieren: τὴν ὁμοιότητα καὶ τὴ
ἐσορροπίαν εἶναι ἱκανὴν ἴσχειν αὖ-
τήν (nämlich τὴν γῆν).
12 ἑαυτῷ abhängig von 7 ὁμοιό-
της. Theaet. 116 Β φυγὴ δὲ ὁμοί-
ὦσις θεῶ κατὰ τὸ δυνατόν.
18 ἰσόρροπον" ἰσοβαρὲς ἶσον ἐκ
μεταφορᾶς τῶν μὴ ῥεπόντων ξυγῶν
καὶ ἰσόσταϑμον ἢ ὁμοιον. ch.
öwolov τινός. ὅμοιον heilfst hier
sich selbst gleich. Phaedr. 2714
πότερον tv καὶ ὅμοιον πέφυκεν ἢ
κατὰ σώματος μορφὴν πολυειδὲς.
ee ee
15 μενεῖ. Aristot. de coel. II 13
εἰσὶ δέ τινες, οὗ διὰ τὴν ὁμοιότητά
φασιν αὐτὴν μένειν, ὥσπερ τῶν
ἀρχαίων ἀναξίμανδρος " μᾶλλον μὲν
γὰρ οὐδὲν ἄνω ἢ κάτω ἢ εἰς τὰ
πλάγια φέρεσθαι προσήκει τὸ ἐπὶ
τοῦ μέσου ἰδρυμένον καὶ ὁμοίως
πρὸς τὰ ἔσχατα ἔχον ἅμα δὲ ἀδύ-
varov εἰς τἀναντία ποιεῖσθαι τὴν
κένησιν᾽ ὥστε ἐξ ἀνάγκης μένειν.
Derselben Meinung waren auch
Parmenides und Demokritos.
DAIARN. 135
eivaı αὐτό, καὶ ἡμᾶς οἰκεῖν τοὺς μέχρι Ηρακλείων στηλῶν B
ἀπὸ Φάσιδος ἐν σμικρῷ τινι μορίῳ, ὥσπερ περὶ τέλμα μύρ-
unxas ἢ βατράχους, περὶ τὴν ϑάλατταν οἰκοῦντας, καὶ ἄλλους
ἄλλοϑι πολλοὺς ἐν πολλοῖς τοιούτοις τόποις οἰκεῖν. εἶναι γὰρ
5 πανταχῇ περὶ τὴν γῆν πολλὰ κοῖλα καὶ παντοδαπὰ καὶ τὰς
ἰδέας καὶ τὰ μεγέθη, εἰς ἃ ξυνερρυηκέναι τό τε ὕδωρ καὶ τὴν
ὁμίχλην καὶ τὸν ἀέρα᾽ αὐτὴν δὲ τὴν γῆν καθαρὰν ἐν καθαρῷ
κεῖσθαι τῷ οὐρανῷ, ἐν ᾧπέρ ἐστι τὰ ἄστρα, ὃν δὴ αἰϑέρα
ὀνομάξειν τοὺς πολλοὺς τῶν περὶ τὰ τοιαῦτα εἰωϑότων λέγειν. C
1 οὗ δὴ ὑποστάϑμην ταῦτα εἶναι καὶ ξυρρεῖν ἀεὶ εἰς τὰ κοῖλα
τῆς γῆς. ἡμᾶς οὖν οἰκοῦντας ἐν τοῖς κοίλοις αὐτῆς λεληϑέναι
καὶ οἴεσθαι ἄνω ἐπὶ τῆς γῆς οἰκεῖν, ὥσπερ ἂν εἴ τις ἐν μέσῳ
τῷ πυϑμένι τοῦ πελάγους οἰκῶν oloıro τε ἐπὶ τῆς ϑαλάττης
οἰκεῖν καὶ διὰ τοῦ ὕδατος ὁρῶν τὸν ἥλιον καὶ τὰ ἄλλα ἄστρα
τὴν θάλατταν ἡγοῖτο οὐρανὸν εἶναι, διὰ δὲ βραδυτῆτά τε καὶ
ἀσϑένειαν μηδεπώποτε ἐπὶ τὰ ἄκρα τῆς θαλάττης ἀφιγμένος Ὁ
μηδὲ ἑωρακὼς εἴη, ἐκδὺς χαὶ ἀνακύψας ἐκ τῆς ϑαλάττης εἰς
τὸν ἐνθάδε τόπον, ὅσῳ καϑαρώτερος καὶ καλλίων τυγχάνει
ὧν τοῦ παρὰ σφίσιν, μηδὲ ἄλλου ἀκηκοὼς εἴη τοῦ ἑωρακχότος.
Φταὐτὸν δὴ τοῦτο καὶ ἡμᾶς πεπονθέναι οἰκοῦντας γὰρ ἔν τινι
κοίλῳ τῆς γῆς οἴεσϑαι ἐπάνω αὐτῆς οἰκεῖν, καὶ τὸν ἀέρα οὐ-
1 αὐτό. 8. zu 61 A.
τς ἀὴρ παχὺς σκοτεινὸς ἀχλὺς ὑδατώ-
ἡμᾶς οἰκεῖν. Der Phasis und die
δης σκοτία. Hesych.
Säulen des Herakles galten lange
für die Endpunkte der Erde in ihrer
den Griechen vorzugsweise bekann-
ten Längsenausdehnung von Osten
nach Westen. Alle den Griechen
bekannten Völker aber wohnten an
den Küsten des sich zwischen jenen
Endpunkten ausdehnenden Meeres.
Platon versteht also unter den ἡμᾶς
sämtliche die damals bekannte Erde
bewohnenden Menschen,
8 περὶ τὴν θάλατταν, das mittel-
ländische Meer, 1183 Δ ἡ παρ nuiv
ϑάλαττα genannt. Vgl. 1114.
οἰκοῦντας nicht mit βατράχους zu
verbinden, sondern mit ἡμᾶς. Es
ist also zu konstruieren: καὶ ἡμᾶς
οἰκεῖν — ἐν σμικρῶ τινι μορίω περὶ
τὴν θάλατταν οἰκοῦντας, ὡσπερ
περὶ τέλμα μύρμηκας ἢ βατράχους
(nämlich οἰκοῦντας).
6 εἰς ἃ ξυνερρυηκέναι.
72 A, ur
τὴν ὁμίχλην" ὁμίχλη ἡ ομέχλα"
S. zu
7 αὐτὴν δὲ τὴν γῆν, die Erde
selbst oder, wie sie 110 A heifst,
7 ὡς ἀληθῶς γῆ im Gegensatz zu
en Vertiefungen, in denen wir
wohnen und die wir fälschlich für
die eigentliche Erde halten.
8 αἰθέρα. Unter Ather versteht
Platon hier, wie 111 B, dem gewöhn-
lichen Sprachgebrauch folgend die
unserer Atmosphäre zunächstliegen-
de reinere Luft. Tim. 58 D ἀέρος
τὸ εὐαγέστατον ἐπίκλην αἰϑὴρ κα-
λούμενος.
9 περὶ τὰ τοιαῦτα --- λέγειν. Gorg.
490 C περὶ σιτέα λέγεις. Vgl. 108 Ὁ.
10 ὑποστάϑμην. Hesych. ὑπο-
oradun' τρυγέα, τρύξ.
, 12 ἄνω ἐπὶ τῆς γῆς οἰκεῖν. 1140
ἄνω εἰς τὴν καθαρὰν οἴκησιν
ἀφικνούμενοι καὶ ἐπὶ τῆς γῆς ol-
κιξομενοι.
19 παρὰ σφίσιν. Der Plural be-
züglich auf εἴτις. Ebenso ist 110 E
καλλίω Prädikat zu οὐδὲν ὅτι οὔ.
126
HAATSNOZ
ὅμως οὐ δέχεται αὐτὸ τὸ ἐναντίον, οἷον νῦν ἡ τριὰς τῷ ἀρτίῳ
οὐκ οὖσα ἐναντία οὐδέν τι μᾶλλον αὐτὸ δέχεται, τὸ γὰρ ἐναν-
τίον ἀεὶ αὐτῷ ἐπιφέρει, καὶ ἡ δυὰς τῷ περιττῷ καὶ τὸ πῦρ
τοότῷ ψυχρῷ καὶ ἄλλα πάμπολλα, ἀλλ᾽ ὅρα δή, εἰ οὕτως ὁρίζξει, μὴ
μόνον τὸ ἐναντίον τὸ ἐναντίον μὴ δέχεσϑαι, ἀλλὰ καὶ ἐκεῖνο, ὃ ἂν
ἐπιφέρῃ τι ἐναντίον ἐκείνῳ, ἐφ᾽ ὅτι ἂν αὐτὸ ἴῃ, αὐτὸ τὸ ἐπι-
φέρον τὴν τοῦ ἐπιφερομένου ἐναντιότητα μηδέποτε δέξασϑαι.
πάλιν δὲ ἀναμιμνήσκου" οὐ γὰρ χεῖρον πολλάκις ἀκούειν. τὰ
πέντε τὴν τοῦ ἀρτίου οὐ δέξεται, οὐδὲ τὰ δέκα τὴν τοῦ περιτ-
τοῦ, τὸ διπλάσιον. τοῦτο μὲν
1 αὐτὸ τὸ ἐναντίον ist hier nicht
dem spezifisch Platonischen Sprach-
gebrauch entsprechend das Ent-
Begengesetzte an sich, die
dee des Entgegengesetzten,
sondern nach dem gewöhnlithen
Sprachgebrauche das Entgegen-
esetzte selbst. Gegenständen,
ie zwar etwas Entgegengesetztes
an sich tragen, aber doch nicht
etwas Entgegengesetztes sind, z. B.
drei, wird das Entgegengesetzte
selbst oder der entgegengesetzte
Begriff (das Ungerade) gegenüber-
gestellt. Dieselbe Bedeutung hat
αὐτὸ τὸ ἐναντίον auch 103B, wo
erst von entgegengesetzten Dingen
(πράγματα) die Rede war, dann
vom Entgegengesetzten selbst.
οἷον νῦν — ἀλλα πάμπολλα sind
als Parenthese aufzufassen.
ἡ τριάς. Die Drei ist dem
Geraden nieht entgegenge-
setzt, nimmt esaber dennoch
nicht auf; denn sie führt
immer das diesem Entgegen-
gesetzte zu, nämlich den ein-
zelnen drei ausmachenden Gegen-
ständen, die sie ergreift, an die sie
herantritt, ἃ, h. denen sie sich als
Begriff einsenkt.
3 ἡ δυὰς τῷ περιττῷ, nämlich
οὐκ οὖσα ἐναντία οὐδέν τι μᾶλλον
αὐτὸ δέχεται.
5 ἀλλὰ καὶ ἐκεῖνο. Was vorher
von etwas Einzelnem (ἡ zoıag) aus-
esagt ist, wird nun allgemein ge-
alst und 80 erst in der eigentlichen ,
Form der Definition gegeben.
6 ἐκβίνῳ abhängig von ἐπιφέρῃ,
während Jas αὐτῷ bei dem vorher-
gehenden ἐπιφέρει von ἐναντίον
abhängig war.
ἐφ᾽ ὅτι ἂν αὐτὸ ἴῃ ἴτὰ Sinne des
104D gebrauchten ὅτι ἂν κατάσχῃ.
αὐτὸ an sich entbehrlich, wie
αὐτὴ 105) ἡ ψυχὴ ἄρα ὅτι ἂν
αὐτὴ κατάσχῃ, ἀεὶ ἥκει ἐπ᾿ ἐκεῖνο
φέρουσα ζωήν. .
αὐτὸ τὸ ἐπιφέρον. Diese Wieder-
holung des Subjektes ὁ ἂν ἐπεφέρ
ist durch das folgende Particip τοῦ
ἐπιφερομένου bedingt, indem so
aufs bestimmteste ausgesprochen
wird, dafs aulser dem Hinz
führten, an sich schon einen Gegen-
satz enthaltenden Begriffe (τὸ zegır-
τόν) auch das ihn zu einem Gegen-
stande Zufübrende (ἡ roıac) das
Gegenteil dieses Begriffes aus-
schliefst. .
8 οὐ γὰρ χεῖρον. Arist. eq. 364.
Βούλει τὸ πράγμα τοὶς Hearaicır
00; N. Οὐ χεῖρον. Xen. oec.
vn 25 πρὸς τὸ φυλάσσειν οὐ κα-
κιόν ἐστε φοβερὰν εἶναι τὴν ψ.
9 τὴν τοῦ περιττοῦ nämlich ἐδέαν.
S. zu 58B.
10 τὸ διπλάσιον mit τὰ δέκα in
Verbindung zu bringen.
οὐκ, was in den Hdschr. nicht
steht, haben Köhler u. H. Schmidt
hinzugefügt. Unsere Stelle ent-
spricht dann ganz der Stelle 104E
ποῖα οὐκ ἐναντία τινὶ ὄντα ὅμως
οὐ δέχεται αὐτὸ und bedeutet:
dieses, nämlich das Doppelte einer
ganzen Zahl, ist an sich einem
Anderen nicht entgegenge-
setzt, läfst aber doch ein gewisses
ἐναντίον nicht zu. Denn zum Ein-
fachen bildet nicht das Doppelte,
sondern das Mehrfache oder das
Zusammengesetzte den Gegensatz,
sowie auch die dann erwä’ ' ten
halben und drittel Zahlen _ #
=
_$
οὖν καὶ αὐτὸ ἄλλῳ οὐχ Evav-
DATARN. 127
tiov, ὅμως δὲ τὴν τοῦ περιττοῦ οὐ δέξεται" οὐδὲ τὸ ἡμιόλιον
οὐδὲ τάλλα τὰ τοιαῦτα, τὸ ἥμισυ, τὴν τοῦ ὅλου, καὶ τριτη- Β
’ 3 -«
μόριον αὖ καὶ πάντα τὰ τοιαῦτα, εἴπερ ἔπει τε καὶ συνδοκεῖ
5
30
cos οὕτως."
ΠΥ.
πάνυ σφόδρα καὶ συνδοκεῖ.,᾽ ἔφη, “καὶ ἕπομαι.
“Πάλιν δή μοι.᾽ ἔφη, “ἐξ ἀρχῆς λέγε. καὶ μή μοι,
ὃ ἂν ἐρωτῶ, ἀποκρίνου, ἀλλὰ μιμούμενος ἐμέ. λέγω δὲ παρ᾽
ἣν τὸ πρῶτον ἔλεγον ἀπόκρισιν τὴν ἀσφαλῆ ἐκείνην ἐκ τῶν
νῦν λεγομένων ἄλλην ὁρῶν ἀσφάλειαν.
εἰ γὰρ ἔροιό με, ὦ
ἂν τέ [ἐν τῷ] σώματι ἐγγένηται, ϑερμὸν ἔσται, οὐ τὴν ἀσφαλῆ C
10 50: ἐρῶ ἀπόκρισιν ἐκείνην τὴν ἀμαϑῆ, ὅτι ᾧ ἂν ϑερμότης,
ἀλλὰ κομψοτέραν ἐκ τῶν νῦν, ὅτι ᾧ ἂν πῦρ' οὐδὲ ἂν Eon,
ὦ ἂν σώματι τί ἐγγένηται, νοσήσει, οὐκ ἐρῶ, ὅτι ᾧ ἂν νόσος,
ἀλλ᾽ ᾧ ἂν πυρετός" οὐδ᾽ ᾧ ἂν ἀριϑμῷ τί ἐγγένηται, περιττὸς
ἔσται, οὐκ ἐρῶ, ᾧὦ ἂν περιττότης, ἀλλ’ ᾧ ἂν μονάς, καὶ τἄλλα
Ιδροὕτως. ἀλλ᾽ ὅρα, εἰ ἤδη ἱκανῶς οἶσϑ᾽ ὅτι βούλομαι. "ἀλλὰ
πάνυ ἱκανῶς, ἔφη. ᾿ἀποχρένου δή, ἢ -δ᾽ ὅς, "ὦ ἂν τί ἐγγέ-
νηται σώματι, ξῶν ἔσται; “ὦ ἂν ψυχή,᾽ ἔφη. “οὐκοῦν ἀεὶ
τοῦτο οὕτως ἔχει; 'πῶς γὰρ οὐχί; ἡ δ᾽ ὅς.
ἡ ψυχὴ ἄρα Ὁ
ὅτι ἂν αὐτὴ κατάσχῃ, ἀεὶ ἥκει ἐπ’ ἐκεῖνο φέρουσα ξωήν;
ἥκει μέντοι. ἔφη. πότερον δ᾽ ἔστι τε ξωῇ ἐναντίον ἢ οὐδέν ἢ
“ἔστιν. ἔφη. “τί; ᾿ϑάνατος:
dem Ganzen, welches seinen Gegen-
satz überhaupt in den Teilen hat,
entgegengesetzt sind.
2 τὸ ἥμισυ ist in derselben Weise,
wie oben τὸ διπλάσιον, erklärend
zum Vorhergehenden gesetzt, rgı-
τημόριον aber entspricht dem ἡμιό-
λιον. Beispielsweise ist eine dop-
pelte Reihe von Brüchen angeführt,
erst Be bei TR das Ganze
in zwei (!/,, 8,4, 5/2), dann solche,
bei Henen 20 er FR gleiche Teile
(Ya; 2/2, 48) geteilt ist. In der
itte jener beiden Reihen steht
τὴν τοῦ ὅλου. Die Stelle heifst
also: ebenso wenig wird das
Anderthalbe und das Übrige
derart als Halbes den Be-
griff des Ganzen zulassen
oder das Dritteil und alles
dergleichen. _
5 καὶ un μοι, ὁ ἂν ἐρωτῶ. So-
krates wünscht, dafs man ihm nicht
mit dem spezifischen Begriffe ant-
worte, sondern mit einem andern,
οὐκοῦν ψυχὴ τὸ ἐναντίον ᾧ
der diesen immer als ein ihm not-
wendiges Merkmal an sich trägt.
Ἴ ἀπόκρισιν τὴν ἀσφαλῆ. 100 E
ἀσφαλὲς καὶ ἐμοὶ καὶ ὁτῳοῦν ἄλλῳ
ἀποκρίνασθαι, ὅτι τῷ καλῷ τὰ καλὰ
καλα.
ἐκ τῶν νῦν λεγομέναν : 104 Ὁ fg.
10 τὴν ἀμαθῆ, die man geben
kann, ohne Philosoph zu sein.
17 ψυχή. Crat. 399D οἱμαί τι
τοιοῦτον νοϑῖν τοὺς τὴν ψυχὴν
ὀνομάσαντας, ὡς τοῦτο ἄρα, ὅταν
παρῇ τῷ σώματι, αἴτιόν ἐστι τοῦ
ξὴν αὐτῷ, τὴν τοῦ ἀναπνεῖν δύνα-
ἐν παρέχον καὶ ἀναψῦχον, ἄμα δὲ
ἐκλείποντος τοῦ ἀναψύχοντος τὸ
σῶμα ἀπόλλυταί τὸ καὶ τελευτὰ"
ὅϑεν δή μοι δοκοῦσιν αὐτὸ ψυχὴν
καλέσαι. Die Seele hat also den
Begriff des Lebens als ein ihr we-
sentlich zukommendes Merkmal an
sich.
t .
21 τὸ ἐναντίον ᾧ ἃ. ii. τὸ ἐναν-
τίον τούτῳ, ὃ αὐτὴ ἐπιφέρει.
128
IIAAT2NOZ
αὐτὴ ἐπιφέρει ἀεὶ οὐ μή ποτε δέξηται, ὡς ἐκ τῶν πρόσϑεν
ὡμολόγηται; “καὶ μάλα σφόδρα, ἔφη ὁ Κέβης.
LV. “Τί οὖν; τὸ μὴ δεχόμενον τὴν τοῦ ἀρτέου ἰδέαν τί
νῦν δὴ ὠνομάξομεν;᾽ “avagrıov, ἔφη. “ro δὲ δίκαιον μὴ δεχό-
E μενον καὶ ὃ ἂν μουσικὸν μὴ δέχηται; “ἄμουσον,᾽ ἔφη, ‘vo δὲ
ἄδικον. "εἶεν" ὃ δ᾽ ἂν ϑάνατον μὴ δέχηται. τί καλοῦμεν;
ἀϑάνατον,᾽ ἔφη. “οὐκοῦν ἡ ψυχὴ οὐ δέχεται ϑάνατον; ‘00.
ἀθάνατον ἄρα ἡ ψυχή; ᾿ἀϑάνατον.᾽ “εἶεν,᾽ ἔφη" τοῦτο μὲν
δὴ ἀποδεδεῖχϑαι φῶμεν; ἢ πῶς δοκεῖ; “καὶ μάλα γε ἵκανώς,
εὖ Σώκρατες. “τί οὖν,᾽ ἦ δ᾽ ὅς, ‘a Κέβης; εἰ τῷ ἀναρτίωυ
106Lvayxaiov ἦν ἀνωλέϑρῳ εἶναι, ἄλλο τι τὰ τρία ἢ ἀνώλεϑρα
ἂν ἦν; πῶς γὰρ οὔ; “οὐκοῦν εἰ καὶ τὸ ἄϑερμον ἀναγκαῖον
ἣν ἀνωώλεϑρον εἶναι, ὁπότε τις ἐπὶ χιόνα ϑερμὸν ἐπαγάγοι,
ὑπεξήει ἂν ἡ χιὼν οὖσα σῶς καὶ ἄτηκτος; οὐ γὰρ ἂν ἀπῶ-
λετό γε, οὐδ᾽ av ὑπομένουσα ἐδέξατο ὧν τὴν θερμότητα. υ
‘And, ἔφη, “λέγεις.
ὡσαύτως, οἶμαι, κἂν εἰ τὸ ἄψυκτον
ἀνώλεθρον ἦν, ὁπότε ἐπὶ τὸ πῦρ ψυχρόν τι ἐπήει, οὔποτ᾽ ἂν
ἀπεσβέννυτο οὐδ᾽ ἀπώλλυτο, ἀλλὰ σῶν ἂν ἀπελϑὸν ᾧχετο.
Β "ἀνάγκη, ἔφη. “οὐκοῦν καὶ ὧδε, ἔφη, ᾿ἀνάγκη περὶ τοῦ ἀϑα-
νάτου εἰπεῖν; εἰ μὲν τὸ ἀϑάνατον καὶ ἀνώλεϑρόν Lorıv, ἀδύ-"
1 οὐ μή ποτε δέξηται. 8. τὰ 66 Β.
5 τὸ δὲ steht nicht selten ohne
das entsprechende τὸ μέν. Theaet.
181 Ὁ δυο δὴ λέγω τούτω εἴδη κι-
νήσεως, ἀλλοίωσιν, τὴν δὲ περι-
φοράν. Vgl. Phaed. 116 A.
7 οὐκοῦν ἡ ψυχή. Olympiod.
Ῥ. 191 ἡ ἀπόδειξις πρόεισιν ἐκ τῶν
ὑποθέσεων τοιῷδε συλλογισμῷ" ἡ
φυχὴ ᾧ ἂν παρῇ, ξωὴν τούτῳ
ἐπιφέρει. πᾶν δὲ ὃ ἐπιφέρει τι,
ἄδεκτόν ἐστι τοῦ ἐναντίου αὐτῶ.
ἡ ψυχὴ ἄρᾳ ἄδεκτός ἐστι τοῦ ἐναν-
τίου τῇ ξωῇ ἡ ψυχὴ ἀδεκτός ἐστι
τοῦ ἐναντίου, ᾧ ἐπιφέρει. τὸ ἐναν-
τίον ἐστὶν οὐ ἐπιφέρει ϑάνατος.
ἡ ψυχὴ ἄρα ἄδεκτος ϑανάτου.
8 τοῦτο μὲν δὴ ἀποδεδεῖχϑαι
φῶμεν. Das durch Sprachanalogie
bis jetzt für die Seele gewonnene
Prädikat ἀϑαάνατος drückt nur aus,
dafs sie, so lange sie Seele ist, den
Tod nicht an sich duldet. Da nun
aber das an sich Dulden eines Gegen-
standes auf doppelte Weise ver-
mieden werden kann, durch Ent-
weichen oder durch Untergehen,
80 ist nun noch zu beweisen, dafs
die Seele, wenn ihr Gegensatz, der
Tod, naht, nicht untergehen kann,
sondern entweichen mulfs. -
11 ἄλλο τι — n. Wie bier τὰ
τρία zwischen ἄλλο τε und ἢ ge
setzt ist, 8o 106 E ψυχή: ἄλλο τι
ψυχὴ N, εἰ ἀθάνατος Tuyzarsı
οὐσα, καὶ ἀνώλεθρος ἂν εἴη;
"12 τὸ ἄϑερμον. Die Wörter ἄϑερ-
μον und ἄψυκτον, was gleich darauf
folgt, hat Platon für. die Zwecke
seiner Argumentation gebildet, ge-
rade so wie dvagrıog (104 E).
18 ὁπότε τις — ἐπαγάγοι. De
rep. ΠῚ 406 Εἰ ὅτι ἣν τι αὐτῷ ἔργον,
ὃ εἰ μὴ πράττοι, οὐκ ἐλυσιτέλει ξῆν,
20 εἰ μὲν --- ἐστιν. Vom ἐναάρτιον,
ἄθερμον und ἄψυκτον hiefs es: εἰ
nv ἀνώλεθρον. Alles das ἰδὲ also
nie unvergänglich.
schliefst die N eeation des "ode
zugleich die Negation der Ve
lichkeit in sich, daher εἰ —
τὸ ἀθάνατον καὶ ἀνώλεθρον.
ἀθάνατον ist, was den Tod aus
schliefst, ἀνώλεϑρον, was überha
jeden Untergang, nicht !iofs den
ntergang durch der Tol, es
ΦΑΙΔΩΝ,
129
varov ψυχῇ, ὅταν ϑάνατος ἐπ᾽ αὐτὴν ἴῃ, ἀπόλλυσθαι" ϑάνατον
μὲν γὰρ δὴ ἐκ τῶν προειρημένων οὐ δέξεται οὐδ᾽ ἔσται τεϑνη-
κυῖα, ὥσπερ τὰ τρία οὐκ ἔσται, ἔφαμεν, ἄρτιον οὐδὲ γ᾽ αὖ
τὸ περιττόν, οὐδὲ δὴ πῦρ ψυχρὸν οὐδέ γε ἡ ἐν τῷ πυρὶ ϑερ-
6 μότης.
ἀλλὰ τέ κωλύει, φαίη ἄν τις, ἄρτιον μὲν τὸ περιττὸν
μὴ γίγνεσϑαι ἐπιόντος τοῦ ἀρτίου, ὥσπερ ὡμολόγηται, ἀπολο--
μένου ὃὲ αὐτοῦ ἀντ᾽
λέγοντι οὐκ ἂν ἔχοιμεν διαμάχεσθαι, ὅτι οὐκ ἀπόλλυται" τὸ
γὰρ ἀνάρτιον οὐκ ἀνώλεϑρόν ἐστιν" ἐπεὶ εἰ τοῦτο ὡμολόγητο
υ ἡμῖν, ῥαδίως ἂν διεμαχόμεϑα, ὅτι ἐπελθόντος τοῦ ἀρτίου τὸ
περιττὸν καὶ τὰ τρία οἴχεται ἀπιόντα" καὶ περὶ πυρὸς καὶ
ϑερμοῦ καὶ τῶν ἄλλων οὕτως ἂν διεμαχόμεϑα. ἢ 00; πάνυ
μὲν οὖν."
“οὐχοῦν καὶ νῦν περὲ τοῦ ἀθανάτου. εἰ μὲν ἡμῖν
ὁμολογεῖται καὶ ἀνώλεϑρον εἶναι, ψυχὴ ἂν sin πρὸς τῷ ἀϑά-
ὄνατος εἶναι καὶ ἀνώλεθϑρος" εἰ δὲ μή, ἄλλου ἂν δέοι λόγου."
(ἀλλ᾽ οὐδὲν δεῖ, ἔφη, “τούτου γε ἕνεχα᾽ ὀχολῇ γὰρ ἄν τι ἄλλο
φϑορὰν μὴ δέχοιτο, εἴ γε τὸ ἀϑάνατον ἀΐδιον ὃν φϑορὰν
δέξεται.
LVI.
“Ὁ δέ γε ϑεός, οἶμαι; ἔφη ὁ Σωκράτης, “καὶ αὐτὸ
τὸ τῆς ξωῆς εἶδος καὶ εἴ τι ἄλλο ἀϑάνατόν ἐστιν, παρὰ πάν-
τῶν ἂν ὁμολογηϑείη μηδέποτε ἀπόλλυσϑαι.᾽
“παρὰ πάντων
μέντοι νὴ Il, ἔφη, ᾿ἀνθρώπων τέ γε καὶ ἔτι μᾶλλον, ὡς
ἐγώμαι, παρὰ ϑεῶν."
schliefst. ἀϑάνατον ist die Spezies,
ἀνώλεθρον das Genus,
3 ἔφαμεν parenthetisch gesetzt,
7 αὐτοῦ ἀντ᾽ ἐκείνου. Beide Pro-
nomina beziehen sich auf τὸ zagır-
τόν. ὃ. zu 60}.
11 οἴχεται ἀπιόντα --α οὐκ ἀπόλλυ-
ται, ἀλλ᾽ ὑπεξέρχεται σῶα (106 A).
16 ἕνεκα, wie 85 Β. 4
σχολῇ γὰρ ἃν — χοιτο,
schwerlich önnte" aan den
Begriff des μὴ δέχεσθαι von
irgend etwas behaupten,
wenn es jenem nicht zukom-
men soll. μὴ δέχεσθαι ist als ein
Begriff genommen; nicht die Hand-
‚ sondern der infinitivische Be-
griff des δέχεσθαι ist negiert. Crat.
129D Πῶς γὰρ ἄν, ὦ Σώκρατες,
ἱέγων γέ τις τοῦτο, ὃ λέγει, μὴ τὸ
ἦν λέγοι 5
17 ἀΐδιον ὃν giebt den Grund
ın, warum das Unsterbliche nicht
ram. PHAED.
ὁπότε δὴ τὸ ἀϑάνατον καὶ ἀδιάφϑορόν
untergehen kann; es ist als solches
eben auch ewig.
19 Ὁ δέ γε θεός. Gott und die
Idee des Lebens werden als die
beiden Gegenstände, die jeder als
ἀθάνατοι und eben deshalb als
ἀνώλεθροι anerkenne, hervorge-
hoben — wie denn schon bei Homer
den Göttern als das sie von den
Menschen unterscheidende Prädikat
die Unsterblichkeit beigelegt wird
—, und daran der Gedanke ge-
knüpft, dafs aus demselben Grunde
alle "Gegenstände, die als ἀϑάνατοι
nachgewiesen sind, auch ἀνώλεϑροι
sein müssen.
20 nal εἴ τι ἄλλο ἀϑάνατόν ἐστιν
ist, genau „ genommen, zu über-
setzen : eben deshalb
alles, was sonst noch un-
sterblich ist, Die Seele wird
hier offenbar von Gott und der
Idee des Lebens getrennt; doch.
9
ἐκείνου ἄρτιον γεγονέναι; τῷ ταῦτα
D
130
IIAAT2NOZ
E ἐστιν, ἄλλο τι ψυχὴ N, εἰ ἀϑάνατος τυγχάνει οὖσα, καὶ ἀνώ-
λεϑρος ἂν εἴη: 'πολλὴ ἀνάγκη. “ἐπιόντος ἄρα ϑανάτου ἐπὶ
τὸν ἄνθρωπον τὸ μὲν ϑνητόν, ὡς ἔοικεν, αὐτοῦ ἀποϑνήσκει,
τὸ δ᾽ ἀθάνατον σῶν καὶ ἀδιάφϑορον οἴχεται ἀπιὸν ὑπεκχω-
ρῆσαν τῷ ϑανάτῳ.᾽ φαίνεται. 'παντὸς μᾶλλον ἄρα, ἔφη,
107°@ Κέβης, ψυχὴ ἀθάνατον καὶ ἀνώλεϑρον, καὶ τῷ ὄντι ἔσονται
ἡμῶν al ψυχαὶ ἐν“Διδου.᾽ “οὔκουν ἔγωγε, ὦ Σώκρατες, ἔφη,
ἔχω παρὰ ταῦτα ἄλλο τι λέγειν οὐδέ πῃ ἀπιστεῖν τοῖς λόγοις.
ἀλλ᾽ εἰ δή τι Σιμμίας ἤ τις ἄλλος ἔχει λέγειν, εὖ ἔχει μὴ
κατασιγῆσαι. ὡς οὐκ οἷδα, εἰς ὅντινά τις ἄλλον καιρὸν dva- u
βάλλοιτο ἢ τὸν νῦν παρόντα περὶ τῶν τοιούτων βουλόμενος
ἤ τι εἰπεῖν ἢ ἀκοῦσαι. “ἀλλὰ μήν, ἢ δ᾽ ὃς 6 Σιμμέας, ‘ode’
αὐτὸς ἔχω, ὅπῃ ἀπιστῶ ἔκ γε τῶν λεγομένων ὑπὸ μέντοι τοῦ
μεγέθους περὶ ὧν οἱ λόγοι εἰσίν, καὶ τὴν ἀνθρωπένην ἀσϑέ.
Β νειαν ἀτιμάξων ἀναγκάξομαι ἀπιστέαν ἔτι ἔχειν παρ᾽ ἐμαυτῷ
περὶ τῶν εἰρημένων. “οὐ μόνον γ᾽, ἔφη, “ὦ Σιμμία, ὃ Σω-
κράτης, "ἀλλὰ ταῦτά τε εὖ λέγεις, καὶ τὰς ὑποϑέσεις τὰς πρώ-
τας, καὶ εἰ πισταὶ ὑμῖν εἰσιν, ὅμως ἐπιδσκεπτέαι σαφέστερον᾽
καὶ ἐὰν αὐτὰς ἱκανῶς διέλητε, ὡς ἐγώμαι, ἀκολουθϑήσετε τῷ
λόγῳ, καϑ'᾽ ὅσον δυνατὸν μάλιστ᾽ ἀνθρώπῳ ἐπακολουθῆσαι"
κἂν τοῦτο αὐτὸ σαφὲς γένηται, οὐδὲν ξητήσετε περαιτέρω:
.«ἀληϑῆ,᾽ ἔφη. "λέγεις."
war ihr das Prädikat ἀϑάνατον zu-
erkannt worden.
8 παρὰ ταῦτα. 8, zu 14 Α.
10 οὐκ οἶδα, εἰς ὄντινα — ἀνα-
βάλλοιτο. Der Optativ ohne ὧν nach
einem Haupttempus in der indi-
rekten Frage, dem blofsen Optativ
der direkten Frage entsprechend:
ich weifs nicht, auf welche
andere Gelegenheit man es
verschieben wollte. Euthyd.
296 Εἰ οὐκ ἔχω, πῶς ἀμφισβητοίην.
11 ἢ τὸν νῦν παρόντα steht fü
ἢ ὃς νῦν πάρεστι oder τοῦ νῦν
παρόντος.
14 τὴν ἀνθρωπίνην ἀσθένειαν
ἀτιμάξων steht in dem Sinne von
ξύμπασαν τὴν τῆς ἀνθρωπίνης φύ-
σεως ἀσϑένειαν εὐλαβούμενος (de
leg. IX 854 A).
16 οὐ μόνον γ΄. Zu ergänzen
ἀναγκάξῃ ἔτι ἀπιστίαν ἔχειν περὶ
τῶν εἰρημένων. Du hast hierin
Recht, dafs du dir über das eben
. Gesagte noch deine Bedenken vor-
behältst, aber du mufst weiter gehen
und nicht nur die Folgerungen, die
wir zuletzt zogen, sondern auch die
Voraussetzungen derselben noch
einmal einer gründlichen Prüfung
unterwerfen. De leg. VI 752 A KA.
"Apıor’ εἴρηκας, ὦ ξένε. ΑΘ. Οὐ
μόνον Ye, ἀλλὰ καὶ δράσω κατὰ
δύναμιν οὕτως.
11 ἀλλὰ ταῦτά τε εὖ λέγεις, καί,
sondern wie du hierin Recht
hast, dafs man nämlich über das
Gesagte seine Bedenken haben
könne, so mufs man auch die
Voraussetzungengründlicher
prüfen.
18 ἐπισκεπτέαι. Man erwartet
ἐπισκεπτέον Oder ἐπισκεπτέα. Der
Nominativ ἐπισκεπτέαι ist durch
den Zwischensatz καὶ εἰ zıoral ὑμὶν
εἶσιν veranlafst.
21 κἂν τοῦτο αὐτὸ σαφὲς γένηται,
seid ihr dessen gewıfs ge-
worden, dafs ihr nämlich der
Wahrheit so nahe gekommen seid,
an
ΦΑΙΔΩΝ. 181
LVIIl ᾿Αλλὰ τόδε γ᾽, ἔφη, “ὦ ἄνδρες. δίκαιον διανοη-
ϑῆναι, ὅτι, εἴπερ ἡ ψυχὴ ἀϑάνατος, ἐπιμελείας δὴ δεῖται οὐχο
ὑπὲρ τοῦ χρόνου τούτου μόνον, ἐν ᾧ καλοῦμεν τὸ ξῆν, ἀλλ᾽
ὑπὲρ τοῦ παντός, καὶ ὁ κίνδυνος νῦν δὴ καὶ δόξειεν ἂν δει--
ἐνὸς εἶναι, εἴ τις αὐτῆς ἀμελήσει. εἰ μὲν γὰρ ἦν ὃ ϑάνατος
τοῦ παντὸς ἀπαλλαγή, ἕρμαιον ἂν ἦν τοῖς κακοῖς ἀποθανοῦσι
τοῦ τε σώματος ἅμ᾽ ἀπηλλάχϑαι καὶ τῆς αὑτῶν κακίας μετὰ
τῆς ψυχῆς νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀϑάνατος φαίνεται οὖσα, οὐδεμία
ὧν εἴη αὐτῇ ἄλλη ἀποφυγὴ κακῶν οὐδὲ σωτηρία πλὴν τοῦ Ὁ
ῃ ὡς βελτίστην τε καὶ φρονιμωτάτην γενέσϑαι. οὐδὲν γὰρ ἄλλο
ἔχουσα εἰς “Διδου ἡ ψυχὴ ἔρχεται πλὴν τῆς παιδείας τε καὶ
τροφῆς, ἃ δὴ καὶ μέγιστα λέγεται ὠφελεῖν ἢ βλάπτειν τὸν
τελευτήσαντα εὐθὺς ἐν ἀρχῇ τῆς ἐκεῖσε πορείας. λέγεται δὲ
οὕτως, ὡς ἄρα τελευτήσαντα ἕκαστον 6 ἑκάστου δαίμων, ὅσπερ
ὁ ξῶντα εἰλήχει, οὗτος ἄγειν ἐπιχειρεῖ εἰς δή τινα τόπον, οἷ δεῖ
τοὺς συλλεγέντας διαδικαδαμένους εἰς “ἄϊιδου πορεύεσθαι μετὰ
als es dem Menschen überhaupt
möglich ist sich ihr zu nähern.
2 εἴπερ ἡ ψυχὴ ἀϑάνατος. Ebenso
de rep. X 6080 olsı ἀϑανάτῳ πραγ-
ματι ὑπὲρ τοσούτου δεῖν χρόνου
σπουδακέναι, ἀλλ᾽ οὐχ ὑπὲρ τοῦ
παντός; ε
8 ἐν ᾧ καλοῦμεν τὸ ξῆν = ἐν ὦ
λέγομεν εἶναι τὸ ξῆν. Xen. Hell. V
110 ἀνέβαινον τοῦ Ἡρακλείου ἐπ-
ἔκεινα ὡς ἑκκαίδεκα σταδίους, ἔνϑα
ἢ Τριπυργία καλεῖται.
6 τοῦ παντὸς ἀπαλλαγή, οἷπο ΤΎΘΗ-
aung nicht nur vom Körper, son-
dern von allem, so dafs es für den
Gestorbenen gar nichts mehr giebt
(und&v ἐστι τελευτήσαντι 91 Β). 8.
zu 84 Β.
ἕρμαιον τὸ ἀπροσδόκητον κέρ-
dos’ ἀπὸ τῶν ἐν ταῖς ὁδοῖς τιϑε-
μένων ἀπαρχῶν, ἃς οἵ ὃδοιπόροι
κατεσθίουσι. ταύτας δὲ τῷ Ἑρμῇ
ἀφιεροῦσιν ὡς ὄντι καὶ τούτῳ ἐνὶ
τῶν ἐνοδέων ϑεῶν. Schol.
10 οὐδὲν γὰρ ἄλλο. Gorg. 524 Ὦ
ἔνδηλα πάντα ἐστὶν ἐν τῇ ψυχῇ,
ἐπειδὰν γυμνωϑῇ τοῦ σώματος, τά
τε τῆς φύσεως καὶ τὰ παϑήματα,
α διὰ τὴν ἐπιτήδευσιν ἑκάστου.
πράγματος ἔσχεν ἐν τῇ ψυχῇ ὁ
ἀνϑρωπος.
11 παιδείας τε καὶ τροφῆς. ὅ.
zu 81 Ὁ.
18 λέγεται δὲ οὕτως. Platon hat
die mythischen Vorstellungen vom
künftigen Gerichte und den dadurch
bedingten Zustand der Seele nach
dem Tode, wie sie im Volke lebten
und besonders in den Mysterien ge-
lehrt wurden, mit verschiedenen
Modifikationen in drei Dialogen,
im Gorgias (523 fg.), im Phaedon
und in der publik (X 614 fg.),
vorgetragen. iese mythischen
Darstellungen, die man die vexviaı
des Platon nennt, haben zur Grund-
lage die Vorstellung von einer auch
im künftigen Leben fortwirkenden
Gerechtigkeit, von dem innigen
Zusammenhange desgegenwärtigen
Daseins mit dem künftigen und von
einer den Menschen auch jenseits
des Grabes nicht verlassenden gött-
lichen Führung,
14 ὁ ἑκάστου δαίμων. Menand,
ap. Clem. Alex. strom. V p. 727
ἅπαντι δαίμων ἀνδρὶ συμπαρα-
στατεῖ εὐθὺς γενομένῳ μυσταγω-
γὸς τοῦ βίου. De rep. X 617 E wird
die ‘Avaya eingeführt sg sprechend
ψυχαὶ ἐφήωεροι ἀρχὴ ἄλλης περι-
ὁδου ϑνητοῦ γένους θανατηφοόρου᾽
οὐχ ὑμᾶς δαίμων λήξεται, ἀλλ᾽
ὑμεῖς δαίμονα αἷρήσεσϑε. Vgl.
Tim. 90 A.
16 διαδικασαμένους. De rep. X
98
132
HAATRNOZ
Ἑ ἡγεμόνος ἐκείνου, ᾧ δὴ προστέτακται τοὺς ἐνθένδε ἐκεῖσε
πορεῦσαι. τυχόντας δ᾽ ἐκεῖ, ὧν δεῖ τυχεῖν, καὶ μείναντας,
ὃν χρὴ χρόνον, ἄλλος δεῦφο πάλιν ἡγεμὼν κομέξει ἐν πολλαῖς
χρόνου καὶ μακραῖς περιόδοις.
ἔστι δὲ ἄρα ἡ πορεία οὐχ ὡς
1086 “ἰσχύλου Τήλεφος λέγει' ἐκεῖνος μὲν γὰρ ἁπλῆν οἷμόν 5
φησιν. εἰς “Διδου φέρειν, ἡ δ᾽
μοι εἶναι.
οὔτε ἁπλῇ οὔτε μία φαίνεταί
οὐδὲ γὰρ ἂν ἡγεμόνων ἔδει" οὐ γάρ πού τις ἂν
διαμάρτοι οὐδαμόσε μιᾶς ὁδοῦ οὔσης. νῦν δὲ ἔοικε σχίσεδις
τε καὶ περιόδους πολλὰς ἔχειν" ἀπὸ τῶν ὁσίων τε καὶ ψομέ-
μῶν τῶν ἐνθάδε τεκμαιρόμενος λέγω. ἡ μὲν οὖν χοσμία τευ
καὶ φρόνιμος ψυχὴ ἔπεταί τε καὶ οὐκ ἀγνοεῖ τὰ παρόντα ἡ δ᾽
ἐπιϑυμητικῶς τοῦ σώματος ἔχουσα, ἅπερ ἐν τῷ ἔμπροσϑεν
Β εἷπον, πέρὶ ἐκεῖνο πολὺν χρόνον ἐπτοημένη καὶ περὶ τὸν ὁρα-
614 Ο δικαστὰς δὲ μεταξὺ τούτων
καθῇσθϑαι, οὖς, ἐπειδὴ duadınd-
σειαν, τοὺς μὲν δικαίους κελεύειν
πορεύεσθαι τὴν εἰς δεξιὰν τε καὶ
ἄνω διὰ τοῦ οὐρανοῦ, σημεῖα περι-
ἄψαντας τῶν δεδικασμένων ἐν τῶ
πρόσϑεν, τοὺς δὲ ἀδίχους τὴν εἰς
ἀριστεράν τε καὶ κάτω ἔχοντας καὶ
τούτους ἐν τῷ ὄπισϑεν σημεῖα πάν-
τῶν ὧν ἔπραξαν.
1 ἐνθένδε. 8. zu 78 Β.
2 πορεῦσαι᾽ πέμψαι, ἀγαγεῖν.
Hesych.
3 ἐν πολλαῖς — περιόδοις. Die
Zahl dieser Zeitumläufe, nach deren
Ablauf die Seelen wieder auf die
Erde zurückkehren, wird in der
Republik (615 A) auf zehn festge-
stellt und jeder zu hundert Jahren
angenommen, so dafs die ganze
Wanderung tausend Jahre dauert.
Nach je hundert Jahren erfolgt
immer von neuem Lohn und
Strafe.
5 ὁ Αἰσχύλου Ἰήλεφος. Dionys,
Hal. art. rhet. Π 40 μέα γὰρ καὶ ἡ
αὐτὴ οἷμος κατὰ τὸν Αἰσχύλον εἰς
"Aöov φέρουσα. Clem. Alex. strom.
IV p. 492 οὐκ ἔστιν οὖν κατὰ τὸν
Αἰσχύλου Τήλεφον νοεῖν anınv
οἷμον εἰς Αιδου φέρειν, Der Vers
selbst lautete etwa ἁπλῆ γὰρ οἶμος
πάντας εἰς Ardov φέρει.
ὁ ἡ δ᾽ οὔτε ἁπλῆ. Olympiod.
Ῥ. 168 ὁ Σωκράτης διχῇ δείκνυσι"
φιλοσόφως μὲν ἀπὸ τοῦ δεῖσθαι
τὰς ψυχὰς τῶν ἡγεμόνων" μιᾶς γὰρ
ovons ὁδοῦ μὴ ἂν δεηϑῆναι τῶν
ἀγόντων" ἱερατικῶς δὲ ἀπὸ .τῶν ἐν
τριόδοις τιμῶν τῆς Ἑκάτης.
9 ἀπὸ τῶν ὁσίων τε καὶ νομίμων
ist auf die der Hekate gebrachten
Opfer zu beziehen. Dieser brachten
die Reichen allmonatlich am Abend
jedes dreifsigsten, der in Athen den
Gestorbenen gefeiert wurde, ein aus
Broten bestehendes Mahl (σὰς "Exa-
ταίας μαγίδας δόρπων. Soph. fragm.
651) auf die Dreiwege.
10 τεκμαιρόμενος ohne Objekts-
aceusativ auch Lach. 192 C_ τοῦτο
τοίνυν ἔμοιγε φαένεεαι, ὅτε οὐ
πᾶσεί γ8 --- καρτερέα αν δρέα σοι
αίνεται. τακμαίρομωε δὲ ἐνϑ ἐνδε.
rit. 44 A οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης
μέρας οἶμαι αὐτὸ ἥξειν. ἀλλὰ τῆς
τέρας. τεμμαίρομαι δὲ ἔκ τινὸς
ἐνυπνίου.
ἡ μὲν οὖν κοσμία. Da die > gesittete
und vernünftige Seele sich sehon
im Leben vom Leibe und demEi-
flusse der sichtbaren Welt zu be-
freien suchte, so ist ihr der jetzt
eintretende Zustand im Hades ak
der unsichtbaren Weit kein unbe
kannter und willig folgt sie daher
dem sie dabin führen en Dämon.
12 ἐπιθυμητικῶς τοῦ σώματος
ἔχουσα. Ähnlich Gorg. 501 C aan
πτῶς ἔχων (= ἀμελῶν) τοῦ ἀμεί-
vovog.
ἐν τῷ ἔμπροσθεν: 80 CD.
13 ἐπτοημένη. S. zu 69C,
περὶ τὸν ὁρατὸν τόπον. S. zu
81 Ο. Vielleicht ist hier speziell an
das Grab zu denken.
€
1
1
οι
0
ων
ΦΑΙΔΩΝ, 133
τὸν τόπον πολλὰ ἀντιτείνασα καὶ πολλὰ παϑοῦσα βίᾳ καὶ μόγις
ὑπὸ τοῦ προστεταγμένου δαέμονος οἴχεται ἀγομένη. ἀφικο-
μένην δὲ ὄϑιπερ αἱ ἄλλαι, τὴν μὲν ἀκάϑαρτον Kol τι πεποιη-
κυῖαν τοιοῦτον, ἢ φόνων ἀδίκων ἡμμένην ἢ ἄλλ᾽ ἄττα τοιαῦτα
εἰργασμένην, ἃ τούτων ἀδελφά τε καὶ ἀδελφῶν ψυχῶν ἔργα
τυγχάνει ὄντα, ταύτην μὲν ἅπας φεύγει τε καὶ ὑπεκτρέπεται
καὶ οὔτε ξυνέμπορος οὔτε ἡγεμὼν ἐθέλει γίγνεσθαι, αὐτὴ δὲ
σιλανᾶται ἐν πάσῃ ἐχομένη ἀπορία, ξως ἂν δή τινες χρόνοι C
γένωνται, ὧν ἐξελθόντων ὑπ᾽ ἀνάγκης φέρεται εἰς τὴν αὐτῇ
πρέπουσαν οἴχησιν᾽ ἡ δὲ καθαρῶς Ts καὶ μετρίως τὸν βίον
διεξελθοῦσα καὶ ξυνεμπόρων καὶ ἡγεμόνων ϑεῶν τυχοῦσα
ὥκησεν τὸν αὐτῇ ἑκάστη τόπον προσήκοντα.
ΠΥ͂ΠῚ. Εἰσὶν δὲ πολλοὶ καὶ ϑαυμαστοὶ τῆς γῆς τόποι, καὶ
αὐτὴ οὔτε οἵα οὔτε ὅση δοξάξεται ὑπὸ τῶν περὶ γῆς εἰωϑότων
λέγειν, ὡς ἐγὼ ὑπό τινος πέπεισμαι. καὶ 6 Σιμμίας" ‘ng
ταῦτα, ἔφη, "λέγεις, d Σώκρατες; περὶ γάρ τοι γῆς καὶ αὐτὸς D
πολλὰ δὴ ἀκήκοα, οὐ μέντοι ταῦτα, ἃ σὲ πείϑει. ἡδέως οὖν
ὧν ἀκούσαιμι. “ἀλλὰ μέντοι, ὦ Σιμμία, οὐχ ἡ Γλαύκου τέχνη
8 ὅϑιπερ in der Prosa sonst nicht
gebräuchlich. 118 A οὗ al τῶν τε-
τελευτηκοτῶν ψυχαὶ τῶν πολλῶν
ἀφικνοῦνται.
κι — τοιοῦτον findet seine Er-
klärung in dem folgenden ἢ φόνων
ἀϑέκων κτλ.
6 μὲν nimmt das μὲν nach τὴν
μὲν wieder auf.
ἅπας, ein jeder. Polit. 259 C
βασιλεὺς anas, de leg. I 628 B ὃν
μάλιστα μὲν ἅπας ἂν βούλοιτο μήτε
γενέσθαι ποτέ.
7 ξυνέμπορορ' συνοδοιπόρος. Tim.
8 ἐν πάσῃ ἐχομένη ἀπορίᾳ. Gorg.
522 Α Οὐκοῦν οἴει ἐν πάσῃ ἀπορίᾳ
ἂν αὐτὸν ἔχεσθαι, ὅτι χρὴ εἰπεῖν:
Crit. 48 C,
πάσῃ — ἀπορίᾳ. πᾶς Ohne Ar-
tikel völlig, lauter. De rep. IX
575 A 6 ἔρως ἐν πάσῃ ἀναρχίᾳ καὶ
ἀνομίᾳ ξῶν.
9 γένωνται. γίγνεσθαι von der
Zeit vorübergehen. Prot. 320 A
πρὶν TE μῆνας γεγονέναι. Vgl.86E.
on’ ἀνάγκης dasselbe, wie ἐξ
ἀνάγκης, ἀνάγκῃ. Polit. 274 A καὶ
δὴ καὶ τὸ τῆς κυήσεως καὶ γεν-
ψήσεως καὶ τροφῆς μίμημα͵ συν-
είπετο τοῖς πᾶσιν ὑπ΄ ἀναγκῆης.
Phaedr. 241 Β φυγὰς δὴ γίγνεται
— καὶ ἀπεστερηκὼς ὑπ᾽ ἀναγκης
ὁ πρὶν ἐραστὴς --- ἵεται φυγῇ μετα-
βαλών. Crit. 868 E.
αὐτῇ. 8. zu 68 Α.
14 ὑπὸ τῶν περὶ γῆς εἰωϑότων
λέγειν. er die physische Be-
schaffenheit der Erde hatten schon
Thales, Pythagoras und ihre An-
hänger Theorien aufgestellt, Geo-
phisch hatten sich mit derselben
naximander und Hekatäos be-
schäftigt. Herod. V 49 berichtet,
dafs Aristagoras von Milet nach
Sparta kam ἔχων χάλκεον πίνακα,
ἐν ᾧ γῆς ἁπάσης περίοδος ἐνετέ-
zunto καὶ ϑαλαττά τὸ πᾶσα καὶ
ποταμοὶ πάντες.
16 ὑπό τινος. Man braucht an
keinen bestimmten Philosophen zu
denken, da Platon gern auf solche
und ähnliche Weise seine eigenen
Ansichten einführt.
18 οὐχ ἡ Γλαύκου τέχνη. Die
Sage vom Γλαῦκος Πόντιος scheint
in dem Fischerdorfe Anthedon am
böotischen Strand des Euripos hei-
misch gewesen zu sein. Derselbe galt
für einen Schutzpatron aller Fischer
und Taucher, auch der Schiffer,
134
ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
γέ μοι δοκεῖ εἶναι διηγήσασϑαι, & γ᾽ ἐστίν" ὡς μέντοι din,
χαλεπώτερόν μοι φαίνεται ἢ κατὰ τὴν Γλαύκου τέχνην, καὶ
ἅμα μὲν ἐγὼ ἴσως οὐδ᾽ ἂν οἷός τε εἴην, ἅμα δέ, εἰ καὶ ἠπι-
στάμην, ὁ βίος μοι δοκεῖ ὃ ἐμός, ὦ Σιμμία, τῷ μήκει τοῦ
E λόγου οὐκ ἐξαρκεῖ.
εἶναι, καὶ τοὺς τόπους αὐτῆς οὐδέν με κωλύει λέγειν."
τὴν μέντοι ἰδέαν τῆς γῆς, οἵαν πέπεισμαι"
3
“ἀλλ᾽,
ἔφη ὁ Σιμμίας, “καὶ ταῦτα ἀρκεῖ.
«Πέπεισμαι τοίνυν.,᾽ ἢ
ἔστιν ἐν μέσῳ τῷ οὐρανῷ περιφερὴς οὖσα,
4 Ὁ
“ἐγώ, ὡς πρῶτον μέν, εἰ
μηδὲν αὐτῇ δεῖν
06.
τοϑμήτε ἀέρος πρὸς τὸ μὴ πεσεῖν μήτε ἄλλης ἀνάγκης μηδεμιᾶφυ
τοιαύτης, ἀλλὰ ἱκανὴν εἶναι αὐτὴν ἴσχειν τὴν ὁμοιότητα τοῦ
οὐρανοῦ αὐτοῦ ἑαυτῷ πάντῃ καὶ τῆς γῆς αὐτῆς τὴν ἰσορρο-
πίαν" ἰσόρροπον γὰρ πρᾶγμα ὁμοίου τινὸς ἐν μέσῳ τεϑὲν 0%
ἕξει μᾶλλον οὐδ᾽ ἧττον οὐδαμόσε κλιϑῆναι, ὁμοίως δ᾽ ἔχον
ἀκλινὲς μενεῖ. πρῶτον μέν;,᾽ ἡ δ᾽ ὅς, 'τοῦτο πέπεισμαι."
“τι τοίνυν."
ὀρϑῶς yE, ἔφη ὁ Σιμμίας.
denen er im Sturme zu Hülfe kam,
sowie für einen untrüglichen Pro-
photen. Es wurde daher sprichwört-
ich von allem, dessen Auffassung
und Ausführung viel Scharfsinn un
Einsicht erforderte, zu sagen, es ge-
höre des Glaukos Kunst dazu, sowie
vom Gegenteil, sie gehöre nicht dazu,
2 χαλεπώτερον. Dazu ist aus
dinynoucdeı ein Verb wie «ano-
δείξαι zu ergänzen.
3 ἅμα μὲν — ἅμα δέ. 116 ἢ
παραμυϑούμενος ἅμα μὲν ὑμᾶς,
ἅμα δ᾽ ἐμαυτόν.
S. zu 77 A,
4 μοι δοκεῖ.
5 οὐκ ἐξαρκεῖ. 1140 ἃς οὔτε
ὁάδιον δηλῶσαι οὔτε ὁ χρόνος ἵκα-
νὸς ἐν τῷ παρόντι.
7 καὶ ταῦτα ἀρκεῖ. Crat. 430 A
καὶ γὰρ ἂν καὶ τοῦτο ἐξαρκοίη.
8 ὡς -- μηδὲν αὐτῇ δεῖν. Ob-
wohl der ἐὰ tz mit ὡς eingeleitet
ist, wird er doch mit dem Infinitiv
fortgeführt, S. zu 68 C.
πρῶτον μέν. Platon nimmt also
mit Anaximander 6. zu 97 D) an,
dafs die Erde sich als eine Kugel in
der Mitte der Welt durch ihr eige-
nes Gleichgewicht in der Schwebe
erhalte. Auch geht aus unserer
Stelle hervor, dafs er sie als un-
beweglich und von Sonne, Mond
und Sternen umkreist dachte. Ci-
al ἡ
ἔφη. ᾿πάμμεγα τι
cero de nat. deor. 11 89, 98 ac prin-
cipio terra universa cernatur
in media mundi sede solida et globosa
et undique ıpsa in sese nutibus suis
conglodata, de orat. ΠῚ 45 178,
Ovidius met. I 12.
11 ἀλλὰ ἱκανὴν εἶναι. Zu kon-
struieren: τὴν ὁμοιότητα καὶ
ἰσορροπίαν εἶναι ἱκανὴν ἴσχειν αὖ-
τήν (nämlich τὴν γῆν).
12 ἑαυτῷ abhän von ὁμοιό-
της. Theaet. 176 Β φυγὴ δὲ ὁμοί-
ωσις θεῷ κατὰ τὸ δυνατόν.
18 ἰσόρροπον᾽ ἰσοβαρὲς ἶσον ἐκ
μεταφορὰς τῶν μὴ 1 ῥεπόντω» ἔνγαν
καὶ ἰσόσταϑμον 7 ἢ ὅμοιον. Hesrch,
ὁμοίου τινός. ὅμοιον heifst
sich selbst gleich. Phaedr. 271 A
πότερον ἕν καὶ ὅμοιον πέφυκεν ἣ
κατὰ μώματος μορῴφὴν πολυειδὲς.
Crit.
15 μενεῖ. Aristot. de coel. 113
εἰσὶ δέ τινες, οἵ διὰ τὴν ὁμοιότητά
ασιν αὐτὴν μένειν, ὥσπερ τῶν
ἀρχαίων Ἀναξίμανδρος" μᾶλλον pir
γὰρ οὐδὲν ἄνω ἢ κάτω ἢ εἰς τὰ
πλάγια φέρεσϑαι προσήκει τὸ ἐπὶ
τοῦ μέσου ἱδρυμένον καὶ ὁμοίως
πρὸς τὰ ἔσχατα ἔχον᾽ ἅμα δὲ ἀδύ-
νατον εἰς «τἀναντία ποιεῖσθαι τὴν
κίνησιν᾽ ὥστε ἐξ ἀνάγκης μένειν.
Derselben Meinung waren auch
Parmenides und Demokritos.
. BAIARN.
135
εἶναι αὐτό, καὶ ἡμᾶς οἰκεῖν τοὺς μέχρι Ἡρακλείων στηλῶν B
ἀπὸ Φάσιδος ἐν σμικρῷ τινι μορέῳ, ὥσπερ περὶ τέλμα μύρ-
unxas ἢ βατράχους, περὶ τὴν θάλατταν οἰκοῦντας, καὶ ἄλλους
ἄλλοϑι πολλοὺς ἐν πολλοῖς τοιούτοις τόποις οἰκεῖν. εἶναι γὰρ
ϑπανταχῇ περὶ τὴν γῆν πολλὰ κοῖλα καὶ παντοδαπὰ καὶ τὰς
ἰδέας καὶ τὰ μεγέϑη, εἰς ἃ ξυνερρυηκέναι τό τὸ ὕδωρ καὶ τὴν
ὁμίχλην καὶ τὸν ἀέρα" αὐτὴν δὲ τὴν γῆν καϑαρὰν ἐν καϑαρῷ
χεῖσϑαι τῷ οὐρανῷ, ἐν ᾧπέρ ἐστι τὰ ἄστρα, ὃν δὴ αἰϑέρα
ὀνομάξειν τοὺς πολλοὺς τῶν περὶ τὰ τοιαῦτα εἰωϑότων λέγειν" C
οὗ δὴ ὑποστάϑμην ταῦτα εἶναι καὶ ξυρρεῖν ἀεὶ εἰς τὰ κοῖλα
τῆς γῆς. ἡμᾶς οὖν οἰκοῦντας ἐν τοῖς κοίλοις αὐτῆς λεληϑέναι
καὶ οἴεσϑαι ἄνω ἐπὶ τῆς γῆς οἰκεῖν, ὥσπερ ἂν εἶ τις ἐν μέσῳ
τῷ πυϑμένι τοῦ πελάγους οἰκῶν οἴοιτό τὸ ἐπὶ τῆς ϑαλάττης
οἰκεῖν καὶ διὰ τοῦ ὕδατος ὁρῶν τὸν ἥλιον καὶ τὰ ἄλλα ἄστρα
τὴν ϑάλατταν ἡγοῖτο οὐρανὸν εἶναι, διὰ δὲ βραδυτῆτά τε καὶ
ἀσϑένειαν μηδεπώποτε ἐπὶ τὰ ἄκρα τῆς θαλάττης ἀφιγμένος D
μηδὲ ἑωρακὼς ein, ἐκδὺς καὶ ἀνακύψας ἐκ τῆς θαλάττης εἰς
τὸν ἐνθάδε τόπον, ὅσῳ καθϑαρώτερος καὶ καλλίων τυγχάνει
ὧν τοῦ παρὰ σφίσιν, μηδὲ ἄλλου ἀκηκοὼς εἴη τοῦ ἑξωρακότος.
ταὐτὸν δὴ τοῦτο καὶ ἡμᾶς πεπονθέναι οἰκοῦντας γὰρ ἔν τινι
χοίλῳ τῆς γῆς οἴεσθαι ἐπάνω αὐτῆς οἰκεῖν, καὶ τὸν ἀέρα οὐ-
1 αὐτό. 8. zu 61 Α.
ἡμὰς οἰκεῖν. Der Phasis und die
Säulen des Herakles galten lange
für die Endpunkte der Erde in ihrer
den Griechen vorzugsweise bekann-
ten Längenausdehnung von Osten
nach Westen. Alle den Griechen
bekannten Völker aber wohnten an
den Küsten des sich zwischen jenen
Endpunkten ausdehnenden Meeres.
Platon versteht also unter den ἡμᾶς
sämtliche die damals bekannte Erde
bewohnenden Menschen.
ὃ περὶ τὴν θάλατταν, das mittel-
ländische Meer, 113 A ἡ παρ᾽ ἡμῖν
ϑάλαττα genannt. Vgl. 111 A.
οἰκοῦντας nicht mit βατράχους zu
verbinden, sondern mit ἡμᾶς. Es
ist also zu konstruieren: καὶ ἡμᾶς
οἰκεῖν — ἐν σμικρῷ τινι μορέῳ περὶ
τὴν ϑάλατταν οἰκοῦντας, ὥσπερ
περὶ τέλμα μύρμηκας ἢ βατράχους
(nämlich οἰκοῦνταρ). '
εἰς & ξυνερρυηκέναι.
Ru‘ ξυνερρυή “"
τὴν ὁμίχλην' ὁμέχλη ἡ ὁμέχλα"
5, zu
ἀὴρ παχὺς σκοτεινὸς ἀχλὺς ὑδατώ-
δης σκοτία. Hesych.
7 αὐτὴν δὲ τὴν γῆν, die Erde
selbst oder, wie sie 110 A heifst,
ἡ ὡς ἀληθῶς γῆ im Gegensatz zu
en Vertiefungen, in denen wir
wohnen und die wir fälschlich für
die eigentliche Erde halten.
8 αἰϑέρα. Unter Äther versteht
Platon hier, wie 111 B, dem gewöhn-
lichen Sprachgebrauch folgend die
unserer Atmosphäre zunächstliegen-
de reinere Luft. Tim. 58 D ἀέρος
τὸ εὐαγέστατον ἐπίμλην αἰϑὴρ κα-
λούμενος.
9 περὶ τὰ τοιαῦτα --- λέγειν, GOrg.
490 C περὶ σιτέα λέγεις. Vgl.108C.
10 ὑποστάϑμην. Hesych. ὑπο-
σταϑμη᾽ τρυγέα, τρύξ.
„12 ἄνω ἐπὶ τῆς γῆς οἰκεῖν. 1140
ἄνω εἰς τὴν καθαρὰν οἴκησιν
ἀφικνούμενοι καὶ ἐπὶ τῆς γῆς ol-
κιξοόμενοι.
19 παρὰ σφίσιν. Der Plural be-
züglich auf εἴτις. Ebenso ist 110 E
καλλίω Prädikat zu οὐδὲν ὅτι οὔ.
136
JIIAAT2NOZ
ρανὸν καλεῖν, εἷς διὰ τούτου οὐρανοῦ ὄντος τὰ ἄστρα χω-
ροῦντα.
τὸ δὲ εἶναι ταὐτόν" ὑπ᾽ ἀσϑενείας καὶ βραδυτῆτος
E οὐχ οἵους τὸ εἶναι ἡμᾶς διεξελθεῖν En’ ἔσχατον τὸν ἀέρα"
ἐπεί, εἴ τις αὐτοῦ ἐπ’ ἄκρα ἔλϑοι ἢ πτηνὸς γενόμενος ἀνά-
πτοιτο, κατιδεῖν ἂν ἀνακύψαντα, ὥσπερ ἐνθάδε ol ἐκ τῆς:
ϑαλάττης ἰχθύες ἀνακύπτοντες ὁρῶσι τὰ ἐνθάδε, οὕτως ἄν
τινα καὶ τὰ ἐχεῖ κατιδεῖν, καὶ εἰ ἡ φύσις ἱκανὴ εἴη ἀνέχεσϑαι
ϑεωροῦσα, γνῶναι ἄν, ὅτι ἐκεῖνός ἐστιν 6 ἀληϑῶς οὐρανὸς
οκαὶ τὸ ἀληϑῶς φῶς καὶ ἡ ὡς ἀληθῶς γῆ. ἥδε μὲν γὰρ ἡ γῆ
καὶ οἱ λέϑοι καὶ ἅπας ὁ τόπος ὁ ἐνθάδε διεφϑαρμένα ἐστὶν u
καὶ καταβεβρωμένα, ὥσπερ τὰ ἐν τῇ θαλάττῃ ὑπὸ τῆς ἅλμης"
καὶ οὔτε φύεται οὐδὲν ἄξιον λόγου ἐν τῇ ϑαλάττῃ, οὔτε τέ-
Asıov, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδέν ἐστι, σήραγγες δὲ καὶ ἄμμος καὶ
πηλὸς ἀμήχανος καὶ βόρβοροί εἰσιν, ὅπου ἂν καὶ ἡ γῆ ἢ». καὶ
πρὸς τὰ παρ᾽ ἡμῖν κάλλη κρίνεσθαι οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν ἄξια. ὑ
ἐκεῖνα δὲ αὖ τῶν παρ᾽ ἡμῖν πολὺ ἂν ἔτι πλέον φανείη δια-
Β φέρειν. εἰ γὰρ δεῖ καὶ μῦϑον λέγειν, ἄξιον ἀκοῦσαι, ὦ Σιμ-
μέα, οἷα τυγχάνει τὰ ἐπὶ τῆς γῆς ὑπὸ τῷ οὐρανῷ ὄντα. “ἀλλὰ
μήν,᾽ ἔφη ὃ Σιμμίας, "ὦ Σώκρατες, ἡμεῖς γε τούτου τοῦ μύϑου
ἡδέως ἂν ἀκούσαιμεν.
LIX. “Ζέγεται τοίνυν, ἔφη, "οὖ ἑταῖρε, πρῶτον μὲν εἶναι
τοιαύτη ἡ γῆ αὐτὴ ἰδεῖν, εἴ τις ἄνωϑεν ϑεῷτο, ὥσπερ ol δω-
δεκάσκυτοι σφαῖραι, ποικέλη χρώμασιν διδιλημμένη, ὧν καὶ
τὰ ἐνθάδε εἶναι χρώματα ὥσπερ δείγματα, οἷς δὴ οἵ γραφεῖς
1 ὡς διὰ τούτου οὐρανοῦ = οἷ-
ὄμενοι διὰ τούτου (τοῦ ἀέρορ) οὐ-
ρανοῦ ὄντος τὰ ἄστρα χωρεῖν.
9 τὸ δὲ εἶναι ταὐτόν, Während
der vorhergehende Satz (ταὐτὸν δὴ
— χωροῦντα) das dem ersten Teile
des Gleichnisses Entsprechende aus
den menschlichen Verhältnissen bei-
bringt, enthält dieser das dem zwei-
ten Teile Entsprechende, das die
Begründung enthält.
4 ἐπεί — κατιδεῖν ἄν. Wie nach
den Relativen (s. zu 72 A), findet
sich in der obliquen Rede der In-
finitiv zuweilen auch nach Kon-
junktionen, wie nach ὅτε, ἐπεί.
5 οὗ ἐκ τῆς θαλάττης ἰχϑύες ἀνα-
κύπτοντες. 8. zu 75 Β.
6 ἀνακύπτοντες. Phaedr. 249 C
τοῦτο δέ ἐστιν ἀνάμνησις ἐκείνων,
& ποτ εἶδεν ἡμῶν ἡ ψυχὴ συμ-
πορευϑεῖσα θεῶ καὶ ὑπεριδοῦσα,
ἃ νῦν εἶναί φαμὲν, καὶ ἀνακύψασα
εἰς τὸ ὃν ὕντως.
9 δε --- ἡ γῆ, die eben bezeich-
net war als τὰ κοῖλα τῆς γῆς,
οἷς ἡμεῖς οἰκοῦντες λελήϑαμεν.
11 ὑπὸ τῆς ἅλμης nämlich &-
εφϑαρμένα ἐστὶν καὶ ᾿καταβεβρο-
μένα.
18 σήραγγες. σήφαγγας bezeich-
net Hesych. als ὕφαλον πέτραν
δήγματα ἔχουσαν.
14 ὅπου ἂν καὶ ἡ γῇ ἢ, nämlich
im Meere selbst oder an der Küste.
15 πρὸς τὰ — κρίνεσθαι. Politie.
286 Ο πρὸς ἄλληλα τὰ μήκη κρένον-
τες, Prot. 327 D εἰ δέοι αὐτὸν κπρί-
ψεσϑαι πρὸς ἀνθρώπους.
17 ἄξιον, nämlich ἐστέν.
28 ποικίλη erklärt durch γρώμα-
σιν διειλημμένη.
ΦΑΊΔΩΝ, 151
χαταχρῶνται. ἐκεῖ δὲ πᾶσαν τὴν γῆν ἐκ τοιούτων εἶναι καὶ Ο
πολὺ ἔτι ἐκ λαμπροτέρων καὶ καϑαρωτέρων ἢ τούτων τὴν
μὲν γὰρ ἁλουργῆ εἶναι καὶ. ϑαυμαστὴν τὸ κάλλος, τὴν δὲ
χρυδοειδῆ, τὴν δὲ ὅση λευκὴ γύψου ἢ χιόνος λευκοτέραν, καὶ
5 ἐκ τῶν ἄλλων χρωμάτων συγκειμένην ὡσαύτως καὶ ἔτι πλειό--
νῶν καὶ καλλιόνων ἢ ὅσα ἡμεῖς ἑωράκαμεν. καὶ γὰρ αὐτὰ
ταῦτα τὰ κοῖλα αὐτῆς ὕδατός τὸ καὶ ἀέρος ἔμπλεα ὄντα χρώ-
ματός τι εἶδος παρέχεσθαι στίλβοντα ἐν τῇ τῶν ἄλλων χρω- ἢὉ
μάτων ποικιλίᾳ, ὥὧστε Ev τι αὐτῆς εἶδος συνεχὲς ποικέλον
οφαντάξεσϑαι. ἐν δὲ ταύτῃ οὔσῃ τοιαύτῃ ἀνὰ λόγον τὰ φυό-
μενα φύεσϑαι δένδρα τε καὶ ἄνϑη καὶ τοὺς καρπούς" καὶ αὖ
τὰ ὄρη ὡσαύτως καὶ τοὺς λίϑους ἔχειν ἀνὰ τὸν αὐτὸν λόγον
τήν τὸ λειότητα καὶ τὴν διαφάνειαν καὶ τὰ χρώματα καλλέω"
ὧν καὶ τὰ ἐνθάδε λιθίδια εἶναι ταῦτα τὰ ἀγαπώμενα μόρια
δσάρδιά τε καὶ ἰάσπιδας καὶ σμαράγδους καὶ πάντα τὰ τοι- Ἐ
ara‘ ἐκεῖ δὲ οὐδὲν ὅτι οὐ τοιοῦτον εἶναι καὶ ἔτι τούτων
καλλίω. τὸ δ᾽ αἴτιον τούτου εἶναι, ὅτι ἐκεῖνοι οἵ Aldor εἰσὶ
καϑαροὶ καὶ οὐ κατδδηδεσμένοι οὐδὲ διεφϑαρμένοι ὥσπερ οἵ
ἐνθάδε [ὑπὸ σηπεδόνος καὶ ἅλμης] ὑπὸ τῶν δεῦρο ξυνερ-
Ὀρυηχότων, ἃ καὶ λέθοις καὶ γῇ καὶ τοῖς ἄλλοις ξῴοις τε καὶ
φυτοῖς αἴσχη TE καὶ νόσους παρέχει. τὴν δὲ γῆν αὐτὴν κε-
14 τὰ ἀγαπώμενα. ἀγαπᾶν nicht
selten im Sinne von περὶ πολλοῦ
ποιεῖσϑαι. Crit. 46 Β πολλαχοῦ μὲν
γὰρ καὶ ἄλλοσε ὅποι ἂν ἀφίκῃ
1 καταχρῶνται. καταγρῆσϑαι hat
hier keinen vom Simplex χγρῆσϑαι
verschiedenen Sinn, wie nicht sel-
ten bei Platon.
2 πολὺ ἔτι ἐκ λαμπρ. 8. zu 70C
und 88 A.
ἢ τούτων == ἢ ταῦτά ἐστιν. Nach
Weglassung der Kopula ist der No-
minativ in den Kasus, der vorher-
ging, verwandelt. De leg. X 892 A.
οὔσης ταύτης (τῆς ψυχῆς) πρεσβυ-
τέρας ἡ σώματος.
τὴν μὲν γὰρ nämlich γῆν, ein
Teil ger rde.
4 καὶ ἐκ τῶν ἄλλων γρωμ. συγκ.
nämlich τὴν ἄλλην γῆν εἴναι. Ὕ
.8 τῶν ἄλλων χρωμάτων, τοῦ
ἀλουργοῦς τοῦ γρυσοειδοῦς τοῦ λευ-
κοῦ χρώματος USW.
9 συνεχὲς ποικίλον, συνεχὲς als
Adverb gebraucht.
13 τήν te λειότητα. Nicht nur
Steinen, sondern auch Bergen kann,
wenn sie Durchsichtigkeit und Far-
ben haben, Glätte beigelegt werden.
ἀγαπήσουσί de.
16 οὐδὲν ὅτι οὔ, schlechter-
dings jedes, durch umgekehrte
Assimilation zu einem Begriff ver-
schmolzen. 117 Ὁ κλαέων καὶ ἀγα-
νακτῶν οὐδένα ὄντιναοὐ κατέκλασε
τῶν παρόντων. Prot. 323 Β.
17 καλλίω. 83. zu 109 Ὁ.
19 ὑπὸ τῶν δεῦρο συνερρυηκό-
τῶν, von Wasser, Nebel, Luft. 109 B
εἶναι — περὶ τὴν y7v πολλὰ κοῖλα
καὶ παντοδαπὰ --- εἰς ἃ ξυνερρυη-
κέναι τό τε ὕδωρ καὶ τὴν ὁμίχλην
καὶ τὸν ἀέρα.
90 καὶ τοῖς ἄλλοις, und andrer-
seits. Gorg. 418 Ο εὐδαιμονιξόμε-
vos ὑπὸ τῶν πολιτῶν καὶ τῶν ἄλλων
ξένων».
21 τὴν δὺ γὴν αὐτήν. Der Erde
selbst gereiche alles dieses zum
Schmucke. Der Nachdruck liegt
111roig ἄλλοις αὖ τοῖς τοιούτοις.
Β
C
138
IIAAT2NOZ
κοσμῆσϑαι τούτοις τε ἅπασι καὶ ἔτε χρυσῷ καὶ ἀργύρῳ καὶ
ἐκφανῇ γὰρ αὐτὰ πεφυκέναι
övra πολλὰ πλήϑει vol μεγάλα καὶ πολλαχοῦ τῆς γῆς. ὥστε
αὐτὴν ἰδεῖν εἶναι ϑέαμα εὐδαιμόνων ϑεατῶν.
ξῷα δ᾽ ἐπ’
αὐτῆς εἶναι ἄλλα τὸ πολλὰ καὶ ἀνθρώπους, τοὺς μὲν ἐν 1800-5
γαίᾳ οἰκοῦντας, τοὺς δὲ περὶ τὸν ἀέρα, ὥσπερ ἡμεῖς περὶ τὴν
ϑάλατταν, τοὺς δ᾽ ἐν νήσοις, ἃς περιρρεῖν τὸν ἀέρα πρὸς τῇ
ἠπείρῳ οὔσας" καὶ Evi λόγῳ, ὅπερ ἡμῖν τὸ ὕδωρ τε καὶ ἡ
ϑάλαττά ἐστι πρὸς τὴν ἡμετέραν χρείαν, τοῦτο ἐκεῖ τὸν ἀέρα,
ὃ δὲ ἡμῖν ὁ ἀήρ, ἐκείνοις τὸν αἰϑέρα. τὰς δὲ ὥρας αὐτοῖς κ᾿
κρᾶσιν ἔχειν τοιαύτην, ὥστε ἐκείνους ἀνόδους εἶναι καὶ χρό-
vov τε ζῆν πολὺ πλείω τῶν ἐνθάδε καὶ ὄψει καὶ ἀκοῇ καὶ
φρονήσει καὶ πᾶσι τοῖς τοιούτοις ἡμῶν ἀφεστάναι τῇ αὐτῇ
ἀποστάσει, ἧπερ ἀήρ τε ὕδατος ἀφέστηκεν καὶ αὐἰϑηὴρ ἀέρος
πρὸς καϑαρότητα. καὶ δὴ καὶ ϑεῶν ἄλση τε καὶ ἱερὰ αὐτοῖς ὑ
εἶναι, ἐν οἷς τῷ ὄντι οἰκητὰς ϑεοὺς εἶναι, καὶ φήμας τε καὶ
μαντείας καὶ αἰσϑήσεις τῶν ϑεῶν καὶ τοιαύτας συνουσίας
γίψνεσϑαι αὐτοῖς πρὸς αὐτούς"
auf κεκοσυιῆσϑαι. Diese Steine,
sowie die Metalle, sind nicht blofs
an und für sich schön, sondern auch
für die Erde selbst ein wirklicher
Schmuck. Das kommt, wie es wei-
ter heifst, daher, weil sie nicht,
wie bei uns, in der Erde verborgen
liegen, sondern wegen ihrer Gröfse
und Menge überall auf der Ober-
fläche hervorschimmern.
6 περὶ τὸν ἀέρα. Die Luft, un-
sere Atmosphäre, füllt nämlich die
Vertiefungen der Erde bis an den
Rand des von jenen Seligen be-
wohnten Landes aus, so dafs die-
. jenigen derselben, welche nicht in
der Mitte, sondern eben am Rande
dieses Landes wohnen, zu ihren
Füfsen nach einer Seite hin die
Luft, aber um und über sich den
Äther haben,
ὥσπερ ἡμεῖς nämlich οἰκοῦμεν.
10 αὐτοὶς — ἐκείνους. S. zu 60}.
11 ἐκείνους. Wegen des zu er-
gänzenden εἶναι s. zu 74E.
13 φρονήσει. Die Erwähnung der
φρόνησις Ist hier notwendig, weil
sonst das Vermittlungsglied zwi-
schen den gesteigerten physischen
Eigenschaften, zu denen der Mensch
καὶ τόν ya ἥλιον καὶ σελήνην
dort gelangt, und dem Glücke, das
ihm durch den Umgang mit den
Göttern und durch die Betrach
der Himmelskörper zuteil wi
fehlen würde. Auf das Hören und
Sehen an sich legt Platon gar kei-
nen Wert, und er würde den
steigerten Grad desselben, der den
Menschen dort erwartet, gar nicht
erwähnt haben, wenn er darin nicht
ein Mittel zu jener vollkommnen
Erkenntnis, die auch des Menschen
Glück erst vollkommen macht, ge-
sehen hätte.
καὶ πᾶσι τοῖς τοιούτοις weist auf
die anderen Sinne und die übrigen
geistigen Fähigkeiten hin.
15 ἄλση re καὶ ἱερά. Liv. XXXV
51 in fano lucoque.
17 αἰσθήσεις τῶν ϑεῶν, Wahr-
nehmungen der Götter den
Wachenden in Erscheinungen, den
Schlafenden in Traumbildern.
18 αὐτοῖς πρὸς αὐτούς. Jenes
bezieht sich auf die Menschen, dieses
auf die Götter.
τόν γε ἥλιον καὶ σελήνην καὶ
ἄστρα. Phileb. 28E καὶ ἡλέου καὶ
σελήνης καὶ ἀστέρων.
BAIARN. 139
καὶ ἄστρα ὁρᾶσθαι ὑπ᾽ αὐτῶν οἷα τυγχάνει ὄντα, καὶ τὴν
ἄλλην εὐδαιμονίαν τούτων ἀκόλουϑον εἶναι.
ΙΧ. Καὶ ὕλην μὲν δὴ τὴν γῆν οὕτω πεφυκέναι καὶ τὰ
περὶ τὴν γῆν᾽ τόπους δ᾽ ἐν αὐτῇ εἶναι κατὰ τὰ ἔγκοιλα αὐτῆς
κύκλῳ περὶ ὅλην πολλούς, τοὺς μὲν βαϑυτέρους καὶ ἀνα-
πεπταμένους μᾶλλον, ἢ ἐν ᾧ ἡμεῖς οἰκοῦμεν, τοὺς δὲ βαϑυ-
τέρους ὄντας τὸ χάσμα αὐτοὺς ἔλαττον ἔχειν τοῦ παρ᾽ ἡμῖν
τύπου, ἔστι δ᾽ οὖς καὶ βραχυτέρους τῷ βάϑει τοῦ ἐνθάδε Ὁ
εἶναι καὶ πλατυτέρους. τούτους δὲ πάντας ὑπὸ γῆν εἰς ἀλλή-
λους συντετρῆσϑαί τε πολλαχῇ καὶ κατὰ στενότερα καὶ εὐρύ-
τερα, καὶ διεξόδους ἔχειν, ἦ πολὺ μὲν ὕδωρ ῥεῖν ἐξ ἀλλήλων
εἰς ἀλλήλους ὥσπερ εἰς κρατῆρας, καὶ ἀενάων ποταμῶν ἀμή-
χανα μεγέϑη ὑπὸ τὴν γῆν καὶ ϑερμῶν ὑδάτων καὶ ψυχρῶν,
πολὺ δὲ πῦρ καὶ πυρὸς μεγάλους ποταμούς, πολλοὺς δὲ ὑγροῦ
πηλοῦ καὶ καϑαρωτέρου καὶ βορβορωδεστέρου, ὥσπερ ἐν Σι-
κελίᾳ οὗ πρὸ τοῦ ῥύακος πηλοῦ ῥέοντες ποταμοὶ καὶ αὐτὸς ὁ
ῥύαξ ὧν δὴ καὶ ἑκάστους τοὺς τόπους πληροῦσϑαι, ὧν ἂν
ἑκάστοις τύχῃ ἑκάστοτε ἡ περιρροὴ γιγνομένη. ταῦτα δὲ πάντα
5 τοὺς μέν. Aus dem Vorher-
gehenden ergänzt man leicht εἶναι.
7 αὐτοὺς an sich überflüssig.
Xen. Cyr. I 3 15 πειράσομαι τῷ
πάππῳ ἀγαθῶν ἱππέων κράτιστος
ὧν ἱππεὺς συμμαχεῖν αὐτῷ.
9 τούτους δὲ πάντας, Arist. me-
eorol. II 2 τὸ δ᾽ ἐν Φαίδωνι γε-
ἰΙραμμένον περί τε τῶν ποταμὼν
al τῆς ϑαλάττης ἀδύνατόν ἐστιν.
ἔγεται γὰρ ὡς ἅπαντα μὲν εἰς
ἴλληλα συντέτρηται ὑπὸ γῆν, ἀρχὴ
δ πάντων εἴη καὶ πηγὴ τῶν ὑδα-
ὧν ὁ καλούμενος Τάρταρος περὶ
ὃ μέσον ὕδατός τι πλῆϑος, ἐξ οὐ
αἱ τὰ δέοντα καὶ τὰ μὴ ῥέοντα
ψαδίδωσι πάντα᾽ τὴν δ᾽ ἐπίρρυσιν
οιεῖν ἐφ᾽ ἕκαστα τῶν ῥευμάτων
ιὰ τὸ σαλεύξιν ἀεὶ τὸ πρῶτον καὶ
ἣν ἀρχήν. οὐκ ἔχειν γὰρ ἕδραν,
11᾽ ἀεὶ περὶ τὸ μέσον εἴλεῖσϑαι"
ψούμενον δ᾽ ἄνω καὶ κάτω ποιεῖν
ἣν ἐπέχυσιν τοὶς ῥεύμασιν. τὰ δὲ
γλλαχοῦ μὲν λιμάξειν, οἵαν καὶ
jr παρ᾽ ἡμῖν εἶναι θάλατταν,
wre δὲ παλιν κυκλῳ περιάγειν
ς τὴν ἀρχήν, Oder ἤρξαντο δεῖν,
ARE μὲν καὶ κατὰ τὸν αὕτον το-
w, τὰ δὲ καὶ καταντικρὺ τῇ BE-
ı τῆς ἐκροῆς, οἷον εἰ ῥεῖν ἤρ-
Eavro κάτωϑεν, ἄνωϑεν εἰσβάλλειν.
δἶναι δὲ μέχρι τοῦ μέσου τὴν κά-
ϑεσιν" τὸ γὰρ λοιπὸν πρὸς ἄναντες
ἤδη πᾶσιν εἶναι τὴν φοράν᾽ τοὺς
δὲ χυμοὺς καὶ τὰς χρόας ἴσχειν τὸ
υδῶρ δι᾽ οἷας ἂν τύχωσι ῥέοντα
γῆς. συμβαίνει δὲ τοὺς ποταμοὺς
δεῖν οὐκ ἐπὶ ταὐτὸν ἀεὶ κατὰ τὸν
λόγον τοῦτον᾽ ἐπεὶ γὰρ εἰς τὸ μέ-
σον εἰσρέουσιν, ἀφ᾽ οὗπερ ἐκρέου-
σιν, οὐδὲν μᾶλλον ῥευσοῦνται κάτω-
dev ἢ ἄνωϑεν, αλλ᾽ ἐφ᾽ ὁπότερ᾽
ἂν ῥδέψῃ κυμαίνων ὁ Τάρταρος,
καίτοι τούτου συμβαίνοντος γένοιτ᾽
ἂν τὸ λεγόμενον ἄνω ποταμῶν,
ὅπερ ἀδύνατον.
10 στενότερα. So lautet der Kom-
parativ von στενὸς nach der An-
be alter Grammatiker, mit denen
ie besten Hdschr. übereinstimmen.
Hiernach würde als ursprüngliche
Form στεινὸς anzunehmen sein.
11 διεξόδους. διέξοδος hier gleich-
bedeutend mit ὀχετὸς (112 C).
15 ὡσπερ ἐν Σικελίᾳ οἵ πρὸ τ. 0.
S. zu 806.
18 ταῦτα δὲ πάντα. Olympiod.
p. 168 τῆς τῶν ὑπογείων δευμάτων
ἀντιϑέσεως αἰτίαν εἶναί φησι τὴν
αἰώραν, 7 ἐστιν ἀντιταλάντωσις.
140 TIAATRNOZ .
κινεῖν ἄνω καὶ κάτω ὥσπερ αἰώραν τινὰ ἐνοῦσαν ἐν τῇ γῇ.
ἔστι δὲ ἄρα αὕτη ἡ αἰώρα διὰ φύσιν τοιάνδε τινά. Ev τι τῶν
χασμάτων τῆς γῆς ἄλλως τε μέγιστον τυγχάνει ὃν καὶ διαμπε-
112085 τετρημένον δι’ ὅλης τῆς γῆς, τοῦτο ὅπερ Ὅμηρος εἶχε
λέγων αὐτὸ
τῆλε μάλ᾽, ἦχι βάθιστον ὑπὸ χϑονός ἐστι βέρεϑρον᾽"
ὃ χαὶ ἄλλοϑι καὶ ἐκεῖνος καὶ ἄλλοι πολλοὶ τῶν ποιητῶν Τάρ-
εἰς γὰρ τοῦτο τὸ χάσμα συρρέουσί τε
πάντες ol ποταμοὶ καὶ ἐκ τούτου πάλιν ἐκρέουσιν" γίγνονται
δὲ ἕκαστοι τοιοῦτοι. δι᾽ οἵας dv καὶ τῆς γῆς ῥέωσιν. ἡ δὲ"
Β αὐτέα ἐστὶν τοῦ ἐκρεῖν τε ἐντεῦϑεν καὶ εἰσρεῖν πάντα τὰ
ῥεύματα, ὅτι πυϑμένα οὐκ ἔχει οὐδὲ βάσιν τὸ ὑγρὸν τοῦτο.
αἰωρεῖται δὴ καὶ κυμαέίνει ἄνω καὶ κάτω, καὶ 6 ἀὴρ καὶ τὸ
πνεῦμα τὸ περὶ αὐτὸ ταὐτὸν ποιεῖ" ξυνέπεται γὰρ αὐτῷ καὶ
ὅταν εἰς τὸ ἐπ᾽ ἐκεῖνα τῆς γῆς ὁρμήσῃ καὶ ὅταν εἰς τὸ ἐπὶ 5
τάδε, καὶ ὥσπερ τῶν ἀναπνεόντων ἀεὶ ἐκπνεῖ τε καὶ ἀνα-
πνεῖ ῥέον τὸ πνεῦμα, οὕτω καὶ ἐκεῖ ξυναιωρούμενον τῷ ὕγρο
τὸ πνεῦμα δεινούς τινας ἀνέμους καὶ ἀμηχάνους παρέχεται
Ο καὶ εἰσιὸν καὶ ἐξιόν. ὅταν τε οὖν ὑποχωρήσῃ τὸ ὕδωρ εἰς
τὸν τόπον τὸν δὴ κάτω καλούμενον, τοῖς κατ᾽ ἐκεῖνα τὰ ῥεύ-3
ταρον κεκλήκασιν.
1 ὥσπερ αἰώραν τινὰ ist Subjekt.
4 Ὅμηρος. 1]. VIII 14.
7 ἄλλοθι. I. VII 481.
ἄλλοι πολλοὶ τῶν ποιητῶν. He-
siodos, ‚theog. 119, Pindaros, Pyth.
I 15, Aschylos, Prom. 154, Euri-
pides, Hippol. 1290.
8 eis γὰρ τοῦτο. Es folgt der
Grund, warum der durch die Erde
gebohrte Spalt so grofs ist.
10 τοιοῦτοι, δι’ olag ἂν d.i. οἷα
ἐστὶν ἡ γῆ, δι᾽ ἧς ἂν demo.
18 αἰωρεῖται. Derselbe Grund war
109 A für die Lage der Erde an-
gegeben.
14 αὐτό, nämlich τὸ ὑγρόν.
15 εἰς τὸ ἐπ᾿ ἐκεῖνα. Prot. 814 E
συμπεριεπάτουν ἐκ μὲν τοῦ ἐπὶ
ϑάτερα Καλλίας — & δὲ τοῦ ἐπὶ
ϑάτερα Ξάνθιππος. Euthyd. 297 C
ἐκ τοῦ ἐπ᾽ ἀριστερά.
τὸ ἐπ᾽ ἐκεῖνα, die jenseitigen
Gegenden.
19 ὅταν te — ὅταν re αὖ. Theaet.
144A of τε ὀξεῖς — οἵ τε αὖ ἐμ-
βριϑέστεροι, Tim, 47 Ο λόγὸς τε ---
0009 τὸ αὖ μουσικῆς φωνῆς.
5
ji
20 τὸν δὴ κάτω καλούμενον. Au
dem καλούμενον wie dem halb irc-
nischen δὴ geht hervor, dafs Pla
ton selbst die Teilung dieses Bau-
mes in eine obere und untere
Hälfte nicht annimmt. Aus dem
Folgenden geht deutlich hervor,
dafs nach seiner Anschauung δ0-
wohl die uns zugekehrte, als die
von uns abgewendete Hälfte des
Erdballs ein Oben und ein Unten
habe und dafs für beide der unterste
Punkt das Centrum der Erd si
(δυνατὸν δέ ἐστιν ἑκατέρωσε μέτρι
τοῦ μέσου καϑιέναι, πέρα F οὗ
112D) und dafs von hier aus für
beide die Richtung nach oben be
ne (ἄναντες γὰρ ἀμφοτέροις τοῖς
ἢ εύμασι τὸ ἑκατέρωθεν γίγνεται
μέρος 112E).
τοῖς κατ᾽ ἐκεῖνα τὰ ῥεύματα,
in das Gebiet der dortigen
Ströme d, h. der in der jene
tigen Halbkugel befindlichen ur
terirdischen Ströme. Ihnen werden
τὰ ἐνθάδε, die in der diesseitigen
Halbkugel sich befindenden, ent
ΦΑΙΔΩ͂Ν.
141
ματα διὰ τῆς γῆς εἰσρεῖ τε καὶ πληροῖ αὐτὰ ὥσπερ οἵ
ἐπαντλοῦντες" ὅταν τε αὖ ἐκεῖθεν μὲν ἀπολίπῃ, δεῦρο δὲ
ὁρμήσῃ. τὰ ἐνθάδε πληροῖ αὖθις, τὰ ὃὲ πληρωϑέντα ῥεῖ διὰ
τῶν ὀχετῶν καὶ διὰ τῆς γῆς, καὶ εἰς τοὺς τόπους ἕκαστα
δ ἀφικνούμενα, εἰς οὗς ἑκάστους ὁδοποιεῖται, ϑαλάττας τε καὶ
λέμνας καὶ ποταμοὺς καὶ κρήνας ποιεῖ.
ἐντεῦϑεν δὲ πάλιν
δυόμενα κατὰ τῆς γῆς», τὰ μὲν μακροτέρους τόπους περι- ὮὉ
ελθόντα καὶ πλείους, τὰ ὃδ ἐλάττους καὶ βραχυτέρους, πά-
λὲν εἰς τὸν Τάρταρον ἐμβάλλει τὰ μὲν πολὺ κατωτέρω, ἢ
) ἐπηντλεῖτο, τὰ δὲ ὀλίγον" πάντα δὲ ὑποκάτω εἰσρεῖ τῆς ἐκροῆς.
καὶ ἔνια μὲν καταντικρύ, ἡ εἰσρεῖ, ἐξέπεσεν, ἔνια δὲ κατὰ τὸ
αὐτὸ μέρος᾽ ἔστι δὲ ἃ παντάπασι κύκλῳ περιελϑόντα, ἢ ἅπαξ
ἢ καὶ πλεονάκις περιελιχϑέντα περὶ τὴν γῆν ὥσπερ οἷ Opeıs,
εἰς τὸ δυνατὸν κάτω καϑθέντα πάλιν ἐμβάλλει: δυνατὸν δέ
5 ἐστεν ἑκατέρωσε μέχρι τοῦ μέδου καϑιέναι, πέρα δ᾽ οὔ" ἄναν- Ἑ
τες γὰρ ἀμφοτέροις τοῖς ῥεύμασι τὸ ἑκατέρωθεν γίγνεται
μέρος.
LXI. Τὰ μὲν οὖν δὴ ἄλλα πολλά τε καὶ μεγάλα καὶ παν-
τοδαπὰ ῥεύματά ἐστι τυγχάνει δ᾽ ἄρα ὄντα ἐν τούτοις τοῖς
egengesetzt. Beide Klassen von
trömen, sowohl die diesseits, als
die jenseits entspringenden, dringen
durch Kanäle bis auf die Oberfläche
der Erde hervor, deren Gewässer
sie bilden und fortwährend speisen.
Dieser Zusammenhang der Ströme
unter der Erde mit denen auf der
Erde ist schon bei Homer angedeu-
tet. Nach Il. II 751 soll der thes-
salische Flufs Titaresios nach sei-
ner Mündung in den Peneos wie
Öl auf dem Spiegel desselben
fliefsen, weil er ein Arm desStyxsei.
1 διὰ τῆς γῆς, durch die Erde
ἃ. h. durch die eben erwähnten
Gänge und Öffnungen oder Kanäle
der Erde,
εἰσρεῖ, Subjekt dazu ist τὸ ὕδωρ.
@Doreg οἵ ἐπαντλοῦντερ. S.zu80C,
3 τὰ δὲ πληρωθϑέντα geht auf
beide Klassen von Strömen.
5 ὅδοποιεῖται. Subjekt ist τὰ
σεληρωϑέντα.
9 ἢ ἐπηντλεῖτο. Der Tartaros ist
als derWasserbehälter gedacht, aus
dem das Wasser in die Strombetten
hineingegossen oder -geschöpft wird.
10 &xgong. Das den abstrakten
Begriff ausdrückende Wort für Tar-
taros,
11 καὶ ἔνια μέν, und einige
sind auf derentgegengesetz-
ten Seite, als wo sie einströ-
men,hervorgebrochen. Einige
also, die in der jenseitigen Halb-
kugel entsprungen sind, münden
in der diesseitigen und andere wie-
der, deren Ursprung in der dies-
seitigen ist, haben ihre Mündung
in der jenseitigen.
[2 € .
καταντικρύ, ἢ εἰσρεῖ ist, wenn
man nicht vielmehr zu lesen hat
καταντικρὺ ἢ ἢ εἰσρεῖ, was frei-
lich in keiner Haschr. steht, durch
Ergänzung eines allgemeinen Wor-
tes zu erklären, auf das sich das
Relativ bezieht, also: καταντικρὺ
τῆς χώρας, ἡ εἰσρεῖ.
14 καϑέντα. καθιέναι, sich
. herablassen, senken, wie viele
Komposita von ἱέναι, intransitiv.
Theaet. 168B ζλεῳ τῇ διανοίᾳ συγ-
καϑεὶς ὡς ἀληϑῶς σκέψει.
δυνατὸν δέ ἐστιν. 8. zu 112 Ὁ,
142 ΠΛΑΤΩ͂ΝΟΣ
πολλοῖς τέτταρ᾽ ἄττα ῥεύματα, ὧν τὸ μὲν μέγιστον καὶ ἐξω-
τάτω ῥέον περὶ κύκλῳ ὁ καλούμενος Ἰἀκεανός ἐστιν" τούτου
δὲ καταντικρὺ χαὶ ἐναντίως ῥέων ᾿Αχέρων, ὃς δι᾽ ἐρήμων τε
ιϑτόπων ῥεῖ ἄλλων καὶ δὴ καὶ ὑπὸ γῆν ῥέων εἰς τὴν λίμνην
ἀφικνεῖται τὴν ᾿Αχερουσιάδα, οὗ αἴ τῶν τετελευτηκότων ψυχαὶ ὁ
τῶν πολλῶν ἀφικνοῦνται καί τινας εἱμαρμένους χρόνους μεί-
νασαι, al μὲν μακροτέρους, al δὲ βραχυτέρους, πάλιν ἐκπὲέμ-
πονται εἰς τὰς τῶν ξῴων γενέσεις. τρίτος δὲ ποταμὸς τούτων
κατὰ μέσον ἐκβάλλει, καὶ ἐγγὺς τῆς ἐκβολῆς ἐκπίπτει εἰς
τόπον μέγαν πυρὶ πολλῷ καιόμενον, καὶ λίμνην ποιεῖ μείζω"
τῆς παρ᾽ ἡμῖν ϑαλάττης ξέουσαν ὕδατος καὶ πηλοῦ" ἐντεῦϑεν Ä
Β δὲ χωρεῖ κύκλῳ ϑολερὸς καὶ πηλώδης, περιελιττόμενος δὲ τῇ
1 τέτταρ᾽ ἄττα δεύματα. Platon
schliefst sich in Zahl und Namen
der Flüsse ganz der Homerischen
Darstellung in Od. X 508 fg. an.
Nach Homer ist der 'Qxsavog ein
grofser tiefer Strom, der die Erd-
scheibe umflutet und also eigent-
lich zu den Gewässern der Öber-
welt gehört. Da er aber unmittel-
bar ans Reich der Unterwelt grenzte,
zu welcher der Weg über ıhn hin-
führte, und über seinen Ursprung
und Lauf und seine ganze Be-
schaffenheit ein geheimnisvolles
Dunkel herrscht, so rechnet ihn
Platon mit zu den Strömen der
Unterwelt. Den Kwoxvrog nennt Ho-
mer einen Arm des Stygischen Ge-
wässers, Koxvros θ᾽, ὃς δὴ Zrv-
ὃς ὕδατός ἐστιν ἁπορρωξ (X 514).
Das stimmt insoiern zur Platonı-
schen Darstellung, als nach der-
selben der Koxvros erst, nachdem
er den Stygischen See durchströmt
hat, rechte Kraft und Stärke ge-
winnt. Übrigens ist in den Namen
dieser Gewässer schon der Schrecken
der Unterwelt und das traurige Loos
der Abgeschiedenen ausgedrückt.
Πυριφλεγέϑων ist der Feuerbren-
ner, ᾿χέρων der Schmerzensstrom,
Koxvrog der Jammerstrom, Zrv£
der Gehafste.
2 περὶ aunAo,imKreiseherum,
περί, wie ἀμφὶ haben seit Homer
(D. 1 317 περὶ κάπνῳ) die Bedeu-
tung: innerhalb einer Sphäre, eines
umes,
4 καὶ δὴ καὶ im Attischen selten
nach ἄλλος re statt ἄλλος τε καί.
1160 καὶ ἄλλως --- καὶ δὴ καὶ νῦν.
Polit. 268E nv τῶν πάλαι λεχϑέν-
των πολλὰ re ἄλλα καὶ δὴ καὶ τὸ
περὶ τὴν ᾿ἀτρέως τε καὶ Θθυέστου
1εχϑεῖσαν ἔριν φάσμα, ebenda 9100.
5 οὗ. 8. zu 1088.
6 τῶν πολλῶν. Beschränkender
Zusatz. Es handelt sich nur um
die Seelen der Menge, die dem
Körper und seinen Lüsten fröhnten
(81 DE 108B), richt um die der
Philosophen (81A 108C).
11 τῆς παρ᾽ ἡμῖν ϑαλάττης. Die
Römer entsprechend mare nostrum.
S. zu 109B.
ξέουσαν ὕδατος καὶ πηλοῦ. fer
konstruiertnach Analogie derVer
die eine Fülle bezeichnen. Luc.
Alex. 59 σκωλήκων ἔξέσας.
lich Phaedr. 230B ἢ re αὖ πηγὴ
dei μάλα ψυχροῦ ὕδατος.
12 περιελιττόμενος δὲ τῇ γῇ.
Dals sämtliche Gewässer der Un-
terwelt durch die Kanäle der Erde
bis zur Oberfläche der Erde
langen, hat Platon bereits 1120}
gesagt. Der Okeanos umkreist die
Erde in weitem Bogen. Der Ache-
ron geht, nachdem er durch öde
Gegenden geflossen ist, unter die
Erde. Auch der Kokytos taucht un-
ter die Erde, nachdem er durch den
Stygischen See gegangen ist. Hier-
nach werden die Worte περιελιτ-
τόμενος τῇ γῇ nur 80 zu verstehen
sein, dafs sich der Pyriphlegethon
um die Oberfläche der Erde herum-
schlängle. Bestätigt wird diese
DAIARN. 143
γῇ ἀλλοσέ Ts ἀφικνεῖται καὶ παρ᾽ Eoyara τῆς ᾿ἀχερουσιάδος:
λίμνης οὐ συμμιγνύμενος τῷ ὕδατι" περιελιχϑεὶς δὲ πολλάκις
ὑπὸ γῆς ἐμβάλλει κατωτέρω, τοῦ Ταρτάρου. οὗτος δ᾽ ἐστὶν
ὃν ἐπονομάζουσιν Πυριφλεγέϑοντα, οὗ καὶ ol ῥύακες ἀπο-
σπάσματα ἀναφυσῶσιν, ὅπῃ ἂν τύχωσι τῆς γῆς. τούτου δὲ
αὖ καταντικρὺ 6 τέταρτος ἐκπίπτει εἰς τόπον πρῶτον δεινόν
τε καὶ ἄγριον, ὡς λέγεται, χρῶμα δ᾽ ἔχοντα ὅλον οἷον ὁ
χυανός, ὃν δὴ ἐπονομάζουσι Στύγιον, καὶ τὴν λίμνην, ἣν α
ποιεῖ ὁ ποταμὸς ἐμβάλλων, Irvya, ὁ δ᾽ ἐμπεσὼν ἐνταῦϑα
"καὶ δεινὰς δυνάμεις λαβὼν ἐν τῷ ὕδατι δὺς κατὰ τῆς γῆς
περιελιττόμενος χωρεῖ ἐναντίος τῷ Πυριφλεγέϑοντι καὶ ἀπαντᾷ
ἐν τῇ 'Aysgovaiadı λίμνῃ ἐξ ἐναντίας" καὶ οὐδὲ τὸ τούτου
ὕδωρ οὐδενὶ μίγνυται, ἀλλὰ καὶ οὗτος κύκλῳ περιελθὼν ἐμ--
βάλλει εἰς τὸν Τάρταρον ἐναντίος τῷ Πυριφλεγέϑοντι" ὄνομα
"δὲ τούτῳ ἐστίν. ὡς οἱ ποιηταὶ λέγουσιν, Κωκυτός.
LXII. Τούτων δὲ οὕτως πεφυκότων, ἐπειδὰν ἀφέκωνται D
ol τετελευτηκότες εἰς τὸν τόπον, οἷ ὁ δαίμων ἕκαστον κομί-
ξει, πρῶτον μὲν διεδικαάσαντο οἵ τε καλῶς καὶ ὁσίως βιώσαν-
τες καὶ οὗ μή. καὶ οἱ μὲν ἂν δόξωσι μέσως βεβιωκέναι,
πορευϑέντες ἐπὶ τὸν ᾿Αχέροντα, ἀναβάντες ἃ δὴ αὐτοῖς ὀχή-
Auffassung durch die folgenden
Worte περιελιχϑεὶς δὲ πολλάκις
ὑπὸ γῆς. Wenn nun der Pyri-
phlegethon bei seinem Umlauf um
die Überfläche der Erde auch zum
äufsersten Teile des Acherusischen
Sees (παρ᾽ ἔσχατα τῆς ᾿Αχερουσιά-
δος λίμνης) gelangt, so wird man
annehmen müssen, dafs auch dieser
Seeaufder Oberfläche der Erde liegt,
aber mit dem gleichnamigen See der
Unterwelt in Verbindung steht,
3 ἐμβάλλει κατωτέρω τοῦ Ταρ-
ἄρον, er mündet weiterunten
m Tartaros.
4 οὗ καὶ οἵ δύακες, von dem
οὗ von ἀποσπάσματα abhängig)
‚uch die Feuer- oder Lava-
tröme Stückenheraufblasen,
ro sie es eben auf der Erde
hun. Zu τύχωσι ist ἀναφυσῶντες
u ergänzen.
6 πρῶτον. Es entspricht ὁ δ᾽ ἐμ-
scan. Ebenso Phil. 60B.
8 ὃν nicht auf τέταρτος zu be-
ehen, sondern auf τόπον.
καὶ τὴν λίμνην. An den Rela-
tivsatz ıst ein selbständiger an-
gehängt. De leg. ΠῚ 683 A zig Aa-
κεδαίμονα, ἣν ὑμεῖς ὀρθῶς ἔφατε
κατοικεῖσϑαι καὶ Κρήτην ὡς ἀδελ-
φοῖς νόμοις. Xen, an. 112.49.
16 τούτων δὲ οὕτως πεφυκότων.
Die Beschreibung der wahren, schö-
nen Oberwelt und der schrecklichen
Unterwelt ist nur darum voraus-
eschickt, um dadurch das selige-
008, welches der Guten, und das
unselige, welches der Bösen nach
diesem Leben harrt, anschaulich
zu machen.
18 διεδικάσαντο. ὃ. zu 73D.
βιώσαντες. 95C βιούς. Im Par-
ticip erscheint der erste Aorist die
Flexionsformen des zweiten ersetzt.
zu haben.
19 μέσως βεβιωκέναι ist οὐ δια-
φερόντως οὔτε κακῶς οὔτε εὖ βε-
βιωκέναι. Prot. 346E σὲ οὖν, καὶ
εἶ μέσως ἔλεγες ἐπιεικῆ καὶ ἀληθῆ,
οὐκ ἂν ποτε ἔψεγον.
20 ἀναβάντες &. ἀναβαίνειν mit
dem Akkusativ auch de rep. Il 865B
144
IIAATSNOZ
ματά ἐστιν, ἐπὶ τούτων ἀφικνοῦνται εἰς τὴν λίμνην, καὶ ἐκε
οἰκοῦσί τε καὶ καϑαιρόμενοι τῶν τὸ ἀδικημάτων διδόντες δίκα
ἀπολύονται, εἴ τίς τι ἠδίκηκεν, τῶν τε εὐεργεσιῶν τιμᾶ;
E φέρονται κατὰ τὴν ἀξίαν ἕκαστος" οἵ δ᾽ ἂν δόξωσιν ἀνιάτω,
ἔχειν διὰ τὰ μεγέθη τῶν ἁμαρτημάτων, ἱεροσυλίας πολλὰς κα
μεγάλας ἢ φόνους ἀδίκους καὶ παρανόμους πολλοὺς ἐξειρ:
γασμένοε ἢ ἄλλα ὅσα τοιαῦτα τυγχάνει ὄντα, τούτους δὲ !
προσήκουσα μοῖρα ῥίπτει εἰς τὸν Τάρταρον, ὅϑεν οὔποτε ἐκ
βαίνουσιν. οἱ δ᾽ ἂν ἰάσιμα μέν, μεγάλα δὲ δόξωσιν ἡμαρτη
κέναι ἁμαρτήματα, οἷον πρὸς πατέρα ἢ μητέρα ὑπ᾽ ὀργὴ
1:4βίαιόν τι πράξαντες, καὶ μεταμέλον αὐτοῖς τὸν ἄλλον βίοι
βιῶσιν, 7 ἀνδροφόνοι τοιούτῳ τινὶ ἄλλῳ τρόπῳ γένωντα,
τούτους δὲ ἐμπεσεῖν μὲν sig τὸν Τάρταρον ἀνάγκη, ἐμπεσόνται
δὲ αὐτοὺς καὶ ἐνιαυτὸν ἐκεῖ γενομένους ἐκβάλλει τὸ κῦμα,
πότερον δίκᾳ τεῖχος ὕψιον ἢ 0x0-
λιαῖς ἀπάταις ἀναβὰς καὶ ἐμαυτὸν
οὕτω περιφράξας διαβιῶ; Üfters
so bei Homer, 2. Β. Od. XVIII 302
ἀνέβαιν᾽ ὑπερωϊα.
1 εἰς τὴν λίμνην, nämlich τὴν
’Ayegovouada 113C.
2 καϑαιρόμενοι. Suid. v. AzE-
omv' ὁ δὲ ᾿Δἀχέρων καϑαρσίῳ ἔοικε
καὶ οὐ κολαστηρέῳ ῥύπτων καὶ
σμήχων τὰ ἁμαρτήματα τῶν dv-
ϑοωώπων.
8 τῶν τε εὐεργεσιῶν. Wie hier
werden die εὐεργεσίαι den ἀδική-
μασι entgegengesetzt de rep.
615B ζνα δεκαπλάσιον τὸ ἕκτεσμα
τοῦ ἀδικήματος ἐκτίνοιεν —' καὶ
αὖ Sl τινας εὐεργεσίας εὐεργετη-
κότες καὶ δίκαιοι καὶ 00108 γεγο-
νύτες εἶεν, κατὰ ταὐτὰ τὴν ἀξίαν
κομέξοιντο.
4 ἀνιάτως ἔχειν. Gorg. 5250 οὗ
δ᾽ ἂν τὰ ἔσχατα ἀδικήσωσι καὶ διὰ
τοιαῦτα ἀδικήματα ἀνίατοι γένων-
ται.
7 τούτους δέ. 8. zu 78C.
8 ὅϑεν οὔποτε ἐκβαίνουσιν. Wie
hier lehrt Platon auch in der Re-
publik X 615E und im Gorg. 525C
die Ewigkeit der Höllenstrafen.
ber den Zweck derselben spricht
er sich in der zuletzt genannten
Stelle aus. Er unterscheidet auch
da heilbar und unheilbar böse Men-
schen. Die Strafen der ersteren
haben im Hades, wie auf Erde
den Zweck sie zu bessern; die der
letzteren sind den Todesstrafen auf
der Erde zu vergleichen und sollen
anderen als warnendes Beispiel
(παράδειγμα) dienen, während die
0 Gestraften selbst als der sitt
lichen Fortentwickelung unfähig
angesehen werden. Möglich, dali
Platon die Lehre von der Ewig-
keit der Höllenstrafen, die auf dıe
Mysterien zurückzuführen ist, haupt-
sächlich aus der praktischen Ten
denz aufgestellt hat, um das Volk
um so mehr von den groben Sür
den abzuschrecken. |
9 οἱ δ᾽ ἂν ἰάσιμα μέν. Die Lehre
von den Bülsungen und Beinigunge)
der Seele kam besonders in den
Mysterien vor. $. zu 69C. Die
Elemente aber als die reinsten Na-
turstoffe, zumal Wasser und Feuer,
schienen vorzugsweise dazu geeig-
net, die Seelen von den sinnlichen
Stoffen, die ihnen nach dem Tode
noch anklebten, zu reinigen, Aucı
Platon läfst daher die Sünder 1πὶ
Wasser und ins Feuer werfen. |
10 πρὸς πατέρα — βίαιόν τι ze
ξαντες. Xen. Gyr. 16 31 διώριζε
δὲ τούτων, & τε πρὸς τοῦς pl
ποιητέον καὶ ἃ πρὸς ἐχϑροῦς.
14 τὸ κῦμα. 112B hiefs es ale
esizaı (τοῦτο τὸ χάσμα) καὶ τ΄
μαίνει ἄνω καὶ κάτα.
ΦΑΙΔΩΝ. 145
οὺς μὲν ἀνδροφόνους κατὰ τὸν Κωκυτόν, τοὺς δὲ πατρα-
οίας καὶ μητραλοίας κατὰ τὸν Πυριφλεγέϑοντα: ἐπειδὰν δὲ
νδρόμδνοι γένωνται κατὰ τὴν λίμνην τὴν ᾿ΔΑχερουσιάδα, ἐν-
αὖϑα βοῶσί τε καὶ καλοῦσιν, οἱ μὲν οὖς ἀπέκτειναν, ol δὲ
ὺς ὕβρισαν, καλέσαντες δ᾽ ἱκετεύουσι καὶ δέονται ἐᾶσαι B
φᾶς ἐκβῆναι εἰς τὴν λίμνην καὶ δέξασϑαι, καὶ ἐὰν μὲν πεί-
ῶσιν, ἐχβαίνουσί τε καὶ λήγουσι τῶν κακῶν, εἰ δὲ un,
γέρονται αὖϑις εἰς τὸν Τάρταρον καὶ ἐκεῖθεν πάλιν εἰς τοὺς
ταμούς, καὶ ταῦτα πάσχοντες οὐ πρότερον παύονται, πρὶν
ἵν πείσωσιν οὗς ἠδίκησαν: αὕτη γὰρ ἡ δίκη ὑπὸ τῶν δι-
ἰαόατῶν αὐτοῖς ἐτάχϑη. οἵ δὲ δὴ ἂν δόξωσι διαφερόντως πρὸς
ὁ ὁσίως βιῶναι, οὗτοί εἰσιν οἵ τῶνδε μὲν τῶν τόπων τῶν
ν τῇ γῇ ἐλευϑερούμενοί τε καὶ ἀπαλλαττόμενοι ὥσπερ δεσμω-
neiov, ἄνω δὲ εἰς τὴν καϑαρὰν οἴκησιν ἀφικνούμενοι καὶ Ο
πὶ τῆς γῆς οἰκιξόμενοι. τούτων δὲ αὐτῶν ol φιλοσοφίᾳ
κανῶς καϑηράμενοι ἄνευ τε σωμάτων ξῶσι τὸ παράπαν εἰς
ὃν ἔπειτα χρόνον καὶ εἰς οἰκήδεις ἔτε τούτων καλλίους ἀφι-
wovvraı, ἃς οὔτε ῥάδιον δηλῶσαι οὔτε ὁ χρόνος ἱκανὸς ἐν
ᾧ παρόντι.
LXII. ᾿4λλὰ τούτων δὴ ἕνεκα χρὴ ὧν διεληλύϑαμεν, ὦ
"ιμμία, πᾶν ποιεῖν, ὥστε ἀρετῆς καὶ φρονήσεως ἐν τῷ flow.
τασχεῖν" καλὸν γὰρ τὸ ϑλον καὶ ἡ ἐλπὶς μεγάλη.
1 κατὰ τὸν Κωκυτόν, den Ko-
ytos hinab. Xen. Cyr. VII ὅ
6 τὸ ὕδωρ κατὰ τὰς τάφρους ἐχώ-
& ἐν τῇ νυκτί.
8 κατὰ τὴν λίμνην, indie ΝὅΒο,
n. Xen. Cyr., VII 1 14 ὁπότε δ᾽
v γένοιτο κατὰ τινας τῶν πρόσϑεν
υμμαχεσαμένων, Anab. V 2 16.
8 εἰς τοὺς ποταμούς, in den Ko-
ytos die Mörder, in den Pyriphle-
ethon die, welche ihre Eltern ge-
!hlagen haben.
10 ὑπὸ τῶν δικαστῶν, nach Gorg.
?3E Minos, Rhadamanthys und
eakos,
11 πρὸς τὸ ὁσίως. Der Infinitiv
ιῶναι ist auch zu πρὸς τὸ ὁσίως zu
gänzen: οἱ δὲ δὴ ἂν δόξωσι δια-
ἐρόντως βιῶναι πρὸς τὸ ὁσίως
ιῶναι. Phileb. 61D ἄρα πᾶσαν
δονὴν πάσῃ φρονήσει μιγνύντες
γῦὺ καλῶς (nämlich μιγνύναι) μά-
07° ἂν ἐπιτύχοιμεν; Euthydem,
31A ἀλλὰ μήν που καὶ ἐν τῇ περὶ
Par. PHARD.
τὰ σκεύη ἐργασίᾳ τὸ ὀρθῶς (näm-
lich γρῆσϑαι) ἐπιστήμη ἐστὶν ἡ
ἀπεργαξομένη, Symp. 181 Β ἀμε-
λοῦντες δὲ τοῦ καλῶς W μή; näm-
lich διαπράξασθαι. egen πρὸς
8. zu 117 Ὁ. ᾿
12 τῶν ἐν τῇ γῇ, der Deutlich-
keit wegen hinzugefügt,
14 ἄνω δὲ εἰς τὴν xad., die
109 ΒὉ fg. beschrieben, war,
15 οἱ φιλοσοφίᾳ ἱκανῶς καϑηρ.
Vgl. 676.
16 ἄνεν re σωμάτων. Nach 760
waren unsere Seelen auch vor die-
sem Leben ohne Körper: ἦσαν ἄρα
al φυχαὶ καὶ πρότερον, πρὶν εἶναι
ἐν ἀνθρώπου εἴδει, χωρὶς σωμάτων
καὶ φρόνησιν εἶχον.
91 πᾶν ποιεῖν, ὥστε, alles auf-
bieten, dafs. Gorg. 4190 ὅϑεν
καὶ πᾶν ποιοῦσιν, more δίκην un
διδόναι. Apol. 88.
22 καλὸν γὰρ τὸ ἀϑλον. Derep.
X 608BC μέγας γὰρ ὁ ἀγών --- καὶ
10
146
RE
ILIAATSNOZ
D Τὸ μὲν οὖν τοιαῦτα διισχυρίσασϑαι οὕτως ἔχειν, ὡς ἐγὼ
διελήλυϑα, οὐ πρέπει νοῦν ἔχοντι ἀνδρί ὅτε μέντοι ἢ ταῦτ᾽
ἐστὶν ἢ τοιαῦτ᾽ ἄττα περὶ τὰς ψυχὰς ἡμῶν καὶ τὰς οἰκήσεις,
ἐπείπερ ἀθάνατόν γε ἡ ψυχὴ φαίνεται οὖσα, τοῦτο καὶ πρέ-
πεν μοι δοκεῖ καὶ ἄξιον κινδυνεῦσαι οἰομένῳ οὕτως ἔχεεν᾽ ;
καλὸς γὰρ ὁ κίνδυνος, καὶ χρὴ τὰ τοιαῦτα ὥσπερ ἐπάδειν
ἑαυτῷ" διὸ δὴ ἔγωγε καὶ πάλαι μηκύνω τὸν μῦϑον.
χΣλλὰ
τούτων δὴ Evsxa ϑαρρεῖν χρὴ περὶ τῇ ἑαυτοῦ ψυχῇ ἄνδρα,
Ε ὅστις ἐν τῷ βέῳ τὰς μὲν ἄλλας ἡδονὰς τὰς περὶ τὸ σῶμα καὶ
τοὺς κόσμους εἴασε χαέρειν, ὡς ἀλλοτρίους τε ὄντας. xalu
πλέον ϑἄτερον ἡγησάμενος ἀπεργάξεσϑαι, τὰς δὲ περὶ τὸ μαν-
ϑάνειν ἐσπούδασέ τε καὶ κοσμήσας τὴν ψυχὴν οὐκ ἀλλοτρίῳ,
ἀλλὰ τῷ αὐτῆς κόσμῳ, σωφροσύνῃ Ts καὶ δικαιοσύνῃ καὶ
115dvögeie καὶ ἐλευϑερία καὶ ἀληϑείᾳ, οὕτω περιμένδι τὴν εἰς
“Αιδου πορείαν, ὡς πορευσόμενος, ὅταν ἡ εἱμαρμένῃ καλῇ."
ὑμεῖς μὲν οὖν," ἔφη, “ὦ Σιμμία τε καὶ Κέβης καὶ οἵ ἄλλοι,
εἰς αὖϑις ἔν τινι χρόνῳ ἕκαστοι πορεύσεσϑε' ἐμὲ ὃὲ νῦν
ἤδη καλεῖ, φαίη ἂν ἀνὴρ τραγικός, ἡ εἱμαρμένη, καὶ are
δόν τί μοι ὥρα τραπέσϑαι πρὸς τὸ λοῦτρον: δοκεῖ γὰρ δὴ
μὴν τά γε μέγιστα ἐπίχειρα ἀρετῆς
καὶ προκείμενα αϑλα οὐ διεληλύ-
ϑαμεν. . n
1 τὸ μὲν ουν — ὁτι μέντοι. 680
καὶ τοῦτο μὲν οὐκ αν διισχυρισαί-
μην" ὅτι μέντοι παρὰ θεοὺς δεσπό-
τας πάνυ ἀγαθοὺς ἥξειν, εὖ ἴστε,
ὅτι, εἴπερ τι ἄλλο τῶν τοιούτων,
διισχυρισαίμην ἂν καὶ τοῦτο.
4 τοῦτο καὶ πρέπειν. Zu kon-
struieren: τοῦτο καὶ πρέπειν μοι
δοκεὶ οἰομένῳ οὕτως ἔχειν καὶ
ἄξιον κινδυνεῦσαι, nämlich olo-
μένῳ οὕτως ἔχειν. Xen. oec. IV 1
at δοκοῦσι καλλισται τῶν ἐπιστη-
μῶν καὶ (ων) ἐμοὶ πρέποι ἂν μά-
λιστα ἐπιμελομένῳ.
6 ἐπάδειν. 8. zu 7TE.
8 ϑαρρεῖν — περὶ τῇ ἑαυτοῦ
ψυχῇ. Theaet. 1480. Θάρρει τοί-
νυν περὶ σαυτῷ.
9 τὰς μὲν ἄλλας ἡδονάς. Vgl.
64 D
11 πλέον ϑάἄτερον ἡγησάμενος
ἀπεργάξεσϑαι, nämlich αὐτούς,
τοὺς κόσμους. πλέον ϑᾶἄτερον ποι-
εἶν, das Übel ärger machen,
ϑἅτερον euphemistisch für τὸ x«
»ov. Vgl. 115D ἄλλως λέγειν.
13 αὐτῆς. ὃ. zu 684.
14 ἐλευθερίᾳ καὶ ἀληϑεέᾳ. Beide
zusammen bezeichnen die vierte
Kardinaltugend, die σοφέα, welehe
die beiden Momente in sich schließst:
1. Erkenntnis der Wahrheit, 2, An-
wendung der erkannten Wahrheit
aufs Leben zur Befreiung der Seele
von den irdischen Banden.
18 φαίη ἂν ἀνὴρ τραγικός. Die
Worte ἐμὲ δὲ νῦν ἤδη καλεῖ ἡ
εἱμαρμένη sollen offenbar nicht als
Citat aus einem Tragiker gelten —
in diesem Falle würde es etwas
heilsen φησὶν ὁ τραγεκός — son-
dern nur hinsichtlich ihres tragi-
schen Charakters bezeichnet werden,
Dals Sokrates auch im Angesichte
des Todes seinen guten Humor
nicht verliert, ist für seine Persö-
lichkeit bezeichnend genug.
19 Aovrgov. Die Leiche nach dem
Tode zu waschen war bei den Grie-
chen ein durch die Religion ge-
heiligter Brauch, da der Mensch
durch den Tod in eine nähere Be-
BATARN,.
147
βέλτιον εἶναι λουσάμενον πιεῖν τὸ φάρμακον καὶ μὴ πραγ-
ματα ταῖς γυναιξὶ παρέχειν. νεκρὸν λούειν."
LXIV. Ταῦτα δὴ εἰπόντος αὐτοῦ ὁ Κρέτων᾽ " εἶεν,᾽ ἔφη.
εὖ Σώκρατες" τί δὲ τούτοις ἢ ἐμοὶ ἐπιστέλλεις ἢ περὶ τῶν
παίδων ἢ περὶ ἄλλου του, ὅτι ἄν σοι ποιοῦντες ἡμεῖς ἐν
χάρυτι μάλιστα ποιοῖμεν; "ἅπερ ἀεὶ λέγω." ἔφη, "ὦ Κρίτων,
οὐδὲν καινότερον. ὅτι ὑμῶν αὐτῶν ἐπιμελούμενοι ὑμεῖς καὶ
ἐμοὶ καὶ τοῖς ἐμοῖς καὶ ὑμῖν αὐτοῖς ἐν χάριτι ποιήσετε
ἅττ᾽ ἂν ποιῆτε, κἂν μὴ νῦν ὁμολογήσητε. ἐὰν δὲ ὑμῶν
υμὲν αὐτῶν dusinte καὶ un ϑέλητε ὥσπερ κατ᾽ ἴχνη κατὰ
τὰ νῦν τὸ εἰρημένα καὶ τὰ ἐν τῷ ἔμπροσθεν χρόνῳ ξῆν,
οὐδὲ ἐὰν πολλὰ ὁμολογήσητε ἐν τῷ παρόντι καὶ σφόδρα,
οὐδὲν πλέον ποιήσετε."
“ταῦτα μὲν τοίνυν προϑυμηϑησό--
μεϑα.," ἔφη. “οὕτω ποιεῖν ϑαάπτωμεν δέ 08 τίνα τρόπον;
rührung mit den Göttern kommt,
den Göttern aber sich nur der Keine
nahen darf. Wer nun vor dem Tode
diese Reinigung an sich vollzog,
bewies dadurch, dafs er mit freudi-
gem Bewufstsein ihm entgegenging.
Nach Euripides wusch sich auc
Alkestis, als der Tag nahte, wo sie
für ihren Gatten sterben sollte.
brigens geht aus unserer Stelle
hervor, dafs auch die zum Tode
Verurteilten von dieser Reinigung
nicht ausgeschlossen waren,
1 βέλτιον. S. zu 98E,
2 νεκρὸν λούειν. E exegetischer
Infinitiv. Crit. 45C. FR δέ, ὦ Σώ-
πρατες, οὐδὲ δίκαιόν μοι δοκεῖς
ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα, σαυτὸν προδοῦ-
var. ὅ. 92A.
4 ἐπιστέλλεις. ἐπιστέλλειν vom
letzten Willen der Sterbenden. So
auch 116B ταῖς οἰκεέαις γυναιξὶν
ἐναντίον τοῦ Κρίτωνος διαλεχϑεές
τε καὶ ἐπιστείλας ἅττα ἐβούλετο.
ὅ ἐν Ageıe — ποιοῖμεν. Xen.
ovecon. VII 10 ὅτῳ av δέῃ — ἐν
χαριτι διδόναι.
1 οὐδὲν καινότερον. Euthyphr.
2A τί νεώτερον γέγονεν; In sol-
chen Fällen bat der absolut ge-
brauchte Komparativ seine specifi-
sche Bedeutung fast ganz verloren.
ὑμῶν αὐτῶν ἐπιμελούμενοι ἀ. 1.
τῆς ψυχῆς, ὕπωρ ὡς βελτίστη ἔσται
Apol, 29E,
8 ἐμοὶ καὶ τοῖς ἐμοῖς, mir und
dem, was mich angeht. Hier-
unter mag er namentlich seine Kin-
der verstehen, sofern sie ihm ähn-
lich werden. h
9 κἂν un νῦν ὁμολογήσητξε, AUC
wenn ihr mir jetzt nicht bei-
stimmt. Also nicht auf die soeben
vorgetragenen Theorien legt So-
krates den Hauptnachdruck, son-
dern auf die Befolgung der Vor-
schriften, die er seinen Schülern
über ein tugendhaftes Leben ge-
geben hatte.
10 ὥσπερ κατ᾽ ἴχνη. De rep. II
364D εἰ μέλλομεν εὐδαιμονήσειν,
ταύτῃ ἱτέον, ὡς τὰ ἴχνη τῶν λόγων
φέρει.
18 οὐδὲν πλέον ποιήσετε. Symp.
217 Ο οὐδὲν γάρ μοι πλέον ἦν.
αλέον stehtin diesen Phrasen ellip-
tisch: mehr, als ohne dies.
14 ϑαάπτωμεν. Cic. Tusc. 1 438 103
(Soerates) rogatus a Critone, quem
:ad modum sepeliri vellet, multam
vero, inqutt, operam, amict, frustra
consumpsi; Urstons enim nostro non
persuası me hinc avolaturum neque
B
mei quicquam relicturum. Verum
tamen, Crito, si me adsequi potueris
aut sicubi nanctus eris, ul tibi vi-
debitur, sepelito. Sed, mihi crede,
:nemo me vestrum, cum hinc exces-
sero, consequelur.
τίνα τρόπον. Seit den ältesten
Zeiten war es Brauch die Leichen
zu verbrennen oder zu begraben.
10 *
148
TIIAATS2NOZ
“ὅπως ἄν." ἔφη. "βούλησϑε, ἐάνπερ γε λάβητέ με καὶ un ἐκ-
φύγω ὑμᾶς. γελάσας δὲ ἅμα ἡσυχῇ καὶ πρὸς ἡμᾶς ἀπο-
βλέψας εἶπεν: “οὐ πείϑω, ὦ ἄνδρες, Κρίτωνα, ὡς ἐγώ εἰμι
οὗτος Σωκράτης ὁ νυνὶ διαλεγόμενος καὶ διατάττων ἕκαστον
τῶν λεγομένων, ἀλλ᾽ οἴεταί us ἐκεῖνον εἶναι, ὃν ὄψεται ὀλίγον"
D ὕστερον νεκρόν, καὶ ἐρωτᾷ δή, πῶς με ϑάπτῃ. ὅτι δὲ ἐγὼ πάλαι
πολὺν λόγον πεποίημαι, ὡς, ἐπειδὰν πίω τὸ φάρμακον, οὐκέτι
ὑμῖν παραμενῶ,. ἀλλ᾽ οἰχήσομαι ἀπιὸν εἰς μακάρων δή τινας
εὐδαιμονίας, ταῦτά μοι δοκῶ αὐτῷ ἄλλως λέγειν παραμυϑού-
μενος ἅμα μὲν ὑμᾶς, ἅμα δ᾽ ἐμαυτόν. ἐγγυήσασϑε οὖν με πρὸςυ
Κρίτωνα," ἔφη, "τὴν ἐναντίαν ἐγγύην ἢ ἣν οὗτος πρὸς τοὺς br
καστὰς ἠγγυᾶτο. οὗτος μὲν γὰρ ἦ μὴν παραμενεῖν: ὑμεῖς δὲ ἢ
E μὴν μὴ παραμενεῖν ἐγγυήσασϑε, ἐπειδὰν ἀποϑάνω, ἀλλὰ οἰχή-
08090. ἀπιόντα, ἵνα Κρέτων ῥᾷον φέρῃ, καὶ μὴ ὁρῶν μου τὸ σῶμα
ἢ καιόμενον ἢ κατορυττόμενον ἀγανακτῇ ὑπὲρ ἐμοῦ ὡς δεινὰ υ
115E ὁρῶν μου τὸ σῶμα ἢ καιόμε-
ψον ἢ κατορυττόμενον.
1 ὅπως ἂν βούλησϑε. Dafs Sokrates
die Art und Weise, wie seine Leiche
bestattet werde, für gleichgiltig er-
klärt, stimmt ganz zu seiner An-
sicht vom Verhältnis des Leibes
zur Seele. Auch ist es ganz dem
Charakter des Sokrates gemäfs,
dafs er den Kriton in dieser Ange-
legenheit schliefslich auf die Sitte
und das Herkommen verweist, 116A
ὅπως ὧν σοι φίλον ἢ καὶ μάλιστα
ἡγῇ νόμιμον εἶναι.
3 ὡς ἐγώ εἶμι οὗτος Σωκράτης.
De leg. XII 959 A πεέθεσϑαι δ᾽
ἐστὶ τῷ νομοθέτῃ χρεὼν τά τε ἄλλα
καὶ λέγοντι ψυχὴν σώματος εἶναι
τὸ πᾶν διαφέρουσαν, ἐν αὐτῷ τε
τῷ βίῳ τὸ παρεχόμενον ἡμῶν ἕκα-
στον τοῦτ᾽ εἶναι μηδὲν ἀλλ᾽ ἢ τὴν
ψυχήν, τὸ δὲ σῶμα ἰνδαλλόμενον
ἡμῶν ἑκάστοις ἕπεσθαι, καὶ τελευ-
τησάντων λέγεσθαι καλῶς εἴδωλα
εἶναι τὰ τῶν νεκρῶν σώματα, τὸν
δὲ ὄντα ἡμῶν ἕκαστον ὄντως ἀϑα-
νατον εἶναι ψυχὴν ἐπονομαξόμενον,
παρὰ θεοὺς ἄλλους ἀπιέναι δώ-
σοντα λόγον κ. τ. Δ. Cicer. somn.
Scip. 8 26 Nec enim tu is es, quem
forma ista declarat; mens cuiusque
48 est quisque, non ea figura, quae
digito demonstrarti potest.
6 ön ironisch. Vgl. 112C.
πῶς μὲ θϑάπτῃ. In indirekten
Fragen steht dann der Konjunktiv
in der zweiten oder dritten Person,
wenn sich dieselbe auf die erste
Person in der direkten zurückführen
läfst, Hier hiefse die direkte Frage:
πῶς σε θάπτω:; Menon 92E ἀλλὰ σὺ
eine, παρὰ τίνας ἔλθῃ ᾿Αθηναίων.
Protag. 348D περιεὼν ξητεῖ, ὅτα
ἐπιδείξηται καὶ μεϑ᾽ ὅτου βεβαιό.
σηται. Vgl. 646,
ἄλλως λέγειν. ἄλλως euphe-
mistisch (8. zu 114E 9 ἅτερον) von
dem, was anders geschieht, als es
geschehen sollte, was also einen
andern Erfolg hat, als das Subjekt
beabsichtigte, daher umsonst,
vergebens. Vgl. 76E.
10 ἐγγυήσασϑε οὖν με. Dem. adı.
Apatur. 22 πρῶτον μὲν ὑμῖν pag-
τυρας παρασχήσομαι, ὡς οὐκ ἠγγτη-
σάμην ἐγὼ τὸν Παρμένοντα all
Ἄρχιππος.
11 οὗτος πρὸς τοὺς δικασταῖς.
Apol. 88B Πλάτων δὲ ὅδε, ὦ ἄν-
δρες ᾿4ϑηναῖοι, καὶ Κρέτων καὶ
Κριτόβουλος καὶ ᾿Δπολλόδωρος κε-
λεύουσί με τριάκοντα μνῶν τιμή-
σασϑαι, αὐτοὶ δ᾽ ἐγγυᾶσθαι" τιμῶ
μαι 009 τοσούτου᾽ ἐγγυηταὶ δὲ ὑμὶν
ἔσονται τοῦ ἀργυρίου οὗτοι ἐξέ
20:0.
12 nyyvaro, er wollte sich ver-
bürgen. In Wirklichkeit kam 68
nicht dazu,
BATARN,
149
πάσχοντος μηδὲ λέγῃ ἐν τῇ ταφῇ, ὡς ἢ προτίϑεται Σωκράτη
ἢ ἐκφέρει ἢ κατορύττει. εὖ γὰρ ἴσϑι,᾽ ἢ δ᾽ ὅς, “ὦ ἄριστε
Κρίτων, τὸ μὴ καλῶς λέγειν οὐ μόνον εἰς αὐτὸ τοῦτο πλημ-
μδλές, ἀλλὰ καὶ κακόν τι ἐμποιεῖ ταῖς ψυχαῖς. ἀλλὰ ϑαρρεῖν
5 TE χρὴ καὶ φάναι τοὐμὸν σῶμα ϑάπτειν καὶ ϑάπτειν οὕτως,
ὅπως ἄν σοι φίλον ἢ καὶ μάλιστα ἡγῇ νόμιμον εἶναι."
LXV. Ταῦτ᾽ εἰπὼν ἐκεῖνος μὲν ἀνίστατο εἰς οἴκημά τι
ὡς λουσόμενος, καὶ ὁ Κρίτων εἵπετο αὐτῷ, ἡμᾶς δ᾽ ἐκέλευε
περιμένειν. περιεμένομεν οὖν πρὸς ἡμᾶς αὐτοὺς διαλεγόμενοι
ο περὶ τῶν εἰρημένων καὶ ἀνασκοποῦντες, τοτὲ δ᾽ αὖ περὶ τῆς
ξυμφορᾶς διεξιόντες, ὅση ἡμῖν γεγονυῖα εἴη, ἀτεχνῶς ἡγούμενοι
ὥσπερ πατρὸς στερηϑέντες διάξειν ὀρφανοὶ τὸν ἔπειτα βίον. Β
ἐπειδὴ δὲ ἐλούσατο, καὶ ἠνέχϑη παρ᾽ αὐτὸν τὰ παιδία --- δύο
γὰρ αὐτῷ υἱεῖς σμικροὶ ἦσαν, εἷς δὲ μέγας — καὶ al οἰκεῖαι
5 γυναῖκες ἀφίκοντο, ἐκείναις ἐναντίον τοῦ Κρίτωνος διαλεχϑείς
τε καὶ ἐπιστείλας. ἅττα ἐβούλετο, τὰς μὲν γυναῖκας καὶ τὰ
παιδία ἀπιέναι ἐκέλευσεν, αὐτὸς δὲ ἧκε παρ᾽ ἡμᾶς. καὶ ἦν
ἤδη ἐγγὺς ἡλίου δυσμῶν. χρόνον γὰρ πολὺν διέτριψεν ἔνδον.
ἐλθὼν δ᾽ ἐκαϑέξετο λελουμένος καὶ οὐ πολλὰ μετὰ ταῦτα δι-
) ελέχϑη. καὶ ἧκεν ὃ τῶν ἔνδεκα ὑπηρέτης καὶ στὰς παρ᾽ αὖ-
τόν “εὖ Σώκρατες, ἔφη, "οὐ καταγνώσομαι σοῦ, ὅπερ ἄλλων Ο
καταγιγνώσκω, ὅτι μοι χαλεπαίνουσι καὶ καταρῶνται, ἐπειδὰν
αὐτοῖς παραγγέλλω πένειν τὸ
1 προτίϑεται --- ἢ ἐκφέρει ἢ
κατορύττει. Die eigentlichen Aus-
drücke vom Ausstellen, Hinaus-
tragen und Beerdigen der Toten.
Thuk. II 34.
8 εἰς αὐτὸ τοῦτο, an sich
selbst, ἃ. h. wenn man τὸ μὴ
καλῶς λέγειν für sich nimmt.
4 κακὸν τι ἐμποιεὶ ταῖς ψυχαῖς.
Denn durch unrichtige Benennung
einer Sache kommen unrichtige Vor-
stellungen und Begriffe in die Seele;
diese aber sind ein Schade für sie
und ein Hindernis für ihre normale
Entwicklung.
εἰλλὼ ϑαρρεὶν τε yon bildet den
Gegensatz zu dem vorausgegange-
nen ἔνα Κρίτων --- μὴ — ἀγανακτῇ,
καὶ φάναι — νόμιμον εἶναι den
Gegensatz zu μηδὲ λέγῃ ἐν τῇ ταφῇ,
Sg Ἢ προτίϑεται Σωκράτη ἢ ἐκ-
φέρει ἢ κατορύττει. Deshalb wird
auch καὶ θάπτειν οὕτως --- νόμιμον
φάρμακον ἀναγκαξόντων τῶν
εἶναι von φάναι abhängig sein und
nicht von zen.
7 ἀνίστατο εἰς οἴκημα.
57 A. j
10 τοτὲ δ᾽ αὖ — διεξιόντες, als ob
es vorher geheifsen hätte περιεμέ-
γνομὲν οὖν τοτὲ μὲν --- ἀνασκοποῦν-
τες. S. zu 106 Ε.
13 τὰ παιδία. Apol. 84 Ὁ οἰκεῖοί
μοί εἶσι καὶ υἱεῖς γε τρεῖς, εἷς μὲν
μειράκιον ἤδη, δύο δὲ παιδία.
14 αἵ οἰκεῖαι γυναῖκες, die
Frauen aus seiner Verwandt-
schaft, also Xanthippe und ihre
Angehörigen.
20 ὁ τῶν ἕνδεκα ὑπηρέτης ist ver-
schieden von der 68D 117 A er-
wähnten Person, die als ὁ μέλλων
διδόναι τὸ φάρμακον bezeichnet
wird. Diese ὑπηρέται hiefsen auch
παραστάται.
’
23 τῶν ἀρχόντων. 8. zu 58C.
S. zu
116
150 IIAAT2NOZ
ἀρχόντων, σὲ δὲ ἐγὼ καὶ ἄλλως ἔγνωκα ἐν. τούτῳ τῷ χρόνῳ
γενναιότατον καὶ πραότατον καὶ ἄριστον ἄνδρα ὄντα τῶν πώ-
ποτε δεῦρο ἀφικομένων, καὶ δὴ καὶ νῦν εὖ old’ ὅτι οὐκ ἐμοὶ
χαλεπαίνεις, γιγνώσκεις γὰρ τοὺς αἰτίους, ἀλλὰ ἐκείνοις. νῦν
οὖν, οἶσθα γὰρ ἃ ἦλθον ἀγγέλλων, χαῖρέ τε καὶ πειρῶ ὡς!
Ὁ ῥᾷστα φέρειν τὰ ἀναγκαῖα. καὶ ἅμα δακρύσας μεταστρεφύ-
μένος ἀπήει. καὶ ὁ Σωκράτης ἀναβλέψας πρὸς αὐτόν" “καὶ
σύ,᾽ ἔφη, “χαῖρε, καὶ ἡμεῖς ταῦτα ποιήσομεν." καὶ ἄμα πρὸς
ἡμᾶς" “ὡς ἀστεῖος,᾽ ἔφη. "ὁ ἄνϑρωπος" καὶ παρὰ πᾶντα μοι
τὸν χρόνον προσῇει καὶ διελέγετο ἐνίοτε καὶ ἦν ἀνδρῶν λῴῶστος"
καὶ νῦν ὡς γενναίως us ἀποδακρύει. ἀλλ᾽ ἄγε δή, ὦ Κρίτων,
πειϑώμεϑα αὐτῷ, καὶ ἐνεγκάτω τις τὸ φάρμακον, εἶ τέτριπται"
εἰ δὲ μή, τριψάτω ὁ ἄνϑρωπος.᾽ καὶ ὁ Κρίτων" “ἀλλ᾽ οἶμαι;
Ε ἔφη. "ἔγωγε, ὦ Σώκρατες, ἔτι ἥλιον εἶναι ἐπὶ τοῖς ὄρεσιν καὶ
οὔπω δεδυκέναι. καὶ ἅμα ἐγὼ οἶδα καὶ ἄλλους πάνυ ὀψὲ ὕ
πίνοντας, ἐπειδὰν παραγγελθϑῇ αὐτοῖς, δειπνήσαντάς τε καὶ
πιόντας εὖ μάλα, καὶ ξυγγενομένους γ᾽ ἐνέους ὧν ἂν τύχωσιν
ἐπιθυμοῦντες. ἀλλὰ μηδὲν ἐπείγου: ἔτι γὰρ ἐγχωρεῖ." καὶ
ὁ Σωκράτης" " εἰκότως γ᾽. ἔφη. "ὦ Κρίτων, ἐκεῖνοί τε ταῦτα
ποιοῦσιν, οὗς σὺ λέγεις. οἴονται γὰρ κερδαίνειν ταῦτα ποιή- 5"
σαντες, καὶ ἔγωγε ταῦτα εἰκότως οὐ ποιήσω" οὐδὲν γὰρ οἶμαι
11κερδαίνειν ὀλίγον ὕστερον πιὼν ἄλλο γε ἢ γέλωτα ὀφλήσειν
παρ᾽ ἐμαυτῷ γλιχόμενος τοῦ ξῆν καὶ φειδόμενος οὐδενὸς ἔτι
ἐνόντος. aA Id, ἔφη. ᾿πείϑου καὶ μὴ ἄλλως ποίει.
LXVI. Kai 6 Κρίτων ἀκούσας ἔνευσε τῷ παιδὶ πλησίον 5
1 καὶ ἄλλως --- καὶ δὴ καὶ νῦν.
S. zu 112E,
ἐν τούτῳ τῷ χρόνῳ, während des
Monates, während dessen er im Ge-
fängnis war. Vgl. 58A.
5 ἃ ἦλθον ἀγγέλλων, Oriton
48 Ο (ἀφέγμαι) --- ἀγγελίαν φέρων
χαλεπήν. Soph. Antig. 1172 τί δ᾽ αὖ
τόδ᾽ ἄχϑος βασιλέων ἥκεις φέρων;
10 zgooysı jedenfalls von frei-
willigen Besuchen zu verstehen, die
als Zeichen seiner Zuneigung zu be-
trachten sind.
12 εἰ τέτριπται. Das Gift wurde
dadurch gewonnen, dafs man die
Samenkörner des Schierlings zer-
rieb. S. zu 118 Α.
13 ὁ ἄνθρωπος = ὁ μέλλων δι-
dovaı τὸ φάρμακον. Vgl. 68 Ὁ.
14 ἔτι ἥλιον εἶναι. S. zu 61.
πὶ τοῖς ὄρεσιν. Eine Kette von
Bergen zog sich im Norden und
Westen von Attika hin.
17 ξυγγενομένους. De rep. 1 3290
γυναικὶ συγγίγνεσθαι.
23 γλιχόμενος τοῦ ζῆν. Sokrates
findet das Hangen am Leben und
das Sparen mit demselben seiser
und jedes Philosophen unwüärdig,
da er ja das Streben desselben ganz
darin aufgehen lälst zu sterben und
tot zu sein.
οὐδενὸς ἔτι ἐνόντος, wenn oder
obgleich nichts mehr davon
vorhanden ist.
24 πείϑου καὶ μὴ ἄλλως ποίει.
Crit. 45 A 46Α.
25 τῷ παιδί. ὃ. zu 60A.
ΦΑΙΔΩΝ. 151
ἑστῶτι. καὶ ὁ παῖς ἐξελθὼν καὶ συχνὸν γρόνον διατρίψας
ἧκεν ἄγων τὸν μέλλοντα διδόναι τὸ φάρμακον ἐν κύλικι
φέροντα τετριμμένον. ἰδὼν δὲ ὁ Σωκράτης τὸν ἀἄνϑρωπον᾽
‘siev, ἔφη, “ὦ βέλτιστε, σὺ γὰρ τούτων ἐπιστήμων, τί χρὴ
ποιεῖν; “οὐδὲν ἄλλο, ἔφη. “ἢ πιόντα περιιέναι, ἕως ἄν σου
βάρος ἐν τοῖς σκέλεσι γένηται, ἔπειτα κατακεῖσϑαι᾽ καὶ οὕτως Β
αὐτὸ ποιήσει. καὶ ἅμα ὥρεξε τὴν κύλικα τῷ Σωκράτει. καὶ ὃς
λαβαὶν καὶ μάλα ἵλεως, ὦ Ἐχέκρατες, οὐδὲν τρέσας οὐδὲ δια-
φϑείρας οὔτε τοῦ χρώματος οὔτε τοῦ προσώπου, ἀλλ᾽, ὥσπερ
εἰαάϑει, ταυρηδὸν ὑποβλέψας πρὸς τὸν ἀνϑροωπον᾽ “τί λέγεις,
ἔφη. ᾿περὶ τοῦδε τοῦ πώματος πρὸς τὸ ἀποσπεῖσαί τινι; ἔξεστιν
ἢ οὖ; 'τοσοῦτον,᾽ ἔφη, “ὦ Σώκρατες, τρίβομεν, ὅσον οἰόμεϑα
μέτριον εἶναι πιεῖν.᾽ ᾿μανϑάνω;ς᾽ ἢ δ᾽ ὅς" “ἀλλ᾽ εὔχεσϑαί γέ που
τοῖς ϑεοῖς ἔξεστί τὸ καὶ χρὴ τὴν μετοίκησιν τὴν Evdevös ἐκεῖσε
εὐτυχὴ γενέσϑαι' ἃ δὴ καὶ ἐγὼ εὔχομαί Te καὶ γένοιτο ταύτῃ."
καὶ ἅμ᾽ εἰπὼν ταῦτα ἐπισχόμενος καὶ μάλα εὐχερῶς καὶ εὐ-
κόλως ἐξέπιεν. καὶ ἡμῶν οἱ πολλοὶ τέως μὲν ἐπιεικῶς οἷοί τε
ἦσαν κατέχειν τὸ μὴ δακρύειν, ὡς δὲ εἴδομεν πίνοντά τε καὶ
TETEWKOTR, οὐκέτι, ἀλλ᾽ ἐμοῦ γε βέᾳ καὶ αὐτοῦ ἀστακτὶ ἐχώρει
τὰ δάκρυα, ὥστε ἐγκαλυψάμενος ἀπέκλαιον ἐμαυτόν" οὐ γὰρ
δὴ ἐκεῖνόν γε, ἀλλὰ τὴν ἐμαυτοῦ τύχην, οἵου ἀνδρὸς ἑταίρου D
ἐστερημένος εἴην. ὃ δὲ Κρίτων ἔτι πρότερος ἐμοῦ, ἐπειδὴ οὐχ
οἷός T’ ἦν κατέχειν τὰ δάκρυα, ἐξανέστη. ᾿Απολλόδωρος δὲ
καὶ ἐν τῷ ἔμπροσθεν χρόνῳ οὐδὲν ἐπαύετο δακρύων, καὶ δὴ
καὶ τότε ἀναβρυχησάμενος κλαίων καὶ ἀγανακτῶν οὐδένα ὅν--
4 σὺ γάρ. Der Grund einer Frage
wird häufig mit γὰρ der Frage
vorausgeschickt. Symp. 204 C ἐν
δή, ὦ ξένη, καλῶς γὰρ λέγεερ᾽ τοι-
ovros ὧν ὁ Ἔρως τίνα γρείαν ἔχει;
213 E εἶεν δή, ἄνδρες, δοκεῖτε γάρ
μοε νήφειν" οὔκ ἐπιτρεπτέον ὑμῖν,
ἀλλὰ ποτέον. Euthyd. 298 Ὁ.
5 σου. S. zu 9ὅ Β.
. 7 αὐτὸ (τὸ φάρμακον) ποιήσει,
es wird von selbst wirken.
9 τοῦ γρώματος. Der Genitiv
von dem zu ergänzenden οὐδὲν ab-
hängig.
10 ταυρηδὸν ὑποβλέπειν von dem,
der starr die Augen auf einen Gegen-
stand heftet.
11 πρὸς τὸ ἀποσπεῖσαι. 114B οὗ
δὲ δὴ ἂν δόξωσι διαφερόντως πρὸς
τὸ ὁσέως βιῶναι. Symp. 114 Β πῶς
ἔχεις πρὸς τὸ ἐθέλειν ἂν ἰέναι
ἀκλητορ;
ἀποσπεῖσαι. Ehe man, besonders
bei Gastmählern, Wein trank, gofs
man etwas davon als Spende den
Göttern zu Ehren auf die Erde,
namentlich Aıl σωτῆρι und ἀγαϑῷ
δαίμονι. '
19 ἐμοῦ γε καὶ αὐτοῦ von βίᾳ
abhängig, sondern gleichfalls
gegen meinen Willen oder ob-
wohlich mir gleichfalls Ge-
walt anthat, rannen strom-
weise meine Thränen.
20 ἐγκαλυψάμενος, den κόλπος
des Gewandes vor das Gesicht neh-
mend.
21 οἵου. S. zu ὅ8 Εἰ.
25 οὐδένα ὄντινα οὖ. 8. zu 110E.
152
IIAAT2NOZ
τινα οὐ κατέκλασε τῶν παρόντων πλήν γε αὐτοῦ Σωκράτους.
ἐκεῖνος δέ" “οἷα, ἔφη, 'ποιεῖτε, ὦ ϑαυμάσιοι. ἐγὼ μέντοι οὐχ
ἥκιστα τούτου ἕνεκα τὰς γυναῖκας ἀπέπεμψα, ἵνα μὴ τοιαῦτα
E πλημμδλοῖεν" καὶ γὰρ ἀκήκοα, ὅτι ἐν εὐφημίᾳ χρὴ τελευτᾶν.
ἀλλ᾽ ἡσυχίαν τε ἄγετε καὶ καρτερεῖτε.᾽ καὶ ἡμεῖς ἀκούσαντες "
ἠσχύνθημέν τε καὶ ἐπέσχομεν τοῦ δακρύειν, ὁ δὲ περιελθών,
ἐπειδή ol βαρύνεσθαι ἔφη τὰ σκέλη, κατεκλίθη ὕπτιος" οὕτω
γὰρ ἐκέλευεν ὁ ἄνϑρωπος. καὶ ἅμα ἐφαπτόμενος αὐτοῦ οὗτος
ὁ δοὺς τὸ φάρμαχον, διαλιπὼν χρόνον ἐπεσκόπει τοὺς πόδας
καὶ τὰ σκέλη, κἄπειτα σφόδρα πιέσας αὐτοῦ τὸν πόδα ἤρετο, ὦ
118εἰ αἰσϑάνοιτο' ὁ δ᾽ οὐκ ἔφη. καὶ μετὰ τοῦτο αὖϑις τὰς κνή-
μας" καὶ ἐπανιὼν οὕτως ἡμῖν ἐπεδείκνυτο, ὅτι ψύχοιτό τε καὶ
πηγνῦτο. καὶ αὐτὸς ἥπτετο καὶ εἶπεν. ὅτι, ἐπειδὰν πρὸς τῇ
καρδίᾳ γένηται αὐτῷ, τότε οἰχήσεται. ἤδη οὖν σχεδόν τι αὐ-
τοῦ ἦν τὰ περὶ τὸ ἦτρον ψυχόμενα, καὶ ἐκκαλυψάμενος, ἐνεκχε- 5
κάλυπτο γάρ, εἶπεν, ὃ δὴ τελευταῖον ἐφϑέγξατο" “εὖ Κρίτων,
ἔφη, τῷ ᾿“σκληπιῷ ὀφείλομεν ἀλεκτρυόνα. ἀλλὰ ἀπόδοτε καὶ
un ἀμελήδητε.᾽
"ἀλλὰ ταῦτα,᾽ ἔφη; “ἔσται, 6 Κρίτων" “ἀλλ᾽
ὅρα, εἴ τι ἄλλο λέγεις. ταῦτα ἐρομένου αὐτοῦ οὐδὲν ἔτι ἀπ-
ἐχρίνατο, ἀλλ᾽ ὀλίγον χρόνον διαλιπὼν ἐκινήϑη Te καὶ ὁ ἄν-"
1 κατέκλασε. Hom.Od, IV 481, 538
αὐτὰρ ἔμοιγε κατεκλάσθη φίλον
ἥτορ. Plut. Periel. 37 ἡ παροῦσα
δυστυχία τῷ Περικλεῖ περὶ τὸν
οἶκον, ὡς δίκην τινὰ δεδωκότι τῆς
ὑπεροψίας καὶ τῆς μεγαλαυχίας
ἐκείνης, ἐπέκλασε τοὺς ᾿ϑηναίους.
4 ἐν εὐφημίᾳ ge τελευτᾶν.
Olymp. p. 171 ὅτι ἐν εὐφημίᾳ τε-
λευτὰν ἠξίουν ol Πυϑαγόριοι ὦ
ἀγαϑοῦ re καὶ ἱεροῦ τοῦ πράγμα-
τος ὄντος.
T οὕτω γὰρ ἐκέλευεν geht nur auf
den Begriff ὕπτιος, denn die übri-
gen Vorschriften waren ja schon
117 A gegeben: τί χρὴ ποιεῖν; ov-
δὲν ἄλλο, ἔφη, ἢ πιοντα περιιέναι,
ἕως ἄν σου βάρος ἐν τοῖς σκέλεσι
γένηται, ἔπειτα καταχεῖσθαι.
9 γροόνον prägnant: einige
Zeit, längers Zeit. 8
19 ἐπανιών, mit der Hand immer
weiter hinaufgehend.
ψύχοιτό τε καὶ πηγνῦτος. Ae-
lian. ν. ἢ. IV 23 κωνείον δ᾽ ἄνϑρω-
πος πιὼν κατὰ τὴν τοῦ αἵματος
πῆξίν Te καὶ. ψύξιν ἀποθνήσκει.
Plin. h. n. XXV 18 sagt von diesem
Gifte: semins et foliis refrigeratoria
vis, sic et necat. Incipiunt algere ab
extremitatibus is. Semine trito
expressus et sole densatus in {-
los necat sanguinem spissando.
13 αὐτός, der in dieser Sache er-
fahrene Diener, der den übri
Anwesenden entgegengestellt wird.
15 ἐνεκεκάλυπτο. Die Alten pfleg-
ten sich bei der Annäherung des
Todes den Kopf zu verhüllen. $o-
krates beseitigt die Hülle offenbar
nur so lange, bis er dem Kriton
den letzten Auftrag gegeben hatte.
Deshalb kann es gleich nachher
heifsen, der Diener der Elfmänner
habe ihn nach den letzten Todes-
zuckungen enthüllt,
17 τῷ ᾿Δσκληπιῷ ὀφείλομεν ἀλεκ-
τρυόνα. Die Genesenen opferten
dem Asklepios einen Hahn. Sokra-
tes sah also das Erdenleben als
eine Krankheit an, von der der
Tod ihn befreite,
20 ἐκινήϑη von den Todeszuckun-
gen.
ΦΑΙΔΩΝ, 158
Downog ἐξεκάλυψεν αὐτόν, καὶ ὃς τὰ ὕμματα ἔστησεν" ἰδὼν
ὃὲ ὁ Κρίτων συνέλαβε τὸ στόμα καὶ τοὺς ὀφθαλμούς.
LXVN. Ἤδε ἡ τελευτή, ὦ Ἐχέκρατες, τοῦ ἑταίρου ἡμῖν
ἐγένετο, ἀνδρός, ὡς ἡμεῖς φαῖμεν ἄν, τῶν τότε, ὧν ἐπειράϑη-
5 μεν, ἀρίστου καὶ ἄλλως φρονιμωτάτου καὶ δικαιοτάτου.
1 καὶ ὅς, Sokrates.
τὰ ὄμματα ἔστησεν. Eigentlich:
er hatte seine Augen still
stehen heilsen. Wir sagen: sie
waren ihm gebrochen,
4 τῶν τότε, von seinen Zeit-
genossen. Her. I 23 Aglova --
κεϑαρῳδὸν τῶν τότε ἐόντων οὐδε-
ψὸς δεύτερον, Plat. epist. VII 324 E
Σωκράτη — οὐκ ἂν αἰσχυνοίμην
εἰπὼν δικαιότατον εἶναι τῶν τότε,
Symp. 118 Β ἐραστὴς ὧν ἐν τοῖς
μαλιστα τῶν τότε. τότε wird auch
PLAT. PHAED.
von ganz kurzen Zeiträumen ge-
or ἐπειράθημεν. Xen. anab. I
den Eindruck. als habe, sich
der erichterstatter vor jeder Über-
treibung hüten wollen.
5 καὶ ἄλλως, auch ohne solche
Einschränkung, überhaupt. Das Lob
der φρόνησις und δικαιοσύνη wird
dem Sokrates unbedingt erteilt.
10"
, Kritischer Anhang. |
8.657 A. K. Lehrs behauptet in Schades wissensehaft!. Monatsbl. 1876
8. 138 fg., "von seinen Phliasischen Mitb m? könne nitht Heifken τῶν
πολιτῶν Φλιασίων, so wenig ‘der gute Vater’ heifsen könne‘ wäre
ἀγαϑός. Er übersieht dabei, dafs der Begriff ‘gut’ an sieh richt
Begriffe ‘Vater: liegt, wohl aber der ff «Phliasier’‘ in dem Bei
‚Mitbürger”, wenn eben der Phliasier Echekrates von seiner Mitbürg
spricht. ' ΝΞ ΞΕ εἷς
5. ὅ8 Ὁ hält A. Jordan, de cod. PI. auet. p. 635 und Fleckeisens
Jahrb. 1876 p. 780 διεξελθεῖν für falsch, weil es nicht vom blofsen
Wiedererzählen gebraucht werde, und verlangt dafür διελθεῖν. Allein
handelt es sich hier wirklich um eine Wiedererzählung? Wem soll denn
Phädon die Begebenheit nacherzählen? War er nicht selbst dabei? Und
dann heifst doch διεξελϑ' εἶν einfach etwas vollständig erzählen und pafst
in diesem Sinne hier ebenso vortrefflich, wie 840 πολλὰς γὰρ δὴ ἔτι
ἔχει ὑποψίας καὶ ἀντιλαβάς, εἴ γε δή τις αὐτὰ μέλλει ἱκανῶς διεξιέναι.
5. 62A. Über diese viel besprochene Stelle sei es erlaubt eine
briefliche Mitteilung des Prof. D. Peipers in Göttingen hier vorzubrin
Ich hatte demselben geschrieben, dafs mir durch Schirlitz’ Auseinander-
setzung in Fleckeisens Jahrbüchern 1876 S. 193 fg. in der That die Auf-
fassung von Bonitz erschüttert zu sein schiene, doch sei es mir andrer-
seits unmöglich Schirlitz eelbst zu folgen, namentlich könne ich τούτοις
τοῖς ἀνθρώποις anf keinen Fall vom genus verstehen. Hierin stimmte
mir Prof. Peipers bei und legte mir seine Auffassung der fraglichen
Stelle vor, die ich deshalb hier ausführlich abdrucken lasse, weil ich
ihr im Kommentar selbst gefolgt bin. Er schreibt: ‘Die Form der Sätze
ist hier nicht gerade die strengste. Doch scheint mir Platon die Lässig-
keit, wie sie ın der Rede des täglichen Lebens gewöhnlich ist, nicht
ohne Grund gerade an. dieser Stelle nachzuahmen; sie soll von der
zwanglosen Unterhaltung zu dem Thema des Gespräches überleiten.
Das geschieht in der Sache durch die Aufstellung einer Aporie. In der
Form aber wollte es Platon durch nichts merken lassen, dafs er dem
Thema des Dialoges näher trete; er wollte durchaus den Charakter des
zwanglosen Gespräches zwischen Sokrates und seinen Freunden unver-
fälscht wiedergeben. Er läfst also den Sokrates in der Seele des Kebes
lesen und ihn dessen Zweifel so getreu ausfindig machen, dafs dieser
sich ganz vergifst und in seiner heimatlichen Mundart seinen Beifall
_ äufsert. Daraus erkläre ich mir die wunderliche Wiederholung des $ar-
αστὸν σοι φαίνεται. Es ist in der Sache so viel, als ob Sokrates gesagt
ätte: zweierlei macht dir hier Schwierigkeit; aber in der Form ist es
so, wie Platon schreibt, viel anmutiger und viel mehr zu weiterer Be-
sprechung einladend.’
Welches sind nun die beiden Schwierigkeiten? Die zweite, über die
weniger Streit ist, lautet: einem Teile der Menschen ist es zuträglicher
tot zu sein, als lebend, aber darum ist es diesen Menschen doch nicht
Kritischer Anhang. 155
gestattet sich diese. Wohlthat anzauthun, sondern sie müsgen warten, bis
sie ihnen andexswoher widerfährt. Dafs τούτοις τοῖς ἀνθρώποις nur mit
οἷς verbunden werden 'k@nn und dafs es dann nur den Teil der Mensch-
heit: bezeichnet, der durch den BRelativsatz obarakterisiert ist, dies würde
jeder schon annehmen, (der diese Periode allein (von οἷς δὲ βέλτιον bis
εὐδργέφην) vor sieh hätte. Nun:’aber, da die vorhergehende, 'mag sonst
ihr -Sinn:sein, ‘welcher er: wolle, „jedenfalls ‚gewisse Eventnalitäten und
gewisse Individuen, vom denen etwas gelten soll, aussondert und der
Allgemeinheit entgegensetet, kaun vollends kein Äweifel sein, dafs mit
τούτοις τοῖς ἀνθρώποις wirklich nur gewisse Menschen, ein Teil der
Menschen und nicht, wie Schirlitz will, die ganze Menschheit gemeint ist.’
‘Ist dies richtig, so ist damit aueh. über deti Sinn entschieden, wel-
cher in der ersten Periode (ἔσως μέντοι bis ἢ ζῆν) enthalten sein mufs.
Denn in dem Relativsatze οἷς. δὲ βέλειον τεϑνάναι wird offenbar. der
kurze Sinn der ersten .Aporie nochmals ausgesprochen, weil der Inhalt
derselben die Voraussetzung für die Gelteridmachung der zweiten bildet.
Der βίη der ersten Aporie ist mithin: wenn von allen irdischen Gütern
gilt, dafs sie:nur relativ sind, ἃ. h. nur unter issen Verhältnissen
and. für gewisse Individuen emprielslich sind, bildet hierron das Leben
selbst. eine Ausnahme? Bei der Gesinnung des Kebes konnte Sokrates
ohne weiteres. die verneinende Antwort erwarten; sie liegt uber auch in
der Form der Frage. (ϑαύμαστόν σοι φανεῖται) deutlich ausgedrückt,
welche eine solche Ausnahme als seltsam und von‘ vornherein unglaub-
lich erscheinen liefs, War auf diese Weise die Antwort auf .:die erste
Anorie eine unzweifelhafte, so konnte nun die zweite, auf die es Sokrates
[3
besonders ankam; sofort angeknüpft werden? ΝΕ
. *Die Schwierigkeit der eröten Periode besteht nan’ nur noch darin,
dafs wir den ßinn,. den sie haben mufs, in ‘den überlieferten Worten
ausgedrückt finden. Ich glaube nicht, dafs dieselbe unüberwindlich ist.
Man denke sich das einleitende ἔσως μέντοι θαυμασεόν σοι φανεῖται
einmal hinweg und statt :dessen- zwei die Verwunderung ausdrückende
sätze, wie etwa: τί δέ; τοῦτο μόνον τῶν ἄλλων ἁπάντων ἁπλοῦν
ἐστιν: ap οὐδέποτε τυγχάνει τῷ ἀνθρώπῳ βέλτεον redvarcı ἢ ζῆν:
Hier würde ofienbar die erste Frage ohne die zweite absolut unverständ-
lich sein; denn in der zweiten würde mau erst erfahren, was deun mit
dem τοῦτο gemeint ist, dessen absolut unterschiedslose Geltung in der
ersten Frage angezweifek ‘wird. Mit dem τοῦτο. aber würde nichts
anderes bezeichnet sein, als der negative Satz: das Totsein ist niemals
besser, als das Leben, welcher genau gleichbedeutend ist mit dem posi-
tiven vinere: melius esse, quam esse mortuwum, der aber nieht dasteht und
also auch nieht mit Überweg in dem τοῦτο gefunden werden darf: Ich
glaube, man kann sehr wohl. eine Frage in der. Weise in zwei Teile
zerlegen, dafs der erste Satz nur das Prädikat bringt,. der zweite. erst
dasjenige, von dem dies Prädikat ausgesagt oder iu Frage gestellt wird;
in unserem FaHe also: die Unzuträglichkeit, das Unheil, das für die
Menschen im Totsein liegt.’
‘Was ich nun von diesen beiden versuelsweise gesetzten Fragesätzen
behaupte, dasselbe glaube ich von Platons erster Periode ἴσως μέντοι
bis ἡ ζῆν behaupten zu können. Auch hier ist mit τοῦτο nichts anderes
gemeint, als was das Folgende enthält, nämlich οὐδέποτϑο τυγχάνει τῷ
ἀνθρώπω βέλτιον τεθνάναι ἢ ζῆν. Dals dies einfach und schlechthin
geltend sei, wird bezweifelt: Anstatt dafs eine neue Frage zur Ergänzun
der ersten angefügt wird, ist bei Platon nur ein rein explikatives κα
angewendet. Ähnlich, wenn auch in anderen Satzformen, finde ich ein
solches καὶ Charm. 164 E οὕτω μὲν δὴ ὁ ϑεὸς προσαγορεύει τοὺς εἰσ-
ἰόντας εἰς τὸ ἱερὸν διαφέρον τι ἢ ol ἄνθρωποι — καὶ λέγει πρὸς τὸν
del εἰσιόντα οὐκ ἄλλο τι und Theaet.167 Ε ἀδικεῖν δ᾽ ἐστὶν ἐν τῷ τοι-
οὕτω, ὅταν τις μὴ χωρὶς μὲν ὡς ἀγωνιξόμενος τὰς διατριβὰς ποιῆται,
χωρὶς δὲ διαλεγόμενος, καὶ ἐν μὲν τῷ παίξῃ τε καὶ σφάλλῃ κτλ."
156 Kritischer Anhang.
‘Das Einzige, was in der Form des Satzes noch Anstofs geben kann,
ist die Art, wie die Wörtchen ἐστιν ὅτε καὶ οἷς eingefügt sind. Offen-
bar stehen sie in naher Beziehung zu dem %orangehenden Ausdruck
οὐδέποτε τῷ ἀνθρώπῳ. Bie sollen epexegetisch verstärkend im besondern
aussprechen, was in jenen allgemeinen Angaben der Zeit und des Ob-
jekts schon enthalten war. Man erwartet dann aber nach der Negation
οὐδέποτε eher negative Detailbestimmungen, wie etwa οὔτε ἔν τινι καιρῶ
οὔτε τισὶν ἀνδράσιν. Das Auffallende verschwindet jedoch, wenn man
beachtet, dafs ὥσπερ καὶ τὰ ἄλλα eingeschoben ist. Als positiver ver-
kürzter Satz (statt ὥσπερ καὶ τὰ alla βελτίω ἐστὶν ἐνίοτε καὶ ἐνίοις)
zieht dies die positiven Ausdrücke im Hauptsatze nach sich: „‚Wie, es
sollte niemals den Menschen, wie doch das übrige (das er als Übel
fürchtet) zuweilen und für Einzelne das bessere ist, so auch zu gewissen
Zeiten und für gewisse Individuen einmal das Totsein den Vorzug haben
können vor dem Leben?“ Korrekter ohne Zweifel und weniger pleo-
nastisch würde auch im Deutschen am Anf des Satzes das einfache
„nicht“ stehen anstatt des „niemals für den Menschen“. Aber sehr be-
greiflich ist, dafs der Schriftsteller, wenn er die Negation verstärken
und das allgemeine Objekt hervorheben wollte, hier, wo vom Sterben
die Rede ist, mit der temporalen Bestimmung begann und sogleich τῷ
ἀνθρώπῳ zufügte, um so begreiflicher, wenn er überhaupt, wie ich schon
betont habe, der bequemeren und lässigeren Sprechweise an dieser Stelle
absichtlich den Vorzug gab. In strengerer Formulierung bätte Platon
denselben Gedanken vielleicht so ausdrücken können: εἰ τοῦτο μόνον τῶν
ἄλλων ἁπλοῦν ἐστι καὶ τῶν ἀλλων ἔστιν ὁτὲ καὶ οἷς βελτιόνων τυγχα-
ψόντων, οὐδέποτε τυγχάνει τῷ ἀνθρώπῳ βέλτιον τεθνάναι ἢ Ev, und
während doch das Übrige für gewisse Zeiten und gewisse Individuen
besser ist, als sein Gegenteil, sollte das Totsein niemals den Vorzug
haben vor dem Leben?’
65 A. Ich hatte früher im Anschlufs an Bernhardy, Syntax 5. 304
mit den besten Hdschr. μετέχειν gelesen und diesen Infinitiv von dem
zu wiederholenden ἡδὺ abhängen lassen, bin aber deshalb von dieser
Auffassung zurückgekommen, weil durch diese an sich mögliche Kon-
struktion eine sehr überflüssige Tautologie entsteht, während die Lesart
μετέχει ein neues Moment beibringt.
65 D. So lange nicht aus Platon selbst weitere Beispiele dafür bei-
ebracht werden können, dafs er das blofse ro. wie μέντοι in bestätigen-
den Antworten gebraucht habe, wird es rationeller sein auch gegen
die Autorität der besten Bücher an dieser Stelle μέντοι beizubehalten,
da es einerseits doch seltsam wäre, wenn sich dieser Gebrauch, zu dem
sich so mannigfache Gelegenheit bot, blofs hier fände, andrerseits der
Ausfall der Silbe us» nach φαμὲν nicht Wunder nehmen kann. Vgl. 74 Β.
77B. Wenn Kühner, ausf. Grammatik 1 $ 281 A. 3 meint δεασκε-
δαάννυται könne hier, wie 77D διασκεδαάννυσι, als Indikativ aufgefafst
werden, so hat er übersehen, dafs der mit δεασκεδάψνυται koordinierte
Konjunktiv ἡ diese Möglichkeit ausschliefst.
80 B ψυχήν, nicht mit den besten Hdschr. ψυχή. Es wird aich
schwerlich ein zweites Beispiel dafür finden, dafs beim epexegetischen
Infinitiv das Subjekt im Nominativ steht etwa mit Rücksicht darauf, dafs
das regierende Verb an sich die persönliche Konstruktion zulälst.
97 D αὐτοῦ ἐκείνου sehr unwahrscheinlich für αὐτοῦ, Das von Her-
mann angeführte Beispiel beweist nur, dafs ἐκϑῖνος unter Umständen
roflexiv vorkommt, aber nicht, dafs es in Verbindung mit αὐτὸς 80
vorkommt.
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